Lebensmittelrechtliche Verantwortung in der Lieferkette

Einblick in das Webseminar mit Heike Schwertke

Im Webseminar Lebensmittelrechtliche Verantwortung in der Lieferkette gab Heike Schwertke (Innoform Testservice) einen praxisnahen Überblick über Verantwortlichkeiten, rechtliche Grundlagen und typische Herausforderungen entlang der Lieferkette von Lebensmittelkontaktmaterialien.

Verantwortung beginnt beim Rohstoff – und endet beim Lebensmittel

Die Lieferkette umfasst zahlreiche Akteur:innen – von Stoffherstellern über Verpackungsproduzenten bis hin zu Abpacker:innen und Lebensmittelunternehmen.
Dabei gilt klar: Auf jeder Stufe müssen relevante Informationen weitergegeben werden, um die Sicherheit des Endprodukts sicherzustellen.

Rechtlicher Rahmen: Fundament der Konformität

Zentrale Grundlage ist die EU-Rahmenverordnung (EG) Nr. 1935/2004. Sie fordert, dass Materialien:

  • keine gesundheitsgefährdenden Stoffe abgeben
  • Lebensmittel nicht unzulässig verändern
  • keine sensorischen Beeinträchtigungen verursachen

Ergänzend spielen u. a. die GMP-Verordnung sowie materialspezifische Regelungen wie die Kunststoffverordnung eine zentrale Rolle.

Konformitätserklärung als zentrales Instrument

Ein Kernthema des Webseminars: die Konformitätserklärung.
Sie dient dem Informationsaustausch innerhalb der Lieferkette und ist Voraussetzung für die Bewertung der Materialeignung.

Wichtig dabei:

  • Jede Stufe erstellt eine eigene Konformitätserklärung
  • Inhalte müssen klar, verständlich und vollständig sein
  • Verwendungsbedingungen sind entscheidend für die Bewertung

Wer trägt die finale Verantwortung?

Ein zentraler Punkt aus dem Seminar:
Die Gesamtverantwortung liegt beim Lebensmittelunternehmen, da dieses nur sichere Lebensmittel in Verkehr bringen darf.

Während Verpackungshersteller die generelle Eignung bewerten, muss der Abpacker die konkrete Anwendung – inklusive Eintrag aus dem Produktionsprozess und Wechselwirkungen – beurteilen und absichern.

Typische Fallstricke in der Praxis

Aus Sicht der Referentin zeigen sich immer wieder ähnliche Schwachstellen:

  • unvollständige oder missverständliche Konformitätserklärungen
  • unzureichende Berücksichtigung von NIAS
  • fehlende Transparenz bei Lieferantendaten
  • erhöhte Anforderungen bei Importmaterialien

Fazit: Informationsqualität entscheidet

Die Lebensmittelsicherheit hängt maßgeblich davon ab, wie gut Informationen entlang der Lieferkette bereitgestellt und verstanden werden.

Klare Verantwortlichkeiten, vollständige Dokumentation und ein strukturierter Umgang mit Konformitätsdaten sind entscheidend, um Risiken zu vermeiden.

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