Matthias Wolk ist unter anderem Gründer von VRtualX. Neben virtuellen Messen kreiert er auch virtuelle Erlebnisse mit Augmented Reality. So können beispielsweise Packgüter virtuell ausgepackt und anprobiert werden. Zusätzliche Informationen können bereitgestellt und von Avataren vorgetragen werden. Und das alles zu überschaubaren Kosten, dank eines hohen Automatisierungsgrades.
Aber hören Sie selbst, was Metavers, Virtual Reality und Apple Glasses mit Flexpack zu tun haben. Ich bin gespannt auf Ihre Ideen – ich habe viele bei dem Gespräch gehabt und setze schon die erste um.
Auch verfügbar auf:
Cover, Ton & Schnitt: Jan Schröder, eveema GmbH&Co KG www.eveema.com
Hier ist das Video von Matze’s Avatar:
Hier geht es zum Inno-Meeting: http://im.innoform.de
Alle Episoden abonnieren
Transkript
Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.
Folienwissen Spezial, der Innoform-Podcast zum Inno-Talk. Heute im Innoform-Podcast Matthias Wolk. Er ist Gründer unter anderem von VirtualX. Neben virtuellen Messen erstellt er auch virtuelle Erlebnisse mit Augmented Reality.
So können verpackte Güter virtuell entpackt und ausprobiert werden. Zusätzliche Emotionen können bereitgestellt und sogar von eurer Seite direkt vorgetragen werden. Und wegen hoher Automatisierung geht das zu überschaubaren Kosten. Aber hören Sie selbst, was das Metaverse, virtuelle Reality und Apple Glasses mit Flexpack zu tun haben oder zu tun haben können.
Ich bin gespannt auf Ihre Ideen. Ich selber hatte viele bei dem Gespräch und bin schon dabei, die erste auszuprobieren. Viel Spaß beim Zuhören. Ich freue mich, heute haben wir im Innoform-Podcast zum Inno-Talk Matthias Wolk.
Matthias, wir haben uns kennengelernt kurz vor der Pandemie über eine Bekanntschaft eigentlich. Wie gesagt hat jemand zu mir gesagt: „Mach mal deinen Podcast, mach mal deine Veranstaltung ein bisschen virtueller.“ Was machst du überhaupt? Was verbindet dich mit der virtuellen Welt von Veranstaltungen?
Also die Frage, was mache ich und wenn ja, wie viele, stelle ich mir jeden Tag ganz oft. Und interessant, dass du sagst, wir haben uns sozusagen damals kennengelernt, weil damals gefühlt ja schon Lichtjahre hinter uns. Aber es war ja tatsächlich zu Beginn der Pandemie und das war, glaube ich, 2020 war das. Aber mittlerweile ist echt viel passiert.
Jo, ich bin Digitalunternehmer, habe verschiedene Unternehmen, Gründer und Geschäftsführer der Gesellschaft, unter anderem der VirtualX. Wir bespielen virtuelle Welten, sind sozusagen Enabler für die virtuelle Evolution, Spezialanbieter für Virtual Reality und Augmented Reality. Dann habe ich noch eine weitere Unternehmung, die Real TV Group. Wir sind eine digitale und sehr innovative Filmproduktion, insgesamt vier Standorte in Deutschland.
Und dann bin ich jetzt seit vergangenem Jahr auch noch Mitgründer und Gesellschafter der Sang Art, eine virtuelle und innovative, man kann sagen, Handelsplattform für den internationalen Kunstmarkt. Und das sind die Themen, die ich so bespiele. Und ja, wir haben vorhin kurz im Vorgespräch schon ein bisschen erläutert. Man hat mal bessere und mal schlechtere Zeiten, wie das so ist im Leben.
Aber insgesamt alles das, was ich mache, macht mir unfassbar großen Spaß, die richtigen Menschen an den richtigen Orten zusammenzubringen. Und was vielleicht ganz spannend ist, um das überspitzt zu formulieren, all das, was ich mache, habe ich nie in meinem Leben gelernt. Ich bin nämlich von Haus aus gelernter Fernsehjournalist. Ich habe in meinem ersten Leben früher im Fernsehen moderiert, aber habe mir da die Fähigkeit, glaube ich, so ein bisschen erarbeitet, Übersetzer zu sein.
Zwischen Technologie und Kreativkonzepten vermitteln
Und das ist immer der Punkt, den ich hier auch in verschiedenen Unternehmungen einnehme, dass ich so vermittle zwischen unseren IT- und virtuellen Spezialisten und den Kunden. Weil wenn die direkt miteinander sich unterhalten sollen, dann geht das meistens nach hinten los. Und dann bin ich sozusagen der Matcher zwischen den Welten und versuche, das zu übersetzen. So, lange Frage.
