Frank Jacobs von XEIKON berichtet in dieser Episode über Digitaldruck. Im speziellen sprechen wir über Inkjet und Toner-Technologien. XEIKON hat einen neuen Toner entwickelt, der die Vorteile von Inkjet mit denen von Toner kombiniert.
Der besonders kratzfeste und thermisch sowie chemisch stabile TITON Toner braucht z. B. keinen Lack auf Papier zum Druckschutz. Toner-Systeme insgesamt zeichnen sich durch bessere lebensmittelrechtliche Eignung aus. Das hat mit der Basischemie zu tun. Im Toner hat man weniger bis keine kurzkettigen Moleküle oder Monomere. Beim Inkjet, auch wenn die Tinte später ausgehärtet wird, besteht immer das Risiko von Restmonomeren. Diese können nicht nur lebensmittelrechtlich bedenklich sein, sondern auch die Performance der bedruckten Schicht negativ beeinflussen. So sind Siegelbeständigkeit, Abriebfestigkeit und vieles mehr von Toner-Systemen mit TITON signifikant besser.
Das Digitaldruckverfahren der Wahl ergibt sich daher immer von der Anwendung her. In vielen Fällen spielt Inkjet seine Stärken aus und an anderen Einsatzgebieten punktet die Toner-Technologie. Wichtig ist, dass allen digitalen Druckverfahren eines gemein ist: Druckbilder kommen schneller an den Markt (time to market) und ermöglichen eine Vielzahl von digitalen Geschäftsmodellen. Auch simple Vorteile wie das direkte hintereinander Drucken verschiedener Jobs ohne Stillstand machen den Digitaldruck attraktiv. Beide Verfahren ergänzen die klassischen Massendruckverfahren Tief-, Flexo- und Offsetdruck ideal.
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Folienwissen Spezial, der Innoform Podcast zum Inno-Talk. Ich begrüße Frank Jacobs von XEIKON, einer Tochter von Flint Group im Innoform Podcast zum Inno-Talk. Wir sprechen über die beiden Digitaldruckverfahren Inkjet und Toner-Technologie und haben auch noch ein paar Neuigkeiten zum neuen Toner Titan mit im Gepäck. Wir diskutieren, wann welches System sinnvoll ist, wer welche Schritte gehen soll, wenn er sich für den Digitaldruck interessiert und warum die Digitaldruck-Technologien die klassischen Druckverfahren ideal ergänzen.
Hören Sie rein in diese spannende Episode mit Frank Jacobs. Herzlich willkommen im Innoform Podcast, Frank Jacobs. Frank, wir wollen erst mal ein bisschen über dich erfahren. Schön, dass du da bist, erst einmal.
Dankeschön für die Einladung, Karsten. Wir haben uns entschieden, diesen Podcast auch in Deutsch zu machen, weil Innoform mit den deutschen Podcasts im Moment punktet. Es gibt auch englische Podcasts, aber wir machen es in Deutsch. Das ist nicht deine Muttersprache, aber ich freue mich drauf.
Du sprichst sehr fließend. Bevor wir loslegen, Frank, du hast ja studiert und danach sogar als Professor gearbeitet, habe ich gesehen. Was genau hat es damit auf sich? Was hast du studiert und was hast du danach gemacht?
Also Ausbildung, ich bin Ingenieur und nach der Ingenieur-Ausbildung habe ich eigentlich dreieinhalb Jahre Professor gemacht in einer Technischen Hochschule in Belgien und da habe ich Mathematik, Physik und Regeltechnik und so, all diese Kurse habe ich gemacht für dreieinhalb Jahre und das war spannend eigentlich. Und danach ging es sofort zu XEIKON oder wie? Ja und dann bin ich angefangen bei XEIKON, 25 Jahre her. Damals hatte ich einen Freund, der bei XEIKON arbeitete und so kenne ich die Firma und bin ich angefangen.
Den Freund kenne ich noch, aber er ist schon lange her weggegangen zu einer anderen Firma. Aber du bist noch bei XEIKON, dort steigen wir gleich noch etwas tiefer ein. Was machst du denn, wenn du nicht am Digitaldruck tüftelst? Was sind deine Hobbys?
