Zwischen Messefazit, Regulierung und Rohstoffdruck

Flexpack NEWS Juni 2026

Was die Flexpack-Branche jetzt wirklich bewegt

Anfang Juni ist für viele in der Verpackungsbranche der Moment der Einordnung: Was bleibt von der interpack 2026? Wie ist der Stand bei PPWR und nationaler Umsetzung? Und was sagen Beispiele wie Calbee über die Verwundbarkeit globaler Lieferketten aus?

Im aktuellen Inno‑Talk sprechen Julian und Thomas Schmidt über genau diese Themen – und zeichnen ein Bild einer Branche, die sich zugleich unter Druck und in Bewegung befindet: zwischen regulatorischer Unsicherheit, wachsendem Umsetzungszwang, Kostensensibilität und der Frage, welche Verpackungslösungen künftig überhaupt noch tragfähig sind.

Das Wichtigste in Kürze

  • interpack 2026 (7.–13. Mai, Düsseldorf): positives Fazit, aber fokussierteres Messeverhalten und spürbarer Kostendruck.
  • PPWR gilt ab dem 12. August 2026 unmittelbar in allen EU-Mitgliedstaaten; das deutsche VerpackDG kann nach Rücknahme der EU-Stellungnahme weiter voranschreiten.
  • Calbee liefert 14 Produkte vorübergehend in Schwarz-Weiß-Verpackungen – globale Rohstoffabhängigkeiten wirken bis ins Verpackungsdesign.
  • Nachhaltigkeit verschiebt sich vom Diskurs in die unternehmensspezifische Umsetzung.
  • Recyclingfähigkeit: Kritisch bleiben Aluverbunde – die Kernfrage lautet: Welche Barriere braucht das Produkt wirklich?

interpack 2026: starkes Signal – trotz veränderter Rahmenbedingungen

Die interpack 2026 fand vom 7. bis 13. Mai 2026 in Düsseldorf statt und setzte erneut ein deutliches Signal für die internationale Processing- und Packaging-Industrie. Die Messe selbst spricht von einem globalen Branchentreffpunkt über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg.

Im Gespräch wird deutlich: Die Wahrnehmung vor Ort war überwiegend positiv – auch wenn sich das Messeverhalten spürbar verändert. Weniger Laufkundschaft, stärker fokussierte Besuche, sorgfältiger geplante Termine und eine neue Sensibilität für Kosten und Nutzen prägen offenbar viele Messeauftritte.

Gerade die Dauer großer Leitmessen bleibt dabei ein Thema. Sieben Messetage sind für ausstellende Unternehmen mit großen Teams ein erheblicher organisatorischer und finanzieller Aufwand. Gleichzeitig bleibt die interpack in ihrer Breite und internationalen Relevanz ein zentraler Orientierungspunkt für die Branche. Der eigentliche Befund lautet deshalb nicht: „Leitmessen verlieren an Bedeutung“, sondern eher: Leitmessen müssen ihren Mehrwert heute präziser einlösen als früher.

„Ich glaube, die Industrie tut gut daran, irgendwann das Schimpfen einzustellen und sich auf das vorzubereiten, was nun einfach kommen wird.“
– Thomas Schmidt im Inno‑Talk

PPWR und VerpackDG: Die Zeit des Wartens ist vorbei

Ein zweites großes Thema des Gesprächs ist die Regulierung. Die europäische Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) gilt ab 12. August 2026 unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Parallel dazu soll das deutsche Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG) die nationalen Zuständigkeiten und Vollzugsfragen anpassen. Im Frühjahr 2026 war dieses Gesetzgebungsverfahren jedoch zwischenzeitlich durch Einwände der EU-Kommission und eine verlängerte Stillhaltefrist unter Druck geraten. Ende Mai wurde die ausführliche Stellungnahme aus Brüssel wieder zurückgenommen, womit eine Verabschiedung vor dem Geltungsbeginn der PPWR wieder grundsätzlich möglich wurde.

Im Gespräch ist weniger die juristische Feinmechanik entscheidend als die praktische Konsequenz: Die Branche braucht Planungssicherheit – und sie braucht die Fähigkeit, jetzt in die Umsetzung zu kommen.

Denn viele Unternehmen haben inzwischen verstanden: Das eigentliche Problem ist nicht mehr der Mangel an Informationen. Das Problem liegt in der Anwendung. Wer ist Hersteller? Welche Nachweise werden benötigt? Welche Daten müssen künftig belastbar vorliegen? Wo bestehen Berichtspflichten? Und welche Verpackung gilt unter welchen Bedingungen tatsächlich als konform?

