Wasserfarben für Flexpack von Follmann

Follmann Podcast Episode

Ich hatte die Gelegenheit, mit André Altevogt, Janine König und Roland Geiselhardt zu sprechen. André hat kürzlich von Bischof + Klein zu Follmann gewechselt und verkauft nun Wasserfarben. In unserem Gespräch und in seinem Vortrag beim 22. Inno-Meeting in Osnabrück hat er einige spannende Einblicke in die Welt der Wasserfarben gegeben.

Die Vorteile von Wasserfarben

André betonte, dass Wasserfarben heutzutage in der Lage sind, alle Qualitätsansprüche zu erfüllen, die auch andere Farbsysteme bieten. Sie sind kaschierfähig und können mit denselben Kaschierklebern verwendet werden wie andere Farbsysteme. Dies bedeutet, dass die Verbundwerte mit Wasserfarben genauso gut erzielt werden können wie mit anderen Systemen.

Innovative Druckmuster

Ein weiteres Highlight des Gesprächs war die Vorstellung von Druckmustern, die mit Wasserfarben in höchster Qualität gedruckt wurden. Diese Muster zeigen, dass Wasserfarben praxistauglich und schnell verdruckbar sind. Besonders beeindruckend war die Tatsache, dass der Verbund hält und der Farbton stabil bleibt, ohne dass das Weiß vergilbt.

Umweltfreundlichkeit und Recycling

Ein großes Thema war auch die Umweltfreundlichkeit von Wasserfarben. André erklärte, dass Wasserfarben im Vergleich zu NC-Farben besser recycelbar sind und keine Nitrosen-Gase freisetzen. Janine König fügte hinzu, dass die CO2-Bilanz von Wasserfarben deutlich besser ist, da keine thermische Nachverbrennungsanlage benötigt wird.

Unterstützung beim Umstieg auf Wasserfarben

Firma Follmann unterstützt ihre Kunden aktiv beim Umstieg auf Wasserfarben. André betonte, dass sie den Druckprozess vor Ort begleiten und die Anlagen anpassen, um sicherzustellen, dass die Druckqualität den Erwartungen entspricht. Sie haben einen Fünf-Schritte-Plan zur Umstellung auf Wasserfarben entwickelt, den sie gern mit ihren Kunden teilen.

Fazit

Das Gespräch hat gezeigt, dass Wasserfarben eine vielversprechende Alternative zu herkömmlichen Farbsystemen darstellen. Sie bieten nicht nur eine hohe Druckqualität, sondern sind auch umweltfreundlicher und besser recycelbar. Firma Follmann ist bestrebt, ihre Kunden beim Umstieg auf Wasserfarben zu unterstützen und innovative Lösungen für die Druckindustrie zu entwickeln.

Hören Sie jetzt rein und bewerten Sie selbst, was Wasserfarben für Sie bedeuten.

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Transkript

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Ich spreche hier mit Firma Follmann. André Altefucht hat gewechselt von Bischof + Klein zu Follmann und verkauft jetzt Wasserfarben. André, du hast einen spannenden Vortrag gehalten zu Wasserfarben. Wir haben vor 30 Jahren die schon verdruckt.

Es gibt aber was Neues. Was ist das Neue, was du heute als Kernaussage in einem Vortrag hattest? Ja, vielen Dank. Für uns war es wichtig, heute noch mal darzustellen, dass wir mit Wasserfarben in der heutigen Qualität – wir haben immer das Motto gesagt: Das geht.

Ja, wir können heute verdrucken, wir können alle Qualitätsansprüche an die Farben erfüllen. Wir können in puncto Geschwindigkeit, Druckqualität, Widerstandsfähigkeit der Farbe auf dem Substrat alles darstellen mit Wasserfarben, was heute andere Folien oder andere Farbsysteme genauso können. Die sind kaschierfähig. Wie funktioniert das?

