Generated by All in One SEO Pro v5.0.0.1, this is an llms-full.txt file, used by LLMs to index the site. # InnoTalk Flexpackwissen und NEWS ## Beiträge ### [Zwischen Verpackungspreis, Recyclingrealität und digitalem Produktpass](https://inno-talk.de/zwischen-verpackungspreis-recyclingrealitaet-und-digitalem-produktpass/) **Published:** August 5, 2026 **Author:** Julian Thielen **Content:** ## Warum Materialdaten jetzt zum Erfolgsfaktor werden **Anfang August ist für viele in der Verpackungsbranche der Moment des Countdowns:** In wenigen Tagen wird die PPWR wirksam, und die Frage ist längst nicht mehr, *ob* Unternehmen ihre Konformitätserklärung brauchen, sondern *ob sie rechtzeitig fertig wird*. Für die aktuelle Ausgabe der Flexpack News ist Julian Thielen nach Köln gereist – direkt an den Rhein, nur wenige hundert Meter vom Interzero-Standort entfernt. Im Gespräch mit Dominik Lichtenthäler geht es um druckfrische News vom Deutschen Verpackungspreis, um eine Studie, die die deutsche Recycling-Logik infrage stellt, um die Tücken von Wachsbeschichtungen – und um die Frage, wie startklar die Branche eine Woche vor dem PPWR-Day wirklich ist. ### Das Wichtigste in Kürze - **Deutscher Verpackungspreis 2026:** rund 220 Einreichungen, 36 Gewinner – darunter ein Push-Pull-Verschluss aus 100 % PCR-Material. - **ProPakMa-Studie** stellt starre Grenzwerte wie die deutsche 95/5-Regel infrage – andere EU-Länder kommen mit deutlich geringeren Papieranteilen aus. - **8 Jahre „Made for Recycling“**: Wachsbeschichtungen bestehen zwar CEPI-Tests, verursachen in der Praxis aber klebende Verunreinigungen und Bahnabrisse. - **Digitaler Produktpass:** Die EU hat ein offizielles Register samt Testumgebung gestartet – Datenteilung bleibt für viele Unternehmen aber ein Vertrauensthema. - **PPWR-Day am 12. August 2026:** Laut Interzero sind viele Unternehmen in den Gesprächen noch weit von ihrer Konformitätserklärung entfernt. ## Deutscher Verpackungspreis: Ein Blick hinter die Jury-Kulissen Anfang Juli saß Dominik Lichtenthäler als einer von 22 Juror:innen beim Deutschen Verpackungspreis – zwei volle Tage, in denen rund 220 Einreichungen gesichtet, diskutiert und teilweise „sehr leidenschaftlich“ bewertet wurden. Am Ende standen 36 Gewinner fest, deren Bekanntgabe zufällig genau auf den Aufnahmetag der Podcast-Folge fiel. Als besonders innovativ hebt Dominik einen Push-Pull-Verschluss für Spülmittelflaschen von **Werner & Mertz und Abda Closures** hervor: gefertigt aus 100 % PCR-Material aus dem Gelben Sack, umgesetzt über ein neues In-Mould-Assembly-Verfahren – aus Jurysicht eine echte technische Neuheit. Sein Tipp für künftige Einreichungen: **Klarheit vor Vollständigkeit.** Wer teilnehmen will, sollte kompakt und präzise herausarbeiten, was die eigentliche Innovation ist und welches Problem sie löst – nur so lässt sich der Mehrwert für die Jury schnell erfassen. Dominik war dabei nicht in irgendeiner Kategorie im Einsatz, sondern gleich in allen Nachhaltigkeitskategorien: Rezyklateinsatz, Recyclingfähigkeit und Materialreduktion. ## Rezyklateinsatz in Flexpack: Wenig Einreichungen, hohe Komplexität Im Bereich Rezyklateinsatz für flexible Verpackungen gab es in diesem Jahr nur zwei Einreichungen – beide mit einem PCR-Anteil von 30 bis 35 % aus dem Gelben Sack, beide auf PE-Basis. Eine Anwendung betraf trockenes Waschmittel, die andere ein flüssiges Produkt aus dem sensiblen Food- beziehungsweise Babynahrungsbereich – Anwendungen, die aufgrund strenger Anforderungen an Barriere und Reinheit alles andere als trivial umzusetzen sind. Die geringe Zahl an Einreichungen zeigt aus Sicht des Gesprächs vor allem eines: Rezyklateinsatz in anspruchsvollen Flexpack-Anwendungen bleibt technisch aufwendig – Fortschritte gibt es, aber sie sind noch die Ausnahme. ## Recyclingfähigkeit von Papier: Warum starre Grenzwerte an der Realität vorbeigehen Ein zweiter großer Themenblock der Folge dreht sich um eine aktuelle Studie von ProPakMa. Ihre zentrale These: Ob eine Verpackung ins Altpapier, in den Gelben Sack oder in den Restmüll gehört, sollte nicht anhand eines simplen Nicht-Papieranteils entschieden werden, sondern anhand tatsächlicher Recyclingfähigkeitskriterien – etwa über CEPI-Prüfmethoden. Der Hintergrund ist komplexer, als er auf den ersten Blick scheint: Papier wird in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben getrennt gesammelt und über die Abfallgebühren finanziert. Verpackungen dagegen laufen privatrechtlich über die dualen Systeme und den Gelben Sack. Wenn duale Systeme mit den öffentlich-rechtlichen Entsorgern eine Vereinbarung treffen, können auch faserbasierte Verpackungen über die blaue Tonne entsorgt werden – mit dem Vorteil, dass hochwertiges Recycling oft erst dadurch möglich wird. Entscheidend dabei: **Jede Kommune legt selbst fest**, welche Papierverpackungen sie in der blauen Tonne akzeptiert. Die vielzitierte deutsche 95/5-Regel hat dabei gar keine gesetzliche Grundlage im Verpackungsgesetz – andere Länder kommen mit ganz anderen Verhältnissen aus: 80/20 ist verbreitet, Spanien, Portugal und Frankreich akzeptieren teils bis zu 50/50. ## Acht Jahre „Made for Recycling“: Die Praxis der Beschichtungen Nach acht Jahren Testerfahrung mit „Made for Recycling“ hat Interzero praktisch jede Beschichtungsart gesehen: Extrusionsbeschichtung, Laminate, Dispersionsbeschichtung, Wachsbeschichtung, Metallisierung. Jede Variante hat eigene Schwachstellen – Extrusionsbeschichtungen können zu hohen Rejekten führen, Dispersionsbeschichtungen das Prozesswasser belasten, Metallisierung bleibt im recycelten Papier sichtbar. Besonders aufschlussreich ist der Fall der Wachsbeschichtung: Sie kann nach CEPI-Testmethodik gut abschneiden – in der Praxis bleiben die Wachse aber im Prozesswasser hängen und führen zu klebenden Verunreinigungen. Die Folge sind im schlimmsten Fall Bahnabrisse an der Papiermaschine, die sich – bei der Größe moderner Anlagen – nur mit erheblichem Aufwand wieder anfahren lassen. > „Schlecht.“ – Dominik Lichtenthälers Einschätzung zur aktuellen Verwertungslage von PPK aus der Gelbe-Sack-Sortierung Diese knappe Antwort auf die Frage nach der Qualität von Papier, Pappe und Karton (PPK) aus der LVP-Sortierung bringt ein strukturelles Problem auf den Punkt: Kommt das Material nicht zügig vom Hof, beginnt es – gerade bei Temperaturen über 30 Grad – zu wandern, und nach zwei Wochen ist kaum noch eine brauchbare Faser übrig. Die Zahl der Recycler, die dieses Material überhaupt noch abnehmen, sinkt entsprechend. Die klare Botschaft aus dem Gespräch: Die blaue Tonne darf nicht zur „neuen gelben Tonne“ werden. ## Digitaler Produktpass: Zwischen Datenbedarf und Vertraulichkeit Die EU hat ein offizielles Register für den digitalen Produktpass samt Testumgebung gestartet. Anders als vielleicht erwartet, ist das kein Portal zum Einpflegen von Produktdaten – die Daten selbst sollen dezentral bei frei wählbaren Anbietern liegen. Die Testumgebung dient vor allem dazu, dass erste Marktteilnehmer ihre eigene Technologie darauf abstimmen können. Aus Recycler-Sicht wären vor allem detaillierte Informationen zu Materialzusammensetzung, Klebstoff- und Beschichtungsart wertvoll, um Sortier- und Verwertungsprozesse gezielter anzupassen – bis hin zur Frage, ob eine Verpackung mit Lebensmitteln in Kontakt kam, was wiederum über die Inkbarkeit für ein mechanisches Lebensmittel-zu-Lebensmittel-Recycling entscheiden könnte. Das Problem: Viele dieser Informationen gelten bei Herstellern als hochsensibel, insbesondere wenn sie Rückschlüsse auf Rezepturen zulassen. Eine Parallele sieht Dominik in der aktuellen Praxis rund um Konformitätsanfragen entlang der Lieferkette: Auch dort begegnet man häufig der Antwort, bestimmte Informationen nicht teilen zu wollen – obwohl eine Informationspflicht besteht. Deren Detailgrad ist gesetzlich zwar nicht exakt definiert, muss aber so weit reichen, dass der Erzeuger tatsächlich die Konformität seiner Verpackung nachweisen kann. Die Empfehlung aus dem Gespräch: Unternehmen sollten künftig **konkret vertraglich festlegen**, welche Informationen von Lieferanten zu liefern sind – um genau diesen Dissens von vornherein zu vermeiden. ## Check for Recycling: Interzeros Tool für die Konformitätserklärung Passend zum Thema hat Interzero sein Tool „Check for Recycling“ für die Erstellung von Konformitätserklärungen weiterentwickelt. Im laufenden Onboarding mit Kunden zeigt sich eine enorme Bandbreite: Manche Unternehmen verfügen bereits über Strukturen in bestehenden Systemen, andere – vor allem viele KMUs – starten bei null, ohne die nötigen Daten, Strukturen oder Kapazitäten. Interessant ist der interdisziplinäre Charakter dieser Projekte: In den Onboarding-Terminen sitzen typischerweise Kolleg:innen aus IT, Qualitätsmanagement und Einkauf gemeinsam am Tisch. Wer bereits ein System – etwa ein ERP mit hinterlegten Verpackungsdaten – im Einsatz hat, muss vor allem die Verknüpfung zu neuen Anforderungen lösen. Wer bei null startet, kann seine Daten dafür von Anfang an sauber strukturieren. Auf der **InnoPouch-Konferenz in Barcelona** ist Interzero nicht nur als Supporter, sondern auch mit zwei Fachvorträgen vertreten: Alexandre Zuber, Product Owner für Check for Recycling, stellt das Tool und den dahinterliegenden „Guided Flow“ zur einfachen Erstellung der Konformitätserklärung vor. Albin Kaelin, Experte aus dem Cradle-to-Cradle-Umfeld, spricht zum digitalen Produktpass. ## Fazit: Countdown zum PPWR-Day Diese Folge macht deutlich: Die Flexpack-Branche steht nicht vor einem einzelnen Problem, sondern vor mehreren parallel laufenden Baustellen. - Der Deutsche Verpackungspreis zeigt, dass technische Innovationen im Rezyklateinsatz möglich sind – aber noch die Ausnahme bilden. - Starre Grenzwerte wie die 95/5-Regel geraten zunehmend in die Kritik – Recyclingfähigkeit braucht differenziertere Kriterien. - Praxiserfahrung mit Beschichtungen zeigt: Was im Labor gut testet, kann in der Anlage zum Problem werden. - Der digitale Produktpass wird nur funktionieren, wenn Vertraulichkeit und Informationspflicht in Einklang gebracht werden. - Und beim PPWR-Day selbst gilt: Viele Unternehmen sind laut Interzero noch nicht so weit, wie sie sein müssten. Wer selbst noch nicht startklar ist, sollte sich jetzt Unterstützung holen. Interzero bietet dazu am **6. August** – dem letzten Termin vor dem PPWR-Day – einen kostenlosen Einführungstermin zu Check for Recycling an. ## Häufige Fragen zu dieser Episode ### Wie viele Einreichungen gab es beim Deutschen Verpackungspreis 2026? Rund 220 Einreichungen wurden von 22 Juror:innen über zwei Tage gesichtet, am Ende standen 36 Gewinner fest. ### Warum sind Wachsbeschichtungen beim Papierrecycling problematisch? Wachsbeschichtungen können CEPI-Testmethoden gut bestehen, bleiben in der Praxis jedoch im Prozesswasser der Papiermaschine hängen. Das führt zu klebenden Verunreinigungen und im schlimmsten Fall zu Bahnabrissen. ### Was regelt die deutsche 95/5-Regel – und ist sie gesetzlich vorgeschrieben? Die 95/5-Regel beschreibt den maximal zulässigen Nicht-Papieranteil für die Altpapiertonne, hat aber keine explizite gesetzliche Grundlage im Verpackungsgesetz. Andere EU-Länder wenden deutlich abweichende Quoten an, teils bis zu 50/50. ### Was ist der digitale Produktpass? Ein von der EU initiiertes System, das Produktdaten entlang der Lieferkette zentral zugänglich machen soll. Die Daten selbst bleiben dezentral bei frei wählbaren Anbietern – die EU hat dafür ein Register mit Testumgebung gestartet. ### Wann wird die PPWR wirksam? Am 12. August 2026 wird die PPWR wirksam. Laut Interzero sind viele Unternehmen zu diesem Zeitpunkt mit ihrer Konformitätserklärung noch nicht fertig. ## Keine Folge mehr verpassen! Abonnieren Sie jetzt den [Innoform-Podcast](https://inno-talk.de/podcast/) auf Ihrer Lieblings-Plattform und erhalten Sie neue Episoden automatisch. **Kategorien:** Allgemein, Entsorgung / Recycling, Inno-Talk, Neuigkeiten, Papier & faserbasierte Verpackungen, Standbeutel, Verpackungsdesign --- ### [Between the Packaging Award, Recycling Reality, and the Digital Product Passport](https://inno-talk.de/en/between-the-packaging-award-recycling-reality-and-the-digital-product-passport/) **Published:** August 5, 2026 **Author:** Julian Thielen **Content:** ## Why material data is becoming a success factor **Early August is the moment of the countdown for many in the packaging industry:** in just a few days, the PPWR becomes effective, and the question is no longer *whether* companies need a declaration of conformity, but *whether it will be ready in time*. For the current issue of Flexpack News, Julian Thielen traveled to Cologne – right on the Rhine, just a few hundred meters from Interzero’s offices. In conversation with Dominik Lichtenthäler, the topics range from freshly announced news from the German Packaging Award, to a study that challenges German recycling logic, to the pitfalls of wax coatings – and the question of how ready the industry really is, one week before PPWR Day. ### Key takeaways - **German Packaging Award 2026:** around 220 entries, 36 winners – including a push-pull closure made from 100% PCR material. - **ProPakMa study** challenges rigid thresholds such as Germany’s 95/5 rule – other EU countries manage with significantly lower paper content requirements. - **8 years of „Made for Recycling“:** wax coatings pass CEPI test methods, but in practice cause sticky contamination and web breaks. - **Digital Product Passport:** the EU has launched an official register with a test environment – but data sharing remains a matter of trust for many companies. - **PPWR Day on August 12, 2026:** according to Interzero, many companies are, based on their conversations, still far from having their declaration of conformity ready. ## German Packaging Award: A look behind the scenes of the jury In early July, Dominik Lichtenthäler served as one of 22 jurors at the German Packaging Award – two full days in which roughly 220 entries were reviewed, discussed, and at times debated „very passionately.“ In the end, 36 winners were selected, with the announcement happening to fall on the very day the podcast episode was recorded. As a particularly innovative example, Dominik highlights a push-pull closure for dish soap bottles from **Werner & Mertz and Aptar Closures**: made from 100% PCR material sourced from Germany’s yellow bag system, produced using a new in-mould assembly process – from the jury’s perspective, a genuine technical innovation. His tip for future entrants: **clarity over completeness.** Anyone entering should explain, compactly and precisely, what the actual innovation is and which problem it solves – that’s what allows the jury to grasp the value quickly. Dominik wasn’t assigned to just one category, but to all the sustainability categories at once: recycled content, recyclability, and material reduction. ## Recycled content in flexpack: Few entries, high complexity In the recycled-content category for flexible packaging, there were only two entries this year – both with a PCR content of 30 to 35%, sourced from the yellow bag system, and both PE-based. One application was for dry detergent, the other for a liquid product from the sensitive food/baby-food space – applications that are far from trivial to implement given strict barrier and purity requirements. The low number of entries points to something the conversation keeps coming back to: recycled content in demanding flexpack applications remains technically challenging – progress is being made, but it’s still the exception rather than the rule. ## Recyclability of paper: Why rigid thresholds miss the point A second major topic of the episode centers on a recent study by ProPakMa. Its central claim: whether a package belongs in the paper bin, the yellow bag, or general waste shouldn’t be decided by a simple non-paper-content threshold, but by actual recyclability criteria – for instance, via CEPI test methods. The background is more complex than it first appears: in Germany, paper is legally required to be collected and recycled separately, financed through waste fees. Packaging, by contrast, runs through the privately organized dual systems and the yellow bag. When dual systems reach an agreement with public waste management operators, fiber-based packaging can also be disposed of via the blue bin – with the advantage that high-quality recycling often only becomes possible this way. Crucially: **every municipality decides for itself** which paper packaging it will accept in the blue bin. The widely cited German 95/5 rule has no explicit legal basis in the German Packaging Act – other countries operate with quite different ratios: 80/20 is common, while Spain, Portugal, and France accept ratios of up to 50/50. ## Eight years of „Made for Recycling“: The reality of coatings After eight years of testing experience with „Made for Recycling,“ Interzero has seen practically every type of coating: extrusion coating, laminates, dispersion coating, wax coating, metallization. Each variant has its own weak points – extrusion coatings can lead to high reject rates, dispersion coatings can negatively affect process water, and metallization remains visible in recycled paper. The case of wax coatings is particularly telling: they can score well under CEPI test methods, but in practice the wax stays behind in the process water and leads to sticky contamination. In the worst case, this results in web breaks on the paper machine – which, given the scale of modern equipment, take considerable effort to restart. > „Bad.“ – Dominik Lichtenthäler’s assessment of the current state of recycling for paper packaging from mixed waste That short answer to the question about the quality of paper, board, and carton (PPK) from LVP sorting captures a structural problem in a nutshell: if the material doesn’t move quickly from collection point onward – especially at temperatures above 30°C – it starts to degrade, and after two weeks there’s barely a usable fiber left. As a result, the number of recyclers still willing to take the material keeps shrinking. The clear message from the conversation: the blue bin must not become „the new yellow bin.“ ## Digital Product Passport: Between data needs and confidentiality The EU has launched an official register for the Digital Product Passport, along with a test environment. Contrary to what one might expect, this isn’t a portal for entering product data directly – the data itself is meant to remain decentralized, held by providers that companies can choose freely. The test environment mainly allows early participants to align their own technology with it. From a recycler’s perspective, the most valuable information would be detailed data on material composition, adhesive type, and coating type, to better tailor sorting and recycling processes – right down to whether a package was in contact with food, which in turn could determine its suitability for mechanical food-to-food recycling. The problem: much of this information is considered highly sensitive by manufacturers, especially where it could reveal details of a formulation. Dominik draws a parallel to current practice around conformity requests along the supply chain: there, too, the response is often that certain information simply won’t be shared – even though a legal duty to disclose exists. The exact level of detail required isn’t precisely defined by law, but it must be sufficient for the producer to actually demonstrate the packaging’s conformity. The recommendation from the conversation: companies should, going forward, **specify exactly what information suppliers must provide in their contracts** – to avoid this kind of disagreement in the first place. ## Check for Recycling: Interzero’s tool for the declaration of conformity Fitting the topic, Interzero has further developed its „Check for Recycling“ tool for creating declarations of conformity. In ongoing customer onboarding, the range is enormous: some companies already have structures in place within existing systems, while others – particularly many SMEs – are starting from zero, without the necessary data, structures, or capacity. The interdisciplinary nature of these projects stands out: onboarding sessions typically bring together colleagues from IT, quality management, and procurement. Companies that already have a system in place – an ERP with packaging data stored, for example – mainly need to solve how to connect it to new requirements. Those starting from zero can, on the plus side, structure their data cleanly from the very beginning. At the **InnoPouch Conference in Barcelona**, Interzero isn’t just a supporter but is also presenting two talks: Alexandre Zuber, Product Owner for Check for Recycling, will introduce the tool and its underlying „Guided Flow“ for creating declarations of conformity. Albin Kaelin, an expert from the Cradle to Cradle community, will speak on the Digital Product Passport. ## Conclusion: Countdown to PPWR Day This episode makes one thing clear: the flexpack industry isn’t facing a single problem, but several construction sites running in parallel. - The German Packaging Award shows that technical innovation in recycled content is possible – but still the exception. - Rigid thresholds like the 95/5 rule are increasingly being questioned – recyclability needs more differentiated criteria. - Practical experience with coatings shows: what tests well in the lab can become a problem on the production line. - The Digital Product Passport will only work if confidentiality and disclosure obligations are brought into balance. - And on PPWR Day itself: many companies, according to Interzero, are still not as far along as they need to be. Anyone who isn’t ready yet should get support now. On **August 6** – the last session before PPWR Day – Interzero is offering a free introductory session on Check for Recycling. ## Frequently asked questions about this episode ### How many entries were submitted to the German Packaging Award 2026? Around 220 entries were reviewed by 22 jurors over two days, resulting in 36 winners. ### Why are wax coatings problematic for paper recycling? Wax coatings can pass CEPI test methods, but in practice they remain in the paper machine’s process water. This leads to sticky contamination and, in the worst case, web breaks. ### What does Germany’s 95/5 rule regulate – and is it legally mandated? The 95/5 rule describes the maximum allowed non-paper content for the paper bin, but has no explicit legal basis in the German Packaging Act. Other EU countries apply significantly different ratios, in some cases up to 50/50. ### What is the Digital Product Passport? An EU-driven system intended to make product data centrally accessible along the supply chain. The data itself remains decentralized, held by providers companies can choose freely – the EU has launched a register with a test environment to support this. ### When does the PPWR take effect? The PPWR becomes effective on August 12, 2026. According to Interzero, many companies still won’t have their declaration of conformity ready by that date. ## Never miss an episode! Subscribe now to the [Innoform Podcast](https://inno-talk.de/podcast/) on your favorite platform and get new episodes automatically. **Kategorien:** Digital printing, Disposal / Recycling, Inno-Talk.eu, Lebensmittelrecht, Migration, interactions, Paper and fiber-based packaging, Stand-up pouches, Uncategorized, Verpackungsdesign --- ### [PPWR ab August 2026: Was Folienhersteller, Papierveredler und Verpackungsanwender jetzt wissen müssen](https://inno-talk.de/ppwr-ab-august-2026-was-folienhersteller-papierveredler-und-verpackungsanwender-jetzt-wissen-muessen/) **Published:** August 5, 2026 **Author:** Julian Thielen **Content:** Die europäische Verpackungsverordnung PPWR gilt grundsätzlich ab dem **12. August 2026**. Einige der besonders weitreichenden Anforderungen – etwa zur Recyclingfähigkeit und zum Mindestrezyklatanteil – greifen zwar erst später. Trotzdem beginnt die praktische Umsetzung bereits jetzt. Das im August 2026 aktualisierte FAQ der Europäischen Kommission beantwortet zahlreiche Detailfragen zur Verantwortung in der Lieferkette, zu Schadstoffen, Recyclingfähigkeit, Rezyklatquoten und Konformitätsnachweisen. Für Hersteller und Anwender von flexiblen Kunststoffverpackungen sowie funktionellen Papieren lassen sich daraus sieben besonders wichtige Punkte ableiten. ## 1. Nicht der Rohstoff, sondern die fertige Verpackungseinheit steht im Mittelpunkt Die Konformitätsbewertung wird grundsätzlich für die **gesamte Verpackungseinheit** durchgeführt. Bei einer Verpackung aus Behälter, Verschluss, Etikett oder Siegelfolie reicht daher grundsätzlich eine gemeinsame Konformitätserklärung aus. Diese muss allerdings relevante Informationen zu allen enthaltenen Komponenten berücksichtigen. Für flexible Verpackungen bedeutet das beispielsweise: - Folie und Druckfarben - Kaschierklebstoff - Beschichtung oder Lack - Verschluss, Zipper oder Ventil - Etikett und weitere Applikationen müssen gemeinsam betrachtet werden. Auch bei funktionellen Papieren ist somit nicht allein das Basispapier entscheidend. Barrieren, Kunststoffanteile, Beschichtungen, Druckfarben, Lacke und Klebstoffe beeinflussen die Konformität und später auch die Bewertung der Recyclingfähigkeit. **Die praktische Konsequenz:** Eine gute Recyclingbewertung des Hauptmaterials allein reicht nicht. Entscheidend ist das tatsächliche Verpackungssystem. ## 2. Zulieferer müssen Daten liefern – der Markeninhaber bleibt häufig verantwortlich Das FAQ stellt die Rollenverteilung deutlicher heraus. Lieferanten von Verpackungen und Verpackungsmaterialien müssen dem sogenannten Hersteller alle Informationen und Dokumente zur Verfügung stellen, die dieser für den Nachweis der PPWR-Konformität benötigt. Ein Lieferant kann die Herausgabe relevanter technischer Dokumentation nicht einfach verweigern. Der Begriff „Hersteller“ ist dabei missverständlich. Bei einer Verpackung, die unter dem Namen oder der Marke eines Unternehmens auf den Markt gebracht wird, kann auch der Markeninhaber beziehungsweise Auftraggeber als Hersteller im Sinne der PPWR gelten – selbst wenn die Verpackung von einem anderen Unternehmen produziert oder das Produkt von einem Lohnabfüller verpackt wird. Entscheidend kann sein, wer die Gestaltung und die Spezifikationen bestimmt. Damit entsteht eine geteilte Aufgabenstruktur: **Folien-, Papier- und Komponentenlieferanten** - stellen Material- und Strukturdaten bereit, - dokumentieren Inhaltsstoffe und relevante Stoffe, - liefern Informationen zur Recyclingfähigkeit, - weisen Rezyklatanteile nach, - stellen prüfbare technische Unterlagen bereit. **Markeninhaber, Verpacker oder andere PPWR-Hersteller** - führen die Informationen zusammen, - bewerten die fertige Verpackungseinheit, - erstellen die technische Dokumentation, - stellen die EU-Konformitätserklärung aus, - tragen die rechtliche Gesamtverantwortung. Die rechtliche Verantwortung des Herstellers kann nach Aussage des FAQ nicht vollständig durch Verträge auf den Lieferanten übertragen werden. ## 3. Ab August 2026 wird eine technische Verpackungsakte benötigt Vor dem Inverkehrbringen muss der verantwortliche Hersteller grundsätzlich: - das Konformitätsbewertungsverfahren durchführen, - eine EU-Konformitätserklärung erstellen, - die technische Dokumentation zusammenstellen, - die Verpackung eindeutig identifizierbar machen, - Name und Kontaktanschrift des Herstellers angeben. Die technische Dokumentation muss bei Einwegverpackungen fünf Jahre und bei Mehrwegverpackungen zehn Jahre aufbewahrt werden. Die Identifikation kann beispielsweise über Typ, Charge, Seriennummer oder ein anderes geeignetes Merkmal erfolgen. Es muss also nicht zwangsläufig jede Verpackung eine individuelle Seriennummer tragen. Gerade bei unbedruckten Folien, Rollenware, Beuteln, Zuschnitten oder Papierbogen stellt sich die Frage, wo diese Angaben untergebracht werden sollen. Das FAQ erlaubt Begleitdokumente, wenn Größe, Form oder Funktion der Verpackung eine direkte Kennzeichnung nicht zulassen. Die Beurteilung erfolgt jedoch im Einzelfall. Für Unternehmen empfiehlt sich deshalb eine digitale Struktur, die mindestens folgende Informationen verknüpft: - Artikel- und Spezifikationsnummer - Materialaufbau und Flächengewichte - Polymer- beziehungsweise Faserarten - Beschichtungen und Barrieren - Druckfarben, Lacke und Klebstoffe - Lieferanten- und Chargendaten - Konformitätsnachweise - Recyclingbewertung - Rezyklatnachweise - Änderungen und Versionsstände ## 4. Recyclingfähigkeit gilt materialübergreifend – Details fehlen aber noch Ab 2030 müssen grundsätzlich alle Verpackungen nach den dann geltenden Design-for-Recycling-Kriterien recyclingfähig sein. Die Anforderung betrifft Einweg- und Mehrwegverpackungen sowie Verkaufs-, Sammel- und Transportverpackungen. Die konkret anzuwendenden Kriterien sollen noch durch delegierte Rechtsakte festgelegt werden. Das betrifft sowohl Kunststoffverpackungen als auch funktionelle Papierverpackungen. Für Folienverpackungen werden unter anderem folgende Fragen relevant: - Ist die Struktur einem definierten Recyclingstrom zuzuordnen? - Sind Fremdpolymere, Klebstoffe, Lacke oder Druckfarben störend? - Können Barriereanforderungen mit recyclinggerechten Strukturen erfüllt werden? - Wie werden Verschlüsse, Ventile, Zipper und Etiketten bewertet? - Wie verhält sich die Verpackung unter realen Sortier- und Recyclingbedingungen? Bei funktionellen Papieren gilt entsprechend: - Welcher Materialstrom ist für die Verpackung vorgesehen? - Wie wirken sich Kunststoffbeschichtungen und Barriereschichten aus? - Lassen sich Fasern im Recyclingprozess ausreichend zurückgewinnen? - Beeinträchtigen Nassfestmittel, Beschichtungen, Klebstoffe oder Druckfarben die Verwertung? - Wird die Verpackung als Papierverpackung oder als Verbund bewertet? Das FAQ liefert noch keine endgültigen technischen Grenzwerte für diese Strukturen. Es bestätigt jedoch, dass die Bewertung auf Ebene der Verpackungseinheit und ihrer Komponenten erfolgen muss. **Die bloße Aussage „papierbasiert“ oder „Monomaterial“ ersetzt daher keine belastbare Recyclingbewertung.** ## 5. Rezyklatquoten betreffen auch flexible Verpackungen und kunststoffhaltige Papierverbunde Die Rezyklatvorgaben der PPWR gelten grundsätzlich für Kunststoffteile von Verkaufs-, Sammel- und Transportverpackungen. Zunächst ist zu prüfen, ob die Verpackung kontaktsensitiv ist. Danach ist zu bestimmen, aus welchem Polymer das Kunststoffteil besteht. Als konkretes Beispiel nennt das FAQ Palettenstretchfolie: Für nicht kontaktsensitive Kunststoffverpackungen aus anderen Polymeren als PET wird für 2030 ein Mindestanteil von **35 Prozent Rezyklat** angegeben. Für kontaktsensitive Kunststoffteile aus Nicht-PET-Kunststoffen nennt das Beispiel **10 Prozent**. Das ist nicht nur für klassische Kunststoffverpackungen relevant. Auch funktionelle Papierverpackungen können Kunststoffteile enthalten, etwa: - Extrusionsbeschichtungen - Folienkaschierungen - Kunststofffenster - Verschlüsse - Kunststoffetiketten - separate Barrierelagen Kunststoffteile, die weniger als fünf Prozent des Gesamtgewichts der Verpackungseinheit ausmachen, können von der Rezyklatpflicht ausgenommen sein. Diese Ausnahme betrifft jedoch ausdrücklich nur Kunststoffteile. Klebstoffe, Farben und Druckfarben gelten nach dem FAQ für die Rezyklatvorgabe nicht selbst als Kunststoff und müssen deshalb keinen Mindestrezyklatanteil erfüllen. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie für andere PPWR-Anforderungen – etwa Recyclingfähigkeit oder Stoffbeschränkungen – irrelevant wären. Die Berechnung soll im Durchschnitt je Produktionsstätte, Jahr, Verpackungstyp und Verpackungsformat erfolgen. Lieferanten müssen dem verantwortlichen Hersteller die dafür benötigten Daten bereitstellen. Die endgültigen Berechnungs- und Verifizierungsmethoden werden noch in Durchführungsrechtsakten konkretisiert. ## 6. PFAS betrifft die gesamte Lebensmittelverpackung – inklusive Farben, Lacken und Klebstoffen Die PPWR enthält für Lebensmittelkontaktverpackungen keine pauschale Formulierung eines vollständigen PFAS-Verbots, sondern Konzentrationsgrenzwerte. Diese gelten ab dem 12. August 2026. Das FAQ stellt klar, dass sowohl absichtlich zugesetzte als auch unbeabsichtigt vorhandene PFAS erfasst werden. Besonders relevant für Folien und funktionelle Papiere: Die Grenzwerte gelten für die **gesamte Verpackungseinheit**, einschließlich: - Druckfarben - Lacke - Klebstoffe - Kaschierklebstoffe - Beschichtungen - weitere Hilfs- und Funktionsschichten Die Kommission plant nach Aussage des FAQ keine abschließende Liste einzelner PFAS mit CAS-Nummern. Die Regelung erfasst grundsätzlich alle Stoffe, die unter die PFAS-Definition der PPWR fallen. Gleichzeitig befindet sich ein harmonisiertes Prüfverfahren noch in Arbeit. Als möglicher Ausgangspunkt der Überwachung werden Gesamtfluor- beziehungsweise organische Gesamtfluoranalysen diskutiert. Unternehmen sollten deshalb nicht nur nach einer allgemeinen Erklärung „PFAS-frei“ fragen. Sinnvoller ist eine dokumentierte Abfrage zu: - absichtlich zugesetzten fluorierten Stoffen, - möglichen PFAS-Quellen in Rohstoffen und Rezepturen, - eingesetzten Analyseverfahren, - Nachweisgrenzen, - Bewertung der vollständigen Verpackungsstruktur. ## 7. Umweltclaims werden schwieriger Aussagen wie „recyclingfähig“, „enthält Recyclingmaterial“ oder „besonders umweltfreundlich“ müssen künftig enger mit den gesetzlichen Anforderungen und der technischen Dokumentation verknüpft werden. Eine freiwillige Aussage über den Rezyklatanteil ist nach dem FAQ nur zulässig, wenn der angegebene Anteil über der jeweils geltenden gesetzlichen Mindestanforderung liegt. Die Berechnungs- und Verifizierungsmethode soll durch einen Durchführungsrechtsakt festgelegt werden. Das kann zu einer zunächst ungewohnten Situation führen: Ein Unternehmen erfüllt beispielsweise eine gesetzliche Quote von 35 Prozent Rezyklat, darf diesen Pflichtanteil aber nicht automatisch als besondere freiwillige Umweltleistung herausstellen. Für Papier- und Folienverpackungen bedeutet das: - Aussagen präzise auf das konkrete Bauteil beziehen, - gesetzlich verpflichtende Eigenschaften nicht als freiwilligen Vorteil darstellen, - Recyclingfähigkeit nicht allein aus Materialbezeichnungen ableiten, - Nachweise und Bewertungsmethoden dokumentieren, - Marketing, Einkauf, Technik und Recht frühzeitig abstimmen. ## Was jetzt konkret zu tun ist Unternehmen sollten nicht darauf warten, bis sämtliche delegierten Rechtsakte und Standards veröffentlicht sind. Viele Grundlagen können bereits jetzt geschaffen werden. ### Für Folien-, Papier- und Verpackungshersteller 1. Produktportfolio nach Verpackungstypen und Formaten strukturieren. 2. Materialaufbauten vollständig digital erfassen. 3. Lieferantenerklärungen zu Stoffen, PFAS und Rezyklaten aktualisieren. 4. Datenblätter um PPWR-relevante Informationen erweitern. 5. Verantwortlichkeiten für technische Dokumentationen definieren. 6. Recyclingbewertungen vorhandener Strukturen überprüfen. 7. Kunden klar mitteilen, welche Daten bereitgestellt werden – und welche Bewertung beim Kunden verbleibt. ### Für Rohstoff-, Farb-, Lack-, Klebstoff- und Beschichtungsanbieter 1. Stoffinformationen entlang der Lieferkette verfügbar machen. 2. PFAS-Abfragen nicht nur auf absichtlich zugesetzte Stoffe begrenzen. 3. Auswirkungen der Produkte auf Recyclingprozesse dokumentieren. 4. Chargen, Rezepturen und Änderungen rückverfolgbar machen. 5. standardisierte, maschinenlesbare Kundendokumente entwickeln. ### Für Markeninhaber, Abfüller und Verpackungsanwender 1. Klären, wer für jede Verpackung PPWR-Hersteller ist. 2. Lieferantenverträge und Spezifikationen entsprechend überarbeiten. 3. eine technische Verpackungsakte je Verpackungstyp aufbauen. 4. alle Komponenten einer Verpackungseinheit erfassen. 5. Verpackungsänderungen über ein geregeltes Change-Management steuern. 6. Claims mit der technischen Dokumentation abgleichen. 7. Altbestände und den Zeitpunkt des Inverkehrbringens dokumentieren. ## Fazit Die PPWR verlagert die Diskussion von allgemeinen Materialversprechen hin zu belegbaren Verpackungsdaten. Ein Folienhersteller muss künftig nicht nur sagen können, welche Barriere eine Struktur bietet. Er muss auch Informationen bereitstellen, mit denen sein Kunde die PPWR-Konformität nachweisen kann. Ein Anbieter funktioneller Papiere wird nicht allein mit dem Argument „papierbasiert“ bestehen können. Er muss erklären, wie die vollständige Struktur aufgebaut ist, welchem Recyclingstrom sie zugeordnet wird und welche Wirkung Beschichtungen, Barrieren und Zusatzstoffe haben. Und Markeninhaber beziehungsweise Abfüller müssen diese Daten zu einer belastbaren technischen Dokumentation für die fertige Verpackungseinheit zusammenführen. **PPWR-Compliance entsteht deshalb nicht am Ende einer Lieferkette. Sie entsteht nur gemeinsam entlang der gesamten Lieferkette.** **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Migration, Wechselwirkungen, Papier & faserbasierte Verpackungen, Verpackungsdesign --- ### [PPWR from August 2026: What Film Manufacturers, Paper Converters and Packaging Users Need to Know](https://inno-talk.de/en/ppwr-from-august-2026-what-film-manufacturers-paper-converters-and-packaging-users-need-to-know/) **Published:** August 5, 2026 **Author:** Julian Thielen **Content:** The Packaging and Packaging Waste Regulation will generally apply from **12 August 2026**. Some of its most far-reaching requirements, including detailed recyclability criteria and minimum recycled-content targets, will only become effective at a later stage. Nevertheless, practical implementation needs to begin now. The European Commission’s updated PPWR FAQ from August 2026 addresses numerous questions concerning responsibilities within the supply chain, substances of concern, recyclability, recycled content and conformity documentation. For manufacturers, suppliers and users of flexible plastic packaging and functional paper packaging, seven points are particularly relevant. ## 1. The focus is not the raw material, but the complete packaging unit Conformity assessment generally applies to the **complete packaging unit**. For packaging consisting of a container, closure, label or lidding film, a single declaration of conformity may therefore be sufficient. However, it must include the relevant information for all components of that packaging unit. For flexible packaging, this may include: - film substrates, - printing inks, - laminating adhesives, - coatings and lacquers, - zippers, valves and closures, - labels and other applications. The same principle applies to functional paper packaging. The properties of the base paper alone are not decisive. Barriers, polymer layers, coatings, printing inks, lacquers and adhesives can all influence both regulatory conformity and recyclability. **The practical consequence:** A positive recyclability assessment of the main material alone is not enough. What matters is the actual packaging system placed on the market. ## 2. Suppliers must provide data, but the brand owner often remains responsible The FAQ provides further clarification on the distribution of responsibilities within the supply chain. Suppliers of packaging, packaging materials and packaging components must provide the manufacturer with the information and documentation needed to demonstrate PPWR conformity. Relevant technical information cannot simply be withheld from the customer. However, the term “manufacturer” can be misleading. Where packaging is placed on the market under the name or trademark of a company, the brand owner or commissioning company may be considered the manufacturer under the PPWR — even when the packaging itself is produced by another company or the product is packed by a contract packer. An important factor may be who defines the packaging design and technical specifications. This results in a shared division of tasks. ### Film, paper and packaging suppliers should: - provide material and structural data, - document relevant substances, - supply information on recyclability, - verify recycled-content levels, - provide auditable technical documentation. ### Brand owners, packers and other PPWR manufacturers should: - consolidate the information received, - assess the finished packaging unit, - compile the technical documentation, - issue the EU declaration of conformity, - assume overall legal responsibility. Contractual agreements can define responsibilities and liabilities within the supply chain. However, the manufacturer’s regulatory responsibility cannot simply be transferred in full to a supplier. ## 3. A technical packaging file will be required Before placing packaging on the market, the responsible manufacturer must generally: - carry out the conformity assessment procedure, - prepare an EU declaration of conformity, - compile the technical documentation, - ensure that the packaging can be clearly identified, - provide the manufacturer’s name and contact details. The technical documentation must be retained for five years for single-use packaging and ten years for reusable packaging. Identification may be achieved through a type, batch or serial number, or another suitable element. This does not necessarily mean that every individual packaging unit requires its own unique serial number. For unprinted films, roll stock, premade pouches, blanks or sheets of functional paper, one practical question is where such information should appear. Where the size, shape or nature of the packaging does not allow the information to be placed directly on the packaging, accompanying documentation may be used. However, this will need to be assessed on a case-by-case basis. Companies should therefore establish a digital packaging-data structure linking at least the following information: - article and specification numbers, - material structures and layer weights, - polymer and fibre types, - coatings and barrier layers, - printing inks, lacquers and adhesives, - supplier and batch information, - declarations and compliance evidence, - recyclability assessments, - recycled-content evidence, - modifications and version histories. ## 4. Recyclability requirements apply across materials, but important details are still pending From 2030, packaging will generally need to comply with the applicable design-for-recycling criteria. This requirement will apply to single-use and reusable packaging as well as to sales, grouped and transport packaging. The detailed technical criteria will be defined through further delegated legislation. The requirements will affect both plastic packaging and functional paper packaging. For flexible plastic packaging, relevant questions will include: - Can the structure be assigned to a defined recycling stream? - Do foreign polymers, adhesives, lacquers or printing inks interfere with recycling? - Can the required barrier performance be achieved with a recycling-compatible structure? - How will closures, valves, zippers and labels be assessed? - How does the packaging behave under real sorting and recycling conditions? For functional paper packaging, the relevant questions include: - Which waste and recycling stream is intended for the packaging? - How do polymer coatings and barrier layers affect fibre recovery? - Can the fibres be sufficiently separated and recovered during recycling? - Do wet-strength agents, coatings, adhesives or printing inks interfere with recycling? - Will the packaging be classified and assessed as paper packaging or as a composite? The FAQ does not yet provide final technical thresholds for all these packaging structures. It does, however, confirm that the assessment must take account of the packaging unit and its components. **The terms “paper-based” and “mono-material” are therefore not substitutes for a robust recyclability assessment.** ## 5. Recycled-content targets also affect flexible packaging and plastic components in paper-based structures The PPWR’s recycled-content targets generally apply to plastic parts of sales, grouped and transport packaging. The first step is to determine whether the packaging is contact-sensitive. The relevant polymer must then be identified. One example addressed in the FAQ is pallet stretch film. For non-contact-sensitive plastic packaging made from polymers other than PET, the regulation sets a minimum recycled-content target of **35% by 2030**. For contact-sensitive plastic parts made from polymers other than PET, the relevant target is **10% by 2030**. This is not only relevant to conventional plastic packaging. Functional paper packaging can also contain plastic components, such as: - extrusion coatings, - film laminates, - plastic windows, - closures, - plastic labels, - separate polymer barrier layers. Plastic parts representing less than 5% of the total weight of the packaging unit may be exempt from the recycled-content requirement under certain conditions. This exemption relates specifically to plastic parts. Adhesives, coatings and printing inks are not themselves treated as plastic for the purpose of the recycled-content obligation. However, this does not make them irrelevant to other PPWR requirements, such as recyclability or restrictions on substances. The recycled-content calculation is expected to be based on an average per manufacturing plant, year, packaging type and packaging format. Suppliers will need to provide the responsible manufacturer with the data required for this calculation. The final calculation and verification methods will be specified in implementing legislation. ## 6. PFAS requirements concern the complete food-contact packaging unit The PPWR establishes concentration limits for PFAS in food-contact packaging from 12 August 2026. The restrictions do not only concern intentionally added PFAS. Unintended PFAS content may also be relevant. For flexible packaging and functional paper packaging, one point is particularly important: the limits apply to the **complete packaging unit**, including: - printing inks, - lacquers, - adhesives, - laminating adhesives, - coatings, - other functional and auxiliary layers. The European Commission does not currently intend to publish an exhaustive list of individual PFAS substances and CAS numbers. The requirements generally apply to substances falling within the PFAS definition used by the PPWR. At the same time, harmonised testing procedures are still being developed. Total fluorine and total organic fluorine measurements are being discussed as possible starting points for monitoring. Companies should therefore not rely solely on a general “PFAS-free” declaration from a supplier. A more robust approach would include documented information on: - intentionally added fluorinated substances, - possible PFAS sources in raw materials and formulations, - the analytical methods used, - detection limits, - the assessment of the complete packaging structure. ## 7. Environmental claims will become more difficult Claims such as “recyclable”, “contains recycled material” or “environmentally friendly” will need to be linked much more closely to legal requirements and supporting technical documentation. According to the FAQ, a voluntary claim regarding recycled content may only be made where the stated recycled-content level exceeds the applicable legal minimum. The calculation and verification method will be specified through an implementing act. This may create an unfamiliar situation for some companies. A packaging structure could contain 35% recycled material and fully comply with the statutory target, but the mandatory share could not automatically be presented as an additional voluntary environmental benefit. For paper and flexible plastic packaging, this means that companies should: - clearly specify which packaging component a claim refers to, - avoid presenting legally required properties as voluntary achievements, - avoid deriving recyclability solely from material descriptions, - document the evidence and assessment methods used, - coordinate claims across marketing, purchasing, technical and legal departments. ## What companies should do now Businesses should not wait until every delegated act, implementing act and technical standard has been published. Many of the necessary foundations can already be established. ### For film, paper and packaging manufacturers 1. Structure the product portfolio by packaging type and format. 2. Record complete material structures in a digital system. 3. Update supplier declarations on substances, PFAS and recycled content. 4. Add PPWR-relevant information to technical data sheets. 5. Define internal responsibility for technical documentation. 6. Review existing recyclability assessments. 7. Explain clearly to customers which data will be supplied and which assessments remain the customer’s responsibility. ### For suppliers of raw materials, inks, lacquers, adhesives and coatings 1. Make substance information available throughout the supply chain. 2. Do not restrict PFAS enquiries to intentionally added substances. 3. Document the effects of products on sorting and recycling processes. 4. Ensure traceability of batches, formulations and product changes. 5. Develop standardised and preferably machine-readable customer documentation. ### For brand owners, fillers and packaging users 1. Determine who acts as the PPWR manufacturer for each packaging configuration. 2. Update supplier contracts and packaging specifications accordingly. 3. Establish a technical packaging file for each packaging type. 4. Record every component of the packaging unit. 5. Manage packaging modifications through a controlled change-management process. 6. Verify environmental claims against the technical documentation. 7. Document stock levels and the date on which packaging is placed on the market. ## Conclusion The PPWR is shifting the packaging discussion away from general material claims and towards verifiable packaging data. In future, a film manufacturer will not only need to explain the barrier properties of a structure. The manufacturer will also need to provide the information that customers require to demonstrate PPWR conformity. A supplier of functional paper packaging will not be able to rely on the argument that a solution is simply “paper-based”. The supplier will need to explain how the complete structure is designed, which recycling stream it is intended for, and how coatings, barriers and additives affect its recyclability. Brand owners and fillers will then need to consolidate these data into robust technical documentation for the finished packaging unit. **PPWR compliance is therefore not created at the end of the supply chain. It can only be achieved through cooperation across the entire supply chain.** **Kategorien:** Disposal / Recycling, Film production / Converting, Inno-Talk.eu, Paper and fiber-based packaging, Verpackungsdesign --- ### [Lebensmittel- und Verpackungsanalytik aus einer Hand](https://inno-talk.de/463-2/) **Published:** August 12, 2010 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **Kooperation der Analytiklabore LUFA Nord-West und Innoform Testservice vereinbart; gebündelte Kompetenz für Industrie und Handel; Service für optimierte Lebensmittel- und Verpackungssicherheit**Oldenburg, 12. August 2010 **Die beiden renommierten Spezialisten für Analytik, das Institut für Lebensmittelqualität der LUFA Nord-West und Innoform Testservice** (beide Oldenburg), haben eine langfristige Kooperation vereinbart. Während das Institut für Lebensmittelqualität eine fundierte Kompetenz für die Analyse und Bewertung von Lebensmitteln, insbesondere Molkereiprodukten, Feinkost und Fleischerzeug-nissen bietet, liegt der Schwerpunkt von Innoform Testservice auf der Analytik von Verpackungen. Die Kooperation zielt besonders darauf ab, komplexe Problemstellungen an der Schnittstelle von Lebensmitteln und deren Verpackung fachgerecht zu lösen. Dabei geht es um Fragen des optimalen Produktschutzes, die Risikobewertung im Kontext von Verpackung und Füllgut, um Entscheidungen, welche Stoffe oder Materialien für definierte Verpackungen verwendet werden dürfen, oder auch um Spezifikationen, rechtliche Konformität oder entsprechende Prüfmethoden. Auch sollen Antworten auf neue Aufgabenstellungen des Marktes, wie weiter steigende Haltbarkeitszeiten, gegeben werden. Seit mehr als 70 Jahren nutzt die Milch- und Lebensmittelindustrie Analytikdienstleistungen sowie die lebensmittelrechtliche und technologische Expertise des akkreditierten Instituts für Lebensmittelqualität. Einen Innovationssprung machte das Unternehmen im Jahr 2002 durch die Fusion mit dem Ahlemer Institut (Hannover). Das ebenfalls nach DIN EN ISO 17025 akkreditierte Labor Innoform Testservice ist spezialisiert auf Materialanalysen, mechanische und thermische Prüfungen sowie Permeationsmessungen von Verpackungsmaterialien sowie deren lebensmittelrechtlichen Prüfungen. Das zunehmende Interesse von Handel und Industrie, fundierte und verlässliche Aussagen über die Produktqualität der in Verkehr gebrachten Lebensmittel machen zu können, setzt derartige leistungsfähige Prüfungen voraus. Die jetzt beschlossene Kooperation der beiden Analytik-Spezialisten schlägt eine Brücke zwischen Lebensmittel- und Verpackungsprüfung, die der Lebensmittelindustrie – und in besonderem Maße der Milch-, Feinkost- und Fleischwirtschaft – wie auch dem Lebensmittelhandel zu Gute kommen wird. Für Rückfragen stehen Frau Heike Schwertke, Innoform GmbH Testservice, Telefon (0049) 441 – 9 49 86 14 begin_of_the_skype_highlighting (0049) 441 – 9 49 86 14 end_of_the_skype_highlighting und Frau Sarah Pietsch, Institut für Lebensmittelqualität, Telefon (0049) 441 – 97 352 152 begin_of_the_skype_highlighting (0049) 441 – 97 352 152 end_of_the_skype_highlighting, zur Verfügung. Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten an: Innoform GmbH Testservice Industriehof 3 D-26133 Oldenburg [www.innoform.de](http://www.innoform.de/)Heike.Schwertke@innoform.de und LUFA Nord-West Institut für Lebensmittelqualität Ammerländer Heerstraße 115-117 D-26129 Oldenburg [www.lufa-nord-west.de](http://www.lufa-nord-west.de/)Sarah.Pietsch@lufa-nord-west.de ### Verwandte Episoden - [Folien-Material-Analyse Podcast mit Daniel Wachtendorf](https://inno-talk.de/folien-material-analyse-podcast-mit-daniel-wachtendorf/) - [Was haben Druckfarben mit Nachhaltigkeit zu tun?](https://inno-talk.de/was-haben-druckfarben-mit-nachhaltigkeit-zu-tun/) - [Leitlinien zum Rezyklateinsatz bei Lebensmittelverpackungen](https://inno-talk.de/leitlinien-zum-rezyklateinsatz-bei-lebensmittelverpackungen/) **Kategorien:** Folienprüfung & Analytik, Lebensmittelverpackung, Migration, Wechselwirkungen, Neuigkeiten **Schlagwörter:** Lebensmittelanalytik, Verpackungsanalytik, Verpackungssicherheit --- ### [9. Inno-Meeting: Lebensmittel gut verpackt - Effizienz steigern und Trends nutzen?!](https://inno-talk.de/446-2/) **Published:** Dezember 20, 2010 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Am 8. und 9. Februar 2011 lädt [Innoform Coaching](http://www.innoform-coaching.de/pages/start.php) bereits zum **9. Mal** zum[ **Inno-Meeting**](http://im.innoform.de) nach Osnabrück ein. **Das alljährliche Treffen der Folienbranche steht im Jahr 2011 unter einem Titel, der bereits vorweg nimmt, dass „gutes Verpacken von Lebensmitteln“ aus wirtschaftlichen wie auch ökologischen Gründen immer wieder die Suche nach gelungenen Kompromissen einschließt.** Um dem Thema von allen Seiten gerecht zu werden, hat der Veranstalter **sechzehn Gastreferenten** eingeladen**.** Sie füllen das Tagungsprogramm von der rechtlichen Seite mit Dr. Martin Wesch/Kanzlei WESCH & BUCHENROTH: **„Neues Schaffen und von Bewährtem nicht lassen“** wie auch aus Sicht der Unternehmensberatung Winfried Dietz: **„Große Firmen, schlankes Management – was bringt’s für den Mittelstand?“**. Mit Thomas Maiwald/real, -SB Warenhaus GmbH schildert auch ein Handelsunternehmen die **„Erwartungen an Food- und Packmittelproduzenten“**. Weitere Beiträge liefern Vertreter aus der Forschung mit Prof. Jens-Peter Majschak, Fraunhofer Anwendungszentrum für Verarbeitungsmaschinen und Verpackungstechnik FhAVV: „Effizienzsteigerung in Verpackungsmaschinen“ und mit Dr. Johannes Bergmair, OFI Österreichisches Forschungsinstitut für Chemie und Technik: „Sicherheit = Risiken minimieren am Beispiel hormonaktiver Substanzen“. „Trends in der Converting-Branche“ werden von Franz Hermann, C2 Europe, Nimble Shows & Media dargestellt. Das reife Publikum, der Verbraucher im „Golden Age“ ist das Spezialthema von Dr. Gundolf Meyer-Hentschel/Meyer-Hentschel Institut. Sein Vortrag beschäftigt sich mit dem „Trend: Golden Age – was kostet’s die Lebensmittel- und Packmittelproduzenten?“ **Am zweiten Tag der Veranstaltung kommen mehrere Industrievertreter zu Wort:** Volker Dreja/Coim Deutschland, Dr. Eva Kupsch/Dow Iberica SL zusammen mit Hans-Günther Schetschok/Rohm and Haas Europe Services ApS und Dr. Cor Beyers/BASF SE sowie Dr. Günter Schubert/Hydro Aluminium Rolled Products GmbH, Dr. Gilian Gerke/DKR und Volker Muche/PacProject GmbH, Christian Konrad/Konrad & Schmidt OGH sowie Ulrich Harte/Windmöller & Hölscher. Der Themenbogen wird von der LH-Klebstoffkaschierung über Kaschierung mit PU-Klebstoffen oder Extrusionskaschierung bis zur Frage wässriger Systeme gespannt. Optimales Siegeln und MAP ohne Schutzgas sind weitere Themen. Die Potenziale zur Einsparung von Umweltemissionen bei der Verwertung von Verpackungen werden ebenso diskutiert wie die Frage, ob es „Haute Couture von der Stange?!“ geben kann. Den Endpunkt setzt das Thema „Megatrend Nachhaltigkeit: Der Innovationsmotor im Extrusions- und Druckmaschinenbau“. Mehr:[ http://im.innoform.de](http://im.innoform.de)### Verwandte Episoden - [1,7 Millionen Tonnen mehr Verpackung durch steigenden Konsum](https://inno-talk.de/17-millionen-tonnen-mehr-verpackung-durch-steigenden-konsum/) - [Leitlinien zum Rezyklateinsatz bei Lebensmittelverpackungen](https://inno-talk.de/leitlinien-zum-rezyklateinsatz-bei-lebensmittelverpackungen/) - [Volker Muche zu Paperization und Trends bei Verpackungsentwicklung](https://inno-talk.de/volker-muche-zu-paperization-und-trends-bei-verpackungsentwicklung/) **Kategorien:** Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten --- ### [3. Fachtagung Biopolymere in Folienanwendungen](https://inno-talk.de/3-fachtagung-biopolymere-in-folienanwendungen/) **Published:** Januar 20, 2011 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Am 30. und 31. März 2011 findet bereits zum dritten Mal in der Festung Marienberg, Würzburg, die Gemeinschaftsveranstaltung des Süddeutschen Kunststoffzentrums und Innoform Coaching über Biopolymere in Folienanwendungen statt. **Folienproduzenten und vor allem auch ihre Kunden und Lieferanten erhalten einen aktuellen Überblick über Biopolymere und Biofolien, die tatsächlich in der Praxis eingesetzt werden.** Ein wesentlicher Nutzen für die Teilnehmer liegt in der technischen und marktorientierten Darstellung relevanter Polymere. Es werden Verarbeitung und Produkte für Verpackungen und technischen Anwendungen dargestellt. Vom Rohstoff über die Produktion z.B. einer Bio-Stretchfolie über die Bio-Lebensmittelverpackung bis hin zur Frage der Sinnhaftigkeit dieser Bemühungen sprechen 15 hochkarätige Referenten aus der Rohstoff- und Verarbeitungsindustrie. ***Im Detail:*** Jan Switten, Switten SARL gibt zunächst einen Überblick über Polymere im Hinblick auf Nachhaltigkeit. Matthias Giebel, Berndt & Partner GmbH, beleuchtet die Umsetzung von Nachhaltigkeits-Strategien im Verpackungsbereich und die Rolle der Biopolymere. Aus Belgien stellt Eric Maziers von der Firma Futerro die Produkte aus L-Milchsäure und D-Milchsäure, wie: Oligomere, Lactide und PLA, vor. Die Nachhaltigkeitsstrategien für Verpackungsanwendungen der Firma DuPont de Nemours International S.A. werden von Dr. Karlheinz Hausmann vorgestellt. Dass Biofolien über sich hinaus wachsen, erklärt Joachim Janz von Innovia Films (Commercial) Ltd. mit dem Produkt „NatureFlex (Cellulose) in Laminaten“. Weitere Vorträge befassen sich mit der Vermarktung von Bio-Folien: Dr. Kurt Stark, Huhtamaki Forchheim, ZN der Huhtamaki Deutschland GmbH & Co. KG „Neue Möglichkeiten mit BioWare-Folien“ und Stephan Wilkens, alesco GmbH & Co. KG, „Kommerzielle Bio-Folien und deren Herstellung“. Aus der Industrie berichten Frank Ernst von der Firma Taghleef Industries GmbH über NATIVIA – biaxial orientierte PLA-Folie sowie Bernd Dierkes und Michael Beck von Wentus Kunststoff GmbH über ihre Erfahrungen mit Biokunststoffen. **Der zweite Veranstaltungstag steht im Zeichen der Nachhaltigkeit und Wiederverwertbarkeit von Biofolien.** Es berichten: Jöran Reske, ISD INTERSEROH Entsorgungsdienstleistungs GmbH, über „Die Lieferkette der Verpackungsindustrie wird „grün“ – ein Beitrag zum nachhaltigen Konsum“; Markus Schmid vom Fraunhofer Institut Verfahrenstechnik und Verpackung über „Nachhaltige Lebensmittelverpackungen – Aktuelles aus der Forschung zu Biopolymeren in Papier- und Folienanwendungen“, Denise Winkelmann, FKuR Kunststoff GmbH, über „Biokunststoffe – Anwendungen jenseits des Müllbeutels“, Martin Rogall, Cofresco Frischhalteprodukte GmbH & Co.KG, über „Anwendungen für Biofolien – Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung aus Sicht eines Markenanbieters“ und schließlich Uwe Bonten, NGR – Next Generation Recyclingmaschinen, über Recycling von Produktionsabfällen aus biologisch abbaubaren Kunststoffen. Details zur Tagung unter: [http://bf.innoform.de](http://bf.innoform.de/)### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** Biofolien, Neuigkeiten **Schlagwörter:** Biopolymere, Nachhaltigkeit, Nachhaltigkeit und Wiederverwertbarkeit von Biofolien --- ### [Special Preise Hotel Remarque](https://inno-talk.de/special-preise-hotel-remarque/) **Published:** Juli 12, 2011 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **Special Preise Hotel Remarque** **[Für Ihren Aufenthalt bei Innoform Veranstaltungen ](http://www.innoform-coaching.de/pages/event/event_list.php)** ![](../../images/empty.gif) Zusatzinformation zu Ihrem Firmenpreis-Vertrag: Sonder- & Feiertagspreise 2011 im Steigenberger Hotel Remarque Nachfolgend nennen wir Ihnen gerne einen Auszug der derzeit gültigen Sommerspecials, auf die Sie zusätzlich zu Ihren Firmenpreisen Zugriff haben. Alle genannten Preise sind buchbar nach Kategorienverfügbarkeit und gelten für die tagesaktuellen Bestpreise. Sofern das Sonderpreis-Kontingent bereits ausgeschöpft ist, greifen wir bei Anfragen automatisch auf Ihre vertraglichen Firmenpreise zurück. Suiten-Special Gönnen Sie sich ein wenig Luxus mit einem Aufenthalt in einer unserer Suiten und sparen Sie 20% zum tagesaktuellen Bestpreis inklusive Frühstück, Mineralwasser und Internetnutzung! – Übernachtung inkl. Frühstück – eine Flasche Mineralwasser – 24 Std. Internetnutzung Dieses Angebot ist gültig für Anreisen bis 31.12.2011. Der angezeigte Preis beinhaltet bereits den Preisnachlass. Bei Nichtinanspruchnahme des inkludierten Frühstücks ist keine Preisreduktion möglich. Kostenfreie Stornierung oder Umbuchung bis 7 Tage vor Anreise möglich. Bei Nichtanreise werden 90% des Gesamtbetrages berechnet. Alle Zimmerpreise verstehen sich inklusive Mehrwertsteuer und die von der Stadt Osnabrück erhobene Beherbergungssteuer sowie die freie Nutzung des Entspannungsbereiches mit Sauna, Dampfsauna und Massagedusche. Dieses Angebot ist nur buchbar über das Internet. ab € 62,40 4 für 3 oder 3 für 2 Kennen Sie das auch? Wenn die Erholung einsetzt, muss man den Koffer schon wieder packen. Bleiben Sie doch einfach noch ein bisschen – Wir laden Sie ein! Denn mit „4 für 3“ oder „3 für 2“ geht die letzte Übernachtung aufs Haus! – 4 Übernachtungen und nur 3 bezahlen oder – 3 Übernachtungen und nur 2 bezahlen – Von Mo. – Fr. exkl. Frühstück, an den Wochenenden inkl. Frühstück Bei Nichtinanspruchnahme des inkludierten Frühstücks am Wochenende ist keine Preisreduktion möglich. Der angezeigte Preis beinhaltet bereits den Preisnachlass. Bei vorzeitiger Abreise wird das Gesamtpaket berechnet. Alle Zimmerpreise verstehen sich inklusive Mehrwertsteuer und die von der Stadt Osnabrück erhobene Beherbergungssteuer sowie die freie Nutzung des Entspannungsbereiches mit Sauna, Dampfsauna und Massagedusche. ab € 176,– Weitere Informationen zu unseren Angeboten finden Sie online unter [www.osnabrueck.steigenberger.de](www.osnabrueck.steigenberger.de)[![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/07/044532-Steigenberger-Hotel-Remarque-Osnabrueck.jpg "044532-Steigenberger-Hotel-Remarque-Osnabrueck")](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/07/044532-Steigenberger-Hotel-Remarque-Osnabrueck.jpg) Wochenend-Preise (gültig ganzjährig von freitags/Anreise bis montags/Abreise) Einzelzimmer inklusive Frühstück: ab € 88,– Doppelzimmer inklusive Frühstück: ab € 116,– Feiertags-Spezialpreise • Tag der Deutschen Einheit 30.09.2011 – 04.10.2011 • Weihnachten 23.12.2011 – 09.01.2012 (Ausnahme Silvester) Einzelzimmer inklusive Frühstück: ab € 93,– Doppelzimmer inklusive Frühstück: ab € 116, — Sommerpreise (gültig 08.07.2011. – 28.08.2011) in der Woche (Montag – Freitag) Einzelzimmer exklusive Frühstück: ab € 93,– Doppelzimmer exklusive Frühstück ab € 116,– am Wochenende (Freitag – Montag): Einzelzimmer inklusive Frühstück: ab € 93,– Doppelzimmer inklusive Frühstück: ab € 116,– oder buchen Sie alternativ unsere Frühbucherrate (15% Reduktion auf den tagesaktuellen Preis) 7 Tage Vorbuchungsfrist 100% Deposit bei Buchung per Kreditkarte keine kostenfreie Stornierung bzw. Umbuchung möglich keine Rückerstattung auf alle verfügbaren Kategorien Reduktion gilt nicht auf die Firmenrate **Alle Innoform Veranstaltungen finden Sie hier:**[ http://www.innoform-coaching.de/pages/event/event\_list.php](http://www.innoform-coaching.de/pages/event/event_list.php)Natürlich können Sie uns auch gerne auf XING kontaktieren:[ https://www.xing.com/net/pri7e8472x/innoform/](https://www.xing.com/net/pri7e8472x/innoform/) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Kategorien:** Neuigkeiten --- ### [Innoform auf Xing: Was erwartet Sie in der XING-Gruppe rund um "Sichere Folienverpackungen"?](https://inno-talk.de/innoform-auf-xing-was-erwartet-mich-in-der-xing-gruppe-fur-sichere-folienverpackungen/) **Published:** August 12, 2011 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Das ganze Netzwerk der Innoform GmbH, die Experten für Folienprüfung, die Verpackungsbranche sowie alle, die Teil der Folienindustrie sind, sollen in Zukunft von den Innoform-Aktivitäten im Social Media Bereich, und zwar besonders durch die **[Innoform XING-Gruppe](https://www.xing.com/net/innoform)** [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/innoform_xing_gruppen_thumb.gif "innoform_xing_gruppen_thumb")](https://www.xing.com/net/innoform)profitieren; vor allem von dem Wissen über Folien, Verpackungen und sichere Lebensmittel, von der Interaktion zwischen den Gruppenmitgliedern sowie von exklusivem Informationsaustausch über Folienverpackung und die Verpackungsindustrie. Mit der Xing-Gruppe**[ *„Sichere Folienverpackungen“*](https://www.xing.com/net/innoform)** bieten wir den Verpackungsspezialisten, Branchenexperten sowie Innoform interessierten Menschen neben unserer Webseite (www.innoform.de) eine interaktive Plattform. In der Gruppe findet man alles rund um sichere Folien, Kunststoff-Folien, Verpackungen, sichere Lebensmittelverpackung, exklusive Fachbeiträge zum Thema Folien und vieles mehr und kann Ideen und Fachwissen austauschen. Wie Sie in wenigen Schritten auf die Gruppe für sichere Folienverpackung gelangen und die Vorteile effektiv nutzen können, beschreiben wir in den folgenden 2 Abschitten: **I. WIE WERDE ICH MITGLIED DER INNOFORM-GRUPPE?****II. DIE GRUPPE AUS SICHT DER GRUPPENMITGLIEDER** Dabei werden die wichtigsten Funktionen der Gruppen-Seite erklärt und u.a. folgende Fragen beantwortet: – Wie suche/finde ich die Gruppe? – Wie werde ich Mitglied in der „Innoform-Gruppe**“**? – Wo finde ich News und einzelne Foren-Themen? – Wie/Wo schreibe ich Beiträge? – Wie lade ich Mitglieder in die Gruppe ein? – etc. **I. WIE WERDE ICH MITGLIED DER INNOFORM-GRUPPE?****1. Schritt: Auf XING anmelden (**) [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/Picture11.png "Picture1")](http://www.xing.de) **2. Schritt: Wie/Wo finde ich die Innoform-Gruppe?** 1. In die Suchleiste oben rechts „***Innoform***“ eingeben und ENTER 2. Auf „***Gruppen***“ klicken 3. Auf Gruppen-Namen „***Sichere Folienverpackungen***“ klicken und zur Übersicht gelangen [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/Picture3.png "Picture3")](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/Picture3.png) **3. Schritt: Wie werde ich Mitglied der Gruppe?****[![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/Picture3..jpg "Picture3.")](https://www.xing.com/net/innoform)** Um alle Vorteile der Gruppe genießen zu können, sich über sichere Folien, Verpackungen und News aus der Verpackungsbranche zu informieren und sich mit anderen Mitgliedern auszutauschen, muss man zunächst Mitglied werde n (kostenlos). Nachdem Sie (siehe 3. in Grafik oben) auf den Namen der Gruppe oder das Logo geklickt haben, gelangen Sie zur **„Über-diese-Gruppe“**-Seite. Dort, wie der Name bereits sagt, stehen erstens Infos über unsere Gruppe und zweitens können Sie auf der rechten Seite den Antrag auf Mitgliedschaft in die Innoform-Gruppe stellen: einfach auf **„Jetzt Mitglied werden“** klicken.[](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/Picture41.png) **II. DIE GRUPPE AUS SICHT DER GRUPPENMITGLIEDER**[![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/Picture41.png "Gruppen Startseite")](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/Picture41.png)Auf der Startseite der Gruppe finden Sie zunächst 3 Reiter: – Startseite– Foren &– Gruppenmitglieder. Aktuelle Meldungen rund um Folien und Verpackungen finden Sie direkt als erstes unter „*News*“ (einfach rechts auf **> Mehr** klicken um alle bisherigen News-Einträge zu finden). Direkt darunter folgen die „*Zuletzt diskutierte Themen in dieser Gruppe*“ (die letzten/aktuellen Einträge und Beiträge der Gruppenmitglieder). Nach dem letzten neuen Beitrag finden Sie den „**Externen RSS-Feed“,** der Informationen rund um aktuelle Innoform Veranstaltungen und vieles mehr liefert (einfach eine Veranstaltung anklicken und mehr erfahren). **Welche Themen werden in den FOREN der Innoform-Gruppe diskutiert?**Unsere „Foren“, wo alle Mitglieder Beiträge schreiben können sowie bestehende Beiträge kommentieren und Fragen dazu stellen können, beinhalten zur Zeit folgende Themen: – NEWS – VERANSTALTUNGEN & TRAININGS – PUBLIKATIONEN[![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/Picture61.png "Picture6")](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/Picture61.png)– REFERENTEN & EXPERTEN – PRÜFMETHODEN / TESTSERVICE – MITGLIEDER UNSERER GRUPPE **Wie schreiben Sie einen Beitrag?**[![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/Optionen-neues-Thema-erstellen.png "Optionen neues Thema erstellen")](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/Optionen-neues-Thema-erstellen.png)Wenn Sie einen neuen Beitrag/Artikel in einem Forum der Innform-Gruppe schreiben möchten, klicken Sie den Reiter „*Foren*“ und wählen Sie das für Sie interessante Forum aus, in dem Sie den Artikel schreiben möchten, zum Beispiel unter PUBLIKATIONEN das Forum „Fachartikel und Inno-Letter“. Innerhalb des jeweiligen Forums haben Sie in der rechten Spalte die Option „**Neues Thema erstellen**„, womit Sie eine neue Diskussion eröffnen können. **Wie laden Sie Ihre Kontakte und andere Mitglider in die Gruppe ein?**Kontakte, andere XING-Mitglieder und auch Personen, die noch nicht bei XING registriert sind, können **Sie selbst** in die Gruppe für Sichere Folienverpackungen **einladen**. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten: Einladung direkt über die Gruppe:1. Einfach die Startseite der Innoform-Gruppe aufrufen 2. Oben rechts auf: „**Optionen**“ => „**in Gruppe einladen**“: dann öffnet sich ein Formular (siehe Grafik unten), in dem Sie Ihre Kontakte einzeln oder per E-mail (bis zu 500 Leute) einladen können [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/Einladungs-Feld2.png "Einladungs Feld")](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/Einladungs-Feld2.png) Einladung über das Profil der Person1. Das Profil der Person, die Sie in die Gruppe einladen möchten, aufrufen 2. Oben rechts unter **Optionen** auf „**mehr**“ klicken. Dann „**In eine Gruppe einladen“** auswählen und das Formular ausfüllen 3. Die Person erhält auf XING eine Einladung mit einem Link zur Gruppe und kann einfach beitreten Einladung via Statusmeldung Eine weitere Option, Mitglieder auf die Gruppe aufmerksam zu machen, besteht darin, dass Sie in Ihrer XING Statusmeldung mit einem Link zur Gruppe darauf hinweisen. Zum Beispiel wie folgt: *„Werden Sie Mitglied in unserer Gruppe „Sichere Folienverpackungen“ https://www.xing.com/net/pri832c1fx/innoform/*Die Innoform XING-Gruppe ist seit dem 31.05.2011 vertreten und hat bereits über 480 Mitglieder (Stand 16.08.2011). Nutzen Sie jetzt die Gelegenheit, die Innoform-Gruppe kennen zu lernen. Genießen Sie exklusiven Informationsaustausch über Folienverpackung und die Verpackungsindustrie. **Wir freuen uns auf unsere neuen Mitglieder!**Ihr Innoform Moderatoren TEAM [ ](https://www.xing.com/profile/Karsten_Schroeder14)**Karsten Schröder:** [www.xing.com/profile/Karsten\_Schroeder14](https://www.xing.com/profile/Karsten_Schroeder14)**Matthias Bösel:** [www.xing.com/profile/Matthias\_Boesel2](https://www.xing.com/profile/Matthias_Boesel2)**Wilma Igelbrink:** [www.xing.com/profile/Wilma\_Igelbrink](https://www.xing.com/profile/Wilma_Igelbrink)**Karen van Wüllen:** [www.xing.com/profile/Karen\_vanWuellen](https://www.xing.com/profile/Karen_vanWuellen)Unsere Webseite finden Sie unter:[ www.innoform.de](http://www.innoform.de/)P.S. Innoform ist jetzt auch auf [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/facebook-icon.png "facebook icon")](http://www.facebook.com/Innoform.Folienverpackungen)**[Facebook](http://www.facebook.com/Innoform.Folienverpackungen)** und [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/twitter-icon.jpg "twitter icon")](http://twitter.com/#!/Innoform_Folie)**[Twitter! ](http://twitter.com/#!/Innoform_Folie)**### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** Neuigkeiten **Schlagwörter:** Folien Verpackung, Folienseminare, Folienspezifikationen, Folienverpackungsprüfungen, Konformitätsstatus, Lebensmittelverpackungen, Materialanalysen, Mechanische Folienprüfungen, Migrationsprüfung, Normen, Optik, Permeation, Permeationsprüfungen, Prüfmethoden, Qualitätssicherung, Rohstoffbewertung, Sauerstoffdurchlässigkeit, Schadensanalyse, Verpackung, Verpackungsfolien, Verpackungsmaschinen, Verpackungsmaterial, Wasserdampfduchlässigkeit --- ### [Standbeutel in der Verpackungsindustrie](https://inno-talk.de/standbeutel-in-der-verpackungsindustrie-eine-einschatzung/) **Published:** August 30, 2011 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Ein Artikel aus der Innoform InnoLetter Reihe **von Henno Hensen** **Entwicklung des Standbeutels**1962 ist der Standbeutel als Doy-Pack von den Brüdern Doyen in Frankreich patentiert worden. Bis zum Beginn des Erfolges von, durch und mit Capri-Sonne Ende der 60er Jahre war er ein unbedeutendes Packmittel und als Packung für Flüssigkeiten kaum bekannt. Als das Patent 1980 auslief, hatte der einzige Lizenznehmer, die Wild Gruppe in Heidelberg, wichtige Schritte zum Schutz der eigenen Marke eingeleitet: Nun ist der 200 ml Capri Sonne Beutel in Verbindung mit Fruchtsaft ein weltweit geschütztes Geschmacksmuster und Markenrecht. Zusätzlich hat Wild ein Patent auf die Fertigung des Loches zum leichten Einstechen des Trinkhalms und bietet für den Beutel einen kompletten Service von den Grundstoffen des Fruchtsafts bis zur Endverpackung an. Auf der Basis dieses Schutzanspruchs erlebte der Capri Sonne Beutel durch Lizenzen von Wild auf der ganzen Welt ab 1980 einen unvergleichlichen Aufschwung. 1980 wurden bei Wild bereits 600 Millionen Beutel verarbeitet. Gleichzeitig blockiert aber der Patentschutz dieses Beutels in seiner Form und Größe durch das zeitlich unbegrenzte Markenrecht eine weitere Verbreitung dieser Verpackungsform. Der Patentschutz hat bis heute Bestand und wird auch von den Wildwerken verteidigt. **[![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/Capri-Sonne-ALLE.png "Capri Sonne ALLE")](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/Capri-Sonne-ALLE.png)**Überall auf der Welt ist Capri-Sonne zu finden und wenn eine Lizenz an ein weltweit auftretendes Unternehmen vergeben wird wie Kraft Foods, kann das bei entsprechenden Mengen und guten Konditionen zu einem neuen Namen wie Kool-Aid und Tang führen. Trotzdem unterliegt der Beutel in der Größe und Form dem Schutz des Geschmacksmusters solange der Inhalt mit Fruchtsaft zu tun hat. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/USA-ALLE.png "USA ALLE")](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/USA-ALLE.png)Unter dieser starken Kontrolle des Erfolgssegmentes Getränke hat Wild für sich und diese Packungsform eine Erfolsstory geschrieben. Allerdings haben sich Getränke im Beutel durch den Patentschutz vorwiegend zum Wohle von Wild fortentwickelt. Den Versuch den Schutz zu umgehen, belegen auch die Wege von Minute Maid (ein Produkt von Coca-Cola) und Farmers Market, die in dem Beutelgeschäft Fuß gefasst haben. Dazu wurde der Beutel in seiner Form geändert. Zusätzlich wurde zum Einstechen des Trinkhalms eine Bodenfalte auch im Kopf eingeführt bzw. ein Laserloch eingebracht, um das Material zur Entnahme zu schwächen. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/USA-ALLE-Minute-Maid-Farmers.png "USA ALLE Minute Maid Farmers")](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/USA-ALLE-Minute-Maid-Farmers.png)Der Endverbraucherpreis für den Karton mit 10 Beuteln liegt heute in den USA bei US $ 2,20. Dieser ungewöhnlich niedrige Preis ist nur dann zu erreichen, wenn von der Folienherstellung bis zur Endverpackung jedes Einsparungspotential ausgeschöpft wird. Das wiederum ist nur dank der enorm gestiegenen Mengen durchsetzbar. Dies gilt für alle Hersteller Wild, Kraft Foods, Minute Maid und Formers Market. Ein kleiner Teil an Fruchtsaft im Beutel von unter 5% wird in Japan unter dem Namen Cheerpack verkauft. Dies ist ein Beutel mit einem Ausgießer und einer Konstruktion mit zwei Seitenfalten. Der Verkaufspreis ist entsprechend 3-mal höher als der klassische Capri Sonne Beutel, auch wenn der Cheerpack keine Standfähigkeiten hat. Die ist besonders auf den Wiederverschluss und die Marktgegebenheiten in Japan zurück zu führen. Unter dem Namen Guala wird in Europa ein ähnliches Produkt mit Ausgießer verkauft. Die nachstehend abgebildeten Beutel erfreuen sich besserer Preise, sind aber wenig bekannt. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/Cheerpack-und-Disney-Schokomilch.png "Cheerpack und Disney Schokomilch")](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/Cheerpack-und-Disney-Schokomilch.png) Alle Abbildungen vom Autor erstellt **Weltverbrauch 1998 6 Milliarden 1998 und 25 Milliarden in 2006****Das entspricht einer Steigerung von 23% pro Jahr**Der erste Balken der nachstehenden Graphik ist fast ausschließlich mit dem Produkt von Wild besetzt. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/Weltverbrauch-Grafik-1998.png "Weltverbrauch Grafik 1998")](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/Weltverbrauch-Grafik-1998.png) Die mengenmäßig so positive Entwicklung von Getränken in Beuteln (vorwiegend ohne Ausgießer), ist vorwiegend durch Wild und sein unvergleichliches Marketingkonzept erreicht worden. Die enormen Mengenzuwächse insbesondere zu Beginn der 90er Jahre sind aber auch der Umweltdiskussion geschuldet, in der nicht nur der Milchkarton sein umweltfreundliches Image bekam sondern auch der Schlauch- und Standbeutel. Das positive Image des Beutels der nicht mit Pfand belastet ist, ist ein Erfolg der Wild Gruppe. **Und in Europa sieht die Entwicklung so aus:****[![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/Entwicklung-Europa-Grafik.png "Entwicklung Europa Grafik")](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/Entwicklung-Europa-Grafik.png)**Eine Steigerung der jährlichen Verbrauchsmengen des Standbeutels in allen Segmenten um mehr als das 10fache in 12 Jahren von 1,8 Milliarden in 1995 auf 4,5 Milliarden in 1999, auf 9 Milliarden in 2002 und bis auf 19 Milliarden in 2007 ist ebenso außergewöhnlich und setzt sich weiter fort. Dies ist umso erstaunlicher, weil zur gleichen Zeit die PET Flasche bei Getränken Einzug hielt. In der Gesamtheit haben die Standbeutel seit mehr als 20 Jahren eine Steigerung erfahren, die dem DAX zur Ehre gereichen würde. Quelle der Graphiken: Allied Development Corp. **Worin liegt das Geheimnis dieses Zuwachses?**Unter diesem Mengenzuwachs ist auch die Preisentwicklung zu beachten, denn der Kostenblock des Materials sinkt bei standardisierten Qualitäten und steigenden Mengen erheblich. Dies belegt der geschilderte Erfolg des Getränkebeutels, der auch deshalb so erfolgreich ist, weil die Packungsform und Größe sowie die Materialzusammensetzung standardisiert wurden. Gleiches hat sich inzwischen mit dem Portionsbeutel 80 und 100 Gramm für Katzenfutter ergeben, der inzwischen ebenfalls in großen Mengen verkauft wird und das Volumen des Capri Sonne Beutels eingeholt hat. Sicherlich ist hier auch Marketing ein wichtiges Tool. Mit seinen Begründungen in ökologischer und qualitativer Hinsicht ist dem Verbraucher diese Packungsform im Regal nahe gebracht worden. Inzwischen ist auch der Preis der Verpackung bei den 80 und 100 Gramm Katzenfutterbeuteln ein erheblicher Kaufanreiz geworden. Die Industrie gibt inzwischen offensichtlich die logistischen Vorteile und die energetischen Einsparungen beim Autoklavieren an den Verbraucher weiter. Dies führt zu schrumpfenden Mengen von Dose und Tray zugunsten des Beutels. **SWOT des Standbeutels:**Der Standbodenbeutel hat den außergewöhnlichen Vorteil, dass er in seiner Form dem Inhalt angepasst werden kann, was dem Marketing unvergleichliche Möglichkeiten zur Unterscheidung seines Produktes gibt. Nicht das Etikett der Dose ist das einzige Unterscheidungsmerkmal am POS sondern das gesamte Kleid des Produktes kann wirken. Hinzu kommen die unterschiedlichen Barriereeigenschaften der Folie, die dem Marketingmanager noch einmal zusätzlich alle Möglichkeiten zur Unterscheidung geben, bis hin zu einem Fenster um das Produkt zu zeigen. Diese Vielfalt der Möglichkeiten zur Gestaltung der Packung hat den Nachteil, dass der Standbeutel mit Erreichen aller dieser Unterscheidungsmerkmale keine Standardisierung erreichen kann. Damit wird die Erwartung eines preiswerten Packmittels nicht erreicht. Gewicht und Leervolumen sowie logistische Vorteile bei Lagerung und Transport nähren diese Erwartung. Nur das von Wild zuerst so erfolgreiche Standardisieren führt zu einem Mengenzuwachs, der nur dann seine Auswirkungen in einem niedrigen Preis der Packung findet. Hinzu kommt der Ruf nach Hochleistungsanlagen, die Beutel so schnell füllen und verpacken können, wie dies in der Konservenindustrie üblich ist. Inzwischen gibt es Anbieter, die 1000 Beutel und mehr pro Minute verarbeiten können. Trotzdem gibt es wegen der so unterschiedlichen Formen und Folien noch keine allgemein gültigen Lösungswege. Es wird über Form-Fill-Seal geredet, Füllen-Verschweißen ist eine weitere Variante und Füllen-Verschrauben wird ebenso angeboten. All diese Lösungswege werden von einer Vielzahl von Anbietern unterstützt und tragen zur Verwirrung der Entscheider bei. Deshalb ist es unabdingbar notwendig, dass all diese vielfältigen Möglichkeiten und Anforderungen an diese Packungsform mit den technischen Machbarkeiten koordiniert und gebündelt werden. Dieses wiederum fordert von dem Packmittelhersteller eine außergewöhnliche breite Wissensbasis, um den Auftraggeber umfassend beraten zu können. Nicht nur das Wissen um Folie, Druck und die Vielfalt in der Formgebung muss beherrscht werden, sondern auch die Einflüsse des Produktes auf das Packmittel bei seiner Herstellung und Verbringung in die Packung sind ebenso eine Wissensnotwendigkeit. Gleichzeitig ist der permanente Kontakt zu den verschiedenen Anbietern von Füll- und Verpackungsmaschinen stets zu aktualisieren, um dieses Packmittel erfolgreich verkaufen zu können. Hinzu kommt noch der Wiederverschluss für den Beutel, der eine zusätzliche Anforderung an die Wissensbasis des Verkäufers stellt. Weil diese Packungsform seit 20 Jahren überdurchschnittliche Zuwachsraten aufweist, sind viele neue Anbieter auf dieses Packmittel und die Maschinen aufmerksam geworden. Das führt naturgemäß dazu, dass es dem Entscheider zunehmend schwer fällt, die richtige Lösung für sein Produkt zu finden. Nicht hinreichendes Fachwissen und der kommerzielle Druck führt bei den vielfältigen Möglichkeiten häufig zu Entscheidungen, die dem Produkt im Beutel nicht gerecht werden. Jeder der Marktteilnehmer verfolgt vorwiegend seine eigenen Interessen, weshalb es immer wieder zu Fehlentwicklungen kommt, die der Gesamtheit dieser Packungsform nicht zuträglich sind. **Der Weg zur richtigen Lösung**Wenn sich ein Produkthersteller für eine Flüssigkeitsverpackung im Standbodenbeutel entscheidet, muss es ihm gelingen die Argumente, die ihm anbieterspezifisch gegeben werden, von den wirklichen Notwendigkeiten seines Produktes zu trennen. Er darf sich keinesfalls nur vom Preis leiten lassen, sondern muss verschiedene Ausgießer, verschiedene Folien, verschiedene Beutel- und Folienhersteller nebeneinander stellen. Ebenso muss er auch die Druckverfahren und Fertigungstoleranzen vergleichen und diese mit den produktspezifischen Anforderungen für sein Produkt im Zusammenhang bringen. Weiterhin ist es notwendig diese Notwendigkeiten auf die möglichen Maschinenanbieter zum Verarbeiten seines Produktes im Standbodenbeutel zu übertragen. Kaum eine Einkaufsabteilung ist in der Lage dieser Aufgabe gerecht zu werden, weil die stabilen Packmittel standardisiert sind und sich Gesetzmäßigkeiten für eine schnelle Entscheidung dafür heraus gebildet haben. Dieses gilt für den Milchkarton, für Glas- und PET-Flaschen, als auch für Dosen. Diese Aufgabe wird noch dadurch erschwert, weil das erwartete geringere Kostenniveau des Standbodenbeutels selten mit der Realität übereintrifft. Dies führt auch dazu, dass die kaufmännische Beurteilung dieser Packungsform häufig den technischen Notwendigkeiten durch preiswertere Lösungen widersprechen, weil kein Verständnis für die Komplexität der Gesamtzusammenhänge hergestellt wird und erreicht werden kann. Die Entscheidung, welcher Beutel, in welcher Form, mit oder ohne Ausgießer muss vorwiegend nach den Anforderungen des Produkts und seiner Platzierung am POS beeinflusst werden. Die technischen Aspekte zur Verarbeitung des Standbeutels müssen ein größeres Gewicht erhalten und die Diskussion, ob ein vorgefertigter Beutel eingesetzt wird oder ob von der Rolle gefertigt wird, darf nicht allein von kaufmännischen Gesichtspunkten geprägt sein. Es entstehen sonst unter dem Kostendruck und des kurzfristigen Erfolgszwangs schlechte Lösungen, die weniger dem eigentlichen Produkt dienlich sind sondern nur den kaufmännischen Notwendigkeiten folgen. Ein altes Produkt in einem neuen Kleid wird erfolgreicher sein als ein neues Produkt in einem unattraktiven Outfit. Der Beutel in seiner richtigen Anwendung ist eine ideale Verpackung, um ein wertvolles Produkt in seiner Darbietungsform von vergleichbaren Produkten zu unterscheiden. So wird vermieden, dass eine minderwertig anmutende Verpackung das Produkt in eine Abwärtsspirale des Endpreises hineingestellt wird. Allerdings kann man dieser Spirale entkommen, wenn eine breite Wissensbasis zur Verfügung steht, die für den Standbodenbeutel noch nicht ausreichend etabliert ist. Die zweite Standbeutel Konferenz in Wiesbaden am 23./24. November ist ein idealer Treffpunkt, um die Wissensbasis für Entscheidungsträger zu erweitern und auch neutrale Berater zu finden, die in diesem Feld sachgerechte Unterstützung geben können. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/Jurema.jpg "Jurema")](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/Jurema.jpg)*Hier sind zwei Standbeutel mit 200 Gramm Mais abgebildet, wie sie am Markt sicher größere Aufmerksamkeit erreichen würden als eine Blechdose. Diese Studie des Autors mit einem konturierten Beutel und einem Beutel mit Fenster ist nicht am Markt. Sicher ist aber das Produkt attraktiver gezeigt als in eine Dose mit einem Etikett als einziges Unterscheidungsmerkmal. Autoklavierbares Material und der Einsatz einer Barriere mit UV Schutz sind am Markt vorhanden, um diesen Weg zu gehen.* **HENSEN CONSULT**Beratung für flexible Verpackungen Bürgermeister-Spitta-Allee-58F D-28329 Bremen Tel: 0421 23 33 90 Fax: 0421 23 33 53 Mobil: 0171 1977 188 E-mail: henno@hensen.de web: www.hensen-consult.de Member of www.innonet-partners.eu [**Innoform Consulting GmbH**](http://www.innoform-coaching.de/pages/start.php)Stüvestraße 25 D-49205 Hasbergen Tel: +49 (0) 54 05 / 80 76 70 E-Mail: consulting@innoform.de [Innoform](www.innoform.de) auf: [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/xing.jpg "xing")](https://www.xing.com/net/innoform/)[![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/Facebook.png "Facebook")](https://www.facebook.com/Innoform.Folienverpackungen)[![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/08/twitter.jpg "twitter")](http://twitter.com/Innoform_Folie)[www.innoform-coaching.de/pages/start.php](www.innoform-coaching.de/pages/start.php) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Replace- anstatt Refill-Standbeutel](https://inno-talk.de/replace-anstatt-refill-standbeutel/) - [New stand-up pouch studie](https://inno-talk.de/new-stand-up-pouch-studie/) **Kategorien:** Folienprüfung & Analytik, Standbeutel **Schlagwörter:** Endverpackung, Flüssigkeitsverpackung, Folie, Folienhersteller, Folienverpackung, Standbeutel, Verpackung, Verpackungsindustrie --- ### ["Drucken und Kaschieren" (Teil 1 von 8): Ein Überblick über häufig verwendete Synthetikfolien zum Drucken und Kaschieren](https://inno-talk.de/drucken-und-kaschieren-teil-1-von-8-ein-uberblick-uber-haufig-verwendete-synthetikfolien-zum-drucken-und-kaschieren/) **Published:** September 6, 2011 **Author:** Karsten Schröder **Content:** 1\. Teil: **ORDNUNG IM BEZEICHNUNGSDURCHEINANDER** von KARSTEN SCHRÖDER[![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Karsten-Profil-Bild4-150x150.jpg "Karsten Profil Bild")](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Karsten-Profil-Bild4.jpg)*Im vorliegenden, mehrteilig ausgelegten Beitrag wird ein Überblick über die marktüblichen Arten und Typen synthetischer Folien gegeben, die für die Kaschierung und das Drucken verwendet werden. Um den Rahmen der Darstellung nicht zu groß und damit unübersichtlich werden zu lassen, beschränkt sich die Betrachtung dieser Artikelserie auf Folien zur Herstellung* von Lebensmittelverpackungen. **Der Markt für Verbundfolien in Deutschland**Viele verlässliche Indikatoren deuten darauf hin, daß der Markt für Verpackungsfolien auch in den kommenden Jahren weiter wachsen wird. Insbesondere Verbundfolien mit und ohne Barrierefunktion erfreuten sich bereits in den Jahren 2001-2004 eines besonderen Wachstums. Den größten Anteil daran hatten Verbundfolien, die als Thermoformfolien (= Tiefziehfolien) zum Einsatz kommen. Eine weitere starke Gruppe bilden die Barrierefolien, die sowohl mit als auch ohne Aluminiumschicht zur Verfügung stehen. Diese verschiedenen Verbundfolien können mit unterschiedlichen Arten und Typen von Folien verschiedenster Hersteller kaschiert und bedruckt werden (Tabelle 1). ***Tabelle 1: Entwicklung des Verbrauchs flexibler Kunststoff-Verbundgruppen in Deutschland für die Jahre 2004/2004 (in to).(Quelle: Innoform; GVM Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung)****[![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Teil-1-Grafik-12.png "Teil 1 Grafik 1")](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Teil-1-Grafik-12.png)* **[](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Teil-1-Grafik-1.png)** **Folienarten und Wachstumspotentiale**Folienarten bezeichnen im Kontext der Kaschierfolien die Klasse der für ihre Herstellung eingesetzten Rohstoffe. Dabei wird beispielsweise zwischen PET (Polyethylenterephtalat), PP (Polypropylen) oder PE (Polyethylen) unterschieden. Kaschierfolien sind Materialien, die im weiteren Verlauf ihrer Verarbeitung mit anderen Folien kaschiert werden sollen und sowohl bedruckt wie auch unbedruckt erhältlich sind und in verschiedenen Typen und Mischungen hergestellt werden. Angesichts der vielen, am Markt verfügbaren Produktvarianten wie auch der Forderung nach stabiler Verarbeitung in den verschiedensten Kaschier- und Druckprozessen müssen diese Folienmaterialien extrem robust sein. Wie wird sich der Kunststoffverbrauch zur Herstellung von Kaschier- bzw. Druckträgerfolien für flexible Verpackungen in den kommenden Jahren entwickeln? Das Britische Marktforschungsunternehmen PCI Films Consulting führte eine diesbezügliche Studie für den Zeitraum 2006-2010 durch, deren Ergebnisse in Tabelle 2 aufgeführt sind. ***Tabelle 2: Geschätzter Kunststoffverbrauch für flexible Verpackungen in Europa (2006-2011) (Quelle: PCI Films Consulting)***[ ](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Teil-1-Grafik-2.png)[![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Teil-1-Grafik-2.png "Teil 1 Grafik 2")](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Teil-1-Grafik-2.png)*[ ](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Teil-1-Grafik-2.png)*Auf der Grundlage dieser Werte ist klar erkennbar, daß Polyolef ine (PE und PP) einen besonders hohen Anteil einnehmen. Unterschieden wird hier zudem zwischen PP-C (= PP cast film = Gießfolie unverstreckt) und PP-BO (= PP biaxial orientiert). Bezüglich des Mengenwachtums sind insbesondere die PP-BO-Folien von besonderem Interesse. Von entscheidender Bedeutung für die künftige Produktentwicklung sind jedoch zweifellos die Zuwachsraten der jeweiligen Materialien zur Herstellung flexibler Verpackungen (Tabelle 3). ***Tabelle 3: Geschätzter Zuwac hs des Kunststoffverbrauchs für flexible Verpackungen in Europa (2006 b** ***is 2011). (Quelle: PCI Films Consulting)*** **[![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Teil-1-Grafik-31.png "Teil 1 Grafik 3")](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Teil-1-Grafik-31.png)** Die stärksten Zuwächse liegen im Bereich »other f ilms«. Dabei handelt es sich um Folienverbunde aus verschiedenen Werkstoffen oder nicht eigens genannte Folientypen. Speziell dieser nicht näher spezifizierten Produktgruppe wird der größte Zuwachs vorhergesagt, während die Gruppe der PET-BO-Materialienebenfalls stark wachsen wird. Diese Zuwächse gehören mit zu den Gründen, warum immer mehr Unternehmen die Herausforderung der Folienkaschierung annehmen möchten. **Die Nomen**[ ](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Teil-1-Grafik-2.png) **klatur von Folien**Bei der Erstellung der weltweit gültigen Norm DIN EN ISO 1043-1 wurde auch das Ziel verfolgt, Benennungsregeln aus anderen Kunststoff- und Chemiefachgebieten auf die Folienindustrie zu übertragen. Diese schon 2001 erschienene Norm ist jedoch noch weitgehend unbekannt und wird daher kaum angewandt, obwohl sie über das unbestreitbare Potential verfügt, Ordnung ins Bezeichnungsdurcheinander zu bringen. Auf der Grundlage dieser Norm wird wieder auf die traditionelle Vorgehensweise zurückgegriffen, materialspezifischen Buchstaben groß zu schreiben. Beispiele hierfür sind: • PVC = Polyvinylchlorid • PE = Polyethylen • PP = Polypropylen • PS = Polystyrol • PLA = Polymilchsäure Sind die Eigenschaften von Werkstoffe auf bestimmte Verarbeitungsschritte zurückzuführen, so werden diese in Großbuchstaben mit Bindestrich getrennt, der Werkstoffbezeichnung nachgestellt. Als Beispiel sei hier die biaxiale Orientierung genannt, ein aufwendiger Prozeß, der die Eigenschaften des jeweiligen Materials spürbar verändert: • PP-BO = biaxial orientiertes Polypropylen • PET-BO = biaxial orientiertes Polyethylenterephtalat • PP-BO = biaxial orientiertes Polypropylen • PA-BO = biaxial orientiertes Polyamid Gäbe es eine monoaxial verstreckte Folie aus Polyethylenterephtalat, so müßte diese entsprechend als PET-MO bezeichnet werden. Weitere werkstoffliche Eigenschaften, die im Materialnamen genannt werden, sind beispielsweise PE-LLD (= Polyethylen linear low density/linear niedrigdichtes Polyethylen). Würde eine solche Folie biaxial verstreckt, so müßte sie entsprechend der oben genannten Norm PE-LLD-BO genannt werden. Für die nachfolgend genannten Folientypen hat sich allerdings noch keine einheitliche Sprach- und Schreibweise durchgesetzt: • PET-BO met. = biaxial orientiertes und metallisiertes Polyethylenterephtalat • PET-BO AlOx= biaxial orientiertes, mit transparentem Aluminiumoxid beschichtetes Polyethylenterephtalat • PET-BO SiOx= biaxial orientiertes, mit transparentem Siliziumoxid beschichtetes Polyethylenterephtalat • PET-BO x oder x PET-BO = biaxial orientiertes, mit PVDC beschichtetes Polyethylenterephtalat Entsprechendes gilt für andere Substrate/Polymere wie beispielsweise: • PP-BO geschäumt (expandiert) • PP-BO Acryl-lackiert • PP-BO PVOH-lackiert Angefügte Zahlen benennen die Anzahl der Kohlenstoffatome in einer Monomereinheit eines jeden Monomers bzw. Co-Monomers. Vor diesem Hintergrund bezeichnet beispielsweise PA 6 eine Monomereinheit mit sechs Kohlenstoffatomen (NH-(CH2)5-CO), während PA 66 zwei Monomereinheiten mit unterschiedlicher Struktur aber beide mit sechs C-Atomen bezeichnet (NH-(CH2)6-NH-CO-(CH2)4-CO). Das letztere Material wird aus HMD (Hexamethylendiamin) und Adipinsäure hergestellt und entsteht durch eine Polykondensation unter Wasserabspaltung. **Verschiedene Folienklassen**• Monofolien Aus einer Materialschicht hergestellte Folien werden üblicherweise als Monofolien bezeichnet. Dieser Begriff hat sich mittlerweile gegen die gelegentlich ebenfalls verwendete Bezeichnung Solofolie allgemein durchgesetzt. • Verbundfolien – Coextrudierte Verbundfolien Dabei handelt es sich um Folientypen, die in einem Verfahrensschritt durch die sinnvolle Kombination verschiedener Materialschichten hergestellt werden und über, durch die jeweiligen Materialarten vorbestimmte Eigenschaften verfügen. Als Klassiker in diesem Bereich gilt die Coex-Verbundfolie aus weiß und schwarz eingefärbten PE-LD und PE-LLD für die Herstellung von Produkten wie beispielsweise Torfverpackungen. – Kaschierte Verbundfolien Dabei handelt es sich um Folientypen, die entweder inline oder durch einen separaten Arbeitsschritt durch Klebstoffauftrag miteinander verbunden werden. Derart hergestellte Folienverbunde oder Verbundfolien haben deutlich andere Eigenschaften als Coex-Folien. Deshalb schlägt der Autor eine entsprechende sprachliche Unterscheidung vor: kaschierte Verbundfolien oder LF (=lösemittelfrei) kaschierte oder extrusionskaschierte Verbundfolien. Nicht verwendet werden sollte der Ausdruck »Folienverbünde«, da es sich in diesem Zusammenhang nicht um »Verbündete« sondern um miteinander verbundene Materialien handelt.**(wird fortgesetzt)****Dienstleistungen rundum die Folie**Innnoform besteht aus den Schwesterunternehmen Innoform GmbH (Testservice und Consulting) in Oldenburg/D und Innoform Coaching GbR in Hasbergen bei Osnabrück/D. Die Innoform Consulting beschäftigt sich mit Fragen der Folientechnologie mit Schwerpunkt Lebensmittelverpackungen. Dabei wird versucht dem Kunden fundierte Antworten im Hinblick auf lebensmittelrechtliche Belange, technologische Produktionsprobleme oder Folienentwicklungen zu geben. In diesem Zusammenhang ist das Erstellen von Gutachten und lebensmittelrechtlichen Konformitätserklärungen gepaart mit Spezifikationen ein wesentliches Instrument. Das Leistungsspektrum von Innoform Testservice umfaßt das Aufzeigen von Verpackungslösungen, Folienanalytik, Schadensanalyse sowie qualitätssichernde Maßnahmen (z. B. überprüfung). Seit Mai 2007 ist der Testservice nach DIN EN ISO/ IEC 17025 akkreditiert. Innoform Coaching organisiert öffentliche Workshops, Tagungen und das jährliche **[Inno-Meeting](http://event.innoform-coaching.de/information.php?code=IM).**[ ](http://www.innoform.de/)Innoform auf **[![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Logo-zum-Verlinken.jpg "Logo zum Verlinken")](http://www.xing.com/net/innoform)****Kontakt:****Innoform GmbH Testservice**Industriehof 3, 26133 Oldenburg TS@innoform.de **[**www.innoform.de** ](http://www.innoform.de/)**### Verwandte Episoden - [Folien-Material-Analyse Podcast mit Daniel Wachtendorf](https://inno-talk.de/folien-material-analyse-podcast-mit-daniel-wachtendorf/) - [Frank Jacobs von XEIKON zu Toner- und Inkjet Digitaldruck](https://inno-talk.de/frank-jacobs-von-xeikon-zu-toner-und-inkjet-digitaldruck/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** Folienprüfung & Analytik **Schlagwörter:** Drucken und Kaschieren, Lebensmittelverpackungen --- ### [“Drucken und Kaschieren” (Teil 2 von 8): Eigenschaften und Einsatzgebiete verschiedener Folientypen](https://inno-talk.de/drucken-und-kaschieren-teil-2-von-8-haufig-verwendete-folien-zum-drucken-und-kaschieren/) **Published:** September 14, 2011 **Author:** Karsten Schröder **Content:** 2\. Teil: Häufig verwendete Folien zum Drucken und Kaschieren **Eigenschaften und Einsatzgebiete verschiedener Folientypen**von Karsten Schröder, Ansgar Wessendorf *Im zweiten Teil dieser Artikelserie über die marktüblichen Arten und Typen synthetischer Folien zur Herstellung von Lebensmittelverpackungen stehen die Eigenschaften und Einsatzgebiete verschiedener Folientypen im Zentrum der Berichterstattung.* **Polyvinylchlorid (PVC)**PVC ist bei Werkstoffexperten sehr beliebt, das es nicht nur in den Ausführungen Hart-PVC (PVC-U) und Weich-PVC PVC-P verfügbar ist, sondern auch nicht so eng an den Rohölpreis gekoppelt ist, wie die meisten anderen Kunststoffe. Dies hat seinen Grund darin, daß Ethylenchlorid, der zweite Basisgrundstoff von PVC, ein Reaktionsprodukt von Ethylen mit Kochsalz (NaCl) ist. Dies ist daher in ausreichendem Maß vorhanden und im Vergleich zum Öl unterliegt es nur geringen Preisschwankungen (Abbildung 1). [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/1.-Bild.png "1. Bild")](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/1.-Bild.png)![](file:///C:/Users/Helge/AppData/Local/Temp/moz-screenshot-44.png)![](file:///C:/Users/Helge/AppData/Local/Temp/moz-screenshot-43.png) ***Abbildung 1: Vinylchlorid reagiert zu Polyvinylchlorid*** Im Bereich der Verpackungsfolien ist PVC in einigen europäischen Ländern wie Deutschland oder der Schweiz umstritten. Hauptursache dafür ist die Diskussion um Weichmacher, auf die hier allerdings nur kurz eingegangen werden kann. Weichmacher halten Kunststoffprodukte geschmeidig. Sie werden daher in vielen Bereichen des täglichen Lebens verwendet und entsprechend häufig kommen die Verbraucher mit diesen Substanzen in Kontakt. Zu den am häufigsten verwendeten Weichmachern gehört die zur Gruppe der Phthalate gehörende Substanz Diethylhexylphthalat (DEHP). Aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften kann sich DEHP beim Kontakt mit Flüssigkeiten oder Fetten aus Kunststoffen lösen bzw. ausgasen und damit direkt an den Verbraucher gelangen oder in die Innenraumluft übergehen. Es muß in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen werden, daß diese Substanz hinsichtlich ihrer Gesundheitsgefährlichkeit als »gut untersucht« gilt. Danach ist die akute Giftigkeit von DEHP gering und die Substanz ist als nicht erbgutschädigend eingestuft. Weltweit steigen die Produktionsmengen von PVC, wobei für den Bereich der Lebensmittelverpackungen vor allem das Hart-PVC interessant ist. Ein Grund dafür ist der Boom der sogenannten Tiefzieh- oder Thermoformverpackungen, wie sie für Modified Atmosphere Packaging (MAP) frischer Produkte wie Wurst und Käse im großen Stil zum Einsatz kommen. Aufgrund der oben angedeuteten Diskussion um die Weichmacher ist der Einsatz von Weich-PVC (PVC-P) in Zentraleuropa rückläufig. Im Pharmasegment gibt es noch einige Bereiche, in denen Weich-PVC nach wie vor eingesetzt wird (z.B. Beutel für Blutkonserven). Doch auch hier wird verstärkt nach Alternativen gesucht. Das hochtransparente, steife/spröde Hart-PVC (PVC-U) eignet sich besonders für die bereits erwähnten Thermoformanwendungen. Gute Verformbarkeit bei hoher Steifigkeit und guter Transparenz sowie Siegel-/Kaschierfähigkeit sind Materialeigenschaften die dafür sorgen, daß PVC noch lange für derartige Anwendungen eingesetzt wird. **Polystyrol (PS)**Hinsichtlich seiner Bedeutung für Lebensmittel-Primärverpackung scheint das Polystyrol etwas an Boden zu verlieren. Dies hat damit zu tun, daß es zum einen auch die Verträglichkeit von Styrol nicht unangefochten ist und zum anderen damit, daß die Eigenschaftsprofile alternativer Werkstoffe wie PVC, PET und PP im Hinblick auf Lebensmittelverpackungen überlegen sind. Darüber hinaus spielen Preis und Verarbeitbarkeit ebenso eine Rolle wie Barriereeigenschaften, die bei Polystyrol nicht überragend sind. Das Material wird durch Polymerisation des monomeren Styrols gewonnen, wovon später im Lebensmittel möglichst nichts mehr zu finden sein soll (Abbildung 2). [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/2.-Bild.png "2. Bild")](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/2.-Bild.png)***Abbildung 2: Strukturformel des (Poly)Styrol*** Zu den bekanntesten Anwendungen von Polystyrol im Lebensmittelbereich zählen der Joghurtbecher sowie thermogeformte Verpackungen für Frischprodukte (Abbildung 3 und 4). [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/3.-Bild.png "3. Bild")](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/3.-Bild.png)***Abbildung 3: Joghurtbecher ohne Deckel*** [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/4.-Bild.png "4. Bild")](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/4.-Bild.png)***Abbildung 4: Produktbeispiele für thermogeformte PS-Verpackungen*** Polystyrol wird häufig kaschiert und/oder bedruckt. In diesem Zusammenhang ist die Eigenschaft des Materials, Lösemittel aus der Druckfarbe oder dem Klebstoff aufzunehmen, ein weiterer negativer Aspekt hinsichtlich seiner Eignung für Lebensmittelverpackungen, da bei unsachgemäßer Verarbeitung hohe Restlösemittelgehalte zurück bleiben können. Grundsätzlich ist das Material aber für Verpackungsanwendungen zugelassen und findet auch seit vielen Jahren erfolgreich Verwendung. Einen Boom erfährt es im Bereich der s.g. Sleeve-Etiketten – dazu in folgenden Artikeln mehr. **Polyethylenterephthalat (PET)**PET ist ein harter Werkstoff, der im Lebensmittelbereich vor allen für Thermoformanwendungen eingesetzt wird (Abbildung 5). [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/5.-Bild.png "5. Bild")](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/5.-Bild.png)***Abbildung 5: Struktur des Polyethylenterephthalat*** Dabei handelt es sich um einen durch Polykondensation hergestellten thermoplastischen Kunststoff aus der Familie der Polyester. PET hat vielfältige Einsatzbereiche und wird unter anderem zur Herstellung von Kunststofflaschen und Folien verwendet. Abhängig vom Grad der Kristallinität, d.h. der regelmäßigen Anordnung seiner Polymerketten, bietet PET vielfältigste Eigenschaften: - PET-C: kristalline PET - PET-A: amorphes PET mit nichtstrukturierter Anordnung der Polymerketten - PET-G: mit Glykol modifiziertes PET, dessen Kristallisation verhindert wurde Alle drei Varianten kommen entweder einzeln, in Mischungen oder in co-extrudierten Schichten zum Einsatz. PET-A ist glasklar, thermisch formbar und bedingt siegelfähig. Je mehr es kristallisiert, desto trüber aber auch thermisch stabiler wird es. Somit ist das kristalline PET-C das derzeit einzige Kunststoffmaterial, das für Anwendung zum Aufbacken von Fertigmenüs zum Einsatz kommt. Oft werden dafür coesxtrudierte Materialien aus PET-C mit dünnen PET-A Schichten verwendet, um die Versiegelung einer solchen Menüschale zu ermöglichen. Polyethylenterephthalat wird im Gegensatz zu den beiden anderen Hartfolien auch als Dünnfolie (bis zu 8 µm; Standarddicke: 12 µm) produziert. Um konstante Außenschichten zu erhalten und dennoch zurückgewonnene Produktionsreste in der Mittelschicht verwenden zu können, sind diese Folien zumeist dreischichtig ausgeführt. Sie lassen sich sehr gut bedrucken und kaschieren und das nachgeschaltete Reckverfahren nach der Gießfolienherstellung führt zu extrem geringen Dickentoleranzen. Diese Folien haben in der Regel Schmelzpunkte von über 250°C, so daß sie auch als Oberfolie in Verbundmaterialien geeignet sind, um damit den Einsatz auch sehr heißer Siegelwerkzeuge zu ermöglichen. Beispiele hierfür sind Deckelfolien für MAP-Thermoformverpackungen. ***\[wird fortgesetzt\]***Innoform auf **[![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Logo-zum-Verlinken.jpg "Logo zum Verlinken")](https://www.xing.com/net/innoform)****Kontakt:****Innoform GmbH Testservice**Industriehof 3, 26133 Oldenburg TS@innoform.de **[**www.innoform.de**](http://www.innoform.de/)**### Verwandte Episoden - [Frank Jacobs von XEIKON zu Toner- und Inkjet Digitaldruck](https://inno-talk.de/frank-jacobs-von-xeikon-zu-toner-und-inkjet-digitaldruck/) - [Interview with Dr. Daniele Borin (Taghleef Industries) about BOPP barrier films](https://inno-talk.de/interview-with-dr-daniele-borin-taghleef-industries-about-bopp-barrier-films-2/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** Folienprüfung & Analytik **Schlagwörter:** Drucken und Kaschieren, Flexo-Druck, Folientypen, Tief-Druck, Verpackungsfolien --- ### [“Drucken und Kaschieren” (Teil 3 von 8): Eigenschaften und Einsatzgebiete von dünnen Druckträgerfolien und Siegelschichten](https://inno-talk.de/drucken-und-kaschieren-teil-3-von-8-eigenschaften-und-einsatzgebiete-von-dunnen-drucktragerfolien-und-siegelschichten/) **Published:** September 20, 2011 **Author:** Karsten Schröder **Content:** 3\. Teil : Häufig verwendete Folien zum Drucken und Kaschieren **EIGENSCHAFTEN UND EINSATZGEBIETE VON DÜNNEN DRUCKTRÄGERFOLIEN UND SIEGELSCHICHTEN**von Karsten Schröder und Ansgar Wessendorf *Im dritten Teil dieser Artikelserie über marktübliche Arten und Typen synthetischer Folien zur Herstellung von Lebensmittelverpackungen stehen die Eigenschaften und Einsatzgebiete verschiedener Druckträgerfolien und Siegelfolien wie PP und PE im Zentrum der Berichterstattung.* **Folien als Druckträger**Dünne, als Druckträger verwendete Folien, haben noch wesentlich mehr Aufgaben als »nur« den Druck aufzunehmen oder ihn im Falle des Zwischenlagendrucks zu schützen. Viel mehr spielen bei der Auswahl dieser Folien, die vor allem für Produkte wie Deckelfolienlaminate, Schlachbeutelfolien und Standbeutel eingesetzt werden, noch weitere Gesichtspunkte und Aufgaben eine wichtige Rolle. Dazu gehören die Verbesserung der Durchstoßfestigkeit, die Erhöhung von Steifigkeit, Glanzfaktor und Schmelztemperatur der Außenseite zur Vermeidung von Anhaftung an Siegelbacken; sowie Gleitfähigkeit. **Herstellungsverfahren** Zur Herstellung biaxial orientierter Folien können die nachfolgend kurz beschriebenen Verfahren zum Einsatz kommen: *1. Double-Bubble-Verfahren*Bei diesem Blasverfahren, das auch bei dem englischen Unternehmen Innovia Films zum Einsatz kommt, wird die Folie nach dem ersten Aufblasen abgekühlt und anschließend ein zweites Mal bei kontrolliert niedriger Temperatur noch einmal und stärker aufgeblasen. Hierdurch ergibt sich ein Verstreckungseffekt sowohl in Längs- als auch in Querrichtung. Derart hergestellte Folien werden auch als »ausgewogene Folien« (»balanced films«) bezeichnet, da sie ähnliche Eigenschaften sowohl in Längs- als auch in Querrichtung aufweisen. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Abb-1-Teil-3.png "Abb 1 Teil 3")](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Abb-1-Teil-3.png) *2. Tenter Frame-Verfahren*Bei diesem Gießverfahren wird die hergestellte Folie zunächst längs und danach quer verstreckt, was nacheinander oder auch gleichzeitig erfolgen kann. Nach dem Verstrecken erhält die Folie eine Thermofixierung bei geeigneter Temperatur, damit sie bei späterer Erwärmung während der Verarbeitung oder Anwendung nicht in die ursprüngliche Form zurückschrumpft. Allerdings läßt sich ein derartiger Schrumpf nicht völlig vermeiden, was sich vor allem beim Siegeln bemerkbar machen kann.[![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Abb-2-Teil-3.png "Abb 2 Teil 3")](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Abb-2-Teil-3.png) **Biaxial orientiertes Polypropylen**Zu den Vorteilen von biaxial orientierter Polypropylenfolie (PP-BO) gehören verbesserte Transparenz, optimierte Barriereeigenschaften, erhöhte Festigkeit bei Reduktion der Dehnbarkeit, hoher Glanz, gute Durchstoßfestigkeit, Knickbruchunempfindlichkeit, verbesserte Ölbeständigkeit sowie hohe Wasserdampfdichtigkeit und Steifigkeit. Es muß allerdings darauf hingewiesen werden, daß PP-BO über bestimmte, vor allem für Lebensmittelverpackungen wichtige Eigenschaften nicht verfügt. Dazu gehören Aromadichtigkeit, Barriefähigkeit gegen Sauerstoff sowie Sterilisierbarkeit. Darüber hinaus erfordert die niedrige Oberflächenspannung des Materials vor der Bedruckung eine entsprechende Vorbehandlung zur Verbesserung der Anhaftung von Farben und Lacken. Trotz hoher Dauergebrauchstemperatur ist der relativ niedrige Schmelzpunkt des Materials zu berücksichtigen, was Probleme bei Siegelungen oder Wärmebehandlung jeglicher Art verursachen könnte. In diesem Fall bietet sich das Ausweichen auf biaxial orientiertes Polyethylenterephtalat (PET-BO) an. Die typischen Stärken von PP-BO Folien für Folienverpackungen liegen in einem Bereich von 12 bis 50 µm, während für Kaschierungen sehr oft Folien mit einer Stärke von 20 µm eingesetzt werden. **Biaxial orientiertes Polyethylenterephtalat** Ein echter Klassiker im Bereich Druck und Kaschierung ist biaxial orientiertes Polyethylenterephatalat (PET-BO), das im Tender Frame-Verfahren hergesetellt und zumeist in Stärken von 12 µm verwendet wird. Aufgrund der Schmelzviskositätseigenschaften und der Feuchtempfindlichkeit des PET können diese Folien nicht im Blasverfahren hergestellt werden. PET-BO zeichnet sich durch ein ausgewogenes, für Lebensmittelverpackungen ideal geeignetes Eigenschaftsprofil aus. Dies ist dem PP-BO durchaus vergleichbar, wobei PET-BO über eine bessere Sauerstoffbarriere, geringere Wasserdampfbarriere sowie eine gute Aromadichtigkeit gegen viele Aromastoffe verfügt. Bedingt durch seine hohe Oberflächenspannung ist das Material sehr gut bedruckbar und hat darüber hinaus einen sehr hohen Schmelzbereich (>250 °C). Vor allem die guten thermischen Eigenschaften begründen den Einsatz in vielen Gebieten, wo auch PP benutzt werden könnte. Zu den Anwendungsmöglichkeiten im Verpackungsbereich gehören unter anderem heißsiegelfähige Folie für Deckel; Barrierefolien für Schlauch- und Standbeutel sowie Mattfolienverpackungen. **Biaxial orientierte Polyamidfolie**Biaxial orientierte Polyamidfolie (PA-BO) kann sowohl im Double Bubble als auch im Tenter Frame-Verfahren hergestellt werden. Obwohl sie von allen in diesem Artikel vorgestellten Folienmaterialien das teuerste ist, so können sich Verarbeitungsschwierigkeiten ergeben, wenn das spätere Produkt über Eigenschaften wie hohe Durchstoßfestigkeit; gute Sauerstoffbarriere sowie hohe Zähigkeit verfügen soll. Werden jedoch einige Grundvoraussetzungen hinsichtlich der Anforderungen dieses Materials wie auch dessen Verarbeitung beachtet, so lassen sich auch PA-BO-Folien problemlos bedrucken und kaschieren: *1. Hohe Wasseraufnahme* Aufgrund des feuchtigkeitsbindenden Verhaltens von Polyamid muß darauf geachtet werden, die Materialrollen unbedingt mit anderem Folienmaterial (z.B. PE) einzuschlagen. Andernfalls quillt PA-BO auf und verändert seine Dimensionen spürbar. In diesem Zusammenhang wurden in der Praxis schon Längenänderungen von bis zu 1% festgestellt. *2. Affinität zu Lösemitteln* Auch Lösemittel wie Ethanol oder Ethylacetat werden von PA-BO aufgenommen, was besondere Anforderungen an die entsprechenden Trocknungsprozesse stellt. *3. Bildung von Oligomeren an der Oberfläche* Bei einigen Typen vonPA-BO kommt es zur Bildung von Oligomeren an der Oberfläche, worunter die Haftung von Klebstoffen oder Druckfarben trotz hoher Oberflächenspannung leiden kann. Hier hilft oftmals eine moderate Korona-Vorbehandlung, die in diesem Fall jedoch hauptsächlich reinigend wirken soll. **Polyethylenfolien**Folien aus Polyethylen (PE) werden zumeist als Siegelschichten, gelegentlich jedoch auch als Druckträger-Verbundfolien (z.B. PE/PE) verwendet, die hauptsächlich für Hygiene- und Tiefkühlanwendungen zum Einsatz kommen. Aufgrund der Nicht-Orientieruung der PE-Folien ist die Verarbeitung im Tiefdruck oft schwierig und setzt sehr zugsteifge Materialien voraus, wie sie beispielsweise aus dem Bereich der Verpackungen für Papiertaschentücher bekannt sind. Zumeist werden PE-Folien jedoch im Flexoverfahren mit Zentralzylindermaschinen bedruckt, da dort die geringere Zugfestigkeit durch die Einzylinderanordnung keine Probleme verursacht. Das hauptsächliche Einsatzgebiet von Polyethylenfolien ist jedoch die Siegelschicht. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn eine Siegelschicht mit einer Stärke von mehr als 1 µm benötigt wird, wie sie durch Lackierungen oder Coextrusion von PP-BO realisiert werden. PE-Materialien werden nach Dichteklassen unterschieden, die sich allerdings oftmals überlappen: **Bezeichnung Dichtebereich \[g/cm³\] \[als Kasten oder Tabelle formatieren\]**Plastomere <0,90 PE-VLD 0,900-0,910 PE-LD 0,915–0,935 PE-MD 0,935–0,945 PE-LLD 0,860–0,960 PE-HD 0,945–0,965 *Zum Vergleich: PP ca. 0,90*Je niedriger die Dichte ist desto geringer ist die Kristallinität, was bei Kunststoffen die Anordnung von Molekülen bzw. Atomen oder Ionen in einer gleichmäßigen, sich wiederholenden Struktur bezeichnet. Dabei gilt: Je höher die Transparenz desto flexibler die Materialien. Darüber hinaus sinkt bei abnehmender Dichte auch der Erweichungspunkt, was sich insbesondere beim Siegeln positiv auswirken kann. Polyethylenfolien werden heute grundsätzlich als Mischungen und meistens im Coextrusionsverfahren hergestellt, was in der Folge das Angebot an PE-Siegelschichten sehr breit und unübersichtlich macht. Der Anwender, Drucker oder Kaschierer kann eigentlich nur über die Spezifikation der gewünschten Funktion und Materialeigenschaften vergleichbare Qualitäten verschiedener Hersteller beziehen. Eine Spezifikation der Rezepturen führt in der Regel nicht zur Standardisierung, da die Verarbeitungsparameter dieses teilkristallienen Werkstoffs die späteren Eigenschaften wesentlich vorbestimmen. Heute sind Metallocene-PE-Folientypen zu einem Industriestandard geworden. Eine besondere Gruppe sind hingegen die Plastomere, die wegen ihrer extrem niedrigen Dichte besonders niedrige Schmelzpunkte aufweisen. Hier haben einige Spezialtypen zudem sehr gute Hot-Tack Eigenschaften und siegeln hervorragend durch kontaminierte Siegelbereiche. Den Verarbeiter bereiten diese Folien jedoch wegen deren Plastizität und damit einhergehenden niedrigen Reibwerte (Stumpfheit) einige Probleme. Daher werden oft große Mengen an Gleitmitteln zugegeben, was bei der späteren Auswahl von Durckfarben und Klebstoffen berücksichtigt werden muß. Sehr niedrige Oberflächenspannungen, wie sie für alle Polyolefine (PE und PP) charakteristisch sind, bedingen eine gute Vorbehandlung mittels Corona, Beflammung oder Ozon. Zusammenfassend läßt sich sagen, das PE-Folien die klassischen Materialien für Siegelschichten darstellen, während sie als Druckträger eher selten eingesetzt werden. Doch auch hier gilt: Keine Regel ohne Ausnahme. **Polypropylen**Polypropylen (PP) unterscheidet sich zwar nur durch eine zusätzliche CH3-Gruppe in der Monomereinheit von PE, verfügt aber dennoch über grundlegend andere Eigenschaften. Nicht orientierten Siegelfolien kommen immer dann zum Einsatz, wenn Folien mit höherer Temperaturbeständigkeit benötigt werden. Ein Hauptanwendungsgebiet im Bereich der Lebensmittelverpackungen sind sterilisierfeste Folien, die Temperaturen von bis zu 140 °C aushalten. Hierfür ist jedoch PE nicht geignet, da dessen Schmelzpunkt darunter liegt. Hinsichtlich der Dichtewerte sind die verschiedenen PP-Materialien nahezu identisch und es treten kaum Variationen auf. Es wird grundsätzlich zwischen vier verschiedenen Typen von PP unterschieden: **Typen von PP**A-A-A-A-A-A-A-A-A-A-A-A-A-A-A-A-A-A PP Homopolymer A-A-B-A-A-A-B-A-A-B-A-A-A-A-B-A-A-A PP statistisches Copolymer A-A-B-B-B-B-A-A-A-B-B-B-A-A-A-A-A-A PP heterophasisches Copolymer A-A-B-B-B-A-A-B-A-A-B-B-B-A-A-B-A-A-A PP statistisch-heterophasisches Copolymer A = Propylen-Monomer B = Ethylen-Comonomer *1. PP Homopolymer* Dieses »reine« PP zeichnet sich durch gute Transparenz und Steifigkeit aus. Ein Nachteil ist allerdings der recht hohe Gasübergangsbereich, wodurch das Material nicht für Tiefkühlanwendungen eingesetzt wird. *2. PP statistisches Copolymer* Diese Copolymer aus PP und PE siegelt bei etwas niedrigeren Temperaturen und ist weicher als das PP Homopolymer. Darüber hinaus ist es nicht so steif und weniger kälteempfindlich. Den Namen erhielt es durch die statistisch regellose Verteilung der Ethylenanteile. *3. PP heterophasisches Block-Copolymer* Hierbei handelt es sich um ein Copolymer mit einem Gummianteil, der sich in Blöcken und einer zweiten Phase ausbildet, wodurch sich eine Trübung aber auch sehr gute dynamische Festigkeiten ergeben können. Dieses heterophasisches Block-Copolymer wird auch als HeCo-PP bezeichnet. **PP statistisch-heterophasisches Copolymer**Dieses RaHeCo PP ist eine Kombination aus statistischem und heterophasischem Copolymer, das Eigenschaften beider PP-Typen in sich vereint. Es ist relativ transparent, weich und zäh, wodurch es als Siegelschicht auch für Tiefkühlanwendungen geeignet ist. **\[das Thema wird im nächsten Beitrag, „Drucken und Kaschieren“ Teil 4 von 8, fortgesetzt\]**Innoform auf **[![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Logo-zum-Verlinken.jpg "Logo zum Verlinken")](https://www.xing.com/net/innoform)****Kontakt:****Innoform GmbH Testservice**Industriehof 3, 26133 Oldenburg TS@innoform.de **[**www.innoform.de**](http://www.innoform.de/)**### Verwandte Episoden - [Folien-Material-Analyse Podcast mit Daniel Wachtendorf](https://inno-talk.de/folien-material-analyse-podcast-mit-daniel-wachtendorf/) - [Frank Jacobs von XEIKON zu Toner- und Inkjet Digitaldruck](https://inno-talk.de/frank-jacobs-von-xeikon-zu-toner-und-inkjet-digitaldruck/) - [OneBARRIER – Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert](https://inno-talk.de/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) **Kategorien:** Folienprüfung & Analytik **Schlagwörter:** Drucken und Kaschieren, Druckträger, Flexo-Druck, Siegelschichten, synthetische Folien, Tief-Druck --- ### [“Drucken und Kaschieren” (Teil 4 von 8): Barrierefolien im Hinblick auf Verarbeitung und Anwendung – ein komprimierter Überblick](https://inno-talk.de/drucken-und-kaschieren-teil-4-von-8-barrierefolien-im-hinblick-auf-verarbeitung-und-anwendung-ein-komprimierter-uberblick/) **Published:** September 27, 2011 **Author:** Karsten Schröder **Content:** 4\. Teil: Häufig verwendete Folien zum [Drucken und Kaschieren](http://www.innoform-coaching.de/pages/event/event_list.php?interest=2&action=process&search=×pan=future&show_searchoptions=no&city=&language_id=&event_type=&code=&sei_fieldchange_list=). **[](http://www.innoform-coaching.de/pages/event/event_list.php?interest=26&action=process&search=×pan=future&show_searchoptions=no&city=&language_id=&event_type=&code=&sei_fieldchange_list=)****[BARRIEREFOLIEN](http://www.innoform-coaching.de/pages/event/event_list.php?interest=26&action=process&search=×pan=future&show_searchoptions=no&city=&language_id=&event_type=&code=&sei_fieldchange_list=) IM HINBLICK AUF VERARBEITUNG UND ANWENDUNG – EIN KOMPRIMIERTER ÜBERBLICK**von [Karsten Schröder](http://www.innoform-coaching.de/pages/referee/referee_view.php?referee_id=38916) und Ansgar Wessendorf *Im vierten Teil dieser Artikelserie über die marktüblichen Arten und Typen synthetischer Folien (Kunststofffolien) zur Herstellung von Lebensmittelverpackungen stehen die Barrierefolien, die vor allem In Kaschieranwendung einen stetig wachsenden Anteil ausmachen.* # 1 Definition [Barriere](http://www.innoform-coaching.de/pages/event/event_list.php?interest=26&action=process&search=×pan=future&show_searchoptions=no&city=&language_id=&event_type=&code=&sei_fieldchange_list=) Was verstehen wir heute unter Barriere in Bezug auf Folien, die für die Veredelung von Lebensmittelverpackungen gedacht sind? Versucht man in Lexika Definitionen hierfür zu finden, so sind diese sehr vielfältig. Begriffe wie: – Hindernis – Sperre – Schranke – Wellenbrecher findet man z.B. in der online Enzyklopädie Wikipedia. Alles diese Begriffe beschreiben auch die Funktion, die eine Barriere für Folienverpackungen aufweisen soll. Eine der wesentlichen Funktionen einer Folienverpackung ist naturgemäß der Produktschutz und die Abschirmung zur Umwelt. Aber auch das Fernhalten von Stoffen aus der Folie selbst wird immer häufiger – gerade bei Lebensmittelverpackungen – zur Nebenaufgabe. So können beispielsweise „Schadstoffe“ aus weiter außen liegenden Schichten der Verpackungsfolie durch eine innen liegende Barriereschicht dazu führen, dass diese Stoffe nicht mehr auf das verpackte Gut übergehen können. In Einzelfällen kann nur so die Gesetzgebung eingehalten werden. Hierzu werde ich im weiteren Verlauf näher eingehen. Zunächst einige Bemerkungen zur Barriereberechnung. Grundsätzlich lassen sich heute Barriereeigenschaften von vielen Materialien rechnerisch gut abschätzen. In diesem Artikel werden wir aber mehr auf die praxisnahen Messungen und Füllgutschutz eingehen. Hier aber einige Grundlagen für den Praktiker, die jeder Barrierefolien-Hersteller kennt: **1. Barriere**Die Barriere setzt an drei Schritten zusammen (mache Literaturstellen nennen auch noch eine vierte – die Absorption, die wir hier auslassen möchte, da sie in der Praxis mehr verwirrt als nützt, bei akademischen Betrachtungen aber durchaus relevant sein kann). ***a. Adsorption*** – das Anlösen des „Permeanden= Stoff der durchdringen kann/wird“ Damit ist also die Aufnahme des z.B. Gases Sauerstoff O2 gemeint, die direkt an der Oberfläche der Folie geschieht. ***b. Diffusion*** – das Durchdringen des z.B. O2 durch die Folie, nachdem er in die Folie eingedrungen ist Hier spielt primär die Diffusionskonstante eine Rolle, die Material abhängig ist ***c. Desorption*** – Das Verlassen des Sauerstoffs der Folie – das „Ausdringen“ ist der dritte, der Adsorption umgekehrte Schritt, der die gesamte Permeation bedingt/beschreibt. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Bild-1.png "Bild 1")](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Bild-1.png) Abbildung 1 schematische Darstellung der Permeation von innen nach außen und von außen nach innen **2. Einflussfaktoren:**Die Verbesserung der Barriere ist möglich, indem man einen oder alle drei Schritte so verändert, dass der Permeand langsamer oder gar nicht mehr hindurch permeieren kann. Man kann also entweder die Adsorption reduzieren oder unterdrücken. Diese geschieht z.B. durch Metallisierungen, Lackierungen oder andere Oberflächenbehandlungen wie chemisch reaktive Prozesse. Alternativ dazu kann die Diffusion durch die Veränderung des Materials beeinflusst werden, um eine günstigere Diffusionskonstante zu erhalten muss in jedem Fall der Werkstoff gewechselt oder verändert werden. Auch das Verhältnis beispielsweise beim EVOH Copolymer zwischen Ethylen und Vinylalkohol verändert die Barriereeigenschaften aufgrund der veränderten Diffusion deutlich. Faustregel ist: Je mehr Vinylalkohol (VOH) desto besser die Barriere gegen Sauerstoff. Je mehr Ethylen €, desto besser ist die Feuchtigkeitsunempfindlichkeit der Folie hinsichtlich Sauerstoffpermeation. Dazu werden wir im abschnitt Barrierematerialien aber detaillierter zurück kommen. **3. Durchbruchzeit**Als Durchbruchzeit kann man die Zeit beschreiben, die es dauert, bis genauso viele Sauerstoffatome außen in die Folie eindringen, wie innen austreten. Man beschreibt hiermit also die Zeit, die es dauert, bis ein Gleichgewichtszustand erreicht ist, der primär vom Konzentrationsgefälle des Permeanden innen zu außen und dem Klima abhängt. Die Steigung der Summenkurve gibt dabei die Permeationsrate an. Legt man an den linearen Verlauf eine Tangente an, so gibt der Schnittpunkt mit der X-Achse die Durchbruchzeit an, die zwischen Sekunden und einigen Tagen liegen kann und somit nur für kurz haltbare Lebensmittel bei der Barriereauslegung bedeutsam ist. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Bild-2.png "Bild 2")](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Bild-2.png) Abbildung 2 Durchbruchzeit und Permeationsrate schematisch dargestellt # 2 Definition Dichtigkeit Als Überbegriff der Permeation fungiert die Dichtigkeit. Dichtigkeit oder Dichtheit beschreiben bei Verpackungen das gesamte System – also die Permeation durch das Material aber auch Einflüsse durch Siegelnahtfehler oder Löcher in der Verpackung. Nun beschreiben Dichtheitsprüfungen einige Zehnerpotenzen geringere Genauigkeiten des Stoffdurchtritts in eine Verpackung als die Permeation, weshalb der Schluss nahe liegt, dass zuerst einmal eine Verpackung dicht (verschlossen) und unbeschädigt sein muss, bis man über Permeation nachdenken sollte. # 3 Barriereeigenschaften einiger bedeutender Folien ## 3.1 Das EVOH (Ethylen Vonyl Alkohol) Eine der bedeutendsten Barrierematerialien aus Kunststoff ist nach wie vor das EVOH, das sich durch gute Transparenz, gute Verarbeitbarkeit, hervorragende Sperrwirkung gegen Sauerstoff und Aromen sowie Thermo-Verformbarkeit auszeichnet. Wo Licht ist, ist leider auch Schatten. So hat das EVOH ein bisher ungelöstes Problem mit Feuchtigkeit. Natürlich gibt es Konstruktionen und Lebensmittel, die hier unproblematisch sind, dennoch ist stets drauf zu achten, dass EVOH in möglichst trockenem Zustand seine volle Barrierewirkung entwickelt. Welchen Einfluss Feuchtigkeit und Temperatur auf die Barriere von EVOH Verbundfolien haben kann, zeigt das folgende Diagramm. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Bild-31.png "Bild 3")](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Bild-31.png) Abbildung 3 Folie aus dem Seminar Grundkurs Kaschiertechnologie: Einfluss von Temperatur und Feuchtigkeit auf Sauerstoffbarriere vom EVOH An dieser stelle werden wir nicht näher auf die enormen Einflussfaktoren auf die Barrierewirkung eingehen. Weitere Informationen finden Sie u.a. unter http://www.eval.be/web/index.asp?lang=de&ut=L . Für den Weiterverarbeiter, wie Drucker und Kaschierer, ist auf jeden Fall darauf zu achten, das wenig Feuchtigkeit in der Anwendung an die EVOH Schicht gelangt. Das ist auch ein Grund, warum EVOH immer im Verbund (z.B. mit PE, PP oder PA) verarbeitet wird. ## 3.2 Typische Anwendungen und Eigenschaften von EVOH-Verbundfolien Eine typische Anwendung von EVOH Folien sind die vielfältigen MAP-Verpackungen (modified atmosphere packaging). Hier spielt das thermoverformbare EVOH seine ganze Stärke aus. Zum einen kann durch Wechsel der EVOH Copolymer-Type die Sauerstoffdurchlässigkeit (OTR=Oxygene transmission rate) eingestellt werden oder einfach über die Schichtdicke. Aufgrund seiner Verformbarkeit wird es gerne in Unterfolien eingesetzt, wenn ein besonders O2 empfindliches Produkt verpackt werden soll. Aber auch in den Deckelfolien wir traditionell EVOH eingesetzt, obwohl heute auch weniger feuchtigkeitsempfindliche Materialien wie SiOx bedampfte Folien oder Metallisierungen verwendet werden. Insbesondere für feuchte Füllgüter sind diese nicht organischen Bedampfungen (nicht aus Kunststoff bestehenden) Folien wirksamer. So finden sich heute u.a. in vielen Wurst-/Fleisch- oder auch Tubenlaminaten EVOH Barrieren. ## 3.3 EVOH als funktionelle Barriere Das Lebensmittelbedarfsgegenständerecht sieht europaweit vor, dass „Schadstoffe“, die in Folien technisch unvermeidbar sind, durch s.g. funktionelle Barriereschichten gesperrt werden können, so dass dann in der Lebensmittel abgewandten Seite höhere Konzentrationen von „Schadstoffen“ toleriert werden können, wenn nachgewiesen wird, dass die funktionelle Barriere diese Stoffe vom Lebensmittel fern hält/sperrt. Auch in solchen Anwendungen findet EVOH Einsatz. Zum Beispiel die immer häufiger eingesetzten Wiederverschluss-Systeme, die in der Regel aus leicht migrierenden Komponenten formuliert werden, müssen in ihrer Migrationsneigung ins Füllgut gebremst werden. Diese Aufgabe übernimmt in einigen Fällen eine sehr dünne (1 – 3 µm) EVOH Sperrschicht, die quasi nebenbei natürlich auch die Sauerstoffbarriere erhöht und somit zu einer längeren Haltbarkeit des verpackten Lebensmittels führt. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Bild-41.png "Bild 4")](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Bild-41.png) ## 3.4 Bedampfungen Eine weitere Möglichkeit Folien hinsichtlich Ihrer Barriereeigenschaften erheblich zu verbessern ist die Bedampfung. Eine Untergruppe stellt hier die Aluminium-Metallisierung dar, die im großtechnischen Maßstab eingesetzt wird. Diese silbrige Folienbeschichtung führt zudem zu einem oft ausreichendem Lichtschutz. Zudem finden transparente, anorgansische Bedampfungsschichten immer mehr Einsatz. Hier erwähnen wir nur kurz SiOx und AlOx als die häufigsten. Aufgrund der Oxodation behalten die Stoffe ihre Sperrwirkung, werden aber hoch transparent. Sie lassen sich problemlos mit geeigneten Druckfarben bedrucken. Nähere Details können jederzeit von den einschlägigen herstellern oder bei Innoform erfragt werden. # 4 Barriereeigenschaften einiger handelsüblicher Folien Vergleicht man nun einmal typische Druckträgerfolien hinsichtlich ihrer Barriereeigenschaften, so lässt sich daran einiges an physikalischen Grundlagen erklären. Betrachten wir im Folgenden einmal diese typischen Folien in ihren handelsüblichen Dicken: PP-BO 20 µm PET-BO 12 µm PA-BO 15 µm= Polyamid biaxial orientiert PA-C 20 µm = Polyamid cast (Gießfolie nicht orientiert) PET-BO 12 µm mit SiOx Beschichtung Hier einige Daten, wie einige handelsüblichen kaschierfplien im Vergleich bei OTR- Betrachtungen abschneiden. Dieses sind nur Richtwerte und Spezialtypen weichen natürlich im Detail ab. Die Tendenz bleibt aber. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Bild-5-2.png "Bild 5-2")](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Bild-5-2.png)Abbildung 4 Sauerstoffdurchlässigkeit handelsüblicher kaschier-/Druckfolien Betrachtet man hier die Sauerstoffdurchlässigkeit im Vergleich, so wird deutlich, dass mit zunehmender Polarität des Werkstoffes die Permeation abnimmt. Am schlechtesten schneidet das PP-BO ab, das kaum eine Sperrwirkung gegen O2 zeigt. Das PET und das PA hingegen schon als zumindest O2 Bremsen bezeichnet werden können. In den Bereich echter Barriere dringt aber nur das PET-BO mit SiOx Beschichtung vor. Betrachtet man nun die Wasserdampfdurchlässigkeit in der folgenden grafik, wird schnell klar, dass bei den organischen, Kunststoffschichten sich das Bild umkehrt. Bei der anorganischen SiOx Schicht hingegen, bleibt das Niveau niedrig. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Bild-6.png "Bild 6")](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Bild-6.png)Abbildung 5 Wasserdampfdurchlässigkeit handelsüblicher kaschier-/Druckfolien Die genannte SiOx und AlOx Schichten sind genau wie Aluminium-Metallisierungen deshalb in ihrer dünnen Ausprägung spröder als organische/Kunststoffschichten. Das bedeutet für den Drucker und Kaschierer, aber auch für das Logistikteam besondere Sorgfalt. So sind beispielsweise die transparenten Barrieren nach der Herstellung „vorgespannt“ auf der Folienoberfläche. Dehnt man nun die Folie extrem, so können die dünnen Schichten brechen und teilweise Ihre Barrierewirkung verlieren. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Bild-7.png "Bild 7")](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Bild-7.png)Abbildung 6 Schematische Darstellung der Eigenspannung von anorganischen Beschichtungen Natürlich kann auch eine schwer drehende Welle oder ein kratzendes Entionisierungs-Selbstkonstruktion zu kleinsten Kratzern und somit Fehlstellen führen. Diese fehlstelölen sieht man erstens nicht und zweitens sind sie nur durch aufwendige Permeationsmessungen statistisch zu erfassen. Die Lösung ist wie so oft Wissen und Sorgfalt beim Umgang. ## 4.1 Auf welcher Seite drucke ich gerade? Diese Frage hat sich vielleicht schon mancher Drucker, Kaschierer und Betriebsleiter gestellt, wenn er bedampfte, transparente Folien verarbeitet hat. Hierzu zum Schluss noch ein kurzer Tipp: Um die zu bedruckende Seite schnell und sicher zu bestimmen benötigen Sie nicht merh als das Wissen, einen Eimer mit Wasser und einen Schwamm. Hängt die SiOx oder AlOx Rolle erst einmal in der Maschine, schlagen Sie ca. 30 cm des Rollenendes um und benetzen mit dem angefeuchteten Schwamm die Folienbahn auf der Vorder und Rückseite. Auf der Seite, auf der das Wasser besser benetzt, sollten Sie stets drucken, denn das ist die bedampfte Schicht, die im Zwischenlagendruck geschützt werden muss. Aber Achtung. Die Oberflächenspannung ist oft so hoch, dass nicht alle farben gut ausdrucken und haften. Fragen Sie hierzu Ihren Farb-/Folienlieferanten, der Ihnen geren Auskunft über getestete Systeme geben wird. ## 4.2 Vorbehandlungsintensitäten Hier noch eine Tabelle, welche Vorbehandlungsintensitäten die besprochenen Folien haben. Als Drucker und Kaschierer wissen Sie natürlich, dass wir mindestens 38 mN/m benötigen, um gut zu Benetzen und Haftung zu erzielen. Wie wir das schaffen berichten wir in einem der nächsten Artikel. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Bild-x.png "Bild x")](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Bild-x.png) *\[Artikel Serie 1-8 „Drucken und Kaschieren“ wird fortgesetzt\]*Innoform auf **[![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2011/09/Logo-zum-Verlinken.jpg "Logo zum Verlinken")](https://www.xing.com/net/innoform)****Kontakt:****Innoform GmbH Testservice**Industriehof 3, 26133 Oldenburg TS@innoform.de **[**www.innoform.de**](http://www.innoform.de/)**### Verwandte Episoden - [OneBARRIER – Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert](https://inno-talk.de/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) - [Interview with Dr. Daniele Borin (Taghleef Industries) about BOPP barrier films](https://inno-talk.de/interview-with-dr-daniele-borin-taghleef-industries-about-bopp-barrier-films-2/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** Folienprüfung & Analytik **Schlagwörter:** Barriereeigenschaften, Barrierefolien, Dichtigkeit, Drucken und Kaschieren, Funktionelle Barriere, Sauerstoffdurchlässigkeit --- ### [Neu: Webinare bei Innoform](https://inno-talk.de/neue-webinare-bei-innoform/) **Published:** März 25, 2020 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Viele unserer Teilnehmer und Referenten fragen nach Webinaren mit unseren Inhalten. Mit diesem Thema beschäftigen wir uns seit Jahren und haben auch schon erste Versuche 2009 unternommen. Damals waren wir weit vor der Zeit. Aber nun werden Webinare quasi über Nacht modern. Wir möchten mit unseren Referenten und einem Technikteam sofort systematisch an dem Thema arbeiten und haben bereits ein erstes Webinar online [http://twaw.innoform.de](http://twaw.innoform.de/) . So schulen wir zunächst Ihre Lieblingsreferenten in dem Umgang mit dem Medium und entwickeln parallel neue Inhalte bzw. überführen Teile aus Präsenzseminaren in neue Webinare und E-Learning Kurse. Dabei berücksichtigen wir folgende Eckpunkte, die wir aus Recherchen und Befragungen entwickelt haben: - Webinare müssen kurzweilig und deutlich kürzer sein als Seminare - Webinare müssen preiswert und inhaltlich wertvoll sein - Webinare können das Präsenzseminar perfekt ergänzen, aber nie ersetzen Deshalb konzentrieren wir uns vor allem auf Highlights aus bekannten und neuen Innoform-Seminaren, aber auch aus Tagungen rund um Folienverpackungen. Wir werden einzelne Vorträge, Mischungen aus verschiedenen Fachdisziplinen und interaktive Elemente kombinieren. Auch Webinare on Demand – also zeitlich unabhängig zum Abruf aus der Cloud – sind dabei in Planung. Wer inhaltlich mitarbeiten möchte, ist herzlich eingeladen. Schon heute können wir in Event2Go interaktiv an Inhalten arbeiten und werden dieses auch mit anderen Tools, wie z. B. Microsoft Teams, unterstützend erweitern. So kann quasi jeder Referent werden, der sich dazu berufen fühlt. Diese Chance lasen wir uns nicht entgehen – Sie auch nicht? Karsten Schröder – März 2020 ### Verwandte Episoden - [Innoform bietet Web-Seminare in englischer Sprache an](https://inno-talk.de/innoform-bietet-web-seminare-in-englischer-sprache-an/) - [WEBITs für mehr Flexpackwissen](https://inno-talk.de/webits-fuer-mehr-flexpackwissen/) - [InnoTalk PRIME: Das innovative Webseminar-Angebot von Innoform](https://inno-talk.de/einfuehrung-in-innotalk-prime-das-innovative-webinar-angebot-von-innoform/) **Kategorien:** Inno-Letter, Neuigkeiten **Schlagwörter:** Folienverpackung, Folienwissen, Karsten_Schroeder, Verpackungswissen, Webinar --- ### [Sicherung der Lebensmittelversorgung - Beschlossene Hilfsmaßnahmen für die Land- und Ernährungswirtschaft](https://inno-talk.de/sicherung-der-lebensmittelversorgung-beschlossene-hilfsmassnahmen-fuer-die-land-und-ernaehrungswirtschaft/) **Published:** April 1, 2020 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Wir müssen die Lebensmittelversorgungskette in Takt halten! Aufgrund der Corona-Pandemie zeichnet sich ein massiver Engpass an Arbeitskräften ab, was enorme Auswirkungen auf unsere Urproduktion haben wird: Für die Ernten und Pflanzungen werden im März rund 30.000 Saisonarbeitskräfte benötigt, im Mai rund 85.000. Mit den Saisonarbeitskräften – hauptsächlich aus Polen und Rumänien – ist in der jetzigen Situation nicht zu rechnen. In Deutschland liegt der Selbstversorungsgrad bei einigen Grundnahrungsmitteln (Kartoffeln, Schweinefleisch, Getreide, Käse) bei über 100 Prozent, bei Obst und Gemüse nur bei unter 40 Prozent. Wenn Gemüse jetzt nicht gesät, gepflanzt, gepflegt, geerntet, verarbeitet und transportiert werden kann, wird der Markt ab Mai leiden, und wenn Tierhalter ihre Milchkühe nicht mehr füttern und melken können, fehlt es am Ende zur Versorgung unserer Bevölkerung an Grundnahrungsmitteln. **Die Land- und Ernährungsindustrie wird als systemrelevante Infrastruktur anerkannt!** Folgende Unternehmen zählen zur Lebensmittelversorgungskette: - Vorleistungs- und Zulieferindustrie (insbesondere Futtermittel, Maschinen, Düngung, Pflanzenschutz, Lebensmittelverpackungen) - der Erzeugung (Landwirtschaft und Gartenbau) - der Lebensmittelverarbeitung (z. B. Mühlen, Bäckereien, Molkereien, Schlachtunternehmen und Fleischereien) - der Lebensmittellogistik bis hin zum Handel (Importeure, Lebensmittelgroß- und Einzelhandel) Die Regierung hat ein Maßnahmepaket geschnürt, um die Lebensmittelversorgungskette zu sichern. Folgende Maßnahmen umfasst das Paket: - Ausweitung der „70-Tage-Regelung“ - Nebentätigkeiten für Bezieher von Kurzarbeitergeld - www.daslandhilft.de – neue Job-Vermittlungsplattform: Vermittlung zwischen suchenden Landwirten und „Helfenden Händen“ – ohne Registrierungs- oder Vermittlungsgebühren - Bessere Hinzuverdienstregelungen bei Ruheständlern - Arbeitnehmerüberlassung - Flexibilisierung der Arbeitszeiten - Liquidität der landwirtschaftlichen Betriebe sicherstellen - Kündigungsschutz bei Pachtverträgen - Soforthilfe in der Corona-Krise - Sicherstellung des ungehinderten Warenverkehrs Damit möchte sie - Anreize und einfache Regelungen schaffen für alle, die in der Landwirtschaft mitarbeiten wollen - die Liquidität für landwirtschaftliche Betriebe sichern - die Lieferketten sichern, damit die Lebensmittel in den Regalen ankommen Sie möchten aktiv helfen, die Lebensmittelversorgung aufrecht zu erhalten? Informieren Sie sich [hier](https://www.innoform-coaching.de/pages/info/pdf_get.php?document=9ed72a15a49d1ceL3d3dy9odGRvY3MvdzAwNjUzYWEvdGVzdGluZy9sb2dpbi9kb3dubG9hZHMvX1ByZXNzL2JtZWxfTGViZW5zbWl0dGVsdmVyc29yZ3VuZ3NrZXR0ZV9pbl9UYWt0X2hhbHRlbi5wZGY) über das Maßnahmepaket des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Karen van Wuellen ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Leitlinien zum Rezyklateinsatz bei Lebensmittelverpackungen](https://inno-talk.de/leitlinien-zum-rezyklateinsatz-bei-lebensmittelverpackungen/) - [Lebensmittel- und Pharmaverpackungen aus Monofolien](https://inno-talk.de/lebensmittel-und-pharmaverpackungen-aus-monofolien/) **Kategorien:** Lebensmittelrecht, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten **Schlagwörter:** Bevölkerung, Corona, Ernährungsindustrie, Grundnahrungsmittel, Infrastruktur, karen_van_wuellen, Kündigungsschutz, Lebensmittelverarbeitung, Lebensmittelversorgung, Liquidität, Pandemie, Warenverkehr --- ### [E-Learning bei Innoform Coaching – für mehr Flexpack-Wissen](https://inno-talk.de/e-learning-bei-innoform-coaching-fuer-mehr-flexpack-wissen/) **Published:** April 29, 2020 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Die Flexpack-Weiterbildung soll nicht der Corona-Krise zum Opfer fallen. Webinare oder E-Learning für Unternehmen sind so wichtig wie nie zuvor, zum Beispiel bei der Einstellung und Weiterbildung neuer Arbeitskräfte. Auch Mitarbeiter, die schon länger im Unternehmen sind, profitieren von dieser wirtschaftlichen und zeitsparenden Option der Weiterqualifikation. Seit Anfang April bietet Innoform Coaching Webinare an. Dafür haben wir einzelne Vorträge, Mischungen aus verschiedenen Fachdisziplinen und interaktive Elemente rund um Folienverpackungen kombiniert. Wir fokussieren dabei auf kurzweilige Lernerlebnisse mit Fachleuten aus der Praxis. Momentan bieten wir zwei Varianten an – live und instant. Beim **Live-Webinar** können direkt Fragen gestellt werden und es ist eine Anmeldung erforderlich. Hier müssen die Teilnehmer vielleicht einmal auf einen Termin warten. **Übersicht über unsere Live-Webinare für Unternehmen:** - [Lebensmittelrecht Webinar: Klebstoffe – konform mit Lebensmittelverpackungen einsetzen ](http://lfd.innoform.de) - [Überblick über FDA-Regularien in den USA ](http://luw.innoform.de) - und viele mehr Alle anstehenden Live-Events finden Sie immer aktuell unter: [https://www.innoform-coaching.de/co\_neu/de/live-webinare](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/de/live-webinare) Die Instant-Webinare sind sofort abrufbar. Hierfür haben wir die durchgeführten Live-Webinare als E-Learnings aufbereitet. **Übersicht über unsere E-Learnings für Unternehmen:** - [Mineralöl/Mosh/Moah Migration ](http://mmw.innoform.de) - [Risikobeherrschung von Druck- und Kaschierprozessen ](http://fmw.innoform.de) - [Selbstständig Webinare konzipieren und durchführen](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/de/webinar/train-the-webinar-trainer-teil-1-2020_1) Alle I**nstant-Webinare** finden Sie hier: [https://www.innoform-coaching.de/co\_neu/de/instant-webinare](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/de/instant-webinare) Das Lehrmaterial steht als PDF-Download den Instant und Live-Teilnehmern gleichermaßen zur Verfügung. Die Preise für LIVE und INSTANT sind jeweils gleich bei gleichem Inhalt. Sie haben somit die Wahl. Haben wir Ihr Interesse geweckt? Sie benötigen weitere Informationen? Dann stöbern Sie doch noch weiter auf unserer Seite oder buchen Sie direkt das passende Webinar bzw. E-Learning für Ihr Unternehmen. Wir freuen uns auch, wenn Sie uns direkt per Telefon oder E-Mail kontaktieren. Karen van Wüllen ### Verwandte Episoden - [WEBITs für mehr Flexpackwissen](https://inno-talk.de/webits-fuer-mehr-flexpackwissen/) - [In-House Schulungen zu Polyethylen, Lebensmittelverpackungen und Nachhaltigkeit](https://inno-talk.de/in-house-schulungen-zu-polyethylen-lebensmittelverpackungen-und-nachhaltigkeit/) - [Einstieg: Verpacken in flexiblen Verpackungen](https://inno-talk.de/einstieg-verpacken-in-flexiblen-verpackungen/) **Kategorien:** Lebensmittelrecht, Lebensmittelverpackung, Migration, Wechselwirkungen, Neuigkeiten, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** E-Learing, Folienverpackungen, Instant, Klebstoffe, Lebensmittelrecht, Lebensmittelverpackungen, Live, Migration, MOAH, MOSH, Neuigkeiten, News, Webinar --- ### [Eine Marke handelt bereits nachhaltig](https://inno-talk.de/eine-marke-handelt-bereits-nachhaltig/) **Published:** Mai 4, 2020 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Im Rahmen des 18. Inno-Meetings am 13. und 14. Februar 2020 in Osnabrück hat Heiko Hünemeyer, Geschäftsführer der **Moras & Comp. GmbH & Co. KG** einen Vortrag über die Nachhaltigkeitsstrategie der Firma Schaebens gehalten. Erfahren Sie in seinem Fachvortrag, wie die Firma Schaebens dieses Ziel erreicht hat: Schaebens ist als Familienunternehmen die **Nr. 1** in der Gesichtspflege bzw. der Marktführer in Deutschland nach Menge. Es folgen mit Nivea, Garnier und bebe sehr große und bekannte Marken von den weltumspannenden Konzernen Beiersdorf, L‘ORÉAL und Johnson & Johnson. Nach Menge Marktführer zu sein, bedeutet aber auch gleichzeitig viele Verpackungen bzw. sehr viel Abfall. Dies ist für die Konsumenten umso auffälliger, als dass 5 der 10 meistverkauften Gesichtspflegeprodukte Deutschlands von Schaebens sind (gem. Marktforschungsinstitut Nielsen LEH + Drogeriemarkt in 2019). ![Maskensortiment der Firma Schaebens](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/04/Produktabbildung-Fächer_Masken-300x163.png)*Maskensortiment der Firma Schaebens* Als **Nr. 1** in der Gesichtspflege hat Schaebens den Anspruch und die Verantwortung, auch in Sachen Nachhaltigkeit führend zu sein. Schaebens verfügt auch deshalb über eine Klimaschutzstrategie mit u. a. 22 ökologischen Zielen. Zur Erreichung dieser Ziele setzt Schaebens seit vielen Jahren sehr erfolgreich einen umfangreichen Maßnahmenkatalog um. ![Siegel 0% Mikroplastik der Firma Schaebens ](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/04/Mikroplastik_Logo_klein.jpg) *Siegel 0% Mikroplastik der Firma Schaebens* Seit Oktober 2015 werden nur noch Schaebens Produkte ausgeliefert, deren Rezepturen frei von [Mikroplastik](https://www.schaebens.de/mikroplastik/) sind. ![Siegel Klimaneutral von ClimatePartner ](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/04/Klimaneutral_Logo_klein.jpg)*Siegel Klimaneutral von ClimatePartner* Seit August 2018 ist Schaebens über ClimatePartner klimaneutral. Gemäß ClimatePartner ist Schaebens der erste führende Konsumgüteranbieter Deutschlands, der sein gesamtes Sortiment [klimaneutral ](https://www.schaebens.de/klimaneutralitaet/)umgestellt hat. ![Siegel Plastikneutral von PlasticBank](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/04/Plastikneutral_Logo_klein.jpg)*Siegel Plastikneutral von PlasticBank* Seit Juni 2019 ist Schaebens über PlasticBank zusätzlich auch noch [plastikneutral](https://www.schaebens.de/plastikneutralitaet/). Die Inhaberfamilie von Schaebens ist die Familie Hünemeyer, die bereits über sehr viele Generationen nachhaltig ausgerichtet ist. Seit mindestens 9 Generationen ist die Familie Hünemeyer in der Land- und Forstwirtschaft engagiert. ![Wissenschaftliche Arbeiten der Familie Hünemeyer](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/04/Familie-Hünemeyer-300x202.jpg)*Wissenschaftliche Arbeiten der Familie Hünemeyer* Darüber hinaus belegen diverse akademische Arbeiten der Familie Hünemeyer seit mehreren Jahrzehnten deren frühzeitiges und ungewöhnliches Nachhaltigkeitsengagement. Ich als geschäftsführender Gesellschafter von Schaebens habe so z. B. bereits 1983 im Rahmen meiner empirischen Diplomarbeit an der Universität zu Köln zu einem spezifischen Verpackungsthema sehr intensiv auf Umweltschutzaspekte hingewiesen. Als 1991 die Verpackungsverordnung in Kraft trat, habe ich federführend am ersten Leitfaden Deutschlands zur Umsetzung der Verpackungsverordnung, veröffentlicht im Wissenschafts- und Wirtschaftsdienst vom BAH, mitgewirkt. Von unseren 3 Söhnen hat Björn als mittlerer Sohn 2018 an der Hochschule Fresenius in Köln in seiner Masterarbeit die CO2-Kompensation und deren Implementierung in die Unternehmensstrategie von Schaebens herausragend gut dargestellt (Note 1,3). Diese akademischen Arbeiten erhöhen nicht nur die fachliche Kompetenz von Schaebens, sondern natürlich auch die Glaubhaftigkeit des Engagements des Familienunternehmens Schaebens. Es ist die erklärte Hoffnung von Schaebens, dass in wenigen Jahren nahezu alle führenden Konsumgüteranbieter ebenso wie Schaebens insbesondere ihre CO2-Emissionen und ihren Plastikeintrag durch geeignete Maßnahmen vollständig kompensieren. In Bezug auf die CO2-Emissionen gilt es, diese zunächst soweit wie möglich zu vermeiden und zu reduzieren und alle notwendigen Emissionen zu kompensieren. Schaebens liegt seit 2016 ein jährlicher Ergebnisbericht von ClimatePartner vor. Hierin werden für Schaebens der Carbon Foodprint für das gesamte Unternehmen und für die Schaebens Produkte auch die einzelnen Product Carbon Footprints erhoben, analysiert und dargestellt. Gemäß ClimatePartner liegt (auch) für Schaebens das größte Potential zur Reduzierung der CO2-Emissionen beim Vermeiden und Reduzieren von Verpackungen. Daher rückt Schaebens seinerseits die Verpackungen in den Mittelpunkt aller Optimierungen. Es ist aber bei dem Ziel dieser Verpackungsoptimierung vermeintlich nicht einfach, eine Kennziffer zu finden, anhand derer die optimale Verpackung einzig und allein bestimmt werden kann. Nach Überzeugung von Schaebens ist die optimale Verpackung diejenige, die nicht nur die klassischen Funktionen einer Verpackung so weit wie möglich erfüllt, sondern die auch unter Nachhaltigkeitsaspekten überdurchschnittlich gut ist. Unserer Überzeugung nach erfüllt eine Verpackung das Nachhaltigkeitsziel am besten, wenn die Verpackung alle wesentlichen Verpackungsfunktionen erfüllt und gleichzeitig im Vergleich zu den relevanten Wettbewerbsprodukten niedrigere CO2-Emissionen auf Basis des Cradle-to-Gate-Ansatzes aufweist. Zusätzlich können aber auch noch weitere Parameter, wie z. B. die Recyclingfähigkeit, die Recyclingquote oder auch die Rezyklatquote von Relevanz sein. Nach Überzeugung von Schaebens sollte die Entscheidung, was gut oder schlecht für die Nachhaltigkeit ist, nicht durch Meinungen, sondern durch Tatsachen bestimmt werden. Nur durch Tatsachen kann langfristig eine positive Veränderung im Sinne der Nachhaltigkeit erzielt werden. Alles andere ist blinder Aktionismus, der z. B. auch der nachhaltig ausgelegten Klimaschutzstrategie von Schaebens vom Grundsatz widersprechen würde. Da CO2-Emissionen messbar sind, stellen diese eine geradezu idealtypische Basis-Kennziffer zur Nachhaltigkeitsbewertung dar. Schaebens hat daher bereits 2018 damit begonnen, für alle Verpackungsformen, die für Schaebens Produkte eingesetzt werden, die CO2-Emissionen über ClimatePartner ermitteln zu lassen. Seit 2019 lässt Schaebens darüber hinaus auch für die alternativen Verpackungsformen aller relevanter Wettbewerbsprodukte die CO2-Emissionen durch ClimatePartner ermitteln. Dabei ermittelt ClimatePartner den Einfluss möglicher unterschiedlicher Packmittel bei gleicher Rezeptur auf die CO2-Emissionen. Hierzu zieht ClimatePartner Werte aus wissenschaftlichen Datenbanken heran. Demnach handelt es sich bei diesen Berechnungen nicht um verbindliche Werte für CO2-Emissionen, die die tatsächlichen Produktionsbedingungen widerspiegeln. Für die Nachhaltigkeitsbewertung von Schaebens sind aber diese Werte der CO2-Emissionen dennoch sehr gut geeignet und bilden die maßgebliche und entscheidende Kennziffer zur Nachhaltigkeitsbewertung. Unterdessen liegen hierzu Schaebens die CO2-Emissionen für zahlreiche Produkte über 10 Warengruppen in den Warenbereichen Kosmetik und Pharma für zahlreiche Verpackungsformen und Verpackungsgrößen vor. Dieses Wissen kann relativ einfach auf tausende Einzelprodukte aus dem FMCG-Bereich übertragen werden. Für Schaebens ist es daher relativ leicht möglich zu überprüfen, ob tatsächlich dem seit langem erklärten Ziel von Schaebens entsprechend über alle Schaebens Produkte die durchschnittlichen CO2-Emissionen im Vergleich zu andersartigen Verpackungen des direkten und relevanten Wettbewerbs deutlich niedriger sind oder nicht. Dies ist erwartungsgemäß nicht nur tatsächlich der Fall, sondern die Vergleichswerte sind tendenziell extrem positiv für Schaebens. Am Beispiel des für Schaebens wichtigsten und größten Sortimentsbereichs der klassischen Schaebens Masken im Beutel, als Creme-, Gel- und Peloidmasken, sei dies nachfolgend erläutert: Im Mass-Market werden in Deutschland Gesichtsmasken zu weit über 80 % in der Verpackungsform Beutel verkauft (gem. Marktforschungsinstitut Nielsen LEH + Drogeriemarkt in 2019). Daneben gibt es insbesondere noch die Verpackungsformen Tube und Tiegel. Beutel werden zurzeit fast ausschließlich in Folien aus einem Mehrlagenverbund mit einer Aluminiumschicht angeboten. Tiegel werden zurzeit fast ausschließlich in Glastiegeln mit Kunststoffdeckel und in der Faltschachtel angeboten, die bei einigen Produkten auch noch cellophaniert ist. Tuben werden ausschließlich in Kunststofftuben, teilweise in Faltschachteln verpackt, angeboten. Die Inhaltsmengen der Beutel sind relativ klein mit z. B. 6 ml (4 x 1,5 ml), 10/12 ml (2 x 5/6 ml) und 15 ml/16 ml (1 x 15 ml oder 2 x 7,5/8 ml). Die Inhaltsmengen der Tiegel sind mit z. B. 15 ml und 50 ml tendenziell größer als bei den Beuteln. Die Inhaltsmengen der Tuben sind mit z. B. 50 ml und 150 ml tendenziell größer als bei den Tiegeln. Das Nettogewicht der Verpackung ist bei den Beuteln, umgerechnet auf den ml-Inhalt, sehr gering und sehr ähnlich. Das Nettogewicht der Verpackung ist bei den Tiegeln, umgerechnet auf den ml-Inhalt, extrem groß und sehr unterschiedlich. Das Nettogewicht der Verpackung ist bei den Tuben, umgerechnet auf den ml-Inhalt, sehr gering, aber sehr viel unterschiedlicher als bei den Beuteln. Das Volumen der Verpackung ist bei den Beuteln, umgerechnet auf den ml-Inhalt, sehr gering und sehr ähnlich. Das Volumen der Verpackung ist bei den Tiegeln, umgerechnet auf den ml-Inhalt, extrem groß und sehr unterschiedlich. Das Volumen der Verpackung ist bei den Tuben, umgerechnet auf den ml-Inhalt, sehr gering, aber unterschiedlicher als bei den Beuteln. ![Vergleichsberechnungen der CO2-Emissionen verschiedener kosmetischer Verpackungsformen ](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/04/Verpackungsvarianten_alte-werte-1024x469.jpg)*Vergleichsberechnungen der CO2-Emissionen verschiedener kosmetischer Verpackungsformen* Diese Unterschiede lassen sich weitestgehend dadurch herleiten, dass die verschiedenen Primärpackmittel Beutel, Tiegel und Tube im Vergleich untereinander unterschiedlich große Gestaltungsflächen haben. Der Beutel hat im Vergleich zur relativ kleinen Inhaltsmenge auf dem Primärpackmittel die mit Abstand größte bedruckbare Gestaltungsfläche. Hierdurch können i. d. R. sogar bei kleinen Inhaltsmengen von 6 bis 15/16 ml sämtliche rechtlich notwendigen und marketingtechnisch gewünschten Angaben auf dem Beutel aufgebracht werden. Der Tiegel hat im Vergleich zum Beutel und der Tube auf dem Primärpackmittel die mit Abstand kleinste bedruckbare Gestaltungsfläche. Hierdurch können i. d. R. bei Inhaltsmengen von bis zu (mindestens) 50 ml die rechtlich notwendigen und marketingtechnisch gewünschten Angaben nicht auf dem Tiegel aufgebracht werden. Dies macht i. d. R. eine (übergroße) Faltschachtel, als weiteres Sekundärpackmittel, notwendig. Durch die Kombination von Tiegel und Faltschachtel entsteht ein Verhältnis von Inhaltsmenge zum Außenvolumen der Verpackung von einem 6- bis über dem 13-fachen, was natürlich um ein Vielfaches schlechter ist als bei den Beuteln und Tuben. Weshalb dann bei einigen Produkten die Faltschachtel zusätzlich noch cellophaniert wird, ist unbekannt. Die Tube hat im Vergleich zum Beutel auf dem Primärpackmittel die kleinere und zum Tiegel die größere bedruckbare Gestaltungsfläche. Hierdurch können i. d. R. bei Inhaltsmengen bis ca. 50 ml die rechtlich notwendigen und marketingtechnisch gewünschten Angaben nicht auf der Tube aufgebracht werden. Dies macht eine Faltschachtel als weiteres Sekundärpackmittel notwendig. Hierdurch können i. d. R. erst bei Inhaltsmengen ab 75 ml die rechtlich notwendigen und marketingtechnisch gewünschten Angaben allein auf der Tube aufgebracht werden. Wie die CO2-Emissionsberechnungen von ClimatePartner belegen, gibt es zwischen den CO2-Emissionen und dem Nettogewicht der Verpackung sowie dem Volumen der Verpackung nach der Entleerung eine eindeutige Korrelation. ![CO2-Emissionen verschiedener kosmetischer Verpackungen](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/04/Verpackungsvarianten_alte-werte_mit-co2-1024x469.jpg)*CO2-Emissionen verschiedener kosmetischer Verpackungen*Als aktuelles Zwischenergebnis kann festgehalten werden, dass je ml: - bei Masken mit kleinen Inhaltsmengen Beutel die geringsten CO2-Emissionen haben, - bei Masken in Tiegeln unabhängig von deren Inhaltsmengen sehr hohe CO2-Emissionen vorliegen und - bei Masken mit größeren Inhaltsmengen Tuben ähnlich geringe CO2-Emissionen aufweisen wie Beutel. Dieses Zwischenergebnis kann nach Ansicht von Schaebens nicht nur auf eine Vielzahl an anderen kosmetischen Produkten nahezu identisch übertragen werden, sondern auch auf eine sehr große Produktanzahl aus völlig anderen Warenbereichen. Nach Überzeugung von Schaebens sollte die Suche nach weiteren Optimierungen bezüglich der Nachhaltigkeit fortwährend fortgesetzt werden. Als Beispiele für die fortwährende und sogar erfolgreiche Suche nach weiteren Nachhaltigkeitsoptimierungen möchte ich die 2 Schaebens Projekte „Folienwechsel“ und „100 % Rezyklat“ vorstellen: - Folienwechsel wird für alle hierzu geeigneten Rezepturen ab Sommer 2020 vollzogen. Hierdurch werden z. B. bei einer Schaebens Peel-Off Maske mit 15 ml Inhalt die CO2-Emissionen von 0,92 g CO2 je ml Maske auf 0,52 g gesenkt. Hiermit würde der bisher niedrigste CO2-Emissionswert je ml Maske von 0,49 g bei einer 100 ml-Tube ohne Faltschachtel fast erreicht werden. Im Vergleich zu einem direkten und relevanten Wettbewerber mit der alternativen Verpackungsform eines 15 ml-Tiegels in einer cellophanierten Faltschachtel, würden die CO2-Emissionen je ml Maske um ca. 94 % niedriger sein bzw. bei der alternativen Verpackungsform wären die CO2-Emissionen um mehr als das 15-fache höher. ![Folienwechsel im Markensegment von Schaebens](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/04/Peel-off_Vergleich-1024x565.jpg)*Folienwechsel im Markensegment von Schaebens*- Schaebens wird bei der Schaebens Aktivkohle Strong Peel-Off Maske sowie bei Schaebens Totes Meer Salz Salbe und Peeling jeweils von einer 75 ml-Ovaltube, auf eine sog. Kopfstehflasche, aus „100 % Rezyklat“ wechseln. Hierdurch werden z. B. die CO2-Emissionen je ml Maske um ca. 62 % gesenkt. Dieser Wechsel wird ab Herbst 2020 vollzogen. Dadurch werden bei dieser Schaebens Maske die CO2-Emissionen von 0,77 g auf 0,29 g CO2-Emissionen je ml Maske reduziert. Somit würde der bisher niedrigste CO2-Emissionswert von 0,49 g bei einer 100ml-Tube ohne Faltschachtel um ca. 59 % reduziert werden. Im o. g. Vergleich zu einem direkten relevanten Wettbewerber mit der alternativen Verpackungsform eines 15 ml-Tiegels in einer cellophanierten Faltschachtel, würden die CO2-Emissionen je ml Maske um ca. 96 % niedriger sein bzw. bei der alternativen Verpackungsform wären die CO2-Emissionen um mehr als das 27-fache höher. ![Umstellung der Primärpackmittel der Mehrfachanwendungen von Schaebens auf 100% Rezyklat ](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/04/Aktivkohle-Strong_Vergleich-1024x628.jpg)*Umstellung der Primärpackmittel der Mehrfachanwendungen von Schaebens auf 100% Rezyklat* Alleine durch die Umsetzung der beiden Projekte „Folienwechsel“ und „100 %-Rezyklat“ werden in 2020 ganz erhebliche weitere Optimierungsmöglichkeiten realisiert. ![CO2-Emissionen verschiedener kosmetischer Verpackungen nach der Umstellung auf 100% Rezyklat und dem Folienwechsel im Markensegment von Schaebens](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/04/Verpackungsvarianten_neue-werte-1024x469.jpg)*CO2-Emissionen verschiedener kosmetischer Verpackungen nach der Umstellung auf 100% Rezyklat und dem Folienwechsel im Markensegment von Schaebens*Die Suche nach weiteren Optimierungspotentialen wird aber selbstverständlich weiter fortgesetzt. Das dritte Projekt „Folie aus Rezyklaten“ läuft auch schon erfolgversprechend an. Die Suche nach weiteren Optimierungspotentialen hat aber natürlich auch seine Grenzen. So wäre ein Wechsel bei fast allen Schaebens Masken von einem Beutel auf z. B. eine Kopfstehflasche als Primärpackmittel, also ein Systemwechsel von einer abgeteilten Anwendung in einer Kammer auf eine Mehrfachanwendung, bis auf weiteres nicht sinnvoll möglich. Bedingt durch die Anwendungsform ist dieses insbesondere z. B. bei Hydrogel- und Vliesmasken nicht umsetzbar. Bei Creme-, Gel- und Peloidmasken wäre dies zwar von der Anwendung her i. d. R. möglich, aber wenig zielführend. Zum einen würden tendenziell die Herstellkosten erheblich ansteigen. Zum anderen hat der Beutel, in dem eine relativ kleine Inhaltsmenge für eine Anwendung abgetrennt in je einer Kammer vorliegt, für viele Schaebens Rezepturen erhebliche rezepturtechnische Vorteile. Hierdurch können z. B. bei diversen Schaebens Rezepturen verschiedene potentielle allergieauslösende Inhaltsstoffe, wie z. B. Konservierungsmittel, reduziert werden. Nur durch diese und einige wenige andere rezepturtechnischen Optimierungen können wir für unsere Schaebens Produkte schier unglaublich positive Hautverträglichkeitswerte generieren. So lagen z. B. bei den letzten 250 Mio. verkauften kosmetischen Produkten von Schaebens weniger als 200 Hautunverträglichkeiten, d. h. je 1 Million kosmetischer Produkte weniger als 1 Hautunverträglichkeit, vor. Bei der Schaebens Aktivkohle Strong Peel-Off Maske ist aber ein Wechsel des Packmittels möglich und sinnvoll. Die Herstellkosten und dementsprechend auch der Verkaufspreis sind zwar auch hier im Vergleich zu Beuteln deutlich höher, dies ist aber bei diesem Produkt für den Verbraucher nicht abträglich, da das Produkt keine so eindeutige Inhaltsmenge je Anwendung hat und dementsprechend ein hohes Maß der Flexibilität bei der Dosierung über die „Großpackung“ mit Verschluss sinnvoller und letztendlich auch günstiger ist. Des Weiteren enthält auch diese Peel-Off Maske als wesentliches Konservierungsmittel den für die Rezepturbasis sowieso zwingend notwendigen Alkohol, wodurch sich insbesondere die potentielle allergieauslösende Konservierungsproblematik nicht erhöht im Vergleich zu anderen alkoholhaltigen Peel-Off Masken. Neben der aus Sicht von Schaebens zwingenden Basis-Kennziffer der CO2-Emissionen zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Verpackungen können zusätzlich auch noch weitere Parameter, wie z. B. die Recyclingfähigkeit und die Recyclingquote, zur Bewertung herangezogen werden. Schaebens kann auch bezüglich der Recyclingfähigkeit der von Schaebens eingesetzten diversen Verpackungsformen auf zahlreiche vorliegende Informationen zurückgreifen. ![Der Grüne Punkt: Verpackungsanalysen](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/04/Bild_11.png)*Der Grüne Punkt: Verpackungsanalysen* So wurde z. B. von der Unternehmensgruppe Schaebens & Moras bereits in 2013 bei Der Grüne Punkt bzw. Dualen System Deutschland GmbH (DSD) eine vollumfängliche Verpackungsanalyse für das gesamte Sortiment in Auftrag gegeben. Nach Aussage des ehemaligen Geschäftsführers vom DSD Herrn Timothy Glaz stellte eine Analyse in 2013 an sich bereits eine Seltenheit in Deutschland dar. Mit einer Analyse über das gesamte Sortiment war Schaebens damals auch diesbezüglich einzigartig in Deutschland. Was die Optimierungsmöglichkeiten bezüglich des Recyclings und der Recyclingquote betrifft, sei nochmals auf den bereits oben dargestellten „Folienwechsel“ verwiesen. Hierdurch werden nicht nur die CO2-Emissionen um ca. 45 % gesenkt, sondern auch das Recycling wird sich deutlich verbessern. Um wie viel Prozent sich hierbei die Recyclingquote tatsächlich verbessern wird, hat das Institut cyclus – HTP analysiert. In einem aufwendigen Vergleichstest zwischen der aktuellen Schaebens Anti-Falten Maske mit einem Mehrlagenverbund mit Aluminium und der zukünftigen Schaebens Anti-Falten Maske mit einem Einstoffverbund (Recycling Code 05 – PP) konnte dokumentiert werden, dass die Recyclingfähigkeit von 24 % auf 93 % ansteigt. Durch diesen Wechsel reduzieren sich also nicht nur die CO2-Emissionen um ca. 45 % auf einen vergleichsweise sehr niedrigen Wert, sondern die Recyclingfähigkeit entwickelt sich geradezu optimal. ![Zertifikat Recyclingfähigkeit und Prüfbericht ](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/04/Zertifikat-prüfbericht-1024x724.jpg)*Zertifikat Recyclingfähigkeit und Prüfbericht* Bezüglich einer potentiellen Bemessung der Recyclingfähigkeit ist es sehr wichtig darauf zu achten, dass sich die Recyclingfähigkeit gem. der „Stiftung **Zentrale Stelle** VERPACKUNGSREGISTER“ auf die unbefüllte Verpackung als Ganzes, also inklusive aller zugehörigen Verpackungskomponenten wie Etiketten, Siegelfolien, Deckel und Verschlüsse, etc., bezieht. Eine Bemessung der Recyclingfähigkeit auf Basis einzelner Verpackungskomponenten infolge einer theoretischen Zerlegung der Verpackung ist unzulässig. Ein geradezu idealtypisches Beispiel für eine sehr positive Optimierung stellt der oben bereits dargestellte Wechsel der Primärpackmittel bei der Toten Meer Salz Serie dar. Bei diesem Wechsel erfolgt nämlich neben der Reduzierung der CO2-Emissionen zusätzlich noch durch eine Vereinheitlichung aller Primärpackmittel auf eine Materialqualität bei der Kopfstehflasche, dem Verschluss und dem Etikett eine positive Verbesserung der Recyclingfähigkeit. ![Biologisch abbaubare Tuchmasken aus 100% Naturfasern von Schaebens ](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/04/Tuchmasken-722x1024.jpg)*Biologisch abbaubare Tuchmasken aus 100% Naturfasern von Schaebens* Zusätzlich können aber sogar noch weitere Parameter, wie z. B. die Rezyklatquote und der Wechsel auf biologisch abbaubare Verpackungsmaterialien, Rezepturen und Produktinhalte von Relevanz sein. Bezüglich der Rezyklatquote kann z. B. wieder auf das oben dargestellten Projekt „100 % Rezyklat“ verwiesen werden. Bezüglich der „biologischen Abbaubarkeit“ sei verwiesen auf die neuen Schaebens Tuch Masken, die ab März in den Markt eingeführt werden, bei denen ein biologisch abbaubares Vlies aus 100 % Naturfasern eingesetzt wird. Durch das Wissen um den von mir sog. Nachhaltigkeitsfaktor generieren wir für Schaebens erhebliche Vorteile. Diese Wissensvorteile werden wir insbesondere für unsere Schaebens Produkte und die Werbung als Wettbewerbsvorteile nutzen. ![Heiko Hünemeyer](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/04/Huenemeyer_Heiko_klein.jpg)Heiko Hünemeyer Heiko Hünemeyer Geschäftsführender Gesellschafter von Haus Schaebens GmbH & Co. KG 20.04.2020 ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Kategorien:** Allgemein **Schlagwörter:** Beutel, CO2-Emissionen, Faltschachteln, FMCG, Gesichtspflege, heiko_huenemeyer, klimaneutral, Klimaschutzstrategie, Kosmetik, Maßnahmenkatalog, Mikorplastik, nachhaltig, Nettogewicht, Pharma, plastikneutral, Recycling, Rezyklatquote, Tiegel, Tuben, Umweltschutzaspekte, Verpackungsfunktionen, Verpackungsverordnung, Volumen --- ### [Webinare – aber bitte richtig.](https://inno-talk.de/webinare-aber-bitte-richtig/) **Published:** Juni 10, 2020 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## **Ihr** Webinar mit professionellem Flexpack-Inhalt und erprobter Technik Innoform Coaching bietet seit Jahren Präsenzseminare rund um Flexpack an. Erste Webinare starteten wir bereits 2008, damals ohne Erfolg! Waren wir zu früh, zu schlecht präpariert oder einfach nur mit dem falschen Angebot unterwegs? Heute wissen wir, dass es für jede Idee und jedes Produkt auf das Timing genauso ankommt wie auf Qualität und Kundennähe. Das Momentum der Corona-Krise hat die Webinarszene derart beflügelt, dass Server und Leitungen überlastet waren, Hotlines nicht mehr erreicht werden konnten und „jeder“ Webinare anbieten möchte. Wir haben von Beginn an Wert auf inhaltliche und didaktische Qualität gesetzt. Dafür haben wir uns mit Fachleuten zusammen getan, Kompetenz eingekauft und selber erworben. Nun sind wir in der Lage fachlich fundierte und technisch einwandfreie Online-Events durchzuführen. Dieses [Webinar-Angebot](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/de/live-webinare) nehmen schon jetzt alt bekannte und neue Kunden wahr. Das freut uns sehr. Nutzen Sie unsere Erfahrungen und bieten selbst mit unserer Hilfe ein Webinar an – z.B. für ein Kunden-Event, eine Produktvorstellung oder einfach um etwas Geld zu verdienen. Wir bieten ab dem 1.7.2020 „Kunden-Webinare“ zum Festpreis an. Egal, ob Sie mit eigenen Referenten arbeiten oder von uns Fachbeiträge für Ihre Kunden nutzen möchten. Wir konzipieren Ihr Webinar nach Ihren Zielsetzungen und führen es auf Wunsch auch durch. Besser kann man in Zeiten der Kontaktbeschränkungen und darüber hinaus kaum Neukunden gewinnen und Bestandskunden fachlich fundiert informieren. Anfragen bitte an: Karsten Schröder ks@innoform.de ### Verwandte Episoden - [Folien-Material-Analyse Podcast mit Daniel Wachtendorf](https://inno-talk.de/folien-material-analyse-podcast-mit-daniel-wachtendorf/) - [Innoform bietet Web-Seminare in englischer Sprache an](https://inno-talk.de/innoform-bietet-web-seminare-in-englischer-sprache-an/) - [WEBITs für mehr Flexpackwissen](https://inno-talk.de/webits-fuer-mehr-flexpackwissen/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Biofolien, Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Folienprüfung & Analytik, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Standbeutel, Thermofomen/Tiefziehen, Tiefdruck, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Karsten_Schroeder, Seminar, Tagungen, Verpackung, Verpackungsanwendungen, Webinar --- ### [Ich habe das mal nachgeschaut - Verpackungsverbrauch Teil 1](https://inno-talk.de/ich-habe-das-mal-nachgeschaut-verpackungsverbrauch/) **Published:** Juli 10, 2020 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Wenn man sich in der Verpackungsindustrie bewegt, weiß man das. Die Produktion von Verpackung insgesamt steigt ständig. Doch im Bekanntenkreis hat man seit einigen Jahren das Gefühl, dass doch viele versuchen, genau dieses Ärgernis des Alltags – die Verpackung – zu vermeiden. Aber warum empfinden eigentlich gefühlt viele Menschen die Verpackung als zumindest „unerfreuliches Muss“? In dieser Reihe wollen wir uns auch dieser Frage nähern. Heute steht aber der Blick auf die Daten im Fokus. Seit Anfang der 1990er Jahren ist die Politik doch mehr oder weniger bemüht, das Verpackungsaufkommen und insbesondere aktuell das, was der Entsorgung zugeführt werden muss, zu verringern. Aber wie erfolgreich waren wir alle in Deutschland eigentlich mit dieser Anstrengung? ![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/07/Verpackungsverbrauch-1024x573.png)Umwelt Bundesamt 2020Das sieht nun nicht gerade auf den ersten Blick nach einem Rückgang der Verpackung insgesamt aus. Aber Anfang der 1990er Jahre gab es einen kleinen Rückgang, den viele auf die Einführung des Dualen Systems (den Grünen Punkt) zurück führen. Eine zweite Delle nach unten ist unschwer im Rahmen der Welt-Finanzkrise um 2008 zu erkennen. Aber der Trend zeigt doch über die letzten fast 20 Jahre nach oben – trotz gegenteiliger Bemühungen und Bekundungen aus Politik und ja – auch aus der Wirtschaft. Nun stellt sich ja die Frage, ob die Bevölkerung denn zugenommen hat. Das kann man aber leicht verneinen. Auch hier eine vereinfachte Grafik der Bundesbehörden. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/07/image.png)](https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Bevoelkerungsstand/_inhalt.html)Bevölkerungsentwicklung laut Statistischem BundesamtAlso hat die Bevölkerung in der Bundesrepublik nicht wirklich zugenommen. Daher kann der Verpackungsabfall also nicht herrühren. Das Bundesumweltamt benennt hingegen folgende Ursachen in gekürzter Form: - **kleinere Haushalte** (mehr Singles bei Jung und Alt) - **Neue Funktionen** der Verpackung - Dosierfunktion - Portionierungsfunktion - Aufbewahrungsfunktion - Handhabungsfunktion - insgesamt Folgen des permanenten **Wachstums des Konsums** So schreibt das Bundesamt wörtlich: „Daneben haben sich die Verzehr- und Konsumgewohnheiten verändert. N**ahrungsmittel, Getränke und Heimtierfutter** führten im Jahr 2017 zusammen zu etwa 62,3 % des Verpackungsverbrauchs privater Endverbraucher.“ Als weiteren Grund sehen die Beamten in der **Zunahme des 2Go Verzehrs**. Sei es der Kaffeebecher oder die Pommes-Schale. Ess- und Lebensgewohnheiten ändern sich – auch durch das rasante Wachstum der Städte und das Schrumpfen der Haushalte. Wenn man das weiter denkt, komme ich zu dem Schluss – wir verpacken zu viel, weil wir zu viel konsumieren. Oder anders gesagt: **wir werden zu dick**. Karsten Schröder Fortsetzung [hier](https://www.innoform-coaching.de/blog/2020/07/22/ich-habe-das-mal-nachgeschaut-verpackungsverbrauch-teil-2/) ### Verwandte Episoden - [1,7 Millionen Tonnen mehr Verpackung durch steigenden Konsum](https://inno-talk.de/17-millionen-tonnen-mehr-verpackung-durch-steigenden-konsum/) - [Interview 2.0 mit Piran Asci zum Online Handel und Verpackung](https://inno-talk.de/interview-2-0-mit-piran-asci-zum-online-handel-und-verpackung/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) **Kategorien:** Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten **Schlagwörter:** Karsten_Schroeder, Verpackungsmüll, Verpackungsverbrauch --- ### [Ich habe das mal nachgeschaut - Verpackungsverbrauch Teil 2](https://inno-talk.de/ich-habe-das-mal-nachgeschaut-verpackungsverbrauch-teil-2/) **Published:** Juli 22, 2020 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Schon im [Teil 1](https://www.innoform-coaching.de/blog/2020/07/10/ich-habe-das-mal-nachgeschaut-verpackungsverbrauch/) dieser kleinen Serie habe ich es zum Schluss formuliert: **Wir werden zu dick**. Oder anders ausgedrückt: Wir sind schon satt… Das klingt nicht nur provokant – das ist es meiner Meinung nach auch. Aber die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/07/image-1-1024x515.png)](https://www.umweltbundesamt.de/daten/ressourcen-abfall/verwertung-entsorgung-ausgewaehlter-abfallarten/verpackungsabfaelle#grunde-fur-den-anstieg-der-verpackungsabfalle)Umwelt Bundesamt Dez. 2019Wenn man diese Grafik betrachtet, wissend, dass in dem Zeitraum kein äquivalenter Bevölkerungsanstieg zu verzeichnen war, bedeutet das doch, dass **mehr Nahrungsmittel konsumiert** wurden. Ob die alle gegessen oder einfach „übrig geblieben“ sind, kann man nur vermuten. Hierzu hat Statista auch weitere Daten zur Verfügung gestellt. ![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/07/image-2.png)Das lässt zumindest die Vermutung aufkeimen, dass wir auch zu viel essen. ![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/07/image-3.png) Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht! Denn der Anstieg des Verpackungsverbrauchs stammt aus wenigen Quellen und die sind eben **2Go und Online-Handel**, sagt das Bundesamt. Bleiben wir einmal beim 2Go Effekt. Bisher werden hauptsächlich Einweg-Becher und Deckel für z.B. Kaffee 2Go benutzt, auch wenn es erste Entwicklungen zu Mehrweg-Pfandsystemen gibt. Und das zeigt eben auch wieder die „offizielle“ Statistik, die wir hier direkt eingefügt haben. ![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/07/image-4-1024x514.png)Es sind also nicht nur die „Vielfraße“, die zu mehr Verpackungen führen, sondern vor allem die „ungesunden“ und wenig nachhaltigen Lebensgewohnheiten. …“Ungesund sowohl für Geist und Seele, aber auch für die Umwelt“… sagte mir neulich ein Webseminar-Teilnehmer, was ich hier einmal so zitieren möchte. Aber darüber können wir nicht richten – wir stellen hier einfach mal fest. So kann man durchaus folgende Hauptursachen für den stetig steigenden Verbrauch an Lebensmittelverpackungen festhalten, allerdings ohne Anspruch auf Vollständigkeit: • Neuer Life-Style „**2Go“**? • Single-Leben – kleine Mahlzeiten zuhause? • Mehr Wohlstand und dadurch mehr Konsum? Dem aufmerksamen Beobachter drängt sich die Vermutung auf, dass man den Trend nicht zurückdrehen kann und wir dieses schnellere 2Go Leben nicht wieder aufgeben werden. Der Markt reagiert bereits mit durchaus interessanten Trends, z.B. Mehrweg2Go Becher zu etablieren. Hier einige Links aus dem Internet: Es geht entweder darum, seinen eigenen Becher mitzunehmen oder haltbarere Becher in den Verkehr zu bringen, die bei vielen Bars abgegeben und wieder befüllt werden können. Und das geht am besten mit Pfand. Aber ist Mehrweg denn überhaupt besser als Einweg? Diesen Streit wollen wir gar nicht detailliert führen, sondern einfach mal wieder einige Fakten zeigen – dieses Mal von den PET-Flaschen-Experten PETcycle. Man sieht: Der Unterscheid zwischen einer Einweg-Glasflasche und einer Mehrweg-Glasflasche ist enorm. Bei den leichten PET-Flaschen ist das nicht mehr ganz so nachvollziehbar und kehrt sich sogar teilweise um. Was heißt das denn nun? Je nachdem, wie man einen Stoffstrom betrachtet, wie weit eine Verpackung transportiert werden muss und wie schwierig das Recycling oder das Wiederverwenden ist, kommt es auf den Einzelfall an. ![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/07/image-5.png)Jetzt neigen Lobbyisten dazu, erst einmal alles zu verkomplizieren. Ich will es mal mit einfacher Annäherung versuchen. Kaffeebecher gelten als schwer recycelbar. Die Deckel gelten als entbehrlich in vielen Fällen, machen aber schon fast die Hälfte des „Umwelt-Fussabdrucks“ aus. Also: Auf Deckel verzichten, wo es geht, und den schlecht recycelbaren Kaffeebecher, der nicht wieder befüllt werden kann, durch einen wiederverwendbaren oder recycelfähigen ersetzen. Und genau diese Initiativen laufen bereits. Und nach diesen einfachen Gedankengängen kann man doch als findiger Unternehmer einmal sein Portfolio durchleuchten und nach neuen Chancen suchen. Vielleicht wäre es sogar eine Idee, anstatt nur auf unnötige Kaffeebecher-Deckel zu verzichten, sogar ganze Mehrwegbecher zu vertreiben?! Bezogen auf die Flexpackindustrie könnte das bedeuten, dass wir uns wirklich einmal intensiv fragen sollten, was wir wirklich für einen Nutzen stiften und welchen Schaden bzw. welche Nebenwirkungen wir tatsächlich in Kauf nehmen, wenn wir in flexible Verpackungen verpacken. Und da komme ich immer wieder zu der Erkenntnis, dass wir sicherlich noch besser werden können, aber dass ein echtes Umsteuern nicht drängt. Wo sich massiver Handlungsbedarf ergibt, ist bei der Vermüllung unserer Erde durch Folienverpackungen und andere Plastikrückstände. Da müssen wir ran und zwar global! Und da müssen die Inverkehrbringer in die Pflicht genommen werden, die neben ihren Lebensmitteln eben auch immer Berge an Verpackungen exportieren, egal, ob Entsorgungspfade vorhanden sind oder auch nicht. Und wenn sich gerade diese – oft Weltkonzerne – zu Reyclingfähigkeit ihrer Verpackungen verpflichten, so darf das nur der Anfang sein. **Denn Recyclingfähigkeit ist noch lange keine Kreislaufwirtschaft**! [Hier geht es zur Fortsetzung](https://www.innoform-coaching.de/blog/2020/08/10/ich-habe-das-mal-nachgeschaut-verpackungsverbrauch-teil-3/) Karsten Schröder ### Verwandte Episoden - [1,7 Millionen Tonnen mehr Verpackung durch steigenden Konsum](https://inno-talk.de/17-millionen-tonnen-mehr-verpackung-durch-steigenden-konsum/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Marcus Holland über Rezyklatherstellung und -anwendung](https://inno-talk.de/marcus-holland-ueber-rezyklatherstellung-und-anwendung/) **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Lebensmittelverpackung, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Karsten_Schroeder, Verpackungsmüll, Verpackungsverbrauch --- ### [Ich habe das mal nachgeschaut – Verpackungsverbrauch Teil 3](https://inno-talk.de/ich-habe-das-mal-nachgeschaut-verpackungsverbrauch-teil-3/) **Published:** August 10, 2020 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## Verwertungsquoten und Marketing In [Teil 1](https://www.innoform-coaching.de/blog/2020/07/10/ich-habe-das-mal-nachgeschaut-verpackungsverbrauch/) und[ 2](https://www.innoform-coaching.de/blog/2020/07/22/ich-habe-das-mal-nachgeschaut-verpackungsverbrauch-teil-2/) lieferten wir offizielle Daten des Bundesamtes für Umwelt. Das soll hier auch wieder das Fundament sein. Aber ich traue mir in diesem dritten und letzten Teil einige Schlussfolgerungen und Empfehlungen zu, die Mut machen. Hier sehen wir, wie sich das Abfallaufkommen (Balken) und die Verwertungsquoten (Linien) in den letzten Jahren entwickelt haben. Die Menge an Siedlungsabfällen steigt und Verwertungsquoten sind mehr oder weniger prozentual konstant. ![](https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/384/bilder/2_abb_verwertungsquoten_2019-10-17.png)Quelle: Doch wie sieht es bei den Verpackungen aus? Die rote Linie unten mit der Verwertungsquote macht doch Mut, oder? Über die Art und Weise, wie die zustande kommt, und was Fachleute daran auszusetzen haben, lasse ich heute mal unbesprochen. Fakt ist – die Quote sieht besser aus als sie ist und stagniert auf scheinbar hohem Niveau. ![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/08/image-1-1024x496.png)Quelle GVM, Spannend wird es bei der Stofflichen Verwertung – also sinngemäß dem Recycling. Hier soll sich nach dem Wunsch der EU und auch Deutschland richtig etwas nach oben bewegen. Nur wie soll das passieren? Und warum wird eigentlich noch nicht mehr recycelt? - Recycelte Rohstoffe dürfen für Lebensmittelverpackungen oft nicht eingesetzt werden, da Kontaminationen vermieden werden sollen. - Durch den niedrigen Ölpreis bieten recycelte Kunststoffe kaum oder gar keinen Preisvorteil - Die Qualität von neuem Kunststoff ist in der Regel besser als von recycelten Kunststoffen (Farben, Stippen, Festigkeiten, Geruch …) - Der logistische, technologische und finanzielle Aufwand für Sammlung, Sortierung und Recycling ist hoch. Der Markteintritt ist somit begrenzt und eine Monopolbildung mit all ihren Nebenwirkungen gegeben. Mich interessiert auch die Antwort auf die Frage: Warum eigentlich Recyclingfähigkeit und nicht Verpackungen aus recyceltem Material, wie Werner&Mertz es vormacht? Werner & Mertz mit seiner Marke Frosch z.B. ist in Europa sicherlich momentan führend, was Umsetzungswillen, Umsetzungskraft und Umsetzungsgeschwindigkeit hin zur Kreislaufwirtschaft angeht. Details finden Sie [hier](https://initiative-frosch.de/verpackungen/) Nun setzen aktuell auch einige große Markeninhaber auf recyclingfähige Materialien für ihre Verpackungen. Immer wieder geben Unilever, Nestlé oder P&G vollmundige und ermutigende Versprechen ab, dass z.B. bis 2025 alle Verpackungen recycelfähig sein sollen. Und der Gesetzgeber hat klar gestellt: In der Verantwortung ist der Inverkehrbringer des verpackten Gutes. Da gibt es also keine Fragen mehr. Ein Erklärvideo findet sich hier: Aber die wirklich großen Unternehmen tun sich mit der Umsetzung schwer und das ist nachvollziehbar bei der Komplexität, die zu bewältigen ist. Und zudem treibt viele die Frage um, warum überhaupt ein Markenartikler auf z.Zt. noch teureres Recycling wechseln sollte? Eine Antwort könnte doch sein, weil es sinnvoll fürs Geschäft erscheint. Marketing erkennt zunehmend – insbesondere in dem s.g. entwickelteren Teil der Bevölkerung – den Wunsch nach weniger Plastik in der Umwelt und weniger Plastik insgesamt. Demgegenüber steht aber das, was wir alle seit den 1950er Jahren gelernt haben – die **Pros**: - preiswert - gut als Verpackungsmaterial geeignet - inert - langlebig - keimfrei - einfach herzustellen - optimaler Schutz des Füllguts - leicht - bruchfest - bequem in der Handhabung - nahezu unbegrenzt verfügbar - recyclingfähig Nachteile (**Cons**) sind „nur“: - kontaminiert die Umwelt - verrottet nicht schnell in der Natur - treibt Jahrhunderte lang im Meer - kann Mikroplastik bilden - ist bei einigen u.a. deshalb unerwünscht Wenn man sich diese Pros und Cons mal so runter liest, erscheint es doch zumindest dem Ingenieur, wie ich einer bin, absurd, Kunststoffe aus der Verpackung zu verbannen. Ein Marketier hingegen liest das alles von unten nach oben und folgert vielleicht: *Um unsere Produkte von dem schlechten Image des Plastiks zu befreien, müssen wir schnell in alternative oder zumindest umweltverträglich erscheinende Verpackungen investieren. Das tun wir, indem wir zunächst gute Handlungen ankündigen und diese dann schrittweise nach Empfehlungen der Experten umsetzen .* So klingen zumindest die meist vollmundigen Ankündigungen der CEOs von Unilever, P&G und Nestlé. Doch was dahinter steckt und was eben nicht zeigt dieses Video hier: [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/08/image-2.png)](https://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2019/Plastikmuell-Die-leeren-Versprechen-der-Industrie,plastikmuell250.html)**Plastikmüll: Die leeren Versprechen der Industrie** Weniger Verpackung, mehr Recycling – seit Jahren verspricht die Industrie umweltfreundlichere Produkte. Doch es ändert sich kaum etwas, auch weil die Politik auf Freiwilligkeit setzt.Die Kernaussage ist u.a.: Nestlé will bis 2025 nur noch recycelfähige Verpackungen einsetzen. - Wie genau? Keine Angaben - Wo genau? Mal sehen - Mehrweg soll kommen – geht aber noch nicht nachhaltig – aber gewinnbringend und Image fördernd - Was bedeutet recycelfähig? Hm – Experten fragen - Was bringt recycelfähig? Hm? Da uns „Verpackungsexperten“ daran vieles stört, sollten wir mit den Marketing-Experten reden und Strategien entwickeln, die beides vereinen. Das Recycling als Wunderwaffe erscheint mir da doch etwas kurz gesprungen zu sein. Allerdings ist es ein guter Start in eine andere Diskussion – eine Brückentechnologie vielleicht. Aber eine echte Win-Win Situation entsteht da noch nicht. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2017/02/cradle_to_Cradle.png)](https://c2c-ev.de/) Richtig rund – Kreislauf rund – wird es aus meiner Sicht nur mit dem [Cradle2Cradle](https://c2c-ev.de/) Denken. Ohne „wenn und aber“. Und wissen Sie warum? Weil es funktioniert. Weil es besser ist als alle anderen Vorschläge. Weil es alle Belange einbezieht. Und weil es das Beste für uns alle bewirkt – nachhaltiges Wirtschaften: - für Marketing - für die Recycler - für die Verpacker - für die Packmittelhersteller - für Umwelt, Fische und Meere - für die Menschen … *Oder fällt Ihnen irgendjemand oder irgendetwas ein, der/die/das dabei verliert?* Langfristig nicht einmal die Share-Holder – geschützteste Spezies im Wirtschaftsuniversum. Im Gegenteil – „tote Pferde“ zu reiten, die auf Verschleiß geritten wurden, haben noch nie jemanden ans Ziel gebracht. Da heißt es ABSTEIGEN oder ich empfehle UMSTEIGEN. Also raus aus der Komfortzone und rein in ein echtes **Kreislaufdenken**! Denn so, wie wir es Anfang der 1990er Jahre versucht haben, mit Recycling alleine zu lösen, wird es auch die nächsten 30 Jahre nicht klappen. Stoffliche Verwertung ist nur der erste Schritt, den wir nun beherzt tun müssen. Aber cradle2cradle fußt auf **Materialgesundheit** – das müssen wir erst noch lernen und weiter entwickeln, wie wir das hinbekommen. Gesunde Materialien, die auch einmal in die Umwelt gelangen können, in unseren Körper oder sonst wo hin, ohne Schaden anzurichten. Es klingt absurd – aber es geht! Davon bin ich heute überzeugt. Packen wir es ein (an)! ### Verwandte Episoden - [1,7 Millionen Tonnen mehr Verpackung durch steigenden Konsum](https://inno-talk.de/17-millionen-tonnen-mehr-verpackung-durch-steigenden-konsum/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Lebensmittelverpackung, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Cradle to Cradle, cradle2cradle, Karsten_Schroeder, Recyclingfähigkeit, Recyclingquoten --- ### [Thema: Lebensmittelrecht für Verpackungen](https://inno-talk.de/themengebiet-lebensmittelrecht-fuer-verpackungen/) **Published:** August 18, 2020 **Author:** Karsten Schröder **Content:** [Dieses Thema](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/themen/lebensmittelrecht-fuer-verpackungen) bewegt unsere Industrie seit Jahren hin zu immer mehr Produktsicherheit. So zumindest der Wunsch der Legislative. Wir stellen hier relevantes Wissen für Packmittelhersteller und Anwender zur Verfügung. Egal, ob Handel, Lebensmittel- oder Konsumgüterhersteller. Die Anforderungen greifen ineinander und sind von enormer Bedeutung. Wir ziehen an einem Strang. Doch welche Themen sind das aktuell? Nun es beginnt wie so oft mit einem Überblick: [Grundkurs: Lebensmittel- (Bedarfsgegenstände)recht der EU in der Kunststoff-Verpackungsindustrie](http://lf.innoform.de/) In diesem aktualisierten Grundkurs findet sich das Fachwissen zu lebensmittelrechtlichen Vorgaben und praktischen Verfahren rund um die Themen Konformitätserklärungen und Migration (einschließlich Verordnung (EU) Nr. 10/2011). Ausgehend von einer Einführung in die rechtlichen Rahmenbedingungen werden natürlich auch Themen behandelt wie: - GMP und Konformitätserklärungen - Wechselwirkung zwischen Füllgut und Verpackung - Verantwortung in der Lieferkette und Risiken Mit den beiden Referenten werden Kompetenzen gebündelt und der Tagesablauf kurzweilig gestaltet. An beiden Tagen finden auch Übungen statt, um erlerntes Wissen an Praxisbeispielen zu erproben. Ähnliche Inhalte bieten unsere Webseminare zu diesem Themengebiet, aber deutlich kompakter dargeboten: [**Mineralöl/Mosh/Moah Migration – aktueller Stand**](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/webinar/mineraloelmoshmoah-migration-aktueller-stand-2020_1) [**Lebensmittelrecht: Einstieg in die rechtlichen Anforderungen**](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/webinar/lebensmittelrecht-einstieg-in-die-rechtlichen-anforderungen-2020) [**Lebensmittelrechtliche Verantwortung in der Lieferkette**](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/webinar/lebensmittelrechtliche-verantwortung-in-der-lieferkette-2020) [**Lebensmittelrecht: Druckfarben – Konformität mit Lebensmittelverpackungen**](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/webinar/lebensmittelrecht-druckfarben-konformitaet-mit-lebensmittelverpackungen--2020_1) [**Lebensmittelrecht: Klebstoffe – konform mit Lebensmittelverpackungen einsetzen**](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/webinar/lebensmittelrecht-klebstoffe-konform-mit-lebensmittelverpackungen-einsetzen--2020) [**Migrationsprüfungen an Lebensmittelverpackungen**](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/webinar/migrationspruefungen-an-lebensmittelverpackungen-2020) [**Non Intentionally Added Substances (NIAS) – Analytik und Bewertung**](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/webinar/non-intentionally-added-substances-nias-analytik-und-bewertung-2020) [**Überblick über FDA-Regularien in den USA**](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/webinar/berblick-ueber-fda-regularien-in-den-usa-2020_1) Zu einigen dieser Webseminar Themen gibt es dann wiederum Vertiefungsseminare vor Ort, die auch als In-House-Trainings gebucht werden können. Beispiele dafür sind: [**Migrationsprüfungen richtig auswählen und beurteilen**](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/seminar/migrationspruefungen-richtig-auswaehlen-und-beurteilen-2019_1) [**Einstieg in das US-Lebensmittelrecht für Verpackungen (FDA)**](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/seminar/einstieg-in-das-us-lebensmittelrecht-fuer-verpackungen-fda-2020_1) [**Aufbauseminar: Lebensmittelrecht und Wechselwirkung zwischen Verpackung und Füllgut…**](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/seminar/aufbauseminar-lebensmittelrecht-und-wechselwirkung-zwischen-verpackung-und-fuellgut-lebensmittel-kosmetika-pharmazeutika-2020) [**Aufbauseminar: Lebensmittelrecht Folienverpackungen – einschl. Druckfarben, Klebstoffe…**](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/seminar/aufbauseminar-lebensmittelrecht-folienverpackungen-einschl-druckfarben-klebstoffe-und-beschichtungen-2016) In unregelmäßigen Abständen bieten wir darüber hinaus eine Tagung/Konferenz an, wenn es der Innovationsgrad erfordert. Diese Unterlagen sind natürlich auch immer nach der Tagung weiterhin abrufbar: **[Lebensmittelrecht und Verpackungen in Europa (D, A, CH)](http://le.innoform.de)** ### Verwandte Episoden - [Leitlinien zum Rezyklateinsatz bei Lebensmittelverpackungen](https://inno-talk.de/leitlinien-zum-rezyklateinsatz-bei-lebensmittelverpackungen/) - [Registrierung von Verpackungen und Labels (Europa + USA)](https://inno-talk.de/packungs-registrierung-und-labels-europa-usa/) - [Lebensmittel- und Pharmaverpackungen aus Monofolien](https://inno-talk.de/lebensmittel-und-pharmaverpackungen-aus-monofolien/) **Kategorien:** Folienprüfung & Analytik, Lebensmittelrecht, Lebensmittelverpackung, Migration, Wechselwirkungen **Schlagwörter:** EU-Zulassung, Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, Konformitätserklärung, Konformitätsprüfung, Lebensmittelrecht, Migrationsprüfungen --- ### [Große Nachfrage zu Präsenz-Events wegen Covid-19!](https://inno-talk.de/grosse-nachfrage-zu-praesenz-events-wegen-covid-19/) **Published:** August 28, 2020 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Große Herbst- und Frühjahrs-Messen wackeln oder sind schon verschoben. Die Unsicherheit bei Ausstellern und Teilnehmern durch die wieder aufflackernde Pandemie ist groß. Dennoch sind technischer Fortschritt durch persönliche Treffen wichtiger denn je in Zeiten von Home-Office und Abstandsregeln. Da kommt den Branchentreffs im Format von bis zu 200 Teilnehmern ganz neue Bedeutung zu, wie z.B. der Standbeutelkonferenz im Oktober in Berlin: [7. Europäische Standbeutel-Konferenz – Lieferkette](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/tagung/7-europaeische-standbeutel-konferenz-lieferkette-2020) Nun ist auf den ersten Blick die Reisebeschränkung seitens der Länder, aber auch der Unternehmen ein KO-Kriterium. Aber bei näherer Betrachtung ist es viel differenzierter und vielversprechender. Eine Vielzahl von Firmen – insbesondere der Mittelstand – haben nämlich gar keine strikten Reisebeschränkungen. Es geht immer um Risikoabwägung. Nun haben gerade kleinere Veranstalter und nahezu alle Veranstaltungshotels ausgeklügelte Hygiene-Konzepte entwickelt, die allerdings oft zu Teilnehmerzahlbeschränkungen führen. So bietet Innoform beispielsweise ab Oktober 2020 s.g. Hybrid-Events an. Das bedeutet, dass eine maximale Teilnehmerzahl vor Ort dabei ist und alle mit Reisebeschränkungen oder schmalerem Geldbeutel online teilnehmen können. Einsatz moderner Technik verbindet nun aber beide Gruppen zu einer virtuellen Community. So stellt Innoform einen digitalen Visitenkartentausch sowie Video-Chats zur Verfügung. Live-Stream der Vorträge und Einbindung in Fragerunden werden ebenso virtuell gestaltet wie die Pausen. Bei ausgewählten Konferenzen werden sogar virtuelle Ausstellungsflächen mit realen Ständen kombinierbar sein. Somit bringt jede Krise in alle Ecken der Welt eine Menge Leid und Mühen, fördert aber auch Kreativität und Fortschritt in beschleunigter Art und Weise. Die Hybrid-Events von Innoform in 2020 sind: [7. Europäische Standbeutel-Konferenz – Lieferkette](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/tagung/7-europaeische-standbeutel-konferenz-lieferkette-2020) [6. Expertentreff Verpackungsdruck – Hybridisierung und Digitalisierung](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/tagung/6-expertentreff-verpackungsdruck-hybridisierung-und-digitalisierung-2020) Und die schon fast überbuchte Kooperations-Veranstaltung mit dem Süddeutschen Kunststoffzentrum (SKZ): [Barriere-Verbundfolien – einfach, optimal und recycelfähig?](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/tagung/barriere-verbundfolien-einfach-optimal-und-recycelfaehig-2020_1) Hier versuchen wir gerade mit der Veranstaltung die maximalen Teilnehmerzahlen durch neue Raumkonzepte zu erweitern. Auf der Festung Marienberg sollte sich daher noch ein Platz für Sie finden. ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Guido Aufdemkamp von Flexible Packaging Europe zu den Hintergründen des Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-von-flexible-packaging-europe-zu-den-hintergruenden-des-inno-meeting-europe/) - [Das Inno-Meeting Europe – am Puls der Zeit](https://inno-talk.de/das-inno-meeting-europe-am-puls-der-zeit/) **Kategorien:** Digitaldruck, Flexodruck, Tiefdruck **Schlagwörter:** PC-10-20, SP-12-20, VD-11-20 --- ### [Verordnung (EU) 2020/1245](https://inno-talk.de/aenderung-der-verordnung-eu-nr-10-2011/) **Published:** September 5, 2020 **Author:** Karsten Schröder **Excerpt:** Änderung der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 **Content:** ## Änderung der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 Es ist wieder soweit – es gibt Änderungen zur wohl wichtigsten Verordnung für Lebensmittelverpackungen (Bedarfsgegenstände) (EU) Nr. 10/2011. Wir haben hier einmal die wesentlichen Neuerungen für Flexpacker aufgeführt. Einen vollständigen Download der Änderungen finden Sie [hier](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?qid=1599128501983&uri=CELEX:32020R1245). ## Änderungen im Anhang I (Unionsliste): - **1,3-Phenylendiamin** (CAS-Nr. 0000108-45-2, FCM-Stoff-Nr. 236), **NG auf 0,002 mg/kg verringert** - Antimontrioxid (CAS-Nr. 00013­ 09-64-4, FCM-Stoff-Nr. 398): Grenzwert gestrichen, aber dafür Aufnahme des Grenzwertes in Anhang II - Aufnahme folgender Stoffe - Montmorillonitton, modifiziert mit Hexadecyltrimethylammoniumbromid (FCM-Stoff-Nr. 1075) - Phosphorsäure, Triphenylester, Polymer mit Alpha-hydro-omega-hydroxypoly\[oxy(methyl-1,2-ethandiyl)\], C10-16- Alkylester (FCM-Stoff-Nr. 1076 und CAS-Nr. 1227937-46-3) - Titandioxid, oberflächenbehandelt mit fluoridmodifiziertem Aluminiumoxid (FCM-Stoff-Nr. 1077) ## Änderungen im Anhang II (Metalle und primäre aromatische Amine): - Darstellung als Tabelle inkl. Ergänzung, ob es sich um gemäß Artikel 6 Absatz 3 Buchstabe a zugelassene Salze handelt - Aufnahme folgender Stoffe: Ammonium, Antimon, Arsen, Cadmium, Calcium, Chrom, Europium, Gadolinium, Lanthan, Blei, Magnesium, Quecksilber, Kalium, Natrium, Terbium (zum Teil, da sie als Verunreinigungen in fertigen Kunststoff-Materialien und -Gegenständen vorkommen können) - Aufnahme von Nachweisgrenzen für Metalle - **Für primäre aromatische Amine, die karzinogen sind oder bei denen der Verdacht auf eine karzinogene Wirkung** besteht, wurde die **Nachweisgrenze auf 0,002 mg/kg Lebensmittel** oder Lebensmittelsimulanz gesenkt. Dies gilt für die bedenklichsten primären aromatischen Amine, die in Anhang XVII Anlage 8 zu Eintrag 43 (Eintrag zu Azofarbstoffen) der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates aufgeführt sind. Die Summe der primären aromatischen Amine darf 0,01 mg/kg Lebensmittel oder Lebensmittelsimulanz nicht überschreiten. ## Änderungen im Anhang IV (Konformitätserklärung): - Auf der Ebene von Zwischenstufen sind folgende Angaben zu den verwendeten Stoffen oder deren Abbauprodukten erforderlich: - Benennung und Menge der Stoffe gemäß Anhang II - **Benennung und Menge der Stoffe, deren Genotoxizität nicht ausgeschlossen worden ist** und in einer Menge vorhanden sein könnten, bei der eine Migration aus dem fertigen Material von mehr als 0,00015 mg/kg Lebensmittel oder Lebensmittelsimulanz zu erwarten ist. ## Änderungen im Anhang V (Konformitätsprüfung): - Anlagen oder Geräte für die Lebensmittelverarbeitung, die aus vielen Kunststoffteilen bestehen oder Kunststoffteile sowie anderes Material enthalten, kann die Konformität anhand von Migrationsprüfungen im Lebensmittel oder im Lebensmittelsimulanz überprüft werden, das mithilfe der gesamten Anlage bzw. des gesamten Geräts oder von Baugruppen oder Modulen desselben gemäß der Bedienungsanleitung hergestellt oder verarbeitet wurde, statt zu versuchen, die Migration aus jedem einzelnen Kunststoffteil oder -material zu ermitteln, das in der Anlage bzw. dem Gerät zum Einsatz kommt. - Die Bewertung und Prüfung von Mehrwegmaterialien und –gegenstände wird näher erläutert - Neue **Prüfbedingungen OM0** für die Gesamtmigration für Kunststoffmaterialien und –gegenständen, die dazu bestimmt sind, nur bei kalten Temperaturen oder bei Umgebungstemperatur und nur für eine **kurze Dauer (weniger als 30 Minuten)** mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen. - Prüfung unter Rückfluss wurde bei OM4 (1h/100°C) ergänzt ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) **Kategorien:** Lebensmittelrecht, Lebensmittelverpackung **Schlagwörter:** Heike_Schwertke, Rahmenverordnung, Verordnung (EU) Nr. 10/2011 --- ### [Keiner will sie, alle kaufen sie - die Kunststoffe](https://inno-talk.de/keiner-will-sie-alle-kaufen-sie-die-kunststoffe/) **Published:** September 11, 2020 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Müssen wir nun grundsätzlich umdenken? Kunststoffe sind nach wie vor bei vielen unbeliebt – stimmt das eigentlich? Die gerade veröffentlichten Daten des Stoffstrombilds für Deutschland zeigt etwas völlig anderes. Noch nie wurden so viele Kunststoffe erzeugt wie in den letzten Jahren! Insbesondere die Verpackungen spielen eine bedeutende Rolle bei dem Kunststoffverbrauche – das ist bekannt und brisant zugleich, denn: Sie sind in der Regel sehr kurzlebige Konsumgüter und „leben“ oft nur Tage oder Wochen. Das führt dazu, dass die Hauptabfallmenge der Kunststoffe in Deutschland aus Verpackung besteht. So weit so bekannt. Was aber immer wieder überrascht ist die Zuwachsrate. ![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/09/Abfallaufkommen-2019.png)Quelle: https://www.bkv-gmbh.de/fileadmin/documents/Studien/Kurzfassung\_Stoffstrombild\_2019.pdfDiese Graph macht umso nachdenklicher, wenn man sich bewusst macht, wie Medienberichte und Realität hier auseinander klaffen. Liest man Tagespresse, könnte man denken, alle Deutschen wollten lieber heute als morgen kein Plastik mehr. Doch sie kaufen so viel wie nie – wie kommt das? Ist der Nutzen so überzeugend, das die Vorurteile zu Plastik nicht real werden? Fehlt es an Alternativen? Darüber wird ebenfalls viel berichtet. Was uns als Flexpacker aber motivieren kann ist, dass die Nachfrage ungebremst hoch ist. Das birgt Chancen und Risken gleichermaßen. SO sagen die Pessimisten – das wird uns vor die Füße fallen und die Optimisten sehen neue Märkte und Chancen – insbesondere bei der Kreislaufwirtschaft, die langsam aber sicher an Fahrt aufnimmt. Ich sehe nüchtern massiven Handlungsbedarf uns um die Entsorgung viel stärker und mit neuen Ideen zu weidmen. Das Geld liegt an sich auf den Halden und muss nur wieder in den Stoffstrom zurück. Das erkennen immer mehr Entsorger aber kaum Flexpacker – warum nicht? Wer doch umdenkt, ist herzlich eingeladen zum [19.Inno-Meeting 2021](http://im.innoform.de) – dem Branchentreff. Vortragsangebote bitte wieder an KS@innoform.de ### Verwandte Episoden - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Kategorien:** Barrierefolien, Biofolien, Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Flexodruck, Folienherstellung/Veredelung, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Standbeutel, Thermofomen/Tiefziehen, Tiefdruck, Verpackungsdesign --- ### [Innoform führt die erste Hybrid-Tagung durch](https://inno-talk.de/innoform-fuehrt-die-erste-hybrid-tagung-durch/) **Published:** Oktober 4, 2020 **Author:** Karsten Schröder **Excerpt:** Haybrid Event, Tagung MOA Berlin, Standbeutel **Content:** Am 28./29. Oktober treffen sich Standbeutel-Experten aus Europa in Berlin und zeitgleich auch per Livestream. Dieses hybride Format bietet Innoform Coaching zum ersten Mal an. „Wir haben gute Buchungszahlen in Anbetracht der unsicheren Lage. Momentan haben wir sogar mehr Präsenzteilnehmer als Online-Zuschaltungen“, sagt Wilma Igelbrink, Event-Managerin der [7. Europäische Standbeutel-Konferenz](http://pc.innoform.de/). Die neue Technik macht sogar eine simultane Übersetzung kostengünstiger und wird in Berlin angeboten. Weitere geplante Hybrid-Events sind: - [6. Expertentreff Verpackungsdruck – Hybridisierung und Digitalisierung](http://vd.innoform.de) - [Barriere-Verbundfolien – einfach, optimal und recycelfähig?](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/tagung/barriere-verbundfolien-einfach-optimal-und-recycelfaehig-2020_1) - [19. In](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/tagung/19-inno-meeting-umdenken-2021)[no-Meeting – Umdenken](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/tagung/19-inno-meeting-umdenken-2021) Auch die Live-Mitschnitte der Vorträge werden nach dem Event noch weiter genutzt werden können – sowohl von den Referenten und ihren Unternehmen als auch für weitergehende Lehrvideos und Marketingaktivitäten. Moderator und Organisator Karsten Schröder spricht von einem wegweisenden Schritt in die Weiterentwicklung des Tagungsgeschäftes: „Wir werden das Hybrid-Format weiter im Angebot behalten, auch wenn die Pandemie überwunden sein wird. Auch unsere sehr gut nachgefragten Webseminare werden wir weiterhin live und als aufgezeichnete Instant-Events anbieten. Darüber hinaus wird es sogar ein englischsprachiges Angebot mit Lehrvideos als eine Art bezahlten „Podcast“ geben. Die erste Staffel zum Themenblock Bioplastics ist kurz vor der Fertigstellung und soll noch im Oktober gelauncht werden.“ Innoform Coaching hat somit die Corona-Krise genutzt, um lange aufgeschobene, digitale Formate endlich marktreif anzubieten und setzt damit neue Maßstäbe bei den bezahlten Internet-Schulungsinhalten. **Gute Qualität mit aktuellem Inhalt kompakt präsentiert zum günstigen Preis** und sofort abrufbar ist die Devise. Karsten Schröder betont noch einmal, dass die Online-Angebote natürlich keine Präsenz-Events ersetzen, sehr wohl aber zielführend ergänzen können. So buchen Online-Teilnehmer, die den sehr verdichteten Stoff vertiefen wollen, danach gerne Präsenz-Events und umgekehrt. Als großen, langfristigen Vorteil sieht Innoform dabei die Möglichkeit, auf Knopfdruck schon jetzt aus mehr als 50 Webseminaren einzigartiges Wissen abrufen zu können. Das typische Beispiel ist dabei ein Projektstart in einem Unternehmen, z.B. zur Einführung recyclingfähigerer Verpackungen. Aber was macht man, wenn man solch ein Projekt leiten soll – man macht sich zunächst selber schlau – z.B. mit Innoform Web-Seminaren rund um das Thema [Kreislaufwirtschaft](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/themen/kreislaufwirtschaft-und-nachhaltigkeit). Diese Möglichkeit fehlte bisher in der Flexpack-Bildungslandschaft. Durch die [Instant-Webseminare](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/instant-webseminare) schließt Innoform nun diese Lücke nachhaltig. ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Guido Aufdemkamp von Flexible Packaging Europe zu den Hintergründen des Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-von-flexible-packaging-europe-zu-den-hintergruenden-des-inno-meeting-europe/) - [Inno-Meeting Europe und FPE](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-und-fpe/) **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Flexodruck, Folienherstellung/Veredelung, Folienprüfung & Analytik, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Q-Management/ Hygiene, Standbeutel, Thermofomen/Tiefziehen, Tiefdruck, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Folienwissen, Hybrid Event, Kreislaufwirtschaft, Standbeutel, Webinare, Webseminare --- ### [Kostenentwicklung bei der Verpackungslizenzierung](https://inno-talk.de/kostenentwicklung-bei-der-verpackungslizenzierung/) **Published:** November 12, 2020 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Die LZ berichtete am 4. September darüber, dass die Verpackungslizenzkosten 2021 nochmals deutlich steigen werden. Nun haben einige Hersteller die Verhandlungen mit den Dualen Systemen bereits abgeschlossen und konnten die angekündigten Erhöhungen zum Teil bestätigen. Zwei Systembetreiber, Prezero Dual und EKO-PUNKT erlangten die bundesweite Zulassung als Duale Systeme und bereichern den Markt für 2021. Zudem sorgte die Neuausrichtung einiger Handelspartner für Marktbewegungen in der Verpackungslizenzierung. Etablierte Hersteller können so für die Verpackungsfraktion PPK (Papier, Pappe, Karton) mit Kostensteigerungen von 50% abschließen, was aber deutlich unter der erwarteten Verdopplung liegt. Im Bereich der Leichtverpackungen liegt die Verteuerung zwar im prognostizierten Intervall zwischen 10 und 30 Prozent aber eher an der unteren Grenze des Intervalls. Bei der im LZ Artikel nicht erwähnten Verpackungsfraktion Glas konnte ein Hersteller mit einer Kostensteigerung von „nur“ knapp 2% abschließen. Oft werden die Verteuerungen mit dem Nichterreichen der Recyclingquoten begründet, was in der Verantwortung der Dualen Systeme liegen soll. Es ist allerdings sehr ambitioniert, die Ziele der Recyclingquoten zu verfolgen, wenn die Fehlwürfe der Verbraucher nicht drastisch reduziert werden. Aufklärungsarbeit von den Dualen Systeme zur Abfallsortierung auf Verbraucherebene soll hier Abhilfe schaffen. Interessant ist, dass in einigen Städten wie Hamburg oder München die Leichtverpackungen nicht von wertstoffgleichen Nicht-Verpackungen getrennt werden sollen. So gehören in Hamburg die ausgedienten Spielzeuge in die gelbe Tonne, außerhalb der Stadtgrenzen jedoch in die Restmülltonne. Unstreitig sind die Gründe der Verteuerung bei PPK und Kunststoff. Bei PPK ist es über die letzten Jahre durch den zunehmenden Online Handel zu einem **Überangebot von Altpapier** gekommen, wodurch die Entsorger die eine Erlösbaisse erleben. Im Bereich der Kunststoffe bewirkt der niedrige Erdölpreis niedrigere Preise für Primärkunststoffe als für Recyclate. (Quelle: https://www.braintrust-group.de/impuls-des-tages/verpackungslizenzierung/) ### Verwandte Episoden - [1,7 Millionen Tonnen mehr Verpackung durch steigenden Konsum](https://inno-talk.de/17-millionen-tonnen-mehr-verpackung-durch-steigenden-konsum/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Neuigkeiten **Schlagwörter:** Abfallsortierung, Altpapier, Bernhard_Labusch, Duales System, Erdölpreis, gelbe Tonne, Kostenentwicklung, Kunststoff, Leichtverpackungen, Nicht-Verpackungen, PKK, Präimärkunststoffe, Recyclate, Recyclingquote, Verbraucher, Verpackungslizenzierung, Verteuerung, wertstoffgleich, Zulassung --- ### [Die 7. Europäische Standbeutelkonferenz](https://inno-talk.de/die-7-europaeische-standbeutelkonferenz/) **Published:** November 17, 2020 **Author:** Karsten Schröder **Excerpt:** 7. Europäische Standbeutelkonferenz - jetzt online kaufen **Content:** **jetzt als Download verfügbar** … Die als Hybrid-Event in Berlin mit Livestream geplante Konferenz fand aufgrund der Covid 19 Krise komplett online statt. Sie überraschte die rund 100 Teilnehmer durch den Informationsgrad und die Möglichkeit zum Netzwerken. Neben den 15 hochkarätigen Referaten gab es wie bei einer realen Konferenz reichlich Raum zum Austausch. Dafür nutzten viele Teilnehmer das Tool Airmeet. Ohne tiefe technische Vorkenntnisse können so Zweier-Gespräche oder Plaudereien am Tisch mit bis zu acht Teilnehmern realisiert werden. Entweder mit oder ohne Video oder gerne auch per Chat. ![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/11/Foyer-1024x589.png)Der Veranstaltungsdienstleiter Köhne aus Osnabrück bot ein professionelles Sendestudio und Regie für einen reibungslosen Ablauf. Wie gewohnt moderierte Karsten Schröder das Event in der Innoform typischen, lockeren und kompetenten Art. Diese Krise begreifen nicht nur alle bei Innoform als Chance, sondern auch der [Veranstaltungsdienstleister Köhne,](https://online-live-events.de/) der bis zum Jahresende quasi ausgebucht sein wird. Zur Zeit eine Besonderheit für die Branche. So bietet Innoform Coaching neben den fast schon etablierten Live-Webseminaren und aufgezeichneten, stets abrufbaren [Instant-Webseminaren](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/instant-webseminare) auch Online- oder Hybrid-Konferenzen an. Wir haben das gesamte Jahr 2020 dafür genutzt, unseren Teilnehmer- und Referentenbereich Event2Go für Online-Events serienreif zu machen. Ziel wird es auch hier sein, mit nur einem Klick an Online-Events teilnehmen zu können. Der Weg ist das Ziel und wir sind schon ganz nah dran. Sollten Sie Interesse haben, einige oder alle Vorträge, die uns die Referenten freigegeben haben, einmal im Originalton anzuhören und nachzulesen, bieten wir diese einmalige Tagung zum „After-Event-Preis“ von 299€ an, einschließlich Download der Präsentationsunterlagen als PDF-Dateien. So können Sie zwar keine persönlichen Gespräche mehr führen, aber den wertvollen Inhalt der Konferenz für Ihren Erfolg nutzen – und das sogar als Video-Stream! [Hier ](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/site/event/detail.php?event_id=1021&tab=agenda "https://www.innoform-coaching.de/co_neu/site/event/detail.php?event_id=1021&tab=agenda")gelangen Sie direkt zu weiteren Informationen und Kaufmöglichkeit. ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) - [Jörg Schönwald über die Entwicklung des Standbeutels](https://inno-talk.de/joerg-schoenwald-ueber-die-entwicklung-des-standbeutels/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Biofolien, Digitaldruck, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Folienherstellung/Veredelung, Lebensmittelverpackung, Standbeutel, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Karsten_Schroeder, PC-10-20, Pouch, Stand-up-Pouch, Standbeutel, Standbodenbeutel --- ### [Das 19. Inno-Meeting 2021 findet in neuem Online-Format statt](https://inno-talk.de/das-19-inno-meeting-2021-findet-in-neuem-online-format-statt/) **Published:** Dezember 13, 2020 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Aufgrund der anhaltend angespannten Situation der Covid 19 Pandemie werden wir das [Inno-Meeting ](http://im.innoform.de) im Februar 2021 in unserem neuen Online-Format anbieten. Es sei das interaktivste Online-Format der Flexpackindustrie, bescheinigen uns Teilnehmer der letzten drei Online-Konferenzen von Innoform. ## Vorträge bilden den Ausgangspunkt für Diskussionsrunden und zeigen aktuelle Trends Mit kürzeren und noch mehr auf eine Kernaussage fokussierten Vorträgen bieten wir der Zuhörerschaft eine kurzweilige Art der Themenvermittlung. Während der Vorträge sammeln wir schon Fragen mit einem separaten Q&A-Tool. Die Referate werden immer wieder mit kurzen Abstimmungen, Meinungsumfragen und Stimmungsbildabfragen unterbrochen. Das Auditorium kann damit leichter interagieren, dem Thema konzentriert folgen und den Verlauf darüber sogar mitbestimmen. All das wird – anders als bisher bei Live-Events – vorher geprobt. ## Parallel mit dem Handy abstimmen und anonym diskutieren [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/12/VOXr_mobil.jpg)](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/12/VOXr_mobil.jpg) Mit dem wohl am besten ausgereiften, und auf das Wesentliche fokussierten Abstimmungstool, begleiten Zuhörer die Referenten, geben Live-Feedback und nehmen an Abstimmungen zu Meinungsumfragen teil. So wird der Verlauf der Konferenz maßgeblich an die Interessen aller Teilnehmer angepasst. Wir bekommen dadurch mehr gezielte Fragen und kompetente Antworten von Referent\*innen. Lassen auch Sie sich begeistern von dieser neuen Mitbestimmung im Konferenz-Ablauf. Hier sehen wir eine Wortwolke einiger Feedback-Stichworte nach einer gelungenen Online-Konferenz. Diese entsteht live und automatisch. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/12/finale-ks-2-char-1024x576.png)](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/12/finale-ks-2-char.png)## Virtuelles Netzwerken leicht gemacht mit Airmeet In den wohl dosierten Pausen sowie vor und nach den Vorträgen bieten wir eine einfache technische Lösung für Small-talk, aber auch tiefer gehende technische Gespräche mithilfe der Plattform [Airmeet ](https://www.airmeet.com/)an. Schlendern Sie durch die Tische und nehmen Sie einfach an einem Thementisch Platz. Es öffnet sich ein Video- und/oder Audio-Chat mit den anderen Gästen an dem jeweiligen Tisch. Lauschen Sie den Gesprächen oder eröffnen Sie selber ein privates Zweiergespräch an einem eigenen Tisch. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/12/image-1024x332.png)](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/12/image.png)Für alle, die neue Kontakte knüpfen wollen, bietet Airmeet auch eine zufällige Zuordnung von Gesprächspartnern anhand der eingegebenen Interessen und Funktionen in den Unternehmen an. Lassen Sie sich einfach einmal auf etwas Neues ein und genießen Sie die geführte Konferenz von jedem Punkt der Erde aus. Egal, ob mit Tablet, PC oder Smartphone. Und hier noch ein Zitat des Stammkunden und Referenten Prof. Markus Schmid von Präsenz-Events nach seiner ersten Innoform Online-Konferenz: [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/12/image-1.png)](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/12/image-1.png) Test: Karsten Schröder ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Guido Aufdemkamp von Flexible Packaging Europe zu den Hintergründen des Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-von-flexible-packaging-europe-zu-den-hintergruenden-des-inno-meeting-europe/) - [Das Inno-Meeting Europe – am Puls der Zeit](https://inno-talk.de/das-inno-meeting-europe-am-puls-der-zeit/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Biofolien, Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Flexodruck, Folienherstellung/Veredelung, Migration, Wechselwirkungen, Neuigkeiten, Repro und Druckzylinder, Standbeutel, Thermofomen/Tiefziehen, Tiefdruck, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Flexpack, Inno-Meeting, Karsten_Schroeder, Kreislaufwirtschaft, Nachhaltigkeit, Online-Konferenz, Online-Tagung, Verpackung --- ### [Aktuelle Krise betont Wichtigkeit der Verpackungsindustrie](https://inno-talk.de/aktuelle-krise-betont-wichtigkeit-der-verpackungsindustrie/) **Published:** Dezember 17, 2020 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ******Jahrestagung des IPV****** mit Innoform Beteiligung **(Frankfurt a.M.) Auch die diesjährige Jahrestagung des Industrieverband Papier- und Folienverpackung (IPV) stand im Zeichen der Pandemie. Nachdem man bereits frühzeitig beschlossen hatte, die für 2020 auf der Zeche Zollverein angesetzte Jahrestagung abzusagen, entschied sich der IPV erstmals in seiner Verbandsgeschichte für eine reine digitale Veranstaltung, inklusive virtuellem Vorabend-Rahmenprogramm. Viele arbeitsintensive Wochen liegen zu diesem Zeitpunkt hinter dem Verband und seinen Mitgliedern, mit den Corona-Auswirkungen als bestimmendes Thema. Für rund 60 Prozent der Verbandsunternehmen hatte sich der Lock down bereits negativ auf den Umsatz oder die Umsatzerwartungen ausgewirkt. Gleichzeitig konnte die Verpackungsbranche gemeinschaftlich erreichen, dass die EU-Kommission die Branche als systemrelevant erkannte.** Die Wertschätzung für Verpackungen für den Schutz und Haltbarkeit von Lebensmitteln steigt seit der Corona-Pandemie wieder an, denn viele erkennen, dass „keine Verpackungen auch keine Lösungen sind“ wie [Karsten Schröder ](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/site/referee/detail.php?user_id=38916)von Innoform GmbH zusammenfasste. Er war einer der Referenten auf der Jahrestagung und regte einen „Green New Packaging Deal“ an. [Thomas Reiner](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/site/referee/detail.php?user_id=4055), CEO der Berndt & Partner Group, eröffnete mit einem Impulsvortrag zu den wirtschaftlichen Entwicklungen der Verpackungsindustrie nach der Coronavirus-Pandemie die virtuelle Vorabendveranstaltung und wies darauf hin, dass sich der große Trend zur Nachhaltigkeit eher verstärken als abschwächen wird. Dies bekräftige der IPV-Vorstandssprecher Klaus Jahn auch in bei der Eröffnung der Tagung. „Für die Akzeptanz und Zukunft flexibler Verpackungen wird mehr denn je die Rezyklierbarkeit und die intelligente und nachhaltige Wahl der jeweils passenden Materialien ausschlaggebend sein. Mit zusätzlichen wissenschaftlichen Studien wird der IPV hier ansetzten und gegenüber Politik und Verbraucher die guten Argumente herausarbeiten und untermauern, die für flexible Verpackungen als Produktschutz sprechen.“, so Jahn. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/12/image-2-768x1024.png)](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/12/image-2.png)Klaus Jahn **Rezyklierbarkeit der Verpackungen im Fokus** Eine große Herausforderung besteht in der stetig wachsenden Zahl von Substitutmaterialien mit den damit verbundenen Vor- und Nachteilen. Der Trend zu Papierverpackungen als Ersatz für Kunststoff hält an und nimmt in der Coronavirus-Pandemie zusätzlich an Fahrt auf. So wird nicht nur die Entwicklung alternativer faserbasierter Produkte von unterschiedlichen Akteuren weiter vorangetrieben, Fortschritte machte die Forschung unter anderem auch bei der Barriereschutzfunktion von Papier. Auch ein Großteil der IPV-Mitgliedsunternehmen gab in der diesjährigen Jahresbefragung an, dass die Kundenachfrage nach faserbasierten Ersatzprodukten stark oder sogar sehr stark gestiegen ist. Demgegenüber sind auch bei der Anwendung von polymerbasierten Folien große Entwicklungsschritte zu sehen. Hier steht der Trend zu Monomaterialien zur Verbesserung der Recyclingfähigkeit stark im Vordergrund. Der Rezyklierbarkeit von flexiblen Verpackungen wird der IPV folglich auch im Geschäftsjahr 2020/2021 besondere Aufmerksamkeit widmen. **„Es ist Bewegung in den Markt gekommen“** Einen Einblick in Akzeptanz und Umsetzung des neuen Verpackungsgesetzes gab Dr. Bettina Sunderdiek von der Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister. Ziel der Einführung des Verpackungsgesetzes 2019 war die Steigerung der Systembeteiligungsquoten. Aktuelle Evaluationen im Herbst 2020 bestätigen eine deutliche Steigerung der Quoten in allen Materialfraktionen. Zum Vergleich: 2016 lag die Anzahl der Registrierungen bei gerade einmal 60.000 Kunden bei Systemen. Nach 100.000 Registrierungen am 1. Januar 2019 zum offiziellen Start der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR) kommt man nun auf knapp 200.000 Registrierungen aktuell. „Es ist Bewegung in den gesamten Markt gekommen. Viele weitere Schritte sind und werden in den nächsten Wochen und Monaten weiterhin initiiert, um zur angestrebten Marktgerechtigkeit zu kommen und alle Beteiligten dazu zu bringen, ihrer Produktverantwortung vollumfänglich nachzukommen“, gibt sich Sunderdiek zuversichtlich. Bei mehreren 100.000 eigentlich verpflichteten Unternehmen bleibt aber noch Luft nach oben. Die Unterbeteiligung bei Serviceverpackungen und im Bereich des Versand- und Onlinehandels wird im Herbst 2020 mit zwei neuen Expertenkreisen in der Zentralen Stelle bearbeitet. Diese haben ihre Arbeit aufgenommen, der IPV ist mit einem Vertreter im Expertenkreis Serviceverpackungen vertreten und kann dort Input geben. „Die Erhöhung der Systembeteiligungsquoten im Bereich des Verpackungsgesetzes, die positiven Entwicklungen bei den Entwicklungen der Recyclingfähigkeit, das wieder etwas gestiegene Vertrauen in den Nutzen von Verpackungen – all das sehen wir als durchaus positive Entwicklung“, resümierte IPV-Geschäftsführer Karsten Hunger. „Gleichwohl bedroht weiterhin der bürokratische Aufwand sowie die massiven politischen Markteingriffe wie bspw. Produktverbote insbesondere die kleinen und mittelständischen Unternehmen unserer Branche. Hierzu gilt es dringend die Entscheidungsträger noch stärker zu sensibilisieren“. Auch wenn die erfolgreiche virtuelle Jahrestagung 2020 sicher in besonderer Erinnerung bleibt, waren sich die Teilnehmer einig, dass alle auf eine „normale“ Jahrestagung 2021 in Essen hoffen. **IPV** Der Industrieverband Papier und Folienverpackung (IPV) vertritt die Interessen der Unternehmen für flexible Verpackungen und der Hersteller von Servietten und Tischdecken aus Zellstoff sowie der Zulieferfirmen. Er wurde im Jahr 1949 gegründet und hat seinen Sitz in Frankfurt. [www.**ipv-verpackung.de**](http://www.ipv-verpackung.de) **Bildunterzeile Bild\_KlausJahn: Vorstandssprecher\_IPV (Querformat):** „Für die Akzeptanz und Zukunft flexibler Verpackungen wird mehr denn je die Rezyklierbarkeit und die intelligente und nachhaltige Wahl der jeweils passenden Materialien ausschlaggebend sein.“ [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/12/image-3-1024x731.png)](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/12/image-3.png)**KarstenHunger\_Geschäfftsführer\_IPV**„Die Erhöhung der Systembeteiligungsquoten im Bereich des Verpackungsgesetzes, die positiven Entwicklungen bei den Entwicklungen der Recyclingfähigkeit, das wieder etwas gestiegene Vertrauen in den Nutzen von Verpackungen – all das sehen wir als durchaus positive Entwicklung. Gleichwohl bedroht weiterhin der bürokratische Aufwand sowie die massiven politischen Markteingriffe wie bspw. Produktverbote insbesondere die kleinen und mittelständischen Unternehmen unserer Branche.“ Sie haben Fragen zur Pressemeldung? Rufen Sie uns an: **0177 4648258** ![Logo IPV](https://ipv-verpackung.de/wp-content/themes/ipv/images/logo.png)Karsten Hunger Industrieverband Papier- und Folienverpackung e.V. (IPV) Große Friedberger Str. 44-46 D-60313 Frankfurt (Main) Tel. +49 (0) 69 28 12 09 E-Mail: info@ipv-verpackung.de www.ipv-verpackung.de ### Verwandte Episoden - [1,7 Millionen Tonnen mehr Verpackung durch steigenden Konsum](https://inno-talk.de/17-millionen-tonnen-mehr-verpackung-durch-steigenden-konsum/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Lebensmittelverpackung, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** IPV, karsten_hunger, Karsten_Schroeder, Klaus_jahn, Thomas_reiner, Verpackung --- ### [Inno-Talk - Flexpack-Wissen für Entscheider](https://inno-talk.de/inno-talk-im-februar-kostenlos-kennen-lernen/) **Published:** Dezember 22, 2020 **Author:** Karsten Schröder **Excerpt:** **Content:** Im Februar kostenlos kennenlernen! Krisen begreifen auch wir bei Innoform als Chance. Ab Februar wird Innoform mit einem ganz neuen Konzept und Format für die Flexpackindustrie, die Lebensmittelhersteller und den Handel live gehen. Das neue Format heißt [Inno-Talk](http://www.inno-talk.de) und wird unter der Domäne www.inno-talk.de erreichbar sein. Die Idee besteht darin, in regelmäßigen, kurzen Abständen kompakte Talks anzubieten. Dabei werden folgende Formate abwechselnd kombiniert: - Kompakte Kurzvorträge - Kontroverse Debatten - Produkt-Neuvorstellungen - Wissenschaftliche Beiträge - Vorführungen - Diskussionsrunden [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/12/Screen_innoform_Pult_transparent.png)](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/12/Screen_innoform_Pult_transparent.png) Zwei Stunden kompakter, hochwertiger Inhalt gepaart mit Networking Möglichkeiten mit modernen Tools, bilden den Kern. Im Monatsrhythmus können Flexpacker, Handel und Abpacker nicht nur von überall teilnehmen, sondern auch aktiv mitwirken. Je Inno-Talk behandeln Experten ein aktuelles Thema aus mehreren Blickwinkeln. Lieferanten in dieses Thema bekommen die Möglichkeit Beiträge zu liefern, Vorführungen anzubieten und in den Gesprächsrunden Rede und Antwort zu stehen. Als Zusatznutzen werden Inno-Talks auch als Stream und Podcast abrufbar sein. So können Sie auch Wartezeiten, Pausen oder andere Freiräume nutzen, um Verpasstes nachzuhören. Es wird ein Archiv an Flexpackthemen entstehen, das dann Nutzern jederzeit als Nachschlagewerk, Zeitdokument oder für Recherchen bereit gestellt wird. So möchten wir einer klar definierten Zielgruppe laufend neue Highlights anbieten und so eine echte Gemeinschaft schaffen, in der Themen technisch und strategisch diskutiert und präsentiert werden können. Man trifft sich eben beim Inno-Talk. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/12/InnoTalk_Logo.png)](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2020/12/InnoTalk_Logo.png)Die kostenlose Teilnahme wird die Reichweite bringen, die unsere Branche breiter abdeckt. Auch Studenten können frühzeitig „Stallgeruch“ aufnehmen und Beiträge liefern. Zum Start ist das Format ausschließlich in deutscher Sprache geplant. Verpassen Sie nicht den ersten Inno-Talk – den gibt es nur einmal! ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Biofolien, Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Folienherstellung/Veredelung, Folienprüfung & Analytik, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Q-Management/ Hygiene, Repro und Druckzylinder, Standbeutel, Thermofomen/Tiefziehen, Tiefdruck, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Flexpack, Folienverpackung, inno-talk, Innoform, Karsten_Schroeder, Messe, Online-Event --- ### [Videokurse mit Jan Switten](https://inno-talk.de/erste-4-videokurse-bei-innoform-mit-jan-switten/) **Published:** Dezember 28, 2020 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Die ersten vier englischsprachigen [Videokurse ](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/video-kurse)sind nun verfügbar. Wir haben diese Kurse entwickelt, um einen ersten, schnellen und somit kompakten Einblick in die komplexe Welt der Verpackung zu geben. Wir bieten vier Staffeln an, in denen die verschiedenen Elemente der Verpackungskette schrittweise erläutert werden. In Staffel vier konzentrieren wir uns zudem auf die Welt der aktuell viel diskutierten und nachgefragten Biopolymere für Verpackungen. **[Basiswissen 1: Kunststoffe für Verpackungen](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/videokurs/basiswissen-1-kunststoffe-fuer-verpackungen-2020)** beginnt mit den Grundlagen der Verpackung. Warum Verpackung wichtig ist. Die Grundsteine der Verpackung – die Polymere. Welche Korrelation besteht zwischen Struktur und Eigenschaften von Polymeren? Anschließend geben wir einen Überblick über die verschiedenen Klassen von Polymeren, die beim Verpacken verwendet werden: Polyethylen, Polypropylen, Polyester und Polyamide. Wir beenden dieses Modul mit Additiven. [Basiswissen 2: Kunststofffolien-Verpackungen herstellen](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/videokurs/basiswissen-2-kunststofffolien-verpackungen-herstellen-2020) befasst sich dann mit den Techniken der Umwandlung dieser Polymere in Folien, Flaschen usw.. Wir behandeln Kaschierung und Mehrschichtfolien, aber auch Blasformen von Flaschen und das Thermoformen. [Basiswissen 3: Verpackung: Die letzte Stufe – Abpacken](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/videokurs/basiswissen-3-verpackung-die-letzte-stufe-abpacken-2020) behandelt die letzten Schritte, bevor die Verpackung in die Vertriebskette gelangt. Einfaches Öffnen, Versiegeln und Easy-Opening mittels Peel werden beschrieben. Die nächsten Themen sind Barriere- und MAP-Verpackungen. Mit Verpackungstests und europäischen Lebensmittelvorschriften endet dieser Videokurs. [Biopolymere für Verpackungen](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/videokurs/biopolymere-fuer-verpackungen-2020) Dieser Teil ist vollständig darauf ausgelegt, Biomaterialien zu verstehen. Definitionen und unterschiedliche Terminologien werden ausführlich besprochen. Wir erläutern: - Biologischer Abbau - Kompostierung - Biobasierte Materialien - Kreislaufwirtschaft. Diese Staffel beschreibt dann die wichtigsten Gruppen von Biomaterialien - Polymilchsäurematerialien - Polyhydroxyalkanoatfamilie - Materialien auf Stärke- und Cellulosebasis Alle vier Staffeln umfassen rund 50 Videos zwischen 10 und 20 Minuten Länge. Alle Kurse können einzeln erworben werden. Die Charts stehen zum Download bereit. Winter Spezial: Bis zum 1. März 2021 bieten wir ein Einführungsangebot für alle vier Staffeln zusammen zum Preis von 750,- € an. Sie sparen 446,- € oder -37%. Hier gibt es weitere Informationen zu [Jan Switten](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/referenten/jan-switten). ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Video courses with Jan Switten](https://inno-talk.de/video-courses-with-jan-switten/) - [Videokurse zu den Grundlagen der Verpackungswelt](https://inno-talk.de/videokurse-zu-den-grundlagen-der-verpackungswelt/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Biofolien, Etiketten + Sleeves, Flexodruck, Folienherstellung/Veredelung, Folienprüfung & Analytik, Lebensmittelverpackung, Standbeutel, Thermofomen/Tiefziehen, Tiefdruck **Schlagwörter:** Biopolymere, Flexpack, Jan_switten, Kunststoffe, Videokurs --- ### [Video courses with Jan Switten](https://inno-talk.de/video-courses-with-jan-switten/) **Published:** Dezember 30, 2020 **Author:** Karsten Schröder **Content:** The first four [video courses](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/en/video-kurse), initially in English, are now available. We have developed this course to give a first, quick and compact insight into the complex world of packaging. We offer four courses in which the various elements of the packaging chain are explained step by step. In course four, we also focus on the world of biopolymers for packaging, which are currently much discussed and in high demand. [Basic knowledge 1: Plastics for packaging](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/en/videokurs/basiswissen-1-kunststoffe-fuer-verpackungen-2020) All begins with the basics of packaging. Why packaging is important. The cornerstones of packaging – polymers. What is the correlation between the structure and properties of polymers? We then give an overview of the different classes of polymers used in packaging: Polyethylene, Polypropylene, Polyester and Polyamides. We end this module with additives. [Basic knowledge 2: Producing plastic film packaging](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/en/videokurs/basiswissen-2-kunststofffolien-verpackungen-herstellen-2020) Part 2 looks at the techniques of converting these polymers into films, bottles, etc. We cover lamination and multi-layer films, but also blow moulding of bottles and thermoforming. [Basic knowledge 3: Packaging: the final stage – packing](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/en/videokurs/basiswissen-3-verpackung-die-letzte-stufe-abpacken-2020) Part 3 covers the final steps before the packaging enters the distribution chain. Easy opening, sealing and easy-opening by means of peel are described. The next topics are barrier and MAP packaging. Packaging testing and European food regulations conclude this video course. [Biopolymers for packaging](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/en/videokurs/biopolymere-fuer-verpackungen-2020) This part is completely designed to understand biomaterials. Definitions and different terminologies are discussed in detail. We explain: - Biodegradation - Composting - Bio-based materials - Circular economy. This season then describes the main groups of biomaterials - Polylactic acid materials - Polyhydroxyalkanoate family - Starch and cellulose based materials All four seasons comprise around 50 videos between 10 and 20 minutes in length. All courses can be purchased individually. The charts are available for download. Winter Special: Until March 1, 2021, we offer an introductory offer for all four courses together at the price of 750,- €. You save 446,- € or -37%. Here you can find more information about [Jan Switten](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/en/referenten/jan-switten). ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Was haben Druckfarben mit Nachhaltigkeit zu tun?](https://inno-talk.de/was-haben-druckfarben-mit-nachhaltigkeit-zu-tun/) - [OneBARRIER – Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert](https://inno-talk.de/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Biofolien, Etiketten + Sleeves, Flexodruck, Folienherstellung/Veredelung, Folienprüfung & Analytik, Standbeutel, Thermofomen/Tiefziehen, Tiefdruck --- ### [1. Inno-Talk mit über 300 Teilnehmern und großen Erwartungen](https://inno-talk.de/1-inno-talk-mit-ueber-300-teilnehmern-und-grossen-erwartungen/) **Published:** Februar 12, 2021 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Interview mit Karsten Schröder zum Konzept Inno-Talk* *Was genau verstehen Sie unter dem Inno-Talk und worin unterscheidet sich dieser von den heute um sich greifenden Webinaren?* Dieses neue Konzept ist an sich kein Webinar. Der geschützte Begriff Webinar ist heute bei vielen Usern schon mit einem werblichen Charakter belegt. Das genau haben wir nicht im Sinn. Dieses Format fußt auf Fachwissen und darüber hinaus auf Aktualität. Wir etablieren damit einen Jour fix für unsere Branche, die Flexpack-Industrie, genauso wie für unsere Lieferanten und Kunden, wie Handel und Lebensmittelhersteller. Dabei steht der fachliche, strategische Austausch im Vordergrund. Wir zielen also ganz klar auf Entscheider ab, die kaum Zeit finden, regelmäßig Branchentreffs zu besuchen – den Inno-Talk aber schon. *Woher nehmen Sie die Zuversicht, dass sich dieses Online-Angebot von anderen Events im Netz abheben wird?* Innoform als Marke im Bereich der flexiblen Verpackungen und darüber hinaus als neutrale Stelle und Katalysator für Wissensaustausch genießt besondere Anerkennung – darauf möchten wir aufbauen. Zudem setzen wir auf Interaktivität, wie sie bisher nur selten im Internet angeboten wird. So können Teilnehmer z.B. über Interaktionstools live Fragen und Meinungen in die Debatte einbringen, die zentraler Bestandteil eines jeden Inno-Talks sein wird. Auch im Vorfeld können Teilnehmer und alle, die es werden wollen, schon Input liefern, der in den Talk eingearbeitet wird. Klicken Sie mal hier auf die Grafik oder scannen den QR-Code – dann können Sie das schon jetzt live erleben und Wünsche äußern. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/02/Slido_Zugang-1024x576.png)](https://app.sli.do/event/x2ekzkwa)https://app.sli.do/event/x2ekzkwa Auch die Anmeldezahlen lassen uns zuversichtlich sein. Mit weit über 300 Teilnehmern rechnen wir momentan – Tendenz steigend. Außerdem haben wir auch die Zusammenstellung von Vorträgen, Fragen&Antworten sowie Debatte und Netzwerken neu definiert. Hier wird in 60 Minuten ein Feuerwerk von Informationen und Meinungsaustausch geboten. Und das Ganze nicht einfach als offenes Online-Meeting sondern mit professioneller Videotechnik unterstützt. Denn wir sind überzeugt davon, das seriöser Inhalt auch seriös angeboten werden muss. *Sie sind überzeugt, dass dort ein Bedarf besteht – das hört man deutlich heraus und das zeigen ja auch die guten Anmeldezahlen. Aber wie wollen Sie das alles finanzieren, wenn die Teilnahme an sich kostenlos sein wird?* Auch da gehen wir moderne Wege, die zum digitalen Zeitalter passen müssen. So werden wir u.a. Ausstellungsflächen anbieten für die Unternehmen, die das Format nutzen und somit gleichzeitig Teilnehmer, Lieferanten und Kunden werden. Wir bieten Ausstellungsflächen in den entstehenden virtuellen Kommunikationsbereichen gegen eine überschaubare Monatsgebühr an. Die Ähnlichkeit zum Vereinsbeitrag ist dabei durchaus gewollt, wenn auch nur im übertragenen Sinne zulässig. Wir sitzen alle in einem Boot und müssen und wollen möglichst klug mit Verpackungen umgehen. Damit das gelingt, sind wir zum Meinungsaustausch und gemeinsamem Debattieren aufgefordert. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/02/innotalk-Stream_3_personen_lizensiert-1024x661.jpg)](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/02/innotalk-Stream_3_personen_lizensiert.jpg)Szene für die Inno-Talk Debatte*Ihr Slogan war in den sozialen Netzen: „**Wir müssen reden“**. Was genau verstehen Sie darunter?* Ich habe eben schon angedeutet, dass wir klug und vielleicht auch immer klüger mit Verpackungen umgehen müssen. Momentan passieren erstaunliche Dinge im Verpackungsbereich. Markeninhaber sind verunsichert und reagieren anstatt zu agieren, wie es aber lehrbuchmäßig sein sollte. Der öffentliche Druck erhöht sich z.B. auf Plastikverpackungen und die Marken weichen auf Papier aus – ein Reflex. Leider wird dort auch mit oft mangelhafter Rechtskenntnis gearbeitet und man neigt zum „greenwashing“. Das heißt, dass Labels oder Slogans erfunden werden wie „100% recyclingfähig“ oder „mehr als 90% nachwachsender Rohstoff“, ohne, dass diese in der Tiefe definiert sind, was wiederum zu weiterem Druck durch NGOs etc. führt. Wir wollen auch in solchen politisch getriebenen Themen mit den Talks Hilfestellung bieten und dann in unseren anderen Bildungsangeboten weiter vertiefen. *Wonach richten sich Frequenz und Themenwahl der Inno-Talks?* Themen wünschen sich einerseits unsere Teilnehmer und andererseits belegen wir öffentlich viel diskutierte Fachgebiete. Z.B. beginnen wir ja mit dem Standbeutel. In Fachkreisen wird dieses Packmittel seit Jahren gefeiert, doch in extremen Kreisen wird Plastik generell verteufelt und man beschwört die Glasflasche wieder hervor, die aber meistens extrem viel ungünstiger in jeglicher Hinsicht abschneidet als der Beutel. Hier sahen viele Aufklärungs- und Diskussionsbedarf – auch schon in unserer letzten Europäischen [Standbeutelkonferenz](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/tagung/7-europaeische-standbeutel-konferenz-lieferkette-2020). Vielen Dank für das interessante und kurzweilige Gespräch und viel Erfolg mit diesem neuen Konzept Herr Schröder. ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [PFAS – „Forever Chemicals“ und ihre Bedeutung für Verpackungen](https://inno-talk.de/pfas-forever-chemicals-und-ihre-bedeutung-fuer-verpackungen/) - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Biofolien, Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Folienherstellung/Veredelung, Folienprüfung & Analytik, Lebensmittelrecht, Lebensmittelverpackung, Migration, Wechselwirkungen, Neuigkeiten, Q-Management/ Hygiene, Repro und Druckzylinder, Standbeutel, Thermofomen/Tiefziehen, Tiefdruck, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Flexpack, Format, inno-talk, innotalk, Karsten_Schroeder, Standbeutel --- ### [Das war der erste Inno-Talk](https://inno-talk.de/das-war-der-erste-inno-talk/) **Published:** März 1, 2021 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Am 26. Februar 2021 war es soweit – der Auftakt ist gemacht. Ab diesem Datum bietet Innoform nun **jeden dritten Freitag im Monat** den Inno-Talk an. Es geht immer um Verpackungen und um aktuelle Schwerpunktthemen – dieses Mal waren es die Standbeutel. Mit fast 350 angemeldeten Teilnehmern und 196 Unternehmen aus den Branchen Verpackung, Maschinenbau, Rohstoffe, Lebensmittel, Handel und Markeninhaber, wurde ein großer Teil der Lebensmittel-Lieferkette abgedeckt. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/03/image-1024x576.png)](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/03/image.png)Innoform zeigt sich erneut kreativ in dem kurzweiligen, kompakten Format, das eher an eine Fernsehübertragung als an ein ZOOM-Meeting erinnert, was es definitiv auch nicht ist. Mit zwei Impulsvorträgen gaben Henno Hensen und Thomas Kahl Einblicke in die Trends und Entwicklungen des standfähigen Beutels, auch Standbeutel oder SUP genannt. Daraus entwickelte sich ein echtes Fragenfeuerwerk. Themen wie: - Recyclingfähigkeit - Barriereeigenschaften - Ausgießer-Einsätze - Alternative Materialien wurden kompetent beantwortet und in der anschließenden Debatte vertieft. So konnten auch kontroverse Standpunkte auf Fakten gestützt näher erläutert werden. Im „Airmeet“ trafen sich über 100 Gäste im Anschluss an den offiziellen Teil zum Meinungsaustausch – ein neuer Rekord. Hier wurden neben den Sponsorentischen auch Thementische zum schnelleren Kennenlernen angeboten. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/03/Airmeet-1024x600.png)](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/03/Airmeet.png)Schnappschuss aus dem Airmeet-Networking-ToolDieses Branchentreffen, das es nur online und live zu erleben gibt, wird am [19. März 2021 zum Thema Monofolien](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/inno-talk/inno-talk-flexpackwissen-fuer-entscheider-monomaterial-2021) seine zweite Aufführung haben. Nutzen auch Sie diese bequeme und einzigartige Möglichkeit des Netzwerkens und der Wissenserweiterung unter Entscheidern der Flexpackbranche. Finanziert wird dieses Angebot von den Supportern, die ab April einen festen Platz in dem Format bekommen werden. Hier entsteht eine neu konzipierte Form der Kontaktbörse, Ausstellung und Wissens-Datenbank. Werden auch Sie Supporter unserer Flexpack-Community und vereinbaren Sie kostenlos und unverbindlich einen Beratungstermin mit Gordana Schlösser – natürlich direkt online [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/03/image-1.png)](https://meetings.hubspot.com/gordana-schloesser)Klicken für TerminauswahlUnd hier noch ein kurzer Trailer des ersten Inno-Talks für alle, die ein erstes Live-Erlebnis nachempfinden möchten. Trailer vom ersten Inno-Talk Ihr Innoform Coaching Team ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Biofolien, Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Q-Management/ Hygiene, Standbeutel, Thermofomen/Tiefziehen, Tiefdruck, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** inno-talk, Karsten_Schroeder, monomaterial, Pouch, Stand-up-Pouch, Standbeutel --- ### [Cradle to Cradle - der Ausweg](https://inno-talk.de/cradle-to-cradle-der-ausweg/) **Published:** März 3, 2021 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Einige Webseminare für Verpackungshersteller und Abpacker.* Mit *EPEA Switzerland GmbH* in Persona [Albin Kälin](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/site/referee/detail.php?user_id=45600 "https://www.innoform-coaching.de/co_neu/site/referee/detail.php?user_id=45600") bieten wir bei Innoform nun eine Webseminar-Reihe zum Thema C2C, wie Cradle to Cradle oft abgekürzt wird, an. Wie viele wissen, setzen wir uns schon seit 2013 für dieses Prinzip in der Form ein, als dass wir immer mal wieder Vorträge in Events einstreuen und als Innoform z.B. für den Begriff **Materialgesundheit** werben. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/03/UM-1024x175.jpg)](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/03/UM.jpg)Professor Braungart, der als Erfinder dieses Systems gilt, wird mittlerweile nicht mehr als Träumer verspottet, sondern sehr ernsthaft auf höchster Ebene eingeladen, das C2C Prinzip zu erklären. Informativ ist auch dieser Spiegel-Artikel nebst Video: [https://www.spiegel.de/video/cradle-to-cradle-michael-braungart-ueber-plastik-video-99019961.html ](https://www.spiegel.de/video/cradle-to-cradle-michael-braungart-ueber-plastik-video-99019961.html?jwsource=cl "https://www.spiegel.de/video/cradle-to-cradle-michael-braungart-ueber-plastik-video-99019961.html") Die Idee ist, einfach davon wegzukommen, z.B. rund 600 Chemikalien für einen Joghurtbecher zu verwenden, von denen einige keine Aufgabe und andere nur Nebenwirkungen haben, da sie Spalt-/ oder Nebenprodukte sind. Hinzu kommt der Gedanke, dass Werkstoffe in einer Hand bleiben. Also der Kunststoffverpackungshersteller die Verpackung nur verleiht – somit das verpackte, transportierte, geschützte und marketingmäßig optimierte Gut zum Konsumenten bringt und nicht die Verpackung verkauft. Aber so weit geht es zunächst noch gar nicht. Der Beginn ist das Umdenken weg vom linearen Denken hin zum Kreislaufdenken. Wir wollen Gestalter fundiert und systematisch mit drei aufeinander aufbauenden Online-Workshops in die Lage versetzen, selber Kreisläufe für und mit Verpackungen zu schließen. [Cradle to Cradle, Teil A: Die Kreislauf-Lösung für Verpackungen?!](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/webseminar/cradle-to-cradle-teil-a-die-kreislauf-loesung-fuer-verpackungen-2021 "Cradle to Cradle, Teil A: Die Kreislauf-Lösung für Verpackungen?!") [Cradle to Cradle Teil B: Wie beginne ich mit der Umsetzung beim Packmittelhersteller](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/webseminar/cradle-to-cradle-teil-b-wie-beginne-ich-mit-der-umsetzung-beim-packmittelhersteller-2021) [Cradle to Cradle für Professionals, Teil C](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/site/event/detail.php?event_id=1429 "Cradle to Cradle für Professionals") Nutzen auch Sie diese auf Verpackungen zugeschnittenen Webseminare für Ihr Umdenken und Umschwenken. ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Biofolien, Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Flexodruck, Folienherstellung/Veredelung, Lebensmittelrecht, Migration, Wechselwirkungen, Neuigkeiten, Standbeutel, Thermofomen/Tiefziehen, Tiefdruck, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Albin_Kaelin, Biofolien, C2C, Cradle to Cradle, Kreislaufwirtschaft, Verpackungen --- ### [Steigende Teilnehmerzahlen beim Inno-Talk](https://inno-talk.de/steigende-teilnehmerzahlen-beim-inno-talk/) **Published:** März 22, 2021 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Am 16. April 2021 wird schon der [3. Inno-Talk](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/inno-talk/inno-talk-flexpackwissen-fuer-entscheider-drucken-2021) stattfinden. Dann wird sich alles um das Thema **[Drucken ](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/inno-talk/inno-talk-flexpackwissen-fuer-entscheider-drucken-2021)**drehen. Die Teilnehmerzahlen entwickeln sich prächtig und ab Mai werden die ersten Show-Rooms gelauncht. Im ersten Vortrag spricht [Dr. Stefan Busse](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/referenten/stefan-busse) über das Thema: **Recyclingfähige Druckfarben**. Hierzu erläutert er vorab im [Innoform-Podcast](https://anchor.fm/innotalk/episodes/Dr--Stefan-Busse---Recyclingfhige-Druckfarben-fr-flexible-Verpackungen-erorrh/a-a4vbg7j)[,](https://podcast.innoform-coaching.de/InnoformPodcas2_SteffanBusse1.mp3) wie sich Siegwerk in diesem Bereich engagiert und was die kurz- und langfristigen Ziele sind. Neben der abwaschbaren Farbe wird es auch um thermisch beständigere und somit einfacher und heißer regranulierbare Folien gehen. Stellen Sie Ihre Fragen an Dr. Busse nach dem Talk und lauschen Sie der kontroversen Debatte im Nachgang. [Frederik Petzold](https://www.innoform-coaching.de/co_neu/referenten/frederik-petzold) von Windmöller & Hölscher beschäftigt sich im zweiten Impulsvortrag mit dem Thema: **Digitalisierung und Big Data im Drucksaal**. Auch mit Frederik Petzold haben wir ein Vorgespräch im [Innoform-Podcast](https://anchor.fm/innotalk/episodes/Frederik-Petzold---Big-Data-im-Drucksaal-es16q7 "https://anchor.fm/innotalk") aufgezeichnet. Hier erläutert er in überraschender Offenheit, wie sich W&H weiter öffnet, wie sich das Arbeitsumfeld geändert hat, und vor allem auch, welche neuen Produktideen durch die anhaltende Digitalisierung entstehen und schon entstanden sind. Wir sind gespannt auf die Debatte zu diesen scheinbar unabhängigen Themen! Lassen Sie sich überraschen und gestalten Sie den Inno-Talk mit, indem Sie aktiv mit voten und mit Ihren Fragen die Diskussion lenken. Im Nachgang haben Sie die Möglichkeit, mit den Referenten und anderen Teilnehmern an Firmen- und Thementischen zu diskutieren und individuelle Gespräche zu führen. Die folgende Grafik zeigt den Trend bei den Teilnehmerzahlen. Beim ersten, überaus erfolgreichen Talk zählte Innoform über 300 Teilnehmer, beim 2. Inno-Talk folgte die Steigerung auf mehr als 450 Teilnehmer aus 266 Unternehmen entlang der gesamten Lieferkette. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/03/INT-03-21w_Anmeldezahlen-1024x611.png)](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/03/INT-03-21w_Anmeldezahlen.png)Grafik: Entwicklung der Teilnehmerzahlen beim Inno-TalkWeitere Berichte und Informationen zum Inno-Talk erhalten Sie am besten bei einem persönlichen Gespräch mit Gordana Schlösser. Vereinbaren Sie hier Ihren individuellen Termin, wenn Sie sich für die Unterstützung dieser einzigartigen Initiative von Innoform interessieren: Zusatzinformationen zum Inno-Talk und den dazu entwickelten Medien wie den Podcast finden Sie auch hier: - [Wer kommt eigentlich zum Inno-Talk?](https://www.innoform-coaching.de/blog/2021/03/14/wer-kommt-eigentlich-zum-inno-talk/) - [Der Innoform Podcast zum Inno-Talk](https://www.innoform-coaching.de/blog/2021/03/12/der-innoform-podcast-zum-inno-talk/) - [Wie finden wir Themen für den Inno-Talk?](https://www.innoform-coaching.de/blog/2021/03/11/wie-finden-wir-themen-fuer-den-inno-talk/) Karsten Schröder ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Innoform macht Inno-Talk für KMU noch interessanter](https://inno-talk.de/innoform-macht-inno-talk-fuer-kmu-noch-interessanter/) - [Inno-Meeting 2024 widmet sich innovativen und nachhaltigen Verpackungs-Lösungen](https://inno-talk.de/inno-meeting-2024-widmet-sich-innovativen-und-nachhaltigen-verpackungs-loesungen/) **Kategorien:** Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Flexodruck, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Repro und Druckzylinder, Tiefdruck, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Drucken und Kaschieren, Druckfarben, frederik_petzold, Karsten_Schroeder, Stefan_Busse --- ### [DID YOU KNOW? #folienwissen](https://inno-talk.de/did-you-know/) **Published:** April 8, 2021 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Jetzt auch für Flexpackwissen von Innoform*! Kennen Sie diesen Slogan, der seit Jahren immer wieder begeistert? Ich erinnere mich noch genau als ich das erste Mal von der App hörte, und ich wurde quasi süchtig. Im Sekundentakt las ich Infos, die ich so nie erwartet hatte. Heute gibt es zahlreiche Seiten und Apps zu dem Thema – stöbern Sie doch mal selbst. Hier die Website fürs Allgemeinwissen. Wir selber führen bei unseren [Inno-Talks](http://www.inno-talk.de) Umfragen durch und oft sind dabei auch ganz interessante Informationen dabei, die wir hier gerne in unregelmäßigen Abständen teilen möchten. Beginnen möchten wir mit einer Banalität: Papier lässt sich weniger oft recyceln als Kunststoff. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/04/Achim-Grefenstein.png)](https://anchor.fm/innotalk/episodes/Prof--Achim-Grefenstein-ber-den-Trend-hin-zu-Monomaterialien-es6kau)Diese Umfrage von Prof. Dr. Grefenstein, Constantia, verblüffte so manchen „Fachmann“ und so manche „Fachfrau“. Mehr dazu gab es beim Vortrag und im Interview in unserer Podcastreihe. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/04/image-4-1024x406.png)](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/04/image-4.png)Und Prof. Grefenstein hatte eine weitere Umfrage auf Lager, die verblüffte und die man eigentlich im Hinterkopf haben sollte: [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/04/image-5-1024x538.png)](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/04/image-5.png)Slio-Umfrage während des 2. Inno-TalksHätten Sie das gewusst und vielleicht sogar noch begründen können? Bei einer der beiden Fragen war ich mir unsicher und tippte falsch – nun weiß ich es und werde es nie vergessen: **Polyethylen (PE) lässt sich häufiger recyceln als Papier** und **mechanisches Recycling ist energetisch günstiger als chemisches Recycling**. Da unser schnelles Denken immer mit grobem, einstudiertem Wissen hantiert, sollten wir als „Expert\*innen so etwas wissen, oder? Senden Sie gerne Ihre Vorschläge für solche Umfragen an ks@innoform.de. Wir bauen sie mit Freude in die nächsten Talks ein. Ihr Karsten Schröder Fortsetzung folgt in unserer Reihe #Folienwissen ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Kategorien:** Biofolien, Entsorgung / Recycling, Inno-Talk, Neuigkeiten, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** didyouknow, Flexpackwissen, Folienwissen, inno-talk, Karsten Schröder, Karsten_Schroeder, Verpackungen --- ### [Organische und anorganische Barriereschichten unterscheiden sich grundlegend in ihren Eigenschaften](https://inno-talk.de/organische-und-anorganische-barriereschichten-unterscheiden-sich-grundlegend-in-ihren-eigenschaften/) **Published:** Mai 2, 2021 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Was bedeuten eigentlich die Begriffe organische und anorganische Barriereschichten? Darum geht es nicht nur in diesem Beitrag, sondern auch beim [4. Inno-Talk](https://www.innoform-coaching.de/inno-talk/inno-talk-flexpackwissen-fuer-entscheider-barrierefolien-2021) am 21. Mai. Einfach ausgedrückt sind die **organischen** Barriereschichten auf Kunststoffen basierend. Es sind Schichten wie - Polyamid (**PA**) - Ethylen-Vinylalkohol (**EVOH**) - Poly-Acrylnitril (PAN) - Polyvinylidenchlorid (**PVDC**), welchem aber eine Sonderrolle zufällt. Allgemein lässt sich sagen, dass diese Schichten in nennenswerten Dicken in Folien vorliegen müssen, damit diese ihre Barriere insbesondere gegen Sauerstoff und Aromen/ Gerüche ausbilden können. Hier sind von einigen wenigen µm (1000tel mm) bis hin zu 100 µm üblich für Folienverpackungen. Insbesondere beim EVOH pendeln sich die üblichen Schichtdicken im Bereich von 2 – 10 µm für Verpackungszwecke ein. Die notwendige Schichtdicke ergibt sich dabei aus der Anforderung des verpackten Gutes und der Eigenschaft des Materials. So ist beispielsweise PA wesentlich „durchlässiger“ gegenüber Sauerstoff als EVOH oder PVDC, aber deutlich dichter als PE und PP. Wer einmal seine Folien „durchrechnen“ möchte, kann dieses kostenlos mit dem [Innoform Permeationsrechner ](https://www.innoform-testservice.de/permeationsrechner)tun. Hier ein paar Beispielrechnungen üblicher Verbundfolien: ![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/05/image.png)Dieser Verbund ist ein Standard für Verpackungsfolien **ohne** besondere Barriereanforderungen gegen Sauerstoff und Aromen durch das Füllgut. Beispiele sind Snacks, Waschmittel oder Süßwaren. ![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/05/image-1.png)Die PA/PE Verbunde hingegen bieten schon einen deutlich besseren Schutz gegen Sauerstoff und Aromen. Hier werden nur durch den Austausch der PET-BO Folie durch eine PA-BO Folie deutliche Verbesserungen (Faktor 3) erreicht. Beispiele hierfür sind eingelegte Gemüse-, Fisch- und Fleischverpackungen sowie alles, was eine erhöhte Durchstoßfestigkeit verlangt. Denn Barriere ist nur eine von vielen Anforderungen an Folienverpackungsmaterialien. ![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/05/image-2.png)Die Folie mit der größten Sperrwirkung gegen Sauerstoff und Aromen ist die EVOH-Variante. Diese Folien werden im Gegensatz zu den o.g. Varianten im Koextrusionsverfahren hergestellt und können dann anschließend ebenfalls weiter mit Klebstoff kaschiert werden – z.B. zu PP-BO, um eine bessere Maschinengängigkeit zu erlangen. Diese Konstruktionen bieten nicht nur den Vorteil der besten Barriere, sondern ermöglichen auch ein „Monomaterial“ aus reinen Polyolefinen, zu denen PP und PE, aber auch EVOH gezählt werden, und die sich durchaus gemeinsam mechanisch recyceln lassen. All diese organischen Barriereschichten eint, dass sie thermoplastisch sind und mit der Extrusion hergestellt werden können. Das macht sie insbesondere für Folienanwendungen so interessant. Nachteile gibt es aber natürlich auch. All diese Materialien zeigen einen **Abfall der Barriere bei höheren Feuchtigkeiten und eine Abnahme der Barriere bei steigender Temperatur.