Ein LIVE-Mitschnitt – leicht gekürzt.
Lassen Sie sich doch den Text mit meiner „Avatar“-Stimme vorlesen.
Danach geht es unten mit der gesamten Episode weiter. Am besten abonnieren Sie den Innoform Podcast zum Inno-Talk in Ihrem Podcatcher. Dies haben wir zur Auswahl:
Im Rahmen des Grand Opening des XLAB der GEA Food Solutions Germany in Biedenkopf Wallau habe ich einen Vortrag zum Thema „Nachhaltige Verpackungslösungen“ gehalten. „Oh nein, nicht schon wieder Nachhaltigkeit“, werden einige von Ihnen denken. Aber ich würde diesen Live-Mitschnitt nicht als Podcast hier veröffentlichen, wenn ich es nicht für sinnvoll halten würde. Viele Anfragen erreichen uns, wie kann ich meine Verpackung nachhaltiger gestalten. Mein Ziel war es, mit diesem Vortrag nicht nur zu erklären, warum wir viel zu einseitig über Nachhaltigkeit reden, sondern jedem Einkäufer, Verpacker, Entwickler, Marketer und Verkäufer Faustregeln an die Hand zu geben, wie wir sofort und in jeder kleinen Entscheidung besser werden können. Deshalb habe ich diese vier Faustregeln genannt:
1. Recycling ermöglichen
2. Monomaterial, wo immer es geht
3. Papier und Biopolymere haben Vorrang
4. Produktschutz und Verlängerung der Haltbarkeit
Das ist sicher grob und unvollständig. Aber passt es nicht irgendwie? Und was halten Sie von der Präsentation? Ich habe sie an diesem Tag vier Mal ohne Manuskript in abgewandelter Form halten dürfen, und jedes Mal war er auf seine Weise schlüssig und doch einzigartig.
Stimmen Sie mit meinen Thesen und Aussagen überein? Ich freue mich über Rückmeldungen per E-Mail an ks@innoform.eu oder per Team-Message oder per Voicemail über WhatsApp +49 160 8841987.
Und wer dann noch möchte, kann auch noch die hier integrierte Umfrage beantworten, wie überhaupt diese Folge ankommt und ob mehr in dieser Art sinnvoll ist oder doch lieber mehr Interviews mit Koryphäen der Branche.
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Transkript
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Hallo und herzlich willkommen. Hier ist Karsten Schröder mit zwei Überraschungen in dieser Episode vom Innoform Podcast zum Inno-Talk. Ich beginne gleich mit meinem Avatar und dann geht’s live weiter mit dem Vortrag, aber hören Sie selbst. Im Rahmen des Grand Opening des XLab der GEA Food Solutions Germany in Biedenkopf-Wallau habe ich einen Vortrag zum Thema nachhaltige Verpackungslösungen gehalten.
Oh nein, nicht schon wieder Nachhaltigkeit, werden einige von Ihnen denken, aber ich würde diesen Live-Mitschnitt nicht als Podcast hier veröffentlichen, wenn ich es nicht für sinnvoll halten würde. Viele Anfragen erreichen uns: Wie kann ich meine Verpackung nachhaltiger gestalten? Mein Ziel war es, mit diesem Vortrag nicht nur zu erklären, warum wir viel zu einseitig über Nachhaltigkeit reden, sondern jedem Einkäufer, Verpacker, Entwickler, Marketer und Verkäufer Faustregeln an die Hand zu geben, wie wir sofort und in jeder kleinen Entscheidung besser werden können.
Deshalb habe ich diese vier Faustregeln genannt. Erstens: Recycling ermöglichen. Zweitens: Monomaterial, wo immer es geht. Drittens: Papier und Biopolymere haben Vorrang.
Viertens: verbesserter Produktschutz und Verlängerung der Haltbarkeit. Das ist sicher grob und unvollständig, aber passt es nicht irgendwie? Und was halten Sie von der Präsentation? Ich habe ihn an diesem Tag viermal ohne Manuskript in abgewandelter Form halten dürfen und jedes Mal war er auf seine Weise schlüssig und doch einzigartig.
Stimmen Sie mit meinen Thesen und Aussagen überein? Ich freue mich über Rückmeldungen per E-Mail an ks@innoform.eu oder per Team Message oder per Voicemail über WhatsApp +49 160 88419 87. Und wer dann noch möchte, kann auch noch die hier integrierte Umfrage beantworten, wie überhaupt diese Folge ankommt und ob mehr in dieser Art sinnvoll ist oder doch lieber mehr Interviews mit Koryphäen der Branche. So, das war mein Avatar.
Nun geht es aber wirklich live weiter. Ich bin Karsten Schröder von der Firma Innoform. Wir beschäftigen uns mit Verpackungsprüfungen im Wesentlichen, Folienverpackungen und wir machen auch Schulungen zu dem Thema und wir veranstalten einige Branchen-Treffs und Konferenzen im deutschsprachigen, aber mittlerweile auch im europäischen Raum. Das soll es auch schon zu meiner Einführung gewesen sein.
Ich habe einige Punkte gewünscht. Ich selber habe diesen Vortrag speziell für Sie hier auch vorbereitet. Ich habe mir überlegt, die Lebensmittelproduzenten, die Leute, die etwas abpacken, was interessiert die eigentlich? Und womit sind die konfrontiert?
Ich bin eigentlich zu der Idee gekommen. Sie sind jetzt konfrontiert mit dem Handel, der sagt, ich will jetzt nur noch nachhaltig verpackte Lebensmittel. Ja, und jetzt? Was ist das?
Definition nachhaltiger Lebensmittelverpackungen
Was sind nachhaltig verpackte Lebensmittel? Und da möchte ich Ihnen am Ende dieser langen Agenda vier Punkte mitgeben, die Sie für Ihr tägliches Leben in der Industrie vor Ort beim Abpacken berücksichtigen können, beim Design von neuen Verpackungen berücksichtigen können, um wirklich die Welt nachhaltiger zu machen. Und ich kann Ihnen schon eins sagen. Es ist nicht von Kunststoff mit Teufel auf Teufel komm raus auf Papier umzuswischen.
