30. November 2023
Wie verändert sich der Verpackungsdruck durch die immer schneller voranschreitende Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette? Digitale Produktionsprozesse und Cloud-Anbindung, Kostensenkung und mehr Vielfalt, E-Commerce und Individualisierung sowie Kreislaufdenken für mehr Nachhaltigkeit waren aktuelle Themen der Fachtagung.

(Quelle: Innoform Coaching GbR)
Dieter Finna
Unter dem Motto „Digital denken und drucken“ eröffnete Karsten Schröder den 9. Expertentreff Verpackungsdruck in Osnabrück. Die Fachtagung am 29. und 30. November zeigte, dass digitale Prozesse mittlerweile alle Bereiche des Verpackungsdrucks durchdrungen haben. Doch nicht alle Themen des Expertentreffs drehten sich um die Digitalisierung. Auch die Verfahren punkteten mit technischen Weiterentwicklungen.
Den Einstieg in die Digitaldruckthemen machte Bernhard Niemela von der Verlagsgesellschaft Deutscher Drucker mit seinem Vortrag ‚Digitale Produktionsprozesse im Etikettendruck – Learnings von der Labelexpo Europe 2023‘. In dem Rückblick ging er auf die wachsende Rolle der Software für die Automatisierung der Prozesse ein. Digitalisierung wirkt sich zum einen auf den einzelnen Druckjob aus, beispielsweise im Farbmanagement und der Inline-Inspektion als auch auf die Automatisierung der Planung aller Druckjobs und Verteilung auf die Produktionssysteme. Digitaldruck wird performanter werden und weitere Marktanteile erobern. Die Senkung der TCO (Total Costs of Ownership) bietet zusätzlich Kostenvorteile der digitalen Verfahren.
‚Digitale Verpackungsentwicklung‚ bietet den Vorteil, Zeitverlust durch lange Wege in der Kommunikation als auch Fehler in der Kommunikation selbst zu vermeiden. Dirk Verborg von DVS System Software verwies auf das Softwareprodukt packedia, welches umfangreiche Standardkataloge für Faltschachtel, Wellpappe, Display, Beutel und Kuvert beinhaltet, die dazu die Grundlage bilden. Schnittstellen zu packedia 3D, Druckvorstufe, der Entwicklung und Kalkulation von Stanzwerkzeugen sowie zur kaufmännischen Kalkulation vereinfachen alle Folgeprozesse nach der Verpackungsentwicklung.
Wolfgang Schubert ging in seinem Vortrag auf ‚Elektrostatische Aufladungsphänomene an Materialbahnen und deren Minimierung‘ ein. Er zeigte zunächst auf, wo und welche Aufladungen beim Abrollen und der Wiederaufrollung einer Materialbahn aus Papier oder Folie entstehen können. Dort können sie bis zu mehreren 100 kV betragen. Um Aufladungen zu eliminieren, bieten sich aktive Entladeelektroden auf Wechselstrombasis an. Es ist dabei zu beachten, dass Verbundstoffe mit Aluminium-Schichten passiv entladen werden müssen. Wolfgang Schubert ging auch auf das deutsche und internationale Regelwerk ein und zeigte auf, wo Ionisatoren in Tiefdruck- bzw. Flexo-Zentralzylinder-Druckmaschinen nach diesen Vorschlägen zu installieren wären.

Mechanismen zur Entstehung elektrostatischer Aufladungen an einer Materialbahn (Quelle: W. Schubert)
‚Neue Möglichkeiten zur nachhaltigen, effizienten und CO2-freien Trocknung im Verpackungsdruck‚ stellte Dr. Kai K. O. Bär von Adphos vor.