Die lange Antwort auf eine kurze Frage. Sorry, Karsten. Ganz, ganz spannend. Genauso muss es sein.
Wir wollen dich natürlich auch ein bisschen persönlich nochmal kennenlernen. Deswegen mache ich immer so Blitzfragen. Das ist so ein bisschen üblich auch in der Podcast-Szene. Und du kannst kurz oder lang darauf antworten.
Und die sind so ein bisschen überraschend. Die haben wir nicht abgestimmt. Buch oder Hörbuch? Auf jeden Fall Buch.
Präsenzevent oder online? Der Mix macht’s. Der Mix macht’s sehr schön. Chatbot oder Hotline?
Chatbot. Universe oder Metaverse? Metaverse, definitiv. Jetzt kommen wir ein bisschen ins Eingewachte.
VirtualX ist das, worüber wir heute ein bisschen detailliert reden wollen. Denn unter der Flagge wirst du auch beim Inno-Meeting in diesem Jahr, wo wir ja immer auch so ein bisschen innovative Tendenzen, Trends, manchmal sogar Megatrends besprechen wollen für die Flexpack-Industrie. Und in diesem VirtualX, was ich immer falsch geschrieben habe, mit VR, schreibt sich aber VR. Diesen Wortwitzkasten, den wir uns damals am Einfall lassen, VirtualX eben genau VR für Virtual Reality und dann X.
X und X immer für Unlimited, weil wir sozusagen in der XA-Technologie unterwegs sind. Für unlimitierte Welten steht das X immer. Genau, hochspannend. Und dieses VR habe ich natürlich dann später bei der Korrektur des Firmennamens verstanden, diesen Wortwitz.
Virtual Reality und Unlimited Reality erklärt
Da geht es um virtuelle Reality und was hat das überhaupt mit Verpacken zu tun und was macht ihr da genau? Erzähl ein bisschen genau. Also das könnte jetzt ein stundenlanger Vortrag werden, ich versuche mal ein bisschen runterzubrechen. Also wir sind Wegbereiter der virtuellen Evolution und wir unterstützen unsere Kunden und Partner auf den Weg in die virtuelle Welt und gehen so gemeinsam die ersten Schritte und das tatsächlich immer Schritt für Schritt mit Inhalten und eigenen Softwarelösungen.
Und da gibt es eben die großen Schlagworte Virtual Reality und Augmented Reality. Und das Spannende ist eben gerade in Bezug auf Verpackung, wie man sozusagen die analoge und digitale Welt miteinander verbinden kann. Und ich finde immer, die Verpackung bietet ungeahnte Möglichkeiten und bin aber immer relativ erschrocken sozusagen, wenn ich mal in Hamburg durch einen Budnikowski oder durch einen Rossmann oder so laufe, wie wenig das bisher noch genutzt wird. Und vielleicht kann ja der Impulsvortrag dann bei euch so ein bisschen dafür sorgen, dass ein bisschen quer und vielleicht neu gedacht wird.
Und es gibt einfach viele, viele Möglichkeiten, dass man die Verpackung ja als Schnittstelle nutzt in die digitale und virtuelle Welt. Und das kann man eigentlich total simpel machen, dass man, ich meine, jeder hat jetzt nach Corona spätestens gelernt, dass der QR-Code beispielsweise Sinn macht. Jeder hat ein Smartphone dabei, wenn ich einkaufen gehe. Aber bisher wird das echt total, überhaupt nicht ausgeschöpft.
Ich bin ein totaler QR-Code-Checker und Fanatiker und überall, wo es einen QR-Code gibt, halte ich mein Handy drauf. Und meistens, und das ist dann die Enttäuschung, werde ich immer noch weitergeleitet, entweder in den Online-Shop oder auf die Website des Unternehmens. Und das ist natürlich dann sozusagen digital und virtuell deutlich zu kurz gehüpft, ist klar. Genau so ist es.
Und der QR-Code ist für viele Marketeers, für Verpackungen natürlich ein No-Go, weil die sagen, das zerstört ja neben dem Barcode noch mehr unser Druckbild und verstümmelt unser Layout und so weiter. Und es gibt natürlich auch neuere Techniken, die werden wir auch beim Inno-Meeting würdigen. Es gibt ja so dieses Zauberwort Holy Grail, da gibt es dann so Digimark, so Marken, die im Druckbild versteckt werden. Wäre das auch etwas, wo ihr dann mit eurer Virtual X andocken könnt?
Wenn jetzt also eine Verpackung ausgestattet wäre mit so einer Markierung, könntet ihr dann daraus was Virtuelles machen? Ja, genau das, was wir machen. Also, weil wir natürlich auch QR-Codes, meine Tochter wird sagen, lame finden und eben auch visuell nicht super schick. Und deswegen arbeiten wir mit Markern.