Das kann es nicht sein. Und das werde ich auch begründen, warum das oft nicht richtig ist, aber manchmal eben doch. Und ich gebe Ihnen Rüstzeug anhand, wie das funktioniert. Verwendung nachhaltiger Verpackungsmaterialien ist das erste natürlich, wenn man über nachhaltige Verpackungen nachdenkt.
Und was bedeutet das eigentlich? Nachhaltiges Verpackungsmaterial? Ich habe eben schon Kunststoff und Papier aufgemacht. Es ist Aluminium, es ist Glas, es ist Einweg, es ist Mehrweg.
Sie wissen es auch nicht. Ich auch nicht. Es weiß keiner, weil es darauf ankommt, was ich verpacke. Und darauf möchte ich Sie ein bisschen fokussieren, dass Sie sich immer wieder bewusst werden.
Es gibt nicht das nachhaltige Verpackungsmaterial, weil wir immer in Systemen denken. Und eben bei der ersten Fragerunde hätte ich mich eigentlich melden sollen. Was verstehen Sie oder was verbinden Sie mit Verpackung? Ich sage immer, ich wünsche mir eine höfliche Verpackung.
Die soll höflich sein. Höflich zu mir, höflich zur Umwelt, höflich zum Lebensmittel. Das drückt eigentlich alles aus. Sie soll nicht schaden.
Sie soll schützen. Sie soll bequem sein. Easy Opening, Wiederverschluss, all das muss heute eine nachhaltige Verpackung sein. Denn in Nachhaltigkeit stehen ja drei Säulen im Prinzip.
Sozial, ökonomisch und ökologisch. Wir denken immer nur an ökologisch. Es muss aber auch sozial und ökonomisch sein. Da hat der Schwabe Recht, der gesagt hat, natürlich muss eine Verpackung billiger sein als das, was verpackt wird.
Nachhaltige Verpackungsmaterialien und KI-Tools
Und das machen wir natürlich mit Flexpack sowieso immer. Was sind denn jetzt also nachhaltige Verpackungsmaterialien? Sie wissen schon die Antwort. Im Prinzip gibt es die gar nicht.
Kennen Sie ChatGPT? Haben Sie auch schon damit rumgespielt? Ist genial. Also kein Vortrag, glaube ich, in Zukunft, der ohne ChatGPT mehr geschrieben wird.
Ich habe dem zum Beispiel gesagt, schreibt mir einen Vortrag für die Eröffnung von GEA in Schriftform. Es hat ungefähr 15 Sekunden gedauert. Dann war eine DIN-A4-Seite geschrieben und inhaltlich war das nicht schlecht. Dann habe ich gesagt, mach mal daraus Storytelling.
Dann hat er Storytelling gemacht und hat mir eine Geschichte erzählt. Ich bin ein Lebensmittelhersteller, ich möchte Wurst abpacken. Wie mache ich das? Ich gehe ins XLab, frage danach, versuche die Maschinen zu nutzen und so weiter.
Also tolles Ding. Und den habe ich auch gefragt: Nachhaltige Verpackung, was ist das? Und dann kamen so verschiedene, verschiedene Stichworte.
Und ich gehe sie mal durch und überlegen Sie mal, ob da was dabei ist, was Sie auch so sehen würden. Also zum Beispiel die Wiederverwendbarkeit. Sind wir bei Flexpack unheimlich schlecht? One Way ist fast alles ein Weg, was wir hier machen.
Da haben wir ein richtiges Problem. Und vielleicht fällt irgendeinem genialen, jungen Forscher, Forscherin mal was ein, wie man Flexpack wiederverwenden kann. Also nicht nur einmal use, sondern mehrfach. Das wäre schon mal der erste Schritt.
Biologische Abbaubarkeit, Entsorgung hatten Sie schon gesagt. Genau das ist es. Aber ist das der Weg? Sollen wir die Verpackung jetzt einfach alle zu Hause kompostieren?
Druckfarben und Beschichtungen in Verpackungen
Funktioniert nicht. Was ist mit der Druckfarbe? Wo bleibt die beim Kompost? Das Gleiche gilt für Papier, bedrucktes Papier.
Was ist mit der Druckfarbe? Was ist mit den Klebstoffen, mit den Leimen, mit den Beschichtungen, dass es Barriere entsteht? Also das ist schwierig. Recycelbarkeit.
Was heißt das eigentlich? Wir werden jetzt von der EU demnächst, das kommt auch gleich noch im Vortrag, Hilfsmittel ankriegen, um zu beschreiben, wie recycelfähig ist mein Material. Glas ist zwar super recycelfähig, macht aber keinen Sinn, weil wir so viel Energie brauchen. Deswegen nehmen wir lieber Plastikflaschen.
Plastikflaschen ist höflicher zu dem, der Plastikflaschen verwendet, weil die Kisten leichter sind. Die gehen nicht kaputt. Wir haben keine Verletzungsgefahr. Plastik ist besser.
Deswegen nehmen wir Plastik. Nur ein Problem haben wir mit Plastik. Wenn wir es ins Meer schmeißen, schwimmt es oben und alle glauben, wir würden die Meere versauen. Wir als Industrie.
Und Sie sind diejenigen, die das ändern können. Und da möchte ich Sie mitnehmen auf dieser Reise. Und Sie motivieren das auch zu tun. Ressourcenschonung, sagt Chef Chipiti.
Ganz klar, wir müssen Ressourcen schonen. Wir haben einfach nicht mehr genug Ressourcen und wollen die vor allen Dingen auch nicht ausbeuten, damit wir kein CO2 emittieren. Das ist ja im Moment unser vorrangiges Umweltproblem. Und ich bin hier auf der Reise zu Gea erschrocken, wie die Wälder, in welchem Zustand hier die Wälder sind.
Katastrophe. Heute Morgen beim Frühstück sind drei Holz-LKWs vor dem Fenster hergefahren. Ich kann nur sagen, wir sind auf dem falschen Weg. Pelletöfen sind doch nicht die richtige Lösung.
Leichtgewicht-Verpackungen und Transporteffizienz
Das sind alles politische Entscheidungen. Die müssen wir alle als Verpackungsindustrie mit bedenken, wenn wir über Verpackung und Nachhaltigkeit nachdenken. Leichtgewichte, natürlich soll eine Verpackung leicht sein. Und da sind wir ganz weit vorne mit unseren Flexpacks.