Bei dem Trocknungsverfahren aNIR handelt es sich um eine Kombination aus der nahen Infrarot (NIR) Energie, dem Handling der NIR Energiequelle, der Integration von Luftmessern und dem effektiven Feuchtigkeitsaustrag. Dr. Kai K. O. Bär veranschaulichte die Abgrenzung von aNIR zu konventionellen Trocknungssystemen und zeigte die Trocknungsanforderungen bzw. Unterschiede von konventionellen und Inkjet Farben auf. Die aNIR-Trocknungslösungen ermöglichen Energieeinsparungen gegenüber konventionellen IR-basierten Trocknern von ≥ 40 %. Gegenüber Konvektionstrocknern sogar typischerweise mehr als 70 %.
Die Präsentation‚ Digitaldruck für flexible Verpackungen aus Papier und Kunststoff‚ von Katharina Roeber vom DFTA CCD Leipzig gab einen umfassenden Überblick über Vorteile und den aktuellen Stand des Digitaldrucks bei Flexiblen Verpackungen. In diesem Segment eignet sich der Digitaldruck idealerweise zur Ergänzung konventioneller Drucksysteme. Aufgezeigt wurde auch, wie sich die Digitaldruckverfahren in der Nachhaltigkeit beim Recycling gedruckter Verpackungen unterscheiden. Den Abschluss der Präsentation bildeten Geschäftsmodelle für die Maschinennutzung, bekannt als Click-Modelle bzw. tintenverbrauchsabhängige Modelle.
Der Gemeinschaftsvortrag‚NC-Druckfarben und Recycling – geht das?‘ von Dr. Karin Koch und Dr. Stefan Busse (Siegwerk Druckfarben) basiert auf der Änderung des German Minimum Standard (GMS), der Kriterien für die Recyclingfähigkeit von Verpackungen festlegt. In der Fassung vom 1. Sept. 2023 sagt der Standard aus, dass NC-basierte Farbsysteme im Konterdruck eingesetzt, inkompatibel für die Recyclingfähigkeit von Verpackungen sind. Grund ist ihre Unbeständigkeit im Recyclingprozess. Als Alternative zu NC-Farben bieten Farbhersteller ein breites Angebot Farbserien aus Bindemittelsystemen an, die den GMS Anforderungen entsprechen. Zudem begünstigt Deinking, insbesondere wenn im Druck ein Deinking Primer aufgebracht wurde, die Qualität des Recyclates bei allen Farbserien entscheidend. Dadurch kann das daraus recycelte Folienmaterial im Kreislauf geführt werden.

Extrusions-Ergebnisse recycelter Folien, die zuvor mit Druckfarben verschiedener Bindemittelsysteme gelb bedruckt waren (Quelle: Siegwerk Druckfarben)
Der Vortrag von Stefan Brinkmeier (W&H) befasste sich mit ‚Packaging 4.0 – Die Digitalisierung in der Produktion flexibler Verpackungen‘. Das von W&H entwickelte Ruby System bietet eine IoT-Plattform für die gesamte Wertschöpfungskette und verbindet Produktionsmaschinen auch anderer Hersteller. Jobdaten und Maschinensettings können direkt zu den Maschinen gesendet werden. Das System dient zur Qualitätssicherung und ermöglicht einen digitalen PDF-Abgleich. Es analysiert Fehlerursachen und vermeidet Fehler in der Produktion. Dem Management bietet das System eine Übersicht von Auftrags- und Maschinen-KPIs wie OEE, Stillstands- und Einrichtezeiten, Ausschuss, Maschinenvergleiche und vieles mehr. Nach Einschätzung von Stefan Brinkmeier wird die große Herausforderung in der Digitalisierung der Unternehmen die Konsolidierung der heute nebeneinander existierenden ERP / MIS Systeme und digitalen Plattformen sein.

