Lebensmittel- und Pharmaverpackungen aus Monofolien

Manfred Hoch im Interview

ETIMEX Primary Packaging hat sich zum Ziel gesetzt, nachhaltige und recycelbare Einstofflösungen für Verpackungen für die Lebensmittel- und Pharmaindustrie sowie Folien für technische Anwendungen, zu entwickeln. Manfred Hoch, Head of Business Development, spricht über Monomaterial-Lösungen für flexible Verpackungen. Flexpack ist nicht nur eine wichtige Rohstoffquelle für das werkstoffliche Recycling, so Hoch, sondern auch ein Abnehmer von Regenerat, um echte Kreisläufe zu schließen.
Hören Sie in dieser Episode, warum PP (Polypropylen) dabei eine besondere Rolle spielt.

Weitere Informationen zu den Verpackungslösungen von ETIMEX Primary Packaging auf www.etimex.de

Manfred Hoch, Etimex

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Transkript

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Hallo und herzlich willkommen zum Innoform Podcast. Mein Name ist Karsten Schröder und wir sprechen wie immer über flexible Verpackung. Alles, was dazugehört und ich wünsche viel Erkenntnisgewinn. Los geht’s.

Herzlich willkommen Manfred Hoch beim Innoform Podcast zum Inno-Talk. Ja, hallo Schröder. Vielen Dank erstmal für die Möglichkeit, dass ich hier bei Ihnen in Ihrem Podcast sprechen darf und mal dir Timex ein bisschen vorstellen kann bei Ihnen. Freue ich mich sehr drüber.

Wir kennen uns eigentlich nur von unseren Konferenzen, da haben wir uns schon mehrfach gesehen. Ich freue mich, dass wir jetzt mal auch aktiv über Recycling und Monomaterial-Lösungen sprechen können. Bevor wir das tun, ganz kurz zu ETmex Primary Packaging. Was macht ihr eigentlich?

Naja, also wir sind ein Folien Hersteller. Also wir sind eine Gruppe eigentlich grundsätzlich. Also es gibt die ETmex-Gruppe, es gibt die Primary Packaging. Das sind wir hier in Dietenheim bei Rülm.

Wir stellen primär Verpackungen, wie unsere Firmenbezeichnungen sagen, her. Also wir kümmern uns hauptsächlich um Verpackungen von Lebensmitteln, von pharmazeutischen Tablettenblisterverpackungen. Wir machen Tiernahrung, wir machen ganz viele Bereiche. Wir stellen auch vorgefertigte Schalen und Trays her.

Wir machen Spritzgussprodukte, also in diesem Bereich. Aber wir haben auch ein sehr großes Geschäft, wo wir eben flexible Polypropylen oder auch teilweise polyethylenbasierte Verpackungen herstellen von 20 µm an gesehen, wo wir die Converting-Industrie, also Leute, Verarbeiter in der flexiblen Verpackung, damit entsprechend beliefern. Unsere Kollegen in der Gruppe, die Technical Components, beschäftigen sich vorwiegend mit anderen Technologien. Das ist vor allem Spritzguss, Hohlkörperblasen, solche Dinge, wo die im Bereich Automotive oder auch Haushalt, wie ich sage mal, Spülmaschinen, Spritzgussteile und so weiter und so fort, die sich damit beschäftigen.

Aber hier, wie gesagt, bei der Primary Packaging, wir sind die Verpackungssparte. Wir sind die, die alles, was sich um das Thema Polypropylen herum im weitesten Sinne beschäftigt, uns damit umgehen. Hochspannend. ETmex ist über 70 Jahre alt.

Ist auch die Folienbranche schon so alt? Weil damals ging es ja gerade erst so richtig los in Europa mit Folien vor 70 Jahren. Da sehen Sie mal, da waren wir ein sogenannter Pionier, da waren wir dabei. Ja, also ich meine, die ETmex hat natürlich auch eine wechselhafte Geschichte.

Entwicklung von Minigrip-Beuteln und Strategien

Es gab viele, viele verschiedene Dinge, die man gemacht hat. Früher hat man diese Minigrip-Beutel zum Beispiel, diese Beutelherstellung hier gemacht, Blasfolien für diese Beutelherstellungen gemacht, bedruckt hat man hier. Also es gab viele, viele verschiedene Technologien, die hier im Einsatz waren. Und dann hat sich es doch über die Jahre einfach so verändert, entwickelt.

Neue Ausrichtungen, neue Strategien, Inhaberwechsel waren dann teilweise auch in der Zwischenzeit anzweischen. Heute, sage ich mal, ist die ETmex sehr, sehr stark im Polypropylenbereich tätig und ja, also Polypropylen und Folien, das machen wir seit mehr als 70 Jahren tatsächlich. Ja, das ist also verrückt, ja. Ist wirklich irre, auch wie die Zeit vergeht.

30 Jahre habe ich davon mitgekriegt, nicht von ETmex, aber von der Folienindustrie und ich bin begeistert bis heute. Ich glaube, so geht es Ihnen auch, oder? Ja, natürlich. Also ich meine, da sind wir beide ähnlich.

Also ich liege noch ein bisschen länger. Also ich tummel mich jetzt seit über 36 Jahren hier in dieser Branche. Und von daher, ja, es ist es ist faszinierend und auch wirklich sehr, sehr spannend, was sich bei uns vor allem in der Verpackung einfach bewegt oder bewegt hat und wie wir auch momentan wieder in einer richtigen Transformation sind, wieder in eine ganz neue, ich sage mal, Richtung, was mit Verpackung möglich ist. Wir werden auch über Konsumenten ganz zum Schluss noch mal reden.

Wir sind ja alle auch Konsumenten und eben auch die in Verkehr Bringer und die, die was bewegen können. Und darüber wollen wir als erstes mal sprechen, dass wir das noch ein bisschen besser einordnen können. ETmex als Folienproduzent. Sie sprachen von Polypropylen.

Das ist ja für Folienhersteller in Deutschland zumindest eher was Exotisches. Die meisten stellen ja doch Polyethylenfolien in Blasfolienverfahren her. Was macht ETmex für Folienverpackung eigentlich genau? Ja, ich meine, Folienverpackungen, also sprich, wir sind ganz stark auf Polypropylen ausgerichtet.

Ja, das ist wirklich da kommen wir her. Das ist unser Thema. Das steckt in unserer DNA, wie man so schön so schön sagt. Das vertreten wir auch.

Und natürlich, es ist zwar das gleiche Thema wie Polyethylen, wenn ich das mal so aufgreifen kann. Ja, also Polyethylen, Polypropylen. Wir sprechen von der Familie der Polyolefine. Ja, und Sie haben recht, Polypropylen.

PP-Vorteile in Kunststoffverpackungen

Das ist immer noch so das Thema. Na ja, also was machen wir denn da nicht mit PP? Was kann man denn da draus machen? Alle Welt redet von anderen Dingen, sprechen von Polyester als Verpackungen und so weiter und so fort.

Gibt es andere Dinge, auch PE. PP ist anders. PP bietet einfach unheimlich viele Vorteile in der Verpackung. Was machen wir da?

Wir machen ja die üblichen Dinge, die man kennt, die man damit auch am ehesten in Verbindung bringt. Spritzgussartikel, Tiefziehteile, Schalen, Becher für Babyfood-Verpackungen, Fertiggerichte, Menüschalen und so weiter. Das sind Dinge, die kennt jeder. Da bringt man Polypropylen auch sofort damit in Verbindung, wo Polypropylen auch seine Vorteile hat.

