Podcast: Verpacken von Industriegütern mit Maximilian Haschke

In einer aktuellen Folge des Innoform-Podcasts berichtet Max Haschke über seinen beeindruckenden Weg in die Verpackungsindustrie und seine umfangreichen Erfahrungen an der Maschine. Die Episode fasst seine faszinierende Geschichte und seine Einblicke in die Branche zusammen.

Persönliche Interessen: Die Leidenschaft des Kochens

Neben seiner beruflichen Karriere hat Max Haschke eine große Leidenschaft für das Kochen und kulinarische Experimente. Er verbringt gerne Zeit mit Familie und Freunden und probiert neue Rezepte aus. Diese private Leidenschaft spiegelt seine Neugier und Kreativität wider, die auch in seinem Berufsleben eine Rolle spielen.

Berufsweg: Zufall und Leidenschaft

Max Haschkes Einstieg in die Verpackungsindustrie war eher zufällig, doch seine Begeisterung für Technik und Maschinen führte schnell zu einer tiefen Leidenschaft für diesen Bereich. Er begann seine Karriere in der Wellpappenindustrie, wo er die Bedeutung von Teamarbeit und pragmatischen Lösungen schätzen lernte.

Selbstständigkeit und Beratung

Nach einigen Jahren in der Industrie beschloss Max Haschke, sein eigenes Beratungsunternehmen zu gründen, das sich auf Verpackungslösungen für Industriegüter spezialisiert hat. Seine Tätigkeit vergleicht er oft mit der eines Reiseführers, der seinen Kunden neue Perspektiven und Lösungen aufzeigt. Dabei betont er die Bedeutung von Kommunikation und Netzwerken in der Verpackungsbranche.

Typische Entwicklungsprozesse

Max Haschke folgt in seiner Beratungstätigkeit einem klar strukturierten Prozess: Problemerkennung, Lösungsfindung und Optimierung von Verpackungsprozessen. Er arbeitet eng mit Experten zusammen, um die Prozessoptimierung voranzutreiben und nachhaltige Lösungen zu entwickeln.

Projekterfolge und Beispiele

Ein aktuelles Projekt von Max Haschke beschäftigt sich mit der Effizienzsteigerung im Verpackungsprozess eines kleinen Industrieunternehmens durch den Einsatz von Maschinentechnologie. Er betont die Bedeutung der richtigen Balance zwischen verschiedenen Verpackungsmaterialien und der Optimierung von Logistikketten.

Appell an Verpackungshersteller

Max Haschke appelliert an die Verpackungshersteller, sich stärker zu spezialisieren und ihre Nischenkompetenz auszubauen. Er betont die Notwendigkeit, sich auf die kommenden regulatorischen Herausforderungen, insbesondere im Bereich der Verpackungs- und Abfallverordnung (VVA), vorzubereiten. Seine Ansichten decken sich mit den Konzepten von Innoform.

Gemeinsame Veranstaltungen mit Innoform

Gemeinsame Veranstaltungen von Max Haschke und Innoform bieten eine hervorragende Gelegenheit, mehr über die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen der Verpackungsindustrie zu erfahren. Weitere Informationen finden Sie auf der Innoform Coaching Website.

Kontakt

Für weitere Einblicke und einen direkten Austausch erreichen Sie Max Haschke über LinkedIn oder besuchen Sie den Innoform Podcast:

Branchenspezifische Herausforderungen

Die Verpackungsindustrie steht vor zahlreichen Herausforderungen, insbesondere bei der Entwicklung von Einstoffverpackungen und der Recyclingfähigkeit. Max Haschke erläutert die Unterschiede zwischen flexiblen Lebensmittelverpackungen und Industrieverpackungen und betont die Bedeutung von Produktschutz, Kosteneffizienz und Nachhaltigkeit.

Branchenspezifische Herausforderungen

Die Verpackungsindustrie steht vor zahlreichen Herausforderungen, insbesondere bei der Entwicklung von Einstoffverpackungen und der Recyclingfähigkeit. Max Haschke erläutert die Unterschiede zwischen flexiblen Lebensmittelverpackungen und Industrieverpackungen und betont die Bedeutung von Produktschutz, Kosteneffizienz und Nachhaltigkeit.

Max Haschkes Reise in die Verpackungsindustrie ist ein inspirierendes Beispiel für Leidenschaft, Fachwissen und die Bereitschaft, stets nach innovativen Lösungen zu suchen. Sein Beitrag zur Branche ist unermesslich und zeigt, wie wichtig Kommunikation und Zusammenarbeit für den Erfolg in der Verpackungsindustrie sind.

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Transkript

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Heute wechseln wir im Innoform-Podcast einmal die Perspektive. Wir sprechen dieses Mal nicht über Konsumgüter oder Lebensmittelverpackungen aus Folien oder Verbundmaterialien, sondern wir sprechen über Industriegutverpackungen. Große Getriebeteile, die in Wellkarton eingepackt werden, aber auch die Hubschrauberperspektive, die Max Haschke anwendet, um die Bedarfe für eine gelungene Industriegutverpackung notwendig sind, erst einmal zu erfragen, zu bewerten und dann ins Detail abzusteigen. Freuen Sie sich auf diese etwas andere Episode im Innoform-Podcast.

Ich begrüße Maximilian Haschke. Ich darf Max sagen, Max, du bist Verpackungsingenieur wie ich, kümmerst dich um große, sperrige Füllgüter und ich um die kleinen Dinge des Lebens in den Konsumverpackungen. Und das wollen wir heute mal ein bisschen rausarbeiten in unserem Podcast. Erzähl mal ein bisschen über dich, was hast du vor deiner Selbstständigkeit gemacht?

Hey Karsten, freut mich heute mal dabei zu sein, ich als Podcast-Haus und dann als Gast. Ich bin wirklich gespannt, auf der anderen Seite vom Mikrofon zu sitzen. Ich muss gerade noch ein bisschen korrigieren. Ich bin tatsächlich kein Ingenieur, ich komme aus der BWL-Richtung.

