Eine Reise durch Nachhaltigkeit und Recycling mit Karsten Schröder
In der neuesten Episode von „Gemischtes Pack“ hatten Julian und Marcus das Vergnügen, Karsten Schröder, den Geschäftsführer und Gründer von Innoform, als Gast zu begrüßen. Karsten teilte seine faszinierende Reise von Osnabrück nach Tarifa und seine Leidenschaft für flexible Verpackungen und Kunststoffrecycling.
Von Osnabrück nach Tarifa: Karsten Schröder erzählte von seinem Umzug nach Spanien, und wie dieser Schritt es ihm ermöglichte, sich wieder auf das Fachliche zu konzentrieren. Dank der Unterstützung seiner Kollegen Klaus Behringer und Wilma Igelbrink konnte er sich voll und ganz seiner Leidenschaft für flexible Verpackungen widmen.
Gründung von Innoform: Karsten sprach über seinen Werdegang von der Fachhochschule Osnabrück über Bischof und Klein bis hin zur Gründung von Innoform und dem Innoform Testservice in Oldenburg. Diese Reise war geprägt von Herausforderungen und Erfolgen, die ihn zu dem Experten machten, der er heute ist.
Familienleben und Sabbatjahr: Ein weiteres Highlight war Karsten’s Erzählung über die Herausforderungen der Kindererziehung, und wie ein geplantes Sabbatjahr in Tarifa zu einem dauerhaften Umzug wurde. Diese Entscheidung ermöglichte es ihm, eine bessere Balance zwischen Arbeit und Privatleben zu finden.
Veranstaltungen und Weiterbildung: Karsten diskutierte die Trends in der Veranstaltungsbranche, die Auswirkungen von Corona und die Bedeutung von Weiterbildung in der Flexpack-Industrie. Er betonte die Notwendigkeit, ständig neues Wissen zu erwerben und sich weiterzubilden.
Persönliche Interessen: Neben seiner beruflichen Laufbahn teilte Karsten auch seine Leidenschaft für Wassersportarten wie Windsurfen und Kitesurfen. Diese Aktivitäten helfen ihm, eine Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu finden.
Bücher und Weiterbildung: Karsten sprach über die Bücher und Autoren, die ihn geprägt haben, und die Bedeutung von kontinuierlicher Weiterbildung. Er betonte, wie wichtig es ist, sich ständig weiterzubilden und neue Erkenntnisse zu gewinnen.
Fazit: Diese Episode von „Gemischtes Pack“ bietet einen Einblick in das Leben von Karsten Schröder und die Entwicklung flexibler Verpackungen und die Gründerphase von Innoform. Diese Reise und Karsten’s Erfahrungen sind inspirierend und zeigen, wie wichtig es ist, sich ständig weiterzuentwickeln und neue Wege zu gehen. Flexible Verpackungen sind dabei ein roter Faden.
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Gemischtes Pack, der Audio-Podcast mit Markus und Julian. Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Gemischtes Pack, euer Podcast für Nachhaltigkeit und Recycling. Wenn ihr erwarten würdet, wie sonst, erstmal Julian und meine persönlichen Erlebnisse der letzten Wochen heute zu hören, muss ich euch leider enttäuschen, denn wir haben heute einen Stargast dabei, und zwar niemand Geringeren als Karsten Schröder, eines Zeichens Geschäftsführer und Gründer von Innoform, der, ich würde sagen, das wird uns Karsten gleich selbst noch erzählen, der einzigen deutschen Plattform für Weiterbildung im Bereich Kunststoffe, Kunststoffrecycling und Testlabor. Und deswegen, heute keine großen Vorworte, ich würde sagen, wir starten rein.
Hallo Julian, hallo Karsten, ich freue mich. Hi Markus, hi Karsten, willkommen Karsten. Hallo ihr beiden, danke, dass ich dabei sein darf und danke für die tolle Anmoderation. Mal sehen, ob ich diese hohe Latte überhaupt halten kann und ob ich sofort bei der ersten Frage reise.
Ich freue mich drauf. Podcast mit Spannung heute, sehr gut. Das kriegen wir hin. Karsten, wie geht es dir?
Mir geht es richtig gut, wir haben schlechtes Wetter in Spanien, wo ja meine neue Wahlheimat ist seit 13 Jahren, aber Geschäfte laufen gut, wir sind eigentlich guter Dinge, und so freue ich mich wirklich auf diesen Podcast. Ich bin gespannt, was ihr an Fragen mitgebracht habt, das ist ein kleines Zufallsprodukt für mich und eine ganz andere Situation, normalerweise habe ich immer einen zweiten Bildschirm mit Fragen, den habe ich diesmal aus und ich fühle mich ehrlich gesagt ein bisschen hilflos. Ach du, das ist eine kleine Revanche, wir waren ja beide schon bei dir im Podcast, der Innoform-Podcast, sehr coole Sache, sehr informativ immer und deshalb waren wir nur zu glücklich, dass du auch mal zu uns kommst und ja, ich glaube, Markus, dir geht es genauso im Podcast von Karsten, es ist immer sehr warm, sehr gemütlich und er macht es einem sehr leicht und das machen wir heute auch nicht anders. Also ich hoffe zumindest, also ich muss auch sagen, bei Karsten ist es sehr schön, er darf das heute so ein bisschen mehr from scratch erleben mit uns, ein bisschen unprofessioneller, aber ich denke, wir sind ja alles drei eloquent, die Jungs, wir werden das Kind schon schauen können, das wird super und Karsten wird dann vielleicht sogar nicht das letzte Mal da gewesen sein, wenn es dann gut läuft.
Ich bin guter Dinge, ich freue mich. Ja, Markus, du hast schon gesagt, seit 13 Jahren bist du jetzt schon unten in Andalusien, oder? Genau, in Tarifa tatsächlich, mit Blick auf Afrika und wir genießen das unheimlich und was das für Vorteile hatte, kann ich vielleicht auch kurz erzählen, wir haben nämlich es dadurch geschafft, dass ich mich wieder zu 90 Prozent ums Fachliche kümmern kann, weil ich diese Personaldinge und so weiter einfach zurückgelassen habe bei meinem lieben Kollegen Klaus Behringer und meiner Kollegin Wilma Igelbrink in Hasbergen, die jetzt sich darum kümmern dürfen, die das viel besser können als ich und ich bin wieder voll in Flexpack eingestiegen und das macht mir wahnsinnig Spaß. Freue mich wie Bolle, würdest du sagen, Julian.
Ja, also ich habe, wir haben ja eine kleine Gemeinsamkeit in der Vergangenheit. Wir waren ja beide mal bei Bischof + Klein, ein großer Hersteller flexibler Verpackung. Als ich hier bei InterZero angefangen hatte, habe ich immer gesagt, ja, ich habe im Hintergrund in flexibler Verpackung, jetzt bin ich mittlerweile seit sechs Jahren dabei. Kann das also, nee, mein Hintergrund ist jetzt Recycling, Sortieren und Verpackungsgestaltung.
Deshalb habe ich es bis dahin immer sehr gerne gesagt. Aber Karsten, erzähl doch mal, wie bist du überhaupt, ja, von Münsterland, oder? Ja, genau, Osnabrücker Münsterland sozusagen. Über die verschiedenen Stationen dann heute nach Tarifa gekommen.
Ja, das war ein ganz turbulenter und wirklich schöner Weg, den ich auch jedes Mal wieder gehen würde. Ich bin von der Fachhochschule, damals hieß es noch, heute sind das ja alles Hochschulen. Osnabrück mit einem mäßigen Diplom Werkstofftechnik dann bei Bischof + Klein angeheuert. Damals haben die noch viele Mitarbeiter gesucht.
Zehn Jahre Karriere unter einem Dach
Heute ist wieder so eine Situation. Zwischendurch hatte sich das mal geändert. Hab dann zehn fantastische Jahre bei Bischof + Klein gehabt. Ist ja eines der wenigen Unternehmen, die wirklich alle Veredelungsstufen unter einem Dach haben.
Nicht also in der Gruppe haben das viele, aber unter einem Dach. Das ist was Besonderes. Bin ich also immer mit meinem Dienstfahrrad von Maschine zu Maschine gefahren und war dann während der zehn Jahre auch für fast alle Verkaufsbereiche mal zuständig als Entwicklungsingenieur. Und das prägt natürlich auch fürs Leben.
Und meine Kritiker sagen immer, der kann nix richtig und weiß von allem ein bisschen. Ich sehe das als Stärke. Ich versuche, das breite Wissen eigentlich unter die Leute zu bringen. Und wenn ich ganz ehrlich zu mir selber bin, habe ich auch ein paar Vertiefungsrichtungen, wo ich mich echt gut auskenne, glaube ich.
Und die sind auch nach wie vor gefragt. Das ist zum Beispiel das ganze Thema Barrierefolien, gerade wenn es um Recycling geht. Und dafür steht ihr ja, ist die Barriere wahnsinnig wichtig, insbesondere dann, wenn man Rezyklate einsetzen will wieder. Und beim Rezyklieren soll sich am liebsten die Luft auflösen.
Und daran arbeiten wir kräftig auch mit unserem Innoform Testservice in Oldenburg. Nach diesen zehn Jahren hat es mich gejuckt. Ich wollte mich selbstständig machen. Wollte ich immer schon.
Ich hatte auch schon mal einen Surfshop gemietet in Osnabrück. Aber wer Osnabrück kennt, weiß, da ist das Meer weit weg. Gut, dass es nicht geklappt hat. Der Vermieter wollte mir den Laden nicht vermieten.
Ich habe damals mal so hobbymäßig Surfbretter gebaut, hatte also immer schon irgendwie so einen Werkstoffhang. Ja, und dann bin ich angefangen, meine Kenntnisse über Verpackungsentwicklung eigentlich zu verkaufen. Das ging anderthalb bis zwei Jahre einigermaßen. Ein paar große Firmen haben mein Wissen abgegriffen, aber die haben mich nicht so richtig für voll genommen.
Die dachten nicht, ich könnte auch neues Wissen generieren. Aber was ich immer mitkriegte, waren Prüfaufträge. Und mein Freund und bis heutiger Mitgesellschafter und Geschäftsführer in unserem Innoform Testservice in Oldenburg hat dann auf dem Heimweg von Bischof + Klein bei mir im Keller dann schon mal durchs Mikroskop geguckt und schon mal so Mikrotomschnitte angefertigt von Folienverpackungen. Und wir haben gemeinsam dann diesen Prüfdienst ins Leben gerufen.
25 Jahre Entwicklung und Unternehmertum
Den Innoform Testservice. Der ist deswegen in Oldenburg übrigens, weil mein Freund Klaus gerne aus privaten Gründen nach Oldenburg wollte. Sonst wären wir tatsächlich in Osnabrück geblieben, bei uns im Keller wahrscheinlich. Und wir sind dann von unserem Keller in seine Garage.
Und so ging das immer weiter. Das ist ja alles 25 Jahre her. Und jetzt sind wir, was das angeht, eigentlich kurz vor der Rente. Wir reden jetzt über Nachfolgeregelungen bei uns im Innoform Testservice und solche Dinge.
Also so lange ist das ja schon her. Und auch das macht Freude. Und vor 14 Jahren habe ich bei mir im Privaten festgestellt, dass ich zu wenig Zeit für meine Kinder habe. Heute sind das Gott sei Dank andere Zeiten.
Aber damals war es unüblich, dass Väter sich intensiv um Kinder kümmern. Und meine Frau Kerstin ist ja auch voll mit im Geschäft. Und so haben wir Schwierigkeiten gehabt mit der Kindererziehung. Wir haben drei Kinder.
Und die lebten so auf dem Schreibtisch, unterm Schreibtisch, neben dem Schreibtisch, Homeoffice und so. Wir haben sieben Tage die Woche gearbeitet, die Kinder nebenbei gefüttert. Und das war nicht zielführend. Dann haben wir gesagt, so machen wir jetzt mal ein Sabbat.
Ja, ein Tarif war. Ja, und daraus sind jetzt fast 14 Jahre sogar, wenn ich genau rechne, geworden. Ich bin hier also hängen geblieben. Und es hat dem Geschäft keinen Abbruch getan.
Alle Kritiker haben sofort gesagt, „oh, mach das bloß“. Aber im Gegenteil ist der Fall, wir haben weiter ein Wachstum geschafft. Trotz Corona und so weiter haben wir überlebt. So, das war jetzt die lange Version meiner Vorstellung.
Ich hoffe, das war nicht zu viel Gelaber. Spannende Version. Ach, cool, cool. Also, ja, das sind die Schritte, von denen viele träumen, nicht wagen.