Besonders der Mittelstand steht hier vor einer doppelten Herausforderung. Einerseits steigen die regulatorischen Anforderungen. Andererseits fehlt vielerorts noch die Datenbasis, um diese Anforderungen sauber bedienen zu können. Im Inno‑Talk wird deshalb ein Punkt besonders klar benannt: PPWR ist nicht nur ein Material- oder Design-Thema, sondern vor allem ein Daten- und Organisationsprojekt.

Calbee zeigt: Rohstoffkrisen werden auf einmal sichtbar

Wie global vernetzt die Verpackungswelt inzwischen ist, zeigt das Beispiel des japanischen Snackherstellers Calbee. Das Unternehmen kündigte im Mai 2026 an, 14 Produkte vorübergehend nur noch in Schwarz-Weiß-Verpackungen auszuliefern. Grund war eine instabile Versorgung mit bestimmten rohölbasierten Vorstoffen für Druckfarben, insbesondere Naphtha, infolge der Spannungen rund um den Nahen Osten und die Straße von Hormus. Produkte mit reduzierter Farbigkeit sollten ab 25. Mai 2026 in den Handel kommen.

Was zunächst wie eine Randnotiz klingt, ist in Wahrheit ein starkes Signal. Denn das Beispiel macht dreierlei sichtbar:

  1. Druck und Verpackung sind längst globale Rohstoffmärkte. Auch Unternehmen, die nur regional oder national produzieren, hängen an internationalen Vorproduktketten.
  2. Verpackungsdesign wird in Krisen plötzlich operativ. Wenn Farben, Harze oder Vorprodukte fehlen, ist Gestaltung nicht mehr nur Marke, sondern Versorgungssicherung.
  3. Reduktion kann Aufmerksamkeit schaffen. Gerade in einem visuell überladenen Regal kann eine radikal vereinfachte Gestaltung zum Differenzierungsmerkmal werden.

Im Gespräch wird daraus eine interessante Erkenntnis abgeleitet: Was als Notmaßnahme beginnt, kann zugleich ein Marketingeffekt sein. Eine monotone Verpackung fällt in einem bunten Umfeld sofort auf. Doch für internationale Marken ist das nur begrenzt trivial. Denn Farbwelten, Markenintegrität und Konsistenz über Materialien, Druckverfahren und Länder hinweg sind normalerweise hoch sensible Themen.

Gerade deshalb ist Calbee mehr als eine Kuriosität. Der Fall zeigt, wie schnell geopolitische Spannungen bis in die Gestaltung einzelner Verpackungen hineinwirken können.

Nachhaltigkeit: Nicht vorbei – aber vom Diskurs in die Umsetzung verschoben

Besonders spannend ist der Teil des Gesprächs, in dem es um die abgesagte Veranstaltung InnoCircle geht. Die geringe Resonanz wird dabei nicht vorschnell als Zeichen interpretiert, dass Nachhaltigkeit an Relevanz verloren hätte. Eher entsteht ein differenzierteres Bild:

  • Budgets sind knapper.
  • Die Zahl der Veranstaltungen ist deutlich gestiegen.
  • Viele Unternehmen haben „viel gehört“ – und wollen jetzt nicht noch mehr Input, sondern konkrete Hilfe bei der Umsetzung.

Das ist ein wichtiger Unterschied. Nachhaltigkeit ist nicht vom Tisch. Aber das Thema hat seinen Charakter verändert. Die Phase des allgemeinen Erkenntnisgewinns scheint in vielen Bereichen vorbei zu sein. Jetzt geht es um Interpretation, Priorisierung und Umsetzung im eigenen Unternehmen.

Dazu passt auch die Beobachtung, dass sich Firmen zunehmend individuelle Beratung ins Haus holen, statt weitere allgemeine Vorträge zu besuchen. Das ist ein typisches Reifestadium von Regulierungsthemen: Sobald der Rechtsrahmen konkreter wird, verschiebt sich der Bedarf von „Was bedeutet das allgemein?“ hin zu „Was bedeutet das exakt für mich?“

Der technische Kern: Wo Recyclingfähigkeit an Grenzen stößt

Zum Schluss wird das Gespräch sehr konkret – und damit besonders relevant für die Flexpack-Branche. Auf die Frage, wo die größten Hürden in Richtung Recyclingfähigkeit liegen, fällt die Antwort eindeutig aus: kritisch bleiben vor allem Verbundlösungen mit Aluminium, insbesondere in sensiblen Anwendungen wie Kaffee oder Pharma.