Was machst du gerne in der Freizeit? Ich arbeite gerne im Garten. Ich habe zum Beispiel 20 unterschiedliche Sorten Tomaten in einem Greenhouse und mit der Familie mache ich ganz viele Dinge und nächste Woche fahre ich ab nach Island für Urlaub und daher gehen wir auch durch die Wilderness eine Hike-Tour machen für fünf Tage und es ist ein bisschen spannend, aber wir freuen uns schon. Also ich merke schon, du interessierst dich fürs Neue, fürs Abenteuer und für das Erlebbare.
Freue ich mich. Geht mir ähnlich. Ich bin auch gerne draußen und daher kann ich das total nachvollziehen und lustigerweise haben sehr viele meiner Podcast-Gäste hier einen Hang zur Natur. Das ist ganz interessant.
Zukunftstechnologie: Toner oder Inkjet?
Ich weiß nicht, woran das liegt. Die Techniker vielleicht. Ich weiß es nicht. Lass uns mal ein bisschen ins Thema gehen.
Wenn ich dich jetzt fragen sollte, welcher Technologie würdest du aus dem Bauch heraus mehr Zukunft zuweisen? Tonertechnik oder Inkjet? Ja, eigentlich hängt das ab von den Applikationen. Also bei XEIKON haben wir die zwei Technologien im Haus und so wissen wir eigentlich ganz gut die Vor- und Nachteile von beiden Technologien.
Für UV-Inkjet-Tinten, die sind sehr kratzfest. Die Maschine ist ganz anders gebaut als eine Toner-Maschine, aber die Tinte selbst ist sehr kratzfest und ist sehr geeignet für zum Beispiel Etiketten in der Industrie, in der Chemikalienindustrie. Aber die UV-Tinten sind nicht geeignet, unserer Meinung nach, für Lebensmittelnutzung. Weil UV-Tinten, die müssen gebaut sein von ganz kleinen Molekülen. Wenn die Moleküle nicht klein sind, dann ist die Gefahr für Blockierung von den Düsen in den Druckkopf sehr groß.
Aber natürlich, wenn die Moleküle klein sind, dann ist das Gefahr für Migration nach Lebensmitteln groß und daher ist unserer Meinung nach UV-Tinte nicht so geeignet für Nutz in Lebensmittel-Applikationen. An der anderen Seite, denn Dona ist gebaut von ziemlich großen Molekülen und ist für uns sehr geeignet für Nutz mit Lebensmitteln. Wir haben Dona, die speziell dafür gebaut sind, entwickelt sind, so dass sie indirekt und manchmal eben in direktem Kontakt sein können mit Lebensmitteln. Das sind die zwei großen Unterschiede unserer Meinung nach.
Das erklärt natürlich ganz gut, warum man sich gar nicht so unbedingt entscheiden kann. Man muss wirklich von der Applikation her denken. Xycon bietet nun beide Technologien an und ihr gehört zur Flint Group. Aus meiner Vergangenheit aus der Flexpack-Industrie kenne ich Flint als Farbenlieferant.
Jetzt plötzlich Maschinen, wie passt das zusammen? Ja, wir sind Teil von der Flint-Gruppe seit 2015 und Xycon ist die ziemlich neue Abteilung bei Flint für Digitaldruck. Damals waren die auch auf die Suche, die kommt bei natürlich Unternehmen und die haben ein ganz breites Gammal an Produkten und die bekamen immer die Frage, aber was dann mit Digitaldruck? Die hatten das noch nicht im Portfolio und sind dann auf die Suche gegangen nach einer Digitaldruck-Firma und so bei Xycon gekommen.
Und weil wir ein eigentlich weites Portfolio hatten, schon damals für die Verpackungs- und Etikettendruck, sind wir dann zusammen gegangen und haben die uns gekauft eigentlich und so ist es gekommen. Und heute ist Xycon dann die Digitaldruck-Abteilung von Flint. Und Xycon liefert dann auch Toner und Inkjetfarbe oder wie oder Tinten oder wie funktioniert das dann eigentlich nachher für den Kunden? Ja, das ist so.
Wir machen Forschung, wir entwickeln unsere eigenen Digitaldruckmaschinen, aber daneben machen wir und entwickeln wir auch unsere eigenen Toner und unseren eigenen Digital Frontend. Für den Toner haben wir unsere eigene, ein separates Werk, ungefähr 30 Kilometer entfernt vom Hauptgebäude und da fabrizieren wir unsere eigenen Toner, die von da aus weltweit versandt werden. Jetzt hattest du eben schon erwähnt, dass Inkjet vielleicht für Lebensmittelverpackung gar nicht so das Ideal ist, sondern Tonertechnik da Vorteile hat wegen der Molekülgröße. Das leuchtet ein, Migration.
