Innoform ist beim Sustainable Packaging Summit und geht der Frage nach: Wie können FlexPack-Kreisläufe wirtschaftlich werden?
Für diese Programmpunkte lohnt sich die Reise nach Utrecht. Von der PPWR über funktionelle Verpackungspapiere bis zur intelligenten Sortierung: Wir sind als offizieller Medienpartner in Utrecht dabei und haben sechs Sessions ausgewählt, die für die Zukunft flexibler Verpackungen besonders relevant sind.
Die Verpackungsbranche weiß inzwischen ziemlich genau, wohin die Reise gehen soll: weniger Abfall, mehr Recycling, höhere Rezyklatanteile und möglichst geschlossene Materialkreisläufe. Doch zwischen regulatorischen Zielen und industrieller Realität liegen noch einige Herausforderungen. Gerade bei flexiblen Verpackungen stellt sich deshalb eine entscheidende Frage: Wie schaffen wir Kreisläufe, die nicht nur technisch funktionieren, sondern sich auch wirtschaftlich tragen?
Dieser Frage wollen wir beim Sustainable Packaging Summit in Utrecht nachgehen. Innoform wird vor Ort sein, mit Fachleuten diskutieren und die wichtigsten Erkenntnisse für die FlexPack-Branche aufbereiten.
Wir haben uns die Agenda angesehen und sechs Programmpunkte herausgesucht, die aus unserer Sicht besonders interessant sind. Denn sie beleuchten unterschiedliche Teile derselben Herausforderung: Regulierung, Materialentwicklung, Sortiertechnologie, Recyclingmärkte und die notwendigen Daten.
1. European Regulation at the Crossroads – Wie viel Regulierung verträgt die Kreislaufwirtschaft?
Tag 1 | 12:00–13:00 Uhr | Main Stage
Die PPWR soll die europäische Verpackungswirtschaft grundlegend verändern. Doch viele Unternehmen warten weiterhin auf Konkretisierungen, während gleichzeitig Fragen zur Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Industriestandorts aufkommen.
Besonders spannend dürfte deshalb die Diskussion mit Emmanuelle Maire von der Europäischen Kommission, Hans van Bochove von EUROPEN und Joe Papineschi von Eunomia Research & Consulting werden.
Hier treffen regulatorische Zielsetzungen auf die praktische Perspektive der Verpackungswirtschaft.
Für Hersteller flexibler Verpackungen ist insbesondere interessant, wie sich die PPWR, ihre nachgelagerten Rechtsakte und der Circular Economy Act zueinander verhalten werden.
Denn die Branche benötigt nicht nur ambitionierte Ziele, sondern vor allem verlässliche Rahmenbedingungen für langfristige Investitionen.
Unsere Frage: Schafft die europäische Regulierung ausreichend Planungssicherheit, damit Unternehmen tatsächlich in neue Recyclingtechnologien, Materialstrukturen und Produktionsanlagen investieren?
2. 2030 Plastics Agenda for Business – Wohin steuert die Ellen MacArthur Foundation?
Tag 1 | 15:00–15:20 Uhr | Main Stage
Die Ellen MacArthur Foundation gehört zu den einflussreichsten Organisationen, wenn es um die Transformation der Kunststoffverpackungswirtschaft geht.
Mit ihrer neuen Agenda für 2030 will sie konkrete Prioritäten für Unternehmen formulieren. Aisha Stenning, Business Action Lead Plastics, stellt die Schlussfolgerungen aktueller Forschungsarbeiten und einen praktischen Fahrplan vor.
Für die FlexPack-Branche dürfte dabei besonders interessant sein, welchen Stellenwert alternative Materialien, Wiederverwendung und neue Kreislaufsysteme künftig einnehmen.
Die Foundation beschäftigt sich zunehmend auch mit faserbasierten Alternativen für flexible Verpackungen. Das wirft wichtige Fragen auf: Welche Anwendungen können tatsächlich sinnvoll von Kunststoff auf Papier umgestellt werden? Und welche Konsequenzen hat das für Produktschutz, Recyclinginfrastruktur und Wirtschaftlichkeit?