Also ich bin nicht gelernter Techniker, sondern ich bin da so ein bisschen quer reingerutscht, habe aber tatsächlich schon von Anfang an meiner beruflichen Laufbahn sehr technikaffine Ausrichtung meines Jobs immer gehabt. Also ich war gerne auch, wie ich vor zehn Jahren in die Verpackung reingekommen bin, gerne an der Maschine gestanden, habe da mit den Leuten darüber diskutiert, was kann alles so schief gehen beim gerade jetzt dann Wellpappe herstellen, später dann noch bei anderen Sachen. Aber ja, das ist so mein Background, also eher BWL-er klassischer Natur. Sehr schön, dass du meine Freudschöpfe-Leistung gleich aufgenommen hast.

Ich habe dich immer ehrlich gesagt als Ingenieur, als technischen Fachmann wahrgenommen und da werden wir auch gleich noch ein bisschen drüber sprechen. Bevor wir jetzt aber in die Tiefe gehen und in die Gegenwart rüber wechseln, was machst du außerhalb deiner Arbeit und was begeistert dich privat? Also ich bin begeisterter Koch, ein sehr genussgeprägter Mensch. Ja, da gehört vor dem Essen meistens das Zubereiten dazu.

Mit meinem kleinen Sohn jetzt und mit meiner Frau versuchen wir uns in allen möglichen Landesküchen, das ist mit dem zweijährigen Sohn etwas schwierig, dem das schmackhaft zu machen, aber wir geben unser Bestes. Hat in den letzten Jahren aufgrund derer, dass wir uns einfach um den Kleinen kümmern, ein bisschen nachgelassen, aber wir fahren es gerade wieder hoch, unsere kulinarischen Experimente, das sage ich mal vorsichtig. Ich bin allerdings mehr Konsument und weniger der Koch, aber ich will dich nicht unterbrechen, Entschuldigung. Aber das ist genau das, wo ich meine Energie auch in der Freizeit herkriege. Also wenn du mir eine Freude bereiten willst, dann lädst du zu uns zu Hause irgendwie zehn Gäste ein und wenn denen am Ende auch noch schmeckt, was ich ihnen auf den Tisch stelle, dann ist das Jackpot für mein Energielevel.

Das hört sich richtig schön an. Also du bist auch ein geselliger Typ und das merkt man auch. Wir haben uns ja, später wird man sagen, klassisch übers Internet kennengelernt. Heute sagen wir, wir haben uns modern über das Internet kennengelernt. LinkedIn war, glaube ich, da der erste Kontakt und du bist mir aufgefallen, auch durch deinen Podcast natürlich.

Und wir hatten auch schon teilweise gleiche Podcasts. Das war eigentlich eine schöne Überschneidung. Da haben wir gleich gesagt, wir hacken gemeinsam mal was aus, und so ist das eigentlich entstanden. Und das hat mich beeindruckt, wie du sofort zugegangen bist auf mein Angebot: Lass uns mal zusammen ein Seminar machen. Hast du sofort Ja gesagt, ohne groß zu überlegen. Warum traust du dir zu, wieso hast du so viel Background im Verpackungsbereich?

Werdegang eines Verpackungsingenieurs

Erzähl mal, was vor deiner Selbstständigkeit im Detail war. Ja, also ich bin vor zehn Jahren eher notgedrungen so ein bisschen in die Verpackung reingerutscht. Also ich bin umgezogen zu meiner Frau damals, schon vier Jahre Fernbeziehung hinter mir gehabt, und das wollten wir einfach verkürzen. Und dann bin ich in eine Gegend gezogen, wo ich mich überhaupt nicht ausgekannt habe.

Also ich konnte, ich kannte die Firmen vor Ort nicht. Ich war als BWLer ja universal einsetzbar und habe mich dann einfach mal ein bisschen kreuz und quer beworben in unterschiedlichen Branchen und bin dann in einer Wellpappenbude gelandet. Jetzt nicht unbedingt the most sexy product on earth, muss man ganz ehrlich sagen. Aber ich habe es am Anfang ja schon angesprochen.

Die Technik dahinter ist einfach das, was es ausmacht. Also das Knowhow, was in so einem Karton drin steckt und dann auch, wie er verwendet wird. Generell die konstruktiven Lösungen in der Wellpappe. Also wenn es jetzt von der quadratisch praktisch guten Schachtel mal weggeht, das ist das, was mich so getriggert hat.

Damals auch natürlich das Team vor Ort, was einfach, weil die Wellpappenbranche auch positiv gesehen sehr hemdsärmlich ist und sehr pragmatisch unterwegs ist. Das war einfach so mein Arbeitsumfeld, in dem ich mich wohlgefühlt habe. Und da bin ich dann eingestiegen und habe von einem sehr erfahrenen Außendienstler die Grundlagen des Wellpappenvertriebes beigebracht bekommen. Und wir sind zu zweit fast ein ganzes Jahr draußen unterwegs gewesen.

Und von ganz kleinen Industriebetrieben mit 20, 30 Mann bis zu großen Automobilzulieferern habe ich da alles mal sehen können. Und das ist auch was, was ich jetzt auch heute in meinem aktuellen Shop noch so feiere. Im Prinzip jeden Tag beim Kunden draußen Sendungen mit der Maus zu haben, immer neue Betriebe zu sehen, neue Produktionsanlagen zu sehen und mitzukriegen, wie viel Spezialisierung in so einem Betrieb tatsächlich vorhanden ist, dass man ganz, ganz spezielle Produkte produzieren kann und damit erfolgreich sein kann.

Und am Ende muss es irgendwann alles verpackt werden. Da kommt dann Verpackung ins Spiel. Genauso ist das. Und das ist auch das, was mich schon seit über 30 Jahren fasziniert.

Ich bin ein bisschen älter als du und freue mich, dass auch junge Nachwuchsleute diese Begeisterung spüren, die eigentlich die Verpackungsindustrie, egal ob Industrieverpackung oder Konsumverpackung mit sich bringt. Du sagtest „Sendung mit der Maus“. Das ist sehr niedlich ausgedrückt. In Wirklichkeit ist es teilweise extrem anspruchsvoll.