Wir machen die leichtesten Verpackungen. Wir machen übrigens auch die meisten. Und die leichtesten. Schon mal nicht schlecht.
Also wir brauchen uns nicht verstecken. So, es gibt noch ein paar mehr Punkte, die haben gesagt: Schutzfähigkeit. Natürlich muss eine Verpackung schützen. Das ist überhaupt das Allerwichtigste.
Auch das ist nachhaltig. Weil wenn wir ein Lebensmittel früher verderben lassen, ist das nicht sozial. Weil wir, wenn wir mal genommen, wir nehmen ein nicht so gutes Barrierematerial, das Lebensmittel verdirbt, dann ist das unsozial, weil wir Lebensmittel bewusst verderben lassen und andere Hunger leiden. Das ist eine steile These.
Aber wenn man sich das richtig überlegt, schwarz-weiß, kann man so argumentieren. Sagt mir zumindest Chet Cipiti. Anpassungsfähigkeit. Das heißt, eine Verpackung muss sich an das anpassen, wie sie verwendet wird, wie sie transportiert wird.
Auch da sind wir bei Flexpack sehr gut. Eine Folienverpackung schmiegt sich an, wenn wir sie in eine Tasche stecken, wenn wir sie vielleicht im Auto öffnen wollen. Sie macht eine große Öffnung. Also wir haben viele, viele Vorteile mit dem, was wir hier machen.
Unbedenklichkeit muss natürlich gegeben sein. Das ist ja sowieso über allem. Auch die neuen Entwicklungen, die wir machen, die dürfen keine Verschlimmbesserung werden. Wir dürfen es nicht schlechter machen, als es vorher war.
Nur weil wir an Entsorgung denken. Wir denken im Moment nur noch an Entsorgung. Das ist falsch. Von dem Blick möchte ich Sie ein bisschen weg.
Umweltbelastung und Verpackungs-Image verbessern
Transporteffizienz ist sowieso klar und natürlich die Ästhetik. Ich gebe ein bisschen Gas. Nebenwirkung und von Verpackung und Lösungen für dieses Problem, dieses Dilemma, was wir eigentlich haben. Verpackungen kontaminieren sichtlich unsere Umwelt.
Verpackung hat ein schlechtes Image und das müssen wir irgendwie verbessern. Die Top-7-Nebenwirkung, Umweltbelastung, sagt Chef GPT. Ressourcenverbrauch hatten wir eben auch schon. Gesundheitliche Auswirkung.
Was ist das? Es kommt was aus der Verpackung raus, was im Lebensmittel mit transportiert wird in den menschlichen Körper. Mikroplastik könnte sowas sein, wenn Plastik in mehrere Geräte zermahlen wird und dann über die Fische bei uns in die Blutbahn gerät. So klein ist ja Mikroplastik.
Wir wissen noch gar nicht, wie gefährlich das ist. Wir müssen auf jeden Fall aufhören damit. Auch wir als Industrie. Aber die Lösung kann nicht sein, jetzt nur noch alles in Papier zu verpacken.
Das ist dieser Reflex. Wir nehmen nur Papier, das ist ja biologisch abgebaut. Aber was bleibt da über, wenn wir es abbauen? Also viele, viele Fragezeichen.
Verzögerung darf nicht passieren. Also ästhetisch muss es natürlich sein. Und ganz wichtig, und deswegen habe ich es ein bisschen fett gemacht: Kosten. Auch Kosten sind nachhaltig.
Ich habe mal zwei rausgepickt, von denen ich glaube, dass das im Moment die Hauptbaustellen sind, auf denen wir arbeiten. Die eine ist der Ressourcenverbrauch. Wir müssen also mit unseren Ressourcen anders umgehen. Im Moment, wenn wir sagen, wir verbrennen die Verpackung, danke nochmal für Ihre Wortmeldung, dann sind die Ressourcen für immer verloren.
In dem Moment, wo wir Müllverbrennung machen, sind die Ressourcen für immer verloren. In jedem, in dem Moment, wo wir Benzin oder Diesel verbrennen, um uns vorzubewegen, ist die Ressource verloren. Die Kohlenstoffwasserstoffverbindungen, die so wertvoll sind für uns als Kunststoffindustrie, sind verloren. Wir verbrennen ja nur, oder ich sage mal so, etwa fünf bis sechs Prozent des Öls, ich sage mal der Derivate von Rohöl oder von dem, was wir aus alten, nicht nachhaltigen, im Wesentlichen Öl- oder Kohlequellen zu Kunststoffen oder überhaupt zu chemischen Stoffen oder überhaupt zu Brennstoffen machen, nur fünf bis sechs Prozent sind Kunststoffe.
Verpackungsanteil an Gesamtemissionen gering
Und davon sind nur weniger als ein Prozent Verpackung. Und 95 Prozent sind Bewegung und Wärme und Kälte. Und da müssen wir gucken, ob wir uns nicht von Karren spannen lassen, wo wir nicht davor gehören. Natürlich ist das schlimm, wenn wir unsere Verpackung verbrennen und die Ressourcen sind verloren.
Aber es ist weniger als ein Prozent. Und in Europa ist es auch schon gar nicht mehr jede Verpackung, sondern nur jede zweite. Also es wird schon besser. Also Ressourcenverbrauch müssen wir uns wirklich drum kümmern.
Aber das ist, glaube ich, gar nicht unser vorrangiges Ziel. Das ist nicht unser Pain Point. Denn die meisten Ressourcen stecken wo? Im Lebensmittel.
Und die Verpackung hat im Wesentlichen die Aufgabe, das Lebensmittel zu schützen. Aber die Umweltbelastung, da haben wir eine Baustelle. Da müssen wir was tun. Und ich glaube, das ist auch etwas, wo wir uns alle einig sind.
Wir wollen saubere Strände. Wir wollen nicht an so einem vermüllten Strand. Und ein Schlagwort, was immer wieder fällt, und das habe ich hier ganz vorne schon, ist die Bioökonomie. Das heißt, wir träumen davon, auf dem Acker die Rohstoffe anzubauen, die wir dann zu unseren Verpackungen umarbeiten.
