Warum Flexpack-Unternehmen jetzt ihre Datenbasis klären müssen
FlexPack.news mit Max Haschke – Einordnung für die flexible Verpackungsindustrie
Die flexible Verpackungsindustrie steht weiter unter hohem Transformationsdruck. In der aktuellen Ausgabe von FlexPack.news ging es um lebensmitteltaugliches Polypropylen-Rezyklat, neue Orientierungshilfen zur PPWR, digitale Tools für Konformitätserklärungen, Marktkonsolidierungen bei großen Verpackungsherstellern und ein überraschend starkes Beispiel für Verpackung als Marketinginstrument: Chupa Chups.
Gemeinsam mit Max Haschke wurde deutlich: Viele Entwicklungen sind vielversprechend – aber der eigentliche Engpass liegt häufig nicht im guten Willen der Unternehmen, sondern in fehlender Datenbasis, unklaren Rollen, mangelnder Skalierbarkeit und einem enormen Druck entlang der gesamten Lieferkette.
Lebensmitteltaugliches rPP: Lichtblick, aber noch kein Durchbruch
Eine der wichtigsten Nachrichten der vergangenen Wochen betrifft ein nach EU-Standard lebensmitteltaugliches Polypropylen-Rezyklat für flexible Anwendungen. Auf den ersten Blick klingt das wie ein großer Schritt für die Flexpack-Branche. Denn gerade beim Einsatz von Rezyklaten in Lebensmittelverpackungen bestehen weiterhin erhebliche technische und regulatorische Hürden.
Im Gespräch wurde jedoch schnell klar: So wichtig solche Entwicklungen sind, sie lösen das Grundproblem noch nicht vollständig. Entscheidend ist nämlich der Eingangsstrom. Wenn lebensmitteltaugliches Material aus einem kontrollierten Kreislauf stammt – etwa aus definierten PP-Bechern oder vergleichbaren Quellen – lässt sich die Sicherheit deutlich besser nachweisen. Das ist aber etwas anderes als ein Rezyklat aus gemischten Haushaltsabfällen oder dem Gelben Sack.
Genau hier liegt eine der großen Herausforderungen der PPWR: Recyclingfähigkeit lässt sich in vielen Fällen durch Materialumstellungen und Design-for-Recycling-Maßnahmen erreichen. Beim verpflichtenden Rezyklateinsatz dagegen fehlen in bestimmten Bereichen noch belastbare technische Lösungen – insbesondere bei flexiblen Verpackungen mit Lebensmittelkontakt.
Für die Praxis bedeutet das: Erste lebensmitteltaugliche rPP-Lösungen sind ein wichtiges Signal. Sie zeigen, dass Bewegung in den Markt kommt. Von einer breit skalierbaren Lösung für alle PPWR-Anforderungen ist die Branche aber noch weit entfernt.
PPWR: Unternehmen suchen Klarheit – und bekommen oft neue Komplexität
Ein zentrales Thema der Folge war erneut die Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR). Neue Leitfäden und FAQ-Dokumente bringen zwar zusätzliche Informationen, schaffen aber nicht automatisch die Sicherheit, die Unternehmen aktuell benötigen.
Viele Firmen stehen weiterhin vor denselben Fragen:
- Welche Rolle nehme ich nach PPWR überhaupt ein?
- Bin ich Hersteller, Importeur, Händler, Inverkehrbringer – oder sogar in mehreren Rollen gleichzeitig?
- Welche Informationen muss ich von meinen Lieferanten einholen?
- Welche Daten muss ich selbst meinen Kunden bereitstellen?
- Wie prüfe ich Konformitätserklärungen fachlich?
- Welche Nachweise werden künftig verbindlich verlangt?
Max Haschke brachte es im Gespräch auf zwei zentrale Begriffe: Klarheit und Verbindlichkeit. Beides fehlt in vielen Unternehmen noch. Besonders schwierig ist, dass viele allgemeine Informationsveranstaltungen zwar einen Überblick geben, aber die konkrete Übersetzung auf das eigene Produktportfolio nicht leisten können.
Genau dort beginnt die eigentliche Arbeit: Unternehmen müssen ihre Verpackungen, Materialströme, Lieferanteninformationen, Rollen und Dokumentationspflichten systematisch erfassen. Das ist keine glamouröse Innovationsarbeit, sondern oft mühsame Fleißarbeit. Aber sie ist die Grundlage dafür, später überhaupt fundierte Entscheidungen treffen zu können.
Datenbasis statt Aktionismus
Eine der deutlichsten Botschaften der Folge lautet: Jetzt ist nicht die Zeit für blinden Aktionismus, sondern für saubere Datenarbeit.
Viele Unternehmen warten auf weitere delegierte Rechtsakte, technische Details oder verbindliche Prüfmethoden. Gleichzeitig steigt der Druck aus dem Markt bereits heute. Kunden fragen nach PPWR-Konformität, Ausschreibungen enthalten entsprechende Checkboxen, und erste Anforderungen werden zur Marktzutrittsvoraussetzung.
Das bedeutet: Wer erst am jeweiligen gesetzlichen Stichtag mit der Datenerhebung beginnt, ist zu spät.
Besonders relevant ist der erste große PPWR-Meilenstein am 12. August 2026. Für viele Unternehmen in der Lieferkette zählt aber nicht nur dieser Stichtag. Entscheidend sind bereits Ausschreibungen, Kundenanfragen und Lieferantengespräche, die deutlich früher stattfinden.