Über die Plattform Ruby können die Produktionsmaschinen an das ERP/MES System angebunden werden. (Quelle: W&H)
Im Vortrag von Karsten Wimmel (Warburger Klischeeanstalt) ging es um ‚Effizienter Drucken durch intelligentes Daten-Management‘. Die 100% digitale Flexodruck Vorstufe leitet einen digitalen, integrativen und kontrollierten Workflow ein. Die Bestandteile Team Flow, Team Work und Team Share erhöhen die Effizienz in der Datenteilung und vermeiden Fehler. Die Workflow Teile tragen zur Reduzierung von Lieferzeiten bei und besitzen offene Schnittstellen für die Nutzung der Daten in weiteren digitalen Prozessen.
‚Mega-Aufträge sind keine Nische für Rollen-Offsetdruck‚. Unter Mega Aufträgen versteht Wolfgang Hiesinger von Manroland Goss Aufträge mit hohem Produktions-Ausstoß, bei konstanter Qualität. Rollen-Offset bietet sich als Alternative für Großaufträge an. Das zeigt sich in der Flexiblen Verpackung beim Vergleich des Rollen-Offsets mit Flexo-, Tief- und Digitaldruck. Vorteile besitzt der Rollenoffsetdruck durch die sehr günstigen Druckformen und die hohe Automatisierung, was sich in Vorteilen hinsichtlich Kosten und Nachhaltigkeit zeigt.
‚Digitalisierung wagen – aber warum?‚ Diese Fragestellte Dario Urbinati von Gallus an den Anfang seines Vortrages. Einer der wesentlichen Gründe liegt im existierenden Personalmangel aufgrund des Generationenwechsels und der demographischen Entwicklung. Gleichzeitig steht die Branche bei der Geschäftstransformation hinsichtlich digitalisierter und automatisierter Prozesse an einem kritischer Punkt. Lösungen dafür liegen in der Konnektivität, d.h. Automatisierungs-Lösungen zur Reduzierung manueller Tätigkeiten, Cloud-to-Cloud-Verbindungen für Daten, einer nahtlosen Qualitätskontrolle, dem Teilen/Transfer von Daten innerhalb und zwischen den Produktionsstandorten und in einem KI-gesteuerten vorausschauenden Service. Das neu geschaffene Gallus Experience Center wurde als Anlaufstelle/Touchpoint für die Branche ins Leben gerufen, um die digitale Transformation zusammen mit interessierten Partnern voranzutreiben.

Die demographische Entwicklung führt in zahlreichen Ländern zu einem Fachkräftemangel (Quelle Gallus Ferd. Rüesch AG)
Sabrina Mayer von Koenig & Bauer stellte in ihrem Vortrag ‚High Volume Digitaldruck für Verpackungen‘ die Zusammenarbeit mit TetraPak und SIG im Anwendungsbereich Liquid Packaging vor. Die patentierten Prozesse dieser Converter führen zu verschiedenen Maschinenlayouts bei der Auslegung der RotaJET Digitaldruckmaschine. Dabei sind Herausforderungen an Flexibilität und Agilität sowie eine Vielzahl an Varianten der Druckmotive bei gleichzeitiger Reduzierung der Rüstprozesse zu berücksichtigen. Die RotaJET eignet sich durch ihre Zentralzylinder-Bauweise und den kontaktlosen wasserbasierten Inkjetdruck für verschiedene Anwendungen. Neben dem Verpackungsdruck sind das insbesondere der Buch-, Dekor- und der Foliendruck.
Mit seinem Vortrag ‚Digitaldruck für flexible Mainstream-Verpackungen‘ stellteManuel Schrutt die noch wenig bekannten Aktivitäten von Fujifilm im digitalen und analogen Verpackungsdruck vor. Im Vordergrund stand die neu entwickelte Digitaldruckmaschinen Jet Press FP790. Entwickelt für Mainstream- Verpackungen ist sie für Short- und Medium-Run Auflagen bis ca. 15.000 Quadratmeter Auflagenhöhe ausgelegt. Sie druckt mit Wasserfarben, die konform für Lebensmittelverpackungen und die anschließenden Folien-Laminier-Anwendungen sind. Die ersten Beta Installationen der neuen Maschine in USA, Japan und UK sind angelaufen.