Und der Professor Schmid aus Sigma Ring, der einen Lehrstuhl hat zum Thema nachhaltiges Verpacken, der hat mir jetzt gesagt, das ist möglich. Das sind nur ein paar wenige einstellige Prozentsätze an Agrarfläche, die wir bräuchten, um alle Verpackungen, die aus Kunststoff sind, anzubauen auf dem Feld. Und quasi aus der Stärke oder wo auch immer, vielleicht aus Abfällen, aus den Stängeln, aus dem Stroh, Kunststoffe zu machen, um die damit Lebensmittel zu verpacken. Diese Bioökonomie, sagt er, wird einen bedeutenden Anteil bekommen an der gesamten Verpackungsindustrie.
Das heißt, wir machen unsere Verpackungsmaterialien genau wie das Papier auch aus der Bioökonomie kommt. Machen wir es mit den Kunststoffen demnach und holen die Kohlenstoffwasserstoffverbindung aus vom Acker, am besten noch von Lebensmittelresten. Da gibt es auch schon ganz viele Beispiele. Traceless ist ein Material, was in Hamburg erforscht wird.
Endlich wird mal wieder ein Kunststoff in Deutschland erforscht. Nach 50 Jahren. Jetzt geht es los. Und das ist eigentlich eine Aufbruchstimmung, die ich toll finde.
Recycling-Herausforderungen bei Kunststoffmaterialien
Das zweite Thema, auch das haben Sie schon gesagt: Recycling. Wenn wir schon Werkstoffe haben, die so hochwertig sind, um Folien daraus machen zu können, dann dürfen wir die nicht einfach wegschmeißen. Das sind die besten Kunststoffe, die wir für Folien nehmen. Es sind wirklich die besten.
Allein Polyethylene gibt es, ich sage mal in Größenordnung, fast 200 verschiedene Sorten, die sind hochspezialisiert. Es ist eine Utopie, wenn wir diese 200 Sorten zusammen recyceln, daraus wieder nur hochwertige Lebensmittelverpackungen zu machen. Zumindest nicht mit dem mechanischen Recycling. Gucken Sie sich diese Müllberge mal an.
Wollen Sie daraus essen? Später ihre Lebensmittel daraus wieder konsumieren? Im Moment ist es sehr schwierig, überhaupt aus Regenerat Lebensmittelverpackung zu machen. Aber das wird demnächst kommen und die EU wird es fordern.
Aber wir müssen doch überlegen, wie wir das hinkriegen. Und nur auf Monomaterialien zu setzen, ist nicht die Lösung. Also wir haben ein paar Baustellen: Entwicklung des Marktes, Wunsch und Wirklichkeit.
Wie sieht es denn aus und was bereden wir? Ja, gerne nochmal. Haben Sie den Würfel noch? Es ist ein erster Ansatz, auf Monomaterial zu setzen.
Das Monomaterial, das komme ich auch gleich noch drauf, wird immer vorrangig genutzt werden müssen in Zukunft. Wenn es geht, dann ein Monomaterial. Aber es kann aus vielen verschiedenen Schichten sein, aber es darf Frischmaterial sein. 1a-Ware.
Nicht Regenerat unbedingt für Lebensmittelverpackung. Das wäre zumindest mein Rat an Sie für die nächsten Jahre. Scheuen Sie sich davor, Regenerat zu nehmen. Ich trinke ungern aus recycelten Wasserflaschen.
Gucken Sie sich die recycelten Wasserflaschen mal an. Oben der Hals, wenn der grau wird, dann sehen Sie schon, was passiert, wenn man immer wieder recycelt. Das Material wird einfach kontaminiert. Und das trinken wir alles mit.
Kunststoffmigrationen und gesetzliche Regelungen
Das trinken wir mit und essen wir mit. Das ist alles in Ordnung. Das ist alles gesetzlich abgeklärt. Das schadet es auch nicht sofort, aber von irgendwas müssen wir ja sterben, so ungefähr.
Ich mache ein bisschen provokativ, damit das auch bei Ihnen bleibt. Es gibt eben viel, was wir bereden und wenig, was wir tun. Das ist leider die Wirklichkeit im Moment. Und Sie können es ändern, weil Sie letztlich die Verpackung bestellen oder liefern oder designen.
So wie ich es zumindest verstanden habe. Und ich möchte Sie motivieren für dieses Konzept. Das Credit to Credit Konzept ist ein Konzept, um von neutraler Stelle sich seine Verpackung und seine Verpackungskonzepte, also vom Anbau auf dem Acker zum Lebensmittel produzieren, dann abpacken, dann Logistikkette und dann verwenden und dann zurück wieder zur Verpackung. Wie man diese Kreisläufe – die unterscheidet man in biologische und technische Kreisläufe.
Wenn wir jetzt ein Biomaterial haben, dann kann es sinnvoll sein, dass man einen Baum anpflanzt, Papier draus macht, einen Schokoriegel in Papier verpackt und dann das Ganze auf den Kompost wieder der Natur zufügt, den Kompost wieder nimmt zum Düngen von Bäumen, wieder Bäume züchtet und so weiter. Dann ist das ein biologischer Kreislauf. Das geht nicht mit allen Materialien, zum Beispiel nicht mit Glas. Dann nehmen wir einen technischen Kreislauf und dann nehmen wir das Glas, nehmen Sand, machen Glas draus, machen eine Flasche draus, befüllen die, trinken das Bier, entsorgen die Flasche im Glascontainer und machen daraus neues Glas.
Das geht. Das ist dann der technische Kreislauf. Das ist dann kein biologischer Kreislauf. Und beide müssen wir immer durchdenken.
Was ist für mich der richtige? Im Moment wird sehr stark auf den Biologischen geschielt. Ich glaube nicht, dass das zukunftsfähig ist. Übrigens, ein Kompostvorgang verursacht fast genauso viel CO₂ wie das Verbrennen.
Und da ist die Frage, wenn wir sowieso 95 % unseres Öls verbrennen, ob wir nicht das 1 %-Verpackung auch lieber verbrennen und ein bisschen weniger Auto fahren und fliegen oder ökonomischere Antriebe schaffen und mit diesem 1 % vielleicht die Bude heizen. Sprich, eine Müllverbrennung machen, Fernwärme, kontrolliert verbrennen. Ich bin nicht der Meinung, in Kamin stecken. Nicht, dass Sie mich falsch verstehen.