Lebensmittelgeeignete Toner entwickeln
Je länger das Molekül, desto schlechter migriert etwas, desto lebensmittelrechtlich unbedenklicher könnte es sein. Jetzt habt ihr ja eine große Kampagne gehabt bezüglich eines neuen Tonersystems, Taiton. Was ist das? Das stimmt.
Also Taiton ist wie die andere Toner von uns, unsere normale Toner, der heißt QB, ist auch lebensmittelgeeignet. Aber jetzt haben wir einen neuen Toner, der heißt Taiton, ist auch lebensmittelgeeignet. Aber was ist extra dazu? Ist das mit einem Extraschritt, wo wir den Toner extra curen, bekommt er sehr kratzfest und sorgen wir dafür, dass die Molekülen miteinander vernetzen, sodass der Toner kratzfest ist, temperaturresistent und auch solventresistent.
Und daher eigentlich machen wir mit Taiton einen Toner, der das Beste von den zwei unterschiedlichen Technologien bringt, also lebensmittelgeeignet wie normalen Toner, aber auch kratz- und temperaturfest von UV-Tinte. Und das ist eigentlich das Neue, das Beste von zwei Worlds, sag mal, das Beste von Toner und das Beste von UV-Tinte. Und das ist der Taiton-Toner. Jetzt sagen wir das Beste von beiden aus technischer Sicht.
Das Härten, wie funktioniert das? Wie muss ich mir das vorstellen? Ist da hinten auch eine UV-Lampe dran, die das dann nochmal aushärtet oder wie geht das? Also zuerst fixieren wir die Tinte normalerweise mit Temperatur, aber nachher ist da ein Extraschritt mit einer LED-Anlage, die den Toner miteinander vernetzt.
Also da findet ein chemischer Prozess statt, dass die Molekülen noch miteinander vernetzt sind. Und so bekommt man eigentlich eine ganz große Moleküle, die sehr kratzfest, temperaturfest und solventfest ist. Wenn ich jetzt so eine schöne kratzfeste Oberfläche habe, ist das — hört sich das für mich so an, als wenn dieses System, diese Tonertechnik vor allem für Frontaldruck, außen liegenden Druck geeignet ist. Ich komme hier aus der Folienverpackungswelt.
Geht das auch auf Folie oder nehmt ihr das für Papier? Also die erste Applikation für uns ist Papier. Und warum ist das dann nicht für Folie? Wenn wir den Extraschritt machen mit der LED-Lampe, dann heizt die das Material ein bisschen auf.
Und für manche Materialien ist das nicht so gut geeignet. Für Folien und Flexpack-Verpackung haben wir allerdings ein anderes Verfahren. Das ist ein Sandwich-Verfahren, wo wir unterschiedliche Materialien laminieren. Aber für Papier haben wir ausgesucht, dass der Taiton-Toner die beste Lösung ist.
Und eigentlich mehr. Heute sehen wir auf dem Markt keine andere Digitaltechnologie, die das kann, was die Titan-Toner kann. Das deutet sich ja so ein bisschen an, dass das Rennen doch mehr Richtung Toner-Technologie geht, rein technisch. Also ich hatte ja vorhin gefragt, Inkjet oder Toner, hast du gesagt, wir müssen von der Anwendung her denken.
Migration zu digitalem Foliendruck
Wenn Titan jetzt so gut funktioniert, würde ich ja jetzt, wenn ich umstellen würde auf Digitaldruck, ich nehme mal an, ich bin Flexodrucker, interessiere mich für Digitaldruck, vielleicht für die kleinen Auflagen erst mal. Das ist ja so der Klassiker, wie man einsteigt. Woran muss ich denken? Also warum sollte ich Toner nehmen und wer kauft Inkjet?
Ich bin Foliendrucker, mache Flexodruck und will jetzt Digitaldruck. Was muss ich tun? Okay, auf dem Markt heute, wenn man guckt, was gibt es für Lösungen für flexible Verpackungen? Ich glaube, die meisten Lösungen sind basiert auf Toner.
