Auf der Fachpack stellte ppg > innovative Verpackungslösungen vor, die den Wandel zu einer vollständig recyclingfähigen Folienwirtschaft bis 2030 sichtbar machen. Im Gespräch mit Jan Grevé wurde deutlich, wie stark die Entwicklungen bei PE- und PP-Materialien, neuen Beutelkonstruktionen und PET-Recycling das Design künftiger Verpackungen prägen.
PE und PP im Fokus: Sortierströme 2030
ppg > hat auf der Messe erstmals eine grafische Darstellung der erwarteten Sortierströme für PE- und PP-Verpackungen gezeigt. Ziel ist, die Materialflüsse der Zukunft besser zu verstehen und neue Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu erproben – von Rohstoffherstellern über Maschinenbauer bis zu Konvertern.
Gerade bei PP zeigt sich laut Grevé eine wachsende Vielfalt an Anwendungen und Musterstrukturen, die den Markt differenzieren werden.
Neue PE-Beutel mit verbesserter Performance
Ein Highlight am Stand: neu entwickelte PE-Beutel, entstanden in Kooperation mit Partnern aus Maschinenbau, Rohstoffhandel und Konvertierung. Diese Folien laufen nicht nur stabiler auf den Anlagen, sondern erfüllen auch strengere Anforderungen an Recyclingfähigkeit und Materialeffizienz. Damit reagiert ppg > auf steigende Anforderungen aus Handel und Markenindustrie, Verpackungen kreislauffähiger zu gestalten.
PET im Wandel: Echte Tray-to-Tray-Lösungen
Ein weiteres Augenmerk galt PET, das in Deutschland lange ein Nischendasein im Flexpack-Segment führte. ppg > bietet hier eine neue Oberfolie für die echten Tray-to-Tray-PET-Lösungen des niederländischen Unternehmens Ferch. Dabei wird recyceltes Material direkt wieder in neue Trays eingebracht – ein wichtiger Schritt für mehr Closed-Loop-Recycling in Europa.
Ein Nebeneffekt: die Verpackung ist nicht mehr vollständig transparent. Laut Grevé wird dies bereits von ersten Kunden akzeptiert. In Ländern wie Dänemark sind die Lösungen bereits im Einsatz und werden in Bezug auf Lizenzentgelte gefördert.
Ausblick
Mit dem Leitthema „Prepare for 2030“ positioniert sich ppg > als einer der Treiber für recyclinggerechtes Verpackungsdesign. Der Messeauftritt zeigte: echte Kreislaufwirtschaft im Bereich flexibler Verpackungen ist keine Vision mehr, sondern praktische Entwicklungsarbeit – quer durch Europa.
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Transkript
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PPG ist wieder auf der Fachbank. Ich bin wieder mit Jan Grev hier. Du hast dich freiwillig gemeldet als Opfer quasi für dieses Interview. Ich freue mich, dass du da bist.
Wir stehen hier vor eurer Wand, wie jedes Jahr. Dieses Mal ein ganz anderer Text, ganz andere Themen. Ich sehe da oben PE, PP 2030. Was hat es damit auf sich?
Ja, wir haben hier mal im Hinblick auf 2030 die Sortierströme so ein bisschen aufgezeichnet, einmal für den Bereich PE, für den Bereich PP. Wie man schnell erkennt, ist im PP-Bereich gibt es schon ein paar mehr Muster anzuschauen, unterschiedliche Applikationen. Aber auch im Bereich PE haben wir ein paar Neuerungen, sind da immer dabei zu gucken, was gibt es da an Neuentwicklungen. Wir haben hier ein Projekt relativ frisch aus verschiedenen Konstellationen, Maschinenbau, Rohstoffhändler, aber auch eben ja Converting von unserer Seite.
Wir haben ein paar neue PE-Beutel gemacht, die dann auch performanter nochmal laufen und am Ende auch immer noch den PET-Bereich, der ja in Deutschland immer so ein bisschen im Schatten da sein war und ist. Aber um auch nochmal zu zeigen, was sich da tut, weil in vielen anderen europäischen Ländern das ja auch schon sich ein Stück weiterentwickelt hat. Da haben wir gesehen, du hast mir das vorhin schon gezeigt, wenn man die Verpackung so ein bisschen dreht, dann ist die nicht mehr ganz transparent. Das wird akzeptiert?
Das wird auch akzeptiert. Also unser Part ist ja da die Deckelfolie. Wir haben das hier in Zusammenarbeit mit Ferch gemacht, die ja in den Niederlanden das relativ groß spielen, wo es auch wirklich echtes Tray-to-Tray-PET ist. Und das ist dann halt nicht mehr ganz durchsichtig, aber es gibt auch Kunden von denen, die das beispielsweise in Dänemark schon einsetzen und in einigen Ländern das auch schon begünstigt wird, weil es jetzt schon mechanisch recycelt ist, BCA innerhalb, was sich auch schon aktuell in gewissen Ländern auf Lizenzentgelte auswirkt.
