Interview mit Urs Vogel, CEO und Gründer von uTraxx
KI ist ein weit gefasster Begriff, erklärt Urs Vogel. Speziell für Druckereien bietet uTraxx massgeschneiderte ERP-Lösungen an. Diese optimieren dank neuronaler Netze die Produktion. Das ist möglich, weil immer vom Produkt aus analysiert und geplant wird. Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden, bei denen starre Prozesse die Optimierung einschränken.
Maschinelle Lerntechnologien wie chatGPT eigenen sich nicht für die Produktionsplanung und -steuerung, weil dafür sehr grosse Datenmengen verarbeitet werden müssen, sagt Urs Vogel. uTraxx arbeitet deshalb mit neuronalen Netzen, der zweiten Form von KI.
Speziell ist auch, dass die ERP-Lösung in 9 Monaten implementiert werden kann und die IT-Mitarbeitenden in den Druckereien selbst Anpassungen vornehmen können. Dies erscheint insbesondere bei Schnittstellen zur Kreislaufwirtschaft und zum eCommerce sinnvoll.
Erfahren Sie mehr über diese wohl fortschrittlichste Methode zur Optimierung der Druckproduktion.
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Kontakt: Urs Vogel| Verpackungsmittel Referent (innoform-coaching.de)
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Heute lernen wir im Innoform-Podcast zum Inno-Talk von Urs Vogel, warum neuronale Netze die Basis seines ERP-Systems für Verpackungsdruckereien darstellen, warum Large-Language-Models keine Basis bilden für KI in den Produktionsprozessen von Druckereien, wie er es schafft, 60-mal höhere Effizienz zu generieren mit seinem ERP-System im Vergleich zu Wettbewerbsprodukten und warum er vom Produkt her plant und nicht von starren Produktionsprozessen. Seien Sie gespannt auf dieses Interview mit Urs Vogel. Herr Vogel, Sie werden unter anderem beim Experten-Treffen Verpackungsdruck sprechen. Sie haben so ein bisschen das Thema KI.
Bevor wir da in das Thema einsteigen: Sie sind Gründer und CEO von U-Tracks. Was ist U-Tracks, oder wie spricht man das überhaupt aus? Und was macht U-Tracks genau?
Man spricht das genauso aus, wie die Säbel ausgesprochen haben: U-Tracks. Und das kommt von „U-Track Yourself“. Das hat das eine gewisse Geschichte dahinter. Und was macht U-Tracks?
U-Tracks ist ein Softwareentwickler mit Schwerpunkt Druckindustrie und Agenturen. Und wir hatten zwei Entwicklungsschienen bei uns. Die eine ist Plattformentwicklung. Da geht es also um die technische Entwicklung des Basisprodukts, wo verschiedene Funktionen zugeschaltet werden, die dann eben von Applikationen, die auf dieser Plattform beruhen, ausgeführt werden können.
Und so ist U-Tracks ein komplettes Baukastsystem, was sehr beweglich ist. Also wir können das anpassen für alle möglichen Kundenwünsche und sind so auch in der Lage, die verschiedenen Ausprägungen unserer Kunden vor allem in der Druckindustrie zu unterstützen. Wir bieten in unserem Leistungsangebot dann eben auch Individualentwicklung und Beratung an, um dem Kunden die optimalen Prozesse so einzurichten, wie sie eben für das Unternehmen passen. Gerade diese Individualentwicklung sind ja Dinge, die wir in der Druckindustrie wirklich nötig brauchen.
SAP hat da nichts wirklich anzubieten, wenn man da genau hinguckt. Da gehen wir später noch mal ein bisschen mehr in die Tiefe, Herr Vogel. Bevor wir aber da reingehen, unsere Zuhörer möchten natürlich auch die Person, die da spricht, ein bisschen besser kennenlernen. Was begeistert Sie außerhalb der Arbeit?
Ja, viele Dinge. Sie meinen das im Privatleben. Genau. Zum Beispiel Snowboarden, Langlaufen im Winter, im Sommer wandern, auch mal nichts tun, Musik lesen.
