FlexPack 2030 – Was uns das INNO‑Meeting 2026 wirklich gezeigt hat

Flexpack 2030

Eine Audio‑Reportage und ihre wichtigsten Erkenntnisse.

Das INNO‑Meeting 2026 in Osnabrück bot auch in diesem Jahr wieder tiefe Einblicke in Technik, Regulierung und den realen Stand der Nachhaltigkeit in der flexiblen Verpackung. Neu war jedoch die Perspektive: Erstmals wurde das Event intensiv mit Audio‑Schnipseln, Gesprächen und Stimmen aus der Branche begleitet. Entstanden ist ein akustischer Einblick in eine Industrie, die technologische Möglichkeiten kennt – aber regulatorisch zunehmend im Nebel steht.

Nachhaltigkeit als Hygienefaktor – aber ohne klare Richtung

Schon zu Beginn macht Valeska Haux klar:
Wenn alle nachhaltig sind, ist eigentlich keiner mehr nachhaltig. Nachhaltigkeit ist 2030 keine Strategie mehr, sondern eine Eintrittskarte in den Markt.

Ein zentrales Problem: Die Branche will nachhaltig sein, doch die PPWR liefert bislang keine eindeutigen Leitplanken, nach denen sich Verpackungen zuverlässig entwickeln lassen. Die Stimmung schwankt zwischen ehrlichem Engagement und zunehmender Frustration.

Materialeffizienz statt Materialwechsel

Spannende Einblicke liefert das Unternehmen One . Five, das KI‑basiert Verpackungen entwickelt. Ein Beispiel zeigt deutlich, wie viel Potenzial in präziseren Annahmen steckt:

Ein Molkereiprodukt galt als extrem barrierekritisch. Doch nach genauer Analyse stellte sich heraus:
Nicht eine Wasserdampfbarriere von 2, sondern 7 g/m²/Tag waren ausreichend.

Das öffnet plötzlich die Tür zu viel mehr Materialien.

Lehre daraus:
Viele Hürden entstehen nicht durch fehlende Materialien – sondern durch ungenau definierte Anforderungen.

Rezyklate in Lebensmittelverpackungen – Chancen und Grenzen

Das IKV Aachen demonstriert, wie sich mechanische Rezyklate in Lebensmittelkontaktmaterialien integrieren lassen. Die Herausforderung:
Rezyklate zeigen Strukturen, Einschlüsse und Fehlstellen im Mikroskop, die für Beschichtungsprozesse kritisch werden können.

Doch eine SiOx‑Beschichtung kann signifikante Migrationshemmung ermöglichen.

Für Verbraucher bleibt jedoch:
Rezyklat = Plastik.
Papier bleibt emotional immer „richtig“ – selbst wenn es physikalisch nicht immer sinnvoll ist.

Papier – Gefühl schlägt Physik?

Achim Gräfenstein von Constantia zeigt, wie technische Papierlösungen heute machbar sind – aber auch wie teuer sie werden können.
Ein Beispiel:
Ein 40 Micrometer BOPP‑Struktur lässt sich nur durch rund 80 g Papier ersetzen.

Die Bemühungen, Verpackungsabfall zu reduzieren, geraten so schnell in Widerspruch zur Realität.

Auch im Markt scheint sich der Papier‑Hype abzukühlen. Zwischen Symbolik und logischer Materialwahl liegt oft ein tiefer Graben.

Design for Recycling: Besser gestaltete Verpackungen statt Materialkämpfe

Ein wiederkehrendes Thema: Einfärbungen, Zwischenlagendruck, schlechte Trennbarkeit.

Das Fazit:
Weniger Farbe, weniger verdeckter Druck, mehr Frontaldruck und bessere Sortierbarkeit sind entscheidend.
Die „grauen Regranulate“ entstehen meist nicht durch mangelnde Technik, sondern durch schlechtes Design.

Produktschutz bleibt der größte Nachhaltigkeitshebel

Alina Seipler (SPI) erinnert an einen oft vergessenen Fakt:
Der größte CO₂‑Footprint steckt nicht in der Verpackung, sondern im Produkt.

Verpackungen, die Haltbarkeit verlängern, vermeiden Lebensmittelabfälle – und deren ökologische Wirkung ist 5–10‑mal höher als die der Verpackung selbst.

Verdorbene Lebensmittel sind schlechter als jede Folie.