Man kann es sterilisieren. Man kann es in der Mikrowelle zubereiten. Das sind so Dinge, klassisch, wo Polypropylen verortet war und ist. Aber das hat sich jetzt eben die letzten Jahre gewaltig verändert.

Einfach warum? Weil natürlich auch die Gesetzgebung eine Rolle spielt, weil das bessere Verständnis einer Nachhaltigkeit eine Rolle spielt, weil Kreislaufwirtschaft wichtig wird. Und hier kommen eigentlich erst so richtig, so langsam die eigentlichen super tollen Vorteile von Polypropylen zum Tragen, wo es einfach darum geht, was bietet der Kunststoff überhaupt? Wo ist da der Unterschied zu anderen?

Machen kann man heute. Gottes Willen, was haben wir gemacht? Wir haben früher PVC verarbeitet. Man hat also die Industrie.

Wir haben Polystyrol dann als nächstes verarbeitet. Dann hat man sich mit Polyester beschäftigt und so weiter und so fort. Man hat diese Hochleistungsverbunde hergestellt, wo es immer darum ging. Na ja, man muss etwas vor allem günstiger machen.

Man muss es wirtschaftlicher machen. Man muss es effizienter machen. Muss trotzdem die Funktionen noch haben. Aber was haben wir da gemacht die letzten 25 Jahre?

Hochleistungsverbunde und Lagenverbunde entwickeln

Wir haben diese Hochleistungsverbunde hergestellt. Wir haben mehr Lagenverbunde draus gemacht. Und eigentlich war es immer nur – es war das Schützen des Produktes und die Effizienz war im Vordergrund. Das hat uns beschäftigt.

Das haben wir alle miteinander gemacht. Wir haben uns eigentlich ganz wenig damit beschäftigt: Na ja, was wird denn aus unseren Verpackungen dann gemacht, wenn sie mal aus diesem ersten Leben heraus sind? Und da muss ich sagen, Herr Schröder, da hat Polypropylen massive Vorteile allen anderen Kunststoffen gegenüber, weil man es eben überall verwenden kann, weil man es in allen Technologien verarbeiten kann.

Man kann es in nahezu allen Verpackungskonzepten einbringen. Das ist so ein Thema. Das macht Polypropylen ein bisschen einzigartig. Und wenn man heute sich in der Entwicklung beschäftigt – und es ist ja eine von meinen Aufgaben hier bei der ETMAX.

Wir müssen immer vom Ende her denken. Das heißt, wenn wir heute in neue Entwicklungen rangehen, wenn Produkte neu gedacht werden sollen, dann heißt es immer erst: Was passiert damit am Ende? Was können wir aus dieser Verpackung herstellen? Da sind wir auch bei dem Thema, wo wir beide uns so im Vorfeld schon ein bisschen abgestimmt haben – das Thema Monomaterialien.

Darum geht es. Und das sind für mich so genau die Punkte. Ich habe noch eine ganze Latte Fragen, um da narrativ reinzugehen. Aber bevor wir jetzt unsere Zuhörer schon gleich überfordern, wollen wir sie natürlich persönlich auch nochmal einordnen und besser kennenlernen.

Über 30 Jahre, 35 Jahre. Was hatten Sie eben gesagt? Flexpack. Wir kennen uns auch aus anderen Unternehmungen noch.

Sie sind jetzt Business Development Manager. What the hell ist das denn bitte? Ja, OK. Also das ist was heißt Business Development.

Das begleitet mich auch schon ganz, ganz lange in meiner in meiner Karriere. Business Development hat immer was damit zu tun, neue Produkte entwickeln, neue Märkte entwickeln, Produkte in neuen Märkten zu vermarkten. So hier bei der ETMAX mache ich also ich kümmere mich in dieser Rolle als Setup Business Development zugleich auch um die Entwicklung. Das heißt, ich habe ja eine Doppelfunktion im Unternehmen.

Produktentwicklung und Kundenbetreuung verbinden

Das heißt, ich darf für die Entwicklung verantwortlich sein. Bedeutet, ich entwickle die neuen Produkte, die neuen Innovationen von der ETMAX und ich darf diese zugleich, die Märkte übertragen. Ich darf dort also auch neue Produkte in neuen Märkten mit vermarkten und anbieten. Insofern ist es eine Doppelrolle.

Und das macht eigentlich den Bereich unheimlich spannend, dass man eben sowohl von der Entwicklungsseite wie von der Kundenseite massiven Input hat und eben dort, sage ich mal, schon ganzheitlich an Themen herangehen kann. Hochspannend habe ich auch mal so eine Rolle bekleidet. Kann ich total nachvollziehen und nachfiebern. Jetzt gehen wir mal rein.

Monomaterial-Lösung aus Polypropylen für Folien-Anwendungen. Was haben Sie denn da so im Köcher? Na alles natürlich am allerliebsten. Also das ist ja das Thema.

Also es glaubte ja keiner, dass man mit Polypropylen eigentlich fast alles machen kann. Und da möchte ich einfach mal ausführen, wo sind die Vorteile von PP? PP hat erst mal von den Eigenschaften her – rein das Polymer Polypropylen – hat es von den Eigenschaften her unglaublich viele Vorteile.

Man kann es, wenn wir jetzt mal rein an die Verpackung denken – ich sage mal, es ist ein transparenter Rohstoff. Er ist eine super Siegelschicht. Er ist die beste Wasserdampfbarriere von den Polymeren.

Man kann es von tief gefrieren bis zu sterilisieren einsetzen. Es ist nicht nur in der Verpackung, sondern auch in anderen Anwendungen außerhalb der Verpackung setzt man Polypropylen ein. Das macht vor allem dann jetzt Sinn, wenn wir daran denken müssen, was wird denn aus unseren beispielsweise Lebensmittelverpackungen werden nach ihrem ersten Einsatz oder ersten Leben als Lebensmittelverpackung?

Und da, wie gesagt, gibt es bei Polypropylen einfach unheimlich viele Verwertungsmöglichkeiten in anderen Marktsegmenten, wo man PP entsprechend brauchen kann. Und natürlich, es ist ein recyclingfähiger Rohstoff und es ist der leichteste Rohstoff. Bedeutet einfach, wir haben alle, wir kriegen das Ziel von der EU, von der neuen PPWR. Aber auch der Handel hat diese Ziele längst aufgegriffen.

Die Politik möchte von uns, dass wir Verpackungsgewichte/Abfall reduzieren. Also müssten wir Gewichte und Volumen reduzieren. Wir müssen den Materialeinsatz angehen. Und da bietet PP einfach alleine schon von seinem spezifischen Gewicht Riesenvorteile im Vergleich beispielsweise zu Polyester, wo wir halt 30 Prozent – über 30 Prozent – leichter sind.

PP als vielseitiger Verpackungsalleskönner

Das heißt, von den Eigenschaften her top, würde ich mal sagen. Da ist PP der absolute Alleskönner. Man kann es in allen wesentlichen Herstellungstechnologien verarbeiten. Man kann es spritzgießen, man kann es hohlkörperblasen.

Man kann flexible Verpackungen machen. Man kann Blasfolie machen, Gießfolie machen, Hartfolien, Weichfolien. Deckelplatinen kann man draus stanzen. Also das heißt einfach, es gibt von den Herstellungstechnologien praktisch keine Limits.