Rechtliche Vorgaben, heute ganz klar im Fokus: Kreislauffähigkeit. Darüber werden wir gleich sprechen. Nachhaltigkeit und das dann mit der doch komplexen Maschinentechnik, die man braucht, und auch ein bisschen Know-how, um dann eine gute Verpackung daraus zu machen, dass wirklich das, was mit viel Mühe produziert wurde, dann auch heile irgendwo ankommt und gut genutzt werden kann. Was genau ist dein Angebot?

B2B-Verpackungen durch Storytelling erklären

Du beschäftigst dich hauptsächlich mit B2B, habe ich verstanden. Ist das richtig? Ja, B2B-Verpackungen, das technische Know-how dahinter, das ist das, was mich gereizt hat. Und ich habe mich jetzt letztes Jahr im September dann selbstständig gemacht mit einem Beratungsprogramm.

Ich erkläre das aber immer über eine schöne Story. Und da kann sich dann jeder auch was darunter vorstellen, wenn man jetzt nicht aus der Verpackung kommt. Stell dir, ich weiß nicht, ob du Hotelgänger bist oder ob du lieber mit dem Caravan unterwegs bist, aber es ist letztendlich egal. Stell dir vor, du bist seit 30 Jahren immer wieder an deinem Lieblingsort im Urlaub unterwegs.

Du kennst dich aus, du hast dein Lieblingsrestaurant um die Ecke, vielleicht sogar in der zweiten oder dritten Reihe, nicht unbedingt an der Strandpromenade. Also du bist so der lokale Held, kennst dich da aus, weißt Bescheid. Jetzt kommt aber jemand um die Ecke, der nimmt dich an die Hand, schleift dich so ein bisschen ins Hinterland, nimmt dich mit und führt dich zu einem Restaurant, das von außen ziemlich schäbig aussieht. Aber da drin kriegst du die beste Carbonara deines Lebens.

Und so sehe ich ein bisschen meinen Job. Egal ob du jetzt neu in der Verpackung unterwegs bist, ob du gerade für deine Produkte auf der Suche bist, noch keine Erfahrung hast, also neu an einem Urlaubsort ankommst oder ob du schon 30 Jahre in deinem kleinen Wohlfühlort dich bewegst. Es macht trotzdem ab und zu mal Sinn, jemanden an die Seite zu bekommen, der so ein bisschen aus den Grenzen, aus deiner Komfortzone heraus sich bewegt und dich dann damit an die Hand nimmt. Und das beschreibt eigentlich das, was ich tue.

Ich sehe mich als Matchmaker. Das ganze Wissen der Branche liegt nicht in mir als einer Person, sondern das ist weit verstreut an vielen, weil die Verpackung ist einfach so vielfältig. Das kann man alles gar nicht sich selber draufpacken. Aber es ist wichtig zu wissen, wo liegt das Wissen, wer weiß Bescheid und dann einfach aus einer Helikopterperspektive in die Probleme zu gehen und zu gucken, nicht schon in Lösungen zu denken, sondern wirklich mit einem offenen Ansatz auf die Suche zu gehen.

Und du hast es angesprochen, die Verpackungsthemen sind immer komplexer geworden die letzten Jahre. Viele regulatorische Sachen sind dazugekommen. Compliance, Nachhaltigkeitsthemen in allen Facetten. Und für viele kleinere Betriebe ist es eine echte Mammutaufgabe, das gewupft zu kriegen.

Da ist auch vielleicht noch nicht das Budget, da jemandem Vollzeit anzustellen für das Thema. Und da ist es ganz interessant, jemanden zu haben, der da als Barringspartner für eine gewisse Zeit, für Projekte oder auch für eine dauerhafte Betreuung einfach mit dazukommt. Und das zu einem überschaubaren Kostenpunkt. Das ist so der Sweet Spot in den Industrien, in denen ich mich bewege.

Wieder eine Parallele auch zu unserem Werdegang hier bei Innoform. Wir haben auch so angefangen, haben dann danach einen Testservice gegründet, weil wir dann oft solche Thesen, Hypothesen aus der Kundensicht auch belegen mussten mit Daten. Du hast ein Netzwerk von Partnern, habe ich wahrgenommen und die vernetzt du ein bisschen. Welche Rolle spielt da auch deine Leidenschaft für die Verpackung?

Kommunikation als Erfolgsfaktor

Du bist ein sehr kommunikativer Mensch. Spielt das eine wichtige Rolle für deinen täglichen Job oder ist das nur ein nice to have? Nein, also neben der klassischen fachlichen Expertise, die du in die Projekte ja mitbringen musst, ich würde fast sagen mehr als 70 Prozent ist Kommunikation. Egal, ob das jetzt in den Kundenteams ist, in der Projektgestaltung, aber dann auch in den Bindeglieder oder in der Orchestrierung der Lieferpartner, die du dann mit ins Boot holst, der Entwicklungspartner, der Prüflabore und so weiter.

Du hast immer mit Menschen zu tun und diese Menschen an die Hand zu nehmen und zu begleiten und für dein Thema, für dein Projekt, das du gerade im Kundenauftrag ja versuchst, erfolgreich zu machen, zu begeistern. Das ist die hohe Kunst dabei. Und da ist die fachliche Geschichte dann notwendig. Ja, aber spielt eher eine zweite Rolle.

Also auch diese Passion. Ich kenne mich ja nun nur aus mit Lebensmittelverpackung hauptsächlich alles, was von der Rolle abgewickelt wird. Also Weltpapier ist für mich so ein bisschen Böhmische Dörfer, ist für mich auch als Hosten etwas andere Situation. Normalerweise interviewe ich nur Leute, wo ich mich auch ein bisschen auskenne in dem Fachgebiet, in dem du interviewst und das macht mir Spaß.

Versuch du doch mal aus deiner Sicht die Hauptunterschiede rauszuarbeiten zwischen den Flexpack-Folien für Lebensmittel und dem, was du machst. Weil das ist ja doch eine ganz andere Baustelle, oder? Also es gibt zum einen ganz unterschiedliche rechtliche Anforderungen an die Verpackung. Der Primärkontakt mit Lebensmitteln bringt einfach seine besonderen Bedürfnisse an eine Verpackung mit sich mit.

Die hat die Industrie im klassischen Betrieb nicht. Also in einem industriellen Häuser ist es egal, ob das jetzt irgendwelche Stoffe diffundieren aus der Wellpappe oder nicht. Da kommt es nicht so drauf an. Es muss funktionieren.