Könntest du da die gleichen Kaschierklebstoffe verwenden, wie wir für andere Farbsysteme nehmen, oder müssen die speziell angepasst werden? Ganz genau. Wir können dieselben Kaschierkleber verwenden. Die Farbe spielt da keine behindernde Rolle, sondern im Gegenteil – die Verbundwerte können genauso erzielt werden mit unserer Wasserfarbe wie mit anderen Systemen.

Du hast eine große Kiste mitgebracht mit Druckmustern. Was steckt da drin? Das sind ganz viele Musterexemplare. Wir hatten zwei Projekte: einmal den Kaffeebeutel-Projekt mit unserem Kunden Ecaflex.

Und da in der Tüte befindet sich allerdings nur der Zipperbag, oder was heißt nur, der Zipperbag mit all den Details. Ein kleines Giveaway für den Kunden, dass er auch auf uns aufmerksam wird. Eine Visitenkarte, dass man immer in Kontakt treten kann bei Rückfragen. Spannende Sache.

Ich habe mir die Druckmuster angeguckt. Roland Geisel hat das mit mir hier. Was ist besonders an diesen Druckmustern? Die sind nicht nur mit Wasserfarbe gedruckt, sondern der Verbund ist auch besonders, oder?

Die sind mit Wasserfarbe gedruckt, in höchster Qualität Extended Gamut mit sieben Farben. Der Kaschierwert ist fantastisch. Und wenn man genau hinschaut, das Einschweißen dieses Zipperverschlusses. Das ist eine extreme Herausforderung, dass der Verbund hält, dass der Farbton hält, dass das Weiß nicht vergilbt.

Praxistauglichkeit: Wasserfarben im Produktionseinsatz

Das haben wir alles bewiesen. Also wir haben heute und in den letzten Wochen bewiesen, wir sind praxistauglich und vor allem schnell. Es gibt auch ein paar Pferdefüße. Man muss den Drucker mitnehmen, habe ich in deinem Vortrag immer zwischen den Zeilen mitgenommen.

Wie funktioniert das in der Praxis, wenn jetzt einer sagt, ich will mit Wasserfarbe? Ganz wichtiger Punkt, den du ansprichst. Also wir unterstützen seitens Follmann den Druckprozess vor Ort. Das heißt, wir sind mit unserem technischen Service als auch mit unserem technischen Vertrieb dort und passen alles an an der Maschine, stellen die Anlage so ein, konfigurieren die Anlage, begleiten den Druckprozess manchmal über ein, zwei Tage, dass wir nachher sicherstellen können, die Druckqualität ist die, die der Anwender haben dürfte.

Ihr habt 60.000 Tonnen Produktionsmenge gehabt auf dem Start. Janine, was hat es damit auf sich? Wie viel davon ist Druckfarbe ungefähr? Ich glaube, André hat sogar in seinem Vortrag gesagt, so around about 5.000 Tonnen sind davon Druckfarbe, die wir im jährlichen Umfang haben.

Alles wasserbasierte Druckfarbe, Polyurethan habe ich gelernt, ist das Bindemittel. Wie wirkt sich das Bindemittel auf den Recyclingprozess aus? Das sind zwei Fragen. Wir haben zwei Bindemittel.

Einmal für den Kontaktdruck-Laminierung ist es PU-basiert, wie alle anderen auch. Im Frontal haben wir Acrylate. Die sind beide für Recyclingprozesse geeignet, beide gleichermaßen. Wenn wir jetzt im Vergleich zur NC sprechen, sind wir besser.

Die Lösemittelleute haben ja auch PU-Farben, die sind genauso gut. Wenn du sagst, es ist besser als NC-Farbe, heißt das, die Recyclingfähigkeit ist von Acrylate- oder PU-basierten Wasserfarben besser als von NC-Farben? Wir haben einen homogeneren Plastikfilm, keine Stippen, keine Streifen und vor allem keine Nitrosofarbstoffe. Im Vortrag von Frau Pinter – man sollte sie Printerin nennen – haben wir gelernt, dass das Recycling von NC-Farbe Probleme macht, dass sogar auch im Bio-Essay Ausschläge zu sehen sind, auch in der GC-MS-Analyse Schadstoffe zu sehen sind.

