Packaging Valley ist eine Marke

Innoform Podcast: Interview mit Geschäftsführer Martin Buchwitz

Martin Buchwitz spricht im Innoform Podcast über das Packaging Valley, seine Ausrichtung und Mitglieder. Das in ganz Deutschland aktive Cluster beschäftigt sich mit Interessen des Verpackungs-Maschinenbauers. Schwerpunkte bilden zwar der Pharma-Bereich und die Lebensmittelverpackung, aber insgesamt ist die Zielgruppe weiter gefasst. Packaging Valley ist eine Marke und die steht für Deutschen Maschinenbau, seine Ingenieur:innen und Innovationskraft. Und genau dieser Maschinenbau digitalisiert sich nun mit zunehmender Geschwindigkeit. Hier spielt nicht nur Industrie 4.0, sondern 5.0 eine Rolle. Was Herr Buchwitz darunter versteht, erfahren Sie in diesem Podcast.

Beim Inno-Talk wird Martin Buchwitz im Januar 2022 über „Nachhaltiges Abpacken“ sprechen und erläutern, wie sich dieses zu nachhaltigen Verpackungen abgrenzt. Ein Thema dabei ist das Gebiet der gebrauchten Maschinen für neue Märkte.

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Karsten Schröder


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Transkript

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Folienwissen Spezial, der Innoform-Podcast zum Inno-Talk. Ja, so Packaging Valley ist einerseits so was wie eine Marke. Also Packaging Valley steht für was. Wenn man so will, ist es ein bisschen auch verpackungsmäßig in Germany, wenn man so will.

Heute im Innoform-Podcast begrüßen wir Martin Buchwitz. Als Geschäftsführer von Packaging Valley spricht er mit mir über die Ausrichtung des deutschlandweit tätigen Clusters. Packaging Valley ist als Marke zu begreifen und beschäftigt sich unter anderem mit den Themen Digitalisierung, Industrie 4.0, aber auch Nachhaltigkeit. Darüber wird er auch bei einem Inno-Talk sprechen und grenzt dabei die Begrifflichkeit nachhaltiges Abpacken von nachhaltigen Verpackungen ab.

Und gegen Ende sprechen wir dann noch über die neue Rolle des Maschinenbaus hinsichtlich Gebrauchtmaschinen für neue und andere Märkte, die auch mit Gebrauchtmaschinen noch erschlossen werden können. Stichwort Refurbishing. Freuen Sie sich auf das Gespräch mit Martin Buchwitz. Herzlich willkommen, Martin Buchwitz im Innoform-Podcast.

Freue mich, dass wir zusammen sind. Ja, super, herzlichen Dank für die Einladung. Herr Buchwitz, wir haben uns kennengelernt über eine Vortragsanfrage. Eigentlich hat uns der Professor Schmid zusammengebracht und er hat mir gesagt, Mensch, die Leute vom Packaging Valley, die haben da tolle Vorträge zum Thema Nachhaltiges Verpacken.

Bevor wir dazu kommen, würde mich natürlich interessieren: Was ist Packaging Valley? Ja, das Packaging Valley ist ein sogenanntes Cluster. Das heißt, das ist sozusagen so ein Verbund von Unternehmen einer spezifischen Branche, in dem Fall eben Verpackungsmaschinen und mittlerweile auch die dazugehörigen Automatisierer, und ist nicht so ganz im Vergleich zum Verband, der vielleicht auch noch stärker politisch aktiv ist, ist so ein Cluster eigentlich eher auf den Markt fokussiert.

Sie haben ja ein Leben vor Packaging Valley, haben Sie mir verraten im Vorgespräch. Was befähigt Sie eigentlich dazu, jetzt die Geschäftsführung zu übernehmen von so einem Cluster, von doch einem relativ innovationsgetriebenen Konglomerat, ja auch von ja primär doch Maschinenbaufirmen. Was haben Sie vorher gemacht? Ja, also meine Geschichte beginnt mit einem Job, den es heute gar nicht mehr gibt.