Einfach machen und Verrücktheit wagen
Weil auch die ersten immer sagen, wie kannst du das machen oder ach, du bist verrückt. Aber ja, einfach machen, gucken. Und du siehst, wie die Vorteile daraus erwachsen und wie es auch gehen kann. Und jedes Mal, wenn ich dich bei einer Veranstaltung dann sehe vorne und ich sehe in deinem braun gebrannten Gesicht noch die weißen Ränder der Sonnenbrille, da werde ich sehr neidisch.
Also, das muss man wirklich sagen. Vielleicht mal. Wir sind ja hier ein auditives Medium. Das heißt, wir drei, wir können uns gerade sehen.
Ihr könnt uns jetzt nicht sehen. Ihr lieben Zuhörerinnen, Zuhörer. Der Karsten, der sieht wirklich. Also der Surfshop, das ist keine Verwerfung.
Das ist eins zu eins, würde ich sagen. Ja klar, müsste Karsten einen Surfshop haben. Weil er sitzt einfach vor uns, braun gebrannt, mit blonder Mähne. Und man kann sich den Surferboy eigentlich nur genauso vorstellen.
Also daher, ich glaube, das ist ein Vorbild. Und ich finde auch den Punkt, den du gerade gemacht hast, also wenn das jetzt hier sicher kein Unternehmer-Podcast in dem Sinn ist, aber so dieses zwangsweise Distanz herstellen zu gewissen Themen und vielleicht auch irgendwo so sich zu Asynchronität in der Arbeitsweise zwingen oder so. Also genau das, was du sagst, wozu bei Corona eigentlich alle gezwungen waren. Eine Sache, die ja durchaus funktioniert, die durchaus Firmen weiterbringen kann.
Wenn es dann teilweise so ist, dass es eigentlich besser läuft, wenn der Chef nicht im Haus ist, was ja irgendwie erstrebenswert ist jetzt aus meiner Brille, wie ich mir die Unternehmergedanken vorstellen würde. Also super spannend, dass du jemand bist, der diese Schritte geht, der den Kritikern zutrotzt sagt, na ja, finden wir es mal raus, wie es läuft. Und dann sagt, ja, hat geklappt. Also cool, sehr spannende Vita.
Es war nicht ganz einfach und es fällt auch nicht vom Himmel. Ich möchte aber gerne allen Mut machen, auch solche Schritte mal zu gehen. Und wie ich euch beiden kennengelernt habe, neigt ihr auch dazu, alles immer wieder zu hinterfragen, euer Leben zu hinterfragen, Familienstand und natürlich auch das große Ganze. Ich habe aber auch viele Bücher gewälzt.
Ich habe daraus auch sogar mal so ein Managementseminar gemacht, weil ich dachte, ich hätte es jetzt kapiert. Hatte ich aber nicht. Ich hatte das für mich verstanden, aber natürlich nicht für jeden. Inno-Talk hieß damals das Projekt.
Passion statt Hamsterrad in der Arbeit
Dann haben wir hier in Tarifa, haben wir dann mit anderen Management-Trainerinnen eine ganze Woche versucht, so was hinzukriegen, dass jeder so seine Balance fürs Leben findet. Zwei, drei waren dabei, die es haben geschafft. Die anderen haben das nicht hingekriegt. Beziehungsweise, die haben ihren anderen Weg gefunden, sind weiter in diesem…
Manche sagen Hamsterrad. Ich sage, Passion in der Arbeitswelt. Es ist nicht ein Hamsterrad. Man sieht das von außen manchmal anders.
Ich glaube, da muss jeder seinen Weg finden. Mein Weg war immer, ich habe unheimlich gern Sport gemacht, Wassersport vor allem, ich liebe das Leben am Meer und Osnabrück ist da nicht der richtige Ort. Und das habe ich in diesem Sabbat-Jahr gemerkt. Und wir wollten wirklich zurück, weil wir dachten, wir müssten ja noch die Firma jetzt wieder nach vorne und noch größer und noch schneller.
Aber ehrlich gesagt, die Kinder wollten nicht wieder zurück und meine Frau auch nicht. Und dann haben wir gesagt, komm, wir versuchen noch ein Jahr. Und so hat sich das immer weiter gesteigert. Und das ist eigentlich so ein bisschen das Motto geworden.
Probieren geht über studieren. Aber man muss auch ein bisschen Theorie dabei haben. Und deswegen, es gibt für alles ein Buch. Und kaufen, lesen und überlegen, was kann ich davon gebrauchen?
Das war so ein bisschen unser Motto. Und dann von Windsurfen, ne? Windsurfen, Kitesurfen, ein bisschen Ballreiten. Das hat mich allerdings nie so richtig gepackt, muss ich sagen, weil hier auch die Wellen nicht so gut sind.
Jetzt hatten wir gerade ein schönes Swell, da war ich mal wieder. Aber eigentlich ist Windsurfen und Kitesurfen im Moment das, was ich wirklich liebe. Und jetzt kümmere ich mich gerade um Wingfoilen. Mein Sohn ist da schon richtig gut und der versucht mir das jetzt beizubringen.
Ganz spannend. Das ist das, wo du einen Meter über Wasser fliegst? So ungefähr, genau. Und dann hat man so ein Schirm, so ein Sonnenschirm oder ein Regenschirm oder was auch immer, hat man da in der Hand und lässt sich davon ziehen.
Wellen, Strände und Work-Life-Balance
In Anführungsstrichen. Das ist natürlich dann so ein Wing, sagt man dann so schön. Und ne, macht Spaß und man ist viel in der Natur und immer. Die Surfer, und das könnt ihr vielleicht bestätigen, sind ja immer an den schönsten Orten der Welt.
Das ist ja das Schöne. Da, wo die schönsten Wellen sind, sind meistens auch sehr schöne Strände. Ja, stimmt.
Ich möchte kurz, bevor wir nochmal abbiegen, weil das ist auch so mein Thema, ich hab auch irgendwann für mich mal angefangen, so diese Magie von Büchern zu finden. Deswegen, was würdest du sagen, war so in der Phase das Buch, was am meisten mit dir gemacht hat, was dir am meisten auch so den Weg dahin aufgezeigt hat? Das ist eine fantastische Frage. Es sind zwei Autoren, die mich wirklich geprägt haben.
Das ist einmal damals war ganz aktuell Stephen R. Covey aus Amerika. Seven Habits of Highly Effective People. Jetzt fällt mir der Titel sogar noch spontan ein.
Das hat mich wirklich geprägt. Das habe ich fünf oder sechs Mal gelesen. Habe daraus auch wie gesagt ein Seminar gemacht. Habe mich also abends dann hingesetzt.
Damals schon als Hörbuch auf der Fahrt zum Kunden. Habe ich mir das reingezogen und abends dann aufgeschrieben, was ich verstanden habe. Dann nochmal gehört und dann nochmal korrigiert und so. Und daraus Powerpoints gemacht.
So ging das los. Und dann habe ich auch mich viel mit Rhetorik und Verkaufstraining beschäftigt, weil ich habe auch verstanden, dass man sich selbst immer verkauft. Man kann gar nicht anders und vor allen Dingen auch seine Produkte ja verkaufen muss. Und ich war kein Verkäufer eigentlich.
Und war es aber irgendwie doch und hatte auch eine Neigung. Aber ich wusste nicht, wie. Und da habe ich auch ganz viele Bücher aus dem Bereich gelesen. Da gibt es verschiedene Autoren quer durch den Garten.
Management-Literatur und aktuelle Fachlektüre
Und dann habe ich so ein bisschen Management-Literatur auch aus Deutschland. Mit Sprenger zum Beispiel fällt mir da noch eingelesen. Motivaction ist so ein Buch vom Schindlerhof in Nürnberg, wo wir auch mal Seminare gemacht haben. Der Inhaber hat das geschrieben.
Solche Dinge. Es sind relativ alte Dinge. Und heute beschäftige ich mich eigentlich mehr so mit aktueller Literatur und wird ein bisschen philosophischer, wenn man so älter wird. Aber es ist interessant, dass du die Technik der Rhetorik und des Verkaufens dann mitgenommen hast.
Weil ich fand das immer, wenn ich es so mit Vertriebslern zu tun hatte, immer die, die wirklich die Bücher eins zu eins, die Methodiken eins zu eins umsetzen. Und du merkst es dann immer, hey, jetzt kommt wieder so eine Methodik an. Und deshalb fand ich das bei dir immer so, ich kenne es eigentlich nur aus der Moderation, dass es einfach fast natürlich kommt und das ist das Coole. Ich muss dazu unbedingt reinspringen, weil diesen ganzen Weg, ich bin über Bücher und Seminare gegangen.
Und man kann also gerade diesen Literaturbereich, weil ich habe das für mich mal 2016 oder so verstanden. Da hatte ich damals ein Seminar bei dem selbsternannten Deutschlands härtesten Verkaufsredner Andreas Mildner, der wirklich, also sein Hauptmittel, das waren so drei Tagesblockseminare und das Hauptmittel war psychologischer Druck. Also es wurden gewisse Sachen zum Beispiel verboten, die du sagen darfst oder du durftest nicht äh sagen oder so. Und wenn du das gemacht hast, dann musste die ganze Gruppe alle laut auf den Tisch klopfen.
Ich konnte mich darauf gut einlassen. Es ist nicht jeder mit warm geworden, aber für mich war das witzig. Und der hat mir damals aufgezeigt, eigentlich wie arrogant ich bin zu meinen, alles schon zu wissen. Und mir eigentlich eher aufgezeigt, was ich alles nicht weiß.
Also sein Prinzip ist halt, ich nehme dich einmal komplett auseinander und dann erarbeiten wir miteinander mal so den Baukasten, wie wir dich dann zusammenbauen. Und das hat mir geholfen, überhaupt auf diesen Weg dieser Weiterbildung zu kommen. Und da muss man sagen, es gibt halt diese Literatur von Leuten, die Seminare verkaufen wollen. Also ich will jetzt keine Namen.
Gut, von mir aus weiß ich Limbeck oder so. So dieses ganze alte Hard Selling und was man irgendwie so mit diesem Handy, Telefon, Autoverkäufer-Sprech assoziiert. Und es gibt aber gerade aus dem amerikanischen Raum gibt es so viele Sachen. Ich habe zum Beispiel ein total geiles Buch gelesen, „The Brain Audit“.
Na, was sich jetzt nur mittelbar mit dem Thema Verkauf dann eigentlich befasst, aber halt sagt, wie eigentlich das Gehirn über diese Problemlösungsketten Informationen verarbeitet, also wen du an welcher Stelle treffen musst. Oder zum Beispiel auch von Chet Holmes gibt es ein Buch, das heißt „Die Ultimate Sales Machine“. Das klingt total drüber vom Titel, ist ein wunderbares Buch, was auch wirklich mal erklärt, so aus deiner Gesamtmenge potenzieller Menschen, die mit dir arbeiten könnten, wie viel Prozent da wirklich derzeit aktiv auf der Suche sind, wie viel sind latent auf der Suche, wie musst du wen ansprechen? Also gerade wirklich aus dem amerikanischen Raum.
Predictable Revenue und persönliche Passion
Oder es gab noch eins, irgendwas mit „Predictable Revenue“ glaube ich, das ist auch interessant. Da gibt es wirklich sehr viele, die sich eher damit befassen, dass du dich empathisch auf dein Gegenüber einlässt und die Problemebene verstehst und damit auch wirklich in der Kommunikation Lösungen anbietest, anstatt jetzt die drei hypnotischen Zauberformeln zu lernen und irgendwelche Anruflisten aufzubauen, damit Leute irgendwann genervt auflegen, sagen, jetzt komm, gehen wir nicht auf den Punkt, Punkt, Punkt. Genau, das muss man trennen. Das ist auch das, was ich meinte.
Jeder muss für sich das finden, was da zu jedem passt. Und ich habe das immer versucht, auch mit meiner Passion der flexiblen Verpackung irgendwie zu kombinieren. Das muss auch irgendwie die Verpackungssprache da bleiben und nicht irgendwelche abgedroschenen Phrasen aus dem Rhetorikseminar. Und ich habe gar nichts gegen Ähs und Öhs.
Wenn wir unseren Podcast schneiden, lassen wir ganz viel davon drin. Und das gehört manchmal auch zur Persönlichkeit dazu. Und klar, wenn einer nervös ist und zu Anfang ist es ein bisschen mehr, dann nehmen wir die weg, sodass das ein bisschen sich schöner anhört am Anfang. Aber letztendlich, wir sind alle Menschen und wir hören eigentlich dem gerne zu, der auch eine Story zu erzählen hat, die sich zumindest plausibel anhört, wenn sie nicht sogar zu 100% wahr ist.