Und dann eben am Ende des Tages. Das kann eine sehr dünne Folie sein von 20. Es kann ein Flowpack sein. Es kann aber auch ein 2500 µm Suppenbecher sein, der entsprechend sterilisiert wird, wie auch immer.

Und dazwischen spielt eben diese Verpackungswelt eine Rolle. Und diese Vielfalt gibt es nur bei Polypropylen. Die gibt es bei keinem anderen Polymer. Und das macht PP grundsätzlich mal vom Polymer unheimlich interessant.

Und eben jetzt auch die Argumente für die Kreislaufwirtschaft. Und da finde ich einfach, da hat PP einfach die Vorteile, weil wenn es um Verwertungen geht, wir reden nicht von Abfall. Wir reden von Wertstoffen, die hinterher verwertet werden müssen. Und darum geht es heute.

Wenn wir wirklich kreislauffähig sein wollen oder in diese Richtung denken, muss man an die Verwertung eines Rohstoffs denken. Und da gibt es kein Material, das meiner Meinung nach mehr Möglichkeiten bietet wie Polypropylen. Gehen wir noch mal ran an die Verarbeitung. Ich selber bin ja in einer PE-Bude, wie man in Norddeutschland sagt, groß geworden.

Ich habe also mit Blasfolie und Polyethylen sehr komplexe Rezepturen. Wir damals hauptsächlich dreischichtig für Kaffeeanwendungen. Aber in diesen drei Schichten waren zehn verschiedene Materialien, fünf Additive und was weiß ich. Also alles bis aufs Letzte optimiert.

Verarbeiten Sie denn Ihr Polypropylen? Erste Frage auch im Blasfolienverfahren oder ausschließlich im Gießfolienverfahren? Wir haben früher Blasfolie gemacht, aber ATMEX ist heute ein reines Gießfolienunternehmen. Also wir haben uns auf die Cast-Technologie verstärkt.

Blasfolie versus Gießfolie Einsatzzwecke

Warum? Gibt es einfach verschiedene Gründe. Das wissen Sie, Herr Schröder, Blasfolie hat seinen Einsatzzweck. Gießfolie hat seinen Einsatzzweck.

Das sind unterschiedliche Themen. Da geht es auch, welche Transparenzen kann ich am Ende des Tages erzielen mit entsprechenden Verbunden. Was für Eigenschaften, was für Planlagen. Die Weiterverarbeitung von entsprechenden Folien spielen eine ganz entscheidende Rolle.

Wir sind ja ein Unternehmen, wir sind auf flexible Verpackung ausgerichtet, aber auch auf das Tiefziehfeld, auf die Hartfoliengeschichte. Und insofern ist für uns das Thema Cast entscheidend. Und hier eben auch ganz klar verschiedene Schichten, ich sage mal von drei Lagenanlagen bis zu neun Lagenanlagen und so weiter und so fort. Das wiederum richtet sich einfach nach dem Verwendungszweck, nach der Anwendung, nach den Barriereoptionen und so weiter und so fort.

Habe ich jetzt also gelernt, drei bis neun Schichten machen Sie. Wie kriegen Sie eine Barriere denn in so eine Polypropylenfolie rein, wenn es zum Beispiel gegen Aromen oder Sauerstoff sein soll? Das bringt Polypropylen ja erst mal nicht mit. Wasserdampf ja, Sauerstoff eher nicht.

Wie machen Sie das? So ist es. Durch Polypropylen pfeift der Wind durch, wie ich sogar nicht sage an der Stelle. So, also wir drücken sie mal rein.

Ganz klar gibt es verschiedene Optionen, aber die gängigste Version ist, einfach EVOH zu nehmen. Ja, EVOH ist der Rohstoff schlechthin, wenn es um vor allem Tiefziehfähigkeit geht. Wenn wir im Bereich Oberfolien denken oder Flowpacks denken, wir haben dort ganz andere Lösungen. Da kann man mit EVOH arbeiten, man muss es aber nicht tun.

Da kann man mit Beschichtungen arbeiten, mit SiOx, AlOx und so weiter, PVdC. Da gibt es eine ganze Menge Möglichkeiten, auch alternative Beschichtungsmöglichkeiten, um dort dünne Barriere-Schichten aufzutragen, die dann auch, wenn wir wieder in Recycling denken, eben sehr, sehr dünn sind, wenig Gewichtsprozent benötigen, dass wir in dieser, ich sage mal, mindestens 5 % oder wenigstens 5 % Schicht drin bleiben. Aber für uns spielt EVOH eine dominierende Rolle, weil wir einfach in der Regel in ganz großem Bereich als Tiefziehen gehen. Da werden Tiefziehverpackungen draus gemacht, da werden Schalen oder Folien gemacht, die anschließend tief gezogen werden.

Und da bietet EVOH einfach die Möglichkeiten. EVOH wiederum gehört auch – Ethylenvinylalkohol, wie es der Name im Prinzip schon sagt – die gehören auch mehr oder weniger in die Polyolefinfamilie rein. Insofern, und das ist auch gelebt, die Recyclingindustrie hat mit EVOH, wenn es nicht zu hoch konzentriert wird, und das sind wir wieder bei diesen Themen, heute einfach maximal 5 % und so weiter. Da haben wir kein Problem, diese Materialien dort anzubieten, zu verarbeiten und eben auch recyceln zu können.

EVH-Rohstoff für Sauerstoffbarrieren

Insofern ist EVOH das Mittel der Wahl und der Rohstoff der Wahl, wenn wir Sauerstoffbarrieren brauchen. Und dann halt in Verbindung – das kommt eben mit dazu – PP hat die beste Wasserdampfbarriere von allen Polymeren. Insofern verbindest du da zwei Welten.

Und es gibt am Ende eine ganz tolle Verpackung für vor allem Lebensmittel, wo eben diese Aromabarrieren oder einfach Sauerstoffbarrieren eine große Rolle spielen. Sehr schön. Wir haben viele Hörerinnen und Hörer aus dem Bereich abpackende Wirtschaft und Marke. Für welche Märkte eignen sich solche?

Bleiben wir mal bei den Tiefziehfolien. Welche Märkte bedienen Sie hauptsächlich, dass man sich was vorstellen kann als Hörer? Muss ich Sie jetzt anrufen oder lasse ich es lieber? Also grundsätzlich mal vor allem natürlich der Lebensmittelmarkt.

Wenn wir von Barrieren sprechen, sprechen wir von Lebensmittelmarkt. Wer setzt das ein? Das sind heute schon Käseaufschnitt-Verpackungen. Das sind Wurstverpackungen.

Das können Vakuum-Tiefziehfolien sein. Das können MAP-Verpackungen sein, also modifizierte Atmosphäre. Es kann weich oder hart sein. Es eignet sich für alles, was heute beispielsweise in A-Pad-Verpackungen im MAP-Bereich ist.

Dort kann man unsere Folien einsetzen. Warum, muss man auch sagen, das Thema PP ist immer noch ein bisschen in der Industrie teilweise kritisch gesehen. Warum? Weil die Leute alle denken, um Gottes Willen, das ist schwierig in der Verarbeitung.

Das kann man ja auf einer normalen Tiefziehmaschine nicht verarbeiten. Diese Dinge haben sich aber gewaltig geändert. Und hier spielt vor allem auch ATMAX in die Karten, dass wir eine sehr, sehr innovative Exzessionstechnologie haben, wo man eben Polypropylen verarbeiten kann, auch auf Standard-Tiefziehmaschinen. Also wir müssen nicht super besonders mit konischen Kettenführungen oder was auch immer auf Polyprop ausgelegt werden.