Also ein vollgepackter Freizeitbereich, genauso wahrscheinlich wie der berufliche Bereich. Das ist ähnlich wie bei mir. Ich stelle noch mal so ein paar kurze Fragen. Da haben Sie immer eine Entweder-oder-Antwort.
Sie können kurz oder lang darauf antworten, wie Sie gerade möchten, oder einfach nur mal, um Sie ein bisschen abzuholen und unseren Zuhörern ein bisschen vorzustellen. Was würden Sie bevorzugen, Bier oder Wein? Bier. Wein. Mac oder PC?
PC. Das ist immer eine schwierige Antwort für Softies, das weiß ich wohl. Meer oder Berge? Berge.
Papier oder Plastik? Papier. Jetzt kommen wir mal zum Thema. Sie sind seit 1980 in der Softwarebranche tätig, als Entwickler bis heute.
So habe ich es im Vorgespräch eben wahrgenommen. Was begeistert Sie daran? Also Softwareentwicklung ist ein unfassbar kreativer Prozess. Wenn man die Werkzeuge mal beherrscht, dass man mit den Programmiersprachen umgehen kann, die Konzepte versteht, dann kann man großräumige Gestaltungen vornehmen, also richtig schöne, große Gebilde bauen, die dann letztendlich auch funktionieren.
Und vor allem der Moment, wenn man es testet und merkt, es geht ja wirklich. Das ist einfach begeisternd und gibt eine ganz große Befriedigung. Unser Softwareentwickler sagt immer, wir sind eine Spezies, die Kaffee und Pizza in Code verwandelt. Ganz so ist es nicht bei Ihnen, oder?
Nee, nicht wirklich. Nee, zu denen gehöre ich nicht. Aber die gibt es ja. Die gibt es auch natürlich.
Was zeichnet denn Ihre ERP-Lösung, die ja speziell für die Druckindustrie auch maßgeschneidert ist, wie Sie eben schon einleitend sagten, aus im Vergleich zu anderen Lösungen? Also da muss ich ein bisschen ausholen. Wir hatten ja ursprünglich – hatte ich in den 90er Jahren schon einmal ein MIS aufgewertet –, die Firma hat dann verkauft und hat damit eigentlich die Druckindustrie schon recht gut gekannt und habe in der alten Lösung, in diesem MIS eben den Ansatz verfolgt, was die meisten Leute noch tun, den Prozess zu beschreiben. Und das ist ein komplexes Unterfangen, da brauchen Sie Fachleute zu.
Und der Nachteil ist, wenn sechs VID-Mitarbeiter das gleiche Produkt kalkulieren, kriegen Sie sechs Ergebnisse, weil jeder das ein bisschen anders herstellen würde. Und da zeichnen wir uns aus, dass wir nur noch das Produkt beschreiben und nicht mehr die Produktion. Und da setzen wir auch Ansätze von KI ein, die dann eben ermittelt, wie das am besten ergestellt wird. Und damit habe ich unter den gleichen Voraussetzungen sechs VID-Mitarbeiter, die das gleiche Produkt beschreiben und tatsächlich auch das gleiche Ergebnis kriegen, was in diesen entsprechenden Unternehmen am besten eben so hergestellt werden kann.
Produktbeschreibung statt Prozessoptimierung
Was meinen Sie mit Produkt beschreiben und nicht Prozess, wenn wir das noch mal ein bisschen genauer beschreiben? Ich kenne ERP-Systeme so, die bilden eigentlich doch immer letztendlich doch die Prozesse ab. Es gibt ein Angebot, dann gibt es eine Produktionsplanung, da sind Sie wahrscheinlich auch besonders stark gerade mit Ihrem Produkt und dann geht es nachher wieder raus. Rechnungslegung, Mahnung und so weiter.