Das versuche ich immer. Ja, die ganzen Ähs und Öhs sind Teil, haben alle eine sprachliche Funktion. Da ist es klar, wenn Nervosität da ist, dann ist es was anderes. Aber das zu unterbinden, finde ich…
Karsten, zum Thema Veranstaltung. Du machst ja viele Informations… Also quasi Schulungen, Webinars, live, online. Aber eben auch viele Veranstaltungen.
Was würdest du sagen, wo gehen jetzt gerade so die Trends, was hat vielleicht Corona auch verändert, wo gehen die Trends hin? Weil wir waren jetzt auf der Fachpack und da habe ich mich dann auch einmal unterhalten über zwei Dinge, die wir beobachtet haben und aus einem Effekt heraus, meiner Meinung nach. Jetzt Oktober, November. Auch die Zeit, wo wir gerade aufnehmen.
Unglaublich voll mit Veranstaltungen. Und Fachpack gleichzeitig etwas weniger Aussteller, wie ich das beobachten konnte. Und die Meinung so, dass viele sparen sich dann die 20, 30, vielleicht 40 Scheine für die Messe, um gezielt eigene Kundenveranstaltungen zu machen. Ist das etwas, siehst du es ähnlich?
Wo geht es mit diesen Veranstaltungen hin? Ist dein Kalender genauso voll? Ja, das stimmt tatsächlich. Die Beobachtung teile ich zu 100 %.
Kundenveranstaltungen und Bezahlveranstaltungen
Und ich würde sogar fast noch einen draufsetzen. Diese Kundenveranstaltungen sind im Moment auch für unsere Bezahlveranstaltungen, wo ja die Show bezahlt wird von den Teilnehmer-Tickets, die größte Konkurrenz. Früher hatten wir die größte Konkurrenz aus Amerika, aus England, von Wettbewerben, die das Gleiche machen wie wir zum anderen Preis mit einem besseren Programm oder schlechteren Programm. Und mit denen konnten wir uns unheimlich gut messen, wo wir überhaupt machtlos sind, gegen Kundenveranstalter anzutreten.
Die haben viel größere Budgets, denen ist völlig egal, wer da kommt, in Anführungsstrichen. Hauptsache, es werden Kunden. Die müssen nichts bezahlen. Die haben keine Eintrittshürde, außer die Anreise zum Event vielleicht.
Und wenn die es jetzt sogar noch hybrid machen, dann haben wir eigentlich kaum noch eine Chance. Dennoch kommen die Leute zu uns. Und das macht mir auch wiederum Hoffnung. Wir haben aber, das muss ich sagen, das Präsenzangebot, also die Veranstaltung, Seminare vor Ort im Hotel, klassisch zwei Tage mit zwei Referenten oder so, haben wir gekürzt zugunsten der Online-Veranstaltungen.
Aber wir machen auch die kostenpflichtig. Wir haben versucht, zum Beispiel diese Online-Veranstaltungen, da das Geschäftsmodell umzudrehen, so wie Google das ja immer schon macht, wo ja alle Dienste bei Google im Prinzip kostenlos sind und alles über Werbung finanziert wird. Das haben wir versucht, für Veranstaltungen auch mal zu machen und mal so aus dem Nähkästchen zu plaudern. Und das heißt bei uns Inno-Talk, das läuft, aber das ist bei weitem nicht so profitabel wie die anderen Veranstaltungsmodelle.
Aber ich warte mal ab. Ich bin drei Jahre dabei. Ich habe einen langen Atem. Mir macht das auch Spaß.
Und ich muss das Geld dann nicht verdienen. Und solange das Plus-Minus-Null ist, mache ich das weiter. Und es ist einfach ein tolles Format. Nur, wenn man sich alle vier Wochen mal trifft, einfach mal ein Thema bespricht, zum Beispiel jetzt Flexo-Druck.
Für Flexpacker haben wir jetzt am nächsten Mal. Oder danach geht es mal ganz speziell um NC-freie Druckfarben. So richtige, nischige Themen, so ein bisschen nerdig. Zwei kurze Vorträge, mal darüber geredet.
Und wer will, schaltet sich live rein. Und wer nicht, nicht. Und dieses Live, das möchte ich gerne beibehalten, weil ich merke, dass dann viele Dinge einfach schöner werden, als wenn man alles aufzeichnet. Das kennt man ja, glaube ich, auch von Fernsehshows oder anderen Dingen.
Live-Events und LinkedIn-Live-Format
Also ich liebe live. Ja, das war ja Markus und mein Ansatz auch. Zum einen finde ich den Freitagnachmittag oder ab Mittag super, weil dort häufig ein bisschen mehr Ruhe einkehrt in den Unternehmen. Vielleicht sind die ein oder anderen deiner Zuhörer oder Zuschauer auch am Weg dann über die Autobahn zurück.
Also das finde ich, finde ich vom Timing her sehr klar. Und diese Live-Sache hatten Markus und ich mit den LinkedIn-Lives auch am Anfang so gemacht. Das haben wir dreimal gemacht, Markus, viermal. Es hat einen deutlich – ich finde es auch deutlich spannender, weil wir noch denken wir schon einigermaßen drüber nach, was wir sagen.
Und das hatte diesen Live-Charakter, ist das alles ein bisschen kurzfristiger, ein bisschen unmittelbarer. Ich glaube auch, dass das eine sehr gute Idee ist. Grundsätzlich wird der weitere Markt härter. Wir machen weiter.
Uns macht das, wie gesagt, Freude. Ich glaube, es gibt auch einen wahnsinnigen Handlungsbedarf. Wir müssen in der Flexpack-Industrie einfach unsere Hausaufgaben machen. Und dafür brauchen wir einfach noch mehr schlaue Leute.
Und die müssen auch immer schlauer werden. Und die Generation neuen Wissens, die hat sich beschleunigt. Es gibt jetzt ja durch das Fraunhofer Institut, durch verschiedene Universitäten, nicht nur in Deutschland, auch in Europa neue Wissensquellen. Und ich muss sagen, auch die großen Unternehmen – ich nenne mal Bobst als einen – haben große Forschungsabteilungen, die zum Beispiel jetzt mit diesem einen Produkt, ich will mal diese Produktnummer nennen, weil das so eine tolle Idee ist, dieses One Barrier.
Das ist also ein Barriereverfahren, was die verkaufen. Die verkaufen nicht mehr eine Maschine, sondern die verkaufen quasi ein patentiertes Verfahren, um eine Hochbarriereverpackung herzustellen und gehen selber tief in die Forschung rein mit ihren Kunden. Und ich sage mal so, die Grundlage kriegst du da kaufen. Und dann kannst du das für deine Kunden anpassen und verfeinern.
Und das sind tolle neue Wissensquellen, die wir versuchen, auch dann zu verbreiten über Podcasts, über diese Seminare und vor allen Dingen eben auch über Entwicklungsprojekte, die wir ja auch noch machen. Entwicklungsprojekte, die ihr dann über das Labor begleitet? Ganz genau, wir sind ja zunehmend quasi verlängerte Werkbank auch von Entwicklungsprojekten, wo dann spezielle Prüfungen, die sich Firmen oft selber nicht leisten. Ein bestes Beispiel ist immer die Barrierefolienmessung.
So ein Messgerät kostet um die 100.000 Euro, wenn man was Vernünftiges haben will. Und das zu beherrschen, dafür braucht man einen, der 100.000 Euro im Jahr verdient, der da vorsitzt, der das Ding repariert, pflegt, die Prüfproben einschätzen kann, denn wenn man eine falsche Probe mit einem falschen Parametersatz einlegt, ist das Gerät erst mal wieder beschädigt. Und da muss man sich wieder drum kümmern. Das heißt, man muss viel von Folie wissen, bevor man überhaupt so ein Gerät bedienen kann.
Messtechnik und unabhängige Anbieter
Und davon haben wir 15 Stück oder so. Ich weiß es gar nicht, sind da, glaube ich, einer der größten unabhängigen Anbieter. Und diese Barrierefolienmessung ist eben ein Paradebeispiel, wie kompliziert heute auch Entwicklungsprojekte im Flexpackbereich werden. Du musst eigentlich was von Folien kennen.
Aber wenn du die Messtechnik nicht irgendwoher kriegst, dann kannst du so viel an den Folien rumfummeln, wie du willst. Du musst ja immer dann Lagerversuche machen. Es dauert unendlich lang und wird unendlich teuer. Mit diesen Barrierefolienmessungen bist du viel schneller und kannst natürlich viel systematischer arbeiten.
Und wenn man das dann noch mit neuen Methoden wie AI und so weiter kombiniert, dann werden wir richtig schnell. Und dafür kämpfe ich eben auch und damit stehe ich jeden Morgen auf, da ein bisschen mitzuhelfen. Ist euer Barrierefolienrechner noch online? Jawohl, der ist auch noch online.
Das ist auch so etwas. Das kann ich auch nur empfehlen. Genau, einfach mal drüber rechnen. Können wir vielleicht nicht in die Show Notes machen.
Ist immer noch billiger als sofort eine Prüfung machen. Weil viele Prüfungen, das muss ich auch selbstkritisch sagen, sind auch unnötig. Wir versuchen das auch vorher im Gespräch mit Kunden zu klären: Müssen wir diese Messung wirklich machen oder können wir erst mal theoretisch überlegen, was dabei rauskommen kann?
Und andererseits ist es zwingend, wenn ich eine Barrierefolie herstelle, dass ich eine Qualitätssicherung mit solchen Messgeräten mache. Weil wie soll ich denn sonst die Qualität sicherstellen? Das muss ich sicher nicht bei jeder Rolle machen, aber das muss ich bei jeder Charge machen und sicherlich auch immer regelmäßig und das statistisch auswerten. Und all dieses Wissen, das kann man ja bei uns erstens erlernen und zweitens dann eben auch die Dienstleistung kaufen.
Das ist so ein bisschen unser Konzept ja auch. Dann gehen wir noch mal ein bisschen was in die flexible Verpackung rein. Wo siehst du da gerade die aktuellen Trends? Wo siehst du Herausforderungen?
Und was davon hat man vielleicht nichts mit Nachhaltigkeit zu tun? Also flexible Verpackung hat ja schon immer ein über allem schwebendes Anforderungsprofil, das ist der niedrige Preis. Wir sind mit den flexiblen Verpackungen eigentlich immer die günstigste Verpackungslösung, die man haben kann, neben der Nichtverpackung. Und die Nichtverpackung ist nur bei ganz wenigen Produkten überhaupt eine Alternative, denn meistens führt es ja zum Verderb.
Verpackungsfunktion schützen und kennzeichnen
Und wir wissen alle, die wichtigste Aufgabe von der Verpackung ist erst mal das Produkt zu schützen, zu kennzeichnen und irgendwie zum Konsumenten zu transportieren, vielleicht noch im Lagerhaus aufzubewahren und so etwas. Produktverderb ist ja immer das, was wir versuchen zu vermeiden mit unseren flexiblen Verpackungen. Und weil die Folien eben so dünn sind, ist es meistens die kosteneffizienteste Lösung. Aber darum geht es ja oft auch gar nicht.
Es gibt hochwertige Füllgüter, Fernseher zum Beispiel, wäre so was, wäre jetzt mal Non-Food. Der wird nicht in der Folie verpackt, warum nicht? Ja, weil der gestapelt werden muss, weil der palettiert werden soll, weil der einen anderen Schutz braucht als eine Folie. Der muss dann vielleicht noch Stöße aushalten, so eine Verpackung und so vieles mehr.
Aber wenn wir bei Lebensmitteln sind, dann sehen wir doch einen Trend hin zu Folienverpackungen tatsächlich, oder ich sage mal nicht Folienverpackung. Das ist noch der alte Begriff. Wir nennen es heute Flexpack, weil wir da die nicht kunststoffflexiblen Verpackungen mit einschließen. Und dazu zähle ich auch einen Tetra-Pack oder einen Getränkekarton.
Alles, was von Rolle kommt, ist für uns ja eigentlich Flexpack. Und da ist man heute sehr viel mehr materialunabhängiger unterwegs. Man ist nicht mehr so verbissen auf dem Kunststoff, was ich gut finde, aber auch nicht zu verbissen auf dem Papier. Denn beides macht keinen Sinn.
Wir müssen materialunabhängig das Beste fürs Füllgut und für den Markt finden, weil letztendlich die zweitwichtigste Aufgabe der Verpackung ist, zu verkaufen. Da sind wir wieder bei unserem Anschließgespräch. Du hast natürlich an der Stelle, ich sage mal gut reden, da du als Plattform ja allen die Bühne geben willst und kannst. Das ist ja immer dann, wenn ich sehe Papier gegen Kunststoff, hier wieder LCA zeigt das, hier diese LCA zeigt dieses und das Bashing gegeneinander und gar nicht so eine gemeinschaftliche Stimme.
