KI-gestützte Flexpack Entwicklung – one.five auf der Fachpack 2025

Fachpack25 one.five

Wie lassen sich nachhaltige flexible Verpackungen effizient und datenbasiert entwickeln?
Das Hamburger Unternehmen one.five zeigt, wie KI und Materialwissenschaft zusammenfinden, um z. B. papierbasierte Alternativen industriell nutzbar zu machen.

Im Gespräch erläutert Philip Esser, Business Development Manager bei one.five, den Ansatz: Ein firmeneigenes KI-Tool analysiert Daten aus Maschinenlauftests und Laborversuchen. Daraus entstehen passgenaue Papierlösungen, die spezifische Barriereanforderungen und Maschinenlaufbarkeiten der Kunden erfüllen.

So wird Verpackungsentwicklung messbar, reproduzierbar und auf Nachhaltigkeit optimiert. one.five versteht sich dabei als Bindeglied zwischen Materialentwicklung, KI-Technologie und industrieller Umsetzung – ein Bereich, der für die Flexpack-Industrie zunehmend strategisch wichtig wird.

Beim Inno-Meeting 2026 präsentiert one.five aktuelle Projekte und zeigt, wie datenbasierte Tools den Weg zu kreislauffähigen Papierverpackungen verkürzen können.

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Transkript

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Ich bin hier bei one.five, eine Firma, die man im Flexpack-Bereich vielleicht noch gar nicht so kennt, denn ihr macht was ganz Besonderes. Ich bin hier mit Philipp Esser, dem Business Development Manager. Philipp, one.five, erzähl ganz kurz in ein paar kurzen Worten, was ist das überhaupt? Ja, danke, guten Morgen.

Wir sind one.five, wir kommen aus Hamburg und wir entwickeln flexible Verpackungen. Nachhaltige, größtenteils papierbasierte Verpackungen mit Hilfe von einem KI-Tool, das wir mit unseren eigenen Daten füttern, die wir aus Maschinenlauf-Tests und aus unseren eigenen Laborversuchen gewinnen. KI-Tool ist erstmal schon mal voll trendy und Papier sowieso. Aber was genau macht ihr?

Entwickelt ihr Papiere? Produziert ihr selber Papiere oder was tut ihr? Wir nehmen Anforderungen auf von unseren Kunden. Da kann es darum gehen, dass bestimmte Barrierewerte erreicht werden müssen, es muss eine bestimmte Maschinenlaufbarkeit erreicht werden.

Und wir nehmen und entwickeln auf Basis von diesen Anforderungen die richtige Papierlösung, die auf der jeweiligen Maschine von unserem Kunden dann auch läuft. Wie kommt ihr auf die Ideen? Woher holt ihr die Daten? Wir ermitteln die Daten teilweise selber.

Wir greifen natürlich auch auf alles zu, was öffentlich zugänglich ist. Wir greifen auf Datenbanken aus dem jeweiligen Fachbereich zu. Aber der Großteil, und das ist ein bisschen das ganz Besondere an dieser Lösung, wo viel Arbeit reingeht, ist, dass sind die selbst ermittelten Daten. Seid ihr eher Dateningenieure oder Verpackungsingenieure?

Gute Frage. Ich würde sagen, das ist vielleicht 50-50, bei uns im R&D-Bereich zumindest. Wir haben sehr viele Leute, die beschäftigen sich, das sind so eher klassische Verpackungsmenschen, würde ich sagen. Und dann haben wir aber jetzt ein Team, das kam jetzt in den letzten anderthalb Jahren ein bisschen mehr oder ein bisschen stärker hinzu, die sich stärker mit der Auswertung und der Strukturierung dieser Daten beschäftigen, weil die besten Daten helfen nichts.

Viele Unternehmen haben einen Haufen an Daten, aber es ist nicht richtig strukturiert und es ist nicht richtig zugänglich. Und das ist oftmals die große Hürde. Und das versuchen wir mit unserer Plattform zu verbessern. Im Vorgespräch hast du mir schon verraten, ihr produziert eigentlich nicht wirklich selber, sondern ihr macht Entwicklungsprojekte.

Aber wie funktioniert das konkret? Da kommt jetzt jemand zu euch und fragt direkt, oder wie geht das? Genau. Wir machen natürlich selber Vertrieb, aber wir bekommen auch ganz viele proaktive Anfragen, die auf uns zukommen.