Das ist ja ein Prozess. Was meinen Sie mit Produkt beschreiben? Genau, also wenn jetzt ein Kunde kommt und da sagt, ich brauche eine bestimmte Auflage von irgendeiner Faltschachtel oder einem Akzidenzprodukt, was wir alles ab unterstützen, dann beschreibe ich das Produkt und das System guckt dann, welche Verfahrenswege sich eignen würden, indem eben Ausschieße, Probeausschieße erstellt werden, vollautomatisch und in einem neuen, nahen Netz wird dann geprüft, wo es wehtut, wo es nicht so wehtut und letztendlich, was der beste Weg ist, um das herzustellen. Und die Alternativen werden entsprechend der Auflagen, der Vernutzung, was einfach alles technisch möglich ist, das System selber errechnet, dann aufgezeichnet.
Und so, wenn ich einen Staffelangebot habe und ich habe eine kleinere, mittlere und größere Auflage, dann werden auch verschiedene Verfahrenswege automatisch ermittelt. Immer unter Optimierung des Abfalls, unter Optimierung der Einrichtzeiten, unter Optimierung von allen Faktoren, Klickkosten oder Plattenkosten bei Offsetmaschinen und so weiter, sodass der immer für die richtige Auflage den besten Weg findet. Und damit sind wir auch in der Lage, eben Vergleichen der Kalkulation durchzuführen und nicht nur einfach die, die sich der VID-Mitarbeiter ausgedacht. Genau, ich kann selber von so einer Erfahrung berichten.
Da hatte mal ein Auszubildender den Auftrag, eine Excel-Kalkulation für ein Produkt zu bauen. Die wurde dann mehrere Jahre benutzt und dann hat irgendwann mal einer nachgerechnet, der hat festgestellt, der hatte leider einen Formelfehler drin und wir haben immer zu teuer angeboten und alle haben sich gewundert, dass wir einen Auftrag nicht kriegten. Sowas würde bei Ihnen nicht passieren können. Sie sind sogar auch noch kostenoptimierend unterwegs.
Habe ich das richtig verstanden? Das ist richtig, ja. Das heißt, das sind verschiedene Faktoren, die dazu führen. Aber vielleicht zuerst mal zur ersten Überlegung.
Natürlich können bei uns auch Fehler passieren, aber weniger systembasierend. Aber wenn die Stundenzeit zum Beispiel nicht stimmt, weil keine richtige BRB erfasst wurde, dann verkaufen wir auch zu teuer oder zu billig. Da können wir nicht viel dran ändern. Das ist die Verantwortung des Anwenders, letztendlich die Daten sauber in Ordnung zu halten.
Gucken wir gleich noch mal ein bisschen tiefer rein. Sie werden ja auch beim Expertentreff Verpackungsdruck im November sprechen in Osnabrück, beziehungsweise wir werden Sie natürlich, wie das für einen IT-Experten sich gehört, online zuschalten. Und Ihr Thema lautet, wie künstliche Intelligenz hilft, Prozesse zu standardisieren und zu verschlanken. Was wird die Kernaussage sein?
Die Kernaussage, da geht es um Kosteneinsparung. Es geht um Standardisierung, es geht um Continuity und es geht um Prozessverbesserung. Und durch den Einsatz eines loyalen Netzes in der Planung des Auftrags, also sowohl bei der Kalkulation, wie bei der Planung, sind wir in der Lage, Prozesse zu standardisieren. Und die Kunden nutzen diese Möglichkeit auch sehr stark.
Papierformate und Bearbeitungszeitoptimierung
Das heißt, sie überlegen sich eben, welche Papierformate am geeignendsten sind im Standardfall, wenn es nicht eine sehr große Menge ist, wo ich eine Anfertigung produzieren lasse und sind so in der Lage, bestimmte Standardprozesse vorzugeben und diese zu verfeinern, überzeit. Und innerhalb dieser Perimeter, die der Kunde eben vorgibt, sucht das System dann den besten Weg, wie das produziert werden könnte. Und wenn dann irgendwann mal vielleicht durch einen Maschinenbruch, Maschinenstehendstand in einer bestimmten Produktion so nicht möglich ist, dann ist innerhalb einer Sekunde das Ganze umgeplant, aber noch immer innerhalb der bestehenden Standards. Und das führt zu einer großen Ruhe in der Produktion, weil man einfach eine bestimmte Standardisierung erreicht.