Neue Produkte – neue Anforderungen

Pflanzenbasierte Fleischalternativen verlangen andere Barrieren als tierische Wurstwaren. Erste Untersuchungen zeigen:
Diese Produkte sind weniger licht‑ und sauerstoffempfindlich.
Das eröffnet neue Spielräume – und zeigt erneut:
Exakte Produktanforderungen schlagen pauschale Materialvorgaben.

Regulierung als größter Unsicherheitsfaktor

Benedikt Kauertz vom ifeu zeigt eindrucksvoll, wie falsch berechnet manche politischen Maßnahmen sind.
Ein vollständiger Ersatz bestimmter Einwegverpackungen für Palettenware durch Merhweg-Syteme würde 31,7 Mio. Tonnen zusätzliches CO₂ bedeuten –
entspricht 26,4 Mio. PKW jährlich oder der gesamten Waldfläche Baden‑Württembergs plus Bayern.

Sein Fazit:
Was gut klingt, ist nicht automatisch gut gemacht.

PPWR: Ein Rahmen voller Lücken

Beim Bierabend zeigt sich zudem:
Viele Fragen bleiben offen, Grenzwerte fehlen, delegierte Rechtsakte sind unklar.
PFAS‑Regulierung wird als unvorbereitet kritisiert:
Es gibt schlicht nicht genug Testkapazitäten, um umzusetzen, was die PPWR verlangt.

Auch Testergebnisse verschiedener Labore weichen teils stark voneinander ab.

2030 wird nicht am Material entschieden – sondern an den Daten

Albin Kälin (EPEA Switzerland, Cradle to Cradle) macht in Osnabrück klar:

Jedes Produkt wird einen digitalen Produktpass bekommen.
Die Datenmengen werden gigantisch – ein Vielfaches dessen, was heute unter REACH existiert.

Am Mikrofon zeigt er auf, wie sich das Spielfeld verändert:
Gesetze sind da.
Unternehmen müssen lernen, diese Komplexität in der Entwicklung beherrschbar zu machen – nicht nur zur Compliance, sondern als Chance zur Differenzierung.


Fazit: FlexPack 2030 braucht weniger Drama – und mehr Daten, Präzision und Pragmatismus

Das INNO‑Meeting 2026 zeigt:
Technik ist selten das Problem.
Die Branche kann viel – wenn man sie lässt.

Herausfordernd bleiben unklare Regulierung, falsche Anreize und emotionale Materialdebatten.

Doch Innovation entsteht dort, wo Anforderungen präziser werden, Barrieren klüger definiert sind und Daten Transparenz schaffen.

2030 wird kein Verzichtsjahr – sondern ein Jahr klügerer Verpackung.

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Transkript

Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.

Wir haben etwas Neues probiert. Wir haben das Inno-Meeting in Osnabrück einmal audioviel begleitet. Das heißt, Audioschnipsel, Interviews und die Frage, wo steht Flexpack 2030? Gebt uns gerne euer Feedback.

Das ist ein erster Versuch. Lasst es mich wissen, ob es euch gefällt. Viel Spaß bei dieser besonderen Folge. Das, was hier wirklich mit hohen CO2-Quoten einhergeht und am Ende des Tages viel Material auch zur Verarbeitung hinstellt, das ist dann aber in Ordnung mit der Welt.

Und das ist ein ganz großes Drama. Es ist der Morgen des 24. Februar 2026. 1,5 Tage Inno-Meeting stehen bevor.

Also die Bemühung der Kommission, Verpackungsabfall zu realisieren, das macht man auch schön. Hier trifft sich eine Branche, die ehrlich versucht, nachhaltig zu sein, aber im Dickicht der PPWR-Vorgaben zunehmend verzweifelt. Wer nicht nachhaltig ist, der wird vom Markt ausgeschlossen. Das scheint einfach so.

So. Einen wunderschönen guten Morgen, liebe Flexpack-Enthusiasten, meine sehr geehrten Damen und Herren aller Zwischen- und Außerhalb-Wiehern. Würden wir mal zu sagen, grüßen Sie alle ganz herzlich hier zum 23. Mal.

Dieses Audio-Feature wird präsentiert von Packer von Packmatic. Zum Auftakt des ersten Tages hat sich Valeska Hawks einige Marken aus der Flexpack-Branche einmal genauer angeschaut. Zwölf Wettbewerber oder 12 Player in diesem Markt immer angeguckt. Alles sind nachhaltig.