Und wir haben eine AR-Lösung, eine eigene Software, das nennt sich AR-Easy, weil muss ja immer alles mal easy sein und drag and drop. Der Hintergrund ist der, mir ging es mal voll auf den Sender, dass ich tolle AR-Experiences machen kann, aber ich musste mir jedes Mal eine App runterladen und ich hab so viele Apps auf meinem Handy und ich kann gar keine Apps mehr sehen. Und wenn ich jetzt eine neue Produktlinie virtuell sozusagen erfahren kann und die Mehrwerte checken möchte, dann lade ich mir nicht vorher noch eine App runter. Und deswegen arbeiten wir mit Markersystemen.
Du brauchst das Handy aber einfach nur draufhalten. Die Kamera erkennt sofort den Marker und dann wirst du in die digitale, respektive virtuelle Welt rübergeleitet. Und das hat einfach viele Vorteile. Es ist easy.
Selbsterklärende und barrierefreie VR-Anleitungen
Es ist für jedermann zugänglich. Es ist selbst erklärend. Und dann reden wir ja nicht nur über Bedienungsanleitungen, die ich auf meiner Verpackung sozusagen integrieren kann, digital und virtuell, sondern wir reden über das Thema Gamification. Wir reden darüber, dass ich das Produkt vielleicht individuell branden kann und so weiter und so weiter.
Da sind dann die ganzen Kreativkonzepte befragt, weil das ist ja immer so die Frage. Auf der einen Seite sind die Technologien dort und vorhanden und verstanden. Aber wie setze ich das dann in ein wirklich gutes, kreatives Konzept um? Und das ist genau das, was wir machen, dass wir auf der einen Seite diese Software-Solutions anbieten.
Aber eben jetzt nicht nur sagen hier, lieber Partner und Kunde, friss und stirb. Das ist die technologische Lösung. Und dann lassen wir den mit alleine, sondern es geht ja vor allen Dingen um die kreativen und inhaltlichen Konzepte dann. Verstanden.
Wir als Innoform versuchen ja auch mal, da die Enden zusammenzubringen. Und wenn ich mir jetzt vorstelle, ich bin jetzt in einer Drogeriemarkt-Kette, dann will ich natürlich viel über meine Kunden lernen, um mein Angebot zu verbessern, zu optimieren. Welche Rolle könnte denn jetzt so eine virtuelle Animation auf einer Verpackung dann spielen? Können wir mal so einen Business-Case irgendwie durchgehen, dass das für unsere Zuhörer so ein bisschen handgreiflicher wird, dass man sich was vorstellt?
Genau. Also du hattest ja, glaube ich, auch schon erwähnt, Avatar-Lösung beispielsweise. Ich habe mir jetzt von mir einen Avatar bauen lassen, hat einen riesengroßen Vorteil. Ich bin absolut skalierbar, weil ich muss nicht mehr selbst vor die Kamera, sondern ich kann zu jeder Tages- und Nachtzeit, in jeder Sprache dieser Welt kann ich als Avatar auftreten.
Und so könnte das zum Beispiel auch bei einer Verpackung sein, dass ich eben meine Kamera draufhalte und von einem freundlichen Avatar begrüßt werde, vielleicht sogar individualisiert, weil ich vielleicht schon getrackt bin, wie auch immer. Und ich kann mich dann mit den Inhalten der Verpackung und Mehrwerten nochmal viel, viel mehr auseinandersetzen, weil bevor ich mir auf einer Verpackung einfach was durchlese und das vielleicht direkt wieder schnell zur Seite lege, werde ich emotional durch ein Video, was im Raum auf der Verpackung getrackt stattfindet, angesprochen. So, dann kann ich natürlich darüber hinaus viel, viel mehr. Und ich kann, weiß nicht, Multiple-Choice-Fragen beispielsweise stellen und erhöhe dadurch die Interaktivität und die Verweildauer.
Und ich setze mich viel mehr mit dem, vielleicht auch gar nicht so sehr im ersten Schritt mit dem Produkt auseinander, sondern mit all den Themen, die da herum passieren. Und dann ist natürlich klar, Daten werden getrackt. Ich kann gucken, so wer beschäftigt sich mit meinen Produkten? Wer beschäftigt sich wie lange mit welchen Produkten?
Im Sinne von bei Amazon wurde dieser Artikel geklickt. Für Sie sind auch die und die Produkte spannend. Also da ist natürlich dann das Feld riesig und unerschöpflich. Aber die ganz klare Empfehlung, die wir eigentlich immer aussprechen, ist sozusagen Schritt für Schritt ranzugehen, ohne jetzt eurer Branche sozusagen zu sehr auf die Füße zu treten oder zu nahe zu treten.