Die nachgelagerte Lieferkette braucht Informationen nicht irgendwann, sondern rechtzeitig für eigene Entscheidungen. Damit verschiebt sich der Druck: Nicht nur Behörden werden zum Treiber, sondern vor allem Kunden, Händler und Markenartikler.
Wie schon beim Verpackungsgesetz und der Recyclingfähigkeit zeigt sich: Häufig reguliert sich der Markt schneller und härter als der Gesetzgeber. Wenn Handel oder Industriekunden bestimmte Verpackungsanforderungen voraussetzen, wird daraus unmittelbar ein wirtschaftliches Kriterium.
„Datenbasis, Datenbasis, Datenbasis – jetzt ist die Zeit, im Betrieb klar Schiff zu machen, bevor der Markt die fehlende PPWR-Readiness zur Marktzutrittsbarriere macht.“
Excel reicht langfristig nicht aus
Ein weiterer Schwerpunkt war die Frage nach geeigneten Tools für PPWR-Daten, Konformitätserklärungen und Verpackungsinformationen. Neue Lösungen entstehen derzeit im Markt, etwa für PPWR-Konformitätserklärungen, Materialdaten, Recyclingfähigkeit oder Dokumentenmanagement.
Die Realität in vielen Unternehmen sieht aber noch anders aus. Häufig beginnt die Datenerfassung mit Excel – und das ist zunächst nachvollziehbar. Excel kann ein pragmatischer Startpunkt sein, um überhaupt Struktur in Materialdaten, Lieferanteninformationen und Verpackungsvarianten zu bringen.
Langfristig ist Excel aber keine zukunftsfähige Lösung für komplexe PPWR-Prozesse.
Denn Verpackungsdaten sind vielschichtig. Unterschiedliche Materialien, Spezifikationen, Lieferanten, Rollen, Nachweise, Prüfungen und Kundenanforderungen müssen miteinander verknüpft werden. Klassische ERP-Systeme sind dafür oft nicht vorbereitet. Product-Information-Management-Systeme, webbasierte Tools oder spezialisierte Add-ons können helfen – aber ein IT-Projekt unter Zeitdruck ist riskant.
Die Empfehlung aus dem Gespräch: Unternehmen sollten ihre Datenbasis jetzt praktikabel aufbauen, dabei aber so offen und strukturiert arbeiten, dass eine spätere Migration in professionelle Systeme möglich bleibt.
Wichtig ist vor allem, manuelle Schnittstellen zu reduzieren. Lieferantendaten sollten möglichst strukturiert eingeholt, geprüft und weiterverarbeitet werden können. Auch Kundenportale oder automatisierte Datenbereitstellungen werden künftig an Bedeutung gewinnen. Denn langfristig frisst nicht nur die regulatorische Anforderung Kosten – sondern vor allem die manuelle Verarbeitung unstrukturierter Informationen.
Marktkonsolidierung: Der Verpackungsmarkt bleibt unter Druck
Auch die wirtschaftliche Lage der Verpackungsbranche wurde angesprochen. Meldungen über Werksschließungen bei großen Herstellern wie Mondi zeigen, dass der Markt weiter unter erheblichem Druck steht. Dabei geht es nicht nur um einzelne Unternehmen, sondern um eine breitere Konsolidierungsbewegung.
Gerade im Papier-, Karton- und Wellpappenbereich sind Übernahmen, Zusammenschlüsse und Standortbereinigungen seit Jahren sichtbar. Große Zusammenschlüsse wie Smurfit WestRock oder weitere Akquisitionen im Markt zeigen, dass Synergien, Kapazitätssteuerung und Kostendruck zentrale Treiber bleiben.
Aus Sicht der Kunden entstehen dadurch neue Dynamiken. Preise, Konditionen, Ausschreibungen und Volumina werden härter verhandelt. Gleichzeitig suchen Hersteller und Verarbeiter nach Wegen, Overhead zu reduzieren, Standorte zu bündeln oder strategische Lücken durch Zukäufe zu schließen.
Für Flexpack-Unternehmen ist das relevant, weil Konsolidierung nicht nur Papier und Wellpappe betrifft. Auch flexible Verpackungen, Rezyklatströme, Rohstoffmärkte und technische Kapazitäten stehen in einem engen Zusammenhang. Wer Verpackungsstrategien plant, muss deshalb nicht nur technische und regulatorische Faktoren berücksichtigen, sondern auch Marktverfügbarkeit, Lieferkettenstabilität und Kostenentwicklung.
Verpackung als Marketinginstrument: Das Beispiel Chupa Chups
Zum Abschluss ging es um ein Thema, das auf den ersten Blick leichter wirkt, aber für Verpackungsentwickler hoch relevant ist: Chupa Chups hat eine „Easy-to-open“-Verpackung für Lollis vorgestellt und mit einer Social-Media-Kampagne begleitet.
Der Clou: Die Kampagne spielte mit dem bekannten Problem, dass sich Lolli-Verpackungen oft schwer öffnen lassen. Für den Launch wurde eine besonders schwer zu öffnende „Impossible Chupa Chups“-Variante inszeniert, die Content Creator vor laufender Kamera öffnen sollten.
Das Beispiel zeigt eindrucksvoll: Verpackung ist nicht nur Schutz, Barriere, Logistik oder regulatorische Pflicht. Verpackung kann Teil der Markenstory sein. Sie kann Aufmerksamkeit erzeugen, Nutzererfahrungen verbessern und sogar zum Kern einer Kampagne werden.