Der hieß damals Fernmeldelektroniker. Also das Thema Elektronik war da zunächst mal der Start in mein berufliches Leben. Dann habe ich eben Elektronik studiert in Heilbronn und habe dort dann auch schon bei einem Steuerungshersteller, also im Bereich Automatisierungstechnik begonnen und habe bei dem auch sehr, sehr lange gearbeitet, also mit Studium und allem über 20 Jahre. Also Automatisierungstechnik, unsere Kunden dort eben der Maschinenbau.

Und insofern hatte ich also nahezu mein ganzes Leben schon mit dem Maschinenbau zu tun, war dann später auch Chefredakteur einer Fachzeitschrift des SPS-Magazins und auch dort wieder natürlich Maschinenbau als Kundenclientel. Und dadurch denke ich, bringe ich ganz gute Voraussetzungen mit in diesem Verpackungsmaschinenbau-Bereich eben auch tätig zu sein. Bevor wir jetzt weiter noch ein bisschen auf Packaging Valley eingehen, vorab mal so ein paar Entweder-oder-Fragen an Sie, um Sie ein bisschen besser kennenzulernen und auch natürlich dem Auditorium vorzustellen. Ich stelle jetzt immer zwei Fragen zur Auswahl und Sie sagen entweder das eine oder das andere.

Materialwahl-Präferenzen des Geschäftsführers

Also ich beginne einfach mal: Papier oder Plastik? Papier. Chemisches oder mechanisches Recycling? Mechanisches.

Getränkekarton oder Getränke-PET-Flasche? Karton. Dose oder Glasflasche? Glasflasche.

Einweg oder Mehrweg? Mehrweg. Und ganz privat zum Schluss: Hund oder Katze? Hund.

Sehr schön. So haben wir Sie auch mal ein bisschen persönlich kennengelernt. Macht mir immer Spaß, so einen kleinen Blitz vorweg zu machen. Ich glaube, für die Zuhörerschaft ist auch ganz schön.

Nochmal zurück zum Packaging Valley. Wer genau sind die Mitgliedsunternehmen und was ist die Zielsetzung? Ja, da hole ich ein kleines bisschen aus, nämlich in die Historie, damit das Ganze entstanden ist. Wir kommen ja hier aus Hohenlohe.

Also mein Schwäbischer nicht nur Einschlag, sondern mein Schwäbisch ist, glaube ich, deutlich hörbar. Und entstanden ist das Ganze aus einer Initiative von Verpackungsmaschinen, herrschte 2007 in Hohenlohe. Also das ist so rund um Schwäbisch Hall. Schwäbisch Hall ist ja bekannt vor allem in Deutschland durch die Bausparkasse.

Aber dort gibt es eben auch ein ganz großes Cluster so zwischen den beiden Städten, Schwäbisch Hall und Crailsheim. Das ist 2007 entstanden. Und dann war es so, dass parallel dazu in Weiblingen, Stuttgart, auch ein Cluster entstanden ist. Packaging Excellence Region Stuttgart war ein bisschen sperriger Name mit genau derselben Zielsetzung, also im Prinzip auch den Verpackungsmaschinenbau zu adressieren.

Und die sind dann über eine längere Geschichte im Jahr 2020 auch tatsächlich zusammengekommen, also haben fusioniert. Und dadurch sind wir dann auf Einschlag 80 Mitglieder gewesen, also beide haben 40 mit in die Ehe gebracht, sozusagen. Und mittlerweile sind wir über 90 und bekommen fast wöchentlich irgendwie auch Anfragen. Also da ist eine Dynamik spürbar und adressiert.

Ganz klar vom Packaging Valley her war immer der Verpackungsmaschinenbau im Fokus. Über das Pack haben wir dann auch die Automatisierer sozusagen mit reinbekommen. Aber ich halte es als jemand in der Automatisierungswelt. Lange zu Hause war auch verspannend.