Und dieses Pragmatische, es muss funktionieren, das spiegelt sich so auch in den wichtigsten Kennzahlen meiner Kunden wieder. Da geht es um Produktschutz. Das steht über allem. Dann kommt ganz schnell die Kosteneffizienz.

Es wird immer auf einen harten Euro geguckt. Und als drittes drängt sich immer mehr in den Vordergrund die Nachhaltigkeitsaspekte, aber da auch eine, ich nenne es mal, ökonomisch sinnvolle Nachhaltigkeit. Weil die B2B-Kunden, also die Kunden meiner Kunden, sind in den wenigsten Fällen gewillt und bereit, das zu zahlen. Das kippt jetzt gerade so ein bisschen.

Und der Druck ist auch bei den Industriekunden angekommen. Aber gerade bei den Lebensmittelverpackungen, und da kennst du dich besser aus, da ist der Druck von den Endverbrauchern einfach deutlich höher, was die Materialauswahl angeht, was auch die Recyclingfähigkeit und den Umgang am End of Life mit den Materialien, mit den Packmitteln angeht. Das kommt jetzt so erst in meiner Branche. Und der zweite Aspekt, den man da berücksichtigen muss, ist einfach die Fallschachteln in der Industrie sind halt immer noch klassisch braun, manchmal außendeckig.

Kosteneffizienz in der Verpackungsgestaltung

Einfacher Kartoffeldruck für ein Logo oder für eine Seriennummer, das muss ausreichen. Kosteneffizienz auch da wieder im Vordergrund. So richtig marketing- und vertriebsfördernde Verpackungen sieht man selten. Das ist aber auch was, wo ich sage, da könnten Industriebetriebe mehr machen und auch mehr aus ihrer Standardverpackung rausholen.

Weil letztendlich auch auf der kaufenden Seite meiner Kunden stehen Menschen, die genauso Feuer und Flamme für ihre Produkte sind und auch für die Produkte, die sie einkaufen. Und da ist es egal, ob ich die Produkte im Supermarkt mir in den Wagen stelle oder mittlerweile auf Messen, online, wo auch immer, B2B-Produkte einkauf. Fällt mir spontan eine Geschichte ein, die ich gerade gelesen habe. Da hat also ein Fahrradproduzent ein Fahrrad aufgedruckt auf seinen Karton und die dann verschickt und kam dauernd kaputt an.

Und dann hat er dann einen Fernseher draufgedruckt auf die Umverpackung und hatte deutlich weniger defekte Kartons. Ganz interessant, wie so eine kleine Änderung, die eigentlich nichts kostet, außer vielleicht eine neue Druckplatte, Riesenerfolg gehabt hat für ein Unternehmen. Ist das auch etwas, was du machst, wo du so quer denkst, du also auch quasi, wenn es darum geht, Schäden zu verringern oder so etwas?

Tatsächlich noch ein bisschen krasser, komplette Verpackungen auch einfach wegzulassen, dass man die Sicht aufs Produkt hat und erkennt, was an sensibler Ware da transportiert wird. Bestes Beispiel Glasterrarien oder Glasscheiben, Duschwandabtrennungen. Wenn man die komplett einpackt, ist das gerade auf der letzten Meile im Parcel Service immer so ein Ding. Wenn ich es gut greifen kann, wird es geschmissen.

Das ist so die Graueregelung. Da habe ich das Gefühl, bei vielen Dienstleistern, im Paketdienst. Und wenn man dann einfach die Verpackung transparent lässt, vielleicht auch mal eine Kartonschicht weglässt und eine klare Sicht aufs Produkt zulässt, wird oft die Sensibilität und der Produktschutz oder der sensible Umgang wird viel klarer und viel deutlicher, und dann wird auch sensibler mit den Produkten umgegangen. Also Overpackaging spielt auch in der Industrie eine extrem hohe Rolle, und nicht immer hilft viel – der richtige Ansatz bei den Themen.

Jetzt nimm uns mal mit, was sind so typische Entwicklungsschritte? Wenn du jetzt zum Kunden kommst, der hat ein Verpackungsproblem, dann ruft er dich wahrscheinlich an. Er ruft dich ja nicht an, wenn es bei ihm alles läuft. Wie gehst du vor?

Was sind so typische Meilensteine vielleicht zu einem Entwicklungsprozess? Was muss man tun oder was muss man mitbringen, um dich anzurufen für eine Unterstützung? Ja, der klassische Einstieg ist tatsächlich über einen Problemfall. Das ist immer blöde, weil ich dann mit aufgeregten Gemütern konfrontiert bin und man muss irgendwie schnell das Feuer austreten können.

Und das sind so die Problemlöserskills, die brauchst du am Anfang. Und gerade wenn du einen Kunden neu kennenlernst, ist es wichtig, da schnell eine Lösung parat zu haben. Das sind Einzelprojekte. Viel spannender wird es dann, wenn man ein bisschen in ruhigere Zeit kommt, in eine ruhigere Geschäftsbeziehung, wo man sich die Zeit nehmen kann, um mal tiefer einzusteigen, um mal zu wühlen.

Verpackung als Unternehmenszielträger

Welche Unternehmensziele, die nicht unbedingt primär von der Verpackung berührt sind, also um jetzt mal alles außerhalb von einer Logistik oder einer Packabteilung – sondern zum Beispiel Nachhaltigkeitsreporting oder auch Ergonomieaspekte in der HR-Abteilung. Einfach Programme, die ein Unternehmen aufgebaut hat, um erfolgreich auch neue Mitarbeiter zu bekommen. Wie kann da direkt und indirekt ein Verpackungskonzept darauf einzahlen? Das sind so Sachen, die hat man gar nicht auf dem Schirm.

Und da ein bisschen den Leuten die Augen zu öffnen und zu sagen, hey, guckt mal, wie dieses, ich nenne es immer so wie so ein Pilzgeflecht, wo die Verpackung überall in unterschiedliche Unternehmensbereiche reinwächst und direkt oder indirekten Einfluss nimmt. Und das ist eigentlich das Spannende. Und ich habe mit meinem Team dann zusammen, also mit zwei Experten, die sich gerade mit so Prozessoptimierung sehr stark auskennen, mit denen ich da kooperiere, mal Gedanken gemacht. Wenn wir einen Kunden neu kennenlernen und neu in seine Welt eintauchen, haben wir einen gewissen Leitfaden, der ist immer gleich.