** Eine Ausnahme bildet das PVDC, welches man aber u. a. aus Umweltgründen aus der Lebensmittelverpackung verbannt hat. Die **anorganischen Barrieren** wie Aluminiumfolien in 6-12 µm (AL), die wir hier nicht näher betrachten, aber vor allem **Bedampfungen** wie - AL-**Metallisierungen** (met) - **Siliziumoxid** (SiOx) - **Aluminiumoxid** (AlOx) zeigen diese Abhängigkeit vom Klima auf die Barriereeigenschaften nicht. Daher sind gerade bei Verpackungsentwicklern zunehmend die Bedampfungen attraktiv. Sie sind transparent oder silbrig glänzend – je nach Ausführung. Sie zeigen Barrierewerte wie die EVOH-Schichten im Top-Level und sind enorm kostengünstig herzustellen. Nachteil ist: Sie sind **kratzempfindlich** und **offline** zu beschichten. Dennoch zeigen sich zunehmende Mengen in den Regalen. Auffallend bei diesen anorganischen Bedampfungen - AlOx - SiOx - AL-Metallisierung ist die sehr geringe Schichtdicke von einigen wenigen hundert Nanometern. Diese Schichten sind so dünn, dass aus heutiger Sicht keine Beeinträchtigung beim mechanischen Recycling zu erwarten oder bisher zu beobachten ist. **Zusammenfassend** lässt sich sagen, dass die anorganischen Bedampfungen auf dem Vormarsch zu sein scheinen ob ihrer genialen Eigenschaftsprofile. Das reine Aluminium als Folie wird dadurch maßgeblich verdrängt. Motoren dafür sind Kosten und Entsorgungs-Sorgen. Die organischen Schichten hingegen punkten bei besonders beanspruchten Materialien wie Thermoformfolien oder extremen Knitterbeanspruchungen. In tropischen Klimaten sowie Sterilisationsanwendungen verlieren diese zu Gunsten der Bedampfungen oder auch noch den Alu-Folien an Boden. Fortsetzung folgt in unserer Reihe #Folienwissen ### Verwandte Episoden - [OneBARRIER – Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert](https://inno-talk.de/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) - [Interview with Dr. Daniele Borin (Taghleef Industries) about BOPP barrier films](https://inno-talk.de/interview-with-dr-daniele-borin-taghleef-industries-about-bopp-barrier-films-2/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Migration, Wechselwirkungen, Q-Management/ Hygiene, Standbeutel, Thermofomen/Tiefziehen, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** AlOx, Barrierefolien, didyouknow, Folienwissen, Karsten_Schroeder, Metallisierung, OTR, Sauerstoffbarriere, Sauerstoffdruchlässigkeit, SiOx, Wasserdampfdurchlässigkeit --- ### [Was bedeutet eigentlich Monofolie und was Mono-Materialfolie?](https://inno-talk.de/was-bedeutet-eigentlich-monofolie-und-was-mono-materialfolie/) **Published:** Mai 17, 2021 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Heute sprechen alle über voll recycelfähig, 100% rezyklierbar und 100% nachhaltige Folien. Aber was heißt das eigentlich für die Praxis? Generell kann man sagen, dass diese Begriffe überhaupt nicht geschützt oder ausreichend definiert sind. Das ist auch nur schwer möglich, denn je nach Materialgruppe, Recyclingverfahren und Kunststoffmix, kann das ganz anders interpretiert werden. Daher sagen wir auch bei Marketing-Claims: Achtung Green-Washing. Wenn uns nämlich jemand nachweisen kann, dass wir zwar 100% recyclingfähig sagen, aber gar keine genaue Vorstellung davon haben, was das heißen soll oder gar keine Untersuchung gemacht haben, kann es teuer werden. Es würde hier zu weit führen dieses Thema gleichzeitig zu behandeln. Mehr Informationen dazu liefert unser Webseminar: [Achtung Greenwashing – Logos und Claims unter Beschuss](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/achtung-greenwashing-logos-und-claims-unter-beschuss-2021_1) Aber es gibt praxisnahe Lösungsvorschläge von den Recyclern. Monomaterialfolien oder insgesamt Monomaterial-Verpackungen gelten als gut wiederverwertbar und recyclingfähig. Und das gilt erst einmal für alle Recyclingverfahren, ob mechanisches Recycling oder chemisches Recycling, Einstoff-Fraktionen sind immer hilfreich und erhöhen die Qualität des Regenerates. Das Regenerat oder Regranulat ist der Stoff, der durch das Recycling gewonnen wird und wieder als Granulat oder Flakes in den Kunststoffkreislauf – alternativ und als Zusatz zur Neuware – eingesetzt wird. Nun gibt es aber ja auch noch den Begriff der **Monofolie**. Diese Wortschöpfung hingegen bezeichnet nur die Folien, die aus einer Schicht bestehen. Diese sind oft auch nur aus einem Material hergestellt. Normalerweise werden tatsächlich auch nur Materialien in dieser einen Schicht gemischt, die gut miteinander mischbar (kompatibel) sind und daher meistens aus einer Materialgruppe stammen. ![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/05/Monofolie.png)Monofolie aus einer Schicht und meistens auch aus Monomaterial aber als Mischung z.B. PE-LD, PE-LLD Diese werden unterschieden von den **Verbundfolien**, die sich wiederum in 2 Gruppen unterteilt: - Coextrudierte Verbundfolien - Kaschierte Verbundfolie (mittels Klebstoff- oder Extrusionskaschierung) ![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/05/Coexfolie.png)Coextrudierte Verbundfolie sowohl Monomaterial, meistens aber noch Multimaterial z.B. PA-PE-EVOH-PE ![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/05/kaschierte-verbundfolie.png)Kaschierte Verbundfolie, meistens Multimaterial, aber auch Monomaterial möglich, hier PET-BO/AL/PA-BO/PP Wir tun also alle gut daran, die Begriffe Monomaterial und Monofolie auseinander zu halten und den Unterschied zu kennen und zu berücksichtigen, wenn wir kompetent über Folien und Folienverpackungen diskutieren und diese immer nachhaltiger machen. Und diese Nachhaltigkeit erzeugen wir auch dadurch, dass wir mehrschichtige Verbundfolien entwickeln, die aber aus Monomaterialien bestehen, um die vielfältigen Eigenschaften, die an eine Verpackungsfolie gestellt werden, zu erfüllen. Beispiele für Monomaterialverpackungen in diesem Sinne der Recyclingfähigkeit sind die beiden ersten Beispiele. Die kaschierte Verbundfolie mit Aluminium hingegen ist schwer stofflich zu verwerten, also zu recyceln, da das Aluminium nicht gut mit dem Kunststoff zusammen recycelt werden kann. Es müsste getrennt werden, was aber meistens zu aufwendig wird. Es bleibt also meistens nur die Verbrennung oder Deponielagerung, was wir strikt vermeiden wollen und sollen. Verbundfolien aus PP-BO kaschiert zu PE-LLD gelten aber als Monomaterialien, da sie aus einer Stoffgruppe der Polyolefine stammen und gut miteinander recycelt werden können. Besser wäre natürlich reines PE oder reines PP, aber das funktioniert praktisch oft noch nicht gut genug. Man will ja gerade die unterschiedlichen Eigenschaften der Rohstoffe PE und PP kombinieren für die Verwendung. Fortsetzung folgt in unserer Reihe #Folienwissen ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Lebensmittel- und Pharmaverpackungen aus Monofolien](https://inno-talk.de/lebensmittel-und-pharmaverpackungen-aus-monofolien/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** Barrierefolien, Biofolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Lebensmittelverpackung, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Coexfolien, didyouknow, Folienwissen, Karsten_Schroeder, Monofolien, Monomaterialien --- ### [Was sind eigentlich PE-LD, PE-HD, PE-LLD und LDPE genau?](https://inno-talk.de/was-sind-eigentlich-pe-ld-pe-hd-pe-lld-und-ldpe-genau/) **Published:** Juni 7, 2021 **Author:** Karsten Schröder **Content:** In unserer Reihe „Folienwissen für jedermann“ geht es heute um einen dieser Fälle von Namen, die jeder aus der Branche kennt, aber nicht jeder wirklich die Unterschiede weiß. Und das fängt schon mit der Namensgebung an. LDPE – klar – kennen wir. Aber dass es eigentlich PE-LD nach Norm ISO 1043 heißen müsste, wissen nur wenige. Grundsätzlich ist es so: Vorne steht das Wichtigste – der Werkstoff als Obergruppe (hier PE). Danach kommen weitere Eingrenzungen innerhalb der Materialklasse (hier LD für Low Density). Und das kann man immer so weiter fortsetzen. Eine typische mono-axial gestreckte PE-LLD Folie heißt dann nach Norm abgekürzt PE-LLD-MO. Das abschließende MO bedeutet nun den Verarbeitungsschritt des monoaxial Orientierens, welcher der Folie in diesem Falle die ganz besonderen Eigenschaften verleiht. Ein Beispiel für solch eine Folie ist die Höschenwindel für unseren Nachwuchs. Diese wird deshalb monoaxial orientiert, weil sie winzig kleine Löcher bekommt, die zur Atmungsaktivität beitragen. Diese sind jedoch so klein, dass andere Körperflüssigkeiten, die unsere Kleinen noch nicht so richtig bei sich halten können, nicht auslaufen können. Dampf geht aber durch. ![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/06/image.png)Ob das heute noch viel gemacht wird, habe ich nicht geprüft. Meine Tochter Mo Marie ist inzwischen 15 Jahre alt. Hier ist ein Originalfoto aus der Anwendungszeit der oben genannten Folien. Aber was sind denn nun die Unterschiede zwischen PE-LD, PE-LLD und PE-HD? Wir fangen mal mit den Molekülen an, aus denen bekanntlich das Plastik oder der Kunststoff bestehen. Beim PE-LD sind diese stark verzweigt. Also, die mehr als 100.000 Atome in einer Molekülkette sind nicht einfach hintereinander zusammengebaut, sondern es gibt reichlich Abzweigungen, wie bei einem Kirschbaum mit seinen vielen kleinen Ästen. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/06/image-1.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/06/image-1.png)Beim PE-LLD (linear low density) gibt es schon weniger Verzweigungen und jene, die es gibt, sind etwas gleichmäßiger ausgebildet. Beim PE-HD gibt es kaum noch Verzweigungen und diese sind auch sehr kurz. Und genau deshalb lässt sich diese (high density) auch so dicht packen, und dadurch ergibt sich die hohe Dichte. Das Interessante an diesen Grundlagen ist, dass sich das mit der schon erwähnten Dichte messen lässt, auch wenn die Dichtebereiche teilweise überlappen, was daher keine eindeutige Zuordnung zulässt. Aber hier einmal eine grobe Einordnung, auf die wir in einer späteren Ausgabe von „Did you know“ eingehen werden. Es gibt nämlich noch einige PEs mehr, die wir hier jetzt nicht weiter ansprechen. Festhalten möchten wir dennoch, dass alle Polyethylene und Polypropylene, die zu den Polyolefinen gehören, schwimmen. Das heißt, sie haben eine Dichte kleiner als 1 kg/dm³. Und das unterscheidet sie von allen anderen Kunststoffen, aus denen wir Verpackungsfolien machen. Ein Grund dafür, dass wir so viele Verpackungen im Meer schwimmen sehen. Die anderen Kunststoffe sinken alle zu Boden, wie z.B. Autoreifen aus Gummi. BezeichnungDichtebereichPlastomere< 0,900 g/cm³PE-VLD0,900 – 0,910 g/cm³PE-LD0,915 – 0,935 g/cm³PE-MD0,935 – 0,945 g/cm³PE-LLD0,860 – 0,960 g/cm³PE-HD0,945 – 0,965 g/cm³PPca. 0,910 g/cm³Das war es für heute mit dem #folienwissen von #innoform zum #innotalk ### Verwandte Episoden - [Folien-Material-Analyse Podcast mit Daniel Wachtendorf](https://inno-talk.de/folien-material-analyse-podcast-mit-daniel-wachtendorf/) - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung **Schlagwörter:** didyouknow, Folienwissen, HDPE, Karsten_Schroeder, Kunststoffe, LDPE, LLDPE, Nomenklatur, PE-HD, PE-LD, PE-LLD --- ### [Kreislaufwirtschaft, Recycling, Biopolymere & Co](https://inno-talk.de/kreislaufwirtschaft-recycling-biopolymere-co/) **Published:** Juni 19, 2021 **Author:** Karsten Schröder **Content:** 2020 haben wir bei Innoform damit begonnen, **systematische** Weiterbildung rund um das Thema Kreislaufwirtschaft, Recycling, aber auch nachwachsende Rohstoffe und Bioabbaubarkeit zu konzipieren. Entstanden ist ein ganzer „Blumenstrauß“ von hochwertigen Weiterbildungsangeboten. Von der Entsorgung her denken ist heute der Standard. Und gilt das nicht mittlerweile als Grundsatz bei allen Verpackungsentwicklungen? Stellen sich nicht immer sämtliche an Verpackungsentwicklungen Beteiligten die Frage: „Wie sieht das Ende des Produktzyklus aus?“ Aber gerade diese Frage impliziert schon den Irrpfad, auf den wir uns gelegentlich noch begeben. Ein Kreislauf sollte ja gar nicht zu Ende gehen. Im Gegenteil, wir wollen doch immer wieder Materialien für immer den gleichen Zweck einsetzen, wenn es denn ginge. Um hier aufzuklären, was Wunsch und was Wirklichkeit ist, haben wir eine neue Reihe von Seminaren und Webseminaren gestartet und werden im Oktober auch wieder eine Tagung zu dem Themengebiet in Würzburg anbieten. Materialneutral bewerten unsere Experten die aktuelle Lage und nahe Zukunft ausschließlich faktenbasiert und unideologisch. Unter dem Themengebiet: [Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit](https://www.innoform-coaching.de/themen/kreislaufwirtschaft-und-nachhaltigkeit) bieten wir mit renommierten Partnern hochwertiges Wissen in modernen Formaten wie Seminaren, Webseminaren, Hybrid-Seminaren und Tagungen an. - [*Peter Désilets*](https://www.innoform-coaching.de/referenten/peter-dsilets), pacoon GmbH - [*Till Isensee*](https://www.innoform-coaching.de/referenten/till-isensee), TILISCO GmbH - [*Albin Kälin*](https://www.innoform-coaching.de/referenten/albin-kaelin), EPEA Switzerland GmbH - [*Jöran Reske*](https://www.innoform-coaching.de/referenten/joeran-reske), INTERSEROH Dienstleistungs GmbH - [*Julian Thielen*](https://www.innoform-coaching.de/referenten/julian-thielen), INTERSEROH Dienstleistungs GmbH - [*Dr. Andreas Grabitz*](https://www.innoform-coaching.de/referenten/andreas-grabitz), Eurofins Consumer Product Testing GmbH - [*Prof. Markus Schmid*](https://www.innoform-coaching.de/referenten/markus-schmid), Hochschule Albstadt-Sigmaringen Kreislaufwirtschaft wird uns auch die nächsten Jahre, wenn nicht Jahrzehnte intensiv herausfordern, und wird Quelle für zahlreiche Innovationen und damit auch für neue Geschäftsfelder und Chancen. Wir denken Biopolymere von der Entsorgung her, sagte Patrick Zimmermann im Innoform Podcast. Interview mit Karsten Schröder### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Kennzeichnung von Kunststoffen mit Tracern für mehr Kreislaufwirtschaft](https://inno-talk.de/kennzeichnung-von-kunststoffen-mit-tracern-fuer-mehr-kreislaufwirtschaft-interview-mit-nelly-freitag-vom-fraunhofer-ivv/) **Kategorien:** Biofolien, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Standbeutel, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Kreislaufwirtschaft, Nachhaltigkeit, Recycling, Regenerate --- ### [Was sind eigentlich Kunststoff-Moleküle, -Molekülketten und -Gefüge?](https://inno-talk.de/was-sind-eigentlich-kunststoff-molekuele-molekuelketten-und-gefuege/) **Published:** Juni 21, 2021 **Author:** Karsten Schröder **Content:** In unserer Reihe #folienwissen, geht es heute wieder um Begriffe, die viele benutzen und einige nicht richtig einordnen können. Wir nähern uns heute einmal den Begriffen der kleinsten Teilchen der Kunststoffe. Dabei beginne ich hier mit dem Molekül des Polypropylens. Es unterscheidet sich ja nur in einem Detail vom Polyethylen – der zusätzlichen CH3- oder auch Methylgruppe genannt. Und weil sich die beiden PE und PP so ähnlich sind, gehören diese auch zu einer Obergruppe, den Polyolefinen. Sie ähneln sich in der Verarbeitung, den Eigenschaften, der Polymerstruktur und auch der Recyclingfähigkeit. Nimmt man z.B. PE/PP Verbundfolien und untersucht sie auf Recyclingfähigkeit in mechanischen Verfahren, so lassen sich diese gut zusammen wiederverwerten. Hier links im Bild ist die Strukturformel einmal dargestellt. Drei Kohlenstofffatome in der Monomereinheit, der kleinsten Einheit in dieser Betrachtung, und 6 Wasserstoffatome – und fertig ist das Polypropylen. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/06/image-3.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/06/image-3.png)Im mittleren Bild sehen wir die längliche Form des **Poly**propylens mit weniger Vergrößerung. „Poly“, aus dem griechischen für viel, zeigt schon an, dass es ziemlich viele Polymere sind, die man da zu Molekülketten zusammen polymerisiert. Und da kommen wir schon zum nächsten Detail, dem Herstellungsprozess der Polymerisation. Diese langen, Spaghetti ähnlichen Moleküle bestehen oft aus mehr als 100.000 Monomeren, den Propylenen, und werden so zum Polypropylen. Zoomt man nun noch etwas weiter raus und verringert dadurch die Vergrößerung, so findet man das s.g. Polymer-Gefüge, auch Kunststoffgefüge genannt. Man sieht dann übergeordnete Strukturen, die sich in amorphe und kristalline Bereiche unterteilen lassen. Die **amorphen** Bereiche zeichnen sich durch ein wildes Durcheinander aus. Man kann sich das wie ein Wollknäuel vorstellen. Die **kristallinen** Bereiche hingegen sind schön geordnet nebeneinander und haben dadurch einen energetisch niedrigeres Niveau erreicht. Zieht man nun an dem gesamten Gefüge, dehnen sich die amorphen Bereiche mehr als die kristallinen und sortieren sich dabei um. Man spricht von s.g. Verfestigungsmechanismen, Kaltverfestigung und Orientierung der Polymere oder in unserem Anwendungsfall eben der Folien. ### Verwandte Episoden - [Folien-Material-Analyse Podcast mit Daniel Wachtendorf](https://inno-talk.de/folien-material-analyse-podcast-mit-daniel-wachtendorf/) - [OneBARRIER – Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert](https://inno-talk.de/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** Barrierefolien, Biofolien, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk **Schlagwörter:** amorph, didyouknow, Karsten_Schroeder, kristallin, Kunststoffgefüge, Molekül, monomer, Polyethylen, Polypropylen --- ### [Wickelhülsen sind qualitätsrelevant sagt Kilian Kunert](https://inno-talk.de/wickelhuelsen-sind-qualitaetsrelevant-sagt-kilian-kunert/) **Published:** Juli 2, 2021 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Im Gespräch mit Karsten Schröder erfahren Podcast Fans in der aktuellen Episode des Innoform Podcasts, warum Papphülsen qualitätsrelevant sind. Die Kunert Group betreibt sogar zwei eigene Papierfabriken, um den Bedarf für Papphülsen zu decken. Mit mehr als 2000 Mitarbeitern ist Paul & Co Marktführer in vielen Bereichen, auch der Flexpack-Industrie. Neu ist, dass auch die Abpacker im Fokus des Papphülsenherstellers sind. Denn gerade am Ende der Kette sind mangelhafte Wicklungen, die unter Umständen mit optimierten Wickelhülsen vermeidbar wären, besonders effektiv, sagt Kilian Kunert, geschäftsführender Gesellschafter der Kunert Group. Auch wenn es nur um den letzten Meter auf der Hülse geht, deren Falten zu Ausschuss führen, lohnt sich schon ein Blick auf Wicklung und Wickelhülse. Paul & Co entwickelt sogar eine APP, um das Wickeln und den Einfluss der Hülsenausführung transparenter zu machen. So ergeben sich aus Substrat, Wickelcharakteristik und Lagerart Vorgaben für die Wahl der richtigen Hülse. Interessierte erfahren mehr beim Inno-Talk mit dem Thema Wickeln und Schneiden. [Flexpackwissen für Entscheider – Wickeln und Schneiden](https://www.innoform-coaching.de/inno-talk/flexpackwissen-fuer-entscheider-wickeln-und-schneiden-2021) [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/07/DK2-1024x175.jpg)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/07/DK2.jpg)Freuen Sie sich wieder auf Wissen hinter den Kulissen der Folienindustrie. Der Podcast ist bereits live und der Inno-Talk zum Wickeln und Schneiden startet am 15. Oktober um 13:30 Uhr [Termin eintragen](https://www.innoform-coaching.de/date/INT-10-21w). ### Verwandte Episoden - [Folien-Material-Analyse Podcast mit Daniel Wachtendorf](https://inno-talk.de/folien-material-analyse-podcast-mit-daniel-wachtendorf/) - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [OneBARRIER – Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert](https://inno-talk.de/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) --- ### Alle Episoden abonnieren [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [Apple Podcasts](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Folienwissen Spezial, der Innoform Podcast zum Inno-Talk. Herzlich willkommen beim Innoform Podcast Kilian Kunert. Ich freue mich, dass Sie dabei sind als geschäftsführender Gesellschafter der Kunert Group. Sprechen wir heute über Wickelhülsen im besten Sinne. Sie erläutern uns, warum Wickelhülsen ein nachhaltiges Produkt sind und die Ausschussquoten bei Herstellern von Verpackungen, aber auch Anwendern reduzieren können und warum gerade auch ganz hinten in der Lieferkette sich alle auch Gedanken machen sollten über die richtige Hülse, die richtigen Hülsendurchmesser und warum sie dafür sogar eine App programmiert haben. Ich freue mich auf dieses Interview mit Kilian Kunert. Ich begrüße ganz herzlich Kilian Kunert von Paul und Co. hier im Innoform Podcast. Herr Kunert, herzlich willkommen bei Innoform. Jo, schön, dass ich dabei sein darf. Wie ist Paul und Co. international überhaupt aufgestellt? Und was sind Ihre Produkte und Stärken überhaupt? Vielleicht fängt man mal so an. Paul und Co. ist der Name unserer Hülsen-Sparte in der Kunert Gruppe. Die Kunert Gruppe besteht aus den drei Geschäftsbereichen Hülse. Dazu gehört auch noch Kantenschutz. Das ist dann eher im Bereich Verpackung. Hülsenkarton, Hülsenpapier und der dritte Bereich ist dann Wellpappenschachteln. Und das teilt sich dann wie folgt darauf. Es sind jetzt heute, Stand heute, international 13 Hülsenwerke verteilt über Europa und Südostasien. Zwei Hülsenkarton-Fabriken in Hof und in Mühlhausen in Frankreich und die beiden Wellpappen-Fabriken in Bad Neustadt und in Biedesheim. Paul und Co. hat sich als Markenname für die Hülse sehr stark etabliert. Deswegen sind wir da gerade in der Folien- und in der Papierindustrie unter diesem Namen sehr weit bekannt. Wir beschäftigen insgesamt in der gesamten Gruppe 2000 Mitarbeiter, davon ca. 1400 in der Hülse. In Deutschland sind wir mit jetzt insgesamt fünf Hülsenwerken vertreten. Dazu kommen dann Frankreich, Österreich, Schweiz, Ungarn, Slowakei und in Südostasien sind das dann Thailand und Indonesien. Wir exportieren aber in die ganze Welt. Was ist denn genau Ihre Aufgabe, Herr Kunert? ### Karriereweg: Von Ausbildung zur Spezialisierung Sie sind ja einerseits für die Konzernicherung zuständig, kenne ich noch aus unserer Seminartätigkeit. Aber was machen Sie noch bei Paul und Co.? Zuerst einmal bin ich Gesellschafter in der mittlerweile fünften Generation. Der erste Vertreter der fünften Generation bin Gesellschafter an allen Werken der Konzerngruppe, bin aber operativ nur tätig im Bereich Hülse und Hülsenkarton und bin jetzt seit anderthalb Jahren auf Geschäftsleitungsebene verantwortlich für QM, QS und Forschung und Entwicklung. Das hat sich so ergeben, weil ich aufgrund meiner Ausbildung, meines Studiums und auch der Praktika, die ich danach gemacht habe, von außen ein anderes Bild reinbringen konnte. Und als Gesellschafter hat man natürlich einen anderen Blick auf Strategie und kann natürlich auch solche essentiellen Teile wie QM, QS und F&E wirklich anders lenken. Wir haben in beiden Bereichen seit Jahren, Jahrzehnten tolle Fachkräfte, denen ich in puncto Erfahrung natürlich nicht das erreichen kann, was sie erreichen, aber in puncto Strategie. Da kann ich natürlich andere Vorgaben machen, als man das als Angestellter tun kann. Ganz spannend, wir haben Sie ja kennengelernt. Tatsächlich habe ich das mal nachgeschlagen über Hygieneseminare, nicht Sie als Person, sondern Sie als QNOT-Gruppe. Und Sie waren sehr früh dabei, auch schon Hygienekonzepte für Papierholzsinn einzuführen. Was war da eigentlich der Grund dafür? Nun ja, wenn man über flexible Verpackungen spricht, dann ist man ja heute häufig auch bei Lebensmittelverpackungen dabei. Viele unserer Kunden sind BRC-zertifiziert. Wir haben auch viele Kunden, die im Rheinraum sind, wo die Folienaufwicklung oder die Folienverarbeitung im Rheinraum stattfindet. Und in beiden Bereichen ist da grundsätzlich immer so eine Voreingenommenheit da. Da sagt man, Papier ist gleich Staub. Staub ist gleich schlecht für Lebensmittel, für Folie, für Rheinraum. Und da arbeiten wir schon seit Jahrzehnten wirklich daran, das zu widerlegen. Ich vergleiche das immer ganz gerne mit dem Holzbrett in der Küche. Wenn man so allgemein die Leute fragt, dann werden die meisten sagen, ja, das Kunststoffbrett ist ja wesentlich hygienischer als das Holzbrett. Studien zeigen, dass das genau umgekehrt ist, weil sich die Poren im Holz wieder schließen und deshalb die Bakterien und Viren sich nicht so festsetzen können. Genau, ganz spannende Sache. Was mir noch aufgefallen ist, Sie haben ja eben auch schon erwähnt, Sie betreiben selber zwei Papierfabriken nur für Papphülsen. Das kann sich ja leider gar nicht vorstellen. Das ist ja ein kleines, unsichtbares Produkt eigentlich für die Folienindustrie. Wie kommt es dazu, zu dieser Entscheidung? Nun, wir sind im Anfangsstadium. Wenn man nur zwei, drei, vier Fabriken hat, dann ist es unsinnig, eine eigene Rohstoffversorgung zu haben, weil dann ist man kein Hülsenhersteller, sondern dann ist man ein Papierhersteller mit angeschlossener Hülsenherstellung. Das hat sich eigentlich für uns erst gelohnt, als wir wirklich eine kritische Größe in Europa erreicht haben. Und dann kamen wir aber an diesem Thema irgendwann gar nicht mehr vorbei. Denn wenn Sie an verschiedenen Standorten in Deutschland, in Europa das gleiche Produkt nach dem gleichen Standard auf den gleichen Maschinen fahren möchten, produzieren möchten, wenn Sie Ihren Kunden Liefersicherheit aus verschiedenen Werken bieten wollen, dann können Sie das nur, wenn die beiden wesentlichen Komponenten, Papier und Klebstoff, wenn Sie die selber herstellen. ### Papierherstellung: Hülsenkarton-Expertise seit 1990 Beim Papier haben wir da uns frühzeitig etwas reinbewegt. Da hat mein Vater in den 90er-Jahren angefangen, sich mit einer kleinen Beteiligung reinzubringen. Und das haben wir dann aufgebaut. Und mittlerweile sind wir zu 60 bis 70 Prozent integriert in der Hülse. Also diese beiden Papierfabriken produzieren auch wirklich nur Hülsenkarton. Und ich kann heute wirklich sagen, dass wir mit unseren beiden Papierfabriken die modernste Hülsenkarton-Erzeugung wahrscheinlich der Welt haben. Und gerade in der jetzigen Situation, wo die Altpapierpreise durch die Decke gehen, wo alle Rohstoffe vom Schmieröl bis zur Holzpalette knapp sind, ohne wenn wir unsere Papierfabriken jetzt nicht hätten. Die verdienen zwar im Moment kein Geld, aber ohne unsere Papierfabriken werden wir momentan wirklich aufgeschmissen. Könnten Sie gar kein Produkt mehr verkaufen? Wahrscheinlich ist es ja ein wahnsinniger Run auf Papierverpackung auch aus unserem Bereich, in dem wir uns ja hauptsächlich als Innoform bewegen. Viel wird umgeschichtet von Folienverpackung hin zu Papierverpackung oder Papierverbund. Das spüren Sie tatsächlich auch bei Ihrer Rohstoffbeschaffung? Ja, das merken wir ganz deutlich. Sie müssen ja überlegen, eine moderne Weltpapiermaschine als Basis für die Weltpapierverpackung ist heute 10, 11 Meter breit, bis zu 11 Meter. Das ist momentan das Größte. Unsere eigenen Papierfabriken haben nur eine Breite von 3,60 Meter bzw. 2,30 Meter. Und das heißt, wenn sich am Altpapierpreis etwas tut, wenn sich an den Zusatzstoffpreisen etwas tut, dann merken wir das natürlich mit unserer kleineren Maschine deutlich schneller als die Weltpapier-Rohpapierhersteller, die auch heute auf Geschwindigkeiten von locker 1.400 Meter kommen. Wir sind bei 400 Meter. Ist ja eine spannende Entwicklung. Macht Sie das auch irgendwie einzigartig in dem Bereich, nehme ich an? Ja, das auf jeden Fall. Ich muss allerdings auch dazu sagen, wo dieses Altpapier momentan hingeht. Das ist mir ehrlich gesagt auch nicht so ganz klar. Aber es ist ganz klar, dass die Altpapiersammlung vor ganz veränderte Voraussetzungen gestellt wurde durch die Schließung vieler Ladengeschäfte, durch die Schließung von Hotels. Die Warenströme haben sich komplett verändert. Und damit funktionieren die Kreisläufe nicht mehr so. Das ist vielleicht das Einzige, was man wirklich sagen kann. Wie hoch ist der Altpapieranteil denn bei Ihnen? Ist das 100 Prozent tatsächlich oder wie viel führen Sie? Wir im Kern produzieren wir der wesentliche Teil der meisten Hülsen in der Folienindustrie besteht heute aus 100 Prozent Altpapier. Wir haben dann die Möglichkeit, dass wir für Deckbahnen, Innenbahnen dann ein frischfaserhaltiges Papier einsetzen, das aber auch voll recyclenfähig ist. ### Recyclingfähigkeit und Kundenanforderungen Also wir versuchen, alle unsere Produkte voll recyclenfähig zu machen. Aber wenn das Kunden dann wollen im Lebensmittelbereich oder im pharmazeutischen oder im technischen Bereich, dann setzen wir sehr häufig auch eine Frischfaserdecke mit ein. Wir haben aber auch tatsächlich Hülsen im Portfolio, die zu 100 Prozent aus Frischfasern bestehen. Also das ganze Portfolio. Jetzt ist noch was Interessantes mir aufgefallen beim Vorgespräch. Sie sprachen von einer App, die Sie für Hülsen entwickeln oder sogar schon am Markt haben. Können Sie uns das ein bisschen erläutern, wofür man jetzt auch noch eine App für Hülsen braucht? Weil wir als Folienleute denken ja immer Hülse, naja, die müssen wir halt haben. Aber eine App brauche ich da bestimmt nicht für. Naja, das ist das Schwierige bei der Hülsenbeschaffung: Wie viel Wandstärke braucht der Kunde? Das ist etwas, was ihnen eigentlich so niemand pauschal vorhersagen kann. Also es gibt keine Standard-Hülse für Polyester-Folien oder für BOPP-Folien. Das gibt es in diesem Sinne nicht. All unsere Produkte sind Maßprodukte, sowohl im Innendurchmesser, in der Wandstärke, in der Länge, in der Qualität, in der Zusammensetzung, im Aufbau, in der Oberfläche. Das sind Maßprodukte. Wir haben viele Produkte, die wir nur an einen einzigen Kunden in dieser Form verkaufen. Das macht Hülsen zu einem beratungsintensiven Produkt. Man kann da es keine bei Wellpapier, bei Wellpapier-Schachteln gibt es Standards. Da gibt es den Fefco Coach. Die können Sie, die können Sie recht einfach einkaufen. Bei Hülsen brauchen sie eine gewisse Form von Beratung. Und nun ja, unser Geschäft ist schneller geworden. Die Positionen unserer Ansprechpartner wechseln immer häufiger. Und wir haben viel mit jungen Leuten zu tun, denen man dann dieses Thema Hülse erst einmal näher bringen muss. Und hinterfragen natürlich auch Dinge. Und deshalb haben wir, haben wir, ich persönlich habe, habe gesagt, wir müssen unseren Kunden irgendwo eine Möglichkeit geben, sich zu informieren. Wir müssen ihnen zeigen, welche Fragen sie intern stellen müssen, um das Preis-Leistungsverhältnis ihrer Hülse zu optimieren. Und das haben wir mit dieser, mit dieser App gemacht. Wir wollen dort dem Kunden die Möglichkeit geben, für sich selber zu errechnen, ob eine oberflächenveredelte Hülse Sinn machen kann. Wir wollen in dieser App auch, sind dann diese, diese einfachen Rollenrechner drin, wenn sie die Wickellänge berechnen wollen oder das Rollengewicht. Da hat man ja nicht immer alle Informationen sofort parat. Und dann wollen wir aber dort auch ganz neue Wege gehen. ### CO2-Fußabruck-Rechner für Hülsen Wir wollen dort einen CO₂-Fußabdruck-Rechner für unsere Produkte entwickeln. Wir bekommen immer wieder, immer häufiger Nachfragen jetzt zum Thema CO₂-Fußabdruck. Und da waren auch praktische Gründe dann einfach dahingestanden, weil ich keine einzelne Person damit beschäftigen will, nur solche Anfragen zu beantworten. Deshalb haben wir gesagt, wir haben, wir haben die Möglichkeit mit unseren Papierfabriken, mit unserer eigenen Klebstoffherstellung. Wir können das transparent darstellen und der Kunde kann sich mit seinem Produkt, kann er sich seinen CO₂-Fußabdruck selber berechnen und dann gegebenenfalls sogar optimieren, weil wir durchaus die Möglichkeit haben. In unserer französischen Papierfabrik beziehen wir ein Großteil unserer Energie aus einer benachbarten Müllverbrennungsanlage. Das macht unsere Hülse mehr oder weniger klimaneutral. Da sind ja immer noch, da beschäftigen sich die Fachleute ja immer noch, wie man den CO₂-Fußabdruck genau ausrechnet. Aber diese Möglichkeit wollen wir geben. Und der nächste Schritt, da arbeiten wir noch dran. Das wird aber etwas länger noch dauern, ist, dass sich der, der Kunde selber anhand der, der Zugspannung an seiner Wickelmaschine selbst ausrechnen kann, welche Wandstärke, welche Festigkeit die Hülse braucht. Das gibt es so heute auch noch nicht auf dem Markt. Ich denke, da gehen wir ganz neue Wege. Genau deswegen werden wir ja auch im Herbst jetzt gemeinsam einen Inno-Talk bestreiten. Das kann ich an dieser Stelle schon verraten. Da wird es auch ums Wickeln und um Hülsen natürlich gehen. Wir haben einen zweiten Partner dabei, hat mich total motiviert, weil gerade die Hülse ist ja so ein Produkt, was man eigentlich auch in der Flexpack-Industrie, habe ich eben schon erwähnt, gar nicht so wahrnimmt. Aber welchen Beitrag leistet eigentlich eine passende Hülse jetzt zum Beispiel für flexible Verpackungen? Na gut, also eine Hülse kostet natürlich erst mal Geld. Hülse ist erst einmal im Wesentlichen ein Kostenfaktor. Das ist natürlich klar. Von einer wunderschönen, optisch schönen Hülse kann sich der Kunde erst mal nichts kaufen. Aber eine schlechte Hülse kostet auch Geld. Also die Folie wird ja durch eine Hülse nicht besser, aber sie kann durch eine schlechte oder falsche Hülse natürlich beeinträchtigt werden. Also wir können bei solchen Themen wie Verblockung – das hat wenig mit der Hülse zu tun. Da kann man ein bisschen spielen mit Außendurchmesser, mit der Festigkeit der Hülse. Da kann man etwas machen, aber es gibt durchaus andere Punkte, wo die Folie schon beeinträchtigt werden kann. Eine Folie lebt ja, eine Rolle lebt, die bewegt sich noch abhängig von Klima und Temperatur. Und das kann natürlich im Zusammenspiel mit der Hülse schon zu Effekten führen – Teleskopieren und anderen Effekten. Was die Folienhersteller nach dem Wickeln nicht sehen kann. ### Oberflächenqualität und Abpackerprobleme Da gibt es Möglichkeiten, wo die Hülse auch Einfluss nehmen kann. Dann natürlich das Thema Oberfläche. Sie möchten möglichst faltenfrei die Folie aufwickeln und dann natürlich möglichst bis zum letzten Meter wieder abwickeln. Denn Abfall, der gar nicht erst entsteht, das ist der beste Abfall. Ganz klar. Sie zielen ja sogar auch auf die Abpacker. Welche sind denn so die typischen Probleme eines Abpackers, der ja eigentlich nur abwickelt? Dem wollen Sie jetzt auch noch beim Hülsen, ich sage mal, auslegen. Vielleicht mit der App, vielleicht im persönlichen Gespräch sogar noch helfen. Aber ist es da hinten nicht schon zu spät? Wie wollen Sie da unterstützen? Da ist etwas, das ist ähnlich wie in der Papierindustrie. Die wirklichen Probleme, die meisten Probleme fallen erst beim Kunden auf. Das ist dann, wenn der Kunde die Rolle nicht wirklich abwickeln kann, wenn die Rolle beim Abwickeln unruhig läuft, wenn sie pulsiert, wenn sie Vibrationen hervorruft, wenn die Folie sich nicht so abwickeln, so fehlerfrei, faltenfrei abwickeln kann, dann sollten das auch die Abpacker nicht so hinnehmen. Denn sie haben ja die Folie bezahlt. Und wenn man die Folie bezahlt, dann sollte man sie möglichst auch bis zum, so weit es geht, bis zum letzten Meter abwickeln. Und da können wir natürlich schon behilflich sein, können die Hülse entsprechend anpassen. Wir sind da insbesondere auch beim Thema Anwickeln aktiv mit neuen Lösungen. Denn wir sehen ja, heute im ganzen Folienherstellungsprozess ist eigentlich alles durchautomatisiert, außer das Ankleben und das Anwickeln. Früher wurde das immer damit dann gerechtfertigt, dass die Personen, die das per Hand machen, dass die ja noch Qualitätskontrolle betreiben. Ich glaube, da ist man mittlerweile mit Kamerasystemen weiter. Das kann gar kein Mensch mehr beurteilen. Da braucht man schon, das wird ja in Richtung künstliche Intelligenz gehen irgendwann, solche Probleme dann rückzuverfolgen und direkt zu korrigieren. Und dieses Anwickeln, dafür braucht man aus unserer Sicht eine Hülse, die möglichst glatt ist, mit einem Klebstoff drauf, der möglichst dünn ist, der keine Abdrücke oder Verzüge hervorruft. Und dafür haben wir Lösungen im Portfolio. Aber das muss dann natürlich ins Gesamtkonzept passen. Da muss man sich dann auch mit weiteren Automatisierungskonzepten beschäftigen. Das macht nur im Gesamtkonzept Sinn. Nur mit einer kleberbeschichteten Hülse ist dann natürlich nichts gewonnen. Nee, natürlich nicht. Ich erinnere mich jetzt gerade spontan an ein Erlebnis in meiner Praxis bei einem großen Folienveredler. Wir haben Hülsen wiederverwendet. ### Hülsenreste bei Druckverarbeitung Das heißt, von der Druckmaschine wurde abgewickelt auf die Kaschiermaschine. Und die Hülse, die dann hinten übrig blieb, die wurde dann hinten wieder genommen. Vielleicht fürs nächste Druckmotiv oder so. Ist das etwas, was durchaus gängige Praxis ist, was Sie auch empfehlen, oder sagen Sie Nein, Hülse einmal nehmen und weg? Das wird natürlich praktiziert. Das sind Sie sicherlich kein Einzelfall, was man dabei immer bedenken muss. Sie sehen einer Hülse nicht an, ob sie gebrochen ist innerlich. Also wir machen einen Standardtest zur Bestimmung der Hülsenfestigkeit. Das ist der sogenannte Scheitelstaubwiderstand. Da legen Sie die Hülse zwischen zwei Metallplatten und fahren die so lange zusammen, bis die Hülse bricht. Sie sehen danach nicht, dass diese Hülse gebrochen ist. Und das ist immer die Schwierigkeit bei diesem Thema. Das heißt, je schneller Sie fahren, desto höher ist natürlich das Risiko, dass Ihnen die Hülse beim Mehrfacheinsatz um die Ohren fliegt. Und das kann gefährlich sein, also insbesondere in der Papierindustrie ist das eine ganz gefährliche Geschichte. Wenn Sie nur mit 100, 200 Meter fahren, dann ist das, sagen wir mal, vielleicht noch vernachlässigbar. Aber Sie schneiden beim Abspecken. Sie schneiden gerade in die Hülse rein, Sie haben Klebeband drauf. Also für die Folie, für das Wickelgut ist es nicht wirklich sinnvoll. Und was man natürlich auch dabei bedenken sollte: Hülsen sind in der Regel relativ günstig im Vergleich zu dem, was man aufwickelt. Also ob sich dieser Mehrfacheinsatz wirklich lohnt, da sollte man sich schon Gedanken machen vorher. Und Sie erwähnten es schon, 100 Prozent recyclefähig sind Sie dann auch noch. Also von daher tut man sich manchmal keinen Gefallen. Das war übrigens damals auch unsere Quintessenz bei einem Projekt, wo ich auch involviert war, dass wir das dann an bestimmten Stellen für bestimmte Produkte nicht wieder gemacht haben. Da haben wir immer frische Hülsen genommen und hatten dadurch tatsächlich auch damals schon einen Kosteneffekt gesehen. Hülsen sehen manche nach wie vor als Kostenfaktor. Das haben Sie vorhin auch selber nochmal gesagt. Wir haben schon kurz darüber gesprochen. Aber was erraten Sie denn jetzt zum Einkäufer alter Schule? Oder Sie sagten auch die neuen Sturm und Drang getriebenen, jungen Einkäufer, die jetzt natürlich den Preis drücken wollen. Was sagen Sie dem, wenn die sagen: Mensch, mach mal hier eine billige Hülse. Ich das für mich nur ein reines Kostenproblem, was ich hier zu lösen habe. Ja, ich habe es schon einmal vorhin schon einmal gesagt. ### Qualität und Staubfreiheit in der Produktion Eine schlechte Hülse kostet auch Geld. Die Hülse kostet ohnehin Geld. Aber dann sollte doch, wenn ich dafür schon Geld ausgeben sollte, dann möchte ich doch wenigstens sichergehen, dass kein negativer Einfluss auf das Wickelgut, sei es Folie oder Papier oder etwas anderes, dann herauskommt. Was man natürlich auch berücksichtigen sollte, ist das Thema Schnittkanten. Wir haben heute zumindest bei uns im Hause sehr moderne Schneidmaschinen, mit denen man wirklich einen absolut staubfreien Schnitt hinbekommt. Und das ist – wir sehen da deutlich einen Trend, dass mehr Kunden auf die Schnittkanten achten. Es gibt aber leider nach wie vor noch Kunden auch in der Folienindustrie, die tatsächlich ihre Hülsen sägen. Und wenn sie das Wort Sägen hören, dann stellen sich jedem Hülsenhersteller die Nackenhaare auf, weil Sägen bedeutet immer Staub. Und Staub ist auch nicht etwas, das möchte man gar nicht haben. Und eine billige Hülse ist üblicherweise auch aus billigem Rohstoff, dreckigem Altpapier hergestellt, lässt sich dann logischerweise auch nicht schön schneiden. Da entsteht dann immer mehr Staub, als wenn sie einen hochwertigen Hülsenkarton nehmen, wie wir ihn in Deutschland und in Frankreich produzieren. Wir können die Wandstärke reduzieren. Das ist für alle Beteiligten schön. Wir können weniger Gewicht durch die Gegend. Die Menschen in der Folienherstellung müssen weniger Gewicht durch die Gegend tragen. Und eine dünnwandige Hülse aus einem hochwertigen Material lässt sich auch für gewöhnlich schöner schneiden. Da gibt es definitiv Optimierungspotenziale. Eine schlechte Hülse kostet auch Geld, mitunter mehr Geld als eine hochwertige. Vielleicht jetzt noch eine abschließende Frage für die Praktiker unter uns, also die Leute, die wirklich jetzt mit Hülsen umgehen. Was empfehlen Sie denen? Hülse auf Maß anliefern lassen, lange Hülsen selber schneiden? Wie lang gibt es überhaupt Hülsen? Erzählen Sie noch mal ein bisschen über das Produkt selber vielleicht. Das kommt drauf an. Also wir produzieren heute oberflächend veredelte Hülsen bis vier, fünf Meter Länge für Spezialanwendungen. Wir produzieren für die Papierindustrie auch elf Meter lange Hülsen. Also da sind sicherlich auch noch keine Grenzen gesetzt. Aber wenn man jetzt heute eine neue BO-Anlage baut, dann sollte man schon darauf achten, dass man sich eine moderne Schneidmaschine, keine Säge, holt. Wir sind da auch sehr gerne beratend unterstützend tätig. Man sollte drei Meter deshalb, weil dann macht es das. Das ist so die übliche Länge, damit man auch den Abfall dann wirklich minimieren kann. Wenn sie zwei Meter 50 oder zwei unter zwei Meter ist, können Sie eigentlich vergessen für eine BO-Anlage. ### Vorgeschnittene Hülsen und Lieferlogistik Das neben von vorgeschnittenen Hülsen, das machen wir auch selbstverständlich, rentiert sich aber nur bei sehr gut planbaren Längen. Eine In-House-Fertigung von Hülsen, wie es teilweise in Asien noch üblich ist, das macht heute eigentlich niemand mehr, weil eine moderne, leistungsfähige Hülsenwickelmaschine so einen großen Output hat, dass ein einzelner Folienhersteller, selbst wenn er 60.000, 70.000 Tonnen Folie im Jahr produziert, das lohnt sich nicht. Also vorgeschnittene Hülsen eigentlich nur, wenn sie ganz hochwertige Produkte haben oder wenn sie sehr gut planbare Längen haben. Stichwort Kreislaufwirtschaft haben wir noch nicht so richtig angesprochen, nur beim Papierrecycling selber. Aber wie funktioniert das mit der Hülse? Ich stelle mir das so vor, sie liefern jetzt mal angenommen eine 3-Meter-Hülse zu einem Folienhersteller, der bläst eine Folie. Der liefert sein Produkt jetzt an den nächsten. Der kriegt wieder Hülsen von Ihnen. Der macht dann Druck drauf, kaschiert die vielleicht und nachher wird sie geschnitten nochmal wieder auf neue Hülsen. Da sind ziemlich viele Hülsen unterwegs im Fluss. Nehmen Sie die zurück, recyceln Sie die, sollen die die ins Altpapier geben? Wie funktioniert das da? Also unsere Hülsen lassen sich normalerweise überall über das Altpapier entsorgen. Natürlich gibt es, je nach Marktsituation im Altpapier, bekommt man mal mehr dafür, mal weniger. Es gab auch Marktzeiten, wo man schon mal draufzahlen musste. Aber Altpapierhülsen sind über das Altpapier zu entsorgen. Wir nehmen das nur bei sehr, sehr wenigen Folienherstellern oder generell Kunden wieder zurück, weil sich große Transporte einfach nicht lohnen. In-House schreddern wir die Hülsen und bringen die auch zu unseren Papierfabriken zurück, wir haben da auch einen Rundumverkehr. Wir recyceln unsere Hülsenabfälle, unsere Produktionsabfälle natürlich selber. Aber das kann jeder über seine – jeder hat eine Papierfabrik in der Nähe. Die nehmen das auch. Also eine relativ einfache Entsorgungsschiene eigentlich. Und es ist wirklich ein Kreislauf, wovon ja die Kunststoffleute in vielen Bereichen tatsächlich noch träumen, weil das mit Kunststoff einfach nicht so einfach geht im Moment, bisher zumindest. Herr Kunert, ein tolles Interview, wie ich finde. Vielen, vielen Dank. Unsere Zeit ist um. Ich freue mich schon auf unseren Inno-Talk im Herbst, wo es dann ums Wickeln und Schneiden gehen wird. Und ich bin gespannt auch, was Sie da an Neuigkeiten für die Praktiker dann mitbringen. Vielen Dank fürs Gespräch. Ich freue mich ebenso. Das war die erste Folge zum Thema Wickeln und Papphülsen. Es wird sicherlich eine Fortsetzung geben. ### Fazit und Ausblick zum InnoTalk Ganz lieben Dank an Kilian Kunert noch einmal. Ich freue mich auf die nächste Ausgabe. Wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative Flexpack Wissen für Entscheider mit dem Innoform Podcast und Inno-Talk werden wollen, schicken Sie mir eine kurze E-Mail an ks@innoform.de. Tschüss, bis zum nächsten Mal. **Kategorien:** Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Etiketten + Sleeves, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Neuigkeiten **Schlagwörter:** Falten, Karsten_Schroeder, kilian_kunert, Papphülsen, Schneiden, Wickelhülsen --- ### [Es gibt keine Folie ohne Additive](https://inno-talk.de/es-gibt-keine-folie-ohne-additive/) **Published:** Juli 8, 2021 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Wussten Sie, dass Verpackungsfolien immer sogenannte Additive enthalten? Aber warum ist das so, welche sind das und warum gibt man Additive zu Folien dazu? Das sind Fragen, die wir immer wieder in unseren Seminaren und Webseminaren hören. In diesem kurzen Abriss stellen wir wichtige Additive vor, erläutern die beiden Gruppen der migrierenden und nicht migrierenden Additive und erklären, warum man das als Folienhersteller, aber auch als Verpacker und Händler wissen sollte. Additive beeinflussen u.a. folgende Folieneigenschaften: - Blockverhalten - Gleitverhalten - Antibeschlag/Antifog - Alterungsbeständigkeit - Elektrostatische Aufladbarkeit - Farbgebung - UV-Stabilität - UV/IR-Barrieren - Wasserdampf/Sauerstoff-Absorption Um es nicht zu kompliziert zu machen, teilen wir grob in zwei Klassen ein, die für die Praktiker wichtig sind. Wir kennen **migrierende** und **nicht migrierende** Additive. Das typischste Beispiel für die **migrierenden Additive** ist das Gleitmittel, das fast immer in Verpackungsfolien vorkommt. Wie der Name schon sagt, sorgt es für ein optimiertes Gleitverhalten der Folie z.B. beim Abpackprozess. In der Regel versucht man einen konstant niedrigen Gleitreibwert zu erhalten. Besonders häufig setzt man es bei den „eher stumpfen“ Polyolefinen“ wie Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) ein. Diese Folien lassen sich ohne Gleitmittel oft gar nicht oder nur sehr umständlich über z.B. Stahlflächen, Formschultern in Abpackmaschinen oder Leitblechen ziehen. Mit der Zugabe von Gleitmittel – heute meistens Erucasäureamid (ESA) – verringert sich die Haft- und Gleitreibung zu niedrigeren werden. Das heißt die Folie gleitet leichter über Stahl, Holz und sich selbst. Dieser Effekt tritt aber erst dann ein, wenn sich das Gleitmittel (ESA) aus der Folie an den Oberflächen zu einer durchgängigen Schicht ausgebildet hat. Dieses kann je nach Folienrezeptur, Wickeldruck und Mengenzugabe zwischen einigen Stunden bis hin zu einigen Wochen dauern. Wichtig für den Verarbeiter dabei ist eben, dass vor dem Abpacken das Gleitmittel auch wirklich auf der Folienoberfläche liegt und nicht mehr in der Folie selber gelöst ist. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/07/image.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/07/image.png)In diesem Schaubild von Borealis wird schematisch dargestellt, wie nach der Folienherstellung (Extrusion) das Gleitmittel nach und nach an die Oberfläche wandert (migriert), bis sich ein gleichmäßiger Film von Erucasäureamid an der Oberfläche gebildet hat. Jedes Additiv hat auch Nebenwirkungen. Die Gleitmittel haben gleich eine ganze Menge davon: 1. Sie erschweren das Kaschieren und Bedrucken 2. Sie können zu Ablagerungen an Walzen und Blechen führen 3. Sie führen manchmal zum Kleben, warum man auch Antiblockmittel in Kombination verabreicht. Und damit kommen wir zum Beispiel der n**icht migrierenden Additive**, dem **Antiblockmittel**. Das Antiblockmittel soll das aneinander haften der Folien beim Abwickeln oder später beim Öffnen der Beutel verbessern. Stark vereinfacht zeichnen sich alle nicht migrierenden Additive dadurch aus, dass sie gleichmäßig in der gesamten Folienmatrix verteilt sind. Man kann also sofort nach der Extrusion mit den Eigenschaften rechnen. Das bedeutet aber auch, dass man die gesamte Folie mit dem Additiv „füllen“ muss, was insbesondere bei Antiblockmitteln zu Trübungen führen kann. Antiblockmittel können wir uns hier als fein gemahlenen Sand vorstellen. Dieser feine Sand bewirkt, dass zwischen den Folienlagen immer etwas Raum bleibt – beim Wickeln und auch nachher bei den Beutelinnenseiten. Das verbessert nicht nur das Auf- und Abwickelverhalten, sondern führt auch dazu, dass Gleitmittel schneller und konstanter ihre Wicklung entfalten können. Daher werden Antiblockmittel (nicht migrierend) und Gleitmittel (migrierend) oft gemeinsam verabreicht – man könnte also von einem Kombipräparat sprechen. Fast alle Additive lassen sich in diese 2 Gruppen unterteilen und folgen den gleichen Gesetzmäßigkeiten. Eine gute Idee ist es daher, bei jedem Additiv zu überlegen, wie es sich wohl verhalten wird. ### Verwandte Episoden - [Folien-Material-Analyse Podcast mit Daniel Wachtendorf](https://inno-talk.de/folien-material-analyse-podcast-mit-daniel-wachtendorf/) - [Was haben Druckfarben mit Nachhaltigkeit zu tun?](https://inno-talk.de/was-haben-druckfarben-mit-nachhaltigkeit-zu-tun/) - [OneBARRIER – Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert](https://inno-talk.de/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Biofolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Migration, Wechselwirkungen, Standbeutel **Schlagwörter:** Additive, Antiblockmittel, didyouknow, Flexpackwissen, Folienherstellung, Gleitmittel, Karsten_Schroeder --- ### [Was ist eigentlich eine Hochbarrierefolie?](https://inno-talk.de/was-ist-eigentlich-eine-hochbarrierefolie/) **Published:** August 9, 2021 **Author:** Karsten Schröder **Content:** In unserer Reihe #Folienwissen für alle geht es heute um die Einstufung von Barrierefolien. Wann fängt Barriere an und was ist eine Hochbarriere überhaupt? Wenn wir diesen Begriff der Barriere verwenden, muss erst einmal klar werden, um welche Barriere es sich handelt. Meistens betrachtet man theoretisch die beiden „gegenläufigen“ Barrieren Sauerstoff- und Wasserdampfbarriere, die für Lebensmittelverpackungen von besonderer Bedeutung sind. Wasserdampfbarriere beschreibt dabei die Neigung, das Austrocknen zu verhindern und die Sauerstoffbarriere gibt Anhaltspunkte dafür, wie lange ein Sauerstoff empfindliches Lebensmittel haltbar gemacht werden kann. Die Kehrwerte/Gegenteile nennt man anstatt Barriere Durchlässigkeit. Hier haben wir einmal eine grobe Übersicht erstellt, wie man diese abstrakten Eigenschaften flexibler Verpackungen einstufen kann. Bevor wir da aber einsteigen, vorab kurz zu den Einheiten und Rahmenbedingungen: - Permeation, also Barriere, ist temperaturabhängig - [Organische Barriere](https://www.innoform-coaching.de/blog/2021/05/02/organische-und-anorganische-barriereschichten-unterscheiden-sich-grundlegend-in-ihren-eigenschaften/) zeigt zudem noch eine Abhängigkeit zum Feuchtegehalt in der Barriereschicht bzw. der Umgebung - Sauerstoffbarriere wird in cm³/m²xdxbar angegeben (d=day=Tag, und bar steht für die Druckdifferenz zwischen innen und außen - Wasserdampfdurchlässigkeit gibt man hingegen in g/m²xdxbar Um sich etwas vorstellen zu können, erklären wir die Messgröße immer so: Die Sauerstoffdurchlässigkeit gibt die Menge an Sauerstoff in cm³ an, die pro Tag und pro Quadratmeter Folie hindurch permeiert sprich durchdringt. Dabei entspricht ein Kubikzentimeter (cm³) etwa einem Stück Würfelzucker. Zu diesem Thema gibt es übrigens auch ein kurzes rund 6-minütiges Video, in dem ich intensiver bespreche. Klicken Sie doch einfach mal auf die Tabelle. Und mehr lernen kann man natürlich wieder in unseren (Web-)Seminaren, Konferenzen oder InnoTalks: [https://www.innoform-coaching.de/veranstaltungen ](https://www.innoform-coaching.de/veranstaltungen) Wenn Sie einmal selbst überschlagen wollen, welche Barriere ein bestimmter Folientyp hat, dann nutzen Sie gerne unseren kostenlosen [Permeationsrechner ](https://www.innoform-testservice.de/permeationsrechner)des Innoform Testservice. Dort machen wir reichlich Permeationsmessungen mit allen gängigen Versuchsaufbauten und Gasen, die für die Praxis relevant sind. Fragen, Kommentare oder Ergänzungen und Korrekturen gerne an ks@innoform.de ### Verwandte Episoden - [OneBARRIER – Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert](https://inno-talk.de/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) - [Interview with Dr. Daniele Borin (Taghleef Industries) about BOPP barrier films](https://inno-talk.de/interview-with-dr-daniele-borin-taghleef-industries-about-bopp-barrier-films-2/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Biofolien, Folienherstellung/Veredelung, Folienprüfung & Analytik, Lebensmittelverpackung, Migration, Wechselwirkungen, Q-Management/ Hygiene, Standbeutel, Thermofomen/Tiefziehen **Schlagwörter:** didyouknow, Folienwissen, Karsten_Schroeder, OTR, Sauerstoffdurchlässigkeit, Wasserdampfdurchlässigkeit, WDD --- ### [Einstieg in die Barrierefolien Teil 2: Material](https://inno-talk.de/einstieg-in-die-barrierefolien-teil-2-material/) **Published:** September 6, 2021 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Im zweiten Teil unserer Reihe #Folienwissen geht es dieses Mal um den Einfluss der Materialien auf Barrierewirkungen von Folien, insbesondere für Lebensmittelverpackungen. Der Laie denkt natürlich, dass nur das Material die Barriereeigenschaften bestimmt. Das ist aber nicht der Fall. Auch Verarbeitung und Kombination mit anderen Schichten bewirken Barriereveränderungen an Folienverpackungen. Das soll hier aber heute kein Thema sein. Dennoch kommt dem Material eine grundlegende Bedeutung zu, denn die chemische Struktur der Rohstoffe und die Anordnung der Moleküle – die [Kunststoff-Gefüge ](https://www.innoform-coaching.de/blog/2021/06/21/was-sind-eigentlich-kunststoff-molekuele-molekuelketten-und-gefuege/)– spielen eine dominierende Rolle bei fast allen Eigenschaften der Folienverpackungen. In dieser Grafik wird die allgemeine Bedeutung von unterschiedlichen Materialien beschrieben. Diese sehr grobe Einteilung nach Sauerstoffdurchlässigkeit (OTR = Oxygen Transmission Rate) und Wasserdampfdurchlässigkeit (WVTR = Water Vapour Transmission Rate) zeigt die grundlegenden Barrierewirkungen der Kunststoffe ([organische Barrieren](https://www.innoform-coaching.de/blog/2021/05/02/organische-und-anorganische-barriereschichten-unterscheiden-sich-grundlegend-in-ihren-eigenschaften/)) und der Bedampfungen und Aluminium ([anorganische Barriere](https://www.innoform-coaching.de/blog/2021/05/02/organische-und-anorganische-barriereschichten-unterscheiden-sich-grundlegend-in-ihren-eigenschaften/)). Diese sind hier unabhängig von Verarbeitung und Dicke sehr grob eingeteilt. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/09/image-1024x748.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/09/image.png)Quelle: Fraunhofer Institut, Prof. Dr. LangowskiMan kann erkennen, dass z. B. das PE kaum eine Barriere gegen Sauerstoff, aber durchaus eine nennenswerte gegen Wasserdampf aufweist. Daher wird es auch als Wasserdampfbarriere, z. B. in Papierverpackungen wie Zementsäcken, verwendet. Aluminiumfolie ist unangefochtener Spitzenreiter bei beiden Eigenschaften (OTR und WVTR). Dazwischen liegen die anorganischen Beschichtungen, auch Bedampfungen genannt – die Metallisierung (Met.), Aluminiumoxid (AlOx) und das Siliziumoxid (SiOx). Diese anorganischen Barrieren zeigen eine gute Sperrwirkung gegen beide Gase im Gegensatz zu den meisten Kunststoffen, den organischen Barrieren, die eher immer nur gegen eines der beiden Parameter – Sauerstoff oder Wasserdampf – gute Barrieren liefern. In dem kurzen Video erhalten Interessierte weitere Informationen zwischen den Zeilen und einen Einblick in unsere beliebten [Webseminare](https://www.innoform-coaching.de/live-webseminare). [Innoform Youtube Kanal](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) ### Verwandte Episoden - [Folien-Material-Analyse Podcast mit Daniel Wachtendorf](https://inno-talk.de/folien-material-analyse-podcast-mit-daniel-wachtendorf/) - [OneBARRIER – Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert](https://inno-talk.de/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Migration, Wechselwirkungen **Schlagwörter:** Barrierefolien, Biotrend, Folienverpackung, Karsten_Schroeder, Lebensmittelverpackungen, OTR, Umwelt, Verpackungen, WVTR --- ### [Porosität, Permeation und Partialdruck](https://inno-talk.de/poroesitaet-permeation-und-partialdruck/) **Published:** Oktober 11, 2021 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## Einstieg in die Barrierefolien Teil 4 Did you know: Porosität und Permeation gehören nicht in eine Schublade und basieren auf völlig unterschiedlichen Mechanismen. So spricht man von Porosität für das Durchdringen und/oder Durchströmen von z. B. Gasen durch poröse Schichten, wie Defekte in Aluminiumfolien (Poren) oder auch Fehlstellen in [anorganischen Barriereschichten wie SiOx und AlOx](https://www.innoform-coaching.de/blog/2021/09/16/organische-und-anorganische-barriere/). Bei Kunststoffen ohne Poren spricht man hingegen von Permeation, die als Diffusion in der Physik gut beschrieben ist. Diese Permeation, um die es hier gehen soll, hängt vor allem von diesen Faktoren ab: - Temperatur - Zeit - Feuchte => Konditionierungszustand - Material - Kristallinität - Dichte - Dicke - Permeand (Gas) - Partialdruck Der Partialdruck ist der Druck, der einem Gas in einer Gasmischung zufällt. Bei Meeresniveau und 1013 mbar Luftdruck und 21 % Sauerstoff in der Luft entspricht das einem Partialdruck, der quasi die Haupttriebfeder für die Permeation darstellt, von 213 mbar. Bei anderen Druckverhältnissen, Mischungen und mehr oder weniger Sauerstoff in der Verpackung steigt der Druck zum Gasaustausch oder er fällt. Wenn beispielsweise schon einiges an Sauerstoff in die Packung permeiert ist, verläuft die Permeation von außen nach innen immer langsamer. Schaut man sich an, welche Schritte bei der Permeation im und an dem Material ablaufen, so sind das im Wesentlichen diese drei: - Adsorption - Diffusion - Desorption So muss sich erst das Gas an der Oberfläche lösen, dann durchdringen (diffundieren) und dann wieder entmischen aus dem Material in die andere Atmosphäre auf der Innenseite. All das beschreibe ich mit einfachen Worten in dem aktuellen Did you Know Video – in der Reihe Flexpackwissen von Innoform. Mehr Flexpackwissen gibt es auch unter [www.inno-talk.de ](http://www.inno-talk.de "www.inno-talk.de") Alle Did you Know Videos von Innoform findet ihr [hier](https://www.youtube.com/watch?v=9Wm8emoHIjQ&list=PLA60tAlYRm2XnjgQSn4DQ88aRprqsktl-) ### Verwandte Episoden - [OneBARRIER – Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert](https://inno-talk.de/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) - [Interview with Dr. Daniele Borin (Taghleef Industries) about BOPP barrier films](https://inno-talk.de/interview-with-dr-daniele-borin-taghleef-industries-about-bopp-barrier-films-2/) - [Online-Permeationsrechner erweitert](https://inno-talk.de/online-permeationsrechner-erweitert/) **Kategorien:** Barrierefolien, Folienprüfung & Analytik, Inno-Talk, Migration, Wechselwirkungen **Schlagwörter:** didyouknow, Folienverpackung, Folienwissen, Lebensmittelverpackungen, Permeation, Sauerstoffdurchlässigkeit, Wasserdampfdurchlässigkeit --- ### [Marcel Epping für mehr Digitalisierung entlang der FlexPack Produktionskette](https://inno-talk.de/marcel-epping-fuer-mehr-digitalisierung-entlang-der-flexpack-produktionskette/) **Published:** Oktober 27, 2021 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Die neueste Inno-Talk Podcast Episode ist heute veröffentlicht worden. ISRA VISION Vision ist bekannt als Inspektionssystem Lieferant. Aber darüber sprechen Karsten Schröder und Marcel Epping nur am Rande. Vielmehr geht es um Industrie 4.0 und den Mittelstand. Um Fehlerkultur bis hin ins Supermarkt-Regal und Fehlervermeidung entlang der #FlexPack Produktionskette. Hören Sie rein in dieses Gespräch zwischen dem Entsorgungs-Ingenieur Marcel Epping und dem Werkstoff-Ingenieur Karsten Schröder zum Thema IT, Daten und Fehler-Inspektion. Es lohnt sich nicht nur fachlich, sondern es ist auch ein munteres Gespräch – also (scheinbar) leichte Kost auch für unterwegs. Spotify: Apple Podcast ### Verwandte Episoden - [Podcast: Digitaler Inkjet-Druck ermöglicht der Flexpack-Industrie den Anschluss an die Digitalisierung](https://inno-talk.de/podcast-digitaler-inkjet-druck-ermoeglicht-der-flexpack-industrie-den-anschluss-an-die-digitalisierung/) - [Flexpack-Branchentreff – 20. Inno-Meeting 2023](https://inno-talk.de/flexpack-branchentreff-20-inno-meeting-2023/) - [Alina Ott zu Digitalen Produktpässen – auch für Flexpack](https://inno-talk.de/alina-ott-zu-digitalen-produktpaessen-auch-fuer-flexpack/) --- ### Alle Episoden abonnieren [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [Apple Podcasts](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Folienwissen Spezial, der Innoform Podcast zum Inno-Talk. Also ohne Daten keine Industrie 4.0 und ohne Inspektionssysteme keine Daten. Hallo, herzlich willkommen hier beim Innoform Podcast zum Inno-Talk. Mein Name ist Karsten Schröder und diesmal spreche ich mit Marcel Epping von Isra Vision. Isra Vision ist bekannt als Bahninspektionssystem-Lieferant und diesmal sprechen wir aber genau darüber nur ganz wenig. Denn wir wollen uns unterhalten über Industrie 4.0 im Mittelstand. Welche Rolle eigentlich der IT-Abteilung auch beim Mittelstand in Zukunft zufallen wird? Wer Datenhoheit über Inspektionsdaten hat, von zum Beispiel Folien, Papieren oder sonstigen Bahnen, die vielleicht später zu Flexpack-Verpackungen verarbeitet werden. Und ganz zum Schluss geht es auch nochmal um einen Ausblick, um einen Appell quasi an die Branche, wie man sich neuen Technologien gegenüber vielleicht öffnen könnte, um auch im Mittelstand vor allem Industrie 4.0 Realität werden zu lassen. Auch und vor allem durch Cloud-Datenspeicherung. Seien Sie gespannt auf dieses etwas andere Interview eines Inspektionssystem-Lieferanten. Ich freue mich auf Marcel Epping. Ja, ich bin im Gespräch mit Marcel Epping. Ich freue mich, dass wir so schnell zu diesem Podcast gekommen sind. Wir haben uns quasi über die sozialen Netzwerke wiedergefunden, sage ich mal, und haben sofort einen Draht zueinander gefunden und haben gesagt, Mensch, wir verabreden uns mal zum Podcast, denn Sie haben einige interessante Stichworte in unserem letzten Gespräch fallen lassen. Industrie 4.0, Druckbeobachtung ist heute Standard und so weiter und so weiter. Und da habe ich gedacht, da müssen wir mal in die Tiefe gehen. Warum trauen Sie sich denn bei Isra Vision zu, einen Beitrag zum Thema Nachhaltigkeitssteigerung zu leisten? Wie kommen Sie zu der Expertise und was machen Sie eigentlich bei Isra Vision? Genau, also bei der Isra Vision bin ich Key Account Manager, also sprich schon im Vertrieb, aber eben sehr beratend da auch tätig. Geht nicht nur, dass man jetzt rein das ganze System voraus als Inspektionssystem, sondern eben auch das Gesamtkonzept im Blick behält. Was macht für den Kunden Sinn, was macht vielleicht auch keinen Sinn? Wo kann man das vernetzen? Wo kann man Daten erzeugen, die man jetzt endlich nutzen kann? Und dementsprechend ist dieser beratende Ansatz eben auch wichtig, um Nachhaltigkeitssteigerung leisten zu können in Form der Abfallvermeidung. Denn so ein Inspektionssystem, wenn es den Fehler schnell detektiert und das prozessrelevante Fehler zum Beispiel sind oder Defekte, dann kann man eingreifen. Und wenn Sie sich jetzt vorstellen, in der Blasfolien-Extrusion, wenn wir da schon den Fehler direkt finden und das wird nicht mehr bedruckt, dann spare ich mir auch eine Menge Energie und Aufwand, Mannstunden und so weiter. Und natürlich vermeide ich, dass er die Königsdisziplinen der Recyclingbranche zum Beispiel den Abfall vermeiden. Und das geschieht genau an der Stelle. Also das hat dann wirklich einen Nachhaltigkeitsbeitrag und natürlich auch, ja, man kann ruhig sagen, auch einen monetären Beitrag. Denn was ich mir spare, zu produzieren, wenn ich keinen Abfall produziere, habe ich mir auch wieder Zeit gespart. Wenn ich keine Mannstunden in sinnlose Produktion stecke, habe ich mir Geld gespart. ### Von Sorgungsingenieur zu digitaler Umgebung Also in dem Sinne macht das da auf jeden Fall Sinn. Und ich bin auch noch ein Entsorgungsingenieur, eigentlich ein gelernter, aber an der RWTH Aachen ein Entsorgungsingenieur studiert und kenne die Verpackung eigentlich aus dem, ja, genau aus dem anderen Ende, sprich am Ende des Lebenszyklus. Allerdings habe ich mich da für die sensorgestützte Sortierung spezialisiert, immer schon mit Kameras, nein, Spektroskopie und so weiter zu tun gehabt. Und bin dann wirklich auf die andere Seite gewechselt mit dem Effekt, dass die Sensoren eigentlich genau dieselben sind. Aber ich mich jetzt nicht mehr vor der Umgebung schützen muss, sondern genau umgekehrt, nicht mehr staubig und dreckig, sondern ich bin derjenige, der das H-Netz tragen muss. Und dementsprechend kann man auch da noch ganz anders an die Nachhaltigkeit rangehen, weil ich da halt beide Seiten kenne. Deswegen passt das ganz gut. Das ist ja auch genau das Spannende, was uns hier zu diesem Podcast zusammengebracht hat. Man hat ja selten jemand, der so die Fronten wechselt, sozusagen quasi die Entsorgung schon verstanden und sogar studiert hat und dann jetzt sich bemüht, Nachhaltigkeit auch in die Produktionsprozesse von Verpackungen einfließen zu lassen. Und da ist ja natürlich die Müllvermeidung ein ganz, ganz großer Punkt. Das haben Sie sehr schön rausgearbeitet. Warum kaufen denn die Kunden jetzt bei Ihnen solche Druckbeobachtungsgeräte beispielsweise? Ist das wirklich dieser, ich sag mal, Nachhaltigkeitsgedanke oder geht es da doch immer nur um den harten Euro? Genau, also ketzerisch könnte man sagen, es geht um den harten Euro. Es gibt aber eigentlich, wenn man möchte, drei Hauptmotivationen. Also es ist nicht immer ganz schwarz und weiß. Man kann es eigentlich unterteilen in wirtschaftliche Gründe oder in politische Gründe, wo der Endkunde das wirklich verlangt. Also wenn ihr z.B. Fork.com Gamble sagt, wir produzieren nur noch bei euch. Wenn ihr auch eine 100%-Inspektion einsetzt, dann ist das mehr so ein politischer Grund. Oder es gibt auch Digitalisierungsgründe. Die werden ja in Zukunft immer wichtiger. Und bei den wirtschaftlichen Gründen kann man es ja, Sie haben es schon angesprochen, einfach den harten Euro nehmen. Also sprich, wann rechnet sich mein System? Rechnet sich das nach 15 Monaten, weil ich so viele Reklamationen habe? Kann ich meinen Prozess damit optimieren? Möchte ich auch vielleicht meine Marge einfach verbessern gegenüber den Endkunden? Der kann ja auch sagen, ihr habt nicht gut produziert. Und mit so einem System kann ich aber ganz transparent darlegen: Doch, ich habe gut produziert. Das heißt, dann hat der Endkunde letztendlich keine große Möglichkeit mehr, dort an der Marge was zu drehen oder am Endpreis was zu drehen. Und das wären so die drei wirtschaftlichen Geschichten. ### Datengewinnung durch Inspektionssysteme Die politischen, logisch, die sind immer so ein bisschen schwierig, weil ja, wenn der Produzent eigentlich gar kein Inspektionssystem möchte, aber sein Endkunde es verlangt – ja, dann muss man schon ein bisschen aufpassen, dass die Systeme auch vernünftig genutzt werden. Und der dritte Punkt ist eigentlich ein ganz interessanter, und das ist eben dieser Digitalisierungsansatz. Denn es ist auch ganz klar: ohne Daten habe ich auch keine Industrie 4.0 oder keine digitalisierte Produktion. Und diese Daten erzeuge ich mir natürlich auch unter anderem durch Inspektionssysteme. Wenn man ein ganz einfaches Beispiel nimmt, kann man auch an eine Welle zum Beispiel mal rangehen und da irgendwie einen Sensor dran setzen, wie sich das Ding, wie das Ding überhaupt schwingt. Dann kann ich da schon wieder Rücklöse ziehen. Und das Ganze kann man auch auf Inspektionsebene machen, dass ich also weiß, da habe ich jetzt gerade irgendwo so einen Auszieher und dann kann das Inspektionssystem zum Beispiel sagen, wo, an welchem Druckwert vielleicht das passiert ist oder dass das überhaupt passiert ist. Dann kann man entsprechend eingreifen und das Ganze vielleicht auch mal in einem großen digitalisierten Bild umsetzen und auch im besten Fall sogar austauschen und so weiter. Also ohne Daten keine Industrie 4.0 und ohne Inspektionssysteme keine Daten. So kann man es glaube ich auch noch mal sagen. Nun, wenn man in Zentraleuropa, insbesondere im deutschsprachigen Raum, Daten in den Mund nimmt, dann ist man ja sofort ein Bein im Gefängnis. So wird man ja fast eingesperrt. Die Datenhoheit ist ja immer ein ganz strittiger Punkt. Wer wem gehört, jetzt wie was. Und jetzt haben Sie sicher, das habe ich im Vorgespräch wahrgenommen, auch dafür stark gemacht, dass man Daten sogar austauscht. Nicht nur von einer Druckmaschine zur Kaschiermaschine, vielleicht zum Längsschneider in einem Betrieb, sondern Sie hatten es eben schon gesagt, bis hin zur Marke vielleicht sogar. Ist das ein Projekt, wo Sie sich konkret mit beschäftigen? Ja, das ist natürlich ein riesen Thema und es wird auch kommen. Also egal, wie das dann am Ende läuft, kommen wird es definitiv. Natürlich ist das auch ein Projekt, mit dem ich mich beschäftige, aber eben auch die ISRA generell. Und ja, Sie haben schon recht, die Hemmnisse und die Ängste sind noch recht groß. Wir sehen aber auch zum Beispiel, dass in Nachbarländern, man muss gar nicht weit reisen. Man muss nur in die Niederlande einmal hingehen. Und da sieht man schon, wie es auch anders geht. Die sind da deutlich progressiver und die umarmen das Ganze, dass diese Datenerzeugung und das Austauschen zwischen den Prozessschritten, aber eben auch zwischen Endkunden und Produzenten, das findet da einfach schon viel mehr statt. Und es hat jede Menge Vorteile und es hat natürlich auch ein paar Nachteile beziehungsweise man muss ein paar Dinge beachten. Und am Ende wird es aber auf kurz oder lang so oder so kommen. Da bin ich mir auch ganz sicher. Wir nutzen auch heute Smartphones und Sprachassistenten und so weiter. Hätten wir uns vor zehn Jahren auch nicht unbedingt gedacht oder erträumt. Jetzt ist es auch da. ### ISRA als Innovationstreiber Folienextrusion Und ich glaube auch, dass wir als ISRA auch da so eine Art, hört sich vielleicht ein bisschen komisch an, aber so ein bisschen den Bildungsauftrag auch haben oder so einen Informationsauftrag, um einfach dann zu sagen, so und so könnt ihr es umsetzen. Da sind eure Probleme oder da können auch wirklich sensitive Geschichten sein, die man besser nicht in die Cloud packt. Aber am Ende sind die Möglichkeiten doch so groß, dass es in meiner Welt und in meiner persönlichen Meinung sehr viel Sinn macht, das zu tun und das auch konsequent zu leben. Gehen wir da doch ruhig mal ein bisschen in die Tiefe. Ich bin jetzt Folienextrudeur, habe eine stippy Folie, hat mein Beobachtungsgerät, hat mir das gemeldet. Ich habe jetzt Stippen-Nester identifiziert. Das Ganze geht jetzt zur Druckmaschine. Was passiert da? Wie geht das weiter? Und wie geht das vielleicht weiter bis hin ins Regal beim REWE? Genau, das ist der Ansatz. Von der Blasfolien-Extrusion bis ins Regal bei REWE, dass man eben die ganze Kette mitnimmt. Es gibt jetzt verschiedene Betriebe. Es gibt welche, die haben die Extrusion und den Druck in einem Haus. Dann gibt es welche, die machen nur die Extrusion und verkaufen dann die entsprechende Folie an den Drucker, der dann bedruckt und der dann wieder weiter verkauft an einen Konverter und so weiter. Da gibt es dann verschiedenste Ansätze. Wenn man alles in Haus hat, ist es recht simpel. Dann kann ich mir überall eigentlich ein Inspektionssystem draufsetzen und habe die Daten sowieso intern. Dann brauche ich gar nichts in die Cloud schieben. Sprich, ich müsste mich nur noch, ich sage mal bei REWE oder bei denen, die erst letztendlich dann final verarbeitet, einmal andocken und die Daten letztendlich dort abgeben und austauschen und dann wissen beide Bescheid, wie die Produktion gelaufen ist, wo eventuell Fehler zu sehen sind oder wo auch nicht. Das ist dann der einfachste Weg. Wenn ich jetzt das Ganze gesplittet habe, dann ist natürlich so, dass es schon sinnvoll ist, wenn sich die Betriebe untereinander auch noch austauschen. Im besten Falle die ganzen Produktionsdaten wirklich in eine Art Cloud reinpacken, dass jetzt auch nicht jeder, jeder hat ja ein eigenes MES oder ERP-System, dass man sich da auf eine Cloud-Lösung einigt und auch da, dass man ja Inspektionshersteller übergreifend das Ganze anfasst. Nicht jeder hat ISRA-Systeme, es gibt ja auch noch andere gute Hersteller, dass man sich dort auf Datenmanagement-Ebene dort auch einigt, dass das auch systemübergreifend funktioniert. Denn wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht, dann wird es nicht funktionieren. Das sehen wir auch bei Plattformen. Unser Plattformgedanke ist ja auch da. Wir kennen alle Amazon, Spotify und so weiter. Auch alles große Plattformen, die funktionieren, weil sich eben jeder andocken kann. Und dementsprechend müsste man das in der Industrie in meiner Meinung nach auch einfach umsetzen, leben und erst mal anfangen damit. Und wenn dann die Produktion so transparent ist, dann gibt es auch viel weniger Diskussionen mit, da sind jetzt Stippenlester gewesen. Ich schicke euch die ganze Charge zurück, wenn derjenige aber sagt, oh, das ist nur bei Rolle 3 passiert, können wir euch jetzt zeigen, und die anderen 17 sind völlig in Ordnung, dann hat man auch da wieder viel weniger Aufwand. ### Innovation Push oder Pull Strategie Am Ende gewinnen beide Seiten. Aber ist natürlich erst mal ein Schritt dahin, keine Frage. Könnte ein steiniger Weg sein. Wir Menschen neigen ja von der Psychologie her ein bisschen dazu, Fehler auch gerne unter den Tisch zu kehren, vielleicht auch gar nicht beim Namen zu nennen, da mitkämpfen sie wahrscheinlich. Ist es denn jetzt so, dass es eher ein Innovations-Push oder Pull ist? Sprich, ist es eher etwas, wo die Extrudeure bei ihnen anklopfen und sagen, ich brauche unbedingt eine Bahnbeobachtung, weil ich hab ab und zu Stippenlester und die will ich besser finden? Oder ist es eher der Procter & Gamble, der sagt, so wie sie es vorhin schon angedeutet haben, dass es passieren könnte, wir kaufen bei dir nur noch, wenn du uns die Protokolle mitschickst? Die Antwort ist recht banal, denn beides passiert. Also es kommen tatsächlich die Kunden auf uns zu und sagen, wir wollen das haben. Weil wir haben zum Beispiel gesehen, dass einer unserer Mitbewerber hat das auch, oder es ist der Endkunde, der es jetzt endlich verlangt. Oder was jetzt auch durchaus immer wieder kommt, ist wirklich dieser Digitalisierungsgedanke, dass man die ganzen Daten nicht nur einfach erfassen möchte, sondern auch auswerten und verknüpfen möchte. Sprich, mit einem Temperatursensor vielleicht mal vorsehen, da gibt es eine sehr schöne Anekdote zu, dass im Winter bei einem unserer Kunden in der Nachtschicht weniger Fehler auftraten als in der Tagschicht. Und man konnte sich das nicht erklären. Und am Ende des Tages war es wirklich, der Temperatursensor verknüpft mit den Inspektionsdaten, hat dann herausgefunden, dass in der Tagschicht mehr Verkehr ist von Gabelstapler usw. und dann die Tore einfach offen waren. Und im Winter zog dann der Wind einmal durch. In der Nachtschicht war weniger Gabelstapler-Verkehr, Tore wieder zu, Temperatur stabiler und weniger Defekte. Also auch solche Dinge können vorkommen. Und ich sag mal, bei den größeren Unternehmen ist es eher der Digitalisierungsgedanke, der dann zählt. Klar, auch der Qualitätsgedanke, logisch. Also der steht sowieso in meinem Vordergrund. Und bei den kleineren Unternehmen ist es eher so, dass die anfragen oder kleinere, billigere Unternehmen, wir haben das gesehen oder der Endkunde verlangt das jetzt von uns und wir müssen was tun. Oder eben die haben zu viele Reklamationen. Also das sind so die Hauptgeschichten, mit denen die Kunden dann an uns herantreten. Gehen wir mal gedanklich weiter durch. Wir haben jetzt also mal angenommen den Extrudeur überzeugt. Der liefert jetzt mehr oder weniger stippige Folie an den Drucker. Und der weiß jetzt, okay, mit der Rolle muss ich aufpassen. Dabei Kilometer so und so, vielleicht mal ein Kilometer rausschneiden hinterher oder sowas. Jetzt haben die vielleicht einen Benefit erkannt. Aber Sie sprachen eben auch diese Cloud-Lösung an des Datenaustauschs. Wem gehören die Daten? ### Datenvernetzung produktionsübergreifend implementieren Wer muss da der Treiber sein und wie funktioniert das? Wie gehen Sie das an? Also im besten Falle gehören die Daten natürlich dem, der sie auch produziert. Das sollte eigentlich auch der Standard sein. Wenn sich jetzt diese ganzen Sachen vernetzen und man sagt, man macht das wirklich produktionsübergreifend und der Extrudeur sagt, ich stelle die Daten in die Cloud und ihr könnt wirklich darauf zugreifen, dann ist der auch der Herr über seine Daten und die anderen sind im Prinzip in Anführungszeichen Nutzer dieser Daten und können darauf zugreifen und sagen, super, die Produktion passt so weit. Wir nehmen euch das alles so ab und wir haben auch in unserer Produktion gesehen, dass es so weit hinkommt. Man schneidet ja auch nicht jeden Fehler raus. Also jede Stippe wird ja nicht rausgeschnitten. Und es ist dann so, wenn ich aber weiß, ich habe jetzt hier zum Beispiel eine sehr, ich sage mal in Anführungszeichen, stippige Folie, dann würde ich jetzt die nicht vielleicht unbedingt dafür benutzen, um für Nestlé zu produzieren, sondern vielleicht eher für andere Produkte, wo ich weiß, da sind die Anforderungen nicht so hoch. Das können eben welche, weiß ich nicht, Tragetaschen oder sowas sein. Dann habe ich einfach verschiedene Produkte, verschiedene Qualitäten und bin ja auch auf der Produzentenseite, der dann die Folie weiterverarbeitet auf der sicheren Seite. Der wiederum gibt dann seine Daten auch wieder weiter oder könnte sie weitergeben. Und es sollte dann in meinen Augen auch der Herr über seine Daten sein. Und es ist auch ganz wichtig, dass das so ist, denn ich glaube, die großen Abnehmer, also wir haben es P&G, Unilever und Nestlé jetzt einfach mal so als große Abnehmer genannt. Wenn man sich die nimmt, dann werden die auf kurz oder lang selber sowas einführen. Und ich könnte mir gut vorstellen, dass noch Zeit ist und die Produzenten das noch selber gestalten können. Ansonsten werden die was hingesetzt bekommen und P&G sagt einfach, sowas jetzt zu laufen und Punkt. Und das sollte man in meiner Welt eher vermeiden. Das ist auch schön, wenn das die Produzenten noch selber gestalten könnten und dann sich P&G zum Beispiel andockt. Genau, ein ganz wichtiger Punkt. Wir haben sowas ja schon mal damals erlebt, ich selber persönlich mit der statistischen Prozessregelung. Da hat auch der, die gab es immer Appelle. Macht das doch bitte und so weiter. Eingeführt wurde es letztlich erst, als dann die großen Marken gesagt haben, wir kaufen nur noch, wenn ihr es macht. Und dann wurde SPC umbenannt in „Show Program for Customers“ anstatt in Statistische Prozesskontrolle. Und das Ganze hatte plötzlich so ein Geschmäckle. Aber heute ist es aus der Flexpack-Industrie nicht mehr wegzudenken. Das muss man ganz klar sagen. Es hat 20 Jahre gedauert. Wir haben vor zehn Jahren in ISRA-Vorträgen immer über Pixelgröße, über Rechnerkapazität, über Bandbreite gesprochen. Darüber höre ich gar nichts mehr. Ist das ausentwickelt? ### Genauigkeit und Datennutzbarkeit optimieren Haben Sie heute die Genauigkeit, die Sie brauchen? Und es geht wirklich mehr darum, jetzt die Daten auch nutzbarer zu machen? Ist das im Moment der Punkt, an dem wir stehen? Es geht auf jeden Fall weiter. Also klar, natürlich ist das noch ein Thema Pixelgröße und Bandbreite und so weiter und Geschwindigkeiten. Ganz klar, das wird auch weiter exerziert und die Entwicklung geht auch immer da weiter. Aber mittlerweile ist es so, dass eben, ja, wie beim Auto auch. Früher war, glaube ich, Hubraum und also als ich noch jünger war, war Hubraum eine große Kenngröße. Mittlerweile ist es wichtig, dass man das Handy vernünftig anbinden kann. Und so kann man das jetzt auch ein bisschen sehen. Also die Entwicklung geht ganz klar auch weiter in Form von Bits und Bits und Pixel. Die Diskussion ist aber viel ganzheitlicher. Die ist nicht mehr, von wem kann das System den kleinsten Defekt erkennen? Ja, nein. Sondern, klar, das ist natürlich noch sehr wichtig. Aber die Fragen sind auch, wie kann ich das System ganzheitlich nutzen? Wie kann ich das vernetzen? Wenn ich drei verschiedene Systeme hab von drei verschiedenen Herstellern, wie bekomme ich meinen Workflow vernünftig hin? Was mache ich an Punkt A, wenn ich zu Punkt B muss? Also es wird einfach immer beratender, das Ganze. Es wird viel, viel großflächiger aufgezogen, das ganze Thema. Und es sind nicht mehr diese Insellösungen und nicht mehr nur „Kann ich den Defekt sehen? Ja, nein.“ Sondern: Was mache ich mit den ganzen Daten? Wie kann ich das noch nachverfolgen? Wie kriege ich den später raus? Wie kann ich meinem Endkunden das erzählen? Was gibt es da für Möglichkeiten? Also es geht vom reinen Inspektionssystem immer mehr in Richtung ganzheitlicher, digitalisierter Ansatz und Track and Tracing oder Track and Trace, wie es so schön heißt. Da geht es immer mehr hin. Genau, die Diskussion wird einfach großflächiger, größer und breiter. Erinnert mich so ein bisschen auch an diese Open-Book-Diskussion, die es in der Autoindustrie gab, wo man ja die Kalkulationen offenlegen wollte aus Sicht der OEMs. ### Transparenz Zulieferer Folienhersteller Die Zulieferer haben sich immer gesperrt und machen es bis heute, glaube ich, nicht ganz transparent, aber man ist in der Verpackungsindustrie natürlich noch weit davon entfernt. Was ich sagen will, ist, wir haben ja eine ganz andere Kommunikationsebene zwischen Lieferant und Marke im Moment noch. Das heißt, die Marke sagt eigentlich, was sie braucht, und der Lieferant folgt. Aber mit viel Geheimniskrämerei, das war so meine Wahrnehmung. Folienhersteller, da haben wir nicht eine Bahnbeobachtung eingesetzt, um Procter and Gamble zu beeindrucken, sondern um festzustellen: wenn irgendwo – bleiben wir mal beim Beispiel stippy Folie – wenn irgendwo was produziert wurde, dass wir die Druckmaschine anders planen, weil wir wissen, da kommt eine Folie, können wir eigentlich gar nicht zu 100 Prozent verwenden und das in Nachproduktion angestoßen wird und so weiter, damit wir das mal intern überhaupt sehen, wo sind denn unsere Baustellen. Das ist aber 20 Jahre her, das ist, glaube ich, vorbei. Oder 15 Jahre? Na, das ist ja 20. Darüber ist man hinweg. Damals war das in großen Firmen vorbehalten. Wie sehen Sie denn dieses Ganze, wenn wir das jetzt so ein bisschen globaler betrachten, für die kleinen Unternehmen, die ja nach wie vor die Flexpack-Industrie stützen, die ja die größten Mengen auch produzieren, die kleineren und mittelständischen Unternehmen, die 200, 300, 500 Mitarbeiter-Unternehmen. Sind das die, die auch ihre Geräte jetzt zunehmend einsetzen und dann die Cloud nutzen und laufen die den Großen vielleicht jetzt vorweg oder wie muss ich mir das vorstellen? Ja, im besten Fall laufen die natürlich vorweg, denn die haben eins ganz sicher als Vorteil: die sind flexibler. Großunternehmen sind eher langsamer in ihren Entscheidungen. Natürlich haben die andere finanzielle Mittel, die können auch bestimmt, wenn sie mal losrennen, ganz anders loslaufen. Aber bis die mal loslaufen, dauert es. Und das ist die große Chance nicht nur für Start-ups, sondern eben auch für KMUs, also kleine, mittlere Unternehmen, die dann, wenn sie es jetzt vernünftig aufbauen, sich definitive Vorteile erarbeiten können. Zumindest ist das meine ganz feste Meinung. Und es wird auch kommen. Also auch, egal wie lange man jetzt das Thema vor sich her schiebt, irgendwann ist es da. Und die Frage ist, ob man jetzt agiert und proaktiv ist oder ob man reagiert. Und noch ist die Zeit, dass man agieren kann und das Ganze proaktiv voranschiebt. Und wenn man sich auch gerade das Stichwort OEM noch mitgenommen, wenn man sich die Druckmaschinen, die großen Druckmaschinenhersteller anschaut, zum Beispiel W&H, die packen dann ihr eigenes System drauf. Das heißt, im Laufe der Zeit wird es ja immer so sein, dass auch andere auf die Idee kommen und das nicht nur auf Druckmaschinen machen, sondern auch meinetwegen auf einen Rollenschneider, auf eine Kaschanlage und so weiter. Also auch von Seiten des OEMs wird das Thema ja immer weiter getrieben. Diese Inspektionen, die werden, glaube ich, immer mehr Standard werden. Und dann ist die Frage, wie geht man damit um mit den ganzen Daten, die man erzeugt? Was mache ich damit? Wo setze ich die sinnvoll ein? Und ja, was macht für den kleinen oder für den mittleren Betrieb überhaupt Sinn? Weil over-engineeren müssen wir es ja auch nicht. Der Große, der wird eine viel, viel größere Lösung anstreben mit viel höheren Aufwänden, die braucht so ein kleiner oder so ein mittlerer eigentlich gar nicht. Und das ist eine Riesenschance, dass der eben viel flexibler, viel schneller das Ganze umsetzen kann, das ganz anders auf den Markt reagieren kann. ### KMU Chancen Cloud-basierte Lösungen Und während der Große noch überlegt, ist der Kleine und Mittlere vielleicht schon da. Und die Chance ist definitiv in meinen Augen gegeben. Wo sind wir denn konkret jetzt mal Butter bei die Fische, wie wir Norddeutschen sagen? Ich bin jetzt eine Druckerei, habe 30 Mitarbeiter, fünf Druckmaschinen, Kleine, Große, Mittlere, tummeln mich in irgendeinem, ich sage mal im Etikettenmarkt im besten Fall noch, also Preisdruck, Lieferzeitdruck. Kann ich bei Ihnen die Cloud jetzt schon buchen mit den Beobachtungsgeräten und kann ich jetzt meinen Kunden schon beglücken mit Auswertungen? Geht das schon? Also Cloud-Lösungen gibt es definitiv. Die kann man auch tatsächlich schon buchen. Die kann man sogar, es gibt, es gibt ein bisschen vielleicht Produktwerbung, aber es nennt sich E-Promi Live, das ganze Teil. Da kann man das auch in Echtzeit, sich die Produktionsdaten auf dem Handy sich anschauen und so weiter. Und es ist tatsächlich so, dass wir davon so überzeugt sind vonseiten der ISRA, dass bei einem Neusystem dieses E-Promi Live drei Monate kostenfrei vorinstalliert wird. Das wird auch immer weiter ausgerollt und das wird auch jetzt immer weiter. Das ist jetzt kein Produkt, welches das jetzt komplett hundertprozentig überall zupasst. Also es wird natürlich immer weiter entwickelt, wie das bei Cloud-Lösungen so ist. Das ist ein Produkt, was man heute nutzen kann. Und dann werden wir auch sehen, wo geht die Reise hin und werden das Ganze auch entsprechend anpassen an die Märkte, an die Bedürfnisse und an die Wünsche letztendlich auch, von denen die es dann am Ende auch benutzen und damit arbeiten. Und diesen Gedanken, dass man eben dieses Produkt immer wieder ändern wird oder ändern kann, der ist halt extrem spannend, denn dann kann ich da wirklich drauf reagieren. Und wenn sich was im Markt ändert, dann ändert man das einfach mit. Und das ist wirklich eine spannende Zeit auch einfach, definitiv. Und das ist nicht nur bei ISRA spannend, für alle anderen wird das spannend sein. Wo Sie sagen Kompatibilität, gibt es denn jetzt schon Schnittstellenstandards oder Protokollstandards oder wie machen Sie das? Weil gerade EDV ist ja das besonders kriegsentscheidend, ob man jetzt wirklich zueinander findet. Wenn keine Schnittstelle definiert ist oder die nicht gut genug funktioniert, wird es nie klappen. Ist das technisch auch schon, gibt es da Gremien? Sitzen Sie da bei den großen Normenausschüssen, um da irgendetwas zu standardisieren oder wie geht das? Wie muss ich mir das vorstellen? Ja, da sind wir beim Stichwort Industrie 4.0. Da gibt es ja dann ein paar Schnittstellen, die sich dann gegenseitig konkurriert haben. Und es kristallisiert sich so heraus, dass die OPC-UA-Schnittstelle, das ist so ein Podcast mit dem Kollegen von W&H, der nennt die OPC-UA-Schnittstelle ja auch. Genau, und die wird sich wahrscheinlich rauskristallisieren, um eben systemübergreifend das Ganze anzugehen. Bringt ja nichts, wenn wir jetzt sagen, wir haben hier ein tolles Produkt. Hier unser E-Promi Live oder X-Cloud Experience und wie sie alle heißen. ### OPC-UA Integration für Systemoffenheit Aber die funktionieren jetzt nur in der Isra-Welt. Das hilft am Ende auch nicht. Die müssen auch für andere sich öffnen oder eben auch ganz andere Sensoren miteinander verknüpfen können. Also wie jetzt gerade zum Beispiel das Beispiel Temperatursensor mit Inspektionssystem verknüpft. Das geht über OPC-UA recht einfach. Nichtsdestotrotz natürlich muss man Leute dafür haben, die das umsetzen. Das können externe Firmen sein, die das letztendlich umsetzen. Oder man baut sich das Wissen intern ein Stück weit auf. Da muss dann auch, glaube ich, ein kleiner Wandel im Denken der KMUs auch stattfinden, also der kleinen mittleren Unternehmen, die auch in sowas dann investieren. Das kann man sich alles von extern einkaufen. Ein bisschen IT-Wissen sich aufbauen wird aber auf Dauer sinnvoll sein. Da bin ich mir auch ganz sicher. Und dann kann man eben mit dieser Schnittstelle, also OPC-UA wäre so die Schnittstelle, die wahrscheinlich jetzt durchsetzen wird. Da muss man auch ein bisschen Auge draufhalten. Und wenn man sich da dann einklinkt und sich da Wissen aufbaut, hat man eine ganze Menge gewonnen und ist zukunftssicher. Aber das wäre so die Schnittstelle der Wahl. Vielleicht als letzte Frage jetzt noch zu diesem Themenkomplex: Sie als ISRA liefern dann auch Support, um so eine Strategie überhaupt erst mal zu entwickeln in einem Unternehmen. Wie baue ich eine Infrastruktur auf? Wie nutze ich die Cloud und welche Daten gebe ich weiter? Ich gebe ja nicht jede Stippe als Bild weiter in die Cloud, sondern ich gebe ja nur Zusammenfassung wahrscheinlich weiter. Und das ist ja auch ein politischer Ansatz, was ich weitergebe und wie ich das tue. Oft interessiert das ja auch den Kunden gar nicht, weil er eh nicht versteht, was für eine Stippe das ist. Ob das ein Gel ist oder ein verbranntes Stippe oder was weiß ich. Interessiert ja keinen eigentlich. Wie geht das? Wie machen Sie das im Projekt? Also das ist genau der Punkt. Dort sind wir dann wirklich beratend auch tätig. Wir haben jetzt auch nicht die Weisheit oder die komplette Weisheit mit allen Löffeln gegessen. Das heißt, auch dort lernen wir dann auch mit unseren Kunden zusammen. Was ist euch wichtig? ### Datenauswahl und Temperaturmanagement Stippen Was braucht ihr denn? Welche Daten wollt ihr weitergeben? Welche müsst ihr gar nicht weitergeben? Und ganz wichtig, welche sind für euch intern? Denn eben wenn wir über Stippen reden, wenn ich jetzt einen schwarzen Brenner habe und so weiter oder muss ich eine Temperatur irgendwie regeln, ist es mein Eingangsmaterial. Das wäre so intern prozesstechnisch, dass ich das optimiere. Und das Zweite wäre ja dann wirklich, wie gehe ich mit den Daten um und wie haue ich die nach draußen und wie gebe ich die weiter an den Endkunden? Und genau diese Geschichten, die sind im Einzelfall abzuklären und da helfen wir natürlich, wo wir können. Und haben jetzt aber nie so diese eine Patentlösung, weil die Workflows der einzelnen Unternehmen immer ein Stück weit unterschiedlich sind. Und man muss ja auch nicht alles sofort auf 100 Prozent umdrehen oder sofort alles 100 Prozent ändern. Man kann ja, wichtig ist erst mal, dass man anfängt. Man kann ja mit einem kleinen Projekt anfangen und dann Stück für Stück das Ganze modular hochziehen. Und das ist so der Ansatz, der sich gerade bei den kleineren Unternehmen bewährt. Wichtig ist, dass man anfängt, erst mal loslegt, dann die Hürden im Kopf so ein Stück weit abbaut und dann über den nächsten Schritt sprechen kann. Ich muss jetzt nicht sofort mit einer Cloud um die Ecke kommen und alle Daten schon austauschen mit all meinen Lieferanten und Geschäftspartnern. Vielleicht mache ich das mit denen, mit denen ich schon sehr gut kann. Vielleicht probiert man es mal aus und sieht auch, okay, da hat noch was oder da könnte man noch was verbessern. Und dann kann man uns darauf ansprechen. Wir haben jetzt das und das gelernt. Könnt ihr das und das anpassen? Und so könnte man sich das vorstellen, dass eben für uns natürlich auch Inspektionssysteme rausspringen, denn ohne System keine Daten. Aber eben auch, dass wir da beratend tätig sind im Sinne von, was mache ich damit? Wie gebe ich die weiter? Was nutze ich intern? Was nutze ich extern? Da helfe ich natürlich auch sehr gerne. Keine Frage. Also ganz klar doch auch immer wieder der Fokus auf IT-Lösungen in die Strategie eingebettet, habe ich verstanden. Sehen Sie, dass das jetzt schon ein fester Bestandteil der Flexpack-Industrie ist, diese ganze Thema Bahn-Druckbeobachtung? Oder ist das immer noch so wie vor 10, 15 Jahren, der eine macht es, der andere strickt dagegen? Oder wie muss ich mir das vorstellen? Ist das flächendeckender schon jetzt im Einsatz? ### Kaschieranlagen Platzprobleme Sensoren Das ist deutlich flächendeckender im Einsatz. Und wenn wir wieder bei B+K sind, die das letztendlich bei sich auch schon intern alles dann verbauen, das machen die ja auch nicht, weil sie unbedingt zu viel Spaß dran haben, sondern weil es was bringt, weil der Markt eben das auch fordert, weil man auch sieht, dass das hilft, dass der Markt das auch verlangt. Und bei Druckmaschinen würde ich sagen, ist das mittlerweile – ich hatte auch schon Standard – die 100%-Inspektion bei davor oder nachgelagerten Prozessen, also Extrusion oder eben Rollenschneider, Kaschierer und so weiter. Dort wird das immer mehr ein Thema. Und auch da muss man den OEM ein Stück weit mitnehmen. Also Kaschieranlagen, da ist in der Regel ganz wenig Platz und da passen die Systeme dann, wenn man sie im Retrofit, also nachträglich einbauen möchte, passen die oft gar nicht mehr rein. Und dann habe ich riesen mechanische Aufwände, weil ich muss die Bahnführung ändern, wenn ich das reinpacken will. Und die machen das dann eher nicht, sondern die machen das dann wahrscheinlich mit dem Wechsel der nächsten Maschinengeneration. Dann dauert es natürlich noch ein paar Jährchen. Aber auch da bin ich fest der Meinung, das wird kommen und das wird immer mehr Bestandteil werden. Und dort ist es dann halt nicht der Standard, wie es jetzt in den Druckmaschinen ist. Aber das wird auch da ganz sicher kommen. Also es ist viel weiter verbreitet als noch vor zehn Jahren. Die Technik ist auch viel weiter. Die Preise sind auch nicht mehr so wie vor zehn Jahren, muss man auch ganz klar sagen. Oder vor 20 war es dann noch richtig teuer. Und das verbreitet sich auch deswegen schon. Genau. Ist es denn dann nötig, dass ein, ich bin immer bei Mittelstand noch, weil unsere Industrie eben so mittelstandsgeprägt ist, muss der jetzt eine IT-Abteilung haben, um so was zu implementieren? Oder sagen Sie, na ja, wenn der Chef gerne möchte, dass er auf seinem Handy die Druckprotokolle sehen kann, dann können wir das auch als Full Service anbieten. Sie hatten ja so ein bisschen angedeutet: Man kann das extern einkaufen oder man kann das eigen machen. Das kennt man ja auch mit der eigenen Infrastruktur. Die großen Softwareunternehmen, darauf will ich eigentlich hinaus, gehen ja ganz klar Richtung Cloud. Man kann Microsoft 365 in der Cloud per Klick für jeden Mitarbeiter eben buchen. Dann läuft das. Das zu installieren auf jedem Laptop ist ja viel zu umständlich heute. Deswegen machen es die wenigsten nur noch. Ist das auch etwas, wo Sie in die Richtung denken, dass es mehr so in diese Richtung geht oder? Ganz klar. Also in die Richtung wird es unserer Meinung nach definitiv gehen. Und so wird es dann auch letztendlich am einfachsten umzusetzen sein. ### Cloud-basierte browsergestützte Wartungsfreiheit Denn dann brauche ich nicht für jeden Laptop, es wird einfach unkomplizierter. Wenn ich die Hürden, die Anfangshürden niedriger gestalte, wie das jetzt mit dem Microsoft 365 zum Beispiel ist oder wie es auch jetzt mit unserem Podcast hier, das sind ja auch alles Aufnahmen, die sind kinderleicht. Das war vor fünf Jahren auch noch anders. Und genau diesen Weg wird man gehen. Es wird alles, ich sage mal, browserbasiert. Irgendwo werden alles irgendwo in die Cloud verschoben, weil es wartungsfreundlicher ist. Ich brauche also die ganze Software nicht mehr auf dem PC. Ich muss nicht eine IT-Abteilung haben. Es macht aber natürlich Sinn, wenn man ein, zwei Leute hat, die sich einmal damit auskennen, also ein Stück weit mit der IT auskennen, einfach damit es am Laufen erhalten bleibt oder überhaupt ans Laufen kommt. Und es macht auch natürlich, und das ist eine Sache, die wird oft übersehen, Sinn, dass der Drucker sich mit dem ITler letztendlich unterhält. Denn nur wenn die beiden sich verstehen, kann man auch noch Potenziale heben, die man jetzt erst mal im ersten Moment gar nicht sieht. Und ISRA natürlich geht dahin und sagt: „Wir erzeugen euch die Daten, wir werden aber auch dafür sorgen, dass ihr das in die Cloud umgesetzt bekommt oder dass ihr das auf dem Handy entsprechend seht.“ Es wird auch der Ansatz mit Sicherheit mal sein, dass man dort Drittsysteme, also Fremdanbieter sozusagen, einbindet. Da muss man gucken, wie gut oder schlecht das am Ende funktioniert, aber das muss eigentlich der Weg sein, damit man überhaupt die Akzeptanz dafür erzeugt. Denn wir hatten das ja auch schon besprochen: Wenn jetzt jeder wieder sein eigenes Süppchen kocht, dann hat der eine von Hersteller 1 das System und der nächste von Hersteller 2 das System und keiner hat was Übergeordnetes. Und da liegt, glaube ich, eine ganze Menge Potenziale in diesem übergeordneten Plattformgedanken und dem wird man auch weitergehen. Da bin ich mir ganz, ganz sicher. Und dann wird es auch attraktiv, auch für kleine und Mittelständler, die ja auch heute mit Microsoft 365 vernünftig arbeiten können, dafür auch keine IT-Abteilung brauchen eigentlich. Das ist dann einer, der sich vielleicht noch drum kümmert, aber nicht mehr so eine ganze Batterie an Menschen, die da noch einen Server unterhalten müssen und so weiter. Das soll ja genau nicht mehr sein dann am Ende. Genau. Wir sprechen auch im Vorgriff auf unsere Drucktagung Ende November, wo Sie ja auch einen Redeplatz reserviert haben. Wird es da auch um dieses Thema gehen? Was haben Sie da vor? Genau, da wird es dann um das Thema Industrie 4.0 am Ende gehen, auch in den Schnittstellen, ein bisschen mehr im Detail. Was gibt es für Schnittstellen, welche setzen sich durch und warum ist das Ganze so? Und eben diese ganze Geschichte, wie vernetze ich mich oder wie vernetze ich meine Daten und was wir kurz angerissen haben im Detail auch, was macht Sinn, was man intern hält, was macht Sinn, was man extern teilt und wie kann ich denn die ganzen Daten so nutzen, dass ich meinen gesamten Prozess optimieren kann. Es ist nicht nur den Einzelprozess zum Beispiel Drucken, sondern eben auch prozessübergreifend Extrusion und die ganze Kette einmal durchgehen. Und vor allem, wo gibt es auch Fallstricke? Ganz wichtig, denn das hört sich in meiner Theorie alles so toll an. Und ja, es ist ja so. Und in der Praxis ist es dann, sieht man, okay, das ist alles schön, aber es funktioniert mit der Synchronisation nicht, weil ich habe mir drei Meter rausgeschnitten und jetzt passt wieder alles nicht mehr. ### Industrie 4.0 praktische Materialbeispiele Und solche Geschichten, die würde ich dann definitiv auf der Drucktagung, auf materialen Beispielen unterfüttern und mich nur darauf fokussieren. Also auf wirklich, dass man sieht, das ist es, so kann das aussehen, da muss ich aufpassen. Und wenn ich den Workflow so habe, dann kann ich das wieder so nicht vernetzen. Und dann macht es da keinen Sinn. Also da wird die Reise hin. Einmal Industrie 4.0 im Groben und dann wirklich an realen Beispielen runtergebrochen, wie man das Ganze auch umsetzen kann und was wir auch schon so alles gelernt haben im Laufe der Jahre. Ja, genau. Also für die, die sich interessieren, spannender Vortrag. Ich bin schon ganz gespannt, was ich da alles wieder dazu lerne. Vielleicht Randbemerkung zum Schluss. Wir haben auch eine Softwarefirma gegründet für unseren Inno-Talk, weil uns die Technologie auch übermannt hat. Und ich kann das nur jedem empfehlen, in die Tiefe einzusteigen. Wir haben auch eigene Prozesse daraufhin total geändert. Wir sind viel virtueller geworden, obwohl wir früher auch schon Teams konnten und Videokonferenzen. Geht es heute einfach viel besser und ist integriert in die Prozesse und die Prozesse haben sich dadurch verschlankt. Und ich glaube, da ging ja auch so ein bisschen Ihr Appell hin, um einfach eine schippige Folie gar nicht mehr zu bedrucken und schon gar nicht noch zu kaschieren und schon gar nicht noch was reinzufüllen, um es dann nachher vielleicht vom Kunden sogar noch aussortieren zu lassen in Form einer Reklamation. Das wäre natürlich das Worst-Case-Szenario. Wenn Sie sich was wünschen für die nächsten Jahre von der Flexpack-Industrie hinsichtlich Druckbearbeitung. Haben Sie da irgendetwas, wo Sie sagen, mein Appell an die Branche geht mal in die Richtung? Ja, mein Appell an die Branche geht ganz klar in die Richtung, die Zukunft und die Möglichkeiten einfach zu umarmen. Also sprich, die wirklich lieben, zu lernen und zu akzeptieren und nicht einfach jetzt schon direkt die ganzen Hürden aufzuzeigen. Erst mal anfangen, loslegen, im Kleinen auch gerne loslegen, damit man diesen Vorsprung, den man sich jetzt noch erarbeiten kann, auch entsprechend umsetzt und nicht, dass dann der Druck von außen wieder ist. Und dann muss ich das machen. Jetzt kann man es noch machen. Und dieses „Jetzt kann ich es noch machen“ wäre mein Appell an die Industrie, dass man wirklich sagt, wir legen jetzt los, wir fangen an im Kleinen und ab geht’s, um die Digitalisierung als Chance zu begreifen und nicht als Hindernis oder als böse Dystopie. Genau, das wäre so mein Appell. Danach kann nichts kommen. Ganz herzlichen Dank für dieses tolle Podcast-Interview, Epping. Ja, danke auch. Hat mich sehr gefreut. Das war ja schon wieder der Innoform Podcast zum Inno-Talk. Dankeschön an Marcel Epping nochmal für diese Insights in die Ideen von Cloud und Datenhoheit, die eigentlich in Zukunft eine große Rolle spielen werden, auch für flexible Verpackungshersteller, deren Lieferanten und Kunden. ### Innoform Podcast Abschlusswort Ich freue mich auf weitere Wortmeldungen hier für diesen Innoform Podcast. Mein Name ist Karsten Schröder. Tschüss, bis zum nächsten Mal. **Kategorien:** Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Folienherstellung/Veredelung, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Repro und Druckzylinder, Standbeutel, Tiefdruck **Schlagwörter:** Folienverpackung, Industrie 4.0, Inspektionssystem, Lebensmittelverpackungen, Nachhaltigkeit, Recycling --- ### [Packaging Valley ist eine Marke](https://inno-talk.de/packaging-valley-ist-eine-marke/) **Published:** November 15, 2021 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Innoform Podcast: I**nterview mit Geschäftsführer Martin Buchwitz** [Martin Buchwitz](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=81458) spricht im Innoform Podcast über das Packaging Valley, seine Ausrichtung und Mitglieder. Das in ganz Deutschland aktive Cluster beschäftigt sich mit Interessen des Verpackungs-Maschinenbauers. Schwerpunkte bilden zwar der Pharma-Bereich und die Lebensmittelverpackung, aber insgesamt ist die Zielgruppe weiter gefasst. [Packaging Valley](https://www.packaging-valley.com/de/) ist eine Marke und die steht für Deutschen Maschinenbau, seine Ingenieur:innen und Innovationskraft. Und genau dieser Maschinenbau digitalisiert sich nun mit zunehmender Geschwindigkeit. Hier spielt nicht nur Industrie 4.0, sondern 5.0 eine Rolle. Was Herr Buchwitz darunter versteht, erfahren Sie in diesem Podcast. Beim [Inno-Talk ](https://www.inno-talk.de/termine/INT-01-22)wird Martin Buchwitz im Januar 2022 über „**Nachhaltiges Abpacken**“ sprechen und erläutern, wie sich dieses zu nachhaltigen Verpackungen abgrenzt. Ein Thema dabei ist das Gebiet der gebrauchten Maschinen für neue Märkte. Hören Sie schon einmal rein bei Spotify: Apple Podcast:[ https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) oder hier Möchten auch Sie einmal einen Podcast mit Innoform aufnehmen, senden Sie Ihre Ideen an ks@innoform.eu. Ich freue mich drauf. Karsten Schröder ### Verwandte Episoden - [Karsten Schröder zu Gast beim Packaging Valley Podcast](https://inno-talk.de/karsten-schroeder-zu-gast-beim-packaging-valley-podcast/) - [Guido Aufdemkamp von Flexible Packaging Europe zu den Hintergründen des Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-von-flexible-packaging-europe-zu-den-hintergruenden-des-inno-meeting-europe/) - [Guido Aufdemkamp from Flexible Packaging Europe on the background to the Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-from-flexible-packaging-europe-on-the-background-to-the-inno-meeting-europe/) --- ### Alle Episoden abonnieren [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [Apple Podcasts](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Folienwissen Spezial, der Innoform-Podcast zum Inno-Talk. Ja, so Packaging Valley ist einerseits so was wie eine Marke. Also Packaging Valley steht für was. Wenn man so will, ist es ein bisschen auch verpackungsmäßig in Germany, wenn man so will. Heute im Innoform-Podcast begrüßen wir Martin Buchwitz. Als Geschäftsführer von Packaging Valley spricht er mit mir über die Ausrichtung des deutschlandweit tätigen Clusters. Packaging Valley ist als Marke zu begreifen und beschäftigt sich unter anderem mit den Themen Digitalisierung, Industrie 4.0, aber auch Nachhaltigkeit. Darüber wird er auch bei einem Inno-Talk sprechen und grenzt dabei die Begrifflichkeit nachhaltiges Abpacken von nachhaltigen Verpackungen ab. Und gegen Ende sprechen wir dann noch über die neue Rolle des Maschinenbaus hinsichtlich Gebrauchtmaschinen für neue und andere Märkte, die auch mit Gebrauchtmaschinen noch erschlossen werden können. Stichwort Refurbishing. Freuen Sie sich auf das Gespräch mit Martin Buchwitz. Herzlich willkommen, Martin Buchwitz im Innoform-Podcast. Freue mich, dass wir zusammen sind. Ja, super, herzlichen Dank für die Einladung. Herr Buchwitz, wir haben uns kennengelernt über eine Vortragsanfrage. Eigentlich hat uns der Professor Schmid zusammengebracht und er hat mir gesagt, Mensch, die Leute vom Packaging Valley, die haben da tolle Vorträge zum Thema Nachhaltiges Verpacken. Bevor wir dazu kommen, würde mich natürlich interessieren: Was ist Packaging Valley? Ja, das Packaging Valley ist ein sogenanntes Cluster. Das heißt, das ist sozusagen so ein Verbund von Unternehmen einer spezifischen Branche, in dem Fall eben Verpackungsmaschinen und mittlerweile auch die dazugehörigen Automatisierer, und ist nicht so ganz im Vergleich zum Verband, der vielleicht auch noch stärker politisch aktiv ist, ist so ein Cluster eigentlich eher auf den Markt fokussiert. Sie haben ja ein Leben vor Packaging Valley, haben Sie mir verraten im Vorgespräch. Was befähigt Sie eigentlich dazu, jetzt die Geschäftsführung zu übernehmen von so einem Cluster, von doch einem relativ innovationsgetriebenen Konglomerat, ja auch von ja primär doch Maschinenbaufirmen. Was haben Sie vorher gemacht? Ja, also meine Geschichte beginnt mit einem Job, den es heute gar nicht mehr gibt. Der hieß damals Fernmeldelektroniker. Also das Thema Elektronik war da zunächst mal der Start in mein berufliches Leben. Dann habe ich eben Elektronik studiert in Heilbronn und habe dort dann auch schon bei einem Steuerungshersteller, also im Bereich Automatisierungstechnik begonnen und habe bei dem auch sehr, sehr lange gearbeitet, also mit Studium und allem über 20 Jahre. Also Automatisierungstechnik, unsere Kunden dort eben der Maschinenbau. Und insofern hatte ich also nahezu mein ganzes Leben schon mit dem Maschinenbau zu tun, war dann später auch Chefredakteur einer Fachzeitschrift des SPS-Magazins und auch dort wieder natürlich Maschinenbau als Kundenclientel. Und dadurch denke ich, bringe ich ganz gute Voraussetzungen mit in diesem Verpackungsmaschinenbau-Bereich eben auch tätig zu sein. Bevor wir jetzt weiter noch ein bisschen auf Packaging Valley eingehen, vorab mal so ein paar Entweder-oder-Fragen an Sie, um Sie ein bisschen besser kennenzulernen und auch natürlich dem Auditorium vorzustellen. Ich stelle jetzt immer zwei Fragen zur Auswahl und Sie sagen entweder das eine oder das andere. ### Materialwahl-Präferenzen des Geschäftsführers Also ich beginne einfach mal: Papier oder Plastik? Papier. Chemisches oder mechanisches Recycling? Mechanisches. Getränkekarton oder Getränke-PET-Flasche? Karton. Dose oder Glasflasche? Glasflasche. Einweg oder Mehrweg? Mehrweg. Und ganz privat zum Schluss: Hund oder Katze? Hund. Sehr schön. So haben wir Sie auch mal ein bisschen persönlich kennengelernt. Macht mir immer Spaß, so einen kleinen Blitz vorweg zu machen. Ich glaube, für die Zuhörerschaft ist auch ganz schön. Nochmal zurück zum Packaging Valley. Wer genau sind die Mitgliedsunternehmen und was ist die Zielsetzung? Ja, da hole ich ein kleines bisschen aus, nämlich in die Historie, damit das Ganze entstanden ist. Wir kommen ja hier aus Hohenlohe. Also mein Schwäbischer nicht nur Einschlag, sondern mein Schwäbisch ist, glaube ich, deutlich hörbar. Und entstanden ist das Ganze aus einer Initiative von Verpackungsmaschinen, herrschte 2007 in Hohenlohe. Also das ist so rund um Schwäbisch Hall. Schwäbisch Hall ist ja bekannt vor allem in Deutschland durch die Bausparkasse. Aber dort gibt es eben auch ein ganz großes Cluster so zwischen den beiden Städten, Schwäbisch Hall und Crailsheim. Das ist 2007 entstanden. Und dann war es so, dass parallel dazu in Weiblingen, Stuttgart, auch ein Cluster entstanden ist. Packaging Excellence Region Stuttgart war ein bisschen sperriger Name mit genau derselben Zielsetzung, also im Prinzip auch den Verpackungsmaschinenbau zu adressieren. Und die sind dann über eine längere Geschichte im Jahr 2020 auch tatsächlich zusammengekommen, also haben fusioniert. Und dadurch sind wir dann auf Einschlag 80 Mitglieder gewesen, also beide haben 40 mit in die Ehe gebracht, sozusagen. Und mittlerweile sind wir über 90 und bekommen fast wöchentlich irgendwie auch Anfragen. Also da ist eine Dynamik spürbar und adressiert. Ganz klar vom Packaging Valley her war immer der Verpackungsmaschinenbau im Fokus. Über das Pack haben wir dann auch die Automatisierer sozusagen mit reinbekommen. Aber ich halte es als jemand in der Automatisierungswelt. Lange zu Hause war auch verspannend. Also sprich im Kern steht auch in der Satzung man muss Verpackungsmaschinenbauer sein oder aus dem dazugehörigen Automatisierung kommt. Man muss einen Schwerpunkt auch in dem Bereich haben beziehungsweise auch direkte Zulieferer sozusagen. Nun hört sich ja Packaging Valley wahrscheinlich nicht zufällig so ähnlich an wie Silicon Valley. Die Silicon-Valley-Leute denken mehr in Code und in IT. Bei Ihnen ist der Maschinenbau im Vordergrund. Verstehen wir das richtig? Ja, absolut. Möglich, natürlich im Maschinenbau haben das Thema Code und Software und IT und Digitalisierung natürlich einen gigantischen Stellenwert gewonnen. Hab ich gesagt, da kommt immer meine Automatisierungsgeschichte mit rein. Also bei dem Unternehmen, bei dem ich lange Jahre war, die JEDA AG, die hat im März 2020 das ganze IT-Thema in die Automatisierungswelt reingebracht. Also Nutzung von Ethernet, Nutzung von Web-Technologien und, und, und. Also insofern das Ganze ist eigentlich im Grunde schon lange weg von der reinen Hardware bzw. ich würde sogar so formulieren, der Innovationstreiber ist im Grunde eigentlich die IT, also die Maschinenbau nahe IT, wenn man so will. Hochspannend, die Mitgliedsunternehmen, die bei Ihnen sind, sind schwerpunktmäßig Maschinenbau oder entspringende Maschinenbau. Das haben Sie eben schon erwähnt. Könnte ein flexibel Verpackungshersteller auch Mitglied bei Ihnen werden, um vielleicht auch von diesen Synergien mit dem Maschinenbau zu profitieren? Oder auf welche Zielgruppe bei den Mitgliedern zielen Sie eigentlich genauer ab? Ja, das sind wir gerade im Moment in einer spannenden Phase. Also wir haben, wie gesagt, im letzten März 2020 diese Fusion erfolgreich vollzogen. Und jetzt stehen wir gerade an einem Punkt, wo es um ganz wesentliche Entscheidungen geht. Also da steht auch eine entsprechende Vorstandssitzung bevor. Also es sind solche Fragen: Wie weit öffnen wir uns, was die Verpackungstechnik insgesamt anbelangt, also für welche Mitgliedsunternehmen? Bei uns steht ja Packaging Valley Germany. Hieß das von Anfang an auch. Im Moment sind wir aber doch sehr, sagen wir mal, Südwestdeutschland, also sprich der Hohenloher Raum und dann eben noch die Wirtschaftsregion Stuttgart, die wir hauptsächlich adressieren, wo wir auch schon Mitglieder aus anderen Regionen Deutschlands haben, aber eher Ausnahmen. Und da geht es dann eben auch um die Frage, wie wir uns regional ausstellen. Und wir haben auch im Moment schon europäische Kontakte. ### Erweiterung des Mitgliederspektrums Das ist gerade eine superspannende Phase, wo es um solche Weichenstellungen geht. Wir haben teilweise auch schon Verpackungsmittelhersteller dabei. Und da geht es jetzt wie gesagt um die Frage, wie weit öffnen wir uns? Wir wollen es nicht verbessern. Das ist wichtig, wir wollen den Fokus behalten. Aber es kann extrem bereichernd sein, auch solche Unternehmen dabei zu haben. Wenn Sie immer von Verpackungsmaschinenbau sprechen. Was sind das für Verpackungen, die mit diesen Maschinen hergestellt werden? Ich bin ja nun ein Vertreter der Flexpack-Industrie, egal welches Material, Papier, Karton, alles, was sich rollen lässt, ist jetzt für mich Flexpack. Ihre Unternehmen, was repräsentieren die hauptsächlich? Also hauptsächlich kann man tatsächlich sagen, das kommt durch diesen Schwerpunkt, auch diesen regionalen Schwerpunkt. Es gibt einen Schwerpunkt im Pharmabereich und das liegt aber tatsächlich auch mit der Region und Schwäbisch-Hall-Hohenlohe zusammen, wo das eben ganz, ganz stark ist. Das sind ja solche Firmen wie Optima, wie Romelak, wie Höflika, aber auch die Syndicone, also ehemals Bosch Packaging. Aber im Grunde genommen adressieren wir die komplette Bandbreite. Also alles, was mit Verpackung zu tun hat und wo es eben die entsprechende Maschine dazu braucht, das adressieren wir. Und ich habe gerade davon gesprochen, dass wir uns überlegen, wie wir uns zukünftig aufstellen, wenn man dann in Deutschland weit denkt, dann gibt es natürlich ein unglaubliches Potenzial an Verpackungsmaschinenherstellern, die eben auch aus einem vielleicht zweiten Bereich noch ist, der Food-Bereich ist auch relativ stark. Also das Potenzial ist groß. Im Moment gibt es schon einen gewissen Schwerpunkt im Pharmabereich, aber ich würde das nie auf das Label Packaging Valley draufschreiben, so nach Motto Packaging Valley steht nur für Pharmaverpackung. Also definitiv nein. Interessant, letzte Frage zum Thema Packaging Valley direkt jetzt noch mal, wovon profitieren denn die Mitglieder? Warum wird das überhaupt als Packaging Valley bezeichnet und wo wollen Sie hin in naher Zukunft? Ja, zum Packaging Valley ist einerseits so was wie eine Marke. Also Packaging Valley steht für was, wenn man so will, ist es ein bisschen auch Verpackungsmaschinenbau made in Germany, wenn man so will. Und es hat sich ja weltweit im Verpackungsmaschinenbau auch so entwickelt über die letzten Jahrzehnte, dass schon die High-End-Technologie, die kommt aus Deutschland. Natürlich haben wir da im Moment auch einen starken Wandel und da kommt aus Asien natürlich eine ganze Menge auch an Mitbewerbern und so weiter. Aber im Grunde genommen ist es schon ein Label, das steht für Innovation. Und es geht darum, eben so eine starke Marke zu bilden. Der Grundgedanke ist dahinter, gemeinsam sind wir stärker, wir sind in einer globalen Situation, wir sind im globalen Wettbewerb. Unser Wettbewerb wird zukünftig nicht mehr aus der Nachbarstadt kommen, sondern da wird ganz woanders herkommen. Und es ist viel besser, wenn wir uns zusammentun. Es hat einige Gedanken und ganz grob zusammengefasst kann man sagen: Das eine ist Information, das zweite Netzwerken und das dritte ist dann konkrete Projekte. ### VR-Technologie und Innovationsprojekte Können Sie vielleicht zu den Projekten noch das ein oder andere Beispiel nennen, damit wir uns was vorstellen können? Ja, also eins ist schon ein paar Jahre her. Das war auch vor meiner Zeit. Ich bin übrigens seit zwei Jahren dort. Das war ein VR-Seminar, das wir hier in Schwäbisch Hall hatten. Also da ging es darum, die ganze VR-Technologie weiterzubringen. Bei den Verpackungsmaschinenbauern ganz offen gestanden ist es nicht ganz so gut gelungen, wie wir uns das gewünscht hatten. Es haben einige wenige in Anspruch genommen. War auch ein europäisch gefördertes Projekt. Aber ein anderes Projekt ist im Moment läuft gerade, also heute der zweite Tag von unserem Megaton. Wir machen einen Megaton, das heißt deswegen nicht „Megaton“, weil es eben Megaton, da haben wir vorhin schon gesagt, eine Maschine besteht eben halt doch noch aus Stahl und nicht nur aus Software. Und deshalb gibt es auch was zu machen, hat so zu tun. Das ist so ein Projekt. Sind jetzt sieben Standorte dieses Mal dabei. Also sprich jeweils auch Mitglieder von uns. Und dann sind wir eben – geht es oft auch um Projekte mit Hochschulen. Also im Moment läuft ein Projektantrag. Da geht es um datenbasierte Geschäftsmodelle im Verpackungsmaschinenbau. Und so sind es eben viele Projekte, häufig auch mit Hochschulen, die wir dort zusammen umsetzen. Hochspannend tut sich ein riesiges Feld auf. Ich denke gerade an einen Podcast zurück, den ich gemacht habe mit einem Bahnbeobachtungsgerätehersteller, der hat immer über Pixelgrößen gesprochen und über Kamerasysteme. Und jetzt spricht er nur noch über Cloud und Schnittstelle. Also so ähnlich stelle ich mir das bei Ihnen auch so ein bisschen vor. Es entwickelt sich in die Richtung, ja, wobei tatsächlich es schon so ist, dass zum Beispiel Themen, ich habe es gerade angesprochen, VR und auch Themen wie KI. Da gibt es, das muss man ganz offen gestehen auch und sagen, da gibt es tatsächlich noch unglaublich viel Potenzial. Also das wird nur zum Teil im Moment ausgeschöpft. Also gerade VR, Virtual Reality beflügelt ja im Moment auch gerade die Veranstaltungstechniker, zu denen ich mich ja auch zähle. Viel ist es im Anfang. Wir warten mal noch ein bisschen ab. Wir beobachten das auch mit Abbos Augen, mal schauen, wo es hingeht. Und klar, KI wird uns alle begleiten. Wir haben es alle in der Hosentasche mit unseren Smartphones – made in Germany, was viele nicht wissen, habe ich neulich gelesen. ### Maschinenbau für nachhaltige Verpackungen Also Siri ist quasi sozusagen eine deutsche Erfindung, finde ich ganz klasse. Jetzt nochmal zu unserem Thema zurück. Nachhaltigkeit bestimmt die Verpackungswelt wie kaum ein anderes Thema – seit ich würde fast sagen fünf Jahren. Auch Sie sprechen ja beim Inno-Talk im Januar über das Thema nachhaltiges Verpacken, nicht unbedingt nachhaltige Verpackung, sondern das nachhaltige Verpacken. Was kann der Maschinenbau beitragen fürs nachhaltige Verpacken aus Ihrer Sicht? Ja, wir haben dazu auch einen Arbeitskreis gestartet zu dem Thema und dort betrachten wir das Ganze ganzheitlich. Also Perspektive Nummer eins ist eben das Mitgliedsunternehmen als Unternehmen. Also was eben die Energienutzung insgesamt als ein Unternehmen eben eine Nachhaltigkeit betrifft, wobei wir das eher so ein bisschen am Rande betrachten. Das ist jetzt nicht so ganz im Fokus. Das Zweite ist dann die Nachhaltigkeit bei der Maschine selbst. Also da geht es drum eben also Energie und Effizienz. Lange Jahre war eben das Thema anstatt Asynchronantrieben dann irgendwie in Servoantriebe oder geregelte Antriebe zu verwenden. Das waren solche Themen. Und da gibt es auch noch einiges an Potenzial, was die Maschine an sich anbelangt. Da geht es aber auch um das Thema Recycling von Maschinen, Refurbishing von Maschinen, solche, solche Geschichten. Dann die Entsorgung der Maschine. Also nachdem sie eben in Betrieb war und dann aber natürlich auch die Verpackungsmittel, also die Verarbeitung der Verpackungen, der Verpackungsmittel. Und dann sind es eben solche Themen wie also auch für Anwendungen, wo man bisher eben tatsächlich Kunststoff verwendet hat, jetzt eben dann Papier verwenden zu können. Die Themen mit Bedampfung und alles, was damit zusammenhängt, aber auch die Verarbeitung, dass sich Papier dann eben wieder durch ganz anders verarbeiten lässt, wie eben Kunststoffe. Und so ist das im Grunde das komplette Feld, also Schichtdicke von Kunststoffen, dann Vermeidung von Abfällen, dann auch innerhalb der Fertigung und all diese Themen. Also eigentlich rund um die Thematik. Was kann der Verpackungsmaschinenbau eben zur Nachhaltigkeit auch langfristig beitragen? Spannende Themen, also eigentlich eine Art Dreiklang, die Sie da bedienen. Sie versuchen das ganzheitlich anzusehen. Ich habe so ein bisschen das Gefühl gehabt beim Maschinenbau, da war auch mal kurzzeitig ein bisschen die Luft draus. Wir haben vor 10, 15 Jahren viel gesprochen: Ersatz von Elektroheizung durch Gasheizung, um effizienter oder ökonomischer zu werden. Das ist ja total vom Tisch, das hat sich völlig gedreht. Heute baut man Solarpanele aufs Dach und versucht wieder alles elektrisch zu machen. Ist das ein Trend, den Sie bestätigen können? Also ich sage es einmal grundsätzlich ja. Also bei den Verpackungsmaschinenbauern ist ja so. ### Kundeneinfluss auf Verpackungsinnovation Es ist einerseits natürlich der Kunde, der irgendwie relativ stark einen natürlichen Einfluss hat auf das, was geht, also sprich die Anforderung, die der Kunde stellt. Dann ist es aber so auch, dass natürlich die Verpackungsmaschinenbauer auch den Anspruch haben, technologisch irgendwie da vorne zu sein auch. Das ist die andere Geschichte. Aber gesellschaftlich ist es natürlich auch ein gewisser Druck. Also ich habe interessanterweise gestern ganz frisch sozusagen mit einem unserer Mitglieder gesprochen im Rahmen von diesem Mekaton, die auch einen Standort dort stellen. Und der hat interessanterweise gesagt, ich glaube, vor gut zehn Jahren etwa hat sein CEO dieses Thema massiv vorangebracht. Also hat es massiv reingebracht und hat sozusagen so ein Unternehmen – die hatten damals ganz viele unterschiedliche Bereiche und einer von meinen Bereichen Verpackungsmaschinenbau. Und dadurch haben die sich schon sehr, sehr lange damit beschäftigt. Ist aber bei den unterschiedlichen Mitgliedsunternehmen auch unterschiedlich ausgeprägt und hängt auch ein bisschen von der Größe des Unternehmens ab. Also würden Sie schon sagen, dass dieser Schub hin zu Effizienz ungebrochen ist und wie man das dann ökonomisch ansieht, muss man dann immer mal schauen. Das ist ein bisschen eine Mischung aus Ökologie und Ökonomie. Und daraus besteht ja auch die Nachhaltigkeit neben dem sozialen Aspekt. Absolut. Genau. Also genau das ist so immer die ja, manchmal ein bisschen Spagat auch, in dem man sich da bewegt. Aber logischerweise ist es so, dass natürlich die Verpackungsmaschinenbauer auch in dieser ökonomischen. Wie soll ich sagen? Also die ökonomischen Ansprüche haben an der Stelle. Und ich bin aber sehr zuversichtlich, was da die Zukunft anbelangt, weil die Verpackungsmaschinenbauer auch in der Vergangenheit gezeigt haben, dass sie die verschiedensten Herausforderungen, die auch vom Markt her zugekommen sind, ganz hervorragend bewältigt haben. Und deswegen glaube ich, dass es in dem Fall auch sehr, sehr gut gelingen wird. Aber es braucht auch eine Menge an Anstrengungen. Vielleicht letzte Frage dazu. Welchen Beitrag kann denn das Thema Refurbishing aus Ihrer Sicht bringen? Wir sind auch sehr früh, was den Verpackungsmaschinenbau angeht in dem Bereich, aber seit je und je werden natürlich Verpackungsmaschinen nicht sofort nach dem ersten Gebrauch verschrottet, sondern eigentlich ein bis zweimal weiterverkauft, meistens auf dem Weg zum nächsten Kunden quasi noch mal abgegradet, noch mal modernisiert, überholt. Beispiel ich. Wir moderieren ja hier gerade aus Tarifa vis-à-vis von Tanger in Südspanien und in Tanger stehen die Textilmaschinen, die heute das dritte Mal verkauft sind, die früher in Nordhorn das erste Mal aufgestellt wurden. Das ist aber schon 70 Jahre her und die produzieren hier immer noch alles Mögliche an Textilien. Denken Sie an sowas auch bei Ihren Überlegungen Richtung Nachhaltigkeit, dass so eine Maschine auch ein längeres Leben kriegt oder würden Sie sagen Nein, wir bauen die auf, die läuft zehn Jahre und dann wird die komplett generalüberholt wie beim Flugzeug und wird quasi noch mal neu zusammengesetzt. In welche Richtung geht das da? Also interessanterweise ist das Thema gebrauchte Maschinen gewinnt massiv an Bedeutung. Also ich war mit einem Mitglied im Gespräch. Vor kurzem war die Fachpack auch in Nürnberg. ### Qualität statt Kostenführerschaft global Die konnte man glücklicherweise auch in Präsenz so richtig durchführen. Und bei denen geht es ganz klar in diese Richtung gebrauchte Maschinen. Also das ist natürlich auch – das ist wieder ein Spagat für die Verpackungsmaschinenhersteller, weil die einerseits ja sagen Na ja, wir wollen eine neue Maschine verkaufen. Aber auf der anderen Seite tut sich das gerade im Moment auf. Unsere Verpackungsmaschinenbauer können im globalen Wettbewerb nicht einfach sagen Na ja, wir bauen jetzt halt mal günstigere Maschinen. Das sind die nicht dafür ausgelegt. Das ist einfach nicht ihr Ding. Aber was sie machen können, ist, dass sie bestimmte Märkte darüber bedienen, indem sie eben in einer direkten Verbindung mit ihrem Kunden dann also eigenständig sozusagen solche generalüberholten Maschinen dann wiederum auch anbieten. Ansonsten machen das nämlich andere. Also ich habe vor kurzem festgestellt, da gibt es jetzt irgendwie eine Internetplattform von Unternehmen, das ganz am Anfang steht in die Richtung. Aber die wollen genau so was machen. Also Verpackungsmaschinen, also gebrauchte Verpackungsmaschinen im Grunde dann zu vertreiben. Also der Markt geht in die Richtung und unsere Mitgliedsunternehmen sind sich dessen bewusst und zumindest von einigen weiß ich, dass die jetzt eben dabei sind, dann auch irgendwie das, wo es sich noch nicht in dem Maß getan, aber selbstständig sowas eigenständig aufzubauen. Hochspannende Insights. Vielen Dank dafür, Herr Buchwitz. Ich glaube, wir konnten so ein bisschen aufklären, was überhaupt Packaging Valley vor hat, wer die Mitgliedsfirmen sind, dass sie gerade im Umbruch sind, sich auch ein bisschen Deutschland weiter auszurichten und vielleicht auch die Packmittellieferanten mit reinzunehmen. Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Noch gespannter bin ich drauf, was wir hören werden beim Inno-Talk im Januar von Ihnen zum Thema Nachhaltiges Verpacken. Da freue ich mich schon drauf. In diesem Sinne ganz, ganz herzlichen Dank für Ihre Zeit. Ja, ganz herzlichen Dank, es war sehr schön, Gast bei Ihnen zu sein. Das war ja wieder der Innoform Podcast zum Inno-Talk, diesmal mit dem Schwerpunktthema Maschinenbau in Deutschland. Ich hoffe, es hat Ihnen Spaß gemacht. Sie konnten das eine oder andere Neue für sich mitnehmen. Wenn auch Sie einmal Teil dieses Projektes Innoform Podcast werden wollen, melden Sie sich gerne bei mir ks at innoform.eu. Bis dann, Ihr Karsten Schröder. **Kategorien:** Abfülltechnik, Entsorgung / Recycling, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Standbeutel, Thermofomen/Tiefziehen **Schlagwörter:** Martin_buchwitz, packaging valley, Verpackungsmaschinen, Verpackungsmaschinenbau --- ### [Ingo Büning erläutert Trends in der Repro für flexible Verpackungen](https://inno-talk.de/ingo-buening-erlaeutert-trends-in-der-repro-fuer-flexible-verpackungen/) **Published:** Dezember 3, 2021 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Im Rahmen des 7. Expertentreffs Verpackungsdruck sprach Karsten Schröder mit Ingo Büning von Saueressig. Neben dem persönlichen Werdegang ging es natürlich um Repro und um den Einfluss der steigenden Materialvielfalt auf Druckprozesse und Druckvorbereitung. Hier bieten wir Ihnen ein Live-Video-Mitschnitt des Interviews, das wir natürlich auch wieder als Podcast veröffentlicht haben. Themen sind: - Saueressig in der Matthews International Corporation - Wie recycelt man Druckzylinder? - Material/Bedruckstoff - Farbprüfungen im Vorfeld des Druckprozesses - Kommunikation mit allen Prozessbeteiligten, um weniger Makulatur und Kosten zu erzeugen. Schauen oder hören Sie rein in unseren Innoform Podcast zum #innotalk mit Ingo Büning von Saueressig. Abonnieren Sie gerne unseren KanalAuch bei [Apple Podcast](https://embed.podcasts.apple.com/de/podcast/ingo-b%C3%BCning-erl%C3%A4utert-trends-in-der-repro-f%C3%BCr-flexpack/id1557657558?i=1000543814288): Werden auch Sie ein Teil des Innoform Podcast und kontaktieren Sie uns unter ks@innoform.eu ### Verwandte Episoden - [Plasmabeschichtungen für flexible Verpackungen – Gespräch mit Prof. Dr. Rainer Dahlmann](https://inno-talk.de/plasmabeschichtungen-fuer-flexible-verpackungen-gespraech-mit-prof-dr-rainer-dahlmann/) - [Zukunft des Recyclings: Wie neue Technologien flexible Verpackungen nachhaltig machen](https://inno-talk.de/zukunft-des-recyclings-wie-neue-technologien-flexible-verpackungen-nachhaltig-machen/) - [Flexible Verpackungen im Umwelttest: Kunststoff oder Faser (Papier)?](https://inno-talk.de/flexible-verpackungen-im-umwelttest-kunststoff-oder-faser-papier/) --- ### Alle Episoden abonnieren [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [Apple Podcasts](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Folienwissen Spezial, der Innoform-Podcast zum Inno-Talk. Heute spreche ich im Innoform-Podcast zum Inno-Talk mit Ingo Büning im Vorfeld des 7. Expertentreffs Verpackungsdruck in Osnabrück. Er wird auch einen Vortrag beisteuern, aber hier im Podcast soll es erst einmal darum gehen, die Saueressig-Aktivitäten in der Matthews International Group einzuordnen. Wir sprechen dann über Recycling von Druckzylindern und auch Flexodruckplatten, wir besprechen die Rolle von Material bzw. des Bedruckstoffs tatsächlich bei der Repro schon und warum es wichtig ist, Farbprüfung auch schon im Vorfeld vor und bei der Repro zu berücksichtigen und warum die Kommunikation entlang der Lieferkette, der Bedruckstoffe, der Druckzylinder und letztendlich des bedruckten Verpackungsmaterials so wichtig ist. Wir wagen einen kleinen Ausblick. Freuen Sie sich auf dieses Interview mit Ingo Büning. Heute sprechen wir in unserem Innoform-Podcast mit Ingo Büning von Saueressig oder Matthews oder wie heißt es denn eigentlich? Da sind wir schon gleich bei der ersten Frage, Herr Büning. Sie sind hier auch bei der Drucktagung morgen als Saueressig-Vertreter. Wie passt das in die gesamte Matthews Group? Saueressig ist ein Teil der Matthews International Corporation und Saueressig ist im Grunde die Saueressig Group ist die Dachmarke und unter dieser Dachmarke vereinen sich sechs Untermarken. Hier haben wir dann Saueressig Engineering, hier haben Saueressig Rollers, Saueressig Surface, Saueressig Elastomeres Packaging und E-Gin im Bereich Saueressig Engineering beschäftigen uns mit Sondermaschinenbau. Hierzu gehören auch diese Prägekalender im Bereich Rollers. Machen wir die Stahlkerne für den Tiefdruckbereich, aber auch Spezialwalzen und technische Walzen und im Bereich Surface beschäftigen uns mit dekorativer Anwendung, Hygiene, Automotive und so weiter. Beim Elastomere ist es so, dass da die komplette Flexopart angesiedelt ist und im Packaging-Bereich beschäftigen uns von Design bis zur Druckberatung, wo dann auch die Tiefdruckzylinder und Prägezylinder übergefertigt werden. E-Gin ist ein neuer Bereich bei uns im Haus, da bündeln wir alle Digitalisierungsthemen bei uns im Hause. Genau und im Grunde ist Saueressig in der kompletten Breite sehr groß aufgestellt. Das ist auch unsere Stärke, dass wir ein großes Portfolio haben und wir in allen Bereichen entsprechend vertreten sind. Wenn man sich den Alltag anschaut, ist Sauereßig indirekt in vielen Produkten enthalten. Wenn man morgens ins Bad geht, bei jeder Mahlzeit, im Auto oder auch nachher beim zu Bett gehen. Das ist unsere Stärke, dass wir dort als Druckspezialist für alle Bereiche die Anwendung bieten können. Sie gehören zur Matthews Group, was zeichnet diese Gruppe nun insgesamt aus? Insgesamt haben wir dort auch den SGK-Bereich noch dabei. Da sind unsere Kollegen, die verstärkt im Flexo-Bereich tätig sind. Der Sauereßig-Elastomer-Bereich konzentriert sich eher auf Elastomer-Sleeves und die SGK-Kollegen sind auch sehr stark im Brand-Owner-Business tätig. Das ist eine gute Kombination. Welche Rolle nehmen Sie zurzeit ein bei Sauereßig, darf ich ja sagen? Und was befähigt Sie dazu? Ich bin Senior Sales Manager bei Sauereßig Packaging, bin mittlerweile seit fast 30 Jahren im Verpackungsgeschäft. Ich habe gestartet mit einer Repro-Ausbildung 1992. ### Tiefdruckzylinder: Langlebigkeit und Recycling Früher hieß das noch Druckvorlagenhersteller-Fachrichtung, Repro-Retusche, und danach bin ich dann für Sauereßig nach Polen gegangen, 1999, 2000, und habe dort den Standort in Polen mit aufgebaut, war dort für die Repro zuständig, und im Anschluss habe ich gesagt, komm, mache ich sofort den Techniker hinterher und bin dann nach dem Techniker wieder bei Sauereßig in den Kundenservice gewechselt, habe da Druckereien betreut und bin nach einiger Zeit dort im Kundenservice dann in den Vertrieb gewechselt und betreue immer noch Druckereien und Endkunden. Also sowohl Technik als auch vertriebliche Ausrichtung, und nach 30 Jahren weiß man ja auch, wie das Geschäft funktioniert, wobei sich ja viel verändert hat, und darauf wollen wir natürlich auch in diesem Podcast noch kurz eingehen. Ein großes Thema ist ja Recycling, egal in welchem Produktionsschritt man schaut. Wie funktioniert denn das Recycling zum Beispiel bei Tiefdruckzylindern? Ja, im Tiefdruckbereich haben wir den Vorteil, dass wir die Zylinder im Grunde die Jahrzehnte nutzen können. Die Druckerei schickt uns ein Altzylinder, wir können ihn neu bebildern, und der Drucker bekommt im Grunde einen neuen Zylinder wieder zur Verfügung gestellt. Im Grunde kann man sich das so vorstellen wie bei einem Fun-System. Ich denke, viel nachhaltiger kann man eine Druckform nicht fertigen. Im Flexo-Bereich kommt es darauf an, sprechen wir von Platte oder sprechen wir von Sleeves, Elastomer-Sleeves. Bei einer Platte ist es im Grunde häufig so, dass dann nach Verschleiß die Platte entsorgt wird. Aber im Elastomer-Bereich haben wir die Chance der Regumierung. Daher ist es dann ähnlich wie beim Tiefdruckbereich, dass der Drucker dann entsprechend dort dieses Sleeve wieder zur Verfügung stellen kann. Wir können es regrammieren und dann neu bebildern und der Kunde bekommt einen neuen Druck. Gehen wir nochmal kurz auf den Tiefdruckzylinder. Ich kenne es noch von vor 20 Jahren, Bischof + Klein, die hatten einen riesen Lager, eigene Druckzylinder, so jetzt kann eine neue Druckmaschine passen, die zapfen nicht mehr. Ist das heute auch noch ein Problem? Ist das gelöst? Wie geht man da vor? Ja, da gibt es im Grunde noch keine Standardisierung. Also ich gehe mal davon aus, dass viele Drucker rein in ihrem Hause zusehen, dass man die Zylinder entsprechend auch tauschen kann pro Druckmaschine. Aber natürlich je nach Ballenbreite wird es schon wieder unterschiedlich. Wenn Sie jetzt gerade Bischof + Klein ansprechen, da gibt es eine 12-80er Ballenbreite, 14-80er Ballenbreite. Das ist natürlich auch immer abhängig von der Weiterverarbeitung, auf welchen Motiv, auf welcher Ballenbreite man gerade auch gravieren muss. Da gibt es aktuell so noch keinen Standard. Da ist es wirklich von jedem Kunden, da kriegt man unterschiedliche Zylindertypen auch zur Verfügung gestellt. Genau. Ganz kurze Nachfrage. Wie kriegen Sie das Bild runter beim Tiefdruckzylinder? Wird abgedreht, nehme ich an? Wird abgedreht, genau. Und diese Schicht wird dann wieder aufgekupfert und dann entsprechend bebildert. Und das, was da abgedreht wird, was passiert damit? ### Druckschicht-Entsorgung und Abnutzung Das wird entsorgt. Das wird entsorgt. Das ist ja auch nur eine ganz dünne Schicht. Genau. Es ist ein paar µm. Ein paar µm. Ja, 100 µm oder so wird dann abgedreht. Ja, genau. Hochsensible Geschichte. Was sollte man denn bei der Repro schon beachten, wenn wir jetzt in den nächsten anderthalb, zwei Tagen hier über Materialvielfalt sprechen? Denken Sie bei der Repro auch schon an den Bedruckstoff? Wie ist das heutzutage? Ja, wir sehen eigentlich, wir versuchen einfach in der Repro schon oder im Proof schon das zu simulieren, was der Kunde im Endeffekt nachher bekommt, wie das Endprodukt nachher aussieht. Und da versuchen wir, die Druckeigenschaften auf dem Material entsprechend zu simulieren. Das geht ein bisschen über 4C-Colour Management hinaus. Da sprechen wir auch von Sonderfarben und so kann die Repro dann schon Tonwerte anziehen, reduzieren und auf die Druckeigenschaften entsprechend schon eingreifen. Wie weit sind Sie da? Sind Sie da im Moment, ich sage mal, Papier, biaxial orientiertes Polypropylen, Polyester, sowas ist wahrscheinlich schon Standard, aber sind Sie auch schon so in den neuen Materialien, ich sage mal, Richtung Biofolien oder so etwas unterwegs? Graspapier und so weiter. Graspapier, alles schon geprobt. Ja, genau. Alles getestet. Ist ja auch interessant. Gibt es dann Favoriten, wo Sie sich am besten drauf drucken lässt, so aus Repro-Sicht? Gar nicht aus Druckersicht, sondern aus Repro-Sicht, wo Sie sagen, Mensch, da haben wir die beste Konstanz, das ist das Material, was am besten von der Farbgenauigkeit und Brillanz vielleicht passt? Es ist natürlich hochgestrichenes Material, Papier meine ich, und dann die Folie ist natürlich immer noch… Nach wie vor. Ja, genau. Für das Drucken eigentlich noch nach wie vor gut, manche wollen sie nicht mehr haben. Ihnen ist es egal, worauf gedruckt wird, oder wie läuft das? Uns ist es egal, worauf gedruckt wird. Klar, muss man natürlich den Punkt auch Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein, muss man natürlich berücksichtigen, und dann ist natürlich ein Papier entsprechend auch ganz gut geeignet. Aber da muss man natürlich auf die Barriere-Eigenschaften dann auch schon wieder achten. ### Kompetenzzentrum für Druckmaterial-Analyse Genau, das werden wir auch ein bisschen streifen, wobei wir ja mehr über das Drucken sprechen wollen jetzt, aber hochinteressant. Wenn wir jetzt nochmal über Biomaterialien kurz eingehen, wie geht das bei Ihnen jetzt genau vor sich? Wie machen Sie so eine Repro? Sie nehmen wirklich das Originalmaterial oder ein ähnliches und spannen das dann irgendwie auf Ihre Testmaschine ein, oder wie muss ich das vorstellen? Genau. Wir haben ein Kompetenzzentrum eingerichtet, und da gehen wir hin und nehmen das Originalmaterial des Druckers und die Originalfarbe der Druckerei und testen das bei uns im Kompetenzzentrum aus. Dort wird eine Vorabvorlage erstellt, die halt physisch oder auch mit digitalen Werten entsprechend dem Kunden zur Verfügung gestellt werden kann, und ein Farbrezept wird dort erstellt. Und diese Vorlage nehmen wir zum Einmessen für die Profilerstellung oder halt die Profilerweiterung, wenn es sich um Sonderfarben handelt. Und das Farbrezept stellen wir unseren Kunden der Druckerei dann entsprechend zur Verfügung, die das direkt an die Farbmischanlage einspeisen können und dann entsprechend dieses Farbrezept direkt nutzen können, um auch direkt an der Maschine in Farbe zu kommen. Das sind enorme Einsparpotenziale im Bereich der Vorbereitungszeit, im Bereich der Rüstzeit und natürlich auch Reduzierung der Makulatur. Und das Ganze kommt in den Datentopf und kann dann immer wieder verwendet werden. Früher hatten wir bei unserem, als ich damals einstieg in die Flexpack-Industrie, immer den Meister mit seinem Notizbüchlein, der wusste dann, welche Rasterwalze man aus dem Regal nehmen muss und damit genau dieses Blau nachher auch so aussah, wie der Kunde es haben wollte. Mittlerweile ist das alles cloudbasiert. Da gibt es eine Color Cloud, wo man diese Daten hinterlegen kann. Und da kann man entsprechend auch, wenn jetzt globale Konzerne, globale Unternehmen, die halt weltweit tätig und präsent sind, können jeden Standort entsprechend auch so standardisieren. Dass man dann auch sagt, mein, ich sage erst mal Coca-Cola-Rot muss auch überall auf der Welt gleich aussehen. Standardisieren ist eigentlich das nächste Stichwort schon und leitet mich jetzt zu meiner nächsten Frage über. Wie geht das mit den Prozessbeteiligten heute? Wir haben ja unheimlich viele Schnittstellen. Wir haben den Markenartikler, der eigentlich das Druckbild vorgibt. Wir haben den Druckmaschinenhersteller, der irgendwie eine Kennlinie in seiner Druckmaschine hat. Dann haben sie den Drucker dazwischen. Wie läuft das heute bei Ihnen? Wie läuft so ein Prozess ab? Genau. Wir arbeiten, versuchen eigentlich immer, mit Portallösungen zu arbeiten, damit alle Prozessbeteiligten dort informiert sind. Wo ist gerade Status? Wo stehen wir gerade? Wo muss vielleicht jemand eine Freigabe erteilen? Das ist zwar nicht immer so. Deshalb ist es auch immer schwierig, dort die Kommunikation transparent zu halten oder den Prozess auch transparent zu halten für alle Prozessbeteiligten. Und das ist natürlich schon eine Herausforderung in dem Bereich. ### Innovationspotenzial im modernen Tiefdruck Ich habe hier noch zu stehen. Technologie der Zukunft im Tiefdruck. Sehen Sie da noch Innovation? Tiefdruck ist ja eines der ältesten Druckverfahren überhaupt. Sehen Sie da noch Entwicklungspotenzial aus Reprosicht oder ist das mittlerweile doch ziemlich ausgereift? Also wir sind im Bereich der Druckform, sage ich jetzt mal. Die E-Gravure ist so der Standard, den wir da aktuell haben, der auch am meisten eingesetzt wird. Aber ich denke, alle Druckformhersteller sind im Bereich der Direktlasertechnologie auch schon vertreten und sind auch bestrebt, dort die Technologie voranzutreiben, sodass wir dort im Bereich Direktlaser vielleicht jede Näpfchenform, die wir irgendwann mal erstellen wollen, auf die Druckform bekommen und somit dann solche Kombinationen eliminiert werden. Dass wir wirklich nur noch mittels Direktlaser arbeiten können. Da kommen noch die Oberflächenmaterialien, kommen da auch noch hinzu. Wie lange können wir noch Kupferchrom einsetzen? Das ist dann die Frage. Vielleicht ist die neue Oberfläche vielleicht auch zwingend dazu notwendig, eine Direktlasertechnologie einzusetzen. Auf der anderen Seite haben wir im Bereich der Endkontrolle in unserem Hause die Sealingstechnologie entwickelt. Hier können wir die Zylinder der Oberfläche abscannen und auf Fehlstellen prüfen und mit den Reprodaten auch nochmal vergleichen. Und das hat uns im Bereich der Qualität enorme Steigerungen gebracht. Hier können wir auch Ressourcen sparen, weil wir halt die Zylinder nicht mehr andrucken müssen. Wir brauchen kein Material mehr. Wir brauchen keine Farbe mehr. Und das ist natürlich ein großer Vorteil. Im Übrigen wollen wir diese Technologie auch dem Markt anbieten, sodass auch andere Druckformhersteller wie auch Druckereien diese Technologie erwerben können. Und wir haben auch schon die ersten Interessenten im Bereich der Druckereien, die sagen, wir möchten vielleicht nach dem Druckprozess den Zylinder prüfen, um zu sagen, muss der Zylinder neu gefertigt werden oder können wir den direkt so wieder einlagern? Genau. Bleiben wir ruhig nochmal eben beim Tiefdruck außerhalb des Protokolls. Ist das denkbar, dass man eine Lasergravur macht, dass Sie die Repro machen und die Fertigung findet aber beim Kunden direkt statt? Ist das auch ein Ziel, was Sie verfolgen? Ist das das, was es schon gibt? Das gibt es natürlich bei den Innenhaus-Gravuren, wo wir im Bereich der Zentral-Repro die komplette Repro machen. Da gibt es dann Profil-Austausch. Die Zentral-Repro arbeitet die Daten mit den Parametern der Druckerei aus und dann wird direkt vor Ort bei der Druckerei der Zylinder dann auch gebildet. Solche Szenarien gibt es schon. Gibt es schon. ### Cloud-Lösungen und MESIUS Repro-Möglichkeiten Hört sich ja für mich so ein bisschen, wenn Sie sagen Cloud, auch nach dem Zukunftsszenario an. Man spricht ja auch so vom 3D-Druck in ähnlicher Richtung. Denkt man ja, dass man irgendeiner hat die Daten, der hat auch danach den Wert und entstehen einfach nur die Gravierautomaten für die Druckzylinder in den Produktionssälen, in den Drucksälen sozusagen. Vielleicht im Digitaldruck, denkbar auch, dass vielleicht so eine Digitaldruckmaschine direkt an der Weiterverarbeitungsanlage entsprechend integriert ist. Wer weiß. Wäre noch eine weitere Frage außerhalb des Protokolls. Als Gruppe MESIUS haben Sie ja alle Repro-Möglichkeiten, auch für Flexodruck. Ist das auch etwas, wo man sieht, naja, das wächst zusammen? Weil ich höre immer wieder von der Marke, mir ist es eigentlich egal, wie gedruckt wird, aber das sieht immer gut aus. Ob es dann digital ist für eine kleine Auflage oder vielleicht hybrid, sogar flexodigital. Gerade auch bei Etiketten ist das ja etwas, was im Moment so ein bisschen kommt. Ist das auch etwas, wo Sie sagen, da setzen wir einen Fokus drauf? Ist das im Fokus auch der Kunden, die Sie bedienen? Also unsere Kunden lassen sich entsprechend auch beraten. Die sagen, okay, wie hoch ist die Auflage? In welchem Verfahren können wir das entsprechend am besten bedrucken? Ist natürlich auch immer abhängig davon, auf welchem Material das später auch gedruckt wird und welches Verfahren dann eingesetzt wird. Deshalb, da können natürlich im Vorfeld gute Ideen vom Bereich Marketing und Agentur direkt schon über einen Haufen geworfen werden, weil dann im Nachhinein gewisse Parameter gar nicht bedacht worden sind. Oder andersherum, ein Wunschergebnis kann nicht erzielt werden, weil man im Nachhinein dann entsprechend das Material oder das Druckverfahren gar nicht bedacht hat. Deshalb ist es auch in der Prozesskette umso wichtiger, dass alle Beteiligten so früh wie möglich miteinander kommunizieren, um solche Fehler zu vermeiden, weil die sind dann entsprechend kostspielig und zeitaufwendig. Wie gesagt, ich spule auch mal 30 Jahre zurück, da hatte ich einen Ziehvater in der Flexpack-Industrie und der hat mir immer gesagt, das ist bei den Druckern irgendwie ganz anders als bei den Extrudeuren. Einen Extrudeur würde man nie vorschreiben, welche Maschine er zu nehmen hat oder welche Technologie, ob Gießfolie oder Blasfolie. Bei Drucktechnologie ist das völlig Standard, dass der Markenartikler sogar sagt, ich möchte es nur im Tiefdruck haben. Wie kommt das? Das weiß ich jetzt so auch nicht, keine Ahnung. Vielleicht sind da die Erfahrungen der einzelnen Leute auch, die dann auch sagen, okay, es gab mal eine Zeit lang, wo ein Handel gesagt hat, ich möchte unbedingt Tiefdruck haben. Woher das kommt, weiß ich nicht, keine Ahnung. Ist es denn heute noch so, dass man wirklich den Tiefdruck grundsätzlich für die größeren Auflagen nimmt, weil wir hören ja auch und lesen vom Flexodruck, dass der große Auflagen auch mittlerweile gut drucken kann? Oder hat das wirklich nur zu tun mit Optik, mit Ausstattung des jeweiligen Lieferanten? Oder wonach entscheidet sich das? Oft ist es immer noch ein Thema Auflage. Aber diese Frage haben wir zum Beispiel auch in der Slide-Umfrage in unserer morgigen Präsentation entsprechend auch berücksichtigt, weil wir auch mal wissen wollen, woran orientiert sich da jemand? ### Flexodruckformen: Platten und Elastomere Genau, ich glaube, da ist nämlich ein Umbruch da. Das habe ich auch so ein bisschen vermutet. Deswegen komme ich auch drauf jetzt spontan. Wenn wir jetzt mal Richtung Flexodruck gucken, wie sieht es denn da mit dem Recycling aus? Ja, wie gesagt, also die Flexodruckform ist ja entsprechend, je nachdem, ob es eine Platte oder Elastomer-Bereich ist. Eine Platte wird entsorgt im Grunde und der Elastomer-Bereich kann entsprechend regumiert werden. Und all das, was beim Prozess der Flexodruck-Platte zur Herstellung benötigt wird, wird ja auch noch nicht im Kreis geführt so wirklich. Das waren ja früher sehr unwünschte Lösemittel. Wie sieht das heute aus? Ich bin da gar nicht so auf dem Laufenden. Also beim Elastomer-Bereich wird direkt bebildert, im Grunde genauso wie im Tiefdruckbereich. Und das, was dort abgetragen wird, wird dann natürlich abgesaugt und dann auch entsorgt. Klar, das ist ja auch nicht mehr viel über. Und wenn wir dann auswaschen müssen noch, dann sind es wahrscheinlich Kreislaufprozesse, die dann auch mittlerweile favorisiert werden. OK, ja, damit bin ich eigentlich durch. Schönen Dank, Herr Büning, für das nette Gespräch hier am Vorabend der 7. Verpackungsdrucktagung. Ich freue mich auf den Vortrag. Vielen Dank für die Einladung. Ja, das war ja der kurze Innoform-Podcast mit Ingo Büning live im Vorfeld der Drucktagung in Osnabrück. Entschuldigen Sie die Nebengeräusche. Wer auch einmal Lust hat, einen Podcast mit mir aufzunehmen, eine kurze E-Mail genügt an ks@innoform.eu. Ich sage Dankeschön fürs Interesse und freue mich aufs nächste Mal, Ihr Karsten Schröder. **Kategorien:** Digitaldruck, Flexodruck, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Neuigkeiten, Repro und Druckzylinder, Tiefdruck --- ### [Nachlese 7. Expertentreff Verpackungsdruck 2021 - Materialvielfalt](https://inno-talk.de/nachlese-7-expertentreff-verpackungsdruck-2021-materialvielfalt/) **Published:** Dezember 6, 2021 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Es war ein Wiedersehen der Extraklasse. So nannten es Teilnehmer sinngemäß. Doch woran lag das? In 2020 musste die Drucktagung, wie Insider sie nennen, rein online stattfinden. Damals war alles online noch sehr ungewohnt. Doch schon im letzten Jahr genossen rund 50 Teilnehmer die Vorträge, Abstimmungen und Diskussionsrunden. In diesem Jahr sollte es nun endlich wieder in Präsenz stattfinden. Doch die Corona-Pandemie bremste im Vorfeld drastisch die Erwartungen hinsichtlich der Teilnehmerzahlen. Letztlich reisten 40 Teilnehmer nach Osnabrück und 10 Online-Teilnehmer waren vor den Bildschirmen mit Fragen und zahlreichen Abstimmungen live dabei. Wie erwartet gab es Absagen wegen Reisebeschränkungen, Corona-Quarantäne und einfach aus Unsicherheit. Inhaltliche Highlights, wie die neue Inkjet-Druckmaschine für Flexpack oder auch die Live-Zuschaltung aus dem Technikum W&H, zeigten die Professionalität, mit der heute Hybrid-Events durchgeführt werden können. Auch ein Referent wurde live zugeschaltet, auf den wir sonst hätten verzichten müssen. Aber war das die besagte Extraklasse? Nein – die Besonderheit dieses Events lag neben den enorm hochwertigen und inhaltsschweren Vorträgen in der Stimmung. Alle Teilnehmer – man könnte sagen der harte Kern – lechzte nach persönlichem Austausch, dem gemeinsamen Kaffee in den Pausen, dem Glas Wein beim Tapas-Vorabend und dem selbst gebrauten Bier im „Rampendahl“. So war die Quote der Teilnehmer am Vorabend mit über 70% so hoch wie nie, und im Rampendahl waren fast alle dabei – trotz oder wegen der 2G-Regel, die strikt kontrolliert wurde. Das Bier floss, der Grünkohl dampfte und die Stimmung war grandios. Es war alles wie vor der Pandemie, nur intensiver und – kleiner. Wer sich inhaltlich mit den Vorträgen beschäftigen möchte, kann diese noch sehen und hören. Die Aufzeichnungen sind nun zum Sonderreis von 299,- €, einschl. digitalem Veranstaltungsordner, erhältlich. Hier geht es zum Event: [https://www.innoform-coaching.de/site/event/detail.php?event\_id=1137](https://www.innoform-coaching.de/site/event/detail.php?event_id=1137) Wer erst einmal sehen will, worum es ging, kann hier das Finale von mir ansehen. 7. Esxpertentreff Verpackungsdruck 2021 Live-MitschnittDie nächste Drucktagung findet am [23./24.November 2022](https://www.innoform-coaching.de/date/VD-11-22) ebenfalls in Osnabrück statt. Wir können gespannt sein, wie dann die Stimmung sein wird. Klicken Sie auf das [Datum](https://www.innoform-coaching.de/date/VD-11-22), um den Termin in Ihrem Kalender vorzumerken. Eine schriftliche Darstellung der inhaltlichen Themen der Tagung finden Sie auch bei unserem Medienpartner Labelpack unter diesem Link:[ https://www.labelpack.de/7-expertentreff-verpackungsdruck-materialvielfalt/](< https://www.labelpack.de/7-expertentreff-verpackungsdruck-materialvielfalt/>) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Frank Jacobs von XEIKON zu Toner- und Inkjet Digitaldruck](https://inno-talk.de/frank-jacobs-von-xeikon-zu-toner-und-inkjet-digitaldruck/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Etiketten + Sleeves, Flexodruck, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Repro und Druckzylinder, Tiefdruck, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Druckfarben, Folien, Karsten_Schroeder, Materialvielfalt, Verpackungsdruck --- ### [Wie beeinflussen Druckfarben das Folien-Recycling - Podcast mit Frau Dr. Annett Kaeding-Koppers](https://inno-talk.de/wie-beeinflussen-druckfarben-das-folien-recycling-podcast-mit-dr-annett-kaeding-koppers/) **Published:** Dezember 15, 2021 **Author:** Karsten Schröder **Content:** In dieser Podcast Episode berichtet Frau [Dr. Annett Kaeding-Koppers](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=77905) über die Projektinitiative PrintCYC, die 2019 als Impulsgeber für Flexpacker aus der europäischen Initiative Ceflex entstanden ist. Wir sprechen über die Rolle des Handels, der Druckfarbenhersteller und der Verpackungsdesigner. Alle Glieder der Lieferkette können und müssen Beiträge leisten, um aus bedruckten Folienverpackungen wieder Folienverpackungen werden zu lassen. Das geht nicht ohne den Gesetzgeber, der zumindest für Lebensmittelverpackungen dieses größtenteils noch ausschließt. Und genau deswegen ist die Lebensmittelverpackung der Benchmark. Im Gespräch berichtet Frau Dr. Kaeding-Koppers über den Mut vieler Marken und Kosmetikhersteller, hier mit recycelten, etwas anders anmutenden Verpackungen in den Markt zu gehen. Wird grau das neue grün? Welchen Nutzen könnten Marken aus dem Einsatz von Regenraten ziehen, und was kann der Druckfarbenhersteller und Extrudeur tun, um aus Abfall Folie werden zu lassen? Profitieren Sie von diesen erfrischend optimistischen Einblicken, auch schon in wenigen Jahren große Fortschritte auf Basis des mechanischen Recyclings machen zu können. Gespannt dürfen wir alle sein, wie Designer\*innen und Handel sowie die Markeninhaber mit Farbabweichungen der Regenerate umgehen werden. Bei Weiß- und Buntglas hat das funktioniert. Auch auf [Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/dr-annett-kaeding-koppers-%C3%BCber-die-recyclingf%C3%A4higkeit/id1557657558?i=1000545013626) oder [Overcast ](https://overcast.fm/itunes1557657558/inno-talk)etc. Projektpartner: [www.akk-innovation.de](http://www.akk-innovation.de/) | [www.brueckner-maschinenbau.com](http://www.brueckner-maschinenbau.com/) | [www.erema.com](http://www.erema.com/) [www.hubergroup.com](http://www.hubergroup.com/) | [www.packsysglobal.com](http://www.packsysglobal.com/) | [www.profol.com](http://www.profol.com/) ### Verwandte Episoden - [Papier-Hype vs. Folien-Fakten II – Die Recycling-Realität: Wer kriegt den Keks (und wer nur die Krümel)?](https://inno-talk.de/papier-hype-vs-folien-fakten-ii-die-recycling-realitaet-wer-kriegt-jetzt-den-keks-und-wer-nur-die-kruemel/) - [Folien-Material-Analyse Podcast mit Daniel Wachtendorf](https://inno-talk.de/folien-material-analyse-podcast-mit-daniel-wachtendorf/) - [Was haben Druckfarben mit Nachhaltigkeit zu tun?](https://inno-talk.de/was-haben-druckfarben-mit-nachhaltigkeit-zu-tun/) --- ### Alle Episoden abonnieren [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [Apple Podcasts](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Folienwissen Spezial, der Innoform-Podcast zum Inno-Talk. Heute im Innoform-Podcast zum Inno-Talk begrüße ich Dr. Annett Kaeding-Koppers. Sie leitet das Projekt Prinz Zück und sie wird uns aufklären, was man darunter versteht. Wir sprechen über die Kreislaufwirtschaft mit bedruckten, flexiblen Verpackungen entlang der gesamten Lieferkette. Wir erörtern, welche Rolle dem Handel in diesem Projekt zufällt und warum Designer und Designagenturen sich auch mit diesem Thema intensiv beschäftigen müssen. Wir reden über eingefärbte Rezyklate und eingefärbte Folien auch für Kosmetikprodukte. Was heute noch absurd scheint, wird die neue Normalität. Freuen sich auf dieses Interview mit Dr. Annett Kaeding-Koppers. Herzlich willkommen im Innoform-Podcast, Frau Dr. Annett Kaeding-Koppers. Sie beschäftigen sich mit dem Projekt Prinz Zück und wir wollen heute darüber sprechen, was dieses Projekt eigentlich bedeutet und womit Sie sich damit auseinandersetzen. Ja, vielen Dank erst mal für die Einladung zu diesem Gespräch. Das freut mich sehr. Prinz Zück ist ein Projektansatz der Wertschöpfungskette Verpackung. Es haben sich dort verschiedene Stakeholder zusammengeschlossen aus dem Maschinenbau, aus der Recyclingwirtschaft und der Folienproduktion und Veredlung und auch aus dem Bereich Druckfarbenherstellung, um das Thema Kreislaufwirtschaft von bedruckten Polyolefinfolien gemeinsam voranzubringen durch Industrieversuche. Schnell, pragmatisch und kompetent. Also wirklich eine Impulsinitiative. Ist ja ein hoch spezielles Projekt, was sich mit vielen Projektpartnern nur erfüllen lässt. Was befähigt Sie überhaupt dazu, so ein Projekt durchzuführen? Was sind Sie von der Ausbildung? Stellen Sie sich mal kurz vor. Ja, vielleicht zu meinem Werdegang. Ich habe viele Jahre in der Verpackungsbranche gearbeitet, habe dort Innovations- und Nachhaltigkeitsmanagement gestaltet bei einem mittelständischen Converter bei der Firma WIPAC und habe dort eigentlich das Grundlagenhandwerkzeug für die Verpackung gelernt über viele Jahre. Und das ist auch das, was notwendig ist, um jetzt das Thema Kreislaufwirtschaft für Verpackungen voranzubringen. Ja, das Thema ist, dass wir hier im Team zusammenarbeiten. Es ist ein sehr hochkarätiges Experten-Team, das ich hier koordinieren darf in diesem Projekt. Und das ist eigentlich die Dynamik, die wir auch daraus ziehen für das Thema nachhaltige Verpackung. Und Nachhaltigkeit ist eigentlich für mich die Triebkraft meines Tuns und Handelns. Also eigentlich während meiner ganzen beruflichen Karriere habe ich mich mit nachhaltiger Verpackung beschäftigt, um wirklich dort Beiträge für etwas Gutes zu liefern für unsere Kinder, letzten Endes. Das hört sich jetzt pathetisch an, ist aber wirklich die Triebkraft dahinter, Verantwortung zu übernehmen. ### Nachhaltigkeit: Umwelt, Soziales, Wirtschaft Vielleicht steigen wir da sogar mal noch kurz ein in das Thema Nachhaltigkeit, weil Sie das gerade so schön auch hervorgehoben haben. Nachhaltigkeit verstehen viele ganz einfach nur darin, dass eine Verpackung möglichst minimal ist oder am besten gar keine Verpackung eingesetzt wird. Wie definieren Sie denn so für Ihr Projekt den Begriff Nachhaltigkeit? Was bedeutet das für eine bedruckte Verpackung eigentlich? Ja, Nachhaltigkeit setzt sich ja im weitesten Sinne immer aus drei Kernelementen zusammen. Einmal natürlich die Umweltverantwortung. Wie können wir einen Beitrag leisten, etwas Verantwortliches zu tun, für die Umwelt Gutes zu tun. Das Zweite ist eben, die Wirtschaftsfaktoren zu berücksichtigen. Und natürlich das Dritte ist, Mensch und Gesundheit dabei zu berücksichtigen. Und das sind auch die drei Faktoren, die wir wirklich bei PRINZIC mit adressieren. Alle Partner haben sich dort committed für verantwortliche Produktion und verantwortliches Handeln. Um weltfreundlich zu operieren, keine schädlichen Emissionen in der Produktion, im Recycling eben zu verursachen. Und auch dort Klimaneutralität zu bewahren. Also das heißt eben auch keine schädlichen Abgase oder auch Ressourceneffizienz, das zu kombinieren. Also Ressourceneffizienz und Klimaneutralität. Das ist eigentlich das Ziel von PRINZIC. Und die Verantwortung eben auch ganz klar für einen Maschinenbauer ist auch immer Mensch und Maschine ein Thema. Das heißt auch keine Gefährdung des Maschinenoperators. Das sind natürlich ganz klassische Elemente, die da mit reinspielen. Jetzt können Sie natürlich mit so einem Projekt nicht die gesamte Flexpack-Industrie umkrempeln. Worauf liegt denn Ihr Fokus mit PRINZIC? Erzählen Sie uns vielleicht noch ein bisschen so die Kernidee. Wo soll es hingehen? Unser Fokus ist, die Bedruckung von Polyolefinfolien für das mechanische Recycling näher zu untersuchen. Im Fokus steht dabei die Druckfarbe und die einzelnen Komponenten der Druckfarbe. Was passiert eigentlich im Recycling mit der Druckfarbe, wenn ich sie nicht vor dem Recycling entfernen kann, so wie das heute eben auch der Fall ist in vielen flexiblen Verpackungen, wird die Druckfarbe nicht entfernt vor dem Recycling. Und das ist auch unsere Fragestellung. Was passiert eigentlich mit der Farbe, wenn ich in den Recycling-Extruder im mechanischen Recycling hineingehe? Und wir haben dort verschiedene Materialien im Fokus, eben BOPP-Folien, die wir bedrucken als klassischen Druckträger, aber auch LDPE-Folien. Und wir untersuchen die Rezyklate, die wir im mechanischen Recycling herstellen, qualitativ und auch quantitativ, also auch welche Ausstoßleistung kriegen wir dann im Recycling auch. Dass der Recycling-Prozess auch im Vordergrund steht, haben wir keine Störungen, zu viele Reinigungen. ### Druckfarben-Impact auf Polymer-Recycling Und der Impact auf die Polymere und auf das Recycling wird eben für die Druckfarbe analysiert. Die Druckfarbe mit all ihren Komponenten passiert dort eine Zersetzung einzelner Komponenten, wird Temperaturstabilität erreicht, das Recycling von Polyolefin-Folien benötigt Temperaturen von 240 bis 250 Grad für circa zwei Minuten. Und das müssen alle Druckkomponenten wirklich leisten. Ansonsten werden Schadprodukte vielleicht entstehen oder Oxidationsprozesse angestoßen, die wir nicht haben wollen, weil es eben Materialverschlechterung bewirken kann. Jetzt haben Sie schon ein paar Mal das mechanische Recycling genannt. Es gibt ja noch andere Recyclingverfahren, die im Moment in der Presse sehr stark auch gewürdigt werden. Das chemische Recycling beispielsweise, wo man ja wieder versucht, auf die polymeren Grundbausteine, auf die Monomere zurückzugehen. Sie fokussieren sich nur auf das mechanische Recycling. Warum? Wir betrachten das mechanische Recycling als den nachhaltigsten Recyclingansatz, der auf der Kurzzeitskala auch wirklich umgesetzt werden kann. Und zwar nicht nur jetzt hier in Deutschland umgesetzt werden kann, sondern weltweit. Es hat die weiteste Verbreitung heute schon das mechanische Recycling. Das heißt, wenn wir schnell wirksam werden wollen, die Kreislaufwirtschaft voranzubringen und einen Klimabeitrag zu leisten, dann ist das mechanische Recycling einfach schon etabliert. Von den Umweltaspekten her sind die anderen Verfahren noch in der Entwicklungsphase. Also das braucht einfach dort noch Zeit. Und man muss dann auch einfach mal über Ökobilanzen vergleichen. Was ist denn wirklich das nachhaltigste Recyclingverfahren? Und am Ende wird sicherlich eine kaskadenlartige Entwicklung vielleicht etabliert werden, dass man sagt, alles geht erst mal in das mechanische Recycling, weil es das nachhaltigste Recyclingverfahren ist. Und was nicht im mechanischen Recycling rezykliert werden kann, geht dann vielleicht in eine nächste Stufe. Mechanisches Recycling mit Lösungsmitteln kombiniert oder vielleicht sogar dann in das gesamte Pyrolyse-Recycling, wo ich dann wirklich wieder in die Grundbausteine im Prinzip die Polymere abbauen. Jetzt wissen die Leute, die sich mit mechanischem Recycling schon intensiv auseinandergesetzt haben, das, was da rauskommt, ist nie Neuware. Das heißt, man muss sowohl beim Anblick der Verpackung als auch bei Verarbeitung und so weiter Klimmzüge machen, um eine gleiche Qualität hinzukriegen wie mit Neuware. Außerdem ist ja im Moment für die Lebensmittelverpackung der Einsatz von Polyolefin-Rezyklaten zumindest in Europa bis auf ein paar wenige Ausnahmen verboten. Trotzdem setzen Sie auf mechanisches Recycling. Wer muss da mitspielen und wer muss welche Kompromisse eingehen? Ja, also es muss an dieser Stelle, wenn man ein solches Projekt angeht, die ganze Wertschöpfungskette mitspielen und es sind auch alle involviert. Das war für uns auch bei Prinsic eben der Ansatz, Partner aus der gesamten Wertschöpfungskette mit einzubeziehen. Es hängt immer davon ab, welche Anwendung für die Rezyklate denn vorgesehen ist. Das heißt, wenn ich jetzt den höchsten Standard sage und ich möchte Rezyklate zum Beispiel in der Lebensmittelverpackung einsetzen, dann ist das heute noch von den Regularien überhaupt nicht möglich und noch gar nicht erlaubt an dieser Stelle. Andere Bereiche sind dort offener, die nicht unmittelbar im Lebensmittelkontakt stehen oder nicht unmittelbar mit dem Menschen im Zusammenhang stehen. Parkbänke mal so als Stichwort wird ja immer gerne genannt. Das ist dann aber nicht der Kreislauf in der Verpackung. ### Qualitätsanforderungen nach Marktsegment Also es gibt natürlich auch Verpackungsanwendungen zum Beispiel im kosmetischen Bereich oder im Waschmittelbereich, wo die Anforderungen dann an die Rezyklatqualitäten andere sind als jetzt für die Lebensmittelverpackung, die den höchsten Standard fordert. Und darum geht es auch. Man muss die Rezyklate bewerten, die man erzeugt, gemäß den Anforderungen der verschiedenen Marktsegmente. Also was wird dort denn gefordert? Und jedes Marktsegment hat seine eigenen Regularien und Richtlinien. Und dem gegenüber muss das Rezyklat qualitativ untersucht werden. Weil wir gerade so schön dabei sind. Ich weiche ein bisschen ab vom Manuskript hier in Vorbereitung. Aber stellen wir uns mal vor, ich bin jetzt ein In-Verkehr-Bringer. Ich produziere Kartoffelchips, mache eine BOPP-Folie, bedrucke die im Kontadruck, kaschiere eine zweite Folie dahinter. Und was passiert mit diesem von Ihnen mit einer besonderen Druckfarbe vielleicht versehenen bedruckten Material? Wie geht das dann weiter? Ja, also wir haben bei uns ein solches Snackprodukt uns einmal angeschaut und die einzelnen Komponenten mal definiert. Was ist dann in so einer Snackverpackung enthalten? Die besteht eben einmal aus der BOPP-Komponente. Sie besteht aus der Bedruckung. Das heißt, hier kommen dann die verschiedenen Farbelemente wie Pigmente zum Einsatz, wie Bindemittel, Additivierung der Farben und eben Lösungsmittel. Das macht die Druckfarbe dann aus. Und wir haben hier natürlich auch den Einfluss von Metallisierung beispielsweise, aber auch von Klebstoffen, was nachher alles ein Potpourri sein wird, Polymer und die einzelnen Komponenten Druckfarbe, Kleber, Metallisierung, was jetzt in so einem von Ihnen genannten Beispiel dann zum Tragen kommt. Bei Friseuc nehmen wir das auseinander. Wir untersuchen zunächst die Einzelkomponenten und rezyklieren diese. Und an einem zweiten Schritt rezyklieren wir dann auch den Gesamtverbund, wo dann alles zusammen im Extruder halt ist. Und wir vergleichen dann die Rezyklatqualitäten. Der Hintergrund ist, dass wir durch das Auseinandernehmen Zusammenhänge verstehen können der einzelnen Materialkomponenten. Was passiert im Extruder, im Recycling-Extruder und kriegen eben Hinweise auf die Druckfarbe und nachher auch auf die Verpackung, auf das Recycling von Verpackungen. Was müssen wir denn verändern, vielleicht im Produktdesign zum Beispiel Farbkomponenten verändern? Ist ein Pigment vielleicht nicht temperaturstabil? Dann muss es ausgetauscht werden durch eine andere Alternative. Oder ist das Bindemittel nicht temperaturstabil? Da haben wir beispielsweise Unterschiede festgestellt für Nitrozellulose-basierte Bindemittel gegenüber Polyurethan-basierten Bindemitteln. Die Polyurethan-basierten Bindemittel sind thermisch beständiger und damit haben wir natürlich eine bessere Rezyklatqualität am Ende erhalten. Das heißt so etwas, daran tasten wir uns heran, Schritt für Schritt und optimieren auf diese Weise dann das Produktdesign für so eine Snackverpackung. ### Rezyklat-Eigenschaften und Anwendungsgrenzen Also ich habe richtig verstanden jetzt. Ich wiederhole nochmal mit meinen Worten, vielleicht auch fürs Auditorium. Es war eine ganze Menge Information. Sie nehmen erst mal die Komponenten auseinander, versuchen zu verstehen, wo gibt es Probleme fürs Recycling letztlich, um daraus nicht wieder eine Lebensmittelkontaktmaterial-Verpackung machen zu wollen, sondern eine andere Verpackung. Zum Beispiel Kosmetik hatten Sie mir im Vorgespräch verraten. Aber so ein Rezyklat, was dann da rauskommt, ist doch immer ein bisschen farbstichig oder hat in irgendeiner Form andere vielleicht mechanische Nachteile. Ich weiß es von der Folienindustrie. Da werden ja für fünfschichtige Folien manchmal sieben, acht, zehn verschiedene Polymere zusammengemischt, um die optimale Performance für die Folienverpackung hinzukriegen. Bei einer OPP-Folie sind es vielleicht nur drei Schichten, aber auch da mehrere verschiedene Polymere. Die sind ja nachher alle zusammen. Muss nicht da der Handel vielleicht die Marke extreme Abstriche hinsichtlich Design, Haptik und so weiter machen, weil die Verpackung vielleicht fleckig wird? Oder versuchen Sie wirklich, dieses auf höchstes Niveau zu bringen, sodass Sie quasi 1A-Ware hinten wieder rauskriegen? Wie ist da Ihr Ziel? Also unsere Anforderung ist wirklich, Premium-Rezyklate herzustellen, die höchsten Anforderungen genügen können. Wir machen bei all unseren Versuchen zum Wiedereinsatz der Rezyklate in Folien immer das Benchmark-Rezyklat gegenüber Neuware, um zu sehen, wie gut sind wir denn jetzt wirklich mit unseren Rezyklaten? Und wir untersuchen eben auch Migrationen und schauen dann, was kommt denn eventuell aus Rezyklaten heraus im Vergleich zu dem Neuware-Produkt? Das heißt, es ist wirklich das Ziel für uns, die bestmögliche Qualität zu erreichen von der Materialseite. Das ist erst mal natürlich der Ansatz Post-Industrie-Abfall. Da kenne ich die Zusammensetzung, da kann ich etwas machen. Dann kommen natürlich für Post-Consumer-Abfälle. Da kommen natürlich dann noch die Use-Phase dazu, also die Benutzungsphase durch den Verbraucher. Hochspannend. Dann spielen ja auch später bei den Post-Consumer-Verpackungen wahrscheinlich auch Kontaminationen eine Rolle. Was war drin in der Verpackung? Wenn ich da eine Seife verpackt hatte, habe ich eben Seifenreste mit drin. Und wenn ich da einen Chips-Krümmel drin habe, ist es vielleicht nicht so kritisch. Auch das wollen Sie noch bewerten? Oder wird es dann in einem späteren Projekt bewertet, diese Post-Consumer-Verpackung? Also wir versuchen uns auszutauschen mit der Praxis und führen Gespräche auch mit der Recyclingwirtschaft, um wirklich zu sagen, können wir einen Beitrag mit den Ergebnissen leisten. Wir sprechen auch mit Brand-Ownern oder auch mit dem Handel, wo wir sagen, was kann denn hier auch gemacht werden mit einem farbigen Rezyklat? Daraus kommt auch wieder eine farbige Folie. Sie hatten das eben auch schon angedeutet und angesprochen. ### Farbige Folien ohne De-Inking-Prozess In unserem Ansatz ohne De-Inking, ohne Entfärbung entstehen farbige Folien. Und da stellt sich natürlich die Frage, kann ich denn, wenn ich Rezyklat wieder einsetze, der Handel hat alles in den Zielen formuliert für die Nachhaltigkeitsstrategie, kann ich dann statt einer transparenten Folie, vielleicht zukünftig, eine rezyklathaltige farbige Folie bedrucken und auch diese einsetzen in meinem Produkt? Und das ist natürlich eine Frage, das zu bewerten. Und wie sieht das Marketing dann vielleicht auch andere Farbeindrücke, Farbschwankungen vielleicht auch? Ist das dort akzeptiert? Ganz spannend. Beim Papier spricht keiner über Farblosigkeit, weil man es einfach so hinnimmt, weil es ein Naturprodukt ist, ist es eben braun. Und wenn man es mit Chemie bombardiert, wird es weiß. Aber man würde kein transparentes Papier verlangen. Bei der Kunststoff-Sache ist es natürlich umgekehrt. Da kennt man den transparenten Kunststoff und schätzt auch die Transparenz des Kunststoffes. Aber Sie sind schon der Meinung, dass der Handel da eine Rolle spielt und sagt: okay, wir leben jetzt mit eingefärbten Verpackungen. Werner Merz zum Beispiel geht ja schon ein bisschen voran mit seinen Reinigungsprodukten und geht da auch schon den Weg, dass er sagt: okay, das ist jetzt eine recycelte Verpackung, die ist 100 Prozent recycelt und recycelfähig. Aber welche Rolle fällt dann wirklich dem Markt und dem Handel denn zu? Ja, der Handel ist an dieser Stelle die Triebkraft, er gibt die Impulse und er gibt Richtlinien vor. Und er hat den Einfluss auf die gesamte Wertschöpfungskette Verpackung. Das heißt, was von dort gefordert wird, das setzt sich dann auf die Vorstufen, wirklich setzt sich das dort fort. Und der Handel hat ja auch, wenn man mal die Visionen, die Nachhaltigkeitsvisionen und Strategien anguckt, jetzt auch die Schwarzgruppe an dieser Stelle, das sind ja ganz klare Forderungen vom Handel, was sie erreichen wollen. Bis 2025 wollen sie im Durchschnitt 20 Prozent Rezyklatanteil in all ihren Private-Label-Verpackungen haben. Aldi geht noch weiter, die möchten 30 Prozent Rezyklat im Durchschnitt haben. Wenn man im Kosmetikhandel Diskussionen führt, sagen die: wir möchten eigentlich so viel Rezyklat einsetzen, wie wir bekommen können und wie es wirklich technisch realisierbar ist für unsere Verpackung. Das heißt, die Forderungen kommen jetzt, werden auch politisch natürlich getrieben durch das ganze Thema Green Deal und den Circular Economy Action Plan von der EU. Das setzt sich natürlich in die einzelnen Länder weiter fort. Und dem trägt der Handel natürlich Rechnung mit diesen Forderungen auch. Sie sind die Verpflichtung auch eingegangen. Gehen wir nochmal ein bisschen zurück in die Technik. Sie haben ja auch erwähnt, dass Sie nicht anstreben, die Druckfarbe wieder abzuwaschen. Es gibt Druckfarbenhersteller, die propagieren das im Moment ganz stark. Und ich komme nochmal zurück auf Werner und Mertz. Der hat es ja sogar so gemacht, dass er beim Standbeutel eine dünne Folie außen drauf nur drauf schweißt, die dann nachher beim Häckseln quasi separiert werden kann, die die Druckfarbe trägt. Und das dicke, massive Material des Beutels bleibt dann transparent, unbedruckt und kann dann besser recycelt werden. Sie sagen, nein, wir wollen nicht die Druckfarbe abwaschen. ### Bewusster Verzicht auf Entfärbung Wir wollen die Druckfarbe drin lassen, ganz bewusst. Und was sind die Gründe dafür, dass Sie diesen anderen Weg einschlagen? Na ja, wir kommen ja von der flexiblen Verpackung. Und wenn ich mir heutzutage mal die nachhaltigsten Verpackungskonzepte dort anschaue, dann sind das alles Pouchlösungen in den verschiedensten Formen mit Spout, ohne Spout. Und die sind alle vollflächig bedruckt. Und zwar die meisten davon sind im Konterdruck bedruckt. Das heißt, die Druckfarbe befindet sich in der Zwischenlage. Und unser Ansatz ist gestartet worden genau für solche Verbunde, wo eben die Farbe in der Zwischenlage ist und wo ich mal versuchen möchte, nicht mit Chemie erst, ich muss ja den Verbund auftrennen. Und genau diesen Ansatz gehen wir ja nicht. Wir sagen, wir lassen das drin. Wir brauchen es nicht aufzutrennen. Wir haben keinen zusätzlichen Energieeintrag, keine zusätzliche Chemie. Es sind damit vielleicht, wenn eine Druckfarbe das mitmacht, vielleicht ökologisch interessanter für unseren Ansatz und schauen mal, was für Rezyklate sich da realisieren lassen. Und wenn ich denke, muss ich im Prinzip für so einen Verbund eine Siegelschicht auflösen oder ich muss den Verbund auftrennen, um überhaupt an die Farbe heranzukommen. Und das brauchen wir in unserem Ansatz nicht. Und das entspricht ja eigentlich auch dem Wertebild der Nachhaltigkeit. Sie hatten es ja angesprochen, ökonomisch, ökologisch und sozial. Und wir dürfen das Ökonomische auch nicht aus dem Auge verlieren. Das Ganze muss bezahlbar bleiben und auch produzierbar bleiben. Und die Maschinen sind weltweit da, die eben diese Konterdruck-Lösung realisieren. Und es hat ja auch einen Grund, warum wir es so machen. Und diese vielen Vorteile des Zwischenlagendrucks wollen Sie also behalten einfach dadurch, dass Sie schauen, wie kriege ich die Druckfarbe und den Klebstoff natürlich auch thermisch stabiler, um daraus hochwertige Rezyklate zu machen. Spannendes Thema. Ich gehe noch mal zurück zu der Lieferkette. Wenn Sie jetzt feststellen würden, ein Partner muss jetzt was machen. Konzentrieren Sie sich wirklich nur auf die Druckfarbe? Oder ist es auch so, dass Sie auch den Polymerhersteller mit im Team haben und den Folienverarbeiter und vielleicht sogar den Designer, der die Verpackung anders designt, damit Farben eingesetzt werden, die vielleicht besser sind fürs Recycling? Wie weit gehen Sie da? Im Moment haben wir den Fokus. Das ist der Start des Projektes gesetzt mit der Druckfarbe. Wir gucken uns erst mal die Druckfarbe an und schauen uns die Wechselwirkungen an mit dem Polymer, also Polyolefine hier als Fokus, PP und PE, und schauen uns eben an, was haben wir dort an Eigenschaftsveränderungen durch die Farbkomponenten? Das ist ja nicht nur die Farbigkeit. ### MFR-Werte und Verstreckungsverhalten Es geht ja auch zum Beispiel um MFR-Werte. Es geht um veränderte Glastemperaturen. Es geht um veränderte Schmelztemperaturen, die sich ja alle auf die weitere Verarbeitung dann auswirken können. Und wir schauen dann in der Folienherstellung uns verschiedene Folienherstellungsverfahren auch an, weil die alle unterschiedliche Anforderungen an die Rezyklate dann stellen, also Blasfolie, Kastfolie. Und wir gehen auch in die biaxiale Verstreckung, was das sensibelste Folienherstellungsverfahren ist. Aber wir schließen natürlich damit dann auch den Kreislauf. Das heißt, eine BOPP-Folie ist beispielsweise ein ganz bekannter Druckträger, auch sehr viel eingesetzt. Und wenn wir feststellen können, wir können die Rezyklate auch wieder in BOPP-Folien einsetzen und dann diese auch wieder bedrucken, ist das vielleicht ja auch ein spannender Kreislaufansatz. Auf jeden Fall. Und wenn wir jetzt noch mal einen Blick Richtung Anfang der Lieferkette wenden. Wo haben wir genau die Hauptschwierigkeiten zurzeit? Sind es Polymere? Druckfarbe besteht ja im Wesentlichen aus Bindemittel, Pigment und Lösemittel. Haben Sie schon erste Ergebnisse, wo Sie sagen können, naja, wir müssen eigentlich schon bei den Rohstoffen, vielleicht beim Pigmenthersteller Veränderungen hervorrufen, damit nachher das Produkt recycelt werden kann? Oder sind Sie da eigentlich nur bei der Druckfarbenfabrik, die die Rezeptur anpassen muss? Wie muss ich mir das vorstellen? Also wir arbeiten im Moment mit handelsüblichen Druckfarbsystemen, die wirklich schon etabliert sind. Und wir bewerten sie einfach anders. Das heißt, wir arbeiten hier mit der Huber Group zusammen, die wirklich an Drucklösungen mit uns hier arbeitet und uns berät zu den einzelnen Komponenten mit der klaren Vorgabe der Temperaturstabilität. Wir prüfen wirklich, erfüllen die Komponenten heute schon diese Temperaturen und wenn nicht, dann tauschen wir im Prinzip diese Komponenten – zum Beispiel Pigmente, Azopigmente, jetzt mal hier so als ein Baustein genannt. Dann tauschen wir diese aus durch temperaturstabilere Komponenten und nehmen die dann für die Bedruckung heran. Das heißt, es ist eigentlich ein Ansatz, den man schnell realisieren könnte. Es werden keine neuen Großprojekte oder große Druckfarbenentwicklung angestoßen, sondern es wird nur neu kombiniert. Hochspannend. Das ist ja auch ein Erfolgsfaktor oft in vielen Entwicklungsprojekten, dass man eben auf Bewährtes zurückgreift und das anders kombiniert, um eben nicht das Rad neu erfinden zu müssen, was sich ja da manchmal endlos dreht. Ist Ihr konkretes Projekt jetzt in dieser ersten Projektphase? Sie sind sehr stark bei der Druckfarbe, habe ich verstanden. Sie wollen aber auch Pigmente verändern. Jetzt kann ich mir vorstellen, es gibt 3000 verschiedene Druckfarbenrezepturen. Sie können jetzt nicht jede Rezeptur prüfen. Irgendwann muss ein Projekt ja mal fertig sein. Man muss das Projektziel oder ich sag mal das Projektergebnis dann auch kommunizieren. ### Standardisierung bedruckter Folien-Bewertung Was wäre das ideale Ergebnis dieses Projektes? Also das ideale Ergebnis für uns wäre jetzt, wenn wir Diskussionen führen können, wirklich mit dem Marketing der Brand Owner und einfach mal dort unsere Lösungen vorstellen können. Das sind ja Lösungsansätze, Vorschläge, die wir erarbeiten. Mehr kann das Projekt auch nicht haben von dem Anspruch her. Und ich würde unglaublich gern mal dann solche bedruckten Folien bewerten lassen, mit vielleicht einem Testdruckbild sogar von einem Brand Owner auf Virgin Material gedruckt und auf dem bunten Rezyklat haltigen Material bedruckt. Und dann mal die Farbschwankung oder Farbabweichung bewerten lassen. Gibt es überhaupt eine? Sehe ich überhaupt was? Ist für uns jetzt auch noch ein Punkt, der noch dann ansteht? Oder habe ich vielleicht ein etwas bräunlicheres Produkt oder ein etwas grünlicheres Produkt? Und wie sieht das Marketing das? Könnte gray is the new green? Könnte das vielleicht ein neuer Marketing-Approach sein, um eine ökologische Verpackung vielleicht auf den Markt zu bringen? Einige Marken sitzen ja schon auf dieser Welle, sage ich mal, und wollen sie jetzt reiten, dass man sagt, auch allein schon durch das Antlitz der Verpackung, dass sie recycelt aussieht, kann ich ja auch bewusst positionieren. Wenn das natürlich alle tun, ist wieder alles gleich. Das kann das Ziel ja nicht sein. Und vor allen Dingen die letzte Frage, die ich jetzt hier noch habe. Wie wollen Sie andere denn motivieren, nur noch solche recycelfähigen Druckfarben zu verdrucken? Weil ich stelle mir jetzt vor, bei Post-Consumer, beim grünen Punkt landet ja alles. Da ist nicht nur die Farbe von Huber Group drin, sondern auch noch von den vielen, vielen Wettbewerbern auf der Welt. Und nicht alle haben ja diesen Ansatz, recycelfähige Druckfarbe in den Markt zu bringen. Und vor allen Dingen nicht alle Drucker sind ja schon so weit, dass sie sagen, ich nehme jetzt nur noch recycelfähige Druckfarben, weil sie vielleicht ja auch komplizierter ist, teurer ist, was auch immer, oder von bestimmten Quellen nur zu beziehen ist. Wie wollen Sie das auflösen? Wird das nachher sortiert oder wird das toleriert oder wie geht das? Also sicherlich kann man über die Sortierung und Digitalisierung sehr viel steuern. Das ist auch ein Ansatz, den wir mit berücksichtigen durch eine Kooperation, die wir zum Beispiel auch mit einer Initiative VR-Cycle haben, die sich komplett mit einem Produkt-Kompass beschäftigen und dann über die Digitalisierung steuern. Dies ist eine Druckfarbe, die ist geeignet für diesen Recycling-Ansatz, wie wir bei Prinsic jetzt mal gehen. Und dann kommt vielleicht ein anderes Produkt, das wird dann eben analysiert bezüglich einer anderen Druckfarbe und geht dann einen anderen Kreislauf in De-Inking oder in ein lösungsmittelbasiertes Recycling. Und das könnte man natürlich digital steuern. Hochspannend, Frau Dr. Kaeding-Koppers. Ich sage Dankeschön. ### Druckfarben als Zahnrad im Recycling Unsere Zeit ist fast erreicht. Ich habe verstanden, Sie sind ein Zahnrad im Getriebe der Recycling-Wirtschaft. Sie wollen die Druckfarbe recyclingfähiger machen, gehen dadurch die gesamte Lieferkette und versuchen sogar bis hin zum Handel auch ein bisschen Vertrauen zu erzeugen und vor allen Dingen auch Mitsprache zu ermöglichen, um eben eine Recycling-feste Druckfarbe vielleicht auch in den Markt zu bringen. Sie arbeiten mit anderen Partnern zusammen und welche das sind, werden wir im Abspann auch nochmal nennen, wer die Projektteilnehmer wirklich sind. Ich sage an dieser Stelle erst mal herzliches Dankeschön für dieses tolle Interview. Dankeschön, Frau Dr. Kaeding-Koppers. Vielen Dank, Herr Schröder. Projektpartner sind AKK Innovation, Brückner Maschinenbau, EREMA, Über Group, Paxos Global und Profol. Herzlichen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal. Ihr Karsten Schröder. **Kategorien:** Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Flexodruck, Folienherstellung/Veredelung, Folienprüfung & Analytik, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Tiefdruck, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Druckfarben, Folienverpackung, Recyclingfähigkeit --- ### [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen - Umdenken = Neudenken](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen-umdenken-neudenken/) **Published:** Dezember 22, 2021 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Eine Kooperati*onsveranstaltung von [SKZ ](https://www.skz.de/)und **Innoform*** Verpackungen haben sich viele Jahre vorwiegend in den Bereichen Produktschutz und Konsumentenfreundlichkeit weiterentwickelt. Doch seit einigen Jahre dreht sich vieles nur noch um Nachhaltigkeit. Was bedeutet dies? Geht es um Recyclingfähigkeit, und was ist das genau? Oder reden wir nur über umweltverträgliche Entsorgung oder doch mehr über Ressourcenschonung? In unserer Reihe der [**Umweltgerechten Kunststoffverpackungen**](https://www.innoform-coaching.de/site/event/detail.php?event_id=1151) möchten wir dieses Mal erneut zum Umdenken und Neudenken auffordern. Darunter verstehen wir einerseits, dass nicht *nur* die Recyclingfähigkeit weiter entwickelt werden muss, andererseits aber auch der Kundennutzen hohe Priorität hat. Zudem wird das Marketing nicht akzeptieren, dass Packmittelkosten explodieren und gleichzeitig Qualitäten wie Farbe oder sogar Festigkeiten oder Dichtigkeiten schwanken. Nach wie vor sprechen wir heute bei Recycling meistens von Downcycling in mechanischen Prozessen. Echte Kreislaufwirtschaft sieht anders aus. Sind wir da auf dem richtigen Weg? Oder müssen wir uns ganz von Einwegverpackungen im herkömmlichen Rahmen verabschieden? Ist Papier das Allheilmittel oder eventuell sogar neue Papiere aus Gras oder Algen? Wir möchten weder Vorurteilen noch Ideologien Vorschub gewähren. Wir klären auf entlang dieses großen Spannungsfeldes mit Vorträgen zu diesen Stichworten: - Grundlagen für die Diskussion um Nachhaltigkeitsbewertungen - Wir stellen alles in einen größeren Zusammenhang der Ressourcennutzung - Status Quo des mechanischen Recyclings - Wünsche und neue Möglichkeiten der Marken, auch ohne Greenwashing - Vergleich von Getränkekarton und Flexpack - Was können Maschinenbauer liefern? - Welchen Innovationsschub sollten wir nun nutzen? - Was bedeutet eigentlich Zero Carbon? - Wie steht es um die Biopolymere? - Und welche alternativen Werkstoffe haben wir zur Verfügung? Diese Themen und vieles mehr beim Netzwerken, bei Podiumsdiskussion und Votings erfahren Sie live in Würzburg oder wahlweise auch remote zugeschaltet, von wo auch immer Sie teilnehmen können und wollen. Profitieren Sie von der innovativen Hybrid-Event-Plattform von [eveema](http://www.eveema.com), die sich schon in vielen [Inno-Talks bewährt hat. ](http://www.inno-talk.de) Das Süddeutsche Kunststoffzentrum SKZ und Innoform haben auch das Format hybridisiert. So entstehen gemeinsame Teilnehmerlisten aus Online- und Präsenz-Teilnehmern, die mit modernster Technik vernetzen und diskutieren können. Alle sind in Q&A Sessions eingebunden und gestalten aktiv den Verlauf dieses modernen Formates mit. Live-Zuschaltungen sind ebenso dabei wie Wortmeldungen aus dem Auditorium im [CCW](https://www.wuerzburg-b2b.de/ccw-das-haus/). ![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2021/12/IM.jpg)Ach ja – und ein spannendes Rahmenprogramm wird es natürlich auch geben – allerdings exklusiv für alle Präsenz -Teilnehmer:innen. Melden Sie sich gern jetzt an, wenn es einmal etwas innovativer sein darf: [http://um.innoform.de](http://um.innoform.de/) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) - [Sabrina Schmidt vom IÖW spricht über die Bewertung der Nachhaltigkeit von Verpackungen](https://inno-talk.de/sabrina-schmidt-sprich-ueber-bewertung-der-nachhaltigkeit-von-verpckungen/) **Kategorien:** Biofolien, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Verpackungsdesign --- ### [Marina Dodel von Multivac über nachhaltiges Abpacken, Food-Waste und Flexpack](https://inno-talk.de/marina-dodel-von-multivac-ueber-nachhaltiges-abpacken-food-waste-und-flexpack/) **Published:** Januar 9, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Marina Dodel im Gespräch mit Karsten Schröder über nachhaltiges Abpacken. Sie kann das, weil sie Projektmanagerin bei Multivac ist und dort nicht nur ihre betriebswirtschaftliche Ausbildung machte, sondern auch ein duales Studium erfolgreich absolviert hat. Ihr Spezialthema ist von Beginn an die Nachhaltigkeit. Wir sprechen über die großen Trends wie nachhaltiges Abpacken, eCommerce, aber auch Plant-based Food und Biomaterialien. Alle diese Trends brechen über die Flexpackindustrie hinein und fordern auch Multivac heraus. Neue Füllgüter – wie vegane Fleischersatz-Lebensmittel – neue Materialien aus Biomasse bis hin zu Papierverbunden sind heute Tagesgeschäft im Thermoform-Geschäft für flexible Verpackungen. Dabei hat Multivac einen Schwerpunkt auf Lebensmittelverpackungen aus Kunststoff gesetzt – der Umwelt zuliebe. Und das ist wörtlich gemeint. Denn Multivac betrachtet die gesamte Lebenszyklusanalyse des verpackten Gutes. Und da ist Kunststoff oft vorne, manchmal aber auch nicht. Um das herauszufinden, braucht sie Detailkenntnisse und praktiziert fachübergreifendes Arbeiten. Viele Händler streben heute danach, auch online Fuß zu fassen, doch das bedarf oft neuer Verpackungssysteme und angepasster Problemlösungen. So ist bei Versandverpackungen die Bedruckung weniger relevant als Convenience-Eigenschaften und Produktschutz. Dieses und eine Reihe weiterer Themen streifen wir in diesem kurzweiligen Interview. Marina Dodel wird zu diesem Thema auch beim Inno-Talk: [Nachhaltiges Abpacken](https://www.inno-talk.de/termine/INT-01-22) sprechen. Den Podcast finden Sie entweder in Ihrer Podcast-App, wenn Sie unseren [Inno-Talk Podcast ](https://www.inno-talk.de/podcast)schon abonniert haben, oder gleich hier: ### Verwandte Episoden - [10. Inno-Talk im Januar 2021 – Nachhaltiges Abpacken](https://inno-talk.de/10-inno-talk-im-januar-2021-nachhaltiges-abpacken/) - [Flexpack-Branchentreff – 20. Inno-Meeting 2023](https://inno-talk.de/flexpack-branchentreff-20-inno-meeting-2023/) - [Alina Ott zu Digitalen Produktpässen – auch für Flexpack](https://inno-talk.de/alina-ott-zu-digitalen-produktpaessen-auch-fuer-flexpack/) --- ### Alle Episoden abonnieren [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [Apple Podcasts](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Folienwissen Spezial, der Innoform Podcast zum Inno-Talk. Ja, das Thema Plant-based ist ja mehr oder weniger sowohl bei den Materialien. Also viele sprechen dann von Biokunststoffen natürlich. Ein Thema, aber auch was die Lebensmittel betrifft. Heute begrüße ich im Innoform Podcast Marina Dodel. Sie spricht für und von der Firma Multivac aus dem Allgäu. Wir sprechen über Abpacken unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten. Wir werden sprechen über E-Commerce, über Plant-based Materials sowohl für die Füllgüter als Fleischersatz, aber auch vor allem natürlich Biopolymere. Welche Auswirkungen hat das auf nachhaltige Verpackung und auf das nachhaltige Abpacken? Welche Rolle kommt da den Markeninhabern und den Inverkehrbringern zu? Und was bedeutet Nachhaltigkeit eigentlich insgesamt für den deutschen Maschinenbau? Freuen Sie sich auf dieses Interview mit Marina Dodel. Ja, herzlich willkommen Marina Dodel von Multivac. Begrüße Sie recht herzlich beim Innoform Podcast zum Inno-Talk. Sie werden selber auch Referate sowohl beim Inno-Talk als auch bei den ein oder anderen Tagungen halten. Wir kennen uns noch nicht allzu lange. Der Reinhard Ruhland hat Sie mir vorgestellt als Projektmanagerin bei Multivac. Was genau machen Sie da? Genau. Herzlich willkommen auf meiner Seite. Also ich bin, wie Sie schon erwähnt haben, Projektmanagerin im Bereich Corporate Innovation Center. Da gehören zu meinen Hauptaufgaben eigentlich die Organisation verschiedenster Projekte rund um die Verpackung. Das können sowohl Innenentwicklungsprojekte, Kundenprojekte oder auch irgendwelche anderen weiteren Projekte aus dem Bereich sein. Dann zum anderen ist eines meiner Schwerpunkte das Thema Nachhaltigkeit. Hier beschäftige ich mich hauptsächlich mit nachhaltigen Verpackungskonzepten und bin hier viel sowohl in der internen als auch externen Beratung tätig. Und ein drittes Aufgabengebiet ist hier die Betreuung unserer lokalen Innovationszentren. Aufgrund unserer weltweiten Tätigkeit in rund 140 Ländern bei Multivac haben wir in den letzten Jahren circa 15 lokale Innovationszentren aufgebaut. Und hier bin ich die zentrale Ansprechpartnerin, bin in engem Kontakt mit den Kontaktpersonen vor Ort und organisiere hier verschiedenste Events, versuche auch hier unterschiedliche Projekte zu leiten oder zu koordinieren. Ja, und mit den Kollegen vor Ort hier verschiedene Themen voranzutreiben. Hochspannend. Das ist ein breiter Strauß von Aufgaben, die Sie da bei einem Maschinenbauunternehmen übernommen haben. Wir haben im Vorgespräch gerade schon erörtert. ### Karriereweg zur Verpackungstechnik-Expertin Wir beide sind keine Vollblutmaschinenbauer. Was befähigt Sie zu dieser Aufgabe? Wie kommen Sie zu Multivac? Was haben Sie vorher gemacht? Genau, ich bin keine Maschinenbauerin. Ich bin ehrlich gesagt gelernte Industriekauffrau. Habe vor mittlerweile 12 Jahren bei der Firma Multivac meine Tätigkeit bzw. meine Ausbildung als Industriekauffrau begonnen. Bin dann hier bereits meinem zweiten Ausbildungsjahr in das Innovation Center, das damals noch Anwendungszentrum hieß, gekommen und wurde hier dann auch direkt als Bereichsassistentin übernommen. Und ja, durch diesen Job habe ich dann immer mehr Berührungspunkte zur Verpackungstechnik, zu den Verpackungsmaterialien und unter anderem auch zu Studenten aus den Studiengängen Lebensmittel, Technologie beispielsweise bekommen. Und dadurch stieg dann mein Interesse im Bereich Verpackungstechnik immer weiter an. Weshalb ich mich dann im Jahr 2014 dazu entschlossen habe, die Firma Multivac erst mal zu verlassen, um mein Abitur nachzuholen und dann anschließend wiederum über ein duales Studium bei der Firma Multivac den Studiengang Lebensmittel und Verpackungstechnologie an der Hochschule in Kempten zu belegen. Genau, und durch diesen Studiengang und durch meine ganzen Praxisphasen bei Multivac dann auch, bin ich immer mehr in das Thema reingerutscht und habe vor allem auch das Thema Nachhaltigkeit dann als eines meiner Schwerpunktthemen bekommen. Und das begleitet mich auch im jetzigen Arbeitsalltag noch. Darauf kommen wir später noch zurück auf das Thema Nachhaltigkeit. Da wollen wir nachher ein bisschen tiefer einsteigen. Aber uns trennt ungefähr eine Generation an Alter. Und deswegen wollen wir Sie natürlich auch persönlich noch mal ein bisschen besser kennenlernen. Da habe ich immer so ein paar Überraschungsfragen mitgebracht. Und die stelle ich jetzt einfach mal. Und Sie wählen einfach das fort aus, was besser zu Ihnen passt. Buch oder Hörbuch? Buch. YouTube oder Fernsehen? Fernsehen. Papier oder Plastik? Plastik. PET oder PP? PP. Mechanisches oder chemisches Recycling? Aktuell mechanisches. Hund oder Katze? ### Persönliche Einblicke und Sympathien kennenlernen Definitiv Hund. Sehr schön. Wollen wir Sie ein bisschen auch persönlich kennenlernen? Danke, dass Sie den Spaß mitmachen. Das ist für unsere Hörer auch immer ganz schön, noch mal so ein bisschen die Sache einzuordnen. Das geht ganz gut mit diesen zwei Dingen, die natürlich nie richtig passen, aber wo man sich entscheiden muss. Sehr schön. Danke schön. Wir wollen über ein paar aktuelle Trends sprechen, nicht nur bei Multivac, sondern natürlich in der gesamten Flexpack oder Verpackungsindustrie insgesamt, kann man sogar sagen. Sie als Multivac haben natürlich einen besonderen Fokus auch auf flexible und Kunststoffverpackung, Trayverpackung, alles diese Dinge. Aber das Thema E-Commerce ist ja auch für Multivac etwas, was jetzt quasi über Sie rüber hinweg rollt. In einer enormen Geschwindigkeit werden da Anforderungen formuliert. Wie stellt sich das zurzeit bei Multivac dar? Ja, genau, das Thema E-Commerce wird immer bedeutender auch für die Firma Multivac. Es ist einfach so, der Thema oder das Thema Digitalisierung nimmt immer mehr zu. Und natürlich auch Corona hat dazu seinen Teil beigetragen, dass mehr Leute zu Hause bleiben mussten, ihre auch Lebensmittel online bestellen mussten. Und da natürlich der Bereich Food bei Multivac eines der größten Hauptbereiche ist, fällt auch hier das Thema E-Commerce bei uns immer mehr an. Hier sind die Anforderungen teilweise komplett anders. Wir müssen nicht mehr am Point of Sale überzeugen mit der Verpackung. Es kommt eher auf die Kühlkette an. Auch hier das Thema Gewichtreduktion, was natürlich beim Online-Handel Gewicht immer auch Geld bedeutet. Das heißt, wir müssen viel auf möglichst leichte und einfache Verpackungskonzepte umsteigen, sehr flexible Maschinenkonzepte. Ja, und das ist ein sehr neues, sehr spannendes Thema bei uns. Sie sagten schon, Sie sind stark im Lebensmittelbereich. Zieht sich das auch in den E-Commerce hinein oder haben Sie dort auch mit Non-Food-Produkten zu tun? Also der E-Commerce-Bereich, muss man sagen, ist noch einer der geringeren oder kleineren Anteile bei Multivac und wird aktuell immer größer und hier aber hauptsächlich auch im Lebensmittel-, im Food-Bereich. Also auch hier spielt sich das wieder ab, dass der Non-Food-Bereich eher der kleinere Anteil aktuell noch ist. Also wenn einer eine Batterie bei Ihnen verpacken will für die Taschenlampe, dann könnte er das theoretisch auch mit einer Multivac-Maschine tun, aber ist nicht unbedingt Kernkompetenz. Besser wäre vielleicht die geschnittene Banane oder der frische Salat oder so etwas in der Richtung. Genau, richtig. Also Batterien sind jetzt nicht unser Kern-Business. Können wir aber jederzeit auch gerne machen. ### E-Commerce Trend bei Lebensmittelverpackungen Aber das Hauptbusiness auch im E-Commerce-Bereich bleibt auf den Lebensmitteln, genau. Ist denn da ein Trend zu erkennen, dass sich die Verpackungen doch deutlich unterscheiden zwischen stationärem Handel und E-Commerce? Oder sind das eigentlich nur leichte Modifikationen, die Sie im Moment entwickeln? Das kommt ehrlich gesagt ganz drauf an, welchen Vertriebsweg die Firmen oder die Unternehmen wählen. Also sind das jetzt Einzelhändler, wie zum Beispiel auch Rewe oder unsere gängigen Einzelhändler, die jetzt neuerdings auch in den E-Commerce-Bereich einsteigen und eins zu eins die gleiche Packung nehmen, die sie auch ab Point-of-Sale verkaufen. Oder sind das Unternehmen, die direkt aus der Produktion verkaufen. Dann unterscheiden sich die Packungen definitiv von der Verpackung, die Sie im Einzelhandel vorfinden, weil einfach nicht mehr dieser Point-of-Sale entscheidend ist. Sprich nicht zu viel Druckfarbe. Das Optische ist nicht mehr das Hauptkriterium, sondern es kommt auf andere Anforderungen an. Genau. Dem Theoretiker, zu dem ich mich zählen will, drängt es sich ja förmlich auf, dass die E-Commerce-Verpackung eine ganz andere sein sollte, aber noch nicht ist. Das heißt, da tut sich aber jetzt in der nahen Zukunft, in dem ich Ihnen recht gebe, eine ganze Menge. Hat das auch Auswirkungen auf die Materialwahl oder nur auf die Gestaltung der Verpackung? Ich denke sowohl als auch, wobei man bei den Verpackungsmaterialien meiner Meinung nach sehr gut auf bereits bestehende, die sehr gute Lösungen zurückgreifen kann, gerade im Bereich flexible Materialien. Mono-PP, Mono-PE sind da super. Materialien, die wiederum auch nachhaltig und recycelbar sind. Und da denke ich, können wir auf viele bestehende Materialien zurückgreifen und hier im E-Commerce-Bereich super anwenden. Ein neuer Trend, der sich ja auch abzeichnet, wenn wir mal beim Material bleiben, sind ja die pflanzlich basierten Rohstoffgewinnungsverfahren, die sich mehr und mehr etablieren. Arbeiten Sie auch mit diesen sogenannten Plant-Based-Materialien? Und welche Lösung gibt es da vielleicht schon? Ja, das Thema Plant-Based ist ja mehr oder weniger sowohl bei den Materialien, also viele sprechen dann von Biokunstoffen natürlich, ein Thema, aber auch, was die Lebensmittel betrifft. Und es sind beide Richtungen, das ist ein sehr großer Trend, den auch wir bei Multivac sehr stark verfolgen, sprich einerseits die Verwendung von Biokunstoffen als Verpackungsmaterial, aber auch, wie verpacke ich Plant-Based-Lebensmittel, sprich vegane Alternativen oder ähnliches. Und das sind beide Richtungen, natürlich Themen, die uns auch sehr stark betreffen. Ist es so, dass diese Plant-Based-Lebensmittel, also sprich die vegane vegetarische Ernährung im Moment, ihr Tun dominiert oder hält sich das tatsächlich die Waage im Vergleich zu den Materialien? Ich würde sagen, es hält sich mehr oder weniger die Waage. Das Thema Biokunstoffe ist seit Jahren schon ein Thema und das Thema Plant-Based-Lebensmittel kommt momentan sehr, sehr stark und mit einem starken Anstieg. Das ist, denke ich, der Unterschied. Spannend ist ja, dass es überhaupt diese starke Bewegung gibt. Sie sind ja auch stark natürlich im Fleischbereich, Wurstwaren, Käse. Das sind die Maschinen, oder das sind die Bereiche, wo Multivac die Maschinen liefert. Diese Stellung wollen Sie sicherlich behalten. Wie passt das in das Konzept Biopolymere? ### Flexible Materialverarbeitung und Siegelparameter Denn da sind ja doch oft andere Siegelparameter, andere Thermoformparameter nötig. Funktioniert das mit Ihren Standardmaschinen schon oder müssen Sie da alles starke Anpassungen vornehmen? Wie sieht das in der Praxis aus? Also in der Praxis funktioniert das, ehrlich gesagt, relativ gut. Wir verarbeiten da schon sehr viele verschiedene Materialien, haben auch verschiedene Entwicklungsprojekte mit Folien oder Materialherstellern. Da würde ich sagen, die lassen sich sehr, sehr gut auf unsere Maschinen, auf unsere bereits bestehenden Maschinen. Hier unterscheiden sich eher dann die Temperaturbereiche oder ich muss meine die Maschinenparameter anpassen. Aber ich brauche jetzt keine generell neue Maschine dafür. Das ist schon mal sehr erleichternd, weil viele wollen ja gerne Richtung alternative Materialien. Ein alternatives Material ist immer wieder Papier, wird oft genannt. Arbeiten Sie auch mit papierbasierten Folien? Rein Papier wird es wahrscheinlich nicht gehen auf Ihren Anlagen, könnte ich mir vorstellen, aber doch vielleicht Verbundmaterialien? Wo ist da der Moment der Status? Wir arbeiten sehr viel mit fasergestützten Papiermaterialien sowohl im Tiefziehbereich als auch für die Traceless, sprich für die Schalenmaschinen. Diesen Trend gibt es auch schon seit mehreren Jahren und der wird auch immer verstärkt, weil einfach auch für den Braucher das Material Papier einfach sehr natürlich und sehr nachhaltig von der Optik und Haptik erscheint. Von dem her ist das definitiv ein starker Trend, mit dem wir uns sehr, sehr stark beschäftigen. Und hier wird es auch in naher Zukunft oder in Zukunft weitere Entwicklungen geben. Bleiben Sie dann immer noch bei Ihrer Strategie versiegeln, oder geht es da auch schon Richtung Verkleben? Gibt es auch schon solche Ideen? Können Sie da aus dem Nähkästchen plaudern, oder ist das jetzt zu indiskret? Also bei uns wird – ich denke, da spreche ich für die Firma Multivac – wird der Großteil beim Versiegeln bleiben. Genau, weil es einfach auch von der Effizienz her und von der Sterilität letztlich auch das sicherste Verfahren wahrscheinlich ist. Genau. Machen wir den Bogen mal ein bisschen größer. Gucken wir nochmal auf das Thema Nachhaltigkeit in Bezug auf Verpackung. Wo sehen Sie da eigentlich so die großen Themen im Moment im Bereich Nachhaltigkeit? Welche Probleme müssen gelöst werden? Wo sind die Knackpunkte, damit wir wirklich nachhaltiger werden? Und was ist das eigentlich aus Sicht eines Maschinenbauunternehmens? Also für mich gehören zum Thema Nachhaltigkeit grundsätzlich mit Sicherheit die drei R’s, wie wir sie immer nennen: das Thema Renew, sprich erneuerbare Materialien, wie auch Biokunstoffe oder faserbasierte Materialien. Dann das Thema Reduzierung – Reduzierung von Kunststoffmaterialien oder von Verpackungsmaterialien allgemein – und das Thema Recycling natürlich. Und auch nach diesen drei R’s haben wir bei Multivac unsere Nachhaltigkeitsstrategie aufgebaut und verschiedenste Verpackungskonzepte entwickelt. ### Nachhaltige Hebel im Materialbereich Und gerade im Materialbereich sind das meiner Meinung nach die drei Hebel, mit denen man definitiv am meisten bewirken kann und auch muss. Allerdings auch aus meiner persönlichen Sicht und auch aus Sicht von Multivac darf man auch das Thema Lebensmittelverschwendung nicht vergessen. Denn wenn man bedenkt, dass beispielsweise ein circa 300-Gramm-Stück Rindfleisch etwa 200-mal mehr CO2 produziert als die Verpackung selbst, sollte uns, denke ich, allen bewusst sein, dass wir dringend Lebensmittelabfälle vermeiden müssen, um unsere Umwelt zu schonen. Und das sind so die Hauptthemen, mit denen ich mich auch persönlich sehr stark beschäftige und auch in meinem Job. Und genau, ich denke, da gibt es noch sehr viel zu tun, weil es auch noch mit Sicherheit zahlreiche Probleme hier gibt. Wir als Verpackungsindustrie, zu dem wir uns beide zählen, denken ja immer sehr stark im Detail und versuchen dann LCA-Analysen beispielsweise von Papier verbunden mit Kunststoff verbunden zu vergleichen und sind da dann in der zweiten Nachkommastelle unterwegs. Ich habe gerade gestern einen Podcast aufgenommen mit einem Einzelhändler oder einem Vertreter der Branche. Und die sagen, der Umstieg von Papier oder von Kunststoff-Tragetasche auf Papier-Tragetasche, den haben wir gar nicht gemerkt. Im Gegenteil, das war für uns eine riesen Marketing-Aktion. Das war eigentlich toll. Uns ist das Material eigentlich egal, weil uns geht es darum, Produkte gut zu verpacken und gut an den Mann zu bringen. Ist das etwas, was Multivac auch spürt? Oder gehen Sie da doch den Weg und sagen, nein, bei uns interessiert die letzte Nachkommastelle bei der Material-Effizienz oder Maschinen-Effizienz. Wo geht da die Reise hin? Also bei uns ist es ja generell so: wie unsere Kunden sind ja quasi dann wiederum die Kunden vom Einzelhandel. Und unseren Kunden ist letztendlich auch natürlich immer der Preis auch eine mitentscheidende Rolle, weil das auch mit das entscheidende Kriterium ist, wo sie dann beim Einzelhandel landen müssen. Dann das zweite Thema wird auch immer weiterhin sein, dass das Produkt von der Optik her am Point of Sale den Verbraucher überzeugen muss. Sprich, es kommt nicht auf die zweite Nachkommastelle einer LCA-Analyse an, sondern da spielen sehr, sehr viele andere Faktoren auch mit ein, die wir mit unseren Kunden diskutieren müssen. Und unsere Aufgabe ist es hier mehr oder weniger Vorschläge zu bringen, was auch aus technischer Sicht oder aus Sicht der Haltbarkeit möglich wäre. Die Entscheidung obliegt da natürlich letztendlich bei unseren Kunden. Und hier sind die Herangehensweisen und auch die Anforderungen tatsächlich sehr unterschiedlich, sei es länderspezifisch, sei es produktspezifisch oder auch die Preisklassen unterscheiden sich teilweise sehr stark. Und von dem her ist das bei uns eher eine beratende Rolle, die wir gerne geben können. Aber die Entscheidung trifft letztendlich dann unser Kunde selber. Das impliziert ja auch, dass die Markeninhaber oder die Leute, die das Produkt nachher in den Verkehr bringen, die bei ihnen ja die Maschine oder eigentlich das verpackte Gut bestellen – am liebsten eine große Verantwortung tragen, das richtige Material, den richtigen Prozess auszuwählen, sei es Richtung E-Commerce, sei es plant based, sei es Nachhaltigkeitsüberlegung. Wie genau funktioniert dann die Unterstützung ihrerseits? Machen Sie dann alternative Materialversuche? Zeigen Sie denen verschiedene Produktverpackungen oder wie geht das im Alltag bei Ihnen? Genau. Also die Kunden kommen oft zu uns. Es gibt auch unterschiedliche Herangehensweisen hier wiederum. Manche Kunden haben schon sehr direkte Vorstellungen, haben auch schon Unternehmensziele und Visionen, die sehr stark in eine Richtung gehen, beispielsweise ein Kunde sagt, der Fokus liegt bei uns zu 100 Prozent auf dem Thema Recycling. Dann können wir einfach gezielt in Beratungsgesprächen verschiedenste Konzepte vorstellen, die auf unseren Anlagen technisch umsetzbar sind und im Nachgang recyclbar sind. ### Kundenberatung bei Produktentwicklungsprojekten Dann gibt es aber natürlich auch Kunden, die kommen zu uns und sagen, wir haben noch gar keine Vorstellungen, wir wollen uns komplett neu aufstellen. Liebe Firma Multivac, helft uns hierbei. Dann können wir natürlich aus dem Vollen schöpfen und alles präsentieren, was möglich wäre, wiederum, und dann in Diskussionen mit dem Kunden eine Richtung dann quasi favorisieren, die man dann technisch umsetzen kann, im Endeffekt. Nun sind Sie schon ein paar Jahre dabei. Sie haben sicherlich schon die eine oder andere Produktentwicklung begleitet. Gibt es da vielleicht eine Lieblingsproduktentwicklung, die Sie vielleicht mal nennen wollen, die vielleicht durch diese Nachhaltigkeitsdebatte auch jetzt auf den Markt gekommen sind, die vielleicht gerade im Entstehen sind oder bald kommen? Also ganz explizit einzelne Projekte kann ich Ihnen ehrlich gesagt gar nicht nennen. Es sind auch – ehrlich gesagt – im Bereich Nachhaltigkeit noch sehr viel in Entwicklung und noch gar nicht veröffentlicht, weil das ein unglaublich langer Prozess einfach ist, der teilweise über mehrere Jahre geht. Und das Problem hierbei ist einfach auch, dass es keine einfache Entscheidung zunächst natürlich für unsere Kunden ist. Was ist denn nun die richtige Entscheidung oder das richtige Konzept? Und dann die ganze Produktion und alles umzustellen, dauert natürlich auch – sprich ein richtiges favorisiertes Projekt habe ich ehrlich gesagt nicht. Ich finde im Allgemeinen alles spannend, das ich dann letztendlich selber im Supermarkt vorzufinden sehe in den Regalen und weiß, das haben wir gemeinsam mit den Kunden gemacht. Wenn wir jetzt noch eine Abschlussfrage zum Thema Nachhaltigkeit hätten – wenn Sie jetzt einordnen müssten, wie weit sind Sie auf dem Weg zu einer wirklich nachhaltigen Betrachtung von Verpackungskonzepten, nenne ich es mal – weil Sie haben ja eigentlich immer das gesamte Konzept im Blick. Sie machen ja quasi die fertige Verpackung, anders als die anderen, die ich so bei mir im Podcast normalerweise begrüßen darf, die sich mehr um das Material kümmern oder vielleicht um die Maschinen, um das Material herzustellen. Sind Sie am Ende der Flexpack-Produktionskette oder – ich sage mal – wenn man im Kreis laufen denkt, die Kette, die es dann zum Recycling übergibt, sozusagen in den Handel. Wo sind da die Haupt – wie soll ich es alles drücken? Wo sind da die Haupt – wo ist das Hauptaugenmerk und wo sind schon die größten Erfolge zu verzeichnen? Auf welcher Skala sind da von 1 bis 10? Wie weit sind wir fortgeschritten? Wenn wir sagen, wir wollen hundertprozentig nachhaltig werden, sind wir jetzt bei 1 oder sind wir bei 10? Und wenn ja, warum? Das ist eine sehr gute Frage. Ich denke, bei uns ist gerade das Spannende, da wir eben weltweit tätig sind, unterscheiden sich natürlich auch die Gesetzgebungen, die Regelungen, auch die Anforderungen der Kunden wirklich von Land zu Land. Das ist einerseits das Spannende daran, andererseits aber natürlich auch eine Riesenherausforderung, weil es eben nicht diese eine Aussage gibt. Wir sind jetzt auf einer 8 auf der Skala. Das ist natürlich in Deutschland, sind wir meiner Meinung nach schon relativ gut aufgestellt. Da würde ich tatsächlich eine 7 bis 8 vielleicht schon geben, weil wir auch im Thema Recycling, wir haben eine Infrastruktur, wir haben Recyclinganlagen und so weiter. Wenn wir aber den Rest von Europa oder den Rest der Welt betrachten, sind wir da definitiv noch nicht annähernd bei einer 5, würde ich sagen. Also da gibt es noch unglaublich viel aufzuholen, unglaublich viel Aufklärungsarbeit. Infrastrukturen müssen zunächst mal gebildet werden. Und da gibt es wirklich noch sehr, sehr viel zu tun. Wie begegnen Sie denn als Person, aber auch als Multivac, diesen Shitstorms, die immer wieder auf die Folien, Verpackungsindustrie einprasseln. Plastik ist böse, wir verpesten die Meere. ### Kunststoffverpackungen und Meeresumweltschutz Wir als Experten wissen, dass unsere leichten Verpackungen oben schwimmen im Meer und deswegen immer verteufelt werden. Aber das, was böse ist, liegt eigentlich auf dem Grund. Und das sind gar nicht die Verpackungen, die würden wir gar nicht nehmen, diese Materialien für Verpackungen, die dann absinken. Wie gehen Sie mit diesen Sachen um? Also bei uns ist es tatsächlich oft so, dass die Kunden, die zu uns kommen, denen ist auch bewusst, dass Kunststoff kein schlechtes Material ist und wir nicht die Vermüller dieser Welt sind. Das kommt eher dann von außen. Man hört es privat. Man wird privat angesprochen. Oi, du arbeitest bei einer Firma, die Kunststoffverpackungen herstellt. Und da muss man sich eher privat, meiner Meinung nach, recht verdecken. Und uns hat, ehrlich gesagt, auch die Corona-Pandemie da ein bisschen geholfen, weil viele Menschen wiederum festgestellt haben, wie wichtig Hygiene, wie wichtig Haltbarkeit, Produktschutz und dieses ganze Drumherum ist. Und seitdem ist auch das Thema Kunststoff-Bashing bei uns gar nicht mehr ganz so ganz so aktuell. Ist das, was, glaube ich, die gesamte Branche auch so ein bisschen wahrnimmt. Schön, dass Sie das auch so einschätzen. Das ist auch meine Wahrnehmung. Wenn Sie jetzt einen Wunsch an die Markeninhaber, die ja doch so eine große Verantwortung eigentlich tragen bezüglich der Verpackung, Gestaltung, Material und auch Darbietung, E-Commerce oder stationärer Handel, wenn Sie an diese Markeninhaber, an diese In-Verkehr-Bringer einen Wunsch äußern dürfen. Was wäre das? Mein Wunsch wäre, dass es einheitliche Regelungen gibt, dass sich vielleicht auch einzelne Unternehmen, Verbände zusammenschließen und gemeinsam an diesen Projekten arbeiten. Dass es vielleicht auch gerade bei den Kunststoffverpackungen nicht mehr nur auf das Optische ankommt und sondern stattdessen lieber auf eine ehrliche Weise, weil meiner Meinung nach wird auch sehr viel Greenwashing betrieben, dass das nach außen hin für den Verbraucher nachhaltig aussieht, aber im Endeffekt gar nicht nachhaltig ist. Und vielleicht muss man Defizite beim Verpackungsdesign, bei der Optik in Kauf nehmen, damit diese Verpackungen dann aber besser recycelbar sind. Und wenn ich das aber ehrlich dem Konsumenten überbringe, ist das für mich — da ist mehr geholfen als kaputt gemacht. Das wäre eine große Bitte an alle In-Verkehr-Bringer, auch an den Einzelhandel, dass man da einfach ehrlich ist zu den Verbrauchern und einfach weiterhin viel Aufklärungsarbeit macht. Ein tolles Schlusswort. Danach kann nichts mehr kommen. Ganz herzlichen Dank für diese tolle Ausführung in diesem kleinen Podcast. Frau Dodel, erleben Sie Marina Dodel auch live beim Inno-Talk am 21. Januar 2022 um 13:30 geht es los. Top Thema, nachhaltiges Abpacken. Registrierungen sind möglich unter www.inno-talk.de mit oder ohne Bindestrich. Sie kommen immer richtig an. Registrieren Sie sich gerne kostenlos. Wenn auch Sie einmal Teil dieses Podcasts rund um das Thema Flexpack wissen werden wollen, mailen Sie mir einfach kurz Ihre inhaltliche Idee an ks@innoform.eu. In diesem Sinne bis zum Inno-Talk. ### Podcast-Abschluss und Verabschiedung Ihr Karsten Schröder. **Kategorien:** Abfülltechnik, Biofolien, Entsorgung / Recycling, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Thermofomen/Tiefziehen, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Multivac, Nachhaltigkeit, nachwachsend, Plant based --- ### [Klebstoffwerk in Betrieb genommen](https://inno-talk.de/klebstoffwerk-in-betrieb-genommen/) **Published:** Januar 17, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/01/VISTA-AEREA_1-1024x486.jpg)Neues vollautomatisiertes Werk in Fontanar, Spanien Es geschieht nicht alle Tage, dass auf der grünen Wiese eine neue Polyurethan-Klebstofffabrik gebaut wird. Im Allgemeinen werden existierende Produktionen erweitert, wobei die existierende Technologie beibehalten wird und der Rest der Fabrik mit der erweiterten Kapazität Schritt halten muss, so gut es eben geht. Das spanisch-deutsche Unternehmen Morchem produziert seit 36 Jahren PU Klebstoffe an seinem Standort in der Nähe von Barcelona. Die Firma ist in der zweiten Generation inhabergeführt. Diese Konstellation ermöglichte es, angesichts rapide steigender Marktanteile, schnell und innovativ die Produktionskapazitäten zu erweitern, um mit dem steigenden Geschäft Schritt zu halten. Inhaber und Geschäftsführer Helmut Schaeidt-Murga konnte sich dabei einen Traum erfüllen und sich, frei von internen Zwängen, eine ultramoderne Klebstofffabrik schaffen, die genau so gebaut wurde, wie sie nach dem aktuellen Stand der Technik idealerweise sein sollte: Großzügig, sicher, präzise und vollautomatisiert. Die „grüne Wiese“ für die Fabrik fand man in Fontanar, im Nordosten von Madrid, 40 Minuten vom internationalen Flughafen entfernt. So wurde ein unabhängiger zweiter Standort in Europa geschaffen, um auch für den Fall eines Produktionsstillstands den Kunden Liefersicherheit zu gewährleisten, was in der Branche durchaus nicht alltäglich ist. Die Produktion wurde nach Industrie 4.0 Standards entworfen und gebaut, um maximal zuverlässige Qualität und Lebensmittelkonformität zu produzieren. Konkret bedeutet das Vollautomatisierung und somit optimale Reproduzierbarkeit der Chargenspezifikationen. Anders als im Markt üblich, basieren die PU Klebstoffe von Morchem auf eigenen Polyesterentwicklungen. Die Polyester werden mehrstufig in seriell angeordneten Reaktoren produziert, wodurch optimale Bedingungen für die enge Molekulargewichtverteilung und die folgende Kettenverlängerungen entstehen. ![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/01/MORCHEM-005-682x1024.jpg)Alle Rohstoffe werden flüssig oder als Pulver in Tanks gelagert und ohne menschlichen Eingriff vollautomatisch den Reaktoren zugeführt, wodurch die Produktion völlig menschenleer ist, bis auf die „Piloten“ im Cockpit, die die Abläufe in den sechs Reaktoren steuern. Die Abfüllung und Bestückung der Paletten erfolgt ebenfalls vollautomatisch und unter Stickstoff in einer abgeschirmten Abfüllanlage, was zu einem hohen Maß an Hygiene in der Produktionshalle führt, ganz abgesehen von der Arbeitssicherheit. . [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/01/PARQUE-TANQUES-CON-LOGO_OK-1024x589.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/01/PARQUE-TANQUES-CON-LOGO_OK.png)Aktuell läuft die Fabrik mit einer Kapazität von 16.000 t im Jahr. Die sechs 25 t Reaktoren sorgen für eine überaus konstante Qualität und eine gute Optimierung der Effizienz. Auch wenn Morchem somit für das Wachstum der nächsten Jahre gut gerüstet ist, kann die Fabrik in ihrer Kapazität schnell erweitert werden, da, bis auf die erforderlichen zusätzlichen Reaktoren, die Infrastruktur der Fabrik auf eine Kapazität von bis zu 80.000 t ausgelegt ist. So sieht PU Klebstoffproduktion nach Industrie 4.0. aus! *Morchem ist Supporter der [www.inno-talk.de](http://www.inno-talk.de "www.inno-talk.de") Initiative für mehr Flexpackwissen.* ### Verwandte Episoden - [Alexander Bokisch von Henkel lädt zur Kooperation ein](https://inno-talk.de/alexander-bokisch-von-henkel-laedt-zur-kooperation-ein/) - [Prozessklebebänder für Convenience und mehr Recyclingfähigkeit](https://inno-talk.de/prozessklebebaender-fuer-convenience-und-mehr-recyclingfaehigkeit/) - [Vollautomatische Klebstoffherstellung](https://inno-talk.de/vollautomatische-klebstoffherstellung/) **Kategorien:** Druckfarben und Klebstoffe, Inno-Talk, Neuigkeiten **Schlagwörter:** Inno-Talk Supporter --- ### [Adhesives plant put into operation](https://inno-talk.de/adhesives-plant-put-into-operation/) **Published:** Januar 18, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/01/VISTA-AEREA_1-3-1024x486.jpg)New fully automated plant in Fontanar, Spain It is not every day that a new polyurethane adhesive factory is built on a green meadow. Generally, existing production is expanded, keeping the existing technology and the rest of the factory has to keep up with the expanded capacity as best it can. The Spanish-German company Morchem has been producing PU adhesives at its site near Barcelona for 36 years. The company is owner-managed in the second generation. This constellation has made it possible, in the face of rapidly increasing market shares, to expand production capacities quickly and innovatively in order to keep pace with the growing business. Owner and CEO Helmut Schaeidt Murga was able to fulfil a dream and, free of internal constraints, create an ultra-modern adhesives factory that was built exactly as it should ideally be according to the current state of the art: generously seized, safe, precise and fully automated. The “green meadow” for the factory was found in Fontanar, north-east of Madrid, 40 minutes from the international airport. In this way, an independent second location in Europe was created in order to guarantee customers delivery reliability even in the event of a production standstill, which is by no means an everyday occurrence in this industry sector. The new factory was designed and built according to Industry 4.0 standards to produce maximum reliable quality and food conformity. In concrete terms, this means full automation and thus optimal reproducibility of batch specifications. In contrast to standard market practice, Morchem’s PU adhesives are based on in-house polyester developments. The polyesters are produced in multiple stages in serially arranged reactors, creating optimal conditions for narrow molecule weight distribution and thus chain elongation. ![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/01/MORCHEM-005-2-682x1024.jpg)All raw materials are stored in liquid or powder form in tanks and fully automatically fed to the reactors without any human intervention, which means that production is completely empty of people, except for the „pilots“ in the cockpit who control the processes in the six reactors. The filling and loading of the pallets is also fully automatic and takes place under nitrogen in a shielded filling line, resulting in a high level of hygiene in the production hall, not to mention occupational safety [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/01/PARQUE-TANQUES-CON-LOGO_OK-4-1024x589.png)](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/01/PARQUE-TANQUES-CON-LOGO_OK-4.png)Currently, the factory runs at a capacity of 16,000 tones per year. The six 25 t reactors ensure a very constant quality and a good optimisation of efficiency. Even though Morchem is well equipped to handle growth in the coming years, the capacity of the factory can be expanded quickly and easily as its infrastructure is designed for a capacity of up to 80,000 tones, except for the required additional reactors that would need to be installed. This is what PU adhesive production looks like after Industry 4.0! *Morchem is a supporter of the [www.inno-talk.de](http://www.inno-talk.de "www.inno-talk.de") initiative for more flexpack knowledge.* ### Verwandte Episoden - [Alexander Bokisch von Henkel lädt zur Kooperation ein](https://inno-talk.de/alexander-bokisch-von-henkel-laedt-zur-kooperation-ein/) - [Vollautomatische Klebstoffherstellung](https://inno-talk.de/vollautomatische-klebstoffherstellung/) - [Innoform goes Europe](https://inno-talk.de/innoform-goes-europe/) **Kategorien:** Druckfarben und Klebstoffe, Folienherstellung/Veredelung **Schlagwörter:** adhesives, fil packaging, Flexpack, laminates, Lamination, sutainability --- ### [Inno-Talk goes Europe](https://inno-talk.de/inno-talk-goes-europe/) **Published:** Januar 24, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** … für nachhaltig sichere Flexible Verpackungen. Innoform goes Europe – das ist der Slogan für die nächsten internationalen Inno-Talks von Innoform, die mit unserem Branchenverband Flexible Packaging Europe ([fpe](https://www.flexpack-europe.org/)) gemeinsam ausgerichtet werden. Haben im Debütjahr 2021 schon über 4000 Gäste vom kostenlosen Flexpackwissen namhafter Referenten profitiert, so sind auch für 2022 wieder 10 Inno-Talks an jedem 3. Freitag im Monat geplant. Vorträge, Live-Umfragen, spannende Debatten rund um aktuelle Trendthemen in 8 deutschsprachigen und einem europäischen Inno-Talk lockten neue Supporter an, die den Fortbestand dieses innovativen Formates schon jetzt bis weit ins nächste Jahr sichern. Neu ist dabei vor allem, dass 6 Inno-Talks in deutscher Sprache und 4 Inno-Talks Europe in englischer Sprache stattfinden werden. Im Wechsel werden damit in den deutschen Live-Events vorwiegend technologische Themen erläutert, und in den europäischen Talks dreht sich alles um europäische Vorgaben der Politik, Innovation und strategische Ausrichtungen. Im Kern bleiben wir unserem Technik-Fokus treu, gehen aber insbesondere auf europäischer Ebene stärker auf europäische Themen und Stakeholder zu. Die nächsten drei bis vier Termine und ein Archiv der vergangenen Events finden Sie unter [www.inno-talk.de](http://www.inno-talk.de) – der neuen dynamischen Internetseite zum Inno-Talk mit Regalen voller Wissen der Supporter, Blogs und Podcasts zum Inno-Talk für nachhaltig sichere Flexible Verpackungen. Betonen will Innoform auch die Materialunabhängigkeit für flexible Verpackungen. Damit werden auch Papier und Aluminium in den Fokus rücken – seien Sie gespannt und melden Sie sich frühzeitig an. Denn nur wer vor dem Termin angemeldet und live dabei ist, hat Zugriff auf alle Inhalte und weitergehende Informationen. Vor allem aber auf Kontaktmöglichkeiten mit den Entscheidern der Flexpack Branche – nun auch verstärkt auf europäischer Ebene. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/01/extrusion_world_innotalk_europe_Grafik1_DE_Ueberarbeitet-1.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/01/extrusion_world_innotalk_europe_Grafik1_DE_Ueberarbeitet-1.png)NEU ist auch die Reaktivierung von [Instagram](https://www.instagram.com/innoform_), [Facebook](https://www.facebook.com/Inno-Talk-104025892166186/?ref=pages_you_manage) und [Twitter](https://twitter.com/schroederif) bei Innoform mit speziellen Hintergrundinformationen zum Inno-Talk Format, merkwürdigen, denkwürdigen und lustigen Anekdoten aus Produktion und Vorbereitung. ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Guido Aufdemkamp von Flexible Packaging Europe zu den Hintergründen des Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-von-flexible-packaging-europe-zu-den-hintergruenden-des-inno-meeting-europe/) - [Innoform goes Europe](https://inno-talk.de/innoform-goes-europe/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** inno-talk, Inno-talk europe --- ### [Innoform goes Europe](https://inno-talk.de/innoform-goes-europe/) **Published:** Januar 24, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** … for sustainable and safe flexible packaging. Innoform goes Europe – this is the slogan for Innoform’s next international Inno-Talks, which will be held together with our industry association Flexible Packaging Europe (fpe). In 2021, more than 4,000 guests already benefited from the free flexpack knowledge of renowned speakers, and 10 Inno-Talks are again planned for 2022 on every 3rd Friday of the month. Presentations, live polls, exciting debates around current trend topics in 8 German-language and 1 English-language European Inno-Talk attracted new supporters, who already ensure the continuity of this innovative format well into next year. The main new feature is that 6 Inno-Talks will be held in German and 4 Inno-Talks Europe in English. The German live events mainly deal with technological topics, the European talks will focus on European policy guidelines, innovation and strategic orientation. Essentially, we will remain true to our technology focus, but we will approach European topics and stakeholders more strongly, especially at the European level. The next three to four dates and an archive of previous events can be found at [www.inno-talk.eu](www.inno-talk.eu%20) – the new dynamic website for Inno-Talk with shelves full of supporters‘ knowledge, blogs and podcasts on Inno-Talk for sustainably safe flexible packaging. Innoform also wants to emphasise material independence for flexible packaging. This will also bring paper, bio materials and aluminium into focus – be curious and register early. Because only those who register before the event and participate live will have access to all contents and further information. But above all, you will have the opportunity to get in contact with the decision-makers in the Flexpack sector – now also increasingly at European level. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/01/extrusion_world_innotalk_europe_Grafik1_EN_Ueberarbeitet.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/01/extrusion_world_innotalk_europe_Grafik1_EN_Ueberarbeitet.png)NEW is also the reactivation of [Instagram](https://www.instagram.com/innoform_), [Facebook](https://www.facebook.com/Inno-Talk-104025892166186) and [Twitter](https://twitter.com/schroederif) at Innoform and special background information on the Inno-Talk format with strange, memorable and funny anecdotes from production and preparation. ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Guido Aufdemkamp von Flexible Packaging Europe zu den Hintergründen des Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-von-flexible-packaging-europe-zu-den-hintergruenden-des-inno-meeting-europe/) - [Inno-Talk goes Europe](https://inno-talk.de/inno-talk-goes-europe/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Folienherstellung/Veredelung **Schlagwörter:** flexible packaging, Flexpack, innotalk --- ### [Gute Verpackungen verkaufen mit](https://inno-talk.de/gute-verpackungen-verkaufen-mit/) **Published:** Januar 26, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** [Frank Rehme](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=64534) spricht über die Rolle der Verpackung im Einzelhandel – und zwar direkt vor Ort. Neben Themen wie Tragetaschen-Verbot streifen wir auch die Digitalisierung im stationären Einzelhandel. Denn der punktet oft mit Verpackungen. Lässt sich diese nicht wiedererkennen, leicht öffnen oder wieder verschließen, stört sie nicht nur den Kauf – sie kann ihn sogar verhindern. Wenn aber alles passt, verkauft die Verpackung als Gesicht der Marke kräftig mit – so der Wunsch und die Erkenntnis vieler Händler. Doch schenken Verpackungslieferanten, die oft weit weg vom Point of Sale entfernt arbeiten, ihr genug Aufmerksamkeit? Denken gerade wir Flexpacker darüber überhaupt ausführlich nach? Beantworten Sie sich diese Fragen selbst beim Genuss dieser Episode des Innoform Podcasts zum Inno-Talk. Im Taumel der Nachhaltigkeits-Anstrengungen verlieren manche vielleicht den Blick fürs Wesentliche, und das sind neben den Logistik- und Werbeaufgaben sicher der Produktschutz und die Convenience-Eigenschaften, wie Tragekomfort, leichtes Öffnen oder Wiederverschluss u. v. m. Lernen Sie die Rolle der Verpackungen im Handel und die Sichtweise von Händlern auf Verpackungen besser kennen. Genießen Sie dieses lockere Gespräch, geführt mit Karsten Schröder. Auch auf [Apple Podcast,](https://podcasts.apple.com/de/podcast/frank-rehme-%C3%BCber-die-rolle-der-verpackung-im-station%C3%A4ren/id1557657558?i=1000549031589 "Apple Podcast,") [Deezer](https://deezer.page.link/Wd7rqVvUWYHX9Zgp7 "Deezer") und vielen anderen Podcatchern verfügbar. Und natürlich immer auch auf [www.inno-talk.de](http://www.inno-talk.de "www.inno-talk.de") ### Verwandte Episoden - [1,7 Millionen Tonnen mehr Verpackung durch steigenden Konsum](https://inno-talk.de/17-millionen-tonnen-mehr-verpackung-durch-steigenden-konsum/) - [Stefan Hilß über die Rolle der Verpackung am Point of Sale](https://inno-talk.de/stefan-hilss-ueber-die-rolle-der-verpackung-am-point-of-sale/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** Inno-Talk, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Handel und Verpackung, Tragetaschenverbot --- ### [Karsten Schröder zu Gast beim Packaging Valley Podcast](https://inno-talk.de/karsten-schroeder-zu-gast-beim-packaging-valley-podcast/) **Published:** Februar 2, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ***VERPACKT UND ZUGEKLEBT*** heißt der Podcast vom Packaging Valley. Im Gespräch mit Silas Fürstenberger erfahren Sie, warum Folien heute immer aus mehreren Materialien und fast immer aus mehreren Lagen bestehen, warum Spezifikationen immer Geld sparen und was Innoform [Coaching](https://www.innoform-coaching.de/ "Coaching ") und [Testservice ](https://www.innoform-testservice.de/ "Testservice ")dazu beitragen können. Nach kurzem Abriss, wie Innoform entstand, warum Scheitern zum Gründen dazu gehört und warum sich Unternehmen am Markt und nicht am Angebot orientieren müssen, tauchen die Gesprächspartner in die Komplexität der Flexpack-Industrie ein. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/02/IMG_06481.jpg)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/02/IMG_06481.jpg)***Wissen, wie nachhaltiges Verpacken funktioniert*** ist der Slogan von Innoform, und dieser zieht sich auch durch den Podcast. Besonderer Fokus liegt auf Spezifikationen, die mittlerweile von nahezu allen Hygiene-Standards vorgeschrieben und oft als KO-Kriterien bewertet werden, wenn diese nicht anwendbar oder falsch sind. Doch wie kommen beispielsweise die Lebensmittel-Experten zu Flexpackwissen für Spezifikationen? Innoform bietet die Möglichkeit in individuellen Projekten, unterstützt mit öffentlichen und firmenspezifischen Seminaren und Online-Webseminaren. Spannend für viele Zuhörer ist die Randbemerkung zu Veröffentlichungen im [Innoform-Youtube-Kanal](https://www.youtube.com/user/innoformcoaching "Innoform-Youtube-Kanal") mit dem Schwerpunkt DID YOU KNOW, in dem Innoform Begriffe und scheinbar einfache Folienstrukturen erklärt. Wissen Sie zum Beispiel, was eine organische Barriere von einer anorganischen unterscheidet? Das sollten Sie wissen, wenn Sie Lebensmittel lange haltbar verpacken möchten. An einfachen Beispielen stellt Karsten Schröder dar, warum Barrierewerte an sich nichts aussagen, sondern nur im Kontext mit Lebensmittelkenntnissen zu einer Mindesthaltbarkeit führen können. Wenn man dann weiß, welche Parameter für die Qualität des verpackten Gutes relevant sind, heißt es, diese mit geeigneten und gängigen Messmethoden überprüfbar und damit spezifizierbar zu machen. Hier ist immer wichtig: Parameter spezifizieren und nicht Rezepturen festschreiben. Beides schließt sich nicht aus, aber da die Herstellung einen so großen Einfluss auf die Folieneigenschaften hat, kann nur ein Prüfparameter standardisiert werden, aber nicht allein die Rezeptur einer Folie. Gegen Ende hören Sie einen Apell an alle, die über Verpackungen entscheiden. Hören Sie mal rein. Die Folienspezifiaktionsvorlage bekommen Sie kostenlos von KS@innoform.de ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [OneBARRIER – Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert](https://inno-talk.de/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) - [Volker Muche zu Paperization und Trends bei Verpackungsentwicklung](https://inno-talk.de/volker-muche-zu-paperization-und-trends-bei-verpackungsentwicklung/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Inno-Talk **Schlagwörter:** packaging valley, Podcast, Spezifikation --- ### [Getränkekarton, PET-Flasche oder Glasverpackung - was ist nachhaltiger?](https://inno-talk.de/getraenkekarton-pet-flasche-oder-glasverpackung-was-ist-nachhaltiger/) **Published:** Februar 21, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Benedikt Kauertz vom ifeu Institut zu Gast im Innoform Podcast*. Schon die Frage suggeriert dem Wissenden einen Hang zur Polemik. Wenn Verpackung so einfach wäre, würde Innoform nicht schon seit 2004 Seminare und Konferenzen zu diesem Thema durchführen. Benedikt Kauertz erläutert in diesem Podcast, warum der Getränkekarton in vielen Fällen nachhaltiger verpackte Füllgüter realisiert als Glasflaschen oder Einweg-PET-Flaschen. Es kommt auf die Systemgrenzen in den Lebenszyklusanalysen (LCA) an. Und es ist ein großer Unterschied, ob ein lange haltbares oder ein nur kurzlebiges Füllgut transportfähig abgepackt werden soll. So schneidet bei den meisten Einweglösungen das Glas besonders schlecht ab, wenn es um Nachhaltigkeitsaspekte wie Energieverbrauch, CO2-Fußabdruck oder Wasserverbrauch geht. Glas punktet in Mehrweglösungen. Hingegen kann die PET-Einwegflasche durch ihre gute Wiederverwertbarkeit punkten – egal ob Einweg– oder Mehrwegsystem. Dabei spielen Pfandsysteme eine bedeutende Rolle. Obwohl der Werkstoff PET besondere Recyclingvorteile im Vergleich zu Getränkekartons zeigt, schneidet dieser oft noch besser ab, insbesonders im Hinblick auf lange Haltbarkeiten, wobei das PET eine Barriere braucht und dadurch seine Recyclingqualitäten teilweise verliert. Da reicht dem Getränkekarton dann der nachwachsende Rohstoff Papier und das Recycling desselben aus, auch wenn Kunststoffe und Alu-Schicht verbrannt werden, um auch die PET-Flasche in bestimmten Gebieten zu schlagen. Das ifeu Institut arbeitet als unabhängige Prüf- und Bewertungsstelle bei seinen Studien immer im Detail und im Kundenauftrag. So dauert eine systematische Studie von hier 3 Materialien für verschiedene Haltbarkeiten und Füllgüter nicht selten mehrere Monate oder sogar Jahre. Kein Wunder, dass nur Experten im Detail abschätzen können, welches Packmittel denn nun das Richtige ist. Aber Benedikt Kauertz gibt auch eine Faustformel mit auf den Weg: *„So viel nachwachsende Rohstoffe wie möglich und so viel Produktschutz wie nötig“*. Erleben Sie live, wie umfangreich ein LCA sein kann und warum niemand aus der Hüfte sagen kann, ob Plastik, Papier oder Glas der richtige Packstoff ist – es kommt – wie so oft – einfach drauf an. Live bei ### Verwandte Episoden - [1,7 Millionen Tonnen mehr Verpackung durch steigenden Konsum](https://inno-talk.de/17-millionen-tonnen-mehr-verpackung-durch-steigenden-konsum/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Sabrina Schmidt vom IÖW spricht über die Bewertung der Nachhaltigkeit von Verpackungen](https://inno-talk.de/sabrina-schmidt-sprich-ueber-bewertung-der-nachhaltigkeit-von-verpckungen/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Biofolien, Entsorgung / Recycling, Inno-Talk, Neuigkeiten, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Benedikt_Kauertz, Ökobilanz, UM-06-22 --- ### [Podcast: Digitaler Inkjet-Druck ermöglicht der Flexpack-Industrie den Anschluss an die Digitalisierung](https://inno-talk.de/podcast-digitaler-inkjet-druck-ermoeglicht-der-flexpack-industrie-den-anschluss-an-die-digitalisierung/) **Published:** März 6, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** …“Die Welt dreht digital“… *Patrick Jud im Gespräch mit Karsten Schröder* Screen liefert auch nach Europa eine neue industrielle Digitaldruckmaschine. Im Gespräch mit Patrick Jud klären wir neben einigen besonderen technischen Details der Anlage auch strategische Fragen für die Drucker selbst. So sprechen wir nach einer persönlichen Vorstellungsrunde die konzeptionellen Unterschiede der vorliegenden Digitaldruck-Technologien an und leiten davon strategische Überlegungen ab. Auch das Thema Nachhaltigkeit darf in solchen Betrachtungen nicht fehlen – hier punktet der Digitaldruck. Doch Innovation bringt auch Veränderung in Prozessen mit sich. So steht die Repro auf dem Prüfstand und muss zukünftig digitaler und automatisierter aufgestellt werden. Hier sind Stichworte wie Datenzuwachs, -verfügbarkeit, -standardisierung und Schnelligkeit nur einige Stichworte. Für alle Flexpacker, die sich für’s Drucken begeistern und die sich für die Menschen dahinter interessieren, macht dieser Podcast Freude und führt zu echtem Erkenntnisgewinn. Hören Sie mal rein und abonnieren Sie gern den Innoform Podcast zum Inno-Talk. [Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) ### Verwandte Episoden - [Inkjet ist für Flexpack das Verfahren der Wahl für den Einstieg in den Digitaldruck, sagt Dr. Thomas Lehnen](https://inno-talk.de/inkjet-ist-fuer-flexpack-das-verfahren-der-wahl-fuer-den-einstieg-in-den-digitaldruck-sagt-dr-thomas-lehnen/) - [IQpak: Nachhaltige, hybride Verpackung mit NFC-Chip ermöglicht Mehrweg mit Flexpack](https://inno-talk.de/iqpak-nachhaltige-hybride-verpackung-mit-nfc-chip-ermoeglicht-mehrweg-mit-flexpack/) - [PLIXXENT im Fokus: Polyurethan-Innovationen für nachhaltige Klebstofflösungen in der Flexpack-Industrie](https://inno-talk.de/?p=14479) --- ### Alle Episoden abonnieren [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [Apple Podcasts](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Also generell, ich glaube, die Welt dreht digitaler. Heute im Inno-Talk begrüße ich Patrick Julf von Scream. Scream als Technologieunternehmen aus Japan beschäftigt sich unter anderem auch mit Digitaldruckmaschinen im Inkjet-Verfahren für die Flexpack-Industrie, für die wir heute auch einmal die Details klären wollen. Wir sprechen über das Skifahren, die Liebe zu den Bergen, aber vor allem natürlich über die Digital-Drucktechnologien am Markt, wie sie die bestehenden Drucktechnologien ergänzen oder vielleicht verdrängen können und vor allen Dingen, was die Druckindustrie jetzt an Aufgaben lösen sollte, um A. den Anforderungen an Nachhaltigkeit zu genügen, B. aber auch den Anforderungen durch die Digitalisierung zu genügen und ihre Repro neu auszurichten. Freuen Sie sich auf dieses spannende Gespräch mit Patrick Judt. Herzlich willkommen, Patrick Judt, beim Inno-Talk. Freue mich, dass wir heute zusammen sind. Ja, hallo Karsten, danke, ebenfalls. Freut mich, dich mal wieder zu hören. Du hast auf dem siebten Experten-Treff in Osnabrück im November 2021 vorgetragen und eine neue Inkjet-Maschine der Flexpack-Welt vorgestellt. Was ist deine Aufgabe bei Scream, die diese Flexpack-Druckmaschine liefert? Ich würde mal plakativ sagen, das Mädchen für alles, was die deutschsprachigen Länder betrifft in Bezug auf Scream Europe. Nein, im Ernst, zum einen habe ich natürlich operative Aufgaben, wie zum Beispiel der Aufbau der Marketing-, Vertriebs- und Serviceorganisation von Scream Europe in den deutschsprachigen Ländern oder was ich nach wie vor sehr gerne tue, das Business Development von innovativen, disruptiven Technologieentwicklungen aus dem Mutterhaus in Japan. Du weißt ja, wir entwickeln und forschen sehr viel in Japan und ich liebe es, diese Technologien hier in Europa, ja, primär im deutschsprachigen Raum einzuführen. Dann etwas mehr auf strategischer Ebene und das liebe ich, auf der Seite Techfreak und gelernter Drucktechnologe, die Beratung unseres japanischen R&D-Teams über die Zukunftsmärkte und die dazu erforderlichen Produktentwicklungen für die Dachregion. Da das sehr entscheidend ist, natürlich, da Deutschland gerade auch in Japan natürlich der Name des Druckens natürlich umso mehr vertreten, haben wir da auch großen Einfluss zum Glück. Bevor wir auf Scream gleich noch mal intensiver eingehen und uns die Unternehmung noch mal angucken würden, würde ich natürlich auch gerne noch mal ein bisschen genauer kennen, denn was hast du denn gemacht, bevor du zu Scream gewechselt bist? Ja, meine Karriere startete klassisch mit der Ausbildung zum Drucktechnologen. Ich hatte aber bereits damals das Ziel, im internationalen Umfeld von Technologieherstellern tätig zu sein. Somit habe ich zeitgleich neben der Ausbildung zum Drucktechnologen jeweils am Abend und Samstags eine Weiterbildung mit kaufmännischem und betriebswirtschaftlichem Inhalt absolviert. Nach diesen etwa zeitgleichen Abschlüssen war ich für ein knappes Jahr auf Weltreise und habe mir dort die nötigen Fremdsprachen angeeignet. Nach dieser sehr persönlichkeitsbildenden Zeit startete ich bei einem Schweizer Druckweiterverarbeitungsmaschinenhersteller Müller Martini. Die, die aus dem Druck kommen, kennen das Unternehmen bestimmt. Damals habe ich als Instruktor für die Mailroom Systems Kundenschulung in den imposanten Zeitungsdruckereien der größten Druckerei in der Welt gearbeitet. Das gab mir die Einsicht in die Druckweiterverarbeitung und lernte mich viel über das Prozessverständnis in Druckreihen. Aber ja, dieser Job bedurfte einer hohen Reiseaktivität, das hat mich dann gehindert, meinen Wissensdurst zu stellen. So kam es, dass ich zu Aquagraphics gewechselt bin und dort ein Jahr lang Serviceleitung übernahm und zeitgleich ein Studium im Marketing absolvierte. Das war der Grund, weshalb ich in die Produktmanagerrolle bei Aquagraphics reingeschlüpft bin, als Produktmanager Digital Printing. So bin ich dann in Kontakt mit Screen getreten und habe mir damals, vor über zehn Jahren, erste vierfarbige High-Speed-Inkjet-Druckmaschine in den Markt eingeführt. Da habe ich zum Glück die Technologie sehr früh kennengelernt und einige Projekte angerissen, die dann auch länderübergreifend waren. ### Screen als innovatives Deep-Tech-Unternehmen So nahm das seinen Lauf und dann hat Screen irgendwann angefragt, ob ich Lust hätte, in den Dachländern ein erfolgreiches Ecosystem für die industriellen Inkjet-Druckmaschinen aufzubauen. Und heute, rund zehn Jahre später, durfte ich auf ein erfolgreiches Ergebnis als Marktführer in gewissen Branchen in den Dachländern blicken und bin extrem motiviert, neue Industrien zu digitalisieren und natürlich auch die Screen-Dachorganisation weiter auszubauen. Zurück zum Lerndurst, der ist noch nicht ganz gestillt, aber ich bin dran, diesen etwas zu zügeln und werde im März den Exekutiv-MBA abschließen. Aber dann ist zumindest mal kurzfristig eine Lernpause angesagt, da ich mich dann für die Kinder und meine Familie etwas mehr Zeit aufwenden will. Was sicherlich sinnvoll ist – viele sagen ja, das meiste im Leben lernt man von den Kindern. In der Tat ist es so, Führungserfahrung habe ich gelernt. Genau, das ist wirklich spannend. Bevor wir jetzt gleich zu Screen und Technik kommen, wollen wir dich noch ein bisschen besser kennenlernen. Wir machen ja bei unserem Inno-Talk Podcast gerne auch immer so eine Auswahlfrage, das heißt, ich nenne zwei Begriffe und du suchst dir einen aus, der dir näher steht, und begründest kurz deine Auswahl. Wir fangen ganz einfach an, es geht so ein bisschen ans Persönliche, aber auch natürlich vor allem an die beruflichen Interessen. Also: Buch oder Hörbuch? Also, erst mal, ich bin kein Freund von Schwarz oder Weiß – wie bei allem gibt es für die richtige Aufgabe das richtige Werkzeug. Aber in großem Modus, ich lese sehr gerne, jedoch primär um mir Wissen anzueignen. Und da ich sehr viel unterwegs bin, nutze ich primär Apps und ja, da ich mittlerweile sehr viel auch im Auto unterwegs bin, höre ich viele Podcasts. Aber natürlich, eines ist klar, das gedruckte Buch ist mein Favorit. Wie du ja weißt, haben wir aus der anderen Sparte und Branche sehr viele Buchproduzenten als Kunden und ich liebe es nach wie vor, am Abend gedrucktes Buch zu lesen, anstelle wieder in einen Bildschirm reinzuschauen. Und ja, aktuell lese ich zwei Bücher gerade, das eine ist „The Power of Geographic“ von Tim Marshall und das andere ist „Light Wolf“, ist ein von Jasper Jule, das ist eher so ein Buch, das dann halt familien- und erziehungsbezogen ist und ja, komplett. Aber wie ich gesagt habe, also eher auf Wissen bezogen. Ja, genau. So ist es bei mir auch. Bei mir schwankt es ein bisschen, aber wir reden heute nicht über mich. Eine weitere Frage, die mich natürlich und vor allen unsere Zuhörer interessiert: Tiefdruck oder Flexodruck? Auch hier wieder eine schwierige Frage, da ich da wirklich nicht entscheiden kann. Ich denke, wie gesagt, es gibt für jedes Thema nicht das ideale Werkzeug. Aus dem Herzen bin ich Offset-Drucker gelernt. Also kommt Tiefdruck am wenigsten bei dem Druckverfahren vor. Also da würde ich mich jetzt sehr auf den Flexodruck stützen, da ich da mehr Erfahrung drin habe. Jetzt kommt eine vermeintlich einfache Frage: Inkjet oder Tonertechnik? Ganz klar Inkjet, weil Inkjet natürlich die Technologie der Zukunft ist. Wir sehen das in den anderen bereits etablierten Märkten, dass man da gerade auch sehr intensiv Tonersysteme ablösen aufgrund der physischen Gegebenheiten, die der Toner gegenüber dem Inkjet Nachteile mit sich bringt. Also ganz klar, als einer der Technologieführer des Inkjets bin ich ganz klar für Inkjet. Wir sind beide Outdoorsportler, deswegen gehen wir noch mal ein bisschen in die Umweltdiskussion. ### Papier versus Kunststoff: Zukunftsperspektiven Papier oder Plastik? Das Herz schlägt natürlich für Papier, da ich in den vergangenen 20 Jahren primär mit Papier zu tun hatte. Natürlich ist der Kunststoff ein Bestandteil, gerade im Verpackungsdruck, der definitiv auch nicht wegzudenken ist. Aber jetzt rein aus persönlicher Sicht, ich bin ökologisch denkend und Naturfreund, sehr viel in der Natur unterwegs und daher ist mir die Umwelt sehr, sehr wichtig und möchte, dass auch meine Kinder dieselben Erfahrungen sammeln können. Daher, ja, Papier ist sicherlich zukunftsgerichteter. Könnte ich mir auch vorstellen. Sofern wir da nicht andere Technologien noch zukünftig mit einbinden können, wo die Recycability und der ganze, so sagen wir mal, Recycle, Circular Economy einbinden können. Ganz genau. Du lebst in den Bergen. Wir haben im Vorgespräch auch noch mal kurz darüber gesprochen. Da darf natürlich eine Frage nicht fehlen. Ski oder Snowboard? Es gibt so die Phasen im Leben, da versucht man mal alles. Ich habe natürlich als typischer Schweizer, man kriegt die Ski mit zweieinhalb an die Füße. Das Leben lang natürlich, sagen wir mal, bis man gut skifahren kann, die Ski an den Füßen, bis man ins Teeniealter kommt und das nicht mehr cool ist. Also ich bin dann auch sieben Jahre Snowboard gefahren. Aber mittlerweile bin ich ein fanatischer, extrem fanatisch, fanatischer Skitourengänger. Also wenn es im Winter geht, bin ich jeden Tag, ob es vor der Arbeit oder nach der Arbeit ist, primär in der Nacht auch unterwegs. Entsprechend ja ganz, ganz klar Ski. Sehr schön. Definitiv, wenn man bei Country unterwegs ist. Gehen wir mal ein bisschen mehr zum Geschäftlichen. Jetzt interessiert uns natürlich Screen. Wir haben den Namen schon oft erwähnt. Unsere Klientel von Innoform kannte Screen zum Teil gar nicht. Auf dem siebten Expertentreff in Osnabrück warst du beäugt und alle waren neugierig, was das für ein Unternehmen ist. Verrat uns doch mal, was macht Screen und wie groß ist Screen? Was produziert ihr für welche Märkte? Screen ist ein japanisches Unternehmen, mittlerweile eine Holding-Struktur mit rund drei Milliarden Euro jährlichem Umsatz. Die Firma ist an der Tokyo Stock Exchange gelistet und stellt im Kern Bebilderungs- und Oberflächenbeschichtungstechnologien her. Ja, so ist Screen zum Beispiel Marktführer für Halbleiter- und Bildschirmproduktionsanlagen, so wie in der Herstellung von Computer-to-Plate-Geräten ebenfalls Marktführer. Zu dem Entwicklung bauen wir für einige sehr bekannte Unternehmen aus der grafischen Branche, die wahrscheinlich jeder kennt, Technologien als OEM-Hersteller. ### B2B-Kommunikation digitaler Drucktechnologie Ja, Screen ist ein Deep-Tech-Unternehmen, welches gegenüber den Endkunden nicht bekannt ist oder, ja, obwohl viele neue Technologieentwicklungen auch das tun, ja, unsere Forschungs- und Entwicklungsabteilung zurückführen. Ja, also wir sind eine Forschungs- und Entwicklungsfirma im Deep-Tech-Bereich. Hochspannend. Aus deinem Vortrag ist mir eine Aussage sinngemäß im Kopf geblieben. Wir denken digital. Und das ist, siehst du auch ein bisschen als deine Aufgabe, das zu kommunizieren, dass auch eure Kunden digital denken lernen müssen, wenn man mit digitalen Druckmaschinen neue Wertschöpfung generieren will. Was hast du damit gemeint? Also generell, ich glaube, die Welt dreht digitaler, sprich, die ganzen Anforderungen. Digital heißt, es wird schneller. Die Response muss schneller funktionieren. Das heißt, die traditionellen Industrien, oder sagen wir mal trotzdem analogen Industrien, haben da gewisse Nachteile, die eigentlich im digitalen Bereich auch durch diese Agilität und Flexibilität ziemlich schnell voranschreiten und die analoge Welt überholen. Und ich möchte mit unserer Technologie und das können wir heute diesen Anschluss an die Digitalisierung fassen und die Industrie halt darauf unterstützen, da mitzuwirken und den Anschluss nicht zu verpassen. Also digitales Denken ist sowohl für den Prozess sinnvoll, aber auch vielleicht für neue Produkte, habe ich so ein bisschen rausgehört. Jetzt gehen wir mal auf die Maschine. Andere Erinnerungen, die ich noch habe an den Vortrag, ist, dass es eine sehr große, in Anführungszeichen digitale Druckmaschine ist. Wir kennen eigentlich digitale Druckmaschinen ja die meisten von uns nur vom Schreibtisch. Da steht dann ein digitaler Drucker drauf. Wenn er denn überhaupt noch auf dem Schreibtisch steht, meistens ist er mittlerweile zentral irgendwo. Aber eure Maschine ist wirklich ja für große Mengen gedacht. Und so sieht sie auch aus. Beschreib doch mal diese Anlage, die gerade für Flexpack in den Markt gebracht wurde. Ja, das ist wie du schon sagst, eine mächtige Maschine. Also es ist eine industrielle Maschine, wie wir es uns gewohnt sind, diese auch zu bauen. Das System ist rund – für all jene, die sich das vorstellen können – rund 20 Meter lang, gut 6, 7 Meter breit und 4,5, 5 Meter hoch. Es ist ein kompaktes System in dem Sinn, also es sieht nicht fancy aus, es ist eine Box, wo wir im Eingangsbereich die Folien beschichten mit einem Primer und dann anschließend über ein kontaktloses Druckverfahren mit den vier Druckköpfen, also Cyan, Magenta, Yellow, Schwarz, vierfartig variabel bedrucken und dann einen zusätzlichen weißen Druckkopf im Anschluss haben. Und dann geht es rein in die Drucktrocknungseinheit, die ist relativ intensiv und groß, da wir dann über einen sehr, sehr langen Weg die Folien trocknen müssen, denn wir arbeiten auf dem System mit wasserbasierenden Tinten, die lebensmittelrecht sind. Das bedeutet natürlich, wir müssen irgendwie diese Feuchtigkeit aus dem Substrat rausbringen. Und dann im Anschluss ist ein integriertes Inspektionssystem, welches die Produktion überwacht, auch mit variablen Daten, also da vergleichen wir die Daten über den Bitmap-Abgleich und so können wir garantieren, dass die Qualitäten gegeben sind, auch bei variablen Drucken, was ja genau der Digitaldruck auszeichnet. Das System läuft mit rund 75 Metern pro Minute und druckt mit einer Auflösung von 1.200 x 1.200 dpi, jedoch mit vier Graustufen, das sind vier verschiedene Tröpfchengrößen, die wir auftragen können, und das generiert eine optische Auflösung von beinahe 2.400 dpi. Also wir kommen hier in den Qualitätsbereich rein, der heutzutage eigentlich am standardisierten Drucksystem eingesetzt wird. Wie üblich werden wahrscheinlich Daten natürlich digital übergeben in eine digitale Maschine, aber was unterscheidet euch eigentlich von den anderen Digitaldruckverfahren wie Tonertechnik? Digitaldruck hat ja im Prinzip eine Weichenstellung – vor einigen Jahren hat sich ergeben zwischen Tonerverfechtern und Inkjetverfechtern. ### Inkjet versus Tonertechnik: Vorteile Wo siehst du die Vorteile vom Inkjet im Vergleich zur Tonertechnik? Ja, Inkjet ist ganz klar – es ist ein kontaktloses Druckverfahren – und das merzt sehr viele Fehlerquellen der bestehenden Druckverfahren aus. Es sind keine Übertragungswalzen drin, es sind keine Walzen nötig, wo wir im Sinn Hitzeentwicklung generieren, und wie wir alle wissen, Hitzeentwicklung im Druckprozess bedingt Farbabweichungen im weitesten Sinn, und dieses Thema hat man im Inkjetdruck nicht, also da sind, wie gesagt, keine Druckaktivitäten drin. Dadurch kann eine konstante Farbgebung und vor allem auch Wiederholbarkeit gewährleistet werden. Und zudem, das andere noch, der Inkjetdruck hat den großen Vorteil, dass keine oder eine einmalige Farbeanpassung gemacht werden muss, also sprich, ich profiliere einmal ein Substrat mit einer spezifischen Spotfarbe ein, drücke die an, lasse sie abnehmen vom Kunden, und dann druckt das System heute, wie in zwei Jahren, genau denselben Farbton. Ich habe keine Farbabweichungen während des ganzen Druckprozesses und auch im Jahr nicht. Und ich glaube, das sind enorme Vorteile, also es geht dann weiter, dass ich auch, sagen wir mal, nicht die teuren Drucktechnologen, die über Jahre diese Ausbildung gemacht haben und Erfahrungen an der analogen Technologie haben, dass ich da im Sinn wirklich auch weniger geschultes Personal an dieser Druckmaschine stellen kann. Gerade in der heutigen Zeit, wo Fachkräftemangel herrscht, und das ist immer ein großes Argument für den Digitaldruck oder gerade auch für den Inkjetdruck. Ihr seid auch im Etikettenbereich, da ist es schon weit vorangeschritten mit Digitaldruckmaschinen insgesamt. Ihr greift aber auch den Flexpackbereich an, wo es um größere Laufmengen geht, größere Breiten. Welche Marktchancen rechnet ihr euch da aus und was sind eure Zielmärkte eigentlich? Ja, wir leben heute in einem äußerst wettbewerbsintensiven Umfeld, in dem durchschnittliche Auflagenhöhen für die flexible Verpackung sinken, oder generell, nicht nur in der flexiblen Verpackung. Ja, die Markeninhaber verlangen kürzere Durchlaufzeiten mit einem höheren Grad an Produktdifferenzierung und einem Bedarf an Werbekampagnen, saisonale Produkte und relevanter Inhalte. Das bedeutet, bedruckt die Folie in geringeren Mengen, aber die häufiger bestellt werden übers Jahr. Was natürlich für den Digitaldruck spricht. Und wenn wir gerade auch heute ein aktuelles Thema sehen aufgrund der Rohstoffsituation, wo die Markenhersteller die Problematik haben, die Rohstoffe zu kriegen. Also es wird mal in kleineren Mengen bestellt, dass sie nicht wissen, ob sie die Rohmaterialien für die Produktion kriegen oder nicht. Das denke ich, wird nach wie vor in den nächsten paar Jahren Thema sein. Also ich habe gerade letzte Woche mit jemandem gesprochen, der sagt, wir haben eine doppelte Produktivität auf dem Digitaldrucksystem wie vor Corona. Aufgrund dieser Rohstoffthematik. Auch das sind Zwänge, die Innovation fördern. Das ist ja oft so, dass in Krisen ganz neue Produkte entwickelt werden. Bleiben wir mal dabei an diesem Thema. Jetzt bin ich mal angenommen, ein Tief- oder Flexo-Drucker. Und welche Peripherie muss ich umbauen? Was muss ich anschaffen? Was muss ich umdenken, um jetzt mit einem digitalen Inkjet zu beginnen? Also bezogen auf die Peripherie meinst du, also grundsätzlich ist es ja so, da ist eine ganz klare Disintermediation, die wir da im Prozess eingreifen. Also sprich, die Druckvorstufe wird viel zentraler. Oder das Druckvorstufen-Know-how wird zentraler. Dafür eliminieren wir natürlich hier gewisse Prozesse wie die Druckplattenherstellung, die Chemie, die Energiekosten, Personalkosten, etc. Also sprich, keine Peripherie in dem Sinn. ### Wasser-Tinte und erforderliche Fachkenntnisse Das geht alles an den Druck bezogen. Aber wir arbeiten hier auf einer Wasserphase-Tinte und benötigen keine teuren Aufbereitungen wie Oxidationsmittel zum Beispiel. Wie gesagt, keine Platten, Zylinder oder Maschinen, ich komme richtig Zeit. Also, ja, das wird alles. Welche neuen Skills braucht denn ein Unternehmen, um jetzt in dem Bereich Digitaldruck wirklich von Grund auf neu einzusteigen? Wir bleiben noch mal bei dem Gedankenexperiment. Ich habe bisher in Anführungsstrichen analoge Technologie, Flexodruck, Offsetdruck vielleicht noch. Und ich möchte jetzt mit euch den Digitaldruck erobern. Was muss ich da an Schulungen an meinen Mitarbeitern zuteilwerden lassen? Was muss ich vielleicht selber auch neu verstehen? Ich habe es schon erwähnt, dass etwas ganz zentral wird im Digitaldruck, ist das Druckvorstufen-Know-how. Ich denke jetzt gerade im Bereich der flexiblen Verpackung sind viele Verarbeiter wahrscheinlich aktuell nicht ausgerüstet mit dem Druckvorstufen-Know-how, da das auch gesourced wird. Da muss Expertise zugezogen werden, denn die Datenaufbereitung ist das Element, das Kernelement für den Druck. Also sprich, ja, in den Bereichen muss investiert werden. Im Druck alleine, das sehen wir aus den anderen Branchen, wo wir bereits drin diese Transformation durchgeführt haben, ist es so, dass viele die Drucktechnologen für die Druckvorstu­fenausbildung mit einbeziehen. Und diese in dem Sinn im Jobwechsel auch in die Druckvorstufe mitziehen. Eure Anlage ist in der Breite noch begrenzt, ich glaube auf 800 Millimeter, wenn ich es richtig im Kopf habe. Das bringt einen natürlich sofort zu der Frage, was sind an Entwicklungen, an weiteren Ausbaustufen noch geplant und wann sind die vielleicht sogar serienreif, nicht nur bezogen auf die Breite, sondern insgesamt auf die gesamte Technologie? Also was wir auch sehen aufgrund von früheren Entwicklungen und von unseren industriellen Maschinen, das ist der Standard oder die ersten Serientypen, die sind normalerweise im vierfarbigen Segment, werden dann zukünftig erweitert durch zusätzliche Fahrsysteme oder Druckköpfe, wo wir Schmuckfarben mit einbeziehen können, um den Farbraum noch höher zu gestalten. Was aber ganz klar schon der Fall ist, mit den vier Graustufen-Technologien und der sehr deckungsstarken Tinte erreichen wir schon bereits sehr viel größerer Farbraum mit den vier Grundfarben. Wenn ich das im Vergleich eines Kunden sehe, der das ausgewertet hatte, da erreichen wir mit vier Farben einen größeren Teil im gewissen Segment als jetzt bei Tonertechnologien, teilweise mit sechs Farben. Also da sind wir schon sehr, sehr weit und das hat zurückzuführen auf unsere Screening-Technologie, also das Know-How über den Wie setze ich einen Rasterpunkt auf, entsprechend wie generiere ich diese Waveform, um das Bild eigentlich deckungsintensiver zu generieren und dann zusätzlich durch das Color-Management-Know-How, dass wir vor drei Jahren eine Firma dazugekauft haben, die Weltmarktführer war im Bezug auf Color-Management, was jetzt standardmäßig in unserem EQUIS-Workflow-System integriert ist und da haben wir einen gewaltigen Marktvorteil gegenüber den anderen Technologieherstellern, dass wir die Software mit der Hardware bereits sehr gut verknüpft haben. Apropos verknüpfen, vorletzte Frage von meiner Seite. Repro ist ein Stichwort, das du eben auch gerade gegeben hast, das kriegt eine ganz neue Bedeutung. Das haben wir auch gehört bei unseren Druck-Tagen im November von den Repro-Anstalten tatsächlich selber, die sich auch neu aufstellen, gerade auch für den Digitaldruck, die Datenbevorratung anbieten, die Datenbearbeitung und auch dort für die verschiedensten Drucktechnologien nachher so die Daten aufzubereiten, dass die Druckergebnisse wirklich übereinander passen und vergleichbar sind. Der Markeninhaber will ja seine Verpackung, egal in welchem Druckverfahren, immer gleich aussehen haben. Wie schätzt du die Rolle der Repro-Anstalten ein? Das ist jetzt ein bisschen eine strategische Frage. Ist das etwas, wo man als Newcomer im Digitaldruckbereich vielleicht von vornherein selber mehr an die Repro rangehen sollte oder sollte man lieber das doch den erfahrenen Repro-Anstalten überlassen, dort ihre Fachexpertise für die Repro an sich noch mal einfließen zu lassen? Wie stellt sich das momentan da und was siehst du vielleicht auch auf längere Zeit betrachtet? Also wir sehen es aus der Vergangenheit, eigentlich aus dem Akzidenzdruckbereich, da hat es einige ehemalige Repro-Anstalten gegeben, die sich diversifiziert haben und eigentlich den Schritt in den Digitaldruck gewagt haben, die diesen eigentlich zeitlichen Abschnitt gesehen haben, dass sie da zukünftig sich neu aufstellen müssen und die sind heute sehr erfolgreich in der Produktion mit dem Digitaldruck, weil, wie gesagt, das Know-how war da. Der Druck ist relativ einfach gegenüber der analogen Technologie, also ist diese Verlagerung rüber in die Druckvorstufe. ### Datenmanagement und europäische Branchentrends Ich denke, wenn es um die Repro geht, ist es sehr wichtig, dass man das Know-how bezüglich Variablen, Daten oder Kleinserien automatisieren generell, dass man da das Know-how aufbaut, weil das wird bestimmt richtiger und halt Prozessautomatisierung. Das deutet sich alles an. So, wir kommen zur letzten Frage und das ist immer so ein bisschen eine offene Frage. Du bist sehr lange schon auch für die Druckindustrie tätig, in der Druckindustrie tätig. Was wünscht du dir denn aus deinem Blickwinkel jetzt durch die Brille von Screen für die Druckindustrie in Europa? Das Nachhaltigkeits-Damokles-Schwert schwebt über allem. Ihr habt mit Inkjet vielleicht einen Vorteil sogar, was Nachhaltigkeit angeht. Was wäre dein Appell an deine zukünftigen Kunden oder auch an deine Wettbewerber, also sprich an die gesamte Druckindustrie? Also generell mal, wie gesagt, umdenken. Wir müssen als Druckindustrie, als relativ analoge Industrie, den Anschluss an die Digitalisierung nicht verpassen. Die Digitalisierung, gerade im Plattformengeschäft, ist seit mittlerweile über 20 Jahren aktiv. Mittlerweile haben wir die Technologie, also mittlerweile haben wir die Software, die diese nötigen Automatisierungsschritte erbringen. Zum anderen haben wir die Drucktechnologie, Digitaldruck, das muss nicht unbedingt nur Inkjet sein, aber dass wir da ein Mindset kriegen, um da halt das Druckverfahren, egal was es ist, es ist ein Druckverfahren und wir müssen die Breite erkennen und die Einsatzmöglichkeiten und Vorteile der einzelnen Drucksysteme und Technologien. Und das ist der Appell an die Druckindustrie: open-minded. Ganz genau. Ein Bild habe ich mir noch mitgebracht, das würde ich gerne dem Auditorium noch zum Besten geben. Die Fotobuch-Erfolgsstory könnte ein Vorbild sein auch für unsere Verpackungsdruckindustrie und da gibt es ja auch schon Bemühungen. Ich kann aus eigener Erfahrung sprechen. Wir haben früher vielleicht für 50 oder 100 Euro Bilder abziehen lassen, wie man damals sagte. Und heute bestellen wir mindestens für 1000 Euro im Jahr als Familie Fotobücher, weil es so schön digital ist, weil der digitale Prozess ohne Schnittstellen 1A funktioniert, weil man direkt vom Smartphone im Prinzip die gemachten Fotos sofort markieren kann, wie jetzt für den Privatbereich, als Favoritenbilder. Dann drückt man auf den Knopf und dann entsteht quasi automatisch das Fotobuch als Vorlage. Man kann noch seine Beschriftung machen und dann ist ein tolles Dokument fertig. Das machen wir seitdem es CW gibt und da sieht man auch, welche Umsatzsteigerung da entstanden ist für dieses Unternehmen. Andere haben versucht, auf die alten Fotografien weiterzusetzen und sind meistens pleite gegangen. Ist das auch etwas, was du für die Druckindustrie vielleicht siehst? Also es ist vielleicht weniger auf Fotobuch bezogen, aber was wir bereits sehen und was wir bereits tun. Also wir haben heute diese Dropshipping-Modelle, sprich, ich bestelle über Amazon ein Buch, das ist noch nicht gedruckt. Das ist physisch in keinem Lager, das ist virtuell. In einem virtuellen Lager wird dann automatisch bestellt über ein MIS-System. Bei einem unserer Kunden, also einem Druckproduzenten, der produziert das. Bei Bestellung Knopfdruck produziert das und am nächsten Tag liegt das beim Kunden im Briefkasten und wird gelesen. Und ich glaube, das ist ein schönes Beispiel jetzt. ### Packaging on-Demand und Automatisierung Das funktioniert schon, weil da ist eben dieser Druck auch das zentrale Element, aber gut verknüpft und automatisiert mit dem Plattformen-Geschäft. Und dieses Geschäftsmodell anzuwenden, auch in der Verpackungsindustrie, also wenn ich jetzt wirklich über Online-Shops nachdenke, also wie das kennt, die LeShop, das ist ein Online-Bestellladen von Migro, einer der größten Lebensmittelverkäufer hier in der Schweiz, dass es so weit geht, dass eigentlich diese Lebensmittel dann heute bestellt werden und eigentlich innerhalb von der kurzen Zeit bei mir zu Hause ankommt und der Druck lediglich halt on-demand produziert wird. Also wir haben auch hier wieder den Vorteil, dass ich keine sinnlosen Materialien bedrucke, die dann schlussendlich in Müll landen. Ganz genau, das wieder ein Beitrag zur Nachhaltigkeit. Packaging on-demand, vielleicht fix und fertig bedruckt, hochspannend. Danke für dieses tolle Interview, Patrick. Hat Spaß gemacht, dir zuzuhören. Wir sind ein bisschen über die Zeit, aber ich glaube, es war es wert. Danke, ja, in Phase. Das war ja schon wieder der Innoform-Podcast zum Inno-Talk. Mein Name ist Karsten Schröder und ich lade Sie alle herzlich ein, auch einmal mit mir einen Innoform-Podcast aufzunehmen zu einem Thema rund um das Thema Flexpack-Industrie. Egal, wo Sie an der Lieferkette arbeiten, ob ganz vorne bei den Rohstoffen oder ganz hinten beim Recycling. Alles dazwischen ist willkommen. Senden Sie mir einfach eine E-Mail an ks at innoform.de. Ich freue mich aufs Wiedersehen. Bis zum nächsten Mal. Tschüss. **Kategorien:** Barrierefolien, Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Inno-Talk, Repro und Druckzylinder, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Digitaldruck, Patrick_jud, Podcast, Screen --- ### [Jonas Becker erläutert, wie farbführende Teile maschinell und Ressourcen schonend gereinigt werden](https://inno-talk.de/jonas-becker-erlaeutert-wie-farbfuehrende-teile-maschinell-und-ressourcen-schonend-gereinigt-werden/) **Published:** März 22, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** [D.W. Renzmann](https://www.inno-talk.de/showrooms/D._W._Renzmann_Apparatebau_GmbH) ist Spezialist für automatische Waschsysteme für die Farb-, Lack- und Druckindustrie. In seiner Funktion als Bereichsleiter Vertrieb bedient [Jonas Becker](https://www.linkedin.com/in/jonas-becker-78b3a6a9/) in Europa ein riesiges Verkaufsgebiet. D.W. Renzmann liefert lösemittelhaltige und lösemittelfreie Waschsysteme auf höchstem technischen Niveau. Wir sprechen in dieser Episode über technische Auslegung, Vor- und Nachteile von wässriger und Lösemittelreinigung sowie über Trends, die auch durch den Dauerbrenner Nachhaltigkeit befeuert werden. Erleben Sie ein offenes, detailliertes Gespräch über dieses Peripheriethema – dem Waschen farbführender Teile, das doch so viele Kosten- und Qualitätspotenziale in sich birgt. Lernen Sie, warum so etwas nachhaltig ist und was man für das Waschen von farbführenden Teilen braucht. Durch die lange Bekanntschaft mit Jonas hat das Gespräch eine persönliche und erfrischend