Unsere Freunde von HP Indigo haben auch eine Lösung, geeignet für Folien eigentlich. Die haben eigentlich unserer Meinung nach keine Lösung für Papier. Wir haben das. UV-Tinte für flexible Verpackungen, das kann, aber für uns ist das nicht so gut für Lebensmittel-Applikationen.
Also heute flexible Verpackungen, werde ich vielleicht auch sagen, mehr Richtung Toner-Applikation oder Toner-Technologie. Liest man immer wieder auch in Fachartikeln, dass das so ein bisschen auch so die Richtung ist. Ich habe jetzt hier ein Druckmuster von dir zugeschickt gekriegt, Papier. Die Druckqualität wollen wir nochmal kurz drauf eingehen.
Wenn du das jetzt vergleichen solltest, Toner-Technik mit Inkjet. Gibt es da Unterschiede, die der Konsument sieht, von der Druckqualität her, das, was das Auge wahrnimmt? Ja, ich denke für die Konsumenten macht das eigentlich so viel Unterschied nicht. Für unsere Profis in der Drucktechnologie, man sieht natürlich unterschiedliche Merkmale und manchmal für Text ist das besser, für Spezialtinte ist das besser.
Aber ich glaube für die Konsumenten macht das eigentlich nicht so groß aus, wenn ich meine Familie und meine Freunde Druckmuster sehen lasse, dann sage ich ja, das ist doch gut, das ist doch gut. Also ja, ich glaube, das ist eigentlich was, was wichtig ist. Was denkt der Kunde davon? Ich selber habe auch mal drauf geguckt, habe auch mal die Lupe zur Hand genommen.
Ich muss sagen, es fällt mir auch wirklich schwer, jetzt Fehler zu finden oder überhaupt etwas, was man verbessern könnte. Das ist beim Flexodruck mittlerweile so, das ist beim Tiefdruck so und ich habe das Gefühl, das ist bei Inkjet und Toner genauso. Die Druckqualitäten sind so gut, dass die eigentlich für den Markt ausreichend sind. Jetzt ist es ja so, bleiben wir nochmal ganz kurz bei Toner.
Könntest du dir auch eine Kombination vorstellen, dass man Toner dann kombiniert mit anderen Druckverfahren, sei es Inkjet oder Flexodruck? Gibt es da Ideen bei euch? Gibt es da Überlegungen? Es wird ja viel geschrieben über Hybridmaschinen, wo man dann beide Welten zusammenführt.
Kreative Kundenlösungen kombinieren
Gibt es sowas schon in euren Überlegungen? Ja, wir haben natürlich Kunden, die unsere Technologien nutzen, zusammen mit anderen Technologien. Für Toner sind wir auch nicht so weit, aber es ist möglich. Unsere Maschine macht es möglich, dass wir zum Beispiel nachdrucken auf schon vorgedrucktes Material, vorgedruckt auf Flexo, vorgedruckt auf Offset.
Das geht. Und manchmal sind unsere Kunden so kreativ, dass sie kommen mit Ideen, darüber wir selbst noch nicht nachgedacht haben. Und dann sagen wir, warum denn nicht? Und die herausfordern uns, um neue Dinge zu empfinden.
Manchmal ist es notwendig, irgendwo ein extra Sensor einzubauen und wir machen das. Also heute sehen wir so für Toner noch keine Applikation, aber das kann auch kommen. Das ist kein Problem für uns. Ein großer Punkt heutzutage ist ja auch das Thema Kreislaufwirtschaft, Nachhaltigkeit.
Wenn ich höre, da ist ein Toner, der wird vernetzt. Hört sich für mich erst mal nicht so super recyclingfähig an. Gucken wir mal beim Papier. Das ist ja erst mal die erste Anwendung, hattest du vorhin erwähnt.
Kann man das recyceln, eure vernetzte Tonerbedruckung mit Papier? Geht das? Wenn man ein Papier nutzt, das recyclebar ist, dann kann man die gedruckten Verpackungen tatsächlich recyceln, so dass man davon neu Druckmaterial machen kann. Zum Beispiel Wellpapierkarton.
Das kann man davon ganz sicher machen. Ja, das ist natürlich auch einer der Vorteile, weil natürlich in flexibler Verpackung, wenn man unterschiedliche Materialien zusammenbaut in ein Sandwich, dann ist Recyclingfähigkeit natürlich ein großes Thema. Da sehen wir auch mit Titan ein großen Vorteil, wenn man das Titan-Toner nutzt zusammen mit Papier, dann kann man das tatsächlich recyceln. Man hat ja bei diesem Forschungsprojekt PrintZuck festgestellt – hatte ich auch einen Podcast, gerade vor einigen Monaten –, dass besonders thermisch stabile Farben gut sind fürs Recycling bei Kunststofffolien.