Kundenspezifische Verpackungslösungen entwickeln

Und wir ermitteln in der Regel gemeinsam mit unseren Kunden die Anforderungen, die sie für ihre Verpackungslösung jeweils haben. Und schauen dann, wenn wir einen Prototypen entwickelt haben, wo kann man das am besten und wie umsetzen. Also wir haben teilweise auch eigene – das ist eher in einem mittelgroßen Bereich – eigene Produktionsanlagen. Sobald es dann ganz groß wird, dann suchen wir uns etablierte Partner am Markt, die da wirklich in dem jeweiligen Prozessschritt die erfahrensten sind.

Das ist unser Modell und das ermöglicht es uns auch zu skalieren in Europa und teilweise auch darüber hinaus. Also ihr kommt eher von dem Produkt und geht dann auf die Suche nach den passenden Produktionsanlagen. Ich selber bin 30 Jahre in der Verpackungsindustrie, normalerweise geht man andersrum vor. Man hat eine Maschine und will die auslasten und guckt, was kann ich drauf machen.

Ihr geht den anderen Weg, oder? Wir gehen ganz genau den anderen Weg und profitieren so ein kleines bisschen davon, dass unsere Produktionspartner in der Situation sind, dass sie ihre Maschinen auslasten müssen. Das heißt, wir sprechen teilweise oder größtenteils direkt mit den Marken, um zu verstehen, was muss die Verpackung können, was sind die Anforderungen. Also sie muss nachhaltiger werden, sie muss einen geringeren Fußabdruck haben, sie muss recycelbar sein, sie muss regulatorikkonform sein.

Es gibt ja eine ganze Bandbreite an unterschiedlichen Requirements, die die Marken da noch haben. Wir nehmen diese Anforderungen, strukturieren sie und gucken, mit welcher Lösung und welchen Rohmaterialien kann man das eigentlich umsetzen und bauen dann daraus die fertige Lösung. Hochspannend. Jetzt gucken wir mal in die Produkte.

Blue Morph sehe ich da. Ein Name, den ich noch nicht kannte. Erklär mal, was bedeutet Blue Morph? Blue Morph haben wir hier.

Blue Morph ist unser Hochbarrierepapier. Es hat eine Wasserdampf- und eine Sauerstoffbarriere von unter eins. Das heißt, das ist unser Produkt, um Multilayer-Kunststoffe abzulösen. In Papierstrom recycelbar, bedruckbar, maschinenlauffähig.

Hier haben wir ein Beispiel, wo wir mit einem Partner, das ist ein Kunde aus dem Promotion-Bereich, der verpackt seine Gummibärchen. Für die, sei es die lokale Sparkasse oder die Raiffeisenbank oder der lokale Fußballverein, wer auch immer, Werbegeschenke braucht, bekommt sie jetzt in Papier. Ich reiße mal einfach auf. Mal gucken, ob man es hört.

Es hört sich an wie Papier. Es ist Papier. Es schmeckt wie Gummibär. Herrlich, wunderbar.

Papierbasierte Verpackungen: Materialzusammensetzung

Dieses Papier, wir reden über Prozentanteile, Fremdstoff und so weiter. Ist das auch diese 95-5-Geschichte oder wie viel Fremdstoff habt ihr da? Wir kommen mit der Lösung auf über 90 % Papier. 95 % schaffen wir noch nicht ganz.

Da sind wir logischerweise dran. 100 % Papier funktioniert logischerweise nie. Papier ist ein sehr poröses Material. Die Kunst dahinter ist sozusagen, alles, was man auf dieses Papier aufstreicht, so dünn zu machen wie möglich, um den Prozentanteil der Nichtpapierfasern oder Nichtpapierstoffe so gering zu halten wie möglich.

Das ist nachgewiesen per CP-Standard im Papier recycelbar, im Papierstrom recycelbar und damit auch in der EU verkaufsfertig als Papierlöser. Wir denken ja heute oft in biologischen oder chemischen industriellen Kreisläufen. Ist das einer, der auch kompostierbar wäre? Wäre das ein biologischer Kreislauf oder eher ein technischer Kreislauf?