Digitales Einkaufen: Die Zukunft des Handels
Ich finde das schon manchmal jetzt eigentlich total provozierend, das ist sozusagen echt schnarchend, wie die Branche unterwegs ist, weil das so viel Potenzial bietet. Und wenn ich ein Produkt hätte, wo es eine Verpackung gibt, dann würde ich von vornherein die Verpackung digital und virtuell denken. Weil, und jetzt kommt der entscheidende Schritt, die Verpackungen ja heutzutage nur in der realen Welt relevant sind, aber sukzessive wandern die Verpackungen ja immer mehr in die virtuelle Welt. Und dann sind wir direkt beim Thema Metaverse.
Denn in Zukunft werden die Menschen verstärkt digital und virtuell einkaufen. Also wir haben vorhin gesagt, der Mix macht es. Das ist natürlich jetzt kein Schritt, der von gleich auf jetzt vollzogen wird, aber sukzessive merken wir das schon. Budgets werden schon verschoben und gehen in die virtuellen Plattformen.
Und spätestens da bekommt der Verpackungsbegriff nochmal eine ganz andere Bedeutung, weil ich dann ja in der virtuellen Welt noch viel, viel mehr Möglichkeiten habe. Ich kann Videocontent direkt auf die Verpackung drauf spielen. Ich kann individuelle Verpackungen machen. Ich kann Verpackungen machen, die in der realen Welt gar nicht gedruckt oder gepresst oder erzeugt werden könnten.
Und da wird es spannend. Und eben beim Verpackungsentwurf und Beispiel Design von vornherein schon zu denken, okay, ich mache das jetzt eigentlich wie die reale Welt, aber wie kann es in der virtuellen Welt stattfinden? Dann wird es richtig spannend. Das spüren wir auch bei uns in der Verpackungsbranche.
Wir hatten die Drucktagung im November und da war ein spannender Vortrag, den es jetzt auch als Podcast-Episode gibt von Link to Brands, die jetzt auch schon einen virtuellen Zwilling von jeder Verpackung machen als Repro-Agentur quasi. Sie haben früher Druckzylinder graviert und machen heute eben virtuelle Verpackungen im virtuellen, in der virtuellen Welt. Und da sieht man schon, der ist schon angekommen, aber die gehen immer noch aus von der realen Verpackung. Also der Shift hat noch nicht stattgefunden.
Da sind wir gerade an dieser Schwelle, glaube ich. Genau. Und die Schwelle ist aber auch eine, ja, wichtig und relevante, weil man muss ja die Menschen auch mal dort abholen, wo sie stehen. Und jetzt zu sagen, und das haben wir jetzt ja auch in den letzten drei Jahren gemerkt bei den ganzen großen virtuellen Plattformen, die wir gebaut haben, wir haben völlig anachronistisch eigentlich Messen nachgebaut, was totaler Quatsch ist.
Aber wir haben es gemacht, weil wir die Leute abholen wollten. Die waren erst mal so überfordert. Oh, das reale Event findet nicht mehr statt. Was meint ihr jetzt?
Okay, da gibt es einen analogen digitalen Zwilling. Der sieht zum Glück aus wie die reale Messe. Also finde ich mich schon mal zurecht. So, aber das ist jetzt, wie gesagt, damals, wir haben es schon gesagt, drei Jahre her, die Welt hat sich mit einem enormen Tempo weitergedreht.
Von Fotoshooting zu 3D-Rendering-Daten
Und jetzt sind wir an der Stelle, wo wir sagen, okay, weg von der traditionellen Denkweise, hin zu einer immer mehr stärker innovativen. Und zum Thema Verpackung und 3D: Ich habe heute Morgen noch ein Gespräch dazu gehabt. Ein Partner im Bereich Bewegtbild, mit dem wir zusammenarbeiten, der auch viel im Bereich Animation und so weiter unterwegs ist, der hat am Freitag, hat er mir erzählt, Lidl-Prospekte bestehen, wenn ich die Produkte sehe, also tatsächlich klassisch, da liegen wir noch als Schweinebeilage in einer Zeitung oder so, zu 98% aus bebauten Produkten.
Also da wird kein Fotoshooting mehr gemacht und gar nichts, weil die Daten sind ja alle da. Und auch dort gibt es dann eben sehr, sehr viele Mehrwerte dann plötzlich. Ja, das erkennen gerade die Händler. Und wir sind ja immer in diesem Innovations-Push-, Innovations-Pull-Dilemma.
Also wir als Verpackungsindustrie sind zu schwach, zu klein, um Innovationen wirklich zu treiben in den Marken. Sondern wir müssen uns immer ziehen lassen von den Marken früher. Aber jetzt gibt es sehr viel Private Label. Jetzt haben die Händler eigentlich die Rolle als OEM, würde man in der Autoindustrie sagen, übernommen und ziehen uns jetzt.