Natürlich nicht. Und ja, das sehe ich dann immer als vereinzelt. Es gibt Drucker und auch Konverter, die natürlich jetzt auf beiden unterwegs sind. Wenn man dann aber wirklich von Blasformen-Extruder bis hin zur Konfektion unterwegs ist, ist man natürlich dann erst mal auch interessiert, seine Anlagen da vollzubringen.
Genau, und dadurch kommt vielleicht auch dieses Bashing manchmal, was der Kunststoffmann mit dem Papier macht und rückwärts. Und das hilft uns eigentlich nicht. Ich glaube, es gibt ganz viele heutige flexible Verpackungen gegen Kunststoff, die besser im Papier wären. Aber es gibt mindestens genauso viele, wenn nicht mehr, noch mehr, die wir lieber vom Papier in Kunststoff packen würden.
Auch wenn ich an eure Geschäftsmodelle denke, ihr habt auch Spaß am Kunststoffrecycling, glaube ich. Und da gibt es eben auch große Innovationssprünge. Da wird sich die letzten nächsten zehn Jahre mit Sicherheit noch viel tun, sodass wir noch mehr Kunststoff auch im Kreis führen. Die Kreislaufwirtschaft beim Papier, die macht mir ehrlich gesagt Bauchschmerzen, muss ich sagen.
Recyclingpapier und Kunststoffdebatten
Deswegen setzt ja auch im Moment so gut wie keiner, zumindest nicht legal und wissentlich, Recyclingpapier für Lebensmittelverpackungen ein, für Direktkontakt. Wenn ich gucke, was Köhler macht, die nehmen natürlich Frischfaser für ihr tolles Rittersport-Verpackungspapier oder so etwas. Und dann funktioniert das auch. Auch wenn ich da Recyclingpapier einsetzen würde, geht das gar nicht.
Das Gleiche beim Kunststoff. Und darüber kann man jetzt trefflich streiten. Was ist jetzt richtiger? Ich sage mal, die Schokoladenleute haben aus gutem Grund auf Papier gesetzt, weil die insgesamt ihr Image auch aufwerten möchten durch Papier, weil Papier einfach ein gutes Nachhaltigkeits-Image hat.
Ob das dann nachher wirklich nachhaltiger ist, ist doch erst mal der zweite Punkt. Wir müssen damit umgehen, was Marketing-Abteilungen auch entscheiden. Und die machen das ja auch nicht alles aus der Hüfte, sondern die haben sehr gute Gründe dafür, um eben dieser Anforderung an Verpackung nachzukommen, dass die eben mitverkaufen muss. Und ich muss sagen, mir ist eine Papierverpackung auch echt sympathisch.
Muss ich als Kunststoffmann neidlos anerkennen. Dennoch raufe ich mir manchmal die Haare, was ich so im Regal sehe. Wenn ich dann zum Beispiel so Tiefkühlprodukte in Papier sehe und ich das Ding so ein bisschen antauen lasse und die Verpackung löst sich auf und ich habe Farbe an den Händen von der Druckfarbe, muss ich sagen, schüttelt es mich. Sowas wäre mit Kunststoff verboten.
Und bei Papier halten wir das aus. Da ist doch die Folge auch in deinem Podcast mit Herrn Berlitzer. Nee, sag einmal vom… Ja, wenn ich das noch wüsste, müsste ich eben nachgucken.
Institut Eurofiends. Genau, Gravits. Herr Gravits oder Gravitzer. Gravits.
Sehr, sehr spannend und auch alles sehr, sehr tiefe rechtliche Themen. Sehr greifbar gemacht. Und auch da ging es am Ende. Was würden Sie auf jeden Fall nicht mehr kaufen?
Genau. Und dann hat er mir den Pizzakarton endgültig vermiest. Genau, ich kaufe den wirklich auch nicht mehr. Also Pizzakarton geht gar nicht, weil da ist wirklich oft Rezyklat drin.
Virgin Fiber versus recycelte Papierfaser
Also recyceltes Papier, Papierfaser mit allem. Wir wissen alle, was da drin ist. Nur mal so eine kleine Anekdote von Bischof + Klein. Bevor eine Papierrolle verwendet wurde für eine Lebensmittelverpackung, haben wir erstmal eine mikrobiologische Untersuchung gemacht.
Weil wenn die Rolle eine ganze Zeit lang im Regal stand oder auf dem Boden im Blocklager gestartet wird. Virgin Fiber jetzt. Ja, wenn jetzt da Papierfaser, egal ob frisch oder Recyclingpapier, gelagert wurde, die wurde ein bisschen feucht, das lässt sich ja gar nicht verhindern. Auch in einer klimatisierten Halle nicht.
Dann können sich Schimmel und solche Dinge eben auf der Oberfläche bilden. Das will der Konsument und viele Papierverarbeiter wollen das nicht wissen und auch nicht erzählen. Aber so ist es nun mal. Deswegen haben wir da Qualitätssicherung gemacht, haben das geprüft und wir haben ab und zu auch tatsächlich was gefunden.
Und bei Kunststoffen ist das einfach nicht. Und deswegen hat Kunststoff eben manchmal wirklich eine Bedeutung nach wie vor, auch wenn das Recycling vielleicht heute noch ein bisschen schwieriger ist. Ja, wir helfen ja auch den Kunden dabei, erstmal materialunabhängig eine Lösung zu finden. Und es gibt, wir wollen eine Papierlösung schaffen, wenn wir sie gemeinsam mit dem Kunden entwickeln, die halt auch in den lokalen Altpapier-Strom darf, der nicht als Verbund zählt und nicht in den gelben Tonnen und über diese längeren Prozesse gehen muss.
Denn wenn ein Ballenpapier aus der Sortieranlage nicht innerhalb von Tagen dort weg ist, da kriegt das Zeug Temperatur, die ganzen Schimmelspuren, die du gerade angesprochen hast, fangen an zu arbeiten. Da hat das mit, das hat, das ging auch ohne Lebensmittelkontakt zwischendrin, weil das Material schon mitbringt. Aber wenn eben noch mehr Lebensmittel und Organik dann dazu kommt, wird es ein wahnsinniges Problem. Deshalb bin ich auch mal gespannt, was passiert mit dem Altpapierstrom, wenn neben dem, heute soll ja der Pizzakarton das große Problem sein im Recycling durch Anhaftung, durch Fett, wenn das jetzt noch durch mehr und mehr Schoko-Riegel, durch mehr und mehr Spinat, alles Mögliche anläuft, dann ist die Qualität unseres Altpapiers, der Altpapier-Zone bei uns vor der Tür auch sehr stark gefährdet.
Ja, das befürchte ich auch. Und da muss man halt auch dran denken, LCA hin oder her. Aber das sind so Nebeneffekte, die man, oder Nebenwirkungen auch, die man auch berücksichtigen muss. Beim Kunststoff haben wir andere Probleme, aber das Schöne beim Kunststoff ist, und da fühle ich mich wirklich wohl, der ist unheimlich gut geregelt lebensmittelrechtlich.
Da ist eigentlich sehr viel erforscht, man hat ganz gute Grenzwerte, da kann man über jedes Detail auch immer schimpfen. Aber beim Papier gibt es kaum Grenzwerte. Da wird kaum was geprüft. Und gerade bei recyceltem Papier ist es schwierig.
Und deswegen nehmen die die meisten Leute das auch nicht. Es geht ja sogar so weit, dass wir, wenn wir bei dem Thema noch ganz kurz bleiben wollen, es gab ja diesen Skandal mit Mosh/Moah, habt ihr euch vielleicht auch am Rande mit beschäftigt. Adventskalender. Genau, Adventskalender ist also ein recycelter Karton bedruckt, der Adventskalender, der dann Schokolade einpackt innen, die Schokolade innen war sogar dann noch in einem Blister eingelegt.
Barrierefolien gegen Mineralölreste
Und dann kam ja quasi aus dem Karton, gingen dann eben giftige Stoffe, Mosh/Moah gingen dann eben, also Mineralölreste, gingen dann eben auf die Schokolade über. Das hat man später auch bei Cerealien gefunden, also man hat die Cerealien-Karton, innen ist der Beutel drin. Und durch den Beutel gingen dann diese giftigen Stoffe vom recycelten Karton in die Cerealien. Und die waren so hoch, die Konzentration, dass sie gesundheitsbedenklich wurden.
Was macht man heute? Man nimmt Barrierefolien, um den Dreck von den recycelten Kartons draußen zu halten. Tolle Lösung, beide können weiter liefern, beide haben irgendwie ihren Strom, funktioniert, hat das Ganze aber ein bisschen teurer gemacht. Und so kann man, das kann man eigentlich auch schön sehen, wie was zusammenarbeiten kann.
Man muss gar nicht gegeneinander. Also die Kunststofffolienentwicklung hat geholfen mit einem kleinen Preisaufschlag. Der war gar nicht groß. Man hat einfach nur einen anderen Verbund genommen.
Dieses Problem aus der Kartonproduktion von den recycelten Kartons, der übrigens vom Zeitungsdruck her kam. Also die Gifte kommen gar nicht von Lebensmittelverpackungen, sondern kommen vom Zeitungsdruck. Die drucken nämlich mit solchen Farben, die diese PFAS-Produkte erzeugen oder sogar beinhalten, eben diese Öle. Und die dann eben in den Cerealien oder in anderen Schokoladen oder sonst wo gefunden wurden.
Und die Folie hat das Problem eigentlich lösen können. Und so denke ich, wenn man dann zusammen was denkt, ein Verpackmittel oder einen ganzen Strom, Lieferstrom, dann können Flexpackfolien unheimlich stark noch werden. Und viele Rigids und zum Beispiel Glasverpackung oder Blechverpackung wirklich ablösen, die heute eigentlich kein Verpackungsentwickler mehr entwickeln würde. Also ich bin jetzt seit zehn Jahren etwa dabei, so nach dem Studium, habe meine Abschlussarbeit auch über Standbodenbeutel in der Kosmetik geschrieben, kam darüber auch mit Hanno Henson in Kontakt.
Über das alles, der mich dann mal in diese Szene reingebracht hat. Und dann weiß ich halt auch noch, dass ich im Supermarkt gucken musste. Hey, was haben wir jetzt hier für Muster? Was habe ich für Beispielverpackungen?
Wenn ich da ein, zwei in einem Supermarkt gefunden habe, die wirklich klassische Standbeutel sind, abseits Capri-Sonne, dann war das viel. Und jetzt die komplette Snack-Abteilung, Nüsse, die Quetschis. Fünf verschiedene Marken. Reibekäse.
In jeder Ecke ist es dabei. Das hat sich wahnsinnig, wahnsinnig entwickelt. Und ja, es ist, wie du sagst, sehr convenient, sehr materialsparend, dadurch günstig. Du hast eine große Oberfläche nach vorne zur Werbung.
Druckqualität und Recycling-Fähigkeit
Du kannst gute Drucke aufbringen. Also hat es wirklich eine Reihe von Vorteilen. Nur eben lange Zeit nicht der Recycling-Fähigkeit, der Nachhaltigkeit. Weil durch diese dünne Schicht eine stehbare Verpackung hinzubekommen, da bräuchte man mindestens zwei, teilweise drei oder vier verschiedene Materialien.
Und das sind Sachen, wo wir in letzter Zeit sehr viel damit zu tun haben. Ein Großteil unserer Kunden kommt ja aus dem Bereich der flexiblen Verpackung. Halt genau diese Herausforderung haben, Maschinen so einzustellen, Siegelbacken so einzustellen, dass sie halt mit Monomaterialien arbeiten können und nicht einfach bei so einem PET-PE-Verbund, man wie jack von außen Temperatur draufgeben kann und die Maschine weiterlaufen kann. Siehst du, wo siehst du noch die letzten Herausforderungen, das auch wirklich anzuwenden?
Weil wir haben häufig oder höre ich häufig aus der Industrie, ja, wir haben das alles da liegen, aber ist dann doch noch zu teuer. Ja, das ist sicherlich, du hast es schon fast selbst beantwortet. Der Preis ist immer der Schlüssel. Aber das wird sich ja auch durch den Gesetzgeber vielleicht ein bisschen relativieren, weil vielleicht Sanktionen erhoben werden, wenn man nicht Monomaterialien, recyclingfähige Materialien liefern kann in ein paar Jahren.
So sieht es ja im Moment aus, dass das so kommen wird. Ich glaube, dass die Technologie zu 99 Prozent fertig ist, um sehr gut recyclefähige zum Beispiel Standbeutel für Lebensmittel herzustellen. Ich glaube, dass die Technologie noch gar nicht fertig ist, auch Rezyklate für Lebensmittelverpackung da einzusetzen. Das glaube ich nicht.