Aber wenn jetzt jeder nachhaltig ist, dann ist doch keiner mehr nachhaltig. Eigentlich, das ist das nächste Slide, ist Nachhaltigkeit heute schon ein Hygienefaktor, der in irgendeiner Art und Weise bedient werden muss. Also startet unsere Reise ins Jahr 2030 nicht mit einer Innovation, sondern eher mit einem Vertrauensproblem. Wer nicht nachhaltig ist, der wird vom Markt ausgeschlossen.

Das scheint einfach so. Nachhaltigkeit ist also keine Strategie mehr, sondern vielmehr eine Eintrittskarte. Aber was heißt das ganz konkret bei einer flexiblen Verpackung? Wir haben zwei Kunden gehabt und die waren sich sehr, sehr sicher, dass eine Wasserdampfbarriere von zwei in tropischen Konditionen für ihr Molkereiprodukt absolut kritisch war.

Mindesthaltbarkeit und Materialqualifizierung neu bewertet

Wir haben dann natürlich diese Mindesthaltbarkeit motiviert und haben gesagt, okay, ist es tatsächlich die zwei oder können wir hier eventuell mit einem anderen Wert in den Markt gehen und gucken, ob da Materialien zur Verfügung stehen, die eventuell helfen könnten. Das ist ein wertvoller Einblick in der Firma 1.5. 1.5 entwickelt Verpackungen KI-basiert. Durch unsere Arbeit hat sich dann herausgestellt, dass das Produkt eigentlich eher im Rahmen von sieben, also in Gramm pro Quadratmeter pro Tag, eher braucht.

Und natürlich hat sich dann daraus ergeben, dass viel, viel mehr Materialien plötzlich qualifiziert werden konnten, da halt in der Range sieben natürlich viel mehr Materialien auch zur Verfügung stehen als die, die eine sehr, sehr hohe Wasserdampfbarriere in tropischen Konditionen auch haben. Und somit konnte der Kunde dann quasi auch die Entwicklung einfach viel, also wirklich erleichtern. Vielleicht liegt der Fortschritt also nicht im Material, sondern in der Präzision. Weniger Barriere, weniger Material, weniger Annahmen.

Wenn man sich jetzt also dann mal mit Folien oder mit Granulaten beschäftigt, wie man sie beispielsweise von einem normalen System bekommen kann, schneiden Sie die mal auf und dann gucken Sie sich das Mikroskop an, dann finden Sie genau sowas. Sie haben also dann schon, sieht man sofort, verschiedene Phasen, die hier in hell und dunkel erscheinen. Sie sehen dann, wir haben Luft- oder Gaseinschlüsse, volatile Substanzen, die hier überall ihren Raum haben und mit transportiert werden können in den Prozess. Das ist also der eine Nachteil, den wir haben, die richtigen Bestandteile.

Und auf der anderen Seite gibt es natürlich auch noch feste VV-Verunreinigungen. Das sind so typische Bilder, die Sie dann bekommen, wenn Sie aus diesen Granulaten dann Folie machen. Das haben wir in großem Stile gemacht und dann gucken Sie sich diese Folie mit einem einfachen Mikroskop an und erkennen dann bei dieser Skala hier eben schon ganz, schon ganz gehörige, große Fehlstellen, die am Ende sich teilweise bis an die Oberfläche auch hinaus, in die Oberfläche hineinbewegen und aus der Oberfläche herausragen. Und solche Stellen sind für Beschichtungsprozesse immer nachteilig.

Und so zeigt das IKV aus Aachen, wie mechanische Rezyklate in Lebensmittelfolien reinkommen können. Die aufgebrachte SIUX-Beschichtung sorgt dabei für die nötige Barriere. Wir kriegen eine sehr, sehr gute Schichtung. Aber für den Endverbraucher bleibt auch eine Rezyklatfolie immer noch Plastik.

Deshalb kommt auch mehr und mehr Papier ins Spiel. Dabei gibt es auch ein paar andere Folien, die man nicht so oft in der Hand haben kann. Das ist die Schichtung, die wir hier haben. Das ist die Schichtung, die wir hier haben.

Das ist die Schichtung, die wir hier haben. Das ist die Schichtung, die wir hier haben. Das ist die Schichtung, die wir hier haben. Dabei gibt es Papiere, Papierverbunde.

Und wie das zu definieren ist, ist auch noch nicht klar. Für den Verbraucher fühlt sich Papier immer richtig an. Aber wie sollen die Flexpacker es richtig machen, wenn das Richtige noch gar nicht definiert ist? Das sind sehr wertvolle Einblicke, die uns hier Achim Greifenstein von Constantia gibt.

