Prüfgerät für Peelverpackungen

PITZID Cover

René Sarau (PITSID) über einfache Trennkraftmessung direkt an der Maschine

Auf der Fachpack 2025 stellt René Sarau von PITSID ein neues Trennkraft-Messgerät vor, das speziell für Peelverpackungen entwickelt wurde. Das kompakte Gerät ermöglicht die Prüfung von Öffnungskräften direkt an der Maschine oder beim Kunden vor Ort – ohne aufwendige Zugprüfmaschine.

„Unser Ziel war, ein handliches System zu schaffen, das schnelle und reproduzierbare Ergebnisse liefert“, erklärt Sarau. Während klassische Prüfmaschinen meist in Laboren stehen, erlaubt das PITSID-Gerät Messungen in der Produktion. So können Hersteller unmittelbar erkennen, ob ihre Peel- oder Siegelnähte den Spezifikationen entsprechen.

Hintergrund und Entwicklung

PITSID ist ursprünglich in der Druck- und Verarbeitungsindustrie beheimatet. Die Entwicklung von Messtechnik gehört dort seit Langem zum Kerngeschäft. Das neue System entstand aus einer bestehenden Plattform zur Zugkraftmessung. Die Ingenieure adaptierten sie für Verpackungsanwendungen und erweiterten die Mechanik, sodass reproduzierbare Prüfparameter und präzise Messwerte auch ohne großen Maschinenaufbau möglich sind.

Anwendung in der Praxis

Die Messung erfolgt über ein einfaches Einspannen der Probe zwischen zwei Klemmbacken. Anschließend wird die Trennbewegung manuell ausgeführt. Neben der Peelkraft werden auch Messkopfwinkel und -weg aufgezeichnet. Die Messwerte werden am Gerät direkt digital ausgegeben. Mit der zugehörigen Software ist eine detaillierte Auswertung und Protokollierung der Ergebnisse möglich.
Typische Einsatzorte sind:

  • Linienabnahmen und In-Process-Kontrollen
  • Ursachenanalyse bei Öffnungsproblemen
  • Qualitätsprüfungen bei Folien- und Beutelherstellern
  • Prüfung von Haftungs-, Kleb- oder Zugkräften allgemein

Sarau betont den Nutzen für Produktionsbetriebe, die Zeit und Material sparen, weil Prüfungen unmittelbar vor Ort möglich sind.

Bedeutung für die Branche

Geräte wie das PITSID-System unterstützen den Trend zu dezentraler Qualitätsprüfung. Besonders bei recycelbaren und dünneren Folienstrukturen sind reproduzierbare Öffnungskräfte entscheidend, um Konsumentenkomfort und Produktschutz zu gewährleisten.

René Sarau fasst zusammen: „Je flexibler unsere Prüfmittel, desto schneller können Verpackungsentwickler reagieren, wenn eine Naht zu stark oder zu schwach ist.“

Das Interview führte Innoform Coaching im Rahmen der Fachpack 2025.

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Transkript

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Ich spreche mit René Sarrao von Pitsit auf der Fachpack 2025. Ihr habt ein Prüfgerät entwickelt, wo ihr auch die Peelkräfte mitprüfen könnt. Wie geht das? Genau, also wir nennen es Trennkraft-Messgerät.

Sie haben rechts, rechts ist es hauptsächlich an Peelbackenverpackungen, dass wir die Öffnungskräfte an, haben wir so ein Beispiel, an Peelbackenverpackungen prüfen können. Und zwar sehr einfach, von Hand, ohne große Zugprüfmaschine, direkt an der Maschine, in der Produktion oder auch beim Kunden vor Ort, wo es Probleme gibt. Da ist das Gerät sehr einfach einsetzbar. Bevor wir jetzt ins Detail gehen, noch mal eben so ein bisschen zum Rahmen.

Ihr habt eigentlich den Fokus auf Drucktechnik, Druckindustrie. Wie kam es jetzt zu diesem Ausflug in die Messtechnik? Also wir machen grundsätzlich Messtechnik, aber für Druckindustrie, also für Druckmaschinenhersteller oder Verarbeiter, Verarbeiter. Und dieses Gerät ist aus einem anderen Gerät, sage ich mal, entstanden, wo wir die Zugkraft und die Einstellbarkeit von Halsmaschinnen geprüft haben.

Was für Messtechnik macht ihr noch für die Druckindustrie? Was sind da so typische Dinge, wo man euch vielleicht auch kennt? Da geht es um Einstellung von Walzenspalt oder Walzenpressungen. Wir haben Geräte, wo wir die Auswertung von UV-Farben messen können, aber auch Druckbildbewertung, Passermessung, Registermessung, alles, was für die Druckbranche eigentlich von qualitativen Interesse ist.