Also sprich im Kern steht auch in der Satzung man muss Verpackungsmaschinenbauer sein oder aus dem dazugehörigen Automatisierung kommt. Man muss einen Schwerpunkt auch in dem Bereich haben beziehungsweise auch direkte Zulieferer sozusagen. Nun hört sich ja Packaging Valley wahrscheinlich nicht zufällig so ähnlich an wie Silicon Valley. Die Silicon-Valley-Leute denken mehr in Code und in IT.

Bei Ihnen ist der Maschinenbau im Vordergrund. Verstehen wir das richtig? Ja, absolut. Möglich, natürlich im Maschinenbau haben das Thema Code und Software und IT und Digitalisierung natürlich einen gigantischen Stellenwert gewonnen.

Hab ich gesagt, da kommt immer meine Automatisierungsgeschichte mit rein. Also bei dem Unternehmen, bei dem ich lange Jahre war, die JEDA AG, die hat im März 2020 das ganze IT-Thema in die Automatisierungswelt reingebracht. Also Nutzung von Ethernet, Nutzung von Web-Technologien und, und, und. Also insofern das Ganze ist eigentlich im Grunde schon lange weg von der reinen Hardware bzw.

ich würde sogar so formulieren, der Innovationstreiber ist im Grunde eigentlich die IT, also die Maschinenbau nahe IT, wenn man so will. Hochspannend, die Mitgliedsunternehmen, die bei Ihnen sind, sind schwerpunktmäßig Maschinenbau oder entspringende Maschinenbau. Das haben Sie eben schon erwähnt. Könnte ein flexibel Verpackungshersteller auch Mitglied bei Ihnen werden, um vielleicht auch von diesen Synergien mit dem Maschinenbau zu profitieren?

Oder auf welche Zielgruppe bei den Mitgliedern zielen Sie eigentlich genauer ab? Ja, das sind wir gerade im Moment in einer spannenden Phase. Also wir haben, wie gesagt, im letzten März 2020 diese Fusion erfolgreich vollzogen. Und jetzt stehen wir gerade an einem Punkt, wo es um ganz wesentliche Entscheidungen geht.

Also da steht auch eine entsprechende Vorstandssitzung bevor. Also es sind solche Fragen: Wie weit öffnen wir uns, was die Verpackungstechnik insgesamt anbelangt, also für welche Mitgliedsunternehmen? Bei uns steht ja Packaging Valley Germany.

Hieß das von Anfang an auch. Im Moment sind wir aber doch sehr, sagen wir mal, Südwestdeutschland, also sprich der Hohenloher Raum und dann eben noch die Wirtschaftsregion Stuttgart, die wir hauptsächlich adressieren, wo wir auch schon Mitglieder aus anderen Regionen Deutschlands haben, aber eher Ausnahmen. Und da geht es dann eben auch um die Frage, wie wir uns regional ausstellen. Und wir haben auch im Moment schon europäische Kontakte.

Erweiterung des Mitgliederspektrums

Das ist gerade eine superspannende Phase, wo es um solche Weichenstellungen geht. Wir haben teilweise auch schon Verpackungsmittelhersteller dabei. Und da geht es jetzt wie gesagt um die Frage, wie weit öffnen wir uns? Wir wollen es nicht verbessern.

Das ist wichtig, wir wollen den Fokus behalten. Aber es kann extrem bereichernd sein, auch solche Unternehmen dabei zu haben. Wenn Sie immer von Verpackungsmaschinenbau sprechen. Was sind das für Verpackungen, die mit diesen Maschinen hergestellt werden?

Ich bin ja nun ein Vertreter der Flexpack-Industrie, egal welches Material, Papier, Karton, alles, was sich rollen lässt, ist jetzt für mich Flexpack. Ihre Unternehmen, was repräsentieren die hauptsächlich? Also hauptsächlich kann man tatsächlich sagen, das kommt durch diesen Schwerpunkt, auch diesen regionalen Schwerpunkt. Es gibt einen Schwerpunkt im Pharmabereich und das liegt aber tatsächlich auch mit der Region und Schwäbisch-Hall-Hohenlohe zusammen, wo das eben ganz, ganz stark ist.