Verpackungsabfall-Reduktion und Folienalternativen

Meistens ist es ungefähr so, weil die dünnen Checks doppelt. Nehmen Sie mal so einen Candy Wrapper oder sowas. Da haben Sie 40 µm. Und dann müssen Sie aber mit 80 Gramm Papierblumen arbeiten.

Also die Bemühung der Kommission, Verpackungsabfall zu reduzieren, wird dann auch schön. Im Moment ist der große Hype, glaube ich, bei Papier auch so ein bisschen bei den Marken getickt und ein bisschen zurückgegangen. Dann haben wir in der Pause schon besprochen: Wir hören also raus, der Markt schwankt zwischen Symbolik und physikalischen Möglichkeiten.

Und vielleicht geht es der 2030 gar nicht mal um Papier gegen Kunststoff, sondern generell um die Gestaltung. Ich hatte da ein Bild nur im Kopf, da war ein De-Ink des Rezyklats, war aber bunt. Woran lag das? Ja, das war das unzureichende Design vor Recycling.

Wir haben hier massegefärbte Produkte. Eigentlich sollten wir bei Flexibles die Farbe über den Druck kriegen, den man runterwaschen kann. Wenn ich einmal ein dunkles Master-Batch drin habe und verschiedene Farben mixen, sind ihre Granulate immer grau. Wie verhält sich das eigentlich mit Zwischenlagendruck?

Spielt das da auch eine Rolle? Kann man das heute schon de-inken? Das ist genau das, was das Problem ist. Wir haben erste Ergebnisse in unserem Projekt Loop Cycling in Aachen, wo wir verschiedene Produkte de-inkt haben.

Ich sag mal, es wird schwierig. Also weniger Einfärbung, weniger Zwischenlagendruck, mehr Frontaldruck. Und generell bessere Trennbarkeit. Und wir wissen ja schon längst: Recycling beginnt nicht erst am gelben Sack, sondern beim Design.

Aber es ist Alina Saibler vom SPI, die uns an Grundlegendes erinnert. Denn der höchste CO₂-Abdruck steckt immer noch im Produkt, und das gilt es zu schützen. Denn der Produktschutz und die Verlängerung der Haltbarkeit durch Lebensmittelverpackungen ist der Hebel für mehr Nachhaltigkeit. Natürlich sind ökologisch freundlichere Materialien, Recycling-Fähigkeiten alles super wichtig.

Und wir haben jetzt auch gesetzlich gefordert. Es darf aber kein Entweder-oder zur Funktionalität im Sinn des Produktschutzes sein. Denn der ökologische Nutzen durch vermiedene Lebensmittelabfälle ist im Regelfall fünf bis zehnmal, teilweise noch ein höherer Faktor, größer als die potenziellen Umweltwirkungen der Verpackung. Also ist alles das nachhaltig, was auch schützt.

Lebensmittelverschwendung versus Verpackungsoptimierung

Denn verdorbene Lebensmittel sind schlechter als jede Folie. Brauchen die eine andere Verpackung, diese Alternativen zu den Fleischprodukten, also sprich die pflanzenbasierten, veganen oder vegetarischen Produkte? Davon gehen wir eben aus. Es ist noch nicht ganz klar, deshalb promoviere ich auch zu diesem Thema und möchte eben herausfinden, was sind denn die Anforderungen von diesen Produkten.

Sie möchten zwar dieselben Produkte darstellen wie die tierischen Wurstwaren, sind aber in der Grundzusammensetzung ja komplett anders. Und deshalb vermuten wir, es braucht eine andere Verpackung. Aber das müssen wir eben erst noch untersuchen. Du hast so ein bisschen im Selbstversuch gezeigt, Vergrauung ist so ein Thema.

Welche Parameter werden überhaupt geprüft, um sowas zu bewerten? Im Moment habe ich mir den Sauerstoffeinfluss und den einflussvollen Licht auf die Farbstabilität der Produkte angesehen. Und da zeigt sich schon mal deutlich, dass sie gegenüber Licht und Sauerstoff gar nicht empfindlich sind im Vergleich zu den tierischen Wurstwaren. Das heißt, es würde auch eine geringere Sauerstoffbarriere ausreichen, was schon mal so das erste Ergebnis ist.