Gerade in industriellen Anwendungen wird dieser Aspekt häufig unterschätzt. Natürlich steht dort meist Funktionalität im Vordergrund. Aber auch ein technisches Verpackungssystem, ein Karton, ein Etikett, ein Öffnungsmechanismus oder ein sauber gestalteter Aufdruck kann Markenwirkung entfalten.
Die Botschaft lautet: Wer Verpackung nur als Kostenstelle betrachtet, verschenkt Potenzial. Verpackung kann Sicherheit, Effizienz, Nachhaltigkeit und Kommunikation zugleich leisten – wenn sie strategisch gedacht wird.
Fazit: Die Flexpack-Branche braucht Struktur, Daten und realistische Erwartungen
Die aktuellen Entwicklungen zeigen, wie komplex die Lage für flexible Verpackungen geworden ist. Einerseits entstehen neue Materialien, erste lebensmitteltaugliche Rezyklatlösungen und digitale Tools. Andererseits fehlen weiterhin skalierbare Stoffströme, klare Prüfmethoden, belastbare Daten und verbindliche Detailregelungen.
Für Unternehmen bedeutet das:
- Lebensmitteltaugliche Rezyklate bleiben ein wichtiges Entwicklungsfeld, sind aber noch keine einfache Standardlösung.
- Die PPWR erzeugt bereits heute Marktdruck – nicht erst durch Behörden, sondern durch Kunden und Ausschreibungen.
- Eine saubere Datenbasis ist die Voraussetzung für jede weitere Verpackungsstrategie.
- Excel kann ein Start sein, aber nicht die langfristige Lösung.
- Rollen, Verantwortlichkeiten und Lieferketteninformationen müssen systematisch geklärt werden.
- Verpackung bleibt nicht nur regulatorisches Thema, sondern auch wirtschaftlicher und kommunikativer Erfolgsfaktor.
Die wichtigste Empfehlung lautet daher: Unternehmen sollten jetzt nicht nur auf neue Rechtsakte warten, sondern ihre internen Hausaufgaben machen. Wer seine Verpackungsdaten kennt, Lieferanteninformationen strukturiert einholt und Rollen sauber bewertet, schafft die Grundlage für PPWR-Konformität, bessere Kundenkommunikation und langfristige Wettbewerbsfähigkeit.
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Transkript
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Jawohl, Flexpack News, die dritte Ausgabe ist es jetzt und wir haben Ende April, den 30. April, Weihnacht steht bevor und ja, Max bei mir zu Gast, Max Haschke, wo wohnst du, wo verbringt oder wie verbringt man bei dir eigentlich die Weihnacht, um mal locker zu starten? Ähm, guter Punkt, tatsächlich ist gerade so viel los, dass ich den ruhigen Tag morgen produktiv nutzen werde, zumindest nachdem Family-Ausflüge morgen gelaufen sind. Also wir planen aufgrund des Wetters natürlich schon ein bisschen familiär, ein bisschen in Tierpark solche Klassiker halt, da wird zwar überall die Hölle los sein, befürchte ich, aber tatsächlich die Ruhe ein bisschen genießen, das Wochenende dann schön entspannt angehen.
Also ich freue mich drauf. Sehr gut. Der erste Mai fällt ja auch gut für ein verlängertes Wochenende, so dass man das ja auch nutzen kann. Wir sind jetzt wieder in den Flexpack News, ein paar Neuigkeiten der letzten Tage und Wochen durch und ordnen das immer für die Flexpack-Industrie ein.
Und ja, wir steigen direkt rein in die erste Nachricht. Wir haben nämlich das erste nach EU-Standard lebensmitteltaugliche Polypropylen oder Polypropylen für Flexibles am Markt und das scheint ein Material zu sein, was zwar, und das ist wenn man es nah an den Gewässern sammeln kann, natürlich jetzt nicht wirklich über den Prozess ein Recycling oder ein Lebensmittelrezyklat ist, sondern durch das große Polypropylen, was man meistens hier hat, den Stoffstrom am Anfang. Max, wie sind deine Erfahrungen aktuell schon mit Projekten rund um Lebensmitteltaugliches im Rezyklat? Ja, also tatsächlich ist natürlich mit meinem Industriekunden-Fokus da ein Randthema, bin ich ganz ehrlich.
Aber Fakt ist, dass auch diese ganzen Lebensmittelkontakt-sensiblen Materialien im Moment auf den Checklisten, wenn es um die PPWR geht, einfach draufstehen, viele sich Gedanken drüber machen müssen und einfach diesen Riesenratenschwanz an Regulatorik, an Prüfung, an Zulassung, an Tests jetzt da langsam mit rankommt. Ich gebe dir recht, das ist ein Lichtblick für viele, die auf der Suche nach neuen Materialien sind, weil ganz ehrlich, viele haben Fragezeichen einfach im Kopf, wo die Reise hingehen soll. Es werden Anforderungen gestellt, die teilweise technisch noch gar nicht abbildbar sind, noch nicht realisierbar sind. Deswegen ist es gut, dass da die Forschung jetzt nächste Schritte gemacht hat oder einen neuen Meilenstein erreicht hat.
Aber die Sicherheit, also ich glaube, diese Risikoaversion bei Materialwechseln ist einfach in der Industrie so tief drin, dass es da noch viel mehr Auffang benötigt, um sowas in die nächste Stufe zu bringen. Also ich glaube, das ist der Lichtblick am Anfang einer Entwicklung. Wir sind aber noch weit davon entfernt, dass du innerhalb von zwei, drei Wochen in einem Change-Projekt deine Materialien umstellen kannst. Jawohl.
