Europäische Verpackungsmessen im Wandel: Was die Teilnehmerzahlen der letzten 20 Jahre zeigen

Europäische Verpackungsmessen - VISUAL

Europäische Verpackungsmessen gelten seit Jahrzehnten als Seismograf für technologische, wirtschaftliche und regulatorische Entwicklungen der Branche. Ein Blick auf die Teilnehmerzahlen der wichtigsten europäischen Leitmessen zwischen 2004 und 2024 zeigt: Die Rolle von Messen verändert sich – aber ihre strategische Bedeutung bleibt hoch.

Von der Mega‑Show zur fokussierten Arbeitsmesse

In den frühen 2000er‑Jahren dominierten Großformate wie die drupa oder die interpack mit teils mehreren hunderttausend Besuchern. Besonders die drupa erreichte 2004 und 2008 noch knapp 400.000 Teilnehmende. Seitdem ist ein klarer Rückgang zu beobachten – 2024 lag die Besucherzahl bei rund 170.000.

Diese Entwicklung bedeutet jedoch keinen Bedeutungsverlust, sondern einen Strukturwandel:
Messen werden kleiner, internationaler und deutlich zielgerichteter.

„Messen sind heute weniger Marktplatz für Masse – sondern Entscheidungsplattformen für konkrete Investitionen, Materialien und Strategien.“

Stabile Nachfrage bei Arbeits- und Entscheidermessen

Im Gegensatz zu den klassischen Mega‑Events zeigen Arbeitsmessen wie die FACHPACK, ALL4PACK Paris, IPACK‑IMA oder HISPACK über zwei Jahrzehnte hinweg eine bemerkenswerte Stabilität. Die Besucherzahlen bewegen sich – pandemiebedingte Ausnahmen ausgenommen – in relativ konstanten Korridoren.

  • FACHPACK: rund 33.000–45.000 Besucher
  • ALL4PACK Paris: langfristig etwa 45.000–80.000 Besucher
  • IPACK‑IMA: stabil zwischen 60.000 und 75.000 Besuchern
  • HISPACK: klar regionaler, aber konstant relevant für Südeuropa

Gerade für Materialhersteller, Prüflabore, Entwickler und Verpackungsentscheider gewinnen diese Formate an Bedeutung – weil hier konkrete Projekte, regulatorische Anforderungen und Umsetzungsfragen im Fokus stehen.

Was Unternehmen daraus lernen können

Die Zahlen zeigen deutlich:

  • Reichweite allein ist kein Erfolgsindikator mehr
  • Entscheidend sind Relevanz, Zielgruppenpassung und Entscheidungskompetenz
  • Kleinere, spezialisierte Messen bieten oft höhere inhaltliche Tiefe und bessere Gesprächsqualität

Für Unternehmen entlang der Verpackungswertschöpfungskette – von Materialien über Maschinen bis hin zu Prüfung und Regulierung – lohnt sich daher ein differenzierter Blick auf das europäische Messeportfolio.

Fazit:
Europäische Verpackungsmessen sind nicht verschwunden – sie sind erwachsen geworden. Wer sie strategisch auswählt, nutzt sie weiterhin als eines der wirksamsten Instrumente für Marktbeobachtung, Netzwerkaufbau und Geschäftsanbahnung.