Die Jet Press FP790 wurde für den Druck Flexibler Verpackungen entwickelt. (Quelle: Fujifilm)
‚Production Analytics für optimierte Druckproduktion‘ war das Thema von Danilo Maugeri von Isra Vision. Mehrfarbige Designs und hohe Anforderungen mit einer Null-Fehler-Toleranz bei Brandownern erfordern ein Höchstmaß an Effizienz. ISRA Vision bietet mit EPROMI (Enterprise PROduction Management Intelligence) eine webbasierte Plattform, die es ermöglicht, die gesamten Prozessschritte in der Verpackungsproduktion mit KI Unterstützung zu analysieren, Fehlerdaten zu ermitteln und durch schnelle Reaktionen abzustellen.
Die Möglichkeit,‚Druckformen selbst herzustellen‘, stellte Dirk Bömelburg von Hell Gravure Systems vor. Mit dem PremiumSetter Faserlaser lassen sich Trockenoffset-Druckplatten, Flexosleeves, Flexoklischees als auch Offset-Lackplatten in Direktgravur herstellen. Die Fertigung kann Inhouse in den Druckereien erfolgen. Der dafür notwendige Laser ist sehr einfach zu bedienen. Die Dauer für die Herstellung einer Druckform beträgt ca. 30 bis 60 Min. Daten für die Inhouse Gravur werden idealerweise von Klischeeanstalten übernommen und auf Platten oder Sleeves ausgegeben. Das Rohelastomer-Material kommt wie das Lasersystem auch aus dem Firmenverbund der Heliograph Holding Company.

Elastomer Sleeves, Faserlaser und Nachreinigung aus einer Hand (Quelle: Hell Gravure Systems)
Urs Vogel stellte in dem abschließenden Online Vortrag der Veranstaltung vor, ‚Wie künstliche Intelligenz hilft, Prozesse zu standardisieren und zu verschlanken‘. Das erfolgt über eine neue ERP-Generation, die uTraxx entwickelt hat. uTraxx denkt bei den Lösungen vom Produkt aus. Das passende Verfahren zur Herstellung wird durch künstliche Intelligenz ermittelt. Die bestehenden Produktionsanlagen werden über eine Software verglichen, die sekundenschnell den besten Verfahrensweg für jede Produktions-Variante findet. Die Software lernt laufend dazu und steuert die Produktion digital. Die neue ERP Generation liefert Antworten auf die zwei großen Fragen von Verpackungsunternehmen: Digitalisierung und Kostendruck.
Karsten Schröder schloss den Expertentreff mit einer prägnanten Zusammenfassung aller Vorträge ab. Wie sehr Digitalisierung im Verpackungsdruck voranschreitet, wurde in den Präsentationen anschaulich aufgezeigt. Ebenso, wie intensiv die Hersteller an automatisierten Prozessen, den dazugehörigen Schnittstellen und einer Vernetzung der Daten arbeiten. Die Vorträge waren exzellent vorbereitet und Inhalte als auch die Moderation zogen die Teilnehmer in ihren Bann. Bei der Teilnehmerzahl setzte sich die ansteigende Tendenz fort, insgesamt lag sie mit Vor-Ort-Teilnehmern und im Livestream dennoch unter der Bestmarke vor Corona.
Und hier gibt es die Aufzeichnung der Zusammenfassung von Karsten Schröder:
Transkript
Jetzt geht es los. Was haben wir uns angeguckt? Gestern ging es los, auch so sah das aus im Livestream. Das haben wir hier vor Ort nicht so gesehen. Das haben wir extra abgeschaltet, damit hier das WLAN nicht zusammenbricht, wenn nämlich alle sich den Livestream angucken. 100 Leute, dann so eine dicke Bandbreite haben wir hier nicht.