Und jetzt passiert ja was ganz Spannendes. Die verlangen einfach diese digitale Welt. Und jetzt müssen wir folgen. Und parallel dazu passiert was Spannendes, dass wir eben auch Prozesse selber, Produktionsprozesse digitalisieren.
Und so ähnlich hast du es gemacht mit dem virtuellen Matze. Ich spreche jetzt mit dem echten Matze, aber er wäre vielleicht gar nicht zu unterscheiden von dem virtuellen Matze. Ich verlinke das Video nochmal. Kann ich jetzt als Karsten Schröder mir auch so einen virtuellen Karsten machen, mit wenigen Klicks, wie du gesagt hast?
Oder wie weit ist da die Entwicklung? Ob du jetzt mit dem echten Matze sprichst oder mit dem Avatar, das klären wir ganz am Ende auf. Vielleicht hat es gerade die ganze Zeit mit dem Chatbot hier zu tun. Kann jetzt da keiner so richtig verifizieren, weil wir sind ja nicht zu sehen, sondern nur zu hören.
Die Auflösung kommt dann ganz am Ende. Also ja, das ist völlig skalierbar machbar. Es gibt zwei Ansätze. Entweder sagt man, ich nehme einen Avatar sozusagen von der Stange, der so ein bisschen aussieht und wirkt wie ich.
Oder ich lasse mich eben selbst aber als Avatar verwandeln. Und der Aufwand ist wirklich super gering. Du gehst einmal in ein Greenscreen-Studio, musst 15 Sätze unfallfrei sozusagen in die Kamera sprechen. Und dann hat die KI so viel Input und so viel Wissen über dich und deine Gestik und Mimik und wie du sprichst und ob du die Augen zumachst oder ob du mit dem Mund ein bisschen linkshängrig bist oder mit dem Kind nach vorne gehst und so weiter.
KI personalisiert virtuelle Produkterlebnisse individuell
Also bis in die letzten Details erkennt die KI deine individuellen Eigenarten sozusagen. Und anschließend, wenn du das gemacht hast, musst du wirklich nur noch den Text in die Vorlage eingeben. Und dann kommt das fertige Avatar-Video von dir raus. Und das ist ja im Sinne von Produktionsprozesse skalieren und einfach machen.
Einmal aufsetzen, einmal sich die Mühe machen und dann kannst du es endlos ausspielen. Und wir bespielen das Thema jetzt mit den künstlichen Avataren so seit drei Monaten. Und wir haben einen totalen Run darauf, weil was ist jetzt passiert? Die Menschen merken, wow, ich kann ja zum Beispiel mit ganz wenig Aufwand Erklärvideos plötzlich und Tutorials produzieren.
So, weil früher war das so, da musste eine Kamera aufgebaut werden. Da musstest du Zeit haben dafür. Wir haben jetzt zum Beispiel im Bereich Medizin ganz viele Anfragen und dann sagen die Ärzte, ja, früher war das so, ich bin irgendwie Kieferorthopäde und ich muss morgens ab acht am Stuhl stehen und arbeite bis 17, 17:30. Da habe ich keinen Bock noch abends Videos zu machen.
Mit eurer Lösung kann ich jetzt die Videos machen so wie ich möchte, weil es entsteht alles am Rechner. Und was ganz Spannendes, das merken wir ja auch, wenn wir die virtuellen Welten bauen und mit Avatar unterwegs sind, die Menschen sind ganz, ganz schnell in der Lage und akzeptieren diesen Avatar und haben gar nicht so Berührungsängste oder so, sondern man akzeptiert, dass man mit einem Avatar kommuniziert. Und das ist echt spannend, was es auch in der Wahrnehmung für eine Geschwindigkeit dann darstellt. Also mich hat das auch total begeistert sofort.
Ich beschäftige mich auch noch nicht so lange. Ich will auch einen virtuellen Avatar von dir. Das werden wir dann im Anschluss auch nochmal verabreden. Was kann das für Verpackungen bedeuten?
Wie stellst du dir so ein Szenario vor? Du hast es eben schon kurz angerissen. Also es könnte sein, dass ein Code auf der Verpackung ist und es entsteht dann ein virtueller Raum. Bleiben wir mal bei dem Kosmetikprodukt.
Ich habe jetzt eine Zahnpasta. Im Moment sind ganz im Trend Happy Brush und so weiter, die neuen elektrischen Zahnbürsten mit Hyperschall und so weiter. Was betrifft da eine Verpackung? Wir wollen die Faltschachtel beispielsweise weglassen von der Zahnpasta.