Das brauchen wir auch nicht, weil wir genug andere Möglichkeiten haben, Rezyklate loszuwerden in vernünftigen Anwendungen, glaube ich. Das müsst ihr gleich vielleicht noch ein bisschen relativieren. Aber so ist meine Einschätzung. Ich sehe aber wahnsinnige Bemühungen, diese Monomaterialverpackung, die ja recyclingfähiger zu sein scheint, zumindest im Moment in den Markt zu drücken.
Aber im Regal sieht man sie noch nicht, weil sie eben im Moment noch zu teuer sind. Die Anreize sind noch zu klein. Es gibt ein paar wenige, die das machen. Einer davon ist damit auch sehr kommunikativ unterwegs.
Das ist Werner und Merz mit seinen Frosch-Produkten, der seinen recycelten Beutel wirklich toll gebaut hat, mit diesem Etikett, was abfällt. Aber dennoch, ich meine, wir müssen auch ehrlich bleiben, gerade die kleinen Verpackungen werden eben in großen Mengen ja noch gar nicht so richtig recycelt, weil wir eben noch genug anderes Material haben, was wir gut recyceln können, wo wir es einfach noch besser hinkriegen. Aber gerade der Standbeutel wird sich zu einer Monomaterialverpackung mit Hochbarriere entwickeln. Die Dinge liegen alle auf dem Tisch.
Wir haben auch ganz viel in der Prüfung bei uns im Labor hinsichtlich Lebensmittelkontaktmaterial-Absicherung, dass da alles okay ist und auch hinsichtlich Barriere. Die ist natürlich anders. Auch die Schweißmaschinenhersteller haben tolle Fortschritte gemacht. Es muss auch nicht immer eine neue Schweißmaschine gekauft werden, aber es ist oft mit Leistungseinbußung verbunden.
Maschinenauslastung und Kaizen Lean-Management
Das hast du schon angeteasert, Julian. Aber das ist oft vertretbar, weil oft die Maschinen sowieso nicht ausgelastet sind. Und ich war neulich gerade bei einem Unternehmen, die hat mir was ganz Tolles erzählt, sagte ja, wir kaufen uns jetzt die fünfte Beutelmaschine, obwohl noch nicht mal eine voll ausgelastet ist. Ich sage, wie seid ihr denn drauf?
Ja, sagte er, wir wollen nicht mehr rüsten. Wir machen Kaizen, das ist ja so ein Lean-Management-Ding. Wir machen für jedes Format eine Maschine und die fahren wir meinetwegen nur zwei Tage in der Woche. Aber dafür haben wir weniger Ausschuss, wir haben weniger Rüstzeiten, eigentlich gar keine mehr.
Und vor allen Dingen haben wir wahnsinnig schnelle Lieferzeit. Und das ist unser Argument. Wir machen digital bedruckten Beutel. Das Laminat liegt bei uns im Lager und dann hauen wir da hinten auf die passende Maschine sofort das Laminat drauf und dann fallen für 15 Kunden gleichzeitig von der Maschine die Beutel runter.
Neue Konzepte mit flexibler Verpackung einfach auch getrieben durch diese Monomaterial-Recycling-Debatte. Da können die auch Monomaterial fahren und machen es auch schon in kleinen Mengen. Also es ist wirklich spannend, was sich da tut. Und deswegen haben wir übrigens ja auch uns entschieden, jetzt nach der Pandemie nochmal die 8.
Standbeutel-Konferenz in Wien zu machen, international auch, um darüber zu sprechen, weil da so unheimlich hohe Entwicklungsgeschwindigkeit ist. Spannende Sache. Wenn man den Platz hat für fünf Adelaide, die haben ja schon einen ordentlichen Footprint. Dann kann man, dann ist das natürlich eine Möglichkeit.
Und die Kollegen werden das sicherlich durchgerechnet haben, aber es ist schon eine Ansage. Aber finde ich eine tolle Idee. Es gibt bei Tischlern gibt es das öfter übrigens. Also bei großen Tischlereien habe ich mich aufklären lassen.
Die Möbeltischler machen, die haben oft Maschinen, die dann nur einen engen Formatbereich können, wo das Rüsten sehr automatisiert und schnell geht, die zum Beispiel für Ikea sehr preisgünstig produzieren können. Und die lassen dann eine Straße auch schon mal eine halbe Woche stehen, um sie einfach nicht rüsten zu müssen und bauen eine zweite daneben. Das ist wirklich verrückt. Das rechnet sich dann ab einer gewissen Menge vielleicht.
Und auch sind die Maschinen vielleicht nicht ganz so teuer. Das muss man auch mal sehen. Also eine Standbeutel-Maschine ist natürlich heute nicht mehr so kostspielig, wie sie vielleicht noch vor 15, 20 Jahren war, sodass man sich eine einfache Maschine auch mal in doppelter Ausführung dahinstellen kann. Ja, ist schon verrückt, wie so verschiedenste Industrien dann ähnlich in dem Moment ähnlich ticken können.
Branchenübergreifender Austausch und Konzepte
Und dann denke ich auf der gleichzeitig auch, wie wenig Austausch es natürlich über verschiedene Industrien gibt und solche Sachen auch Anwendung finden oder solche Ideen vielleicht auch woanders reinkommen können. Ist wirklich so. Also Karsten, nächstes Format Cross-Industry. Verlinkung.
Genau, habe ich schon mal dran gedacht. Tatsächlich haben wir aber noch nie so richtig ernsthaft konzipiert. Im Moment ist so ein bisschen der Trend. Tatsächlich hattest du ja vorhin auch schon angesprochen.
Weniger Präsenz-Events und mehr online. Und da muss man mal gucken, wo die Reise hingeht. Mir tut das immer weh, wenn man sich selten oder persönlich sieht. Andererseits verstehe ich den Druck.
Natürlich, wenn es um reinen Wissenstransfer geht, kann man das besser online machen. Aber es geht nichts darüber, sich auf der Fachbank mal kurz zufällig über den Flur beim Flurgehen zu treffen und mal kurz eine Tasse Kaffee zusammenzutrinken. Das ist schon unbezahlbar, meine ich. Nein, das ist schon sehr gut, wie man auf das Netzwerken Informationen reinholen über den Bildschirm, auf dem wir gerade glotzen.
Genau. Ja, dann gibt es aber auch viele Vertriebler, die haben in dem Moment nichts geschafft und viele Vertriebler, die schaffen es auch nicht, fünf Tage die Woche zu Hause zu hocken. Die müssen unterwegs sein, wollen unterwegs sein. Verkauft wird auf den Veranstaltungen dann selber.
Ja, Markus, du wirst ein Lied davon singen können. Wobei ich das gar nicht jetzt so hundertprozentig selbst so beobachte. Mein Eindruck zum Beispiel von den letzten Messen, die wir so auch selbst als sozusagen Aussteller dann besucht haben, sei es sowas wie letztes Jahr die Fakuma oder auch die PRSE, auf der wenigstens ja entstanden haben, dass es für mich eigentlich immer mehr dazu übergeht, dass man einen guten Fixpunkt hat, um sich mit bereits bestimmten Kontakten auszutauschen. Seien es jetzt Kunden, mit denen man schon laufende Geschäfte hat, oder auch Projekte, die in Anbahnung sind seit geraumer Zeit.
Das muss man auch sagen. Seitdem jetzt nun doch irgendwie über zwei Jahre die Wirtschaft noch nicht so auf High Life unterwegs ist, dauern ja auch einfach sämtliche Projekte, die irgendwo Entwicklungsschritte voraussetzen, zumindest aus meiner Erfahrung wesentlich länger. Aber dass das dann eher so der Ankerpunkt ist, sich mit diesen ganzen Menschen zu treffen, also zum Beispiel auch wir nehmen uns heute auf – was ist heute? – 14.
Oktober. Diese Woche ist die Fakuma in Friedrichshafen. Ich werde da auch einen Tag hinfahren, um mich damit ein paar Kunden aus Italien zum Beispiel zu treffen. Aber es wird weniger dieses.
Fachpack Messe neue Projekte aktuell
Also ich frage jetzt, ich gehe jetzt um die Stände und frage jetzt neue Projekte an. Das habe ich wirklich in den letzten zwei Jahren allein schon noch beobachten können, dass das abgenommen hat, dass das irgendwie 2022 mehr ein Thema war und jetzt so auf den letzten Messen nicht mehr so ganz im Vordergrund stand, dass man wirklich sagt, man macht Neukontakte, potenzielles Neugeschäft, neue Projekte. Aber wie gesagt, das mag auch damit zusammenhängen, dass einfach die Wirtschaft jetzt nicht so ist, dass man jeden Tag liest: Wir sind die Tollsten und alles wird super.
Ja, stimmt. Also wir hatten jetzt auch die Fachpack auch. Also da muss ich jetzt auch nach drei Tagen, die wir in Deutschland haben, bin ich auch bei dir. Es war viel bekannte Treffen aus Projekten aus, was sich auch teilweise anbahnt.
Genau, das stimmt. Weniger, weniger Neukundenpotenzial. Ja, welche Wege gehen wir denn als Vertriebler? Wir bieten den Inno-Talk.
Darf ich mal dazwischen grätschen? Das ist eigentlich unsere Antwort darauf. Das ist wirklich die Quantität. Auch wieder, was ich — habe ich mir nicht ausgedacht, habe ich in Büchern gelesen.
Marketing-Bücher habe ich mir auch mal ein paar angeguckt. Und es ist schon so, dass man einfach durch Kommunikation Neugier wächst. Der Interessenwecker ist ja immer zu Anfang beim Vertrieb und den kriegst du natürlich über ein großes Publikum. Wenn da 100 Leute im Saal bei der Pouch-Konferenz sitzen, sind das 100 Fachleute, die sowieso sich untereinander grob kennen und wissen ungefähr die Firmen.
Die wollen jetzt spezial wissen und wollen da einen engen Austausch. Aber wenn du jetzt ein neuer Startup-Geschäftsführer, CTO, bei einer kleinen Lebensmittelfirma bist und du brauchst jetzt eine neue Standbeutelverpackung, dann ist so ein Inno-Talk vielleicht nicht schlecht, wo einer so einen Standbeutel eben vorstellt und du schnappst dir auf und nimmst dann direkt Kontakt auf, einfach um was Neues kennenzulernen, was man früher auch eigentlich nur in Fachzeitschriften kriegte. Die machen das ja ähnlich. Die versuchen ja auch Fachzeitschriften nicht nur einfach nur das Gedruckte zu publizieren, sondern eben auch über Webinare und so weiter Reklame zu machen und Reklame im besten Sinne.
Ich benutze gerne das altmodische Wort Reklame, weil das das eigentlich so schön beschreibt. Einerseits soll es auch ein bisschen unterhaltsam sein, aber es soll auch ein Informationsgehalt haben und es soll einfach auch so ein bisschen rausschreien. So guck mal, hier bin ich, wenn mich einer braucht, ruf mich an. Das war’s.
Tschüss. Bis zum nächsten Mal. So ungefähr. Und das finde ich eigentlich ein schönes Konzept und das versuchen wir eben auch.
Geschäftsmodelle und Veranstaltungskonzepte
Wird ja auch gut nachgefragt von Teilnehmerseite, aber wie gesagt, Geschäftsmodell müssen wir schauen. Wie ist das denn bei euch im Vertrieb, Markus? Wenn ich mal eine Gegenfrage stellen darf. Bist du mit dem Audi Diesel 80.000 Kilometer im Jahr unterwegs?
Nee, bin ich auch jetzt schon vor meiner Zeit jetzt bei InterSiro nicht mehr so gewesen. Weil ich kenne, es gibt ja so dieses Allgemeinbild, wie ein Vertriebler, der ist permanent auf der Straße und sein Büro ist verschrieben durch das Kunden. Verstehe ich alles. Ich muss aber sagen, vielleicht bin ich auch eine andere Generation, also für die, den da das Bild zu mir fehlt.
Ich bin Jahrgang 87, also wahrscheinlich irgendwie so ein Übergangsding zwischen zwei Generationen. Das weiß ich nicht. Wo ich denke, es geht halt mir auch so um effizientes Arbeiten. Ich habe zum Beispiel davor im Anlagenbau gearbeitet oder in der Anlagenplanung vielmehr so die Firma, für die ich dann Projekte angeschafft habe, hat Planungsprojekte verkauft, also Rohleitungsplanung, Verfahrenstechnik für Anlagenbauer oder mehr noch immer.
Und da war es ja auch so, dass ich gesagt habe, was hat das für mich für einen Sinn, jetzt irgendwie von Leipzig nach Köln zu fahren, um mich mal bei jemanden persönlich vorzustellen und einen Kaffee zu trinken, ohne zu wissen, über welches Planungsprojekt in dem Zeithorizont X für die es hier auch ein Budget hat, wollen wir denn dabei reden? Ich denke, das ist ja… Also mein Job ist es nicht irgendwie Freunde zu gewinnen, sondern herauszufinden, welcher Teilnehmer des Marktes hat jetzt irgendwie ein Problem, was ich mit meinem Angebot, sei es Dienstleistung oder Produkt lösen kann und dann da meine Zeit effizient reinzusteuern. Deswegen ist das tatsächlich nicht so mein Ding.