Also das ist, wenn ich mir angucke, wie die Recyclingfähigkeit hier in der PPWR und ich habe jetzt sieben Jahre lang diese Recyclingfähigkeit-Tests gemacht, die Hürden, die da drin sind, sind machbar mit Umstellungen. Und gleichzeitig sind Recycling-Einsatzquoten drin, wo wir wirklich noch keine technische Lösung haben. Und der Fall zeigt jetzt, ja, wir haben hier einen kontrollierten Eingangsstrom. Ich glaube, dort werden so PP-Beutel, wie man hier quasi von so einem Wegbeutel quasi gesammelt und dann quasi den Stoff reingemacht.
Also ich weiß, ich habe lebensmitteltaugliches Material, halte das in einem kontrollierten Prozess und kann das auch 100 Prozent in den Rezyklat reinbringen. Also ich bin safe von vorne bis hinten und das ist ja jetzt nicht diese technische Innovation. Da warten wir ja immer noch auf wirklich Neuigkeiten im Prozess, dass man auch Gelber-Sack-Material irgendwie auch lebensmitteltauglich hinbekommen kann. Aber da hakt es ja überhaupt noch am Sammelstrom, wie ich das sehe.
Wir haben, glaube ich, in Deutschland eine Anlage in Eitinghausen, du sitzt in der Nähe von Würzburg. Ja, ich glaube in Eitinghausen, irgendwo noch Richtung München, haben wir eine Anlage von Prisivo, die PP-Flex separat sortiert.
Wir haben in Schweden eine Anlage und dann, glaube ich, Belgien und Holland jeweils eine und das ist schon fast alles, was das Material erst mal aussortiert und da kommt nicht viel zusammen und das Material heute geht auch noch nicht wirklich in die Folien anwenden. Also kurz und knapp will sagen, das ist zwar eine News hier und ich glaube, Innoform setzt auch so ein Material schon in ihren Folien ein, aber das ist ein Material oder eine News, die halt letztlich noch nicht diesen Durchbruch braucht, damit die PPWR-Anforderungen für die Rezyklate gefordert sind. Du, wenn ich jetzt die letzten Jahre anschaue, was Pappe oder Faser basiert los war, du hast immer mal so kleinere Projekte, die hochkochen, die gehypt werden, aber die Skalierbarkeit ist halt das große Thema. Also Stichwort Graspapier, Stichwort Mützel-Verpackungen, das ist alles mega cool.
Ich finde das Material toll, das ist auch, wenn es in der großen Skaleneffekt mal zum Tragen kommt, auch ein richtiger Hebel, aber bis es mal so weit ist, dass das durch die Decke geht, puh, das ist immer noch weit davon entfernt. Und du sagst gerade, da kam es auch von den Papierverpackungen, was betrifft dich und was sind die Projekte eigentlich in deiner täglichen Arbeit? Was machst du mit deinen Kunden, was sind die Themen da aktuell? Also wir sind ja erst mal materialunabhängig, das heißt, ein klassisches Beispiel, wo Folien im Moment Großes Ding sind, Medtec, alles was irgendwie jetzt in Richtung Materialwechsel geht, bezüglich PPWR, wo Anforderungen gestellt werden.
Da ist die Medtec-Brosche ein bisschen ausgenommen. Es gibt ja Sonderregelungen, aber generell so diese ganzen Prozesse, wo Zulassungen aus anderen Fachbereichen dranhängen, wo die PPWR ausstrahlt. Das ist gerade so ein Thema, weil die Konsequenzen von Veränderungen das zu, ja, zu bilanzieren, monetär einfach zu erfassen, in so eine Total Cost of Ownership für so ein PPWR-Projekt reinzubringen, das ist gerade echt der Knackpunkt. Und viele wollen halt einfach auf Geschäftsführungs- oder auf Entscheiderebene da eine Klarheit haben.
Und da schwimmen viele im Moment einfach nur rum, weil wie gesagt, keiner irgendwie die Lösung parat hat und man kann sich an keinen schon fahrenden Zug irgendwie draufspringen und sagen, so machen wir es und wir haben einen Plan für die nächsten fünf Jahre, sondern es ist ein Warten und ein Hoffen und nicht jeder Betrieb. Du weißt, das ist in der Lage, eigene Forschung so voranzutreiben. Du musst warten, bis große Player einfach die Richtung vorgeben teilweise. Ja, der Total Cost of Ownership, das höre ich jetzt auch immer öfter, vor allem wenn es um ECOFI-Modulation geht, das heißt, wir haben hier einfach eine Excel-Zelle, die zur Gesamtkalkulation jetzt dazukommt.
Du hast aber noch weitere Kosten genannt, die wirklich für die Umstellung selber dann aufkommen, habe ich das richtig verstanden? Ja, also das wird in der PPWR immer, also PPWR, ich wiederhole mich hier, aber das ist halt der Treiber gerade bei uns in der Branche, du hast das immer in so Nebensätzen, du darfst die Verpackungen beziehungsweise die Konformitätserklärung und die Daten, die du von deiner Vorstufe in die Supply-Chain bekommst, darfst du nicht einfach so akzeptieren und ablegen und speichern, sondern du musst die ja fachlich prüfen. Das ist genau der Knackpunkt. Die Methoden zur Prüfung sind noch nicht ausgereift, noch nicht festgelegt.
Du hast da auch einen Prüfungsaufwand, der damit verbunden ist. Teilweise ist die Infrastruktur bei dir im Team nicht vorhanden. Das heißt, kannst du überhaupt diese Prüfungen und diese fachliche Einordnungen abbilden oder brauchst du externe – so viele Fragezeichen? Also selbst wenn du jetzt einen Marschplan hättest und proaktiv wirklich als Vorreiter in deiner Branche loslegen willst, hier werden so viele Steine im Moment in den Weg geworfen.