So sah das aber aus und Dankeschön an die Etno Media Group, die nicht nur hier mit dem Vortrag mit Bernhard Niemela vor Ort war, sondern auch im Hintergrund hat Ansgar Wessendorf mir einige Tipps zu Referenten und Referentinnen gegeben. Deswegen war das auch ein anderer Referentenkreis, bezogen auf die Unternehmen, die heute und gestern hier auf der Bühne waren. Das haben Sie vielleicht festgestellt. Vielen Dank Etno Media Group für die Unterstützung, auch bei der Werbung.
Wir werden sicherlich noch weitere Events zusammen machen. Das ist zumindest unsere Idee. Die Informationen von der Label Expo waren für uns hier hochinteressant, insbesondere auch als Einstieg, um mal zu gucken, was links und rechts für Entwicklungen laufen. Danke schön. Dafür erst einmal. Dann sind wir weitergegangen mit Dirk Vorberg, der uns auch schon mal eingeführt hat, so ein bisschen in die Software, was heute softwaremäßig möglich ist, insbesondere in Bezug auf Verpackungsentwicklung.
Spannendes Thema, Verpackungsentwicklung zu digitalisieren. Ich selber war auch Verpackungsentwickler. Damit ging das alles mit Zeichenbrett und Bleistift. Heute können wir das alles auch digital abbilden und direkt auch in den Druckprozess integrieren. Das geht für Fallschachteln, aber wir haben gelernt, auch mittlerweile schon für Rollenware. Dirk Vorberg dafür. Wolfgang Schubert sicherlich eines der Highlights. Tief in dem Detail haben Sie sich vertieft mit der Elektrostatik seit 30 Jahren.
Solange braucht man es einigermaßen zu durchdringen. Das habe ich verstanden. Und es wird viel Mist. Wer viel Mist misst, wer es besser machen will, jetzt haben wir einen, der es kann, den können wir anrufen. Auch in der Visitenkartenaktion ist Ihre Visitenkarte drin. Sie werden sicherlich viele zahlreiche Anschreiben oder Anrufe bekommen. Danke schön dafür. Es ist komplizierter, als es aussieht. Und es ist sau gefährlich, wenn man es nicht beherrscht. Das habe ich mitgenommen aus Ihrem Vortrag wieder mal. Danke schön.
Und Atvos Outstanding, die Technologie, wir wissen es alle. Sie durchdringt immer mehr auch die Flexpack-Druckindustrie, trocknen mit NIR. Infrarot haben wir draußen gesehen. Innerhalb von Sekunden Farbfilme wirklich knochentrocken machen. Das funktioniert eben mit diesen Technologien, die wir gestern lernen durften und nochmal im Detail betrachten durften. Danke schön dafür. Und danke schön auch für den Support mit dem Ausstellerstand da draußen.
Auch das ist eine neue Möglichkeit, die wir bei unseren Konferenzen machen. Wer also mal was zeigen will, hat auch jetzt hier immer die Möglichkeit, das zu tun. Danke schön an Dr. Kai Wehr. Und dann sind wir mal zu den Unis gegangen und zur DFTR. Und da freue ich mich sehr darüber, dass die DFTR dazu gesagt hat. Auch eine Mithilfestellung von Ansgar. Wir sind zum CCD gegangen und haben uns mal einen Überblicksvortrag gewünscht über die Digitaldrucktechnologie.
Ich muss sagen, das war wertfrei, vollständig und perfekt vorgetragen. Danke schön, Frau Röber, für diesen tollen Vortrag. Hat mir sehr, sehr gut gefallen. Und ich muss ganz ehrlich zugeben, ich habe eine ganze Menge Neues gelernt. Peinlich, aber so war es. Ja, dann haben wir dieses Duett. Stefan Busse, ein Wiederholungstäter hier, hat seiner Kollegin den Vortritt fast gelassen, würde ich sagen.
