Wipak setzt auf Digimarc-Technologie für smarte Verpackungen
Auf der Fachpack 2025 erläutert Florian Constabel, Leiter des Innovation Centers „Wipak Next“, wie digitale Wasserzeichen den nächsten Entwicklungsschritt in der Verpackungsdigitalisierung markieren. Unter dem Dachkonzept Digital Choice treibt Wipak die Integration unsichtbarer Informationen direkt in Verpackungsgrafiken voran – in enger Partnerschaft mit dem US-Technologieanbieter Digimarc.
Constabel erklärt, dass Wipak bereits seit 2018 als offizieller Digimarc-Partner aktiv ist und heute zahlreiche Großkunden mit dieser Technologie unterstützt. Alle auf der Messe gezeigten Verpackungen enthalten bereits ein digitales Wasserzeichen. Diese kaum sichtbaren Codes sind in das Design integriert und können über spezielle Scanner oder Smartphones ausgelesen werden. Sie machen die Verpackung zu einem interaktiven Informationsträger und ermöglichen vielfältige Anwendungen entlang der Wertschöpfungskette.
Im Fokus stehen dabei drei Hauptnutzen:
- Recycling und Sortierung: Wasserzeichen unterstützen moderne Sortieranlagen bei der präzisen Materialerkennung – ein entscheidender Hebel für die Erfüllung der PPWR-Vorgaben.
- Transparenz und Rückverfolgbarkeit: Marken können Produktinformationen, Chargendaten oder Nachhaltigkeitskennzahlen digital hinterlegen.
- Kundenkommunikation: Verbraucher erhalten über die Verpackung direkten Zugang zu Hintergrundinformationen, Gebrauchsanweisungen oder Rücknahmesystemen.
Besonderes Augenmerk legt Wipak auf die Kombination von digitaler Innovation mit nachhaltigem Materialeinsatz. „Wir sehen die Zukunft der Verpackung nicht nur im Material, sondern auch in der intelligenten Informationsverknüpfung“, so Constabel. Die Technologie eröffne völlig neue Perspektiven – etwa bei der Vernetzung von Maschinen- und Verbrauchsdaten, bei interaktiven POS-Lösungen oder in der Kreislaufwirtschaft.
Mit Digital Choice will Wipak ein Ökosystem schaffen, das Design, Produktion, Logistik und Recycling verbindet. Digimarc-Wasserzeichen sind dabei der Schlüssel, um physische Verpackungen in digitale Kommunikationsplattformen zu verwandeln – unsichtbar, aber mit hohem Impact.
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Transkript
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WIPAC Fachpack 2025, Florian Konstabel ist bei mir, du kennst dich aus mit Digitalisierung und Verpackung habe ich heute gelernt und die habt ihr so ein Karussell aufgebaut Florian, bevor wir da reingehen, erzähl mir eben was ist deine Rolle bei WIPAC? Ja hallo Karsten, mein Name ist Florian Konstabel, ich arbeite bei der Firma WIPAC als Leiter des Innovation Center, WIPACnext nennt es sich das bei uns und parallel dazu betreue ich den Bereich der sich mit digitalen Wasserzeichen und der Digitalisierung befasst, bei uns zusammengefasst unter der Dachmarke Digital Choice. Hochspannend, wir haben eben von Michael schon gelernt, alle eure Verpackung, die ihr hier ausstellt, haben schon so ein digitales Wasserzeichen und ihr könnt quasi Daten auslegen. Das kann man hier sehen oder was gucken wir uns jetzt an?
Das ist korrekt, wir haben alle Verpackungen mit einem sogenannten digitalen Wasserzeichen ausgestattet, der Technologie Provider ist unser langjähriger Partner Digimark aus den USA, wir sind hier Pioniere in dem Bereich, seit 2018 als offizieller Partner und Technology Provider für diesen Service unterwegs, betreuen einige Großkunden mit diesen Konzepten und das digitale Wasserzeichen ist mehr oder weniger unsichtbar in das Produktfeld, in die Grafik eingearbeitet und hier stellen wir exemplarisch verschiedene Schnittpunkte, die für unsere Kunden relevant sind dar und zeigen, welche Mehrwerte wir daraus generieren können und wie wir den digitalen Zwilling wirklich zu einem Benefit für den Kunden machen können. Florian, wir sind hier an der ersten Lesestation angekommen, wir wollen jetzt mal den Zuschauern und Zuhörern zeigen, was eigentlich in diesem Digimark hintersteckt, was man da an Daten hinterlegen kann, was ist hier genau in der ersten Station, was zeigt ihr hier? Ja, in der ersten Station gehen wir so ein bisschen den Weg, den unser Material zum Kunden und dann zum Endkunden nachempfindet und zeigen hier als erstes natürlich den Check of Incoming Goods, also die Warennahme beim Kunden, hier haben wir die Zusammensetzung, die Folienstruktur, sämtliche Datenblätter, Konformitätserklärungen, alle in dem Produkt selber hinterlegt. Keine PDFs mehr notwendig, kein E-Mail-Verkehr, alles ist digital bereits im Druckbild so hinterlegt, dass wir eben den digitalen Zwilling hier in der ersten Schnittstelle schon nutzen können.