Aber Datenbasis, Datenbasis, Datenbasis, das ist so im Moment. Du stehst dabei beratend zur Seite oder auch in der Umsetzung? Ja, unser Einstieg ist eigentlich immer so ein Packungsfahrplan zu Layout, damit die Unternehmen überhaupt mal wissen, was sind die größten Hebel, um jetzt ins Tunen zu kommen. Aber dann merkt man dann auch schnell, okay, vielleicht fehlt es an Frauen oder Mannpower, einfach umzusetzen.
Und dann greifen wir schon unter die Arme und unterstützen da. Das geht von beratend strategisch bis zu operativ komplette Übernahme. Können wir eigentlich nicht alles. Super, dann springen wir auch damit in die zweite Nachricht.
Dann bleiben wir auch bei der PPWR. Wir haben nämlich zum einen in den letzten Wochen einen neuen Leitfaden zur PPWR bekommen und aber auch die erste Veröffentlichung nach dem ZEN-Standard. Diese letzte Veröffentlichung kam, glaube ich, vorrangig dann aus Belgien und zeigt erstmalig auch, wie die Recyclingfähigkeit nach PPWR dann auszusehen hat. Ist es beides etwas, was jetzt schon in deiner Arbeit deutlich geholfen hat?
ZEN-Standard noch gar nicht, habe ich noch nicht auf dem Schirm, bin ich ganz ehrlich, was die Leitfäden der Neuen und die FAQs vor allem jetzt geschafft haben, sind so die Hauptthemen im Lebensmittelkontakt, irgendwie anzusprechen, zu adressieren. Rollenfindung ist auch immer noch ein Riesenthema. Aber ganz ehrlich, viele meiner Kunden sind noch verwirrter als vorher. Also so wirkliche, ja, die Aufklärung, die einen jetzt ins Tun bringt, die konkrete Maßnahmen ableitet, das fehlt halt noch.
Du brauchst immer noch einen Übersetzer dazwischen. Ja, und ja, vor allem die Interpretation genau auf das eigene Portfolio. Wir sehen immer so viele Webinars, die auf schöner allgemeiner Ebene sind und auch gute Handlungsempfehlungen womöglich geben. Aber das Ganze nochmal viel das individuelle Unternehmen zu unterbrechen.
Da stehen viele, glaube ich, weiterhin noch vor einem großen Berg. Ja, die zwei Schlagwörter sind Klarheit. Das ist das Ziel, was du erreichen willst, und Verbindlichkeit. Wenn du jetzt in einem Ad-hoc-Teamscall in fünf Minuten Analyse abgeben musst, welche Rollen ein Kunde einnehmen kann, wird das nicht funktionieren.
Da steckt so viel Vorarbeit dahinter. Du musst erst mal schauen, in welcher Rolle oder in welchen Rollen. Es gibt ja auch Mehrfachrollen, die du einnehmen kannst. Bin ich denn überhaupt im Markt unterwegs?
Und teilweise bin ich echt überrascht, dass manche Firmen das selber noch gar nicht so auf dem Schirm haben. Also, klar, du hast da eine Produkte, die du irgendwie in den Markt bringst. Aber was davor passiert, was vielleicht Wege sind, die nur 2, 3 Prozent an das Absatzkanal das ausmachen, das muss ja trotzdem beachtet werden. Und diese Komplexität, die sich da jetzt auf einmal auftut, da haben, puh, das war in den letzten Jahren einfach nicht nötig und muss jetzt neu gedacht werden.
Ja, es kommt auch, so langsam kommen neue Aspekte rein. Wir hatten jetzt die Konformitätserklärung, die sich eine Zeit lang als heißes Thema zog. Dann die Rollen, wie du auch gerade gesagt hast. Dann warten eigentlich viele auf die weiteren delegierten Rechtsakte zur Recyclingfähigkeit, zum Rezyklateinsatz.
Und der Verpackung ist Minimierung, auch für Flexpack natürlich ein wesentlicher Aspekt. Und ich glaube auch etwas, was man, was die Industrie noch stärker nutzen kann. Welche von diesen delegierten Rechtsakten sind denn aktuell oder fehlende Rechtsakte, die am meisten ersehnt werden von dir und deinen Kunden? Ja, die Kunden warten auf alles, was Detailwissen bringt, was Klarheit schafft.
Der Punkt ist aber, dass du eigentlich eine Rolle rückwärts machen musst, weil dieser Aktionismus führt im Moment zu nix. Ich muss immer wieder einbremsen und sagen: Datenbasis, Datenbasis, Datenbasis. Es ist halt jetzt im Moment die Zeit, wo man nicht die Kürmacht und neue Verbesserungsprojekte und Optimierungen, Materialwechsel-Anstoß, sondern jetzt die Zeit aufzuräumen, klar Schiff zu machen, einen aktuellen Status quo bei sich im Betrieb festzulegen und eben mal vielleicht auch aufzuräumen. Das ist auf Deutsch gesagt Drecksarbeit, da hat keiner Lust drauf, das ist eine Fleißarbeit, aber es muss halt gemacht werden.