Das wäre ja auch ein Pluspunkt von Titan. Der ist ja, weil er vernetzt ist, wahrscheinlich auch relativ thermisch stabil und würde wahrscheinlich auch beim Aufschmelzen von Kunststofffolien vielleicht gar nicht selber mit aufschmelzen, oder? Habt ihr das schon untersucht, wie das mit Kunststoffen funktioniert? Mit Kunststoffen habe ich noch nicht so viel Erfahrung, aber natürlich, wenn man das Papier in flexibler Verpackung – als wenn man das sieht –, dann ist das tatsächlich ganz kein Problem, der Toner wird nicht wieder schmelzen, die Farbe wird nicht geändert und das ist natürlich der große Vorteil von Titan, wenn man flexible Verpackung mit Papier nutzt.
Und ist es auch bei euch denkbar, dass ihr dann Inkjet-Farben ähnlich weiterentwickelt, dass ihr sagt: okay, wir vernetzen Inkjet-Farben auch so, dass die Moleküle so groß werden, dass sie eben auch nicht mehr migrieren und auch recycelfähig werden? Das wäre ja der nächste Analogieschluss eigentlich, worauf man ja kommen könnte? Eigentlich bei UV-Tinte ist das so, dass man die Moleküle vernetzt, aber das Problem da ist, dass man niemals ganz sicher wissen kann, dass alle Moleküle vernetzt sind, und dann, wenn einige Moleküle übrig bleiben, die nicht vernetzt sind, da ist das natürlich die Gefahr, dass die dann nach den Lebensmitteln migrieren. Das ist der Unterschied bei Titan, den haben wir nicht.
Digitaldruck für kleine Auflagen
Zunächst mal haben wir ganz wenige von diesen Molekülen, es ist eins – im Vergleich mit UV-Tinten, wo 30 Prozent oder manchmal mehr von der Zusammensetzung UV-Monomere und Oligomere sind. Bei Titan ist das nicht so, das ist ganz wenig und die Moleküle sind dann auch ganz viel größer und daher ist die Gefahr für Migration nach Lebensmitteln eigentlich nicht mehr da. Sehr gut, hast du das beantwortet. Ich hatte unpräzise gefragt.
Gehen wir noch mal weiter. Digitaldruck hat ja immer so den Ruf, ja für kleine Auflagen, sagen wir, nicht, das ist das ideale Verfahren. Ist das nach wie vor so oder gibt es da auch schon Entwicklungen, wo man sagt, naja, das konkurriert auch schon mit den größeren Größen? Eigentlich ist das auch noch immer so.
Wir haben natürlich ganz viel Erfahrung in den Etikettendruck-Bereich, da sehen wir das auch. Es gibt natürlich Anwendungen, wo man variable Daten und so nutzt. Das ist eigentlich im Etikettendruck noch nicht so viel genutzt. Also eigentlich ist, sagt man da, ja, das ist dort Flexo-Druck statt oder im Vergleich mit Digitaldruck.
Aber man sieht, dass die Länge von den Jobs eigentlich ganz groß werden. Also am Anfang, 20 Jahre hier, war das vielleicht 800 Meter, dann war es 1000 Meter. Heute ist es ja 2000, 3000 Meter. Aber natürlich, das große Vorteil ist auch die Geschwindigkeit, womit man den Markt bedienen kann.
Heute kommt eine Frage. Ein Klient braucht die Etiketten. Heute Nachmittag, ja, mit Flexo geht das eigentlich nicht praktisch. Mit Digitaldruck ist das eigentlich kein Problem.
Und wenn man nur die Kosten vergleicht und dabei die Länge von dem Job, ja, das ist eins. Aber Digitaldruck hat noch andere Vorteile. Und das vergisst man manchmal. Und so sehen wir auch die Evolution im flexiblen Verpackungsdruck.
Das ist ziemlich neu für Digitaldruck. Schon gesagt, im Etikettenbereich sind wir schon 25 Jahre tätig da. Flexible Verpackung ist für uns ziemlich neu, für andere Digitaldruckhersteller sind schon einige Jahre auf dem Markt. Aber insgesamt ist das auch für flexible Verpackung ziemlich neu.