Farbstabilität und Laborprüfungen in der Praxis
Mit Karin Koch haben wir hier auch so ein bisschen die Ausgewogenheit im Auditorium, vor allen Dingen bei den Referenten versucht auszugleichen. Ein toller Beitrag. Wie motiviert Siegwerk nach wie vor ist, die Recyclingfähigkeit durch verbesserte Druckfarben, vielleicht sogar durch die Inking voranzubringen. Und wie du vorgegangen bist, gerade wie ihr beiden zu Anfang die Gesetzeslage einfach und doch eigentlich einprägsam dargestellt habt, war wichtig und ist wichtig für die nächste Diskussion.
Ich weiß nicht, ob sich die NC-Farbe auf Dauer halten wird. Wir werden es erleben. Wir sehen im Labor, habe ich mit Daniel schon darüber gesprochen, dass die Analysen, die wir machen an Folien, immer weniger NC-Farben zeigen. Das kommt ja aus den Entwicklungssälen, die Proben, die wir meistens prüfen. Also Dankeschön an euch beiden, Stefan Busse und Karin Koch, für das tolle Duett immer wieder gerne gesehen.
Und dann sind wir hier über den Roten Berg zu Wintmann und Hölscher mal gegangen und haben uns mal belehren lassen, was kann Ruby eigentlich mittlerweile. Und da habe ich wohlwollend wahrgenommen, es gibt Schnittstellen und es ist doch ein umfassenderes System, als es ursprünglich so in meinem Hinterkopf abgespeichert war. Das heißt, man kann die gesamte Fertigung im Prinzip auch mit Ruby steuern, die Daten dort ansammeln, auswerten und dann eben wieder in komprimierter Form zur Verfügung stellen.
Dankeschön, Stefan Brinkmeier, für diese Darstellung. Ich fand dieses Bild so schön, wie die Daten da flitzten. Das ist jetzt nicht das bewegte Bild, aber ich glaube, der Screenshot zeigt das auch ganz gut, worum es ging. Dann sind wir weitergegangen, Team WKA, da haben wir den Udo Linke auf seinem Sofa mit Corona begrüßt. Carsten Wimmel hat das ganz hervorragend dargestellt, wie auch er seine Schnittstelle öffnet. Er möchte mit den Cloud-Anbietern von Daten, aber auch mit Ruby heiraten.
Das war so ein bisschen das Bild, was ich gezeichnet habe. Die Schnittstellen sind da, die Repro ist digitalisiert. Wir müssen es jetzt alles nur zusammenbilden. Also wieder ein Baustein der Digitalisierung, die uns eigentlich in der Druckindustrie und vor allen Dingen auch in der Flexpack-Industrie insgesamt hilft, analoge Prozesse digital abzubilden. Und das Bild hat mich fasziniert. Davon sind wir in der Flexpack-Industrie weit entfernt.
Richtig große Aufträge im Offset, zum Beispiel mit ganz kurzen Stillstandszeiten, kaum Störungen und vor allen Dingen vollautomatisch und voll digitalisiert. Ich glaube, das ist etwas, was wir auch hier auf der Verpackungsdrucktagung in wenigen Jahren hören werden, dass die Unternehmen realisiert haben für Verpackungsdruck. Nämlich die mit den großen Lots, die es ja immer noch gibt, die sich darauf vielleicht stürzen und dann eben auch solche vollautomatisierten Anlagen installieren.
Und da gibt es natürlich auch was Neues Richtung Offset-Druck. Immer wieder Verfeinerung, Verbesserung. Und was immer wieder begeisternd ist: der Preis für die Druckplatte ist einfach unschlagbar. Das muss man einfach sagen. Und dann ging es weiter heute Morgen noch mal so als Einstieg ein Überblick, warum müssen wir eigentlich digitalisieren? Weil wir haben ja oft immer nur die Euros im Kopf. Wir müssen billiger werden. Jetzt kommt noch Nachhaltigkeit drauf. Aber wir haben auch einen ganz anderen Zwang.