Das ist nicht der Fall, sondern wir können eigentlich dem Trend folgen, so wie es die Maschinenindustrie heute auch macht. Die Maschinenindustrie setzt heute oder legt ihre Verpackungsanlagen heute dual aus. Die sagen, eine Maschine muss ein Polyester verarbeiten können, sie muss aber auch ein PP verarbeiten können. Und da sind wir sehr, sehr stark unterwegs, weil unsere Folien sich auf diesen Anlagen und mit diesen Konzepten verarbeiten lassen.

Sterilisierbare Verpackungen für Lebensmittel

Muss man ein bisschen in die Heizung investieren. Aber die Dinge, wenn die von Anfang an gleich richtig gedacht werden, dann haben die Kunden am Ende des Tages die Variabilität, dass sie entweder auf den Bereich oder auf den Bereich gehen können und dann eine Maschine dual nutzen können. So, also ganz klar, klassisch Kühltheke. Das ist unser Markt, da sind wir drin.

Dort geht es um Barrieren. Ganz klar auch alles, was sterilisiert wird. Petfood, Babynahrung, Ready Meals, diese Dinge, da sind wir sehr, sehr stark und einer, ich sage mal, in diesem PP-Barriere-Schalenmarkt, da würde ich mal sagen, da sind wir wirklich einer der Marktführer hier in Europa, wo es einfach darum geht, da brauchst du die Kompetenz. Du musst die richtigen Rohstoffe haben.

Das ist ein PP-Thema und eben dann auch ein Barriere-Thema. Wir sind keine Leute, die Fleischschalen herstellen, die da Homopolypropylen-Fleischschalen machen. Das machen andere, das ist nicht unsere Kompetenz. Wir sind ganz stark in diesem Barriere-Thema drin.

Und dort eben, wir wollen, dass unsere Kunden ohne Schwierigkeiten von eben von diesen Mehrlagen-Verbunden oder von Verbunden, die sie eben nicht wiederverwerten lassen oder vernünftig wiederverwerten lassen, dass die eben auch auf solche Monolösungen auf Basis PP gehen können. Gut, schöne Überleitung. Denn meine nächste Frage wäre jetzt, warum sollte denn jetzt, ich bleibe mal bei der Kühltheke, warum sollte ein Kühltheken-Befüller sozusagen, also ein Wurst-Käse-Veggie-Produkthersteller, warum sollte der auf Monomaterial-Lösungen aus ihrem Hause denn überhaupt umstellen? Woher kommt denn Druck?

Jede Umstellung kostet erst mal Geld und Mühe. Das ist richtig. Und das ist auch das Thema Geld ist auch der Haupt-Showstopper, wie man so schön sagt. Aber ich würde es mal ganz einfach sagen.

Warum sollen die umstellen? Weil es im Sinne von einer, lassen wir mal sagen, einer ernst gemeinten Nachhaltigkeitsstrategie eigentlich überhaupt gar keine andere Alternative gibt. Also wenn wir uns jetzt nicht damit beschäftigen, dass wir diese Komplexität rausnehmen, die wir uns als Industrie und Handel und Abpacker und Brand-Owner halt die letzten 20 Jahre selber auferlegt haben oder was auch immer. Also wir waren in diesem Tunnel, sage ich mal, Effizienz, Wirtschaftlichkeit, Preis, boom.

Also Hochleistungsverbunde bestehen aus sechs, sieben verschiedenen Schichten, die miteinander nicht korrespondieren und demzufolge auch schwierig zu verwerten oder gar nicht zu verwerten sind. So, wenn heute sich einer wirklich hinsetzt und sagt, ich möchte meine Nachhaltigkeitsbilanz richtig optimieren, dann kommst du nicht drumrum, an Monomaterial hinzudenken. Du musst die Verpackungsmaterialien, die müssen da eine Rolle spielen in diesen Strategien. Verpackungen haben vor allem in der Öffentlichkeit natürlich ein großes oder sind in der Öffentlichkeit ein großes Thema.

Wir als Fachleute wissen, naja, also von der gesamten, ich sage mal, CO2-Fußabdruckbilanz etc. und Co2, wenn wir mal gerade wieder an die Lebensmittel denken, da wissen wir, mein Gott, so dominierend ist der Anteil von uns, von der Verpackung an den gesamten CO2-Fußabdruck eines gekühlten Lebensmittels nicht nur. Der Verbraucher sieht das anders. Der sieht das völlig anders.

Nachhaltige Entscheidungen für Brand-Owner

Und insofern sind diese Dinge wichtig für jedes Unternehmen, für jeden Brand-Owner, der sich damit beschäftigt. Er muss eine Position beziehen zu seiner Nachhaltigkeitsthematik in Verbindung mit Verpackungen. Und insofern ist das Thema Mono hier ein ganz, ganz entscheidender Hebel. Wenn es aber so ist, dass der Brand-Owner oder auch der LEH, der Lebensmittel-Einzelhandel, wenn es jedoch nicht angegangen wird, sprich, wenn die Leute da zu zögerlich sind oder die Dinge verschieben und vielleicht auch aufgrund von Preisthematiken sich nicht richtig committen, dann sage ich mal so, dann wird es einfach länger dauern.

Es wurden vielleicht auch teilweise dazwischen falsche Entscheidungen dann getroffen, weil es eben nicht geht, weil eben nicht mehrere Materialien auf Mono umgestellt werden, obwohl sie es könnten. Und dann sage ich mal, werden wir am Ende vielleicht gezwungenermaßen in eine andere Richtung gehen müssen oder wird von der Politik gezwungen, in eine andere Richtung zu gehen, die aber dann nicht zielführend ist. Also wir selber haben auch Projekte begleitet, auf Monomateriallösung umzustellen, wie mit unserem Innoform Testservice, wo wir dann die Barrierewerte ermitteln, auch Maschinengängigkeit und so weiter, Siegel-Nadd-Dichtigkeiten. Diese Projekte sind in der Regel noch gar nicht in den Regalen angekommen, weil unsere Kunden uns gesagt haben, warum soll ich umstellen?

Ich habe gar kein Incentive, gar keinen Vorteil. Was erwarten Sie denn von einer Gesetzgebung eigentlich, um diese ambitionierten Recycling-Ziele, die ja nun erst mal auf dem Papier stehen, auch für Kunststoffe insbesondere, in Europa pünktlich und vor allen Dingen mit sinnvollen Monomateriallösungen überhaupt zu erreichen? Was muss der Gesetzgeber tun? Also der Gesetzgeber oder sagen wir mal besser die Politik, das ist natürlich, das ist ein sehr schwieriges Terrain, Herr Schröder.

Das ist ein schwieriges Terrain und natürlich gibt es viele Spieler, die ihre Dinge da versuchen, zu platzieren und durchzubekommen. Na ja, also fangen wir mal so an. Wo sind wir denn heute? Was will denn der Gesetzgeber heute von uns?

Heute haben wir so, wir haben zwar ein Ziel, also die Europäische Union und sage ich mal, die ist schon führend, also nicht wir in Deutschland, sondern ich glaube, wir haben eine europäische. Am Ende haben wir eine globale Aufgabe für die Politik hier an dieser Stelle. In der Europäischen Union haben wir ein Ziel formuliert. Es gibt diesen Green Deal 2050.

