Auf der 8. Europäischen Standbodenbeutel-Konferenz sprach Lea Middendorf von Pöppelmann FAMAC® über innovative Lösungen im Bereich der Einschweiß-Ausgießer für Standbodenbeutel. Diese sogenannten Spouts werden in die Beutel eingeschweißt und bestehen in Abhängigkeit des Anwendungsbereiches aus unterschiedlichen Materialquellen, darunter mechanisch recycelte Materialien, den Post-Consumer-Rezyklaten (PCR), oder Neuware.
Lea erklärte, dass das Post-Consumer-Material aus Quellen wie dem Gelben Sack stammt und für die Non-Food-Industrie anwendbar ist. Die PCR-Artikel haben oft eine leichte Verfärbung, die aber durch Farbmasterbatches ausgeglichen werden kann. Besonders stolz ist Pöppelmann auf die Kappe ohne Originalität der Größe 17,5 mm aus PCR-PE, die bereits im Markt ist und die durch den Einsatz von 97 % PCR-Material die Treibhausgas-Emissionen um 49 % im Vergleich zur HDPE-Neuware reduziert.
Ein interessantes Thema ist die Verschweißbarkeit der recycelten Materialien. Lea erläuterte, dass es Chargenschwankungen beim PCR-Material gibt, aber dank der Expertise aus der Division Pöppelmann TEKU®, die seit Jahren Blumentöpfe aus Post-Consumer-Materialien fertigt, konnte wertvolles Know-how aufgebaut werden. Zudem ist die von Pöppelmann patentierte Wellenstruktur der Spouts besonders schonend im Schweißprozess und begünstigt insbesondere das Verschweißen der Spouts in Monomaterial-Beutel. Pöppelmann plant, weiterhin an Spouts und Kappen aus recyceltem Material zu arbeiten und sieht großes Potenzial für die Non-Food-Industrie.
Abschließend betonte Lea, dass die Spouts von Pöppelmann sowohl thermisch als auch mittels Ultraschalls verschweißt werden können. Die standardmäßig in Polypropylen (PP) gefertigten Kappen werden jetzt auch aus Polyethylen (PE) produziert, um die Möglichkeit eines vollständigen Monomaterial-Beutels zu bieten. Obwohl PCR-Spouts und –Kappen derzeit nicht für Lebensmittelverpackungen zugelassen sind, bleibt abzuwarten, wie sich die Gesetzgebung und die Technologien in Zukunft entwickeln.
Vielen Dank an Lea Middendorf für das informative Gespräch und die spannenden Einblicke in die Welt der recycelbaren Verpackungen!
Links zum Thema:
https://www.poeppelmann.com/de/famac/produkte/einschweiss-ausgiesser-ae-001-002-003-004-005-007
https://www.poeppelmann.com/de/famac/Produkte/Einschweissausgiesser
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Ich spreche mit Lea Middendorf hier auf der achten europäischen Standbeutelkonferenz. Du bist von Pöppelmann hier entsandt sozusagen mit recyclefähigen und recycelten Einschweißteilen für Standbeutel. Was hat es damit auf sich? Was sind das für Teile?
Ja genau, richtig. Das sind die Ausgießsal-Spouts, die entsprechend in die Beute eingeschweißt werden. Und wir bieten Materialvarianten an: Post-Consumer-Material, mechanisch recycelt oder auch Virgin-Material.
Post-Consumer heißt doch eigentlich aus dem gelben Sack. Sind die auch wieder verwendbar für Einschweißteile? Ja genau. Das ist der Ansatz, den wir verfolgen.
Allerdings mit der Einschränkung nur für die Non-Food-Industrie, also nicht für Lebensmittelverpackung. Du hast vorgestellt, dass man sowohl das untere Teil quasi aus Rezyklat machen kann und eben auch die Kappe. Die Kappe ist schon im Markt. Was genau hat es damit auf sich?
Richtig. Wir sind sehr stolz auf das Projekt, das wir umsetzen konnten. Wir haben schon eine Kappe aus dem PCR-PE im Markt, auch schon seit längerer Zeit. Und da können wir wirklich Treibhausgasemissionen von 49 % einsparen im Vergleich zum Virgin-PE.
Wie verhält sich das mit der Einschweißbarkeit? Man kann sich ja vorstellen, dass die Eigenschaften von so einem recycelten Polyethylen etwas anders sind als von Virgin-Material. Fangen wir mal bei euch an. Ist es vom Spritzen her auch was anderes, als wenn ihr frisches Material nehmt?
Wir merken die Chargen-Schwankungen. Wir haben allerdings den Vorteil, dass wir von unserer Expertise aus den anderen Divisionen profitieren, die schon Blumentöpfe seit Jahren aus dem Post-Consumer-Material fertigen. Wir haben da ein bisschen Know-how aufgebaut, von dem wir jetzt halt entsprechend profitieren. Und bei den Ausgießern haben wir beispielsweise einen gewissen Anteil in Virgin-Material hinzugegeben für Testzwecke, um zu schauen, wie müssen wir Chargen-Schwankungen gegebenenfalls für den Schweißprozess ausgleichen.