Das ist die Demografie. Uns gehen die Leute aus. Und wenn wir unseren Standard hier halten wollen und wir weiterhin produzieren wollen, dann müssen wir einfach die Prozesse automatisieren. Und das geht durch Digitalisierung. Das hat Dario wunderbar dargestellt. Dankeschön nochmal an Gallo für diesen tollen Vortrag. Das soll jetzt mal ein Bild sein. Wir sind da gerade wieder so an so einem Knick. Und ich hoffe, wir kommen wieder hoch nach oben mit unserer Produktivität und mit unserer Industrialisierung.
Kleinmengen-Druckmaschinen: König und Bauer Innovation
Sabrina Mayer, König und Bauer. Ganz hervorragend. Die Maschine ist beeindruckend. Die ist groß und mächtig und die kann auch richtig was. Und sie stellt eigentlich ein schönes Pendant zu den anderen Technologien dar, die wir auch kennengelernt haben. Für die ganz kleinen Aufträge, für die ganz schmalen Bahnen, ist das sicherlich etwas für Leute, die große Mengen haben. Und wenn man mit Tetra Pak und SIG spricht, dann geht es eigentlich immer um große Mengen.
Wenn die von Kleinmengen reden, ist das das, was wir bei der Folie oft als Großauftrag sehen. Also das ist schon auch beeindruckend, wie man da Rüstzeiten und – deswegen habe ich dieses Bild hier mal genommen – reduzieren kann. Einfach dadurch, dass man noch eine Digitaldruckmaschine dazustellt. Das ist einfach eine tolle Sache. Also nicht nur entweder oder, sondern sowohl als auch habe ich wahrgenommen. Dankeschön, Sabrina, für den Vortrag. Und das ist die andere Technologie, speziell auch für Folie geeignet.
Im Konterdruck war die Aussage. Fujifilm ist am Markt mit den ersten Beta-Installationen. Eine Maschine, die ich so nicht kannte, bin ich ganz ehrlich. Ich bin froh, dass wir die hier in dem neunten Expertentreff vorstellen konnten. Ein eigenes Ding und vor allen Dingen die nachgeschalteten Stufen, die bei Flexpack ja schon etabliert sind. Das kauft sich, glaube ich, nicht sofort eine Digitaldruckmaschine und eine neue Kaschiermaschine, sondern die Kaschiermaschine ist ja schon da.
Und das ist ein gutes Konzept, finde ich, in die vorhandenen Prozesse eine neue Drucktechnologie reinzufügen, ohne dass man zu viel ändern muss. Weil zu viel auf einmal ändern führt immer meistens zu Reklamationen. Dankeschön für den Vortrag. Dario Maujiri, weiß nicht, ob ich das richtig ausspreche. Ich bin ja kein Italiener. Von Israel Vision hat den etwas überraschenden Vortrag gehalten. Es ging gar nicht so sehr um die Erkennung von Fehlern, sondern es vielmehr darüber, was mache ich eigentlich mit den Daten?
Und wie transportiere ich die vielleicht in Ruby oder in andere Sammelsysteme, ERP-Systeme, vielleicht auch zu US-Vogels-Systemen? Also das ist spannend, wie auch von der Seite Druckbeobachtung, also wenn das Produkt eigentlich schon fast fertig ist, da noch mal Daten zur Auswertung, zur Optimierung der Prozesse zur Verfügung gestellt werden aus den Bahnbeobachtungsgeräten. Na ja, darüber brauche ich nicht mehr viel sagen. Dirk Böhmlburg ist noch gut im Gedächtnis. Er war ja sogar Filmstar.
Seine erste Druckplatte hat er erfolgreich gefertigt. Toll, wie das heute auch wirklich nah an der Produktion passieren kann. Und ich finde allein das Argument, dass man die Platten nicht mehr transportieren muss, einfach schon cool. Es gibt eigentlich keinen Grund, das nicht zu tun. Ich bin kein Verkäufer, aber ich würde es machen, wenn ich so eine Produktion hätte.