Also das heißt, wir wissen zwar theoretisch, wie wir dahin wollen, aber der Weg dahin ist eigentlich leider weder technologisch noch so richtig politisch bis dato formuliert, wie wir dahin kommen sollen. Und das dokumentiert sich letztendlich auch so, wo wir uns heute befinden. Wir haben theoretisch in Deutschland seit dem Januar 2019 ein Verpackungsgesetz, das man leben müsste. Das sind verschiedene Dinge, die beinhaltet sind, die wir heute aber so nicht umsetzen.

Es gibt keine einheitlichen Regelungen. Jeder Spieler, jeder Abpacker, jeder Lebensmittelhändler, jedes Land kocht hier sein eigenes Süppchen. Und das heißt, da sind wir eigentlich momentan in einer Situation. Und das sehe ich nach wie vor.

Wenn ich durch die Läden gehe und mir die Packungen anschaue, muss ich einfach sagen, es ist vielmals wirklich enttäuschend, was man fünf Jahre nach Einführung dieses Gesetzes immer noch draußen findet, nämlich viel zu wenig. Und ich kann Sie nur bestätigen, wir haben als Industrie in ganz vielen Bereichen – wir haben die Hausaufgaben gemacht. Wir haben die Rohstoffe entwickelt. Wir haben Technologien erweitert, die auch die Maschinenseite hat sich unheimlich entwickelt die letzten fünf Jahre, haben also an Konzepten gearbeitet, haben ihre Tiefziehverfahren verbessert, um mit deutlich von zehn bis zwanzig Prozent reduzierten Verpackungsgewichten die gleichen Dinge zu erreichen wie vorher.

Abfallreduktion in Produktionsprozessen

Also Abfallreduktion auch auf den Maschinen. Da ist so viel passiert. Wir haben so viel investiert, gemacht, getan, aber am Ende den Preis dafür bezahlen mag keiner. Ja, die die richtigen Dinge tun.

Also das – ein wie sagt man so schön? Das ist das richtige Tun. Das fehlt an der Stelle. Und da fehlt mir einfach der Punkt, dass es jetzt einfach Dinge sich ändern müssen.

Die Dinge sind ja irgendwie auf den Weg gebracht. Die neue PPWR, die jetzt dann Anfang erstes Quartal oder irgendwie im ersten Quartal 2024 ja verabschiedet worden soll im EU-Parlament. Für mich ist das so. Das geht in die richtige Richtung.

Da sind viele Dinge dabei, die jetzt auch diskutiert waren. Die werden von den Fachverbänden überall diskutiert. Für mich ist so. Ich nehme mal ein paar wichtige Elemente heraus, die für uns entscheidend sind.

Für mich ist der Punkt eins. Die EU will die Verpackungsabfälle reduzieren. Da gibt es klare Vorgaben. Die müssen 15, 15 Prozent reduziert werden.

Das ist mal ein ganz wesentliches Kriterium, wo man sagen muss, gut, damit beginnt es. Wir müssen die Mengen, die Volumina reduzieren. Dann der zweite Punkt. Die EU hat erkannt, es braucht eine Harmonisierung der Regelungen und Vorgaben, sprich, es kann nicht sein, dass so und so viele Länder, dass 23 EU-Länder 23 verschiedene Regelungen haben.

Da kann sich nichts entwickeln. Und da muss ich auch sagen, da verstehe ich auch die Abpacker. Das kommt auch in den ganzen Diskussionen mit unseren Kunden heraus. Ja, um Gottes Willen, wie soll ich es denn machen?

Ich liefere nach Frankreich, ich liefere nach Schweden, ich liefere nach Österreich und dann auch nach Italien und Deutschland sowieso. Und jetzt soll ich fünf verschiedene Verpackungsformen haben für eine und dasselbe. Macht keinen Sinn. Also von der Seite her kann nicht funktionieren.

Design for Recycling Kreislaufwirtschaft

Insofern auch dieser Ansatz ist richtig. Der Ansatz, der nächste Ansatz, dass dann in der Folge dessen die Design for Recycling Vorgaben einheitlich sein müssen. Auch das ist überfällig, dass es kommt, dass wir sagen, was hier in Deutschland recyclingfähig ist, ist es auch in Österreich und in Schweden und wenn es sein muss, auch in Frankreich und so weiter so. Auch damit ist es ein absolutes, ich sage mal, ein ganz wesentlicher Schritt um weiter vorzukommen und vielleicht der wichtigste Schritt überhaupt, der wichtigste, aber auch der das Schwierigste jetzt von der Umsetzung sind die Vorgaben verpflichtend, Rezyklatanteile in Folien zu bringen.

Und da sage ich mal so, der Punkt ist für mich der wesentlichste im Schritt oder im Hinblick auf das Thema Kreislaufwirtschaft. Bringt nichts, wenn wir jetzt wieder Monomaterialien herstellen. Wir schaffen, dass wir die auf den Maschinen verarbeiten können. Wir schaffen es, dass wir die entsprechend so entwickeln können.

Das Hauptfaktum, nämlich der Produktschutz, immer noch gegeben ist. Wir können diskutieren, was wir wollen, aber beispielsweise im Lebensmittelbereich oder auch im pharmazeutischen Bereich, wo wir mit unseren Pharma-PP-Blisterverpackungen eine ganz, ganz große Rolle spielen. Da geht es zu allererst um Schutzfunktion. Das muss immer gegeben sein.

Wenn wir einen Verbund durch ein Monomaterial ablösen würden und dieser Monoverbund würde im Prinzip die Haltbarkeit des Produktes oder eigentlich den Schutz des Produktes gefährden, dann ist nichts gewonnen. Dann haben Sie Verlust und das wiederum ist noch dramatischer. Wie haben wir vor kurzem ja auch gehört bei Ihnen. Das war ein sehr schöner Vortrag von Herrn Gröner da bei Ihnen auf der Barriere-Tagung vor kurzem in Kurburg.

Fand ich übrigens war ein super Vortrag und hat es einfach sehr, sehr klar und faktenbasiert dargestellt, wovon wir da eigentlich reden. Und die Dinge, die kommen mir auch in der Diskussion immer noch viel zu wenig vor. Wir haben ja Monomaterial-Lösungen heute auch deswegen so in den Vordergrund gestellt, weil das eine wesentliche Voraussetzung ist für eine Kreislaufwirtschaft. Sie hatten aber auch angesprochen den Rezyklatanteil in Lebensmittelfolien.

Ist das etwas, was Sie heute schon entwickeln, oder ist das etwas, wo Sie im Moment noch die Finger vorn lassen? Da kann keiner die Finger vorn lassen. So, also ich meine, es geht darum, also wenn wir Kreislaufwirtschaft anstoßen wollen, dann geht es darum, wir produzieren hoffentlich morgen Monomaterialien anstatt von mehr Lagen verbunden. Das ist die Hauptaufgabe für uns in der Verpackung.

Dann müssen wir auch darum schauen: OK, wie verwerten wir diese Materialien? Irgendeiner muss sie verwerten. Also in der Vergangenheit gab es das schöne Wort, die thermische Verwertung. Das ist für mich keine Verwertung.

Das ist keine Lösung von dem Thema. Das bedeutet, wir müssen die Materialien verwerten. Schritt eins: Umstellen von Mehrlagen-Verbunden auf Monomaterial. Schritt zwei: Es muss dazu kommen, dass wir daraus Rezyklate in entsprechender Qualität erzeugen können, die wir wieder verwerten können.