Hier stoßen regulatorischer Druck, Produktschutz und technische Realität direkt aufeinander. Denn hohe Barriereeigenschaften sind in vielen Anwendungen funktional begründet. Zugleich werden genau diese Materialkombinationen im Rahmen zukünftiger Recycling- und Design-for-Recycling-Anforderungen problematischer.

Der entscheidende Punkt lautet deshalb nicht allein: „Wie ersetzen wir Aluminium?“ Sondern vorsichtiger und fachlich präziser: Welche Barriere braucht das Produkt wirklich – und über welchen Zeitraum?

Diese Frage wurde in der Vergangenheit häufig nicht mit letzter Konsequenz gestellt. Vieles war technisch machbar, wirtschaftlich akzeptabel und regulatorisch ausreichend. Künftig dürfte das nicht mehr reichen. Markenartikler und Verpackungsentwickler werden ihre Produkte besser verstehen müssen: Welche Sauerstoffbarriere ist tatsächlich nötig? Welche Wasserdampfbarriere? Welche Mindesthaltbarkeit ist funktional erforderlich – und wo wurde historisch eher mit Sicherheitsaufschlägen gearbeitet?

Genau hier entsteht für die nächsten Jahre ein zentrales Arbeitsfeld der Branche: zwischen Materialwissenschaft, Produktschutz, Haltbarkeitsanforderung und Regulierung.

Fazit: Weniger Debatte, mehr Handlungsfähigkeit

Diese Episode macht eines sehr deutlich: Die Flexpack-Industrie steht nicht vor einem einzigen Problem, sondern vor einem ganzen Bündel miteinander verknüpfter Aufgaben.

  • Leitmessen müssen unter neuen Kosten- und Zeitlogiken bewertet werden.
  • Regulierung verlangt weniger Empörung als belastbare Umsetzung.
  • Globale Rohstoffabhängigkeiten wirken bis ins Verpackungsdesign.
  • Nachhaltigkeit bleibt zentral, wird aber konkreter und unternehmensspezifischer.
  • Technische Zielkonflikte – etwa bei Aluverbunden – sind noch längst nicht aufgelöst.

Wer daraus eine gemeinsame Klammer ableiten will, könnte sagen: Die Branche verlässt gerade die Phase der Diskussion und betritt die Phase der Entscheidungen.

Und genau deshalb ist jetzt weniger die große Grundsatzrede gefragt, sondern mehr Klarheit in Daten, Spezifikationen, Materialwissen und Strategie.

Häufige Fragen zu dieser Episode

Ab wann gilt die PPWR?

Die europäische Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) gilt ab dem 12. August 2026 unmittelbar in allen EU-Mitgliedstaaten. In Deutschland soll das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG) parallel die nationalen Zuständigkeiten und Vollzugsfragen regeln.

Wie fällt das Fazit zur interpack 2026 aus?

Überwiegend positiv: Die Leitmesse (7.–13. Mai 2026 in Düsseldorf) bleibt der zentrale internationale Branchentreffpunkt. Das Messeverhalten verändert sich jedoch – weniger Laufkundschaft, stärker fokussierte Besuche und eine neue Kostensensibilität prägen die Messeauftritte.

Warum liefert Calbee Produkte in Schwarz-Weiß-Verpackungen aus?

Der japanische Snackhersteller Calbee reagierte im Mai 2026 auf eine instabile Versorgung mit rohölbasierten Vorprodukten für Druckfarben (insbesondere Naphtha) infolge der Spannungen um die Straße von Hormus – 14 Produkte erscheinen vorübergehend nur in Schwarz-Weiß-Verpackungen.

Welche Verpackungen sind bei der Recyclingfähigkeit besonders kritisch?

Vor allem Verbundlösungen mit Aluminium, etwa bei Kaffee oder Pharma. Die entscheidende Frage für Markenartikler und Verpackungsentwickler lautet: Welche Sauerstoff- und Wasserdampfbarriere braucht das Produkt tatsächlich – und über welchen Zeitraum?

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Flexpack News – wir haben Anfang Juni und es ist wieder im Monat rum und wir sind in der neuesten News-Variante hier bei den Flexpack News. Hier fassen wir ja die wichtigsten Sachen so ein bisschen zusammen und gucken, was heißt das für die Flexpack-Industrie.