Aber das kann durchaus doch eine richtige Lösung sein. Vor allen Dingen, wir denken ja nicht nur an Deutschland, sondern wir denken an die ganze Welt. Werden wir in China in den nächsten 30 Jahren ein Entsorgungssystem aufbauen können? Ich sage Nein.
Verbrennungsenergie für Verpackungsabfälle nutzen
Bei 1,45 Milliarden Menschen schaffen wir das nicht. Wir werden einen Großteil schaffen, aber nicht 100 %. Und was machen wir mit den überbleibenden 30 %? Vielleicht machen wir dann einen technischen Kreislauf und vielleicht machen wir aber auch eine Müllverbrennung.
Weiterhin. Solange wir noch coole Kraftwerke bauen, können wir vielleicht auch die Verpackung verbrennen. Ich bin kein Fan von Müllverbrennung insgesamt, aber wir müssen die Verhältnismäßigkeiten immer wieder bedenken. Und diese Entscheidung müssen Sie alle treffen.
Das können Sie ja gar nicht. Deswegen kommen nachher meine vier Faustformeln. Das ist das, was die EU plant. Sie sollen demnächst eine Kennzeichnung kriegen auf den Verpackungen, wie nachhaltig das Material ist.
Das ist in Planung. Das wird jetzt kommen. Dann geht es uns schon mal besser. Dann können wir uns an was anlehnen.
Und ich sage Ihnen noch was. Kunststoff ist der best geregelte Werkstoff für Verpackungsmaterial. Da gibt es die meisten Vorgaben. Das ist der best kontrollierteste Werkstoff.
Papier würde sich freuen, wenn es solche Vorgaben hätte. Die Vorgaben von Papier sind aus den 1950er Jahren und die müssen überarbeitet werden. Und werden sie übrigens auch. Und sobald das Papier mit Kunststoff beschichtet wird, dann haben wir ja sowieso die Kunststoffrichtlinie, die dann wieder zieht.
Aber das nur am Rande. Hier noch mal ein paar Fakten. Wie sieht es denn aus mit dem Recycling? Also wir sind hier irgendwie im besten Fall so bei 45 %, 46 %.
Hier sehen Sie auch die Länder. Ich wohne in Spanien im Moment. Da sind wir genauso gut, sogar ein bisschen besser, wie in Deutschland. So das glaubt man nämlich auch gar nicht.
Deutschland als Recycling-Weltmeister kritisiert
Wir werden uns immer in der Presse gesagt, wir sind Recycling-Weltmeister. Blödsinn. Das ist Quatsch. Wir können das überhaupt nicht gut.
Wir haben noch nicht mal die Hälfte. Sie haben es gesagt. Nicht mal die Hälfte. Wir müssen da viel, viel besser werden.
Und die Werte steigen auch. Habe ich Ihnen in der Grafik auch nochmal mitgebracht. Sie können das später dann auch alles als PDF natürlich kriegen. Das sind die Ziele, die wir haben wollen.
Und hier sehen Sie verschiedene Länder mal aufgezeichnet, wie das aussieht. Recycling und thermische Verwertung. Da ist die Verbrennung mit dabei. Und wenn wir nur mechanisches Recycling angucken, das ist der helle Balken.
Da sehen Sie, was da noch zu tun ist. Also wir müssen was tun. Wir müssen das Recycling auch verbessern. So das machen wir jetzt mal sofort, weil mechanische Recycling-Kapazität ist in Europa flächendeckend vorhanden.
Also Recycling verbessern. Das ist meine Botschaft. Müssen wir machen für Ihr Gesetz. Es gibt auch einen Sinn dafür, aber nicht unbedingt wieder eine Lebensmittelverpackung von einem Rezyklat machen.
Sondern vielleicht lieber was anderes. Es gibt tolle neue Verfahren. Das soll dieses Chart zeigen. Ich gehe da ganz schnell drüber weg.
Das würde jetzt zu weit führen. Es gibt ein chemisches Recycling. Es gibt mechanisches Recycling. Es gibt ein Lösemittelverfahren.
Innovative Lösemittelverfahren für Polymere
Hier ist zum Beispiel das Lösemittelverfahren. Da werden zwei verschiedene Polymere einfach durch ein Lösemittel voneinander getrennt. Dann kann man das Polyethylen und diesem Fall Polyamid als Frischware quasi wieder verwenden, wenn man weiß, wo es herkommt und es nicht kontaminiert ist. All das wird gerade aufgebaut.
Wird auch in Deutschland entwickelt. Es ist gerade eine neue Investitionsrunde gegangen. Aber das sind homöopathische Mengen. Die können jetzt 10.000 Jahrestonnen machen.
Ja, das verbraucht einen Schlachter in einem Jahr an Kunststoff. Einer. Es ist nicht viel. Also, aber es kommt.
So, und dann gibt es noch das chemische Recycling. Das ist das, was BASF aufbaut. Der hat keine Pipeline mehr nach Sibirien, kriegt kein Gas mehr. Der Kumpel vom BASF, also die BASF selber, sondern die müssen jetzt anders die Rohstoffe kriegen.
Und was machen die? Die möchten gerne die Kunststoffe haben. Denn da sind die Kohlenstoffe und Wasserstoffe und Stickstoffe drin. Diese brauchen sie für Dünger, für Kunststoffe usw.
Und machen jetzt wieder ein chemisches Recycling, um daraus die Bausteine, Kohlenstoffe, Wasserstoffe, Stickstoffe rauszuholen, um neue Kunststoffe daraus zu machen. Und die können wir auch wieder für Lebensmittel nehmen. Nur, was ist da wieder der Haken? Energieintensiv.
Wo kommt Energie her? Erneuerbare. Was haben wir nicht? Erneuerbare Energien.
Da müssen wir einfach besser werden. Werden wir ja auch. Wir sind ja alle dabei. Und jetzt kommt das.
Mehrschichtfolien mit Aluminium analysieren
Das ist ein Mikrotomschnitt durch eine Mehrschichtfolie mit Aluminium. Hier ist normal Aluminiumfolie. Hier außen drauf ist eine Polyesterfolie. Dann kommt eine Druckfarbe, ein Klebstoff.