Das sind ja solche Firmen wie Optima, wie Romelak, wie Höflika, aber auch die Syndicone, also ehemals Bosch Packaging. Aber im Grunde genommen adressieren wir die komplette Bandbreite. Also alles, was mit Verpackung zu tun hat und wo es eben die entsprechende Maschine dazu braucht, das adressieren wir. Und ich habe gerade davon gesprochen, dass wir uns überlegen, wie wir uns zukünftig aufstellen, wenn man dann in Deutschland weit denkt, dann gibt es natürlich ein unglaubliches Potenzial an Verpackungsmaschinenherstellern, die eben auch aus einem vielleicht zweiten Bereich noch ist, der Food-Bereich ist auch relativ stark.

Also das Potenzial ist groß. Im Moment gibt es schon einen gewissen Schwerpunkt im Pharmabereich, aber ich würde das nie auf das Label Packaging Valley draufschreiben, so nach Motto Packaging Valley steht nur für Pharmaverpackung. Also definitiv nein. Interessant, letzte Frage zum Thema Packaging Valley direkt jetzt noch mal, wovon profitieren denn die Mitglieder?

Warum wird das überhaupt als Packaging Valley bezeichnet und wo wollen Sie hin in naher Zukunft? Ja, zum Packaging Valley ist einerseits so was wie eine Marke. Also Packaging Valley steht für was, wenn man so will, ist es ein bisschen auch Verpackungsmaschinenbau made in Germany, wenn man so will. Und es hat sich ja weltweit im Verpackungsmaschinenbau auch so entwickelt über die letzten Jahrzehnte, dass schon die High-End-Technologie, die kommt aus Deutschland.

Natürlich haben wir da im Moment auch einen starken Wandel und da kommt aus Asien natürlich eine ganze Menge auch an Mitbewerbern und so weiter. Aber im Grunde genommen ist es schon ein Label, das steht für Innovation. Und es geht darum, eben so eine starke Marke zu bilden. Der Grundgedanke ist dahinter, gemeinsam sind wir stärker, wir sind in einer globalen Situation, wir sind im globalen Wettbewerb.

Unser Wettbewerb wird zukünftig nicht mehr aus der Nachbarstadt kommen, sondern da wird ganz woanders herkommen. Und es ist viel besser, wenn wir uns zusammentun. Es hat einige Gedanken und ganz grob zusammengefasst kann man sagen: Das eine ist Information, das zweite Netzwerken und das dritte ist dann konkrete Projekte.

VR-Technologie und Innovationsprojekte

Können Sie vielleicht zu den Projekten noch das ein oder andere Beispiel nennen, damit wir uns was vorstellen können? Ja, also eins ist schon ein paar Jahre her. Das war auch vor meiner Zeit. Ich bin übrigens seit zwei Jahren dort.

Das war ein VR-Seminar, das wir hier in Schwäbisch Hall hatten. Also da ging es darum, die ganze VR-Technologie weiterzubringen. Bei den Verpackungsmaschinenbauern ganz offen gestanden ist es nicht ganz so gut gelungen, wie wir uns das gewünscht hatten. Es haben einige wenige in Anspruch genommen.

War auch ein europäisch gefördertes Projekt. Aber ein anderes Projekt ist im Moment läuft gerade, also heute der zweite Tag von unserem Megaton. Wir machen einen Megaton, das heißt deswegen nicht „Megaton“, weil es eben Megaton, da haben wir vorhin schon gesagt, eine Maschine besteht eben halt doch noch aus Stahl und nicht nur aus Software. Und deshalb gibt es auch was zu machen, hat so zu tun.

Das ist so ein Projekt. Sind jetzt sieben Standorte dieses Mal dabei. Also sprich jeweils auch Mitglieder von uns. Und dann sind wir eben – geht es oft auch um Projekte mit Hochschulen.

