Intelligenter Wiederverschluss ohne Zusatzmaterial

Rovema

Rovema zeigt nachhaltige Smart-Reclosable-Pouch auf der Fachpack 2025

Auf der Fachpack 2025 präsentierte Rovema eine Innovation, die das Thema Wiederverschluss in flexiblen Verpackungen neu denkt. Dr. Anina Leipold und Steffen Bamberger zeigten im Gespräch mit Innoform Coaching eine Lösung, die den Trend zu materialeffizienten, recyclingfähigen Monomaterialien konsequent fortsetzt – die sogenannte Smart Reclosable Pouch.

Im Zentrum steht eine einfache, aber wirkungsvolle Idee: Der Beutel benötigt kein zusätzliches Zipper- oder Klebematerial. Stattdessen nutzt das System die bestehende Längsnaht der Verpackung als integralen Wiederverschluss. Durch gezielte Anpassung der Längsnaht lässt sich der Beutel nach dem ersten Öffnen wieder sicher verschließen. Damit entfällt der Einsatz separater Komponenten wie Klebestreifen oder Zusatzfolien, die bisher die Recyclingfähigkeit und Materialbilanz beeinträchtigten.

Steffen Bamberger beschreibt den Ansatz als „nachhaltige Lösung ohne Zusatzstoffe“, die vollständig auf den vorhandenen Maschinen umgesetzt werden kann.

Dr. Anina Leipold ergänzt, dass das Konzept sowohl für Papier- als auch Folienverpackungen geeignet ist. Besonders interessant sei die Kombination mit beschichteten Papieren, da diese häufig noch Herausforderungen beim Wiederverschluss bieten. Hier zeigt die Rovema-Technologie, dass auch papierbasierte Lösungen praxistauglich und ressourcenschonend gestaltet werden können.

Ein weiterer Vorteil liegt im Verbrauchererlebnis: Der Wiederverschluss funktioniert intuitiv, ohne Zusatzteile oder Hilfsmittel. Das steigert die Alltagstauglichkeit und reduziert gleichzeitig die Materialvielfalt.

Die Smart Reclosable Pouch steht damit exemplarisch für den Wandel der Verpackungsindustrie hin zu mehr Einfachheit, Funktionalität und Nachhaltigkeit. Sie zeigt, wie maschinenintegrierte Lösungen helfen, Recyclingfähigkeit und Produktschutz zu vereinen – ein zentrales Thema der aktuellen europäischen Verpackungsverordnung (PPWR).

Mit Entwicklungen wie dieser leistet Rovema einen Beitrag zur Diskussion um „Design for Recycling“ und zeigt, dass echte Innovation häufig dort entsteht, wo vermeintlich kleine technische Details konsequent neu gedacht werden.

Mehr Interviews und Fachbeiträge zu Innovationen im Bereich Flexpack finden Sie auf ⁠https://inno-talk.de/news/⁠

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Transkript

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Wir sind bei Rovema auf der Fachpack 2025. Spontane Aufnahme mit Annina und Steffen. Wir haben was ganz Tolles hier, was sie ausstellt. Papier und Folie sehe ich auf dem Tisch.

Steffen, du hast zwei Verpackungen in der Hand. Worum geht es dabei? Ja, das ist unsere innovative Smart Reclosable Pouch Packung. Wir bespielen hier das Thema Nachhaltigkeit und bieten hier eine sehr innovative Wiederverschlussmöglichkeit an.

Was bedeutet das nachhaltig? Ich kenne das mit Klebeband, mit Easy-Opening-Perforation. Meinst du so etwas? Ja, genau.

Aber das Tolle bei der Packung ist, dass wir das im Prinzip komplett ohne zusätzliche Medien machen. Wir brauchen hier kein ZIP-Material, wir brauchen keine Klebestreifen, aber trotzdem haben wir eine extrem gute Wiederverschlussmöglichkeit. Annina, kannst du es mal zeigen? Du hast jetzt einen Kunststoffbeutel gerade hier.

Erzähl mal. Wir benutzen das, was der Beutel schon hat, nämlich die Längsnaht. Das heißt, wir haben jetzt hier in die Längsnaht einen Schlitz reingelasert in der Maschine und letztendlich passiert nichts anderes. Ich kann das hier oben falten wie ein Briefumschlag, stecke das durch den Schlitz und danach ist mein Beutel zu.

Die besten Ideen sind ja die, die einfach erscheinen. Ist so etwas patentierfähig? Ja, das haben wir eingereicht zum Patent. Also patentierfähiges Produkt in Folie und Papier, Annina erzählt.

Was hat das mit dem Papier oder der Folie auf sich? Ist das gleich zu verarbeiten? Ist das die gleiche Maschine? Wie geht das?

Genau, das geht theoretisch mit der gleichen Maschine. Natürlich angepasst auf den Packstoff, was die Leistung oder die Energie, die der Laser eventuell benötigt, angeht. Aber ansonsten ist das mit beiden Varianten denkbar. Der Packstoff, das muss man sich anschauen, wie viel Energie benötigt der und dann ist das umsetzbar.

