MDO-PE Folien mit verbesserte Polymeren

Ben Raven von Sabic im Interview mit Karsten Schröder beim Expertentreff Barrierefolien am 22. und 23. Juni 2023 in Würzburg.

Orientiertes PE ist das Thema. Mono- und biaxial orientierte PE-Folien können heute wirtschaftlich extrudiert werden. Sie können mit PE-Siegelschichten kombiniert werden, wodurch eine gute Recyclingfähigkeit erreicht wird. Neue Polymere, Rezepturen und Maschinentechnik ermöglichen diese neuen Monostrukturen. Die Sauerstoffbarriere kann durch Coextrusion oder Bedampfung realisiert werden. Ausgehend von Twistfolien werden Monofolien aus MDO-PE mittlerweile für viele Flexpack-Anwendungen eingesetzt. Biaxial gereckte PE-Folien erfordern große Auftragsvolumina – ob und wann sie kommen, ist noch offen.

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Ben Raven im Interview mit Karsten Schröder

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Transkript

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Ich spreche mit Ben Raven von Sebeck. Du hast einen schönen Vortrag gehalten über biaxial orientiertes PE, biaxial orientiertes PP. Wir haben auch darüber gesprochen, wo geht die Reise hin – was versteht ihr darunter unter biaxial orientierten PE? Vielleicht fangen wir damit erst mal an: Was ist das überhaupt? Ja, also BOPP, das wird wahrscheinlich bekannt sein bei den meisten Leuten. Das wird schon seit zehn, zwanzig, dreißig Jahren gemacht, dass man PP in beide Richtungen verstreckt – also erst mal in Extrusionsrichtung und dann quer drauf. Und vor ein paar Jahren haben wir angefangen, das auch mit Polyethylen zu machen. Und diese biaxial verstreckten Polyethylen-Folien, die können ganz gut eingesetzt werden – um sagen wir zu verbinden mit einer PE-Siegelschicht – und damit hat man eine völlig recyclierbare Folie. Und dann hast du ja noch unterschieden die beiden Verfahren: Monoaxial-Orientierung und biaxial-Orientierung im Tenter-Frame-Verfahren, so wie das von OPP ja schon bekannt ist. Warum hat man das früher nicht mit Polyethylen gemacht? Tenter Frame – ging das nicht? Es ist schon eine Herausforderung, um das mit Polyethylen zu machen. Mit der Temperaturhaushaltung hat das zu tun, aber auch der Bedarf war nicht so groß. Ziel war mit biaxial, um eine große Steifigkeit zu erzielen und auch eine ganz schöne Transparanz. Und mit Polyethylen ist es einfach nicht so gut möglich – also da muss man immer ein bisschen einbußen auf diese Eigenschaften. Aber nochmal: hier ist dann der Kern, um recyclierbare biaxial-Folie zu machen – also Stichwort Monoaterial-Verpackung aus einem Werkstoff, möglichst gute Barriere, gute Eigenschaften herzukriegen, wo wir früher eine Verbundfolie dafür brauchten aus mehreren Materialien. Oder ist es das – also Barriere mit biaxial-Folie? Ok, gegen Wasserstoff oder Wasserdampf vielleicht, aber nicht gegenüber Sauerstoff? Also dann braucht man nicht immer eine Barriere-Material. Oder dass man eine EVOH mit koextrudiert, oder dass man zum Beispiel eine AlOx-Schicht aufdampft – würde das auch auf dem monoaxial orientierten Polyethylen funktionieren, darauf Aluminiumoxid aufbedampfen? Ja, haben wir schon gemacht – also wir haben schon Schepsdüten und so produziert aus Polyethylen. Warum gibt es diese beiden Verfahren – monoaxial orientiert direkt hinter der Blasfolienanlage – habe ich verstanden – und eben dieses gegossene Tenter-Frame-Verfahren? Warum benutzt man die beide? Ja, die bestehenden beide – also MDO, das besteht auch ja schon seit zehn, zwanzig Jahren. Und also MDO ist eigentlich groß geworden, angefangen mit den Twist-Folien, und dann sind die Folien gekommen, um sagen wir, Rollen beieinander zu halten – aber die Zugeigenschaften super sind von diesen Folien. Und jetzt sehen wir mit dem Trend zu Monoaterial-Lösungen: verstrecken – das geht auch ja für diese Anwendungen sehr, sehr gut. Und man braucht für MDO-Technologie eigentlich Materialien mit etwas höherer Dichte, um zu vermeiden, dass die Materialien, die Folien sich verkleben in die Recke-Anlagen. Und damit bekommt man auch eine super Steifigkeit. Also die Steifigkeit ist besser wie bei BOPE-Technologie. Ich habe selber schon solche biaxial orientierten Anlagen, Tenter-Frame-Anlagen besichtigt – sind ja riesige Maschinen. Investitionsaufwand ist ja viel, viel höher. Wie ist das bei MDO? Sind die billiger? Ja, also die Maschinenkosten, die sind günstiger, das stimmt schon. Aber bei BOPE, also in Tenter-Frame-Anlage – das sind tatsächlich riesige Volumen. Und damit können die Kosten pro Quadratmeter günstiger sein. Genau, weil das Investitionsvolumen für die Maschine dann sich runterrechnet auf die vielen Quadratmeter. Also das heißt, das heißt auch, dass man Anwendungen braucht, auch die Volumen größer sind? Genau. Erwartet ihr, dass das kurzfristig kommt, diese großen Volumina für die Tenter-Frame-Anlagen oder vielleicht sogar die Simultan-Recke-Anlagen? Na ja, der Markt soll sich erst mal entwickeln. Wir sind damit beschäftigt und die Nachfrage ist schon da, aber das muss sich auch noch ein bisschen beweisen. Also wir haben angefangen jetzt mit einem Linear-Low-Material für BOPE, und jetzt ist die Gesamtstärke höhere Dichte. Also wir sind dran, aber der Markt muss es auch akzeptieren. Klar – wenn es weniger steif ist, man vergleicht es ja doch erst mal mit BOPP. Das BOPE nämlich an, und da ist man einfach ein bisschen benachteiligt. Das habe ich richtig verstanden? Ja, ja. Also BOPP – da ist die Steifigkeit besser, Temperaturbeständigkeit besser und Transparanz besser. Aber wenn man eine BOPP-Folie laminiert mit einer PE-Siegelschicht – PE ist immer noch das Beste zum Siegeln. Dann hat man keine gute Ritz-Klebe-Folie? Genau, zumindest etwas schlechter als wenn es PE-PE wäre. Danke für dieses kurze Interview. Wir sehen uns gern wieder. Danke, Karsten.

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