Also im Moment läuft ein Projektantrag. Da geht es um datenbasierte Geschäftsmodelle im Verpackungsmaschinenbau. Und so sind es eben viele Projekte, häufig auch mit Hochschulen, die wir dort zusammen umsetzen. Hochspannend tut sich ein riesiges Feld auf.

Ich denke gerade an einen Podcast zurück, den ich gemacht habe mit einem Bahnbeobachtungsgerätehersteller, der hat immer über Pixelgrößen gesprochen und über Kamerasysteme. Und jetzt spricht er nur noch über Cloud und Schnittstelle. Also so ähnlich stelle ich mir das bei Ihnen auch so ein bisschen vor. Es entwickelt sich in die Richtung, ja, wobei tatsächlich es schon so ist, dass zum Beispiel Themen, ich habe es gerade angesprochen, VR und auch Themen wie KI.

Da gibt es, das muss man ganz offen gestehen auch und sagen, da gibt es tatsächlich noch unglaublich viel Potenzial. Also das wird nur zum Teil im Moment ausgeschöpft. Also gerade VR, Virtual Reality beflügelt ja im Moment auch gerade die Veranstaltungstechniker, zu denen ich mich ja auch zähle. Viel ist es im Anfang.

Wir warten mal noch ein bisschen ab. Wir beobachten das auch mit Abbos Augen, mal schauen, wo es hingeht. Und klar, KI wird uns alle begleiten. Wir haben es alle in der Hosentasche mit unseren Smartphones – made in Germany, was viele nicht wissen, habe ich neulich gelesen.

Maschinenbau für nachhaltige Verpackungen

Also Siri ist quasi sozusagen eine deutsche Erfindung, finde ich ganz klasse. Jetzt nochmal zu unserem Thema zurück. Nachhaltigkeit bestimmt die Verpackungswelt wie kaum ein anderes Thema – seit ich würde fast sagen fünf Jahren. Auch Sie sprechen ja beim Inno-Talk im Januar über das Thema nachhaltiges Verpacken, nicht unbedingt nachhaltige Verpackung, sondern das nachhaltige Verpacken.

Was kann der Maschinenbau beitragen fürs nachhaltige Verpacken aus Ihrer Sicht? Ja, wir haben dazu auch einen Arbeitskreis gestartet zu dem Thema und dort betrachten wir das Ganze ganzheitlich. Also Perspektive Nummer eins ist eben das Mitgliedsunternehmen als Unternehmen. Also was eben die Energienutzung insgesamt als ein Unternehmen eben eine Nachhaltigkeit betrifft, wobei wir das eher so ein bisschen am Rande betrachten.

Das ist jetzt nicht so ganz im Fokus. Das Zweite ist dann die Nachhaltigkeit bei der Maschine selbst. Also da geht es drum eben also Energie und Effizienz. Lange Jahre war eben das Thema anstatt Asynchronantrieben dann irgendwie in Servoantriebe oder geregelte Antriebe zu verwenden.

Das waren solche Themen. Und da gibt es auch noch einiges an Potenzial, was die Maschine an sich anbelangt. Da geht es aber auch um das Thema Recycling von Maschinen, Refurbishing von Maschinen, solche, solche Geschichten. Dann die Entsorgung der Maschine.

Also nachdem sie eben in Betrieb war und dann aber natürlich auch die Verpackungsmittel, also die Verarbeitung der Verpackungen, der Verpackungsmittel. Und dann sind es eben solche Themen wie also auch für Anwendungen, wo man bisher eben tatsächlich Kunststoff verwendet hat, jetzt eben dann Papier verwenden zu können. Die Themen mit Bedampfung und alles, was damit zusammenhängt, aber auch die Verarbeitung, dass sich Papier dann eben wieder durch ganz anders verarbeiten lässt, wie eben Kunststoffe. Und so ist das im Grunde das komplette Feld, also Schichtdicke von Kunststoffen, dann Vermeidung von Abfällen, dann auch innerhalb der Fertigung und all diese Themen.