Und ich habe dann schon vor Corona auch angefangen, so meine Live-Termine wesentlich runterzufahren, habe dabei eher einen Boost meiner Ergebnisse festgestellt, also es ist kein Einbruch. Weil ich einfach viel mehr Zeit hatte, mich mit anderen Dingen zu kümmern. Und das ist jetzt seit Corona auch so geblieben. Also ich mache auch trotzdem persönliche Termine und zum Beispiel jetzt so was wie diese Messen, ist es für mich super.
Ich freue mich, ganz viele Menschen dort zu sehen, mit denen ich sonst das Jahr viel irgendwo remote zu tun habe, sei es über Teams, Telefonen, wie auch immer. Und da mal so einen Punkt zu haben, wo man jetzt auch sagt, wir müssen jetzt heute nicht speziell über die nächsten Quartalszahlen miteinander sprechen, sondern einfach so… Es ist schön, dass wir uns mal sehen und Kaffee trinken können oder vielleicht auch, wenn es am Abend ist und ein Fußballspiel läuft, in Amsterdam auch mal ein Bier zu trinken, ist auch okay. Und das ist dann so ein bisschen dieser Paradigmenwechsel, den ich sehe, weil ich glaube, ich bin damit nicht allein und ich glaube auch, dass sich das Kaufverhalten insofern ändert, wie du es auch schon sagst.
Das Wissen wird jetzt ja nicht mehr durch so ganz wenige einzelne Medien sehr gated gestreut, sondern du findest ja alles überall kostenlos, wenn du es willst. Und das ist auch in meiner Sicht so das Kaufverhalten, dass ein Kunde mittlerweile wesentlich mehr eigene Recherche betreibt und auch betreiben will, bevor er dann zu einer Person, zu einem Vertrieb irgendwo Kontakte aufnimmt, vielleicht auch aus dem, wie es Julian gesagt hat, aus dieser Assoziation, dass er denkt, okay, der Vertriebler, der will mir sowieso noch irgendwas aufschwatzen. Deswegen will ich gerne sehr sophisticated sein, bevor ich den kontaktiere, damit ich mir jetzt hier und mich nicht in irgendeine komische Richtung lenken lasse. Und ich glaube, das ist eine Sache, die muss man auch im Vertrieb bedienen, da auch wesentlich enger verzahnt mit dem eigenen Marketing arbeiten und versuchen proaktiv vielleicht auch in so einer 1-zu-x-Kommunikation Fragen zu beantworten, die wiederum man als Vertriebler in seinen Kundengesprächen hört, jetzt nicht auf den Kunden bezogen, aber auf eine Problemstellung bezogen.
Ich hoffe, das war jetzt nicht zu abstrakt, aber ja. Monolog, Ende. Wir sind vorher mit Skype unterwegs gewesen, weil vorher waren die Alternativen ja noch relativ rar. Ich weiß auch, dass ich also vor Corona – das war dann 2019, vielleicht Anfang 2020 – bin ich auch noch durch Deutschland gefahren.
Recycling-Fähigkeit erklären und verstehen
5, 6 Stunden, um den Leuten zu erklären, was ist Recycling-Fähigkeit? Ja, genau. Da war das halt noch erklärungsbedürftig und 5 Stunden fahren, Stunde quatschen, 5 Stunden zurück. Absolut bekloppt.
Jetzt aus der noblen Situation, dass die Leute mittlerweile halt auch ein bisschen besser Bescheid wissen. Aber und jetzt im Nachgang oder jetzt seitdem Corona vorbei ist in dem Sinne. Die unwichtigsten Termine waren die, wo ich doch kommen muss. Nee, kommen Sie mal bitte.
Ja, genau. Boah, war das unnötig. Ja, manchmal war das grau. Ja, und frech, frech im Nachhinein.
Ja, das schafft ihr aus so einem Gefälle. Das ist auch eine Sache, die ich mir überlegt habe. Was sagt das jetzt über mich, die Wertschätzung meiner Zeit und meine Rolle als Ansprechpartner auf Augenhöhe aus? Wenn ich sage, ja klar, hab ich nächste Woche Zeit für dich, eineinhalb Tage im Auto zu sitzen und bei dir ein Keks zu essen, obwohl du eigentlich überhaupt nichts hast, über das wir konkret sprechen können.
Das ist so meine Sicht, wo ich mir denke, wenn man als Vertrieb nicht wahrgenommen werden will als der Dulli, sondern als wirklich ein professioneller Partner auf Augenhöhe, dann will ich ja nicht, dass Leute denken, ich habe die ganze Woche nichts zu tun und sitze liebend gern drei Tage im Auto, nur um über nichts Konkretes zu sprechen. So und wie du es schon sagst, dann kommen ja manchmal Termine zustande. Du sagst so, warum habe ich das jetzt gemacht? Also warum saß ich jetzt hier irgendwie One-Way 400 Kilometer im Auto und mach das Ganze jetzt gleich noch mal, um dann irgendwie morgen wieder totgeschafft zu sein, weil ich irgendwie 1000 Kilometer Auto gefahren bin oder so.
Die Mails, die bei dir auf der Strecke bleiben und so, ja, du schaffst einfach deutlich, deutlich, deutlich mehr. Und auf Kundenseite – das ist mir auch aufgefallen. Es ist halt auch weniger invasiv, weil wenn ich jetzt einen Besucher, also einen Vertriebler irgendwie empfange, dann hat das ja meistens – ich muss einen Raum blocken. Ich muss dann ein bisschen, was ich, einen kleinen Snack oder irgendwas hinstellen.
Kaffee, Kuchen und irgendwie ist es ja, wenn ich jetzt eine Stunde Termin habe, was früher so ein Standard-Ding war, wenn man einen Termin eingestellt hat, ging der immer eine Stunde, egal worum es ging, eine Stunde. Dann habe ich ja trotzdem locker 30 bis 60 Minuten jeweils noch mal vor und nach Vorbereitung. Allein nur daher, da ich jemanden empfange. Und das habe ich für mich auch festgestellt, dass das von der Taktung in den eigenen Tag natürlich einfacher ist.
Wenn ich sage, ich klicke jetzt einfach hier einen Outlook auf der Knöpfe hin, dann sehe ich die Person vor mir, habe trotzdem so ein gewisses persönliches Gefühl. Also ich habe auch das Gefühl, dass ich jetzt zu Karsten in dieser Kommunikation wo wir jetzt auch nebenbei noch sehen, wahrscheinlich noch einen persönlichen Draht habe, als wenn wir jetzt nur telefonieren würden. Also man merkt schon diese zweite Ebene, die macht was auf. Aber das ist dann OK.
Geschwindigkeit Informationsaustausch und Entwicklung
Und dann reicht das erst einmal zu einem Austausch von Informationen, die man braucht, um miteinander irgendwie geschäftlich voranzukommen und alles, was darüber hinaus entsteht und seien es Freundschaften und das Bier in Amsterdam oder so. Das ist dann alles top. Das kann dann alles kommen. Aber jetzt so rein aus der professionellen Sicht, man will mit Firmen zusammenkommen, die das eigene Produkt für sich einsetzen und dafür Geld bezahlen, ist das nicht notwendig für mich am Anfang.
Und dadurch hat sich ja auch der Speed erhöht. Wir merken das auch. Die Entwicklungsgeschwindigkeiten nehmen zu und wir haben jetzt gerade das erste Mal ein Automotive-Projekt und ich bin erschrocken über die Langsamkeit und begeistert über die Genauigkeit. Das ist das Negative, ist die Geschwindigkeit, das Positive ist die Genauigkeit, mit der die vorgehen.
Die wollen nicht nur sehen, das, was funktioniert. Die wollen immer verstehen, warum das funktioniert. Und im Folienbereich, im Fahrzeugbau, das wurde oft stiefmütterlich so ein bisschen behandelt. Da gibt es auch nicht viele Anbieter, die sich drum kümmern.
Und da werden mehr Folien allein durch die Batterien im Fahrzeugbau jetzt eingesetzt. Und das ist für mich auch ein neues Feld. Aber was ich da gelernt habe, wie schnell eigentlich die Verpackungsindustrie, die immer so als langsam gescholten wird, wie schnell wir aber eigentlich sind. Wenn irgendwo ein Produkt ist, das muss verpackt werden und es muss schnell gehen, dann geht das auch.
Danach muss man dann die ganzen Rahmenbedingungen noch klären. Spezifikationen, rechtliche Prüfungen und all das. Theoretisch ist das aber alles immer schon fertig eigentlich, weil wir alles in einer Datenbank haben. Wir können eigentlich auf Knopfdruck sagen, die und jene Kombination müsste eigentlich funktionieren.
Dann macht man noch ein Bemuster, eine Bemusterung. Man lagert das vielleicht noch vier Wochen und dann geht es sofort in die Vollen. Das klappt meistens, weil wir doch sehr viel mehr Standards heute auch haben als früher noch. Und da habe ich mich gewundert, wie langsam wirklich – und das war eine deutsche Automobilzulieferer – wie langsam das dazu geht und habe mich gefreut, wie genau die sein dürfen.
Bei uns geht es doch manchmal so mit einem dicken Daumen, weil wir eben auch noch viele Reserven haben in unseren Produkten, selbst bei den dünnen Folien. Die sind ja immer noch fast alle überdimensioniert. Sollen die Einkäufer jetzt mal zuhören? Da kann man unheimlich gut abspecken und Geld verdienen, indem man da einfach mal eine einfache Folie nimmt oder vielleicht eine unbedruckte, die dann noch besser recycelfähig ist und so weiter und so fort.
Also da gibt es unheimlich viel Potenzial. Jetzt müssen wir die Folge kostenpflichtig machen. Das ist ein Einkäufer-Signal heute. Ja, noch ein Trick für den Einkäufer.
Monoflexpack Standardisierung Snackhersteller Portfolio
Oder die Einkäufer. Einkäufer in, oh Gott, ja. Wir haben ein Szenario. Snackhersteller hat über das gesamte Portfolio heute drei verschiedene, vier verschiedene, fünf verschiedene Verbunde.
Die muss er alle mal auf Mono umstellen. Kann auch gleich durch die Standardisierung, durch die Masse auch wieder etwas rausholen. Selbst wenn die Verpackung an sich vielleicht teurer wäre, das Material, muss das Material schon teurer sein? Oder kommt der Preis der recycelfähigeren Verpackung über, also die Mehrkosten über die Geschwindigkeit auf der Maschine?
Also ich denke, es sind mehrere Dinge. Entwicklungskosten natürlich. Die werden ja bei uns in unserer Industrie nie so richtig beziffert. Aber so eine Umstellung auf ein anderes Material sind Entwicklungskosten.
Da sind Probeläufe nötig. Da sind Laboruntersuchungen nötig. Da sind viele Dinge nötig, die eigentlich gar nicht nachher in die Preiskalkulation direkt einfließen. Da wird einfach eine Pauschale genommen.
12 Prozent Vertriebs- und Verwaltungskosten so ungefähr. Da ist das dann mit drin. Und was wir auch sehen, wir haben ein bisschen mehr Ausschuss bei den Monomaterialverpackungen, wenn wir produzieren. Moment noch, weil wir es nicht so gewohnt sind.
Wir haben, die Prozesse sind natürlich noch nicht 50 Jahre optimiert auf Monomaterial. Die sind auf Verbund mit unterschiedlichen Schmelzpunkten und so weiter optimiert. Das lernen wir gerade. Das wird rauswachsen, glaube ich.
Und ein Riesenthema ist auch natürlich die Angst vor was Neuem. Da werden natürlich manchmal auch Fehler produziert, einfach weil man das Material… Ja, man kennt es nicht. Man macht bewusst oder unbewusst Fehler in der Produktion.
Und das kennt ihr wahrscheinlich auch. Da ist ein neues Granulat, riecht anders, oh Gott, oh Gott, Ausschuss. Und dann in Wirklichkeit war es gar kein Ausschuss. Und so ist das bei den Monomaterialien auch.
Musterrollen und
Da kommt eine neue Rolle auf die Maschine. Und immer wenn es eine Musterrolle ist und die sieht nicht genauso aus wie die andere, dann gibt es erst mal Probleme. Und ich glaube, das ist erst mal so menschlich auch ein bisschen. Wieso menschlich?