BVC 260 Maschine Funktionsweise erklärt

Mich hat sofort fasziniert. Kein weiteres zusätzliches Material im Prinzip. Steffen, an der Maschine, wie genau funktioniert das? Wir sind, glaube ich, jetzt am Ende der Maschine.

Ich bin kein Maschinenbauer. Du musst uns aufklären. Genau. Okay, das ist, was wir hier sehen, das ist unsere BVC 260.

Das Ganze fängt an mit der Packstoffrolle, dem Packstoffträger, eigentlich am Ende der Maschine. Das Produkt oder der Packstoff wird über verschiedene Umlenkrollen in die Maschine geführt bis zur Formschulter. Allerdings haben wir vorher jetzt noch diese Laser-Einheit hier implementiert. Diese Laser-Einheit macht diesen von Annina gerade gezeigten Laser-Cut, wo dann eben der Umschlag rein gemacht werden kann.

Das hier ist wahrscheinlich diese Einheit oder was sehen wir hier? Das ist die Laser-Einheit, ganz genau. Man sieht hier dann im Anschluss auch, dass dieser Cut hier schon in der Folie drin ist oder in dem Packstoff drin ist. Wir können auch gleichzeitig hier noch ein MHD aufdrucken und das über den gleichen Laserdrucker.

Also ihr habt einen Laserdrucker, mit dem ihr sowohl schneiden könnt, als auch ein MHD als Datum quasi aufdrucken. Exakt. Wie steuert man das, Anina? Wie geht das?

Das Material muss doch verbrennen oder was passiert beim Laser-Cut? Genau, man braucht die richtige Energie. Das muss man vorher schauen, welche Energie braucht man da. Das testet man und dann ist das entsprechend umsetzbar.

Logisch, für das MHD brauche ich eine andere Energie als für den Schlitz, aber der Laser schafft das umzuschalten entsprechend. Wie ist die Form? Ich habe gesehen, ihr habt das so leicht sichelförmig angeordnet. Was ist der Grund dafür?

Ja, um einfach hier auch die Stabilität bzw. so dieses ergonomische Einführen dieses Umschlags realisieren zu können. Könnt ihr mir vorstellen, wenn es geradeaus läuft, ist auch vielleicht eine Einreisgefahr. Ist das auch ein Grund, dass wir da sind?

Kunststoff-Orientierung Abfüllprozess Details

Genau, also speziell bei der Variante aus Kunststoff, wenn wir da auf der Außenschicht ein orientiertes Material haben, dann muss ich eben schauen. Es hat sich gezeigt, dass wenn ich das umleite hin zu der gesiegelten Kante zur Naht hin, dass ich das quasi damit stoppe, wenn das überhaupt passieren würde. Normalerweise habe ich gesehen, werden solche Beutel ja auch oft stehend abgefüllt. Hier ist die Naht aber so.

Das heißt, der wird nachher in dieser Form abgefüllt, richtig? Genau, also das ist die Laufform. Das sind jetzt hier die Siegelnähte, aber das ist die Laufform der Packung. Vorher ist schon alles drin, also ihr braucht eigentlich nur bedrucktes Material, macht mit dem Laser den Cut rein oder das Datum drauf und dann wird direkt inline auch befüllt.

Genau, die Füll-Einrichtung fehlt hier in dem Fall, aber hier haben wir jetzt üblicherweise je nach Anwendung eine Mehrkopfwaage drüber oder eine andere Dosiereinrichtung, eine Volumen-Dosierung. Das hängt dann von der jeweiligen Anwendung ab. Anina, wir haben auch über nachhaltig gesprochen beim Inno-Talk jetzt. Letzten Freitag warst du gerade live.

Papier und Folie war auch dein Thema. Sieht man da irgendwie einen Trend hin zu Papier? Ist es noch mehr Monomaterial oder wo geht gerade die Post ab? Ich sehe in letzter Zeit besonders viel eher Richtung Mono.

Ich denke beim Papier sind einfach Grenzen gesetzbezüglich des Packguts. Was kann da rein? Für was passt es? Ich vertrete da generell die Meinung, für das, wo Papier passt, kann man gerne das Papier verwenden.

Für Sachen, wo ich einfach ein gewisses Risiko habe, gehe ich dann vielleicht eher auf den Monopackstoff. Im Vorgespräch hast du was vom Technikum erzählt, Steffen. Was hat es damit auf sich? Das ist ein großer Vorteil, den wir unseren Kunden bieten können, weil das doch vielfach das Zusammenspiel ist zwischen dem Packstoff, dem Produkt und eben unserer Maschine.

Wir bieten unseren Kunden eine Plattform an, wo sie dann diese Tests machen können, aber wo wir dann auch direkt mit unserem Know-how, was wir im Unternehmen haben, direkt unterstützen können und das alles zusammenbringen können. Packstoff, Mensch, Maschine, Material mit Gelinggarantie sozusagen. Dankeschön für dieses kurze Interview. Vielen Dank, hat mich gefreut.

Herzlichen Dank. Danke euch beiden.