Kann man sich das so ein bisschen wie so einen Link vorstellen, der da im Druckbild versteckt ist, der dann irgendwo hin zeigt oder wie muss ich mir das technisch vorstellen? Korrekt, es ist eigentlich ein Identifikationsmerkmal, das auf eine Datenbank verlinkt ist, in der sämtliche relevanten Daten für diese Schnittstelle hinterlegt sind. Hochspannend, gucken wir mal bei der nächsten Station. Gerne.
An der nächsten Station begeben wir uns hier jetzt bereits auf die Anlage, auf die Maschine beim Kunden, der anfängt sein Material oder anfangen möchte seine Produkte abzupacken. Der erste Punkt ist, das Material wird gescannt, sobald es auf die Anlage kommt und wir haben eine andere Datenbank hinterlegt, die die Parametrisierung automatisch für die Maschine fährt. Welche Siegeltemperatur brauche ich, welches Produkt soll hinterlegt werden, was ist der Tiefzug und ist auch das richtige Produkt eingelegt? Ich habe schon bei Maschinenhersteller-Vorträgen gehört, dass die diese Daten sogar heute schon über eine Schnittstelle von den Maschinen in Datenbanken rübergeben können.
Sind das die gleichen Daten, die ihr jetzt theoretisch auslesen könntet? Wir benutzen offene Datenprotokolle, die eben in den verschiedenen Maschinen so gelesen und verarbeitet werden können. Das sind genau die Parameter, die relevant sind und die ziehen wir hier zu Rate. Wunderbar, nächste Station?
An der nächsten Station ein bekanntes Problem. Passt das Unterlagenetikett zur Oberfolie? Passt die Unterfolie zur Oberfolie? Immer noch eine sehr große Fehlerquelle und hier wird einfach der Abgleich gefahren mit zwei Scans.
Passt wirklich Variante A zu Variante B? Haben wir hier visualisiert, wie das auszusehen wird? Hier haben wir gerade ein Fail. Im besten Fall stoppt die Maschine an diesem Punkt.
Wir können nachjustieren oder anpassen und eben so Produktschutz betreiben, keinen Abfall produzieren und Qualitätssicherungsmerkmal einbauen. Für den Nichtfachmann würde man sagen: Wie doof sind die denn? Wer verwechselt denn eine Rolle? Kommt das in der Praxis vor?
Packaging Data Distribution und Sprachvarianten
Das kommt in der Praxis tatsächlich häufiger vor. Es gibt verschiedene Sprachkreise, es gibt egalisierte Verpackungen, die dann einfach per Label sich voneinander differenzieren und genau dieser Punkt ist immer noch kritisch zu sehen. Braucht hier nur mal einer die falsche Seite aufwickeln, Innenseite nach außen vertauschen oder ein altes Etikett draufkleben und schon ist passiert, oder? Korrekt.
Gehen wir mal zur nächsten Station. Was sehen wir hier? Nächste Station ist, wir nennen es Packaging Data Distribution. Das ist tatsächlich die R-Cycle-Datenbank, wo wir sämtliche Nachhaltigkeitsdaten, die mit dieser Verpackung in Verbindung stehen, hinterlegt haben.
Da kommt man auf den kompletten digitalen Produktpass für die Produktvariante, die wir hier eben im Scan haben. Du hast R-Cycle jetzt schon mehrfach genannt. Was steckt eigentlich dahinter? R-Cycle ist eigentlich die Datenbank entstanden aus der Firma Reifenhäuser und stellt die Produktdatenbank um eben diesen digitalen Pass oder diesen digitalen Zwilling für die nachhaltige Dokumentation zur Verfügung zu stellen.
Also alle Daten, die aus der Produktionsfertigungsmaschine kommen, werden zum Beispiel in R-Cycle-Datenbanken gespeichert. Wie kommt man daran? Muss man da Mitglied werden? Muss man dann Beitrag bezahlen?
Wie geht das? Man sollte bitte Mitglied werden, möglichst viele, weil nur so können wir wirklich einen Unterschied machen, indem wir branchenübergreifend kooperieren und darauf hinarbeiten, diese Systeme wirklich ins Leben zu bringen und nutzbar zu machen. Wenn du sagst, möglichst viele sollen Mitglied werden, sind das mehr Verpackungshersteller, Packmittelhersteller, Maschinenbauer, wer ist da gemeint? Durch die gesamte Branche.
