Ein Nachbericht zum Webseminar mit Daniel Wachtendorf
Am 27. Januar 2026 fand unser Webseminar „Mechanische Folienprüfung – Der Zugversuch“ statt. Referent Dr. Daniel Wachtendorf, promovierter Chemiker aus dem Innoform Testservice, führte mit viel Praxisnähe und fundierter Expertise durch die Veranstaltung.
Bereits im Einstieg wurde deutlich: Der Zugversuch ist und bleibt eine der wichtigsten Basisprüfungen, wenn es um das Verständnis des mechanischen Verhaltens von Kunststofffolien geht – sowohl für die Herstellung als auch für die Qualitätssicherung und Entwicklung neuer Verpackungslösungen.
Klarer Überblick über Normen, Prüfparameter und praxisrelevante Kennwerte
Daniel strukturierte den ersten Teil des Seminars rund um die zentralen Normen (z. B. DIN EN ISO 527, ASTM D882) und zeigte auf, welche Rahmenbedingungen für vergleichbare Prüfungen entscheidend sind. Dazu gehören:
- Konditionierung nach ISO 291
- Einflüsse von Temperatur, Feuchte und Einspannbedingungen
- Die Bedeutung der korrekten Probenvorbereitung
- Wahl der geeigneten Prüfgeschwindigkeit abhängig vom Materialverhalten
Besonders geschätzt wurde die praxisnahe Darstellung, wie schon kleinste Fehler im Zuschnitt oder in der Einspannung zu unzuverlässigen oder schwer vergleichbaren Ergebnissen führen können.
Live‑Demonstration: Wie der Zugversuch im Labor wirklich abläuft
Ein Highlight war wie immer die Video-Livevorführung, in der die einzelnen Schritte – vom Präzisionszuschnitt über das Dickenmessgerät bis hin zur Einspannung in pneumatische Prüfbacken – anschaulich erklärt wurden.
Besonders eindrucksvoll:
Der direkte Vergleich verschiedener Backenkombinationen und deren Auswirkung auf die Bruchdehnung. Hier zeigte sich, wie stark z. B. Plan-Plan-Klemmung die Ergebnisse verfälschen kann.
Vertiefung: Kennwerte verstehen und richtig interpretieren
Im zweiten Teil ging es um die Frage: Welche Kennwerte liefert uns der Zugversuch – und wie sind sie einzuordnen?
Behandelt wurden unter anderem:
- Zugfestigkeit (erstes Maximum)
- maximale Spannung
- Dehnung bei Bruch und bei Höchstkraft
- Sekantenmodul (1 % und 2 %), ein zentraler Wert für die Prozessstabilität auf Verarbeitungsmaschinen
- Einfluss der Einspannlänge (50 mm vs. 100 mm)
Die Beispiele zeigten eindrücklich, wie unterschiedlich PA-, PET- und PE-Folien reagieren und wie entscheidend die Wahl der Parameter für reproduzierbare Ergebnisse ist.
Einblicke in Siegelnahtfestigkeit und Verbundhaftung – kleine Extras mit großer Wirkung
Wie angekündigt gab es zusätzlich einen praxisnahen Exkurs zur:
- Siegelnahtfestigkeit (inkl. Peel vs. Festversiegelung, Einfluss von Temperatur, Druck und Zeit, typische Rissbilder nach DIN 55529)
- Verbundhaftung nach DIN 53357 sowie typische Fehlerbilder und Einflussgrößen
Gerade diese Themen stoßen in der Branche auf stark zunehmendes Interesse, da sie für die Qualität moderner Verbundfolien – insbesondere im Recyclingkontext – zunehmend entscheidend sind.
Fazit: Ein intensives und wertvolles Webseminar für alle, die Folien wirklich verstehen wollen
Die Resonanz war durchweg positiv. Viele Teilnehmende betonten erneut, wie hilfreich die Kombination aus Theorie, Laborpraxis und realen Vergleichsdaten ist.
Mit diesem Seminar stärken wir weiter unseren Anspruch, führender Wissenspartner im Bereich flexible Verpackungen zu sein – sowohl über den Testservice in Oldenburg als auch über Innoform Coaching.