Wir wollen genauer hinschauen, ob sich daraus neue Perspektiven für funktionelle Verpackungspapiere ergeben – oder ob der Fokus stärker auf der Weiterentwicklung bestehender Kunststoffkreisläufe liegt.
Unsere Frage: Welche Rolle spielen flexible Kunststoffverpackungen in der Kreislaufwirtschaft von 2030, und wo sieht die Foundation die größten Innovationschancen?
3. Paperization – Ist Papier wirklich die bessere Alternative?
Tag 2 | 09:10–10:00 Uhr | Main Stage
Papier gewinnt in der Verpackungsentwicklung zunehmend an Aufmerksamkeit. Doch der Wechsel von Kunststoff zu faserbasierten Materialien ist nicht automatisch ein ökologischer oder wirtschaftlicher Fortschritt.
Genau diese Diskussion verspricht das Panel „Paperization“.
Mit Kiril Dimitrov von Nestlé, Camille Lecointe von Bel Group und Arco Berkenbosch von Smurfit Westrock sind sowohl Markenhersteller als auch die Papierverpackungsindustrie vertreten.
Für uns ist besonders interessant, wie große Markenunternehmen die Anforderungen an funktionelle Papierverpackungen bewerten.
Denn gerade bei flexiblen Verpackungen sind Barriereeigenschaften, Maschinengängigkeit, Siegelbarkeit und Produktschutz entscheidend. Papier muss diese Funktionen zunächst erfüllen, bevor ein Materialwechsel sinnvoll sein kann.
Hinzu kommt die Frage, wie sich funktionelle Beschichtungen und zusätzliche Barriereschichten auf die Recyclingfähigkeit im Papierkreislauf auswirken.
Unsere Frage: Wo ist Paperization eine technisch und ökologisch überzeugende Lösung – und wo bleibt die flexible Kunststoffverpackung die bessere Wahl?
4. HolyGrail 2030 – Kann intelligente Sortierung flexible Verpackungen retten?
Tag 2 | 17:00–18:00 Uhr | HolyGrail Breakout Session
Recyclingfähigkeit wird häufig als reine Materialeigenschaft diskutiert. Doch eine Verpackung kann noch so recyclinggerecht gestaltet sein: Wenn sie im Abfallstrom nicht erkannt und korrekt sortiert wird, entsteht daraus kein hochwertiges Rezyklat.
Genau hier setzt HolyGrail 2030 an.
Die Initiative beschäftigt sich mit intelligenten Sortiertechnologien und der Frage, wie Verpackungen künftig zuverlässiger identifiziert und geeigneten Recyclingströmen zugeführt werden können.
Mit Vertreterinnen und Vertretern von PepsiCo, Mondelēz und MCC Label kommen unterschiedliche Perspektiven der Wertschöpfungskette zusammen.
Besonders interessant ist die Verbindung zwischen digitaler Identifikation, fortschrittlicher Sortierung und hochwertigen Recyclingprozessen.
Für flexible Verpackungen könnte eine verbesserte Sortierung entscheidend sein, um aus heterogenen Abfallströmen besser definierte Materialfraktionen zu gewinnen.
Allerdings bleibt die wirtschaftliche Frage: Wer finanziert die zusätzliche Technologie, und entsteht durch die bessere Sortierung tatsächlich ein entsprechend höherer Wert des Rezyklats?
Unsere Frage: Können intelligente Sortiersysteme die Qualität und Wirtschaftlichkeit des FlexPack-Recyclings entscheidend verbessern?
5. Compositional Analysis of Post-Consumer Waste – Wissen wir überhaupt genau, was im Abfall steckt?
Tag 2 | 11:40–12:20 Uhr | Future Forum
Über Recyclingquoten und Materialströme wird viel gesprochen. Doch wie gut kennen wir eigentlich die tatsächliche Zusammensetzung unserer Verpackungsabfälle?
Diese Frage steht im Mittelpunkt einer Session mit Mike Jefferson von CEFLEX, Stefaan D’Hoore von Sun Chemicalund Yaseed Chaumoo von Greyparrot.