Es führt zu extrem kurzen Bearbeitungszeiten im VID. Also da hat man eine richtige Kosteneinsparung. Deshalb sagen gegenüber herkömmlichen MIS-Systemen sparen wir etwa die Hälfte der VID-Mitarbeiter und gegenüber herkömmlichen ERP-Systemen, die eigentlich nicht für die Druckindustrie gebaut wurden, da sparen wir bis Faktor 60 an Zeit, nur schon bei der Bearbeitung, bei der Angewöhnung der Aufträge. Da sind natürlich Werte, da hört jeder CEO oder CTO natürlich sofort genau hin.
Sie haben jetzt schon mehrfach neuronale Netzwerke erwähnt. Wir haben im Titel KI stehen. Wie passt das zusammen? Genau.
Also KI, das ist ein weites Feld und da wird vieles KI genannt, was vielleicht nicht unbedingt KI ist, sich aber so auswirkt. Aber wenn man KI genau analysiert, technisch, also in der Software-Technologie besteht hier erst zwei Elemente. Das eine ist ein neuronales Netz. Ein neuronales Netz ist eine Vernetzung von Objekten, die eigentlich wie in Gehirnarbeit Signale von einem zu anderen Objekt schicken können, wo eben dann ein Schmerz entsteht oder wo ein gutes Gefühl entsteht und das gute Gefühl ist, in den richtigen Weg zu gehen.
Das heißt, es gibt eine Beurteilung innerhalb dieser Abläufe und damit kann man sehr schnell Entscheidungen herbeiführen, die intelligent sind. Natürlich immer unter der Maßgabe, dass ich die entsprechenden Perimeter, die entsprechenden Eckdaten habe, damit das System entscheiden kann, ob das geht oder nicht geht. Der zweite Ansatz bei künstlicher Intelligenz ist, was wir von ChatGPT oder so kennen. Das ist Machine Learning.
Das heißt, die Maschinen werden trainiert. Das sind die Software der Maschinen, die werden trainiert, auf bestimmte Daten, die dann abgefragt werden können. Das können sehr umfangreiche Datensätze sein, wie wir bei ChatGPT oder auch bei Google zum Teil bereits sehen. Aber dazu braucht es eine ganze Menge Daten und Machine Learning in der Druckindustrie jetzt für die Prozesse einzusetzen.
Das geht meistens nicht, weil die Datenmenge schlicht nicht vorhanden ist. Microsoft gibt da so eine Mindestvorgabe, die sagen, unter einer Million Datensätze über das gleiche Thema ist KI mit Machine Learning eigentlich gar nicht zuverlässig möglich. Und deswegen gehen Sie den anderen Weg über die neuronalen Netze. Woher kommen da die Daten?
Sind die firmenspezifisch oder werden da auch firmenübergreifend Daten agglomeriert oder so etwas? Firmenübergreifend machen wir das noch nicht. Das gibt Bedenken, das zu tun. Ist aber ein bisschen heikel wegen Datenschutz, auch wenn sie anonymisiert sind.
Druckspezifische Daten und Farbmanagement
Auf der anderen Seite haben wir natürlich firmenspezifische Eckdaten, die erfasst werden müssen bzw. eingepflegt werden müssen. Und damit der Kunde nicht die ganze Arbeit hat und wir die Druckindustrie ja gut kennen, liefern wir einen guten Datensatz mit, der dann eben angepasst wird. Und wenn irgendwas komplett anderes noch dazu kommt, irgendeine Verarbeitungsanlage, die bisher noch keinen Kunde hatte, dann helfen wir dem Kunde, diese zu integrieren, damit das System die mitberücksichtigen kann. Die haben Überlegungen.