offene Note – hören Sie selbst. jetzt hörenAbonnieren Sie diesen Podcast gern, z. B. auf: [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) ### Verwandte Episoden - [Barrierefolien werden recyclingfähiger](https://inno-talk.de/barrierefolien-werden-recyclingfaehiger/) - [Verordnung (EU) 2025/40 (PPWR ): PFAS werden strenger geregelt](https://inno-talk.de/ppwr-eu-2025-40-pfas-werden-strenger-geregelt/) - [Warum SiOx Barrieretechnik im Rezyklat‑Zeitalter neu gedacht werden muss](https://inno-talk.de/warum-siox-barrieretechnik-im-rezyklat-zeitalter-neu-gedacht-werden-muss/) --- ### Alle Episoden abonnieren [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [Apple Podcasts](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Folienwissen Spezial, der Innoform-Podcast zum Inno-Talk. Thema Schutz geht uns alle was an, nicht nur den Druckern, nicht nur den Verpackern, nicht nur den Endkunden, sondern alle können da mitwirken. Heute im Innoform-Podcast zu Gast Jonas Becker von DW Rehnsmann. Er ist als Gebietsvertriebsleiter zuständig für den Vertrieb von Waschsystemen von farbführenden Teilen. Was das ist, werden wir in dieser Episode besprechen. Kunden sind zum Beispiel Farb- und Lackhersteller, aber auch die gesamte Druckindustrie in Europa. Wir sagen auch einen Blick rüber nach Asien, welche Trends es dort gibt und welche Rolle lösemittelhaltige, aber auch Wasserwaschsysteme heute in Europa spielen. Hören Sie rein, freuen Sie sich auf Jonas Becker. Herzlich willkommen, Jonas Becker von DW Rehnsmann. Ihr habt nichts mit Zigaretten zu tun, werdet aber oft verwechselt. Erzähl mal, was macht ihr überhaupt bei Rehnsmann? Ja, wir bei Rehnsmann beschäftigen uns mit der Reinigung von Top-6-Teilen und mit der Distillation des verwendeten Reinigungsmediums. Aber wir sind auch ganz stark vertreten im Bereich der Farb- und Lackherstellung. Das heißt in Druckfarbenherstellung. Da bieten wir auch unsere Waschmaschinen an und eben auch die Distillation. Bevor wir jetzt gleich auf die Technik gehen, wollen wir natürlich ein bisschen mehr auch über deine Person erfahren. Du bist dort auch im Vertrieb tätig für ein riesiges Verkaufsgebiet. Erzähl mal ein bisschen, wofür bist du zuständig? Was machst du bei Rehnsmann und wie kannst du das überhaupt erfüllen? Was befähigt dich dazu? Ja, in der Tat hast du da recht, dass ich ein riesiges Gebiet habe. Wir haben jetzt gerade vor kurzem umgestellt. Das heißt, in Deutschland war, hatte ursprünglich nur den Druckbereich betreut. Das ist jetzt seit Anfang diesen Jahres, hat sich das geändert. Ich betreue hier jetzt auch den Farb-Lack-Bereich, aber auch in den anderen Ländern wie Schweiz, Österreich, Balkanstaaten, arabische Staaten, Türkei, Ägypten bin ich zuständig für beide Bereiche, die wir betreuen. Das heißt, Druckbereich wie auch den Farb-Lack-Bereich. Das heißt also, du sprichst auch mehrere Fremdsprachen, gehe ich mal davon aus? Ja, es sind nur zwei. Neben Deutsch kann ich auch noch Englisch. Damit kommen wir ganz gut zurecht. Klar, man versucht dann die Höflichkeitsfloskeln in den verschiedenen Ländern bei der Begrüßung zu berücksichtigen. Aber im Großen und Ganzen ist es dann halt die Englisch-Frage gehalten. ### Internationale Anforderungen in der Druckindustrie Ah ja, interessant. Ihr habt wahrscheinlich auch viel mit international arbeitenden Unternehmen dann zu tun. Das muss ja immer eine gewisse Größe geben, um überhaupt sich für so eine Waschmaschine zu entscheiden. Oder ist das eigentlich auch, wenn ich nur eine Druckmaschine habe, schon sinnvoll, so ein Gerät anzuschaffen? Ja, das ist auch schon bei einer Druckmaschine sinnvoll. Also es ist immer wieder, kommt immer wieder auf den Kunden an. Es gibt auch mittelständige Unternehmen, die wir betreuen. Gerade in der Türkei gibt es ja viele kleine, eigene kleine Druckereien, die da, wo ich jetzt zum Beispiel betreue. Das heißt, es muss nicht immer ein global agierender Global Player sein. Es kann auch ein ganz normaler Druckbereich sein, der da quasi nur für den lokalen Markt druckt. Hochinteressant, als ich damals anfing, als Jungingenieur, so wurde ich damals betitelt bei Bischof + Klein. Da wurde also alles noch mit der Hand gewaschen und da wurden dann die ersten Waschmaschinen angeschafft. Das ist allerdings auch schon fast 30 Jahre her. Dort war es wirklich noch mit Putzlappen und Gießkanne, wie man da also die Druckzylinder sauber macht und natürlich auch die Rasterwalze und alle farbführenden Teile letztendlich. Was genau reinigt ihr denn überhaupt mit euren Maschinen? Ja, genau die Teile, die du gerade beschrieben hast. Also bei uns geht es darum, die Druckwerkzeuge zu reinigen. Das heißt, sprich die Farbwannen, die Schutzbleche, die Rakel, die Rakelhalter, den Druckzylinder, den Puck-Sleeve, aber auch die Druckplatten, wie man so einen Fleck Druck kennt. Das ist quasi die Aufgabe, die wir erfüllen und wo der Kunde auf uns zukommen kann und zu sagen, ich brauche hier eine Lösung, um die Teile zu reinigen. Jetzt machen wir es bei uns im Podcast so. Wir wollen natürlich auch immer den Interviewten besser kennenlernen. Da mache ich immer so eine Kurz-Blitz-Frage und ich gebe dir immer zwei Begriffe und du in deinem privaten und geschäftlichen Umfeld entscheidest dich einfach immer für einen Begriff. Buch oder Hörbuch? Hörbuch. Ich bin eigentlich zu faul zum Lesen. Sehr schön. Wasser oder Ethylacetat? Dann Ethylacetat, weil das ist ein Produkt, womit wir uns in der Firma sehr gut identifizieren können, weil wir ja quasi das hauptsächlich beim Reinigen benutzen und aber auch wieder distillieren können. Papier oder Plastik? Plastik, weil ich bin der Meinung, dass auch jetzt durch die ganzen Diskussionen, was die Reduzierung vom Müll angeht, dennoch Plastik das bessere Produkt ist, um Waren länger haltbar zu halten. Und wenn man es dann wieder richtig recycelt und wieder in den Kreislauf zuführt, denke ich, die Wahl des Kunden eigentlich sein sollte. Tiefdruck oder Digitaldruck? ### Tiefdruckverfahren und technische Grundlagen Ja, ganz klassisch Tiefdruck, weil im Digitaldruck haben wir leider kein Geschäft. Und noch eine kleine spaßige Frage zum Schluss. Hunde oder Katze? Katze, obwohl ich lieber einen Hund hätte, aber meine Frau hat sich dann für die Katze durchgesetzt, dadurch, dass ich ja ein riesiges Vertriebsgebiet habe, viel auf Reisen bin, wird dann keiner mit dem Hund rausgehen und Hunde brauchen Auslauf, aber letztendlich ist es dann eine Katze geworden. Sehr schön. Jetzt gehen wir mal ein bisschen zu dem fachlichen Teil, denn wir wollen natürlich auch ein bisschen Technik besprechen hier in unserem Podcast, der sich ja auch eigentlich immer um technische Themen rund um Flexpack dreht. Welche Probleme muss denn ein Kunde haben, damit er dich anruft und nach dem Angebot fragt? Ja gut, grundsätzlich geht es ja darum, Druckwerkzeuge zu reinigen bzw. Materialien, die ich für den Prozess benötige, zu reinigen, um eventuell eine andere Farbe drin zu lagern oder wieder ein qualitativ hochwertiges Produkt produzieren zu können. Hier geht es primär darum, dass der Kunde quasi sagt: okay, ich habe hier eine Druckmaschine, die ist von X, Y und Z, und ich möchte hier in einer gewissen Zeit so und so viele Teile reinigen bekommen. Das heißt, es muss immer geklärt sein, die Aufgabenstellung ganz klar definiert sein, damit wir dann entsprechend auch ein Angebot ausarbeiten können. Das heißt, es wird verlangt, das oder wir fragen dann aktiv auch den Kunden, wie viel Jobwechsel hast du am Tag, wie oft wechselst du die Farben bei jedem Jobwechsel, welche Teile fallen an, die gereinigt werden müssen und wann brauchst du die Teile wieder zur Verfügung? Und darauf basierend wird dann natürlich das Angebot entsprechend ausgearbeitet und auch die Maschinengröße und auch dann, wenn gewünscht, mit einer Destillation auch die Destillierkapazität festgelegt. Es ist ja gerade das Hantieren mit Lösemitteln immer so ein bisschen eine gefährliche Sache auch. Ich denke dann zum Beispiel an den Ex, also Explosionsschutz, Ex-Schutz. Wir selber haben damals ziemlich viel rumgekleckert in der Druckerei mit unserem Lösemittel und da gab es dann eben lustigerweise einen Bäcker, der sich weitergebildet hat als Tiefdrucker und der verbrauchte am wenigsten Lösemittel. Der nahm nämlich nicht die Gießkanne, um zum Beispiel einen Druckzylinder zu reinigen, sondern einen kleinen Pappbecher mit vielleicht nur 200 Milliliter drin und kriegt ihr damit ein ganzes Druckwerk gereinigt. Wie funktioniert das bei euch? Ist das auch ein Punkt, wo ihr sagt: naja, durch unsere Waschmaschinen können wir auch Recycling optimieren oder Nachhaltigkeit verbessern oder ist das eigentlich nur ein Convenience-Produkt, eure Waschmaschinen? Na, das ist auf jeden Fall eine Recycling-Verbesserung. Witzigerweise ist ja schon seit ein paar Jahren jetzt dieses Thema Circular Economy in aller Munde und wir bei Rennspiel leben eigentlich schon seit 50 Jahren dieses Thema. Das heißt, mit unseren Anlagen, wir haben in der Waschmaschine zum Beispiel und im Grunde ein Lösemittelvorrat, der die Waschpumpe versorgt und dann wird das Lösemittel im Kreislauf in der eigenen Maschine gefördert durch die Spritzrohr, durch die Spritzdüsen, letztendlich an die Teile, um sie zu reinigen. Also das heißt, es ist ein geschlossener Lösemittel-Kreislauf. Wenn jetzt, kann man ja sagen: klar, nach so und so vielen Waschgängen habe ich ja irgendwann auch eine Sättigung des Lösemittels. Damit wir diesen Fallpunkt natürlich verlängern, haben wir nochmal extra Spritzrohre drin in den Waschmaschinen, um nochmal mit sauberen Lösemitteln klar zu spielen. Dieses Lösemittel wird dann quasi oder ergänzt den Lösemittelvorrat von dem internen Waschtank und jetzt steigt hier das Volumen, aber gleichzeitig erhöhe ich auch die Standzeit von dem internen Waschbad, weil ja immer wieder frisches Lösemittel hinzukommt und ich dadurch aber auch ein sauberes Reinigungsergebnis habe. Das heißt, das Lösemittel, was ja schon farblich angehaucht ist, hinterlässt ja immer noch so ein bisschen einen Schleier auf den bereits gereinigten Teilen, was dann mit dem sauberen Lösemittel abgespült wird. Jetzt, wenn das Volumen steigt, müssen wir auch eine Überfüllung verhindern. Das heißt, wir pumpen partiell mit einem Waschgangsschrittzähler generiert, pumpen wir dann wieder Lösenmittel ab. Das ist dann unser Schmutzlösenmittel. Und wenn wir jetzt sagen, wir wollen das Ganze natürlich in der Circle Economy betrachten, dann kommt unsere Destillationsanlage ins Spiel, wo wir dann quasi über eine Glasendestillation dieses Schmutzlösenmittel destillieren. Das heißt, die Lösenmitteldämpfe steigen auf, kondensieren im Kondensator und werden dann in einem sauberen Lösenmittelbehälter gelagert, beziehungsweise nicht gelagert, das darf man nicht sagen, sonst kommt die Behörde wieder in die Regulierung, weil es sind ja eigentlich Prozessverhältnisse, keine Lagerbehälter. ### Lösemittelrückgewinnung und Spülprozesse Und von dort aus wird wieder das Kurzregister für das sauberen Mühlen, also quasi für dieses Finale-Klarspülen, gespeist. Somit haben wir einen komplett geschlossenen Kreislauf und verlieren tatsächlich eigentlich nur mit der Abluft. Das heißt, wenn wir den Bedienbereich, die Waschkammer evakuieren, von den Lösenmitteldämpfen, von der imitierten Lösenmittelhaltigen Luft, verlieren wir Lösenmittel. Das heißt, der Kunde hat eigentlich einen komplett geschlossenen Kreislauf, wo er immer nur mal sukzessive den Lösenmittelverlust ausgleichen muss, der halt mit der Abluft verloren wird. Dann alternativ kann man die Lösenmittel sammeln. Man kann dann viele gehen hin, lassen sie es absetzen und pumpen dann den oberen Bereich wieder ab, verwenden es wieder. Oder man sammelt es in diesen IBC-Containern oder in 200-Liter-Fässern und gibt es dann für die externen Destinationen. Wir hören ja bei jeder Drucktagung, machen immer Druckfarbenhersteller oder auch Trocknungsgeräteherstellerreklame für Wasserfarben, auch auf Plastik tatsächlich, also Kunststoff, wie wir es im Deutschen sagen. Ist das bei euch auch schon angekommen? Nimmt das zu? Wie ist das vielleicht auch regional verteilt? Ja, es ist in der Tat, spielt die wässrige Reinigung eine immer größere Rolle. Gerade im asiatischen Markt, speziell China, wird sehr viel mittlerweile angefragt auf wässriger Basis. Beziehungsweise auch die Farben sind auf wässriger Basis und man kommt mit Lösenmittel natürlich nicht mehr weit, um das zu reinigen. Da müssen wir zwangsläufig auf die Wasserfarben oder die wässrige Schiene gehen. In Europa ist es so ein zweischneidiges Schwert. Die einen sagen, wir wissen nicht, wo die Reise hingeht. Deswegen möchten wir, obwohl wir mit Lösenmittelfarben pumpen, eine wässrige Reinigung installieren. Andere gehen halt wieder zu dem Thema hin, dass sie dann doch mit Lösenmittel arbeiten. Wir persönlich versuchen, den Kunden ein bisschen zu beraten. Die westliche Sache ist natürlich klar, kommt bei mich drum herum. Bei manchen Produkten ist es zwangsläufig erforderlich. Aber da, wo es vermeidbar ist, empfehlen wir eigentlich persönlich, das Ganze doch weiterhin auf Lösemittelbasis zu machen, um eben diesen Gedanken der Circular Economy zu erfüllen. Weil wir ja hier auch das Lösemittel destillieren können. Jetzt gibt es natürlich auch die Farbhersteller, wenn ich mal so einen Schwung in die andere Branche machen darf, die Wasserfarben herstellen. Die gehen oft hin und haben dann Überflockung, Fällung oder Filtration oder sonstige chemische Prozesse, wo sie dann das Reinigungsmedium bzw. die Wasserfarben wieder abbauen und das Wasser wieder zurückgewinnen und dann wieder irgendwelchen Prozessen zuführen. Aber das ist schon chemisch sehr detailliert, sehr tiefgehend, was ein Drucker nicht unbedingt hat, dieses Fachwissen, was die chemische Verwandtnis daran widerspiegelt. Von daher ist es eigentlich im Druckbereich eher so, dass man, wenn man Waschteile reinigt, das Ganze als chemischen Abfall geklärt wird. Verstehe, d.h. das Reinigungsmedium ist gar nicht abhängig, ob ich eine Wasserfarbe nehme oder eine Lösemittelfarbe, sondern es eigentlich separat zu betrachten. Man kann sowohl Lösemittelfarben, auch Waschteile reinigen. ### Wasserfarben und Nachverbrennungskapazität Habe ich das richtig verstanden? Nein, wenn wir Wasserfarben haben, muss es auf jeden Fall ein Waschwasser-Produkt sein. Es ist einfach nur bei den Lösemitteln. Da habe ich die Wahl, nehme ich einen Waschwasser-Reiniger oder nehme ich einen Lösemittelfarbe reinigen. Es gibt manche Kunden, die z.B. sagen, unsere Nachverbrennung ist am Ende ihrer Kapazität und sagen dann, wir können hier einfach nicht mehr an die Nachverbrennung geben. D.h. wenn wir mit dem Lösemittel reinigen, haben wir doch eine erhebliche Menge an immittierter Luft in diesem Waschraum oder in dieser Waschkammer, die abgeschlossen ist. Das muss in der Nachverbrennung zugeführt werden. Wenn da die Kapazität am Ende ist, dann ist es oft auch der Gang des Kunden, dass er sagt, ich möchte das ganze Waschwasser abdecken, weil er dann nicht mehr an die Nachverbrennung ist. Jetzt haben wir damals auch, ich komme jetzt wieder auf meine aktive Zeit, eine Verpackungsherstellung zurück, viel mit Wasserfarben experimentiert und haben eigentlich immer festgestellt, die Energie, die wir brauchen, um wässrige Farben z.B. zu trocknen, ist ja viel höher als beim Lösemittel. Das ist ja auch das große Argument, auch die Geschwindigkeit zu erreichen beim Drucken war schwierig. Das sind alles Probleme, die scheinen gelöst. Wie sieht das denn bei der Reinigung aus? Ist es mit wässrigen Systemen besser, billiger, schneller oder langsamer? Wie muss ich mir das vorstellen? Eigentlich ist es ehrlich gesagt teurer. Ich habe eine Anlage, die muss erst mal anstatt, wenn wir über Lösemittel reden, zum Beispiel muss ich das Lösemittel kühlen bei der Reinigungsanlage. Hier im Gegensatz muss ich das Medium aufheizen. Das ist wie wenn du die Hände wäschst mit kaltem Wasser und Seife. Das ist nicht so ein gutes Reinigungsergebnis, wie wenn du warmes Wasser benutzt und Seife. So muss man sich das jetzt auch bei der Reinigung vorstellen von den Druckwerksteilen. Das ist der eine Punkt. Zum zweiten, ich muss ja gucken, damit ich so wenig wie möglich verliere, muss ich das Ganze ja auch isolieren, damit die Wärme gehalten wird. Das ist auch noch ein wesentlicher Faktor, was natürlich in Arbeit zu Buche geht. Das heißt, die Anlage muss so isoliert sein, dass sich da kein Mitarbeiter oder ein Bediener der Maschine verbrennen kann, weil wir doch schon auf 80 Grad hochgehen. So, dann brauche ich den chemischen Reiniger, muss ich zukaufen und ich muss das Wasser zukaufen. Dann muss ich, wie in der Geschirrspülmaschine auch die Alkalität wieder wegkriegen nach dem Reinigungsprozess, damit der Bediener gefahrlos die Teile in die Hand nehmen kann. Das heißt, ich habe noch mal eine Nachspülung an Wasser, die aber auch wieder chemisch belastet ist. Dann spüle ich entweder mache ich das direkt aus dem Netzwasser dieses finale Abspülen. Das heißt, dann brauche ich mehr Wasser oder ich gehe hin und fahre das auch mal im Kreislauf, um ein bisschen Wasser zu reduzieren. ### Wasserbasierende Druckfarben ohne Lösemittel Ich muss aber am Ende dann noch mal einen dritten Spülgang machen mit weniger Nachspülwasser, sauberer Nachspülwasser. Aber ich habe halt enorme Wassermengen, die chemisch belastet sind, wie auch das Reinigungsbad, was dann natürlich die Betriebskosten circa um einen Faktor 3 teurer macht zum Lösemittel. Bei der letzten Drucktagung hat mir ein Teilnehmer gesagt, an der du ja auch teilgenommen hast, wir haben eigentlich das Problem beim Lösemittelmanagement, dass wir immer diesen Explosionsschutz einhalten müssen. Wenn wir das wegkriegen, wären wir froh. Deswegen experimentieren wir auch mit Druckfarben auf Wasserbasis, also ohne Lösemittel. Ist das ein Argument, was auch für eure Waschmaschinen zählt? Oder sagst du, unsere Waschmaschinen mit Lösemittel sind genauso sicher und genauso zu Hand haben wie die mit Wasser? Also, unsere Anlagen sind erst mal komplett safe. Unsere ganzen – wir sind nach ATEX zertifiziert. Unsere Anlagen haben eine Baumusterprüfung. Und bisher, toi toi toi, ist auch noch nie in unseren Anlagen was passiert. Es sei, dass wir irgendwo Fremdverschulden täten. Aber unsere Anlagen sind komplett sicher, erfüllen die ATEX-Richtlinien und sind somit auch ohne Gefahr betreibbar. Wir betrachten quasi Waschmaschinen so, wie es in der einschlägigen Vorschrift vorgegeben ist, dass wir bei einem Spritzdruck von mehr als 0,7 bar im Inneren einer Zone Null haben. Egal, welchen Flammpunkt das Lösemittel hat. Und so ist auch unsere Waschmaschine begeben. Im Inneren der Waschmaschine habe ich eine Zone Null. Das heißt, hier muss ich eine Baumusterprüfung machen von den bewegten Teilen, die sich drum bewegen. Das heißt, auch einen mechanischen Eckschutz gewährleisten. Und drum herum um die Anlage haben wir eine Zone Eins. Das heißt, unsere Anlagen können in einem Bereich Zone Eins ohne Probleme aufgerichtet werden. Was genau bedeutet dann Zone Eins? Das ist also so eine Explosionsschutz-Definition. Genau, bei Zone Null sagt man, dass eigentlich zu jeder Zeit permanent eine explosionsfähige Atmosphäre auftritt. Und bei Zone Eins wird das dann wieder ein bisschen lockerer, wo man sagt, es kann ab und zu mal eine explosionsfähige Atmosphäre auftreten. Aber grundsätzlich, innen drin – sagen wir immer – da habe ich immer eine explosionsfähige Atmosphäre. Also der erfahrene Tiefdrucker, der mit Lösemittelfarben hantiert, weiß: so eine Maschine brennt ab und zu mal. Deswegen haben die auch alle Löschsysteme. Das ist aber weniger geworden in den letzten Jahren. Das passiert nicht mehr so häufig und meistens ist es auch sehr lokal und wird sofort gelöscht. Aber das passiert. Ist das etwas, was bei euch auch passiert? ### Marktposition bei Druckern und Lieferanten Gibt es tatsächlich auch noch so Löscheinsätze oder findet das gar nicht mehr statt? Also bei uns findet das gar nicht statt. Wie gesagt, durch die Baumusterprüfung, durch unser Qualitätsmanagementsystem, durch unsere Betrachtung ist alles so sicher, dass wir selbst unvorhergesehene Störungen ausschließen können. Hochspannend, wir haben jetzt schon eine ganze Menge Technik besprochen. Jetzt interessiert mich noch so ein bisschen die Marktseite. Wo seid ihr denn stärker, bei den Druckern oder bei den Lieferanten? Oder wo liefert ihr die meisten Anlagen eigentlich hin? Was muss man sich da vorstellen? Wenn ich jetzt Drucker bin, muss ich euch jetzt sofort anrufen, wenn ich noch keine Waschmaschine habe, oder eher als Farblieferant? Ja, sowohl als auch. Also wir sind in beiden Märkten sehr gut vertreten. Im Moment, klar durch die Pandemie geschuldet, war jetzt der Lack- beziehungsweise Druckfarbenherstellungsmarkt stärker als der Druckmarkt. Ich denke, das wird sich auch irgendwann mal wieder ein bisschen relativieren. So sehen wir das aktuell von unserer Seite her, betrachtet von den Zahlen. Und ja, das ist quasi unser Metier. Und im Moment ist halt Europa unser Fokus aufgrund der Pandemie-Bedingungen. Muss man ganz klar sagen. Ganz zum Schluss biete ich immer noch so einen Appell an unsere Branche an. Habt ihr als Lösemittelhersteller vielleicht noch einen Wunsch an die Industrie oder vielleicht an den Gesetzgeber oder einfach einen Appell, eine Aufforderung? Was wünschst du dir aus Sicht von Rehensmann vielleicht von euren Kunden oder von den Kunden eurer Kunden? Ja gut, ich denke mal, das, was ja aktuell richtig ist oder ein wichtiges und richtiges Thema ist, ist ja der Klimaschutz. Das heißt, Klimaschutz geht uns alle was an, nicht nur den Druckern, nicht nur den Verpackern, nicht nur den Endkunden, sondern alle können da mitwirken. Wir selbst tun da auch einiges, sind jetzt mittlerweile in der Allianz für Klima und Entwicklung, haben es da jetzt seit diesem Jahr betätigt, haben aber auch schon im Vorfeld bei einem Thema Öko Profit mitgemacht und sind jetzt erst mal bis Ende des Jahres klimaneutral. Wir machen unsere jährliche CO2-Bilanz, natürlich auf tatsächlich beruhigenden Zahlen, jetzt ja auf viel Schmu und wir haben auch bei uns im Gebäude umgestellt auf LED-Technik, werden jetzt noch eine PV-Anlage auf unserem Hallendach installieren, um dann eine Ladestation zu machen für die E-Mobilität. Das heißt, hier können wir dann unsere eigenen Wägen, aber auch die des Kunden und natürlich der Mitarbeiter aufladen. Und das, denke ich, sollte man mehr sehen, auch dieses Thema Circular Economy, dass man mehr in dieses Kreislaufwirtschaftsdenken geht und ja, guckt, was können wir tun, um die Produkte, die wir auf dem Markt bringen, auch wieder irgendwo anders einzusetzen. Ich denke, dieses Thema, was jeder da immer hört, Plastik- und Kunststoffvermeidung ist schön und gut, wird aber meiner Meinung nach nicht überall funktionieren. Da sollte man einfach überlegen, wie kriegen wir es hin, dieses Material einfach wieder in den Kreislauf zurückzuführen, so ähnlich, wie wir es ja auch mit dem Reinigungsmedium machen. Schönes Schlusswort, danach kann eigentlich nichts mehr kommen. Ich sage erstmal Dankeschön für dieses tolle Interview. Wir haben das auch mehr oder weniger CO2-neutral gemacht. Ich habe eine PV-Anlage, wir haben remote gesprochen, deswegen vielleicht auch hier oder da mal der kleine Tonaussetzer. ### Zusammenfassung und Dankwort Dankeschön, Jonas, für dieses tolle Interview. Ja, ich habe Sie zu danken, dass ich teilnehmen durfte an dem tollen Format. Das war Sie schon wieder, die aktuelle Episode zum Innoform-Podcast, zum Inno-Talk. Wenn auch Sie einmal Teil dieses Formates werden wollen, brauchen Sie nicht zwingend Supporter werden, sprechen Sie mich an unter ks at innoform.de. Vielen Dank an Rehnsmann für das zweite Jahr Support des Inno-Talk-Formats. Mein Name ist Karsten Schröder. Ich sage Tschüss, bis zum nächsten Mal. **Kategorien:** Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Flexodruck, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten **Schlagwörter:** D.W.Renzmann, inno-talk, jonas_becker, Podcast --- ### [Inno-Talk fliegt](https://inno-talk.de/inno-talk-fliegt/) **Published:** März 24, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Die Initiative des Inno-Talks fliegt! Das sagte ein Teilnehmer aus der Flexpack-Branche. Mit durchschnittlich über 400 Teilnehmern monatlich zählt der Inno-Talk in Europa zu den bekanntesten und vor allem innovativsten Bildungsinitiativen zum Themenfeld Verpackungen. Aber nicht nur der Inhalt ist innovativ, auch das Talk-Konzept selber. Einmal monatlich registrieren sich interessierte Entscheider auf www.inno-talk.de oder für die europäischen Inno-Talks auf www.inno-talk.eu. Der Clou: Es ist für Teilnehmer kostenlos. Finanziert wird das Projekt von den Supportern, die von Reichweite für den Vertrieb und von Bildung für den Innendienst vielfach profitieren. Wenn Sie mal rein schnuppern wollen, können Sie hier einen Eindruck bekommen. ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) **Kategorien:** Digitaldruck, Flexodruck, Repro und Druckzylinder, Tiefdruck **Schlagwörter:** Inno-Talk Konzept, Online-Event --- ### [Innoform zu Gast bei eveema.live](https://inno-talk.de/innoform-zu-gast-bei-eveema-live/) **Published:** April 25, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Am 3.5.2022 geht www.eveema.live wieder online. Dieses mal ist ach Innoform mit von der Partie. Das Thema lautet **Neue Geschäftsmodelle für Ihre Online-Events: Customer Success Story „Inno-Talk“** Eveema GmbH & Co KG – die Neugründung aus dem Jahr 2021 bietet bewährte Event-Organisatios-Planungs- und Online-Software an. Dadurch ist auch das völlig neue Geschäftsmodell www.inno-talk.de entstanden. Keine Messe, keine Konferenz und auch keine Tagung und doch von allem ganz viel lautet der Slogan. Karsten Schröder plaudert aus dem Nähkästchen und verrät, wie kostenlose Online-Live-Events smart und vor allem gewinnbringend realisiert werden. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/04/image.png)](https://www.eveema.live/)Erfahren Sie, wie: - Kostenlose Teilnehmer profitieren - Studio-Produktion auch remote geht - eine Community entsteht - Supporter ganz neue Marketingideen realisieren - und Netzwerken online wirklich funktioniert Anmeldungen auch zu Folge-Events von eveema unter [www.eveema.live](http://www.eveema.live) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Interview 2.0 mit Piran Asci zum Online Handel und Verpackung](https://inno-talk.de/interview-2-0-mit-piran-asci-zum-online-handel-und-verpackung/) **Kategorien:** Inno-Talk, Neuigkeiten --- ### [Klimawandel und Ressourcenknappheit mit Verpackungen bremsen](https://inno-talk.de/klimawandel-und-ressourcenknappheit-mit-verpackungen-bremsen/) **Published:** April 26, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Eine Beobachtung und Meinung von Karsten Schröder* Gerade auch die Verpackungsindustrie leidet unter knappen Ressourcen und gestörten Lieferketten. Liegt das an den hohen Energiepreisen, den gestörten Lieferketten oder gibt es auch andere Lösungsansätze? Und wie sieht es mit dem Produktschutz durch Verpackungen aus? ![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/04/Fleisch_BIP.jpg)Konsens besteht mittlerweile darin, dass die höher entwickelten Staaten seit Jahrzehnten über ihre Verhältnisse leben. Die Weltbank führt absurd anmutende Indikatoren wie den Fleischverbrauch im Verhältnis zum BIP (Brutto-Inlands-Produkt) an. Und schon landen wir wieder bei der Lebensmittelverpackung. Denn nur die Verpackung zeichnet derzeit einen Ausweg aus der enormen menschlichen „Überbevölkerung“ und der damit einhergehenden Ernährungsprobleme. Doch nicht die schiere Anzahl an Menschen macht das Problem, sondern auch der enorme, luxuriöser werdende Anspruch immer größer werdender Bevölkerungsschichten. Doch wer will das irgendjemandem verdenken? ![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/04/statistic_id588224_oekologischer-fussabdruck_-laendervergleich-2021-990x1024.png)Ein maßgeblicher Verbrauchstreiber von Rohstoffen und Lebensmitteln sind die s. g. reicheren Länder. Dieser Einfluss der Länder auf den „Erdenverschleiß“, wie die Ingenieure sagen würden, ist in den USA über sieben Mal höher als in Indien. Die USA-Bevölkerung verschlingt also jedes Jahr Ressourcen von umgerechnet 5 Erden. Wie kann das sein? Und was hat das mit Verpackungen zu tun? Die Ursachen sind vielfältig und nicht systematisch bekannt bzw. umstritten in ihrer Gewichtung. Fest steht, dass sowohl in entwickelten als auch weniger entwickelten Ländern enorme Mengen an Lebensmitteln verderben. Bei den weiter entwickelten Länder liegt das meistens am Überkonsum und dem daraus folgenden Verderb. Es wird zu viel gekauft und nicht alles verzehrt. Es verdirbt zu viel in Restaurants und wir nehmen zu viel Nahrung zu uns, was am Anstieg des BMI (Body Mass Index), aber auch der steigenden Bevölkerungszahl ablesbar ist. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/04/statistic_id760992_anzahl-erwachsene-weltweit-nach-bmi-2014-und-2025.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/04/statistic_id760992_anzahl-erwachsene-weltweit-nach-bmi-2014-und-2025.png)**In den weniger entwickelten Ländern** entsteht der Lebensmittelverderb eher schon in der Lieferkette selber, d.h. auf dem Weg vom Acker zum Teller verdirbt ein wesentlicher Teil. In beiden Bereichen können optimale Verpackungen zur Minimierung der Verschwendung beitragen. Der mittlerweile manisch anmutende Druck auf die Lieferanten einiger Lebensmittelhersteller mit ihren Nachhaltigkeitszielen mit Fokus vor allem auf recyclingfähigen und recycelten Verpackungen erscheint da wenig zielführend. Auch wenn das Ziel an sich wertvoll für diese erscheinen mag, wird es im großen Kontext kaum Wirkung entfalten und dient sicherlich auch der Sicherung von Absatzmärkten in Ländern mit fehlenden Kreislaufsystemen und entsprechenden Umweltproblemen, die durch gebrauchte Einwegverpackungen ihre Gestalt und einen Sündenbock finden. Doch jedes verpackte und damit vor dem Verderb geschützte Lebensmittel ist ein Nachhaltigkeitsgewinn. Es ist sozial, da es Ernährungsprozesse verbessert, es ist ökonomisch, da die Hauptwertschöpfung im Lebensmittel selbst liegt und diese geschützt bleibt, und sie ist ökologisch, da Ressourcen geschont und die Umwelt damit entlastet wird. Damit sind alle drei Säulen der Nachhaltigkeit wie Ökonomie, Ökologie und Sozialwesen positiv beeinflusst. Aber warum ist Verpackung für viele, besonders in den entwickelteren Ländern, auf einmal „böse“? Ich möchte mit folgenden Punkten zum Weiterdenken anregen. - Wir haben es als Verpacker und Verpackungshersteller weitgehend versäumt, Vorteile zu kommunizieren. - Wir haben bisher zu viel in linearen Materialströmen gedacht und zu wenig in Kreisläufen. Und das gilt nicht nur für die Verpackung, sondern auch für die Lebensmittel und Konsumgüter, ja letztlich für das gesamte moderne Wirtschaften. Zum Beispiel ist es bisher in der EU nicht zugelassen, menschliche Exkremente zur Düngung zu nutzen – das wäre ja ein Kreislauf. - Unser Blick aufs Ganze ist durch die reine Kostenbrille getrübt. Das bedeutet, dass Dinge, die nicht in der Bilanz als Kosten erscheinen, immer zweitrangig oder gar nicht einkalkuliert werden. Wir sehen diese schlichtweg nicht. - Überbetont werden hingegen absatzsteigernde Maßnahmen – egal wie langfristig sinnvoll das für Mensch und Umwelt sein wird – es geht ums pure Wachstum in Gewinn und mindestens Umsatz. So zahlt eine Ölförderfirma der Natur ja nichts für das entnommene Öl zurück. Der Landwirt laugt Böden aus, bis sie versanden oder nicht mehr profitabel sind, ohne neuen Ackerboden zu erzeugen. Viele Packmittelproduzenten produzieren kurzlebige Einwegverpackungen, ohne sich um den Materialnachschub zu kümmern. Und so zieht es sich durch unser gesamtes Wirtschaftsleben mit mehr oder weniger offensichtlichen katastrophalen Auswirkungen. Das hier ist keine Klageschrift, sondern ein Aufrütteln, den begonnenen Weg des Kreislaufdenkens weiterzuführen, ohne sich selbst im Kreise zu drehen. Die Idee ist, gelegentlich zurückzutreten und sich zu fragen: Ist diese Monomaterialverpackung, die 25 % teurer wird und die Haltbarkeit des Lebensmittels vielleicht sogar herabsetzt, wirklich besser als eine Multimaterialverpackung, deren Gesamt-Energiebilanz einschließlich eines aufwendigeren Recyclingprozesses besser wäre? Ist bei den Mengen an verbrannten Ölprodukten zur Energieerzeugung und zur Mobilitätserhaltung und -steigerung das wahllose Zwingen von Verpackungen in Monomaterialstrukturen immer richtig? Ist das mechanische Recycling von Lebensmittelverpackungen nicht nur eine Brückentechnologie, an der wir aber nun unsere Monomaterial-Manie ausleben, da dieser wenig entwickelte Prozess einfach keine saubere Materialtrennung ermöglicht? Oder sollten wir vielmehr an echte Kreisläufe wie Cradle to Cradle denken? Wo aus einer Chips-Tüte wieder eine gleichwertige, rezyklierte Chips-Tüte werden kann? Oder brauchen wir diesen Zwischenschritt der *Monomaterialisierung* erst, um dann die wirkliche Kreislaufwirtschaft in Angriff zu nehmen? Und gerade wir Flexpacker haben schlechte Recyclingquoten wegen ihrer Kleinteiligkeit und Verbundstrukturen, die leider in heutigen mechanischen Recyclingverfahren ein KO-Kriterium darstellen. Und das führt zu kläglichen Recyclingquoten bei kleinen Folienverpackungen. Momentan geben die Recycler – auch für Flexpack – den Monomaterial-Weg eindeutig vor. Aber sind wir da auf dem richtigen Pfad? Warum stellen noch so wenige wirklich auf Monomaterialien im Regal um? Lohnt es sich für den, der Mehrkosten zahlen muss, vielleicht nicht genug an anderer Stelle? Ein hoher Recycling-Score auf Basis der vorliegenden Recycling-Möglichkeiten reicht da vermutlich nicht als Anschubmotivation. Der Umwelt wird es egal sein, ob ein Multi- oder Monomaterial-Standbeutel mit Einschweißteil für die Baby-Einmalration in die Müllverbrennug, auf den Waldboden, ins Meer oder auf den Recyclinghof gerät. Lasst uns alle noch einmal tiefer gehen und einen Schritt zurücktreten, was im großen Bild (big picture) wirklich zielführend ist. Es muss ja ökologischer, sozialer und ökonomischer werden, wenn es wirklich nachhaltiger sein soll. Da bringen echte Systemwechsel bahnbrechende Erfolge. Aufwendige Weiterentwicklungen verschleppen eher den Fortschritt, wie es die Autobauer gerade zu spüren bekommen. Was vor zehn Jahren noch unmöglich schien, wird durch einen, der es vormacht, in wenigen Jahren zum Status Quo. Quo vadis Flexpack – wer weiß? Wer mehr Wissen über diese Zusammenhänge im Austausch mit bunt gemischten Fachleuten erleben und studieren will, ist herzlich nach Würzburg eingeladen – es lohnt sich auch Online – der Nachhaltigkeit zuliebe … [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/04/UM-05-22.jpg)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/04/UM-05-22.jpg)[www.inno-meeting.de ](https://www.innoform-coaching.de/tagung/umweltgerechte-kunststoffverpackungen-2022)### Verwandte Episoden - [1,7 Millionen Tonnen mehr Verpackung durch steigenden Konsum](https://inno-talk.de/17-millionen-tonnen-mehr-verpackung-durch-steigenden-konsum/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) - [Sabrina Schmidt vom IÖW spricht über die Bewertung der Nachhaltigkeit von Verpackungen](https://inno-talk.de/sabrina-schmidt-sprich-ueber-bewertung-der-nachhaltigkeit-von-verpckungen/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Biofolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Neuigkeiten, Verpackungsdesign --- ### [Jan Switten zu Biopolymeren, nachwachsenden Rohstoffen und PEF](https://inno-talk.de/jan-switten-zu-biopolymeren-nachwachsenden-rohstoffen-und-pef/) **Published:** April 28, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Im Interview mit [Jan Switten](https://www.innoform-coaching.de/referenten/jan-switten) dreht sich alles um biologisch abbaubare und nachwachsende Rohstoffe. Wir vergleichen in diesem Gespräch die Eigenschaften von Biopolymeren, arbeiten Vor- und Nachteile heraus und gehen explizit auf ein ganz neues Material – PEF (Polyethylenfuranoat) – ein. ![Strukturformel von Polyethylenfuranoat (PEF)](https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/a8/Polyethylenfuranoat.svg/250px-Polyethylenfuranoat.svg.png)PolyethylenfuranoatNeben den fachlichen Themen lernen wir auch ein Role Model für eine typische Polymer-Chemiker-Karriere kennen. Vielleicht ist dieses Interview ein Impulsgeber für Schul- und Uni-Absolventen. Ganz sicher interessiert dieses Gespräch aber alle, die sich mit PET-Flaschen, PET-Verbundmaterialien und Bio-Polymeren beschäftigen – endlich gibt es wieder eine echte Polymer-Innovation dank PEF – der Alternative zu PET?! Jetzt hören: [Spotify](https://open.spotify.com/episode/19V2MRy4FfEX8tCl5i2l70?si=MY25kYGXSimuAUlBRuJhIw) [iTunes](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) [InnoTalk](https://www.inno-talk.de/podcast) ### Verwandte Episoden - [Videokurse mit Jan Switten](https://inno-talk.de/erste-4-videokurse-bei-innoform-mit-jan-switten/) - [Video courses with Jan Switten](https://inno-talk.de/video-courses-with-jan-switten/) --- ### Alle Episoden abonnieren [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [Apple Podcasts](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Folienwissen Spezial, der Innoform-Podcast zum Inno-Talk. Hallo, herzlich willkommen. Mein Name ist Karsten Schröder und ich begrüße Sie herzlich zur neuen Episode des Innoform-Podcasts zum Inno-Talk. Diesmal spreche ich mit Jan Switten und zwar über ein neues Material Polyethylen-Furanuat. Sie alle kennen es. Es wird vielleicht das PET ersetzen. Es ist 100 % nachwachsend. Es kann biologisch abbaubar sein. Es hat viele technologische Vorteile. Und Jan Switten wird uns ein bisschen aus seinem Leben erzählen, wie seine Karriere verlaufen ist und vor allem, warum PEF so spannend ist. Aber er wird uns auch Tipps geben, warum wir lieber eine in Plastik verpackte Gurke kaufen sollten und keine in Blechdose verpackte Nüsse. Hören Sie mal rein. Spannend für alle, die sich für Verpackung interessieren. Freuen Sie sich auf die Folge mit Jan Switten. Ich freue mich, dass ich heute mit meinem alten Wegbegleiter und Freund, kann ich sagen, Jan Switten in Spanien sprechen kann. Jan, herzlich willkommen im Innoform-Podcast. Vielen Dank. Ich bin froh, wieder dabei zu sein. Jan, wir wollen dich gerne ein bisschen kennenlernen. Und ich habe mir ein paar Fragen überlegt und habe mal in deine Vita geschaut. Du hast Kunststofftechnik studiert. Was genau hast du da gelernt? Kunststoffe in general. Ich bin Chemiker von Ausbildung und habe dann Kunststoffe studiert. In der Zeit war das noch alles viel einfacher. Wir hatten Polyamiden und wir hatten Polyester und Polykondensation haben wir da, Polymerisation haben wir da gelernt und auch die Kinetik und die physische und chemische Eigenschaften. Und von dort aus könnte ich dann in die Industrie anfangen mit diesen Kenntnissen, die ich dann an der Universität gemacht habe. Du bist ja in Belgien an der Universität gewesen. Du sprichst mehrere Sprachen. Danke auch nochmal an dieser Stelle, dass wir das in Deutsch machen können. Das fällt mir viel leichter als in Niederländisch oder vielleicht Norwegisch. All diese Sprachen beherrschst du ja, oder Spanisch? ### Karriere bei DuPont in Coatings Du bist dann zu DuPont gegangen. Was waren deine ersten Aufgaben? Bei DuPont habe ich erst in der Coatings Division gearbeitet. Das meint die Entwicklung für Harze, für Farbe und Lacke. So und insbesondere für die Automobilindustrie. In dieser Zeit waren es nur viele synthetische Kunststoffe, die wir da gefertigt haben. Zum Beispiel Acrylate, Acrylsäure basierte Lacke oder Alkyd basierte Lacke. Das habe ich einige Jahre gemacht. Bevor ich dann in das Polymer Department gekommen bin, für die Entwicklung von Barrierematerialien für Verpackungen. Das war auch schon zu DuPont-Zeiten, dass du dich schon mit Verpackungen beschäftigt hast? Das war schon seit 1980. Unwahrscheinlich, da hatte ich noch nicht mal Abitur. Und dann habe ich mich mit den Barriere-Eigenschaften beschäftigt. Wir haben dann auch neue Barriermaterialien entwickelt, meistens basierend auf Polyamid, weil Sie wissen, dass DuPont sehr stark war in Polyamiden. Und auch in dieser Zeit war ich dabei, als die Laminar-Technologie entwickelt worden ist. Jetzt nicht mehr in Gebrauch. Aber das ist dann eine Vielzahl von Lamellen, die in eine Polyethylen-Schicht eingearbeitet werden. Und durch das Labyrinth-Konzept dann eine hundertfache Verbesserung in besonders Chemikalienbeständigkeit gegeben hat. Das war ja damals auch schon ein ganz neuer Ansatz. Und auch für dich begann dann eigentlich noch mal ein neues Leben. Denn du hast noch Business studiert, richtig? Das habe ich dann auch gemacht. In dieser Zeit habe ich dann an der Universität ein Postgraduat-Studium in Business gemacht. Und das hat mich dann nachher sehr geholfen, um dann auch meine weitere Karriere zu verfolgen. Danach ging es nach Genf, ich glaube, immer noch für DuPont. Was war da dein Thema? Das war das gleiche Thema, noch immer Barriermaterial für Verpackungen und Automotive. Und da war ich sehr beschäftigt mit zum Beispiel Benzintanks im Automotive-Bereich, weil Sie wissen, das war die Zeit auch, dass Metall durch Polyethylen ersetzt wurde. Aber Sie wissen, dass ein Benzintank 20 Gramm Benzindurchlast pro Tag hat, mit unserem Barriermaterial können wir das hundertfach zurückbringen. Und natürlich ging das auch für Verpackungen. Und das waren dann besonders Verpackungen wie Kanister, die dann gebraucht werden für Detergenten, für Haushalts-Chemikalien, für Automotive-Chemikalien, für allerlei chemische Produkte, die Polyethylen nicht gehalten hat. Ganz genau. ### Wechsel zu Borealis und neue Aufgaben Viele unserer Zuhörer kommen auch direkt von der Universität oder sind berufseinsteller. Deswegen interessiert natürlich viele auch so ein bisschen die Motivation, warum du dann gewechselt hast. Du hattest eigentlich einen guten Job bei DuPont. DuPont ist auch bekannt als guter Arbeitgeber an sich, damals in der Zeit zumindest gewesen. Und trotzdem bist du zu Borealis gegangen. Was hat dich motiviert und was hattest du da für Aufgaben? Ich hatte einen schönen Angebot bekommen, dass ich nicht widerstehen kann. Es war im gleichen Feld, aber statt Polyamide waren es dann Polyethylen, Polypropylen und Polyolefine generell. Und ich bin dann Geschäftsführer für den Benelux geworden. Und ja, das war für mich eine neue Herausforderung. Die habe ich dann gerne angenommen. Und dann ging es 2003. Und seitdem kennen wir uns wirklich an die Selbstständigkeit, Training und Advisory hast du so ein bisschen gemacht. Also Beratung im weitesten Sinne. Switten hieß die Firma so wie dein Name. Was hast du in diesen letzten ja fast 20 Jahren denn da getan? Ich hatte eigentlich am Anfang hatte ich drei Füße zu stehen. Erste Fuß war ein wenig Vertrieb von Kunststofffolien. Das war in besonders Polyesterfolien. Das habe ich gesehen. Das war eigentlich nicht mein Ziel. Dann habe ich mit Training angefangen, mit Advice angefangen. So Beratung von Firmen. Und da bin ich einfach da reingerollt von einem alten Kollegen von mir, war dann beschäftigt bei Utamaki. Utamaki hat TFC-Problemen. Und er hat mich dann dabei geholt und gesagt, können Sie uns helfen? Und das Projekt ist sehr gut gelaufen. Und dann sofort habe ich dann neue Projekte bekommen. Und so bin ich dann da reingerollt. Aber auch dann war es auf einmal in einer Firma, wo ich gearbeitet habe, die haben gesagt, können Sie auch eventuell ein Training organisieren? Eine Schulung für unsere Mitarbeiter in Kunststoffen. Ich habe gesagt, ja werde ich gerne machen. ### Schulungsentwicklung und Kundenbetreuung Habe ich dann gemacht. Und so bin ich dann in die Schulungen zurechtgekommen. Dann habe ich Kontakt gehabt mit den verschiedenen Verpackungsinstituten. Unter anderem mit dem Schweizer Verpackungsinstitut, mit dem belgischen Verpackungsinstitut, auch in Frankreich mit der Ambelage. Und dann bin ich angefangen, habe ich dann eine Schulung entwickelt. Eine ganz, ganz umfangsfassende, wie sagt man das? Eine ganz umfangsfassende Schulung für Verpackungen. Fängt an mit Materialien, Umsetzung von Materialien in Folien, in Flaschen, in verschiedenen Extrusionsverfahren. Und dann weiter in die Kette, dann nach den Verpackungssystemen selber und dann die Eigenschaften natürlich. Aber alles immer technisch. Da kommt natürlich dabei Permeation, da kommt dabei Barriere, da kommt dabei auch Gesetzgebung. So, das war eigentlich so ein ganzes Projekt, das ich da gemacht habe. Habe dann eine Schulung. Meine ganze Schulung ist drei Tage. Und das habe ich dann ungefähr 20 Jahre gemacht beim Belgischen Verpackungsinstitut und 15 Jahre beim Schweizer Verpackungsinstitut. In dem Lehrgang, die die haben für Verpackungsmanager und auch an der Fachhochschule Westschweiz. Dann habe ich das auch noch für Sie gemacht, für dich gemacht in Süddeutschland. Und auch bei dir im Haus habe ich dann auch verschiedene Schulungen gemacht, auf Deutsch, auf Englisch und auf Niederländisch. Das war eine schöne Zeit. Da erinnere ich mich gerne zurück. Und jetzt in der Pandemie, in den letzten vergangenen zwei Jahren, wir beiden rüstigen, altgedienten Verpackungsexperten haben uns dann zusammengehockt und haben sogar noch einen Videokurs aufgenommen in zwei Sprachen, Deutsch und Englisch. Tue ich mit in die Show Notes rein, brauchen wir jetzt gar nicht so sehr in die Tiefe gehen, umfasst im Prinzip genau das, was du eben beschrieben hast. Grundlagenverpackung, Polymerwissen, das Ganze sehr technisch, aber so verständlich auf den Punkt gebracht, dass auch Einsteiger was davon haben, sich diese kleinen kurzen Videos – 10, 15 Minuten sind sie ja – anzugucken. Das war eine tolle Sache. Haben wir uns bei dir zu Hause in Mijas, in der Nähe von Málaga getroffen und haben die ersten Gehversuche mit Videorecording gemacht. Das war toll. Ich bin sehr gefreut, das mitzumachen. Und insgesamt waren es ganz viele Videos. Es sind 50 Videos von ungefähr 15 Minuten in beiden Sprachen, in Deutsch und Englisch. Immer noch erhältlich. Wie gesagt, tue ich mit in die Show Notes, werden wir auch weiterhin verkaufen. ### Persönliche Interessen und Herkunft Wir freuen uns wachsender Begeisterung. Jan, wir wollen dich auch ein bisschen privat kennenlernen. Wozu neigst du, Bier oder Wein? Bier, Wein, Wein. Wein natürlich. Du kommst ja aus der Gegend, interessierst dich natürlich auch für die Geschichten. Habe ich mir schon gedacht, dass du das sagst. Meer oder die Berge? Im Moment mehr. Früher mehr Berge. Weil wenn man unterwärmt, dann kann man weniger spazieren oder weniger fließend spazieren. Dann ist das mehr und mehr interessant. Aber du hast mir verraten, in Michraste gehst du jeden Morgen fast, oder es ist ja in der Nähe von Michraste, gehst du am Strand acht Kilometer. Das ist natürlich eine Leistung. Das ist schon toll. Und das bringt mich zur letzten persönlichen Frage. Hund oder Katze? Hund. Du hattest einen Hund. Im Moment hast du keinen, aber es ist eine tolle Erfahrung, hast du mir verraten, genau. Das war eine tolle Erfahrung. Das war ein ganz energischer Dalmatiner. Und den hast du für 14 Jahre betreut. Oder er hat euch betreut. Oder er hat euch betreut. So habe ich es in Erinnerung. Sehr schön. Das war schön. Jan, jetzt wollen wir mal ein bisschen ins Fachliche eintauchen. Du hast natürlich die petrochemischen Polymere richtig von einer Pike auf gelernt. Hast dich da viele Jahre mit beschäftigt. Aber sehr früh schlug dein Herz auch für alternative Materialien, für nachwachsende Rohstoffe, für biologisch abbaubare Rohstoffe usw. ### Ökobilanz und Systemgrenzen verstehen Jetzt habe ich mir überlegt, wie erklären wir das unseren Zuhörern? Da habe ich mir ein paar Fragen überlegt. Wenn, in welcher Reihenfolge sollten eigentlich so Packmittelentwickler – und das sind viele unserer Zuhörer – von einer Marke zum Beispiel so. Wie sollten Packmittelentwickler für Fruchtsäfte, bleiben wir mal bei dem Beispiel Fruchtsäfte, eigentlich, wenn sie international diese Fruchtsäfte vertreiben wollen? Denn wir wissen ja, für die Ökobilanz sind die Systemgrenzen wichtig. Also wir gucken mal auf einen europäischen Vertrieb. Fruchtsäfte. Und in welcher Reihenfolge sollten man eigentlich Verpackungsmaterialien priorisieren? Und ich gebe mal vier zur Auswahl. Glaseinwegflasche. Glas-Mehrwegflasche. PET-Einwegflasche. Getränkekarton. Oder der Mono-Standbeutel, der jetzt so stark durch die Medien geht. Welches ist aus deiner Sicht die bevorzugte Verpackung, wenn du Fruchtsäfte in Europa verkaufen müsstest? Am Moment werde ich die PET-Einwegflasche nehmen. Weil die gibt eine ziemlich gute Barriere für Sauerstoff. Weil das braucht man für Säfte. Und die Haltbarkeit ist irgendwo begrenzt, aber ist doch irgendwo, kann irgendwo eingehalten werden. So was ich sicher nicht nehmen werden, das sind die Glaseinwegflasche. Weil das ist nur energiekonsumierend. Das Glas muss dann wieder gebrochen, wieder geschmolzen werden. Das ist auch in Recycling ist das absolut nicht der bevorzugte Weg, wenn wir umweltfreundlich arbeiten wollen. Standbeutel aus Monofilmen könnte interessant sein, wenn irgendwo wir ein Monomaterial haben, das genügend Barriere bietet, um die Säfte lang genug frisch zu halten. Das ist am Moment mein Gedanke. Das ist das größte Problem für Standbeutel. Das ist gut für Kinderportionen, die zwei, drei Wochen im Kühlschrank bewahrt werden können und dann getrunken werden. Das wird kein Problem sein. Dann ist das natürlich eine sehr umweltfreundliche Verpackung. Kartons, wenn wir wirklich einen Barrierekarton haben mit Alu, dann ist das bestimmt nicht umweltfreundlich, werde ich dann auch nicht bevorzugen. Aber jetzt, und da werden wir wahrscheinlich später drüber sprechen, da gibt es neue Materialien, da gibt es eine neue Entwicklung. Das sogenannte PEF, das Polyethylenfuranoat. ### PEF für nachhaltige Einwegflaschen Und das könnte die Zukunft wirklich das geeignete Material sein für Einwegflaschen. Ich bin immer für Einwegflaschen, weil Mehrwegflaschen müssen gewaschen werden, die müssen gereinigt werden. Und das kostet immer zu viel Wasser, Energie und Detergenzien zur Verschmutzung. Und Einwegflaschen in PEF. Und die können recycliert werden. Und das wäre für mich die Zukunft für Orangensäfte oder andere Säfte. Auch von der Materialbilanz ist es ja so, die PET-Einwegflasche ist im Moment auch die leichteste Verpackung für Fruchtsäfte. Deswegen ist sie auch so dominant. Sie hat allerdings auch ein Problem, sie ist nicht lichtdicht. Das kann für manche Säfte ja ein Problem geben. Aber wie siehst du eigentlich den Anteil einer Entscheidung für ein Material, welche Recyclingwege überhaupt verfügbar sind? In Europa ist es ja sehr unterschiedlich. In Europa wird immer Deutschland so als Recyclingweltmeister hingestellt. Aber das stimmt ja gar nicht. Wenn wir uns die Zahlen angucken, wird in Deutschland gar nicht am meisten recycelt in Deutschland. Wohl die PET-Flaschen, weil wir einen Flaschenpfand haben. Aber ich lebe ja und du ja auch in Spanien. Und wir sehen beide, wie viele PET-Flaschen da einfach so in den Restmüll geworfen werden. Und die Recyclingquote von PET in Spanien ist viel schlechter als zum Beispiel in Deutschland. Wäre es in solchen Ländern vielleicht sogar ratsam, vielleicht lieber ein Monomaterial, Polypropylen zu nehmen oder einen Getränkekarton? Oder spielt das gar keine Rolle für die Bewertung der Auswahl? Ich wollte einen Seitensprung machen. Ich habe recent mit Professor Rallhart gesprochen von der Universität von Maastricht. Ich habe auch mit MPA gesprochen. Da habe ich auch gute Freunde, die die LCA oder die Balance machen, die Eko-Balance machen. Und das kommt ganz deutlich nach vorne, dass eigentlich was zählt, ist nicht welches Material wir gebrauchen, aber dass wir immer sehen, dass ein Kunststoff oder was wir auch gebrauchen, ein Rohstoff ist. Wir sehen noch so viel, dass Packungsmaterialien Abfallmaterialien sind. Das sind keine Abfallmaterialien, das sind richtige Rohstoffe, die enthalten Kohlenstoff. Warum sollten wir diese Kohlenstoffe nicht anwenden? Wir machen so viel Mühe, Kohlenstoffe aus Pflanzen zu holen, jetzt in die Rohmaterialien. Wir haben diesen Kohlenstoff in PET-Flaschen, in PET-Flaschen, mit Polyamid haben wir Kohlenstoff. Überall ist Kohlenstoff drin. ### Chemisches Recycling und Sortierung Wir müssen nur das rausholen. So chemische Recycling, oder es ist einfacher, wenn wir Sorten rein sortieren können, zum Beispiel wie PET, eine reine Recycling. Und mit PET geht das schon ganz gut, um neues Material aus alten PET-Flaschen zu fertigen. Aber mein Advies ist hier, wir sollten PET, oder was auch sehen, als ein wichtiger Rohstoff, nicht als ein Abfallmaterial. Und das soll aushören, wir sollten auch das Publikum, die Presse, die Politiker, wir sollen allen davon durchdringen, dass Kunststoff ein wichtiger Rohstoff ist. Genau, da sind wir uns völlig einig. Lass uns mal den Kunststoff noch einen Moment zur Seite schieben und noch einen kleinen Ausflug machen in Richtung Papier. Ich habe immer wieder auch in deinen Äußerungen wahrgenommen, Papier wird zu sehr bevorzugt. Es wird als nachwachsender Rohstoff auch sehr positiv bewertet. Und du hast auch immer wieder mal gesagt, Mensch, da gehört eigentlich Papier nicht rein. Wenn ich zum Beispiel mir Kleidung kaufe im Einzelhandel und kriege eine Papiertragetasche und ich gehe durch den Regen oder durch feuchtes Wetter, ärgere ich mich jedes Mal, dass ich keine Polyethylentitragetasche habe. Warum meinst du, ist manchmal Papier nicht der richtige Werkstoff für Verpackung? Was sind da die Hauptgründe, warum man das nicht nehmen sollte? Das hast du sehr schön erwähnt mit den Papiersacken. Ich werde noch etwas weiter gehen. Wenn wir ein Hemd kaufen in Polyamid und wir werden das durch Papier ersetzen und es regnet, was wird dann geschehen? Das wird ganz lustig werden auf der Straße. Wenn wir da etwas sehen. So, das ist ein Nachteil. Aber andererseits, jeder denkt, dass Papier kompostiert und das ist auch so für viele Papierarten. Das sind sechs, sieben Wochen, dann ist das ganz kompostiert. Aber es gibt auch Papiere und sehr viele Papiere, die ganze Leben lang mitgehen. Denke an die alten Papierrollen von der Antike. Die bestehen noch immer. Wir können noch immer Hebräisch lesen oder diese Sprachen lesen auf Papierrollen. Das ist auch Papier. Und die haben den ganzen Lebenszyklus von Tausenden vor Christus bis jetzt durchstanden. So, sagen, dass Papier 100% kompostierbar ist, ist auch nicht richtig. Papier hat auch, um Papier irgendwo brauchbar zu machen. Feuchte verpacken, muss es eventuell beschichtet werden. Es muss Barrierematerial zugemischt werden. Es soll andere bewirken, eventuell noch andere Additive dabeigemischt werden. ### Biopolymere als Marketingmaterial So, ich kann mich nicht vorstellen, dass das wirklich das umweltfreundlichste Material sein würde für die Zukunft. Da haben viele ihre Zweifel. Natürlich hat Papier den Charme, dass es sich natürlich anfühlt. Das Image ist gut. Und für Marketing ist es oft auch das Material der Wahl. Aber lass uns mal gucken, was haben wir denn als Kunststoff, Leute, als Alternative? Du hast ja diesen Videokurs mit uns gemacht, Biopolymere. Was sind das denn für Biopolymere, die heute überhaupt schon eingesetzt werden? Vielleicht kannst du die mal kurz aufzählen. Was haben wir denn da? Es gibt verschiedene Biopolymere. Und man muss die eigentlich sehen, das Institut in Hannover hat das ganz schön geordnet. Die haben Kunststoffe, die abbaubar sind, nicht abbaubar, nachhaltig, nicht nachhaltig. Wir suchen, das sind eigentlich drei Felder, die wir gebrauchen können. Nachhaltig abbaubar oder nachhaltig nicht abbaubar und nicht nachhaltig abbaubar. Das sind die Kunststoffe, die wir gebrauchen können. Und jede von diesen Gruppen, Biomaterialien, hat eine Zukunft. Und jede von diesen Materialien. Denken wir zum Beispiel an Mulchfolien, angewendet in Landwirtschaft, in die Agrarwirtschaft. Diese Folien, nehmen wir zum Beispiel eine Mater-Bifolie von Novamond, die baut ab in einige Wochen. So, das ist ideal eigentlich. Das wird nur vermischt mit der Erde und das geht zurück zur Erde. Das ist ein reines Kompost. Was genau ist das für eine Folie, Jan? Klär uns auf, die Mulchfolie. Was ist das genau? Eine Mulchfolie ist eine Folie, die die Landwirte anwenden, um zum Beispiel Erdbeeren aufzulegen, die dann, wenn die wachsen, dann kommen die nicht in Kontakt mit dem Boden. Und dann sind die sauber und kann man die so einfach verkaufen mit einer kleinen Behandlung. Diese schwarzen Folien, die wir manchmal auch auf den Äckern sehen, die auch dazu führen, dass es natürlich wärmer bleibt im Boden und solche Dinge mehr. Also eine Optimierung der Landwirtschaft. Das ist auch in meiner Sicht auch angewendet. Das hängt auch ab, wo wir sind. ### Klimabedingungen und Kompostierbarkeit Das hängt von Klimaumständigkeiten ab. Das ist natürlich anders in Spanien als in Süddeutschland, wo es viel regnet. So, das hängt ab von Umständigkeiten. Aber das ist eine sehr schöne Anwendung für nachhaltige Folien, die dann aus nachwachsenden Rohstoffen sind und kompostierbar. Andererseits, Nachhaltigkeit und nicht kompostierbar hat auch seine Vorteile. Wenn wir eine, gerade wie wir gesagt haben, eine Saftflasche haben, dann wollen wir nicht, dass die abbaut. Aber die soll aus nachhaltigen Rohstoffen bestehen. Und dann kommen dann verschiedene Materialien schon heute. Denken wir schon an das einfache Polyethylen, das grüne Polyethylen, das Blaskem jetzt fertigt. Das wird eine ideale Lösung sein da, wenn wir nur Nachhaltigkeit betrachten. Natürlich gibt es keine Barrieren, da gibt es andere Nachteile. Das PEF, das ich schon angehalten habe, das hat all diese Eigenschaften. Darüber werden wir später noch zurückkommen. Nachhaltigkeit und Abbaubarkeit sind eigentlich komplementär und stehen einander nicht in den Weg. Was ist das Beste? Das hängt ab von Anwendung. Man muss das sehen. Was werden wir verpacken? Wie werden wir verpacken? Wie faszinierend sind die Eigenschaften von diesen Folien? Und so können wir dann eine richtige Wahl treffen. Eine Frage habe ich noch. Da sind wir in der Fachwelt auch nicht ganz einig. Es gibt ja diese Drop-In-Polymere. Also Polyethylen beispielsweise, was aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wird und was dann mit einer gewissen Prozentage dem Virgin, also dem rohölbasierten Polyethylen, zugemischt wird. Von den Eigenschaften her sind die ja sehr identisch. Ist das ein sinnvoller Weg oder sollten wir nicht einfach das, was bei der Raffination von Diesel und Sprit und Chemikalien übrig bleibt, doch zu Kunststoff machen und auf den Anbau von Zuckerrohr für dieses Drop-In-PE vielleicht verzichten? Wir haben ja auch diese Diskussion beim Treibstoff. Also Diesel wird verschnitten mit nachwachsenden Rohstoffen, um eben Rohöl zu sparen. Ist das bei Kunststoffen überhaupt sinnvoll, so vorzugehen oder sagst du, wir müssten entweder alles aus Biopolymeren machen oder alles aus fossilen? Oder ist diese Mischung gut? Was meinst du? ### Nachwachsende Rohstoffe in Verpackungen Für mich alles aus nachwachsenden Rohstoffen für Verpackungen. Ich spreche nicht über Energie. Ich will hier einen deutlichen Unterschied machen zwischen Energieerzeugung und Verpackungen. Wenn wir Energieerzeugung nehmen, dann brauchen wir Mengen, die viel zu groß sind, um nur aus nachwachsenden Rohstoffen zu fertigen. Und dann werden wir wahrscheinlich Probleme in die Nahrungskette bekommen. Wenn wir nur die Verpackungsindustrie anschauen, dann haben wir genügend Agraroberfläche in der Welt, um die Menschen zu füttern, die Tiere zu füttern und Verpackungen zu fertigen. Das ist kein einziges Thema. Das ist kein Problem. Und es gibt genügend Studien. Und eine der letzten Studien, die ich gelesen habe, ist eine Studie, die das Kanzleramt in Deutschland ausgegeben hat und wo deutlich gestellt wird, dass es genug Agraroberfläche gibt für nachhaltige Rohstoffe für Verpackung. Das ist eine spannende und wichtige Aussage, denn viele behaupten immer wieder das Gegenteil. Aber wenn du das so trennst zwischen Energie und Verpackung, leuchtet das total ein, dass es sinnvoll ist, für Verpackung diese Kohlenstoffquelle quasi vom Acker zu holen und nicht mehr aus der Erde, vom Rohöl, um da Ressourcen zu schonen und natürlich auch CO₂ und so weiter zu sparen. Wenn du jetzt wählen könntest, wir haben ja, wie gesagt, immer so ein bisschen im Fokus bei unserem Podcast auch Hilfestellung zu geben bei der Gestaltung von Verpackung. Wenn du wählen könntest zwischen verschiedenen Verpackungs- oder verpackten Lebensmitteln, was würdest du nehmen? Eine in Plastik eingeschrumpfte Gurke oder eine nicht verpackte Gurke? Ich werde eine eingeschrumpfte Gurke nehmen. Und warum? Das ist die wichtige Sache. Weil eine Gurke, die eingeschrumpft ist, hält 20 Tage. Eine Gurke, die nicht eingeschrumpft ist, hält 5 Tage. Jetzt müssen wir uns fragen und selber anfragen: Was ist das Wichtigste, wenn wir Nachhaltigkeit betrachten? Eine verdorbene Gurke oder noch nicht 10 Gramm Kunststoff, das wir dann recyceln können und wieder als Rohstoff gebrauchen können? Ich denke, die Antwort ist ganz klar. Wir sollten die Gurke nicht verrotten lassen. Das ist viel wichtiger, auch in Termen von Nachhaltigkeit. Wenn wir die Studien, wenn wir die ganze Gurke mal in eine LCA werfen werden, dann wird es ganz deutlich rauskommen, dass eine geschrumpfte Gurke eigentlich ungefähr die gleiche LCA hat. Oder eine viel bessere LCA hat als eine nicht geschrumpfte – wegen der längeren Haltbarkeit der Gurke. Genau, die LCA, das ist die Life-Cycle-Analyse, die betreibt, wie viel Wasser, wie viel CO2 entsteht, wie viel Wasser wird verbraucht, wie viel Energie wird benötigt, um eine Gurke zu produzieren und bis zum… Die LCA, das ist die LCA-Analyse, die man irgendwo in Ausschau nehmen muss. ### Cradle-to-Cradle-Bewertungsmethodik Es ist eine ganz komplizierte Sache, um eine berechnet zu machen. Cradle zu Cradle, nicht Cradle zu Grave. Und das wirklich nachzurechnen. Es gibt Wasser, es gibt Sauerkraut. Es gibt so viele Aspekte, die man beschauen muss. Und das lässt man lieber die geeigneten Institute machen. Wie zum Beispiel die Alpen in der Schweiz. Genau, wie jetzt lese ich neulich in einer Pressemitteilung, dass ein großer Händler zum Beispiel die Gurke nicht mehr in Folie einschrumpft, daraus eine große Marketingkampagne gemacht hat. Und zwischen den Zeilen konnte man rauslesen, durch die Marketingkampagne wurden so viel mehr Umsätze generiert, dass die verdorbenen Gurken, die ja auch bezahlt werden mussten vom Händler, damit aufgewogen wurden. Das heißt, als Marketingaktion hat sich das gelohnt. Diese in Anführungsstrichen lächerlichen 200 Tonnen Kunststoff, das hört sich für den Laien viel an, ist aber verschwindend wenig für ganz Europa, haben sich also eigentlich überhaupt nur finanziell für den Händler gelohnt und für sonst gar keinen. Das ist interessant. Ich habe noch so eine knifflige Aufgabe, Jan. Vielleicht hast du Lust, die noch mitzumachen. Ein Liter Milch in PE-HD-Flasche oder im Getränkekarton? Was ist deine Einschätzung? Am Moment werde ich sagen im Getränkekarton, wegen der Haltbarkeit wieder. Und wenn wir Milch in eine PE-Flasche, in eine HDPE-Flasche verpacken, dann ist die Haltbarkeit irgendwo beschränkt. Und das geht, aber dann muss die gekühlt werden. Und das gibt dann auch wieder Energieverluste. Und wenn wir die Milch zusammen mit der Verpackung anschauen und wieder die LCA-Analyse machen, dann werden wir sehen, dass eben wenn das Verpackungskarton an sich schlechter ist als HDPE, dass trotzdem das ganze Verpackte günstiger ist in einem verpackten Karton. Jetzt haben wir noch ein Beispiel aus Spanien. 200 Gramm Oliven, Jan, in Blechdose oder im Standbeutel. Was würdest du kaufen? Es stimmt nicht in Blechdosen. Wir leben nicht mehr im 19. Jahrhundert. So ich werde sagen, bitte vergesst Blech. Blech ist sehr schön, gibt Barriereigenschaften, kann man 100 Jahre halten, wenn es dann etwas gekühlt wird oder im Boden. Aber bitte, ein Blech zu fertigen, braucht man so viel Energie. Braucht man Rohstoffe, die nicht immer so einfach zu bekommen sind. Muss man auch, für Oliven auch, braucht man eine Beschichtung, das war früher eine Phenolbeschichtung, was dann wieder ein giftiges Material ist, wo dann Dämpfe freikommen könnten, während das Halten von diesen Konserven. ### Alternative zu Blechdosen So ich werde sagen, Blechdose, bitte vergesst es. Denke ich auch, das hast du sicherlich richtig zusammengefasst. Dann hat sich die letzte Frage fast schon erübrigt. Ich stelle sie trotzdem: Erdnüsse im Schlauchbeutel, aus Plastik in dem Fall, oder in der Blechdose. Ja, hier ist das gleich. Das ist gleiche Argumentation. Blechdose, vergesst es. Das kann sehr schön sein, wenn man das im Supermarkt sieht, wie das Marketing auch hier wieder etwas bringen kann, dass die Leute wieder mehr verdienen werden. Aber nein, bitte macht das in Schlauchbeutel. Ganz genau. So, jetzt kommen wir zu dem Hauptteil, vielleicht sogar, weil wir interessieren uns natürlich auch für dieses neuartige Material PEF. Du hast es schon mehrfach genannt. Jetzt wollen wir natürlich auch wissen, was ist denn PEF überhaupt? Was hat das für Eigenschaften? Und wie ist es überhaupt? Wo kriegen wir es her? PEF ist eigentlich – das ist interessant geworden. Das ist ziemlich neu. Es hat ungefähr 2008 angefangen, dass die ersten Firmen diese Materialien entdeckt haben und dann auch gesehen haben, wie können wir das eigentlich fertigen? Und es ist nicht so einfach, das zu fertigen. Erst, was ist es? Wir kennen Polyester. Polyester ist eine Polykondensation von Terephthalsäure und Ethylenglykol. Wenn wir die Terephthalsäure hier durch einen Furanring, einen Fünfering ersetzen, dann haben wir eigentlich eine ganz ähnliche Kette. Und das sieht man auch, wenn wir die Eigenschaften anschauen von diesen Materialien. Aber um diese Ketten zu machen, brauchen wir eigentlich als Rohstoff nicht die Terephthalsäure, sondern die Furandikarbonsäure. Und Furandikarbonsäure kann man hundertprozentig aus nachwachsenden Rohstoffen, zuckerhaltigen Materialien, fertigen. Und das hat eigentlich einige Jahre gedauert, bis wir die richtigen Techniken, besonders Fermentationstechniken, gefunden haben, um dieses Material in genügend Mengen herzustellen, dass wir daraus auch Kunststoffe fertigen können. Und das ist jetzt — wir sind fast so weit und es gibt schon eine Pilotanlage oder sind zwei Pilotanlagen im Moment in Europa in Bau, um dieses Material zu fertigen. Und ich erwarte, dass Ende dieses Jahres die ersten Kunststoffgranulate von PEF, industrielle, kommerzielle Granulate irgendwo auf den Markt kommen werden. Das ist sehr wichtig. Warum? ### PEF-Eigenschaften versus Polyester Weil die Eigenschaften verbessert sind — eigentlich wie Polyester, sind gleiche Ketten. Aber was sind dann die verbesserten Eigenschaften? Es hat eine sehr hohe Wärmebeständigkeit. Und das ist wichtig, wenn wir zum Beispiel Behälter stilisieren wollen oder wenn wir Ofengerichte oder eben mikrowellengerechte Verpackungen fertigen wollen. So ist Wärmebeständigkeit gegeben, nicht wie Polyethylen. Es hat superiore Barriere-Eigenschaften. Wir können sagen, ungefähr siebenfach besser für Sauerstoff als Polyester und ungefähr acht-, neunmal besser für Wasser. Die Wasser- und Sauerstoff-Barrieren sind verbessert. Was macht, dass Produkte, die jetzt in Polyester verpackt werden können — für Säfte —, aber trotzdem eine kurze Lebensdauer haben, dass wir das in PEF verpacken können und dann wird die Lebensdauer ganz, ganz deutlich verbessert und wirklich brauchbar auch, um ungekörte Materialien zu verpacken. Auch in Schalen kann das interessant werden. Das Nächste ist 100 % basiert auf nachwachsenden Rohstoffen. Das Furan, die Carbonsäure, das wird gefertigt aus zuckerhaltigen Rohstoffen, die überall verfügbar sind. Das kann z.B. von der Holzindustrie abfallen sein. Das kann von der Zuckerindustrie abfallen sein. Es gibt hunderte Quellen für dieses Material. Das ist 100% nachwachsend. Das ist gleich wie das Ethylen-Glykol. 100% aus Zucker. Das war jetzt, als Basis-Rohstoff gebraucht wird für das grüne Polyethylen. Das ist absolut 100% nachwachsend. Auch es baut ab in einer anderen Woche als normales Polyester. Es gibt z.B. keine Mikroplastik. Keine Mikroplastik. Wodurch kommt das? Wird das biologisch abgebaut? Es wird biologisch abgebaut, aber es ist nicht kompostierbar. Wie wir sagen, es baut ab. Es geht schneller als Polyester, weil es 100% natürliche Materialien sind. Basismaterial, Basis-Rohstoffe. Furan, die Karbonsäure, baut schneller ab als Terephthalsäure. ### Biologischer Abbau und Mikroplastik Und wenn es abbaut, dann ist es schneller angegriffen durch die Bakterien, sodass die Mikroplastik nicht geformt wird. Auch in diesem Weg gibt es einen enormen Vorteil. Noch ein Vorteil ist die höhere Stärke. Nicht sehr, höhere Reißfestigkeit und Härte, weil es ein 5-Ring ist, kein 6-Ring. Und die ganze Struktur ist etwas starrer als Polyester. Und das macht, dass diese Ketten irgendwo etwas steifer sind und auch dann in diesem Weg zum Beispiel möglich machen, um die Dicke von Flaschen zu erringen. Zum Beispiel was wir jetzt, eine Flasche von 40 Gramm, können wir dann eventuell auf eine Flasche von 35 Gramm zurückbringen. So ist es eine Gewichtsreduktion, allein durch die höhere Festigkeitseigenschaft. Die Festigkeitseigenschaften sind verbessert. Und es ist hundertprozentig recycelbar. Es kann eben recycelt werden, zusammen mit Polyester. Es ist hundertprozentig mischbar mit Polyester. So, dass macht es sicher in der Anfangsphase, dass diese Materialien dann recycelt werden, sodass man keine Angst braucht, um die zusammen mit Polyester zu recyceln. Das geht. Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt, denn wir sehen ja zu Anfang nur sehr kleine Mengen von dem PEF und sehr große Mengen von PET. Und der Konsument, nehme ich an, kann es gar nicht unterscheiden, was das für ein Material ist, oder? So gibt es ein anderes, ich werde hier ein Beispiel geben, es gibt PLA, ein anderes bioabbaubares, zwischen Klammern Material, das eingesetzt wird für Flaschen. Aber wenn wir eine Flasche haben in PLA und 1 Million Flaschen in PET, dann kann man 1.000.000 Flaschen wegschmeißen. Weil das nicht mischbar ist. Und das ist mit diesem Material gar nicht der Fall. Nochmal für die Kunststofftechnologen nachgefragt, Jan. PET ist ja ein teilkristalliner Kunststoff, ich nehme an PEF auch. Muss man dann, wenn man zum Beispiel für die Mikrowelle oder für den Backofen sogar eine Schale machen will, muss man das dann kristallisieren, oder wie funktioniert das? Da gibt es noch viele Untersuchungen. Weil wir noch zu wenig Daten an die Karbonsäure haben, ist das noch nicht ganz untersucht. Was sind eigentlich die genauen Eigenschaften in Bezug auf thermische Eigenschaften von PEF? So das wird untersucht. Aber ich gehe davon aus, dass es möglich sein wird, genau wie Polyester. Aber es gibt auch dann wieder Möglichkeiten, um das Diol an die Karbonsäure dann statt mit Ethylenglykol, mit Propylenglykol oder mit Butylenglykol zu polymerisieren. Und dann kann man auch hier wieder die Flexibilität, die Wärmebeständigkeit und andere Eigenschaften wieder steuern. Genau wie bei Polyester. Das ist ja klar. ### PET-Erfahrung für PEF-Entwicklung Wir haben bei PET auch viele Jahrzehnte entwickelt. Und es haben sich viele verschiedene Sorten natürlich dann kristallisiert, die für bestimmte Eigenschaften genommen werden. Das gleiche müssen wir bei PEF wahrscheinlich auch noch machen, oder? Das muss gemacht werden. Aber wir gewinnen hier sehr viel Zeit. Weil wir haben die Erfahrung von PET. Und die letzten Nachrichten, die ich bekommen habe, ist, dass schon Ende dieses Jahr die ersten PEF-Materialien vermarkt werden sollen. Und dass in 2030 eine ganze Fabrik von ungefähr 50.000 Tonnen in Gebrauch genommen werden durch die Hersteller von PEF. Und welche Anwendungen werden da zunächst erwartet? Geht es eher in Richtung Flasche oder doch in Richtung Tray oder Folie? In zwei Richtungen. Wir suchen momentan Trays und Flaschen. Natürlich, das ist das Logische. Aber da wird auch untersucht, kann man das biorientieren. Biorientierte Folien. Biorientierte PEF-Folien. Das könnte sehr interessant sein, weil diese Folien härter sind als PET-Folien. Die werden wahrscheinlich weniger kleben. Es gibt noch andere Eigenschaften. Das wird momentan alles untersucht. Und ich weiß, dass zum Beispiel die Hersteller in Kontakt mit verschiedenen Instituten und Universitäten sind, um das genau zu untersuchen. Was werden die Eigenschaften sein, dass alles kommerzialisiert wird, dass wir dann auch sofort schnell weiterkommen. Also nach rund 70 Jahren, wo es kaum neue Kunststoffe gab in der Welt, kommt jetzt wirklich in industriellen Maßstäben wieder ein neuer Kunststoff auf den Markt? Richtig. Die letzten fünf Jahre ist so viel geschehen auf dem Gebiet von Kunststoffen. Und besonders in die nachhaltigen Kunststoffe. Und das kommt, weil am Moment die Umwelt interessant geworden ist. Das war niemandem interessant. Verpackungen, das war ein Abfallmaterial. Immer so gewesen. Und das wird auch weggeschmissen, immer. Dann wird es weggeschmissen, dann wird es verbrannt. ### Nachhaltige Verpackungslösungen der Zukunft Dann dachte man, Kompostieren ist die Lösung. Und dann sind die nachhaltigen Kunststoffe gekommen. Und es ist nur die letzten Jahre, dass die Leute irgendwo verstanden haben, dass wir etwas tun müssen. Auch weil wir sehen, dass uns das Klima aufheizt. Und dass da irgendwo geschehen muss. Sodass es umweltfreundlich ist und dass wir auch umweltfreundlich verpacken müssen. Danach kann nichts mehr kommen, Jan. Das war ein ganz wunderbares Gespräch mit dir. Ich fasse noch mal ganz kurz zusammen, was ich verstanden habe. Du als Polymerfachmann sagst, es kommt gar nicht auf Material an, alleine. Sondern es geht immer um die Gesamtbetrachtung des verpackten Materials entlang der Versorgung – ist nur ein Teil. Haltbarmachung ist das Wichtigere. Und natürlich auch Convenience, Logistikaspekte spielen eine Rolle. Also man sollte nicht in diese Frontenbildung gehen. Papier gegen Plastik, oder gegen Blech, oder gegen Glas. Sondern man soll sich das Gesamtgebinde angucken und den Gesamtvertriebsweg. Um dann zu entscheiden, was es ist, habe ich das richtig verstanden. Und die Biopolymere sind die Zukunft. Es gibt endlich einen neuen Werkstoff in der Welt, der auf Basis 100 % nachwachsender Rohstoffe ist. Und ich bin gespannt, ob die Flasche das Rennen macht, oder die Folie, oder das Tray. Da werden wir von dir sicherlich nochmal was hören in einem Update in Raum und Zeit. Ganz, ganz lieben Dank, Jan, für dieses tolle Gespräch. Gerne geschehen. Das war die Episode mit Jan Switten. Entschuldigen Sie die kurzen Tonaussetzer, aber wir führen aus Nachhaltigkeitsgründen fast alle unsere Podcasts über das Internet. Und da passiert sowas leider heute immer noch mal wieder. Wenn auch Sie für so ein Thema wie PEF, Inhaltlichkeit oder Flexpack insgesamt brennen, helfen Sie mit, für mehr Flexpack-Wissen in unserer Branche. Melden Sie sich bei mir unter ks@innoform.eu. Ich freue mich auf Ihre Wortmeldung. Bis dann, Ihr Karsten Schröder. **Kategorien:** Barrierefolien, Biofolien, Entsorgung / Recycling, Inno-Talk, Verpackungsdesign --- ### [Inno-Meeting „Umweltgerechte Kunststoffverpackungen“ am 23. und 24. Juni 2022 in Würzburg](https://inno-talk.de/inno-meeting-umweltgerechte-verpackungen-am-23-und-24-juni-2022-in-wuerzburg/) **Published:** Mai 16, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Zum dritten Mal treffen sich Packmittelhersteller, Verpacker und Handel im Juni zur Sommer-Tagung am Kunststoff-Zentrum SKZ in Würzburg. In Kooperation mit Innoform Coaching und SKZ werden aktuelle* Fragen zu Kreislaufwirtschaft, Anforderun*gen an Verpackungen insgesamt und Recycling diskutiert.* Kunststoffe und besonders Kunststoffverpackungen waren nie so umstritten wie heute. Und doch wurden nie mehr Kunststoffe produziert. Verpackungswerkstoffe insgesamt müssen inert und unbedenklich sein. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass sie auch umweltgerecht sind. Und das wiederum bedeutet nicht nur, dass sie recycelbar sein oder aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen müssen. Kunststoffverpackungen müssen viele soziale, ökonomische, rechtliche und logistische Aufgaben übernehmen – und zusätzlich auch umweltgerecht sein. Für die Bewertung gibt es unterschiedliche Ansätze. Kreislaufwirtschaft hört und liest man überall – doch wie funktioniert diese? Im Fokus steht heute das mechanische Recycling. Doch auch andere Verfahren, wie das chemische Recycling und das Lösemittelverfahren, drängen auf den Markt. Schlagworte wie Design for Recycling, recyclingfähige Verpackungen, Biofolien, aber auch Ein- und Mehrwegsysteme sowie „Unverpackt“-Lebensmittelmärkte werben um Aufmerksamkeit. In vielen Bemühungen werden Lösungen zum globalen Entsorgungsproblem der Kunststoffe gesucht. Und natürlich muss eine Verpackung all diejenigen Eigenschaften weiterhin erfüllen, die sie schon heute erfüllt und noch viel mehr. Sie muss besser schützen, Logistik und Online-Handel unterstützen und CO2-neutral sein. Das beginnt beim Produktschutz und endet sicher nicht bei Convenience-Aspekten wie Wiederverschluss und Tragemöglichkeit der fertigen Verpackung. **Experten geben Antworten** Antworten auf viele dieser Fragen liefern renommierte Referenten aus Forschung und Entwicklung, aber auch aus Produktion und Vertrieb auf der Fachtagung „Umweltgerechte Kunststoffverpackungen“ von INNOFORM und SKZ am 23. und 24. Juni 2022 in Würzburg. „Ausgehend von modernen Materialien bis hin zu neuen Recycling- und Kreislaufkonzepten streifen wir eine Fülle neuer und bewährter Ideen“, freut sich Tagungsleiter Karsten Schröder auf die Hybrid-Veranstaltung in Würzburg. „Diskutieren Sie mit Materialexperten, Packmittelproduzenten, Abpackern, Markeninhabern und dem Handel das brennende Thema unserer Branche – Nachhaltigkeit im Umfeld des Klimawandels. Wir freuen uns darauf, Sie in diesem Jahr endlich wieder persönlich zu treffen.“ Diese Sommer-Tagung ist das verschobene Inno-Meeting aus dem Februar 2022 in aktualisierter Form – vor Ort oder als Livestream buchbar. NEU: Unter der **Marke Inno-Meeting** entsteht die neue Reihe an Flexpack Branchentreffs, organisiert und realisiert durch Innoform und seine Partner. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/05/UM_neu_mit-Titel-und-Datum_Kontrast-1-1024x576.jpg)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/05/UM_neu_mit-Titel-und-Datum_Kontrast-1.jpg)Dazu gehört auch der **Inno-Meeting** ***Europe*** in Berlin [http://ie.innoform.de](http://ie.innoform.de/). Diese Europäische Live-Konferenz wird gemeinsam mit Flexible Packaging Europe veranstaltet und ebenfalls live gestreamt. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/05/IE-10-22-Thumb-1-1024x567.jpg)](http://ie.innoform.de/)Das Inno-Meeting Europe schließt als Präsenz-/Hybrid-Event damit nahtlos an die **Inno-Talk *Europe*** Reihe an. Mehr zum Inno-Talk finden Sie auch unter [www.Inno-Talk.eu](http://www.inno-talk.eu/). ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Entsorgung / Recycling, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Verpackungsdesign --- ### [Podcast: Warum Papierverpackungen oft sinnvoll sind](https://inno-talk.de/podcast-warum-papierverpackungen-oft-sinnvoll-sind/) **Published:** Mai 27, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Interview mit Urban Buschmann Urban Buschmann verfügt über mehr als 40 Jahre Berufserfahrung im Bereich verpackte Lebensmittel. Stationen bei Unilever und Frosta haben seinen beruflichen Weg geprägt. Er entwickelte und etablierte praxisnahe Nachhaltigkeitsbewertungssysteme. Er stellte Verpackungen von Plastik auf Papier um und begründete dieses stets wissenschaftlich. Erfahren Sie in dieser Episode des Innoform Podcast zum Inno-Talk, warum Marken Papier für z. B. Tiefkühlbeutel trotz höherer Kosten einsetzen. Und hören Sie, warum Papier nicht immer die beste Lösung ist und warum der Entsorgungsweg für solche Entscheidungen bedeutsam ist. Er spricht über den Nutzen von Nachhaltigkeitsbewertungen wie von dem Nutzen finanziellen Controllings in Unternehmen. Kein einzelnes Material, sondern immer Prozesse im Ganzen erzeugen mehr oder weniger nachhaltige Produkte. Wir lernen, warum Monomaterialien immer besser sind, Recycling notwendig ist und welche Rolle Wasser- und Energieverbrauch spielen sowie CO2- Fußabdrücke nur ein Teil der Nachhaltigkeitsbewertung sein können. jetzt rein hören oder in Ihrem [Podcatcher ](https://www.podigee.com/de/blog/wer-h%C3%B6ren-will-muss-lesen-diese-7-podcatcher-solltest-du-kennen/)abonnierenAuch auf: [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) [Inno-Talk](https://www.inno-talk.de/podcast) ### Verwandte Episoden - [Kooperation für nachhaltige Papierverpackungen: one.five und Barsch im Praxiseinsatz](https://inno-talk.de/kooperation-fuer-nachhaltige-papierverpackungen-one-five-und-barsch-im-praxiseinsatz/) - [Warum Farbkonstanz im Verpackungsdruck entscheidend ist](https://inno-talk.de/warum-farbkonstanz-im-verpackungsdruck-entscheidend-ist/) - [Interview mit Jörg Rohde: Das Herz der Druckmaschine – Warum Rasterwalzen mehr Aufmerksamkeit verdienen](https://inno-talk.de/interview-mit-joerg-rohde-das-herz-der-druckmaschine-warum-rasterwalzen-mehr-aufmerksamkeit-verdienen/) --- ### Alle Episoden abonnieren [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [Apple Podcasts](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Folienwissen Spezial, der Innoform-Podcast zum Inno-Talk. Heute spreche ich mit Urban Buschmann. Er ist über 40 Jahre im Bereich der verpackten Lebensmittel unterwegs bei Firmen wie Unilever oder Frosta und er nimmt uns mit in seine Erkenntnisse zur Gestaltung nachhaltiger Folienverpackung und, das ist wichtig, Papierverpackung. Wir werden sprechen, was ist besser für welche Anwendung, warum ist es so schwierig, das zu bewerten und wie kann man doch in jedem Unternehmen eine Nachhaltigkeitsbewertung auf Knopfdruck installieren, wenn man es denn möchte und wir werden auch die Frage beantworten, warum das jeder machen sollte. Seien Sie gespannt auf das Interview mit Urban Buschmann. Ich freue mich auf Urban Buschmann im heutigen Innoform-Podcast. Herr Buschmann, stellen Sie sich ganz kurz vor, wie kommen Sie zu flexiblen Verpackungen und was haben Sie da eigentlich mit zu tun? Ja, ich bin von Haus aus Lebensmittelingenieur. Studiert habe ich in Breslau und in Stuttgart. An jeweils als Diplom-Ingenieur abgeschlossen das Studium und bin ich dann in der heutigen Zeit 42 Jahre im Berufsleben gewesen, 20 Jahre grob bei Unilever, in Deutschland bei Langleys Iglo und jetzt die letzten 22 Jahre bei Frosta in Bremerhaven. Das ist ja ein toller Werdegang, das wünschen sich viele Absolventen. Was macht Sie denn besonders stolz, wenn Sie uns die letzten 40 Jahre zurückblicken? Ja, also was mich besonders stolz macht, ich hatte vielleicht etwas, wo ich besonders Glück hatte. Ich hatte das Glück gehabt, dass ich fast die ganze Zeit in Forschung und Entwicklung gearbeitet hatte. War ich sehr viel international unterwegs, bei Frosta sowieso, aber auch früher bei Unilever, wo in jedem Land Europas praktisch eine produzierende Stadt sich befindet, war hochinteressant und konnte ich vieles bewegen. Und was mich besonders stolz macht, ich habe viele technische Entwicklungen gemacht mit Patenten, aber was mich besonders stolz macht, das ist sozusagen meine letzten 15 Jahre oder 20 Jahre bei Frosta, wo mir mehr oder weniger aus eigenen Stücken gelungen ist, ein Umweltberechnungssystem aufzubauen, bis hin zur SAP-Überführung. Und 2012 haben wir dafür, dass wir alle Produkte von Frosta berechnet hatten, umweltmäßig, den deutschen Nachhaltigkeitspreis und auch den Baumpreis bekommen. Nicht nur dafür, weil Frosta eine super nachhaltige Firma ist, aber das war ein deutlicher Beitrag und wir waren wahrscheinlich weltweit die ersten, die überhaupt Produkte zu der Zeit schon so vollständig berechnet haben. Genau darüber wollen wir auch sprechen, Herr Buschmann. Wir wollen das ganze Gebiet Nachhaltigkeit mal so ein bisschen ganzheitlicher wirklich angehen. Aber was bedeutet eigentlich ein ganzheitlicher Ansatz, wenn wir über Verpackungen reden? Sind Verpackungen nicht grundsätzlich eigentlich sowieso immer nachhaltig? Nicht unbedingt. Also meine nachhaltigen Arbeiten an Verpackungen fingen eigentlich mit diesen Projekten, mit der Berechnung der Umweltzusammenhänge der Lebensmittel an, indem ich die Grundlagen hatte zu erkennen, was denn nun nachhaltig ist oder nicht. Natürlich, Gespräche mit WWF oder so etwas haben auch noch geholfen dabei. Das war ganz wichtig. Aber dieses Gefühl, dass man irgendwas nachdenken konnte, wie bei – wir kommen zum Schluss darauf, wie beim finanziellen Kontrollen. Ich kann was unternehmen, wenn ich berechnen kann. Wenn ich nichts berechnen kann, kann ich nichts unternehmen. Was soll ich denn unternehmen? Und das war eigentlich ein Schlüsselerlebnis für mich oder Schlüsselentwicklung für mich, der mich auch in die nachhaltige Verpackung geführt hat. Wir sind uns ja wieder über den Weg gelaufen beim BDVI. ### Papier und Plastik: Kein Gegensatz Da habe ich einen Beitrag gemacht, „Papier und Plastik kein Gegensatz“, und da haben sie sich zu Wort gemeldet. Das ist eigentlich der Anstoß gewesen. Das interessiert unsere Zuhörer natürlich auch immer: Wie kommen die eigentlich immer an die Gesprächspartner? Der Anstoß gewesen, dass wir mal über das Thema Nachhaltigkeit sprechen, weil sie hatten unheimlich gute Argumente für Papier. Es gibt auch unheimlich gute Argumente für Plastik. Aber vorweg vielleicht noch ein bisschen zur Systematik: An welcher Stufe der Entstehung von Nutzen einer Verpackung kann die Umwelt denn überhaupt negativ beeinflusst werden? Ja, die kann eigentlich schon bei dem Entstehen der Verpackung, bei dem Entstehen des Rohstoffs für die Verpackung beeinflusst werden. Natürlich, wenn wir Kunststoffe aus Erdöl nehmen, dann ist das für jeden offensichtlich, wo das herkommt. Aber schon Biokunststoffe haben sozusagen einen Werdegang davor, der nicht so offensichtlich ist und der tiefer untersucht werden müsste, falls man sozusagen die Vorteile davon herausstellen will. Und nicht nur Klimavorteile, sondern Landwirtschaft bedeutet viel, viel mehr. Biodiversität, Ansammlung von Nährstoffen im Boden, Wasserverbrauch, et cetera, et cetera. Also viele, viele Zusammenhänge, die man sozusagen zusammenfassen muss, wenn man darüber Aussagen machen kann. Später natürlich, das ist der erste Schritt, später natürlich die Interaktion mit dem Lebensmittel, wenn das Lebensmittel da sind oder mit dem Produkt, aber dann Recyclingfähigkeit. Und Recyclingfähigkeit bedeutet nicht nur die stoffliche Verwertung. Das ist das Allerwichtigste. Aber auch was passiert mit den gesamten gelösten Stoffen, die neben dem Recycling in die Umwelt gehen. Das ist etwas, was jetzt im Entstehen ist. Und ich mach hier die Wette, dass in zwei Jahren die Recyclingbewertungsmethoden, wenn sich nicht nur auf die stoffliche Verwertung beziehen, sondern auch auf die Reste, die irgendwo mit dem Abwasser weggehen. Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Und was Recyclingfähigkeit betrifft, die Berechnungen hier, wenn man die vernünftig durchführt, machen einem so massiv die Augen auf, wie wichtig die stoffliche Verwertung ist gegenüber zum Beispiel Verbrennung. Das ist so offensichtlich. Oder Deponieren, das haben wir in Deutschland nicht mehr, aber in vielen Ländern Europas wird das noch betrieben. In manchen ein Drittel, ein Drittel, ein Drittel, ein Drittel stofflich, energetisch und Deponieren. Und das ist etwas, wenn man das, es gibt mittlerweile gute Grunddaten in Ökobilanzen und Tabellen, wo man das sehr gut berechnet. Und wenn man das berechnet hat, dann wird man sofort aufstehen, sagen, wir müssen die Recyclingfähigkeit dramatisch erhöhen. Nicht nur ein bisschen peu à peu, sondern dramatisch erhöhen. Weil das andere, weil wir kaum Gewinne haben aus dem ganzen Recyclingprozess, wenn wir bei den 47 Prozent Recyclingfähigkeit bleiben, wie jetzt bei Kunststoff. Genau, bei Kunststoff ist ja gerade die Recyclingquote auch besonders niedrig, Herr Buschmann. Und darüber haben wir uns auch ein bisschen unterhalten beim BDVI. Aber wir gucken ja heute sehr stark auf Carbon Footprint. ### Nachhaltigkeitsbewertung wissenschaftlich messen Sie sagen jetzt, es sind auch viele andere Größen, mindestens genauso wichtig oder noch wichtiger. Aber wie kann man denn jetzt als zum Beispiel Lebensmittelhersteller, dessen Hauptaufgabe ist, Lebensmittel herzustellen? Wie kann man denn diese Einflüsse einfach, aber doch tief bewerten? Wie machen Sie das? Ja, natürlich gibt es Beratungsinstitute, die sowas mit high-tech-wissenschaftlichen Methoden durchführen können. Ich habe meine Zeit mich auf den Weg gemacht mit Unterstützung von namenhaften Instituten. Habe ich als Forscher so ein bisschen die ganze sehr hochwissenschaftliche Methodik auf eine ganz einfache Ebene der Industrie gebracht. Die Industrie hat keine Zeit, sich damit zu beschäftigen. Die Industrie hat keine Manpower, ist nur der Mittelstand, um Forscher so arbeiten zu lassen. Und das ist eigentlich mein Hobby gewesen oder wie auch immer mein Ansporn, das auf so eine Ebene zu bringen, dass man die Dinge doch berechnen kann. Das Wissenschaftliche bleibt aber in meinem System nach wie vor da, nur im Hintergrund. Aber der Bediener hat eine sehr einfache Oberfläche. Er muss das natürlich verstehen dann auch. Aber er kann Produkte berechnen innerhalb von einer halben Stunde. Er kann Firmen ruckzuck berechnen als Basis für Nachhaltigkeitsbericht oder andere Sachen. Und das ist eigentlich das Allerwichtigste, dass Firmen sich sozusagen auf den Weg machen. Und jetzt sprechen wir über Verpackung, aber nicht nur über Verpackung, auf den Weg machen in Richtung von Einrichtung, von Umweltkontrolle im Haus. Das einmal zu berechnen von außen, das ist nicht zukunftsfähig. Das ist wirklich, ich sage immer, wenn eine Firma finanzielle Kontrollen nicht machen würde, dann ist sie in zwei Jahren pleite, weil sie gar nicht weiß, was sie tut. Finanzielle Kontrollen machen wir jede Woche, bis zu jede Woche nach jeder Produktion und sowas dann. So, und die Welt geht zugrunde und kaum jemand macht aus den großen Firmen vielleicht Umweltkontrollen. Das ist eine ganz, ganz wichtige Sache. Dabei ist es so einfach, nicht? Und so ein bisschen werbemäßig für mein System. Mein System hat irgendwie kaum Kosten gekostet. Wir kommen gleich noch im Detail auf Ihr System. Ich habe vor kurzem einen Podcast aufgenommen mit Benedict Cowards vom Ifoy-Institut. Und er hat mir beschrieben, dass er zu einem ganz normalen Getränkekarton mit sechs verschiedenen Füllgütern mehrere Jahre an einer Life-Cycle-Analysis gearbeitet hat. Und als er dann fertig war, hat er Schimpfe gekriegt über die Ergebnisse, die wären nicht haltbar. Also da sieht man schon, in welchem Dilemma man ist. Wie machen Sie das denn mit Ihrem System? Also welche Schlüsse kann man denn überhaupt ziehen aus Ihrem System? ### Praxisnähe in der Verpackungsforschung Sind Sie auch so genau wie Benedict Cowards? Oder wie funktioniert das? Ja, also in meinem System ist das auch so genau. Nur mein System setzt speziell dort in der Industrie an, wo der technische Fachmann sitzt. Ja, das ist ja eine ganz wichtige Sache. Wenn ich als Wissenschaftler fern von der Praxis sitzen würde, dann kann ich natürlich nicht viel berechnen. Aber wenn ich mitten in der Industrie sitze und ich habe jeden Tag die Probleme, da kann ich auch, das sagen viele Professoren, die sagen, wenn die auf uns Industrie gucken und wir machen auch Forschung, viel in der Industrie, mit Patenten, so was, wie machen Sie das? Ja, ich habe immer geantwortet, ja, ich habe die Probleme. Wenn man die Probleme nicht hat, da kann man auch nicht viel lösen oder schwierig. Aber für mich, also das ist eine ganz wichtige Aussage. Man muss natürlich sich intensiv mit den Themen beschäftigen von der praktischen Seite, aber auch von der Literaturrecherche, weil die Welt entwickelt sich. Und unter anderem gibt es immer die Streitworte, die dann sagen, was ist besser, Plastik oder Papier, Kunststoffe besser gesagt oder Papier. Und bei Papier wird oft gesagt, ja, der riesige Wasserverbrauch, der riesige Energieverbrauch, das stimmte in den 60er oder Anfang der 70er Jahren. Heute stimmt das nicht. Also ich habe letztes Jahr eine große Studie gemacht, die das verglichen hat, wirklich ganz, ganz tief und viele Nachhaltigkeitsberichte von Herstellern analysiert. Und ich kann heute sagen, dass zum Beispiel Wasserverbrauch in der Papierindustrie, Proteinenpapier und in der Kunststoffindustrie sehr ähnlich ist. Wirklich, weil die Papierindustrie sich so entwickelt hat, mit Umkehrosmose für Wasserreinigung, mit x-fachen Wiederverwendung des Wassers. Die Flüsse, wo die Papierfabriken noch stehen, sind klar sauber. Da ist keine Verschmutzung oder sowas. Also das muss man wissen. Und die Sachen, die man immer wieder gegen die Presse dann wiederholt, das ist sehr schwierig. Deswegen sehe ich heute die beiden Materialien, darüber sprechen wir, nicht als Konkurrenten zueinander, sondern als Ergänzung. Aber wichtig: Ergänzung nicht, dass man eines mit dem anderen verklebt und dann sozusagen dem Verbraucher Papier vorgaukelt und insbesondere dann hat man halb Papier und Klassik. Ich plädiere dafür, entweder das oder das zu machen. Und natürlich vor dem Hintergrund der Last durch Mikroplastik, sowas, da wo es geht, auch Papier einzusetzen. Also würden Sie sagen, was Wasserverbrauch angeht, sind wir da schon mal mit dem Papier und Kunststoff jahrelang auf dem falschen Dampfer gewesen. Wir haben immer gedacht, Papier verbraucht so viel, Kunststoff gar nichts, wäre ja so das Idealbild. So ist es nicht. Sie sagen jetzt, naja, die sind ziemlich nah beieinander und das ist eigentlich kein Kriterium, das eine oder das andere Material zu nehmen. Habe ich das richtig verstanden? Ja, ja, ja. Also das ist auch bei Kunststoffherstellung nicht. ### Papierherstellung in Europa hochwertig Das ist natürlich – man sagt, Erdöl ist ja Flüssigkeit, die flüssig ist von sich aus und irgendwo wird daraus Kunststoff. Das ist natürlich schon, aber da sind auch Kühlungsprozesse unterwegs. Also wenn man die Literatur nachguckt, wie viel Wasser für Kühlungsprozesse verwendet wird, das ist eine Dramatik. Also unterm Strich: Ich habe eine gute Literatur darüber gefunden, aus weltweiten Recherchen und Analysen, dass der Verbrauch kann man natürlich in Einzelfällen so oder so sehen, aber im Schnitt sieht das sehr ähnlich aus. Also insbesondere natürlich in Europa, wo der technische Stand der Papierherstellung ein entsprechend gutes ist. Verstehe. Und wenn wir jetzt noch mal bleiben bei diesen beiden Extremen – Papier und Plastik, will ich es mal nennen – bleiben wollen. Wasser habe ich verstanden, aber es heißt ja auch, Energieverbrauch ist beim Papier so hoch. Beim Kunststoff sagen ja die Kunststoffbefürworter, naja, das, was beim Raffinieren von Treibstoffen und Chemie übrig bleibt, daraus machen wir Plastik. Ganz so ist es ja nicht, das wissen wir, aber wie sieht denn die Energiebilanz überhaupt aus? Haben Sie da auch Werte vorliegen, Erfahrungswerte oder? Na ja, der Energieverbrauch ist – also das ist natürlich ein bisschen schwierig immer zu sagen. Man kann sehr schnell in die Ecke geraten, dass man Äpfel mit Birnen vergleicht. Papier ist nicht Papier und Kunststoffe sind auch nicht Kunststoffe. Also Papier ist zum Beispiel so gebleichtes Papier, hochverarbeitetes Papier und ein sehr einfaches ungebleichtes Papier haben eine Klima-Auswirkung fast um die Hälfte, also das ungebleichte, um die Hälfte kleiner als das andere. Insbesondere, wenn sie ein bisschen dicker sind, Kartonmaterialien. Das ist wirklich so. Also ungebleichte Papiere nehmen ungefähr nur ein Drittel der, wenn man da auf die Fläche guckt, der Papierfabrik ein. Ja, das ist und der Rest wird dann für diese Höchstverarbeitung, was wir als Verbraucher gewohnt sind, diese sehr schönen, wertigen Papiere zu in der Hand zu haben. Ja, dann kommt schon darauf an, was man hat. Vergleicht man ein simples Papier, was technisch aber sehr gute Eigenschaften hat oder ein hochverarbeitetes Papier, was optische Eigenschaften für Marketing zum Betrugen und Sonstiges super Eigenschaften hat, mit sehr viel Füllstoffen, mit einem entsprechenden super Strich, wo vielleicht Zellulose zum Schluss im Hintergrund gerät. Oder was vergleicht man? Genauso bei Kunststoff. Ist das der Kunststoff, ein Monomaterial zum Schluss oder ein zusammengesetztes, was man höchstens nur die stichwörtliche Packbank daraus machen kann im Recycling. Aber die stehen schon in den Päckchen überall rum. Die braucht man nicht mehr. Wir brauchen sauberer Material. Jetzt kommen wir noch mal, was man vergleicht. Und man kann solche und solche Sachen ausrechnen. Wenn Sie die gut verarbeiteten Papiere mit Kunststoff verbreiten, dann wird der Kunststoff etwas besser sein. Wenn Sie die ungebleichten Papiere vergleichen, die technisch sehr gut sind, muss ich sagen, weil die Zellulose in extrem gutem Zustand ist, durch Fehlen dieser maximalen Verarbeitung, dann sind die besser als Kunststoff. Und sogar signifikant. ### Verpackungsbeispiele aus der Praxis Tatsächlich, es ist erstaunlich. Nehmen wir mal das Kind beim Namen. Wir wollen mal ein Praxisbeispiel nehmen. Also aus dem Lammeng. Wenn Sie jetzt so aus dem Gefühl, aus Ihrem Erfahrungsschatz jetzt mal schöpfen würden und sagen, okay, ich habe jetzt 10 Äpfel. Die einen sind im Papptray und die anderen sind im Plastikbeutel. Welche Äpfel kaufen Sie? Ey, das kann man auch wieder nicht. Da kommen wir auf den ganzheitlichen Vergleich. Die Pappschale ist ein Hartkarton. Eine Fallschachtel, fast eine offene nach oben vielleicht. Und der Beutel ist ein Plastikbeutel, der kaum was wiegt. Der wiegt vielleicht vier Kilo Äpfel, keine Ahnung, aber sieben Gramm, acht Gramm, maximal zehn Gramm. Und die vergleichbare Pappschale wiegt höchstwahrscheinlich 25 Gramm. Das kann man nicht vergleichen. Wenn man jetzt sich die Logistik anbietet, dann ist die Pappschale wahrscheinlich, also die Fallschachtel mit den Äpfeln steht so auf der Palette, nur mit Zwischenlagen. Und der Beutel muss noch in Umkartons verpackt werden. Das ist auch das Dilemma. Letztes Jahr hat irgendeine große Präsentation gemacht. Vergleich Plastikbeutel mit Fallschachtel als Verpackungsmaterial für Lebensmittel. Andere gesagt, die Fallschachtel ist viel schlechter, weil sie eben dreimal so viel wiegt wie der Kunststoff. Nur er hat ganz vergessen, dass der Plastikbeutel im Karton noch zusätzlich verpackt werden muss, um auf der Palette transportiert zu werden. Das heißt, da kommt auch so ein kleiner Ausschnitt der ganzheitlichen Betrachtung. Nicht die Ausschnitte betrachten, sondern wenn ich jetzt sozusagen die Verpackung Beutel gegen Fallschachtel vergleiche, muss ich sozusagen, was ist logistisch notwendig, dass ich das überpasst portiere. Das ist, und da kommt es heraus, dass das sehr ähnlich ist. Das weiß ich aus, für die Äpfel vielleicht nicht ganz genau, aber für so Beispielvergleiche kommt das sehr, sehr ähnlich, weil die Schachtel zum Beispiel, die werden nur mit sehr wenig PE geschrumpft und die Beutel brauchen dann den Umkarton, der einiges wiegt. Wenn Sie jetzt Ihren Lebensmittelkollegen einen Rat geben sollen, für wie wichtig halten Sie denn überhaupt so eine eigene Nachhaltigkeitsbewertung zeitnah auch überhaupt durchzuführen? Ist das für Sie wirklich so wichtig wie ein Controlling im finanziellen Bereich oder würden Sie sagen, naja, wir sind doch am Anfang? Ja, und das betrifft eigentlich, ich komme aus der Lebensmittelbranche, habe ich auch Lebensmitteltechnologie studiert. Da ist mir das sehr nah. Und hier sehen wir auch schon mal überhaupt unsere Lebensgewohnheiten, Essgewohnheiten, also sich ein klares Bild zu machen, dass wir weniger Fleisch essen sollen, das weiß jeder. Aber das zu beziffern ist auch natürlich ein unheimlicher Schatz. ### Nachhaltige Rezepturen entwickeln Und es gibt schon Kollegen von mir, die jetzt schon nach dem System Rezepturen entwickeln, um die Produkte maximal nachhaltig zu gestalten. Also das ist eine ganz, ganz wichtige Sache. Aber ich würde das nicht nur auf Lebensmittel beschränken. Verpackung genauso. Verpackung ist für mich wie Rezeptur, das zu bewerten. Was mache ich da überhaupt, dass man nicht das Kind mit dem Bade wegschüttet, weil ich offensichtlich irgendwas wie mit dem Plastik, ja, verwende weniger Plastik als Falschattel. Aber den Karton vergesse ich oder erwähne ich nicht oder weiß ich gar nicht vielleicht. Dann ist der Schaden nicht so groß. Aber wenn man das bewusst weglässt, dann macht man schon einen gesellschaftlichen Schaden, weil man viele andere Leute beeinflusst damit. Aber auch Maschinenbau. Also ich sehe wirklich nicht nur Lebensmittel, sondern ich sehe Bauwirtschaft ist ziemlich weit in den Umfeldbewertungen. Häuser bauen, die Materialien sind sehr weit in der Lebensmittelbranche war das relativ wenig und auch andere Güter des täglichen Gebrauchs. Verpackung von Handys, wenn man sich anguckt, wie teilweise, manche sind super gut, Elektrosachen, aber Handys zum Beispiel will ich keine Marke nehmen, sehr schlecht. Also diese Verpackungsmaterialien, also mit ein bisschen Erfahrung kann ich mir nicht vorstellen, dass das überhaupt recycelbar ist. Das ist so präpariert für alle Zeiten. Ja, so kann man nur verbrennen. Es gibt ja einen großen Flexpack-Hersteller, der so als Slogan hat: Papier, wo möglich, Plastik, wo nötig. Ist das ein Slogan, wo Sie mitgehen und sagen, das ist eine gute Maßrichtung, mit der man leben kann, so für den Alltag? Definitiv, also ich sehe, wenn ich durch den Supermarkt gehe, viele Möglichkeiten, wo man Kunststoff verwendet aufgrund der Durchsichtigkeit, Reis, Pasta, Nudeln und etc., trockene Sachen, wo man Papier auf den Schlag anwenden könnte und die sozusagen die Kunststofflast sozusagen im Recycling und auf die Umwelt ein bisschen zu entlasten. Ich sehe das wirklich, also ich sehe nicht die, meine Erfahrungen sind 100% in die Richtung. Wir können nicht sagen, wir ersetzen eine Sache mit der anderen. Das muss, das wird für die Zukunft so bleiben. Uns muss ganz bewusst sein, dass wir das Problem des Mikroplastiks für die Zukunft haben. Das hat Papier nicht in der Form. Aber wir müssen damit umgehen. Wir müssen das ganz klar beziffern. Und insbesondere die Großunternehmen, die weltweit so Mini-Tetra-Päckchen verkaufen, sagen, meine Verpackung ist recyclingfähig. Das ist alles schon mal gut. Aber in Malaysia wird das höchstwahrscheinlich niemand recyceln, weil die Leute was zu essen erst mal in der ersten Runde bekommen müssen. Also die Verantwortung der globalen Hersteller, Vertreiber von Kleinstpackungen, das, es muss vieles umgedacht werden. Wir müssen auch bei uns hier diese fünf Scheiben Wurst in gewissermaßen in der gleichen Menge an Verpackung, an Gutstoff. Das ist eine große Frage, ob wir das für die Zukunft aushalten. ### Sinnvolle Verpackungslösungen umsetzen Ob wir das aushalten. Ich glaube, dass das auch wirklich sinnvoll ist. Und man kann sinnvoll, ob wir das überhaupt aushalten. Ich sage wirklich ganz bewusst aushalten, weil die Last der Probleme uns erdrückt. Dabei müssen wir das nicht so machen. Wir müssen auch Marketing. Also das ist für mich eine ganz wichtige persönliche Erfahrung. Verpackungsentwicklung, nachhaltige Verpackung geht nicht nur mit dem Verpackungsingenieur einher. Nein, da muss auch Marketing dabei. Jeder Schritt muss mit Marketing gehen. Und Marketing wird sich wundern, wie plötzlich trotz der fehlenden super schönen Verbundfolien, wie die Werkzeuge oder Informationen bekommen zur Vermarktung von nachhaltigen Verpackungen, die vielleicht nicht so super schön aussehen, aber der Verbraucher massiv akzeptiert. Also das habe ich in ein paar Fällen erlebt. In meiner alten Firma haben wir 2015 Monomaterial eingeführt und bewusst in Kooperation mit Grünpunkt haben wir auch ganz sparsame Bedruckungen gemacht. Das sah so aus wie von Rewe die Hausmarke, fast ohne Bedruckung. Und viele Leute haben sie gekannt. Oh Mensch, das rutschen wir mit Marke irgendwie an der Ecke. Das war genau das Gegenteil. Also Leute haben das verstanden, dass das so ist. Und das war ein deutlicher Beitrag zur Recycling-Fähigkeit, damit die Farben, die so bunt waren vorher, nicht das Rezyklat einfärben. Nicht so sehr einfärben. Nur das Nötigste. Und das ist für Marketing wirklich für die Zukunft. Das ist vielen noch nicht bewusst, wenn ich mich so umgucke, wie bunt, wie hübsch die Verpackungen sind. Der Verbraucher ist heute, glaube ich, schon ein Stück weiter. Der hat schon umgedacht. Und es gibt natürlich auch viel Greenwashing jetzt. Das bringt mich nämlich eigentlich so ein bisschen auch zur nächsten Frage. Was raten Sie eigentlich Markenartiklern, wenn sie sagen, okay, ich habe das verstanden. Papier ist vom Prinzip her harmloser, will ich es mal nennen. Hat vielleicht Vorteile auch für Marketing. Was raten Sie so einem Markenartikler bezüglich der Risikoeinschätzung? Was kann da alles schiefgehen? ### Kunststoff-Papier-Verbunde vermeiden Worauf muss er achten? Sie hatten Marketing genannt. Sie hatten Maschine genannt. Ist das dieses Spannungsfeld? Ja, also diese Kunststoffpapierverbunde, das würde ich absolut abraten. Das wird vielleicht noch ein halbes Jahr, ein Jahr gehen, dass die Leute es nicht kapieren, was der Verbraucher da kauft. Aber mittelfristig ist das eine Katastrophe. Entweder das oder das. Wenn Papier geht, dann Papier. Und wenn Papier nicht geht, dann Kunststoff. Und das vernünftig erklären, dem Verbraucher. Vernünftig erklären, vernünftige auch Entsorgungszeichen. Hinweise. Es gibt so viele vermeintliche Papierverpackungen auf dem Markt, wo überhaupt nichts steht, was das ist. Dabei ist da 30 Prozent Kunststoff da drauf. Wirklich. Also ich will hier keine Marken natürlich erwähnen, aber das ist für mich so wichtig. In meinen persönlichen Arbeiten war das immer wichtig, sogar Männchen zu malen, zu zeichnen, die in Papierkorb, dies oder jenes, in Kunststoff oder da dieses Entsorgen, damit der Verbraucher informiert wird. Die Information ist alles. Und der Verbraucher wird das verstehen auch. Also ein Thema ist ja immer wieder dieses Thema Greenwashing. Man gaukelt etwas vor, behauptet etwas, was dann nachher nicht stimmt. Ist das eines der Risiken, wo Sie sagen, Tod, Sünde auf keinen Fall machen? Oder würden Sie sagen, na ja, gut, das gehört mit dazu? Derjenige, der das macht, der kann das nur kurze Zeit machen. Kurze Gewinne. Und mittelfristig ist das nicht auszuhalten. Das ist nicht auszuhalten. Die Welt verändert sich so massiv. Wir werden große Wasserprobleme bekommen. Biodiversität ist schon im Thema ganz massiv dabei. Und auch die Auswirkung von jedem Produkt da drauf. ### Greenwashing und Verbrauchertäuschung Das ist nicht nur die Landwirtschaft, die durch Spritzmittel da irgendwas in die Richtung kaputt geht. Das kann man heute mit Berechnungssystemen auch nachweisen. Das auch Druckereien und sowas. Jeder hat Auswirkung da drauf. Wir haben durch unser Tun so. Und dieses Greenwashing fällt den Leuten, die das machen, spätestens so ein, zwei Jahren auf die Füße, weil das nicht haltbar sein wird. Die Diskussionen über Biodiversität, Wassermangel, Klima sowieso, die werden so massiv zunehmen. Wir sehen die Katastrophen überall, dass man das Greenwashing lange nicht aushält. Also ich empfehle, sich wirklich nachhaltig zu orientieren. Und das ist nicht schwer. Ich würde sagen, in jedem Produktsegment kann man sich wirklich gut aufstellen für die Zukunft. Mit mittelfristigen Vorteilen, die man dann sowieso hat. Und jetzt ist die letzte Eisenbahn, würde ich sagen. Firmen, die wie Werner und Merz oder meine bisherige Firma Frost hat, die sich sehr frühzeitig schon nachhaltig ausgerichtet hat und durch und durch die Gedanken mit Marketing, mit Entwicklung vorangetrieben hat. Die sind schon lange unterwegs. Für die ist das ein normales tägliches Brot mittlerweile. Aber ich würde sagen, für Firmen, die das noch nicht gemacht haben, jetzt ist das der Punkt, wo man jetzt unbedingt starten soll. Und nicht warten noch mal, bis der Gesetzgeber 2024 die Firmen zwingt für CSRD, das Stichwort Berichtserstattung, europäische Nachhaltigkeitsberichtserstattung, wo man jede gezwungen wird ab 50 Millionen und auf 250 Mitarbeiter. Nein, jetzt starten. Jetzt anfangen, sich Hilfe holen. Alleine ist man oft aufgeschmissen, wenn man nicht zu groß ist. Und durchdiskutieren, was man tut und die Wege organisieren für die Zukunft. Mir fällt dabei noch ein sehr trauriges Beispiel ein. Wir haben mit einigen Kunden Monomaterialentwicklung gemacht. Das war jetzt nun Kunststoff, hat jetzt nichts mit Papier zu tun. Aber ist ja schon mal der richtige Weg, habe ich Ihren Worten entnommen. Besser Monomaterial als Multimaterial, allein der Recyclingfähigkeit ein bisschen auch unter die Arme zu greifen. Und diese Produkte sind nun alle fertig entwickelt und ruhen jetzt in der Schublade. Und die sind am Einkauf gescheitert, weil die einfach teurer waren als die heutigen natürlich viel größeren Maßstäben hergestellten Multimaterialverpackungen. Was raten Sie so einem Markenartikler vielleicht, der sagt: Ich habe das eigentlich, ich möchte Recyclingfähigkeit draufdrucken, aber es bezahlt mir keiner. Was sagen Sie dem? Na ja, ich habe das umgekehrt erlebt. ### Handel als Schlüssel zum Verbraucher Ich habe erlebt, dass der Verbraucher das bezahlt hat. Ich glaube, man muss sich auf den Weg machen. Man muss das auch erklären. Und der Verbraucher wird das verstehen. Also, wissen Sie vielleicht nicht der Verbraucher. Meine Erfahrungen sind: Der Handel ist als Nadelöhr zum Verbraucher. Der Verbraucher versteht oft viele Sachen nicht. Der Handel ist hoch interessiert. Übrigens, was Nachhaltigkeit der Produkte anbetrifft in Europa, da war nicht die Industrie oder irgendwelche schlaue Leute als erstes. Der Handel in England, Tesco und so weiter. Die waren die ersten, die die Hersteller gezwungen haben. Tesco hat schon Mitte 2005, 2006 schon mal Versuche gemacht mit Kennzeichnungen mit CO2-Emissionszahlen auf der Verpackung. Also der Handel ist ganz wichtig. Der Handel will nachhaltig aufgestellt sein und tut auch viel. Siehe Rewe oder auch Lidl und also Edeka. Alle sind in Nachhaltigkeit aktiv und haben entsprechendes Manpower und erwarten von uns Herstellern natürlich vernünftige Konzepte. Wenn man heute Produktgestaltung machen muss, Sie sind Lebensmittelhersteller oder vielleicht Verpackungsentwickler, was raten Sie so einem Verpackungsgestaltungsexperten? Was muss der heute alles beachten? Was sind das für Rahmenbedingungen, in denen man sich heute bewegt? Na ja, ich habe ein paar Stiefel schon genannt. Also woher die Materialien kommen. Also Biokunststoffe. Das muss man natürlich ganz klar wissen, woher die entstehen. Man muss auch ganz klar wissen, dass die Kompostierung, die vermeintlich irgendwo deklariert wird oder aufgeschrieben wird, dass das gar nicht so einfach ist, weil die Biokunststoffe so viele Zusätze haben, dass die einfach nicht im Garten da gammeln können. Auch die Farben etc. etc. Das ist ganze Menge Sachen. Recyclingfähigkeit ist natürlich schon ausgesprochen. Aber auch zu Recyclingfähigkeit gehört nicht nur sozusagen die Monomaterialseite, sondern ich habe das schon erwähnt. Die Bedruckung spielt bei Recyclingfähigkeit eine massivste Rolle. Die Einfärbung der Rezyklate, das ist ein A und O. Und die Beistoffe, würde ich sagen, die gelösten Stoffe, die im Recyclingprozess auch in die Umwelt gelangen können. ### Kunststoffabbau in der Umwelt Das ist etwas, was momentan noch gar nicht beachtet wird. Aber ich war in der Diskussion mit so maßgeblichen Leuten schon, dass dieses, und ich habe das ausgesprochen, ja, das ist schon in Arbeit, dass man das bearbeiten wird. Was geben unsere Produkte in die Umwelt? Und ein ganz wichtiger Punkt, den wir heute noch nicht angesprochen haben, das End of Life. Ja, wir müssen, also wenn Kunststoffe nicht so einfach in der Umwelt sich zersetzen, dann müssen wir alles unternehmen, dass sie nicht gelangen. Und sofern sie gestaltet werden können in die Richtung, dann muss jedes Teil entweder kompostierbar oder bioabbaubar mindestens sein. Nicht jetzt sozusagen als primäre Entsorgungsroute zu definieren, sondern wenn das jemand unkontrolliert in den Wald wegschmeißt, oder Mafia irgendwo in die Meere weggibt, dann soll das in der Umwelt aufgehen mit einem minimalen Schaden. Also das ist, aber da bewegt sich ganz viel. Neuerdings höre ich immer wieder Werbung von einem Waschmittelhersteller, welcher das auch ist im Fernsehen. Der sagt schon, 92 % der Bestandteile sind bioabbaubar. Ich finde, das ist schon mal eine sehr gute Richtung. Ich war persönlich dabei, in die Richtung arbeiten zu leisten, dass die Bestandteile färben. Und Farben heute gibt es, kann man glaube ich nur noch schwarz oder weiß, aber sonst kann man alle schon bioabbaubar bekommen, zum Bedrucken. Also das ist schon mal eine sehr positive Entwicklung. Absolut. Bioabbaubarkeit ist aber natürlich ein Reizthema für die heutigen Recyclingwege. Wenn wir jetzt mal in Europa bleiben, dann sagen die Recycler natürlich, zum Beispiel eine Folie wie PLA, will ich auf gar keinen Fall in meinem Recyclingstrom haben. Das kontaminiert mir mein schönes Polyethylen, mein schönes Polypropylen. So sehen das dann andere Lobbyisten. Was sagen Sie denen? Naja, das ist PLA, ist natürlich vielleicht ein bisschen einer der Ströme der Zukunft. Lässt sich sehr gut scannen, lässt sich sehr gut abtrennen. Aber es ist natürlich die Mengen sind noch zu gering, dass die Investitionen sich lohnen würden in den Sortieranlagen. Das geht noch nicht. Das sind halt die Probleme, die dabei sind. Ganz zum Schluss habe ich vielleicht noch eine Sache, die haben wir nicht abgesprochen, aber es gibt ja diese zweite Strömung, Cradle to Cradle. Ich weiß nicht, ob Sie sich mit dem Thema intensiv beschäftigt haben, aber die sprechen ja von chemischen oder technischen Kreisläufen und von biologischen Kreisläufen. Und mit den biologisch abbaubaren Materialien haben wir ja eigentlich immer keinen Kreislauf mehr in dem Sinne unter technischer Kontrolle, sondern wir gehen ja aus dem technischen Kreislauf raus, in den biologischen Kreislauf rein. Immer dann, wenn wir zum Beispiel die, in Anführungsstrichen, Entsorgung nicht unter Kontrolle halten können. Sie nannten das Beispiel eine Verpackung gerät in den Wald oder gerät in die Meere, warum auch immer. Dann müsste sie sich abbauen. Ist das denn trotzdem nicht doch der richtige Weg, die Kontrolle zumindest zu versuchen zu erhalten über unsere technischen Materialien, wie zum Beispiel auch Verpackung? ### Glas, Blech, Aluminium: Alternativen Wir sprechen jetzt viel über Papier und Plastik, aber es gibt ja auch noch Glas, Blech, Aluminium, Holz. Wir können die ja nicht alle der Natur überlassen. Nee, aber die Recyclingquoten, die so bei 90 Prozent liegen, das ist natürlich schon bei Glas, Holz, Papier. Und das sind natürlich schon super Werte, die wir bei Plastik auch schon noch nicht erreichen sollen. Und wenn man jetzt die – das ist wieder zurück zu den Berechnungen. Wenn man das jetzt berechnet, zum Beispiel für Papier, dann spielt die Umweltwirkung aus der Verbrennung von dem – das Deponieren ist minimal. Also das soll natürlich gar nicht sein, aber aus der Verbrennung überhaupt keine Rolle dabei, sondern die wertstoffliche Seite ist davon Bedeutung. Und das ist etwas, wenn wir mit Kunststoffen – also das ist, man redet zu wenig. Also ich bin jetzt schon so viele Jahre bei Verpackung und wir dümpeln bei 40 Prozent. Jetzt sind wir bei 47,1 und je nachdem wie im Auge des Betrachters, haben wir wahrscheinlich viel weniger wirkliches Recycling. Das muss dramatisch gesellschaftlich gesprochen werden. Und was wichtig ist, wir haben auch die globale Verantwortung. Also heute – die fast alle Hersteller, die irgendwas herstellen. Es gibt immer wieder Meldungen, dass man irgendwie Malaysia auf der Müllkippe und Indonesien Produkte von irgendwelchen Mittelständlern aus Europa findet. Geschweige denn die Großen, Schweizer und amerikanische Konzerne, die da das 90 Prozent davon dann ausmachen. Aber wir müssen global – wir müssen Verantwortung übernehmen. Wir müssen die Verpackung so gestalten, dass man diese – mini mini – auch so schön das auch ist und auch der Verbraucher das will. Wir müssen davon abrücken. Wir müssen anders gestalten. Ich habe auch das Stichwort des MHDs. Wir müssen die Verpackung nicht so gestalten. Die Milch muss nicht 24 Monate haltbar sein. Es gibt auch Milch ohne Aluminium-Schicht, Tetra Pak, die nur sechs Monate haltbar ist. Das ist, die meisten Produkte, die wir kaufen, gehen in 30 Tagen über die gesamte Kette durch. Alles Herstellung, Logistik, Transport und Verzehr. Und wir machen wir machen Panzer, damit sie fünf Jahre halten. So und das muss nicht sein. Das muss den Verbrauchern bewusst sein, den Herstellern bewusst sein. Der Handel ist natürlich hier, er nimmt hier eine Schlüsselrolle dabei ein. Haben Sie das Gefühl, dass der Handel diese Schlüsselposition auch einnimmt? Ich habe das Gefühl, die letzten zehn Jahre hat er sich stark gewandelt, hat sich stark bewegt und hat auch Kompetenz aufgebaut. ### Handelskompetenz für Nachhaltigkeit Weil man muss natürlich, um all das zu überblicken, auch Kompetenz haben. Der Handel war ja früher wirklich ein Handel. Und heute ist es eigentlich ein Verpackungsberater, ein Lebensmittel-Experte, ein Produktexperte und auch noch ein Konsumentenexperte. Und dann kann er auch noch Geschäfte bauen und diese auch noch so gestalten, dass möglichst der Absatz hoch ist und die Regale immer voll. Hat der Handel sich wirklich in Richtung Nachhaltigkeit schon bewegt aus Ihrer Sicht? Oder ist da noch Handlungsbedarf? Ja, definitiv. Also ich habe an vielen Veranstaltungen von Aldi, von Lidl, also im Laufe meiner letzten Jahre teilgenommen. Also da passiert sehr viel. Und ich würde sagen, im Handel passiert im Schnitt – ich würde sagen, was Nachhaltigkeit bedeutet, mehr, mein Gefühl, mehr als in der Industrie. Also ich glaube, wenn die Hersteller an den Handel herantreten und mit vernünftigen Lösungen, mit vernünftigen Gesprächsmaterialien, dann findet man offene Ohren. Also ich war so oft erstaunt, welches Know-how-Standard schon vorhanden ist. Das ist ein schönes Schlusswort, Herr Buschmann. Danach kann fast nichts kommen. Ich sage ganz herzlich Dankeschön für diese wirklichen Einblicke hinter die Kulissen eines Verpackungsgestalters eines Lebensmittelkonzerns oder sogar von zwei Lebensmittelkonzernen mit über 40 Jahren Erfahrung. Das war wirklich toll. Ganz herzlichen Dank. Wir sehen uns sicherlich bald mal wieder, vielleicht beim Inno-Talk oder wo auch immer. Würde mich freuen. Danke für dieses Interview. Bitteschön, Herr Schröder. Bis demnächst wieder. Ich hoffe, es war etwas Nützliches für Sie dabei. Wenn auch Sie etwas zu sagen haben und ein Teil dieser Initiative für mehr Flexpack-Wissen werden wollen, melden Sie sich unter ks at innoform.eu. Ich freue mich auf Sie. **Kategorien:** Abfülltechnik, Biofolien, Entsorgung / Recycling, Inno-Talk, Standbeutel, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Folienverpackung, Nachhaltigkeit, Paperverpackung, Papierverbund --- ### [Manchmal wundert man sich über sich selbst](https://inno-talk.de/manchmal-wundert-man-sich-ueber-sich-selbst/) **Published:** Mai 30, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Verpacktes Wasser in der Chiringuito (Strandbar) kostet 1,50 €. Aber überall kann man in Spanien kostenlos Trinkwasser bekommen – „Ist das Marketing oder kann das weg?*„ Einige „wirre“ Gedanken über Verpackungen von Karsten Schröder Wer mich kennt, der weiß, dass ich mich für Verpackungen und vor allem für verpackte Lebensmittel wirklich begeistern kann, und mich vor allem dafür einsetze, das Richtige richtig zu machen. So diskutieren wir seit 2001 in vielen Seminaren, Webseminaren, Inno-Meetings und Inno-Talks über die optimale Verpackungslösung für diverse Lebensmittel. Wir geben uns große Mühe beim Innoform Testservice, sicherzustellen, dass keine unerwünschten Schadstoffe aus Verpackungen in das Lebensmittel gelangen. Wir passen Barriereschichten so an, dass diese ökonomisch und ökologisch optimiert sind und möglichst wenig Lebensmittel verderben. Zudem kümmern wir uns in Oldenburg auch um all die anderen, mechanischen und üblichen Anforderungen wie Easy-Opening, Fallfestigkeit u. v. m.. Seit einigen Jahren fokussieren wir uns zunehmend auch auf umweltverträgliches Wirtschaften mit ökologisch sinnvollen Packmitteln. Wir bestimmen Fremdanteile in Papierverpackungen, analysieren Fremdkörper in Lebensmitteln und helfen bei Entwicklungsprojekten zu Mono-Material-Verpackungen. Und nun saß ich in dieser Chiringuito – der [Tangana Bar in Tarifa](https://www.tanganatarifa.com/) und grübelte über diese wirklich geniale Verpackung, die meine Tochter gerade in einem Zug geleert hatte. ![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/05/IMG_0829-1-576x1024.jpg)Stilles Wasser aus der Region im Getränkekarton schneidet in Öko-Tests und LCA (Life Cycle Analysis) meistens optimal ab. Doch was hilft das, wenn die Verpackung einfach überflüssig ist? Stilles Wasser bekommt man in Spanien in jeder Kneipe aber auch kostenlos. Doch meine Tochter kaufte sich 500 ml in diesem schön dekorierten Getränkekarton und wies mich stolz auf all die Logos hin, die einem ein gutes Gewissen machen, genau hier genau dieses Produkt in genau dieser Verpackung von ihrem knappen Taschengeld gekauft zu haben. Und ich, der Verpackungen und natürlich auch meine Tochter liebt, beginne zu grübeln, ob das, was ich in den letzten 30 Jahren getan habe, überhaupt einen Nutzen gebracht hat. Kennen Sie das? [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/05/Logos-Getraenkekarton-235x1024.jpg)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/05/Logos-Getraenkekarton-scaled.jpg)- Als erstes steht auf der Verpackung, dass diese einschließlich des Plastik-Wiederverschlusses zu 76 % aus Pflanzen stammen. - Dann lese ich, dass sie gemacht wurde, um recycelt zu werden. - Es handle sich um eine Auswahl für die Umwelt. - Natürlich für den Verzehr durch Kinder geeignet. - UND: Es sei ein gemischter Karton FSC zertifiziert. - Es wird darauf aufmerksam gemacht, dass der Zugang zu Trinkwasser ein Grundrecht sei und dieses dazu beitrage. Das klingt doch alles perfekt, und alle haben alles richtig gemacht, oder? Dennoch liegt diese leere Verpackung nun schon seit einiger Zeit auf meinem Schreibtisch und will nicht weichen. Irgendetwas stimmt da nicht, fühle ich. Aber kann ich es auch benennen? Das hier ist ein Versuch dafür. Und dafür erzähle ich diesen Fall auch ungewohnt persönlich und weniger sachlich als Innoform Kunden es kennen. Es kann doch nicht richtig sein, dass wir mit und auf den Verpackungen kommunizieren, dass alles in Ordnung sei, wir mit dem Kauf etwas Gutes getan hätten und eigentlich aber die ganze Verpackung völlig überflüssig ist, da ja sowieso jeder ein Glas Wasser aus dem Wasserhahn kostenlos bekommen kann. Und selbst wenn das nicht so wäre – ist es nicht seltsam, dass wir Wasser lieber verpackt als aus dem Hahn trinken und teuer dafür bezahlen? Was ist falsch gelaufen? Hier fehlen die Antworten, da diese vielschichtig, kompliziert und strittig sind. Doch ich denke, dass gerade die Packmittel-Industrie und die Abpacker, Werber und Händler sorgsamer mit den Produkten selber umgehen sollten. Das haben die Inhaber der Tangana Bar ja versucht, indem sie von PET-Einwegflaschen auf den tollen, schicken Getränkekarton mit regionaler Botschaft umgestellt haben. Doch weniger vom Falschen zu tun macht es ja nicht richtig? Vielleicht wäre es ebenfalls eine gewinnbringende Idee, einen Wasserhahn aufzustellen für die vielen Strandbesucher, die nur Durst haben und gern auch für sauberes Leitungswasser eine Spende geben, wenn der Kneipier so großzügig ist, Wasser offensichtlich kostenlos anzubieten, was ja Recht, Gesetz und sinnhaft ist. Was meinen Sie? Ich vermute, den Hauptumsatz machen die beiden Besitzer\*innen ohnehin mit Wein, Bier und Mojito, was eine ganz andere Diskussion anfachen könnte – aber die werden nicht in Einweg-Verpackungen ausgeschenkt – das überlasse ich anderen „Expert\*innen“. 