Das sind so neun Stufen, durch die wir immer gleich durchgehen und an diesen neuen Schritten können wir dann entscheiden, okay, wo setzt der Kunde Schwerpunkte? Ist es wirklich der Euro, der eingespart werden muss? Geht es darum, den Prozess schneller zu machen? Hat er vielleicht ein Problem, Arbeitskräfte im Packprozess zu finden?

Also wir lösen uns ganz schnell von dem eigentlichen Material und von der Verpackung selbst und gehen so in die zweite Reihe. Und das eben aufzumachen und diese Welt, diesen Hebel dem Kunden mit in die Hand zu geben und zu sagen, hey, es ist mehr als nur der reine Einkauf und die Stückkosten, die du tatsächlich an Verpackungskosten hast. Das ist so meine Agenda da draußen. Ganz interessant, ich erinnere mich gerade an ein Interview, was ich gerade geführt hatte auf einer Konferenz von uns, wo dann ein großer Folienhersteller gesagt hat auf die Frage, ja, wie spart ihr denn CO2 ein?

Da sagt er, ja, wir haben auch Photovoltaik und so was auf dem Dach, aber das bringt eigentlich nicht viel. Was richtig was bringt, ist, wenn wir eine Monomaterialverpackung beispielsweise an einen Kunden empfehlen und der die dann umsetzt und dadurch eine Recyclingfähigkeit gewährleistet wird. Sind das auch Projekte in der Wellpappe? Gibt es da auch schon Tendenzen, dass man sagt, Nachhaltigkeit durch Monomaterial, keine Plastikaufkleber mehr drauf oder so?

Oder spielt das alles überhaupt noch gar keine Rolle? Wie weit seid ihr da? Das ist der größte Entwicklungsansatz, der überall im schwebt. Also Monomaterial basierte komplexe Verpackungssysteme zu entwickeln, weil in der Schutzverpackungsindustrie hast du ja immer die Kombination und machst dir unterschiedliche Materialeigenschaften zu Nutze.

Also alles in Wellpappe zu erschlagen ist zwar ein Ansatz, ist auch möglich, aber nicht immer der goldene Pfad. Also gerade wenn du zum Beispiel PE-Schäume mit oder auch Faser-Formteile, polsternde Materialien, Multishock-Materialien mit der starren Wellpappe kombinierst oder auch mit Wabe zum Beispiel, dann erhältst du eigentlich einen tollen Mix, der dein Produkt optimal schützt und auch in der Summe die verwendeten Materialien reduziert von einer reinen Grammzahl, die du in so eine Verpackung mit einbringst. Und da kommt es dann schon drauf an. Sind diese Materialien für die Ewigkeit miteinander verbunden, verklebt, verschweißt oder macht es dem Endverbraucher und dem Empfänger der Produkte es leicht, diese Teile wieder zu trennen und ihren eigenen Stoffkreisläufen zuzuführen?

Und auch welche Materialien bringe ich rein? Welche Länder liefere ich? Ist in diesen Ländern für jedes Material der richtige Stoffkreislauf auch vorhanden? Es bringt mir ja nichts, wenn ich in Deutschland einen fancy Stoffkreislauf für irgendein Sonderprodukt habe und das realisieren kann.

Nachhaltigkeit und Recycling-Technologien

Aber außerhalb von Deutschland ist es nicht damit. Und das Ganze wird der thermischen Verwertung zugeführt. Das kann man ganz klassisch formulieren. Im Flexpack-Bereich sieht man auch einen großen Trend hin zu neuen Technologien.

Man versucht zum Beispiel auch Einfluss zu nehmen auf Recyclingströme und auch Recycling-Technologien, um dann wiederum natürlich den Kreis zu schließen mit Monomaterialien, die dann eben auch wieder vielleicht zu einer Folienverpackung werden könnten, selbst wenn es ein Verbundmaterial ist. Auch BASF macht sich ja zum Beispiel gerade stark, Polyamid-PE doch wieder als Monomaterial vergleichbar einzustufen. Gibt es neue Technologieströme auch bei Wellpappe? Merkt ihr da auch was?

Oder sind das eigentlich die klassischen? Und da ist man eigentlich eher noch auf der Stufe, wo man erst mal auf Monomaterial geht. Also der Trend in der Wellpappe ist natürlich immer, die Grammaturen irgendwie zu reduzieren, weniger Material, weniger Rohfaser damit reinzufahren und dann die Welle, die Kombination, die Verleimung so technisch aufzubauen, dass möglichst stabile Verbundmaterialien entstehen, weil letztendlich ist Wellpappe nichts anderes als ein Verbund von mindestens drei Lagen Papier, die technisch so gefügt werden, dass es eine stabile Verbindung gibt. Und dieses technische Know-how entwickelt sich schon weiter.

Das Grundprinzip der Wellpappenherstellung ist immer gleich geblieben. Aber auch da, irgendwann ist man da mal am Ende. Also du kannst nicht unendlich weit deine Grammaturen pro Papierband reduzieren. Irgendwann ist Schicht im Schacht.

Und dann musst du eben an den Stellen reduzieren, wo das in der Systemverpackung noch möglich ist. Und an anderen Stellen vielleicht ein bisschen aufstocken mit einer Welle, lass es mit Vollkartonage sein, vielleicht sogar mit Holz arbeiten mit Vollmaterial. Und diese Ergänzung, das ist eigentlich das, wovon diese Schutzverpackungskonzepte leben. Also nicht immer in Materialien, in Einzelmaterialien zu denken, sondern offen zu sein für die Kombination von unterschiedlichen Verpackungsmitteln.

Ich habe ja früher nicht weit von einer großen Maschinenbaufirma gelebt. Und ich habe dann immer auf dem Hof diese riesigen Holzkisten gesehen, die teilweise mit Antikorrosionspapieren ausgekleidet wurden. Jedes Ding war eigentlich eine Einzelanfertigung, obwohl die Maschinen in Serie gefertigt werden. Sind das bei dir denn tatsächlich auch Serien?