Jetzt haben wir nur die Tube. Da habe ich ja noch weniger Platz, um was drauf zu drucken. Und jetzt kommst du ins Spiel, oder? Genau, dann kommen wir ins Spiel, weil, ganz simples Beispiel, ich kann das Produkt quasi aus der Verpackung ausnehmen, ohne dass ich die Verpackung entpackt habe.
3D-Rendering und interaktive Produktvisualisierung
Und es gibt das Produkt als 3D-Rendering. Das wird definitiv so sein. So, die Daten ziehst du dir und dann hältst du dein Smartphone auf die Verpackung drauf und kannst dann schon mal das Produkt sehen, wie es eingesetzt wird, Produktvorteile und so weiter. Aber es ist halt 3D erlebbar.
Und es ist nicht so, dass ich jetzt einfach nur ein flaches Video habe, sondern ich habe dann, wenn du sagst, hier diese Turbozähne wirst, ich habe jetzt auch so eine, bin mega happy damit. Ich hätte es cool gefunden, dass ich mir aber, wenn ich im Laden stehe, mir vorher schon mal den digitalen Zwilling richtig haptisch in der virtuellen Welt sozusagen angeguckt hätte. So, das ist ein total simples, aber ganz konkretes Beispiel, wie man diesen Mehrwert, den noch ungenutzten Mehrwert von Verpackung nutzen kann. Bei Lebensmitteln ist die Schwelle, glaube ich, umso höher.
Weil, ich sage mal, bei Konsumprodukten wie eine elektrische Zahnbürste, die dann einen relativ hohen Preis hat im Vergleich zu den Herstellungskosten, kann man ja auch noch ein bisschen Spielerei bezahlen. Aber wie ist das bei einem ganz simplen Produkt vielleicht wie eine Handseife oder so? Lohnt sich das überhaupt, so was? So einen Aufwand dann zu treiben.
Wie aufwendig ist das dann, so eine virtuelle Welt, um dieses Produkt zu schaffen? Was schätzt du? Jetzt kommt so eine typische Juristenantwort: Es kommt drauf an.
Also der Vorteil ist, wenn du eine Softwarelösung nutzt, dann ist das echt niedrigschwellig, weil du quasi Plug and Play machen kannst und auf eine automatisierte Lösung zurückgreifst. Und für den ersten Schritt ist das auch schon mal vollkommen ausreichend. Und dann, und das ist in der virtuellen Welt eigentlich genau wie in der realen Welt, nach oben hin sind keine Grenzen. Natürlich kannst du es noch high-performanter machen.
Du kannst noch mehr Interaktion reinbringen. Du kannst eine sehr, sehr umfassende virtuelle Welt schaffen und so weiter. Aber ich glaube, darum geht es gar nicht. Es geht darum, mit niedrigen Kosten die ersten Schritte und Erfahrungen zu machen.
Und da das ja für die meisten Beteiligten etwas Neues ist, wäre alles andere auch fatal. Weil was überhaupt gar keinen Sinn macht, ist zu Beginn ein großes Budget in die Hand zu nehmen und dann zu sehen: „Oh, läuft doch nicht so, hat man es gerade anders vorgestellt.“ Weil dann ist das Thema durch. Dann wird das die nächsten fünf Jahre keiner mehr anfassen.
Wenn du aber sagst, ich nehme am Anfang – keine Ahnung – 2.000 Euro in die Hand, um mal zu testen, wie das so funktioniert. Dann fange ich ganz klein an, teile ich auf. Wir haben hier, weil du sagst Lebensmittel, wir haben viele Projekte im Bereich Trinken gemacht, Bier. Weil wir von den Überquell-Jungs aus dem Hafen zum Beispiel die Etiketten zum Leben verwandelt haben.
Großeffekt mit kleinerem Budget erreichen
Und das hat einen Apple und ein Ei gekostet. So, aber der Effekt war riesig, weil in der Community und auch auf der Branchenplattform war dann die Kommunikation das erste Augmented-Reality-Bier dieser Welt und so weiter. Und dann hast du wieder einen guten Image-Träger. Du bist innovativ unterwegs und so weiter.
Also da nochmal der Hinweis, echt mit wenig Budget anfangen, wenig Kohle ausgeben und der Rest wird sich schon von alleine dann ergeben. Vorletzte Frage, die zieht so ein bisschen in eigene Sache. Du hast der Erfahrung eben auch schon angedeutet im Bereich virtueller Messen, virtueller Events. Da habt ihr auch versucht, niederschwellig ranzugehen, habt quasi Messehallen nachgebildet und so weiter.
Gucken wir mal auf unser Inno-Meeting jetzt im Februar. Da sind 150 Leute im Saal, sind vielleicht ein paar zugeschaltet. Hybridisierung haben wir mittlerweile schon hingekriegt, war auch nicht so einfach, musste auch einiges programmiert werden im Hintergrund. Das funktioniert aber jetzt alles.