Die druckspezifischen Daten wie, ich sag mal, Farbsatz, Farbort, Druckkennlinie der Druckmaschinen und so was, sind das auch Daten, die Sie mitverarbeiten? Oder ist das eher etwas, was dann wieder mit einem separaten Tool gemanagt wird, mit der Druckvorbereitung, Druckvorstufe, Repro, als Stichwort hier mal genannt? Teilweise, also im Akzidenzdruck sind wir da relativ alt. Wir messen Farbräume als PDFs, messen die Seiten, wir messen den Umfang, da können wir automatisch Kalkulationen als PDFs erstellen.
Bei der Verpackung ist es etwas komplexer. Wir sind da noch nicht so weit, aber es geht in die Richtung, was wir heute können. Wir können natürlich die ganzen CAD-Daten, also die CAD-Daten, einlesen, die mit PDFs mischen und so die Artworks automatisch produzieren. Und die übergeben wir dann an die Vorstufe.
Und je nach Integrationsgrad verfallen da in der Vorstufe endliche Arbeiten weg, was wir aber zum Beispiel nicht uns in Farbprofile berechnen oder übergeben, es sei denn, es sei ein Standard hinterlegt worden. Der Grund ist auch, dass die CAD-DF-Friend diese Möglichkeiten gar nicht zu 100 % bietet. Ja, vielleicht auch noch nicht. Ja, genau.
Als es definiert wurde, hat man noch nicht so weit gedacht. Und das sind dann Entwicklungen, die kommen später dazu, aber uns fehlen noch immer gewisse Angaben, die wir gerne mit übergeben würden, aber im Moment aus technischen Gründen nicht können. Ein Grund, warum man eine Software von Ihnen einsetzt, ist ja mal der Kostendruck. Gibt es aus Ihrer Sicht, Sie kennen ja nun einige Druckereien, noch weitere Herausforderungen, die Sie vielleicht nennen könnten, wo sich eine Druckerei heute drum kümmern sollte, mal abgesehen nur von dem Thema Kostendruck und Digitalisierung?
Ja, also Standardisierung im Betrieb, das ist extrem wichtig. Als Tauschbarkeit der Mitarbeiter in den Prozessen, das ist ein Thema heutzutage, also man hat da Mühe, Leute zu finden. Was wir gelernt haben, vor allem von Online-Drucken, das sind so grafische Anzeigen, also Symbole, Icons und weniger Texte, damit ich eben auch Leute einsetzen kann an bestimmten Positionen, die nicht unbedingt Deutsch sprechen. Es gibt ja Leute auf dem Markt, die wären verfügbar, aber die sprechen unsere Sprache nicht.
Also diese Art von Standardisierungen, die sind ja mit Sicherheit, machen die Sinn. Und ein großes Thema sicherlich auch Einkauf und die Positionierung für rezyklierbare Materialien oder Kreislaufwirtschaft. Wenn man das richtig anpackt, rechtzeitig einsteigt, dann hat man da dann doch die entsprechende Erfahrung, die notwendig ist für eine Nachfrage, die jetzt laufend steigt. Ist das bezogen auf Ihr Unternehmen auch schon eine Schnittstelle, die Sie bewusst angehen, sprich Kreislaufwirtschaft, dass Sie sagen, okay, ich habe so viel Regenerat aus dem und dem Material vielleicht, weil ich so und so viel Ausschuss habe.
Gibt es da schon Überlegungen? Oder ist das auch wieder etwas, was Zukunftsmusik ist? Weil da fragen ja heute viele schon nach, wie kann ich eigentlich meine Mengen erfassen, die ich vielleicht zum Recycler gebe und was kriege ich dafür zurück und so weiter? Ist das etwas, wo Sie sich damit beschäftigen?
Empfehlungen für neue Verpackungsdrucker
Ja, natürlich. Also das kann man mit unserem System machen. Wir haben auch ein, zwei Kunden, die sind wirklich praktisch nur noch kreislaufwirtschaftsmäßig unterwegs, die auch die entsprechenden Auswertungen tragen. Und wir haben das Ganze so gebaut, dass wir eigentlich zusätzlich zu FSC und PEFC eben auch eigene Standards, andere Zertifikate, andere Werte hinterlegen können, sodass diese Berechnungen, wie Sie es eben erwähnt haben, möglich sind.