Und so ändern neue Produkte auch die Anforderungen an die Verpackung. Es entstehen neue Spielräume. Und so ist es auf einmal kein Innovationshemmnis, sondern ein Innovationsmotor. 2030 ist vielleicht weniger Verzicht, sondern klügere Anpassung.

Und dann ist es Benedikt Cowards vom Ifeu-Institut, welcher uns klare Zahlen zu Ökobilanzen gibt. Wir haben das einfach mal analysiert, was würde denn passieren, wenn man tatsächlich diese 100% mehr die Quote durchführen würde in Europa. Und dann haben wir gerechnet, was kommt durch den Ersatz von Stretchfolie mit dazu, was kommt durch den Ersatz von Stretchfilm dazu, durch den Ersatz von Schrumpfolie. Und wir haben 31,7 Millionen Tonnen zusätzliches CO2 errechnet.

Das ist jetzt immer so, mit so einer Zahl kann man nichts anfangen. 31,7 Millionen Tonnen. Ist das viel, ist das wenig, ist das das, was mein Auto rauslässt? Nein, es sind die Emissionen von 26,4 Millionen Personenkraftwagen pro Jahr.

Das wäre die italienische Fahrzeugflotte. Oder es wären 35,2 Millionen Haushalte pro Jahr. Das ist ungefähr die Anzahl an Haushalten, die wir in Frankreich haben. Oder es wäre die Kleinigkeit von 39.700 Quadratkilometer Waldfläche, die ich brauche, um diese CO2-Emissionen auszugleichen.

Das ist tatsächlich genau die Fläche von Baden-Württemberg. Wir sammeln Baden-Württemberg aber schon 42 % Wald, das heißt wir brauchen Bayern auch noch mit dazu. Also was gut klingt, ist automatisch noch nicht gut gerechnet. Wo wir es ganz flippen und klar sehen, nicht vereinbar mit der PPWR, sind eigentlich die Dinge, die am wenigsten Abfall generieren und am wenigsten CO2 generieren.

Nachhaltigkeit und PPWR-Anforderungen im Konflikt

Und alles, was hier wirklich mit hohen CO2-Emissionen hergeht und am Ende des Tages viel Material auch zur Verarbeitung hinstellt, das ist dann auch bei mir in Ordnung mit der PPWR. Und das ist ein ganz großes Drama. Und dann wird es auf einmal politisch. Denn was 2030 gilt, entscheiden nicht nur die Technik, sondern die Regulierung.

Und genau um dieses Spannungsfeld zwischen gewollter Nachhaltigkeit und unklaren PPWR-Anforderungen drehten sich die Gespräche abends im Rampendal. Der traditionelle Abend mit grünem Kohl, Pinkel und kaltem Getränk führte zu Regendiskussionen. Eine kurze Unterbrechung für den Supporter dieser Episode. Dieser Podcast wird unterstützt von Packer, von Packmatic.

Viele Unternehmen kämpfen aktuell mit Verpackungsdaten. PDFs, Excel-Listen, fehlende Nachweise und klare Anforderungen durch die PPWR. Packer bringt Struktur in dieses Chaos. Spezifikationen, Materialien und Compliance-Daten werden digitalisiert und zentral verwaltet.

So behalten Sie den Überblick und sind bereit für die neuen regulatorischen Anforderungen. Wir bedanken uns bei Packer und Packmatic für die Unterstützung und jetzt geht es weiter mit dieser Episode. Und oh Wunder, der Abend im Rampendal brachte auch nicht die notwendige PPWR-Klarheit. Das zeigte die Slido-Umfrage von Olivia Kellenreiter von Packmatic.

Wir haben ein sehr, sehr klares Bild hier im Publikum heute. So ist die Unklarheit in der Regulatur. Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Damit haben wir auch jeden Tag zu tun, weil unsere Kunden uns fragen, wonach soll ich jetzt meine Recyclingfähigkeit bewerten?

Wie kann ich überhaupt analysieren, ob ein PFAS-Risiko besteht in meinen Materialien? Was muss ich auf die drucken? Das ist einfach noch so viel Unklarheit aufgrund der vielen delegierten Rechtsakte, dass das auf jeden Fall ein großer Punkt ist. Ja, und so Unternehmen investieren, sie entwickeln, sie rechnen und warten auf Grenzwerte.

