Forschung der Hochschule Sigmaringen im Fokus
Auf dem 23. Inno-Meeting stellte Alina Siebler von der Hochschule Albstadt‑Sigmaringen neue Forschungsergebnisse rund um die Verpackung veganer und vegetarischer Wurstalternativen vor. Während ihr Kollege Prof. Markus Schmid sich intensiv mit Fleisch beschäftigt, widmet sie sich in ihrer Promotion der Frage, ob pflanzenbasierte Produkte tatsächlich andere Verpackungsanforderungen haben als klassische tierische Wurstwaren.
Grundsätzlich anderes Produkt – also andere Anforderungen?
Vegane Wurstalternativen zielen sensorisch und optisch zwar auf die Nachbildung klassischer Wurstwaren ab, unterscheiden sich aber in ihrer Grundzusammensetzung deutlich. Daraus ergibt sich die zentrale Forschungsfrage:
Benötigen pflanzliche Wurstprodukte eine andere Verpackung als tierische?
Die Antwort ist derzeit offen. Deshalb untersucht Siebler systematisch:
- Welche Faktoren beeinflussen die Haltbarkeit?
- Welche Barrieren werden wirklich benötigt?
- Welche Eigenschaften sind kritisch für Aussehen, Qualität und Sicherheit?
Erste Ergebnisse: Farbstabilität ist weniger kritisch
In Selbstversuchen zeigte Siebler Effekte wie die Vergrauung pflanzlicher Produkte und untersuchte dazu:
- Sauerstoffeinfluss
- Lichteinwirkung
- Veränderungen der Farbwerte
Das überraschende Resultat:
Vegane Wurstalternativen reagieren wesentlich weniger empfindlich auf Licht und Sauerstoff als tierische Produkte.
Daraus ergibt sich ein erstes praktisches Fazit:
Eine hohe Sauerstoffbarriere ist für viele dieser Produkte gar nicht notwendig.
Was bestimmt dann die Haltbarkeit?
Da die Farbstabilität nicht das begrenzende Kriterium ist, richtet sich der Fokus nun auf weitere Aspekte:
- Mikrobiologie
- Fettoxidation
- weitere chemisch-physikalische Veränderungen
Diese Parameter sollen künftig zeigen, was tatsächlich die optimale Verpackungsstruktur bestimmt.
Ziel: So wenig wie möglich, so viel wie nötig
Sieblers Ziel ist eindeutig:
Die ideale Verpackung finden, die nur so viel Material nutzt, wie für den Produktschutz wirklich erforderlich ist.
Dafür müssen Industrie und Forschung aus ihrer Sicht enger zusammenarbeiten. Nur durch gemeinsames Verständnis der Produkteigenschaften lassen sich nachhaltige, funktionale Verpackungslösungen entwickeln – ohne unnötige Überverpackung.
Fazit
Vegane Wurstalternativen zeigen andere Reaktionen als tierische Produkte – und das hat unmittelbare Auswirkungen auf die Wahl der Verpackung. Die Forschung steckt noch mitten im Prozess, doch erste Ergebnisse zeigen:
Pflanzenbasierte Alternativen könnten mit reduzierten Barrieren auskommen.
Damit bietet das Thema großes Potenzial für nachhaltigere und effizientere Verpackungskonzepte.
