Das IQpak Projekt beim Inno-Meeting 2024

Interview mit Johan A. Löning und Dr. Christian Beinert

Lassen Sie sich begeistern von der Idee, gemeinsam mit Flexpack und Rigid-Verpackungen pfandpflichtige Mehrwegsysteme zu etablieren und durch die Generierung und den Austausch von Daten zahlreiche Zusatznutzen zu erzielen.
So wird es z.B. für die Molkereiindustrie möglich, umweltfreundliche Mehrweg-Kunststoffverpackungen einzusetzen und Ressourcen und Kunststoffabfälle nahezu vollständig zu vermeiden.
In dieser Episode sprechen wir mit den führenden Köpfen hinter dem faszinierenden Projekt IQpak – Johann A. Löning und Dr. Christian Beinert. Erfahren Sie aus erster Hand, wie dieses Projekt die Welt der Verpackung verändert, von den Anfängen bis zu den aktuellen Entwicklungsstadien.
Tauchen Sie ein in die Tiefe der Forschung, die Herausforderungen und die visionären Ziele, die das Team verfolgt.

Highlights der Episode

Einführung in das IQpack Projekt:
Was es ist und wie es gestartet ist.

Einblicke in die Inspiration und die treibenden Kräfte hinter dem Projekt.

Aktueller Stand der Entwicklung:
Wo steht das Projekt heute, und was sind die nächsten Schritte?

Die Bedeutung für die Verpackungsindustrie:
Wie IQ-Pack die Standards für Verpackungslösungen neu definieren könnte.

Wir hoffen, dass Sie nach dem Anhören dieser Episode ein tieferes Verständnis für das Potenzial und die Bedeutung von modernen Mehrwegsystemen und des IQ-Pack Projekts gewinnen. Verpassen Sie nicht diese Gelegenheit, von den Pionieren selbst zu lernen und einen Blick in die Zukunft der Mehrweg-Verpackungstechnologie zu werfen, bei der Flexpack eine besondere Bedeutung zukommt.


InnoTalk Podcast

https://www.iqpak.com

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Transkript

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Ich spreche hier mit Johann Löhning und Dr. Christian Beinart, die das Projekt IQpak vorgestellt haben. Das ist eigentlich schon viel mehr als ein Projekt, Herr Beinart. Wo sind wir im Moment bei der Entwicklung?

Was ist das eigentlich? Ja, also IQpak ist ein hochspannendes Thema. Ich bin wirklich froh, dass der Herr Löhning das an uns herangetragen hat. Also wirklich Magic-Verpackung ohne Waschen muss man erstmal voranstellen.

Aber es ist deutlich mehr als das. Es ist hoch innovativ, was die datenbankbasierte Zuordnung der Verpackung betrifft, die Möglichkeiten des Recycling betrifft und die Konzeptentwicklung, die Umsetzung in Prototypen, die technologische Umsetzung auf Thermoformanlagen. Da haben wir einen Stand erreicht, der sozusagen skalierbar ist. Und da würden wir uns freuen, auch mit der Skalierung durchstarten zu können.

Ich habe wahrgenommen, IQpak ist auch ein intelligentes Fund-System, Herr Löhning. Sie kommen aus diesem Bereich. Was haben Sie für eine Vorgeschichte? Wieso können Sie da überhaupt was zu sagen?

Ja, also ich, wir haben mehrere Generationen von Leergutautomaten entwickelt. Auch sogenannte Balkentlings-Systeme, die sind relativ revolutionär. Insofern sind wir tief verwurzelt mit dem Thema Fund. Und aus der Erfahrung heraus kennen wir den ökologischen Nutzen von Mehrwegsystemen.

Und aus dem Wissen und aus der Erfahrung ist der Ansatz geworden, diese neue Mehrwegverpackung zu entwickeln. Sie haben auch die drei Lagen, die nötig sind für dieses neue Verpackungssystem beschrieben. Welche drei Lagen sind das? Ja, wir haben einmal den Systemlayer, das ist sozusagen das Kernelement der Verpackung.