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Und wussten Sie, dass durch geeignete Kombination analytischer Methoden sogar Mehrschichtfolien in ihren einzelnen Bestandteilen analysiert werden und Schichten, dünner als ein Bruchteil eines menschlichen Haars, erkennbar sind? Sie erfahren in diesem Podcast, was man dafür braucht und wofür beispielsweise ein Mikrotomschnitt nötig ist. Mit Daniel Wachtendorf spreche ich über die Faszination der organischen Chemie. Seine Begeisterung für die Material-Analytik wird in jedem Satz und an seinem Engagement deutlich. Ausgehend von den einzelnen Prozessschritten, die im Innoform Labor in Oldenburg durchgeführt werden, um ein Material umfassend zu charakterisieren, kommen wir dann schnell zu Praxisbeispielen und Anwendungen für solche zunächst theoretisch anmutenden Prüfergebnisse. Wir streifen IR-Spektroskopie, Mikroskopie, Thermoanalyse wie DSC und bereden im Detail, wie diese verschiedenen Ergebnisse aufgrund vieler Erfahrungswerte dann ein Gesamtbild ergeben. Egal, ob Fremdkörper im Lebensmittel, in Mehrschicht-Barrierefolien oder in der Papierverpackung – Daniel findet die dünnsten Schichten und kleinsten Partikel mit den modernen Geräten im Innoform Testservice. Hören Sie rein! Wenn Sie sich für Flexpack und Kunststoffe sowie Papierverpackungen interessieren, ist das bestimmt ein Gewinn für Sie. Weitere Informationen rund um Material-Charakterisierung und Analysen von Folien und Folienverpackungen finden Sie auch auf [www.innoform-testservice.de](http://www.innoform-testservice.de) Hier hören oder in Ihrem Podcatcher[Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Mono-material – but properly](https://inno-talk.de/mono-material-but-properly/) - [Daniel Holspach mit Bio-Frischhaltefolie beim 20. Inno-Meeting](https://inno-talk.de/daniel-holspach-beim-20-inno-meeting/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Folienwissen Spezial, der Innoform-Podcast zum Inno-Talk. In dieser Episode spreche ich mit Dr. Daniel Wachtendorf des Innoform Testservice in Oldenburg. Er wird sprechen über die Materialcharakterisierung, die Methoden, die dafür notwendig sind, um zum Beispiel Folien oder Fremdkörper in Lebensmitteln hinsichtlich ihrer Bestandteile und Herkunft vielleicht sogar zu analysieren. Wir streifen das Thema Papierbeschichtung, werden über Lebensmittelverpackungen mit EVOH-Barriere sprechen und kommen dann gegen Ende noch zu vielen Praxisanwendungen, und wofür ich eine Materialcharakterisierung von Verbundfolien oder von beschichteten Papieren überhaupt einsetzen kann. Freuen Sie sich auf diesen enthusiastischen und sehr leidenschaftlichen Podcast mit Daniel Wachtendorf. Herzlich willkommen im Innoform-Podcast, Daniel Wachtendorf, unser Neuzugang in Oldenburg will ich mal sagen, im Testservice. Bevor wir aber über dein Fachgebiet sprechen, und du bist ja Chemiker von der Ausbildung, will ich mal ein bisschen hören, was vorher war, bevor du Chemiker geworden bist. Erzähl mal ein bisschen aus deinem Leben. Vor Chemie war bei mir gar nicht so viel. Dass ich überhaupt zur Chemie gekommen bin, ist schon ein ziemlicher Quergang eigentlich gewesen, weil man kennt es ja in der Schule, muss man sich dann irgendwann mal entscheiden, wo soll es denn hingehen, vor allem bei der Wahl des Oberstufenprofils. Da hieß es dann so: ja, Bio, Chemie, was willst du machen, musst noch irgendwie ein Abdeckerfach wählen – ja, Teufel, Elend, Qual, was willst du haben –, Bio war die drei Minus, Chemie nur eine Drei, hab mich denn für Chemie irgendwie entschieden und auf einmal den Raketenstart hingelegt, komplette Oberstufe, volle Punktzahlen in Chemie gehabt und hat dann super Spaß gemacht, hatte dann tatsächlich mir sogar noch einen – das nennt man sich dann Seminarfach –, noch zur nachhaltigen Chemie dazu gewählt und da dann wirklich die Begeisterung gefunden und ja, danach war dann die Frage: macht man das Ganze mehr auf Lehramt, möchte man wirklich weiteren Schülern da die Begeisterung dran bringen oder möchte man da ein bisschen mehr forschen? Dann hab ich dann dazu entschieden, tatsächlich das als Komplettfach zu wählen, erst auf Umwegen mit Technik als Zweifach, das dann allerdings schnell abgeschrieben und komplett mich auf die Chemie konzentriert und bin da den straighten Weg über Bachelor, Master und am Schluss hat tatsächlich auch meine Promotion weggegangen. Das Ganze in der organischen Chemie, das eigentlich immer so mein Steckenpferd war, auch schon eine Oberstufe, habe dann meine Promotion auf dem Gebiet der Synthese und der Analyse von chiralen Scaffolds, die halt für vor allem Medikamente genutzt werden. Das war schon immer so ein großes Interesse von mir. Da kann man echt viel machen, vor allem aber auch, was die Analyse angeht. Das ist mit den chiralen Säulen, mit der Enantiomerenanalytik und solchen Dingen schon immer sehr interessant gewesen. Ja, also mit den Polymeren so bei Innoform hatte ich vorher nicht so viel zu tun, aber also im Studium hat man es natürlich immer. Aber hier bei Innoform machen wir auch viel Analytik. Und gerade das war es dann, wo ich dann halt auch schon ein bisschen was mitbringen konnte und mich dann auch für wirklich interessiert habe. Vor allem so dieses ein bisschen Forschen, ein bisschen so Detektivspielen vor allem auch. Wir suchen ja mal nach den Fehlern, nach den Problemen. Warum kommt der Kunde überhaupt zu uns? Und gerade das passt dann auch besonders gut dazu. Da sehe ich mich dann auf jeden Fall auch hochspannend. Wir wollen jetzt nicht deine Fachbegriffe, Ausschlüssel, die du vorhin genannt hast. Das ist ja alles nur Bahnoo, verstehe ich da. Aber wir wollen ja unseren Zuhörern was über Folien und Kunststofftechnik und vor allen Dingen auch Analytik erzählen in diesem Podcast und auch so ein bisschen darauf hinweisen. Was kann ich eigentlich damit anfangen? Weil erst mal ist ja so eine Prüfung, so eine Black Box für den Kunden. Aber auch dazu vorher noch mal ein paar persönliche Fragen, Daniel. Hörbuch oder Buch? ### Audiobooks und persönliche Lesegewohnheiten Buch auf jeden Fall. Also ich habe zu Hause meine eigene kleine Bücherei. Ich bin jetzt glaube ich bei über 500 Büchern. Hörbücher kann ich mich immer schlecht konzentrieren. Meistens lesen mir die Leute tatsächlich zu langsam vor. Auch wenn man das mittlerweile beschleunigen kann, dann fehlt mir wieder die Konzentration. Also ich bin da eindeutig der visuelle Mensch und liebe auch diese Haptik, wirklich ein Buch in der Hand zu haben. Also es gibt mir wirklich was, dann wirklich darin blättern zu können und dann Seite für Seite dann auch mich wohlzufühlen. Ich habe gestern mit einer Redakteurin von der großen Verpackungszeitschrift gesprochen. Die hat gesagt, ihr Papierpreis hat sich vervierfacht. Hoffentlich überlebt das Buch das. Das ist nur so ein kleiner Spaß am Rande, fällt mir gerade ein. Noch eine zweite Frage. Radio oder Podcast? Schwere Frage. Also Radio höre ich mehr so nebenher. Das buddelt halt den ganzen Tag. Aber wenn ich dann wirklich Zeit habe und mich ein bisschen entspanne, dann lieber den Podcast. Gut, jetzt gucken wir mal ins Fachliche so ein bisschen rein. Daniel, du bist ja auch eigentlich übergreifend in allen möglichen Bereichen schon unterwegs gewesen bei Innoform. Aber ein Schwerpunkt ist ja auch die Materialcharakterisierung, Materialprüfung, organische Chemie. Vielleicht kannst du uns das vorab noch erzählen. Was hat das überhaupt mit Kunststoffen zu tun? Das hast du ja studiert. Ja, organische Chemie ist eigentlich mehr so die absolute Basis von Kunststoffen. Also bei Kunststoffen sprechen wir immer von Polymeren. Und in der organischen Chemie ist es ja eigentlich die Monomere, die wir da haben. Also maximal vielleicht mal ein Dimer oder ein Trimer. Dann ist das eigentlich schon so das Höchste. Aber es bietet halt die komplette Basis an. Also jeglicher Baustein, den wir halt später im Kunststoff wiederfinden, kommt halt irgendwann mal aus organischer Chemie heraus. Genau. ### Organische Chemie und Materialcharakterisierung In meinen Seminaren sage ich immer so flapsig: Organische Chemie ist Kunststoff. Dann sind die immer alle ganz platt und denken, wieso Organik? Das ist doch was mit Gras und Luft und so. Nein, nein, das auch, aber eben auch mit Kunststoff. Aber jetzt mal zur Materialcharakterisierung. Das ist ja ein Schwerpunkt auch bei Innoform von Anfang an. Als wir 1998 begonnen haben, in meinem Keller unten, haben wir auch schon Materialanalysen gemacht, haben uns damals ein gebrauchtes IR-Mikroskop gekauft von BMW damals. Das haben wir jetzt in den Ruhestand geschickt vor ein paar Jahren. Aber erzähl uns doch mal, warum beauftragen überhaupt Kunden eine Materialanalyse, Materialcharakterisierung bei Innoform? Also da gibt es eigentlich mehrere unterschiedliche Gründe für. Also hauptsächlich kommen tatsächlich dann die späteren Kunden zu uns und möchten wissen, was liefert mir überhaupt der Lieferant? Also welche Folien habe ich da wirklich bekommen? Entspricht das der Spezifikation, die mir der Lieferant mitgibt? Oder ist das völliger Humbug? Also vor allem jetzt in Zeiten, wo manche Rohstoffe knapp werden. Wir sprechen jetzt hier von EVOH. Da ist halt die Frage, ist da wirklich EVOH drinne? Ist das irgendeine Mischung? Ist das wirklich die Schichtdicke, die ich da finden möchte? Weil eine Barriere haben wir halt erst ab gewissen Schichtdicken. Also das ist so der eine Bereich, diese Überprüfung. Dann ist halt der andere Bereich so Schadensfälle. Wenn irgendwelche Probleme auftauchen, sei es eine Verblockung, die zum Beispiel auf Strippen basiert oder irgendeine Delamination, dann können wir gucken, ist der Kaschierkleber das Problem oder ähnliche Dinge. Dann gucken wir uns halt wirklich die genauen Lagen an, können ein bisschen dazwischen gehen und nicht nur sagen so: „Ja, es delaminiert“, sondern woher kommt das Problem? Und was jetzt auch sich so ein bisschen vermehrt, tatsächlich ist so die Frage nach der Recyclingfähigkeit. Haben wir jetzt ein Monomer oder wirklich ein Verbund, der sich nicht so einfach recyceln lässt? Welche Voraussetzungen haben wir dazu? Ganz schön breiter Blumenstrauß dann, das ist hochspannend. Aber ich stelle mir jetzt mal vor, da kommt jetzt einer, der so eine Materialanalyse haben. Wie geht man denn da überhaupt vor? Wie fängt man an? Ja, als allererstes ist es erstmal wichtig, das Material in der Hand zu haben, weil das ist natürlich immer so ganz wichtig. ### Papier-Kunststoff-Verbunde analysieren und trennen Was habe ich da gerade? Da habe ich dann Verbundfolien, zum Beispiel mit Papier. Dann gehe ich da ganz anders ran. Dann muss ich mich nämlich erst mal anschauen. Kriege ich vielleicht Papier und Kunststoff voneinander getrennt, um das getrennt voneinander analysieren zu können, weil gerade so Papierverbünde machen uns wirklich große, nicht Probleme, aber müssen ganz anders angeschaut werden. Vor allem, was das Flächengewicht angeht oder aber auch beim Mikrotomschnitt, den wir dann machen. Wenn wir dann wirklich so eine Standardprobe haben oder den Kunststoff vom Papier getrennt haben oder auch vom Aluminium, dann geht es als erstes immer an die Ballstein-Probe. Man kennt sie noch aus der Chemie tatsächlich. Habe ich im Studium auch ausreichend gemacht, bei der wir dann einfach eben auf die Halogene testen, um dann als nächstes erst mal eine DSC zu machen, also eine Differential Scanning Calorimetrie, bei der wir dann schauen können, welche Werkstoffe sind überhaupt eingebracht in dem Material. Und dann geht es danach dann auch schon tatsächlich in den Mikroskopiebereich, wo wir dann die Schichtdickenverteilung zunächst einmal aufnehmen im Verbund, dann das Ganze mit einer Polarisationsmikroskopie, bei der wir dann die verschiedenen Schmelzpunkte der einzelnen Schichten sogar noch mal aufnehmen. Vielleicht nicht ganz so genau wie eine DSC, aber dafür halt auf jede einzelne Schicht können wir das Ganze dann machen. Und um das ganze Paket dann so ein bisschen abzurunden, haben wir dann ja noch die IR-Mikroskopie beziehungsweise die Oberflächentechniken, um dann wirklich noch genauere Informationen über die Werkstoffe erhalten zu können. Also das ist immer so das Grundpaket, von dem besprechen, wenn wir eine Materialcharakterisierung machen. Jetzt habe ich mir überlegt, wir gehen mal so ein bisschen schrittweise durch eine Materialanalyse, weil das war jetzt ja so die Übersicht, quasi das Inhaltsverzeichnis von dem, was man so braucht. Aber ich fange mal gleich mit dem ersten Fremdwort an: Mikrotomschnitt und Trennung der Lagen. Erklär mal ein bisschen detaillierter, was genau muss da gemacht werden? Ja, wir können ja schlecht einfach auf eine Folie von oben draufgucken und sagen, das sind jetzt fünf Schichten. Also wir brauchen da eigentlich mal einen Querschnitt. Und wenn wir einen Mikrotomschnitt machen, dann ist es genau das, was wir tun. Wir spannen unsere Folien auf. Beziehungsweise einen jeglichen Halter ein. Also das ist genau dieser Punkt, wo auch dann das große Know-how zu tragen kommt. Wie man diesen Schnitt macht, die Probe einspannt, sie vorher präpariert oder andere Dinge, ohne am Schluss das Ergebnis zu verfälschen. Das ist so das Wirkliche, die Essenz des Ganzen erst mal. Ja, dann machen wir halt einen sehr dünnen Mikrotomschnitt, bei dem wir ja dann von einem Mikrometer Schnitt sprechen. Meistens so im dicken Maßstab zwischen fünf Mikrometern und 20 Mikrometern. Das sind so die meisten Bereiche, die wir machen. Und schneiden uns dann so einen Querschnitt ab und schauen uns den dann meistens im Durchlicht mit einem Mikroskop an, um dann da drin halt die Schichtdickenverteilung zu messen und zu bestimmen. Genau. Mikrometer, dass wir uns was vorstellen können, ist ja ein Tausendstel Millimeter und so ein Haar hat so 50 ungefähr. Und so ein Mikrotomschnitt ist tatsächlich teilweise noch dünner, hast du gerade gesagt. Ja, genau. ### Mikrotomschnitte bei ultradünnen Folien Also wir haben die Folien werden ja auch immer dünner. Das wird dann auch irgendwann sehr interessant. Irgendwann hat man da so einen rechteckigen Block, muss man sich das vorstellen. Also um so dick eine Folie ist, dann werden wir jetzt hier von 100 µ, 200 µ sprechen, dann ist das Ganze noch gut handhabbar. Wenn man dann so einen 10 µ Schnitt macht, dann legt sich das Ganze auch schön hin. Dann hat man da wirklich auch was unter dem Mikroskop. Aber wenn man da jetzt von einer 30 µ Folie, die wir ja mittlerweile auch häufig hier liegen haben, dann einen 10 µ Schnitt macht, dann hat man da, muss man sich vorstellen, so ein Kantholz da drunter legen, was sich dann die ganze Zeit hin und her dreht. Also wirklich auch so ein Haar, was dann da auch drunter liegt. Und das ist schon präparativ ein wirklicher Aufwand. Aber da liegt dann halt auch immer das, was dann spannend ist, das aufzubereiten und den Kunden auch so darstellen zu können, dass er sich da drunter was vorstellen kann. Also beim Präparieren Mund zu, nicht durch den Mund einatmen, sonst ist das Problem sofort gegessen. Lieber nicht machen. Ja, Corona lässt grüßen. Also wirklich, das Masken tragen ist ein großer Fortschritt, muss man sagen. Also mit der Maske, seitdem wir hier arbeitsbedingt, Corona-bedingt Maske tragen müssen, ist tatsächlich einfacher, weil nicht die Probe wegfliegt vor allem. Und ein Grund ist natürlich die Mikroskopie. Der Mensch ist ein visuelles Wesen. Wir wollen immer alles sehen. Wir haben gerade ein neues Mikroskop auch investiert. Da wollen wir nicht im Detail darauf eingehen. Aber was für eine Rolle insgesamt spielt überhaupt die Mikroskopie bei der Materialanalyse von Folien? Sehr großes. Also im Endeffekt alle weiteren Methoden, die wir anwenden, geben wir am Schluss ja auch wieder zusammen als Puzzleteil auf den Mikrotom-Schnitt, den wir im Endeffekt durchführen. Also wir geben ja auch detaillierte Angaben dazu, welche Schicht besteht aus was? Und damit der Kunde sich überhaupt vorstellen kann, wie sieht diese Schicht aus? Wie ist sie aufgebaut? Muss er halt einmal seinen Schnitt sehen. Wenn eben nur sagen, ja Schicht 1 bis 5 sind PP, PE, noch ein PE koextrudiert oder ähnliches, der kann sich halt überhaupt nichts darunter vorstellen. Alleine, wenn ich ihm nur die Schichtdicke sage, dann kann er sich genauso gut seine Spezifikation angucken. Da stehen die Zahlen genauso drin. Aber wenn er das Bild dort vor sich liegen hat und eventuell sieht, da sind Fehlstellen sogar noch drin. Oder manchmal sieht man sogar das Recycling-Material oder aufbereitetes Material durch jegliche Stippen, Bläschen oder anderes, halt in diesen Stippen. ### Mikroskopie in der Materialcharakterisierung Da kann man schon wirklich viel drauf machen. Also ohne Mikroskopie wäre eigentlich eine Materialcharakterisierung gar nicht so möglich. Hochspannend. Wir kommen ja gleich auch noch so ein bisschen auf das Thema Fremdkörper und sowas. Aber gerade im Bereich Recycling haben wir ja einfach mehr mit Stippen zum Beispiel zu kämpfen. Die würde man unter Mikroskop dann auch gut erkennen und analysieren können? Ja, also wir haben tatsächlich bei uns auch so ein Angebot, sage ich jetzt mal rund um Partikel- und Stippenanalyse, wo wir dann wirklich uns ganz genau kleinste Stippen anschauen. Also wir sagen immer so, bei einer Materialcharakterisierung eigentlich kleiner zehn µm-Schichten geben wir keine super detaillierten Angaben zu, beziehungsweise nur mit ergänzenden Analysen, weil der Aufwand – um so dünner eine Schicht ist – ist natürlich enorm. Das müssen wir nur beachten. Bei Stippen und Partikeln sagen wir tatsächlich, wir gehen bis runter zu einem Mikrometer. Also wenn wir auch eine Stippe haben oder ein kleinster Partikel oder ähnliches, den Durchmesser von einem Mikrometer bis zwei Mikrometer hat, können wir dort bereits Aussagen treffen, was das ist, was finden wir dort vor und ähnliches. Ist ja hochspannend und da spielt sicherlich auch die IR-Spektroskopie eine Rolle. Das ist ja ein Baustein, den du auch genannt hast für die Materialanalyse. Mit und ohne Mikroskop, weiß ich noch aus meiner Laborzeit. Aber welche Rolle und wie funktioniert überhaupt die IR-Spektroskopie, und wofür brauche ich das jetzt bei so einer Materialanalyse? Wie funktioniert das? Also da kann ich jetzt natürlich noch mal alleine zwei Vorlesungen beim Studium gegendrum. Im Endeffekt haben wir ja nichts anderes als die Bindungen, die von den Atomen, die miteinander halt verknüpft sind, die dort sich bewegen. Valenzschwingungen und ähnliches, sprechen wir davon. Und eben jene haben wir ja auch bei den Polymeren halt sogar noch viel mehr, dadurch natürlich auch stärkere Signale. Und eben mit diesen Signalen, diesen Banden, die wir dann dort aufnehmen in der Infrarotspektroskopie, die sind es halt, die dann entscheidend sind. Da können wir dann verschiedene Werkstoffe miteinander vergleichen, haben dort riesige Bibliotheken und können dann halt Oberflächentechniken – und sprich da häufig von der ATR-IR-Technik bei der Totalreflektion auf einem Diamantkristall – können wir uns dann zunächst die Oberfläche anschauen, oder wir gehen halt mit einem IR-Mikroskop, wie du schon sagtest, genauer rein, können uns die einzelnen Stippen anschauen, indem wir die besonders auch immer aufbereiten halt. Genau, diese IR-Spektroskopie, also Infrarotspektroskopie, ist quasi der Fingerabdruck vom linken Daumen. Jetzt brauchen wir noch den Fingerabdruck vom rechten Daumen. Thermoanalyse hattest du vorhin noch genannt, habe ich mir notiert. Was genau ist das DSC? Ja, DSC ist ein sehr interessantes Gebiet. Es gibt verschiedenste Methoden zur Aufnahme. Das ist vorweg. Wir bei uns arbeiten mit einer vergleichenden DSC, was im Endeffekt bedeutet, wir schmelzen den Werkstoff auf bzw. lösen die Kristallinität des Stoffes auf. Und das Ganze immer im Vergleich zu einem Leertiegel. ### Differenzkalorimetrie und Kunststoff-Charakterisierung Wir füllen unseren Werkstoff, ganze fünf Milligramm davon, also gigantische Mengen, in einen kleinen Aluminium-Tiegel und erhitzen diesen dann anschließend im Vergleich zu einem Leertiegel und sehen dann halt so, wann haben wir thermische Unterschiede bzw. wann benötigen wir mehr Strom, um die gleiche Heizrate zu erhalten bei beiden Tiegeln und können dann so schauen, okay, die Energie, die verwendet wird, kann dann wiederum umgerechnet werden in die Entropie, die es benötigt zur Schmelze bzw. zur Auflösung der Kristallinität des Werkstoffes und können dann daraus halt die Schmelzenthalpie und den Schmelzpunkt des Werkstoffes bestimmen, der uns dann wiederum verschiedenste Ansätze dazu gibt, was haben wir dort überhaupt vor uns liegen. Also wir haben ja für verschiedene Werkstoffe halt auch verschiedene Schmelzpunkte. Da kann man jetzt so sagen, okay, EVOH hat den einen, PE den anderen, aber auch bei HDPE, LDPE, da gibt es ja alleine schon unterschiedliche Schmelzpunkte. Da kann man dann schon wirklich viel tiefere Aussagen zu treffen. Ich habe vor einiger Zeit wieder gelesen, dass es mindestens 190 verschiedene Polyethylene alleine geben soll. Wahrscheinlich ist die Zahl sogar noch größer, weil wir ja die alle noch mischen. Aber an so einer DSC und in Kombination mit der Infrarotspektroskopie, könnt ihr dann schon so eine Art sagen, ich habe mit IR den linken Fingerabdruck, mit DSC den rechten Fingerabdruck und zusammen habe ich dann schon ein ziemlich konkretes Bild. Was für ein Polyethylen das beispielsweise ist, kann man so weit gehen? Kommt noch mal so ein bisschen drauf an, was wir gerade für eine Folie vor uns haben. Also wir versuchen natürlich immer, möglichst genau Angaben zu treffen zu einzelnen Schichten. Natürlich, wenn wir jetzt koextrudierte Schichten haben, wir sprechen jetzt einfach mal von einer 3-koex-Schicht-PE, dann sehen wir natürlich in der DSC erst mal ein sehr breites Signal dazu und können zum genauen Schmelzpunkt dort nicht viel erst mal sagen. Also man sieht zwar immer so kleine schultrigen Gesamtpeak, den Hauptbestandteil natürlich immer als großen Gesamtpeak. Das ist da mal nicht ganz so einfach. Aber zusammen mit dem IR, wo wir dann ja mit dem Mikroskop dann wirklich die einzelnen Stellen anfahren können, ist es denn wirklich auch möglich zu sagen, ok, gewisse Banden im Fingerprint-Bereich sind denn möglich zu analysieren und auszuwerten. Also da ist wirklich schon verdammt viel möglich. Und zusammen dann wieder mal, wenn man die Polarisations-Mikroskopie dazu nimmt, bei der wir dann ja die Schmelzpunkte abfahren, kann man dann auch wirklich die einzelnen Schmelzpunkte wieder erkennen, der DSC zuordnen, dem IR zuordnen und dann wirklich super Aussagen da zu treffen. Also es steht und fällt auch so ein bisschen mit den Erfahrungswerten, mit der Datenbank, die du vorhin erwähnt hast. Was habe ich für Spektren schon drin? Wie genau sind die aufgenommen? Und ich erinnere mich an so eine Schublade, eine riesige Schublade von Enno, wo die ganzen Polyethylene drinstehen und die ja alle mal vermessen hat. Ist das immer noch so, dass man das so macht tatsächlich? Also ja, die existieren noch und die werden tatsächlich auch noch ab und zu rausgeholt. Wir hatten gerade letztes erst wieder den Fall. Da war es tatsächlich nicht ein PE, sondern, ich glaube, eine EVOH-Abmischung, die dann so speziell war, dass wir dann tatsächlich noch mal ein Vergleichsspektrum rausholen mussten. Wir sind natürlich auch bei uns alle Datenbank technisch mittlerweile alle hinterlegt. Soweit das System was zulässt, ist da immer guter Zugriff drauf. Aber ja, diese Schublade existiert tatsächlich noch und wird auch noch genutzt ab und zu. Also das zeigt, wir sind da doch immer noch nah an der Praxis. Also nicht nur rein theoretisch irgendwelche akademischen Tabellen aus Open-Source-Quellen, sondern tatsächlich richtige Materialtypen aus dem Markt. Aber jetzt interessiert mich natürlich und wahrscheinlich auch unsere Zuhörerinnen, wie sieht das aus mit den Rückschlüssen auf die Praxis? ### Praktische Analysebeispiele aus der Praxis Also ich stelle mir das jetzt sehr theoretisch vor. Ich schneide jetzt einen Mikrotomschnitt, habe vorher vielleicht das Papier abgelöst oder Aluminiumfolie, habe das delaminiert, habe jetzt die verschiedenen Schichten unter dem Mikroskop gehabt, habe eine EAA gemacht, eine DSC gemacht. Aber was hilft mir das in der Praxis? Was kann ich für die Verarbeitung an Materialtypen denn wirklich erkennen? Gib uns doch mal vielleicht ein Beispiel, wo du dich vielleicht gerade spontan daran erinnerst, was so eine typische Analyse ist und was der Kunde davon gehabt hat. Ja, also wie gesagt, das meiste, was wir machen, ist diese Überprüfung. Also dass wir die wirklich die Spezifikationen, die wir erhalten meistens dann noch dazu wirklich überprüfen und schauen, hat der Lieferant da völligen Mist gebaut. Hat der uns da jetzt eine Folie geliefert, die ist nicht PP/PE und dazwischen vielleicht noch eine EVOH-Schicht oder ähnliches, die da noch mit eingebaut sein soll, sondern auf einmal finden wir PA. So denkt sich dann so der Kunde auch so, okay, da muss ich jetzt an meinen Lieferanten rangehen. Das geht so nicht weiter. Oder auf einmal sind die Schichten völlig anders, sodass wir eigentlich 120 µm PE finden sollen. Auf einmal sind es aber nur 90. Andersherum gesehen haben wir auch nicht nur Stoffe, die vor der Verarbeitung vielleicht passiert sind, sondern auch nach der Verarbeitung tiefgezogene Folien verändern ja auch Schichtigen. Unter anderem aber auch diese EVOH-Schicht. Da hatten wir letztens gerade erst den Fall von tiefgezogene Folien, die im Lebensmittelbereich verwendet werden sollten. Da änderte sich beim Tiefziehen jedes Mal die EVOH-Schicht und die Permeationsbarriere, also die Wasserstoffbarriere und die Wasserdampfbarriere und die Sauerstoffbarriere gingen völlig in die Knie. Und dann haben wir halt nicht nur an einer Stelle diese tiefgezogene Folien, Schnitte genommen, sondern halt auch an den Ecken. Da kann man dann wirklich dann auch mal genauere Aussagen zu treffen, ist dort überhaupt noch EVOH vorhanden oder ist das schon komplett so dünn gezogen, dass wir es gar nicht mehr auffinden können. Solche Sachen sind da dann wirklich interessant. Gibt es für dich so eine Analyse, wo du sagst, Mensch, das war besonders spannend, das war etwas, da habe ich mich so richtig reingekniet und da hatte der Kunde auch einen besonders großen Nutzen. Vielleicht fällt dir da spontan auch was zu ein. Also einzelne Aufträge, finde ich, sind das gar nicht. Ich finde dann immer so mehrere Spezialfälle tatsächlich. Also wir haben jetzt immer mehr so Papierverbünde, wo es dem Kunden darum geht, herauszufinden, ist da Kunststoff drin. Weil dieses – habe ich jetzt nur Papier oder noch mit Anteilen von irgendwo versteckten Kunststoffen. Man kennt sie, dieser wunderbare Ausdruck, so 100 % recycelbar und dann diese Unterschrift 100 % Papier. Ist immer so ein bisschen gefährlich. Und wir sind dann, spielen dann einmal Detektiv, schauen uns diese Papierverbünde ganz genau an. Und dann geht es wirklich darum, feinste Lackschichten, Kleberschichten oder anderes, die da drin sind und Polymere sind und somit ja auch Kunststoff. Wie groß ist der Anteil davon? Und diese Sachen werden halt sehr tief manchmal in den Papierschichten versteckt, in den Zellulose-Schichten. Und das ist wirklich schon sehr, sehr spannend. ### Tiefgehende Fehlersuche in Materialien Also das ist der eine Bereich, wo ich sagen muss, da kann man sich wirklich richtig tief reinknien und auf die Suche machen. Verschiedenste Stellen – wenn man sich, ich sag mal, den handelsüblichen Kaffeebecher vorstellt. Was ist im Boden drin? Was ist in der Wandung drin? Solche Dinge oder der dazugehörige Löffel. Das ist wirklich schon ein sehr tiefes Gebiet. Alternativ dazu finde ich immer Formteile tatsächlich sehr interessant, weil jede Stelle unterschiedlich ist. Man kann nicht einfach nur sagen, so okay, für den gesamten Körper gilt jetzt Folgendes, sondern wir müssen jetzt schauen, wie nehmen wir einen Mikrotomschnitt, der erst mal besonders geformt ist. Das heißt, wir müssen darauf schauen, wie machen wir diesen Schnitt überhaupt und dann auch noch das perfekte Bild reinzubekommen, was nicht verfälscht ist, sondern dem Kunden wirklich darstellt, was er eigentlich davor sichert. Das sind ja hochspannende Aufgaben. Interessiert mich oder erinnert mich so ein bisschen an Gerichtsmedizin. Wir sind ja alle Tatort-Fans in Deutschland und das sind ja auch immer die spannenden Fälle, wo dann so über irgendwelche Spurenanalyse nachher dann doch noch der Täter überführt wird. So eine ähnliche Arbeit machst du auch für Verpackungen, oder? Ja, das, was der Herr Eingangs auch meinte, also dieses wirklich Detektivspielen, dieses Nachforschen, sich da richtig tief reinknien, nachzuschauen, was ist das Problem? Wo genau hakt es jetzt gerade dran? Welches Spurenelement, welche kleinste Kleberfehlstelle, welche Luftlöcher, welche Dünnstellen oder Ähnliches könnten das Problem sein? Genau das ist es, was ja erst ganz interessant war. Und so diese Zusammenschließung, die wir halt hier bei Innoform haben, halt auch die Möglichkeit. Wir haben ja auch noch das Bedarfsgegenständelabor, in dem wir ja noch die Migration machen und dann mit der GC-MS arbeiten können. Das heißt, wir können uns noch die Gleitmittel genauer anschauen oder kleinste Spurenelemente, die wir mit dem IR zum Beispiel gar nicht erkennen könnten. Da halt noch mal diese Zusammenarbeit. Das ist halt wirklich viel Forschungsgeist, der dann auch noch dahintersteckt und viele Möglichkeiten. Hast du mich auf eine Idee gebracht? Ich werde mit Heiko auch einen Podcast machen zum Bedarfsgegenständelabor natürlich, wo wir die lebensmittelrechtliche Überprüfung für Verpackungen noch machen. Wir wollen auch noch mal auf eine zweite Kundengruppe kommen und zwar die Lebensmittelabpacker. Auch die lassen ja Materialanalysen bei Innoform machen, unter anderem auch für Fremdkörper, die sie zum Beispiel im Lebensmittel finden. Was genau müsste man da machen? Muss man da auch so in die Tiefe gehen oder reicht es da vielleicht ein bisschen grober drauf zu gucken oder gibt es da andere Analysen? Also sprich, kommt ein Lebensmittelabpacker, hat irgendwas in seinem Lebensmittel, in seinen Nudeln gefunden, was aussieht wie Plastik oder wie ein Fremdkörper auf jeden Fall und jetzt kommt ihr dran. Wir haben ja auch schon Knochen gefunden, Tierknochen und so etwas. Was machst du dann? Ist das auch eine Material-Analyse von diesem Fremdkörper? ### Erfahrungsgestützte Materialdiagnose durchführen Im weitesten Sinne schon. Also wir schauen uns das Material auf jeden Fall an, wie ich eingangs schon meinte. Also das erste, was man wirklich macht, wir legen es erst mal unter das Mikroskop. Was haben wir da überhaupt vor uns? Was sagt uns unsere Erfahrung? Was könnte es sein? Das ist immer so der erste Schritt, gar nicht mal ein Mikroskop zu machen, sondern wirklich einfach nur unter das Stereomikroskop einen kleinen Blick drauf werfen und erst mal eine Idee bekommen, wie es weitergeht. Also das ist auch wirklich erst mal der Mustereingang. Das kommt hierher, anschauen, mit Know-how draufgehen und dann erst weiterarbeiten. Das erste, was wir dann meistens machen, ist gar nicht wirklich Mikrotom-Schnitt und ins ganz kleine Detail reingehen, sondern bei diesen Partikeln ist es eher so erst mal ein IR. Weil mit einem IR bekommt man schon mal einen wirklich super groben Einblick drauf. Was könnte es sein? In welche Richtung bewegen wir uns? Haben wir jetzt hier eher einen Kunststoff? Haben wir, wie du schon sagtest, eher was Organisches, Knochenrest oder ähnliches oder gar Glas? Gab es auch schon solche Fälle, in denen wir denn komplett andere Werkstoffe hatten, die gar nicht aus diesem Bereich kommen? Also erst mal mit dem IR. Wenn wir dann wissen, okay, ist es ein Kunststoff, dann könnte man mit einer DSC das Ganze anschließend eine ergänzende Analyse dazu machen und das Bild verfeinern. Aber meistens ist es so: Nach dem ersten Eindruck von uns, wo wir uns erst mal angeguckt haben und einen IR gemacht haben, ist schon wirklich – ich sag mal – 80 bis 90 Prozent der Arbeit getan und können dem Kunden schon mal eine Info geben. Und wenn er denn wirklich mehr wissen möchte, möchte wissen, wenn es ein Kunststoffteil war und es vielleicht durch Abrieb, Abbruch oder andere Dinge irgendwo hineingelangt ist, dann können wir ihm vielleicht noch sogar genauere Hinweise auf den Werkstoff geben. Vielleicht auch, damit er weiß, wo es abgebrochen ist oder welche Walze sich da gerade aufgelöst hat oder Ähnliches. Genau, ich erinnere mich auch an einen Fall, da war ich ja sehr stark unterwegs im Kaschieranlagenbereich und da haben wir zum Beispiel Abrieb oder ich sag mal, Reste von Anpresswalzen gefunden nachher in der Folie. Die hatten sich einfach auf der Folie mitgeschleift durch den ganzen Prozess und nachher waren die dann relativ zigfach. Also auch so was kann man tatsächlich finden. Also der Lebensmittelhersteller kann auch seine Lieferkette überprüfen. Wo kommt dieser Fremdkörper her? Wer hat ihn eingeschleppt? Der Klassiker ist ja so die Abisolierung vom Elektriker, der über der Abhaktanlage irgendwas montiert hat, aber auch schon gehabt. Oder beim Glasbruch – hast du gesagt, das war gerade so zu Beginn der BRC-Geschichte. Also wo es um Hygienemanagement geht, haben wir öfter solche Analysen gemacht, wo man einen Fremdkörper gesucht hat. Heute findet man die ja kaum noch in den Lebensmitteln. Und wenn, dann sind es ja wirklich irgendwelche Fehler, die passiert sind. ### Gesamtüberblick bei Folienentwicklung Jetzt gucken wir mal, ich selber war Folienentwickler lange Zeit bei Bischof + Klein, hab mich immer fürs Detail interessiert. Wie unterscheidet sich so eine Materialanalyse, wenn so ein Entwickler kommt mit zum Beispiel einem Wettbewerbsmuster? Der hat jetzt eine Fünf-Schicht-Folie vom Wettbewerb und der heißt jetzt aufgefordert, diese Folie des Wettbewerbers zu verbessern. Wie geht der denn vor? Was muss der denn machen? Ja, also da brauchen wir natürlich erstmal den Gesamtüberblick. Das heißt, wir würden wieder mit der DSC, dem Mikrotomschnitt, dem IR und der Polarisationsmikroskopie arbeiten und hätten dann, ich sag mal, 95 Prozent der Infos auf jeden Fall schon mal. Hätten also den Folienaufbau alles rund um, was auf jeden Fall größer ist als 10 µm, wäre auf jeden Fall schon mal mit detaillierten Angaben dabei. Dann könnte man praktisch schon die Folie so als solche fast nachbauen. Um dann wirklich noch die letzten 5 Prozent rauszukitzeln. Häufig geht es ja um die dünnsten Schichten, die dabei denn wichtig sind. Was für ein Kaschierkleber verwendet, auf welcher Basis ist das Ganze? Welche Coex-Schichten sind dort vielleicht noch hauchfein irgendwo angebracht? Oder was für ein BOPP haben wir jetzt hier? Handelt es sich um normales PP, was da vielleicht gar keine siegelfähige Schicht hat? Auch das können wir mittlerweile alles analysieren aufs Feinste. Da sind es dann meistens aber auch so kleine ergänzende Analysen, die wir dazu machen würden. Also zum Beispiel diese Siegelschicht, das noch mal genau anzuschauen, mit dazugehörigen Siegelversuchen. Also man kann ja ein siegelfähiges PP deutlich unterscheiden von einem nicht siegelfähigen. Mit den Erfahrungswerten nochmal daran zu gehen oder sich aber auch nochmal die Kleberschichten genau anzugucken, dass man den Verbund dann nochmal auftrennt, nochmal ein ATR aufnimmt, wirklich nur von der Kleberschicht ohne jegliches Mischspektrum des Ganzen. Das sind so die Sachen, die man dann nochmal machen kann, um wirklich zu 99 Prozent zu wissen, was ist in dieser Folie überhaupt drinne. Und so, wie sich das anhört, ist das auch eine ganz andere Preisliga. Wenn man also je weiter mal ins Detail geht, desto aufwendiger wird es vermutlich. Und wir lassen uns ja auch nur die Laborstunden letztlich bezahlen in Oldenburg. Sprich, so eine Partikelanalyse ist dann wahrscheinlich preiswerter als so eine Komplettmaterialanalyse, oder? Das kommt ganz drauf an. Also wir haben natürlich unsere Pakete, was grundlegende Kosten sind. Aber eine Partikelanalyse kann natürlich schneller einfach abgefertigt werden, wenn man das so sagen möchte, überhaupt über ein IR, wenn der Kunde wirklich nun wissen möchte, was ist das ganz grob? Wenn der jetzt aber wirklich Detailfragen haben möchte, dann kann so eine Partikelanalyse oder eine Schadensanalyse, die es ja manchmal dann sogar vielleicht ist, kann dann auch tatsächlich mal ein bisschen aufwendiger werden, wenn da wirklich Details gefragt werden, die nicht wirklich alltäglich sind. Aber eine Folie als solches herauszufinden ist natürlich unser alltägliches Brot. Und da haben wir mittlerweile so viel Know-how gesammelt, dass wir auch wirklich sagen können, so in diesen Schritten können wir wirklich euch schon Informationen geben, die essentiell sind und euch ein ganzes Stück weiter bringen. Was wir ja feststellen in der gesamten Flexpack-Industrie, es gibt wieder so einen Move hin zu Papierverbunden. ### Papieranalyse und Verbundmaterialien Du hattest es vorhin schon angesprochen. Wir kommen so langsam auch zum Ende mit dieser Frage. Die Materialanalyse für Papier unterscheidet sich vermutlich deutlich von der von Kunststoffen. Machen wir das auch oder kümmern wir uns nun um die Kunststoffseite? Also beim Papier machen wir natürlich nicht so tiefgehend wie ein Papiertechnologe sich das Ganze anschauen würde. Wir können natürlich das Papier erst mal hingehend auf das Flächengewicht untersuchen, damit der Kunde überhaupt weiß, was wie dick ist die Schicht, die überhaupt dort aufgetragen ist. Das ist so das eine. Denn schauen wir uns erst mal an, handelt es sich wirklich um Zellulose im allgemeinen Sinne. Das ist so das, was wir uns anschauen und wurden eventuell Stoffe untergemischt. Also mittlerweile sind wir da schon so weit, dass wir gucken können, haben wir dort wirklich rein Zellulose vorliegen oder handelt es sich dort wieder um irgendwelche Mischstoffe, wo dann kleinste Mengen an Polymeren unter die Zellulose untergegeben wurden, um diese halt zu verfeinern. Da sind wir mittlerweile auch schon so weit und können da dann auch schon Angaben zu treffen. Ist natürlich immer so ein bisschen unter Hinblick, welche Stelle erwische ich gerade von einem Verbund beziehungsweise Papier ist ja häufig, kriegen wir nicht einfach nur ein DIN-A4-Blatt hingelegt, sondern wie ich es vorhin schon sagte, den Kaffeebecher. Man kann da dann natürlich nur Aussagen treffen, wenn ich an einer Stelle schneide, dann kann ich eine Aussage dazu treffen, wie sieht es an dieser Stelle aus? Habe ich jetzt gerade hier irgendeine Menge an Polymerstoff in meiner Zellulose drinnen? Oder wie unterscheidet sich jetzt der Anteil an Polymer über den ganzen Becher? Was wir viel sehen, sind ja auch Verbundmaterialien mit Papier. Ein Kritiker hat mir neulich erzählt, ja, jetzt beschichten wir Kunststoff mit Papier und schreiben nachhaltig drauf. Ganz so ist es nicht. Aber wir konnten natürlich dann auch feststellen, ob eine Kunststoffschicht drauf ist, hast du festgestellt. Was sind das so für Schichten? Ich habe mal noch PVDC zum Beispiel im Kopf. Ist gerade so ein Skandal gewesen mit Greenwashing. Hat einer gesagt, ich habe jetzt meinen Schokoriegel in Papier verpackt und hatte da innen eine PVDC-Barrierereschicht drauf gemacht. Und das war natürlich eine Verschlimmbesserung, weil vorher war das in einer Mono-Polypropylen-biaxial-orientierten Folien verpackt. Sind das auch solche Fragestellungen, die bei euch aufschlagen oder erzähl doch noch mal, was so im Moment so bei dir am Tisch liegt. Ja, also die meisten Sachen bei solchen Papierverbunden sind natürlich dann mit super dünnen Strichen, Lacken oder Dispersionsschichten, die dann da aufgetragen werden, um wirklich auch unter dieser magischen 5-Prozent-Grenze, sagt man ja meistens, noch zu bleiben oder halt sagen zu können, es ist 100-Prozent-Papier, was natürlich immer so ein bisschen Greenwashing ja wieder ist. Aber es sind dann wirklich dünnste Schichten. Also wir reden hier wirklich von zwei bis drei Μm, meistens nur die da als Lack ganz hauchfein aufgetragen sind. Das ist wirklich dann auch ein spannendes Feld. Also wir trennen die dann wirklich auch ab. Also wir haben da mittlerweile Möglichkeiten, diese zwei, drei Müsig komplett abzutrennen und auch zu sagen, wie viel ist das? Also wirkliches Flächengewicht annehmen zu können für den Kunststoff. ### Kunststoffanteil in Verbundfolien bestimmen Das ist hier im Hause. Da hatten hier viel Spaß dran. Das ist viel Aufwand. Gerade dieses Feld ist es dann natürlich, wo dann auch mal vielleicht eine Analyse, eine Materialkarakterisierung auch ein klein wenig teurer wird. Aber dem Kunden wirklich sagen zu können, du hast jetzt hier zwei Prozent, drei Prozent, 3,5 Prozent Kunststoffanteil in deinem Papierverbund. Das ist halt das, was das Ganze dann ausmacht und analysieren zu können. Hochspannend, weil gerade Greenwashing ist das, was wir alle nicht wollen, weder die Papierhersteller noch die Folienhersteller, sondern wir möchten eigentlich mit offenen Karten spielen. Wir können dazu beitragen, fasse ich mal ganz kurz zusammen mit Materialanalysen auf verschiedenen Niveaus. Daniel, wir sind am Ende der Zeit. Ich sage Dankeschön für dieses wirklich offene Gespräch von dir und bis zum nächsten Mal. Ich danke dir. Hat sehr viel Spaß gemacht. Ich hoffe, es war wieder etwas für Sie dabei. Mein Name ist Karsten Schröder und wenn auch Sie einmal Teil unserer Initiative Flexpack Wissen für Entscheider werden wollen und einen Beitrag zum Innoform Podcast, zum Inno-Talk leisten möchten, wenn Sie sich an ks@innoform.eu wenden, teilen Sie unsere Begeisterung für Flexpack. **Kategorien:** Folienherstellung/Veredelung, Folienprüfung & Analytik, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung **Schlagwörter:** daniel_wachtendorf, Folienverpackung, Materialanalyse --- ### [1,7 Millionen Tonnen mehr Verpackung durch steigenden Konsum](https://inno-talk.de/17-millionen-tonnen-mehr-verpackung-durch-steigenden-konsum/) **Published:** Juni 14, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Verpackungs‐Verbände liefern Beitrag für breitere Konsumdebatte.* Zum 8. Tag der Verpackung veröffentlichen fünf Verbände der Verpackungswirtschaft die Ergebnisse einer aktuellen Studie der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) zur Entwicklung von Konsumverhalten, Verpackungsmengen und Materialeffizienz zwischen 1991 und 2020\. - Der gestiegene Konsum in Deutschland verursachte allein im Jahr 2020 einen Verpackungsmehraufwand von 1,7 Millionen Tonnen (22,2 Prozent) im Vergleich zu 1991. - Struktureffekte wie beispielsweise demografische Faktoren haben mit weiteren 0,9 Millionen Tonnen zur Zunahme des Verpackungsverbrauchs beigetragen. - Optimierte Verpackungen konnten 92 Prozent des konsumbedingten Mehrverbrauchs kompensieren. - Insgesamt wurden seit 1991 durch leichtere Verpackungen 23 Millionen Tonnen Material eingespart. - Studie sieht wenig Spielraum für weitere Effizienzgewinne beim Materialeinsatz. Branchenverbände betonen die Bedeutung des Konsumverhaltens für Umwelt‐ und Klimaschutz. Produkt und Verpackung müssen als Einheit gesehen werden. Studie liefert Erkenntnisse für breitere Konsumdebatte. - Branche treibt Innovationen im Bereich Kreislaufwirtschaft voran. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/06/Infografik-GVM_Studie-Konsum_und_Verpackung-TagderVerpackung2022-1024x852.jpg)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/06/Infografik-GVM_Studie-Konsum_und_Verpackung-TagderVerpackung2022.jpg)Infografik-GVM\_Studie-Konsum\_und\_Verpackung-TagderVerpackung2022Verpackungen benötigen immer weniger Material und Rohstoffe. Dennoch steigt der jährliche Verpackungsverbrauch an. Wie eine aktuelle Studie der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) aus Anlass des 8. Tages der Verpackung zeigt, konnten 2020 in Deutschland durch verringerten Materialeinsatz 92 Prozent beziehungsweise 1,6 Millionen Tonnen des konsumbedingten Verpackungsmehraufwands im Vergleich zu 1991 eingespart werden. Insgesamt belaufen sich die Materialeinsparungen durch leichtere Verpackungen seit 1991 auf 23 Millionen Tonnen. Dass der Verpackungsverbrauch im gleichen Zeitraum dennoch gewachsen ist, liegt am gestiegenen Konsumniveau und einem veränderten Konsumverhalten. Würden wir heute noch die gleiche Anzahl an Produkten konsumieren wie vor 30 Jahren, könnten wir pro Jahr auf 1,7 Millionen Tonnen Verpackung verzichten. Neben der gestiegenen Anzahl konsumierter Produkte haben auch Struktureffekte und soziodemografische Faktoren zu einem Mehrbedarf an Verpackungsmaterial geführt. Aspekte wie eine gestiegene Zahl kleinerer Haushalte und die vermehrte Nachfrage nach kleineren Packungsgrößen haben mit weiteren 0,9 Millionen Tonnen zur Zunahme des Verpackungsverbrauchs beigetragen. In der Summe von gestiegenem Konsumniveau, veränderter Konsumstruktur und abzüglich der Effizienzgewinne durch optimierte Verpackungen nahm der private Endverbrauch von Verpackungen über alle Materialien von 1991 bis 2020 um 1,04 Millionen Tonnen beziehungsweise 14 Prozent auf 8,7 Millionen Tonnen zu. Die Studie der GVM entstand im Mai 2022 im Auftrag des Deutschen Verpackungsinstituts e. V. (dvi), der Arbeitsgemeinschaft Verpackung + Umwelt e.V. (AGVU), des Fachverbands Faltschachtel Industrie e. V. (FFI), der Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e. V. (IK) und des Industrieverbands Papier‐ und Folienverpackungen e. V. (IPV). **Stellungnahme dvi** Kim Cheng, Geschäftsführerin des Deutschen Verpackungsinstituts e. V.: „Es ist ein bisschen wie bei Hase und Igel. Die Branche hat die Verpackungen in den letzten 30 Jahren kontinuierlich immer leichter und schlanker gemacht. Aber jeder Fortschritt wird vom wachsenden Konsum gleich wieder aufgefressen. Natürlich zahlen sich die gewaltigen Effizienzgewinne der letzten Jahre aus ‐ im Hinblick auf Umwelt und Klima, aber auch im Hinblick auf die aktuell extrem steigenden Preise und Knappheiten bei Rohstoffen. Klar ist aber auch, dass man Verpackungen nicht unendlich weiter verschlanken kann. Denn an erster Stelle steht der Schutz der verpackten Ware, die einen vielfach höheren Wert und ökologischen Fußabdruck hat, als ihre Verpackung. Bei Lebensmitteln ist der Fußabdruck beispielsweise um das 16‐ bis 30‐Fache größer. Diese Ressourcen gilt es zu schützen. Die Verpackungswirtschaft setzt deshalb bereits seit einigen Jahren massiv auf Lösungen für die Kreislaufwirtschaft wie beispielsweise die vollständige Recyclingfähigkeit, den Einsatz von Rezyklaten, Mehrweg‐ und Nachfülllösungen oder immer neue Anwendungsgebiete für Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen. Trotzdem müssen wir unser Konsumverhalten auf den Prüfstand stellen. Als Konsumentinnen und Konsumenten sind wir die Hauptverursacher für die Zunahme des Verpackungsverbrauches. Wenn wir weniger Verpackungen wollen, müssen wir das ändern. Konsumgewohnheiten und Konsumniveau sind unmittelbar mit dem Verpackungsaufkommen verknüpft. An einer breiteren Konsumdebatte kommen wir nicht vorbei.“ **Stellungnahme AGVU** Dr. Carl Dominik Klepper, Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Verpackung und Umwelt e. V.: „Die Studie belegt die Fortschritte in der Verpackungsgestaltung, insbesondere durch einen mehr und mehr reduzierten Ressourceneinsatz. Das nächste Etappenziel ist die Recyclingfähigkeit aller Verpackungsbestandteile und der vermehrte Einsatz von Sekundärrohstoffen, so dass nur noch geringe Mengen an Neuware in der Produktion notwendig sind. Klar ist auch: Um im Klima‐ und Ressourcenschutz wirklich voranzukommen, braucht es ein achtsames Konsumverhalten.“ **Stellungnahme IK** Mara Hancker, Geschäftsführerin der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V.: „Produkt und Verpackung bilden eine Einheit. Die Verpackung einfach wegzulassen, macht unseren Konsum nicht nachhaltiger; meist ist sogar das Gegenteil der Fall. Aber natürlich ermöglichen Verpackungen auch neue Formen des Konsums wie beispielsweise To Go. Umso wichtiger ist, dass sich alle Akteure in der Diskussion ehrlich machen. Je mehr Fakten wir kennen, desto bewusster können wir entscheiden. Mit der gemeinsamen Studie zu Konsumgewohnheiten, Materialeffizienz und Verpackungsmengen wird der oft nur auf den Abfall verengte Blick geöffnet. Aus den Ergebnissen können wiederum alle ihre Schlüsse ziehen: Industrie, Handel und Verbraucher. Denn auch das zeigt die Studie: Es gibt nicht den einen Game Changer – Klimaschutz ist auch das Ergebnis verantwortungsbewusster Entscheidungen jedes Einzelnen. Dazu gehören auch unser Lebenswandel und insbesondere unser Konsumverhalten.“ **Stellungnahme FFI** Christian Schiffers, Geschäftsführer des Fachverbands Faltschachtel Industrie e. V.: „Diese wichtige GVM-Studie belegt die Ursachen für den Verpackungsmehrverbrauch in den letzten drei Jahrzehnten. Die demographischen Veränderungen führen so zum Beispiel zu immer mehr kleineren Haushalten und die auch arbeitsmarktpolitisch bedingte Mobilität der Gesellschaft zu einem erweiterten Angebot und einer größeren Nachfrage nach verbrauchergerechter und hygienischer Unterwegs-Versorgung. Durch kontinuierliche Lightweighting-Programme zur Reduzierung des spezifischen Gewichts von Kartonverpackungen konnte der Mehrverbrauch an Verpackungen erfolgreich, aber eben nur zum Teil kompensiert werden. Umso mehr gilt es durch den Einsatz von Rezyklaten und die Steigerung der Recyclingfähigkeit die Kreislauffähigkeit von Verpackungen insgesamt zu steigern, um so das Klima und die natürlichen Ressourcen zu schützen.“ **Stellungnahme IPV** Karsten Hunger, Geschäftsführer Industrieverband Papier- und Folienverpackung e.V.: „Für das technische Design von Verpackungen gilt der Grundsatz – so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig. Diesem Ansatz folgt die Branche bereits seit langem mit immer neuen Optimierungen. Die vorliegende Studie beweist das eindrucksvoll. Gleichzeitig wandelt sich das gesamte Umfeld des Verpackungseinsatzes, sei es die Bevölkerungsstruktur, die Lebens- und Arbeitsverhältnisse oder das Konsumverhalten. Die daraus folgenden veränderten Mengen an Produkten und Verpackungen konnten und können allein durch die Optimierung von Verpackungen nicht vollständig kompensiert werden. Daher sind alle Akteure entlang der gesamten Lieferkette bis hin zum Verbraucher dazu aufgerufen das eigene Handeln und Entscheiden stetig auf die Nachhaltigkeit hin zu überprüfen.“ **Detailergebnisse für Materialien, Produktgruppen und Effekte** Die GVM-Studie stammt aus Mai 2022. Sie untersucht die Entwicklung des Gesamtverbrauchs von Verpackungen und schlüsselt sie in die drei Faktoren Mengeneffekte (Konsumniveau), Struktureffekte (Konsumgewohnheiten) und Gewichtseffekte (Verpackungsoptimierungen) auf. Darüber hinaus gibt die Studie detaillierte Einblicke zu den Materialgruppen Glas; Papier, Pappe, Karton, Papierverbunde, Flüssigkeitskarton; Kunststoff; Aluminium sowie Eisenmetall und stellt die Entwicklung bei sechs ausgesuchten Produktsegmenten dar: Heimtierfutter, Einweg-Kunststoffflaschen für Wasser, Konserven für verarbeitetes Obst und Gemüse, Molkereiprodukte, Wasch-, Putz- und Körperpflegemitteln und Elektrogeräte. Die fünf Branchenverbände zeigen zentrale Erkenntnisse und Detailergebnisse der GVM-Studie auf der Webseite verpackung.org. Deutsches Verpackungsinstitut e. V. (dvi): [www.verpackung.org](http://www.verpackung.org) Arbeitsgemeinschaft Verpackung + Umwelt e.V. (AGVU): [www.agvu.de](http://www.agvu.de) Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e. V. (IK): [www.kunststoffverpackungen.de](http://www.kunststoffverpackungen.de) Fachverband Faltschachtel Industrie e. V. (FFI): [www.ffi.de](http://www.ffi.de) Industrieverband Papier- und Folienverpackungen e. V. (IPV): [www.ipv-verpackung.de](http://www.ipv-verpackung.de) ### Verwandte Episoden - [Interview 2.0 mit Piran Asci zum Online Handel und Verpackung](https://inno-talk.de/interview-2-0-mit-piran-asci-zum-online-handel-und-verpackung/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) - [Sabrina Schmidt vom IÖW spricht über die Bewertung der Nachhaltigkeit von Verpackungen](https://inno-talk.de/sabrina-schmidt-sprich-ueber-bewertung-der-nachhaltigkeit-von-verpckungen/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Inno-Talk **Schlagwörter:** AGVU, GVM, Konsumverhalten --- ### [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) **Published:** Juli 4, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Schlecht gemachte Mono-Materialverpackungen schaden mehr als dass sie nützen. Die Kunststoffverpackungen sind auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft – das liest und hört man überall. Doch ist das wirklich so? Filme wie „Die Recyclinglüge“ lassen aufhorchen, auch, wenn die Kommentare aus Fachkreisen vernichtend klingen mögen. Machen Sie sich gern selber ein Bild: Wir haben nach wie vor ein Recyclingproblem. Das steht außer Frage. Es wird noch viel zu wenig recycelt, und die Qualität, die aus Regenrat gewonnen wird, ist zu schlecht und nicht verlässlich verfügbar. Aber was ist die Alternative? Diese Frage stellen sich viele Marketers und Handelsverantwortliche. Das Problem ist nicht allein die Recyclingfähigkeit der Kunststoffverpackungen – und in unserem Falle die der Folienverpackungen. Die Herausforderung ist, einen wertschöpfenden Kreislauf zu erzielen, um das heutige Wirtschaftssystem weiter betreiben zu können. Damit meine ich das einfache, sichere, kostengünstige und bequeme Einkaufen im Supermarkt mit industriell abgepackten Lebensmitteln. Denn erst diese Wirtschaftsform macht das Leben in Großstädten möglich. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Verbrauchergewohnheiten sogar noch mengenerhöhend auf die Verpackungswirtschaft auswirken. Gründe hierfür sind u. a. - E-Commerce und damit immer mehr Umverpackungen - Essen-To-Go-Gewohnheiten ([Snackification](https://www.direktnatur.info/snackification/#:~:text=Snackification%20bedeutet%2C%20dass%20morgens%20und,um%2010%20Uhr%20zu%20essen.)) mit Mini-Portionen und mehr Verpackungen - Single-Haushalte und daher kleinere Verpackungen - Lieferervices mit fertig oder halb-fertig zubereiteten Portionen und mehr Verpackungen Nun suchen viele Abpacker und Packmittelproduzenten eine Lösung im 100 % Kreislauf. Immer mehr Ingenieur\*innen bezweifeln jedoch stark, dass mechanisches Recycling, auf das wir die Recyclingfähigkeit derzeit trimmen, überhaupt zu einer echten Kreislaufwirtschaft für Lebensmittelverpackungen führen kann. Folien bestehen heute immer aus hoch entwickelten Mischungen verschiedener Polymere und/oder Polymertypen. Hinzu kommt, dass die vielen Anforderungen heute nur noch mit mehreren Folienschichten garantiert werden können. Zudem sind Kunststoffverpackungen extrem stark reguliert, um das Lebensmittel von Schadstoffen freizuhalten und die Sicherheit von verpackten Lebensmitteln zu garantieren. In dieser Gemengelage erscheint es schwierig, recycelte – um ehrlich zu sein down-gecycelte – Polymere je wieder in einen echten Kreislauf zu integrieren. In jedem Fall sind dafür noch viel Entwicklungsarbeit, Zeit und Geld erforderlich. Ansätze, dass es funktionieren kann, zeigt das PET-Flaschenbeispiel, wo im Kunststoffbereich in Deutschland die höchsten Recyclingquoten erreicht werden und auch Lebensmittelverpackungen wieder aus Regenerat hergestellt werden. Doch so recht wohl fühle ich mich als Verbraucher mit den teilweise verfärbten opaken, aus Regenerat bestehenden Flaschen nicht. Sind wir da wirklich auf dem richtigen Weg? Oder gibt es andere Hebel, die zu einer wesentlich sicheren und besseren Lösung führen? Was wird als alternative Lösungswege diskutiert? Hier nun eine empirisch gesammelte Liste: - Unverpackte Lebensmittel (Verderb, Kosten- und Zeitinvestitionen sind zu bedenken) - Regionale Lebensmittel (weniger und weniger komplexe Verpackung, aber geringere Haltbarkeit) - Weniger vorgefertigte Lebensmittel – keine Fertigmenüs (weniger Convenience) - Umstellung auf alternative Materialien (Papier, Naturfasern sind oft weniger nachhaltig, aber scheinbar besser kreislauffähig?) - Mehrweg-Lösungen in Glas, Kunststoff oder Blech (oft schlechtere Öko-Bilanzergebnisse und nur regional bisher denkbar) Das sind nur die momentan am heftigsten diskutierten Alternativen, wenn es denn welche wären. Insgesamt scheint eine Gesellschaft, wie sie in Europa seit Jahrzehnten vorherrscht, nicht ohne Verpackungen auskommen zu können und zu wollen. Im Gegenteil – Prognosen deuten auf ein stetiges Wachstum auch im Flexpackbereich hin. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/07/Monomaterial-Weintraube_9_16-576x1024.jpg)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/07/Monomaterial-Weintraube_9_16-scaled.jpg)Aufgerissene Mono-Deckelfolie beim KonsumSind wir also wirklich mit der Forderung nach Kreislaufwirtschaft für Lebensmittelverpackungen auf dem richtigen Weg? Oder sollten wir anstelle der Verschlimmbesserung durch Monomaterialzwänge lieber weiter auf Convenience, Kosten und Produktschutz setzen? Und sollten wir – solange noch fossile Brennstoffe verwendet werden – Folienverpackungen und alle Kunststoffabfälle, die schwer wieder in den Kreislauf zurückzuführen sind, verbrennen, um der Schwerindustrie wie Zementwerken einen hochwertigen Brennstoff zur Verfügung zu stellen? Oder bremsen wir damit nur den Innovationsdruck auf die ersehnte kreislauffähige Kunststoffverpackung? Eine schlechtere User-Experience dürfen wir uns meiner Meinung nach durch den teilweise schon manischen Drang zu Mono-Materiallösungen nicht leisten. Diesen negativen Kundenerfahrungen am einzigen Touch-Point der Marke – zwischen dem Produkt und dem Konsumenten über die Verpackung – sollten wir große Beachtung schenken, und sie sollten uns zu ganz neuen Ideen anregen. Mono-Material allein wird das Problem der Lebensmittel-Flexpackbranche wohl nicht lösen können. ### Verwandte Episoden - [Mono-material – but properly](https://inno-talk.de/mono-material-but-properly/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Faserbasierte Materialien, Mehrwegsysteme und Monomaterialien für Folienverpackungen](https://inno-talk.de/faserbasierte-materialien-mehrwegsysteme-und-monomaterialien-fuer-folienverpackungen/) **Kategorien:** Inno-Talk, Lebensmittelverpackung **Schlagwörter:** Karsten_Schroeder, Nachhaltigkeit --- ### [Was haben Druckfarben mit Nachhaltigkeit zu tun?](https://inno-talk.de/was-haben-druckfarben-mit-nachhaltigkeit-zu-tun/) **Published:** Juli 4, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Dr. Bernhard Fritz im Inno-Talk Podcast zu den 17 Sustainability Goals der UN.* [Dr. Bernhard Fritz](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=44407) spricht im [Inno-Talk](http://www.inno-talk.de) Podcast nicht nur über die physikalische Chemie, die ihn bis heute fesselt, sondern vor allem über Nachhaltigkeit mit und durch Druckfarben und Verpackungen insgesamt. Ausgehend von den 17 Sustainability Goals der UN reflektiert Dr. Fritz auf die Verpackung und gibt Praxis-Empfehlungen für jeden, der sich mit Verpackungen befasst. Er verrät uns, warum er gerade in Leipzig als „Rentner“ noch Vorlesungen hält und was ihn bis heute an Verpackungen und Druckprozessen fasziniert. Erfahren Sie, welche der 17 Goals der UN wirklich für die Verpacker interessant sind und warum Sie diese kennen sollten. Freuen Sie sich auf Praxiserfahrungen aus einem Berufsleben, nicht nur im Offset- und Druckfarbenmarkt, und erleben Sie Begeisterung für gute rechtliche Vorgaben, wie die Anforderungen an die Konformität von Lebensmittelverpackungen durch Europäisches Recht, welches schon in 2023 eine nennenswerte Renovierung erfahren wird. Genießen Sie ein freundschaftliches, aber durchaus inhaltsschweres Gespräch in hoher Flughöhe über die Flexpack-Branche mit gelegentlichen Sturzflügen in die Praxis. jetzt rein hören oder gleich abonnieren### Verwandte Episoden - [Frank Jacobs von XEIKON zu Toner- und Inkjet Digitaldruck](https://inno-talk.de/frank-jacobs-von-xeikon-zu-toner-und-inkjet-digitaldruck/) - [Gold zertifizierte Druckfarbe für Flexpack, Magnus Berheide im Interview](https://inno-talk.de/gold-zertifizierte-druckfarbe-fuer-flexpack-magnus-berheide-im-interview-2/) - [Sabrina Schmidt vom IÖW spricht über die Bewertung der Nachhaltigkeit von Verpackungen](https://inno-talk.de/sabrina-schmidt-sprich-ueber-bewertung-der-nachhaltigkeit-von-verpckungen/) **Kategorien:** Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Inno-Talk, Lebensmittelrecht, Lebensmittelverpackung, Repro und Druckzylinder, Tiefdruck, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** bernhard-fritz, Nachhaltigkeit, Recycling, Umwelt --- ### [Replace- anstatt Refill-Standbeutel](https://inno-talk.de/replace-anstatt-refill-standbeutel/) **Published:** Juli 5, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Das neue, zum Patent angemeldet*e *Konzept POUCHIT* *erobert neue Märkte*. [Matthias Koch](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=83358) präsentiert am 15.Juli 2022 live beim [Inno-Talk](http://www.inno-talk.de) das innovative Replace-Beutelkonzept POUCHIT. POUCHIT ist ein innovatives Spender- und Verpackungssystem für flüssige Kosmetikprodukte, Seifen, Duschbäder, Shampoos sowie Reinigungs- und Desinfektionsmittel. Durch die intelligente Kombination des dauerhaften Spenderbehälters und einer Austauschkartusche in Form eines ultraleichten und recyclebaren Standbodenbeutels (pouch), bietet POUCHIT eine nachhaltige Lösung für die ökologischen Herausforderungen der Gegenwart im Bereich der Kosmetik- und Reinigungsmittelverpackungen. Das zum Patent angemeldete System zeichnet sich durch einen Gewinn an mehr Hygiene im Vergleich zu Nachfüll-Systemen aus. Der Replace-Standbeutel ermöglicht ein einfaches, reinigungsfreies Wechseln der Füllgüter im Design-Spender. Der Beutel ist dabei Primärverpackung und Replace-Behälter in einem. Der aus Mono-Material gefertigte, recyclingfähige Standbeutel mit Adapter-Einschweißteil wird dabei in einen Design-Spender eingebracht, der mittels Druck den Beutel entleert und das Füllgut hygienisch spendet. Luftaustausch oder eine Kontamination des Füllgutes werden dabei, anders als bei Refill-Lösungen, verhindert. Durch diese Kombination neuer Eigenschaften erschließt POUCHIT neue Märkte, bei denen es besonders auf Hygiene, einfaches Handling und Nachhaltigkeit ankommt. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/07/pouchit-1-1.jpg)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/07/pouchit-1-1.jpg)### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [New stand-up pouch studie](https://inno-talk.de/new-stand-up-pouch-studie/) - [Jörg Schönwald über die Entwicklung des Standbeutels](https://inno-talk.de/joerg-schoenwald-ueber-die-entwicklung-des-standbeutels/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Standbeutel, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Folienverpackung, Nachhaltigkeit, Standbeutel --- ### [Mono-material - but properly](https://inno-talk.de/mono-material-but-properly/) **Published:** Juli 12, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Poorly made mono-material packaging does more harm than good. Plastic packaging is on its way to a circular economy – that is what you read and hear everywhere. But is that really the case? Documentaries like „The Recycling Lie“ make you sit up and take notice, even if the comments from experts may sound scathing. Feel free to form your own opinion: We still have a recycling problem. There is no doubt about it. There is still far too little recycling, and the quality won from regenrate is too poor and not reliably available. But what would be the alternative? Many marketers and trade managers ask themselves this question. The problem is not only the recyclability of plastic packaging and in our case that of film packaging. The challenge is to achieve a value-added cycle in order to be able to continue operating the current economic system. That means simple, safe, cost-effecting and convenient shopping in the supermarket with industrially packed food. Because it is only this form of economy that makes life in large cities possible. To make matters worse, consumer habits are even having a volume-increasing effect on the packaging industry. Reasons here are, among others - E-commerce and thus more and more secondary packaging - Meal-to-go habits (snackification) with small portions and more packaging - Single households and therefore smaller packaging - Delivery services with ready meals or half-prepared portions and more packaging Now many packers and packaging producers are looking for a 100 % closed-loop solution. However, more and more engineers strongly doubt that mechanical recycling, which we are currently pushing recyclability to, can lead to a true circular economy for food packaging at all. Films today always consist of highly developed mixtures of different polymers and/or polymer types. In addition, the diverse requirements today can only be guaranteed with multiple layers of film. In addition, plastic packaging is extremely tightly regulated to keep the food free from contamination and to guarantee the safety of packed food. Under these circumstances, it seems difficult to ever get recycled – to be honest down-cycled – polymers back into a real cycle. In any case, a lot of development work, time and money are still needed. The PET bottle example – where the highest recycling rates are achieved in the plastics sector in Germany and food packaging is also made from regenerate – shows that it can work. But as a consumer, I do not really feel comfortable with the partially discoloured opaque bottles made of recycled material. Are we really on the right track? Or are there any other possibilities that lead to a much safer and better solution? What is being discussed as alternative solutions? Here is an empirically collection list: - Unpacked food (spoilage, cost and time are to be considered) - Regional food (less and less complex packaging, but shorter shelf life) - Less pre-prepared food – no ready meals (less convenience) - Switch to alternative materials (paper, natural fibres are often less sustainable but seem to be more recyclable?) - Reusable solutions in glass, plastic or tin (often worse eco-balance results and only regionally conceivable so far) These are only the most hotly debated alternatives at the moment, if there were any. All in all, a society like the one that has prevailed in Europe for decades does not seem to be able or willing to get along without packaging. Quite the opposite – forecasts point to steady growth in the flexpack sector as well. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/07/Monomaterial-Weintraube_9_16-576x1024.jpg)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/07/Monomaterial-Weintraube_9_16-scaled.jpg)Torn mono lid film during consumptionAre we really on the right track with the demand for a circular economy for food packaging? Or should we rather continue to focus on convenience, cost and product protection instead of the aggravation due to mono-material constraints? And, as long as fossil fuels are still used, should we burn film packaging and all plastic waste that is difficult to recycle in order to provide heavy industry such as cement plants with a high-quality fuel? Or are we just slowing down the innovation pressure for the longed-for recyclable plastic packaging? In my opinion, we cannot afford a worse user experience due to the sometimes manic urge for mono-material solutions. And we should pay great attention to these negative customer experiences at the only touch point of the brand – between the product and the consumer via the packaging – and they should inspire us to come up with completely new ideas. Mono-material alone is unlikely to solve the problem of the food flex-pack industry. ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Folien-Material-Analyse Podcast mit Daniel Wachtendorf](https://inno-talk.de/folien-material-analyse-podcast-mit-daniel-wachtendorf/) - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) **Kategorien:** Entsorgung / Recycling --- ### [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) **Published:** Juli 20, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** On 6 and 7 October 2022, the first Inno-Meeting Europe will take place in Berlin. Flexible Packaging Europe (*[FPE](https://www.flexpack-europe.org/)*) und Innoform veranstalten nach drei gelungenen Inno-Talks *Europe* nun das erste Inno-Meeting *Europe* rund um Flexpack. Was unterscheidet den Inno-Talk vom Inno-Meeting? Der Inno-Talk ist ein Flexpack Online-Talk von Innoform Coaching. Hier werden aktuelle Themen der Folienverpackungsindustrie, ihren Lieferanten und Kunden besprochen und in Kurzvorträgen erläutert. Dieses Online-Format ist für Teilnehmer kostenlos und finanziert sich durch s. g. Supporter. Diesen wird eine ideale Werbeplattform geboten, um Produkte und Dienste in ihren [Showrooms ](https://www.inno-talk.de/showrooms)anzubieten und so zur Vernetzung innerhalb unserer Industrie beizutragen. Die innovative Plattform von [www.eveema.com](https://www.eveema.com/) sorgt dabei für hervorragenden Transport auch komplexer Inhalte gepaart mit Netzwerkmöglichkeiten von jedem Ort mit Internetzugang aus. Das traditionelle und kostenpflichtige [Inno-Meeting in Osnabrück](http://im.innoform.de) wird im Februar 2023 zum zwanzigsten Mal angeboten. Und genau diese beiden Erfolgsmodelle, der Inno-Talk online und das Inno-Meeting in Osnabrück, fusionieren nun zu einem Hybrid-Event in Berlin in englischer Sprache mit europäischen Themen im Fokus. Das Thema des ersten Inno-Meetings Europe lautet [Flexpack & Climate Change](http://ie.innoform.de). Für die Industrie gibt es innovative Möglichkeiten, Neuigkeiten zu präsentieren, Neukunden zu gewinnen oder Kontakte zu pflegen und zu knüpfen. Diese Symbiose von Inno-Talk und Inno-Meeting bietet somit einerseits eine ideale Marketing-Plattform für Supporter und andererseits verschiedene Kontaktmöglichkeiten (online oder vor Ort) sowohl für Teilnehmer als auch für Referent\*innen. Und das Beste daran: Sie agieren immer im Wechsel zwischen deutschsprachigen Veranstaltungen und englischsprachigen Talks und Meetings. Wenn auch Sie Interesse daran haben, Folienwissen, Innovationen und besondere Dienstleistungen mit der und für die Flexpackbranche zu teilen, könnte das Supporter-Paket für Sie genau das Richtige sein. Schauen Sie doch mal rein. Und besonders spannend – wir bieten völlig neue Kostenstrukturen und wettbewerbsfähige Preise bei punktgenauer Zielgruppe. Bei Interesse an einer Teilnahme oder den Supporter-Paketen buchen Sie sehr gerne einen Termin in meinem Kalender: [https://calendly.com/karsten\_if/innotalk](https://calendly.com/karsten_if/innotalk) ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin-2/) - [Guido Aufdemkamp von Flexible Packaging Europe zu den Hintergründen des Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-von-flexible-packaging-europe-zu-den-hintergruenden-des-inno-meeting-europe/) - [Guido Aufdemkamp from Flexible Packaging Europe on the background to the Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-from-flexible-packaging-europe-on-the-background-to-the-inno-meeting-europe/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten **Schlagwörter:** Karsten_Schroeder --- ### [New stand-up pouch studie](https://inno-talk.de/new-stand-up-pouch-studie/) **Published:** August 2, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *From 1995 to 2021, stand-up pouch consumption in Europe increased from 2.5 billion units to nearly 55 billion. In its latest market study, SCHÖNWALD CONSULTING lists 1,373 users of stand-up pouches in Europe and North America, broken down by country, spouted and non-spouted market segments, brand owners, retailers and co-packers. European geographic regions include 11 countries/country groups; North America includes Canada and the United States.* *The study also includes consumption of stand-up pouches in Europe and North America by market segment from 2021 to 2024, and provides information on the development of spouted pouches, which are expected to achieve above-average growth rates through 2024.* ![](https://0sw5j.mjt.lu/tplimg/0sw5j/b/1nm7v/0j54n.jpeg) The currently published study includes more than 440 additional users of stand-up pouches and North America as a newly added area. **USERS OF STAND-UP POUCHES IN EUROPE & NORTH AMERICA 2022** What’s in it for you? - 1,373 companies listed in smart Excel sheets - 1,218 brands, 359 co-packers, 81 retailers - 499 companies that use spouted pouches - Western, Central and Eastern Europe divided into 11 countries/ group of countries and North America - Differentiated according to brands, retailers and co-packers - Assigned to 9 market segments - Consumption of stand-up pouches in 9 market segments 2021 to 2024 For more information click here **SCHoeNWALD CONSULTING:** **KNOWLEDGE AND EXPERIENCE** Our multi-client studies are reliable decision-marking aids because they provide precise data, current information and the latest knowledge.We are an international consulting company that is characterized by durability and stability.We have been in the packaging industry for more than 25 years and bundle expertise and experience in our hand. So, you always know who works for you. SCHoeNWALD CONSULTING In der Reuth 6 91056 Erlangen Germany us@schoenwald-consulting.de www.schoenwald-consulting.com ![](https://0sw5j.mjt.lu/tplimg/0sw5j/b/1nm7v/0j5op.png) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Replace- anstatt Refill-Standbeutel](https://inno-talk.de/replace-anstatt-refill-standbeutel/) - [Jörg Schönwald über die Entwicklung des Standbeutels](https://inno-talk.de/joerg-schoenwald-ueber-die-entwicklung-des-standbeutels/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Standbeutel --- ### [Interview 2.0 mit Piran Asci zum Online Handel und Verpackung](https://inno-talk.de/interview-2-0-mit-piran-asci-zum-online-handel-und-verpackung/) **Published:** August 3, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** [Piran ](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=63411)ist einer der Co-Founder und CEO´s vom Online Händler [KoRo ](https://www.korodrogerie.de/)– dem Startup aus Berlin rund um Drogerieprodukte. Wir haben im Rahmen des Inno-Talks mit dem Thema: [E-Commerce und flexible (Versand-) Verpackungen – Online alles anders?](https://www.inno-talk.de/termine/INT-06-22) ausführlich über die Rolle der Verpackungen für den Online-Handel gesprochen. Erfahren Sie in diesem Live-Mitschnitt, warum Verpackungsentscheidungen schon früh beim Online-Handel auftauchen und wie sich KoRo da positioniert. So hat sich KoRo u.a. für Kunststoffverpackungen da entscheiden, wo es die beste Lösung ist und vermeidet strikt Green-Washing. Erfahren Sie in dieser zweiten Episode mit Piran, welche Rolle Verpackung im Online- und Stationären-Handel aus Sicht von KoRo spielt. 2022Die erste Episode haben wir hier auch gleich noch einmal verlinkt. ### Verwandte Episoden - [1,7 Millionen Tonnen mehr Verpackung durch steigenden Konsum](https://inno-talk.de/17-millionen-tonnen-mehr-verpackung-durch-steigenden-konsum/) - [OneBARRIER – Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert](https://inno-talk.de/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) - [Interview with Dr. Daniele Borin (Taghleef Industries) about BOPP barrier films](https://inno-talk.de/interview-with-dr-daniele-borin-taghleef-industries-about-bopp-barrier-films-2/) --- ### Alle Episoden abonnieren [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [Apple Podcasts](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Folienwissen Spezial, der Innoform-Podcast zum Inno-Talk. Heute hören Sie im Innoform-Podcast zum Inno-Talk eine Premiere, denn wir haben dieses Interview live aufgenommen am 10. Juni bei einem Inno-Talk mit Piran Asci. Der Titel des Inno-Talks hieß E-Commerce und flexible Versandverpackung. Versand in Klammern. Online – alles anders – haben wir Piran gefragt. Er ist Co-Founder und CEO von Koro, dem Online-Händler aus Berlin. Hören Sie mal rein, was er und seine Truppe über Marketing, über flexible Verpackung und insgesamt über die Welt des Handels und des Onlinehandels denkt. Ein spannendes Interview. Viel Spaß. Piran, an dich jetzt die Frage: Ihr lebt die Start-up-Kultur und geht ständig neue, unbekannte Wege. Das haben wir eben deinem Vortrag ja auch entnommen. Was macht das mit so einer jungen Firma wie Koro? Und was macht das mit deinem Team? Ich glaube, das ist so ein zweischneidiges Schwert. Das ist auf der einen Seite toll, weil die Firma sich immer wieder neu innovieren kann und gegebenenfalls neue Wachstumskanäle findet und damit eine Differenzierung zur Konkurrenz aufbauen kann. Es bedeutet aber auch, dass das Team eben mitziehen muss und entsprechend man sehr gut einschätzen muss, ob das Team die Ressourcen hat, die Bereitschaft hat, auch diesen Weg mitzugehen. Entsprechend – ich bin immer auf der Macher-Seite und sage, wir wollen das und das und das und das machen – muss mich da aber selber so ein bisschen drosseln, dass wir nicht alles gleichzeitig reingeben, sondern Stück für Stück schauen, was wir, was wir da machen. Und um da so ein bisschen analytisch heranzugehen, wir nennen es bei uns tatsächlich Clustertestings. Also wir überlegen uns, was ist sozusagen das minimale Budget für komplett neue Projekte, um daraus zu erkennen, ob sich daraus ein skalierbarer Wachstumsmarkt ergeben kann. Und so gehen wir quasi an jedes neue Projekt ran, gucken uns an, wie groß ist der Aufwand und wie groß. Ich meine, das kann man ja sagen, wenn da sich was ergibt, wenn man dann sozusagen auch so ein Testing, was damals auch das Influencer Marketing für uns war, sprich YouTuber, ein Warenpaket daraus schenken. Wenn sich daraus ergibt, dass man da skalieren kann, das ist natürlich wahnsinnig gut. Also da wird oft und da will ich sozusagen alle encourage und solche Projekte, als alle, die im Unternehmeralltag sind, solche Projekte auch wahrzunehmen, dass wenn es solche Testings gibt, ist vielleicht sozusagen der Maximalverlust des Minimalinvestment für dieses Clustertesting. Ein Maximalgewinn ist quasi unbegrenzt. Entsprechend hat man einen super hohen Erwartungswert. Also auch da wieder datenbasiert. Das hast du ja auch vorhin schon mal ankriegen lassen. Also nicht einfach nur mal eine Anzeige schalten und gucken, was passiert, sondern immer zu versuchen, auch irgendwie eine Testmarke oder so was rauszumachen. Habe ich das richtig verstanden, so in dieser Richtung? So machen wir das. ### Stationär vs. Online: Geschäftsmodell-Unterschiede Was unterscheidet dich denn? Und da hast du bestimmt auch Daten zu. Aus Händlersicht stationären Handel von Onlinehandel überhaupt so prinzipiell? Na ja, also rein strukturell hat man weniger Marge im stationären Handel. Dann hat man einen Partner, der damit verdienen möchte. Ich bin auch sehr happy, dass wir quasi ziemlich unabhängig vom stationären Handel sind, was uns die Freiheit gibt, unsere Partner quasi auszusuchen und mit denen zu gehen, bei denen wir uns wohlfühlen, bei denen wir gute Konditionen haben. Ja, auf der anderen Seite hat der Handel auch eine enorme Macht, gerade in Deutschland, der ist ja sehr konsolidiert. Und an dem Handel als Nischenmarke vorbei kommt man eigentlich nicht, um wirklich groß zu werden. Entsprechend versuchen wir da schon auch bald im Handel gelistet zu sein, um unsere Marke nach draußen zu bringen, weiteren Attributionspunkt zu schaffen. Und eventuell, falls der Kunde da nochmal eine Ad sieht bei einem Influencer oder mit Performance-Ad oder einer Out-of-Home-Kampagne, dass dann Koro schon irgendwo mal im Kopf verankert war, weil das eben MDM im Regal steht. Also wir als Flexpack-Industrie, zu der ich mich immer noch zugehörig fühle, obwohl ich da eigentlich ja gar nicht mehr seit 20 Jahren drin arbeite, sondern ja selbstständig da unterwegs bin, aber ich mich begeistert halt immer noch. Wir stellen schon fest, dass der Handel sich sehr stark verändert und sehr stark Richtung Verpackung auch Wissen aufbaut und dementsprechend auch immer mehr Vorgaben macht. Das Gleiche gilt auch für große Marken. Ist das auch etwas, was ihr als kleinere Marke noch auch vor habt, dass ihr irgendwann mal in die Position kommt und sagt, pass mal auf, wir wollen jetzt eine Versandverpackung haben, die muss die und jene Eigenschaften haben? Oder ist das zu hoch gegriffen noch? Also das kann sein, dass wir irgendwann in diese Region kommen. Dadurch, dass wir als Underdog so quasi gestartet sind und in unserer Kerntool diese Flexibilität ist, wollen wir uns möglichst lange diese Flexibilität beibehalten, um möglichst breit auf Partnerschaften zu schließen. Wir haben immer noch viele Lieferanten, bei denen die Mindestabnahme sehr, sehr hoch ist, an die wir nicht rankommen. Und wenn wir da nicht flexibel sind oder zu schnell umschwenken und sagen, wir geben jetzt auch vor, wie diese Verpackung sein soll, dann verlieren wir teilweise diese Partner, die teilweise hervorragende Produkte machen zu Top-Qualitäten und Produkt-Sicherheit auch Top. Und da müssen wir einfach gucken, wo wir das machen und wo wir das nicht machen. Aber da, wo wir es kontrollieren können, wo es sehr flexibel ist, sprich da, wo wir die Rohwaren importieren, zweistufige oder längerstufige Lieferketten haben, da nehmen wir natürlich aktiven Einfluss und gucken, welche Verpackung ist eigentlich am besten für einen Online-Versand geeignet. Da kann ich dir dann außerhalb des Protokolls demnächst einen Tipp geben. Ich werde im vierten Quartal einen Podcast dazu machen, wie auch auf Knopfdruck quasi maßgeschneiderte Verpackungen demnächst mit passender Barriere und allen möglichen Eigenschaften dann bestellt werden können. Aber das ist noch zu früh, ist noch nicht ganz fertig. Komme ich noch mal auf dich zurück. Ein bisschen tiefer reingegangen in die Sache Kundenfeedback. Und du hast gesagt, ihr macht Testmärkte und so etwas. Welche Rolle spielt denn Kundenfeedback jetzt speziell im Online-Handel für dich? Ich glaube, es ist schon wichtig, also definitiv mal seine Kunden zu fragen, was die haben wollen, was die gut finden, was sie nicht gut finden, auch welche Inhalte sie auf Social Media konsumieren. Das haben wir nämlich letztens gefragt und haben uns auch ganz erstaunt, was die Ergebnisse waren. Wir fanden beispielsweise, um da noch mal kurz drauf einzugehen, Rezepte, Content immer sehr, sehr langweilig, weil das jeder macht. Aber das war auch Nummer eins, was die Kunden eigentlich von uns erwarten, von unserem Social-Media-Account erwarten. ### Kundenwünsche vs. Innovation balancieren Entsprechend war dann die Frage, was machen wir denn? Wollen wir edgy sein? Wollen wir das machen, was uns gefällt? Oder wollen wir uns am Kunden orientieren? Und ich finde, es ist auch hier ein zweischneidiges Schwert, weil wenn man sich nur am Kunden orientiert, kommt oft Innovation zu kurz. Denken wir ans iPhone, wäre niemals entstanden, wenn man nur den Kunden gefragt hätte, was hättest du am Handy verbessert. Aber es ist auch schon wichtig, dass man teilweise zumindest dieses Kundenfeedback anhört und dann qualitativ intern auswertet und eben diese Abwägung schafft. Also die Abwägung zwischen bedienen wir jetzt den Kundenneed, den wir haben, oder gehen wir den innovativen Schritt und versuchen, was rauszubringen, was der Kunde noch gar nicht kennt. Und das kann ich nur gut abwägen, wenn ich diese Informationen habe, sprich im Endeffekt Kundenfeedback ist super wichtig, aber sollte nicht alleiniger Treiber sein für What’s next, sondern in ein qualitatives Feedback oder in eine qualitative Auswertung intern quasi führen. Das Gleiche haben wir auch festgestellt hier mit dem Inno-Talk. Alle haben gesagt, macht das bloß nicht, das wird nie was. Wer soll denn am Freitag Nachmittag zuhören? Das Gegenteil ist der Fall. Wir haben unsere Teilnehmerzahl bei Innoform Coaching verfünffacht durch dieses Online-Format und wir sind ganz begeistert. Wir könnten noch ein bisschen profitabler werden, aber das kennst du auch. Der Anfang ist schwer, aber das Format funktioniert und das ist für uns wichtig. Und von daher komme ich jetzt gleich mal zur nächsten Frage. Ihr folgt nicht dem Trend der Papierverpackung. Auch da seid ihr wieder etwas anders und zwar auch nicht um jeden Preis. Sondern warum macht ihr das nicht? Alle wollen doch Papier, oder? Eigentlich ganz einfach. Barriere und Versandfähigkeit sind einfach nicht gut genug aktuell. Das kann man ganz einfach da wieder datenbasiert. Tatsächlich seid ihr unterwegs und guckt euch an, wie viel geht kaputt oder wie geht das? Genau richtig. Wir gucken einfach, was geht da kaputt? Was kommt da halt an und was kommt vielleicht nicht halt an? Im Endeffekt, wie gesagt, wenn wir diese Priorisierung bei uns haben und ganz oben die Produktsicherheit steht, dann wollen wir die nicht quasi trade-off gegen, ich sage mal, nachhaltigere Verpackungen. Und oft ist es ja auch so, dass Papier gar nicht nachhaltiger ist oder dass das Thema quasi diskutabel ist, ob es wirklich nachhaltiger ist. Was Nachhaltigkeit überhaupt in diesem Zusammenhang bedeutet. Entsprechend, gerade bei Großverpackungen, die dann auch lange liegen, brauchst du diese Barrierefolien einfach. ### Nachhaltige Verpackung für Nussprodukte Wenn wir Kilo Nüsse verkaufen, die sind ja fettig und so weiter. Das ist nicht ganz einfach. Und entsprechend priorisieren wir und bergen ab und gehen nicht jeden Trend mit. Das ist schwierig, weil wir echt auch viele Kundenanfragen bekommen und auch ab und zu Kritik, warum wir dann in Plastikverpackungen verkaufen. Aber da haben wir uns es als Aufgabe gemacht, das transparent zu kommunizieren, transparent aufzuklären. Entsprechend warst du ja auch der erste Gast bei uns im Podcast. Ist immer noch der beste, bei uns der meistgehörte Podcast, der erste Podcast zum Thema Verpackungen. Und wir haben danach auch viel Feedback von den Kunden bekommen. Der gesagt hat, das wusste ich alles gar nicht. Toll, dass mal eine Marke da aufklärt. Und das finde ich aber wichtig. Auch das, was du mit deiner Arbeit machst, dass du mit dem Panel quasi aufklärst, Transparenz schaffst. Und ich glaube, vieles, was da quasi ein Expertenwissen ist in dieser Flexpack-Industrie, ist noch gar nicht da draußen. Das kennen die Leute, die Branche. Wir wollen auch ein bisschen Wissen, ein bisschen dieses Wissen hinbringen zum Handel. Und deswegen machen wir ja auch diesen Inno-Talk hier heute zusammen. Dennoch, ihr seid sehr fokussiert auch auf Fairtrade. Ich habe nun mal so ein bisschen geschnüffelt auf eurer Website. Deswegen habe ich übrigens auch so ein gelbes Hemd an. Das ist so ein bisschen Corporate Design. Wollte ich mal so ein bisschen mich einschleiben bei euch. Habe ich viel gesehen, diesen Farbton. Und dann haben wir gedacht, Mensch, warum geht ihr da nicht doch mehr in Richtung nachhaltige Verpackung? Weil ihr seid ja bei den Produkten sehr weit schon, auch in der Kommunikation, was man so wahrnimmt, auch unterschwellig durch die Bildsprache und so weiter. Aber auch in Text und Wort sagt ihr, ja Mensch, hier Fairtrade und so weiter. Das ist so ein Schlagwort, was mir immer wieder einfällt. Geht man da nicht schnell auch in Richtung Greenwashing? Und wie geht ihr damit um? Genau, wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Marken, die anfangen, da zu stark offensiv zu kommunizieren in die Richtung Nachhaltigkeit, dass sie eben irgendwann eins auf den Deckel kriegen. Und zwar weil der Begriff Nachhaltigkeit nicht hinreichend definiert ist. Entsprechend wollen wir das gar nicht, dass wir uns zu sehr mit dieser Nachhaltigkeitsschiene selbst schmücken, sondern den Kunden entscheiden lassen, ob er uns als nachhaltig wahrnimmt oder nicht. Entsprechend manchmal kommt das also, wir werden massiv als nachhaltig wahrgenommen. ### Transparente Kommunikation und Kundenaufklärung Deswegen kommt das bei Karsten auch so an. Wir versuchen wirklich aktiv in den Content- und Marketing Teams dieses Wort Nachhaltigkeit zu eliminieren oder zumindest kritisch zu betrachten und kritisch auch zu kommunizieren und selbst als Markensäule zu stecken. Transparenz. Das ist wichtig. Wir wollen aufklären. Wir wollen offen sein. Wir wollen sagen, wie es ist. Und wir wollen auch unsere Entscheidungen rund ums Produkt, ums Marketing, um die Company Koro offen erläutern. Bis zu einem gewissen Grad. Also wir haben jetzt auch nicht irgendwie Markttransparenz oder Gehaltstransparenz bei uns intern. Aber wir sind schon, würde ich sagen, deutlich transparenter und offener als vielleicht vergleichbare Marken. Und das wird dann automatisch als nachhaltig wahrgenommen. Und das ist, glaube ich, auch eine ganz wichtige Sache. Oft ist dem Kunden gar nicht wichtig, ob das jetzt eine Papierverpackung oder eine Plastikverpackung ist. Den Kunden ist einfach wichtig, warum macht eine Marke etwas, gerade wenn ich als Love Brand wahrgenommen werde. Und ich meine, der Kunde kann auch Nüsse im Handel kaufen, in der Eigenmarke, im Retail. Der muss nicht bei Koro unbedingt bestellen. Aber wenn er die aktive Entscheidung fällt, bei Koro zu bestellen, dann wollen die Kunden auch ein gewisses Statement zu bestimmten Entscheidungen, warum die Marke sich wie positioniert. Und teilweise kaufen sie damit ja auch die Positionierung der Marke. Das ist einfach wichtig, dass man das dabei mitdenkt. Jetzt noch mal eine Verpackungsfrage hier, dass wir das ein bisschen den Kreis auch rund kriegen. Ihr kauft in Großgebinden, das hast du auch im Vortrag erläutert, packt dann in kleineren Konsumverpackungen, sage ich mal, ab, wie auch immer das dann gehandelt wird, ob stationär oder online. Macht ihr das selber oder wie funktioniert das? Also wir haben ein Netzwerk an Abfüllbetrieben, mit denen wir zusammenarbeiten. Wir haben keine eigene Abfüllung. Wir haben eine kleine eigene Produktion, mit der wir Nussmuse produzieren. Aber die Abfüllbetriebe, die haben gestartet mit Behindertenwerkstätten, weil die eben sehr kleine Stückzahlen auch abfüllen können und man da eben keine automatisierte Abfüllanlage braucht. Inzwischen sind wir teilweise auch bei den professionalisierten Anbietern, die quasi inline Dolly füllen, seitlich quasi schließen und dann quasi die Produkte abfüllen. Und wir haben dann eine relativ hohe Redundanz, weil wir in Corona-Zeiten gesehen haben, dass viele dieser Lieferketten auch wegbrechen können und entsprechend sehr wichtig für uns sind. Deswegen haben wir aktuell ein Netzwerk aus über zehn Abfüllern, mit dem wir aktiv auch zusammenarbeiten und schauen, dass wir wirklich die Kapazitäten nicht nur auf einem bündeln, sondern auch verschiedene verteilen, dass, wenn es da Engpässe gibt, wir relativ schnell switchen können und da Redundanzen haben. Ja, ich glaube, auch in anderen Industrien wird die heilige Kuh Single Sourcing langsam geschlachtet. Auch bei Verpackungen, das merken wir auch. ### Packaging Hopping und Private Label Es gibt ja dieses Packaging Hopping, nennen das ja viele. Das sind also viele, die immer mal gerne wechseln von einem zum anderen. Einmal das Verpackungsmaterial, das Verpackungssystem, aber auch den Lieferanten. Und so ähnlich macht ihr es anscheinend ja auch. Halt ich auch für absolut sinnvoll. Ist das denn in Planung, dass ihr da selber mehr so in Richtung Private Label auch unterwegs seid? Musse macht ihr schon selber, sagtest du. Sind da auch andere Produkte denkbar oder eher nicht? Eher weniger. Wir wollen uns wirklich fokussieren auf die Produkte, die wir also, wo wir glauben, dass zum Beispiel da mal spezifisch drauf einzugehen. Die Musse und auch nicht alle Musse, nur spezifische Musse, die machen wir nur deshalb selber, weil wir gesehen haben, dass wir entweder die Qualität, die wir brauchen, nicht kriegen oder unser Lieferant keine Kapazitäten mehr hat. Und das sind auch wirklich nur zwei oder drei Musse, die wir dort selber machen und Varianten dieser Dattel-Haselnuss-Creme. Die Dattel-Haselnuss-Creme ist nämlich unser Topseller. Und unser Lieferant, das polnische Lieferant, ist irgendwann nicht mehr hinterhergekommen. Da haben wir uns damit beschäftigt, wie macht man diese Creme? Und das ist kein einfaches Verfahren. Das ist ein ganz hochkomplexes Produkt, weil der Wasseranteil höher ist als bei klassischen Fettcremes. Entsprechend funktioniert das nicht mit Kugelmühlen. Da habe ich mich dann irgendwie ein dreiviertel Jahr damit beschäftigt, wie man eigentlich Nüsse vermusst. Und bin da sehr, sehr stark quasi in die Fleischindustrie geraten, weil die ganzen Maschinen dafür, die kommen aus der Fleischindustrie. Und ja, und in diesem Vertical wollen wir quasi wirklich eine Domain-Expertise aufbauen und da auch effizient produzieren können. Aber darüber hinaus war es das. Also ich glaube, das ist eines der Kernprodukte, die Dattel-Haselnuss-Creme und die Varianten und ein, zwei Nuss-Mousse, die wir in der eigenen Produktion in Nürnberg machen werden. Aber Stand jetzt ist, wir wollen uns nicht weiter vertiefen in der Produktion mit anderen Produkten, die wir anbieten. Genau, jetzt noch mal eine ganz andere Frage. Mehrwegverpackung. Es gibt ja von der Verpackungshierarchie, also was diese Entsorgung angeht. Man soll ja möglichst re-use, ist ja immer so ein Schlagwort. Denkst du, dass es im Online-Handel jemals Mehrwegverpackung im nennenswerten Maße geben wird? Tatsächlich verkaufen wir über Gorillas im Raum Berlin so Joghurt, also unsere Produkte in Joghurt-Pfandgläsern, die man so von, ich will jetzt keine Markennamen nennen, aber diese typischen Joghurts, die man so im Kühlregal kriegt, in Glas, da sind dann unsere Produkte auch abgefüllt. Das machen wir auch. Ich glaube, es kann größer werden. ### Kundenbereitschaft für Rückgabesysteme Ich kann es wenig einschätzen, weil in dem Punkt muss, glaube ich, auch die Bereitschaft der Kunden da sein, in diesem ganzen System mitzumachen. Das heißt, es ist ein zusätzlicher Aufwand, diese Gläser dann zurückzubringen oder zurückzugeben oder was auch immer man damit macht, da eine Struktur zu schaffen. Und das ist quasi ein Plattformmodell. Das heißt, es müssen genügend viele da mitmachen, dass sich das Ganze auch irgendwie rechnet. Plus die Versandfähigkeit vom Glas ist natürlich deutlich, deutlich schlechter als von flexiblen Verpackungen. Entsprechend bin ich nicht ganz sicher, ob sich das online durchsetzt. Wenn ich höre, die Gorillas schnallen sich das dann auch auf den Rücken. Die müssen es ja hin und her fahren. Es muss gereinigt werden. Da geht auch mal was kaputt. Und die kriegen natürlich nicht so viel mit, wenn sie die schweren Gläser wissen. Das ist ein Produkt von Coro Fresh, nehme ich an. Nicht offiziell von Coro Fresh. Coro Fresh ist bei uns eine frische Box, mit der wir quasi Obst und Gemüse verschicken. Aber ja, genau, das ist speziell für die Kooperation mit Gorillas geschaffen worden. Und das verkaufen wir auch nicht online, sondern nur quasi über die Gorillas Märkte in Berlin. Weil, wie gesagt, das online Versenden vom Glas ist ja immer so ein Thema. Und auch bei uns immer noch ein hoher Punkt, was die Reklamationsquote angeht. Was wünschst du dir von der Verpackungsbranche so als Appell? Als letzte Frage von meiner Seite: Was würdest du als Appell an uns Flexpacker denn richten aus Sicht eines Online- und vielleicht auch stationären Händlers? Also, ich glaube, interessant wäre eben ein aktiver Zugang auf die großen Hersteller, denn die großen Hersteller sind die Abnehmer der Verpackungsindustrie oder der Folienhersteller und aus der Industrie, dass das ganze Thema vorangetrieben wird. Entsprechend in Wahrscheinlichkeiten stärker denken. Und zu gucken, wo landet was? Und dann entsprechend vielleicht auf die Hersteller zugehen und zu gucken, was kann man da eigentlich machen? Und generell vielleicht, aber Karsten, ich meine, wenn das einer macht, dann du. Es ist das ganze Thema Aufklärung. Ich glaube, da gibt es wahnsinnig viel Wissen, was in dieser Nische quasi drin ist. Extrem schwierig da reinzukommen und vielleicht wenig Digitalisierung in dieser Branche. Aber ich will der Branche auch nicht zu viel quasi Kritik äußern, sondern ich glaube, da kann man noch, da ist sehr, sehr viel Potenzial, weil das Interesse aktuell in der Gesellschaft, da mehr zu lernen, extrem hoch ist. Und deswegen glaube ich auch, dass so ein Podcast einfach wahnsinnig stark, wahnsinnig starken Anklang findet und dass man auch gucken kann, wie man sowas vielleicht an die breite Masse quasi adressiert. ### Podcast-Erfolg und Brancheninteresse Bei uns haben wir jedenfalls gesehen, aus den zwei Terminen, die wir hatten für den Koro-Podcast, dass das Interesse wahnsinnig groß war und das Feedback phänomenal. Ich glaube, die Leute sind interessiert. Ich glaube, da kann man einfach viel machen. Und egal, was man macht, das trifft aktuell auf Anklang. Freut mich sehr, Piran. Du hast mich übrigens auch motiviert. Gebe ich gerne auch mal ein Kompliment zurück. Ich werde in zwei Wochen auch wieder in einem anderen Format, einem Videoformat, bei einem großen Fleischwurstverarbeiter sprechen. Der interessiert sich nämlich auch für Verpackungen. Der kriegt auch immer Haue, obwohl seine Wurst super ist und die Verpackung auch. Und trotzdem kriegt er immer Schläge. Und da wollen wir mal ein bisschen aufklären. Das ist also auch für mich so ein bisschen, ich will nicht sagen Hobby, aber doch eine Passion geworden, auch für diese Flexpack-Verpackung, die ja nun mal die Minimalverpackung ist, zu werben. Aber da, wo sie hingehört, manchmal ist eben auch das Mehrwegglas mit Kunststoffdichtung im Deckel übrigens die bessere Lösung. Und oft ist aber die Dichtung im Deckel schwerer als der ganze Beutel. Und da muss man sich immer wieder überlegen, bin ich da wirklich richtig unterwegs mit den Gorillas? Oder ist das wirklich eigentlich manchmal doch wieder ein bisschen Greenwashing? Ganz, ganz lieben Dank, lieber Piran. Es hat so einen Spaß gemacht, mit dir diese Sendung zu machen. Wir waren alle auf dem letzten Drücker. Deswegen hatten wir auch den einen oder anderen kleinen Hänger. Also ich persönlich. Du hast das toll gelöst. Melde dich, wenn du wieder ein Podcast aufnehmen willst. Ich bin gerne bereit, beantworte alle Fragen, weil ich es nicht beantworten kann. Danke an dieser Stelle. Karsten, danke für die Einladung. Vielleicht etwas Interessantes für Sie dabei. Teilen Sie gerne diese Episode mit Freunden und allen, die sich für Flexpack und Verpackung insgesamt einsetzen und oder interessieren. Mein Name ist Karsten Schröder. Und wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative „Mehr Flexpackwissen für jedermann“ werden wollen, schicken Sie mir eine kurze E-Mail an ks@innoform.eu. Bis zum nächsten Mal. Tschüss. **Kategorien:** Biofolien, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Folienverpackung, piran_asci --- ### [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin-2/) **Published:** August 9, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** After three successful Inno-Talk Europe, Flexible Packaging Europe ([FPE](http://flexpack-europe.org)) and Innoform are now organising the first Inno-Meeting Europe around Flexpack. What distinguishes the Inno-Talk from the Inno-Meeting? The Inno-Talk is a Flexpack online talk by Innoform Coaching. Current topics of the film packaging industry, its suppliers and customers are discussed and explained in short presentations. This online format is free of charge for participants and financed by so-called supporters who benefit from an ideal advertising platform to offer products and services in their [showrooms ](http://inno-talk.de/showrooms)and thus contribute to networking within our industry. The innovative platform from [www.eveema.com](http://www.eveema.com) ensures excellent transport of even complex contents paired with networking options from any location with internet access. The traditional and fee-based Inno-Meeting in Osnabrück will be offered for the twentieth time in February 2023. And it is precisely these two successful models, the Inno-Talk online and the Inno-Meeting in Osnabrück, that are now merging into a hybrid event in Berlin in English with a focus on European topics. The topic of the first Inno-Meeting Europe is [Flexpack & Climate Change](http://www.inno-meeting.eu). For the industry, there are innovative opportunities to present news, win new customers or maintain and establish contacts. This symbiosis of Inno-Talk and Inno-Meeting thus offers an ideal marketing platform for supporters on the one hand and various contact opportunities (online or on site) for both participants and speakers on the other hand. And the best thing about it is that you always switch between German-language events and English-language talks and meetings. If you are interested in participating or in the supporter packages, please feel free to book an appointment in my calendar: [https://calendly.com/karsten\_if/innotalk](https://calendly.com/karsten_if/innotalk) To join the next Inno-Meeting Eurpe please click here for furtehr informaton. [www.inno-meeting.eu](http://www.inno-meeting.eu) [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/08/IE-10-22-Thumb-L-1024x576.jpg)](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/08/IE-10-22-Thumb-L.jpg)### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Guido Aufdemkamp von Flexible Packaging Europe zu den Hintergründen des Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-von-flexible-packaging-europe-zu-den-hintergruenden-des-inno-meeting-europe/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Druckfarben und Klebstoffe, Folienherstellung/Veredelung --- ### [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) **Published:** August 16, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Sie kennen das sicher auch: Der Verpackungsmüll dominiert den Haushaltsabfall. Die Meere scheinen mit Plastikmüll überzulaufen, und Mikroplastik wird mit Plastikverpackungen in Zusammenhang gebracht. Kurzum – wir als Verpackungsindustrie sind für die Plastikkrise verantwortlich. Bisher lautet der dominierende Leitsatz unserer Industrie ungefähr so: *„Mit dem Ziel eines bestmöglichen Schutzes des Verbrauchers setzt sich die IK für Verpackungen ein…“* [Hier geht es zur Quelle](https://newsroom.kunststoffverpackungen.de/2022/08/11/sicher-verpackt-verbraucher/) oder *„[\#Nachhaltigkeit](https://www.linkedin.com/feed/hashtag/?keywords=nachhaltigkeit&highlightedUpdateUrns=urn%3Ali%3Aactivity%3A6852150453262790656) oder [\#Klimaschutz](https://www.linkedin.com/feed/hashtag/?keywords=klimaschutz&highlightedUpdateUrns=urn%3Ali%3Aactivity%3A6852150453262790656) sind kein Naturgesetz. Sie sind das Ergebnis unserer Entscheidungen. Wir Menschen stellen uns dafür die Regeln auf, geben uns Leitplanken und Ziele. Klimawandel oder Klimaschutz – beides ist menschengemacht. Was das für [\#Kunststoffverpackungen](https://www.linkedin.com/feed/hashtag/?keywords=kunsstoffverpackungen&highlightedUpdateUrns=urn%3Ali%3Aactivity%3A6852150453262790656) und unseren Umgang mit ihnen bedeutet – darüber hat sich unsere Geschäftsführerin Mara Hancker in einem Beitrag Gedanken gemacht.“* [Quelle](https://www.linkedin.com/posts/ik-verband_heute-sind-wir-einfach-mal-nur-entt%C3%A4uscht-activity-6945038278119047169-zGP7?utm_source=linkedin_share&utm_medium=member_desktop_web) oder *Das [\#Recycling](https://www.linkedin.com/feed/hashtag/?keywords=recycling&highlightedUpdateUrns=urn%3Ali%3Aactivity%3A6948240580174876673) von [\#Kunststoffverpackungen](https://www.linkedin.com/feed/hashtag/?keywords=kunststoffverpackungen&highlightedUpdateUrns=urn%3Ali%3Aactivity%3A6948240580174876673) ist nicht wie kürzlich medial behauptet eine Lüge.* [Quelle](https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:6948240580174876673/) Bezug: Was dort steht, kann man als richtig ansehen oder als verblendet abtun. Alle diese Zitate eint eines – es bleibt ein bitterer Beigeschmack – auch bei uns, den Akteuren, oder? Woran liegt das? Kann es sein, dass unser Bauchgefühl dem Alarmismus vieler Medienvertreter und Autoren in renommierten Blättern und Regisseuren bekannter Dokumentationsreihen folgt? Mir geht es seit geraumer Zeit genauso. Und dafür möchte ich gern ein Beispiel teilen. In unserem Zuhause fließt kein trinkbares Wasser aus dem Hausbrunnen. So haben wir anfangs unseren Trinkwasserbedarf mit Einwegflaschen aus PET aus dem Supermarkt decken müssen. In Spanien gibt es kaum sinnvolle Pfandflaschen-Kreisläufe. Gründe dafür sind die große Fläche Spaniens und die dünne Besiedelung außerhalb der wenigen Ballungszentren. So haben wir uns als Kunststoffverpackungs-abhängige Familie – wir verdienen seit 30 Jahren unseren Lebensunterhalt mit direkten und indirekten Services für diese Industrie – für die „Ideallösung“ entschieden, wie die o. g. Zitate vermuten lassen. Das Titelbild zeigt nun das Aufkommen von Wasserflaschen einer Woche. Das gab uns schon vor Jahren zu denken. So fingen wir an, diese Plastikflaschen aus einer benachbarten Quelle wieder zu befüllen. Doch das führte nun dazu, dass wir fast wöchentlich einmal rund 15 km zur Quelle hin- und zurückfahren mussten. Das quälte unser CO2-Gewissen wegen der Fahrtstrecke, zudem investierten wir jedes Mal 50 Minuten Zeit für Fahrt und Befüllung vor Ort. Auch dort war die Wasserqualität nicht optimal. Im Sommer bildeten sich nach einigen Tagen Algen in den Flaschen, was uns wiederum zum Umdenken zwang. Nun recherchierten wir nach Wasserfiltern, die gerade in Deutschland im großen Stile angeboten und vertrieben werden. Neben einem Platzhirschen gibt es auch einige Start-up’s, die mit den oben bereits genannten Schlagworten wie Mikroplastik, Hormone, Schwermetelle und Schwebstoffe die Google-Suche treffsicher machte. Wir kauften also einen solchen High-Tech-Filter für Deutschland und scheiterten krachend. Nach 3 Wochen war dieser nämlich verstopft und sollte eigentlich 6 Monate für 29 € reichen. Also wieder nichts gekonnt. Momentan haben wir nun eine Filterkaskade installiert (Sandfilter, Grobfilter, Feinfilter, Start-up-Luxus-Filter… Das scheint zu klappen und kostet etwa so viel wie die frisch gekauften Einwegflaschen aus dem Supermarkt. Es handelt sich dabei um 3 Einwegfilterkartuschen mit und ohne Aktivkohle. Diese kosten derzeit – so schätze ich – 2,- bis 5,- €/Woche, zzgl. meiner Zeit für Filterwechsel, Rückspülen, Wartung und Erstanschaffung. Das ist vielleicht gar nicht so wesentlich günstiger als das, was ich beim Discounter zahlen würde. Aber dennoch fühle ich mich irgendwie besser dabei. Heißt das nun, dass wir als Weltbürger auf PET-Flaschen verzichten können, und sollten wir mit dem mechanischen Recycling alle Probleme lösen können? Meine Wasserfilter werden vermutlich nicht recycelt, und Mehrweg-fähig sind sie auch (noch) nicht. Wir stecken in einem Dilemma – wie in so vielen Dingen derzeit. So kann man nun jedes Lebensmittel und sogar jedes verpackte Gut durchdeklinieren. Aber das führt vermutlich zu nichts. Lassen Sie uns als Einwegverpackungs-Junkies einmal abseits der eingetretenen Pfade über das nachdenken, was nach den Einwegverpackungen aus Plastik kommt. Vielleicht schaffen wir das nicht heute oder morgen, aber irgendwann werden schlaue Köpfe eine Idee haben, und es könnte uns so ergehen wie der Auto-, Finanz- oder Energiewirtschaft, die plötzlich viele toxische Assets in den Büchern haben. Ich möchte uns Fachleute an der Lösung beteiligen – nicht mehr und nicht weniger – Recycling allein kann nur ein Teil der Lösung werden, denke ich. Etwas anderes zu behaupten, schlägt mir auf den Magen. Weitere Quellen: ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Marcus Holland über Rezyklatherstellung und -anwendung](https://inno-talk.de/marcus-holland-ueber-rezyklatherstellung-und-anwendung/) - [Recyclingfähigkeit von Folienverpackungen bewerten](https://inno-talk.de/recyclingfaehigkeit-von-folienverpackungen-bewerten/) **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Karsten_Schroeder, Nachhaltigkeit --- ### [OneBARRIER - Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert](https://inno-talk.de/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) **Published:** August 17, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** OneBARRIER heißt das neue Verfahren von BOBST, mit dem Monomaterialien aus Kunststoff oder Papier mit hohen Barrieren gegen Sauerstoff und Wasserdampf hergestellt werden können. Im Gespräch mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert erörtern wir die Trends im Flexpack-Markt insgesamt und fokussieren uns dabei auf die Barriereverpackungen für Lebensmittel. Eine Kombination geeigneter Coatings (Beschichtungen) und Bedampfungen mit anorganischen Schichten wie Aluminium(Al-Metallisierung) oder Aluminiumoxid (AlOx), führen bei Substraten aus Papier zu Barrieren < 1 g/m²/Tag bei Wasserdampf und sowie im Bereich von 0,1 cm³/m²/Tag x bar bei Sauerstoff. Bei einem PE Substrat kann auch eine Wasserdampfbarriere in der Größenordnungen von 0,1 g/m²/Tag erreicht werden. Damit bietet dieses Aluminium freie System verbesserte Recyclingfähigkeiten sowohl für Papier als auch für Folien im Vergleich zu Multimaterialverbunden wie z.B. Kombinationen mit Aluminiumfolien. Erleben Sie die Begeisterung für dieses Thema der beiden BOBST-Mitarbeiter in dieser persönlichen Podcast-Episode. Spotify: Auch verfügbar auf: [Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558), [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) und vielen anderen Podcast-Plattformen Ausführliche Informationen zu BOBST oneBARRIER finden Sie auch in den Webinaren: [High barrier, recyclable MDO PE mono-material](https://vimeo.com/465677985/32ccfaad6e?texttrack=) [Discover oneBarrier](https://media.bobst.com/usen/webinars/?tx_bobstwebinars_webinar%5BindustrySegment%5D=3&tx_bobstwebinars_webinar%5Bcontroller%5D=Webinar&cHash=9b7c29f80717ff3fc30bd0857ee7187e#webinar-88) ### Verwandte Episoden - [Interview 2.0 mit Piran Asci zum Online Handel und Verpackung](https://inno-talk.de/interview-2-0-mit-piran-asci-zum-online-handel-und-verpackung/) - [Interview with Dr. Daniele Borin (Taghleef Industries) about BOPP barrier films](https://inno-talk.de/interview-with-dr-daniele-borin-taghleef-industries-about-bopp-barrier-films-2/) - [Interview with Dr. Daniele Borin (Taghleef Industries) about BOPP barrier films](https://inno-talk.de/interview-with-dr-daniele-borin-taghleef-industries-about-bopp-barrier-films/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Folienwissen Spezial, der Innoform-Podcast zum Inno-Talk. Heute zu Gast im Innoform-Podcast zum Inno-Talk begrüße ich Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert von der Firma Bobst. Wir sprechen über eine neue Produktgruppe, die Bobst entwickelt hat und zwar OneBarrier. OneBarrier ist der Oberbegriff für Barrieren auf z.B. Papier, aber auch Monomaterial-Folien, z.B. monoaxial orientiertes Polyethylen, aber auch andere Basisträgermaterialien sind denkbar. Es ist eine Kombination aus Bedampfung und Coating und führt zu hohen oder sogar ultrahohen Sauerstoff- und Wasserdampfbarrieren. Und was man darunter versteht, wie das funktioniert und wofür sie das unbedingt brauchen, lernen wir in diesem Podcast. Freuen Sie sich auf die Episode mit Carolin Struller und Thomas Reckert. Herzlich willkommen, Carolin Struller und Thomas Reckert von Bobst hier im Innoform-Podcast zum Inno-Talk. Ich freue mich, dass ihr beide da seid. Nicht immer machen wir Podcasts mit zwei Gesprächspartnern, aber diesmal haben wir es uns vorgenommen, denn es gibt viel zu bereden. Das schafft einer alleine fast gar nicht. Carolin, du bist in England, wenn ich richtig informiert bin, stationiert. Wo bist du angesiedelt bei Bobst? Und was befähigt dich zu deiner Tätigkeit? Also ich bin bei Bobst Manchester, das ist in Haywood, also so im Außenbereich von Manchester, heißt Greater Manchester. Ja, und in Manchester entwerfen und bauen wir Vakuum-Bestimmungsanlagen. Und das ist so mein Hintergrund, als ich aber hier in der Forschung und Entwicklung bin und habe dann auch noch unser Kompetenz-Center unter meiner Hand und unser Laborort. Ganz interessant, wie sich das alles entwickelt hat. Du hast bei uns schon mal einen Vortrag gehalten vor einiger Zeit. Das ist schon ein paar Jahre her. Jetzt bist du schon die Chefin von Sianze sozusagen. Und mit diesem kleinen Schlenker komme ich gleich zum zweiten Gesprächspartner, dem Thomas Reckert. Thomas, erklär ganz gut, was ist deine Funktion bei Bobst? Was tust du dort? Ja, erstmal schönen guten Tag, Karsten. Danke, dass wir die Gelegenheit kriegen und Premiere haben, dass wir heute zu zweit mit dir das Podcast machen dürfen. Ja, meine Tätigkeit bei Bobst ist ja, ich habe die Vertriebsverantwortung für den Dachbereich, also Deutschland, Schweiz, Österreich, für die bei Bobst befindlichen Webfed-Produkte. Also Webfed haben wir ja immer früher so definiert. Das ist halt die Rollen-Rollen-Converting von diesem Material. ### 26 Jahre Vertriebserfahrung bei Bobst Du hast auch ein Leben vor deiner Verkaufstätigkeit in diesem Bereich. Was befähigt dich zu deiner Tätigkeit als Vertriebsmann? Na ja, das ist eine recht gute Frage. Ich weiß gar nicht mehr, was ich vor Bobst gemacht habe. Ich bin jetzt im 26. Jahr mit der Firma Bobst und dort auch schon ausschließlich im Vertrieb. Und ja, was mich dazu befähigt, ich war bis 2018 verantwortlich für den Tiefdruck und für den Kaschierbereich von Bobst & Giorgio, former Rotomec. Und ab 2018 hat man mich gefragt, ob ich die Gesamtverantwortung übernehmen möchte, als bei uns in der Bobst-Gruppe als Zone-Business-Direktor. Und das ist dann für den Dachbereich. Und dann habe ich noch zusätzlich bekommen den Bereich von Bielefeld, wo wir die CI-Flexodruck-Maschinen machen. In Florenz machen wir den Nero- und Miglap-Bereich mit Digitaldruck und Schmalband-UV-Flexodruck. Auch verkaufstechnisch verantwortlich für Manchester, in meinem Markt zumindest. Da freue ich mich auf die deutschsprachige Unterstützung von Dennis und von Carolin, die ich dort habe. Und habe ich jemanden vergessen? Aktuell glaube ich nicht. Das waren die ganzen Produkte. Bevor wir gleich bei dir weitermachen, Thomas, vielleicht eben kurz zu Carolin nochmal. Wir wollen dich natürlich auch persönlich ein bisschen kennenlernen. Du hast promoviert. Was genau hast du vor Bobst gemacht? Also vor Bobst war ich natürlich in Deutschland. Ich habe studiert an der TU München, war da bei Lebensmittel-Technologie. Das ist da in Freising, richtig schön ländlich. Und doch München, nur 20 Minuten weg mit dem Zug. Und habe dann mein Diplom schon am Fraunhofer IVV gemacht bei meinem Professor, dem Herrn Langowski. Und da bin ich eben so in die Verpackungsschiene abgerutscht und dann eben in die Lebensmittel-Beschichtung. Und das habe ich schon mein Diplom gemacht. Und das hat mich dann auch zur Doktor bei Manchester gebracht. Und seitdem bin ich eigentlich alles mit, mit Aluminium-Metallisierung auf Polypropylen und allen Folien, die es so gibt. Und jetzt auch auch hier. Wir beiden teilen ja diese Passion für diese bedampften Schichten, die anorganischen Barrieren. Insgesamt haben mich schon mein Leben lang auch fasziniert. ### Persönliche Leidenschaften und Hobbys kennenlernen Dich auch. Und darüber gehen wir ja auch. Und da gehen wir gleich auch noch ein bisschen mehr in die Tiefe. Und darüber sprechen wir ja auch noch. Jetzt noch mal zu dir, Thomas. Auch dich noch mal ein bisschen persönlich kennenzulernen. Wofür würdest du dich entscheiden? Buch oder Hörbuch? Die Wahrheit liegt wieder in der Mitte. Ich höre momentan ehrlich gesagt mehr Hörbücher, weil man das sehr gut im Auto machen kann. Und viele meiner Tätigkeiten, ob jetzt beruflich oder freizeittechnisch, mache ich im Auto. Aber wenn ich mal Zeit habe im Urlaub, dann nehme ich mir sehr gerne ein Papierbuch zur Hand und schmökere dadurch. Sehr schön. Tendenziell eher Drucker oder eher Kaschierer? Eher Kaschierer. Also ich mag das Kaschieren. Das Kaschieren ist sehr anspruchsvoll. Und es ist irgendwo mein Hobby. Und die Vielfalt im Kaschieren ist definitiv im Kaschieren. Carolin, wofür schlägt dein Herz? Papier oder Kunststoff? Es ist eine schwierige Frage, muss ich ganz ehrlich sagen. Aber ich glaube, es wird niemals komplett ohne Kunststoff gehen. Also bin ich doch noch jemand, der sagt Kunststoff. Man kann nicht komplett weg damit. Instagram oder Facebook? Facebook. Immer noch Facebook. Guck mal, interessant, dass bei jedem Podcast wird das anders beantwortet. Wir haben auch immer andere Fragen. Thomas, Segelboot? Ich habe einen Instagram-Account, aber da ist da nicht so viel los. ### Motorboot an der Mecklenburgischen Seenplatte Also den habe ich auch seit einem Jahr oder so. Verwahrlost so vor sich hin, ist ja herrlich. Ich bin auch in Facebook noch nach wie vor, muss ich sagen, obwohl ich auch Instagram durchaus mal reingucke. Thomas, Segelboot oder Motorboot? Ja, ich wohne ja an der mecklenburgischen Seenplatte und da hat Motorboot schon extrem große Vorteile. Deswegen tendiere ich eher für Motorboot, obwohl ich auch mit dem Segelschein gerne über die Ostfriesland fahre. Das verbindet uns beide wiederum. Der Wassersport macht Freude, das draußen sein mit der Natur. Und wir beiden träumen ja immer von der Vier-Stunden-Woche. Das darf ich hier ruhig sagen. Schaffen wir nur nicht. Das kriegen wir hin. Also dieser Running Gag sollte natürlich nicht fehlen in unserem Podcast. Wir wollen ja einen Podcast für Menschen machen, aber über Flexpack-Themen. Und jetzt kommen wir mal zu unserem heutigen Topic. Und ihr habt es genannt One Barrier. Dr. Carolin, was versteht ihr grundsätzlich erst mal so von den Basics unter One Barrier? Also bei One Barrier geht es ja wirklich darum, dass wir neue Materialien finden für flexible Packungen, die nachhaltig sind, die recyclefähig sind und die eben die Barriere haben, um Lebensmittel zu beschützen und Haltbarkeit zu geben. Und für uns ist es nicht eine Berufsfamilie. Also es ist wirklich, wir reden also, Entschuldigung, kommt jetzt wirklich vieles englisch rein. Wir reden immer von den Free Pillars für Nachhaltigkeit bei flexiblen Verpackungen. Und es gibt eben Papier, es gibt das Monomaterial und dann gibt es eben auch noch alles, was auf Biobasis oder kompostierbar ist. Und mit OneBARRIER möchten wir wirklich eben Lösungen finden, die wir unserem Kunden geben können, die dem Kunden helfen, schneller einfach in den Markt zu kommen, zu validieren und die eben, ja, sowohl das Papier, aber eben auch Monomaterial PE ansprechen. Und dafür sind wir da. Und dann helfen wir den Kunden, wir helfen den Brand Owners. Wir wollen wirklich, dass flexible Verpackungen circular werden. Als du damals den ersten Vortrag bei uns beim Inno-Meeting mal gehalten hast, da habe ich überhaupt erst mal realisiert, dass Bobst auch Coatings, Coatinggeräte, Coatingmaschinen, Coatingprozesse erforscht und natürlich auch dazu Produkte anbietet. Was habt ihr da im Angebot? Okay, ich soll mal Thomas da mal reinlassen. Ja, gerne, auch von meiner Seite. Also wir beschichten heute einmal. Wir sagen dazu die Nassbeschichtung, also Wet Coating. ### Kompetenzzentrum und Pilotmaschine in Italien Das ist der Bereich, den wir in Italien machen, also in St. Giorgio. Dort bieten wir von Einstiegsmaschinen bis High-End-Maschinen an Coatingmaschinen an. Und vielleicht mal ein Beispiel dazu. Wir haben auch dort ein sehr großes Kompetenzzentrum, wo wir eine Versuchsanlage haben, eine Pilotmaschine. Pilotmaschine in einer Arbeitsbreite, die heute normal genutzt wird, 1,30 Meter. Und dort haben wir Optionen, bis zu 30 verschiedene Auftragsprozesse zu demonstrieren und zu zeigen, was möglich ist. Das ist die eine Seite, die wir in St. Giorgio machen. Und dann kommt auf der zweiten Seite das, was wir in Manchester anbieten, Carolin, da schiebe ich direkt rüber zu dir. Genau, also in Manchester haben wir dann eben die Vakuumbeschichtung. Und bei der Vakuumbeschichtung gibt es verschiedene Prozesse. Also ist natürlich die Metallisierung als Standardmetallisierung oder eben auch spezielle Prozesse, wie zum Beispiel unser AliBom, wo es halt um höhere Adhäsion geht. Und dann eben auch die transparente Barriere. Und da haben wir Aluminiumoxid und Siliziumoxid. Wenn wir jetzt über OneBARRIER sprechen, und dazu habt ihr ja gerade auch eine Webinareihe aufgesetzt. Wie funktioniert das insgesamt an sich vom Prinzip her? Was ist das Neue an OneBARRIER? Also bei OneBARRIER geht es bei uns wirklich darum, dass man auch die Synergie zwischen der Nassbeschichtung und der Vakuumbeschichtung nutzt. Denn wenn wir uns jetzt überlegen, mit diesen neuen Materialien für Nachhaltigkeit, die Barriere zu erreichen, ist einfach nicht so einfach, wie wenn ich eine Polyesterfolie hernehme und die ich dann kombiniere mit einer Siegfolie. Also ist das wirklich schwierig. Und die einzige Möglichkeit, um diese Hochbarrieren oder eben auch Ultra-Hochbarrieren zu kriegen, ist bloß, wenn wir quasi kombinieren und die Synergie ausnutzen. Und deswegen arbeiten wir eben ganz nah wirklich mit Sancho Ocho hier zusammen. Es geht wirklich darum, um da einzugreifen. Entschuldigung, Karsten, dass ich dir ins Wort falle, das nochmal ergänzend zu sagen. Die Verpackung ist momentan in einer Transformation. Das ist ganz klar. Und das Ziel ist mit OneBARRIER eine umweltverträgliche Verpackung zu schaffen. Das heißt, entweder auf der einen Seite als Papier, was umweltfreundlich da generell ist, aber auch Folie so herzustellen, dass sie zum Beispiel recycelfähig ist oder vielleicht sogar im Extremfall kompostierbar ist. Und das ist eigentlich das, worauf wir versuchen, ja, die Barriere oder die Folie einzuschalten. Um das jetzt mal ein bisschen einzuordnen für die Techies unter uns, also für die technisch Interessierten: Carolin, die Werte für Wasserdampf und Sauerstoff. ### Wasserdampf- und Sauerstoffbarriere-Werte Du hast eben schon so Begriffe genannt wie Barriere, Hochbarriere. Wo liegen wir denn ungefähr bei Wasserdampf und Sauerstoff? Also, ich möchte mal erst mal definieren. Also wenn wir von Hochbarriere reden und jetzt kommen die Nummern, ja, also die Zahlen, dann haben wir eine Sauerstoffbarriere. Die ist ein Kubikmeter pro Quadratmeter pro Tag oder weniger. Und die Wasserdampfbarriere ist ein Gramm pro Quadratmeter pro Tag oder weniger. Und wenn wir dann von der Ultra-Hochbarriere reden, dann sind wir schon bei 0,1 für beide. Also dann geht es wirklich so wie Aluminiumfolie. Hochbarriere ist quasi, dass man was findet, das die gleichen Barriereeigenschaften hat wie metallisierte Polyesterfolie. Thomas, sind das Barrierewerte, die auch von euren Kunden angefragt werden und die man nicht mehr vielleicht mit Kaschierung machen will? Oder in welche Richtung zielt das eigentlich? Na ja, es ist eine typische Barriere, die gefragt ist, zum Beispiel bei der Kaffeepackung. Aber hier habe ich halt dieses typische Produkt, das ich auf PET drucke, dass ich mit 6 bis 7 Mio Aluminium die Barriere herstelle und dann mit dem letzten aufgeschirrten PE die Lebensmittelechtheit und die Siegelfähigkeit herstelle. Ja, und das ist, und das gilt es im Endeffekt, das ist der Benchmark, diese Hochbarriere, diese unter 0,1, was Carolin gesagt hat. Das ist sicherlich das, was der Markt fragt. Und da wollen wir ohne Aluminium auskommen oder wollt ihr ohne Aluminium auskommen, wie ich das wahrgenommen habe? Und ich habe in eurem Skript bei der Vorbereitung den Begriff Alubond gelesen, Carolin. Vielleicht kannst du da kurz darauf eingehen, was das eigentlich sein soll. Also was wir eigentlich gemerkt haben, ist bei uns eine Standardmetallisierung. Das kann nicht alle Bedürfnisse für den Kunden erfüllen. Also früher ging es wirklich darum, wenn wir Kunden hatten, alles, was sie wollten, war eine schön silberne Folie. Wenn wir mit einem Kunden heute sprechen, dann wollen die gute Haftung, die wollen richtig gute Barriere und es soll natürlich auch alles gleichmäßig sein. Und ein Problem, das häufig aufkommt mit Metallisierung, ist eben, dass die Aluminium nicht unbedingt auf allen Folien sehr gut haftet und häufig in einem Laminat ist es so, dass zum Beispiel, wenn man das, wenn das Laminat fehlschlägt, dass es dann ist, dass die Metallisierung da auch manchmal daran schuld ist. Und mit Alubond haben wir eben einen Prozess entwickelt, bei dem wir wirklich sehr gute Schichthaftung erzielen können mit Metallisierung auf Polyesterfolien, auf PP-Folien. Und unter anderem können wir eigentlich noch die Barriere verstärken. Das kommt natürlich dann wieder ganz auf das Substrat drauf an. Und wir haben auch gesehen, dass es wirklich einen guten Effekt auf die Oberflächenenergie hat. Also auch die können wir dann auf höheren Werten erhalten, was dann wirklich wieder ganz wichtig ist für die Weiterverarbeitung, wenn man kaschiert oder wenn man trocknet. Wie muss ich das einordnen, um da noch ein bisschen Struktur reinzubringen? Wir haben also einmal das Benchmark, haben wir herausgearbeitet, Aluminiumverbundfolie, also richtiges Aluminium. Dann haben wir gerade gesprochen von Metallisierung, ist also eine Aluminiumbedampfung, wenn ich das richtig verstehe. Und dann gibt es ja noch einen dritten Spieler, wenn wir beim Aluminium erst mal bleiben, das Aluminiumoxid. ### Aluminiumoxid durch reaktive Verdampfung Was genau ist das denn? Also Aluminiumoxid ist quasi gemacht in reaktiver Verdampfung. Das heißt, wenn wir hier in unseren Maschinen das Aluminium verdampfen bei circa 1500 Grad, dann führen wir da noch Sauerstoff ein, reagiert. Und dann hat man eine Aluminiumoxid-Schicht und die ist dann eben auch transparent. Also transparent ist ja auch, ich sage mal, gerade der Renner ist wirklich modern. Transparente Barriere, weil man eben das Produkt sehen kann. Es ist wirklich teilweise ganz wichtig für den Kunden zu zeigen, wie gut das Produkt darunter ausschaut. Aber transparent ist auch wichtig in anderen Prozessen, wie zum Beispiel Retort, also im Sterilisationsprozess. Und manchmal ist es eben auch so, dass eigentlich die Transparenz auch so gesehen wird, dass das einfach recyclingfähig ist, auch wenn das nicht unbedingt stimmt. Aber das ist eben so, wie sagt man, das Gefühl, das die Kunden haben. Und dann ja die normale Metallisierung mit Aluminium. Wie gesagt, ohne Sauerstoff dazu. Um so ein bisschen zu unterscheiden, es ist, glaube ich, auch ganz wichtig, sich zu überlegen, wie dick das ist. Also wenn wir zum Beispiel Aloxam, das ist in unserem Bereich so um die 8 bis 10 Nanometer. Für eine Standard-Metallisierung sind wir, sagen wir mal, im Bereich von 40 bis 60 Nanometer. Es kommt eben, wir nennen das die optische Dichte. Also es kommt natürlich darauf an, wie viel man aufträgt. Aber das wird so der Standard sein, was im Markt verwendet wird. Und wenn man natürlich dann hier über Folie spricht, dann sind wir im Mikrometerbereich da 6, 7 Mikrometer. Also es ist schon ein großer Unterschied. Für die, die sich das nicht vorstellen können, Nanometer habe ich neulich gelesen, wächst ein Haar in einer Minute und im ganzen Monat ein Zentimeter. Da hat man mal ein Gefühl, also es ist relativ klein, so ein Nanometer. Vielleicht ist es sogar nur eine Sekunde gewesen, was ein Haar braucht, um einen Nanometer zu wechseln. Wir haben ja immer drei Potenzen dazwischen, zwischen Nanometer und Mikro und Meter. Also das ist schon ganz schön extrem. Jetzt nochmal, dass ich es nochmal besser einordne. OneBARRIER verbindet also Coating, haben wir gelernt, mit diesen alternativen Beschichtungsmaterialien und dann sprecht ihr aber immer von Bedampfung, richtig? Ja, ob das Aluminiumoxid oder Aluminium ist, das ist eine Bedampfung, ja, im Vakuum. Thomas, du als Kaschierer, wo dein Herz ja dafür schlägt, das muss ja bluten. Das heißt, du kannst gar kein Triplex-Verbund mehr machen, oder? Ja, ist gar nicht so richtig, weil wir müssen ja am Ende, da kommen wir vielleicht, da kommt Carolin später vielleicht auch noch mal was zu sagen. Wenn wir Aluminium verdampfen, dann haben wir ja speziell bei Alox ja eine Silikon, ich hoffe, ich sage es richtig, eine Art Glasschicht obendrauf, die sehr spröde ist. ### Polyester-Aluminium-PE Multimaterial-Laminat Und die muss ich ja irgendwo schützen. Das kann ich zum Beispiel wieder mit Kaschieren machen. Und da komme ich wieder ganz groß raus. Carolin, ergänzt ganz kurz, was ist der Unterschied zwischen diesem typischen Polyester-Aluminium-PE-Verbund und einem Verbund, wo er jetzt OneBARRIER zu sagt? Also natürlich, der Hauptnummer ist Polyester-Aluminium-PE. Es ist ein Multimaterial, es ist generell nicht recyclingfähig. Und wenn wir jetzt über OneBARRIER reden, reden wir über unser, wir nennen es OneBARRIER Prime Cycle. Also hier geht es jetzt um MDO-PE, ein Monomaterial. Dann ist das recyclingfähig, natürlich. Man muss das auch noch prüfen. Das muss erst mal gesammelt werden. Also das ist nicht bloß, dass die Folie quasi fertig ist, dass sie recycelt werden kann. Jemand muss das ja auch. Ja, jetzt fällt mir bloß das englische Wort ein. Collection, sorting, recycling. Das muss ja auch alles möglich werden. Nur dann ist etwas wirklich recycelbar. Aber das ist wirklich gemacht, recycling-fähig. Und dann, wenn wir über das Papier reden, da ist das Recycling ja schon alles in Place. Das kann ganz einfach in die Papiertonne. Und es kann recycelbar. Das ist wirklich der Hauptgrund, dass wir hier was haben. Das ist nachhaltig, das ist sustainable. Und kommt diese Recycling-Fähigkeit auch dadurch, dass die Schichten so dünn sind? Oder ist es eine chemische Struktur, die jetzt anders ist, was das ganze Recycling verbessert? Beides. Also erstens mit der Vakuum-Beschichtung. Es ist dünn mit Nanometer. Wir arbeiten hier auch mit Primern. Aber auch hier versuchen wir, die Primer so dünn wie möglich zu halten, dass eben der Monomaterialgehalt relativ hoch ist. Wenn man sich jetzt anhört, was da gerade zu die Regeln sind, da gibt es natürlich Sehflex, da gibt es Recycler. Und das Ziel ist, dass man eben mehr als 90 Prozent bei Gewicht Monomaterial hat. ### Oberflächenqualität und Kratzerempfindlichkeit kontrollieren Und das ist auch, was wir erreichen mit unseren Lösungen auf MDO-PE. Hochspannend. Jetzt haben viele Veredler immer schon kalte Füße, wenn es darum geht. Nanometer, dünne Beschichtung. Und wenn da bei uns mal eine Walze nicht so gut läuft, dann verkratzen wir das. Wir merken das nicht. Ist das berücksichtigt bei eurer Entwicklung mit OneBARRIER? Ist das wirklich so empfindlich, diese dünne Barriereschicht, die ja letztendlich dann für den Produktverderb verantwortlich wäre, wenn sie denn kaputt ginge? Oder wie schätzt ihr das ein von der Verarbeitbarkeit der OneBARRIER? Also ja, im Endeffekt ist es immer noch eine bedampfte Schicht, eine vakuumbedampfte Schicht. AlOx, 80 Nanometer, Aluminium vielleicht 50 Nanometer. Also es ist empfindlich. Das können wir jetzt leider nicht komplett verändern. Natürlich, wenn wir das AlOx beschichten, wir können den Oxidationsgrad ein bisschen verändern und können das dann so flexibel wie möglich machen. Das haben wir auch gemacht. Aber es kommt bei uns bei OneBARRIER auch nicht nur darauf an, dass wir jetzt dann nach der Vakuumbeschichtung aufhören, sondern Thomas hat es ja schon angedeutet. Es geht noch weiter. Also wir schauen uns auch an die Weiterverarbeitung, weil wir eine Komplettlösung liefern wollen. Es ist wirklich, es ist turnkey. Wir wollen unserem Kunden sagen, hier, das sind die Chemikalien, die Coatings, die du verwenden musst und das sind die Maschineneinstellungen. Also ist es wirklich, dass wir auch zeigen können oder was wir wissen ist, wir können diese Materialien weiterverarbeiten, obwohl sie so empfindlich sind. Wir haben da spezielles Kit an unseren Maschinen, an unseren Anlagen und dann verlieren wir die Barriere auch nicht. Aber wie gesagt, man muss, es muss was drauf. Also die Vakuumbeschichtung, die muss, da muss ein Topcoat drauf oder es muss kaschiert werden, dass es eingebettet ist. Das ist so. An dieser Stelle, Karsten, ich würde gerne noch eine Ergänzung machen an dieser Stelle. Wir haben Mitte Juni unser Webinar von OneBARRIER gemacht, wo wir uns speziell auch konzentriert haben auf die Papierbarriere. Wenn wir jetzt mit diesem Podcast noch neugieriger gemacht haben, der hat die Möglichkeit, vielleicht können wir den Link auch irgendwie verlinken mit dem Podcast, Karsten, sich das auch nochmal anzuschauen, weil hier haben wir nämlich dann, hier haben wir nämlich auch eine Präsentation dabei, wo das nochmal erklärt wird und da sieht man auch den Aufbau der Strukturen des Papiers, wo beschichtet wurde, wo die Vakuumschicht drauf ist. Also das könnte eine ergänzende Hilfe sein für diejenigen, die sich da noch weiter jetzt informieren möchten über OneBARRIER. Ganz wichtiger Hinweis. Danke schön dafür, Thomas. Bleibe ich gerne noch bei dem Vertriebskonzept, dass er ja auch eine wichtige Eigenschaft mit sich bringen muss, um so eine neue Technologie in den Markt zu bringen, die ja sich jetzt erst mal rein wissenschaftlich total sinnvoll anhört. ### Prozess und Maschinen-Verkauf mit Knowhow Aber was verkauft ihr jetzt genau? Bleiben wir mal eben beim Plastik, beim Kunststoff. Ihr verkauft den Prozess, die Chemikalien und die Maschine oder kann man bei euch eine metallisierte, mit OneBARRIER ausgerüstete Folie kaufen? Oder wie muss ich mir das vorstellen? Nee, wir verkaufen bloß den Prozess oder die Maschine, die mit dem Prozess ausgestattet ist und wir haben eben dann das Know-how, um zu sagen, was sind die richtigen Einstellungen und wir haben eben unser Ecosystem von unseren Collaboratoren und dann können wir eben auch sagen, okay, mit dem Lack von Hersteller A, B, C funktioniert das. Aber wir selber würden jetzt die Chemikalien, die Lacke nicht verkaufen. Aber wir können die Empfehlung geben, um was wir getestet haben, was funktioniert. Und das Know-how haben wir natürlich sehr lange aufgebaut. Dr. Carolin ist in diesem Prozess seit zwölf Jahren, haben wir festgestellt, wo wir uns zur Vorbereitung dieses Podcasts kurz zusammengesetzt haben. Ich werde alt. Nein, du bist jung. Sich damit schon befasst. Das heißt also wirklich, das Know-how ist im Hause Bobst und wir können auch die Kunden beraten, die vielleicht auch schon Maschinen von uns haben, um nicht gleich neue Maschinen kaufen zu müssen, sondern vielleicht auch ein Upgrade zu machen, um zum Beispiel ein Allox-Kit oder was auch immer benötigt wird, um die Materialien zu verarbeiten, zu retrofitten. Also auch die Option, wenn wir unseren Kunden ansehen. Ich erinnere mich gerade an Gespräche von vor langer Zeit, als ich noch in der Flexpack-Industrie als Entwicklungsingenieur gearbeitet habe und da ging es immer auch darum, beim Veredler, bei demjenigen, der Folie produziert oder bedruckt oder kaschiert, Wertschöpfung zu generieren. Thomas, ist das etwas, was hier durch OneBARRIER auch erhöht wird, weil diese metallisierte Schicht nicht mehr zugekauft wird? Heißt es, er kauft sich bei euch einen Metallisierer, macht das Coating selber und nachher den fertigen Verbund? Die Option hat er, ganz genau. Ich meine, die Metallisierung ist natürlich ein ganz spezieller Prozess, der ja in der Vergangenheit, also ich sage jetzt mal vor drei, vier Jahren, wo wir noch nicht in dieser Transformation der Verpackung waren, eigentlich vorwiegend ein Prozess war, welches den Folienherstellern zugrunde gelegen hat. Also alle, die die Folien extrudiert haben, ob Cast oder nach Blast, hatten auch irgendwo eine Metallisierung, um denen, ihren Kunden, dann entweder diese Folie zu verkaufen oder auch gleich die metallisierte Folie zu verkaufen. Hier, mit diesen neuen Prozessen, wo sich die Kunden ihr eigenes Know-how aufbauen, haben wir wirklich die Option, oder wir merken auch den Prozess bei den Kunden, dass sie in Metallisierung selber gehen und sich dieses Know-how erarbeiten wollen und dann aber auch nichts aus der Hand geben wollen, um hier sich auch einen Vorteil gegen ihren Wettbewerbern zu erarbeiten. Das ist definitiv der Trend. Hoch spannend. Carolin, der Trend zum Papier ist nicht mehr aufzuhalten, hat man manchmal den Eindruck in der Flexpack-Industrie. Was kann OneBARRIER im Papierbereich machen, wenn wir als Substrat, als Trägermaterial, quasi Papier voraussetzen? Also bei OneBARRIER, da haben wir eben unser Inno-Fiber, wie wir heute auch erwähnt haben, wo wir jetzt gerade das Webinar ausgestattet haben. Und was wir hier eigentlich erreichen können, ist sogar die Hochbarriere. Also wir können weniger als ein Gramm bei der Wasserdampfbarriere und weniger als ein Kubikzentimeter bei der Sauerstoffbarriere. Und ja, ich muss sagen, es ist etwas, das für uns wirklich, ich würde sagen, ein Erfolgserlebnis ist. Denn wenn man sich überlegt, Papier hat ja eigentlich gar keine Barriere, wenn man es mal von Anfang an hernimmt. Und das zu erreichen ist schwierig. Das sind etliche Jahre, die da reingegangen sind, um das zu schaffen. ### Papier als Trend im Markt Und um ganz ehrlich zu sein, Papier, wie du gerade schon gesagt hast, ist der Trend. Also wenn ich bloß gucke, wie viel wir vor, sag ich mal, 2019 Papier in unserem Competence Center weiterverarbeitet haben und wie viel wir jetzt haben, jetzt sind es circa 25 Prozent oder sogar mehr, bis 30 Prozent von allen Versuchen sind auf Papier. Und natürlich alles, es geht um Barriere auf Papier. Es ist nicht Papier für Beer Label, es ist wirklich Papier für Barriere. Also der Markt will das. Und deswegen müssen wir eben auch Lösungen anbieten. Ist es denn so, dass Papiersubstrate grundsätzlich dann auch siegelfähig ausgestattet werden von euch oder muss dann doch wieder eine Kaschierung zu einem Kunststofffilm erfolgen, um dann eine versiegelbare Packung herzustellen? Nee, das kann dann natürlich nicht mit unseren Metallisierungsanlagen, aber mit den Maschinen von unseren Kollegen in San Giorgio können dann die Siegelschichten aufgetragen werden. Und das haben wir auch genau mit unserem Inno-Fiber so gemacht. Also wir haben wirklich das ganze Konzept als Turnkey geprüft und dass es funktioniert. Und wir haben auch drauf gedruckt, um ehrlich zu sein. Und wir sind jetzt gerade in der Phase, dass wir da sogar auch Beutelchen draus machen. Also irgendwann gibt es dann auch Proben, wenn uns dann auch Leute hier mal anschreiben wollen. Sobald die Proben da sind, sind natürlich, sind wir ganz fröhlich und werden die auch weiter verteilen, unsere Kunden. Thomas, wo geht die Reise denn hin? Ist das dann nachher ein Papier-Polyethylen-Verbund oder ist das ein Papier-OneBARRIER mit Sieglack oder so etwas? Also ich denke, dass es in die Richtung geht, Papier mit Sieglack. Weil wir dort dann wieder dieses Mono-Material mehr haben. Weil wenn ich Papier jetzt wieder mixe mit PE, dann habe ich wieder die Situation, dass ich das oder die Folie generell erst mal wieder ablösen muss vom Papier. Also somit zum Erstrand. Darf ich mich da schnell einschalten? Ja, also für uns, ja. Wir haben jetzt wirklich hier auch mit Sieglack und wir haben eben auch die Recycling-Fähigkeit getestet. Und da gibt es eine Methode von der Papiertechnischen Stiftung. Das hat uns unser Partner UPM gemacht. Und wir können auch sagen, unser Papier, inklusive von dem Sieglack, inklusive von dem Druck, Over Print Varnish ist komplett recyclebar. Also es sind wirklich gute Ergebnisse. Es kann in den Papier-Recyclingstrom geworfen werden von unseren Kunden. Oder von den Kunden, von unseren Kunden. Ist ja auch genau die Forderung im Moment. Wir haben ja im Moment hauptsächlich den Papierstrom und dann eben beim Plastik den mechanischen Recyclingstrom. Also wo wir also den Kunststoff wieder irgendwie mechanisch und thermisch wieder einschmelzen, um dann neue Granulate draus zu machen. ### Wertschöpfungsquellen für Veredler Und ich habe gerade gelesen, dass auch die Mengen gar nicht ausreichen würde, wenn wir nur one way quasi Papier verwenden würden. Das heißt nicht recyceln würden. Da hätten wir gar nicht genug Papier, um überhaupt alles einzupacken. Also eine ganz spannende Entwicklung, die ihr da habt. Jetzt haben wir gelernt, für den Veredler ergeben sich neue Wertschöpfungsquellen. Wir haben zum einen Plastik oder Kunststoffe, wie man ja im Deutschen wertvoller sagt. Die Möglichkeit, transparente oder aber auch metallisch aussehende Bedampfungen zu machen und die zu kombinieren mit allen möglichen qualitätsverbessernden Schichten. Das Ganze geht auch für Papier. Wir haben hoch und ultrahoch Barrieren. Also eins und kleiner 0,1, sogar wenn es sein muss in dem Bereich. Und alles in Anführungszeichen aluminiumfrei, also ohne Aluminiumfolie. Jetzt gehen wir mal zum Anwender. Was hat denn jetzt ein Abpacker davon, wenn er eure OneBarrier nimmt? Thomas, vielleicht steigst du mal ein als Vertriebsmann. Also idealerweise hat er keinen Unterschied. Er merkt das nicht. Er hat die Abpackmaschinen. Also die müssen es tun. Die müssen, am Ende muss das gut in die Verpackung hereinkommen. Und das muss auf den Maschinen laufen, die er aktuell hat. Sowohl mit den herkömmlichen Materialien, wie aber auch heute mit dem OneBarrier. Carolin, wir haben ja vorhin schon über die Sprödigkeit, die Empfindlichkeit von Barriereschichten gesprochen. Ich weiß es noch. Viele Kunststoffverarbeitenden Abpackmaschinen werden ja heute auch umgerüstet auf Papier. Wir hatten gerade auch einen Inno-Talk dazu, wo es genau darum ging. Da haben wir gelernt von Rovema beispielsweise, dass da andere Formschultern verwendet werden, dass die Bahnspannung angepasst werden müssen, dass das Papier vielleicht auch konditioniert, sprich befeuchtet werden muss, damit es etwas flexibler bleibt. Ist das auch etwas, was man beim Abpacken mit OneBarrier beachten muss? Oder kann man da sagen, naja, wenn du vorher Papier verarbeitet hast ohne OneBarrier und nimmst jetzt Papier mit OneBarrier, dann brauchst du eigentlich nicht viel ändern? Wie muss ich mir das vorstellen? Also vor dem würde ich da zustimmen, ja. Das sollte wirklich genauso sein, dass sich OneBARRIER Papier nicht von einem normalen Papier unterscheidet. Weil wir sprechen ja auch über Barriere-Papiere und Papier. ### Mechanische Eigenschaften und Faserstabilität Die meisten mechanischen Eigenschaften, die werden ja jetzt nicht wirklich ergeben von unseren Schichten, die drauf sind und die mechanischen Eigenschaften kommen jetzt von dem Papier selbst. Wie einzige natürlich, man muss die richtigen Siegellacke einsetzen, dass es halt auch auf den Maschinen fährt. Was ich da nochmal gerne reinschmeißen möchte, ist wirklich, was für uns wichtig ist, obwohl wir jetzt nicht diese Maschinen fürs Abpacken herstellen. Wir hören auch nicht nach dem Kaschieren oder nach dem Drucken auf. Wir machen wirklich da auch immer noch irgendwas draus, also mit OneBARRIER, mit Inno-Fiber. Wir machen auch gerade unsere Beutelchen und auch mit unseren anderen Lösungen zuvor. Ich weiß nicht, ich kann das mal kurz erwähnen. Die haben wir massenweise in unseren Hero Samples. Das haben wir schon 2000. Jetzt helfen wir auf die Sprünge, Thomas. 