Je mehr Leute sich beteiligen, desto mehr Benefit und desto mehr Daten können wir generieren, Datenbanken pflegen und diese Daten dann wirklich auch mit einem Mehrwert nutzbar machen. Der Witz bei Kreislaufwirtschaft ist ja, dass es kein Ende gibt, das heißt auch die Recycler sind eigentlich gefordert und könnten auch auf die Daten zugreifen, richtig? Die Recycler sind gefordert, können auch darauf zugreifen und da ergeben sich dann eben die spannenden Punkte, wie bestimmte Systeme zu optimieren sind und am Ende des Tages haben wir alle was davon, weil das Ziel soll natürlich sein, bessere Regranulate zur Verfügung zu haben und in einer ausreichenden Verfügbarkeit, sodass wir auch den Anforderungen der PPWR, die ja vor der Haustür steht, gerecht werden können. Hinweis in eigener Sache: Podcast-Episode mit R-Cycle verlinken wir in den Show Notes.
Wir gehen zur nächsten Station. Hier ist wieder ein Handscanner, es gibt also auch die Möglichkeit, festverbaute Scanner und Handscanner zu nutzen, ist völlig egal, wie man es macht, in einer automatisierten Sortieranlage zum Beispiel hätte man ja fest installierte Scanner, da steht ja keiner mit dem Handscanner, aber man könnte auch mit dem Handscanner was machen, richtig? Korrekt. Die Codes sind variabel lesbar mit verschiedenen Maschinenvision-Kameras, mit dem Smartphone, wie wir es vorhin schon gesehen haben, Handheld-Scanner, Rotlicht-Scanner, Kassensysteme.
Es bietet einfach sehr, sehr viele Möglichkeiten und sehr, sehr viele Schnittstellen zur Interaktion. Hier haben wir den Use-Case dargestellt als End-Consumer-Engagement, wie wir es nennen. Wenn wir hier den Handscanner nehmen, wird eben gezeigt, je nach Produkt, hier das Beispiel, wie entsorge ich meine Verpackung richtig, trenne ich Ober- und Unterfolie, was ist die Materialität oder wo befinde ich mich gerade und wie sollte ich es entsorgen? Die Vielfalt ist aber eigentlich grenzenlos.
Marketing-Features und Allergie-Management Integration
Wir können Allergie-Tests oder Allergie-Checks einbauen. Wir können Buy-One-Get-One-Free einbauen. Wir können über die Produktspezifikationen aufklären. Wir können zum E-Commerce verlinken und eben direkt vom Produkt für den Kunden, am besten Beispiel aus der Küche, in den E-Commerce-Kanal switchen und dann eben eine Nachbestellung tätigen.
Hochspannend. Die Marketeers werden sich freuen über gerade dieses Feature. Mich wundert, dass es eigentlich noch gar nicht so stark angenommen wurde. Im Markt findet man es eigentlich noch nicht, oder?
Man findet es bei einem großen Markendiscounter. Das gesamte Portfolio ist hier umgestellt. Ich glaube, ich darf auch sagen, dass es der Netto-Markendiscount ist, die hier auch als Vorreiter wirklich in diese Richtung denken und arbeiten und vor allen Dingen auch den letzten Schritt hier im Fokus haben, nämlich die Endsortierbarkeit, das Endszenario. Und da können wir jetzt einmal rübergehen.
Hier haben wir wieder aufgebaut zusammen in Kooperation mit R-Cycle und hier auch hinsichtlich des Holy Grail 2.0-Projekts gearbeitet, um eben Sortierbarkeit in bestimmte Ströme zu gewährleisten und die Identifikation aller Materialien wirklich sortenrein gewährleisten zu können. Holy Grail, schon wieder neuer Markenname. Da geht es um die Sortierung von Verpackungen? Da geht es um die Sortierung von Verpackungen in sämtlichen Fraktionen, die heute mit Near-Infrared noch nicht sortiert werden können.
Auch da eine Inno-Talk-Episode. Vor links bei den Show Notes haben wir einen Inno-Talk zu gemacht zur Holy Grail. Wie ist die Resonanz hier auf der Fachbank, wenn du schon so ein Zwischenfazit sagen kannst. Ist das etwas, was die Fachwelt interessiert?
Ist das etwas, die Feedback-Leute sagen, die haben sich da wieder was ausgedacht oder wie würdest du das einschätzen? Wie man es an meiner Stimme hört, die ist schon ein bisschen belegt. Der gestrige Tag war sehr intensiv. Durchweg positives Feedback, interessante, wirklich hochkarätige Gespräche über das Thema.
Es muss mehr genutzt werden. Wir brauchen viele Mitstreiter und deshalb treten wir eben auch nicht als Folienlieferant in erster Linie hier auf, sondern wir sind der Service Provider, um diese Technologie wirklich in die Breite zu bringen, zu beraten, Use Cases zu zeigen und zu helfen, solche Implementationen durchzuführen. Ja, es lebt davon, dass viele mitmachen und wir würden uns freuen, möglichst viele hier begrüßen zu dürfen und darüber aufzuklären. Florian Konstabel, Fachpack 2025 von WIPAC.
Schönen Dank, Florian. Vielen Dank, Karsten.