Aber dort sehen wir eigentlich die gleiche Evolution, die wir von hier in die Zukunft sehen würden. So sehen wir das. Es gibt ja auch einen Trend. Vielleicht, ich mach mal ganz vorsichtig, vielleicht Richtung Mehrwegverpackung.
Nachhaltige Verpackungswiederverwendung
Es gibt ja tolle Start-ups in der ganzen Welt, die versuchen, insbesondere, ich bleib mal beim Beispiel Kaffeebecher, den abzulösen, also einen Einweg-Kaffeebecher, den man vielleicht bei Starbucks heute kriegt, abzulösen durch einen Mehrweg-Kaffeebecher. Wäre das auch etwas, was man digital bedrucken könnte, also so Hohlkörperdruck oder sowas? Ist das auch etwas, womit ihr euch beschäftigt? Oder seid ihr doch eher bei den Bahnen unterwegs?
Nein, das machen wir eigentlich schon. Und wir sind natürlich nicht gegen die Wiederbenützung von Verpackungen. Wir können zum Beispiel schon drucken auf Papercups. Wie sagt man das auf Deutsch?
Das ist auch eine Applikation, die Kunden von uns machen. Aber auch auf der anderen Seite haben wir auch Kunden, die auf Plastik, Glas oder Metall Becher mit Digitaldruck, in Transferdruck drucken. Und natürlich diese Becher sind wieder benützbar. Das ist auch kein Problem.
Unsere Kunden machen das schon. Es gibt ja dieses tolle Geschäftsmodell von Müsli Guerilla. Das geht ja durch die Medien nach wie vor, obwohl es das schon viele Jahre gibt, wo die Müsli-Dose quasi im Laden individuell bedruckt werden kann mit dem Foto, was man vielleicht gerade hochlädt. Man kann selber seine Dose gestalten.
Dann wird das quasi so eine Art Kunstobjekt. Und ich selber habe auch so eine Dose, eine Wickeldose, die normalerweise eine Einwegverpackung war, jetzt schon mehrere Jahre in Gebrauch. Das ist auch eine Tendenz, die mich fasziniert. Kannst du da was sagen?
Gibt es da Projekte, die ihr auch bearbeitet in diese Richtung? Weil die das Gleiche, nur digital drucken, ist ja das eine. Da gewinnt man Schnelligkeit, Flexibilität. Aber neue Geschäftsmodelle sind ja etwas Spannendes auch mit Digitaldruck, die ja möglich werden.
Hast du da noch irgendeine Überraschung im Petto? Absolut. Neue Geschäfte sind tatsächlich für uns auch sehr wichtig. Und wir haben viele Beispiele, von was unsere Kunden machen in unterschiedlichen Applikationen.
Eine Applikation vielleicht hier nicht so aus einer ganz anderen Applikation ist Tapete. Wir haben sehr viele Kunden, die nur Tapeten drucken digital. Und kannst du mal vorstellen, du gehst in die österreichischen Berge, machst ein schönes Landschaftsfoto und dann nachher kommt das dann in deine Küche auf die Wand. Ja, das ist unglaublich.
Personalisierung in der Lebensmittelindustrie
Und natürlich kennt jeder schon die Fotoalben, die man macht nach einer Familienreise. Und wenn ich das das erste Mal für meine Eltern gemacht habe, die waren so erstaunt. Und jetzt mussten sie das jedes Jahr haben. Nein, das ist natürlich was, was auch die neue Technologie bringt und mein Müsli.
Und es gibt eigentlich ganz viele Beispiele von ganz großen Marken in der Lebensmittelindustrie. Ja, man kennt die Namen, glaube ich. Ja, ja, kennt man genau diese verschiedenen Getränke, Zucker- und koffeinhaltige Getränke, die dann individualisiert sind mit Namen – ein riesen Hype. Das sind natürlich so Marketing-Aktionen.
Aber was mich wirklich bewegt, sind ja wirklich diese bahnbrechenden Entwicklungen, Dinge, die möglich werden durch Digitaldruck, die mit den anderen Verfahren einfach nicht möglich sind. Und da ist mein Müsli immer noch so eins dieser tollen Beispiele. Und du hast die Tapete zurecht genannt oder auch Möbel, die individuell gestaltet werden können, las ich neulich. Du hast mich also – nehmen wir mal an.