18 zur K-Messe oder was? 19, 18 oder 19 auf der K-Messe? Ja, da muss man sich mal legen. Ich glaube, 2019 auf der K-Messe vorgestellt. Und es ist wirklich so, wir hören nach dem Kaschieren nicht auf. Wir machen da auch noch Beutel draus und das haben wir den Partnern Italien. Und ja, es ist wichtig und wirklich zu zeigen, dass wir den ganzen Weg mit diesen Lösungen gehen können. Und das ist ja eigentlich auch das Spannende, was wir auch von Bobst kennen, dass sie entlang der gesamten Herstellungs- und auch Abpackprozesse die Qualität im Auge behalten. OneBARRIER erscheint mir ja dann eigentlich wirklich ein zukunftsweisendes Produkt zu sein. Woran arbeitet ihr denn gerade so für die nahe Zukunft? Was kommt als nächstes? Seid ihr im Moment in der Umsetzungsphase? Das heißt, diese ersten Prototypen werden gemacht oder gibt es schon was im Regal? Wie muss ich mir das vorstellen? Welcher Phase der Produkteinführung befindet sich Bobst gerade? So gesehen haben wir gerade mit unserem Webinar quasi ein Release dieser Lösung. Wir müssen natürlich dann Kunden finden, die das dann umsetzen und wichtige Lebensmittel damit verpacken. Und also erst mal müssen die Maschinen gekauft werden. Natürlich, da ist auch großes Interesse von Brandowners da. Aber das dauert, ich denke mal, bis das wirklich auf dem Markt ist, dauert es vielleicht schon noch ein Jahr oder länger. Also jetzt ist es wirklich so, wir haben es getestet, wir haben alles gemacht. Jetzt geht es wirklich zu den Veredlern. ### Schritt-für-Schritt Implementierungsstrategie Diejenigen, die die Maschinen dann kaufen, die müssen das umsetzen und dann können sie die Brandowner kaufen und dann wird es auch im Regal sein für den Normalsterblichen. Thomas, du bist im Vertrieb. Ich bin jetzt mal angenommen Veredler. Ich möchte jetzt OneBARRIER haben. Wie gehe ich vor? Kaufe ich jetzt bei dir sofort eine Metallisierung oder wie geht das? Das kann ja nicht der Weg sein, oder? Das wäre der Idealweg für uns. Aber es ist richtig. Wir reden natürlich auch hier über Investitionen auf der einen Seite, über Platzbedarf etc. Das gehört ja alles dazu. Aber im Endeffekt ist es so, wenn jemand OneBARRIER möchte, wir zeigen den Prozess, den wir entwickelt haben und er muss für sich wissen und für seine Kunden eventuell das Produkt auch validieren, ob seine Kunden dieses überhaupt so akzeptieren. Deswegen ist der erste Schritt und das ist der häufigste Schritt, ist, dass die Kunden mit ihren Papieren zu uns kommen. Das heißt, sie geben uns ein oder zwei Rollen zur Verfügung. Wir machen die OneBARRIER-Applikation auf das Material in Kombination in San Giorgio mit den Coating-Maschinen und in Manchester mit den Metallisiermaschinen. Und dann kriegt der Kunde am Ende entweder ein DIN-A4-Sample oder eine ganze Rolle zurück, so wie er es braucht. Und dann geht er den weiteren Prozess. Bedampft ist eventuell, validiert ist mit seinen Kunden und das sind definitiv die ersten Schritte. Und danach hinaus ist halt dann die Frage, macht es schon Sinn, sich eine Metallisierung anzuschaffen? Sind die Volumine dahinter oder gehe ich dann vielleicht über einen Verarbeiter, der mir das Material metallisiert im ersten Schritt, auch das gibt es. Genau. Das heißt, man könnte also auch ein, sag mal, bedampftes Material von einem Dritten kaufen und dann zum Beispiel den Rest der Veredelung, sprich das Coating, im eigenen Haus machen. Das wäre ja auch ein mögliches Szenario. Carolin? Theoretisch schon, aber in unserem Fall muss ich nur sagen, dass das Coating ja für Primes, das ist ja eigentlich das wichtige Coating, ist bevor die Verdampfung. Also weil es ja um den Primer geht, also der die richtigen Eigenschaften hat, dass die Oberfläche vorbereitet wird für die Verdampfung. Man würde es also nicht so machen, dass jetzt einer seine Monoaxialfolie bläst, die monoaxial verstreckt, das ist ja in one stroke, sozusagen in einem Arbeitsgang, dann quasi die Beschichtung draufmacht und dann zu einem Metallisierer bringt, der metallisiert und holt sie zurück. Das wäre ja kein Case, den ihr empfehlt, sondern ihr würdet sagen, alles in einem Haus oder eben zukaufen oder wie? Theoretisch ist das schon möglich. Wir können natürlich auch Kunden empfehlen von unserer Seite, die quasi so toll Metallisieren anbieten. Gibt es ja nicht mehr so viele. Das wäre schon möglich, wenn jemand jetzt noch nicht investieren kann oder möchte in eine Metallisierung. ### Richtiges Papier für optimale Barriereleistung Das ist theoretisch möglich. Natürlich für uns das Beste ist, wenn da ein Package dabei herauskommt, wo eine Metallisierungsanlage und eine Nassbeschichtungsanlage gekauft wird. Um ganz ehrlich zu sein. Was ich noch kurz davor hinzufügen möchte, auch jetzt zum Papier, also wer sich heute das Webinar angeguckt hat, was wirklich ganz wichtig ist beim Papier: es ist OneBARRIER, das heißt, die Beschichtung funktioniert nicht auf jedem Papier. Es kommt auch wirklich auf das richtige Papier drauf an, dass man die richtige Barriere erreicht. Also es ist nicht bloß der richtige Primer, die richtigen Vakuumbeschichtungen, das ist auch das richtige Papier, das dazu kommen muss. Wovon hängt das ab? Ist das die Oberflächenstruktur des Papiers, die Festigkeit, die Glätte? Was sind das die Hauptparameter? Es gibt auch Papiere verschiedene Eigenschaften bezüglich der Flexibilität, wie sich das verhält und eben dann auch die Oberfläche, dass die unseren Primer gut aufnimmt, dass die sehr glatt ist. Natürlich, wenn es nicht so glatt ist, dann müssten wir wahrscheinlich mehr auftragen, aber das hat natürlich einen Effekt auf die Recyclingfähigkeit und den Verbrauch und die Kosten. Also da spielt viel rein, aber das richtige Papier ist wirklich key, dass hier auch die richtige Barriere im Endeffekt erreicht wird. Thomas, an dich vielleicht noch als abschließende Frage. Papier mit so einer guten Barriere, ohne Plastik, ohne Kunststoffbarriere oder ohne Aluminium oder so etwas, gibt es ja kaum. Es gibt Werbeprospekte, wo es drin steht, dass das gäbe, auch wenn ich jetzt ins Regal wirklich reingucke, beim Discounter zum Beispiel, wo die großen Mengen gedreht werden, gibt es ja eigentlich kein Papier mit einer Ultra-Hochbarriere im Moment. Es sei denn, es ist eine PVDC-Beschichtung drauf oder so etwas, was wir alles nicht mehr wollen. Hast du denn jetzt mehr Anfragen aus dem Kunststoffbereich für OneBARRIER? Ist das eher der Fokus oder ist es wirklich dieses Papier mit der hohen Barriere, was ich vermute, wo ja eigentlich die Post abgehen müsste, wenn ich das so höre? Das ist doch so. Also die Brand-Owner sind sicherlich diejenigen, die auch in diese Richtung drücken und auch bei uns nachfragen, was heute überhaupt technisch möglich ist. Und dementsprechend sind dann auch unsere direkten Kunden diejenigen, die dieses Produkt haben möchten. Also es geht eindeutig in Richtung Papier. Und das ist ja auch ein Trendthema. Ich weiß nicht, die letzte Fachpack, kann ich mich erinnern, die noch physisch war, also nicht die letzte, sondern die 18 oder 19 war. Da gab es ja mittlerweile auch Folien-Verpackungen, die hatten so einen haptischen Lack aufgebracht, so eine Art Papier-Touch, um auch einfach, es war wirklich eine PET-Verpackung, um dieses Papier zu simulieren, um dem Verbraucher theoretisch zu suggerieren, dass ich hier eine umweltfreundliche Verpackung habe. Und dieser Trend geht jetzt weiter. Jetzt sind wir schon so weit, dass wir zumindest aktuell in diesem Jahr vorgestellt haben, dass wir so eine Verpackung auch herstellen können. Aber du hast richtig gesagt, diese Verpackung gibt es heute noch nicht im Regal, weil wir mit dieser Lösung auch jetzt erst in diesem Jahr das aktuell an den Markt gebracht haben. Dann ganz kurz was zu sagen, weil du gerade gesagt hast, ohne Hochbarriere auf Papier ist es Hochbarriere. Also die marktischen Zahlen sind eins und eins. Es ist nicht ultrahoch, also nicht wie Aluminiumfolie. Leider. ### PVC und PVDC-Alternativen am Markt Also das sind wir noch nicht ganz dran. Aber selbst in dem Bereich seid ihr noch sehr alleine. Ich sage mal, wenn man von Sauerstoff-Barriere unter 1 mit Papier redet, dann wird die Luft sehr dünn und die Auswahl sehr gering. Das muss man einfach sagen. Und im Regal muss ich sagen, kenne ich nichts, außer wie gesagt, die bösen Buben mit PVC und PVDC. Da kann man natürlich was machen. Aber das ist ja das, was keiner mehr möchte. Gerade im Papierrecycling will man das nicht mehr haben. Und von daher seid ihr da sicherlich. Der Sauerstoff ist schon sehr nah. Ist schon um die 0,1. Aber wir sprechen jetzt natürlich hier nicht. Wir sprechen immer noch von einer flachen DIN-A4-Folie, die gemessen wird. Natürlich, da kommt noch der ganze Einfluss, wenn es mal umgeformt wird in den Beutel. Vierfach versiegelt. Also Four-Sight-sealed. Ich rede jetzt einfach Englisch oder Three-Sight-sealed. Das hat ja auch noch einen Einfluss, wie die Barriere dann da weiter erhalten wird. Aber ich wollte immer nur sagen, also man kann schon fast die Ultrahochbarriere beim Sauerstoff, beim Wasserdampf ist das mit Papier noch nicht noch ein bisschen schwieriger, weil Papier doch sehr empfindlich ist gegenüber Feuchte. Vielleicht ganz kurze abschließende Runde noch an euch beide. Thomas, was würdest du dir denn wünschen an Anfragen? Welche Kunden sprecht ihr im Moment konkret direkt an? Wer muss jetzt quasi das Eis brechen? Wer muss der Erste werden? Ist es der Handel? Ist es die Marke? Ist es der Veredler? Wo seid ihr unterwegs? Was, glaubt ihr, würde jetzt dieser wirklich fantastischen Entwicklung zum Durchbruch verhelfen? Das ist der Handel, der es fordern muss, und der Veredler, der es produzieren kann. Carolin, du sprichst mit den Technikern vor Ort. Was sind die höchsten Hürden, die ihr erst mal nehmen müsst, damit das Produkt wirklich auch in die Regale gelangt? ### Zukunftsperspektive: Wird alles Papier? Sei mal ehrlich. Also ich glaube, was jetzt eben weiter noch sehr viel kommt, ist, wirkt das mal wie die Barriere, die jetzt als Flat Sheet, die wir haben, wie die erhalten bleibt, wenn das Ganze dann mal über sämtliche Anlagen läuft. Und da ist auf jeden Fall Papier um einiges schwieriger als jetzt eine Folie, was heißt Folie, mit Polyester, mit PP, von der Siegelfestigkeit, all diese Sachen, ist es viel schwieriger, wenn man jetzt eine extrusionsextrudierte Folie hat oder eben einfach einen Siegellack, der aufgetragen wurde auf Papier. Also da, ich glaube, da kommt noch einiges, was es dann über das, was wir testen können, hinausgeht und was eben dann auch der Veredler machen muss, zusammen wahrscheinlich mit den Brand-Ownern, dass das wirklich auch marktfähig ist und im Regal landet. Carolin, wir haben jetzt viel über Papier gesprochen. Wird jetzt alles Papier oder wie schätzt du das ein, auch aus Lebensmittelsicht? Was ich wirklich wichtig finde, ist, dass die Leute jetzt hier nicht anfangen, alles Plastik zu verteufeln. Man kann nicht alles mit Papier ersetzen. Es wird nicht möglich sein, auf Papier alles zu erreichen, was jetzt eine flexible Plastikverpackung kann. Wenn man sich in der Verpackung anguckt, da ist ein Grund dahinter, dass da Polyethylen, dass da Polyester, dass da Polyamid und dass da eine Aluminiumfolie drin ist. Und das jetzt die gleichen Eigenschaften, hinsichtlich Mechanikereigenschaften und eben auch, dass man das Produkt beschützt, dass man eben auch einen Haltbarkeitsraum hat, das zu erreichen. Es ist nicht so einfach. Da gehen wirklich Jahre lang R&D rein, um das zu erreichen. Und ob es dann auch mal wirklich erreicht wird, das komplett für, sag ich mal, für so ein paar High-End-Anwendungen wie Retort zu schaffen, wer weiß. Also das wird schwierig. Aber bitte, bitte sagt nicht, dass alles plastikböse ist, weil das ist meiner Meinung nicht der Fall. Thomas, wir sehen uns im November bei der Drucktagung in Osnabrück. Was wirst du präsentieren? Das ist etwas anderes als OneBARRIER, oder? Ja, das ist was anderes als OneBARRIER, aber dennoch soll es auch hier in Richtung Sustainability, also Nachhaltigkeit gehen. Und in diesem Fall habe ich mir ein Thema vorgenommen, über ECG zu sprechen, speziell auf Tiefdruckmaschinen, also unter unserem Box-Motto One ECG. Lasst euch überraschen. Ich werde mich ordentlich vorbereiten und freue mich dann auf interessante Fragen. Ganz herzlichen Dank in diesem Sinne. Tschüss, bis zum nächsten Mal. Danke. Dankeschön, Karsten. Weitere Informationen rund um das Thema OneBARRIER finden Sie in den Show Notes. Wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative für mehr Flex-Pack-Wissen werden wollen, melden Sie sich gerne bei mir. Mein Name ist Karsten Schröder, ks at innoform.eu. Bis zum nächsten Mal. Tschüss. **Kategorien:** Barrierefolien, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung **Schlagwörter:** carolin_struller --- ### [Guido Aufdemkamp von Flexible Packaging Europe zu den Hintergründen des Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-von-flexible-packaging-europe-zu-den-hintergruenden-des-inno-meeting-europe/) **Published:** August 21, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Ein Interview von Karsten Schröder mit Guido Aufdemkamp* **… „*das eigentliche Ziel ist der Kampf gegen den Klimawandel* …“** Guido, wir haben seit Jahren darüber diskutiert, warum es das Inno-Meeting in Osnabrück nur in deutscher Sprache gibt. Es hat sich im deutschsprachigen Raum als echter Branchentreff etabliert. Mittlerweile reiht Innoform sogar einige Ableger in die Marke Inno-Meeting ein und benutzt sogar eine eigene Website dafür [www.inno-meeting.eu](http://www.inno-meeting.eu/) . Nun gibt es das erste europäische Inno-Meeting Europe in englischer Sprache in Berlin. Welche Intention verfolgt der europäische Flexpack-Verband mit dieser Kooperation mit Innoform? *Ein europäischer und offener Branchentreff stellt eine tolle Ergänzung zu unseren zahlreichen Verbandsforen, die nur für Mitglieder zugänglich sind, dar. Da der Schwerpunkt unserer Aktivitäten in Europa liegt, kooperieren wir mit Innoform, um bald die Premiere des ersten europäischen Branchentreffs des gesamten flexiblen Verpackungssektors inklusive Zulieferern und Kunden der eigentlichen Hersteller zu erleben.* Die Inno-Meetings in deutscher Sprache sind geprägt von technischen Themen und Schwerpunkten. Beispiele hierfür sind Standbeutel, Drucktagung, Barrieretagung und viele mehr. Wo liegt der Fokus konzeptionell beim europäischen Blick auf die Branche im Inno-Meeting Europe? *In allererster Linie geht es um die ganzheitliche Betrachtung der Wertschöpfungskette rund um flexible Verpackungen. Daher freut es uns sehr, dass die zahlreichen Referenten wirklich die Vielfalt der Branche abbilden. Wir sind überzeugt, dass wir eine tolle Plattform sowohl für Wissensvermittlung als auch für aktive Diskussionen zwischen den Akteuren bieten werden*. Die Zielgruppe des europäischen Inno-Meetings unterscheidet sich nicht nur regional von der der deutschsprachigen Tagungen. Wen sprecht ihr konkret an? *Wie bereits gesagt, der eine große Unterschied ist die Europäisierung des Inno-Meeting-Ansatzes, welche übrigens dem Status der Branche entspricht, die seit vielen Jahren den europäischen Binnenmarkt aktiv lebt. Der andere ist die Nicht-Fokussierung auf Teilbereiche, sondern die **ganzheitliche Betrachtung** der Wertschöpfungskette flexibler Verpackungen, Rohstoff- und Maschinenhersteller, Converter, Abfüller, Handel und Verwerter. Dieser totale Blick auf die Branche mit ihren vielen Akteuren wird das Inno-Meeting Europe zu einem einzigartigen Treffpunkt machen.* Der Inno-Talk Europe – das Online-Format des Innoform Branchentreffens im 4-Wochen-Rhythmus – findet am 16. September 2022 zum dritten Mal statt Welche Rolle spielen die Inno-Talks Europe in diesem Gesamt-Angebot mit Innoform und FPE? Die Namensähnlichkeit kann ja kein Zufall sein. *Der Inno-Talk Europe als digitale Plattform ist das logische unterjährige Gegenstück zur Präsenzveranstaltung Inno-Meeting Europe. Wobei hier nicht Gegensatz, sondern Ergänzung gemeint ist. Aufgrund der limitierten Möglichkeiten von Präsenzveranstaltungen während der Pandemie hatte der Inno-Talk Europe bereits die Gelegenheit, sich innerhalb der Branche zu etablieren. Genau das möchten wir nun auch mit dem Inno-Meeting Europe erreichen.* Worum wird es inhaltlich beim ersten Inno-Meeting Europe hauptsächlich gehen? **Flexpack & Climate Change** heißt der Titel – aber was verbirgt sich dahinter? *Recycling oder Kreislaufwirtschaft mögen die großen Themen unserer Zeit sein, aber das eigentliche Ziel ist der Kampf gegen den Klimawandel. Fast alles andere sind lediglich Mittel und Wege, um den Klimawandel aufzuhalten. Wenn das große Ganze außer Acht gelassen wird, ist das leider allzu häufig mit unerwünschten Nebenwirkungen verbunden. Flexible Verpackungen sind mit Abstand die Ressourcen schonendste Art, vor allem Lebensmittel zu schützen – somit ein guter Baustein gegen den Klimawandel. Aber es gibt noch einige Hausaufgaben zu bewältigen, um flexible Verpackungen weiter zu verbessern. Das betrifft neben der Materialoptimierung vor allem die Verwertung der eingesetzten Materialien, für die bereits einige vielversprechende Technologien existieren und weiterentwickelt werden. All das und vieles mehr wird beim Inno-Meeting Europe präsentiert und hoffentlich kontrovers diskutiert werden.* [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/08/Inno-Meeting-Banner_1200x150px-1024x128.jpg)](https://www.inno-meeting.de/)### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Inno-Meeting Europe und FPE](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-und-fpe/) - [Das Inno-Meeting Europe – am Puls der Zeit](https://inno-talk.de/das-inno-meeting-europe-am-puls-der-zeit/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Biofolien, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Flexodruck, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Standbeutel, Thermofomen/Tiefziehen, Tiefdruck, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Folienverpackung, Guido_Aufdemkamp, IE-10-22, Karsten_Schroeder, Umwelt --- ### [Guido Aufdemkamp from Flexible Packaging Europe on the background to the Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-from-flexible-packaging-europe-on-the-background-to-the-inno-meeting-europe/) **Published:** August 22, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** An interview with Guido Aufdemkamp by Karsten Schröder ***… „the real goal is the fight against climate change“…*** Guido, we have been discussing for years why the Inno-Meeting in Osnabrück only exists in German. It has established itself in the German-speaking region as a real industry meeting. In the meantime, Innoform has even added some offshoots to the Inno-Meeting brand and even uses its own website for this [www.inno-meeting.eu](http://www.inno-meeting.eu) . Now the first English-language Inno-Meeting Europe takes place in Berlin. What is the intention of the European Flexpack Association with this cooperation with Innoform? *A European and open industry meeting is a great addition to our numerous members-only association forums. As the focus of our activities is in Europe, we are cooperating with Innoform to soon premiere the first European industry meeting of the entire flexible packaging sector including suppliers and customers of the actual manufacturers.* The Inno-Meetings in German are characterised by technical topics and focuses. Examples are stand-up pouches, printing as well as barrier conferences and many more. Where is the conceptional focus of the European view of the industry at Inno-Meeting Europe? *First and foremost, it is about the holistic view of the value chain around flexible packaging. Therefore, we are very pleased that the numerous speakers really represent the diversity of the industry. We are convinced that we will provide a great platform for both knowledge transfer and active discussions between the players.* The target group of the European Inno-Meeting differs not only regionally from that of the German-speaking conferences. Who are you specifically addressing? As already said, one major difference is the Europeanisation of the Inno-Meeting approach, which incidentally corresponds to the status of the industry, which has been actively living the European single market for many years. The other one is the non-focus on sub-sectors, but the holistic view of the value chain of flexible packaging, raw material and machine manufacturers, converters, fillers, retailers and recyclers. This overall view of the industry with its many players will make Inno-Meeting Europe a unique branch meeting. Inno-Talk Europe – the online format of the Innoform industry meeting every 4 weeks – will take place for the third time on 16 September 2022 What role do Inno-Talks Europe play in this overall offer with Innoform and FPE? The similarity in names cannot be a coincidence. *Inno-Talk Europe as a digital platform is the logical counterpart to the face-to-face event Inno-Meeting Europe. What is meant here is not a contrast, but a complement. Due to the limited possibilities of face-to-face events during the pandemic, Inno-Talk Europe already had the opportunity to establish itself within the industry. This is exactly what we would like to achieve with the Inno-Meeting Europe.* What will be the main focus of the first Inno-Meeting Europe? Flexpack & Climate Change is the title – but what does it really mean? *Recycling or circular economy may be the important issues of our time, but the real goal is fighting climate change. Almost everything else is merely ways and means to stop climate change. Unfortunately, when the big picture is disregarded, it is all too often associated with undesirable side effects. Flexible packaging is by far the most resource-efficient way to protect food in particular – thus an essential component against climate change. But there is still some homework to be done to further improve flexible packaging. Apart from material optimisation, this concerns above all the recycling of the materials used, for which some promising technologies already exist and are being further developed. All this and much more will be presented and hopefully controversially discussed at the Inno-Meeting Europe.* [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/08/Inno-Meeting-Banner_1200x150px-1-1024x128.jpg)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/08/Inno-Meeting-Banner_1200x150px-1.jpg)Info and registration: ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Das Inno-Meeting Europe – am Puls der Zeit](https://inno-talk.de/das-inno-meeting-europe-am-puls-der-zeit/) - [Inno-Meeting Europe und FPE](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-und-fpe/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Biofolien, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Flexodruck, Folienherstellung/Veredelung, Standbeutel, Thermofomen/Tiefziehen, Tiefdruck --- ### [Inno-Meeting.de und Inno-Talk.de jetzt live](https://inno-talk.de/inno-meeting-de-und-inno-talk-de-jetzt-live/) **Published:** August 24, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Zwei neue Seiten für mehr Flexpackwissen für Entscheider in zwei Sprachen. Die Seite [www.Inno-Talk.de](http://www.Inno-Talk.de) ist schon seit Beginn 2021 online. Diese wird für die Inno-Talk Events fleißig genutzt und ständig perfektioniert. Bisher gab es über **7000** Registrierungen für den Inno-Talk. Deutschsprachige und Englische Talks wechseln sich ab. Nun gibt es auch [www.Inno-Meeting.de](http://www.inno-meeting.de). Warum machen wir das? Inno-Talk und Inno-Meeting werden zukünftig für Supporter und Sponsoren zusammen angeboten. Aber nicht nur das! Teilnehmer genießen nun auch bei den Inno-Meetings die Möglichkeit der Online-Teilnahme. Diese Option heißt bei uns Livestream. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/08/logo.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/08/logo.png)[www.inno-talk.de](http://www.inno-talk.de/)[![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/08/MicrosoftTeams-image-4.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/08/MicrosoftTeams-image-4.png)[www.inno-meeting.de](http://www.inno-meeting.de/) [ ](http://www.inno-meeting.de)Für beide Web-Seiten nutzen wir die Technologie von [www.eveema.com](http://www.eveema.com). Diese Technik ermöglicht nicht nur perfekte Live-Video-Streams – das können viele – sondern auch echte Interaktion zwischen Referent\*innen und Teilnehmer\*innen. Zusätzlich können Livestream-Teilnehmer und Vor-Ort-Präsenz-Teilnehmer untereinander per Privat-Chat Kontakt aufnehmen. Hilfreich dabei sind nicht nur Teilnehmer-Kontakt-Fotos und Firmenlogos, sondern auch die Live-Suche nach Firmen, Namen, Funktionen, Regionen u.v.m.. Beide Domains sammeln Events gleicher Zielgruppen und bündeln gleiche Formate, - die kostenlosen Online **Inno-Talks**, die alle vier Wochen acht Mal jährlich stattfinden und ca. eine Std. live produziert werden, und - die kostenpflichtigen hybriden **Inno-Meetings**, die viermal jährlich als Präsenz-Events angeboten werden und zweitägig stattfinden. So können auch Entscheider der Flexpack Branche, die terminlich eng eingebunden sind, bei Inno-Meetings den Livestream nutzen, um nichts zu verpassen und Kontakte aus der Ferne zu pflegen und Trends live aus erster Hand einordnen zu können. Alle diejenigen, die sich in den letzten Jahren nach persönlichem Austausch gesehnt haben, können nun wieder vor Ort das typische, kollegiale Innoform Flair genießen. Zudem bieten wir sympathische Rahmenprogramme und exklusive Verpflegung. Zwischen den Inno-Meetings finden dann die Inno-Talks statt, die in kleineren Sequenzen die großen Inno-Meetings vor- und nachbereiten. Neu bei diesem Konzept ist das Sponsoring, auf das insbesondere der Inno-Talk angewiesen ist, da die Online-Teilnahme bisher kostenlos angeboten wird. Dies tun wir auch, um die beachtliche Reichweite von jährlich 4000+ Flexpack Fans zu erzielen! Supporter, egal ob für Inno-Meeting oder Inno-Talk, profitieren von beiden Formaten und können ihre Marke stärken, von besonderen Leistungen wie Lead-Generierung und Zusatzleistungen wie Direktmailings und Fachartikeln profitieren. Zögern Sie nicht, einen Blick auf das nächste Inno-Meeting in Berlin zu werfen: [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/08/Inno-Meeting-Banner_1200x150px-1024x128.jpg)](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/08/Inno-Meeting-Banner_1200x150px.jpg)[www.inno-meeting.de](http://www.inno-meeting.de)### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Guido Aufdemkamp von Flexible Packaging Europe zu den Hintergründen des Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-von-flexible-packaging-europe-zu-den-hintergruenden-des-inno-meeting-europe/) - [Inno-Meeting.eu and Inno-Talk.eu now live](https://inno-talk.de/inno-meeting-eu-and-inno-talk-eu-now-live/) **Kategorien:** Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten **Schlagwörter:** IE-10-22 --- ### [Inno-Meeting.eu and Inno-Talk.eu now live](https://inno-talk.de/inno-meeting-eu-and-inno-talk-eu-now-live/) **Published:** August 29, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Two new pages in two languages for more flexpack knowledge for decision-makers. The website [www.Inno-Talk.eu](http://www.Inno-Talk.eu) has been online since the beginning of 2021. It is mainly used for the Inno-Talk events and is constantly being optimised. So far there have been over **7000** registrations for the Inno-Talk. German- and English-language talks alternate. Now there is also the website [www.Inno-Meeting.eu](http://www.Inno-Meeting.eu) available. Why are we doing this? Inno-Talk and Inno-Meeting will be offered together for supporters and sponsors in the future. But not only that! Now participants also enjoy the option of online participation at Inno-Meetings. This option is called Livestream with us. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/08/logo-1.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/08/logo-1.png)www.inno-talk.eu[![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/08/MicrosoftTeams-image-4-1.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/08/MicrosoftTeams-image-4-1.png)www.inno-meeting.euWe use the technology of www.eveema.com for both websites. This technology not only enables perfect live video streams – many can do that – but also real interaction between speakers and participants. In addition, livestream participants and on site participants can contact each other via private chat. Not only participant contact photos and company logos are helpful here, but also the live search for companies, names, functions, regions and many more. Both domains collect events of the same target groups and bundle the same formats - the free online **Inno-Talks**, which take place every four weeks eight times a year and are presented live for about one hour and - the hybrid **Inno-Meetings**, which are offered four times a year as face-to-face events and take place over two days. This means that decision-makers in the flexpack industry who have a tight schedule can also use the livestream at Inno-Meetings so that they do not miss anything and can maintain contacts from a distance and experience trends live at first hand. All those who have longed for personal exchange in recent years can now enjoy the typical, collegial Innoform atmosphere on site again. In addition, we offer congenial social programmes and exclusive catering. Between the Inno-Meetings, the Inno-Talks take place which prepare and follow up the large Inno-Meetings in smaller sequences. What is new about this concept is the sponsoring on which Inno-Talk in particular relies on, as online participation was previouly free of charge. We also do this to reach the considerable number of 4000+ Flexpack fans annually! Supporters, both for Inno-Meeting and Inno-Talk, benefit from both formats and can strengthen their brand, benefit from special services such as lead generation and additional services such as direct mailings and professional articles. Do not hesitate to take a look at the next Inno-Meeting in Berlin: [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/08/Inno-Meeting-Banner_1200x150px-1-1024x128.jpg)](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/08/Inno-Meeting-Banner_1200x150px-1.jpg)[www.inno-meeting.eu](http://www.inno-meeting.eu) ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Guido Aufdemkamp von Flexible Packaging Europe zu den Hintergründen des Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-von-flexible-packaging-europe-zu-den-hintergruenden-des-inno-meeting-europe/) - [Das Inno-Meeting Europe – am Puls der Zeit](https://inno-talk.de/das-inno-meeting-europe-am-puls-der-zeit/) **Kategorien:** Entsorgung / Recycling --- ### [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) **Published:** August 29, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Das letzte Inno-Meeting fand in Würzburg im Juni 2022 statt – hier eine Zusammenfassung: Es war heiß in Würzburg. Aufgrund der Pandemie wurden alle Pläne durcheinander gewürfelt, und wir mussten in ein Festzelt ausweichen. Dass es Ende Juni schon deutlich über 30° C werden würde, hatten wir nicht erwartet, und wir mussten schwitzen – aber es hat sich gelohnt. Für alle, die nicht dabei waren, haben wir hier das Finale – etwas gekürzt – zusammengeschnitten. Für alle, die sich für das Thema interessieren und die Tagung oder einzelne Vorträge daraus nachhören und die Unterlagen bestellen möchten, besteht hier die Möglichkeit, die Lizenz dafür zu erwerben: [Event-Details anzeigen](https://www.innoform-coaching.de/site/event/detail.php?event_id=1151) Für alle, die der englischen Sprache mächtig sind, empfehlen wir das Inno-Meeting Europe in Berlin. Dort werden internationale Unternehmen mit Referenten aus Forschung, Entwicklung und Produktmanagement über ***Flexpack & Climate Change*** diskutieren – schauen Sie sich die [Agenda](http://ie.innoform.de) an. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/08/Inno-Meeting-Banner_1200x150px-1024x128.jpg)](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/08/Inno-Meeting-Banner_1200x150px.jpg)### Verwandte Episoden - [Nachlese Fachtagung „Umweltgerechte Kunststoffverpackungen“](https://inno-talk.de/fachtagung-umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen – Umdenken = Neudenken](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen-umdenken-neudenken/) - [Inno-Meeting „Umweltgerechte Kunststoffverpackungen“ am 23. und 24. Juni 2022 in Würzburg](https://inno-talk.de/inno-meeting-umweltgerechte-verpackungen-am-23-und-24-juni-2022-in-wuerzburg/) **Kategorien:** Barrierefolien, Biofolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung **Schlagwörter:** Karsten_Schroeder --- ### [Frank Jacobs von XEIKON zu Toner- und Inkjet Digitaldruck](https://inno-talk.de/frank-jacobs-von-xeikon-zu-toner-und-inkjet-digitaldruck/) **Published:** September 1, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** [Frank Jacobs](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=81772) von XEIKON berichtet in dieser Episode über Digitaldruck. Im speziellen sprechen wir über Inkjet und Toner-Technologien. XEIKON hat einen neuen Toner entwickelt, der die Vorteile von Inkjet mit denen von Toner kombiniert. Der besonders kratzfeste und thermisch sowie chemisch stabile TITON Toner braucht z. B. keinen Lack auf Papier zum Druckschutz. Toner-Systeme insgesamt zeichnen sich durch bessere lebensmittelrechtliche Eignung aus. Das hat mit der Basischemie zu tun. Im Toner hat man weniger bis keine kurzkettigen Moleküle oder Monomere. Beim Inkjet, auch wenn die Tinte später ausgehärtet wird, besteht immer das Risiko von Restmonomeren. Diese können nicht nur lebensmittelrechtlich bedenklich sein, sondern auch die Performance der bedruckten Schicht negativ beeinflussen. So sind Siegelbeständigkeit, Abriebfestigkeit und vieles mehr von Toner-Systemen mit TITON signifikant besser. Das Digitaldruckverfahren der Wahl ergibt sich daher immer von der Anwendung her. In vielen Fällen spielt Inkjet seine Stärken aus und an anderen Einsatzgebieten punktet die Toner-Technologie. Wichtig ist, dass allen digitalen Druckverfahren eines gemein ist: Druckbilder kommen schneller an den Markt (time to market) und ermöglichen eine Vielzahl von digitalen Geschäftsmodellen. Auch simple Vorteile wie das direkte hintereinander Drucken verschiedener Jobs ohne Stillstand machen den Digitaldruck attraktiv. Beide Verfahren ergänzen die klassischen Massendruckverfahren Tief-, Flexo- und Offsetdruck ideal. Klicken und gleich hören und abonnieren Auch abrufbar auf vielen anderen Plattformen wie: - [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) - [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) - [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk?refMarker=null) ### Verwandte Episoden - [Inkjet ist für Flexpack das Verfahren der Wahl für den Einstieg in den Digitaldruck, sagt Dr. Thomas Lehnen](https://inno-talk.de/inkjet-ist-fuer-flexpack-das-verfahren-der-wahl-fuer-den-einstieg-in-den-digitaldruck-sagt-dr-thomas-lehnen/) - [Podcast: Digitaler Inkjet-Druck ermöglicht der Flexpack-Industrie den Anschluss an die Digitalisierung](https://inno-talk.de/podcast-digitaler-inkjet-druck-ermoeglicht-der-flexpack-industrie-den-anschluss-an-die-digitalisierung/) --- ### Alle Episoden abonnieren [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [Apple Podcasts](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Folienwissen Spezial, der Innoform Podcast zum Inno-Talk. Ich begrüße Frank Jacobs von XEIKON, einer Tochter von Flint Group im Innoform Podcast zum Inno-Talk. Wir sprechen über die beiden Digitaldruckverfahren Inkjet und Toner-Technologie und haben auch noch ein paar Neuigkeiten zum neuen Toner Titan mit im Gepäck. Wir diskutieren, wann welches System sinnvoll ist, wer welche Schritte gehen soll, wenn er sich für den Digitaldruck interessiert und warum die Digitaldruck-Technologien die klassischen Druckverfahren ideal ergänzen. Hören Sie rein in diese spannende Episode mit Frank Jacobs. Herzlich willkommen im Innoform Podcast, Frank Jacobs. Frank, wir wollen erst mal ein bisschen über dich erfahren. Schön, dass du da bist, erst einmal. Dankeschön für die Einladung, Karsten. Wir haben uns entschieden, diesen Podcast auch in Deutsch zu machen, weil Innoform mit den deutschen Podcasts im Moment punktet. Es gibt auch englische Podcasts, aber wir machen es in Deutsch. Das ist nicht deine Muttersprache, aber ich freue mich drauf. Du sprichst sehr fließend. Bevor wir loslegen, Frank, du hast ja studiert und danach sogar als Professor gearbeitet, habe ich gesehen. Was genau hat es damit auf sich? Was hast du studiert und was hast du danach gemacht? Also Ausbildung, ich bin Ingenieur und nach der Ingenieur-Ausbildung habe ich eigentlich dreieinhalb Jahre Professor gemacht in einer Technischen Hochschule in Belgien und da habe ich Mathematik, Physik und Regeltechnik und so, all diese Kurse habe ich gemacht für dreieinhalb Jahre und das war spannend eigentlich. Und danach ging es sofort zu XEIKON oder wie? Ja und dann bin ich angefangen bei XEIKON, 25 Jahre her. Damals hatte ich einen Freund, der bei XEIKON arbeitete und so kenne ich die Firma und bin ich angefangen. Den Freund kenne ich noch, aber er ist schon lange her weggegangen zu einer anderen Firma. Aber du bist noch bei XEIKON, dort steigen wir gleich noch etwas tiefer ein. Was machst du denn, wenn du nicht am Digitaldruck tüftelst? Was sind deine Hobbys? Was machst du gerne in der Freizeit? Ich arbeite gerne im Garten. Ich habe zum Beispiel 20 unterschiedliche Sorten Tomaten in einem Greenhouse und mit der Familie mache ich ganz viele Dinge und nächste Woche fahre ich ab nach Island für Urlaub und daher gehen wir auch durch die Wilderness eine Hike-Tour machen für fünf Tage und es ist ein bisschen spannend, aber wir freuen uns schon. Also ich merke schon, du interessierst dich fürs Neue, fürs Abenteuer und für das Erlebbare. Freue ich mich. Geht mir ähnlich. Ich bin auch gerne draußen und daher kann ich das total nachvollziehen und lustigerweise haben sehr viele meiner Podcast-Gäste hier einen Hang zur Natur. Das ist ganz interessant. ### Zukunftstechnologie: Toner oder Inkjet? Ich weiß nicht, woran das liegt. Die Techniker vielleicht. Ich weiß es nicht. Lass uns mal ein bisschen ins Thema gehen. Wenn ich dich jetzt fragen sollte, welcher Technologie würdest du aus dem Bauch heraus mehr Zukunft zuweisen? Tonertechnik oder Inkjet? Ja, eigentlich hängt das ab von den Applikationen. Also bei XEIKON haben wir die zwei Technologien im Haus und so wissen wir eigentlich ganz gut die Vor- und Nachteile von beiden Technologien. Für UV-Inkjet-Tinten, die sind sehr kratzfest. Die Maschine ist ganz anders gebaut als eine Toner-Maschine, aber die Tinte selbst ist sehr kratzfest und ist sehr geeignet für zum Beispiel Etiketten in der Industrie, in der Chemikalienindustrie. Aber die UV-Tinten sind nicht geeignet, unserer Meinung nach, für Lebensmittelnutzung. Weil UV-Tinten, die müssen gebaut sein von ganz kleinen Molekülen. Wenn die Moleküle nicht klein sind, dann ist die Gefahr für Blockierung von den Düsen in den Druckkopf sehr groß. Aber natürlich, wenn die Moleküle klein sind, dann ist das Gefahr für Migration nach Lebensmitteln groß und daher ist unserer Meinung nach UV-Tinte nicht so geeignet für Nutz in Lebensmittel-Applikationen. An der anderen Seite, denn Dona ist gebaut von ziemlich großen Molekülen und ist für uns sehr geeignet für Nutz mit Lebensmitteln. Wir haben Dona, die speziell dafür gebaut sind, entwickelt sind, so dass sie indirekt und manchmal eben in direktem Kontakt sein können mit Lebensmitteln. Das sind die zwei großen Unterschiede unserer Meinung nach. Das erklärt natürlich ganz gut, warum man sich gar nicht so unbedingt entscheiden kann. Man muss wirklich von der Applikation her denken. Xycon bietet nun beide Technologien an und ihr gehört zur Flint Group. Aus meiner Vergangenheit aus der Flexpack-Industrie kenne ich Flint als Farbenlieferant. Jetzt plötzlich Maschinen, wie passt das zusammen? Ja, wir sind Teil von der Flint-Gruppe seit 2015 und Xycon ist die ziemlich neue Abteilung bei Flint für Digitaldruck. Damals waren die auch auf die Suche, die kommt bei natürlich Unternehmen und die haben ein ganz breites Gammal an Produkten und die bekamen immer die Frage, aber was dann mit Digitaldruck? Die hatten das noch nicht im Portfolio und sind dann auf die Suche gegangen nach einer Digitaldruck-Firma und so bei Xycon gekommen. Und weil wir ein eigentlich weites Portfolio hatten, schon damals für die Verpackungs- und Etikettendruck, sind wir dann zusammen gegangen und haben die uns gekauft eigentlich und so ist es gekommen. Und heute ist Xycon dann die Digitaldruck-Abteilung von Flint. Und Xycon liefert dann auch Toner und Inkjetfarbe oder wie oder Tinten oder wie funktioniert das dann eigentlich nachher für den Kunden? Ja, das ist so. Wir machen Forschung, wir entwickeln unsere eigenen Digitaldruckmaschinen, aber daneben machen wir und entwickeln wir auch unsere eigenen Toner und unseren eigenen Digital Frontend. Für den Toner haben wir unsere eigene, ein separates Werk, ungefähr 30 Kilometer entfernt vom Hauptgebäude und da fabrizieren wir unsere eigenen Toner, die von da aus weltweit versandt werden. Jetzt hattest du eben schon erwähnt, dass Inkjet vielleicht für Lebensmittelverpackung gar nicht so das Ideal ist, sondern Tonertechnik da Vorteile hat wegen der Molekülgröße. Das leuchtet ein, Migration. ### Lebensmittelgeeignete Toner entwickeln Je länger das Molekül, desto schlechter migriert etwas, desto lebensmittelrechtlich unbedenklicher könnte es sein. Jetzt habt ihr ja eine große Kampagne gehabt bezüglich eines neuen Tonersystems, Taiton. Was ist das? Das stimmt. Also Taiton ist wie die andere Toner von uns, unsere normale Toner, der heißt QB, ist auch lebensmittelgeeignet. Aber jetzt haben wir einen neuen Toner, der heißt Taiton, ist auch lebensmittelgeeignet. Aber was ist extra dazu? Ist das mit einem Extraschritt, wo wir den Toner extra curen, bekommt er sehr kratzfest und sorgen wir dafür, dass die Molekülen miteinander vernetzen, sodass der Toner kratzfest ist, temperaturresistent und auch solventresistent. Und daher eigentlich machen wir mit Taiton einen Toner, der das Beste von den zwei unterschiedlichen Technologien bringt, also lebensmittelgeeignet wie normalen Toner, aber auch kratz- und temperaturfest von UV-Tinte. Und das ist eigentlich das Neue, das Beste von zwei Worlds, sag mal, das Beste von Toner und das Beste von UV-Tinte. Und das ist der Taiton-Toner. Jetzt sagen wir das Beste von beiden aus technischer Sicht. Das Härten, wie funktioniert das? Wie muss ich mir das vorstellen? Ist da hinten auch eine UV-Lampe dran, die das dann nochmal aushärtet oder wie geht das? Also zuerst fixieren wir die Tinte normalerweise mit Temperatur, aber nachher ist da ein Extraschritt mit einer LED-Anlage, die den Toner miteinander vernetzt. Also da findet ein chemischer Prozess statt, dass die Molekülen noch miteinander vernetzt sind. Und so bekommt man eigentlich eine ganz große Moleküle, die sehr kratzfest, temperaturfest und solventfest ist. Wenn ich jetzt so eine schöne kratzfeste Oberfläche habe, ist das — hört sich das für mich so an, als wenn dieses System, diese Tonertechnik vor allem für Frontaldruck, außen liegenden Druck geeignet ist. Ich komme hier aus der Folienverpackungswelt. Geht das auch auf Folie oder nehmt ihr das für Papier? Also die erste Applikation für uns ist Papier. Und warum ist das dann nicht für Folie? Wenn wir den Extraschritt machen mit der LED-Lampe, dann heizt die das Material ein bisschen auf. Und für manche Materialien ist das nicht so gut geeignet. Für Folien und Flexpack-Verpackung haben wir allerdings ein anderes Verfahren. Das ist ein Sandwich-Verfahren, wo wir unterschiedliche Materialien laminieren. Aber für Papier haben wir ausgesucht, dass der Taiton-Toner die beste Lösung ist. Und eigentlich mehr. Heute sehen wir auf dem Markt keine andere Digitaltechnologie, die das kann, was die Titan-Toner kann. Das deutet sich ja so ein bisschen an, dass das Rennen doch mehr Richtung Toner-Technologie geht, rein technisch. Also ich hatte ja vorhin gefragt, Inkjet oder Toner, hast du gesagt, wir müssen von der Anwendung her denken. ### Migration zu digitalem Foliendruck Wenn Titan jetzt so gut funktioniert, würde ich ja jetzt, wenn ich umstellen würde auf Digitaldruck, ich nehme mal an, ich bin Flexodrucker, interessiere mich für Digitaldruck, vielleicht für die kleinen Auflagen erst mal. Das ist ja so der Klassiker, wie man einsteigt. Woran muss ich denken? Also warum sollte ich Toner nehmen und wer kauft Inkjet? Ich bin Foliendrucker, mache Flexodruck und will jetzt Digitaldruck. Was muss ich tun? Okay, auf dem Markt heute, wenn man guckt, was gibt es für Lösungen für flexible Verpackungen? Ich glaube, die meisten Lösungen sind basiert auf Toner. Unsere Freunde von HP Indigo haben auch eine Lösung, geeignet für Folien eigentlich. Die haben eigentlich unserer Meinung nach keine Lösung für Papier. Wir haben das. UV-Tinte für flexible Verpackungen, das kann, aber für uns ist das nicht so gut für Lebensmittel-Applikationen. Also heute flexible Verpackungen, werde ich vielleicht auch sagen, mehr Richtung Toner-Applikation oder Toner-Technologie. Liest man immer wieder auch in Fachartikeln, dass das so ein bisschen auch so die Richtung ist. Ich habe jetzt hier ein Druckmuster von dir zugeschickt gekriegt, Papier. Die Druckqualität wollen wir nochmal kurz drauf eingehen. Wenn du das jetzt vergleichen solltest, Toner-Technik mit Inkjet. Gibt es da Unterschiede, die der Konsument sieht, von der Druckqualität her, das, was das Auge wahrnimmt? Ja, ich denke für die Konsumenten macht das eigentlich so viel Unterschied nicht. Für unsere Profis in der Drucktechnologie, man sieht natürlich unterschiedliche Merkmale und manchmal für Text ist das besser, für Spezialtinte ist das besser. Aber ich glaube für die Konsumenten macht das eigentlich nicht so groß aus, wenn ich meine Familie und meine Freunde Druckmuster sehen lasse, dann sage ich ja, das ist doch gut, das ist doch gut. Also ja, ich glaube, das ist eigentlich was, was wichtig ist. Was denkt der Kunde davon? Ich selber habe auch mal drauf geguckt, habe auch mal die Lupe zur Hand genommen. Ich muss sagen, es fällt mir auch wirklich schwer, jetzt Fehler zu finden oder überhaupt etwas, was man verbessern könnte. Das ist beim Flexodruck mittlerweile so, das ist beim Tiefdruck so und ich habe das Gefühl, das ist bei Inkjet und Toner genauso. Die Druckqualitäten sind so gut, dass die eigentlich für den Markt ausreichend sind. Jetzt ist es ja so, bleiben wir nochmal ganz kurz bei Toner. Könntest du dir auch eine Kombination vorstellen, dass man Toner dann kombiniert mit anderen Druckverfahren, sei es Inkjet oder Flexodruck? Gibt es da Ideen bei euch? Gibt es da Überlegungen? Es wird ja viel geschrieben über Hybridmaschinen, wo man dann beide Welten zusammenführt. ### Kreative Kundenlösungen kombinieren Gibt es sowas schon in euren Überlegungen? Ja, wir haben natürlich Kunden, die unsere Technologien nutzen, zusammen mit anderen Technologien. Für Toner sind wir auch nicht so weit, aber es ist möglich. Unsere Maschine macht es möglich, dass wir zum Beispiel nachdrucken auf schon vorgedrucktes Material, vorgedruckt auf Flexo, vorgedruckt auf Offset. Das geht. Und manchmal sind unsere Kunden so kreativ, dass sie kommen mit Ideen, darüber wir selbst noch nicht nachgedacht haben. Und dann sagen wir, warum denn nicht? Und die herausfordern uns, um neue Dinge zu empfinden. Manchmal ist es notwendig, irgendwo ein extra Sensor einzubauen und wir machen das. Also heute sehen wir so für Toner noch keine Applikation, aber das kann auch kommen. Das ist kein Problem für uns. Ein großer Punkt heutzutage ist ja auch das Thema Kreislaufwirtschaft, Nachhaltigkeit. Wenn ich höre, da ist ein Toner, der wird vernetzt. Hört sich für mich erst mal nicht so super recyclingfähig an. Gucken wir mal beim Papier. Das ist ja erst mal die erste Anwendung, hattest du vorhin erwähnt. Kann man das recyceln, eure vernetzte Tonerbedruckung mit Papier? Geht das? Wenn man ein Papier nutzt, das recyclebar ist, dann kann man die gedruckten Verpackungen tatsächlich recyceln, so dass man davon neu Druckmaterial machen kann. Zum Beispiel Wellpapierkarton. Das kann man davon ganz sicher machen. Ja, das ist natürlich auch einer der Vorteile, weil natürlich in flexibler Verpackung, wenn man unterschiedliche Materialien zusammenbaut in ein Sandwich, dann ist Recyclingfähigkeit natürlich ein großes Thema. Da sehen wir auch mit Titan ein großen Vorteil, wenn man das Titan-Toner nutzt zusammen mit Papier, dann kann man das tatsächlich recyceln. Man hat ja bei diesem Forschungsprojekt PrintZuck festgestellt – hatte ich auch einen Podcast, gerade vor einigen Monaten –, dass besonders thermisch stabile Farben gut sind fürs Recycling bei Kunststofffolien. Das wäre ja auch ein Pluspunkt von Titan. Der ist ja, weil er vernetzt ist, wahrscheinlich auch relativ thermisch stabil und würde wahrscheinlich auch beim Aufschmelzen von Kunststofffolien vielleicht gar nicht selber mit aufschmelzen, oder? Habt ihr das schon untersucht, wie das mit Kunststoffen funktioniert? Mit Kunststoffen habe ich noch nicht so viel Erfahrung, aber natürlich, wenn man das Papier in flexibler Verpackung – als wenn man das sieht –, dann ist das tatsächlich ganz kein Problem, der Toner wird nicht wieder schmelzen, die Farbe wird nicht geändert und das ist natürlich der große Vorteil von Titan, wenn man flexible Verpackung mit Papier nutzt. Und ist es auch bei euch denkbar, dass ihr dann Inkjet-Farben ähnlich weiterentwickelt, dass ihr sagt: okay, wir vernetzen Inkjet-Farben auch so, dass die Moleküle so groß werden, dass sie eben auch nicht mehr migrieren und auch recycelfähig werden? Das wäre ja der nächste Analogieschluss eigentlich, worauf man ja kommen könnte? Eigentlich bei UV-Tinte ist das so, dass man die Moleküle vernetzt, aber das Problem da ist, dass man niemals ganz sicher wissen kann, dass alle Moleküle vernetzt sind, und dann, wenn einige Moleküle übrig bleiben, die nicht vernetzt sind, da ist das natürlich die Gefahr, dass die dann nach den Lebensmitteln migrieren. Das ist der Unterschied bei Titan, den haben wir nicht. ### Digitaldruck für kleine Auflagen Zunächst mal haben wir ganz wenige von diesen Molekülen, es ist eins – im Vergleich mit UV-Tinten, wo 30 Prozent oder manchmal mehr von der Zusammensetzung UV-Monomere und Oligomere sind. Bei Titan ist das nicht so, das ist ganz wenig und die Moleküle sind dann auch ganz viel größer und daher ist die Gefahr für Migration nach Lebensmitteln eigentlich nicht mehr da. Sehr gut, hast du das beantwortet. Ich hatte unpräzise gefragt. Gehen wir noch mal weiter. Digitaldruck hat ja immer so den Ruf, ja für kleine Auflagen, sagen wir, nicht, das ist das ideale Verfahren. Ist das nach wie vor so oder gibt es da auch schon Entwicklungen, wo man sagt, naja, das konkurriert auch schon mit den größeren Größen? Eigentlich ist das auch noch immer so. Wir haben natürlich ganz viel Erfahrung in den Etikettendruck-Bereich, da sehen wir das auch. Es gibt natürlich Anwendungen, wo man variable Daten und so nutzt. Das ist eigentlich im Etikettendruck noch nicht so viel genutzt. Also eigentlich ist, sagt man da, ja, das ist dort Flexo-Druck statt oder im Vergleich mit Digitaldruck. Aber man sieht, dass die Länge von den Jobs eigentlich ganz groß werden. Also am Anfang, 20 Jahre hier, war das vielleicht 800 Meter, dann war es 1000 Meter. Heute ist es ja 2000, 3000 Meter. Aber natürlich, das große Vorteil ist auch die Geschwindigkeit, womit man den Markt bedienen kann. Heute kommt eine Frage. Ein Klient braucht die Etiketten. Heute Nachmittag, ja, mit Flexo geht das eigentlich nicht praktisch. Mit Digitaldruck ist das eigentlich kein Problem. Und wenn man nur die Kosten vergleicht und dabei die Länge von dem Job, ja, das ist eins. Aber Digitaldruck hat noch andere Vorteile. Und das vergisst man manchmal. Und so sehen wir auch die Evolution im flexiblen Verpackungsdruck. Das ist ziemlich neu für Digitaldruck. Schon gesagt, im Etikettenbereich sind wir schon 25 Jahre tätig da. Flexible Verpackung ist für uns ziemlich neu, für andere Digitaldruckhersteller sind schon einige Jahre auf dem Markt. Aber insgesamt ist das auch für flexible Verpackung ziemlich neu. Aber dort sehen wir eigentlich die gleiche Evolution, die wir von hier in die Zukunft sehen würden. So sehen wir das. Es gibt ja auch einen Trend. Vielleicht, ich mach mal ganz vorsichtig, vielleicht Richtung Mehrwegverpackung. ### Nachhaltige Verpackungswiederverwendung Es gibt ja tolle Start-ups in der ganzen Welt, die versuchen, insbesondere, ich bleib mal beim Beispiel Kaffeebecher, den abzulösen, also einen Einweg-Kaffeebecher, den man vielleicht bei Starbucks heute kriegt, abzulösen durch einen Mehrweg-Kaffeebecher. Wäre das auch etwas, was man digital bedrucken könnte, also so Hohlkörperdruck oder sowas? Ist das auch etwas, womit ihr euch beschäftigt? Oder seid ihr doch eher bei den Bahnen unterwegs? Nein, das machen wir eigentlich schon. Und wir sind natürlich nicht gegen die Wiederbenützung von Verpackungen. Wir können zum Beispiel schon drucken auf Papercups. Wie sagt man das auf Deutsch? Das ist auch eine Applikation, die Kunden von uns machen. Aber auch auf der anderen Seite haben wir auch Kunden, die auf Plastik, Glas oder Metall Becher mit Digitaldruck, in Transferdruck drucken. Und natürlich diese Becher sind wieder benützbar. Das ist auch kein Problem. Unsere Kunden machen das schon. Es gibt ja dieses tolle Geschäftsmodell von Müsli Guerilla. Das geht ja durch die Medien nach wie vor, obwohl es das schon viele Jahre gibt, wo die Müsli-Dose quasi im Laden individuell bedruckt werden kann mit dem Foto, was man vielleicht gerade hochlädt. Man kann selber seine Dose gestalten. Dann wird das quasi so eine Art Kunstobjekt. Und ich selber habe auch so eine Dose, eine Wickeldose, die normalerweise eine Einwegverpackung war, jetzt schon mehrere Jahre in Gebrauch. Das ist auch eine Tendenz, die mich fasziniert. Kannst du da was sagen? Gibt es da Projekte, die ihr auch bearbeitet in diese Richtung? Weil die das Gleiche, nur digital drucken, ist ja das eine. Da gewinnt man Schnelligkeit, Flexibilität. Aber neue Geschäftsmodelle sind ja etwas Spannendes auch mit Digitaldruck, die ja möglich werden. Hast du da noch irgendeine Überraschung im Petto? Absolut. Neue Geschäfte sind tatsächlich für uns auch sehr wichtig. Und wir haben viele Beispiele, von was unsere Kunden machen in unterschiedlichen Applikationen. Eine Applikation vielleicht hier nicht so aus einer ganz anderen Applikation ist Tapete. Wir haben sehr viele Kunden, die nur Tapeten drucken digital. Und kannst du mal vorstellen, du gehst in die österreichischen Berge, machst ein schönes Landschaftsfoto und dann nachher kommt das dann in deine Küche auf die Wand. Ja, das ist unglaublich. ### Personalisierung in der Lebensmittelindustrie Und natürlich kennt jeder schon die Fotoalben, die man macht nach einer Familienreise. Und wenn ich das das erste Mal für meine Eltern gemacht habe, die waren so erstaunt. Und jetzt mussten sie das jedes Jahr haben. Nein, das ist natürlich was, was auch die neue Technologie bringt und mein Müsli. Und es gibt eigentlich ganz viele Beispiele von ganz großen Marken in der Lebensmittelindustrie. Ja, man kennt die Namen, glaube ich. Ja, ja, kennt man genau diese verschiedenen Getränke, Zucker- und koffeinhaltige Getränke, die dann individualisiert sind mit Namen – ein riesen Hype. Das sind natürlich so Marketing-Aktionen. Aber was mich wirklich bewegt, sind ja wirklich diese bahnbrechenden Entwicklungen, Dinge, die möglich werden durch Digitaldruck, die mit den anderen Verfahren einfach nicht möglich sind. Und da ist mein Müsli immer noch so eins dieser tollen Beispiele. Und du hast die Tapete zurecht genannt oder auch Möbel, die individuell gestaltet werden können, las ich neulich. Du hast mich also – nehmen wir mal an. Du hast mich überzeugt. Ich will jetzt in den Digitaldruck einsteigen. Ich bin Flexo-Drucker, bedrucke irgendwelche Snack-Verpackungen. Was muss ich als Erstes tun, um jetzt in die Digital-Technologie einzusteigen? Was würdest du einem potenziellen Kunden empfehlen? Wie gehe ich vor? OK, das ist eine sehr gute Frage. Zuerst mal muss man sehen. Passt Digitaldruck mein Geschäft? Und wie soll ich vielleicht mein Geschäft ändern? Was wichtig ist, das ist, dass man offen ist für Änderung, weil guck mal nur den Operator, die die Maschine laufen macht, ist ganz anders wie ein Flexo- oder ein Offset-Operator. Manchmal ist es besser anzufangen mit jemandem, der IT und Computer versteht und so jemandem eine Ausbildung zu geben, extra nach Drucken. Das arbeitet oft besser wie umgekehrt. Das ist eins. Natürlich dann meine Kunden, also die Kunden von den Druckern, habe ich dort ein Markt für Digitaldruck. Und wie kann ich das ausbauen? Das Summum ist vielleicht ein Web-Internet-Portal, aber das muss nicht unbedingt so ein Anfang sein. Aber man soll sicher darüber nachdenken. Dann ist es auch wichtig, dass man erklärt zu Kunden, was Digitaldruck bringen kann. Also wenn man und das geht dann über Service mit Digitaldruck kann man oft extra Service geben zu den Kunden. ### Schnelle Lieferzeiten ermöglichen Ich habe schon erzählt über schneller das Druckwerk liefern. Kurze, kurze Jobs habe ich auch schon erklärt, aber es gibt andere Möglichkeiten und auch dafür, darüber haben wir schöne, schöne Beispiele, so dass man, wenn man zum Beispiel Etiketten variabel macht, kann man zum Beispiel die Logistik in ein Manufacturing-Werk optimieren. Manchmal denkt man nicht darüber nach, aber dort gibt es ganz viele Möglichkeiten und dann ist das Potenzial von Digitaldruck ganz, ganz groß. Genau so ist das. Und wie sieht es eigentlich aus, wenn ich jetzt so schnell liefern will? Ich kann mich noch erinnern, vor 25 Jahren, Bischof + Klein, große Flexo-Druckmaschine, achtfarbig, die neueste Starflexo, hieß die damals, hatten wir uns geleistet. Und dann haben wir zwei Stunden gerüstet, alles stand, die Druckabnahme wurde gemacht, also Marketing vom Kunden kam und es dauerte acht Stunden, bis die Druckabnahme fertig war. Dann wurde zwei Stunden gedruckt und dann war der Job fertig. So war damals die Realität. Ist heute bei Digitaldruck auch ein Andruck noch nötig oder verzichtet man da einfach drauf? Wie geht das in der Praxis? Weil wir Folienverpackungsleute sind ja immer noch abhängig von den wirklichen Andruck. Gerade bei Marken, gerade bei denen, die auch größere Jobs dann haben, beziehungsweise wo dann vielleicht mein digital bedrucktes Produkt farblich und auch von einem Erscheinungsbild sehr genau abgestimmt sein muss, vielleicht an das im Tiefdruck gedruckte Massenprodukt, was sich vielleicht damit ergänzt. Also sprich, muss sich eine Druckabnahme machen oder ist das im Digitaldruck völlig unüblich? Ja, da ist natürlich ein bisschen ein Unterschied zwischen traditioneller Drucktechnologien und Digitaldruck. Also eine achtfarben Druckmaschine, das haben wir nicht. Aber das ist auch ein bisschen, wir haben eine fünffarben Maschine, aber wir können Sonderfarben fabrizieren und wir machen das auch für sehr spezifische Fragen. Aber eigentlich ist das ein bisschen gegen die Flexibilität von Digitaldruck. Natürlich, wir haben Farb-Kontrollfunktionen, sodass wir am besten eine Farbe nachbauen können mit fünf Farben. Aber ja, auch da sehen wir ja, was findet der Endkunde davon? Was findet der Konsument davon? Und wir glauben, es ist nicht so wichtig. Natürlich für Print-Profis wie uns ist das manchmal ja, wir sollen ein bisschen andere, andere Gedanken machen und ein bisschen anders denken wie vorher. Aber da gibt es natürlich ein Unterschied. Aber andererseits ist es so, dass wenn die das Druckdatei durch ein Profi gemacht worden ist, dann kann man eigentlich sehr schnell von der Datei anfangen zu drucken. Man braucht kein zwei Stunden. Das braucht man unbedingt nicht. Und man kann natürlich auch von einem Job nach dem anderen schalten, ohne die Druckmaschinen anzuhalten und so weiter. Da gibt es natürlich sehr viele Vorteile. Wenn man von einem Job unterschiedliche Modelle hat, unterschiedliche Farbmodelle, dann kann man das in einen Run drücken. Man muss natürlich nicht ausstellen. Und für die Nachverarbeitung ist es dann auch ganz, ganz einfach. ### Technische Spezifikationen: Bahnbreite Druckgeschwindigkeit Ganz zum Schluss vielleicht noch zwei, drei technische Fragen. Wir sind ja beide Ingenieure. Bahnbreiten, die ihr heute bedient, Geschwindigkeiten, Farben hattest du schon gesagt, sind es fünf. Wo liegen wir da im Moment? Gut. Unsere maximale Bahnbreite ist 520 Millimeter. Wir drucken bis eine Geschwindigkeit von 30 Meter pro Minute. Fünf Farben, wie schon gesagt. Die Zeit und Toner ist übereinstimmend mit Nestlé-Regelgebung, mit Swiss-Regelgebung, mit Jupia, auch mit die deutsche neue Regelgebung. Das ist natürlich sehr, sehr wichtig. Ja, und vielleicht noch nicht ganz im Detail gesagt. Den Toner braucht keine Nachverarbeitung wie Laminierung oder Lack. Kein Lack ist notwendig. Man bekommt die Kratzfestigkeit. Man bekommt die Temperaturresistenz ohne Lack, ohne Laminierung. Das ist also hat man eigentlich eine ganz einfache Drucklösung. Man hat einen Abwickler. Man hat die Druckmaschine. Man hat einen Aufwickler. Und das ist es. Und dann natürlich die Nachverarbeitung. Aber die hat man sowieso. Also da kommen viele Dinge jetzt zusammen. Und es gibt ja nichts Bewegenderes als eine Idee zur rechten Zeit. Das scheint mir beim Digitaldruck jetzt gekommen zu sein. Wir sehen auch bei Flexodruck und Tiefdruck ja Tendenzen hin wieder zu frontal bedruckten Laminaten. Das hat auch mit der Monomaterial-Entwicklung zu tun, dass wir mehr Richtung Monomaterial hingehen, die vielleicht auf Vorrat produziert werden, wo nachher dann nur noch on top gedruckt wird, um auch Lieferzeiten runterzukriegen. Und da passt das natürlich genau rein, dass man mit eurem Toner eine kratzfeste Variante hat, auch wenn es 30 Meter sind. Aber man kann ja auch eine Effizienz dadurch rausholen, dass man eben schnell liefert. Das haben wir gut besprochen, glaube ich. Wenn du jetzt noch ein letztes Statement machen würdest, Frank, erzähl, was würdest du der Branche raten Richtung Digitaldruck? Also wir sind davon überzeugt, dass wir mit den XEIKON-Tonern ein ganz neue Technologie haben, die das Beste bringt von einer Seite Toner und anderer Seite UV-Tinten. ### Lebensmittelgeeignete kratzfeste Tonerlösung Also die Lösung ist eine Toner geeignet für Lebensmittelapplikationen und die auch kratzfest und temperaturfest ist, sodass man die kann zielen. Wenn man Digitaldruck einstiegen kann, sollte man das sehr gut vorher mal untersuchen, wie das passt in das Unternehmen. Aber wir sind natürlich davon überzeugt, dass Digitaldruck eine schöne Zukunft hat neben die traditionellen Technologien, also die traditionellen Technologien, die werden nicht weggehen. Ganz sicher nicht. Aber die Technologien werden nebeneinander existieren in die Zukunft. Davon sind wir überzeugt. Danach kann nichts mehr kommen. Ganz lieben Dank für dieses tolle Interview, Frank, an dieser Stelle. Wir sehen uns im November bei der Drucktagung. Da wirst du noch mal ins Detail gehen. Danke schön dafür erst mal. Danke schön für die Einladung, Karsten. Wiedersehen. **Kategorien:** Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Etiketten + Sleeves, Flexodruck, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Migration, Wechselwirkungen, Repro und Druckzylinder **Schlagwörter:** Digitaldruck, frank_jacobs, vd-11-22 --- ### [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Published:** September 21, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **mit Carola Bick, ifeu Institut** Im Vorfeld des ersten [Inno-Meeting Europes,](http://www.inno-meeting.de "Inno-Meeting Europes,") spricht Karsten Schröder mit Carolina Bick vom ifeu Institut über den neuen Leitfaden zur Verpackungsoptimierung hinsichtlich Nachhaltigkeit. Diese Leitfaden wird auch in berlin ein Thema eines Vortrages sein. Das ifeu Institut beschäftigt sich mit allerlei Umweltfragen und wissenschaftlichen Antworten dazu. Carola Bick hat für das ifeu bei dem Projekt Innoredux mitgearbeitet und stellt in dieser Episode wesentliche Ergebnisse daraus vor. Im Projekt wurde ein Leitfaden entwickelt, der sich an alle richtet die damit betraut sind Verpackungssysteme zu beeinflussen oder auszuwählen (z.B. durch Auslegung von Verpackungen oder Logistikprozesse). Ziel des Leitfadens ist es einfache aber wissenschaftlich fundierte Entscheidungshilfen an die Hand zu geben, um ökologisch nachhaltigere Verpackungen auszuwählen und einzusetzen. Auch abrufbar auf vielen anderen Plattformen wie: - [https://www.inno-talk.de/podcast ](https://www.inno-talk.de/podcast) - [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) - [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) - [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk?refMarker=null) LINKS Leitfaden: LINKS ZU ÜBERSICHTS-ÖKOBILANZEN *→ Kase* [*https://www.ifeu.de/fileadmin/uploads/Kurzauswertung\_-\_Verpackungen\_für\_Käse.pdf*](https://www.ifeu.de/fileadmin/uploads/Kurzauswertung_-_Verpackungen_für_Käse.pdf) *→ Mandeln* [*https://www.ifeu.de/fileadmin/uploads/Kurzauswertung\_-\_Verpackungen\_für\_Mandeln.pdf*](https://www.ifeu.de/fileadmin/uploads/Kurzauswertung_-_Verpackungen_für_Mandeln.pdf) *→ Seife* [*https://www.ifeu.de/fileadmin/uploads/Kurzauswertung\_-\_Verpackungen\_für\_Handwaschseife.pdf*](https://www.ifeu.de/fileadmin/uploads/Kurzauswertung_-_Verpackungen_für_Handwaschseife.pdf) *→ Textilwaschmittel* [*https://www.ifeu.de/fileadmin/uploads/Kurzauswertung\_-\_Verpackungen\_für\_Textilwaschmittel.pdf*](https://www.ifeu.de/fileadmin/uploads/Kurzauswertung_-_Verpackungen_für_Textilwaschmittel.pdf) *→ Tomatenpassata* [*https://www.ifeu.de/fileadmin/uploads/Kurzauswertung\_-\_Verpackungen\_für\_Tomatenpassata.pdf*](https://www.ifeu.de/fileadmin/uploads/Kurzauswertung_-_Verpackungen_für_Tomatenpassata.pdf) *→ Versandverpackungen* [*https://www.ifeu.de/fileadmin/uploads/Kurzauswertung\_Versandverpackungen\_für\_Damen\_T-Shirts.pdf*](https://www.ifeu.de/fileadmin/uploads/Kurzauswertung_Versandverpackungen_für_Damen_T-Shirts.pdf) https://bmbf-plastik.de/de/verbundprojekt/innoredux https://www.plastik-reduzieren.de/ ### Verwandte Episoden - [Sabrina Schmidt vom IÖW spricht über die Bewertung der Nachhaltigkeit von Verpackungen](https://inno-talk.de/sabrina-schmidt-sprich-ueber-bewertung-der-nachhaltigkeit-von-verpckungen/) - [Matthias Wolk spricht über VR, AR, Metaverse & Verpackungen](https://inno-talk.de/matthias-wolk-spricht-ueber-vr-ar-metaverse-verpackungen/) - [Registrierung von Verpackungen und Labels (Europa + USA)](https://inno-talk.de/packungs-registrierung-und-labels-europa-usa/) --- --- ### Alle Episoden abonnieren [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [Apple Podcasts](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Folienwissen Spezial, der Innoform-Podcast zum Inno-Talk. Carola Bick vom IV-Institut nimmt uns in dieser Episode mit in die Ergebnisse des Projektes InnoRedux. Es geht um Verpackungsoptimierung. Wir sprechen über das Produkt dieses Forschungsprojektes, nämlich den Leitfaden zur Optimierung von Verpackungen. Seien Sie gespannt auf die Erkenntnisse in dieser Episode. Ich freue mich, im heutigen Podcast Carola Bick begrüßen zu dürfen vom IV-Institut. Du bist die Zweite, die wir vom IV-Institut hier schon im Innoform-Podcast zum Inno-Talk begrüßen dürfen. Benedict Cowards ist Stammreferent bei unseren Konferenzen und du bist in einem anderen Bereich tätig. Bevor wir jetzt so ein bisschen zu deiner Person und zu deinen Aufgaben kommen, erzähl so ein bisschen, was ist eigentlich das IV-Institut und in welchem Bereich dieser doch relativ großen Gruppe, dieser großen Firma mittlerweile, hältst du dich auf? Genau, also das IV-Institut ist das Institut für Energie- und Umweltforschung und wir beschäftigen uns da eigentlich mit einer ganz großen Bandbreite an Umweltfragen. Wir haben verschiedene Fachbereiche, Mobilitätsfachbereich, dann ein Fachbereich, der sich mit Fragen zu Energiethemen beschäftigt, einer zu Ernährung und Ressourcen und dann eben der Fachbereich, in dem der Benedict und ich, also wir arbeiten im gleichen Fachbereich, arbeiten Industrie und Produkte und da ist eben einer der Schwerpunkte Verpackungen. Aber wir machen nicht nur Verpackungen, sondern auch so Unternehmensklimabilanzen. Teilweise beschäftigen wir uns da nicht nur mit den Ökobilanzen von den Verpackungen, sondern auch von den verpackten Produkten, aber es ist eben mehr so der Fokusindustrie. Genau, ihr habt im Namen auch das Institut, ihr seid aber eigentlich ein privates Unternehmen. Ihr macht auch sehr viele öffentliche Projekte, oder? Genau, das ist auch eher mein Schwerpunkt. Also ich arbeite tatsächlich gar nicht unbedingt für die Wirtschaft, sondern mein Fokus ist eher öffentlich geförderte Projekte, wie jetzt auch das Projekt InnoRedux, über das wir noch sprechen wollen, aber auch andere Projekte, die sich eben mit Verpackungen beschäftigen, zum Beispiel zu biobasierten Verpackungen für Lebensmittel oder so. Alles öffentliche, wo es immer darum geht, verschiedene Personen aus verschiedenen Standpunkten Unternehmen zusammenzubringen und gemeinsam noch Lösungen zu gucken, das ist so eher der Bereich, in dem ich arbeite. Ab und zu auch mal eine Ökobilanz, aber das ist eher die Ausnahme. Es wird heute sehr viel über Ökobilanzen gesprochen, werden auch wir in diesem Podcast sicherlich immer mal wieder tun, aber der Schwerpunkt liegt eigentlich mehr auf so einer Arbeitsanweisung. Aber bevor wir da reingehen, Carola, was hast du eigentlich vorher gemacht und was befähigt dich dazu, beim IV-Institut solche komplizierten Sachverhalte zu bearbeiten? Ja, also studiert habe ich Biowissenschaften im Bachelor und meinen Master, der hieß Managing the Environment. Ich bin in Großbritannien studiert, da ist auch so ein bunter Strauß an Umweltthemen letztlich gewesen. Ich habe dann nach dem Studium noch für eine Umweltstiftung gearbeitet, Plant for the Planet, da habe ich eigentlich was ganz anderes gemacht. Da ging es eher so Richtung Umweltbildung, diese Umweltbildungstage für Kinder organisiert. Da habe ich aber auch sehr viel gelernt, so Organisatorisches. Und danach wollte ich gerne mehr inhaltlich machen und bin dann zum IV gewechselt. Hochinteressant, wir wollen dich auch persönlich hier natürlich noch ein bisschen besser kennenlernen. Was machst du denn, wenn du nicht arbeitest, was sind so deine Hobbys, was willst du uns da verraten? Puh, ja, also wir haben kurz einen alten Hof gekauft, den wir renovieren. Und wenn ich dann nicht arbeite, geht sehr viel Zeit da rein. Da gibt es immer was zu tun. ### Plastik oder Papier: Materialwahl im Kontext Also auch das Hands-on, das Handwerkliche spielt in deinem Leben eine Rolle? Ja, genau, also da machen wir eigentlich fast alles selber. Jetzt mache ich immer gerne noch so ein paar Blitzfragen, auf die du kurz oder lang antworten kannst. Buch oder Hörbuch? Buch. Plastik oder Papier? Ja, das kommt drauf an. Genau, das ist schwierig, pauschal zu beantworten. Und für deinen Hof: Hund oder Katze? Hund, zwei Hunde haben wir. Sehr schön. Haben wir dich schon ein bisschen kennengelernt. Jetzt gehen wir mal ein bisschen rein. Wir wollen heute ja schwerpunktmäßig sprechen über das Projekt Inno Redux. Dazu habt ihr einen Leitfaden entwickelt. Das ist ein Projekt, was schon eine ganze Weile läuft. Was war der Anlass für dieses Projekt eigentlich? Ja, also das Projekt lief, das ist jetzt schon abgeschlossen, das lief dreieinhalb Jahre im Programm „Plastik in der Umwelt“ vom BMBF. Die haben verschiedene Projekte gefördert, die alle eben sich mit dem größeren Problem von Plastik in der Umwelt beschäftigen. Und wir, das heißt das Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung und das IFOI, haben eben uns als – also das Verpackungsthema als Fokus gesetzt – um eben zu schauen, gemeinsam mit Praxispartnern, wie kann man Verpackungen optimieren, was gibt es da, wie kann man das umsetzen. Weil das eben ja Verpackungen auch ein sehr mediales Thema sind bei diesem ganzen Plastik-in-der-Umwelt-Problem, sage ich jetzt mal so. Nun macht man sich, wenn man sich mit Verpackungen beschäftigt, ja in heutigen Zeiten nicht unbedingt nur Freunde. Kannst du schon was über die genaue Zielsetzung des Projektes sagen? Was soll passieren, wenn das mal abgeschlossen ist? Was soll dann fertig sein? Genau, also Ziel war es eben, diesen Leitfaden, den wir entwickelt haben. Das war eigentlich so, das ist sozusagen das Endprodukt oder eines der Endprodukte dieses Projektes, wo man eben Unternehmen an die Hand geben kann, was sie tun können, um ihre Verpackung ökologischer zu gestalten. Und zusätzlich zu diesem Leitfaden haben wir noch weitere Materialien entwickelt, weil wir eben wirklich wollen, dass das auch ein Leitfaden ist, der genutzt wird. Also dass das eben nicht irgendwie nur der Abschlussbericht des Projekts ist, sondern dass es ein Leitfaden ist, der nach Möglichkeit auch von Unternehmen genutzt wird. Und deshalb haben wir zusätzlich noch so ein Schulungsmodul entwickelt, das eben die Unternehmen auch nutzen können, um sozusagen sich selber fortbilden zu können im Unternehmen. Und es gibt ja oft so eine Person oder vielleicht auch mehrere, denen das ein besonderes Herzensthema ist und dass die das dann auch an Kollegen weitertragen können und die informieren können. Das ist so die Idee hinter diesem Schulungsmodul und dass man dann gemeinsam im Unternehmen eine Strategie entwickeln kann und gemeinsam das Thema voranbringen kann. ### Ökobianz: Verpackungsmethoden systematisch vergleichen Ihr vergleicht in diesem Projekt ja verschiedene Verpackungsmethoden, Verpackungsmaterialien, Gebindegrößen und macht das auch mit verschiedenen Produkten. Und da spielen natürlich auch immer wieder die Ökobilanzen eine Rolle. Wir haben es vorhin schon kurz angesprochen. Wie wichtig ist denn eigentlich und wie schätzt du das persönlich ein, ein verpacktes Gut wirklich entlang der Lieferkette jetzt mit einer Ökobilanz mit Punkt und Komma genau auszurechnen, um zu gucken, wie ist denn meinetwegen der CO2-Fußabdruck oder Wasserverbrauch oder so etwas? Wie schätzt du das ein? Das ist eine gute Frage. Also eine Ökobilanz ist ja immer sehr kontextspezifisch. Und wenn man jetzt natürlich genau für ein ganz bestimmtes Produkt mit bestimmten Lieferanten, bestimmten Lieferketten und so weiter eine Verpackung mit einer anderen vergleichen will, dann ist natürlich schon wichtig, dass man eine Ökobilanz hat, die einem dann genau das Ergebnis liefert. Aber der Leitfaden, der soll eigentlich eben auch so ein bisschen Hinweise geben, was man beachten muss, dass die Ökobilanz gut ausfällt, ohne eine Ökobilanz durchführen zu müssen. Also das ist eigentlich so ein bisschen die Idee dahinter, weil natürlich führen wir Ökobilanzen durch und machen das auch gerne und freuen uns, wenn Unternehmen zu uns kommen und wir die Ökobilanzen durchführen können. Aber es ist ja auch klar, dass nicht jedes Unternehmen für jedes Produkt eine Ökobilanz machen kann. Und dann ist eben die Frage, worauf kann man achten, damit diese eben möglichst gut ausfallen würde, wenn man sie dann durchführt? Und das ist eigentlich das, was wir gerne mit diesem Leitfaden, wo wir die Unternehmen unterstützen möchten, damit sie selber auch so ein bisschen die Frage beantworten können. Wobei das natürlich nicht eben dann bis auf die letzte Nachkommastelle möglich ist, aber das ist eben einfach so ein, ja, dass man kann man zumindest schon mal eine Verpackung ausschließen, die auf jeden Fall schlechter abschneiden würde. Und dann hat man vielleicht nachher noch ein paar Alternativen übrig. Und dann braucht man vielleicht noch mal Hilfe von außen. Und das ist ja wirklich gar nicht so einfach. Ich bin nun auch begeisterter Biertrinker, vermeide aber mittlerweile wirklich die Einwegglasflasche, die hier in Spanien der Standard ist. Und dann sogar noch als 0,25-Liter-Flasche, also was es in Deutschland gar nicht gibt. Wir sprechen von einer Pipette. Und da habe ich ja von euch gelernt, von Benedikt, da wäre was anderes viel besser, zum Beispiel eine PET-Flasche. Oder natürlich das frischgezapfte aus dem Fass. Das ist dann das Ökologischste, was wir im Moment so haben. Und das werde ich mir jetzt mal wieder angewöhnen. So was Ähnliches gibt es auch für Standbeutel und Tetrapack. Da hat der Benedikt mich auch aufgeklärt, dass der Tetrapack in vielen Fällen auch deswegen besser ist, weil er selber so stabil ist und nicht so eine schwere Umverpackung braucht. Ist das das, was man so mit Ökobilanzen dann genau ausrechnet, wie also das gesamte Gebinde, ich sage mal vom Abfüller bis hin zum Konsumenten, bis zum gelben Sack quasi seinen Weg beschreitet? Oder wie muss ich mir das vorstellen? Die Herstellung vom Kundschaft ist da schon auch immer mit drin. Und dann aber Abfüller, da haben wir eben mit unseren Praxispartnern gemeinsam zusammengearbeitet. Herstellung des Produkts und dann bis zur Entsorgung oder End of Life, genau. Also das ist alles mit drin bei den Ökobilanzen, die wir im Rahmen des Projekts durchgeführt haben. ### Leitfaden für nachhaltige Unternehmensverpackungen Und das ist ja eigentlich auch etwas, wo die Industrie darauf wartet, dass man diese Systemgrenzen vielleicht auch irgendwann mal normiert, damit auch von unterschiedlichen Firmen auch solche Ökobilanzen mal vergleichbar werden. Ihr seid einen anderen Weg gegangen. Ihr habt gesagt, wir müssen das Grobe erstmal verstehen. So habe ich das wahrgenommen und müssen dem Abfüller oder an wen richtet sich eigentlich der Standard oder der Folienverpackungsindustrie oder der Kunststoffverpackungsindustrie oder allgemein der Verpackungsindustrie. Wer ist eure Zielgruppe? Also der Leitfaden richtet sich eigentlich grundsätzlich an alle Unternehmen, die sich mit Verpackungen auseinandersetzen. Ein Schwerpunkt ist schon auf Handelsunternehmen, denn das waren auch die Praxispartner im Projekt. Also da hatten wir zum Beispiel mit Alnatura und DM waren da als Praxispartner mit dabei, aber auch weitere auch kleine Unverpackt-Läden. Aber grundsätzlich können auch Lieferanten, Verpackungshersteller genauso Hinweise aus dem Leitfaden mitnehmen. Ist also nicht so, dass der Verbraucher nachher den Leitfaden auswendig lernen muss und danach seinen Einkauf gestaltet? Nee, das nicht. Da sind auch Hinweise drinnen für Kommunikation mit der Kundschaft, aber der richtet sich jetzt schon eher an die Unternehmen und nicht an die Kundschaft. Das ist nicht die Zielgruppe des Leitfadens. Dann gucken wir uns den mal ein bisschen genauer an, den Leitfaden. Wie ist der grundsätzlich aufgebaut? Ich habe ihn ja wie gesagt gelesen, aber wenn man so als neuer Betrachter so eines fertigen Produktes was liest, ist es ja immer noch was anderes, als wenn man selber an dem Leitfaden mitgearbeitet hätte. Wie funktioniert das? Wie muss ich das? Ich stelle mir mal vor, ich bin jetzt ein Händler und möchte jetzt besonders nachhaltige Verpackungen einsetzen. Wie gehe ich durch den Leitfaden durch? Also grundsätzlich ist der Leitfaden in zwei Teile aufgeteilt. Der erste Block ist Verstehen und der zweite Block ist Umsetzen. Und im Block Verstehen geht es eben erstmal darum, dass man so ein grundsätzliches Verständnis dazu entwickelt, welche Möglichkeiten gibt es überhaupt, Verpackungen zu optimieren und was muss man jeweils beachten, wenn man einen dieser Ansätze durchführt. Und ganz am Anfang geht es auch einfach nochmal darum, dass man schaut, wo befinden sich eigentlich die Unternehmen. Weil für die Unternehmen ist es ja auch nicht einfach. Also alle erwarten natürlich von den Unternehmen, dass sie ihre Verpackungen ökologischer gestalten, aber die haben natürlich auch verschiedene Zielkonflikte. Also die Kundschaft will irgendwie möglichst wenig Plastik. Plastik ist schlecht. Dann müssen sie gleichzeitig aber ja noch das Produkt schützen. Dann darf sich der Preis auch nicht erhöhen. Das findet dann die Kundschaft auch wieder schlecht. Und für die Unternehmen nicht gut. ### Zielkonflikte bei ökologischer Optimierung lösen Und dann soll noch die Ökobilanz gut sein. Und irgendwo in diesem Zielkonflikt stehen die Unternehmen und versuchen alle diese Ziele unter einen Hut zu bringen. Und da versuchen wir eben so einen Weg zu gehen. Gerade den ersten Teil Verstehen habe ich sehr genossen, den nochmal durchzulesen. Wir kriegen auch als Innoform auch in unserem Innoform Testservice in Oldenburg immer wieder Anfragen. Ich habe jetzt hier zwei Verpackungen. Der eine ist der eine Kunststoff. Ich sage mal 12 µ-Polyester auf 50 µ-Polyethylen kaschiert. Daraus machen wir einen Standbeutel und machen da Nüsse rein. Das andere ist OPP 20 µ auch mit 50 µ-PE. Welcher ist jetzt ökologischer? Und das kommt dann eben einfach immer drauf an. Und das können wir auch als Innoform gar nicht sagen. Wir können jetzt wohl sagen, was ist besser recyclefähig oder so. Da gibt es ja diesen Mindeststandard. Aber in diesem ersten Punkt Verstehen, da steckt ja schon eine ganze Menge drin. Hast du so ein paar Grundfaustformeln vielleicht schon, die du hier nennen möchtest, wo man sagen kann, wenn ihr das beherzigt, so ganz grobe Dinge, um überhaupt erst mal eine Verpackung vorzuselektieren. Natürlich muss man euer Produkt ja quasi doch den Standard noch durchlesen und verstehen. Aber wenn du so drei, vier, fünf Punkte vielleicht mal nennen würdest, wo du sagst, wenn man darauf achtet, hat man schon die halbe Miete. Genau, es gibt ja diese sechs Ansätze. Einer ist eben zum Beispiel Verpackungsverzicht. Weil Verpackungsverzicht, sagen wir für viele trockene Produkte, ist das eine gute Verpackung, wenn es eben möglich ist, die unverpackt zu machen. Dann gibt es Mehrwegverpackung. Da sagen wir eben als Faustregel, also Mehrweg kann man ganz schlecht pauschal sagen, ist jetzt besser oder schlechter, sondern da kommt es eben viel drauf an. Aber wenn zum Beispiel das Produkt leichter ist als die Verpackung, dann ist es eher nicht sinnvoll, das in einer Mehrwegverpackung zu verpacken. Das ist auch so eine Faustregel. Bei reduziertem Materialeinsatz, das wäre jetzt noch ein Ansatz, da ist es dann wichtig, dass man schaut, wenn man an einem Ort den Materialeinsatz verringert, bei der Produktverpackung zum Beispiel, dass man dann nicht auf einmal viel mehr Transportverpackung braucht. Also dass man eben nicht nur die Verpackung, die nachher in die Kundschaft geht, berücksichtigt, weil das ist natürlich auch die, über die gesprochen wird und worüber sich vielleicht die Kundschaft beschwert. Die Transportverpackung kennt keiner so genau, aber die muss man natürlich genauso im Blick behalten. Also nicht, dass man da auf einmal dann viel mehr braucht. Was du vorhin auch gesagt hast, mit den Verbundkartons, die sind schön stabil, da braucht man dann auch nicht viel Umverpackung. Und das wird ja oft gar nicht mitgerechnet, deswegen seid ihr beim Handeln natürlich an der richtigen Adresse, weil der muss das ja letztlich alles bezahlen, das gesamte, auf der Palette gestapelte Produkt, was er eigentlich verkaufen will. ### Nachhaltige Materialsubstitution wirtschaftlich umsetzen Und der hat dann eigentlich auch nachher den Benefit davon, wenn er es nachhaltiger macht, auch wenn vielleicht die Transportverpackung teurer wird, dafür aber vielleicht erst die Primärverpackung billiger oder andersrum, das kann er ja eigentlich am besten steuern. Deswegen verstehe ich jetzt auch viel besser, warum wir auch da den Fokus so ein bisschen drauf legen. Sechs Ansätze, fallen dir noch mehr ein? Genau, dann gibt es noch Wechsel des Verpackungsmaterials, also Material substituieren, das kann alles Mögliche sein, also entweder eben von Plastik zu Papier oder von einem Kunststoff zu einem Recycling-Kunststoff oder vielleicht auch zu einem Biokunststoff oder so. Da muss man dann natürlich immer drauf gucken, da kann man ja verschiedene Ziele mitverfolgen, wenn man Material substituieren will. Entweder kann man sagen, ich will einfach keinen Plastik mehr, das ist aber aus unserer Sicht jetzt nicht unbedingt der beste Ansatz, wenn man einfach partout versucht, Plastik zu verhindern, sondern man muss ja immer gucken, was ist die Alternative und ist die überhaupt besser. Wenn man jetzt aber sagt, man will irgendwie die Kreislaufwirtschaft stärken und setzt deshalb auf Recycling-Materialien oder auf besser recycelbare Materialien, dann ist das sicher ein ganz sinnvoller Ansatz. Oder wenn man schaut, kann man ein Material wechseln und dadurch Gewicht reduzieren, dann ist das auch ein guter Ansatz. Dann gibt es noch so Sachen wie, dass vielleicht ein Unternehmen einen besonderen Fokus auf nachwachsende Rohstoffe setzt oder was man da einsetzen will. Da muss man dann wieder sagen, es kommt drauf an, das kann zu einer Verbesserung führen, aber auch nicht unbedingt. Da muss man dann wieder auf den Einzelfall schauen. Ich habe auch gesehen, das Thema Recycling findet auch seinen Platz in eurem Dokument. Wie schätzt du das ein, wenn jetzt ein Produkt Einwegverpackung sein muss, aus welchen Gründen auch immer, und es ist dann besser recycelfähig als ein anderes? Ist das wirklich ein ausschlaggebendes Argument? Nämlich, das ist ja die Frage, mit der sich die Folienindustrie beschäftigt: nicht sehr viele Folien werden gut recycelt, zumindest nicht so, dass es wieder eine Folienverpackung werden könnte. Alle arbeiten dran, viele Ressourcen gehen da auch rein, aber ist es sinnvoll, überhaupt ins Recycling zu gehen? Man hat ja im Moment den Eindruck, das ist so das Allheilmittel. Könntet ihr das auch bestätigen, mit euren Erkenntnissen? Das Allheilmittel ist es, denke ich, nicht. Es ist immer so, es kommt drauf an. Das ist leider ganz oft die Antwort, die wir geben müssen. Es kann natürlich sein, wir haben zum Beispiel uns ein paar Ressourcen von Textilwaschmitteln angeschaut, jetzt mal als konkretes Beispiel. Und da haben wir uns halt alles Mögliche, was es am Markt gibt, angeschaut, eben so eine Flasche zum Ausgießen, dann die gleiche aus Rezyklat-Material, ein Standbodenbeutel, auch Unverpackt-Lösung und Verpackung für Waschpulver. Wenn man da jetzt mal konkret den Standbodenbeutel und die Flasche vergleicht, dann schneidet der Standbodenbeutel in der Ökobilanz besser ab als die Flasche, obwohl er schlechter recyclingfähig ist. Weil es so viel weniger Verpackungsmaterial ist und der so viel leichter ist. Das Abfallaufkommen haben wir uns in diesem Projekt auch immer noch angeschaut, nochmal separat, weil das ja in diesem Programm „Plastik in der Umwelt“ ist. Da haben wir uns nochmal ein Fokus draufgelegt. Das Abfallaufkommen ist aber höher vom Standbodenbeutel, weil eben der nicht recycelt werden kann. Trotzdem ist die Ökobilanz besser. Da muss man dann halt immer schauen, worauf man den Fokus legen will. Die Ökobilanz davon ist besser. Und wenn man jetzt noch was Besseres tun wollte, würde man tatsächlich jetzt für ein Waschmittel in den Unverpackt-Laden gehen, wenn er denn erreichbar ist und da dann kaufen? ### Unverpackt versus Standbodenbeutel: Gewinner ermittelt Oder was war euer Gewinner? Genau, unverpackt war da der Gewinner. Aber besser als der Standbodenbeutel schneiden auch Verpackungen für Waschpulver ab. Das ist dann natürlich mit einer Produktveränderung verbunden. Da muss dann natürlich auch wieder die Kundschaft mitspielen. Aber ein Karton für Waschpulver oder auch so ein Folienbeutel für Waschpulver ist ja einfach nochmal weniger Verpackung und schneidet dadurch auch besser ab. Genau. Die Umwelteinflüsse vom Produkt selber habt ihr aber nicht noch mit betrachtet. Ihr habt euch mehr um die Verpackung und Logistik gekümmert, richtig? Richtig, genau. Das hätte den Rahmen gesprengt. Genau. Und das sind ja die Herausforderungen, die zum Beispiel ein Markeninhaber, der jetzt ein Waschmittel produziert. Ich gucke mal so in die Runde. Hier steht so allerhand drum an Mustern. Und die müssen natürlich alles im Blick haben. Die müssen natürlich auch ein Produkt in den Markt bringen, was also das Waschmittel selber, auch in der Produktion und auch im Konsum möglichst wenig Schaden anrichtet. Oder vielleicht sogar auch der Umwelt hilft. Auch da sind ja Bemühungen, dass man also gewisse Inhaltsstoffe verändert, sodass die für die Natur vielleicht sogar auch nützlich sind. Wir haben ja damals die Phosphate gehabt, zum Beispiel im Waschmittel. Die haben wir rausgenommen, weil wir alles überdüngt hatten. Und jetzt ist das schon mal viel besser geworden. Jetzt arbeitet man ja tatsächlich dran, das sogar noch umweltverträglicher immer weiter zu machen. Und die Konzentrate spielen sich auch eine Rolle. Also Faustformel würdest du sagen, je dünner, je kleiner eine Verpackung, desto besser. Das Material ist gar nicht so entscheidend tendenziell. Hat aber doch Papier, Pappe einen Vorteil gegenüber Kunststoff? Oder kann man das auch so pauschal gar nicht sagen? Ist auch pauschal schwer zu sagen. Also jetzt bei dem Waschpulver – der Karton hat gut abgeschnitten und hat dann natürlich, aber auch weil er auch nicht so schwer ist. Und dadurch, dass er recycelt werden kann, dann auch eher. Was haben wir noch an Papierverpackungen untersucht? ### Tiefziehfolie und Frischhaltefolie im Test Beim Käse haben wir uns auch, wir haben noch Käse gemacht. Da haben wir uns so eine Tiefziehfolie angeschaut und die gibt es ja auch so aus beschichtetem Papier. Die schneidet auch etwas besser ab als die Kunststoffverpackung. Aber war auch nicht der Gewinner. Der Gewinner war da tatsächlich, da war es nämlich nicht unverpackt, sondern wie so eine Frischhaltefolie direkt um den Käse drumrum. Also auch da wieder. Weniger ist mehr. Also reduzieren auf jeden Fall und vermeiden sowieso über allem. Das sind ja auch die Global Goals, die wir ja als Verpackungsindustrie quasi so als Damoklesschwert immer über uns schweben haben. Auch interessant ist vielleicht noch die Ökobilanz. Die finde ich auch immer noch ganz spannend. Sehr gerne, genau. Da haben wir uns drei Verpackungen von Mandeln angeguckt, auch wieder unverpackt. Dann die Folie und ein Pfandglas. Da hat unverpackt wieder gewonnen. Also wie gesagt für trockene Lebensmittel ist es eben wirklich eine gute Lösung. Meistens unverpackt und schneidet in der Regel am besten ab. Aber das Pfandglas hat da mit Abstand am schlechtesten abgeschnitten, einfach weil eben das so ein ganz schlechtes Verhältnis von Verpackung zu Produkt ist, vom Gewicht. Und weil das ja auch einen Einwegdeckel hat. Und der Einwegdeckel alleine ist schwerer als die ganze Kunststofffolie. Und dann sieht man ja schon, es ist eigentlich mehr Einwegverpackung. Das Pfandglas in dem Fall. Hochspannend. Ihr wollt ja mit dem Dokument auch Leute bewegen, nachhaltigere Verpackungen zu machen. Du hattest die Schulung vorhin schon kurz angesprochen. Wir werden auch einen Vortrag haben in Berlin bei unserem europäischen Inno-Meeting. Was wäre denn so die erste Botschaft oder die wichtigste Botschaft, die ihr jetzt eigentlich einem, ich sag mal, Händler, bei dem Beispiel mitgeben wolltet, wenn er jetzt wirklich was verändern will. Ich habe zum Beispiel auch im Bekanntenkreis einen Filialeiter von einem Einzelhändler, der möchte gerne mehr nachhaltige Verpackung. Und der hat auch die Freiheit, ich sag mal, seine verpackten Lebensmittel auch anhand der Verpackung auszusuchen. Aber was würde man dem denn so als Ratschlag jetzt mitgeben? Also erst mal kann ich mir vorstellen, euren Standard lesen. Und dann nach Berlin kommen und dann Seminar besuchen oder in welcher Form, wie geht der jetzt vor? ### Produktpalette strategisch clustern und optimieren So praktische Hinweise. Ja, also das wäre wahrscheinlich schon mal ein guter Ansatz. Genau. Es ist, denke ich, wichtig, dass man im Unternehmen sich auch Unterstützung holt und im Unternehmen ja, Kolleginnen und Kollegen dazu bekommt, an einem Strang zu ziehen. Und dann muss man eben, ja, man muss sich im Grunde genommen dann die Produktpalette anschauen, vielleicht clustern, was sind ähnliche Produkte, die wir eh nicht verpacken können und dann müsste man schauen, was da jeweils eine gute Verpackungsalternative ist. Da kommt man dann schon in diesen Umsetzenbereich von dem Leitfaden. Da haben wir eben, also ja, da haben wir echt lange dran gefeilt. Es war nicht einfach, weil wir wollten ja irgendwas, was, was dem Unternehmen auch hilft, gerne entwickeln, aber es gibt halt nicht. Alle wollen immer die einfache Antwort. Was ist das beste Material? Was ist die beste Verpackung? Und wir haben da diskutiert und diskutiert, dass wir was an die Hand geben, was nicht zu sehr vereinfacht ist, dass es die, also es muss ja die Komplexität berücksichtigen, aber dennoch verständlich ist. Unsere Praxispartner haben sich ein Tool gewünscht, dass man nachher für jede Verpackung, für jedes Produkt, die beste Verpackung ist. Das konnten wir natürlich nicht leisten. Das geht so einfach nicht. Wir haben jetzt versucht, mit so einem Fragenkatalog die Unternehmen an die Hand zu nehmen, dass die einfach, dass einfach schon mal klar ist, mit welchen Fragen müssen wir uns überhaupt beschäftigen? Was hat alles Einfluss auf die Ökobilanz? Also das sind eben einmal schon mal diese Themen, die wir eben schon mal angesprochen haben. Recyclingfähigkeit spielt eine Rolle, Gewicht spielt eine Rolle, aber auch so was wie Transportwege, die Materialauswahl und dann eben die ganzen Prozesse, Produktionsprozesse, aber auch Abfüll- und Waschprozesse, falls so was anfällt. Und dann kann man eben, wenn man jetzt sich mal verschiedene Verpackungsalternativen überlegt hat, sich die nebeneinander stellen und dann verschiedene Fragen dazu beantworten. Also wie schwer sind die Verpackungen jeweils? Und dann eben nicht nur die Produkte, sondern jeweils auch die Transportverpackung, die dazu gehört, dass man sich immer alles anschaut. Wie steht es um die Recyclingfähigkeit der verschiedenen Verpackungsalternativen und so weiter? Und die Welt ist eben auch so kompliziert. Wir könnten, selbst wenn wir wollten, ja gar nicht alles auf faserbasierte Papier und Pappe umstellen, weil wir gar nicht genug Bäume pflanzen können, um das alles abzudecken, was wir heute in Glas, Blech, Holz, Plastik und so weiter verpacken. Wir können es ja gar nicht alles ersetzen. Von daher gibt es ja auch immer noch Marktzwänge. Man möchte vielleicht gerne, aber es geht gar nicht. Wo geht es weiterhin mit dem Projekt? Gibt es ein Anschlussprojekt? Macht ihr da erst mal das Buch zu und versucht mehr so in dem One-to-one-doing mit den Firmen jetzt weiterzukommen? Was sind so die Pläne in der Zukunft? ### Nachhaltige Verpackungen: Branchenübergreifende Enabler-Rolle Also das Projekt ist jetzt tatsächlich erst mal beendet und hat jetzt kein direktes Nachfolgeprojekt. Aber wir sind natürlich weiter mit den Praxispartnern im Austausch und wissen auch, dass die schon ganz viel umgesetzt haben und wollen jetzt natürlich auch einfach noch schauen, dass wir das noch mehr Unternehmen den Leitfaden nutzen und bleiben gerne mit denen in Kontakt und denken das Thema nicht zu. Auf jeden Fall nicht, sondern es ist ja weiterhin ein sehr relevantes Thema, was wichtig ist. Und ich hoffe, dass da auch noch Rückfragen kommen und dass man da in der Diskussion weiter am Ball bleibt und möglichst viele Unternehmen auch unterstützen kann und auch ermutigen kann, weil es ist ja ein komplexes Thema, diesen Weg zu gehen. Viele versuchen sich ja auch als Enabler, sagt man heute, zu positionieren. Zum Beispiel Druckfarbenfabriken habe ich jetzt demnächst wieder im Podcast. Die wollen also auch mit ihrer Druckfarbentechnologie helfen, Dinge recyclingfähiger zu machen zum Beispiel und damit auch wieder einen Anstoß zu geben, vielleicht andere Materialien ökologischer zu machen letztendlich und aber auch eben ökonomischer. Und darum geht es ja auch immer, dass das Ganze auch nicht total aus dem Ruder läuft. Wir müssen ja auch eine Verpackung irgendwie noch bezahlbar halten. Letztendlich ist eine Verpackung ja nicht mehr als eine Dienstleistung, um das Produkt irgendwie zu kennzeichnen, zum Kunden zu bringen, zu schützen, haltbar zu machen und solche Dinge mehr. Genau, das ist auch ein so ein Punkt, den wir dann, also man muss ja nicht nur gucken, was wiegt die Verpackung, ist sie recyclingfähig, sondern auch was bedeutet das eigentlich für die Kundschaft? Muss die sich irgendwie umstellen? Wird das überhaupt angenommen? Und eine Frage, die wir uns auch gestellt haben, ist dann, wenn wir jetzt zum Beispiel auf unverpackt umstellen, nutzen das ja nicht so viele Kunden und Kundinnen. Wenn wir aber vielleicht einfach auf eine Verpackung umstellen, die keine Verhaltensänderung bei der Kundschaft hervorruft, dann nutzen viel mehr Kunden die Verpackung und insgesamt ist dann ja vielleicht der Benefit größer. Also sowas muss ja auch im Blick behalten werden. Man kann eine kleine Veränderung machen, die aber sehr viel genutzt wird oder eine große Veränderung, die wenig genutzt wird. Das ist auch so was, was wir noch so ein bisschen versucht haben mit reinzubringen, dass man eben, ja und dadurch auch die ermutigen, man kann auch einen kleinen Schritt machen, der kann ja auch trotzdem eine große Wirkung haben. Man muss nicht immer gleich das Allerbeste, die allerbeste Verpackung einsetzen. Das eigentlich schönes Schlusswort. Danach kann fast nichts mehr kommen. Wir haben also gelernt, verstehen kommt vom Umsetzen. Das kann man in eurem Leitfaden wunderbar nachlesen. Wir werden in Berlin darüber sprechen. Carola, das war ein schönes Interview. Herzlichen Dank für deine Zeit. Ja, danke auch. Das war sie schon wieder, die Episode mit Carola Big zum Thema InnoRedux. Wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative für mehr Flexpack-Wissen werden wollen, melden Sie sich gerne bei mir, ks@innoform.eu. Tschüss, bis zum nächsten Mal, Ihr Karsten Schröder. **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** carola_bick, IE-10-22 --- ### [Das Inno-Meeting Europe - am Puls der Zeit](https://inno-talk.de/das-inno-meeting-europe-am-puls-der-zeit/) **Published:** Oktober 12, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Ein kurzer Bericht von Karsten Schröder* Moderiert von Guido Aufdemkamp war das Inno-Meeting Europe ein kurzweiliges, informatives und kollegiales Meeting der Vor-Ort- und Livestream-Teilnehmer. Gemeinsam mit den hochkarätigen Referent\*innen ergab sich eine äußerst freundschaftliche und konstruktive Atmosphäre. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/10/Guido-Aufdemkamp-1024x576.jpg)](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/10/Guido-Aufdemkamp.jpg)Es begann mit Zahlen, Daten und Fakten von Flexible Packaging Europe (FPE). [Anja Holthoff-Schlegel](https://www.innoform-coaching.de/referenten/anja-holthoff-schlegel) sprach, zugeschaltet aus der Quarantäne, über das zu erwartende Wachstum der Menge an Flexiblen Verpackungen. Woher kommt das Wachstum in Zeiten von Reduzierung und Kreislaufwirtschaft? Primär dreht sich alles um wachsenden Konsum, der europaweit prognostiziert wird. Mit [Dr. Günter Schubert](https://www.innoform-coaching.de/referenten/guenter-schubert) stiegen wir in die Technik ein und lernten, dass Aluminiumfolien in Getränkekartons nicht nur für die Barriere zuständig sind. Im Gegenteil – Alumium ist eine Prozesshilfe, die das Siegeln verbessert, Deadfold garantiert und dabei dicht bleibt. Sun Chemical, vertreten durch [Ewald Rempel](https://www.innoform-coaching.de/referenten/ewald-rempel), legte seine Nachhaltigkeitsstrategie, die auf den UN GOALS beruht, dar. Auch Druckfarben können die Recyclingfähigkeit verbessern und selbst auch nachhaltiger werden. BOPP-Folien standen im Fokus von [Dr. Daniele Borin](https://www.innoform-coaching.de/referenten/daniele-borin) (Taghleef). Und zwar nicht einfach nur BOPP mit den bekannten Eigenschaften, sondern mit hervorragenden Sauerstoff- und Aromabarrieren. Die Mehrschicht, biaxial orientierten BOPP Folien ermöglichen es nun dem Veredler, Monomaterialverpackungen auf Basis PP herzustellen. Diese gelten auch im mechanischen Recycling als besonders recyclingfähig. [Sabrina Schmidt](https://www.innoform-coaching.de/referenten/sabrina-schmidt) bot einen Leitfaden für Abpacker an, der in einem mehrjährigen Forschungsprojekt u.a. mit DM und ifeu Institut entstand. Dieser INNOREDUX genannte Leitfaden kann kostenlos heruntergeladen werden: [https://www.ioew.de/publikation/verpackungen\_oekologisch\_optimieren](https://www.ioew.de/publikation/verpackungen_oekologisch_optimieren). Erfahren Sie, warum nicht immer unverpackte Güter das Nachhaltigste sind. Für eine hochwertige, kreislauffähige Folienverpackung warben die beiden Sprecher [Dr. Andrey Charkovskiy](https://www.innoform-coaching.de/referenten/andrey-charkovskiy) und [Ir. Disha Disha](https://www.innoform-coaching.de/referenten/disha-disha) von *Siegwerk Druckfarben*. Auch hier der Tenor: Wir sind Ermöglicher von Kreislaufwirtschaft mit Flexiblen Verpackungen – mit und ohne Barriere. Denn auch Barrierebeschichtungen, z.B. für Papierverpackungen, bietet Siegwerk an, genauso wie abwaschbare Druckfarben für das s.g. DEINKING. Watttron mit [Ton Knipscheer](https://www.innoform-coaching.de/referenten/ton-knipscheer) verspricht bis zu 90% Energieeinsparung mit digitalen Siegelwerkzeugen. So werden 5×5 Millimeter kleine Pixel mit 100 Hz geregelt und individuell nach dem Wärmeverbrauch beheizt. So kommt dort genau die Wärmemenge an, die z.B. Monomaterialverpackungen benötigen. Diese preisgekrönte Erfindung versetzte den Saal in Erstaunen und wird das Startup erfolgreich machen, so die einhellige Einschätzung des Auditoriums. Henkel versteht sich laut [Alexander Bockisch](https://www.innoform-coaching.de/referenten/alexander-bockisch) nicht nur als Klebstoffhersteller, sondern auch als Designpartner im besten Sinne. Mitten in der Lieferkette möchte Henkel mit Klebstoffen und neuen Wegen Nachhaltigkeit und Mehrwert schaffen. Denn geklebte Verbundfolien lassen sich auch immer besser recyceln und bieten hohe Performance – nicht weg zu denken, oder? Papier wo möglich und Plastik wo sinnvoll – ist schon fast eine Redewendung unserer Industrie geworden. [Thomas Kahl](https://www.innoform-coaching.de/referenten/thomas-kahl) schildert, warum Mondi diesen Weg geht und sich strikt von Kundenbedürfnissen und Anforderungen aus dem Markt leiten lässt. Das ist ein Aufruf zur Materialoffenheit. Als Vertreterin des Handelsgiganten DM zeigte [Dagmar Glatz](https://www.innoform-coaching.de/referenten/dagmar-glatz) tiefgehende Kompetenz im Bereich bedruckter Verpackungen und verblüffte manchen mit der Beteiligung am Forschungsprojekt PrintCYC, dessen Ergebnisse [Dr. Annett Kaeding-Koppers](https://www.innoform-coaching.de/referenten/annett-kaeding-koppers) im folgenden detailliert ausführte. Druckfarben, auch wenn sie nicht entfernt werden, können so optimiert werden, dass sie Nebenwirkungen beim Recycling minimieren, wie z.B. Stippen, Farbabweichungen und Geruch. „Grey is the new green“ könnte man sagen. Eine große Überraschung hatte [Prof. Markus Schmid](https://www.innoform-coaching.de/referenten/markus-schmid) im Gepäck. Er mahnte zum Weitblick und schlug die Bio-Kreislaufwirtschaft als wesentliche Ergänzung zur fossilen Kreislaufwirtschaft vor und verwies auf erste Forschungsergebnisse aus einem Nachhaltigkeits-Institut in Sigmaringen. PET-Folien sind tot – es leben die PET-Folien – könnte man aus dem Beitrag von [Ralf Meyer](https://www.innoform-coaching.de/referenten/ralf-meyer) zusammenfassen. Warum müssen flexible Verpackungen eigentlich aus Monomaterial auf Basis von Polyolefinen bestehen? Das geht auch mit Mono-Polyesterfolien, die z.B. dem PET-Flaschenrecycling zugeführt werden könnten – auch alles Monomaterial! Vorteil: An den Abpackmaschinen kann alles so bleiben wie es ist. Der Vortrag von [Xavier Bonamour](https://www.innoform-coaching.de/referenten/xavier-bonamour) konzentrierte sich für den Maschinenbauer BOBST auf „Save Food“ durch Hoch- und Ultrahoch-Barrieren auf Folie und Papier mittels Kombination von Bedampfungen und Beschichtungen. Fertige Lösungen hat BOBST in den letzten Jahren auf diversen Substraten entwickelt und bietet alles nun unter dem Namen oneBARRIER interessierten Veredlern an. „Kleine Teile, große Wirkung“ sagte [Mike Landwehr](https://www.innoform-coaching.de/referenten/mike-landwehr) sinngemäß zu der Massenreduzierung von 10% bei Einschweißteilen für Standbeutel etc.. Aber damit nicht genug – auch aus Regenerat gefertigte, maßgeschneiderte Einschweißteillösungen sind heute verfügbar und finden gerade den Weg in die Regale. [Fernando Gordillo](https://www.innoform-coaching.de/referenten/fernando-gordillo) betonte, dass Digitaldruck das Ressourcen-effizienteste Druckverfahren ist. Nicht nur, dass Energiebedarf, Verbrauchsteile etc. optimiert sind, auch der Ausschuss und die Überproduktion gehören der Vergangenheit an. Doch richtig interessant wird der Digitaldruck mit digitalen Geschäftsmodellen – auf geht’s. Für alle, die mein Finale sehen möchten, hier der Live-Mitschnitt. **TIPP:** Wenn Sie interessiert sind, alle oder ausgewählte Vorträge nachzuschauen und die Unterlagen zum Download zu erhalten, wartet hier ein vergünstigtes Einführungsangebot für das [1. Inno-Meeting Europe](https://www.innoform-coaching.de/tagung/inno-meeting-europe-flexpack-knowledge-for-decision-makers-2022). Sie sparen 200 € zum Listenpreis. Ein erstes Inno-Meeting für Europa, aber nicht das letzte. Text: Karsten Schröder Video: [www.eveema.com](http://www.eveema.com) ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin-2/) - [Guido Aufdemkamp von Flexible Packaging Europe zu den Hintergründen des Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-von-flexible-packaging-europe-zu-den-hintergruenden-des-inno-meeting-europe/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Biofolien, Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Flexodruck, Folienherstellung/Veredelung, Folienprüfung & Analytik, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Standbeutel, Thermofomen/Tiefziehen, Tiefdruck **Schlagwörter:** IE-10-22, im-02-23, Karsten_Schroeder --- ### [The Inno-Meeting Europe - on the pulse of time](https://inno-talk.de/the-inno-meeting-europe-on-the-pulse-of-time/) **Published:** Oktober 12, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *A short report by Karsten Schröder* Moderated by Guido Aufdemkamp, the Inno-Meeting Europe was an entertaining, informative and collegial meeting of the on-site and livestream participants. Together with the top-class speakers, the atmosphere was extremely friendly and constructive. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/10/Guido-Aufdemkamp-1-1024x576.jpg)](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/10/Guido-Aufdemkamp-1.jpg)It started with facts, figures and data from Flexible Packaging Europe (FPE). [Anja Holthoff-Schlegel](https://www.innoform-coaching.de/referenten/anja-holthoff-schlegel), connected from quarantine, spoke about the expected growth in the volume of flexible packaging. Where does the growth come from in times of reduction and circular economy? Primarily, everything revolves around growing consumption, which is forecast throughout Europe. With [Dr. Günter Schubert](https://www.innoform-coaching.de/referenten/guenter-schubert) we went into technology and we learned that aluminium foils in beverage cartons are not only responsible for the barrier. On the contrary – alumium is a process aid that improves sealing, guarantees deadfold and stays tight at the same time. Sun Chemical, represented by [Ewald Rempel](https://www.innoform-coaching.de/referenten/ewald-rempel), presented its sustainability strategy based on the UN Goals. Printing inks can also improve recyclability and become more sustainable themselves. BOPP films were the focus of [Dr. Daniele Borin](https://www.innoform-coaching.de/referenten/daniele-borin) (Taghleef). And not just BOPP with the familiar properties, but with excellent oxygen and aroma barriers. The multi-layer, biaxially oriented BOPP films now enable converters to produce mono-material packaging based on PP. These are also considered particularly recyclable in mechanical recycling. [Sabrina Schmidt](https://www.innoform-coaching.de/referenten/sabrina-schmidt) offered a guide for packers that was developed in a multi-year research project with DM and ifeu Institut, among others. This guide, called INNOREDUX, can be downloaded free of charge: [https://www.ioew.de/publikation/verpackungen\_oekologisch\_optimieren](https://www.ioew.de/publikation/verpackungen_oekologisch_optimieren). Learn why unpacked goods are not always the most sustainable. The two speakers [Dr. Andrey Charkovskiy](https://www.innoform-coaching.de/referenten/andrey-charkovskiy) and [Ir. Disha Disha](https://www.innoform-coaching.de/referenten/disha-disha) from Siegwerk Druckfarben promoted high-quality, recyclable film packaging. Here, too, the tenor was: We are enablers of the circular economy with flexible packaging – with and without barriers. Because Siegwerk also offers barrier coatings, e. g. for paper packaging, as well as washable printing inks for so-called DEINKING. Wattron, represented by [Ton Knipscheer](https://www.innoform-coaching.de/referenten/ton-knipscheer) promised up to 90 % energy savings with digital sealing tools. Thus, 5×5 millimetre small pixels are controlled at 100 Hz and heated individually according to heat consumption. In this way, exactly the amount of heat arrives that is needed for mono-material packaging, for example. This award-winning invention amazed the room and will make the start-up successful, according to the unanimous assessment of the auditorium. According to [Alexander Bockisc](https://www.innoform-coaching.de/referenten/alexander-bockisch)h, Henkel sees itself not only as an adhesives manufacturer, but also as a design partner in the best sense. In the middle of the supply chain, Henkel wants to create sustainability and added value with adhesives and new ways. After all, bonded composite films are also increasingly easy to recycle and offer high performance – impossible to imagine without them, isn’t it? Paper where possible and plastic where useful – has almost become a saying in our industry. [Thomas Kahl](https://www.innoform-coaching.de/referenten/thomas-kahl) describes why Mondi is going down this path and is strictly oriented towards the customers´ needs and requirements of the market. This is a call for openness towards materials. Representing the retail giant DM, [Dagmar Glatz](https://www.innoform-coaching.de/referenten/dagmar-glatz) showed profound expertise in printed packaging and amazed with her involvement in the PrintCYC research project, the results of which [Dr. Annett Kaeding-Koppers](https://www.innoform-coaching.de/referenten/annett-kaeding-koppers) explained in more detail below. Printing inks, even if they are not removed, can be optimised to minimise side effects during recycling, such as speckling, colour deviations and odour. „Grey is the new green“ one could say. [Prof. Markus Schmid](https://www.innoform-coaching.de/referenten/markus-schmid) had a big surprise in store. He urged foresight and suggested the organic circular economy as an essential complement to the fossil circular economy and referred to the first research results from a sustainability institute in Sigmaringen. PET films are dead – long live PET films – one could summarise from [Ralf Meye](https://www.innoform-coaching.de/referenten/ralf-meyer)r’s article. Why does flexible packaging actually have to be made of mono-material based on polyolefins? Monopolyester films can also be used, which can be fed into PET bottle recycling, for example – all mono-material as well! The advantage: Everything can remain as it is on the packaging machines. [](https://www.innoform-coaching.de/referenten/xavier-bonamour)[Xavier Bonamour](https://www.innoform-coaching.de/referenten/xavier-bonamour)’s presentation for the machine manufacturer BOBST focused on „Save Food“ through high and ultra-high barriers on film and paper using a combination of vapour deposition and coatings. BOBST has developed ready-made solutions on various substrates in recent years and now offers everything to interested converters under the name oneBARRIER. „Small parts, big effect“ is what [Mike Landwehr](https://www.innoform-coaching.de/referenten/mike-landwehr) said about the 10 % mass reduction in shrink-wrapped parts for stand-up pouches etc. But that is not all – customised shrink-wrapping solutions made from regenerated material are also available today and are just finding their way onto the shelves. [Fernando Gordillo](https://www.innoform-coaching.de/referenten/fernando-gordillo) emphasised that digital printing is the most resource-efficient printing process. Not only the energy requirements, consumables etc. are optimised, but also waste and overproduction are a thing of the past. But digital printing only becomes really interesting with digital business models – here we go. For all those who want to see my final, here is the live recording. TIP: If you are interested in viewing all or selected presentations and downloading the documents, here is a reduced introductory offer for the 1st Inno-Meeting Europe. You save 200,- € on the regular price. A first Inno-Meeting for Europe, but not the last one. Text: Karsten Schröder Video: [www.eveema.com](http://www.eveema.com) ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin-2/) - [Guido Aufdemkamp von Flexible Packaging Europe zu den Hintergründen des Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-von-flexible-packaging-europe-zu-den-hintergruenden-des-inno-meeting-europe/) --- ## Transkript and I would like to go quick through the yeah to all the presentations with one slide. We started yesterday. You may remember that Anja told us everything is growing. And I don’t know how this will happen in the future because the planet does not grow. We think we have the answer with the circular economy. Maybe that’s the truth and you told us that in several brands in several markets in several branches still growing the consumption is growing. So the packaging has to grow and we as a flexible packaging will be a part of this. Then Guntur thank you for this. I would say scientific insights to the carton beverage boxes and the role of aluminum film in this box. I learned a lot. I thought it’s just for barrier but it isn’t it is a process help. It helps the process to become a good carton box and especially with these refillable. Yeah convenience add-on, I would say thanks Gunter for this very nice presentation and that if I told us that Sun is working based on the UN goals to develop their printing inks to make the flexible packaging and not only the flexible packaging more recyclable. That’s really interesting that all along the supply chain. Everyone said the same more or less concerning the circular economy. Thanks Evil to do. So and next presentation was from Daniele and he told me that OPP is the future. Thanks to give us this insight and of course. PP does not have a good oxygen barrier, but you manage it with a special construction with special co-extrusion and coatings are whatsoever. And you know, you can have a polypropylene based barrier packaging for all kind of flexible packaging and you manage it. Thank you so much to be with us here in Berlin and then we came to again a scientific presentation from Sabrina and he said involving the right stakeholders and that’s what we are doing here. Thanks for this insight of the guideline how to decide which packaging from a retailer perspective or from consumer perspective. It’s the best in terms of sustainability. Thanks for this interesting presentation yesterday and then Disha and Andrew. It’s a pleasure to have you here a nice duet. I would say with all around improving recyclers, but not only that you told us that barrier thing is also a very important topic of secret and you would like to enable others to become better in terms of sustainability. Thanks for being with us here in Berlin. And then Ton I think one of the highlights to be honest towards the other. Sorry, but one is the winner in this for my point of view turn with your startup and the sealing technology. You enable the sealer the sealing companies to reduce energy consumption by more or less up to 90%. That’s really tremendous and you improve the quality maybe by the same level. Thanks so much for helping the startup become a real big company and valid company for the Flexpack industry as well. And then we heard from Alex at Henkel is not only an adhesive manufacturer or supplier. He wants to be a design partner or become a design partner along the supply chain. And this is one of the brackets I would say around this conference that we all talk about the cooperation of the whole supply chain. Henkel is in the middle of that and I think it’s a good idea to talk to them. Once again also making with adhesives new business models happen or to at least the Flexpack industry more sustainable. Then to my skull live from Vienna in the live stream. He’s focusing on customer demands and that’s what we do all I think and he honestly said, yeah, we are focusing on what the customer wants to have to help them and the slogan „paper where possible and plastic when useful“ is something everyone uses in our branch at the moment. That’s really interesting, fiber-based. ### Materialknappheit und Retailer-Verantwortung Material is pushed by not only by Monday or by the others, but it is limited. That’s what he told us as well. So we need other materials as well. Thanks Dogma for being with us this morning, the retailers, of course the OEMs of the Flexpack industry, perhaps — I don’t know, it’s maybe some 10 years ago. I remember an Inno-Meeting in Germany, in German in Austin work. We are one speaker said why don’t the retailers become the OEMs and why don’t they push us or pull us into the right direction and it happens now, we heard it. Dogma, she’s in depth involved in the developments of yeah, recyclable printed flexible packaging and they try to reuse, reduce like we all do, thanks for this contribution and Annette. Of course, she’s fighting for the recyclable printing inks. And of course another scientific presentation. Thanks to be with us and good luck with the project and maybe the second stage and then we came to Marcus, the professor, the only professor in this meeting, but not too scientific to be honest, but you gave us a different perspective of the circularity, bio-circularity is your motto and I like this. I really am convinced that this is one of the solutions for us as a Flexpack industry. Not only plastic, not only fiber base. It’s bio-based maybe and a bio-circularity. Thanks Marcus for being with us today. It was really a pleasure to have you here and there’s not only mono polyethylene. There’s also mono polyester. That’s interesting to me. Why do we not think about monpolyester PEX flexible leadings? And for instance deep-drawn polyester tray? That sounds great to me. And I’ve seen it in the shelf several times. It works. I don’t know who’s the winner, is polyester has the big advantage that it is very easy to recycle and we have a recycling stream, great thing, news for me. So seven. Yeah, thank you so much for being here. One barrier also to improving the barriers, one of the major topics to make flexible packaging more sustainable, to protect or to prevent food waste. We would, we have to prevent food waste. That’s our goal. Not only to make plastic or paper recyclable. We have to prevent food waste and thanks for this idea with one barrier and 10 years of work. We had the podcast made with Tomas and one of the other innovators from the UK. We have 3,000 downloads now and we guaranteed that we have in February 5,000, Thomas. We will have a look in February. Mike, thanks for being here. The spout is only a small part in the Flexpack industry, but it’s important and you convinced me that it’s worth being into depth, into all details with the spout. Only 9%? You said it’s only 9%? Hey, it’s 9% less. Wait, it’s great. It’s one lowery a month or so. I don’t know, it’s brilliant. I like these, these approaches to go into deep detail. I like it. Thanks Fernando. I did not know that digital printing is really so sustainable. I like it. I like digital printing anyhow, but knowing that it’s more sustainable than flexo and gravure, especially for short runs. It’s fantastic. We should use it more and we make it more sustainable, maybe adding other, yeah, properties like barrier or things like mentioned in your presentation. Thanks so much, gracias, at the it was a great new meeting. I think and I would like to thank you to the whole Innoform team at least to help us have making this a success story and I hope it was the first but not the lead last Inno-Meeting Europe. Thank you. By the way. ### Kostenlose Innotalk-Expertengespräche We have some Inno-Talk prepared for you. You know, every third Friday a month you can join for free the Inno-Talk and you’re by heart invited to become a supporter of this. The next Inno-Talk in English will be this, a bit complicated topic, progressive flexible Flexpack recycling technologies in our talk group moderated by Giro, once again, and one speaker is already announced from BASF. We are talking about recycling ideas of BASF and we’re waiting for the next speaker coming soon. So please have a look at innotalk.eu or .de, like you want, and I really invite you to the expert for packaging, stroke, for all the people who speak and understand German. We are going into depth concerning printing technologies: digital printing, flexo printing, offset printing, gravure printing, whatever you want, we go through all the processes and a bit more into detail concerning printing than we did today. Thanks to you all have a nice weekend coming soon back to Innoform or FPA FPE have a nice lunch over there and all the people in the livestream. Thanks for being with us. You are supporting this initiative for more Flexpack knowledge in Europe. Thanks. I would like to go quick through the yeah to all the presentations with one slide. We started yesterday. You may remember that Anya told us everything is growing. And I don’t know how this will happen in the future because the planet does not grow. We think we have the answer with the circular economy. Maybe that’s the truth and you told us that in several brands in several markets in several branches still growing the consumption is growing. So the packaging has to grow and we as a flexible packaging will be a part of this. Then Guntur thank you for this. I would say scientific insights to the carton beverage boxes and the role of aluminum film in this box. I learned a lot. I thought it’s just for barrier but it isn’t, it is a process help. It helps the process to become a good carton box and especially with these refillable, yeah convenience add-on, I would say thanks Guntur for this very nice presentation and that if I told us that Sun is working based on the UN goals to develop their printing inks to make the flexible packaging and not only the flexible packaging more recyclable. It’s really interesting that all along the supply chain. Everyone said the same more or less concerning the circular economy. Thanks Eva to do so and next presentation was from Daniele and he’s told me that OPP is the future. Thanks to give us this insight and of course. PP does not have a good oxygen barrier, but you managed it with a special construction with special co-extrusion and coatings are whatsoever. And you know, you can have a polypropylene-based barrier packaging for all kind of flexible packaging and you manage it. Thank you so much to be with us here in Berlin and then we came to again a scientific presentation from Sabrina and he said involving the right stakeholders and that’s what we are doing here. Thanks for this insight of the guideline how to decide which packaging from a retailer perspective or from consumer perspective. It’s the best in terms of sustainability. Thanks for this interesting presentation yesterday and then Disha and Andrew. It’s a pleasure to have you here a nice duet. I would say with all around improving recipes, but not only that you told us that barrier. Is also a very important topic of secret and you would like to enable others to become better in terms of sustainability. Thanks for being with us here in Berlin. And then Ton I think one of the highlights to be honest towards the other. Sorry, but one is the winner in this for my point of view turn with your startup and the ceiling technology. ### Energieeinsparung in Siegelmaschinen You are enable the sealer the ceiling companies to reduce energy consumption by more or less up to 90% That’s really a tremendous and you improves the quality maybe by the same level. Thanks so much to helping the startup become a real big company and valid company for the Flexpack industry as well. And then we heard from Alex at Henkel is not only adhesive manufacturer or supplier. He wants to be he designed partner or become a design partner and along the supply chain. And this is one of the brackets I would say around this conference that we all talk about the corporation of the whole supply chain. Henkel is in the middle of that and I think it’s a good idea to talk to them. Once again also making with adhesives new business models happen or to at least the Flexpack industry more sustainable. Then to moscal live from Vienna in the live stream. He’s focusing on a customer demands and that’s what we do all I think and he honestly said, yeah, we are focusing on what the customer wants to have to help them and the slogan paper where possible and plastic when useful is something everyone uses in our branch at the moment. That’s really interesting fiber-based material is pushed by not only by only also by the others, but it is limited. That’s what he told us as well. So we need other materials as well. Thanks Dogma for being with us this morning the retailers, of course the OEMs of the Flexpack industry perhaps, I don’t know it’s maybe some 10 years ago. I remember an Inno-Meeting in Germany in German in Austin work. We are one speaker said why it doesn’t the retailers become the OEMs and why don’t they push us or pull us into the right direction and it happens now we heard it. Dakma, she’s in depth involved in the developments of yeah, recyclable printed flexible packaging and they try to reuse reduce like we all do thanks for this contribution and Annette. Of course, she’s fighting for the recyclable printing inks. And of course another scientific presentation. Thanks to be with us and good luck with the project and maybe the second stage and then we came to Marcos the professor the only professor in this meeting but not too scientific to be honest, but you gave us a different perspective of the circularity bio-circularity is your motto and I like this. I really convinced that this is one of the solutions for us as a Flexpack industry. Not only plastic not only fiber base. It’s bio-based maybe and a bio circularity. Thanks Marcus to being with us today. It was really a pleasure to have you here and there’s not only mono polyethylene. There’s also mono polyester. That’s interesting to me. Why do not thinking about monopolyester PET flexible leadings? And for instance deep drawn polyester tray. That sounds great to me. And I’ve seen it in the sheriff several times. It works. I don’t know who’s the winner is polyester has the big advantage that is very easy to recycle and we have a recycling stream great thing news for to me. So seven years. Thank you so much for being here one barrier also to improving the barriers one of the major topics to make flexible packaging more sustainable to protect or to prevent food waste. We would we have to prevent food waste. That’s our goal. Not only to make plastic or paper recyclable. We have to prevent food waste and thanks for this idea with one barrier and 10 years of work. We had the podcast made with Tomas and one of the other innovators from the UK. ### Digitaldruck als nachhaltige Lösung We have 3,000 downloads now and we guaranteed that we have in February 5,000 Thomas. We will have a look in February Mike thanks to being here. The spout is only a small part in the Flexpack industry, but it’s important and you convinced me that it’s worth being in into depth into in all details with the spouse. Only 9% You said it’s only 9% Hey, it’s 9% Less. Wait, it’s great. It’s one Lowery a month or so. I don’t know it’s brilliant. I like these these approach to go into deep data. I like it. Thanks Fernando. I did not know that digital printing is really so sustainable. I like it. I like digital printing anyhow, but knowing that it’s more sustainable than flexor and Graveler, especially for short runs. It’s fantastic. We should use it more and we make it more sustainable maybe adding other. Yeah properties like barrier or things like mentioned it in your presentation. Thanks so much gracias at the it was a great new meeting. I think and I would like to thank you to the whole Innoform team at least to help us have making this a success story and I hope it was the first but not the lead last Inno-Meeting Europe. Thank you. By the way. We have some Inno-Talks prepare to you, you know every third Friday a month you can join for free the Inno-Talk and your by heart invited to become a supporter of this the next Inno-Talk in English will be this a bit complicated topic Progressive flexible Flexpack recycling Technologies in our talk group moderated by Giro once again and one speaker is already announced from BASF. We are talking about recycling ideas of BASF and we’re waiting for the next speaker coming soon. So please have a look at innotalk.eu or de like you want and I really invite you to the expert for parking stroke for all the people who speaks and understand German. We are go into depth concerning printing technologies digital printing flexo printing offset printing grever printing whatever you want we go through the through all processes and a bit more into detail concerning printing than we did today. Thanks to you all have a nice weekend coming soon back to Innoform or FPA FPE have a nice lunch over there and all the people in the livestream. Thanks for being with us. You are supporting this initiative for more Flexpack knowledge in Europe. Thank you. **Kategorien:** Abfülltechnik, Biofolien, Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Flexodruck, Folienherstellung/Veredelung, Folienprüfung & Analytik, Standbeutel, Thermofomen/Tiefziehen, Tiefdruck --- ### [Ton Knipscheer spricht mit Karsten Schröder über "Digitales Heizen"](https://inno-talk.de/ton-knipschher-spricht-mit-karsten-schroeder-ueber-digitales-heizen/) **Published:** Oktober 24, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Ein Live-Interview-Mitschnitt aus Berlin im Oktober 2022* Es war großartig, so viele hochrangige Vertreter der internationalen Industrie für flexible Verpackungen auf dem [Inno-Meeting Eurpe 2022](https://www.innoform-coaching.de/tagung/inno-meeting-europe-flexpack-knowledge-for-decision-makers-2022) in Berlin zu treffen. Inspirierende Keynotes mit herausfordernden Perspektiven und ein sehr schönes Rahmenprogramm. Ich hatte das Privileg, dabei zu sein und viele wertvolle Kontakte zu knüpfen. Anschließend konnte ich mit Karsten darüber sprechen, wie disruptiv diese digitale Heiztechnologie ist, sagte [Ton Knipscheer](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=80840) nach dem Event. Die Einsparung von Material, Energie und Prozesszeit bei gleichzeitiger Verwendung nachhaltiger Monomaterialien scheint so logisch, aber bis vor kurzem war dies nicht möglich. In diesem Jahr hat die World Packaging Organisation den World Packaging Award für diese revolutionäre Technologie an [WATTTRON ](https://watttron.de/)verliehen. Hören Sie einmal rein in dieses in Englisch geführte Interview aus Berlin. ### Verwandte Episoden - [Ton Knipscheer talked to Karsten Schröder about „Digital Heating“](https://inno-talk.de/ton-knipschher-talked-to-karsten-schroeder-about-digital-heating/) - [Karsten Schröder antwortet Ansgar Wessendorf im Rahmen der Marktumfrage 2023](https://inno-talk.de/karsten-schroeder-antwortet-ansgar-wessendorf/) - [Karsten Schröder zu Gast bei Gemischtes Pack](https://inno-talk.de/karsten-schroeder-zu-gast-bei-gemischtes-pack/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Biofolien, Etiketten + Sleeves, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Standbeutel, Thermofomen/Tiefziehen **Schlagwörter:** IE-10-22 --- ### [Ton Knipscheer talked to Karsten Schröder about "Digital Heating"](https://inno-talk.de/ton-knipschher-talked-to-karsten-schroeder-about-digital-heating/) **Published:** Oktober 24, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *A live interview recorded in Berlin in October 2022* It was a great pleasure to meet so many high-quality representatives of the international flexible packaging industry at the [Inno-Meeting Europe 2022](https://www.innoform-coaching.de/en/tagung/inno-meeting-europe-flexpack-knowledge-for-decision-makers-2022) in Berlin. Inspiring keynotes with challenging perspectives and a very nice social programme. I had the privilege to be there and to make many valuable contacts. Afterwards, I was able to talk to Karsten