Und insbesondere erst mal diesen ersten Schritt Repro noch da lassen, wo sie war, und dann nur die Produktion der Platte selber oder des Zylinders selber reinholen, um einfach auch Zeit und Ressourcen zu sparen. Darum geht es ja heute. Tolle Sache. Dankeschön. Und Urs Vogel, wir haben ihn alle live gesehen. So sah es für die Livestreamer aus. Rechts immer der Slido. So ist ja unsere Plattform. Das haben Sie hier im Saal ja nicht genießen können. Sie mussten ja mit dem Handy was machen. Hat aber auch gut funktioniert.
Insgesamt kann ich sagen, war das eine unheimlich tolle Tagung hier, diese anderthalb Tage. Die Stimmung war grandios. Auch wenn wir uns noch 20 Teilnehmer mehr gewünscht hätten, waren wir doch immerhin 15 Teilnehmer mehr als letztes Jahr. Also der Trend stimmt. Und Sie kommen ja eh alle wieder und bringen dann noch einen mit, nehme ich mal an. Dankeschön, dass Sie dabei waren. Das ist noch ein Hinweis in eigener Sache. Am 8. Dezember gibt es wieder den nächsten kostenlosen Inno-Talk. Diesmal in Englisch.
Kostenloser Branchenevent mit 700 Anmeldungen
Wir haben schon 700 Anmeldungen. Vielleicht kommen Sie auch mal mit dazu, falls Sie ihn noch nicht kennen. Falls Sie ihn kennen, kommen Sie ja sowieso. Und es geht diesmal um paper-based flexible packaging. Und da geht es auch um Digitaldruck, darf ich schon verraten. Gucken Sie mal in die Agenda rein. Einen Vertreter der Firma, die da sprechen wird, haben wir auch hier. Ich verrate es mal nicht, da soll der Spoiler gewesen sein. Also Inno-Talk.de – immer jeden dritten Freitag im Monat.
Einmal im Jahr machen wir das kostenlos. Und dafür suchen wir auch Unterstützer, die dieses Konzept toll finden. Wir bieten tolle Marketing-Tools, um auch neue Leads zu generieren. Für Sie neue Kontakte zu knüpfen über diese digitale Plattform. Denn das Tolle bei diesem Digitalen ist, wir sind weltweit unterwegs. Und es ist sehr preiswert zu haben. Dann als 21. Inno-Meeting wird stattfinden im Februar. Da werden wir sprechen über alternative Materialien und Methoden. Sie sind alle herzlich eingeladen.
Es geht nicht so stark ums Drucken. Es geht ein bisschen mehr um strategische Ideen. So etwas, was Dario vorgetragen hat. Das werden wir auch beim Inno-Meeting bereden. Hinsichtlich alternativen Materialien und Methoden. Denn die Recyclingwirtschaft zwingt uns mittlerweile an alternative Materialien einzusetzen. In der Flexpack-Industrie. Die Entwicklung ist weit vorangeschritten. Wir machen sehr viele Permeationsanalysen mit Papier. Schon mehr als mit Folien mittlerweile. Da sehen wir, wo der Trend hingeht. Und 21.
Inno-Meeting ist das Highlight. Da nehmen wir dann drei Säle. Da sind wir noch ein paar mehr Leute. Und auch wieder Hybrid. Wer nicht kommen kann, ist herzlich eingeladen dabei zu sein. Das soll es gewesen sein von meiner Seite. Mir bleibt nur aufrichtig Dank zu sagen. Dass Sie uns weiter unterstützen. Wir machen noch ein bisschen weiter. Halten Sie uns die Treue. Sagen Sie das Gute weiter, das Schlechte in den Feedbackboden. Guten Appetit. Tschüss, gute Heimreise. Schönes Wochenende. Tschüss Livestream. Das war’s.
Ihr Karsten Schröder.

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