Das heißt, in diesem Systemlayer ist der Chip auch für die Datennachverfolgung integriert. Und dann haben wir den Contentlayer. Das ist sozusagen eine dünne Schicht, die mit dem Fühlgut in Kontakt kommt, und den Handlinglayer, der sozusagen mit dem Nutzer in Kontakt kommt. Und die drei sind intelligent zusammengebracht, dass man diese drei Systeme sozusagen dann trennen und wiederfügen kann.

Spannend, für mich war ja, man kann außen dekorieren, wie man will. Man hat immer die Mittellage, die quasi mehrwegig ist. Und diese Außen- und Innenlagen sind besonders dünn. Wie dünn sind die und was sparen Sie damit?

Foliendicke und Mehrwegsystem-Vergleich

Ja, also wir haben jetzt Versuche gemacht, dass wir, ich sage mal, was die Dicke der Folie betrifft, kommen wir auf 10 Mikrometer runter. Da sind wir schon fast im Bereich von der Frischhaltefolie. Ob man so dünn werden muss, ist auf einem anderen Blatt. Und im Vergleich zu, ich sage mal, einem klassischen Einwegsystem, sparen wir sicherlich mengenmäßig 40 Prozent.

Im klassischen Mehrwegsystem sind es deutlich, deutlich mehr. Und aber auch im Vergleich zu solchen Karton-Kunststoffverbund-Verpackungen liegen wir bestimmt materialmäßig im Bereich 50, 60 Prozent weniger Material. Herr Lönning, bei der Fragerunde kam auf, auf welchem Status sind wir im Moment beim Projekt? Da haben Sie gesagt, Sie suchen Anker-Investor.

Was verstehen Sie darunter? Was sind die nächsten Schritte? Unser Wunsch-Anker-Investor kommt aus der Verpackungsindustrie, der über profunde Erfahrungen verfügt und über ein entsprechendes Kundennetzwerk. Und wir haben ein fertiges Maschinenbaukonzept, das wir mit dem Anker-Investor gemeinsam umsetzen möchten, um dann in die Skalierung zu gehen und in den Vertrieb.

Das Ganze basiert ja eigentlich auf einer Mehrwegidee. Jetzt haben wir aber auch Folien dabei, die ja irgendwie recycelt werden müssen. Welchen Vorteil bietet Ihr System bezüglich des Recyclings dieser Folien, Innenlayer und Außenlayer? Ja, der Vorteil liegt darin, dass wenn wir heute an Folienrecycling denken oder aus dem Gelben Sack, da haben wir immer irgendwelche Mischfraktionen.

Und die sind häufig relativ komplex, natürlich zu sortieren, wieder zurückzuführen. Und gerade wenn man an sowas mal wie auch vielleicht eine Foodgrade-Zulassung betrifft, ist es sehr, sehr wichtig, dass man weiß, welches Material wird zurückgeführt. Kann man Sorten rein sortieren und dann hat man natürlich auch ganz andere Möglichkeiten, die Materialien wieder aufzubereiten und wieder in den Kreislauf zurückzuführen. Sie speichern also auch die Rezeptur sozusagen, wenn man will, der Folien, die verwendet werden.

Wie werden die gespeichert und wo werden die gespeichert? Da sind wir wieder bei dem NFC-Chip, das heißt, man hat eine Datenbank. Die Verpackung ist eineindeutig sozusagen in der Datenbank hinterlegt. Und in der Datenbank ist dann sozusagen auch hinterlegt, welche Folie ist für den Content-Layer aufgebracht, welche Folie ist für den Handling-Layer aufgebracht.