Wenn so ein Verpackungsdrucker heute neu anfangen würde, würden Sie dem einen Rat geben, was er auf jeden Fall bedenken muss, hinsichtlich dieser großen Trends, die Sie gerade eben genannt haben, Digitalisierung, Standardisierung und natürlich auch ERP-Lösung. Gibt es da irgendetwas, wo Sie sagen, da bitte sofort als erstes dran denken? Sie arbeiten ja wahrscheinlich heute hauptsächlich mit Druckereien, die seit Jahren am Markt sind und die Ihre Software nutzen, um effizienter zu werden. Aber wenn wir es mal umdrehen.
Wie sollte sich ein Drucker aufstellen, vielleicht auch marktechnisch mit Ihrer Software, um was ganz Neues zu bewegen? Ich habe so ein bisschen rausgehört, Sie sind auch so ein bisschen einer, der versucht, disruptive Entwicklungen vielleicht anzustoßen mit Ihrer Software, weil das, was Sie mir gerade erzählt haben, dass Sie mit neuronalen Netzen Produktionsplanung machen, das ist etwas, was man nicht oft von einem Softwareanbieter hört. Also was soll ich da raten? Also was sicher notwendig, was zwingend ist: es gibt große Player im Markt und die haben so ihre Standardprodukte im Food-Farmer-Bereich und so weiter.
Und da ist es auch sehr schwierig reinzukommen. Was sicher wichtig ist, wenn es einer neu beginnen würde, ist, dass er sich eine richtige Nische sucht, wo er sich eben spezialisieren kann und wo andere schwach drin sind. Also es ist einfach nicht anbieten können, sei das Richtung Veredelung, sei das Richtung Materialik, Kreislaufwirtschaft eben, das ist nun ein wichtiger Punkt der Sache immer. Und dass er sich von Beginn an überlegt, wie er diese Produktion aufstellt, damit er sie eben standardisieren kann und sie standardisiert bleibt.
Das ist extrem wichtig. Ich habe gesehen, der größte Kostenverschleiß passiert durch Rückfragen im Unternehmen, weil irgendwas nicht klar ist, jedes Mal ein anderes verwahrt, jedes Mal irgendwo noch was Spezielles, dann wieder irgendeine Sammlung holen mit irgendeinem Standswerkzeug, was wir noch nie verwendet haben, das wieder nachbestellt werden muss und so weiter. Einfach standardisieren, wo es nur immer geht, um die Kosten tief zu haben. Und was sicher auch ein Thema ist, was ich in anderen Bereichen sehe, ist die Überlegung, gesammelt zu produzieren, also Sammelproduktionen.
Wenn das geht, das hat allerdings auch Risiken, weil wenn ich da irgendwas eingeplant habe, wenn es nicht gut zum Druck kommt, dann eben nicht von diesem Grund, dann bleibt der Platz leer auf einem Druckbogen und das Ganze ist Abfall. Genau. Und Kosten damit natürlich auch. Natürlich logisch.
Sie sind nicht nur bei den Verpackungsdruckern unterwegs, haben Sie verraten. Was können Verpackungsdrucker von anderen Druckern lernen, die vielleicht die Digitalisierung schon weiter durchschritten haben? Wir sind ja im Verpackungsdruck, wenn wir ehrlich zu uns sind, noch nicht so besonders fortgeschritten. Es gibt zwar digitale Druckmaschinen, aber das ist nicht das, was ich meine, digitale Prozesse.
Wir haben Vorträge gehört, dass digitale Abbildungen im Internet heute das Druckbild auf der Verpackung beeinflussen, damit die dann ähnlich aussehen. Das heißt, es gibt da eine Art Vereinfachungsstrategie bezüglich auf das Druckbild. Mal so als ein Beispiel. Es gibt aber auch natürlich im Akzidenzdruck, Zeitungsdruck und so weiter gibt es natürlich die Digitalisierung des gesamten Prozesses hin zum Newsletter, nicht mehr zum gedruckten Produkt.