Das können Sie ganz gut erkennen. Hier kommt noch mal ein Klebstoff. Dann kommt wieder eine Dreischichtfolie, die auch noch mal irgendwas macht. Und hier haben Sie eine Siegelschicht.
Müssen wir jetzt mal glauben. Solche Schnitte machen wir uns im Labor. Habe ich mir ein Bild ausgesucht. Und jetzt kommt es darauf an, aus diesem Verbundmaterial – Polyester, Aluminium, Polyamid, Polyethylen – ein Monomaterial zu machen.
Geht das? Was meinen Sie? Wer sagt, dass das geht? Handzeichen.
Wer sagt, dass das geht? Daraus aus dieser Konstruktion ein Monomaterial machen. Es geht. Das geht.
Das geht. Wird das billiger? Nein. Wird das komplizierter?
Ja. Lässt sich das besser siegeln? Nein. Wir müssen zum Beispiel Strukturen wählen.
Biaxial orientiertes Polypropylen mit einer Siliziumoxyd-Bedampfung beispielsweise als Barrierschicht. Dann einen neuartigen Klebstoff, der das Kaschieren nicht stört. Wir müssen auch eine Druckfarbe nehmen, die das Regenerieren nicht stört. Wir müssen eine Siegelschicht nehmen, die bei auf Ihren Anlagen noch läuft.
Aluminium-freie Mehrschichtfolie-Alternativen entwickeln
Und das Ganze, wenn man das dann beschreddert, das muss dann auch recycelfähig sein. Und das muss das gleiche Shelflife kriegen, wie das Material, was wir hier haben. Hier haben Sie zum Beispiel, wenn Sie jetzt so bei der Bundeswehr mal waren, das ist ja gerade ein aktuelles Thema, so ein EPA hält 10 Jahre das Lebensmittel da drin. 10 Jahre in Folienverpackung.
So ein Aufbau. Das kriegen Sie auch ohne Aluminium hin. Mit OPP, Siliziumoxyd, Polypropylen-Siegelschicht beispielsweise. Nur, das läuft 30 Prozent langsamer auf Ihre Anlage.
Das Material ist 20 Prozent teurer. Und dann muss es ja auch noch recycelt werden. Die Frage ist, ob das für so ein EPA im Krieg sinnvoll ist, dass man das recycelfähig macht. Also sehen Sie, wie schwierig das ist.
Und da möchte ich Sie einfach dafür sensibilisieren. Also ich gehe noch ganz kurz ein auf das Thema Bioökonomie, weil das für viele vielleicht von Ihnen auch noch ein bisschen neu ist. Da geht es eigentlich darum, dass man immer wieder mit der Natur, mit Hilfe der Natur, seine Werkstoffe wieder aufbereitet, sage ich mal. Also nach dem Verwenden von unserem Verpackungsmaterial, ich bleibe bei dem Beispiel, gerne auch mit Lebensmittel drin.
Sie haben eine Fehlcharge. Da ist jetzt irgendein Pilz drin. Sie müssen die Charge entsorgen. Das wäre doch schön, wenn Sie diese ganze Charge jetzt einfach auf den Kompost schmeißen könnten und daraus würde jetzt neues Getreide wachsen.
So ist die Idee von der Bioökonomie. Aber auch da werden wir immer wieder Verluste haben. Das heißt, wir müssen immer wieder neues Material in diesen Kreislauf einspeisen. Aber die Idee ist doch faszinierend.
Und das gaukelt uns leider die Papierindustrie im Moment noch vor, dass sie das täten. Das stimmt nicht. Es wird kein Papier kompostiert in dem großen Maßstabe, weil das auch problematisch ist, weil das, was überbleibt nach dem Kompostieren, nicht geeignet ist, um davon wieder neue Lebensmittel zu züchten auf dem Acker. Weil da so viel drin bleibt in dem Papier, Stichwort Druckfarbe, Leim, Bindemittel und so weiter, dass die Komposte belastet sind.
Das heißt, wir müssen auch, wenn wir die Bioökonomie anstreben, wenn wir kompostieren wollen beispielsweise, müssen wir dafür sorgen, dass unsere Verbindungsmaterialien sauber sind. Das heißt, wir brauchen neue Druckfarben, am besten gar nicht bedruckt. Und wir müssen das so bauen, dass das alles mit in diese Bioökonomie passt. Und die gute Nachricht ist, das geht technisch.
Nachhaltige Rohstoffe wie Stroh verwenden
Das geht heute schon. Das ist nur noch zu teuer. Aber es ist eine faszinierende Idee. Hier sind so ein paar Rohstoffe, die wir dafür nehmen können.
Wir machen einfach mal eine Liste. Also wir können Stroh nehmen, wir können Bambus nehmen. Je nach Region können wir auch Agrarfasern, Dicksaft nehmen. All das können wir nehmen, um Plastik zu machen.
Bioplastik sozusagen, so wie Biopapier, um eben unsere Lebensmittel vernünftig zu schützen. Denn nur das ist nachhaltig und sozial, wenn wir unsere Lebensmittel gut schützen. Und da spielt eben Papier eine dominante Rolle. Und jetzt setze ich eine andere Kappe auf.
Jetzt komme ich von der Papierindustrie. Da, wo es geht, nehmen Sie es bitte. Nehmen Sie Papier. Es ist im Moment das Beste, wenn Sie an Bioökonomie denken, wenn Sie Verpackungsmaterial einsetzen wollen, ist Papier das Beste für die Bioökonomie.
Im Moment. Warum? Weil es 100% aus nachwachsendem Rohstoff entsteht. Man muss zwar bedenken, dass 50% vom Baum entsorgt werden.
Wissen Sie übrigens, Fangfrage, wissen Sie, warum das Papierrecycling so gut funktioniert? Warum funktioniert das? 90% wird uns gesagt, über 90% wird recycelt und wird wieder neues Papier. Es wird zwar aus einer Papierschokoladenverpackung nie wieder eine Papierschokoladenverpackung, aber es wird daraus vielleicht ein Karton für Amazon.
Und dann vielleicht nochmal ein Karton für Amazon. Es gibt so eine Kaskade, es wird immer so ein bisschen downgecycelt. Aber warum funktioniert das? Es ist billiger, die Papierfaser aus dem Recyclingpapier zu holen als aus dem Baum.