Ist das auch schon Food Grade oder nimmt man das für Non-Food? Das ist ja eine Frischfleisch-Applikation und das ist auch Food Grade. Es ist nicht zu 100 Prozent PCR, also man kann das darauf lesen, gibt es zwischen 10 und 90 Prozent, gibt es dann auch in unterschiedlichen Färbungen. Da muss man schon glaube ich ein bisschen Sportsgeist mitbringen, um zu sagen, das können wir auch am POS aushalten, wenn es nicht mehr ganz durchsichtig ist, aber aktuell passiert das schon.
Hochspannend, jetzt steht da oben „Prepare to 2030″. Was ist 2030 los? Du, ihr habt das ja hier auch nochmal an dieser Wand sehr schön dokumentiert. Ja, 2030 ist ja erstmal so im Kontext der PPWR der erste große Step, was Recyclingfähigkeit angeht, also das alles, was geringer als 70 Prozent Recyclingfähigkeit ist, wobei da auch noch es um die Definition geht.
Was heißt das eigentlich? Diese Performance Grades werden nicht identisch mit gewichtsbasierter Recyclingfähigkeitsbewertung sein, so sagt man, so hört man, das heißt da muss die Recyclingfähigkeit ein gewisses Level haben und es soll auch zu einem Mindestsatz von 10 Prozent pro Verpackung im kontaktsensitiven Bereich Rezyklat eingesetzt werden. Ob das dann wirklich so kommt und es dabei bleibt, wird man ja sehen. Genau.
PE und PP Recycling: Kreislaufwirtschaft heute umsetzen
Ihr setzt also auf Monomaterial PE, Monomaterial PP, Monomaterial PET als Recycling Strom, der heute schon da ist und dann hast du hier noch eine Wand mitgebracht, da hast du mir vorhin gesagt, das sind Rezyklate. Erklär nochmal, was hat es da mit auf sich? Ja, das sind jetzt mechanisch recyceltes PE, was wir für Non-Food-Applikationen seit 2018, wenn ich das jetzt richtig weiß, und was wir hier mal mitgebracht haben, sind die unterschiedlichen Qualitätsstufen, wie sich diese PCR-Qualitäten aus dem mechanischen Recycling entwickelt haben, weil man natürlich im Laufe dieser Zeit auch in den Nicht-Lebensmittel-Applikationen immer mal unterschiedliche Phänomene hatte, die man erst mal so kennenlernen musste, was dann teilweise auch mit großem Aufwand ist, das wieder zu korrigieren. Da funktioniert es schon im Lebensmittelbereich, ist im Endeffekt schon jedem bekannt, müssen wir auf das chemische Recycling warten, was sich dann hoffentlich irgendwann mal entwickeln wird.
2030 ist ja gefühlt eher schon übermorgen, von daher wird es da eher eng, aber wir bleiben dran und sind mit allen im Kontakt, wo man da was voranbringen kann. Also an beiden Fronten arbeiten, einmal die Verpackung recyclingfähig machen, auf der anderen Seite aber auch Rezyklate einsetzen. Hier oben sind noch so ein paar Meilensteine, kannst du da noch was zu sagen? Ja, also erst mal ist es so, dass die große Frage ja ist, was ich gerade schon sagte, was heißt eigentlich recyclingfähig im Sinne der PPWR, da wird es den delegierten Rechtsakt zu geben, der in einigen Jahren dann veröffentlicht wird.
Ende diesen Jahres kann man schon mit Spannung erwarten, über das ZEN gibt es eine europäische Norm, die das für Kunststoffverpackung schon mal vordefinieren soll, daher speisen sich auch die Begrifflichkeiten, die wurden jetzt auch im Mindeststandard übernommen, PE-Flex, PP-Flex im Natural und Coloured, in unserem Fall häufig Coloured, weil immer bedruckt oder gebadged. Dann haben wir im August den Grenzwert für die PFAS-Materialien, für die Fluoranteile, was erst mal gerade aktuell ein riesen Thema ist. Dann werden die Recyclingfähigkeitsdefinitionen herauskommen, darauf folgend dann die europaweiten Anpassungen der Lizenzentgelte, was in Deutschland ja auch schon über den § 21 mal geregelt werden sollte, was aus verschiedenen Gründen nicht geklappt hat. Also da ist sehr viel los in den nächsten fünf Jahren, wo die Dinge konkret werden und wo man dann auch aus den Tests flächendeckender noch, als es bisher der Fall ist, dann in die Breite gehen muss.
Spannendes Thema an dem Feld, viel zu machen, viel Arbeit vor euch, wer Fragen hat, kann sich an euch wenden. So wie immer oder an euch. Genau so ist das. In diesem Sinne Dankeschön, Jan.