Und wie groß muss ich mir so eine Serie, wenn es denn welche gibt, vorstellen für eine Industrieverpackung von Maschinenteilen beispielsweise? Das ist wirklich von einem Stück individuell handgeschnitzt für Sondermaschinen, gerade Medizintechnikprodukte, die schnell mal fünfstellige, sechsstellige Beträge kosten. Da lohnt es sich auch mal, die Entwicklung für ein oder zwei Verpackungen im Jahr anzustoßen. Und das geht hoch bis in die Millionen Stückzahlen, wobei das nicht so unbedingt mein Steckenpferd ist.

Bei mir geht es dann wirklich um die, ich sage mal, die Serienfertigung, alles so bis zu 10.000, 15.000 Stück. Das ist so, dass die Range, wo ich mich wohlfühle, wo es Spaß macht, auch schnell zu einer Lösung zu kommen. Weil du musst dir vorstellen, diese ganzen unterschiedlichen Materialien miteinander zu kombinieren, ist auf dem Reißbrett immer ganz einfach. Das ist schnell skizziert und gezeichnet.

Lieferkettenmanagement bei Industrieverpackungen

Aber du hast dann in der Lieferkette vorweg mal schnell 5, 6 Lieferanten, die dann orchestriert gehören. Die müssen zusammen ihre Materialien möglichst stückgenau an einen Ort liefern. Und das ist schon nicht so ganz ohne. Hochspannend.

Bei Lebensmittel oder bei Konsumverpackung haben wir ja die Entsorgungskanäle über die dualen Systeme in Deutschland etabliert. In Europa gibt es oft ähnliche Systeme und die steuern heute sehr stark auch Entwicklung und Materialauswahl und Down-Gaging und was es da alles so gibt. Wie funktioniert die Entsorgung denn von solchen Industriegüterverpackungen normalerweise? Gibt es da auch so was wie einen grünen Punkt oder so?

Also du hast die ganz normalen Industrie-Recycling-Ströme auch wie bei normalen Verpackungsmaterialien aus der Folie zum Beispiel. Die gibt es genauso wie sie bei den Endverbrauchern. Die blaue Tonne, die gelbe Tonne, die gibt es letztendlich im Industrie-Maßstab halt in größeren Behältern gibt es die auch. Gerade bei der Wellpappe und auch bei Folien zum Beispiel bei der Stretchwickelfolie gehe ich immer von einem Rohstoff aus und es ist kein Abfallstrom, sondern wirklich ein Rohstoff, der wiederverwendet wird, der möglichst auch Sortenreihen gesammelt werden sollte in den Industriebetrieben.

Aber das ist die kleinere Baustelle. Also die Betriebe wissen um das Material, was da reinkommt. Wir haben sogar gerade in den kleinen mittelständischen Unternehmen sehr viele Verpackungsmaterialien, die nochmal ein zweites oder ein drittes Mal auf die Reise geschickt werden. Also da besteht schon die Tendenz dazu, sehr ressourcenschonend mit den Materialien umzugehen.

Welche Rolle spielen Folien denn bei solchen Industrieverpackungen? Du beschäftigst dich ja mehr mit Wellpappe. Das habe ich richtig verstanden. Aber du hast ja auch einen Blick.

Was gibt es da sonst noch? Werden da auch große Mengen eingesetzt oder ist das eher eigentlich nur was, wenn es um Feuchtigkeit oder sowas geht? Ich komme aus der faserbasierten Verpackung, aber ich merke immer, du stößt da ganz schnell an die Limits. Du hast zwar gewisse, ja, nicht mal wasserabweisende, aber die Wellpappe kommt mit Wasser nicht klar.

Klar, so beschreibe ich das immer. Aber irgendwann ist Ende. Und dann brauchst du eine Sperrschicht. Und dann bin ich ein Freund von dem Einsatz von Kunststoffen, von Folien, die halt dann wieder im Nachgang sauber getrennt werden können.

Ich halte von PE-beschichteten Wellpappelagen zum Beispiel relativ wenig. Du hast dann theoretisch die Möglichkeit, das über einen ganz normalen Wellpappen- oder Eupapierstrom wieder zu recyceln. Aber die Papiermühlen tun sich damit schwer. Und das verlängert einfach die Prozesszeiten in den Papiermühlen, was letztendlich auch die Kosten wieder nach oben treibt.

Folien-Einsatz für Produktschutz

Also das Gelbe vom Ei ist es nicht. Deswegen der gezielte Einsatz von Folien. Das ist das, was eben den Feuchtigkeitsschutz, die Barrierefunktion mit in so eine Verpackung reinbringt. Absolut gerechtfertigt.

Und da egal, ob das jetzt eine Haube, ein Seitenfaltenbeutel, die Stretchbügelfolie oder Schrumpffolie, Wärmeschrumpffolie ist, ist egal. Gerade übers Seetransport kommt es eigentlich nicht ohne mit, klar. Das ist einfach so. Hast du vielleicht ein Beispiel mal zur Hand eines erfolgreichen Projektes oder wo du gerade vielleicht Kopf über drin steckst oder so, das ohne jetzt Namen zu nennen, sondern dass du nur uns mal schilderst, wo du so Ansatzpunkte gerade ganz aktuell bearbeitest vielleicht?

Ja, also wenn man uns jetzt mal einen klassischen kleinen Industriebetrieb rauspicken, 100 Mitarbeiter, wo einfach die Situation ist, dass krasser Fachkräftemangel in der Region herrscht. Also einfach genug Leute für die richtig wertschaffenden Prozesse zu finden. Das ist gerade deren Baustelle. Und wir haben sehr komplexe Produkte einfach, die hergestellt werden, Maschinenbauteile, die unterschiedlicher in ihrer Kontur und in ihrem Gewicht nicht sein könnten.

Und jetzt kannst du dir vorstellen, der Prozess, das sauber zu verpacken und den Produktschutz aufrechtzuhalten, bis es dann bei deren Kunden ankommt, ist extrem manuell arbeitsaufwendig. Man muss, der Packprozess wird in die Länge gezogen. Also du stehst an einem Paket bis zu 10, 12, 13 Minuten. Und das ist einfach ein Ressourcenfresser im Unternehmen aktuell.