Bei den Kappen ist es so, die haben ja dann auch eine leichte Verfärbung oft. Deine Kappe, habe ich gesehen, auf dem Bild zumindest war auch gräulich. Ist das immer so? In der Regel ja.
Post-Consumer-Rezyklat: Verfärbungen und Lösungsansätze
Wir haben immer beim Post-Consumer-Material eine gewisse Verfärbung, gelblich, grünlich, gräulich. Aber wir können auch entsprechenden Farbmaster-Batch hinzugeben, um diese Verfärbung wieder auszugleichen. Ihr habt euch hier als Supporter auch positioniert. Wie war so der Eindruck für dich bei dieser achten europäischen Standbeutelkonferenz in Wien?
Ich fand es mega interessant, die verschiedenen Einblicke, die verschiedenen Lösungsansätze kennenzulernen und auch das Networking zwischendurch, dass man wirklich auch mal neben den eigentlichen Vorträgen ein paar mehr Insights hier und da erlangen kann. Ihr habt hier auf dem Tisch, ich gucke mal eben hier, Standbeutel stehen, da steht Bischof + Klein drauf. Was hat es da mit auf sich? Du hast es auch im Vortrag kurz erwähnt.
Genau, Bischof + Klein hat bei uns die ersten Testversuche gemacht mit den Ausgießern aus dem Post-Consumer-Rezyklat. Und jetzt schauen wir, dass wir weitere Testergebnisse sammeln, damit wir nach Möglichkeit eine Variante in Serie bringen können. Was habt ihr als nächste Schritte vor? Wollt ihr weitermachen in rezyklierten Standbeutel-Einschweißteilen oder ist das jetzt erstmal abgeschlossen, das Projekt?
Auf jeden Fall machen wir weiter. Wir arbeiten natürlich auch an den Virginiamaterialien, Low Ceiling, PE und Co. Aber PCR wird wahrscheinlich aus unserer Sicht ein Thema für die Non-Food-Industrie sein und dann wird entsprechend für die Ausgießer, für die Kappen, für die verschiedenen Serien daran weitergearbeitet. Wenn man sich eure Einschweißteile anschaut, dann habt ihr ja so eine spezielle Form des Schiffchens.
Ist das patentiert, ist das was Besonderes, ist das ein Markenzeichen von euch? Genau. Wir haben die Wellenstruktur, die ist patentiert und die ist besonders schonend in der Verarbeitung beim Schweißprozess von den verschiedenen Monomaterialbeuteln. Da merken wir es extrem, weil die halt entsprechend empfindlich sind, kleine Verarbeitungsfenster haben.
Es zog sich ein bisschen durch. Ultraschallverschweißen und Standbeutel und Einschweißteile. Geht das mit euren? Wir haben beide Varianten, also unsere Ausgießer, vor allen Dingen 10,5 und 8,5 sind sowohl für das thermische Verschweißen als auch für das Ultraschallschweißen geeignet.
Also ist das das gleiche Teil? Kann ich entweder oder machen oder sind das andere Rezepturen? Nee, dasselbe Teil und je nachdem wie der Auftrag bei dem Bottehersteller platziert ist, kann beides verwendet werden. Eure Kappen sind auch aus Polyethylen, zumindest die rezyklierte Variante.
Ist das immer so oder gibt es da auch Materialmixe? In der Regel haben wir immer nur ein Material, also in der Regel ein PP oder ein PE und jetzt halt auch die Variante von einem PCR-PE. Und in Abhängigkeit der Kundenwünsche mit oder ohne Farbzugabe. Ich frage deshalb, weil vor 25 Jahren war es meistens eine Polypropylen-Kappe und Polyethylen-HD-Einschweißteil.
Recycelte Spouts: Lebensmittelverpackungen und HDPE-Vergleich
Ist denn das Einschweißteil aus Rezyklat dann auch vergleichbar mit so einem HDPE oder wie spezifiziert man das überhaupt? Schwierig, also wir haben halt nicht dieselben Qualitäten. Wir sprechen irgendwo über recyceltes Material, was in einen zweiten Lebenszyklus kommt oder in einen weiteren Lebenszyklus. Wir haben Chargenschwankungen, deswegen ist die Qualität an sich nicht genau vergleichbar mit dem HDPE, aber durch verschiedene Zugaben von gegebenenfalls Virgin-Material oder unserer eigenen Komponierung stehen da noch alle Möglichkeiten offen.
Denkt ihr, dass ihr auch für Lebensmittelverpackungen demnächst aus dem gelben Sack rezyklierte Einschweißteile anbieten könnt? Dann jetzt dürfen wir es noch nicht, aber mal schauen, was da sich in der Gesetzgebung und in den verschiedenen Prozessen noch ergeben wird. Aber Stand heute nicht. Du wirst nicht arbeitslos, das habe ich verstanden.
Vielen Dank für das kurze Interview. Gerne, danke schön.

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