Also eigentlich rund um die Thematik. Was kann der Verpackungsmaschinenbau eben zur Nachhaltigkeit auch langfristig beitragen? Spannende Themen, also eigentlich eine Art Dreiklang, die Sie da bedienen. Sie versuchen das ganzheitlich anzusehen.

Ich habe so ein bisschen das Gefühl gehabt beim Maschinenbau, da war auch mal kurzzeitig ein bisschen die Luft draus. Wir haben vor 10, 15 Jahren viel gesprochen: Ersatz von Elektroheizung durch Gasheizung, um effizienter oder ökonomischer zu werden. Das ist ja total vom Tisch, das hat sich völlig gedreht.

Heute baut man Solarpanele aufs Dach und versucht wieder alles elektrisch zu machen. Ist das ein Trend, den Sie bestätigen können? Also ich sage es einmal grundsätzlich ja. Also bei den Verpackungsmaschinenbauern ist ja so.

Kundeneinfluss auf Verpackungsinnovation

Es ist einerseits natürlich der Kunde, der irgendwie relativ stark einen natürlichen Einfluss hat auf das, was geht, also sprich die Anforderung, die der Kunde stellt. Dann ist es aber so auch, dass natürlich die Verpackungsmaschinenbauer auch den Anspruch haben, technologisch irgendwie da vorne zu sein auch. Das ist die andere Geschichte. Aber gesellschaftlich ist es natürlich auch ein gewisser Druck.

Also ich habe interessanterweise gestern ganz frisch sozusagen mit einem unserer Mitglieder gesprochen im Rahmen von diesem Mekaton, die auch einen Standort dort stellen. Und der hat interessanterweise gesagt, ich glaube, vor gut zehn Jahren etwa hat sein CEO dieses Thema massiv vorangebracht. Also hat es massiv reingebracht und hat sozusagen so ein Unternehmen – die hatten damals ganz viele unterschiedliche Bereiche und einer von meinen Bereichen Verpackungsmaschinenbau. Und dadurch haben die sich schon sehr, sehr lange damit beschäftigt.

Ist aber bei den unterschiedlichen Mitgliedsunternehmen auch unterschiedlich ausgeprägt und hängt auch ein bisschen von der Größe des Unternehmens ab. Also würden Sie schon sagen, dass dieser Schub hin zu Effizienz ungebrochen ist und wie man das dann ökonomisch ansieht, muss man dann immer mal schauen. Das ist ein bisschen eine Mischung aus Ökologie und Ökonomie. Und daraus besteht ja auch die Nachhaltigkeit neben dem sozialen Aspekt.

Absolut. Genau. Also genau das ist so immer die ja, manchmal ein bisschen Spagat auch, in dem man sich da bewegt. Aber logischerweise ist es so, dass natürlich die Verpackungsmaschinenbauer auch in dieser ökonomischen.

Wie soll ich sagen? Also die ökonomischen Ansprüche haben an der Stelle. Und ich bin aber sehr zuversichtlich, was da die Zukunft anbelangt, weil die Verpackungsmaschinenbauer auch in der Vergangenheit gezeigt haben, dass sie die verschiedensten Herausforderungen, die auch vom Markt her zugekommen sind, ganz hervorragend bewältigt haben. Und deswegen glaube ich, dass es in dem Fall auch sehr, sehr gut gelingen wird.

Aber es braucht auch eine Menge an Anstrengungen. Vielleicht letzte Frage dazu. Welchen Beitrag kann denn das Thema Refurbishing aus Ihrer Sicht bringen? Wir sind auch sehr früh, was den Verpackungsmaschinenbau angeht in dem Bereich, aber seit je und je werden natürlich Verpackungsmaschinen nicht sofort nach dem ersten Gebrauch verschrottet, sondern eigentlich ein bis zweimal weiterverkauft, meistens auf dem Weg zum nächsten Kunden quasi noch mal abgegradet, noch mal modernisiert, überholt.