Die Analyse realer Abfallströme aus Sortieranlagen liefert wichtige Informationen darüber, welche Verpackungsmaterialien tatsächlich erfasst werden und welche Mengen für bestimmte Recyclingverfahren zur Verfügung stehen.
Gerade für flexible Verpackungen ist diese Datenbasis entscheidend.
Denn Investitionen in neue Sortier- und Recyclingkapazitäten benötigen verlässliche Informationen über Materialmengen, Zusammensetzung und Qualität.
Interessant ist dabei auch der Einsatz künstlicher Intelligenz. KI-gestützte Abfallanalysen könnten helfen, Stoffströme genauer zu erfassen und Veränderungen im Verpackungsmarkt schneller sichtbar zu machen.
Unsere Frage: Können bessere Daten über reale Abfallströme dazu beitragen, das Recycling flexibler Verpackungen wirtschaftlicher zu organisieren?
6. Compliance Tools – Wird Verpackungswissen zur Datenaufgabe?
Tag 3 | 12:10–12:30 Uhr | Main Stage
Die PPWR stellt Unternehmen nicht nur vor neue Anforderungen an ihre Verpackungen. Sie erhöht auch den Bedarf an belastbaren Daten und nachvollziehbaren Nachweisen.
Mit Vivian Loftin von Recyda und Fabian Bacher von osapiens stehen zwei Unternehmen auf der Bühne, die sich mit digitalen Lösungen für regulatorische Anforderungen beschäftigen.
Für die FlexPack-Branche ist das besonders relevant, weil Verpackungsdaten häufig über mehrere Unternehmen verteilt sind.
Folienhersteller kennen die Materialzusammensetzung, Verarbeiter die fertige Verpackungsstruktur und Markenhersteller die konkrete Anwendung. Für die Bewertung der Recyclingfähigkeit und die Erfüllung regulatorischer Anforderungen müssen diese Informationen zunehmend zusammengeführt werden.
Damit verändert sich auch die Zusammenarbeit innerhalb der Lieferkette.
Eine technisch gut entwickelte Verpackung reicht künftig nicht mehr aus. Unternehmen müssen ihre Eigenschaften auch dokumentieren und gegenüber Kunden sowie Behörden nachvollziehbar belegen können.
Unsere Frage: Wie lassen sich Verpackungsdaten so organisieren, dass die Erfüllung regulatorischer Anforderungen nicht zum unverhältnismäßigen Kostenfaktor wird?
Die entscheidende Frage: Wer bezahlt den Kreislauf?
Was diese sechs Sessions miteinander verbindet, ist eine Herausforderung, die bei der Diskussion über nachhaltige Verpackungen häufig zu kurz kommt: die Wirtschaftlichkeit.
Neue Materialien müssen nicht nur recyclingfähig sein, sondern auch bezahlbar und industriell verarbeitbar bleiben. Sortiertechnologien müssen einen messbaren Mehrwert schaffen. Recyclingunternehmen benötigen ausreichend hochwertige Materialströme und verlässliche Absatzmärkte. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Dokumentation und regulatorische Nachweise.
Gerade bei flexiblen Verpackungen mit ihrem geringen Materialeinsatz und vergleichsweise niedrigen Stückwerten ist das eine besondere Herausforderung.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht allein, ob wir flexible Verpackungen im Kreislauf führen können.
Sie lautet: Unter welchen Bedingungen lohnt es sich für alle Beteiligten, diesen Kreislauf tatsächlich zu schließen?
Wir werden beim Sustainable Packaging Summit in Utrecht genau hinhören, welche Antworten die Branche darauf hat.
Und natürlich werden wir die interessantesten Erkenntnisse, Diskussionen und Entwicklungen anschließend über unsere Innoform-Kanäle und FlexPack.News teilen.
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Wir freuen uns auf spannende Gespräche in Utrecht – insbesondere mit allen, die sich ebenfalls fragen, wie aus technisch möglichen FlexPack-Kreisläufen wirtschaftlich tragfähige Lösungen werden.
Welche dieser Fragen beschäftigt Sie derzeit am meisten? Und welches Thema sollten wir aus Utrecht unbedingt mitbringen?