Sie hat gesagt, alles das, was braun wird beim Recycling, sollte man vermeiden. Beim Wasserfarben passiert das gar nicht? Das kann man glaube ich so nicht sagen. Es ist im Recycling-Thema eng zu betrachten und wir haben auch da sicherlich ein Thema, was wir weiter noch entwickeln müssen und auch noch weitere Erfahrungen sammeln müssen.

Aber wir sind auch der Meinung, es muss weiterhin gedruckt werden. Also wir können jetzt nicht einfach die Verpackung mit dem QR-Code hinstellen, das wird irgendwann mal passieren, aber bis dahin wird auch glaube ich noch eine ganze Menge gedruckt und dann müssen wir halt eine Lösung finden, dass es gut recycelfähig wird. Großes Thema war auch CO₂, Ökobilanz und so weiter. Janine, wie sieht das ganz grob aus für die Wasserfarben im Vergleich zu den anderen Farben?

Abfallreduktion und Effizienzgewinne

Gib uns mal einen Daumen wert. Ja, deutlich besser natürlich. Was soll ich jetzt auch anderes sagen? Also wir haben zwar eine Wasseraufbereitungsanlage, aber bei uns fällt halt die thermische Nachverbrennungsanlage einfach weg und können letztendlich das restliche Wasser in den Gullideckel wiederführen oder der Kanalisation hinzuführen und der Rest wird verbrannt, der kleine Schlammrest, der da übrig bleibt.

Das ist ja letztendlich nur so eine Paste, kann man fast sagen, die da überbleibt, die dann verbrannt werden muss. Grundsätzlich beim Drucker selber. Andre, du hast gesprochen davon mehr Luftmenge, niedrigere Temperatur. Jetzt kann man sagen, okay, was machen wir mit der mehr Luftmenge denn, wo bleibt das Ganze?

Also du pustest mehr Luft drauf, das Wasser wird abgezogen und dann, was passiert? Erzähl’s mal dem Laien, der keine Ahnung hat. Ja, da fragst du jetzt nicht unbedingt den richtigen, aber du musst einfach mehr in der Luftförderung auf das Substrat bringen, auf die Farbe bringen, damit die Farbe antrocknet. Das heißt also in den Zwischenstationen in der Druckmaschine als auch in der Endkammer.

Da ist das Volumen wichtig im Vergleich zum Lösemittelverfahren. Wenn wir das richtig eingestellt haben, ist die Temperatur, wie gesagt, nicht ganz so wichtig und dann haben wir ein gutes Ergebnis und das trocknet vernünftig an und wir können Farb auf Farb aufbauen auf der Druck. Vermutung liegt nahe, dass durch niedrige Temperatur weniger Energie verbraucht wird. Das wird jetzt gemacht, obwohl Wasser ja eine höhere Siedeenergie braucht als ein Lösemittel.

Deswegen haben wir uns ja damals mal für Lösemittel entschieden bei den Lösemittelverfahren. Du willst was dazu sagen. Erklär uns auf, was hat es genau damit auf sich? Wir haben ja zwei Punkte gehabt.

Der hat es auch in einem Satz erwähnt, die Farbformulierung. Wir haben Bindemittel, was das Wasser unheimlich schnell rauslässt. Das ist ein Geheimnis. Deshalb brauchen wir nicht diese große Power.

Und wenn man über Hitze spricht, zu heiß auf PE, dann schrumpft der Film. Das ist auch schlecht. Und wenn man jetzt dieses Trocknungssystem sieht, dann geht das Wasser in die Umluft. Wenn es 70–80 % Luftfeuchtigkeit hat, wird es schwierig.

Also wir brauchen den Luftaustausch. Aber das Wasser bleibt in der Umwelt, da passiert nichts. Und es geht auch nur Wasser raus. Kein VOC, hast du erwähnt, habe ich gelernt.

VOC-frei: Sicherheit und Gesundheitsvorteile

Was ist VOC? Warum ist das gut, wenn es nicht dabei ist? Es kann nicht verbrennen. Es kann nicht explodieren.