Beispiel ich. Wir moderieren ja hier gerade aus Tarifa vis-à-vis von Tanger in Südspanien und in Tanger stehen die Textilmaschinen, die heute das dritte Mal verkauft sind, die früher in Nordhorn das erste Mal aufgestellt wurden. Das ist aber schon 70 Jahre her und die produzieren hier immer noch alles Mögliche an Textilien. Denken Sie an sowas auch bei Ihren Überlegungen Richtung Nachhaltigkeit, dass so eine Maschine auch ein längeres Leben kriegt oder würden Sie sagen Nein, wir bauen die auf, die läuft zehn Jahre und dann wird die komplett generalüberholt wie beim Flugzeug und wird quasi noch mal neu zusammengesetzt.

In welche Richtung geht das da? Also interessanterweise ist das Thema gebrauchte Maschinen gewinnt massiv an Bedeutung. Also ich war mit einem Mitglied im Gespräch. Vor kurzem war die Fachpack auch in Nürnberg.

Qualität statt Kostenführerschaft global

Die konnte man glücklicherweise auch in Präsenz so richtig durchführen. Und bei denen geht es ganz klar in diese Richtung gebrauchte Maschinen. Also das ist natürlich auch – das ist wieder ein Spagat für die Verpackungsmaschinenhersteller, weil die einerseits ja sagen Na ja, wir wollen eine neue Maschine verkaufen. Aber auf der anderen Seite tut sich das gerade im Moment auf.

Unsere Verpackungsmaschinenbauer können im globalen Wettbewerb nicht einfach sagen Na ja, wir bauen jetzt halt mal günstigere Maschinen. Das sind die nicht dafür ausgelegt. Das ist einfach nicht ihr Ding. Aber was sie machen können, ist, dass sie bestimmte Märkte darüber bedienen, indem sie eben in einer direkten Verbindung mit ihrem Kunden dann also eigenständig sozusagen solche generalüberholten Maschinen dann wiederum auch anbieten.

Ansonsten machen das nämlich andere. Also ich habe vor kurzem festgestellt, da gibt es jetzt irgendwie eine Internetplattform von Unternehmen, das ganz am Anfang steht in die Richtung. Aber die wollen genau so was machen. Also Verpackungsmaschinen, also gebrauchte Verpackungsmaschinen im Grunde dann zu vertreiben.

Also der Markt geht in die Richtung und unsere Mitgliedsunternehmen sind sich dessen bewusst und zumindest von einigen weiß ich, dass die jetzt eben dabei sind, dann auch irgendwie das, wo es sich noch nicht in dem Maß getan, aber selbstständig sowas eigenständig aufzubauen. Hochspannende Insights. Vielen Dank dafür, Herr Buchwitz. Ich glaube, wir konnten so ein bisschen aufklären, was überhaupt Packaging Valley vor hat, wer die Mitgliedsfirmen sind, dass sie gerade im Umbruch sind, sich auch ein bisschen Deutschland weiter auszurichten und vielleicht auch die Packmittellieferanten mit reinzunehmen.

Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Noch gespannter bin ich drauf, was wir hören werden beim Inno-Talk im Januar von Ihnen zum Thema Nachhaltiges Verpacken. Da freue ich mich schon drauf. In diesem Sinne ganz, ganz herzlichen Dank für Ihre Zeit.

Ja, ganz herzlichen Dank, es war sehr schön, Gast bei Ihnen zu sein. Das war ja wieder der Innoform Podcast zum Inno-Talk, diesmal mit dem Schwerpunktthema Maschinenbau in Deutschland. Ich hoffe, es hat Ihnen Spaß gemacht. Sie konnten das eine oder andere Neue für sich mitnehmen. Wenn auch Sie einmal Teil dieses Projektes Innoform Podcast werden wollen, melden Sie sich gerne bei mir ks at innoform.eu.

Bis dann, Ihr Karsten Schröder.

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