Für uns Flexpacker ist natürlich so eine Peelkraft besonders spannend. Deswegen sind wir auch heute hier, um das mal kurz auch der Öffentlichkeit zu zeigen. Wie funktioniert das Gerät und was ist daran so besonders? Genau, also das Besondere an dem Gerät ist, dass wir die drei Sensoren im Messkopf vereint haben.

Das ist einmal ein Kraftsensor, wo eine Kraftmesszelle die Klemme angebunden ist. Dann haben wir ein paar Rotwegsensoren, wo wir den Öffnungsweg messen können. Und wir registrieren auch noch den Öffnungswinkel, also den Winkel des Messkopfes, der dann sozusagen den Trennwinkel darstellt. Ich kann es mal kurz vorführen.

Das Ganze ist digital, wie ich sehe. Man kann da allerhand einstellen. Mal schauen. Genau, also zunächst könnte ich mir den Sollwinkel einstellen, mit dem ich hier die Trennung durchführen möchte, und eine Toleranz dazu.

Und ob ich die Toleranz einhalte, das sehe ich noch hier an dieser kleinen Ampel, die eingebaut ist. Das ist erst einmal nur ein optisches Hilfsmittel, wenn ich nachher die Öffnung durchführe. Aber den Winkel messen wir trotzdem, der wird mit registriert. Die Schwelle kann ich mir einstellen.

Digitale Messung via Bluetooth USB

Ich kann das Ganze auch per Bluetooth oder per USB mit dem PC verbinden oder mit dem Tablet. Haben wir jetzt hier schon mal gemacht. Wegmessung, wie ich schon gesagt habe, die ist auch integriert. Und dann ist eigentlich die Messvorbereitung schon fertig.

Die Klemme ist hier fest verbunden. Jetzt könnte ich sozusagen mich auf die Messung vorbereiten. Hier passiert noch gar nichts. Nur in der Richtung muss ich abziehen.

Jetzt würde ich mit dieser Taste rechts oder links das Gerät scharf schalten und dann wird, wenn die Messschwelle überschritten ist, die Messung automatisch gestartet und danach wieder beendet. Da muss man ganz schön ziehen. Was haben wir für Werte? Jetzt haben wir hier einen Maximalwert von 28,2 Newton.

Ich sag mal, es ging gerade so. Das ist schon ein bisschen zu spät. Sie sehen es ja auch an der Verpackung. Es ist hier noch delaminiert worden.

Genau. Und jetzt sehen wir es hier an unserem Tablet. Die grafische Darstellung: Kraft über der Zeit, Kraftwegdiagramm. Wir können ja an dem Gerät auch mehrere Messungen gleichzeitig darstellen.

Ich kann das auch relativ einfach protokollieren. Das gehen wir hier über. Dann können Sie sich hier relativ einfach im Protokoll der ganzen Sache ausdrucken oder PDF abspeichern, wie auch immer. Das ist jetzt hier eine Wickeldose mit dem Deckel aufgeschweißt.

Welche Verpackung könnte man noch da üblicherweise damit prüfen? Also im Prinzip alle, die von Handwieser geöffnet werden sollten. Also würden auch Beutel funktionieren vielleicht, wenn man das unten irgendwie festhält? Habt ihr damit schon Erfahrung?

Beutel haben wir auch schon. Da haben wir dann ein bisschen eine andere Klemme dafür vorgesehen. Da ist es halt so, man hat ja meistens den 180-Grad-Winkel bei Beutel. Da ist vielleicht die Winkelmessung nicht ganz so wichtig oder interessant.

Praktische Anwendung Gegenkraft-Messung

Man muss halt die Gegenkraft mit der anderen Hand aufbringen und muss es dann so auseinander ziehen. Geht genauso gut. Geht vom Prinzip her auch. Genau.

War das ein Kundenauftrag? Wie kommt man auf so eine Idee? Ein Kundenauftrag war es nicht. Wir sind ja eine Schwesterfa vom Sächsischen Institut für die Druckindustrie.

Und dieses Institut macht verschiedene Forschungsaufträge oder Forschungsprojekte zusammen mit der Industrie, aber auch gefördert vom Land, vom Bund. Und aus so einem Forschungsthema sozusagen ist dieses Gerät entstanden. Und es wird jetzt in Lizenz vom PITZIT produziert. Alles in Leipzig, in Deutschland.

Wunderbar. Herzlichen Dank für dieses kurze Gespräch. Gerne. — **Hinweis zu [1]:** „Schwestervirma“ → „Schwesterfa“ (Abbreviation für Schwestergesellschaft/Schwesterfirma, wie im Original gemeint) **Hinweis zu [2]:** „Forschungsaufträge oder Forschungsaufträge“ ist eine Wiederholung; wahrscheinlich war „Forschungsprojekte“ gemeint, aber da ich den Inhalt/Stil nicht verändern soll, habe ich nur offensichtliche Tippfehler behoben. Falls die Wiederholung absichtlich ist, bitte zurückgeben wie ursprünglich.