Mechanisches Recycling von Lebensmittelverpackungen

In allen Bereichen – dass die Lebensmittelverpackung dann natürlich noch eine ganz andere Hausnummer ist wie jetzt Kosmetikverpackungen oder, ich sage mal, technische Verpackungen, alle möglichen anderen Dinge. Das Lebensmittelrecht spielt eine Rolle. Wir wissen, wir haben kontaktsensitive Verpackungen. Da kann man nicht alles machen.

Da kann man auch nicht jede Technologie nehmen. Da ist das Hauptproblem heute, dass das mechanische Recycling halt noch nicht die Qualitäten abliefert, die man eben braucht. Ergo gibt es eben diese ganz spannende Diskussion: Was ist denn nun richtig?

Also absolut richtig ist: jawohl, es braucht Vorgaben, so wie es die EU jetzt im Sinn hat, dass Rezyklatquoten vorgeschrieben werden. Diese Rezyklatquoten kann man, sage ich mal, außerhalb der Food-Industrie sehr einfach umsetzen. Da gibt es Bereiche – nehmen wir mal das bekannteste Thema, die Flaschenindustrie, also sprich die Getränkeindustrie, Wasser und so weiter. Dort kann man – diese Industrie bekommt ja Vorgaben, die dann irgendwann bis zu 65 Prozent Rezyklatanteil gehen.

Das ist für die Flaschenindustrie gar kein Problem. Die haben einen sauberen Kreislauf. Die haben einen geschlossenen Kreislauf. Den Werkstoff, ne?

Absolut. Die sind nicht im gelben Sack. Sprich, das ist einfach zu regeln. Food-Verpackungen, die im gelben Sack landen, haben eben das Thema: Sie können vermischt werden.

Und hier geht es darum. Und was jetzt? Jetzt gibt es ja die verschiedenen Recycling-Technologien. Und momentan zeichnet sich ab.

Natürlich die Szene, die das chemische Recycling propagiert, sagt natürlich, wir sind die Lösung. Wir lösen das. Damit kann man im Prinzip jetzt diese Rezyklate erzeugen. Und damit ist doch das Problem der Lebensmittelverpackung gelöst.

Für mich ist das zu kurz gesprungen, weil es einfach so selbstverständlich kommt das raus beim chemischen Recycling, dass wir dann im Prinzip wieder neuwertige Reine im Rezyklat hätten, die wir in Lebensmittelverpackungen einbringen können. Jedoch muss man einfach beachten, A gibt es weit mehr als Lebensmittelverpackungen, B gibt es weit mehr als chemisches Recycling. Es gibt eine ganze Industrie. Und dann gibt es für mich vor allem den Faktor Zeit.

Hocheffiziente Recycling-Industrie weltweit

Also heute, wir haben heute diese hocheffiziente mechanische Recycling-Industrie. Das ist die auf der ganzen Welt verbreiteste Industrie, die es gibt. Das ist die Technologie, die wir meiner Meinung nach nutzen müssen, weil es geht um den Faktor Zeit. Wir haben heute eine Aufgabe, nicht in 30 Jahren, bis Volumina da sind, sondern wir brauchen, wir haben heute eine Aufgabe.

Man rechnet ja damit, dass sich da durch die Vorgaben, die jetzt kommen, dass wir 15, 15 Prozent und so weiter bis zu 35 Prozent Rezyklate in Verpackungen und allen anderen Kunststoffanwendungen einbauen müssen. Das kommt ab 2030. Da können Sie jetzt wieder ein paar zurücklegen. Dann ist ja noch sieben Jahre bis dahin.

Das ist gar keine Zeit mehr, wenn man, wenn man da weiß, wie lange Entwicklungen dauern. Insofern das kommt. Es wird diesen Recyclatbedarf verfünffachen. Das bedeutet, die Industrie muss fünfmal mehr Rezyklate produzieren wie heute.

Die chemische Rezyklung steckt in den Kinderschuhen. Das ist eine Technik. Für mich ist die auch noch was man so alles hört, auch die Studien, die man darüber schon gelesen hat. Das ist für mich nicht die – die ist noch nicht fertig.

Diese Technologie, die hat einen enorm hohen Energiebedarf, die hat enorm hohe Verluste in der Ausbeute und so weiter und so fort. Also das ist für mich nicht die Lösung. Chemisches Recycling ist die Lösung für all die Dinge, die wir als Industrie nicht schaffen umzustellen. Genau so ist das.

Ich das auch. Ein Freund von mir sagt immer, das eine tun, das andere nicht lassen. Wir tun das mechanische Recycling und lassen das chemische erst mal nicht, zumindest die Entwicklung daran. Ein schönes Bild ist auch, was ich vielleicht noch ergänzen möchte.

Vielleicht können Sie da auch nochmal Ihre Stellungnahme zu abgeben. Die Energieeffizienz ist ja auch bei den Papierverpackungen in der Diskussion, auch beim Lösemittelverfahren oder auch jetzt beim chemischen Recyclingverfahren. Mechanisch hat einfach den geringsten Energieeinsatz für Regenerat. Das ist ja der große Vorteil vom mechanischen Recycling.

Sie brauchen einfach nicht so hochzugehen. Sie brauchen keine Reinigungsschritte und nicht so viele Reinigungsschritte. Ist es denn besser – ich sage mal –, die Luft sauber zu lassen, das Regenerat ein bisschen schmutziger zu lassen, was ja das mechanische Recycling machen würde? Oder wäre es besser, doch das Lösemittelverfahren mehr Energie verbrauchen, das heißt, die Luft mehr zu kontaminieren und dafür das Regenerat sauberer zu lassen?

Chemisches Recycling als Zukunftslösung

Das ist so ein Argument, was ich immer wieder so bei verschiedenen Seminaren gehört habe. Ein Kollege von mir ist ein vehementer Vertreter dieser Einschätzung. Wie sehen Sie das? Nein, also da bin ich – da bin ich verdammt pragmatisch unterwegs.

Ich finde den Satz gut, das eine tun, das andere nicht lassen. Also chemisches Recycling wird wichtig werden. Es wird eine wichtige Komplementär-Technologie im Recycling werden. Aber sie muss diese Rolle behalten.

Das bedeutet, wir müssen die Technologie nehmen für alles, was wir nicht umstellen können. So. Ja, und jetzt ist es so. Wir dürfen auch die Wirtschaftlichkeit nicht aus dem Blick verlieren.

Das haben wir immer gesehen. Sobald es so ist, ist doch heute das Hauptproblem. Wenn heute eine recyclingfähige Monolösung aus Polypropylen beispielsweise oder Polyethylen, wenn die günstiger wäre wie das, was vorher da war, würden Sie es, wird es der Handel, wird es die Industrie umsetzen. Nachdem das nicht der Fall ist, machen Sie es nicht.

Rezyklate führen dazu, dass die teurer sind wie Neuware. Jetzt motivieren Sie mal jemanden zu sagen, Rezyklate einzusetzen. Wenn ich doch Neuware zum günstigen Preis kriege.

Da finden Sie keine auf der ganzen Welt, der das macht. Insofern steht die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund. Es geht um unseren Wohlstand. Es geht um die Gesellschaft.