Das ist auch so oft gemerkt, es hängt von der Person an der Maschine ab. Aber nochmal die Frage, woher kommt der Mehrpreis? Das Monomaterial ist in der Regel sogar günstiger. Also wenn ich zum Beispiel sehe, ich ersetze 12 µ Polyester durch 20 µ OPP, dann ist die 20 µ OPP-Folie billiger als die 12 µ Polyester-Folie und das Kaschieren kostet das Gleiche.
Kann vielleicht sogar besser laufen. Also nur, weil es neu ist und die Druckfarbe vielleicht angepasst werden muss. Hier bei der Druckmaschine vielleicht noch was gemacht werden muss, wenn einer da neu mit anfängt und so weiter. Da ergeben sich natürlich Unsicherheiten, die dann eingepreist werden.
Aber im Grunde sehe ich das nicht, dass Monomaterialverpackungen per se teurer sein müssen. Auch nicht, wenn die Konfektion ein bisschen langsamer läuft. Das kann man vorne sparen am Materialeinsatz. Und das wiederum ist auch nachhaltig.
Es ist auch die Frage, also inwiefern es nicht ohnehin ja dann diesen Zwang dazu gibt. Weil ich kann jetzt aus unserer Erfahrung sagen, die wir ja das Material dann am Ende sortieren und auch wieder weiter verarbeiten, dass der derzeitige Status quo, der Flexpack für uns eher ein Problem als eine Hilfe darstellt. Also wir haben zum Beispiel viele Kontaminationseinträge. Wir haben durch Flexpack eher höhere PE-Kontaminationen auch, was sich dann zum Beispiel in einem PP-Rezyklat halt auch durchaus äußert.
Das ist jetzt bisher nicht auf einem Punkt, dass es problematisch wäre. Aber es ist natürlich ein Trend, wenn man sich den anguckt und man sagt, auf irgendeinem Punkt wird es ein Problem. Und die ganze Sortierinfrastruktur kommt halt nicht hinterher. Gerade noch mit diesen Quoten, die im Hintergrund die ganze Zeit rücken und ja vorschreiben, welchen Output du haben musst, wo auch Innovation damit ja schon so ein bisschen gebremst wird, dass du sagst, naja, Innovation schön und gut, aber du musst halt dieses Ergebnis erreichen permanent, sonst wird es nichts.
Und das ist tatsächlich eine Schwierigkeit. Und ich könnte mir vorstellen, dass dem dann ja, jetzt haben wir wieder hier das große Thema PPWR, wo ich ehrlich gesagt keine Ahnung hab, wie da der Status ist gerade. Vielleicht ist da jemand von euch schlauer. Holt mich gern mal ab, ob es da was Neues gibt seit April.
Aber dass dann einfach dort auch ein Zwang eigentlich herrschen muss, weil ansonsten hat man das Problem, dass man zwar eine Materialentsparung hat, was gut ist, aber im Recycling das Material vielleicht dann trotzdem tot wird oder in ein Agglomerat gefahren wird oder so. Und dann wird es halt tatsächlich nur ein Rasengitter oder ein Zaunfall. Ja, genau. Ja, oder es ist halt materialspezifisch auch zu separieren.
Es wird sehr spannend zu sehen sein, wie über die delegierten Rechtsakte so Ströme wie PP-Flex wirklich dann auch, also wie es sich erst mal bis dahin entwickelt hat. Der PP-Flex-Strom, wir haben es oder neue Sortieranlagen haben es eigentlich jetzt immer separat. Aber alle Umstellungen, die jetzt, meine gefühlte Zahl, Karsten, mal sehen, was du fühlst. Wenn ich Flexe, wenn ich Multilayer auf Mono umstelle, geht 90 Prozent zu PP.
Ja, das ist auch mein Eindruck. Wobei auch dann oft eine PE-Siegelschicht gerne noch genommen wird. Das ist ja das, was euch dann vielleicht hinterher weh tut. So habe ich das noch verstanden.
Das ist der Grund, warum es nur die Parkbank werden kann. Genau. Und wir sehen doch, dass auch die schlauen Flexpack-Veredler und Hersteller versuchen, wirklich Monomaterial zu machen. Das geht auch bei Polypropylen.
Da kann man auch einen Temperaturgradienten von außen, wo die heiße Siegelbacke draufkommt, nach innen, wo es dann Siegel macht. Kann man auch 20 Grad Temperaturgradienten erzeugen mit reinem PP verbunden oder 25 Grad, sodass man das auch sehr schnell siegeln kann. Da muss ich nicht PE reinfahren. Aber wenn ich natürlich eine PE-Blasfolienanlage habe, die ich auslasten möchte, dann nehme ich natürlich lieber PE.
Und das kann ich natürlich dann auch günstiger anbieten. Und der Einkäufer, da beißt sich die Katze wieder in den Schwanz, nimmt dann natürlich lieber vielleicht das, was bei ihm auf der Maschine auch sicher zu verschließen ist, was er schon kennt von der Siegelschicht her und was dann auch noch billiger ist. So, und dann… Aber du hast recht, Julian, wenn man ganz vom Scratch anfängt, ist eine reine PP-Verpackung im Moment sehr stark im Fokus.
Aber da muss die Flexpack-Industrie sich auch noch stark umstellen, weil es die Produktionskapazitäten für die Siegelschichten gar nicht gibt. Also wir können gar nicht in den nächsten zwei, drei, vier, fünf Jahren alle PE-Siegelschichten auf PP umstellen, so einfach. Weil du kannst auf einer PE-Anlage nicht so einfach PP fahren. Zumindest nicht in den Qualitäten, die wir dann für die Standbeutelsiegelschichten bei dem Beispiel zu bleiben brauchen.
Aber auch da am Horizont gibt es neue Technologien. Die Deckfolien werden immer besser. Also die Deckfolien, die dann bedruckt werden, werden immer besser. Die werden immer dünner.
Und die PP-Blasfolienanlagen werden auch immer mehr im Markt. Und auch die Gießfolienanlagen können ja eine Siegelschicht liefern. Und das ist heute ja auch das Meiste, was heute noch genommen wird, ist aber in der Regel eigentlich ein bisschen zu teuer. Also man sieht viele, viele Stellschrauben, die alle im Moment gedreht werden.
Und wenn die alle jetzt nach und nach in die richtige Position kommen, dann rastet das irgendwann ein. Und ich glaube, dann gibt es einen großen Schub. Das spüren wir. Auch die Maschinenbauer verkaufen viele Anlagen, die genau für diese Monomaterialverpackungen gebraucht werden.
Und nicht nur in Deutschland. Im Gegenteil. Ich habe neulich auf der Fachpack ein interessantes Gespräch geführt mit einem, der gerade eine neue Anlage bestellt hat. Also einen Folienhersteller, der gesagt hat: wir stellen die bewusst nicht in Europa auf.
Wir wollen die anderen Märkte auch nachhaltiger machen, logischerweise. Und da geht viel mehr Menge im Moment rein. Vor allem mehr zusätzliche Menge, wo die also nicht eine Ersatzinvestition machen mit einer Maschine, sondern eine Zusatzinvestition für PP, sodass sie überhaupt erst mal in der Lage sind, sowohl PE als auch PP anzubieten in den Märkten. Beispiel war da jetzt Indien zum Beispiel.
Also ist es schon spannend. Wir sehen das auch immer sehr stark durch unsere deutsche europäische Brille. Und das müssen wir, glaube ich, auch, um erst mal hier Lokalklarheit zu haben. Aber in anderen Märkten sieht es ganz anders aus.
Ja, wir haben ja eine Wechselwirkung. Also, wenn ganz kurz. Also das ist ja eine Sache, auch die – man muss vielleicht merken, was für Bemühungen angebracht werden. Du hast ja vorhin auch gesagt, so dieser Wille zur Innovation ist gerade sehr gering.
Ich glaube, der entsteht ja meistens wirklich erst, wenn du heute einen Schmerz hast. Sonst – du hattest ja vor 21, 22 eine Phase gehabt, wo jeder im Einkauf panisch nach PP gesucht hat, um die Maschinen nicht stilllegen zu müssen, um die Bestellung bedienen zu können. Da ist man dann wesentlich mehr geneigt, mal zu sagen, da kommen wir, probieren das jetzt mal mit einer Recycling-Lösung aus, als jetzt auf einmal zu einer Zeit, wo es eigentlich viel zu viel Material im Markt gibt. Und noch halt zum Beispiel die Konkurrenz aus dem Ausland kommt, das ist ja auch ein Thema.
Da habe ich mal irgendwo gelesen vor zwei, drei Wochen, Spanien, China zieht wieder an dort. Ich glaube, Leitzins gesenkt, dass dort diese ganze Bauindustrie, dass alles wieder ein bisschen ins Laufen kommt. Wenn das ja irgendwann passiert, dann fallen die ja als Exporteur auch irgendwann wieder weg. Dann hört es halt auf, dass in Rotterdam dort die Tanker mit 700 Euro PP angeschippert kommen.
Und das ändert dann auch den Markt. Und dann ist es genauso ja auch irgendwelche Zwänge der Gesetzgebung – wenn es dann ganz klar ist: Ihr müsst auf Mono gehen. Ansonsten habt ihr keine Ahnung, 2025, 28, wann auch immer – Vermischungsverbot. Dann passiert das dann von ganz allein.
Und da ist natürlich derjenige schlau, der sich jetzt dann schon vorbereitet, weswegen ich es nicht mehr vorstellen kann, dass – obwohl jetzt die Recycling-Industrie zum Beispiel gerade nicht unbedingt eine goldene Zeit durchlebt – dass trotzdem Firmen wie Tomra oder so wahrscheinlich keine schlechten Jahre haben. Weil man halt weiß, nur von dem jetzigen Bild geprägt darf man sich das nicht angucken. Wenn wir uns halt die Investitionszyklen angucken, die man erst mal durchlaufen muss, um diese Prozesse dann und die Anlagen stehen zu haben. Da muss man jetzt schon handeln.
Also das führt ja auch ein bisschen Hoffnung. Total. Also wir prüfen wahnsinnig viel Monoflexpack und auch ganz viel alternative Materialien bei uns im Labor. Das darf ich hier an dieser Stelle wirklich wohl verraten.
Also faserbasierte Materialien, die auch kompostierbar sein sollen, sind stark im Trend. Die haben natürlich einfach per Definition immer dieses mikrobiologische Problem, weil sonst könnten die sich ja nicht biologisch abbauen, wenn die Mikroben da nicht drauf gehen würden und die auffressen würden. Das ist ja nun mal so. Aber das kriegt man auch ganz gut in den Griff.
Und habe ich neulich einen ganz interessanten Artikel gelesen, mal sinngemäß, das passt ja eigentlich auch hin und rundet das vielleicht nochmal ab mit unserer Monomaterial-Diskussion. Papier ist ja eigentlich auch kein Monomaterial mehr. War es eigentlich auch noch nie. Und da haben wir riesen Flächen, die wir brauchen, um Bäume anzubauen, um die dann zu fällen, zu Papier zu machen.
Und das ist bei Lebensmittelverpackung ja immer dieser Kreislauf. Also Baum, Papier, Verpackung, Kompost, Baum. Das wäre der ideale Zyklus quasi, biologischer Kreislauf. Bei Kunststoffen, wenn wir das so machen würden, ich sag mal Zuckerrohr, Polyethylen, kompostierbar vielleicht gemacht, wie auch immer, gibt es ja auch Methoden.
Und dann würde man wieder Kompost machen und dann daraus wieder Zuckerrohr. Der Zyklus wäre ja viel zu lang. Das PE baut sich trotz Additive langsam ab, viel zu langsam. Auch wenn sich jetzt viele mit „Be Warm“ und wie die Firmen alle heißen darum bemühen, auch Kunststoffe auffressbar zu machen, kompostierbar zu machen.
Also da funktioniert dieser biologische Kreislauf nicht. Erstes Nachteil, zweiter Nachteil, die Kunststoffleute würden sowieso sofort gebasht. Sie würden die ganze Fläche für den Agraranbau blockieren. Den Papierleuten sagt man das nie.
Das hat mich immer gewundert. Das ist immer das erste. Habe ich nämlich nicht ausgedacht, habe ich neulich mal einen Artikel gelesen. Dachte ich, ja, genau so ist es.
Die ganze Nordeuropa ist zugeflastert mit Baumplantagen, wo kein Tier mehr wächst. Da wachsen zwar Bäume, aber keine Tiere. Also Biodiversität ist auch nicht so super. Und wenn wir das als Kunststoffleute machen würden, wäre es total wieder eine Verschlimmbesserung.
Aber im Moment haben wir nicht viel andere Lösungen. Wir müssen mal gucken, dass wir auch so ein bisschen die Kirche im Dorf lassen. Und ich glaube, von daher seid ihr da richtig vorne mit dabei mit eurem werkstofflichen, mechanischen Recycling. Das ist im Moment die Möglichkeit, die wir haben.
