Markenentwicklung im Flexpack

Valeska Haux beim 23. Inno-Meeting

Warum Nachhaltigkeit kein Differenzierungsmerkmal mehr ist

Beim 23. Inno‑Meeting eröffnete Valeska Haux den Veranstaltungstag mit einem starken Impulsvortrag zur Markenentwicklung in der Flexpack‑Branche. Im Gespräch mit Julian Thielen zeigte sie, wie Unternehmen – insbesondere kleine und mittelständische – ihre Marke strategisch weiterentwickeln können.

Nachhaltigkeit ist heute Hygienefaktor

Eine der zentralen Aussagen von Haux:
Nachhaltigkeit dient nicht mehr zur Differenzierung.

Früher konnten Unternehmen über Nachhaltigkeit noch klare Markenakzente setzen. Heute gehört das Thema schlicht zur Mindestanforderung. Wer darüber hinaus wahrgenommen werden möchte, muss Nachhaltigkeitsansprüche technisch hinterlegen, etwa über:

  • spezifische Innovationen
  • klar definierte Kompetenzfelder
  • technologisch belegbare Vorteile

Nur so entsteht echte Relevanz über das Grundniveau hinaus.

Die richtigen Medien für B2B-Kommunikation

Im Gespräch betonte Haux, dass Verpackungsunternehmen sich in der Kommunikation klar auf B2B‑Kanäle fokussieren sollten. Klassische Consumer‑Kanäle können ein Grundrauschen erzeugen, sind für die Flexpack‑Industrie aber selten effizient.

Entscheidend ist:

  • jedes Medium braucht seine eigene Strategie
  • technische Inhalte gehören in technisch verständliche Kanäle
  • Sichtbarkeit muss zielgruppenscharf aufgebaut werden

Thought Leadership statt Produktfokus

Viele Unternehmen kommunizieren fast ausschließlich über ihre Produkte. Für eine starke Marke reicht das jedoch nicht aus. Haux empfiehlt einen klaren Positionierungswechsel:

Weg von reiner Produktkommunikation – hin zu Thought Leadership.

Das bedeutet:

  • Werte des Unternehmens sichtbar machen
  • Themen besetzen, die langfristig Bestand haben
  • Expertise regelmäßig wiederholen (da Zielgruppen Posts nicht synchron sehen)

Nur so entsteht eine konsistente Markenbotschaft über Jahre hinweg.

Markenführung ist strategisch – und Chefsache

Besonders deutlich formulierte Haux, dass Markenführung kein reines Marketing‑Kommunikationsthema ist. Es ist eine strategische Aufgabe, die im gesamten Unternehmen verankert sein muss.

Ihr Rat an Geschäftsführer:

  1. Innenpositionierung klären
    – Wer sind wir? Wofür stehen wir?
  2. Dann erst extern kommunizieren
    – Gute Kommunikation braucht klare Grundlage.
  3. Design und Kosmetik kommen zuletzt
    – Erst Strategie, dann Markenbild.

So entstehen Marken, die in der Flexpack‑Industrie dauerhaft Bestand haben – unabhängig von Produktzyklen und kurzfristigen Trends.