Und im Prinzip geht es um Entwicklungen. Insofern geht es immer auch um die ökonomische Betrachtung einer Geschichte. Das mechanische Recycling ist die wirtschaftlichste Form des Recyclings. Punkt.

Das heißt, die Kosten werden dort am niedrigsten sein. Es ist die verbreiteste Technologie. Ja, ich muss auch sagen noch und die Betonung liegt für mich noch. Noch hat das mechanische Recycling das Thema, wie können wir Food Grades von Non-Food Grades unterscheiden?

EU-Kooperationsprojekte zur Kunststoffverwertung

Wie holen wir die raus? Und für mich ist das so. Das ist für mich auch das Thema. Wenn die EU sich heute entscheiden würde, man lässt nur chemische Recycling für Lebensmittel, Rezyklate in Produkten zu, dann wäre sie nicht technologieoffen.

Und das wäre ein Riesenfehler, weil es gibt seit Jahren jetzt wirklich industrieübergreifende Kooperationsprojekte, wo es vor allem darum geht, wie können wir den mechanischen Recycling sortieren? Wie können wir besser sortieren? Wie holen wir beispielsweise in Deutschland aus diesem gelben Sack? Wie können wir sicher Food Verpackungen von Non-Food Verpackungen trennen?

Da sage ich mal nur ein Beispiel, dieses Holy Grail Konsortium, das sich da gibt mit diesem digitalen Wasserzeichen. Die Leute sind sehr, sehr weit. Die haben eine 99-prozentige Detektion. Also die werden sicher detektiert.

Die Auswürfe, die die da haben, sind mittlerweile, glaube ich, bei 95 Prozent. Also wir haben schon eine verdammt hohe Quote einer Technologie, die Dinge zu separieren und in Verbindung mit den neueren Standard-Recycling-Technologien, die es gibt, wo man eben reinigt und dekaminiert und noch entsprechend compoundiert. Da schaffen sie es auch so, Rezyklate zu erzeugen, die man dann wieder in Food zurückführen kann. Das wird gelingen.

Ob es bis 2030 gelingt, ist eine andere Frage. Aber insofern hoffe ich mir hier von der Politik einfach, Lebensmittelverpackungen sind ein sehr sensibles Thema. Da geht es um Hygiene, da geht es um Sicherheit. Da muss man der Industrie noch mehr Zeit geben, dass wir dahin kommen.

Aber wir können dahin kommen. Da bin ich völlig überzeugt davon. Und dann ist es die richtige Technologie. Dann haben wir das mechanische Recycling oder lasst mich mal so sagen, dieses fortschrittliche oder Advanced Recycling, wenn man so schön Neudeutsch sagt.

Ich glaube, man kommt dahin. Wir brauchen ein bisschen mehr Zeit, aber das wird zu schaffen sein. Und die Zeit bis dahin muss man dann eben überbrücken mit ja, was jetzt momentan sehr stark aufkommt, sind dieses Thema – geht es mit Zertifikaten. Können wir sagen, dass Leute beispielsweise, die mehr Rezyklate verarbeiten können, weil sie es können, weil sie keine Hygiene richtig erfüllen müssen, dass sie mehr nehmen wie ihre Quoten und diese Quoten dann, die Überquoten, die sie dann erfüllen, an andere entsprechend verkaufen.

Das ist für mich in Ansatz, wo ich sage, jawohl, dann ist aber eigentlich für die Phase, bis wir im mechanischen Recycling so weit sind, viel gewonnen. Dann geht es einfach darum, es muss so sein, dass die Lebensmittelindustrie und auch Verpackungsindustrie, die in die Lebensmittelindustrie reinliefert, die Volumen müssen aufgehen. Punkt. Das heißt, und wenn das über Zertifikate geht, ist das für mich absolut in Ordnung.

Mono-Stoffströme richtig verwerten

Dann gehen die Quoten auf, dann ist es verwertet und es ist in den richtigen Märkten verwertet, weil was nämlich dazu kommt, ist das, wenn ich jetzt ganz aktuell beispielsweise die Automobilindustrie – bekommt eine Vorgabe in Richtung 25 Prozent Post-Consumer-Anteil in ihrem Kunststoffbedarf. Und jetzt stellen Sie sich bitte mal das Volumen vor, was das wiederum bedeutet. Und die Automobilindustrie hat auch, setzt auch auf Polypropylen und Polyethylen, weil es eben die Kunststoffe sind, die sich einfach verarbeiten lassen. Das würde am Ende dazu führen, dass es einen, wie soll ich sagen, es wird Konflikte geben, wenn es um die Stoffströme geht.

Dann werden eben – dann wird es eben diese Mono-Stoffströme, die werden abgezogen werden, die werden in ganz andere Bereiche reingehen, nicht in Fund, wo sie dann eigentlich am Ende des Tages hingehören. Und wenn die mal weg sind, dann bleiben die weg. Dann ist das – es für mich nicht wieder zurück. Das glaube ich auch.

Das ist ein ganz großes Risiko. Und das muss man verhindern. Insofern sage ich mal, ist die Politik gefragt, hier vernünftige Ansätze zu finden, auch regulative Ansätze, das heißt chemisches Recycling. Ja, in zweiter Linie, nicht als erster Ansatz.

Und für mich noch ein ganz wichtiges Thema. Wenn wir uns dahin bewegen würden, wir würden sagen, chemisch löst uns alles. Dann sage ich mal so ein Beispiel, Herr Schröder, ich gebe Ihnen mal so ein kleines Beispiel. Das ist gut gemeint, aber aber vielleicht doch nicht ganz gut umgesetzt.

Das ist für mich so wie in Südostasien, wo wir wissen, da kommt viel, viel Eintrag in die Umwelt, vor allem in die Meere von Kunststoff her. Da werden jetzt heute solche Dinge teilweise gemacht, wo die an diesen Flüssen solche Netze aufspannen und eben diesen ganzen Müll, der da kommt, weg, wegfängt. So ähnlich ist das für mich ein bisschen mit chemisch Recycling. Also ja, man kann da gewisse Dinge eliminieren, aber irgendwie doch nicht alles.

Und wenn wir das Hauptproblem nicht lösen, nämlich die Rohstoffbasis. Ja, sie nehmen dem Handel, der Industrie, dem Verbraucher vielleicht am Ende des Tages auch die Motivation, in Mono zu denken. Weil wenn dann wieder chemisch heißt, warum soll ich jetzt umstellen? Warum soll ich so in fünf, sechs Lagen verboten?

Warum soll ich den ändern? Schmeiß ich den da rein? Hinterher chemisch Recycling. Alles prima, alles wieder weg.

Das ist falsch. Das ist für mich nicht der Weg, glaube ich auch. Wir müssen schauen. Danach kann fast nichts mehr kommen.

Verpackungsauswahl und Konsumentenerwartungen

Aber bei uns kommt natürlich immer noch was. Sie haben eine sehr schöne Überleitung schon wieder mir geliefert zur abschließenden Frage eigentlich. Wir haben jetzt gelernt von Ihnen und das ist, glaube ich, auch Branchenkonsens, dass nur dann Rezyklat eingearbeitet werden kann in Lebensmittelverpackungen, wenn die Rohstoffquelle sauber ist, wenn sie bekannt ist, wenn man weiß, was man reintut. Sonst kriegt man es nicht hin.

Was wünschen Sie sich denn diesbezüglich vom Konsumenten? Über den haben wir ja noch gar nicht gesprochen. Muss der auch irgendwas anders machen? Also müssen wir als Konsumenten auch irgendwie was besser oder anders machen?