Wir fokussieren uns ganz bewusst nicht auf den kompostierbaren Kreislauf, weil wir sagen, in westlichen Ländern, wo wir ein funktionierendes Recyclingsystem haben, da sind die Recyclingquoten bei Papier einfach sehr, sehr gut. Wenn man es auf den Fußabdruck überträgt, sogar die besten im Vergleich zu einem Mono-PE, der auch recycelbar ist, aber von dem gesamthaften Fußabdruck deutlich schlechter ist als Papier. Deswegen fokussieren wir uns auf Papierlösungen, die im Strom recycelbar sind und damit aus unserer Sicht die nachhaltigsten Lösungen sind und zu der Circularity beitragen. Dann sehe ich da vorne noch ein Poster.

Glassleaf. Was ist das denn? Glassleaf ist ein transparentes Papier. Unserer Meinung nach das transparenteste, was es am Markt gibt.

Ich habe hier ein Beispiel, das haben wir mit einem Kunden gemeinsam gemacht. Das sind Notizzettel, Haftzettel, die logischerweise aus Papier sind, jetzt auch in Papier verpackt und nicht mehr in Plastikfolie. Wir haben uns entschieden, das hier auf der Messe zu zeigen, weil das von dem Narrativ eigentlich genau das ist, was wir erreichen wollen. Wir wollen klare Signale setzen und wer Papier in Plastik verpackt, der sollte drüber nachdenken, ob man es hier auch in Papier machen kann.

Unser Partner UPM macht das jetzt. Wir sind super happy, dass wir das hier zeigen können. Das ist ganz toll. Man muss echt zweimal hinschauen, ist es Kunststoff oder Papier?

Es läuft auf der Maschine und wir sind happy und auch der Kunde ist happy. Man sieht es so ein bisschen milchig, sieht so ein bisschen nach Pergaminpapier aus. Hast du vorhin auch gesagt, geht auch in die Richtung. Was ist denn euer Beitrag dabei gewesen?

Maschinenlauffähige Pergaminpapier-Alternative

Pergamin gibt es schon seit 100 Jahren ungefähr. Genau. Wir machen das Papier maschinenlauffähig. Das heißt, das läuft auf den ganz normalen Maschinen, wo auch vorher in Plastikfolie eingeschlagen wurde.

Das heißt, der Kunde musste keine Anpassung an seiner Maschine vornehmen. Der hat seine Plastikrolle abgenommen, hat unsere Papierrolle aufgesteckt. Wir haben ein bisschen die Siegeltemperaturen angepasst und dann lief das so, wie auch die Plastikfolie direkt von der Maschine runter. Und das ist eigentlich die Transition, die wir anstreben.

Ein Kunde, der eine nachhaltige Lösung haben möchte, der ist natürlich gewillt, das zu tun. Auf der anderen Seite, wenn ein sechsstelliger Betrag in Maschinen investiert werden muss, dann ist das eher ein Bremser. Hier ist es jetzt so, und das ist auch bei ganz vielen anderen unserer Materialien so, dass es wirklich mehr oder weniger Plug and Play ist. Man kann die Folie runternehmen, Papier aufstecken und es läuft so, wie es auch mit Plastikfolie gelaufen ist.

Das heißt also, es ist nicht geleimt, sondern wirklich geschweißt? Es ist geschweißt, es ist heiß gesiegelt. Das ist wieder das Besondere. Was hast du noch im Regalschling?

Gibt es noch etwas, was du uns zeigen willst? Sehr gerne. Wir haben noch ein weiteres. Das ist das Produkt, was wir Hazel Sun nennen.

Hazel Sun ist ein Agrarpapier, das auf Basis von landwirtschaftlichen Abfällen hergestellt wird, größtenteils aus der Maisernte. Auch das machen wir maschinenlauffähig. Wir haben jetzt hier ein Sponsoring von einem unserer Kunden. Das ist ein Bio-Ice-Hersteller aus Tschechien.

Auch hier wieder aufmachen. Es öffnet sich wie Papier. Der Kunde ist sehr happy mit der Haltbarkeit. Es schmeckt grandios, es sieht gut aus, und es ist vor allem auch wieder im Papier müllentsorgbar.

Das ist das Learning, was wir von dem Kunden selber bekommen haben. Was gerade im Eisbereich, das wird häufig irgendwo am Strand verkauft und konsumiert. Und da ist es so, dass so eine Papierlösung natürlich umso schöner ist. Herzlichen Dank, one.five, auf der Fachpack 2025.

(Dieser Abschnitt enthält keine verwertbaren Inhalte)

Sehr gerne.

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