Und wenn dann das Ganze ins Refurbishment geht, dann weiß man sehr genau, welche Folien sozusagen jetzt getrennt wurden. Und man weiß auch, falls andere Folien aufgebracht werden im nächsten Kreislauf, welche Folien dann wiederum vorliegen. Herr Lüning, was für Daten kann man sonst noch in dieser Datenbank abspeichern? Das Fun-System war ein Stichwort.

Und Sie hatten mich ja sofort fasziniert mit zusätzlichen Daten, die man auch alle in die Datenbank packen kann. Was für Ideen haben Sie da noch? Na, Ideen, also die Datenbank ist ja existent und kann auch im Probelauf jederzeit angesehen werden. Wir verwalten zurzeit aktive Zeitstempel, um zertifiziert nachweisen zu können, wann hat ein Refurbishing stattgefunden.

Verpackungs-Tracking und digitale Medien

Wir verarbeiten den jeweiligen Status der Verpackung, also wo ist sie? Und ist sie im Handling-Prozess oder ist sie im Rückgabeprozess? In welchem Warehouse ist sie? Wir verarbeiten den jeweiligen Fun-Status.

Zur jeweiligen Verpackung sind individuelle Medien hinterlegbar, also theoretisch auch Werbevideos. Also das gesamte Marketing-Programm, das natürlich Marketing-Leute als Sourcing gerne haben möchten, um dort ein aktives, aber ich muss sagen anonymes Datenmining betreiben zu können. Und die Datenbank ist freiskalierbar, also wir könnten problemlos zusätzliche Applikationen integrieren, aber die Applikationsweite ist im Moment schon so groß, dass es vermutlich gar nicht genutzt werden kann. Wahrscheinlich ist man so viel frei als gerade, man verliert sich im Moment, man muss wahrscheinlich erst mal einmal starten.

NFC-Chip hatten Sie erwähnt, ist ja auch beim Handy auslesbar. Wir sind hier bei einer Verpackungstagung, Flexpack-Tagung, da gab es immer schon Experimente mit QR-Codes und dann zusätzliche Informationen über das Handy, abscannen, das hat alles nicht funktioniert. Ist der NFC-Chip auch mit dem normalen Handy zu lesen? Wäre das vielleicht auch eine neue Option?

Also der NFC-Chip ist mit jedem Smartphone, Mobilteil, welches eine NFC-Lesefunktion hat, auszulesen. Es funktioniert auch hervorragend und hat natürlich auch noch einen weiteren Vorteil vielleicht im Vergleich zu einem Barcode, wenn wir über Mehrweg denken. Man hat keine Probleme damit, dass vielleicht der Barcode zerstört wird, mechanisch defekt ist oder ähnliches, sondern man hat wirklich den vollen Zugriff sozusagen auf die Datenbank oder auf die Daten in der Datenbank, die sozusagen für den User relevant sind. Vielleicht letzte Frage.

Das Rückführen ist immer ein großes Thema bei Fundsystem. Da gibt es auch eine Möglichkeit, durch den NFC-Chip das besser zu machen. Sie sprachen von einem intelligenten Container. Was meinten Sie damit?

Na, jeder kennt einen Altglaskontainer. Und die Vision ist ein intelligenter Altglaskontainer, wo der Kunde mithilfe des Smartphones die Interaktion vornimmt, den Behälter abwirft, der Behälter in dem Moment auch entwertet ist. Und wenn der Container voll ist, wird er halt abgeholt und der Inhalt geht anschließend zum Refurbishing-Center. Entscheidend ist, dass wenn der Container abgeworfen ist im Sammelbehälter, dass er denn fundlos ist.

Also wenn jemand diesen Container klauen würde, würde er eigentlich nur eine Menge Material in der Gegend rumfahren, aber keine Fundwerte. Und nur diese Technologie ermöglicht es, das Fundhandling vom Materialhandling zu entzehren. Ja, ansonsten haben wir immer die Kombination Materialpräsenz und Fund. Sagt Johann Löhning und Dr.

Christian Beinert beim 21. Inno-Meeting 2024 aus Osnabrück.