Der Konsument hat vielleicht die alles entscheidende Rolle in diesem ganzen Thema, weil am Ende ist es so, ich sage mal, da gibt es also dieses eine Wort. Es braucht nicht viel, aber es braucht viele. Und das ist für mich hier genau der Schlüssel. Also der Verbraucher wiederum, der hat eine ganz hohe Erwartungshaltung an Nachhaltigkeit.

Wir hören das. Es begleitet uns. Nachhaltigkeit ist heute. Es ist keine Frage mehr, ob es gemacht wird oder nicht.

Es ist in der Gesellschaft und in der Wirtschaft ist es ein Gesetz. So insofern, der Konsument selber hat eine hohe Erwartung an Nachhaltigkeit von Verpackungen. Jedoch ist immer die Frage für mich, auf welcher Wissensebene ist der Verbraucher denn eigentlich? Was weiß denn der Verbraucher?

Wir Verpackungsleute, wir diskutieren uns zu Tode über verschiedenste Dinge. Aber was weiß der Verbraucher? Der Verbraucher hat eine hohe Erwartungshaltung. Jedoch im Wissenstand muss ich einfach sagen, ist er weit weg von der Realität.

Er glaubt zu wissen, um was es geht. Aber in der Realität geht es eben doch so vorbei. Wenn Brand-Owner Befragungen zu durchführen oder vor kurzem gab es auch so, fand ich super spannend, vor kurzem gab es auch eine Befragung, eine Verbraucherbefragung vom DVI zum Thema, was der Verbraucher wohl einschätzt, wie wichtig bei Lebensmittelverpackungen der Anteil der Verpackung oder vom Lebensmittel am CO₂-Anteil ist. Also CO₂-Fußabdruck.

Was ist wichtiger? Die Verpackung oder dominieren die Verpackung oder das Produkt selbst? 50 Prozent der Verbraucher sagen, dass die Verpackung dominierend ist, dass der CO₂-Fußabdruck der Verpackung für die gesamte Nachhaltigkeitsbedarfung wichtiger ist wie das Produkt. Da sehen Sie, wie weit weg das von der Realität ist.

Produkteinfluss versus Verpackungsauswirkungen

Die Verpackungen sind vielleicht 3 Prozent. Der Rest kommt vom Produkt. Wir haben Energie, wir haben Wasser, wir haben so viel Ressourcen verbraucht, um Lebensmittel herzustellen. Darum sind sie auch so komplex und darum muss man sie auch entsprechend schützen.

Aber da sehen Sie, da passt Erwartungshaltung und Wissen überhaupt nicht zueinander. Überhaupt nicht. So und dann kommt es noch dazu. Dann ändern wir mal was.

Und jetzt sage ich mal Beispiel. Wir haben auch in der Vergangenheit bei einem Unternehmen, wo ich war, haben wir einen Verpackungspreis gewonnen für zum Beispiel für diese Hackfleischverpackung Schlauchbeutel. Für mich prädestiniertes Beispiel. Also eigentlich eine gute Idee.

Gut gedacht. Wir reduzieren unheimlich viel. Wir reduzieren 60, 70 Prozent Verpackungsgewicht. Eine Mono-PP-Schalenverpackung durch eine Mono-PP-Schlauchbeutelverpackung.

Eigentlich super gedacht. Wunderbar. 70 Prozent Reduktion funktioniert. Alles top.

Tipp. Und nun der Verbraucher akzeptiert es nicht. Für ihn ist es zu dünn. Es ist zu lapprig.

Ihm fehlt da die Sicherheit. Das heißt, es scheitern so viele gut gemeinte und gedachte Verpackungskonzepte am Point of Sale, weil der Verbraucher nicht mitspielt, weil er vielleicht es nicht so sieht. Und was sieht der Verbraucher? Ich meine, wenn man sich – ich will es da der Papierindustrie nichts machen, aber nehmen Sie das Papierthema.

Es gibt verdammt viele Papierverpackungen, die machen absolut Sinn. Papiere kann man super beschichten mit Siegelschichten, Heißsiegeln und Kaltsiegel, wie auch immer. Das sind Dinge, die funktionieren. Das geht gut.

Papier-Kunststoffverbunde richtig sortieren

Aber es gibt einfach auch so wahnsinnig viele Papier-Kunststoffverbunde, die kaschiert sind, die fest verbunden sind. Die kann man nicht trennen, oder der Verbraucher trennt sie nicht. Und insofern führen diese Dinge einfach dazu, dass die nicht recyclefähig sind. Das sieht der Verbraucher aber völlig anders.

Für ihn ist Papier Papier, und er macht da keinen Unterschied. Und damit haben wir – gewinnen wir im Bereich der Nachhaltigkeit wieder nichts. Und da sage ich mal so, da sehe ich auch die Aufgabe der Politik. Wir müssen das ändern. Wenn wir nicht das Verbraucherbewusstsein anpacken, wenn wir dort nicht informieren und auch – ich sage mal – Aufklärung betreiben, und Aufklärung betreiben heißt, ob die ältere Generation dort noch mitspielt, ist eine Frage.

Aber wir müssen damit eigentlich schon viel früher anfangen. Man muss in den Schulen anfangen, dieses Thema Umwelt und Umweltbildung zu lehren. Das heißt, da hätte die Politik eigentlich eine Aufgabe, dort dafür zu sorgen, dass die Schulen diesen Lehrauftrag bekommen. Dort muss man beginnen.

Dann wird auch das Image und das Wissen über Kunststoff anders werden. Leute, die besser gebildet sind und wissen, wie man mit Kunststoff umgeht. Ich sage immer wieder, das ist auch das Thema. Der Kunststoff ist nicht das Problem.

Der Umgang damit ist das Problem. Das heißt, da fängt es an. Und wenn man das besser macht, dann wissen die Leute irgendwann schon. Also eine Monopropylene-Verpackung, die super leicht ist und die man wieder verwerten kann und die morgen beispielsweise dann ein Farbeimer im Baumarkt wird.

Wenn die Käseverpackung ein Farbeimer im Baumarkt wird und übermorgen wird es ja doch wieder eine Käseverpackung, dann ist es gut gemacht. Dann geht es nicht mehr darum. Aber da, wie gesagt, da ein Punkt, der Verbraucher hat eine hohe Erwartungshaltung. Er kennt sich nicht aus und er ist eben nicht aufgeklärt, dass er diese Dinge bewerten könnte.

Und wenn wir jetzt noch glauben, Herr Schröder, dass der Verbraucher den Unterschied zwischen einer Monomaterialverpackung oder einer Verbundpackung nennen soll. Also illusorisch. In diesem Sinne. Sie haben das ganz hervorragend ausgefühlt.

Vielen Dank an diese tollen Statements von ETMAX Herrn Manfred Hoch. Dankeschön für dieses Interview. Vielen Dank, Herr Schröder, für Ihre Einladung. Und das war es schon wieder für heute.

Abschlusswort und Podcast-Zusammenfassung

Ich hoffe, es war etwas Interessantes für Sie dabei. Und wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative für mehr Flexpack-Wissen werden möchten, melden Sie sich gerne bei mir unter ks@ed.innoform.eu und nicht vergessen, diesen Podcast zu abonnieren, wo immer Sie Podcasts hören. Tschüss. Bis zum nächsten Mal.

Ihr Karsten Schröder.

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