Und selbst wenn du jetzt als Industriebetrieb oder als Lebensmittelhersteller – was auch immer – wenn du jetzt ins Tun kommen willst und Gas geben möchtest, Projektteams aufstellst, ein Zeitplan dir definierst, woran scheiterts, an den Stufen, die dir Informationen geben müssen. Die Lieferanten haben teilweise auch keine Ahnung oder sind sich ihre Rolle in dem ganzen Konstrukt auch noch nicht bewusst und so zieht sich das entlang der Supply Chain immer wieder, das summieren sich die Verzögerungen auf. Gerade wenn du Handel noch dazwischen hast, Importeursfunktionen oder so was, die haben sich vorab nie Gedanken über Verpackung machen müssen und jetzt sind sie halt in der Rolle, wo sie Informationen zumindest bereitstellen müssen. Ja, aber dann guckt ja jeder scheinbar nur nach hinten in der Kette, du sagst es gerade, viele, die warten auf die Information des Lieferanten, aber eigentlich sind die gleichzeitig ja auch wieder der Lieferant für wen anders.
Also werden da auch die Daten irgendwie gesammelt, damit man selber mit gutem Beispiel zumindest zu seinen Kunden hin arbeitet, oder guckt man wirklich nur in die eine Richtung? Naja, vor ein paar Monaten war es noch so: man hat gewartet auf eine Entscheidung, wer jetzt die Kontrollbehörde ist, wann die mit welchen Streifen um die Ecke kommen. Das verschiebt sich gerade komplett, also langsam tritt in den Fokus eher, wie kann ich meine Anfragen, die über ein Customer Service, über einen Vertrieb reinkommen – kann ich denen gerecht werden, weil die nachgelagerte Lieferkette braucht jetzt die Information für den 12.08.26, für den ersten PPWR-Meilenstein und nicht erst an dem Stichtag, sondern vielleicht schon für Anfragen und Ausschreibungen, die jetzt im Juni laufen oder im Mai. Und das ist meistens nur eine kleine Checkbox: Seid ihr PPWR ready oder eben nicht?
Und das kann schon der Dealbreaker sein, das kann dich rausschmeißen. Und dann ist es eine wirklich harte Marktzutrittsvoraussetzung und nicht mehr: Habe ich vielleicht in einem halben Jahr, wenn irgendeine Kontrollbehörde bei mir im Lager steht, eine Strafe zu bezahlen. Also der Markt reguliert sich gerade wunderbar selbst, finde ich. Ja, das hatten wir bei dem Verpackungsgesetz auch schon gesehen, als da Recyclingfähigkeit aufkam.
Und eigentlich sollten ja auch ECOFI-Modulationen, §21, für bessere recyclingfähige Verpackung günstiger sein in der Lizenzierung. Bis heute ja nicht der Fall in Deutschland, aber die Händler haben das einfach vorgegeben: Wir brauchen recyclingfähige Verpackung in unserem Regal. Und wenn du die halt nicht mehr belieferst, dann ist dir egal, wie viele Gebühren du nicht mehr zahlen darfst.
Exakt. Also da ist der Gesetzgeber wieder mal den Kern gegeben, aber eigentlich der Markt, der das Ganze dann weiterführt und zur Umsetzung bringt. Aber das Thema Daten ist auch ein ganz gutes, was uns zu einer superfrischen Nachricht eigentlich von heute Morgen auch bringt. Die kamen nämlich, oder habe ich gelesen, im Packaging Journal von Cyklos-HTP und Pack-Lions, die ein gemeinsames Tool aufgesetzt haben, um die PPWR-Konformitätserklärungen zu starten.
Wie siehst du den Markt der Tools generell gerade? Also du musst keine Namen nennen, kannst Namen nennen, aber generell, was hast du bisher gesehen, wie überzeugend ist das? Naja, ich plaudere da mal aus dem Nähkästchen, weil alle Gespräche drehen sich immer um die gleiche Geschichte. Können wir es mit Excel abwickeln?
Nein. Also ja, es gibt… Das kann ein Staat sein, oder? Ja, es ist ja bei vielen.
Aktuell, das ist meistens der Staat, ja. Ist bei vielen so. Also ich bin ja froh, wenn es keine ausgedruckten Listen sind, die händisch gepflegt werden. Das ist ja schon mal gut.
Das ist kein Witz, ne, das ist… Nein, gelebte Realität. Also Digitalisierung 2.0, mach mal 0,1 als erstes, ne? Und das ist genau der Punkt.
Ja, Excel ist nicht das Tool, was nachhaltig ist im Sinne von zukunftsfähig. Und dann gibt es natürlich Lösungen, Software-Anbieter, SaaS-Lösungen, webbasiert, you name it. Also da gibt es viele, die jetzt gerade hochkommen. Manche haben komplett neu aufgesetzt, manche kommen aus irgendwelchen Lifecycle-Analysis-Themen aus.
Das wird die Hintergründe immer sehr interessant bei der Betrachtung und Bewertung der Tools. Und dann ist es halt so, du musst unterschiedliche Materialien mit ihren ganzen Spezifikationen an unterschiedlichen Spezifikationen abbilden können. Das kann ein klassisches ERP-System nicht, in der Vergangenheit zumindest nicht, wenn es nicht irgendwie schon ein Zusatz-Add-on bekommen hat. Und dann bist du wirklich arm dran und musst rumkrabbeln.
Jetzt überlegt dann der IT, baue ich eine Insel-Lösung auf. Als Übergangslösung, wie schaffe ich das, dass meine Daten offen bleiben und dann später migriert werden können? Egal, ob das jetzt ein ERP-System oder ein Product-Information-Management-System ist, also PIM ist halt auch noch so was, um Daten zum Beispiel gut zu verteilen. Aber da gibt es unterschiedliche Ansätze.