Aber was passiert da in der nächsten Zeit bei den Events? Hast du da auch Ideen, was vielleicht auch im Vorfeld und im Nachgang? Genau, also diese Hybridisierung von Events, das funktioniert ja schon mal. Was nicht funktioniert, das haben wir jetzt in den letzten drei Jahren gemerkt: wenn du, weiß nicht, 3000 Leute auf eine Plattform rausholst, weil es findet eben nicht diese zufällige Begegnung statt.
Das ist bei 150 Leuten etwas ganz anderes. So und wir sind jetzt natürlich schon wieder einen Schritt weiter, weil hybride Events finden bei uns in der Virtual Reality statt. Und das ist ein sehr, sehr guter Ansatz, weil du nicht einfach nur display-mäßig, 2D-mäßig einen Videocall hast, wo du sofort merkst: okay, der andere sitzt irgendwo, ist aber gar nicht bei mir, sondern wenn du die Virtual-Reality-Brille aufhast und gemeinsam mit Leuten im Raum bist, hast du wirklich dieses räumliche Gefühl. Und du denkst, der Mensch, mit dem ich gerade spreche, der sitzt wirklich links neben mir oder mir direkt gegenüber.
Über Avatare wird das gelöst. Du hast sofort ein räumliches Präsenzgefühl. Wenn du dich nach links oder rechts umdrehst, hast du einen anderen Sound, weil du kannst dich auch in kleine Gruppen aufteilen. Also alles das, was du bei so einem Videocall nicht hast.
Weil bei so einer Plattform, da kann ja immer noch einer quatschen und alle anderen müssen zuhören. Und das ist in der virtuellen Welt eben nicht so. Und wir machen das beispielsweise so. Wir machen mittlerweile, wenn wir Kundenpräsentationen haben.
Da sind wir früher dann irgendwie mit acht Leuten zum Kunden gefahren. Da fährt mittlerweile nur noch einer hin. Und der hat ein Set von Brillen dabei und dann wird das Meeting nämlich in der virtuellen Welt abgehalten. Und die ganzen Experten, die wir haben, die auch europaweit bei uns im Team verteilt sind, die werden dann über die Virtual Reality zugeschaltet mit dem jeweils eigenen Avatar.
Virtuelle Welt als reales Erlebnis
Und dann bietet das eben noch eine andere Möglichkeit und viele, viele Vorteile. Nicht nur, dass du dann einfach die Kommunikation besser machst, sondern Produkte können gezeigt werden. Du kannst die Produkte von einer Hand in die andere geben. Man kann am Whiteboard arbeiten und so weiter.
Also alles das, was du aus der realen Welt kennst, ist dann plötzlich virtuell erlebbar. So und jetzt gibt es ein Pain in the Ass. Und das ist immer noch die Frage: Ja, wie läuft das denn mit den Brillen?
Das ist immer die Frage, die wir laut gestellt bekommen: Ja, wir haben die ja nicht. Ja, genau habt ihr nicht. Aber wir sorgen dafür, dass ihr die Brillen bekommt.
Und dann könnt ihr entweder Brillen ausleihen oder Brillen kaufen. Wir haben mittlerweile schon viele Kunden, die für den Vertrieb, ihre Vertriebsmannschaft mit VR-Brillen ausgestattet haben. Und die nehmen die dann statt iPad mit und fahren zum Kunden und machen genau das, was ich gerade beschrieben habe. Und dieses Jahr soll ja also die Branche sozusagen hofft drauf, dass endlich die Apple Glasses auf den Markt kommen, weil das könnte dann im nächsten Schritt so ein iPhone-Effekt nochmal bedeuten.
Das heißt, wir gehen in dem Bereich weiter in Richtung B2C und Massenmarkt. Und das wird und das belegen alle Studien perspektivisch in den nächsten fünf bis zehn Jahren viel, viel schneller gehen als das Smartphone respektive das iPhone sich verbreitet hat. Also insofern sind wir da auch von der technologischen Seite irgendwie so auf der sicheren Seite. Aber Stand heute, es hat eben noch nicht jeder eine Virtual-Reality-Brille dabei.
Und deswegen müssen wir gleichzeitig auch immer für die Infrastruktur sorgen, damit das stattfindet. Und wir beraten große Marken auch aus dem Lebensmittelbereich und Food-Bereich und Getränkespezialisten und so weiter. Und allen CEOs, mit denen wir dort zusammengesessen haben und denen wir die Brille aufgesetzt haben, da war keiner, der gesagt hat „finde ich doof“, sondern alle haben gesagt „ah, jetzt verstehe ich so langsam, was das mit dem Metaverse, was es damit auf sich hat“ und man muss. Und das ist die Erkenntnis bei Virtual Reality.