Und da geht es gar nicht so drum um die Materialien, sondern wie viel Mitarbeiter werden in einer Schicht in diesen Packprozess gebunden? Und gerade wenn die Auftragsbücher voll sind, ist dann die Packabteilung auf einmal das Bottleneck. Und für diesen Industriebetrieb hat die Verpackung null Wertschöpfung. Man muss einfach gewährleisten, dass die Produkte sauber ankommen.

Und ja, klassischerweise würde man jetzt sagen, ja, man geht lean an die Sache ran. Man versucht vielleicht mit einer Maschinentechnik und den Ansatz haben wir jetzt auch verfolgt. Aber da kommen wir dann, wenn wir es rein von den Zahlen betrachten, ganz schnell an Limits. Eine Maschine hat ja gewisse Taktung, die muss gefüttert werden.

Da müssen mehrere Tausend Pakete am Tag drüber gehen. Und da, das war jetzt so der Eyeopener in den letzten Wochen. Wir haben eine Maschine, die mehrere Tausend Päckchen packen kann am Tag. Wir fahren jetzt knapp 200 Pakete darüber und es rechnet sich trotzdem.

Weil eben es einfach schaffen, den Prozess zu standardisieren und nicht mehr acht Stunden am Tag packen, sondern nur noch zwei. Und das in Mitarbeiterstunden gerechnet. Die Maschine, also so einen schnellen ROI habe ich selten in Projekten gehabt. Und da haben wir noch gar nicht so viel an den Kartons geschraubt.

Optimierungspotenziale erkennen und nutzen

Natürlich könnte ich mir jetzt Gedanken machen, von zwei Wellen auf eine zu gehen oder Grammaturen zu optimieren. Aber da sieht man mal, Maschine anschaffen war so in der Diskussionsreihenfolge ganz, ganz hinten gestanden zu Beginn des Projektes. Da hat kein Mensch darüber nachgedacht und alle haben gedacht, OK, welches Packmittel nehmen wir? Müssen wir Luftpolsterfolie nehmen?

Nehmen wir jetzt Papierkissen zum Auspolstern und schützen unsere Produkte? Und so einfach mal sich die Zeit nehmen zu sagen, OK, wir lösen uns von allen Denkansätzen, die bisher gedacht wurden. Egal ob von bestehenden Lieferanten, die drin waren, egal von dem Team, das schon seit 20 Jahren mit den Produkten hantiert. Wir holen jetzt jemanden mal, der geht wirklich aus einer ganz, ganz hohen Helikopterperspektive ran.

Ein Kollege von mir hat früher immer gesagt, runter kommst du ganz schnell. Wann du deinen Fallschirm öffnest und wann du segeln beginnst, ist deine Entscheidung. Aber das Flugzeug oder der Helikopter muss erst mal ganz oben einstieigen, um eben den Blick auf das Projekt zu bekommen. Und da war es ganz einfach, diese Riesenmaschine auch zu verargumentieren.

Würdest du das auch als den Hauptkundennutzen tatsächlich definieren, die hohe Flughöhe, die dann schrittweise tatsächlich gesenkt wird, um dann in die Details abzusteigen? Oder wie würdest du das formulieren? Das klassische Erstgespräch bei mir ist eigentlich immer auch so der größte Hebel. Du glaubst gar nicht, wie oft ich den Satz höre: nicht noch jemand, der mir Packmittel verkaufen will.

Genau. Nicht noch jemand, der irgendwie ein tolles Produkt hat, was er mir aufdrücken möchte. Und einfach zu sagen, halt stopp. Wenn das Ergebnis unseres Erstgesprächs ist, dass bei dir alles cool ist und du gut aufgestellt bist, dann bin ich der Erste, der sagt, ich bin nicht der richtige Partner für dich und ich ziehe mich zurück.

Und du hast zero invest oder keine Ausgaben, die nicht irgendwie gerechtfertigt werden. Und das Schöne in meinen Projekten ist, ich habe null Verkaufsdruck. Ich muss keine Produkte an den Mann bringen. Das ist auch eine große, ja, müsste ich mir eigentlich ausdrucken und im Büro aufhängen.

Ich habe keine Aktien in den Folgegeschäften. Also meine Beziehung zu meinen Kunden, das ist das, worüber ich, also die Beratungsdienstleistung, worüber ich mein Brot verdiene. Und alles, was danach kommt, also die Empfehlungen, welche Lieferanten ich mich mit ins Boot hole, welche Partner ich dem Kunden vorschlag, da habe ich dann keine Aktien mehr drinnen. Das ist dann kein Dreiecksgeschäft mehr, wo unnötig irgendwie ich noch Prozente abgreife, sondern da ziehe ich mich zurück und der richtige Nutzen kommt dann zum Tragen, nämlich in der Direktbeziehung zum Hersteller oder zum Lieferanten.

Hochspannend. Du merkst meine Begeisterung auch an den Fragen. Ich bin ziemlich abgewichen mit dem Manuskript, aber es passte einfach auch besser. Du hast mich auch gleich motiviert, mit Seminaren, Webseminaren in dem Fall zu starten.

Content-Marketing für Verpackungsthemen

Also online wollen wir ein bisschen von deinen Ideen auch kommunizieren, damit der eine oder andere vielleicht auch mit eigenen Bordmitteln schon mal was optimieren kann oder so notfalls dich da eben auch engagieren kann. Was sind das für zwei Webseminare? Worum soll es da gehen? Und warum meinst du, ist das auch vielleicht für unsere Klientel spannend?

Ja, also goldene Regel ist, je nischiger du ja ein Thema aufgreifst und desto mehr finden Leute es interessant. Und das habe ich mir auch gedacht bei dem ersten Titel. Wir wollen versuchen, einfach mal schwere Industriegüter sicher zu verpacken und im Parcel Service zu verschicken. Schwere Trümmer auf eine Palette bändern kann jeder, wenn es darum geht, bis 31 Kilo schwere Produkte oder vielleicht auch darüber sicher zu verschicken im Karton.