Konvergenz in Druckdienstleistungen beachten
Fällt Ihnen da was ein, wenn Sie mal so ganz quer denken, was ein Verpackungsdrucker vielleicht noch durchleiden oder entwickeln sollte hinsichtlich digitalisierter Prozesse? Das sind eigentlich zwei Antworten darauf. Es ist sicher mal die Konvergenz. Also wenn ich irgendwelche Verpackungen herstelle, ist mit Sicherheit auch wichtig, dass die irgendwo digital abgebildet werden können.
Also diese Konvergenz muss bedacht werden. Und das ist auch eigentlich der Punkt, wo auch Inno-Dienstleistungen ins Spiel kommen, wo ich also durchaus weitere Dienstleistungen meinem Kunden bieten kann, ihm beraten kann diesbezüglich, dass man das Produkt selber, was man herstellt, eben anbetrifft. Auf der anderen Seite, was wir gelernt haben, vor allem im Online-Bereich, ist die extrem effiziente Durchschleusung von Einzelprodukten. Das zuerst auf der Sammelfolge, dann Verreinzelung durch den gesamten Produktionsprozess.
Und wenn ich mir das ansehe, bei Verpackungsdruckern, ist das meistens noch relativ einfach angestrickt. Die haben schon ihre Wahl kurz irgendwo drauf. Aber diese ganze Durchgängigkeit, diese Prozesse, dass wirklich jeder weiß, das kommt von da und geht dahin. Das habe ich bei Verpackungsdruckern noch relativ wenig gesehen.
Also da denke ich, da ist noch ziemlich viel Luft nach oben. Da ist Luft nach oben, das sehe ich genauso. Abweichend von unserem Manuskript: Wenn Sie jetzt mal zurückschauen auf Ihre Kunden, die Sie schon gewinnen konnten für Ihre Software.
Was waren der Hauptmotivation überhaupt, Ihr Produkt einzusetzen? Das ist ja auch immer ein wichtiges Argument, überhaupt erst mal ins Gespräch zu kommen, könnte unsere Zuhörer sicherlich auch noch interessieren. Das ist mit einem, wo ich gesagt habe, Flexibilität. Also wir bieten natürlich alle Standardprozesse, die die Lösungen für die Druckindustrie normalerweise bieten.
Aber die Flexibilität, das hängt mit dem eingangs erwähnten Konstrukt zusammen, mit der Plattform und der Applikation. Und damit sind wir wirklich in der Lage, irgendeine Standardkomponente umzubauen für die Kunden oder eine dazuzubauen, ohne dass er die Abteilfähigkeit verliert. Und das geht dann so weit, wir haben einige Kunden, die entwickeln selber in unserem System, also die machen weitere Entwicklungen. Deswegen haben wir auch ein Entwicklungswerkzeug mit integriert in die Plattform, wo ich eben selber Code schreiben kann.
Damit das nicht allzu schwierig ist, haben wir eine eigene Programmiersprache, eine dotnet-basierende Programmiersprache entwickelt, mit Compilern und allem, was dazugehört, damit auch ein nicht wirklich professioneller Entwickler in der Lage ist, bestimmte Anpassungen vorzunehmen. Und wir haben alle Daten, die das System steuern, in externe Dateien abgelegt. Das war der Leistungskatalog des Make- und eine Groß-Excel-Datei oder die ganzen Prozesssteuerungen sind die Excel-Dateien oder die Geissen-Dateien, je nachdem, was man bevorzugt. Und da haben die Kunden dann wirklich die Möglichkeit, das ganze System eben auf ihre Bedürfnisse anzupassen und doch mit einem vernünftigen überschaubaren Aufwand.
Das bedeutet, man könnte sich selbst seinen eigenen Web-Shop, den es vielleicht schon gibt, auch da dran programmieren über eine Schnittstelle mit eigenen Bordmitteln. Habe ich das richtig verstanden? Ja, absolut korrekt, ja. Das ist ja ein absolutes Unique-Selling-Point.