Man muss es einfach erlebt haben. Du kannst diese Experience nicht per Video transportieren und kommunizieren, sondern du musst die Brille aufhaben. Und vielleicht letzter Gedanke noch dazu, wo die Reise geht. Stichwort Metaverse.
Wir merken, dass eben viele Kunden eben dorthin gehen, wo ihre Kundschaft ist. Die sind nämlich auf den verschiedenen Plattformen. Das ist dann irgendwie ein Decentraland oder ein The Sandbox und so weiter. Und es gibt gerne in den USA schon echt super Beispiele, weiß nicht, von Millers Bier beispielsweise, die dann in die Plattform reingehen und dort ihr Produkt auf spielerische Art und Weise anbieten.
VR-Lösungen für preiswerte Produkte
Und das hat dann den riesengroßen Vorteil, dass du dann in der virtuellen Welt bleiben kannst und du musst dann aber die VR-Brille gar nicht mehr abnehmen und sagen „ok, jetzt gehe ich mal online und besorge mir irgendwie einen Delivery Service“, sondern ich mache das im Spiel und 10 Minuten später kommt dann der Getränkelieferservice bei dir vorbei und du musst also gar nichts mehr machen, die virtuelle Welt nicht verlassen, sondern du musst nur noch selber trinken. Das ist das Einzige. Das geht noch nicht virtuell. Ja, genau.
Hast du denn da die Hoffnung, dass das auch für sehr preiswerte Produkte wie zum Beispiel Getränke wirklich funktionieren wird in naher Zukunft oder sind da jetzt noch fünf oder zehn Jahre vor diesem Punkt? Nee. Also wir sind jetzt glaube ich noch fünf Jahre davor, aber der riesengroße Vorteil ist, dass beispielsweise die Unternehmen aus der Getränkeindustrie, mit denen wir intensiv darüber sprechen, die haben den großen Vorteil, dass sie die ganze Logistik und die Infrastruktur schon im Backoffice sozusagen haben und liefern können. Und dann ist es ja am Ende einfach nur total logisch.
Ich gehe dorthin, wo die Zielgruppe ist und da gucke ich, dass ich einen möglichst guten Lieferprozess und eine Logistik hätte an der richtigen Stelle. Und das wird also eher fünf Jahre dauern als zehn Jahre. Hochinteressant. Jetzt hast du schon eine ganze Menge Ratschläge für uns als Verpackungsherstellerindustrie, für die ich eigentlich hauptsächlich stehe, ja schon gesagt.
Wenn du jetzt eins rauspickst, was du der Verpackungsherstellenden Industrie raten würdest, wenn die einfach mal loslegen wollen, also die Innovation reintragen wollen in den Markt, auch vielleicht als Mittelständler. Du sagtest niedrigschwellig, ohne großes Invest. Was würdest du so einer Verpackungsfirma raten, die jetzt einfach mehr Folienverpackungen oder bessere Folienverpackungen verkaufen will? Ja, also die alte Weisheit.
Wichtig ist auf dem Platz und es gibt nichts Gutes, außer man tut es ausprobieren. Es bringen keine Präsentationen was und man hätte, man könnte, man müsste, sondern machen mit wenig Aufwand und das einfachste wäre, nehmt eure Verpackung, setzt einen schönen Marker drauf und dann überlegt man sich gemeinsam, was dann virtuell und digital in diesem Marker stattfindet, weil Handy drauf, Kamera erkennt den Marker und dann kannst du entweder dein Produkt in 3D visualisieren. Du kannst auch vielleicht am Anfang auch nur ein kleines Video drauf packen oder so und dann hast du schon deine erste Experience im wahrsten Sinne des Wortes und dann guckst du, wie deine Kunden das empfinden, deine Partner das wahrnehmen. Dann guckst du, wie sich auf deine Marker einzahlt, ob du mehr Abverkäufe darüber hast, ob du mehr Interaktion hast, ob du zum Beispiel eine direkte Weiterleitung in einen Online-Shop hast und dann hast du schon irgendwie vier, fünf Indikatoren und spätestens dann, wenn du es gemacht hast, wirst du sehen, hat einen sehr, sehr deutlichen Mehrwert und dann beschäftigt man sich mit den nächsten Schritten.
Hochspannend, danach kann nichts mehr kommen. Ich will meinen digitalen Zwilling zieht gleich mein Greenscreen runter und dann legen wir gleich los. Dankeschön für das tolle Gespräch. Sehr gerne, lieber Karsten.
Ich freue mich auf unser reales Treffen dann und dann werde ich ja viele Beispiele dabei haben, bis wir was erzählen und vielen Dank für die Gelegenheit. Hat großen Spaß gemacht, lieber Karsten. Danke, gleichfalls.

Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.