Und deswegen funktioniert das Papierrecycling. Das heißt, die Papierindustrie hat sich schon vor vielen, vielen Jahren neuere Rohstoffquellen gesichert. Das, was BASF jetzt macht, mit dem chemischen Recycling, weil sie keinen Gas mehr für die Kohlenstoffketten nehmen, nehmen sie jetzt die Kunststoffe, um Kohlenstoffketten zu kriegen. Das hat die Papierindustrie schon vor Jahren eingeführt, flächendeckend, das Papierrecycling.
Papierkreislauf und Rücknahmesysteme etablieren
Das heißt, wenn das Papier einmal verkauft wurde, dann nehmen die es kostenlos wieder von uns zurück und kriegen kostenlos den Rohstoff, holen die Faser wieder raus und machen neues Papier. Wie genial ist das denn? Und dann wird ein Schuh draus, wenn es ein Businessmodell gibt. Und dafür möchte ich Sie motivieren.
Und das funktioniert beim Papier. Das heißt, Sofortmaßnahme, Papier, wo es geht. Jetzt wundern Sie sich, jetzt hat der ganze Zeit von Plastikgeräten gesagt, Papier, wo es geht. Aber es ist gut, da, wo es geht.
Die großen Agenturen haben ausgerechnet: 5 bis 10 Prozent der Plastikverpackungen werden in Papier umgestellt. Mehr nicht. Die Papierindustrie sagt, das schaffen wir nicht. So viel Kapazität haben wir nicht.
So, wir müssen trotzdem den Weg gehen. Die Kapazitäten kommen dann schon. Und sonst muss Habeck dann mal anrufen. Wer macht das dann?
Vorteile habe ich Ihnen ja nochmal aufgeschrieben. Ich muss ein bisschen Gas geben, damit ich in der Zeit bleibe. Vorteile sind Wasseraufnahme. Das ist ein Vorteil von Papier.
Das kann kein Kunststoff, außer PLA. Durchlässigkeit, super. Da, wo Sie atmungsaktive Verpackung brauchen, Papier. Nachwachsend ist super, haben wir gesagt.
Bedruckbar, recyclingfähig, biologisch abbaubar. Und das Ganze ist etabliert. Wir haben einen funktionierenden Recycling-Kreislauf. Weltweit fast.
Papier ist klasse, was das angeht. Nachteile: hoher Wasserverbrauch. Jede Papierfabrik ist da, wo es viel Wasser gibt. Klar.
Energieverbrauch bei Papierherstellung reduzieren
Wahnsinniger Energieverbrauch. 95 Prozent Masse wird aufgebracht. 5 Prozent bleibt nachher nur Papier über. Das heißt, Sie müssen 95 Prozent abdampfen.
Brauchen Sie wahnsinnige Energie. Die haben alle eigene Heizkraftwerke. Verbrennen selber Tonnen an Kohle, um Papier zu machen. Aus der Kohle könnten wir auch direkt Plastik machen.
Hätten wir auch was gefunden. Trotzdem: Feuchtigkeitsempfindlichkeit ist schlecht. In vielen Fällen, da wo Verpackungen nass werden können, oder feuchte Lebensmittel, begrenzte Haltbarkeit.
Des Papiers auch. Nicht nur des Lebensmittels, aber auch schlechte Barriere. Sensorik. Papier schmeckt nach Papier.
Papier riecht nach Papier. Und was ist verboten? Dass das Lebensmittel nachher nach Verpackung schmeckt oder riecht. Deswegen müssen Sie gucken, dass Sie da kein Problem kriegen.
Deswegen machen wir auch Barriere-Lacke drauf. Auf die Innenseite. Damit da nichts anbrennt. Und Papier ist teuer.
Papier ist teuer. Papier ist schwer. Im Vergleich zu Kunststoff. Aber da wo es passt, nehmen Sie es.
Das ist mein Rat. Es gibt wahnsinnig viele Entwicklungen in dem Bereich. Wir werden im Sommer über Barrierefolien sprechen in Würzburg mit dem Süddeutschen Kunststoffzentrum zusammen. Hälfte der Vorträge sind zu Papier und Papierbeschichtung.
Zukunft von Papierverpackungen begrenzt
Weil da richtig die Post abgeht. Wir wollen Papier. Diese Vorteile, die manchmal auch hier auf der Nachteilseite stehen, können austreiben. Da passiert viel.
Also, ich glaube, wir werden sehr viel mehr Papierverpackung sehen. Aber nicht mehr als fünf bis zehn Prozent. Und wenn Sie schon jetzt wissen, Sie haben ein kritisches Füllgut. Was hohe Sauerstoffbarriere braucht, was feucht ist.
Lassen Sie es sein mit dem Papier. Machen Sie lieber einen Biokunststoff. Oder machen Sie Monomaterial, da haben Sie mehr gewonnen. Vor allen Dingen, Sie müssen ja auch in Ihre Kosten denken.
Wenn Sie natürlich sagen, so wie Frosta das gesagt hat. Wir wissen, dass es nur bei Papier eine gute Entsorgungskette gibt in Europa. Denn nehmen Sie Papier. Der macht jetzt seine Tiefkühlbeutel ja aus Papier, weil es da eben auch eine gute Entsorgungskette gibt.
Es ist aber teurer. Und die Konsumenten finden es so lala. Die finden es nicht alle so toll. Weil es wird weich, wenn da was auftaut und so.
Manchmal sieht es auch nicht so schön aus. Also, naja. So, nachhaltige Verpackungslösungen entstehen, wenn wir… Erstens, jetzt kommen die vier Faustformeln für Sie.
Die müssen Sie auswendig lernen. Abfragen machen wir nachher beim nächsten Kurs. Recycling. Tun Sie alles, dass die Verpackungen, die Sie einsetzen, gut sind für das Recycling, was es im Moment schon gibt.
Und das ist das mechanische Recycling. Und deswegen empfehle ich Ihnen Monomaterial. Weil Monomaterial lässt sich in allen Recyclingverfahren, die wir haben, immer besser recyceln. Also, ein reiner Polypropylenverbund, ein reiner Polyethylenverbund.