Dann hört es bei vielen auf. Und da gibt es eben Techniken, Mittel und Materialkombinationen, die das ganz, ganz leicht machen und auch eine Systematik. Das heißt, selbst wenn die Produkte wechseln und man da ja auch mal kurze Produktlebenszyklen hat, kann man sich mit so einem Standard-Vorgehen, was schwere Produkte angeht, sicher aufstellen. Das ist der eine Block und der andere, der kommt jetzt mehr in deine Nische rein.

Die folienbasierten Verpackungen, Primärverpackungen müssen ja irgendwann mal auch auf eine Palette irgendwie in den Supermarkt gelangen. Und da geht es dann um die Sekundärverpackung. Und der Markt, egal ob das E-Commerce oder auch der Point of Sale im Einzelhandel, das hat ja unterschiedliche Anforderungen an solche Sekundärverpackungen. Die müssen gewisse Eigenschaften mitbringen, müssen auch aus gewissen Kosteneffizienzgründen einfach untergeordnet werden.

Und wie man da ein schlankes System aufbaut, was auch für die Zukunft nachhaltig, sicher aufgestellt ist, das ist das Thema vom zweiten Seminar, was wir uns rausgesucht haben. Hätte ich dich vor 30 Jahren schon gekannt, hätte ich dich sofort engagiert. Wir hatten damals Rollenware zu verpacken und ich habe damals schon nie verstanden, warum man um Kunststofffolien Stahlbänder wickelt und dann eine Kunststoffstretchfolie wieder drumwickelt, aber eine Pappunterlage nimmt und die Stahlbänder dann noch mal wieder mit so einem Schaumstoff polstert. Also das war für mich damals schon sehr bizarr.

Und so was würdest du wahrscheinlich von vornherein erst mal verbessern, nehme ich mal an, und zumindest auch den Prozess vereinfachen, oder? Ja, jetzt hast du einen wunden Punkt getroffen. Jetzt kommt der normale Verpackungsberater innerlich hoch und ich würde jetzt gleich irgendwelche Lösungen pitchen und ich reiß mich dann immer zusammen und zwick mich mir in den Kundentermin in den Arm und sage: Nein, keine Lösungen vorstellen, sondern Fragen stellen, Fragen stellen, Fragen stellen. Und das ist auch das, was viele meiner Kunden vielleicht am Anfang so ein bisschen auf die Palme treibt.

Ich bin eher der, der bohrt, der bohrt und auf Fehlersuche geht und nicht gleich mit der Lösung um die Ecke gekommen. Und ja, das würde ich jetzt bei dir auch machen, tatsächlich. Genau so wäre es wahrscheinlich auch richtig. Und ich habe noch nicht gehört, die verpacken das immer noch sehr ähnlich und bemühen sich selber aber eben Monofolien im Markt zu bringen.

Das ist ja immer auch ein Folienhersteller und aber die eigene Verpackung haben sie eigentlich noch nie ernsthaft richtig angeguckt. Das ist eigentlich auch wirklich schade. Du, ganz zum Schluss habe ich immer noch so eine Aufforderung an unsere Gäste, so ein Appell an die Branche. Was würdest du gerne den Top-Managern von Industriegütern morgens auf den Nachrichten tickern?

Spezialisierung als Wettbewerbsvorteil

Also der Verpackungsbranche kann ich eines mitgeben: Spezialisiert euch. Wertet klarer in eurer Spezialisierung. Stellt euch nicht so breit auf, dass es Leuten wie mir schwerfällt, den richtigen Partner in die Projekte zu holen.

Weil wenn ihr alles könnt, macht ihr euch unattraktiv für Dienstleister und für Berater. Das ist das Allererste. Also je nischiger du unterwegs bist als Packmittelhersteller, umso schöner ist es für jemanden, der da draußen im Markt die richtige Lösung sucht. Und für die Industriekunden da draußen.

Ja, schnallt euch an. Ich weiß, ich will jetzt nicht irgendwie schwarzmalen, aber es wird ein wilder Ritt gerade, was die PPWR angeht. Das trifft jetzt nicht nur die Endverbraucherverpackung, sondern auch Industriegüter. Da kommt noch einiges auf uns zu.

Und je früher ihr damit anfängt, euch vorzubereiten, umso weniger Stress gibt es dann im Nachgang. Ganz zum Schluss noch ganz kurz: PPWR, was heißt es denn genau? Packaging and Packaging Waste Regulation.

So ist es richtig. Zungenbrecher. Ich habe es selber gar nicht so schnell rausgekriegt. Und du meinst, dass die auch für die Industriegüter Relevanz kriegt?

Betrifft alle. Ja, den einen mehr, den anderen weniger. Aber gerade auch, was die Timelines angeht, haben wir da unterschiedliche Parameter und unterschiedliche, ja, ich sag mal, Eskalationszeitrahmen. Ja, nichtsdestotrotz auch Kleinbetrieben macht es absolut Sinn aus rein finanziellen Aspekten, sich mal das Ding vorzuknüpfen.

Man muss sich ja nicht gleich die 220 Seiten vornehmen. Es gibt da draußen genug Newsletter. Ich biete ja auch einen an, die sich mit dem Thema beschäftigen, um die Sachen aufbereitet zu bekommen. Wichtig ist einfach nur, gerade der Prozess spannend für alle ist noch in der Entscheidung.

Also die finalen Dokumente sind zwar in der grundlegenden Fassung auf Englisch beschlossen. Die deutsche Version steht noch nicht hundertprozentig. Da wird es erst noch ein bisschen dauern. Aber dann geht es los und da wird auch ein großer Beratungsbedarf, denke ich, im Markt dann vorhanden sein noch.

Zusammenfassung und Verabschiedung

Das glaube ich auch. Wir sind froh, dass wir dich haben. Max Haschke im Innoform-Podcast. Dankeschön.

Danke dir, Karsten. Das war eine weitere Episode vom Innoform-Podcast für mehr Flexpack-Wissen. Mein Name ist Karsten Schröder und wenn Sie auch einmal ein Teil dieser Initiative werden wollen, melden Sie sich gerne bei mir unter ks@innoform.eu. Abonnieren Sie uns, wo immer Sie Podcasts hören und empfehlen Sie uns weiter. Tschüss, bis zum nächsten Mal.