Mehr haben wir im Moment nicht, wo wir jetzt aktuell wirklich was Gutes tun können. Und von daher versuchen wir, wenn uns einer fragt, soll ich eine Mehrschicht-Materialverpackung machen? Wir sagen immer, wenn es geht, nur Mono-PP oder Mono-PE. Dann seid ihr auf der richtigen Seite, weil es auch geht.
Auch wenn es im Moment sich komisch anhört, aber es geht. Nee, dieses Level-Playing-Field, aufgemacht zwischen Papierverpackung, Kunststoffverpackung und dem Recycling. Ja, Kunststoffrecycling funktioniert. Das ist ja immer nur Downcycling.
Da wird ja keine Lebensmittelverpackung draus. Genau. Bei Papier egal. Genau.
Bei Plastikrecycling, da werden doch nur dickwandige Produkte draus. Tja, beim Papier machst du auch bestenfalls einen Karton oder welcher Pro-Papier wird. Sowas, ne? Und das auch nur beim…
Auch egal. Ja, genau. Also, das ist super schwierig. Also, ja.
Und die Plastik hat offensichtlich auch für den Konsumenten viele Nebenwirkungen, die der Konsument einfach nicht mehr haben will. Mikroplastik, PFAS. Das wird ja alles in einen Topf geworfen. Ob das alles von Verpackung kommt, ist ja egal.
Aber das Pack belastet erst mal die ganze Kunststoffwelt. Und damit müssen wir glaube ich umgehen. Und das meinte ich mit Hausaufgaben machen. Ich glaube, wir Flexpack-Industrie müssen einfach die Hausaufgaben da machen und müssen das sauber auseinander dividieren und müssen das Gesamte bewerten.
Es ist immer viel schlimmer, eine Gurke verschimmeln zu lassen, als eine Plastikverpackung zu nehmen. Das ist doch immer wieder das Gleiche. Verpackung individuell. Jedes Produkt hat seine passende Verpackung.
Da kann man es gar nicht allgemein sagen. Was sagst du noch zur Capri-Sonne und gerade deren Vorstoß, bitte in der Schweiz wieder vom Papier auf den Kunststoffstrohhalm zu wechseln? Ich habe das gelesen, habe gedacht, Mensch, da hat endlich mal einer Mut. Also ich war wirklich positiv beeindruckt, weil ich muss sagen, ich trinke keine Getränke mehr mit Strohhalm, weil es nur noch Papierstrohhalme gibt.
In manchen guten Cocktailbars hier in Tarifa gibt es ein Glasstrohhalm oder Metallstrohhalm, den nehme ich dann, obwohl ich auch nicht wissen möchte, wie der von innen manchmal aussieht, wenn der gespült wird. Aber das sind dann meistens so dicke, da kann man mit der Bürste rein, obwohl die Industriespülmaschine hat ziemlich hohe Temperaturen. Das wird wohl alles tot sein, was ich damit trinke. Aber ich habe gedacht, es ist eigentlich eine richtige Antwort auf diesen Wahnsinn, den wir teilweise auch folgen.
Wir sind ja manchmal wie die Lemminge auch. Und da macht irgendeiner ein Gesetz und dann meinen wir, wir müssten das sofort kritiklos hinnehmen und sofort im vorauseilenden Gehorsam das übererfüllen. Dafür müssen wir uns auch frei machen. Also ich glaube, dass der Papierstrohhalm ein Schuss in den Ofen war.
Ich glaube, dass das ein gut gemeintes Signal war, aber dass es einfach für die Anwendung echt schlecht ist. Und für das Recycling, ich sage mal, wenn überhaupt Capri-Sonne-Beutel recycelt würden, wäre der Papierstrohhalm sicherlich nochmal schadhaft. Das ist so meine Meinung. Die sind ja auch gerade im Switch auf Mono-PP.
Ich glaube, in den ersten Ländern wird es jetzt eingefüllt. Ich glaube, es geht mit UK los. Dann wird es nach und nach ausgerollt. Ja, und in dem Moment, wo natürlich dann ein Papierstrohhalm drinnen sitzt und wir Fasern in den Extruder bekommen.
Markus, wir gehen jetzt weiter. Die werden nicht rausgefiltert, verbrennen, gehen wir drüber. Mal stippen, oder was machen die? Bei uns werden sie erst mal entgast, aber auf jeden Fall schaffen sie Ausschuss.
Aber wie ist denn das mit dem Aluminium dann? Wenn das jetzt in Mono-PP wird, wird das dann trotzdem bedampft, oder? Ich glaube, die müssen auf XIOХ oder AlOx unterwegs sein. Ich glaube, da ist keine Metallisierung drin.
Okay. So wie ich die ersten Beutel gesehen habe. Da bin ich gar nicht sicher. Aber auf jeden Fall brauchen die eine Barriere nach wie vor.
Das brauchen sie. Aber auch da, wenn man da jetzt mit einer höheren Flughöhe nochmal rangeht an dieses Produkt Capri, sondern ich will denen wirklich nichts Böses, aber es ist ein Produkt, was wir eigentlich nicht brauchen. Was wir aber nicht wieder wegkriegen, was ja nur meine Welt ist. Also es ist ein nicht besonders gesundheitsförderliches Getränk, womit Kinder schon getriggert werden, insbesondere Kinder.
Und dann macht das einen Haufen Haufen Entsorgungsprobleme. Also eine Schnüffelstüte ist ein ähnliches Beispiel. Da braucht man gar keinen Namen. Der ist vielleicht ein bisschen neutraler.
Das Lebensmittel, was da drin abgepackt wird, ist ein Genussmittel, was eigentlich so viele Nebenwirkungen hat. So viele Nebenwirkungen kann die Verpackung gar nicht haben. Aber auch die Verpackung ist nicht zuträglich für die Entsorgung. Es sind wahnsinnige Mengen.
Wir machen uns ja gar kein Bild immer, was für Mengen das sind. Das sind ja, ich sage mal, bei den Großzonen, Abpackern von Chips fahren ja jeden Tag mehrere LKWs, Rollenware, Verpackungsfolie hin. Und zügeweise fahren die verpackten Kartoffelchips wieder weg. Also das sind Mengen, die wir uns nicht vorstellen können und für Produkte, die wir eigentlich nicht brauchen.
Und das darf man natürlich auch nicht sagen. Aber ich dachte, in eurem Podcast lasse ich es mal raus. Manchmal muss man sich auch hinterfragen, brauchen wir das eigentlich auch alles? Und können wir da vielleicht auch im Kleinen hier und da mal so ein bisschen zurückdrehen?
Und muss ich sagen, gerade bei den nachwachsenden Generationen sehe ich das. Es gibt einen Gesundheitstrend, einen Ernährungstrend. Leute nehmen gewisse Produkte nicht mehr. Und vielleicht wird auch das eine oder andere sich dadurch so ein bisschen erledigen.
Tolle Entwicklung, zum Beispiel dieses Duftwasser, was man da trinken kann. Ich will keine Markennamen nehmen, was das Fraunhofer entwickelt hat. Man trinkt eigentlich Wasser, hat eine Duftpatrone drauf und denkt, das wäre Orangensaft oder Zitronensaft oder sonst was. Sowas ist doch eigentlich eine coole Entwicklung.
Und Mehrweg und so weiter. Also alles hat seine Zeit. Und bei Capri-Sonne weiß ich nicht, wie es weitergeht. Aber die Idee, mit dem Kunststoffstrohhalm wieder in den Markt zu bringen, finde ich super.
Ich sage, in dem nächsten Podcast mit dir, Karsten, wir gehen auf die philosophische Ebene. Ich merke das schon, weil das ist ein Thema. Bei mir ringst du dermaßen viele Bells. Ich gehe durch die Welt und denke mir, bei all diesen ganzen Projekten, was man da in Verpackungsoptimierung und Nachhaltigkeit macht, denke ich mir so, boah, wie viele Wölfe wollen wir eigentlich noch als Schafe verkleiden?
Eigentlich brauchen wir diesen ganzen Mist nicht in the first place. Aber da ist es halt geprägt. Vielleicht gibt es auch andere Diskussionen, wo Leute sagen, nee, wir müssen alles in Farbe machen, weil sonst ist das Leben so langweilig. Ach, aber don’t get me started.
Wir sind ja jetzt seit über einer Stunde am Schnacken. Also ich habe das Gefühl, wir müssen da auf jeden Fall noch mal eine zweite Runde drehen irgendwann. Weil jetzt kommen wir zu einem Thema, wo ich wirklich denke, das fühle ich sehr. Aber Flexpack lebt, das kann man sagen.
Alle hatten Angst, dass jetzt durch die neuen Vorgaben Flexpack stirbt. Das Gegenteil ist der Fall. Die Entwicklungsgeschwindigkeit nimmt zu. Neue Produkte nehmen zu.
Neue Werkstoffe kommen auf den Markt, die Biopolymere wachsen. Alles das, was wir uns vor 15 Jahren auch schon mal alles gewünscht hatten, kommt jetzt langsam endlich in Schwung. Und das ist eigentlich ein toller Ausblick und eine tolle Zeit, in der wir leben, in der Kunststoffindustrie. Herausfordernd, ja, aber man kann auch was bewegen.
Und das treibt mich nach wie vor an. Auch mit 58 Jahren bin ich da noch frisch dabei. 58, für alle, die es nicht sehen können. Man sieht es bei weitem nicht an.
Ich würde sagen, ja, das kann man sich sagen. Super, Karsten. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast heute. Ja, wirklich.
Vielen, vielen Dank. Das war phänomenal. Das war wirklich ein super Podcast. Ihr habt gemerkt, mir hat es auch Spaß gemacht.
Ich rede gerne über sowas auch im bekannten Kreis. Die könntest du manchmal schon gar nicht mehr hören. Wenn da irgendeine Verpackung in die Hand nimmt, dann fange ich schon an und muss die hier abgewöhnen. Also ich habe mich auch…
Aber das kennt ihr, oder? Muss mich langsam zügeln. Ja, ja, ja. Die Diskussionen wollen die jetzt nicht.
Das ist so… Das interessiert gerade nur mich. Ach so, wir haben ein Innenwissen. Ja, wirklich cool.
Also auch von mir ganz, ganz, ganz, ganz lieben Dank. Sehr gerne. Ich glaube, das war sehr lehrreich, unterhaltsam. Wir werden uns ja hier ein paar Shownotes mal reinknallen.
Bitte die Bücher nochmal aufzeigen. Die setzen wir unten rein. Gerne. Und den Barrierefolienrechner.
Ganz gerne. Kostenloses Tuning ist wirklich toll. Man kann nur schätzen, aber man weiß mehr als vorher. Und grob passend.
Man weiß mehr als vorher auf jeden Fall, weil ich weiß, was Unternehmen nicht wissen. Genau. Und die Zahlen sind nicht jetzt Literaturzahlen, sondern sind wirklich gemessene Werte, die wir Mittelwerte gebildet haben, was so typische Werte aus der Branche sind. Und das ist was ganz anderes als das, was in der Fachliteratur für einen bestimmten Werkstoff zu finden ist.
Und das ist das Wertvolle eigentlich auch an den Barrierefolienrechner. Nehmen wir auch immer wieder mal erweitern. Wir kriegen immer mal wieder neue Daten und dann wird das auch mal wieder aktualisiert. Aber große Sprünge passieren natürlich auch nicht mehr.
Cool. Checkt das aus, schaut in die Shownotes. Schaut bei Innoform vorbei. Eingeladen.
Und teilt den Podcast, ganz wichtig. Ihr seht, wir sind ja alle mit Herzblut dabei in den Themen und kämpfen, glaube ich, auf der guten Seite der Macht. Jeder so in seinem Metier. Und ich denke, das ist ganz gut, das auch mal ein bisschen nach draußen zu bringen und ja, Wissen zu schaffen.
So. In diesem Sinne. Super. Julian, hast du noch ein letztes Wort?
Karsten, hast du ein letztes Wort? Das frage ich dir, nicht unserem Gast hier. Das ist doch… Ich wünsche mir, dass wir mehr Flexpack kriegen mit weniger Müll und mehr recycelten Werkstoffen und dass wir alle mit Sachverstand daran arbeiten und mit weniger Polemik und weniger Emotionen das Ganze betrachten.
Emotionen sollten wir dann abends in Frankfurt beim Fußball freilassen und nicht unbedingt bei Flexpack-Industrie, finde ich. Phänomenal. Ein perfektes Schlusswort in dem Sinne. Kommt gut durch die Woche.
Ganz, ganz, ganz vielen Dank. Und Karsten, wir freuen uns auf die Fortsetzung. Danke für die Einladung. Jawohl, gerne.
Dankeschön. Ciao.