Meine Ansicht ist, dass PFAS-Regulierung in Lebensmittelverpackungen in der PPWR ein Schnellschuss ist. Leider, die hätten besser auf Reka gewartet, aber es ist zu spät. Es gibt nicht genügend Testkapazitäten. Jetzt kann man sich überstreiten, wer welche hat, wer welche aufgebaut hat, wie viele Labore es schon gibt oder was auch immer.

Aber Tatsache ist, für dieses Gesamtprogramm, wenn es denn wirklich nur gezogen werden sollte, gibt es nicht ausreichend Kapazitäten. So die Aussage von Dr. Ernst Simon von Flexible Packaging Europe. Und er führt weiter fort.

Produktpass als Rocket Science erkannt

Und mit den Methoden, ja, ja, die Experten, auch hier im Raum, haben gesagt, PFAS ist jetzt ein Rocket Science. Auf der anderen Seite, ich kriege Beispiele auf dem Tisch, wo ein Unternehmen eine und dieselbe Probe bei verschiedenen Labors hat testen lassen, egal, wie groß da die Varianz ist. Vielleicht wird 2030 ja nicht am Material entschieden, sondern an den Daten. Produkte werden alle einen digitalen Produktepass haben müssen.

Und das sagt niemand Geringeres als Albin Kehlin von EPA Switzerland und Cradle to Cradle. Alle, ob sie in Verkehr gebracht werden. Das wird eine riesen Datenbank werden. So eine riesige Datenbank, ihr kennt sicher alle, aber das wird ein viel, viel, viel, viel faches von REE sein.

Und an unserem Inno-Mikrofon wird er auch noch mal konkreter. Albin Kehlin steht mit mir hier, er hat gerade einen tollen Vortrag gehalten beim 23. Inno-Meeting hier in Osnabrück. Albin, du warst eigentlich als Cradle to Cradle-Vertreter hier schon mehrfach auf der Bühne.

Jetzt hast du was anderes vorgestellt. Was hat sich verändert? Es hat sich eine komplett neue Situation ergeben, in dem die Karten neu gemischt sind. Das heißt, es gibt plötzlich Gesetzesgrundlagen.

Das ist ein neuer Rahmen von Gesetzen, die kommen von der EU. Ja, und wie geht man damit um? Wie gehen die Firmen damit um? Wie kriegt man diese Komplexität quasi runtergebrochen, so dass die Unternehmen damit umgehen können, dass die Unternehmen damit auch eine Orientierung kriegen und nicht einfach nur irgendwie gesetzeskonform abarbeiten, sondern es geht um die Zukunft, es geht um die Differenzierung.

Und so stellte Albin Kehlin nicht nur den digitalen Produktpass vor, sondern auch seinen Kompass. Man muss eben einerseits verstehen, warum ist dieser digitale Produktpass so wichtig. Das ist einerseits für die Abfallindustrie, das heißt, wenn die irgendwelche Produkte auf den Hof kriegen, dann müssen die wissen, was ist da drin. Auf der anderen Seite muss auch der Konsument wissen, bevor er eine Kaufentscheidung macht, was ist da drin, will ich das, welche Aspekte.

Und ein Pass alleine genügt eben nicht, sondern ich brauche auch einen Kompass dazu. Und wir nennen dann Kompass Cradle to Cradle, weil es fehlt die Orientierung. Man muss diese Orientierung schaffen. Wo steht dieses Unternehmen?

Wie ist das mit Energie? Wie geht das quasi um Materialgesundheit? Wie geht es mit der Kreislauffähigkeit von all diesen Produkten? Wie geht es aber auch mit Biodiversität?

Datengetriebene Lieferketten-Transparenz und Rückverfolgbarkeit

Wie geht es mit dem Ecosystem von den Firmen? Wie geht es mit der Lieferkette? Wie geht es mit dem Rücknahmekonzept? Das ist ein Blumenstrauß und da muss jeder Konsument, wenn er etwas kaufen will, abschätzen, ist das für mich wichtig.

Und so wird jede Verpackung ein Datensatz. Jede Schicht wird dokumentiert. Jede Entscheidung nachvollziehbar und damit auch bewusster. Und so geht auch das Inno-Meeting 2026 irgendwann einmal zu Ende.

Wie sieht sie also aus, die flexible Verpackung im Jahr 2030? Vielleicht leichter, vielleicht transparenter und vielleicht auch einfach ehrlicher. Aber sicher ist nur: zwischen neuen Materialien, strenger Regulierung und digitalen Produktpässen wird Verpackung komplexer. Nicht unbedingt einfacher.

Und genau dort entscheidet sich ihre Zukunft.