Es kostet mich nichts. Der Mitarbeiter atmet die Dämpfe nicht ein. Also es gibt viele Vorteile. Warum VOC-frei?

Das ist auch eine Forderung von vielen. Immer mal wieder. Auch für diese Industrie sind eure Druckfarben ja geeignet. Also ihr könnt auch Lebensmittelverpackungen selbstverständlich, muss man fast sagen, mit Wasserfarben herstellen, oder?

Absolut, ja. Und da sind wir ganz akribisch dabei, das nach vorne zu bringen, auch die Wasserfarbe. Was sind die nächsten Schritte? Man muss auch nach vorne gucken.

Ihr seid noch nicht fertig. Ihr habt immer gesagt, wer sich dafür entscheidet, auf Wasserfarben umzustellen. Also ihr wollt wahrscheinlich eher dem Lösemittelfarben den Kampf ansagen und das auf Wasserfarbe umstellen. Was wären dann die ersten nächsten Schritte, wenn jemand jetzt anfangen will?

Also erstmal, wir haben den Markt der flexiblen Verpackungen, also unseren strategischen Markt, ausgewählt. Wir sehen da für uns gute Wachstumspotenziale. Wir begleiten aktiv den Kunden auf Wasserfarbe. Erstmal müssen wir überzeugen, dass Wasserfarbe unter Umweltaspekten die bessere Wahl für ihn ist.

Wenn er schon eine Anlage hat, die auf Lösemittel läuft, und er entscheidet sich für Wasserfarbe, begleiten wir ihn eng und wollen aber auch in Kundenprojekte einsteigen, zusammen mit OEMs, zusammen mit anderen Partnern, wo es um neue Maschinen geht, wo wir gleich sagen, da möchten wir direkt auf Wasser setzen. Oder da sollte auch der Endkunde und der Brand auch noch auf Wasser setzen. Das ist ein ganz wichtiger Aspekt dabei. Ganz kurz: Wir haben auch einen Fünf-Schritte-Plan zur Umstellung extra erarbeitet.

Könnt ihr gerne auf uns zukommen. Bei Fragen geben wir den auch gerne raus. Also wir haben da uns schon ein paar Gedanken zugemacht, wie wir die Kunden und Neukunden-Akquisitionen voranschreiten werden. Und haben so einen Fünf-Schritte-Plan entwickelt, der sich zeigen lässt.

Umstiegsstrategien auf Wasserlacke

Also es gibt etablierte Verfahren im Prinzip, wie man so eine Umstellung macht. Schöner ist es natürlich auf der grünen Wiese, was Neues, aber das geht ja auch nicht immer, weil die meisten natürlich sich auch weiterentwickeln. Genau. Letzte Frage.

Geht auch ein zweigleisiges Umstellen, dass man sagt, man behält noch ein bisschen Lösemittelfarbe und geht auch auf Wasserfarbe. Wie ist das? Es geht. Wir haben auch Kunden, die das tun.

Es verbrennt natürlich unheimlich viel Rüstzeit, Reinigungszeit, Vorbereitung. Es geht. Es ist nicht sinnvoll. Wir sind ein Fan, dass eine Maschine komplett auf Wasser läuft.

Dann ist das besser. Aber gehen tut es generell. Repro muss angepasst werden. Prozesse müssen angepasst werden.

Leute müssen geschult werden. Aber wir tun was Gutes für die Umwelt und natürlich für das Recycling. In diesem Sinne. Danach kann nichts mehr kommen.

Dankeschön euch dreien. Danke. Vielen Dank. Und das war es schon wieder für heute.

Ich hoffe, es war etwas Interessantes für Sie dabei. Und wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative für mehr Flexpack-Wissen werden möchten, melden Sie sich gerne bei mir unter ks at innoform.eu. Und nicht vergessen, diesen Podcast zu abonnieren, wo immer Sie Podcasts hören. Tschüss.

Bis zum nächsten Mal. Ihr Karsten Schröder.