Und ich bin wieder mal nicht alleine. Ich habe bei mir den Thomas Schmidt. Hi Thomas, willkommen.

Hallo Julian, danke dir für die Einladung.

Sehr gerne. Du bist ja auch Podcast-Host, wir haben gerade auch schon mal darüber gesprochen. Aber nicht das erste Mal hier als Gast.

Trotzdem ja. Wie kommt es, dass wir heute hier zusammen sind? Was bringt dich zum Thema Verpackung?

Ich würde sagen, ich bin erblich vorbelastet.

Mein Vater ist gelernter Drucker und Schriftsetzer, das heißt, ich bin damit groß geworden, dass beim Einkaufen häufig die Verpackung spannender war als das verpackte Gut und man irgendwie immer im Wagen Sachen drin hatte und dann noch ein paar leere Verpackungen.

Dann habe ich BWL studiert und habe das bei einem Anlagen- und Maschinenbauer gemacht und dachte, ich gehe nicht in die gleiche Branche wie mein Vater. Das hat dann nicht funktioniert. Ich bin dann nach dem Studium tatsächlich in der Verpackungsindustrie gelandet und war da 15 Jahre lang tätig – Wellpappe, Faltschachtel, Spezialchemie, also Zulieferindustrie für die Druckindustrie bei der Firma Flint Druckfarben damals.

Und jetzt seit 2018 als Headhunter im Verpackungsbereich unterwegs mit klarer Fokussierung rein auf die Verpackungsindustrie und eben, wie du richtig schon gesagt hast, seit 2025 einen eigenen Podcast gestartet, Inside Packaging, auch mit klarer Fokussierung auf Erfolgsgeschichten aus der Verpackungsindustrie. Das heißt, Verpackung begleitet mich eigentlich schon mein ganzes Leben und auch den allerüberwiegenden Teil meines Berufslebens.


interpack 2026 – Eindrücke und Einordnung

Ja, wäre die familiäre Vorbelastung, habe ich auch. Mein Vater längste Zeit Einkäufer gewesen bei einem Folienhersteller direkt. Ich wollte kein Einkäufer werden, das wusste ich, und jetzt bin ich meistens auf der vertrieblichen Seite unterwegs.

Du warst auch auf der interpack unterwegs, ist ja auch das Thema, mit dem ich eigentlich starten würde. Wir hatten ja jetzt Mitte Mai wieder mal die interpack als das große Event aller Verpackungsbestandteile. Wenn ich so durch die Stände gegangen bin: Es war ruhiger, glaube ich, in den Hallen, aber je länger die Messe ging, desto positiver war das Feedback von den Veranstaltern beziehungsweise von den Ausstellern. Was ist dein Gefühl?

Überwiegenden Teil ja. Also ich war selber vier Tage vor Ort. Ich würde sagen, 80–85 % der Menschen, mit denen ich sprechen konnte, haben durchweg ein positives Fazit gezogen. Wohl wissend, dass sich Messeverhalten insgesamt verändert hat. Es gab auch den ein oder anderen, für den die interpack vielleicht in ihrer Breite dann zu breit war, der sich mehr branchenspezifische Besucher gewünscht hätte und der sich zukünftig stärker auf spezialisierte Messen ausrichten wird. Aber alles in allem haben ganz viele ein wirklich positives Fazit gezogen.

Wie stehst du zur Dauer? Ich finde sieben Tage schon viel. Ich glaube, das Wochenende haben viele als sehr ruhig angesehen, deswegen ist es durchaus eine Überlegung wert, ob das Wochenende dabei sein muss. Ich würde einer etwas noch kürzeren Dauer offen gegenüberstehen, aber ich fand die sieben Tage durchaus okay.

Ich glaube, es ist immer eine Abwägung: Kosten und Nutzen. Gerade wenn man mit 40–50 Leuten auf der Messe ist, ist das ein erheblicher Kostenblock. Deshalb wird das zunehmend hinterfragt.


Regulierung – Verpackungsdurchführungsgesetz und PPWR

Gehen wir doch mal zu den eigentlichen Themen. Wir haben im Wesentlichen zwei große Themen.

Das erste wird das Verpackungsdurchführungsgesetz und das Hin und Her dazu. Da war es im Mai die Meldung aus Brüssel, dass das deutsche Verpackungsdurchführungsgesetz, welches im Wesentlichen die Unterschiede im deutschen Verpackungsgesetz mit denen der PPWR in Einklang bringen soll, geprüft wurde.