Du hast mich überzeugt. Ich will jetzt in den Digitaldruck einsteigen. Ich bin Flexo-Drucker, bedrucke irgendwelche Snack-Verpackungen. Was muss ich als Erstes tun, um jetzt in die Digital-Technologie einzusteigen?
Was würdest du einem potenziellen Kunden empfehlen? Wie gehe ich vor? OK, das ist eine sehr gute Frage. Zuerst mal muss man sehen.
Passt Digitaldruck mein Geschäft? Und wie soll ich vielleicht mein Geschäft ändern? Was wichtig ist, das ist, dass man offen ist für Änderung, weil guck mal nur den Operator, die die Maschine laufen macht, ist ganz anders wie ein Flexo- oder ein Offset-Operator. Manchmal ist es besser anzufangen mit jemandem, der IT und Computer versteht und so jemandem eine Ausbildung zu geben, extra nach Drucken.
Das arbeitet oft besser wie umgekehrt. Das ist eins. Natürlich dann meine Kunden, also die Kunden von den Druckern, habe ich dort ein Markt für Digitaldruck. Und wie kann ich das ausbauen?
Das Summum ist vielleicht ein Web-Internet-Portal, aber das muss nicht unbedingt so ein Anfang sein. Aber man soll sicher darüber nachdenken. Dann ist es auch wichtig, dass man erklärt zu Kunden, was Digitaldruck bringen kann. Also wenn man und das geht dann über Service mit Digitaldruck kann man oft extra Service geben zu den Kunden.
Schnelle Lieferzeiten ermöglichen
Ich habe schon erzählt über schneller das Druckwerk liefern. Kurze, kurze Jobs habe ich auch schon erklärt, aber es gibt andere Möglichkeiten und auch dafür, darüber haben wir schöne, schöne Beispiele, so dass man, wenn man zum Beispiel Etiketten variabel macht, kann man zum Beispiel die Logistik in ein Manufacturing-Werk optimieren. Manchmal denkt man nicht darüber nach, aber dort gibt es ganz viele Möglichkeiten und dann ist das Potenzial von Digitaldruck ganz, ganz groß. Genau so ist das.
Und wie sieht es eigentlich aus, wenn ich jetzt so schnell liefern will? Ich kann mich noch erinnern, vor 25 Jahren, Bischof + Klein, große Flexo-Druckmaschine, achtfarbig, die neueste Starflexo, hieß die damals, hatten wir uns geleistet. Und dann haben wir zwei Stunden gerüstet, alles stand, die Druckabnahme wurde gemacht, also Marketing vom Kunden kam und es dauerte acht Stunden, bis die Druckabnahme fertig war. Dann wurde zwei Stunden gedruckt und dann war der Job fertig.
So war damals die Realität. Ist heute bei Digitaldruck auch ein Andruck noch nötig oder verzichtet man da einfach drauf? Wie geht das in der Praxis? Weil wir Folienverpackungsleute sind ja immer noch abhängig von den wirklichen Andruck.
Gerade bei Marken, gerade bei denen, die auch größere Jobs dann haben, beziehungsweise wo dann vielleicht mein digital bedrucktes Produkt farblich und auch von einem Erscheinungsbild sehr genau abgestimmt sein muss, vielleicht an das im Tiefdruck gedruckte Massenprodukt, was sich vielleicht damit ergänzt. Also sprich, muss sich eine Druckabnahme machen oder ist das im Digitaldruck völlig unüblich? Ja, da ist natürlich ein bisschen ein Unterschied zwischen traditioneller Drucktechnologien und Digitaldruck. Also eine achtfarben Druckmaschine, das haben wir nicht.
Aber das ist auch ein bisschen, wir haben eine fünffarben Maschine, aber wir können Sonderfarben fabrizieren und wir machen das auch für sehr spezifische Fragen. Aber eigentlich ist das ein bisschen gegen die Flexibilität von Digitaldruck. Natürlich, wir haben Farb-Kontrollfunktionen, sodass wir am besten eine Farbe nachbauen können mit fünf Farben. Aber ja, auch da sehen wir ja, was findet der Endkunde davon?
Was findet der Konsument davon? Und wir glauben, es ist nicht so wichtig. Natürlich für Print-Profis wie uns ist das manchmal ja, wir sollen ein bisschen andere, andere Gedanken machen und ein bisschen anders denken wie vorher. Aber da gibt es natürlich ein Unterschied.