Flexible Schnittstellen und Kundenschulungen
Das können viele ja nicht bieten. Die bieten zwar Schnittstellen, aber die sind eigentlich fix. Und man muss ja eigentlich immer an beiden Seiten ein bisschen anpassen, wenn man wirklich jetzt Effizienz heben will. Wenn man also nicht einfach nur das Gleiche machen will, wie vorher nur mit einer Schnittstelle, sondern wirklich auch neue Prozesse oder andere Wege gehen will.
Wie realisieren Sie das? Machen Sie dann auch Schulungen mit den Leuten vor Ort, die dann programmieren oder ist das so einfach, dass das eigentlich einer der IT-Begabten selber machen kann? Da kann es eigentlich selber machen. Aber üblicherweise, ich sage mal von unserer Bundpalette, haben wir Kunden, die machen überhaupt nicht selber.
Die übergeben alles uns. Ich sage, da habe ich nichts mehr zu tun. Was wir bedauern, und dann haben wir das andere Extrem, wo die Kunden praktisch alles selber machen, was wir auch bedauern. Leute, machen wir weniger Dienstleistung als unser Umsatz.
Aber letztendlich, das ist wirklich die gesamte Bandbreite, was wir machen mit den Kunden. Wir machen die Schulungen, wir zeigen denen, wie das geht. Und da haben wir auch verschiedene Levels. Also wir haben sehr professionelle Schulungen, C-Sharp oder C++-Entwicklung.
Und wir haben dann semi-professionelle, bis wirklich nur Anwenderschulungen für unsere Flauschprache, die im System verbraucht ist und eben diese ganzen Applikationen steuert. Eine Frage, die auch nicht in meinem Manuskript steht, die Sie aber sicher beantworten können, ist: Wie lange dauert eine Einführung von Ihnen? Da hat sich jetzt ein CEO mit Ihnen getroffen. Sie haben Verträge gemacht.
Ihr habt jetzt gesagt, jawohl, ich will. Wie lange dauert das, bis so ein System läuft? Also realistischerweise für ein gestandenes Unternehmen, sagen wir, von 80 bis 120 Mitarbeitern: neun Monate, circa. Das ist ja auch schon eine sehr kurze Zeit.
Wir haben so was neulich mal gemacht und wir haben deutlich länger gebraucht, darf ich Ihnen sagen. Wir sind aber auch keine Druckerei. Wir sind ja ein Testservice in Oldenburg und da hat es länger gedauert. Abschließende Frage.
Zum Schluss eines Podcasts darf sich natürlich jeder Sprecher auch nochmal was wünschen. Was wünschen Sie sich denn für Ihr Unternehmen für die nächsten Jahre von Ihren Kunden vielleicht? Viel Feedback, damit sie uns wirklich erzählen, muss drücken, dass sie uns helfen, Ihnen zu helfen, also die Produkte weiterzuentwickeln, damit wir verstehen, was sie bewegt. Das ist das Wichtigste für uns.
Kundenfeedback als kontinuierlicher Lernprozess
Das ist eigentlich unsere Lebenserhalter. Und letztendlich ist Feedback des Kunden, was uns weiterbringt. Man lernt nur vom Kunden, mit dem Kunden, für den Kunden – hat mein Chef immer früher gesagt. Und ich glaube, das ist ein bisschen das, was Sie auch gerade ausgedrückt haben.
Herzlichen Dank für diesen spannenden Beitrag im Inno-Talk-Podcast, Herr Vogel. Der Kassen, ja. Und das war es schon wieder für heute. Ich hoffe, es war etwas Interessantes für Sie dabei.
Und wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative für mehr Flexpack-Wissen werden möchten, melden Sie sich gerne bei mir unter ks at innoform.eu. Und nicht vergessen, diesen Podcast zu abonnieren, wo immer Sie Podcasts hören. Tschüss, bis zum nächsten Mal. Ihr Karsten Schröder.

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