Wichtiger ist einfach, wenn ich jetzt Zeitdruck hab, das ist das, was ich seit Jahren predige, was das angeht, wenn ich Zeitdruck hab, ist ein IT-Projekt das Schlimmste, was dir passieren kann, weil das ist kostenintensiv, das braucht einfach Zeit, das frisst Ressourcen und das geht nicht von heute auf morgen. Und schnelle Lösungen jetzt IT-technisch abzubilden, also das ist schon eine Bremse. Das heißt, ich würde jetzt jedem empfehlen, die Datenbasis praktikabel aufzubauen und dann aber so offen zu gestalten, dass ich später das Innensystem migrieren kann, was dann auch wirklich meine Workflows einfach unterstützt, also Lieferantendaten, Abfragen, den Prozess, also den wirklich manuellen Aufwand, Daten zu kontrollieren oder ins eigene System zu bringen, vielleicht auch an die Vorstufe auslagern, dass da gewisse Fleißarbeit von der Vorstufe übernommen wird und sich vielleicht auch die nachgelagerte Stufe selber drum über ein Kundenportal sich die Daten beschaffen kann, dass das nicht immer über die Interface Mensch-Computer laufen muss. Weil das ist die Bremse meiner Meinung nach und ist auch das, was langfristig kostenfrisst.
Dann vermeldet das Packaging-Journal: Mondi schließt drei weitere Werke und muss dann insgesamt schon sechs Werke aktuell schließen. Also die negativen Nachrichten eigentlich rund um die Verpackungsbranche reißen nicht ab, zeigen, was man zuletzt ja auch schon darstellen konnte, vollständig auch aus der Recyclingbranche. Jetzt sehen wir eben mit Mondi, der auch in vielen Bereichen einfach aktiv ist, in Flexibles und in Kartonage und Papieren.
Hier sind auch Werke aus beiden Bereichen betroffen. Und ja, wenn so ein großer Riese quasi auch in gewisse Segel streicht, dann hat das ja auch ein Zeichen auf dem ganzen Markt, was gerade die Rohstoffsituation angeht, was die Technologien angeht, überhaupt auch die Kapazitäten, die vielleicht im Markt verteilt sind. Wie sind deine Touchpoints überhaupt mit diesen, generell vielleicht mit Mondi und vielleicht den Werken auch oder den Produkten? Und was hast du gedacht, als du es gesehen hast?
Also ich möchte gar nicht mal so an einem Hersteller festmachen. Das ist ja schon seit Jahren, geht so eine Konsolidierungswelle durch den ganzen Markt durch. Du hast einfach den Zusammenschluss von zwei großen Playern jetzt im Bereich Mondi gehabt. Jetzt sprichst du aber über Papiere, oder?
Ja, bei Wellpappe gerade. Das ist jetzt keine große Überraschung für mich gewesen. Wenn du dir alleine mal die Standorte der beiden Firmen, die da zusammengegangen sind, angeguckt hast, wie geografisch nah die teilweise beieinander gegangen sind, das ist nicht der einzige Grund, warum man so eine Konsolidierung jetzt macht. Aber ja, ganz ehrlich, überraschend war es nicht.
Spannend ist einfach jetzt mal auf der Rundenseite von solchen Betrieben zu gucken, was da gerade abgeht. Und da finde ich einen ganz spannenden Blick drauf, was wollen die Papierwerke auch an Preisen durchsetzen? Was wollen die Papiermühlen haben an die Kondition von ihren Verarbeitern und von den Wellpappwerken? Was können die Wellpappwerke tatsächlich im Markt umsetzen?
Wenn ich mir die letzten drei, vier Ausschreibungen, die wir mit begleitet haben, anschaue, ist da echt das Breed von bis. Also das ist nicht so, dass die alle auf einem einheitlichen Niveau arbeiten, sondern da geht es ganz hart in den Kampf um Quadratmeter und um Volumen. Und das ist was, was sehr, sehr, sehr aggressives Marktumfeld einfach fordert. Also du musst wirklich die Hosen runterlassen teilweise und wirklich stramm kalkulieren.
Und dann ist ein großer Overhead mit vielen Doppelbelegungen im Management vielleicht auch einfach nicht der richtige Weg. Das ist so auf der BWL-Schiene, meine Begründung. Ich stecke nicht tief drin in den Zahlen. Es gibt garantiert noch andere Baustellen, aber das ist so der Klassiker, den ich jetzt im Moment daran ziehen würde.
Ja, du kommst ja ursprünglich auch aus den Zahlen. Ja, hab ich das richtig im Kopf, ne? Ja, ja, BWL-er, durch und durch. BWL-er, durch und durch.
Ja, deshalb hast du auch die Einblicke. Mir fehlt das ein bisschen für die Wellpappe und Kartonageindustrie. Aber ja, eine Konsolidierung gab es da. Bei den ganz großen Smurfit Westrock meintest du damit, ne?
Ja. Ja, nachdem ich war, der ging. Und die mit Schumacher halt ein Riesending. Stimmt, stimmt.
Aber das passiert ständig. Also auch, wenn es nicht immer die ganz großen sind, das sind mal ein kleiner Händler hier, regionaler Verarbeiter dort, Nachfolgeregelung vielleicht auch nicht klar. Und dann, ja, ich hab jetzt, Antalus hat sich mit einem Verarbeiter beziehungsweise mit einem Produktionsbetrieb ja auch jemanden Neueste reingeholt. Das war ja auch ursprünglich mal ein reiner Packmittelhandel mit einem gewissen Verarbeitungsanteil, aber sehr, sehr, sehr gering.