Es gab zunächst Einwände, eine Stillhaltefrist und eine Untersuchung. Das ist jetzt wohl abgeschlossen, sodass alles wieder Richtung Start geht und das Gesetz starten kann.

Jetzt frage ich mich dennoch, ist das jetzt eine positive Meldung oder eher eine Verunsicherung für alle Marktteilnehmer?

Also persönlich glaube ich, was wichtig ist, ist, dass man Planungssicherheit hat. Dass man genau weiß, was kommt und wann es kommt. Und ich finde, an vielen Stellen mangelt es ein bisschen daran. Jeder weiß, da kommt etwas, aber keiner weiß genau, was und wann.

Ich glaube, PPWR kommt, die Umsetzung kommt, aber nicht jeder wird alles gut finden. Und man darf schon die Frage stellen, ob wir es nicht manchmal sehr gut gemeint, aber nicht ganz so gut gemacht haben – Stichwort Gold Plating.

Aber am Ende ist entscheidend, dass man ins Handeln kommt.


Umsetzung und Daten – vom Wissen zur Praxis

Ich glaube auch in der Industrie tun wir gut daran, irgendwann das Schimpfen einzustellen und uns auf das vorzubereiten, was nun einfach kommen wird. Manche sind schon im Handeln, andere sind noch im Beschwerdemodus.

Ich glaube, wir sind alle gut beraten, uns auf das vorzubereiten, was kommen wird. Und das beginnt mit dem Thema Daten. Viele stellen fest, dass die Datenbasis, die sie brauchen, gar nicht so vorhanden ist. Gerade im Mittelstand ist Datenqualität ein großes Thema.

Ich glaube, da gibt es viele Hausaufgaben zu tun und es ist besser, vorbereitet zu sein, auch wenn man etwas am Ende vielleicht nicht braucht, als umgekehrt.


Rohstoffknappheit und Praxisbeispiel Calbee

Gehen wir ins nächste Thema, Rohstoffknappheit.

Ein Beispiel: der asiatische Hersteller Calbee hat aufgrund von Rohstoffknappheit seine Farbpalette auf Schwarz-Weiß-Druck umgestellt.

Man kennt die Märkte, alles ist sehr bunt, und dann steht plötzlich eine schwarz-weiße Verpackung im Regal.

Ist das nicht gleichzeitig ein Herausstellungsmerkmal?

Ja, ich glaube, das war zumindest ein sehr guter Marketingeffekt. Diese Verpackungen fallen sofort auf.

Ich konnte nicht final durchschauen, ob das vorsorglich oder akut war, aber klar ist: Rohstoffengpässe bei Druckfarben haben zu dieser Entscheidung geführt.

Wenn man Farbe herausnimmt, ist das deutlich einfacher als hinzuzufügen. Denn globale Marken haben enorme Anforderungen an Farbkonstanz.

Das Beispiel zeigt: Verpackung und Druck sind globale Märkte. Selbst wenn man lokal produziert, hängt man an globalen Rohstoffen.


Nachhaltigkeit und technische Herausforderungen

Wir hatten eine eigene Veranstaltung geplant, die InnoCircle, die wir aufgrund geringer Teilnahme absagen mussten.

Da stellt sich die Frage: Ist Nachhaltigkeit vorbei?

Ich glaube nein. Aber Budgets sind knapper, die Veranstaltungslage ist dichter, und viele haben das Gefühl, sie haben genug gehört.

Das Problem ist weniger Erkenntnis als Umsetzung.

Viele Unternehmen holen sich jetzt gezielt Beratung und schauen individuell, was sie tun müssen.

Technisch gesehen bleiben vor allem Alu-Verbundlösungen kritisch – etwa bei Kaffee oder Pharma.

Die große Frage ist: Brauche ich diese Barriere wirklich in dem Umfang?

Oder kann ich Anforderungen reduzieren, etwa von drei Jahren Haltbarkeit auf kürzere Zeiträume?

Das wird eine entscheidende Diskussion.


Fazit und Abschluss des Gesprächs

Viele Themen kommen zusammen: Regulierung, Rohstoffe, Nachhaltigkeit, Kosten.

Die Branche muss jetzt vom Reden ins Handeln kommen.

Thomas, ich danke dir vielmals. War ein gutes Gespräch.

Danke dir. Wir bleiben in Kontakt. Alles Gute.

So machen wir es. Danke, tschüss.