100-Prozent recyclingfähige Barrierefolien ermöglichen
Es gibt technisch heute alle Lösungen, auch um hohe Barrieren zu erzielen und trotzdem 100 % recyclingfähig zu sein. Egal, ob Sie es verbrennen, chemisch recyceln oder mechanisch – Monomaterial ist immer besser. Und das kriegen Sie oft auch kostenneutral hin. Was Sie ausprobieren müssen, sind die Maschinenlauf-Eigenschaften.
Aber da haben wir ja GEA, die helfen uns. Die machen die Maschinen so, dass sie genauso schnell laufen mit den Monomaterialien wie mit den Verbundmaterialien. Das kriegen wir schon hin. Aber das ist auch länderspezifisch.
Sie haben die Karte gesehen. Nicht in jedem Land gibt es mechanisches Recycling. Aber in jedem Land gibt es Papierrecycling. Also deswegen: Recycling, wo es geht.
Monomaterial ist also das Zweite, was ich Ihnen mitgeben möchte. Nutzen, wo es geht, egal welches. Ob das Polyethylen ist, Polypropylen oder Polyester. Polyester sind die Flaschen, meistens für Flaschen.
Tiefziehschalen sind auch aus Polyester. Warum machen Sie nicht oben eine Polyesterfolie drauf und keine Polyethylen-Polyester-Folie kombiniert, sondern nur eine Polyesterfolie? Gibt es alles. Dann haben Sie eine reine Polyesterschale mit Polyester-Deckelfolie.
Das fühlt sich anders an für den Konsumenten. Sie müssen einen Markttest machen, nehmen die Konsumenten das an. Vielleicht finden Sie das sogar cool, wenn das oben so richtig knisterig und dünn ist. Darf natürlich nicht einreißen.
Die Verpackung muss höflich bleiben. Aber das geht. Mit Monomaterial geht das. Das ist fertig.
Können wir heute umsetzen. Aber das ist Fleißarbeit. Das sind viele, viele Stunden, viele Maschinenversuche. Und erst mal ist das nervig.
Monomaterialien und PLA-Verpackungen einsetzen
Aber unsere ganze Umstellung ist nervig, nachhaltiger zu leben. Es ist nun mal so. Dann hatte ich Ihnen gesagt, Papier. Und wenn Papier nicht gehen, gucken Sie mal rein bei den Biopolymeren.
PLA. Wenn Sie frische Brötchen abpacken wollen, nehmen Sie PLA. Das nimmt auch Feuchtigkeit auf. Die Brötchen werden nicht matschig.
Sie können auch eine Brötchentüte aus PLA machen. Monomaterial. Nicht Papier. Polyethylen, wie wir es jetzt haben bei Lidl, Aldi und Konsorten, sondern 100 Prozent PLA.
100 Prozent recyclefähig und Biomaterial. Wie geil ist das denn? Und Sie brauchen es noch nie mal perforieren. Und Sie hätten es rundherum durchsichtig.
Aber das Problem ist, der Konsument möchte gerne das Papier-Feeling haben. Und deswegen dem Lidl, Aldi heute noch Papier-PE-Kombination. Aber müssen wir immer auf uns dummen Konsumenten hören? Können wir den Konsumenten nicht mal sagen, nimm das einfach?
Das iPhone wollte auch keiner haben, als es das noch nicht gab. Und jetzt haben wir alle Smartphones. Jetzt kauft keiner mehr eins mit Tasten. Nur kaum noch.
Ja, jetzt die Retro-Freaks. So. Und das ist das Allerwichtigste. Und das habe ich noch mal im schönen Bild hinterlegt.
Das Wichtigste ist natürlich, Sie müssen den Produktschutz eher durch die Umstellung verbessern. Sie dürfen niemals Abstriche machen beim Produktschutz. Eine Woche Haltbarkeitsverlängerung, Sie wissen es besser als ich, hat schon mehr positive Auswirkungen als die Verpackung insgesamt an Umweltschaden macht. Also versuchen Sie lieber durch schlaue neue Monomaterial-Lösungen die Haltbarkeit der verpackten Lebensmittel zu verlängern und nehmen Sie die Mehrkosten und die vielen Maschinenversuche in Kauf, als dass Sie sagen, ich gehe jetzt auf Papier und habe jetzt statt vier Wochen nur noch zwei Wochen Haltbarkeit.
Vier Kernpunkte nachhaltiger Verpackung
Das darf nicht sein. Deswegen, das steht überall. Also was waren die vier Dinge? Wissen Sie es noch?
Überlegen Sie mal bei sich. Ich sage es Ihnen noch nicht nochmal. Ich will es auch nicht von Ihnen wissen. Ich komme zum Ende.
Das war mein sportlich vorgetragener Vortrag hier. Wenn Sie mit mir vernetzt sein wollen, können Sie hier auch nochmal einen QR-Code scannen. Dann sind Sie bei LinkedIn dabei, auf meinem Profil können Sie sich mit mir vernetzen. Wenn Sie noch Fragen haben, ich biete das gerne an.
Wenn Sie Entwicklungen machen in dem Bereich Monomaterialien, sprechen Sie mit uns. Wir machen das jeden Tag bei uns in Oldenburg im Labor. Prüfen wir diese Verpackung. Es ist immer billiger, erst was im Labor zu versuchen.
Zum Beispiel Muster, die Sie hier fahren, auf Dichtheit prüfen bei uns, Rotom-Schnitte machen, mit denen als Moderator zwischen Lieferant und Ihnen vielleicht sprechen. Das sind unsere Aufgaben, die wir machen. Das war mein Werbeblock. Es hat mir wahnsinnig Spaß gemacht.
Ich hoffe, es war etwas für Sie dabei. Denken Sie an diese vier Faustformeln für Ihre tägliche Arbeit. Danke schön. Na, hat es Spaß gemacht.
Ich hoffe, ich konnte Sie ein bisschen überraschen und auch ein bisschen begeistern für das Thema Nachhaltigkeit mal in dieser kleinen 360-Grad-Betrachtung. Und geben Sie mir gerne Feedback, so wie ich es auch im Intro schon angedeutet habe, ks@innoform.eu oder mit Teams, Voicemail oder natürlich WhatsApp, +49 160 88 48 917. Da baue ich vielleicht meinen anderen Podcast ein. Ich freue mich drauf.

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