Und das kocht jetzt halt alles hoch. Man merkt schon, wo werden wirkliche Synergien auch gesucht? Und das geht jetzt mittlerweile in Richtung Merger and Acquisition. Also wirkliche Zusammenschlüsse, nicht nur irgendwie Kooperationsvereinbarungen, wie es die Pax Synergy zum Beispiel macht, sondern wirklich harte Akquise im Markt.
Dann schließen wir die Runde ab mit den News mit ja eigentlich fast einer ikonischen flexiblen Verpackung, nämlich Chuppa Chups launched the Eden Easy to Open Lolli und hatte dafür eine weitreichende Social-Media-Kampagne. Max, hast du das mitbekommen überhaupt über Social Media, bis wir die News gesehen haben? Muss ich erst mal fragen? Nicht meine Baustelle, ich find’s gut.
Meiner auch nicht. Ich kann mich an die Kämpfe erinnern, aber das sind genau diese Aufhänger, die der Markt halt feiert und wo man sich auch als Privatanwender irgendwie abgeholt fühlt. Schaut dir mal den Strohhalm an, bei – ich will sagt jetzt mit falschen Namen, wieder aber Caprice. Ja, Caprice jetzt, ja.
Das sind halt so Themen, die können publik diskutiert werden. Da habt ihr Spaß dran, sich darüber aufzubringen, aber das sind halt Kleinigkeiten. Ich hab dir in der Vorbereitung ja mein Case geschickt, ich komme jetzt aus dem Sterilbarriereprojekt gerade raus. Da hast du ganz andere Anforderungen.
Also gleiches Material letztendlich, aber es darf eben nicht leicht aufgeben. Es muss eben die gewisse Sauberkeit haben. Es muss dann im richtigen Moment von dem Bedienpersonal leicht geöffnet werden können, ohne dass der Rest sich im ganzen OP verteilt. Das sind so Probleme, die dann eher meine Baustelle sind.
Chuppa Chups cool, ja, nicht meine fünfte Momente. Ja, also es ist ganz, ich hab die News gesehen, ich und davor hatte ich diesen Hype gar nicht mitbekommen, wo diese ganze Kampagne so ein großer Erfolg gewesen sein. Ja, man hat hier und da dann bei der Suche Videos gesehen. Also kurzum, vielleicht kennt jeder den Struggle eines Lollies und das Öffnen, dem Ganzen war sich Chuppa Chups wohl auch bewusst und haben eben die Verpackung so weit optimiert und zum Launch des Ganzen dann die Impossible Chuppa Chups, so haben sie es genannt, quasi entwickelt.
Die haben den Lucha quasi einmal in so ein Quarzgemisch reingeparkt oder jedenfalls in vier verschiedenen Schichten gegen Hitze, gegen mechanischen Einfluss, das ein Influencer geschickt oder Content Creator, die das Ganze dann vor laufender Kamera öffnen soll. Da ist man mit der Flexpack rangegangen, also scheinbarer Medienwirksamaktion. Aber es zeigt einfach noch mal, hier geht es rein um die Verpackung und null um den Lollie, wie man damit oder wie das das Produkt und die ganze Story zumindest formt. Und das fand ich dann nochmal ganz interessant und sollte zumindest die Flexpacker draus noch einmal bewusst werden, was eigentlich an Markenbildung auch dahinter stecken kann.
Ich finde es eine gute Huck, um das aufzugreifen und vielleicht auch mal meinen Industriegrund ein bisschen schmackhaft zu machen. Man muss jetzt nicht unbedingt mit solchen Marketingaktionen über Social Media laufen, aber hey, ja, auch ein Karton mit Numandruck für deinem Produkt kann einen Marketing-Effekt haben, wenn es ein bisschen schicker gemacht wird. Also die Industrie ist da immer noch so ein bisschen hinten dran, aber auch die checkt es langsam, dass da wirklich ein Hebel was Marketing und Vertrieb angeht, auch im Verpackungsmaterial steckt. Ja, das kann laufen.
Das können wir dann auch so stehen lassen. Und wir haben jetzt nächste Woche, ich habe zwei Messen anstehen, PSE, die Recycling-Messe in Amsterdam und dann die große Interpack. Ich nehme an, beim Letztem bist du auch dabei, oder? Interpack ist so ein Kalender, aber im Moment ganz ehrlich, wenn Kunden kommen und PPWR-Themen haben, haben die Vorrang.
Also im Moment ist wirklich, du merkst, wenn jemand was dachte kommt, umso näher kommen die Einschläge, umso heftigeren auch die Einschläge. Und ich muss mich flexibel halten, was Messen angeht, weil es ist echt der Wahnsinn gerade. Ja, krass. Nee, dann darf man die Sachen auch nicht liegen lassen.
Ich kann mir die Freiheit geben. Ich kann von hier bis nach Düsseldorf locker morgens los, abends zurück und das auch mehrmals. Von daher, ich freue mich drauf. Amsterdam wird ein bisschen härter, aber da werde ich auch mal gucken, was wir in Rezyklaten haben.
Für PPWR, für PE, für Flexibles und vielleicht eben auch für Lebensmittelrecycling. Max, vielen lieben Dank. Ich würde sagen, dass man nicht das letzte Mal, dass du hier auch bei den News mit dabei bist. Das kann man in Zukunft auch öfter gebrauchen.
Und ich wünsche dir ein schönes Verlänger des Wochenende. Das Gleiche wünsche ich dir auch, Julian. Danke dir. Ciao.
Tschüss.