Aber andererseits ist es so, dass wenn die das Druckdatei durch ein Profi gemacht worden ist, dann kann man eigentlich sehr schnell von der Datei anfangen zu drucken. Man braucht kein zwei Stunden. Das braucht man unbedingt nicht. Und man kann natürlich auch von einem Job nach dem anderen schalten, ohne die Druckmaschinen anzuhalten und so weiter.
Da gibt es natürlich sehr viele Vorteile. Wenn man von einem Job unterschiedliche Modelle hat, unterschiedliche Farbmodelle, dann kann man das in einen Run drücken. Man muss natürlich nicht ausstellen. Und für die Nachverarbeitung ist es dann auch ganz, ganz einfach.
Technische Spezifikationen: Bahnbreite Druckgeschwindigkeit
Ganz zum Schluss vielleicht noch zwei, drei technische Fragen. Wir sind ja beide Ingenieure. Bahnbreiten, die ihr heute bedient, Geschwindigkeiten, Farben hattest du schon gesagt, sind es fünf. Wo liegen wir da im Moment?
Gut. Unsere maximale Bahnbreite ist 520 Millimeter. Wir drucken bis eine Geschwindigkeit von 30 Meter pro Minute. Fünf Farben, wie schon gesagt.
Die Zeit und Toner ist übereinstimmend mit Nestlé-Regelgebung, mit Swiss-Regelgebung, mit Jupia, auch mit die deutsche neue Regelgebung. Das ist natürlich sehr, sehr wichtig. Ja, und vielleicht noch nicht ganz im Detail gesagt. Den Toner braucht keine Nachverarbeitung wie Laminierung oder Lack.
Kein Lack ist notwendig. Man bekommt die Kratzfestigkeit. Man bekommt die Temperaturresistenz ohne Lack, ohne Laminierung. Das ist also hat man eigentlich eine ganz einfache Drucklösung.
Man hat einen Abwickler. Man hat die Druckmaschine. Man hat einen Aufwickler. Und das ist es.
Und dann natürlich die Nachverarbeitung. Aber die hat man sowieso. Also da kommen viele Dinge jetzt zusammen. Und es gibt ja nichts Bewegenderes als eine Idee zur rechten Zeit.
Das scheint mir beim Digitaldruck jetzt gekommen zu sein. Wir sehen auch bei Flexodruck und Tiefdruck ja Tendenzen hin wieder zu frontal bedruckten Laminaten. Das hat auch mit der Monomaterial-Entwicklung zu tun, dass wir mehr Richtung Monomaterial hingehen, die vielleicht auf Vorrat produziert werden, wo nachher dann nur noch on top gedruckt wird, um auch Lieferzeiten runterzukriegen. Und da passt das natürlich genau rein, dass man mit eurem Toner eine kratzfeste Variante hat, auch wenn es 30 Meter sind.
Aber man kann ja auch eine Effizienz dadurch rausholen, dass man eben schnell liefert. Das haben wir gut besprochen, glaube ich. Wenn du jetzt noch ein letztes Statement machen würdest, Frank, erzähl, was würdest du der Branche raten Richtung Digitaldruck? Also wir sind davon überzeugt, dass wir mit den XEIKON-Tonern ein ganz neue Technologie haben, die das Beste bringt von einer Seite Toner und anderer Seite UV-Tinten.
Lebensmittelgeeignete kratzfeste Tonerlösung
Also die Lösung ist eine Toner geeignet für Lebensmittelapplikationen und die auch kratzfest und temperaturfest ist, sodass man die kann zielen. Wenn man Digitaldruck einstiegen kann, sollte man das sehr gut vorher mal untersuchen, wie das passt in das Unternehmen. Aber wir sind natürlich davon überzeugt, dass Digitaldruck eine schöne Zukunft hat neben die traditionellen Technologien, also die traditionellen Technologien, die werden nicht weggehen. Ganz sicher nicht.
Aber die Technologien werden nebeneinander existieren in die Zukunft. Davon sind wir überzeugt. Danach kann nichts mehr kommen. Ganz lieben Dank für dieses tolle Interview, Frank, an dieser Stelle.
Wir sehen uns im November bei der Drucktagung. Da wirst du noch mal ins Detail gehen. Danke schön dafür erst mal. Danke schön für die Einladung, Karsten.
Wiedersehen.

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