about how disruptive this digital heating technology is, said [Ton Knipscheer](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=80840) after the event. Saving material, energy and process time while using sustainable mono-materials seems so logical, but until recently this was not possible. This year, the World Packaging Organisation presented the World Packaging Award to [WATTTRON ](http://watttron.de "WATtTRON ")for this revolutionary technology. Listen to this interview from Berlin, conducted in English. ### Verwandte Episoden - [Ton Knipscheer spricht mit Karsten Schröder über „Digitales Heizen“](https://inno-talk.de/ton-knipschher-spricht-mit-karsten-schroeder-ueber-digitales-heizen/) - [Karsten Schröder antwortet Ansgar Wessendorf im Rahmen der Marktumfrage 2023](https://inno-talk.de/karsten-schroeder-antwortet-ansgar-wessendorf/) - [Karsten Schröder zu Gast bei Gemischtes Pack](https://inno-talk.de/karsten-schroeder-zu-gast-bei-gemischtes-pack/) --- ## Transkript I’m here with Ton Knipscheer and he was talking about a new sealing technology. What is it all about? Particularly a technology where we refer to as digital heating. So we go back to the level of we seal on the surface on the seal surface. So if you look at the pixels here which are five by five millimeters. This is all we heat and this is all we control so we don’t have to heat at this big lump of metal which of course leads to lots of energy losses and lots of efficiency losses, but we just heat the surface and we can control these individual pixels with individual temperature settings 100 times per second. So this extremely accurate and what is the benefit of this technology the benefit of this technology is that if you have the new mono materials which have a very much smaller melting window the advantage there is that you can play with the temperature. Therefore if you have a layer step you can put 160 degrees. If you have a double layer you can put 230 and 140 degrees you can differentiate temperature. Therefore you do not need to compensate this with time or pressure because now you can be controlled the temperature. We’re just current sealing markets. You cannot really okay and you use it as well for deep drawing applications. What is this? We have an application because if you have a classical thermoforming application, you will get something like this where you can see the further you’ve drawn deep the thinner it becomes it’s like we’re chewing on a mobile. Yeah, and if you can place a heat profile in the different pixels around here, so here left for example is 150 degrees and here it’s 160 degrees. This is the same material. But then with a different temperature profile and what material is it? This is a polypropylene which we tested and here this is 500 my company coupling but here you need to increase this at least with 200 micron. So this needs to go to 700 micron and here you can actually the same 500 you can reduce it at least to 350 micron. That means you have a gap of 50% and this 50% is not only material saving but it’s also energy saving and it process is faster. And you mentioned that button is a startup six years old. It’s still on the market. This is already on the market. We are installing this in the meat industry in Germany. For example, where a lot of meat producers have been told by their end users the retail you should really go to sustainable materials a device. We will discuss other situations continuation. For example coming back to the sealing technology. You talked about 90% energy saving. Oh 90% of energy saving is the same. Was thermophonia talk about 50% in energy saving depends on the amount of material you saved. So basically if you go from 700 micron to 350 micron, which is 50% material, we say on average that’s 50% energy. It’s like with a steak: if you bake a thick steak, it takes longer to cook, and if you make a thin steak, okay. And concerning the sealing technology, it’s not only the energy savings. It’s also a time matter of quality. Yes, we — one of the things that we’re measuring, which we’re developing at the moment: each individual pixel is controlled. Therefore we can tell exactly what amount of energy we need to reach that set temperature for the sealing. So for example, if this pixel here needed more energy to reach the set sealing temperature, we know that there must have been a contamination in between. So that’s a situation the system flags to the central unit. ### Energieverbrauch und Kontaminationsprobleme There has been more energy consumed in this zone. For there must be a contamination — look at this and perhaps sort it. So we digitalize the sealing technology, correct? And it’s basically industry 4.0 because it’s machine learning and, as I’ve said in the presentation as well, the fact that there is less skilled operators at production sites. I think digitalization of machines and machine learning is going to be crucial. That’s really interesting, exciting. Thanks for this short introduction. You’re welcome. Thank you guys. **Kategorien:** Abfülltechnik, Biofolien, Etiketten + Sleeves, Folienherstellung/Veredelung, Standbeutel, Thermofomen/Tiefziehen --- ### [Marcus Holland über Rezyklatherstellung und -anwendung](https://inno-talk.de/marcus-holland-ueber-rezyklatherstellung-und-anwendung/) **Published:** Oktober 27, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Karsten Schröder im Gespräch mit Marcus Holland von Interzero*, Oktober 2022 Interzero – diese neue Marke steht für einen der größten Akteure im deutschen Kunststoffrecycling mit einer klaren Mission: #zerowaste [Marcus Holland](https://www.innoform-coaching.de/site/event/detail.php?event_id=1684) berichtet in dieser Folge aus dem Alltag eines Rezyklat-Herstellers. Im speziellen sprechen wir über seine tägliche Zusammenarbeit mit Kunststoffverarbeitern, die aktuellen Trends auf dem europäischen Recyclingmarkt und über den Stellenwert von Verpackungen in diesem System. Marcus Holland gibt uns außerdem einen Einblick in das Rebranding und die Umstrukturierung von ALBA und Interseroh zur neuen Interzero. Wir tauchen ein in die Verwertung von Leichtverpackungsabfällen, sprechen über den Inhalt des Gelben Sacks, über Mengen und Stoffströme in Deutschland und über den Weg, den die einzelnen Fraktionen gehen. Zu guter Letzt unterhalten wir uns über eines der größten Buzzwords der Branche: Chemical Recycling. Wie funktioniert Pyrolyse? Wie ist der Status quo? Welche Entwicklungspotenziale und Projekte gibt es? Chemisches vs. Mechanisches Recycling – Konkurrenz oder Partner? Hören Sie gleich mal rein. Auch abrufbar auf vielen anderen Plattformen wie: - - [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) - [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) - [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk?refMarker=null) Links: Interzero Plastics Recycling – Von der Sortierung bis zur Aufbereitung [Recycling- und Sortierung | Interzero – zero waste solutions](https://www.interzero.de/leistungen/kunststoffrecycling/recycling-und-sortierung/) Interzero Plastics Recycling – Breites Portfolio an Recyclingkunststoffen [Regranulate | Interzero – zero waste solutions](https://www.interzero.de/leistungen/kunststoffrecycling/regranulate/) Marcus Holland bei LinkedIn [Marcus Holland | LinkedIn](https://www.linkedin.com/in/marcus-holland-504b8713b/) Musik von Marcus‘ Band ### Verwandte Episoden - [“Drucken und Kaschieren” (Teil 4 von 8): Barrierefolien im Hinblick auf Verarbeitung und Anwendung – ein komprimierter Überblick](https://inno-talk.de/drucken-und-kaschieren-teil-4-von-8-barrierefolien-im-hinblick-auf-verarbeitung-und-anwendung-ein-komprimierter-uberblick/) --- ### Alle Episoden abonnieren [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [Apple Podcasts](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Folienwissen Spezial, der Innoform-Podcast zum Inno-Talk. Heute haben wir aus gegebenem Anlass auch mal wieder eine Innoform-Podcast-Folge zum Inno-Talk zum Thema Recycling. Ich spreche mit Marcus Holland von InterZero oder auch InterZero und warum es diese Wortunterschiede gibt mit Z und mit S in der Mitte und was das mit Alba sortieren und sammeln zu tun hat, erfahren Sie in diesem Podcast. Freuen Sie sich auf eine sehr persönliche Folge mit Marcus Holland. Herzlich Willkommen, Marcus Holland, Sales Manager InterZero, spreche ich mal Neudeutsch aus oder Deutsch aus von Plastic Recycling. Freue mich, dass du dabei bist. Ja, vielen, vielen Dank, Karsten. Ich freue mich auch sehr, dabei sein zu dürfen. Ich möchte auch sagen, das ist der erste Podcast, den ich jemals aufnehme, also uns beiden gebührt eine große Ehre. Kurz zu mir: 35 Jahre jung, verheiratet, wohne im wunderschönen Leipzig und bin, genau wie du es gesagt hast, Sales Manager bei der InterZero Plastics Recycling. Ehemals bekannt im einen oder anderen vielleicht auch als Alba Recycling GmbH. Bin relativ frisch noch in der Branche, also habe jetzt, nachdem ich, da werden wir gleich noch draufkommen, einige Jahre was anderes gemacht habe, jetzt im Juni hier begonnen und ja, habe seitdem eine sehr spannende Reise erlebt. Hochspannende Sache. Erzähl mal, was hast du vor InterZero gemacht und was befähigt dich zu deinem Job? Genau, was befähigt mich? Die Schnittstelle ist nicht riesig, aber sie ist da. Ich war vorher elf Jahre lang im Engineering tätig und dort immer speziell in der Planung von Chemie- und Kraftwerksanlagen. Hab dort in der letzten Firma, für die ich gearbeitet habe, zuletzt auch die Teamleitung für ein Vertriebsteam gehabt. Wir haben dort für drei Standorte, also Leipzig, Augsburg und Berlin, die ganze Auftragspipeline befüllt und Projekte organisiert. Und ja, habe in dem Zusammenhang, also wir haben viel mit Betreibern und auch mit Anlagenbauern gearbeitet, auch schon einige Projekte im Bereich der Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft begleiten dürfen und auch ganz speziell im chemischen Recycling und auch in der Säuvolyse. Also da waren so die ersten Berührungspunkte und ja, wenn man sich das einfach in den letzten zwei, drei Jahren angesehen hat, ist das ja eigentlich so der Makrotrend, der gerade durch die Wirtschaft geht, was absolut berechtigt ist, weil das sind nun mal die großen Themen, die uns in den nächsten Jahren bewegen werden. Und dann hat das in mir schon so etwas, die Flamme entzündet, zu sagen, okay, es ist was Spannendes, es ist was unstreitbar Gutes, zu sagen, wie kann ich aus Ressourcen, die ich jetzt sonst als Abfall betrachte, wieder neue Ressourcen, neue Rohstoffe machen. Und damit war das Interesse geweckt und ja, ich bringe ja ein bisschen theoretisches Rüstzeug mit, aber habe jetzt, wie gesagt, in den letzten drei, vier Monaten auch eine wahnsinnige Lernkurve hinliegen dürfen. Hochspannend, wir in der Flexpack-Industrie sind ja ein Hauptlieferant sozusagen für Recyclingwerkstoffe. Darüber später mehr, wir wollen dich auch ein bisschen persönlich kennenlernen, das ist auch so ein bisschen Markenzeichen von Innoform und dem Innoform Podcast. Was sind deine privaten Interessen? Ein ganz großes Thema, was mich seit Grundschulzeiten schon begleitet, ist das Thema Musik. Ich habe jetzt hier bei mir zu Hause mittlerweile, ich glaube, 14 oder 15 Gitarren in meiner Sammlung, jahrelang in einer Metalband Musik gemacht als Sänger, habe mir letzte Woche eine Bassgitarre gekauft und verbringe wirklich sehr viel Zeit zwischendrin damit, einfach Musik zu machen für mich selbst auch und damit ein bisschen abzuschalten, ein bisschen abzutauchen in eine andere Welt. Anderes großes Thema ist bei mir Sport. Vor fünf Jahren, also relativ spät mit Blick auf mein Alter, habe ich die Leidenschaft für Volleyball für mich entdeckt. Das lag daran, dass in meinem alten Unternehmen gefühlt ein Einstellungskriterium war, dass alle Volleyballer waren, da waren wirklich sehr viele Ligaspieler dabei und irgendwie kam ich da nicht umweg, das auch mal zu probieren und fand das super. Ein Sport, der mir wirklich langfristig Spaß macht, gerade Beachvolleyball, ist eine Sache, die bei mir ganz klar den Sommer dominiert und mir die Tage versüßt. ### Beruflicher Werdegang in Produktion Und ansonsten, ja, ich bin ja viel auf Dienstreisen, was meinen Job mit sich bringt, sehe ich auch zu, dass ich recht häufig ins Fitnessstudio komme, dort Gewichte bewege und einfach dafür sorge, meinen Ausgleich zu haben und körperlich aktiv zu bleiben. Sehr schön. Ähnlich geht es mir auch. Ich betreibe auch viel Sport und genieße das an der frischen Luft, genau wie du auch. Jetzt haben wir traditionell bei Innoform auch immer noch ein paar Überraschungsfragen. Ich fange mal gleich mit der Musik an. Schallplatte oder MP3? Bei mir ganz klar MP3. Buch oder Hörbuch? Leider Hörbuch. Würde gern wieder mehr aufs Buch übergehen, aber es ist dann aufgrund der langen Fahrten das Hörbuch geboten. Gucken wir mal ein bisschen in das Geschäftliche: Papier oder Plastik? Plastik. Chemisches oder mechanisches Recycling? An erster Stelle mechanisch und dann auf jeden Fall chemisch. Erzähl noch ein bisschen mehr über deine Aufgaben. Was machst du im täglichen Alltag wirklich bei InterZero? Ja gerne. Was wir tun, ist ja, wir arbeiten mit vielen Verarbeitern und auch teilweise Händlern zusammen und helfen ihnen halt, ihre Rohstoffversorgung sicherzustellen. Das ist jetzt mal im Großen gesagt. Und das bedeutet zum einen, dass wir eigentlich oder auch ich speziell in meiner Position monatlich, quartalsweise, jährlich Abstimmungsgespräche haben zu künftigen Projekten, zu künftigen Materialbedarf, zu eventuellen Qualitätsthemen, zu strategischen Optimierungsthemen und auch zur Erprobung neuer Anwendungen. Also wir sind ja in den letzten Jahren gerade auch durch unsere F&E-Einrichtung in Slowenien in der Lage gewesen, die Qualität der Rezyklate sehr weit nach vorn zu bringen und dort wirklich so maßgeschneiderte Lösungen auch für technische Anwendungen zu entwickeln und haben natürlich viele Kunden, die neben den bereits laufenden Produkten auch nach Substitutionen in anderen Bereichen suchen und ja, dort für neue Anwendungen Material erproben wollen. Wir haben teilweise eigene Rezepturen entwickeln lassen durch uns und diese ganzen Prozesse zu begleiten, also wirklich von der ersten Idee über die Spezifikation gemeinsam, über die Bemusterung, eventuelles Back and Forth, das noch stattfindet bis zu dem Punkt, dass man dann sagt, okay, wir haben jetzt das Material gefunden, wir wollen jetzt über größere Abnahmemengen sprechen. Ja, den ganzen Prozess begleite ich. Ich finde das immer hochspannend, wenn Leute so voller Leidenschaft erzählen, was sie wirklich tagtäglich machen. Weil Sales Manager hört sich immer so allgemein an, oder? Ja, absolut. Und gerade das Thema Vertrieb, ich glaube, das ist in Deutschland ja auch ein bisschen verbrannt. Wenn man hier sagt Vertrieb, gibt es so wie 80 % erst mal in die Nasen rümpfen und an Zeugen Jehovas und Klinken putzen denken. Und das ist halt einfach ganz anders. Also ich habe das in den Vorgesprächen auch, bevor ich jetzt den Vertrag unterschrieben hatte, auch meinen Vorgesetzten ganz klar gefragt, was ist jetzt hier meine tägliche Aufgabe? Was ist das, woran sich auch mein Erfolg oder Misserfolg bemisst, weil es halt doch sehr vielschichtig ist. ### Vielfältige Aufgaben im Recycling-Job Ja, also wenn man sich das mal mit einem Blick auf Realität anguckt, hat der Job so viele Facetten. Und ja, das ist genau, was du sagst. Das ist wirklich auch ein sehr technisches Thema, muss ich sagen. Also daher, jetzt allein in dem ersten Monat, habe ich so viele Inputs bekommen. Ich bin in der Produktion mitgelaufen, bin mit den Schichten mitgegangen, habe mir die ganze Qualitätssicherung angeguckt, habe dort auch im Labor Versuche mitgemacht, war in unserem F&E-Zentrum in Maribor, habe mir dort diese ganzen Prüfverfahren angesehen. Und das ist ein hochspannendes und sehr komplexes Thema. Ja, und da bewegt sich auch noch viel, gerade auch die Prüfmethoden. Wir selber sind ja auch ein Testservice und da merken wir auch, da gibt es viel Entwicklungspotenzial und es wird auch viel entwickelt. Und da gibt es auch demnächst neue Standards. Da steigen wir gleich später noch mal ein bisschen detaillierter ein in die ganze Technik und was das so an Tendenzen und Strömungen gibt. Aber vorher interessiert mich: Es gibt ja ein bisschen Umstrukturierung bei Interzero, Alba. Was genau passiert da? Man spricht ja auch vom Rebranding, oder? Es gab ein großes Rebranding. Der Hintergrund ist der, dass irgendwie die Entscheidung gefallen war, dass die Bereiche, die die beiden Brüder, der Dr. Erich Schweizer und der Dr. Axel Schweizer, die diese Vision schon relativ separat voneinander betrieben haben, dass es sinnvoller wäre, die als eigene Entities zu betreiben, weil es dann einfach – man kann agiler auf irgendwelche Anforderungen reagieren, die die aktuellen Zeiten vielleicht mit sich bringen. Deswegen hat man das aufgetrennt in zwei Unternehmen. Das eine bleibt die Alba Group. Das bleibt bei dem Dr. Erich Schweizer. Das sind eigentlich die ganzen Themen, die wirklich mit der Entsorgung selbst zu tun haben. Also beispielsweise auch die Fahrzeuge mit dem Alba-Print, den man draußen hier und da doch immer mal sieht. Wohlbekannt. Wohlbekannt. Und dann auch das Thema zum Beispiel Papierrecycling, der Altmetallhandel. So diese ganzen sehr – ich will nicht sagen sehr alten, aber schon sehr lang etablierten Themen. Und das Thema, das Interzero jetzt übernommen hat, das teilt sich in zwei Säulen auf. Und das ist das eine Thema Kreislauflösung. Und dann das Kunststoffrecycling, wo man gesagt hat, okay, wir nehmen aus dieser Einheit diese fünf Hightech-Sortieranlagen vielleicht Verpackungen mit raus. Also das sind die Anlagen, in denen die gelben Säcke, die jeder von uns – gelber Sack oder gelbe Tonne – entleert, dann landen und auseinander sortiert werden. Und wir machen die ganze Sortierung, machen dann auch das Recycling der Kunststofffraktionen. ### Lizenzierung dualer Systeme und Kreisläufe Und dann gibt es Bereiche wie die Interzero Plus, ist wahrscheinlich relativ bekannt, die die Lizenzierung für das duale System machen. Und dann einen großen Bereich der Interzero Circular Solutions, die beispielsweise große Rücknahmesysteme organisieren oder wirklich für spezielle Anwendungen spezieller Firmen dort Kreislauflösungen entwickeln. Also super spannend. Da gibt es auch ganz viele Untercompanies, die da entstehen. Und da ist richtig Drive drin, neben diesen haushaltsnahen Sammlungsgeschäften auch ganz viele andere Kreisläufe zu schließen. Mit dem Ziel, dann einfach wirklich Abfälle zu vermeiden und diese ganzen Nachhaltigkeitsprofile zu schärfen. Und auch, das ist halt das Schöne in der Gruppe, die Rohstoffversorgung sicherzustellen. Das ist ja das große Thema, wenn man von Einsatz von Rezyklaten spricht. Du hast gesagt, ihr kümmert euch schwerpunktmäßig dann ums Kunststoffrecycling auch selber im Haus. Was passiert mit den anderen aussortierten Fraktionen? Ich denke da zum Beispiel an Papier. Ja, gut, Papier selbst. Also es gibt ja das Papierrecycling und das PPK. Papierrecycling, das hat ja seine ganz anderen Wege, die in der Alba funktionieren. Und PPK kommt dann in die PPK-Aufbereitungsanlagen. Ich muss aber sagen, da bin ich thematisch jetzt nicht so super knietief drin. Da kann ich dir jetzt gar nicht so viele Details sagen. Ging nur im Prinzip, wie wir es einordnen müssen, weil gerade viel Kunststoffleute auch einfach viel zu wenig über die anderen Recyclingströme wissen. Ich glaube, das ist auch etwas, was wir uns vielleicht auch für einen anderen Podcast oder für eine andere Vortragsreihe mal vornehmen sollten, dass wir da mal ein bisschen mehr reinstechen. Auf jeden Fall. Um die anderen auch zu verstehen. Jeder kann von der ich sage mal der Beste, der Beste lernt von den Guten. So ist es ja immer. Gucken wir mal ins aktuelle rein. Wir haben es gibt ja wahnsinnig Dynamik. Das hatten wir schon anklingen lassen. Welche aktuellen Trends siehst du denn im Recyclingmarkt im Moment so in Europa? Wo geht die Reise hin? Also zum einen gibt es ja wirklich auf der europäischen Gesetzgebungsebene einen riesigen Rücken mit. Also wir haben die EU-Kunststoffstrategie. Wir haben den EU-Green-Deal. Wir haben die Verpackungsrichtlinie. ### Rezyklat-Anteile in Verpackungen erhöhen Und man sieht halt, es geht eigentlich alles dahin, zu sagen, wie können wir Anteile an Rezyklaten in Verpackungen steigern und wie können wir auf der anderen Seite die Recyclingquoten erhöhen? Also das ist ja ein Thema, was dich und jetzt auch speziell dein Netzwerk nun sehr beschäftigt zu sagen. Okay, großes Stichwort Design for Recycling. Was können wir tun, um eine höhere Ausbringungsquote im Recycling gewährleisten zu können? Wie können wir über die Erfassung oder auch Sortierung oder auch die Materialqualität an sich dafür sorgen, dass mehr von dem, was wir in Verkehr bringen, wieder als Rohstoff verwendet werden kann? Und das sind große Trends, die tatsächlich auch bei vielen großen Brands zu sehr breitbrustigen Nachhaltigkeits-Commitments auch führen, was auch für uns super toll ist. Aber die Zeiten sind momentan sehr dynamisch. Ja, wir leben 2024. Das muss man glaube ich niemanden erzählen, dass wir alle schon auf und ab dieses Jahr erlebt haben. Umso schöner zu sehen, dass trotzdem sich große Marken dort weiterhin auf die Fahne schreiben. Nein, wir wollen jetzt hier unsere Recycling-Fähigkeit konsequent erhöhen und wir wollen ganz konsequent Rezyklate auch in unseren Produkten einsetzen. Also das sind auf jeden Fall Trends, die passieren. Es gibt ja zum Beispiel auch schon so in Ländern wie England, Italien oder Spanien so Themen wie die Kunststoffsteuer, wo man sozusagen ganz klar eine Belohnung erhält, wenn man entweder eine hohe Recycling-Fähigkeit gewährleistet oder wie zum Beispiel in England mindestens 30 Prozent Rezyklate in seinen in Verkehr gebrachten Verpackungen einsetzt und ansonsten halt dort eine Zusatzsteuer zahlen muss und weiterer großer Trend, da kommen wir aber später nochmal drauf, ist natürlich auch das ganze Thema Chemical Recycling. Also der Wind bläst. Wir als Flexpack-Industrie hadern ja mit uns selber und auch mit euch Entsorgern, weil gerade die flexible Verpackung gar nicht so einfach zu recyceln ist und aus einer flexiblen Verpackung wieder eine flexible Verpackung machen. Aus Kunststoff ist ja gerade für Lebensmittel im Moment noch gar nicht zugelassen. Dennoch, wie schätzt du das ein? Sind das schon nennenswerte Volumina, die überhaupt jetzt bezogen auf Verpackung insgesamt, aber auch auf Flexpack eigentlich im Kreis geführt werden? Was wird da bewegt? Absolut. Also es ist ja, wenn du jetzt unsere Anlagen angeschaut. Wir haben ja in Eisenhüttenstadt unsere größte Verwertungsanlage mit einer Jahreskapazität von 40.000 Tonnen an Kunststoffen und Einsatzstoff bei uns sind formstabile PP- und HDPE-Abfälle, die also aus den Sortieranlagen rauskommen. Diese Fraktionen, die kommen in beiden Formen bei uns an und werden dann ja bei uns nochmal zerkleinert, gereinigt, entgasst, gefiltert und dann zu Granulat verarbeitet im Extruder. Und das ist so, also ein Großteil dessen, was da ankommt, ist aus der Verpackungsindustrie. Und man muss auch sagen, der Einsatz von Rezyklaten oder beim Einsatz von Rezyklaten ist der Packaging-Bereich, also natürlich speziell der Non-Food-Packaging-Bereich bislang auch der größte Absatzmarkt. Man liest ja viel auch in der Presse. Shampoo-Flaschen werden dünner, werden aus Regenerat gemacht. Das Grau ist das neue Grün, sagt immer nur die Annette den Koppers. Finde ich einen ganz schönen Spruch. Ist das wirklich festzustellen, dass auch zum Beispiel eine Marke da vielleicht Zugeständnisse macht an Qualitäten, an Farbgenauigkeit oder kriegt ihr das so gut hin, dass ihr das eigentlich eins zu eins austauschen könnt? Sowohl als auch. Also es gibt schon einige Marken, die das ganz klar für sich auch als Signal nach außen dann wählen und sagen: Nee, wir wollen schon, dass das nachher Rezyklat aussieht. ### Heterogene Rohstoffe für Palettenhersteller Also das können zum Beispiel auch Palettenhersteller sein, die sagen, die wollen eigentlich ein möglichst heterogenes Erscheinungsbild des Materials haben, damit nach außen ganz klar erkennbar ist: Hey, das hier ist Recycling-Kunststoff und keine Neuware. Und es gibt auch große Brands, die wirklich jeder kennt, weil jeder irgendwo ein Köfferchen davon oder so zu Hause stehen hat, die dann ganz klar sagen: Ja, wir sind bereit, Abstriche zu machen, weil wir diese Produktlinie dann auch als Recycling-Ware entsprechend vermarkten wollen. Und ich glaube, dass einfach die, das Sentiment hat sich da halt wahnsinnig gedreht. Also wo es jetzt vielleicht noch so vor drei, vier Jahren eher das Thema war, ich nehme Rezyklate, ich versuche, meine Prozesse dahin umzustellen und versuche das so ein bisschen als Ergänzungsstoff einzusetzen, vielleicht um damals Kosten zu sparen oder um auch mein Nachhaltigkeitsgedanken zu erfüllen, aber mache das so unterm Deckmantel, damit es keiner sieht. Das ist ja mittlerweile völlig anders. Also die ganze öffentliche Wahrnehmung ist einfach so, dass man sagt, ja, es ist so super, wenn man auch erkennt, dass dieses Produkt auch mal ein anderes Produkt war und im Kreislauf gefördert wurde und dafür jetzt nicht irgendwo der Upstream von Rohöl zum Beispiel stattgefunden hat oder eine komplett neue Synthese von Kunststoffen, sondern das Material wieder recycelt wurde. Und das ist ja genau das, was wir jetzt gerade feststellen. Aber im Flexpack-Bereich oder gerade im Verpackungsbereich, wenn wir so beäugen, ist es, wenn es um die Marke geht, doch noch ein bisschen mit Vorsicht zu genießen. Was sind denn die größten Stoffströme, wenn du jetzt sagst, habe eben schon rausgehört, Einsatzmaterial kommt sehr viel aus der Verpackung. Und wo geht es dann hin? Kannst du das quantifizieren? Wie viel ist das? Und wie viel geht dann nachher auch wieder in die Verpackung rein? Ist das 100 Prozent kommt rein und 30 Prozent geht wieder rein in die Verpackung? Oder wie würdest du das ungefähr einschätzen? Also ohne Gewähr auf absolute Genauigkeit. Aber es gibt das Materialaufkommen an Leichtverpackungsabfällen. Also jetzt umgangssprachlich das, was in den gelben Säcken ankommt. Es hat ein Volumen von so circa 2,6 Millionen Tonnen pro Jahr. Die gehen dann in diverse Sortieranlagen. Also zum Beispiel wir, wir betreiben fünf Sortieranlagen mit einer Gesamtkapazität von 810.000 Tonnen. Das heißt also eigentlich ein Drittel aller gelben Säcke kommen irgendwo in unsere InterZero-Anlagen auseinander sortiert. Jetzt muss man natürlich sagen, das ist ja recht bunt zusammengesetzt. Also in diesen 2,6 Millionen Tonnen hast du circa 50 Prozent Anteile, die du wirklich stofflich verwerten kannst. Also es ist nicht nur Kunststoffe, sondern allgemein. Das ist auch so was wie Weißblech etc. Dann hast du 25 Prozent, die unter die sogenannten Mischkunststoffe fallen. Das sind also Fraktionen, die du aktuell mechanisch noch schwer verwerten kannst. Die Stand jetzt viel in die thermische Verwertung gehen, die aber jetzt natürlich das große Ziel fürs Kandakey Recycling sind. Also um auch mal so ein Gefühl dafür zu bekommen, was das eigentlich für Größenordnungen sind an Abfällen, die man damit aus dem Kreislauf wieder rausholen kann. Und die letzten 25 Prozent sind dann sogenannte Sortierreste. Das sind ja wirklich irgendwo Fehlwürfe etc. ### Ausbringungsquoten beim Kunststoff-Recycling oder stark verschmutzte Geschichten, die man einfach nicht mehr aufbereiten kann. Wenn du jetzt mal in den Anteil von Polyolefinen gehst, hast du zum Beispiel beim Polypropylen in diesen 2,6 Millionen Tonnen circa 10, mancherorts 12 Prozent Anteile, beim HDPE 2 Prozent. Das heißt, du siehst, es ist schon insgesamt natürlich wesentlich weniger, was da erst mal so als Grundstoff im Markt ist und was dann bei den Verwertern ankommt. Da muss man ja sagen, in der Verwertung selbst, also wir bekommen jetzt die Ballen, wird natürlich auch noch was wie Sand, wie Lebensmittelreste etc. abgetrennt. Also du hast natürlich auch Ausbringungsquoten, von denen du ganz klar reden musst. Aber was jetzt den Rezyklatstrom an sich angeht, also innerhalb der Rezyklate, die produziert werden, ich habe jetzt gestern eine Zahl gelesen, sind es mehr als 30 Prozent, die in der Verpackungsindustrie landen. Das ist schon mal eine nennenswerte Zahl. Und ich kann ja wirklich auch aus unserem Labor berichten, dass viele Untersuchungen stattfinden, wie man noch mehr reinkriegt, auch in Folien, erst mal zwar für Nonfood, aber das sind halt riesige Mengen in der Verpackung. Deswegen ist es durchaus sinnvoll, sich damit zu beschäftigen. Und sehr kurze Umläufe. Das muss man auch sagen. Das ist ja auch ein Thema, wenn ich jetzt so zum Beispiel Automobilanwendung gehe oder so, oder auch Bau. Ich meine, wenn ich jetzt für einen Bau was produziere, das landet wahrscheinlich in der Erde oder in irgendeiner Wand. Und da bleibt es halt erst mal 50, 60, 100 Jahre drin. Beim Auto ja ähnlich. Das habe ich dann vielleicht nach der Nutzung 10, 20 Jahre später wieder. Genau. Wo man gar nicht so richtig weiß, wie dann zu der Zeit die ganze Infrastruktur für die Verwertung aussehen wird. Und Verpackung, das ist halt, das ist extrem kurzumläufig, hat ein riesiges Volumen und ist damit ein wirklich inkrementaler Bestandteil für das ganze Recycling-Thema. Sehe ich genauso. Wir haben jetzt schon ein paar Mal diese Wörter „mechanisches“ und „chemisches Recycling“ in den Raum geworfen. Jetzt wollen wir es natürlich auch aufklären. Was verstehen wir darunter? Mechanisches Recycling können wir glaube ich drüber hinweggehen, dürfte klar sein. Ich denke auch. Man zerkleinert, versucht das Ganze dann natürlich vorher zu trennen nach Fraktionen, also PE, PP, Polyester und so weiter und macht daraus Regenerat. Das versteht man. Das kennt man aus Sendungen mit der Maus und aus Funk und Fernsehen. Aber das chemische Recycling, das erscheint mir ein bisschen komplizierter und da kennt auch gerade unsere Industrie noch nicht so richtig die Details. Erklär mal groß, was versteht man darunter? Was ist das eigentlich? ### Chemisches Recycling: Schadstoffabbau möglich Ohne jetzt wissenschaftlich zu werden, also es gibt ja verschiedene Formen natürlich des chemischen Recyclings. Aber so die Hauptform, über die ja eigentlich immer gesprochen wird, ist die Pyrolyse. Bedeutet, dass du unter einem relativ hohen Druck und Temperaturen von 400 bis 500 Grad unter Sauerstoffausschluss das Material thermisch zersetzt. Das heißt, aus den Polymeren werden dann wieder Monomere. Du kannst dann über verschiedene Aufbereitungs- und Reinigungsstufen noch sämtliche Schadstoffe etc. rausnehmen und hast im Ergebnis in der Regel dann ein sogenanntes Pyrolyseöl, was du dann beispielsweise in die Naphtha-Cracker bei der Neukunststoffproduktion wieder mit reinwerfen kannst. Hört sich ja erst mal als ideales Verfahren an. Wieder die Lego-Steine in einer quasi zurückversetzen, in Bausteine, wie man noch als Kind ja weiß. Wir hören immer wieder, ist es sehr energieintensiv im Vergleich zum mechanischen Recycling? Würdest du dem zustimmen? Und woher kommt das denn? Also Zustimmung stand jetzt. Ja, man muss sagen, es ist gar nicht so einfach, da richtig gute belastbare Zahlen zu finden, weil es auch noch kaum große industrielle Anlagen gibt, die das wirklich betreiben. Also wo man das jetzt mal gegen das schon doch jetzt über Jahrzehnte sehr etablierte mechanische Recycling mal gegenhalten könnte. Aber es gibt halt Faktoren. Das eine ist ja Temperatur. Wenn ich eine große Materialvolumen auf 400 bis 500 Grad heizen muss, das ist sehr energieintensiv. Wenn ich viel Druck erzeuge, das ist energieintensiv. Dann muss man auch sagen, ist es natürlich auch wichtig für eine planbare Produktqualität, dass der Eingangstrom ein bisschen homogenisiert wird. Das heißt, wenn ich jetzt zum Beispiel die Mischkunststoffe aus den Sortieranlagen nehme, die könnte ich jetzt nicht einfach so wie sie anfallen nehmen und in Pyrolyse-Reaktor reinwerfen, sondern die müssen ja auch noch entsprechend vorsortiert und aufbereitet werden. Das kostet natürlich auch Energie. Und im Ergebnis steht ja erst mal auch jetzt in Anführungsstrichen nur das Monomer. Das heißt jetzt anders als beim mechanischen, wo bei uns aus einem Extruder fallen direkt die Granulate raus und können im Big Bag versandt und dann die Spritzgießmaschinen reingeworfen werden. Das ist beim chemischen also bei der Pyrolyse natürlich anders. Die müssen dann erst mal wieder in die Polymerisation rein. Und ich glaube, das sind so Faktoren, die natürlich dieses Argument füttern mit der Energieintensivität. Ich denke aber auch, das ist halt immer eine Frage von Entwicklungskurven. Also wenn man jetzt anfängt und es gibt jetzt ja nun in Deutschland viele große Projekte, auch gerade von vielen Chemiefirmen, die jetzt sagen, die wollen dort in dieses Geschehen mit rein und wollen dort natürlich auch ihren Beitrag leisten für eine Kreislaufwirtschaft und für das ganze Thema CO2-Neutralität. Ich denke, da wird viel passieren in den nächsten Jahren. Da wird viel Entwicklungsarbeit passieren. Gerade was diese Vorsortierung angeht, gibt es auch ein großes Projekt, das wir mit der OMV zusammen machen, wo wir unser Know-how in der ganzen Sortierung mit einbringen und diese Vorkonditionierung dann dort bewerkstelligen. Und ja, also es ist stand jetzt energieintensiv und wahrscheinlich auch wesentlich energieintensiver im Vergleich zum mechanischen. ### Chemisches Recycling noch in Anfangsphase Aber es steht auch noch wesentlich weiter am Anfang seiner Reise, als es das Mechanische tut. Absolut. Wir überlegen uns ja auch immer, warum wir eigentlich das chemische Recycling auch noch brauchen, wenn wir das Mechanische jetzt schon immer weiterentwickeln. Aber ich selber bin ja auch Werkstoffingenieur und ich weiß ja, dass es zum Beispiel allein beim Polyethylen sicherlich mindestens 150 verschiedene Sorten gibt, die ja extrem hoch entwickelt sind. Und wenn ich jetzt überlege, diese 150 verschiedene Polyethylen und dann vielleicht noch mit Verunreinigungen werden dann zu Rezyklat. Daraus werde ich ja nie wieder eine Siebenschicht-Coexfolie hochtransparent mit Hochbarriere hinkriegen. Und deswegen meine ich doch, ist vielleicht auch ein Argument für chemisches Recycling. Was denkst du, warum ist aus eurer Sicht das chemische Recycling besonders interessant? Na, wir hatten es ja vorhin gesagt. Wenn du jetzt schaust wirklich von diesen 2,6 Millionen Tonnen Leichtverpackungsmüll in Deutschland jährlich. 25 Prozent davon sind Mischkunststoffe, die aktuell mechanisch nicht verwertet werden können und demnach in der thermischen Verwertung landen. Das sind halt schon große Mengen. Und wenn man die in den Stoffstrom wieder reinführen kann, dass die auf der Monomer-Ebene wieder als Rohstoff verwendet werden können, ist das natürlich ein riesiges Volumen, was man sich schafft und ein riesiger Kreislauf, den man geschlossen bekommt. Weil das ist ja auch das Thema. Ich finde das im Recycling ganz interessant, dass dieses ganze Upcycling, Downcycling, Links- und Rechtscycling, wie auch immer. Am Ende muss man auch sagen, auch wenn ich nicht immer Upcycling kann, selbst in einem Downcycling, und das ist auch ein Begriff, der sehr dehnbar ist, substituiere ich Neuware. Ja, das ist ja einfach das Ding. Das heißt, ich spare Emissionen. Wenn du dir das anguckst, zum Beispiel beim PP-Rezyklat hast du pro Tonne, die du herstellst, CO₂-Ersparnis von über 1000 Kilogramm gegenüber Neuwareproduktion. Und hast doch einen riesigen energetischen Benefit, obwohl du jetzt noch diese ganze Sortierinfrastruktur davor betreiben musst und den ganzen Transport danach. Daher würde ich einfach sagen, auch wenn ich vielleicht nicht immer in dieses Cradle-to-Cradle-Thema einstimmen kann, sagen kann, ja, jede Siebenschichtfolie wird auch wieder eine Siebenschichtfolie, kann ich damit vielleicht aber ein anderes Produkt substituieren und den Einsatz von Primärrohstoffen dort runterfahren. Genau, und da hoffen wir natürlich auch in der Verpackungsindustrie drauf. Also, ich glaube, gerade für Lebensmittelverpackung ist das chemische Recycling sicherlich ein Verfahren der Wahl, wenn es um hochreine, weit entwickelte Rohstoffe geht. Wie schätzt du denn die Zukunft grundsätzlich des chemischen Recyclings ein? Ich las neulich einen lustigen Post auf LinkedIn. Ja, hätten wir man schon das chemische Recycling, dann wären wir jetzt nicht so abhängig vom Gas. Ist das wirklich so ein Slogan, den man sich einprägen sollte? Passt das überhaupt? Also das Gas als Quelle für z.B. Polyethylene ist ja wichtig oder auch Öl. Ganz egal, woher wir die Kohlenstoff-Atömchen ja nun holen, um daraus Plastik zu machen, wäre ja eine alternative Rohstoffquelle. Jetzt haben wir diese Gaskrise in Deutschland. ### Energiewende und fossile Rohstoffe reduzieren Wir wissen, dass BASF Produktion runterfährt und und und. Also hätten die jetzt ihren chemischen Recycling-Prozess 1990 weiterentwickelt und nicht abgebaut, was ja damals passiert ist, hätten sie jetzt vielleicht eine alternative Rohstoffquelle. Energiesparen, sagtest du, ist zusätzlich. Das ist das zweite Problem, das wir in der heutigen Zeit haben. Wir haben zu wenig Energie und wir wollen die fossilen Rohstoffe nicht mehr so ausbeuten, damit wir weniger CO2 emittieren. All das macht ja das chemische Recycling. Wäre das eine alternative Rohstoffquelle oder würdest du nicht so weit gehen und sagen, na ja, die Mengen, bis wir die haben, sind wir 30 Jahre älter. Also doch alternative Rohstoffquelle 100%ig und auch strategisch wichtig. Wenn du jetzt mal den Trend zur Elektromobilität nimmst, das wird ja auch langfristig dazu führen, dass einfach Cracker-Kapazitäten runtergefahren werden, weil einfach der Bedarf nach Rohöl und nach den ganzen Distillaten, die daraus entstehen, nicht mehr so groß sein wird. Was ja wiederum zur Folge haben wird, dass auch das Angebot an Rohbenzin, also Naphtha, was du dann als Grundstoff für die Kunststoffproduktion brauchst, natürlich auch runtergehen wird. Also allein dafür ist es schon wichtig, sich alternative Rohstoffquellen anzugucken, ob das in der jetzigen Situation den Riesenunterschied gemacht hat. Ich habe neulich mal eine Grafik gesehen, aber ich kriege die Zahlen nicht mehr zusammen, wie viel Prozent der Rohölförderung eigentlich im Kunststoff landet. Aber ich glaube, das war sogar unter 10%. Ja, deutlich unter 10%. Ich habe da auch was von unter 5% sogar im Kopf. Verpackung ist deutlich unter 1% sogar, obwohl es ein großer Kunststoffabnehmer ist. Trotzdem ist es so wenig. Es ist wirklich brutal. Können auch 2% sein. Wir wollen uns nicht darüber streiten, aber es ist im Vergleich zu dem, was wir sonst so an Rohöl und Gas und so weiter verballern, wirklich wenig. Aus meinem Gefühl heraus wäre es jetzt nicht in der aktuellen Situation das Zünglein an der Waage gewesen. Ja, was will man sich drüber ärgern? Ja, aktuell läuft jetzt viel, weil es gibt viele große Firmen, die sich da sehr committen. Was für mich dann sehr spannend sein wird, ist tatsächlich, wer sich welche Stoffströme sichern kann. Aber wenn ich da große Anlagen habe und brauche da halt, was weiß ich, 5.000, 600.000 Jahrestonnen Inputstrom, muss man jetzt sagen, jetzt geradezu der ganze Leichtverpackungssektor, Leichtverpackungsmüll, das ist halt ein recht innenlastiger Markt. Also nur, weil ich jetzt die doppelte Anlagenkapazität stehen habe, fällt ja nicht im Umkehrschluss doppelter Müll an, der mir dann doppelte Inputmengen sichert. Also das wird spannend in den nächsten Jahren, wie das passiert. Und man sieht aber auch, dass es da wirklich sehr große Player gibt, die sich da jetzt schon über langfristige Liefervereinbarungen dann ihre Mengen auch sichern. Und ja, ich finde das gut, dass das jetzt so stattfindet, dass das jetzt so gepusht wird und alles findet seine Zeiten. Also Elektromobilität war auch vor 20 Jahren wahrscheinlich in Serienreife. Und es hat aber jetzt wahrscheinlich ein paar andere Impulse noch gebraucht, dass man sagt, ja, jetzt ist die Zeit, das Ganze wirklich mit Hochdruck voranzubringen. Genau so sieht es aus. ### Lösemittelverfahren für Verbundfolien-Trennung Welche Rolle kann wohl das Lösemittelverfahren spielen? Hast du da auch eine Meinung zu? Weil es ist ja so ein bisschen Zwitter. Es ist eigentlich ja ein mechanisches Verfahren sozusagen. Es geht ja darum, Verbundfolien aus verschiedenen Materialien, PAP zum Beispiel, mit Lösemittel erst mal voneinander zu trennen und dann auch die spektamechanischen Recycling oder aufgebohrten, je nachdem, wie man aus welcher Sicht man es betrachtet, dann wieder die Einzelrohstoffe zu gewinnen. Ist das auch etwas, womit ihr euch beschäftigt? Brauchst du da was zu für die Zukunft? Ja, absolut. Es ist gerade für diese PAP-Verbundfolien auch wieder ein schöner Ansatz, den Kreislauf zu schließen. Und wir haben jetzt zum Beispiel jetzt hier, ich habe ja gesagt, ich komme aus Leipzig. Weit von hier weg ist Merseburg, wo es ja einen relativ bekannten Player in dem Bereich gibt. Die APK AG kennt man wahrscheinlich ganz gut. Mit denen hatte ich jetzt in meiner vorherigen sehr, sehr fähige Kollegen, die in der Technik das Ganze voranbringen. Es ist auf jeden Fall ein Weg, auch lösemittelbasiert, hat wie jede Technologie natürlich seine Herausforderung, mit dem man noch irgendwo kämpfen muss. Also beispielsweise auch dann das Thema Lösemittelabtrennung. Das ist halt eine Sache, da wird es weitergehen. Aber es ist ein Verfahren, wo man zum Beispiel für Kosmetikanwendung wiederum Rohstoffe bereitstellen kann und möglicherweise künftig dann auch für Foodanwendung, weil ich da wirklich lösemittelbasiert sehr viel von den ganzen Schadstoffen wegtrennen kann. Also ja, ich sehe da absolut Potenzial, ohne mich da zu sehr verfahrenstechnisch im Detail auszukennen und ist in dem ganzen Recycling-Universum, was da gerade entsteht, auf jeden Fall auch ein wichtiger Baustein. Gibt es eine Art Appell an unsere Branche oder an alle Kunststoffverarbeiter aus deiner oder vielleicht sogar aus Firmen-Sicht, den du gerne noch loswerden willst, hier so als eine Art kleine Zusammenfassung? Was muss passieren, damit wir wirklich an eine Circular Economy, wie wir es ja heute überall lesen, kommen? Was wäre da so dein Wunsch, wenn du einen frei hättest, an die vielleicht auch etwas tradierte Kunststoffindustrie, die sich noch nicht so stark mit Design for Recycling beschäftigt? Ich denke, das Stichwort ist Kollaboration. Also das ist eine Sache. Ich meine, der Einsatz von Recyclaten bringt gewisse Herausforderungen mit sich. Ich habe, was natürlich Spezifikation und Qualitätsbandbreiten angeht, etwas mehr als bei einem Neukunststoff, den ich halt wirklich in der Synthese komplett auf Punkt designen kann. Und ich habe natürlich auch Herausforderungen, wie vielleicht eine andere Geruchsentwicklung bei der Verarbeitung etc. Und es ist halt für mich immer sehr schön, wenn ich jetzt mit Firmen in Zusammenarbeit jetzt nicht sagen „Ja, geht mal hin und löst das jetzt mal. Und wir wollen es dann erst haben, wenn man nichts mehr merkt davon.“ Sondern wenn Firmen sagen, wir sind Verarbeiter, wir bewegen selbst große Volumina, wir haben dort auch große Mengenziele, wir committen und wir halten auch unsere Liefervereinbarungen gegenseitig ein und versuchen jetzt nicht irgendwie kurzfristig über Spot-Geschäfte jetzt uns schnell gesund zu stoßen. Wenn die auch sagen, wir haben strategische Projekte, die wir verfolgen mit den Rohstoffherstellern gemeinsam. Weil es ist einfach, die haben Verarbeitungs-Knowhow, die haben vielleicht auch, was das Ganze in Verkehr bringen, die ganze rechtliche Geschichte angeht, ein ganz anderes Backup als wir. Und das kann ich nur als Appell rausgeben. ### Motivation für gemeinsame Recycling-Zukunft Der Sache offen zu begegnen und mit uns gemeinsam zu arbeiten. Also wir sind absolut motiviert, auch immer weiterzugehen. Wir haben unglaubliche Arbeit geleistet, um aus dem wahrscheinlich vor fünf, sechs Jahren noch so als böses Stiefkind betrachteten Rezyklat jetzt mittlerweile ein Einsatzstoff zu schaffen, der Neuware in vielen Belangen schon echt nahe kommt. Und das soll halt so weitergehen. Danach kann nichts mehr kommen mit Blick auf die Uhr. Dankeschön, Marcus, für dieses tolle Gespräch. Dein erster Podcast, einer echter Erfolg. Toller Ton übrigens, wenn ich das sagen darf. Ja, vielen Dank. Hat Spaß gemacht, die Insights von Inter Zero mal direkt aus erster Hand zu bekommen. Dankeschön. Ich danke dir, Karsten, vielen Dank für die Einladung. Hat mir auch mega Spaß gemacht und war ja vielleicht nicht das letzte Mal. Das war ja wieder der Innoform Podcast zum Inno-Talk. Wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative für mehr Flexpack Wissen werden sollen, melden Sie sich bei mir ks@innoform.eu. Tschüss, Ihr Karsten Schröder. **Kategorien:** Biofolien, Entsorgung / Recycling, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** im-02-23, Karsten_Schroeder, Marcus Holland, Recycling --- ### [Sabrina Schmidt vom IÖW spricht über die Bewertung der Nachhaltigkeit von Verpackungen](https://inno-talk.de/sabrina-schmidt-sprich-ueber-bewertung-der-nachhaltigkeit-von-verpckungen/) **Published:** Oktober 31, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Ein Gespräch im Rahmen des Inno-Meeting Europe im Oktober 2022 auf Basis des Leitfadens:* Der Leitfaden möchte Sie und Ihr Unternehmen dabei unterstützen, im Bereich „Nachhaltige Verpackungen“ aktiv und kompetent zu handeln und hier Veränderungen umzusetzen. Er richtet sich an alle interessierten Unternehmen und Akteure – Einzelhändler, Lebensmittelsupermärkte sowie Produkt- und Verpackungshersteller in der Verpackungs-Wertschöpfungskette, die eine zukunftsfähige und nachhaltige Verpackungsstrategie einführen oder einzelne Verpackungen im Sortiment verändern und verbessern möchten. Hören Sie einmal rein, wie überraschend schlecht manche Mehrwegsysteme und wie gut Flexpack und „unverpackt“ abschneiden können. Hier können Sie den Leitfaden direkt herunterladen: *[*www.ioew.de/publikation/verpackungen\_oekologisch\_optimieren*](https://deu01.safelinks.protection.outlook.com/?url=http%3A%2F%2Fwww.ioew.de%2Fpublikation%2Fverpackungen_oekologisch_optimieren&data=05%7C01%7Cks%40innoform.eu%7C1ae5283a15bc4fdb305708dab66888b1%7Cf5d0f10eddc24057912e0186f4ee9a74%7C0%7C0%7C638022857340328483%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJWIjoiMC4wLjAwMDAiLCJQIjoiV2luMzIiLCJBTiI6Ik1haWwiLCJXVCI6Mn0%3D%7C3000%7C%7C%7C&sdata=Xj9c4iehmXecUPmuj2w%2B4TvrG8KHKTpEP0dLnoRClk8%3D&reserved=0)* Einen weiteren Blog-Artikel und Podcast mit Carola Bick vom ifeu zu dem Thema finden Sie hier: [https://www.ioew.de/publikation/verpackungen\_oekologisch\_optimieren](https://www.ioew.de/publikation/verpackungen_oekologisch_optimieren) ### Verwandte Episoden - [Matthias Wolk spricht über VR, AR, Metaverse & Verpackungen](https://inno-talk.de/matthias-wolk-spricht-ueber-vr-ar-metaverse-verpackungen/) - [Dr. Gundolf Meyer Hentschel spricht über höfliche Verpackungen](https://inno-talk.de/dr-gundolf-meyer-hentschel-spricht-ueber-hoefliche-verpackungen/) - [Was haben Druckfarben mit Nachhaltigkeit zu tun?](https://inno-talk.de/was-haben-druckfarben-mit-nachhaltigkeit-zu-tun/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Biofolien, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Standbeutel, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Folienverpackung, Nachhaltigkeit, Sabrina_Schmidt --- ### [Alexander Bokisch von Henkel lädt zur Kooperation ein](https://inno-talk.de/alexander-bokisch-von-henkel-laedt-zur-kooperation-ein/) **Published:** November 2, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Alexander Bockisch von Henkel spricht über die neue Rolle von Henkel im Flexpack-Geschäft. Mit Karsten Schröder von Innoform erörtern die beiden Chancen und Nebenwirkungen von Kaschierklebstoffen und was das alles mit einer nachhaltigeren Welt zu tun hat. Henkel bietet Kunden und Partnern entlang der Lieferkette für Konsumgüter- und Lebensmittel-Verpackungen ein einzigartiges Technikum und Experten-Zentrum in Düsseldorf zur Kooperation an. Warum Henkel sich als Ermöglicher von Entwicklungen versteht und was Stakeholder davon haben, hören Sie in diesem kurzweiligen spontanen Interview im Rahmen des [Inno-Meeting Europe im Oktober 2022](https://deu01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.innoform-coaching.de%2Ftagung%2Finno-meeting-europe-flexpack-knowledge-for-decision-makers-2022&data=05%7C01%7Cks%40innoform.eu%7Ce6e61a5193544426302008dabcc0e776%7Cf5d0f10eddc24057912e0186f4ee9a74%7C0%7C0%7C638029833954411924%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJWIjoiMC4wLjAwMDAiLCJQIjoiV2luMzIiLCJBTiI6Ik1haWwiLCJXVCI6Mn0%3D%7C3000%7C%7C%7C&sdata=V9pWi3X0IWVQFqRkCXczfdLQUxVsB7RMoq6Bz3xwLhU%3D&reserved=0). Dort hielt Alexander Bockisch einen fulminanten Vortrag zu dem Thema „Kaschierte Verbundfolien“ und erklärte, warum Henkel ein Design-Partner und nicht nur ein Klebstofflieferant ist. Instant Interview Oktober 2022 während des Inno-Meeting EuropeWeitere Interviews und Neuigkeiten rund um Flexpack finden Sie hier: Den Download der Videos und Unterlagen können Sie hier erwerben: [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/08/Inno-Meeting-Banner_1200x150px-1024x128.jpg)](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/08/Inno-Meeting-Banner_1200x150px.jpg)Für weitere Konferenzen rund um das Thema Flexpack, klicken Sie [hier](https://www.innoform-coaching.de/veranstaltungen?showtype=congress). ### Verwandte Episoden - [Kooperation für nachhaltige Papierverpackungen: one.five und Barsch im Praxiseinsatz](https://inno-talk.de/kooperation-fuer-nachhaltige-papierverpackungen-one-five-und-barsch-im-praxiseinsatz/) - [1. Europäischer InnoTalk in Kooperation mit Flexible Packaging Europe (FPE)](https://inno-talk.de/1-europaeischer-innotalk-in-kooperation-mit-flexible-packaging-europe-fpe/) **Kategorien:** Barrierefolien, Druckfarben und Klebstoffe, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung **Schlagwörter:** Alexander_Bockisch, IE-10-22 --- ### [Interview with Dr. Daniele Borin (Taghleef Industries) about BOPP barrier films](https://inno-talk.de/interview-with-dr-daniele-borin-taghleef-industries-about-bopp-barrier-films/) **Published:** November 18, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Karsten Schröder spricht in Berlin mit Dr. Daniele Borin, Produktmanager für Flexibles bei Taghleef, über PP-basierte Folienverpackungslösungen. Daniele stellte vor, wie BOPP-Folien sowohl als Druck- als auch als Barrierefolien verwendet werden können. Das EXTENDO®-Portfolio erfüllt die anspruchsvollsten Anforderungen in Bezug auf Wasserdampf-, Aroma-, Sauerstoff- und Mineralölbarriere. Entdecken Sie, warum dieser Ansatz mit PP-basierten Barrierefolien die Kreislaufwirtschaft unterstützt und Lebensmittel richtig schützt ### Verwandte Episoden - [Interview with Dr. Daniele Borin (Taghleef Industries) about BOPP barrier films](https://inno-talk.de/interview-with-dr-daniele-borin-taghleef-industries-about-bopp-barrier-films-2/) - [Barrier films become more recyclable](https://inno-talk.de/en/barrier-films-become-more-recyclable/) - [Interview 2.0 mit Piran Asci zum Online Handel und Verpackung](https://inno-talk.de/interview-2-0-mit-piran-asci-zum-online-handel-und-verpackung/) --- ## Transkript I’m here with Daniele from Taghleef and he was talking in his presentation the brilliant one to be honest about OPP and mono material layers. Why do you think OPP is one of the main materials for monomaterial solutions for flexible packaging? Yeah. Thank you very much Karsten for the appreciation of my presentation. Let’s say polypropylene by actually in the polypropylene is a material that traditionally is used on packaging machines taking all the advantages that polypropylene can brings we decided to integrate further functionalities on polypropylene. So incorporating barrier incorporating sealing performance and incorporating heat resistance, so to get the monomaterial solution based on polypropylene from Taghleef or Flexpack. I don’t know exactly I learned that polypropylene has a good water vapor transmission barrier. Yeah, but not so good against aroma and oxygen but you’ll solve this problem how yeah incorporating barrier so incorporating specific polymers and specific barriers that allows to implement and complete the properties of quality property land. Providing also oxygen barrier battery terminal alloys and battery to aroma that sounds to me that these barrier good barrier properties against aroma and of course so oxygen seems to be the key to be used more in the flexible packaging industry because OPP normally is only used for water vapor transmission, but you know, it’s open doors. Yeah for sure when you want to move to monomaterial you need in any case to provide functional properties and good product protection. So of course incorporating barrier is essential to keep the food protection and so to keep the shelf life of the product and avoiding food waste and of course the supply chain changes a bit. If you bring the barrier into your OPP film and the converter buy the ready-made barrier film from you, he does not buy polyethylene film for instance for the sealing layer with barrier. So is this an impact you you focusing on or is it? Not very important for the converting industry. It’s a change I guess. Yeah. Our aim is to provide a one-stop shop. Let’s say so in our development in our portfolio. We are integrating the barrier but we are also improving the sealing performances. So our final target is to deliver a monomaterial solution that not necessarily needs polyethylene as a solution for the sealing web. And if you are talking about OPP or polypropylene monomaterial, is it the sealing layer also polypropylene or could it be polyethylene as well? And this is that also a mono material solution, our main choice, our main proposal when we realize that barrier in the polypropylene is not enough for sealability, we suggest to use gas barrier polypropylene. And so if not yet enough for the application, we could also consider polyethylene. But of course we are not entering anymore in that target of monomaterial, what is still an all living based solution. There’s no impact on recyclability concerning the barrier structure of your external film. Our extended film art design to be in line with guidelines about the recyclability, so that sounds great. Yeah, so you can’t make an OPP film out of it, but you can make OPP regrinds to recycle the polypropylene for other applications, right? Yeah. Yeah, exactly. And you’re one of the leaders of OPP films. Is this only a niche product or is the external product of something you you will sell all over the world target. ### Wachstum durch Circular-Economy-Anforderungen We are experiencing more and more in the growth of extended because of circular economy requirement, the requirement of mono material and so recyclability. Yeah, so we are experiencing a very big demand on this film and this is also confirms the quality of the film and our value proposition. So do you think it’s a worldwide trend to mono materials, just a European thing? No. No, it’s going worldwide, right? Yeah. Thanks for this explanation. Thank you very much. Thank you, Karsten. It’s been a pleasure. **Kategorien:** Barrierefolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung --- ### [Interview with Dr. Daniele Borin (Taghleef Industries) about BOPP barrier films](https://inno-talk.de/interview-with-dr-daniele-borin-taghleef-industries-about-bopp-barrier-films-2/) **Published:** November 18, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Karsten Schröder talks in Berlin to Dr. Daniele Borin, Product Manager for Flexibles at Taghleef, about PP-based film packaging solutions. Daniele unveiled how BOPP films can be used both as printing and barrier web. In fact EXTENDO® portfolio can meet the most demanding requirements in terms of water vapour, aroma, oxygen and mineral oil barrier. Discover why this approach with PP-based barrier films supports the circular economy and protects food properly. ### Verwandte Episoden - [Interview with Dr. Daniele Borin (Taghleef Industries) about BOPP barrier films](https://inno-talk.de/interview-with-dr-daniele-borin-taghleef-industries-about-bopp-barrier-films/) - [Barrier films become more recyclable](https://inno-talk.de/en/barrier-films-become-more-recyclable/) - [Interview 2.0 mit Piran Asci zum Online Handel und Verpackung](https://inno-talk.de/interview-2-0-mit-piran-asci-zum-online-handel-und-verpackung/) --- ## Transkript I’m here with Daniele from Taghleef and he was talking in his presentation the brilliant one to be honest about OPP and mono material layers. Why do you think OPP is one of the main materials for monomaterial solutions for flexible packaging? Yeah. Thank you very much Karsten for the appreciation of my presentation. Let’s say polypropylene by actually in the polypropylene is a material that traditionally is used on packaging machines taking all the advantages that polypropylene can bring. We decided to integrate further functionalities on polypropylene. So incorporating barrier, incorporating sealing performance and incorporating heat resistance, so to get the monomaterial solution based on polypropylene from Taghleef or Flexpack. I don’t know exactly. I learned that polypropylene has a good water vapor transmission barrier. Yeah, but not so good against aroma and oxygen. But you solve this problem, how? Yeah, incorporating barrier, so incorporating specific polymers and specific barriers that allow to implement and complete the properties of quality property land. Providing also oxygen barrier, better thermal alloys and barrier to aroma. That sounds to me that these barrier, good barrier properties against aroma and of course so oxygen, seems to be the key to be used more in the flexible packaging industry because OPP normally is only used for water vapor transmission, but you know, it opens doors. Yeah, for sure. When you want to move to monomaterial you need in any case to provide functional properties and good product protection. So of course incorporating barrier is essential to keep the food protection and so to keep the shelf life of the product and avoiding food waste and of course the supply chain changes a bit. If you bring the barrier into your OPP film and the converter buys the ready-made barrier film from you, he does not buy polyethylene film for instance for the sealing layer with barrier. So is this an impact you are focusing on or is it not very important for the converting industry? It’s a change I guess. Yeah. Our aim is to provide a one-stop shop. Let’s say so in our development, in our portfolio. We are integrating the barrier, but we are also improving the sealing performances. So our final target is to deliver a monomaterial solution that not necessarily needs polyethylene as a solution for the sealing web. And if you are talking about OPP or polypropylene monomaterial, is the sealing layer also polypropylene or could it be polyethylene as well? And this is that also a mono material solution our main choice our main proposal when we realize that barrier in the polypropylene is not enough for sealability we suggest to use gas barrier polypropylene. And so if not yet enough for the application we could also consider polyethylene. But of course we are not entering anymore in that target of monomaterial, which is still an all living based solution. There’s no impact on recyclability concerning the barrier structure of your external film. Our extended film art design to be in line with guidelines about the recyclability so that sounds great. Yeah, so you can’t make an OPP film out of it, but you can make OPP regrowers to recycle the polypropylene for other applications, right? Yeah. Yeah, exactly. And you’re one of the leaders of OPP films is this only a niche product or is the external product of something you you will sell all over the world target. ### Wachstum durch Anforderungen Circular Economy We are experiencing more and more in the growth of extended because of secular economy requirement the requirement of mono material and so recyclability. Yeah, so we are experiencing a very big demand on this film and this is also confirms the quality of the film and our value proposition. So do you think it’s a worldwide trend to mono materials just a European thing? No. No, it’s going worldwide, right? Yeah. Thanks for this explanation. Thank you very much. Thank you, Karsten. It’s been a pleasure. **Kategorien:** Barrierefolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung --- ### [Belal Habib zu DeInking, DeLamination und Functional Coatings](https://inno-talk.de/belal-habib-zu-deinking-delamination-und-functional-coatings/) **Published:** November 24, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Belal Habib (Head of Global Brand Owner Collaboration, Siegwerk UK) berichtet über die Strategie von Siegwerk, die Kollaboration entlang der Wertschöpfungskette zu stärken. Diese sieht Siegwerk als Voraussetzung an, um z.B. DeInking, DeLamination oder andere Functional Coatings sinnvolle zu entwickeln und einzusetzen. Wir sprechen in dieser Episode auch über die Rolle der Marke und des Handels als Innovationstreiber und den Support der Lieferanten bis hin zum Recycler. Belal betont, dass eine Kreislaufwirtschaft nur durch Inzentivierung und vor allem Kooperations-Fähigkeit und Kooperations-Bereitschaft funktionieren kann. Auch abrufbar auf vielen anderen Plattformen wie: - - [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) - [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) - [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk?refMarker=null) ### Verwandte Episoden - [Interview mit Flore Mees: Barriere-Coatings als Schlüssel für den Wandel](https://inno-talk.de/?p=15827) - [Interview mit Flore Mees: Barriere-Coatings als Schlüssel für den Wandel](https://inno-talk.de/interview-mit-flore-mees-barriere-coatings-als-schluessel-fuer-den-wandel/) --- ### Alle Episoden abonnieren [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [Apple Podcasts](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Im heutigen Innoform-Podcast zum Inno-Talk spreche ich mit Belal Habib, Head of Global Brand Owner Collaboration von Siegwerk Druckfarben. Er spricht über die wichtige Rolle der Zusammenarbeit, insbesondere dann, wenn es um Kreislaufwirtschaft geht. Wir sprechen über die drei wesentlichen Bausteine, die Siegwerk neu anbietet, um Folienverpackung, Papierverpackung, flexible Verpackung nachhaltiger, recyclingfähiger zu machen: DeInking, DeLamination und Functional Coatings. Seien Sie gespannt auf diese Insights rund um das Thema funktionelle Beschichtungen. Wir freuen uns auf Belal Habib. Herzlich willkommen, Belal Habib, hier im Innoform-Podcast. Freue mich, dass du da bist. Vielen Dank, Karsten. Danke für die Einladung und die Opportunität, Siegwerk gut vorzustellen. Ja, ich freue mich auch. Und bevor wir mit Siegwerk beginnen, wollen wir natürlich dich auch als Person noch ein bisschen kennenlernen. Was machst du überhaupt bei Siegwerk? Ja, ich bin Leiter der globalen Brand-Owner-Collaboration-Teams. Wir sind mittlerweile regional vertreten. Also wir haben jemanden in Asien, Nordamerika, Latam und Europa. Und global decke ich mit meinem Team ab. Und was es eigentlich bedeutet: Siegwerk hat schon längst anerkannt, dass Kollaborationen der Wertschöpfungskette das A und O ist, vor allem jetzt, wo Sustainability und Circularität noch mehr von Bedeutung kommen. Warum? Weil viel mehr tiefere Kenntnisse erforderlich sind und jeder soll davon profitieren. Siegwerk war schon längst unterwegs mit dieser Rolle, Brand-Owner-Collaboration, seit ungefähr sechs Jahren, denke ich mal so. Und ich glaube, ich bin der dritte oder vierte Generation. Und ich bin seit Juli 2019 bei Siegwerk. Davor war ich über 22 Jahre in der Markt- und Artikelindustrie. Letzten 10, 12 Jahre, sage ich mal, in den Rollen von Corporate Head of Packaging, also Abteilung, Divisionsleiter für Verpackungstechnik. Gelernt Verpackungstechnologie von Berlin, Professor Bernd und davor auch Maschinenbau und deutsche Aerospace. So, das habe ich dann halt vor Siegwerk gemacht, so kunterbunt, so ein bisschen. Und der Lebenslauf ist auch nicht, sage ich mal, geplant und strukturiert und smart gemacht. Ganz ehrlich gesagt, das ist alles per Zufall, aber läuft gut. Das ist ja immer gut, wenn es so von alleine wächst quasi, und wenn es nicht immer alles total durchgestylt ist, ist es nicht nur sympathisch, sondern macht ja auch das Leben lebenswerter, oder? Es ist eine Horror-HR-Frage, wenn man sagt: „Wo wollen Sie sein in 10 Jahren oder 5 Jahren?“ Keine Ahnung. Wenn man den Lebenslauf sieht, überhaupt keine Ahnung, wie das alles zusammengekommen ist. ### Karriere bei Beiersdorf und Nivea Aber es läuft, es war gut und ich habe viel gelernt, vieles davon in Deutschland übrigens. Meine ganze Karriere, obwohl ich Engländer bin, indischer Abstammung, so wie es gesagt wird, bin ich, habe ich meine Arbeitswelt in Deutschland kennengelernt. Hochspannend. Kannst du ein paar Marken oder willst du ein paar Marken nennen, für die du gearbeitet hast? Oh ja, das war am Anfang, während Praktika und so weiter war das mit Beiersdorf, also den Nivea-Marken und so weiter. Dann erster richtiger Job: Unilever, Bressau Brunch. Bressau Brunch, das ist mittlerweile Verkaufsort und Bunga. Bressau Brunch war das, Mondamin auf unseren Marken und dann Bertolli. Dann die Suppenmarken in den Niederlanden bei Unilever. Da sind viele Marken und dann natürlich McVities, Cadbury, Oreos. Diese ganzen Haushaltsmarken halt. Das sind ja große Marken. Ist ja jetzt ein ganz anderes Arbeiten wahrscheinlich. Du bist jetzt bei einer großen Druckfarbenfabrik, auch eine große Marke in unserem Markt, aber natürlich für den Endkonsumenten überhaupt nicht bekannt. Bevor wir da weiter reingehen, Belal, lass uns noch mal kurz überlegen, was machst du denn, wenn du nicht für Siegwerk arbeitest? Was sind deine Hobbys? Das ist ganz, das hält sich ziemlich standard und banal, aber tatsächlich reisen, kochen, Fitness und Freunde treffen. Ganz ehrlich, das ist tatsächlich das, was ich mache. So ehrlich ist es übrigens bei mir auch, by the way. Jetzt habe ich immer noch so als kleinen Spaß zur Auflockerungsübung so spontane Fragen. Buch oder Hörbuch? Hörbuch. Papier oder Plastik? Plastik. Marke oder Private Label? Marke. Ganz klar die Marke. Das ist ja klar aus dem Stall, aus dem du kommst, oder? Ja, aber eigentlich würde das richtige, ehrliche Antwort beides sein für alle drei Fragen. Aber wenn man polarisieren muss oder wählen muss, dann ist es so. Erzähl uns mal, was war dein bisher erfolgreichstes Projekt? Zum Glück waren viele Projekte erfolgreich und dank des Teams, dank die Stakeholder, dank dem Support von allen. ### Collaborative Innovation in Rekordzeit Man macht das sowas nie alleine. Aber das Projekt, was für mich raus trat, also das Projekt, wo ich viel von mir einbringen konnte, ist ein Produkt, ich weiß es nicht, aber es gibt es in Deutschland noch, Mondamin-Pancakes. Es gibt so eine ganz interessante Flasche von Mondamin für die Pancakes und das war ein ganz besonderes Projekt mit ganz besonderen Stakeholdern, wenn ich das mal nennen darf. Da gab es einen Kollege, Markus Redet, der ist noch bei Unilever unterwegs und es gab eine Verpackungslegende, der ist mittlerweile in Rente, Georg von Tempelhof. Mit den beiden habe ich zusammen gearbeitet damals, um diese Pfannkuchenflasche in Rekordzeit mit der Kollaboration zu entwickeln. Und das war ein super Projekt, weil die Kenntnisse dahinter, die Insights waren revolutionär, dass man an der Flasche mit einer ganz kleinen Menge von Pulver befüllt und auf ein Regal stellt, mit der Annahme, dass man das mit Milch befüllt, schüttelt und daraus Pfannkuchen macht. Das konnte einfach keiner so richtig verinnerlichen. Das haben die durchgezogen, durchgekriegt und ich war die Verpackungsperson dabei und das hat richtig Spaß gemacht am Anfang und dann ist das dann einem Team übergeben worden. Ja, das ist hochspannend. Wir haben damals auch alle gestaunt. Allein diese Idee ist ja so ein bisschen disruptiv, wie man heute sagen würde, wirklich mal quergedacht und das alles zusammengebracht zu einem wirklich neuen Produkt. Ganz, ganz wunderbar. Ja, das war Anfang der 2000er und das war ein super Projekt. Und ich habe die Flasche immer noch bei mir zu Hause. Ja, ja, das kann ich mir vorstellen. Gibt es die vielleicht sogar als Beutel mittlerweile? Weißt du da was drüber? Ich wohne mittlerweile in England und ich sehe viele in so Nachahmung oder ähnliche Flaschen. Und ich weiß nicht, ob das verkauft worden ist mit Rechten und so, keine Ahnung. Aber das Konzept und die Insights dafür, die waren wirklich bahnbrechend damals und dass Unilever Mut hatte, so was auf ein Regal zu stellen, das fand ich wirklich wahnsinnig. Ja, finde ich auch. Sowas braucht man eigentlich auch gerade in der heutigen Zeit, um einfach mal wirklich was Neues zu bringen. Was Neues macht ihr auch bei Siegwerk. Wir haben uns drei Themenbereiche im Wesentlichen vorgenommen, wo ihr im Moment euch sehr intensiv drum kümmert. Das ist DeInking, DeLamination und Functional Coatings, wie ihr das neudeutsch nennt. Ihr seid eine internationale Firma. Deswegen habe ich auch die englischen Begriffe hier mal gelassen. Das ist so ein bisschen ja auch ein Fachausdruck. Lass uns mal mit dem Thema DeLamination beginnen. Was versteht ihr darunter? Was ist eure Zielsetzung dabei? Also ganz klar, wir sind für komplett Sustainability und Circularity unterwegs. ### De-Lamination und Multimaterial-Trennung Das werdet ihr von uns hören in sämtlichen Foren. Unsere CECAP ist da aktiv unterwegs und so weiter und so fort. Was wir mit DeLamination verstehen, ist genau das, was ihr sagt. Das ist ein englisches Wort. DeLamination, das ist separieren. Das ist separieren von Multimaterialien und Schichten, die sonst nicht als Monomaterial verkauft werden können aus Verpackungsanforderungsgründen und so weiter. Also was wir wissen und was jeder weiß, der halbwegs ernsthaft in der Industrie unterwegs ist, ist, dass wir von heute auf morgen nicht kommen werden mit dieser Monomaterial oder alles auf Papier oder alles in diese Ströme. Das ist so eine Zeitleiste. Und man wird verschiedene Realitäten haben, parallel laufen, bis sich das alles in den nächsten 20, 30 Jahren so richtig etabliert. Alles ist da in der Mache. So, bei DeLamination möchten wir die Marken auf jeden Fall anbieten, dass wenn man jetzt schon das nicht hinkriegt, die Sachen richtig zu sammeln, zu sortieren, man muss auch global denken, nicht nur in Deutschland oder Europa. Man muss gucken, okay, zumindest kann ich Schichten separieren, wenn es Recycler gäbe, die bereit wären, solche Prozesse, also Innovationen bei sich zu installieren oder die Waschprozesse anzupassen und so weiter. Man könnte von uns aus ein Primer reinbringen in Flexpackfolien, Problemkind, sag ich mal, für Plastik, Flexpackfolien, wo man sagen kann, wir können Multimaterialien-Schichten separieren und die dann weiterverarbeiten im Recycling-Prozess. Das verstehen wir da drunter. Das heißt, wir können eine Lage da reinbringen, die separierbar ist. Genau, die wahrscheinlich dann über chemische Prozesse gehen wir gleich nochmal in die Tiefe. Aber wenn ich mir das so überlege, wer sollte jetzt motiviert sein, so einen Zusatzaufwand, vielleicht sogar Zusatzkosten zu tragen, um nachher quasi den Entsorgern zu helfen? Das erscheint mir so ein bisschen problematisch zu sein, oder? Wie geht ihr da vor? Na ja, das wird ja hoffentlich incentiviert. Also wir hoffen natürlich, was sich natürlich versteht, ist, dass Zirkularität eigentlich ein incentivierungsökonomisches Modell sein muss, um das alles zu fördern. Es gibt viele, viele technische Lösungen, die noch nicht eingesetzt werden können, weil es sich einfach nicht lohnt oder rentiert oder man kann nicht sehen, da ist ein Sinn dahinter. Es gibt so ein Henne-Ei-Problem allgemein in diesem Bereich und es wird es auch weitergeben und dazu noch die Regulierung, die immer sehr nachgeschaltet ist. Man muss viel beweisen, bevor das akzeptiert wird, bevor das dann reguliert werden kann. Ein Beispiel dafür ist zum Beispiel Shrink Sleeves. Shrink Sleeves wird so verpönt in der Industrie. Wir sehen das als Opportunität. Shrink Sleeves macht sehr viel Sinn als modulares Verpackungssystem. Das hast du sicherlich mal gehört von unserer Kollaboration mit Rebiasdorf und Clariant und Borealis. Also da siehst du, wir sehen das ganz anders. Wir sehen das von der reinen Verpackungstechnik, Modularität und vom Systemsicht her. Nicht das, was die Regularien sagen oder was heute immer ganz einfach zu machen ist. ### Barrierewerte und Zukunftslösungen Das Problem ist, das, was jetzt und hier machbar ist, ist nicht unbedingt die beste Lösung, was für die Zukunft aussieht. Und wir denken auch an heute, also auch die Zukunft. Also noch mal zurückzukommen auf das hier. Das könnte interessant sein für sehr, sehr hohe Anforderungen. Zum Beispiel Kaffee. Es gibt sehr, sehr viele Markenartikel, die brauchen unheimlich große Barrierewerte, die man zwar vielleicht erzielen kann in Monomaterialien und Beschichtungen, aber in so eine Traggewichtsgröße, Auftragsgewicht und so weiter, was das komplett unreal macht. Insofern sagen wir, okay, wenn man Multi-Materialien und Multi-Layer trennen möchte, wir bieten die Möglichkeit an. Lass uns mal ein bisschen in die Technik absteigen. Die Laminierung. Also für mich hört sich das so an, du baust irgendwas ein, was man unter bestimmten Bedingungen wieder zerstören kann, damit sich die Lagen trennen lassen. Wie funktioniert das in der Praxis? Wie stellt ihr euch das vor? Das muss in so eine Heißwasche, das geht in so ein Heißwäsche-System rein. Und da kann man dann die Lagen, sag ich mal, separieren. Das heißt, wenn die Heißwaschprozesse gibt es schon beim Recycler, nicht alle haben sie, aber es gibt zunehmend. Und da muss man natürlich nachgeschaltet gucken, wie man diese Ströme trennt und dann weiterverarbeitet in monomaterialen Folien. Aber das ist noch nicht da. Das muss man natürlich stellen und etablieren. Was wir auf jeden Fall gemacht haben, ist, wir haben das ermöglicht, dass man sagt, okay, wenn man das trennen möchte, wir können das jetzt schon in die Lagen einbauen, damit man ein recyclingfähiges oder laminationsfähiges Material hätte. Ob das delaminiert wird, ist ein anderes Thema. Schauen wir uns mal so einen typischen Verbund an. Bleiben wir mal beim Kaffee. Wir haben Polyesterfolie, 12 µm, beispielsweise machen da einen Kontadruck drauf, hinterlegen Weiß. Wäre Weiß jetzt die Trennschicht oder kommt eine zusätzliche Schicht drauf? Kommt eine zusätzliche Schicht drauf. Ah, okay. Oh, so funktioniert das. Also wie früher ein Primer, sozusagen, würde man da einfach mal… Ja, das ist ein Primer, das ist ein Primer. Okay, und das nächste Thema, was wir uns ja vorgenommen haben, ist ja das ganze Thema DeInking. Das hört sich für mich so an, als wenn das… Wobei ich sagen möchte, wenn es kann sicherlich gesprochen werden, die gezielte Entwicklung, wenn man etwas zusammen mit einbauen möchte. ### Funktionale Schichten und Trennbarkeit Primer, Farbe und so weiter. Aber das ist noch nicht komplett gegeben. Und da muss ich ganz ehrlich sagen, da brauchen wir unsere Experten dazu, die dazu was sagen können. Aber diskutierbar ist ja alles. Aber das Prinzip ist, dass man etwas einbaut in den Lagen, die das trennbar machen. Und das haben wir auch auf der Farbmesse neulich erstellt. Könntest du dir also auch vorstellen, dass man das mit Weiß kombiniert, zum Beispiel, dass man da nicht ein zusätzliches Farbwerk nimmt, sondern dass man das vielleicht ergänzt – zu Weiß. Super. Lass es mal jetzt zum DeInking kommen. Das hört sich für mich ein bisschen artverwandt an. Wir kennen das eigentlich aus der Papierindustrie. Da wird am Ende versucht, irgendwie die Farbe noch runterzukriegen. Ihr fangt vorne an zu denken und wollt schon die richtige Farbe nehmen, wenn ich das richtig verstanden habe, die sich dann besser wieder aus dem Regenerat rauswaschen vielleicht lässt. Wie funktioniert das beim DeInking? Das ist genau dasselbe. Also, wie du gerade gesagt hast, die Farbe wird abgewaschen in so einem Heißwaschprozess. Und das kann auch Metallisierung abtrennen dabei. Ah. So, wenn dieser DeInking Primer ist es ein Primer, der das dann wieder hilft zu lösen und zu DeInken und die Farben abzulösen. Und nochmals, worauf ich hier betonen will, ist die Vorgehensweise von Siegwerk. Auch als ehemaliger Markenartikel und Brand-Owner, Packaging-Typ. Das kann ich nur sagen. Egal, was man heute sagt. Früher, bis Mitte 2000, Sustainability war ja immer ein Thema. Wir haben auch in den 90ern damit rumprobiert. Bei Unilever weiß ich auch. Damit sämtlichen Ideen und so weiter. Also, jede Firma macht das ja. Und Brand-Owner machen das seit eh und je. Das hat natürlich viel, viel mehr Fahrt und Ernsthaftigkeit jetzt angenommen. Aber was wir jetzt sehen, ist, man denkt nicht nur über Production und Consumption. ### Kreislaufgedanke in der Entwicklung Ja, wenn man den Kreis überlegt. Wir haben auch mal Verpackungen entwickelt und haben nur bis zum Handel gedacht und bis zur Anwendung. Wie wird die Verpackung nach Hause getragen? Wie wird sie geöffnet? Halbleer, Spülmengen, Stellenfähigkeit, Kippfähigkeit, was weiß ich, ne? Versiegelbarkeit in der Produktion. Man denkt ja nur bis zur Anwendung. Zu Hause vielleicht. Und man sagt, okay, in Sorgen. Viele Firmen denken schon mehr und weiter. Aber nicht alle Brand-Owner konnten so weit sein mit 2000. Was wir jetzt machen, wir fangen von Ende aus an. Also wir sagen, wir kriegen so ein Legosystem, man muss das so denken. Wir wollen etwas zusammenbauen von Anfang an, der abgebaut werden kann. Das ist eine ganz andere Vorgehensweise. Das ist sehr einfach, hier zu sagen. Aber das umzusetzen in die Mache und so zu entwickeln, ist ein ganz anderes Thema. Und das machen viele bis heute nicht. Bis heute sehr, sehr viele verschiedene Materialien sehen auf den Marken aus Unter-Sustainability, die immer noch sustainable an sich sind, aber sind nicht aufgebaut mit dem Gedanke, das wieder abzubauen. Und da sagen wir, bevor man exotische Materialien nimmt, nehmt euch Standardmaterialien und nehmt Functional Coatings, um die Brücke zu schlagen, um das alles wieder trennen zu können und separieren zu können. Und genauso das die Lamination ist das, die Inking ist das. Und da gibt es noch einiges zu machen bei die Inking. Also da ist der Markt noch offen und muss also das gesamte System muss aufgebaut werden. Und da sind wir sehr aktiv, weil wir verstehen, einer muss das irgendwie pushen, weil sonst passiert da nicht viel. Und da sehen wir auch die Brand-Owner, sage ich mal als Opportunity. Ich wollte gerade Verantwortung sagen, aber ich sage Opportunity. Glaube ich auch. Ich habe ja beim Vortrag früher mal vor 15 Jahren schon gehört, dass die Brands eigentlich so was Ähnliches sind wie die OEMs im Automobilbereich. Ist es das, was du auch anstrebst, dass ihr quasi die OEMs unterstützt mit euren Dienstleistungen quasi diesen Weg zu fordern eigentlich, wenn nur der am Ende quasi die ganze Show bezahlt und das sind die Marken oder der Handel, die müssen ja eigentlich ziehen, die Innovation, oder? Ja, ja, ja, ja, ja. Wir mussten das ziehen und ganz fairerweise zu denen. Wir sagen, komm doch damit. ### Rückverfolgbarkeit von Verpackungsfolien Neulich habe ich ein blaues Auge bekommen. Ich habe einen ehemaligen Kollegen aus Mondelez in den USA mal angesprochen und habe einiges auf LinkedIn geschrieben über die Inking und so weiter. Da hat er mir angerufen und gesagt, Belal, lass uns doch mal reden. Ich habe eine Tonne von flexiblen Materialien jetzt. Sag mir, wo ich das hinschicken soll und wieder kaufen kann als saubere Folie. Da habe ich angefangen, rumzustolpern. So gibt es noch nicht. Also wir mussten das noch aufbauen. Ja, wieso erzählst du das denn? Ich sage, ja, aber da mussten wir die Aufmerksamkeit geben. Wir mussten gerade Leute wie ihr in Leuchtturmprojekte einbinden, damit wir einen Zug bekommen. Weil da mussten natürlich einen Zug geben für so ein Material, der geinkt worden ist, der recycelt worden ist. Dann passiert das ja Ganze. Und ich werde weiterhin da, sage ich mal, posten und so weiter. Er sagte, ich bin ready jetzt. Er sagte, ich habe hier Waste Material. Wo soll ich es hinschicken? Und wenn seid ihr so weit dann als Industrie? Wann kann ich das machen? Idee finde ich super. Aber mach das doch. Ich sage, ja, alleine kann ich das nicht machen. Alleine kann Siegwerk das auch nicht machen. Das mussten natürlich, das mussten die gesamte Industrie mitziehen. Wir brauchen ein paar Use Cases da und dann läuft das von selber. Und ich sage das nicht für Siegwerk, ich sage das für die gesamte Industrie. Wir denken an die Industrie weiter, nicht nur für uns. Alle werden davon profitieren, sage ich mal. Was heißt profitieren? Alle werden die Umwelt und das gesamte Anliegen da erfüllt. Das ist einfach eine Notwendigkeit. Du bist global unterwegs, Belal. ### Kreislaufwirtschaft schrittweise entwickeln Klär uns nochmal auf, abseits vom Skript. Wenn du sagst, Kreislaufwirtschaft muss sich stückweise entwickeln und irgendwo müssen wir mal anfangen. Wer ist im Moment in der Welt denn am weitesten? Wir tun ja immer so, als wenn wir in Europa die Recycling-Weltmeister wären. Wir machen das mit sehr viel Maschinenaufwand. Wir haben riesen Sammelsysteme. Sind wir denn wirklich führend? Oder wie schätzt ihr das ein? Ihr habt bestimmt einen guten Überblick, oder? Also ich muss ganz ehrlich sagen, ich weiß es persönlich nicht. Wir wissen das als Firma, das kann ich nochmal nachholen. Aber mein Gefühl sagt zumindest, dass das, was ich in Europa sehe, ist ja sehr, sehr weit. Auch was Regularien angeht und so weiter, obwohl die anderen Länder danach kommen. Aber wir sehen sehr viel Bewegung, ehrlich gesagt, in Südostasien. Da passiert viel. Nehme ich auch wahr. Sie sind sehr pragmatisch, sind sehr agil und wollen Sachen machen. Da kriegen wir auch einen großen Pull. Wir kriegen überall einen Pull. Aber was wir sehen am meisten, denke ich, sind wir in Europa weiter. Und einen Pull sehen wir in Südostasien ganz stark. Funktionelle Beschichtung war so die Klammer über den beiden eben genannten, also das DeInking, die DeLamination. Aber ihr macht ja noch mehr mit funktionellen Coatings. Ja, klar. Was ist das? Barriere, Lacke und solche Dinge habe ich gelesen. Erzähl darüber noch ein bisschen. Ja, also wir sehen auf jeden Fall die Möglichkeit nochmal, um zurück auf Lego-Systemen anzukommen. Basic Structure plus funktionale Coating. Also so denken wir. Damit man das wieder trennen kann, abwaschen kann und in den richtigen Materialfraktionen wiederfinden kann, um das zu verarbeiten. Wir denken an Anzahl Rezyklat zum Beispiel Plastik. ### Functional Coatings für Nachhaltigkeit Wir denken daran, wie oft kann man das wieder benutzen? Wo kann man das benutzen? Und so weiter und so fort. Also daran denken wir. Dementsprechend überlegen wir über funktionale Coatings, die natürlich den kurzen Lebensdauer der Verpackungsfunktionalität erfüllen, von, sage ich mal, Herstellung bis zur Anwendung. Ihr sagt kurz, weil das sind vielleicht 2, 3 Jahre oder okay, hört sich lange an. Aber eigentlich macht man das Ganze für ein paar Anwendungen. Eine Schokoladefolie, ein Flowpack. Den machst du 5–6 Mal auf, wenn du Glück hast. Und sonst kriegt man das Ganze innerhalb von 2 Minuten. Also für diese Anwendung von Easy Opening macht man das ganz zentral vorher. Und dann endet das in den Müll. Irgendwo macht es keinen Sinn. Auch bei Käse, auch bei solche Produkte oder trockene Produkte und so weiter. Feuchtigkeit, also diese hochwichtige Anwendung. Verstehe mich nicht falsch. Aber was ich sage, wir können smart überlegen und sagen, wir können gerade mal die Anforderungen erfüllen. Und dann soll das Ganze wieder verarbeitet werden können. Und somit kann man versuchen, diese Anforderungen, die Höchstansprüche, die man in Folien heutzutage einbaut, mehr in den funktionalen Beschichtungsbereich einzubauen. Es gibt hier ein Beispiel. Heißsiegelfähigkeiten. So Gleitfähigkeiten von Produkten wie Papier, die steif sind. Produkte, die eine gewisse Öffnungsmechanismus, wieder Verschließbarkeit. Wenn wir noch tiefer einsteigen, schneidet alles zwischen Maschinen und Verpackungen. Also hier sehe ich eine große Opportunität. Es gibt sehr, sehr. Also zumindest kann ich nur von mir sagen. Ich habe es vielleicht ein, zwei Mal in meiner ganzen Karriere geschafft, eine Leistungsspezifikation hinzukriegen. Was ich darunter meine, ist die Schnittstelle zwischen Maschinen und Verpackungsmaterial, damit es die Leistung erfüllt. Solche Leistungsspezifikationen sind nicht normal. Normalerweise hat man so eine Einkaufsspezifikation, die umgewandelt wird in eine Brand-ohne-Spezifikation. Dann hat man die Operational-Spezifikation und dann testet man sich so ein optimales Verarbeitungsfenster und man kann nur beten, dass es eingehalten wird. ### Leistungsspezifikation statt Materialvorgabe Sobald die Materialien sich ändern, der Shift sich ändert, die Maschine sich ändert, ist alles wieder aus dem Fenster raus. Da muss man wieder von vorne an… Genau so ist das. Nicht komplett, aber du weißt, was ich meine. Ich übertreibe das ein bisschen. Und ich suche eher nach so einer Leistungsspezifikation, wo man sagen kann, okay, im Zusammenarbeiten, da kommt die Kollaboration wieder, im Zusammenarbeit mit Material, mit Verpackungsprozessen, mit Maschinenverarbeiter und Produkt kann man optimalere Spezifikationen erstellen und dann viel gezielter entwickeln. Ich gebe dir ein Beispiel jetzt. Papier. Wenn Papier durch eine Hochleistungsanlage jagen möchtest, Flowpack-Anlage, das braucht gewisse Faltfähigkeiten, Dead-Fold, Anti-Flex-Crack, all solche Sachen. Da muss man sich reindenken und damit das wirklich so funktioniert wie ein Flexpack. Sowas, was man oft mal anstrebt heutzutage, ist, dass Papier sich wie ein Flexpack verhält, aber es ist ein Papier. Das geht nicht so einfach. Da muss man wirklich in Details einsteigen. Genau so ist das. Und so denken wir. Genau, also quasi ein Baukastensystem für die Erfüllung der Eigenschaften. Zusätzlich dann noch die neuen Eigenschaften für Kreislaufwirtschaft. Dazu habe ich verstanden. Wenn du jetzt die ganze Palette eurer Functional Coatings mal anguckst, wo ist im Moment die meiste Musik drin? Wo habt ihr die meisten Projekte? Wo geht richtig was kurzfristig? Oh, wir haben einiges. Also ich sage mal nach wie vor, unsere Top-Renner, wie immer, sind die funktionalen Lacke. Du hast Heißsiegelfähigkeit. Du hast Hitzebeständigkeit, Gleitfähigkeit. Wir haben natürlich auch jetzt Barriere-Lacke. Super Barriere-Lacke zusammenentwickelt mit Henkel. Also sicherlich mal gerne gesehen auch auf der Drupa. Und da sind unsere Effekte momentan. Du hast zu Anfang schon gesagt, ihr geht an die Marken ran. Ihr seid ja relativ weit weg als Vor-Vor-Vor-Lieferant. Ihr geht sozusagen an die Kunden der Kunden. ### Kollaboration statt Kundenverhältnis Warum macht ihr das? Also ich sehe das nicht als Kunden der Kunden, sondern ich sehe das als Kollaborationspartner. Und gerade da, denke ich mal, war es super von Siegwerk, das so zu denken, anzudenken. Weil wir arbeiten auf zwei Ebenen. Wir arbeiten auf Information und Umsetzung. Das sind zwei komplett andere Bereiche. Information ist der allgemeine Bereich. Jeder hat das Recht zu verstehen, was technisch möglich ist. Da arbeiten wir mit Marken, mit Partnern, mit Kunden, mit jedem, der mit uns zusammenarbeiten möchte, um zu erklären, was technisch möglich wäre. Das heißt noch lange nicht, dass es umgesetzt werden kann, soll werden. Aber was technisch möglich wäre. Und das, das machen wir durch Ink Days, durch Education, durch Vernetzen, Engagement und so weiter und so fort. Und dann kommt die Umsetzung. Das heißt, wenn jemand mit uns weiter arbeiten möchte oder mag das, was die hören oder möchten mehr davon verstehen, dann geht es in die Umsetzung. Und das ist eine ganz andere Vorgehensweise. Da arbeiten wir natürlich mit unseren Kunden zusammen, durch unsere Kunden und mit den Markenartikeln herauszukriegen, ob es einen echten Fit gibt mit dem, was wir anbieten, zu dem, was die brauchen. Und warum wir das machen ist, wir denken, die gesamte Industrie braucht mehr Transparenz insgesamt über das, was möglich ist. Genau. Und man kann gezielteren Auswahl treffen. Es ist ein bisschen ein zweischneidiges Schwert. Ich habe ja zehn Jahre beim Folienhersteller gearbeitet. Und wenn uns dann ein Lieferant sagte, ja, wir sprechen auch mit euren Kunden, dann haben wir immer Angst gekriegt, dass wir irgendwelche Produkte vorgeschrieben bekommen, die wir dann schlecht verarbeiten können und teuer einkaufen müssen. Sowas macht ihr nicht. Das ist nicht euer Ansinnen, sondern ihr wollt wirklich Kreisläufe schließen oder wie muss ich das verstehen? Ja, auf gar keinen Fall machen wir. Genau deswegen sagte ich Umsetzung. Umsetzung ist sehr wichtig. Natürlich ist es am Ende ein Business und man muss es auch verstehen und respektieren. Egal was man sagt, ist unsere Industrie, ich glaube, weltweit ziemlich konservativ und es ist auch nicht negativ gemeint. Es ist einfach so. Es ist ein lineares Business-Modell, das wird sich vielleicht in so ein zirkuläres Kollaborationsmodell langsam als komplette umstellen. Aber in bestimmten Bereichen ist es schon sehr, sehr weit vorangetrieben, was Kollaboration in unserer Industrie angeht. ### Konservative Verpackungsindustrie transformieren Aber in der Gesamtheit ist es immer noch eine konservative Industrie, die sich auf bestimmte Beziehungen, Erfahrungswerte und wenn man sich Technik-Komplexität mal anguckt. Eine Verpackung zu entwickeln und zu kommerzialisieren und in die Wirtschaft reinzubringen, ist ein Orchester. Warst du mal auf einem Orchester, wo ein Instrument aus der Reihe springt? Nur ein Instrument brauchst du aus der Reihe. Das ganze Ding ist durch. Kannst vergessen. So und so ist es bei der Verpackung jeden Tag, jede Stunde überall auf der Welt bei Firmen. Deswegen sagen wir, wir möchten kollaborieren mit unseren Kunden und den Brand-Ownern und bevor da ein optimales Fit aus jeder Hinsicht ist, im Gespräch fangen wir überhaupt nicht an mit irgendeiner Umsetzung. Das machen wir nicht. Das machen wir sehr, sehr transparent. Also wir reden mit unseren Kunden, also auch mit Brand-Ownern und das muss überall sitzen und passen. Kannst und willst du da was nennen als Beispiel, was ihr da im Moment schon umsetzt oder ist das noch confidential? Das ist confidential. Das ist ja klar. Das ist ja ganz klar. Wir haben jetzt sehr viel Technik schon besprochen. Wir haben sehr viel Strategisches besprochen. Wenn ich jetzt so als Zuhörer dieses Podcasts eine Botschaft mitnehmen sollte, was würdest du der Verpackungsindustrie wünschen für die nächste Zeit? Was wäre so dein Appell vielleicht sogar? Mein Appell ist sehr schwammig, dass das Wort heißt Gemeinsamkeit, aber das ist natürlich utopisch und idealistisch. Das weiß ich auch. Ich will nicht über Standardisierung oder Modularisierung oder Regulierung sprechen, obwohl ich mir das wünschte. Also ich sage mal so, was ich mir nicht wünsche, ist die weitere Fragmentation. Das ist sehr, sehr fragmentiert momentan. Natürlich muss sich jeder sein, da sein, Berechtigung schaffen, Geschäft machen und das verstehe ich. Das ist ein Business. Aber irgendwo suche ich eine gewisse Gemeinsamkeit, wonach wir uns alle richten können. Zu sagen, OK, diese Sachen können vielleicht reguliert werden, standardisiert werden oder Rahmenbedingungen innerhalb dessen man besser arbeiten kann und auch mehr Transparenz auch für unsere Marken und den Kunden schaffen kann. Also ich habe so viele Marken, mit denen ich spreche, die sagen: Willa, wir wollen alles tun. Und wenn bombardiert jeden Tag mit der nächstbeste Lösung. Mal kommt Siegwerk, mal kommt X, mal kommt Y, mal kommt… Uns fehlt die Fähigkeit und die Zeit, um das alles zu differenzieren. ### Best-Practice-Rahmenbedingungen etablieren Welche ist das Beste fertig, worauf ich setze? Und da möchte ich, da hätte ich gerne so sagen, ein paar Rahmenbedingungen gesehen. Innerhalb dessen man natürlich wettbewerbsmäßig sich bewegen kann. Aber mehr, mehr als heute auf jeden Fall. Also wir spüren auch einen Weg dahin. Wir haben ja in Berlin auch einen Vortrag gehabt von zwei Siegwerk-Leuten. Disha und André haben sehr stark betont diese Kollaboration. Und wir hatten 16 Referenten. Davon haben 16 Referenten genau das Gleiche betont. Also alle, die dort gesprochen haben, haben genau das gesagt: Wir können nur Fortschritt generieren in der Verfahrensindustrie, wenn wir zusammenarbeiten, damit es nicht zu sehr fragmentiert ist. In diesem Sinne, Belal, danach kann fast nichts kommen. Was ist dein Schlusswort? Also ich war neulich in Atlanta, USA für einen Sustainable Packaging College Event. Und was ganz lustig war, ich habe gesehen, das Grundthema von dem gesamten Event und da waren alle dabei in der Wertschöpfung. Da war Kollaboration. Da war wirklich Kollaboration. Und das Verhalten war ähnlich wie bei die, sage ich mal, Raucherecken heutzutage in 2022. Rauchen ist nicht komplett out, aber ist fast out. Na, wenn du rauchen willst, musst du dich irgendwo verstecken. Musst du irgendwo… Es ist sehr umständlich geworden, um rauchen zu können. Und so ähnlich war es bei diesem Event. Es war so ungefähr, wenn du nicht kollaborierst oder wenn du nicht kollaborationsfähig bist oder kollaborationswillig bist, dann bist du out. Und das ist was Dramatisches, was ich erlebt habe auf dieser Konferenz erst mal das Verhalten alleine. Und ich hoffe, dass es sich fortsetzt. Und ich denke, jetzt, um diese ganzen Klimawandelgeschichten zu bewältigen, geht es nur, nur über Kollaboration. Danach kann nichts mehr kommen. Ganz lieben Dank für dieses tolle Interview, Belal. Du bekommst sicherlich mal wieder. Dankeschön. Und das war ja schon wieder der Innoform-Podcast zum Inno-Talk. ### Flex-Bug-Initiative für Entscheider Wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative für mehr Flexpack-Wissen für Entscheider werden wollen, sprechen Sie mich an unter ks at innoform.eu Ihr Karsten Schröder. **Kategorien:** Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Belal_habib, im-02-23 --- ### [Leitlinien zum Rezyklateinsatz bei Lebensmittelverpackungen](https://inno-talk.de/leitlinien-zum-rezyklateinsatz-bei-lebensmittelverpackungen/) **Published:** November 30, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Verbände drängen auf Freigabe von Rezyklaten im direkten Kontakt mit Lebensmitteln. **Angeblich seien rund 42 % aller Kunststoffverpackungen für die Verpackung von Lebensmitteln bestimmt.** Und somit sei der Effekt für eine CO2-Reduktion durch den Einsatz von Rezyklaten für Lebensmittelverpackungen notwendig.* EU-weit gelten seit dem 10. Oktober 2022 neue Regeln für den Einsatz von recycelten Kunststoffen im Kontakt mit Lebensmitteln, z. B. Lebensmittelverpackungen. Zwar gelten bis Mitte 2023 noch gewisse Übergangsfristen, dennoch müssen sich viele Kunststoff-Recycler und -Verarbeiter schon jetzt auf die neuen Vorgaben einstellen. Dabei helfen ihnen gemeinsame Leitlinien der Verbände der kunststoffverarbeitenden Industrie (GKV und seine Trägerverbände) und der Kunststoff-Recycler (BDE, bvse), die heute veröffentlicht wurden. Der Einsatz von recycelten Kunststoffen stellt einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zu einer klimaneutralen Kreislaufwirtschaft dar, denn er verringert CO2-Emissionen bei der Produktherstellung und die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen. Rezyklate sind auch für Produkte im Kontakt mit Lebensmitteln, z. B. PET-Getränkeflaschen, heute schon unersetzlich und werden immer wichtiger, erläutert Dr. Andreas Bruckschen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BDE e.V. Mit den Leitlinien wollen Kunststoff-Verbände die Anwendung der neuen Regelungen für Kunststoff- Recycler und -Verarbeiter erleichtern und Mittel und Wege aufzeigen, die teilweise sehr komplizierten Regelungen umzusetzen, erklärt Herbert Snell, Vizepräsident des Fachverbands Kunststoffrecycling im bvse. Gemeinsam appellieren die drei Verbände an die EU-Kommission, ihre Ankündigung umzusetzen und die mittlerweile über 230 als sicher bewerteten PET-Recycling-Verfahren endlich zuzulassen und damit Rechtssicherheit für die Industrie zu schaffen. Die Broschüre ist kostenfrei abrufbar auf den Seiten der Verbände. Kontakte für Rückfragen: Dr. Martin Engelmann, m.engelmann@kunststoffverpackungen.de, Tel.: 06172-9266 76, Kaiser-Friedrich-Promenade 43, 61348 Bad Homburg [Download Pressemitteilung](https://newsroom.kunststoffverpackungen.de/wp-content/uploads/2022/11/verbaende_pm_leitlinie_rezyklate_im_lebensmittelkontakt.pdf) [Download Broschüre](https://newsroom.kunststoffverpackungen.de/wp-content/uploads/2022/11/leitlinien-gkv-bde-bvse_rezyklate_in_kontakt_mit_lebensmittel.pdf) ### Verwandte Episoden - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Marcus Holland über Rezyklatherstellung und -anwendung](https://inno-talk.de/marcus-holland-ueber-rezyklatherstellung-und-anwendung/) - [Guidelines on the use of recyclates in food packaging](https://inno-talk.de/guidelines-on-the-use-of-recyclates-in-food-packaging/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Inno-Talk, Neuigkeiten --- ### [Guidelines on the use of recyclates in food packaging](https://inno-talk.de/guidelines-on-the-use-of-recyclates-in-food-packaging/) **Published:** November 30, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Associations are pushing for the release of recyclates in direct contact with food. **Supposedly, about 42 % of all plastic packagings are intended for food packaging**. And therefore the effect of a CO2 reduction by the use of recyclates for food packaging is necessary.* EU-wide, new rules for the use of recycled plastics in contact with food, e.g. food packaging, will apply from 10 October 2022. Although certain transitional periods still apply until mid-2023, many plastics recyclers and processors must already prepare for the new regulations. Joint guidelines published today by the associations of the plastics processing industry (GKV and its supporting associations) and the plastics recyclers (BDE, bvse) will help them to do so. The use of recycled plastics represents an important contribution on the way to a climate-neutral circular economy, because it reduces CO2 emissions in product manufacturing and dependence on fossil raw materials. Recyclates are already irreplaceable for products that come into contact with food, e. g. PET beverage bottles, and they are becoming increasingly important, explains Dr Andreas Bruckschen, Deputy Chief Executive of BDE e.V. With the guidelines, plastics associations want to facilitate the application of the new regulations for plastics recyclers and processors and show ways and means of implementing the regulations, some of which are very complicated, explains Herbert Snell, Vice President of the Plastics Recycling Association in the bvse. Together, the three associations appeal to the EU Commission to implement its announcement and finally approve the PET recycling processes that have meanwhile been assessed as safe and thus create legal certainty for the industry. The brochure can be downloaded free of charge from the associations‘ websites. Contacts for queries: Dr. Martin Engelmann, m.engelmann@kunststoffverpackungen.de, Tel.: 06172-9266 76, Kaiser-Friedrich-Promenade 43, 61348 Bad Homburg [Download Pressemitteilung](https://newsroom.kunststoffverpackungen.de/wp-content/uploads/2022/11/verbaende_pm_leitlinie_rezyklate_im_lebensmittelkontakt.pdf) [Download Broschüre](https://newsroom.kunststoffverpackungen.de/wp-content/uploads/2022/11/leitlinien-gkv-bde-bvse_rezyklate_in_kontakt_mit_lebensmittel.pdf) ### Verwandte Episoden - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Marcus Holland über Rezyklatherstellung und -anwendung](https://inno-talk.de/marcus-holland-ueber-rezyklatherstellung-und-anwendung/) - [Leitlinien zum Rezyklateinsatz bei Lebensmittelverpackungen](https://inno-talk.de/leitlinien-zum-rezyklateinsatz-bei-lebensmittelverpackungen/) **Kategorien:** Abfülltechnik --- ### [Inno-Meeting Europe und FPE](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-und-fpe/) **Published:** Dezember 5, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Guido Aufdemkamp teilt seine Motivation als Managing Director von Flexible Packaging Europe FPE, warum Kooperation und europäische Inno-Meetings wichtig sind. „Die Flexpack-Branche ist europäisch und wird zunehmend global“ – ist dabei ein Statement. Das nächste Inno-Meeting in deutscher Sprache findet am 09./10. Februar 2023 in Osnabrück statt. Info und Anmeldung unter ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin-2/) - [Guido Aufdemkamp von Flexible Packaging Europe zu den Hintergründen des Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-von-flexible-packaging-europe-zu-den-hintergruenden-des-inno-meeting-europe/) **Kategorien:** Inno-Talk **Schlagwörter:** Guido_Aufdemkamp, im-02-23 --- ### [Nachlese Tag 1: 8. Expertentreff Verpackungsdruck - Vielfalt wagen](https://inno-talk.de/nachlese-tag-1-8-expertentreff-verpackungsdruck-vielfalt-wagen/) **Published:** Dezember 8, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ***Die Vielfalt rund um die Themen Design, PrePress, Druckfarben, Druckverfahren und konventionelle Maschinentechnik zog die Teilnehmer in ihren Bann. Besondere Beachtung fand die Frage nach der Relevanz gedruckter Verpackungen in Zukunft. Das Supermarktregal hat sein Alleinstellungsmerkmal als ultimativer Point of Sale verloren, lautete die provokante These eines Fachvortrages. Weiterhin beherrschen Themen rund um die ressourcenschonendere Herstellung von Verpackungen die Branche.*** Unter dem Motto »Vielfalt wagen« eröffnete Karsten Schröder den 8. Expertentreff am 23.–24. November in Osnabrück. Die Fachtagung bot ein buntes Programm quer durch eine Vielzahl aktueller Verpackungsthemen. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/12/VD-mit-Datum_Footer-1024x325.jpg)](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/12/VD-mit-Datum_Footer.jpg)**Design-Vielfalt für nachhaltige Marken-Botschaften** »Nachhaltigkeit sichtbar machen« war das Vortragsthema von Volker Muche (pacoon Sustainability Concepts PSC). Um die Wahrnehmung am Point of Sale buhlen neben Nachhaltigkeit noch andere Nutzenversprechen. Volker Muche zeigte anhand von Anwendungsfällen auf, wie nachhaltiges Grafikdesign austariert wird und welche grafischen Stellgrößen dafür von besonderer Relevanz sind. Im Vordergrund steht die Verpackungskonzeption, ob durch Vermeidung oder Reduzierung von Verpackungsmaterial, Verbesserung der Recyclingfähigkeit, den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen oder einen kompletten Systemwechsel zu Mehrweg. Eine glaubwürdige Nachhaltigkeitskommunikation auf der Verpackung muss dabei auch aus gesetzlichen Anforderungen heraus auf belastbaren Fakten des zugrundeliegenden Verpackungssystems basieren. **Verlässliche Farbmessung auf unterschiedlichen Substraten** Der Zugang zu Farbvorgaben und ihren Toleranzen im Verpackungsdruck muss für alle Beteiligten leicht erreichbar sein. Heute werden CxF Daten in sehr vielen Applikationen für unterschiedlichste Substrate verwendet, beschrieb Frank Beuleke (X-Rite GmbH) die aktuelle Situation im Verpackungsdruck. Bereits in der Vorstufe werden sie zum Profilieren oder Proofen eingesetzt, als auch zur Rezeptierung der Farben sowie in der Qualitätskontrolle. Als eindeutige digitale Referenzen ersetzen sie gedruckte Vorlagen, ohne den Nachteil zu besitzen, dass sie variieren, indem sie altern. Mit diesen CxF-Vorgaben lässt sich die Erwartungshaltung an gedruckte Farbtöne besser steuern. In Clouds dienen sie als global und zentral verfügbare Standards zur Farbkommunikation. **Recyclinggerechte Druckfarben** Die in den Verpackungsdruckfarben eingesetzten Bindemittel bestimmen den Recyclingprozess und die Rezyklat-Qualität des bedruckten Verpackungsmaterials, stellte Dr. Annett Kaeding-Koppers (AKK Innovation) an den Anfang ihres Vortrages. Gegenüber nicht hitzebeständigen Druckfarben auf Nitrocellulose-Basis können hitzebeständige Druckfarben auf Polyurethan- oder PVB-Basis direkt mechanisch recycelt werden. Könnte das Granulat zukünftig auch in Automobilkomponenten eingesetzt werden, oder wieder in Verpackungen? Dazu fehlt es im Wesentlichen an einer Designveränderung, korrekten Guidelines und noch an Firmen, die eine Vorreiterrolle mit rezyklierten Granulaten übernehmen. Wäre dies erfolgreich umgesetzt, können gesetzliche Vorgaben daraufhin weiterentwickelt und Sortier- und Recycling-Prozesse entsprechend angepasst werden. **Zentralzylinder Offset-Maschinen für die flexible Verpackung** Die Vorteile, die der Zentralzylinder Offsetdruck mit der Comexi Offset CI Evolution im Verpackungsdruck bietet, hob Stefan Faktor (Eumatex) hervor. Das Offset-Druckverfahren unter Nachhaltigkeits-Aspekten betrachtet besitzt Vorteile durch seine lösemittelfreie Technologie, den geringeren Energieverbrauch und einen geringeren CO2-Ausstoß. Im Qualitätsbereich sind es vor allem die feinen Rasterverläufe, die im Offset problemlos möglich sind. Beim Kostenvergleich geben die günstigeren Druckformen den Ausschlag zugunsten des Offsetdrucks. Zudem besticht der Offsetdruck durch seine kürzeren Prozesszeiten in der Plattenherstellung und die Kombinationsmöglichkeit unterschiedlicher Motive in einer Form. Hinsichtlich Effizienz und Automatisierung ist es das automatische Rüsten mit Robotereinsatz sowie der einfache Farbwechsel mit automatischem Waschsystem, das den CI-Offset für den Verpackungsdruck interessant macht. Weltweit wurden bislang bereits 27 Maschinen dieses Typs verkauft. **Wasserloses EB Offset Drucksystem** Der Vortrag von Itsue Yanagida (Toray International Europe GmbH) fügte sich nahtlos in die Vorteile des Offset CI-Verpackungsdrucks ein. Verglichen mit dem Tiefdruck beträgt der CO2-Ausstoß des EB-Offsetdrucks nur ein Fünftel und gegenüber dem Flexodruck nur ein Drittel. Die Innovation im Farbenbereich liegt in der Entwicklung eines Harzes für wasserauswaschbare EB-Farben, das sich mit einer Reinigungslösung auf Wasserbasis abwaschen lässt. Da weder die Elektronenstrahl härtende Farbe noch die Reinigungslösung auf Wasserbasis Lösemittel enthalten, ist der gesamte Druckprozess völlig VOC-frei. Zudem können die aus Aluminium hergestellten Platten im Kreislauf geführt werden. **Alles Bio (abbaubar) oder was?** Bioabbaubare Polymere war das Thema von Prof. Dr.-Ing. Michael Herrenbauer (Hochschule der Medien). Generell unterteilen sich die Rohstoffe in biogene (Rohstoffe pflanzlichen Ursprungs) und biologisch abbaubare Rohstoffe. Sie haben ihre Schnittmenge bei den bioabbaubaren, nachwachsenden Rohstoffen. Bei ihrem Zerfall spalten Enzyme Polymerketten an der Kunststoffoberfläche, wodurch sich Kettenbruchstücke lösen. Im Kompost lassen sich Fragmente daraus in einer Teilchengröße von > 1mm finden. Sie zerfallen weiter in CO2, Wasser und Methan, d.h. aus ihren Rohstoffen entsteht kein Kompost wodurch kein Verwertungs-Kreislauf nachwachsender Rohstoffe vorliegt. Auch bei der Frage nach der Vermeidung der Verschmutzung der Weltmeere sind Biopolymere keine Lösung. Aus diesen Gründen muss auch für Biopolymere das Recycling der bevorzugte Entsorgungspfad sein. **Die Zukunft der (Verpackungs-) Druckvorstufe mit künstlicher Intelligenz** »Künstliche Intelligenz ist die Übertragung menschlichen Denkens auf Computer, um eigenständig Antworten zu finden und Probleme zu lösen« definiert Ingo Beutler (Saueressig Group) den häufig verwendeten Begriff. Ziel der KI in der Druckvorstufe ist es, diese zu vereinfachen. So wurden bei Saueressig Algorithmen entwickelt und trainiert, um bestimmte Fehler in der Druckvorstufe auszuschließen. Häufig angewandte Technik ist die Suche nach vergleichbaren Daten (Simularity Search). Auch die Analyse identischer Druckwerkzeuge (Commonality Search) dient einer kosteneffizienteren Produktion. Dazu gehört die schnelle Analyse von Wechselfarben oder der Bildvergleich mit einer unbekannten Anzahl an Referenzen. Zudem befasst sich die KI mit Imagecreation, um frei erfundene Bilder aus unterschiedlichen Teilbildern zusammenzusetzen. Diese können ohne einen Verstoß gegen Persönlichkeitsrechte publiziert werden. **Dieter Finna · Pack.Consult (www.pack-consult.org)** ### Verwandte Episoden - [Nachlese Teil 2: 8. Expertentreff Verpackungsdruck – Vielfalt wagen](https://inno-talk.de/nachlese-teil-2-8-expertentreff-verpackungsdruck-vielfalt-wagen/) - [Review Day 2: 8th Expert Meeting Packaging Printing – Daring Diversity](https://inno-talk.de/review-day-2-8th-expert-meeting-packaging-printing-daring-diversity/) - [Innoform-Expertentreff zeigte wesentliche Veränderungen im Verpackungsdruck auf](https://inno-talk.de/innoform-expertentreff-zeigte-wesentliche-veraenderungen-im-verpackungsdruck-auf/) **Kategorien:** Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Flexodruck, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Tiefdruck, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** dieter_finna, vd-11-22, VD-11-23 --- ### [Review Day 1: 8th Expert Meeting Packaging Printing - Daring Diversity](https://inno-talk.de/en/review-day-1-8th-expert-meeting-packaging-printing-daring-diversity/) **Published:** Dezember 8, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **Dieter Finna · Pack.Consult (www.pack-consult.org)** The diversity around the topics of design, prepress, inks, printing processes and conventional press technology captivated the participants. Special attention was paid to the question of the relevance of printed packaging in the future. The supermarket shelf has lost its unique selling position as the ultimate point of sale, that was the provocative thesis of one expert presentation. The industry continues to be dominated by topics relating to the more resource-efficient production of packaging. Karsten Schröder opened the 8th expert meeting on 23 and 24 November, 2022 in Osnabrück under the motto „Daring diversity“. The conference offered a colourful programme across a wide range of current packaging topics. [![](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/12/VD-mit-Datum_Footer-1-1024x325.jpg)](http://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/12/VD-mit-Datum_Footer-1.jpg)**Design diversity for sustainable brand messages** „Making sustainability visible“ was the topic of Volker Muche’s presentation (pacoon Sustainability Concepts PSC). Besides sustainability, other value propositions compete for perception at the point of sale. Volker Muche used use cases to show how sustainable graphic design is balanced and which graphic parameters are of particular relevance. The focus is on the packaging concept, be it through avoiding or reducing packaging material, improving recyclability, using renewable raw materials or a complete system change to reusable packaging. Credible sustainability communication on the packaging must also be based on reliable facts of the underlying packaging system due to legal requirements. **Reliable colour measurement on different substrates** Access to colour specifications and their tolerances in packaging printing must be easily accessible for all parties involved. Today, CxF data are used in many applications for different substrates, Frank Beuleke (X-Rite GmbH) described the current situation in packaging printing. Already in prepress they are used for profiling or proofing, as well as for ink formulation and quality control. As unique digital references, they replace printed templates without the disadvantage of varying as they age. With these CxF specifications, the expectation of printed colour tones can be better controlled. In clouds, they serve as globally and centrally available standards for colour communication. **Recycling-friendly printing inks** The binders used in packaging inks determine the recycling process and the recyclate quality of the printed packaging material, Dr. Annett Kaeding-Koppers (AKK Innovation) stated at the beginning of her presentation. Compared to non-heat-resistant printing inks based on nitrocellulose, heat-resistant printing inks based on polyurethane or PVB can be directly recycled mechanically. Could the granules also be used in automotive components in the future, or again in packaging? This essentially lacks a design change, correct guidelines and still companies that take a pioneering role with recycled granulates. If this were successfully implemented, legal requirements could be further developed and sorting and recycling processes adapted accordingly. **Central cylinder offset presses for flexible packaging** Stefan Faktor (Eumatex) highlighted the advantages offered by central cylinder offset printing with the Comexi Offset CI Evolution in packaging printing. From a sustainability point of view, the offset printing process has advantages due to its solvent-free technology, lower energy consumption and lower CO2 emissions. In terms of quality, it is above all the fine screen gradations that are possible without problems in offset. When comparing costs, the more favourable printing plates tip the scales in favour of offset printing. In addition, offset printing impresses with its shorter process times in plate production and the possibility of combining different motifs in one forme. In terms of efficiency and automation, it is the automatic makeready with robots and the simple colour change with automatic washing system that make CI offset interesting for packaging printing. So far, 27 presses of this type have been sold worldwide. **Waterless EB offset printing system** The presentation by Itsue Yanagida (Toray International Europe GmbH) fitted in seamlessly with the advantages of offset CI packaging printing. Compared to gravure printing, the CO2 emissions of EB offset printing are only one fifth and compared to flexo printing only one third. The innovation in the ink sector lies in the development of a resin for water-washable EB inks that can be washed off with a water-based cleaning solution. Since neither the electron beam-curing ink nor the water-based cleaning solution contain solvents, the entire printing process is completely free of VOC. In addition, the plates, which are made of aluminium, can be recycled. **All organic (degradable) or what?** Biodegradable polymers was the topic of Prof. Dr.-Ing. Michael Herrenbauer (Media University). In general, these raw materials can be divided into biogenic (raw materials of plant origin) and biodegradable raw materials. They intersect with the biodegradable, renewable raw materials. When they decompose, enzymes break down polymer chains on the surface of the plastic, releasing chain fragments. Fragments of these can be found in the compost in a particle size of > 1mm. They decompose further into CO2, water and methane, which means no compost is produced from their raw materials, which means that there is no recycling cycle for renewable raw materials. Biopolymers are also no solution to the question of how to prevent the pollution of the world’s oceans. For these reasons, recycling must also be the preferred disposal route for biopolymers. **The future of (packaging) prepress with artificial intelligence** „Artificial intelligence is the transfer of human thinking to computers in order to find answers and solve problems independently,“ is how Ingo Beutler (Saueressig Group) defines the frequently used term. The aim of AI in prepress is to simplify it. At Saueressig, for example, algorithms have been developed and trained to exclude certain errors in prepress. A frequently used technique is the search for comparable data (Simularity Search). The analysis of identical printing tools (Commonality Search) also serves to make production more cost-efficient. This includes the fast analysis of alternate colours or the image comparison with an unknown number of references. In addition, AI deals with image creation to assemble freely invented images from different partial images. These can be published without violating personal rights. ### Verwandte Episoden - [Nachlese Tag 1: 8. Expertentreff Verpackungsdruck – Vielfalt wagen](https://inno-talk.de/nachlese-tag-1-8-expertentreff-verpackungsdruck-vielfalt-wagen/) - [Nachlese Teil 2: 8. Expertentreff Verpackungsdruck – Vielfalt wagen](https://inno-talk.de/nachlese-teil-2-8-expertentreff-verpackungsdruck-vielfalt-wagen/) - [Review Day 2: 8th Expert Meeting Packaging Printing – Daring Diversity](https://inno-talk.de/review-day-2-8th-expert-meeting-packaging-printing-daring-diversity/) **Kategorien:** Inno-Talk.eu, Printing inks and adhesives --- ### [Volker Muche zu Paperization und Trends bei Verpackungsentwicklung](https://inno-talk.de/volker-muche-zu-paperization-und-trends-bei-verpackungsentwicklung/) **Published:** Dezember 15, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Mit Volker Muche sprach Karsten Schröder im Rahmen des 8. Expertentreffs Verpackungsdruck. Bei Pacoon entwickelt Volker maßgeschneiderte Verpackungslösungen nach dem Vorbild der Natur. So könnte man kurz beschreiben, was sein Anliegen ist. Hören Sie rein, wie Verpackungs-Entwicklung und Verpackungs-Gestaltung heute funktionieren kann, wenn man auf Umwelt, Kunden und Konsumenten gleichermaßen achtet. Erfrischend ist die „Materialneutralität“, mit der Volker an Projekte herangeht und wie analytisch heute Verpackungsentwicklung sein muss, damit sich der gewünschte und oft schon vorausgesetzte Erfolg einer neuen Verpackung einstellt. Aber hören Sie selbst! Wenn Sie den Original-Vortrag und alle anderen Beiträge des 8. Expertentreffs ansehen und die Unterlagen erwerben möchten, klicken Sie [hier ](https://www.innoform-coaching.de/site/event/detail.php?event_id=1498)für weitere Informationen und mögliche Buchung. ### Verwandte Episoden - [⁠Bernhard Niemela über Trends im Etikettendruck](https://inno-talk.de/%e2%81%a0bernhard-niemela-ueber-trends-im-etikettendruck/) - [9. Inno-Meeting: Lebensmittel gut verpackt – Effizienz steigern und Trends nutzen?!](https://inno-talk.de/446-2/) - [Ingo Büning erläutert Trends in der Repro für flexible Verpackungen](https://inno-talk.de/ingo-buening-erlaeutert-trends-in-der-repro-fuer-flexible-verpackungen/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Entsorgung / Recycling, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** vd-11-22, volker_muche --- ### [Flexpack-Branchentreff - 20. Inno-Meeting 2023](https://inno-talk.de/flexpack-branchentreff-20-inno-meeting-2023/) **Published:** Dezember 16, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Innoform veranstaltet am **Donnerstag, 9. / Freitag, 10. Februar 2023** das 20. Inno-Meeting – das jährliche Branchentreffen für Folienverpackungshersteller, ihre Kunden und Lieferanten. Das Motto in diesem Jahr lautet ***Alles im Kreis und digital?!*** Neben den Anstrengungen, die Kreislaufwirtschaft mit Folienverpackungen zu ermöglichen, drängt ein zweiter Mega-Trend ins Bewusstsein der Entscheider von Folienherstellern und Abpackern gleichermaßen – die Digitalisierung. Spannend wird es, wenn beides zusammen gedacht wird. Da die Anzahl der Teilnehmer auf 160 vor Ort beschränkt ist, wird zusätzlich ein kostenpflichtiger Livestream angeboten. Neu ist auch die Möglichkeit der Table-Top Ausstellung – live und im Livestream. Netzwerkmöglichkeiten zwischen Vor-Ort-Teilnehmern, Ausstellern und Livestream-Teilnehmern werden durch die neue Event-Plattform ermöglicht. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/12/InnoMeeting_header_XL-1024x576.jpg)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/12/InnoMeeting_header_XL-scaled.jpg)**Inhalt der Veranstaltung** Flexible Verpackungen bieten viele Funktionen in dünnsten Schichten. Aber welche benötigt man wirklich im Detail, und wie erzeuge ich optimal welche Eigenschaften? Welche Trends drängen Flexpack-Entwickler und Markeninhaber? Wie entwickelt sich das Image der Folienverpackungen beim Verbraucher, und welche Rolle kann die Folien herstellende Industrie dabei spielen? Seit Jahren dreht sich alles um Kreislaufwirtschaft – das ist gut. Doch alle anderen Features von Verpackungen entwickeln sich auch weiter. Neu ist dabei, vom Ende her zu denken und die Verwertung an den Anfang der Überlegungen zu bringen. Ohne Glanz, Transparenz, Lichtschutz, Barriere, Bedruckbarkeit, Easy-Opening oder auch Robustheit aus dem Blickfeld zu verlieren, versuchen viele, Flexpack neu zu denken. Wann sprechen unsere Verpackungen zu uns? Und welche weiteren digitalen Dienste übernehmen demnächst Codes auf Verpackungen? Welche Fortschritte und Verbreitung zeigt der Digitaldruck? Was macht Cradle2Cradle mit Druckfarben-Herstellern, und warum ist Nachhaltigkeit langfristig effizient? Wie digital sind eigentlich heute Veredelungsmaschinen? Wie verändert virtuelle Realität (VR) die Flexible Verpackung der Zukunft? Kommt das Metaversum auch in die Verpackungsdruckereien und Extrusionsbetriebe? Wie wird die Digitalisierung und wie die Kreislaufwirtschaft Verpackungen verändern? Und dann fragen wir uns noch, was eigentlich Bio-Ökonomie und neue Geschäftsmodelle an Impulsen für Folienveredler bringen können. Diskutieren Sie mit und profitieren Sie von den einzigartigen Teilnehmer\*innen, Vorträgen und Referent\*innen des 20. Inno-Meetings in Osnabrück. Weitere Informationen, Anfragen zu Ausstell-Möglichkeiten und Teilnehmer-Registrierungen sind unter möglich. ### Verwandte Episoden - [Das Inno-Meeting Europe – am Puls der Zeit](https://inno-talk.de/das-inno-meeting-europe-am-puls-der-zeit/) - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung **Schlagwörter:** Folienwissen, im-02-23, Verpackung --- ### [Stefan Hilß über die Rolle der Verpackung am Point of Sale](https://inno-talk.de/stefan-hilss-ueber-die-rolle-der-verpackung-am-point-of-sale/) **Published:** Dezember 19, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** [Stefan Hilß ](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=7082)von Linked2brands spricht über die Verlagerung von Budgets – weg von bedruckten Verpackungen hin zu virtuellen Produktabbildungen für E-Commerce und Social Media. „Das *Supermarktregal* hat sein *Alleinstellungsmerkmal* als ultimativer *Point of Sale* verloren“ – das ist seine These. Und das gilt auch für bedruckte Verpackungen. Im Rahmen des Expertentreffs Verpackungsdruck im November 2022 sprach Karsten Schröder vor und nach seinem fulminanten Vortrag über Gründe und Konsequenzen dieses Trends. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/12/E-Commerce-1024x551.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2022/12/E-Commerce.png)E-Commerce ist gekommen, um zu bleiben und erfordert auch bei Gestaltung und Repro mehr Aufmerksamkeit. Und das gilt für Verpackungen, digitale Abbildungen für Social media, aber auch Visuals für Web-Shops. Erfahren Sie in diesem Gespräch, was das für Druckereien bedeutet, wie Workflows beeinflusst und Budgets neu verteilt werden. Hören Sie rein in diesen bearbeiteten Live-Mitschnitt – hier oder auf den bekannten Plattformen. - - [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) - [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) - [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk?refMarker=null) Cover, Ton & Schnitt: Jan Schröder, eveema GmbH&Co KG [www.eveema.com](http://www.eveema.com) ### Verwandte Episoden - [1,7 Millionen Tonnen mehr Verpackung durch steigenden Konsum](https://inno-talk.de/17-millionen-tonnen-mehr-verpackung-durch-steigenden-konsum/) - [Interview 2.0 mit Piran Asci zum Online Handel und Verpackung](https://inno-talk.de/interview-2-0-mit-piran-asci-zum-online-handel-und-verpackung/) - [Stefan Faktor über EB-Offset-Zentralzylinder Drucktechnik](https://inno-talk.de/stefan-faktor-ueber-eb-offset-zentralzylinder-drucktechnik/) --- ### Alle Episoden abonnieren [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [Apple Podcasts](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* In dieser etwas besonderen Podcast-Episode spreche ich mit Stefan Hilß von Link2Brands. Diese Aufzeichnung wurde live bei der Drucktagung in Osnabrück im November 2022 aufgenommen und wir sprechen über die Verlagerung der Budgets in den Marketing- und Werbeabteilungen weg von dem Verpackungsdruck hin zu Online-Gestaltung und wie diese beiden Welten zusammenwachsen und heute schon bei Link2Brands zusammengewachsen sind. Freuen Sie sich auf dieses spannende Interview und lernen Sie Stefan Hilß auch ein bisschen persönlich kennen. Begrüße Stefan Hilß hier im Innoform Podcast zum Inno-Meeting, hier der Drucktagung in Osnabrück 2022. Erzähl mal, was ist deine Aufgabe bei Link2Brands? Ich bin Geschäftsführer. Das sollte reichen. Wer glaubt, dass ein Geschäftsführer Geschäfte führt, der glaubt auch, dass ein Zitronenfalter Zitronen faltet. Das kennen wir ja, das hatte ja hier schon der eine oder andere mal zum Besten gegeben. Du bist Geschäftsführer und bist verantwortlich für das Ganze. Das Ganze. So kann man sagen. Was hast du vorher gemacht? Damit du überhaupt Geschäftsführer werden konntest? Mietengestalter, Druckvorlagenhersteller. Das ist der Lehrberuf. Das heißt, eigentlich komme ich ähnlich wie Ingo Beutler. Gibt es ein paar Geschichten, die sich ähnlich anhören, vermutlich aus dem Handwerk. Das heißt aus der Phase, dass es tatsächlich noch Filme und dergleichen gab, über eine Kurve, die dann eben über Teams und über Ausland und hier ein Projekt, da ein Projekt früher oder später in der Verantwortung gelandet ist. Und das ist die ganze Werdegeschichte. Dahinter verbirgt sich eine Firma, die heißt Januszka. Die hat man auch schon mal gehört und die hat letztlich dann vor ein paar Jahren eine Firma ausgegründet, die heißt heute Link to Brands. Und so komme ich eben zu Link to Brands über den langen Weg Januszka. Hochspannend. Man kann also Karriere machen bei Januszka. Das habe ich jetzt schon wahrgenommen. Ob man will oder nicht. Genau. So können wir jetzt auch was tun. Wir wollen dich auch persönlich ein bisschen kennenlernen. Was machst du denn, wenn du nicht bei Januszka Zitronen verwaltest? Dann bin ich zu Hause und kümmere mich um Frau, Kind, Haus, Hof und all die Dinge, die kaputtgehen. ### Podcast-Format und Arbeitsweise verstehen Du bist also einer, der von der Truppe Fixit, sozusagen die Aufgaben sind auch dort reichhaltig. Wie sieht es aus? Buch oder Hörbuch? Hörbuch. Warum? Warum? Weil es praktischer ist, in den wenigen Minuten, die ich habe, tatsächlich zu hören als zu lesen. Wir hatten sehr stark betont den Offsetdruck und auch schon ein bisschen Digitaldruck. Da kommt morgen noch eine ganze Session. Aber ich will mal wissen, was präferierst du denn so, von Gefühl her? Man hat ja auch so. Man ist aufgewachsen in der Industrie. Man hat das gelernt. Flexdruck oder Tiefdruck? Die Köpfe mich in die Kippenheim. Es gibt kein Link to Brands hat ganz bewusst entschieden. Wir machen diese Abhängigkeit, auch diese Trennung vom Namen Januszka, der zweifelsohne mit dem Tiefdruck irgendwie in Verbindung steht zum Thema. Und wir wollen uns da neutral verhalten, nicht nur neutral für die Druckverfahren, sondern letztlich auch für alle Arten der Publikation. Also das geht dann noch einen Schritt weiter in der Abstraktion, nicht nur Verfahrenstechnik, sondern bei uns ist es letztlich egal. Ein bisschen spielt das ja um das Thema rein. Absolut. Und deswegen frage ich jetzt nicht Digitaldruck oder Offsetdruck. Das verknüpfe ich mir. Aber Papier oder Plastik? Papier. Sehr spannend. Jetzt habe ich Ärger. Du brauchst mir nicht erklären, warum. Wir haben das ja gehört bei Papiersierung. Wir sind auch ein bisschen geopfert der künstlichen Intelligenz, die uns auf den sozialen Netzen dahin drängen, obwohl oder übel. Ich überlasse dir im Moment das Feld. Du machst ein paar steile Thesen und dann komme ich wieder in Ton und Bild und wir machen weiter. ### Starke Statements zur Verpackungsstrategie Ich fand, das war ein wirklich starkes Statement, Stefan. Und wir fangen eigentlich gleich mit dem ersten Statement an. Das ist ja das Hauptstatement von deinem zweiten Chart. Supermarkt-Regale haben an Relevanz verloren, letztendlich oder verlieren an Relevanz zunehmend. Das kann man so oder so formulieren. Was genau meinst du eigentlich damit? Vielleicht vorab gefragt: Was ist der tiefere Grund dafür, dass das passiert? Liegt das nur daran, weil E-Commerce auf dem Handy nicht anders funktioniert? Oder gibt es auch noch andere Beweggründe, die dazu führen, dass man sich mehrere Wege für die Vermarktung jetzt ebnen muss? Es ist eine Entwicklung, die ja natürlich die FMCG-Branche nicht erfunden hat. Sie springt auf einen Zug auf, der schon längst am Fahren ist, am Rollen ist. Und es ist letztlich für jede Industrie mehr oder weniger disruptiv. Das ist bei uns ja alles noch schön gemächlich, weil das viele Bedürfnisse sind des täglichen Bedarfs, die wir nicht online kaufen wollen. Deswegen passiert das so ein bisschen im Schleichprozess. Aber das ist sehr gefährlich, weil dieser schleichende Prozess nicht wahrgenommen wird, nicht wirklich bewusst wahrgenommen wird. Und deswegen glaube ich, muss man zwei Schritte zurück machen, beobachten, was passiert, und dann feststellen: Es ist was im Gange. Auch wenn das vielleicht auf den ersten Blick niemand so richtig schockiert hat. Die Gründe sind für mich klar, die haben einfach mit Convenience zu tun. Und die haben damit zu tun, dass Menschen, die heute sozialisiert sind – im Jahr, keine Ahnung, Generation Z –, mit dem Thema so natürlich umgehen, wie wir mit dem Fernsehen. Das ist einfach gesetzt, das gibt es halt. Das macht man an, dann kommt ein Bild. Das können ihre Urgroßeltern auch nicht verklickern, dass das normal sein soll. Und insofern wird das ein ganz normaler, alltäglicher Prozess sein, da irgendwas online zu bestellen, zu holen, wie auch immer das an genauer Ablaufzeit dahingestellt. Aber der Point of Sale, das ist das Entscheidende. Vorher war es: Webseiten, ich gucke mal was an, mache Research und dann gehe ich in den Laden und kaufe. Aber jetzt ist es anders. Ist es denn sogar auch schon so, dass für den E-Commerce – das Beispiel hattest du gebracht – auch separate Verpackungsdesigns sogar schon entwickelt werden, oder sind wir davon noch entfernt? Nein, die werden separat gemacht, weil es nur so funktioniert. Die Zeit ist bereits vorbei, wo es die Versuche gab, zu recyceln, indem man das eine nimmt, macht ein Rendering davon, setzt rein. Das funktioniert nicht. Es wird ganz bewusst für das Medium Mobile Phone, weil da passiert 90 Prozent des Kaufs nicht mehr auf dem Heimcomputer. ### Spontane Kaufentscheidungen am Point of Sale Klappt ja keiner einen Rechner auf und sagt, ich gehe jetzt mal zwei Tomaten kaufen. Das läuft alles so. Läuft alles so. Und vielleicht auch mit KI, um an den Vorreden noch mal anzuschließen. Vielleicht steckt da auch demnächst was hinter, was uns dann vielleicht schon beim Betreten des Supermarkts eine Kaufliste vorschlägt. Das sind ja alles Dinge, die Rewe real im Moment ja in zwei Stores probt. Und dafür sind eben auch diese Hero Images und so weiter und so weiter genauso nötig. Also nicht nur auf der Internetseite, sondern auch im Supermarkt. Auch da gibt es wieder eine Brückenbildung. Ganz spannende Sache. Wir versuchen jetzt auch ein bisschen mit dieser Podcast-Aufnahme noch mal den Inhalt des Vortrages zu reflektieren, um den auch zu verfestigen. Genau das funktioniert übrigens in der Schule ja auch immer, dass man immer wieder wiederholt. Man denkt, man hätte jetzt alles verstanden von deinem Vortrag. Hat man auch in dem Moment, aber es hat sich nicht verfestigt. Wie wirkt das auf dich? Nachvollziehbar. Das ist ein Zerrbild und es ist auch keine Schwarz-Weiß-Wahrnehmung. Ich habe es ja gesagt, das ist ein langsamer, sickernder Prozess. Und das ist nichts, was wir heute als Schwarz-Weiß-Wahrnehmung haben. Die sind jetzt alle zu. Jetzt ist alles dort. Das passiert so nicht. Entscheidend ist am Schluss ja nur, dass es auch Kern der Botschaft hier. Wenn, wenn das Rampenlicht, das bislang auf diesem einen Superstar war, zwei geteilt wird, dann hat der, der bislang auf der Bühne stand und das war die gedruckte Verpackung mit all diesem Wahnsinn, den wir betreiben, Tag ein, Tag aus und das letzte Quentchen Prozent an Qualität rauszuholen, irgendwann keine Relevanz mehr. Beziehungsweise dann ist es vielleicht gut. Und es ist das Pareto-Prinzip. Die letzten 20 Prozent an Qualität kosten 80 Prozent des Aufwands. Dafür werden dann Druckingenieure gebraucht. Dafür werden dann Typen wie wir gebraucht. Und wenn das alles nicht mehr so wichtig ist, dann sitzen wir irgendwann da und schauen zu, wie da halt ein 7-mal-K-Druck durchläuft. Und da ist das genau die Konsequenz aus dieser Relevanzverschiebung in eine andere Manege. Wenn wir jetzt mal in den Zeitstrahl betrachten, wenn jetzt wirklich das Supermarktregal dramatisch an Relevanz für den Verkaufsimpuls, sage ich mal, verliert. ### Budget-Aufteilung im Verpackungsprozess Wie schätzt du denn nachher am Ende dieses Prozesses die Aufteilung der Budgets ein? Gibt es da schon ein Gefühl von dir? Hast du da schon was entwickelt? Nee, also ich würde lügen, würde ich dafür eine substanzielle Zahl haben. Ich habe es gesagt, das schleichende Prozess zeichnet sich in so kleinen Entscheidungen ab. Und wenn ich die alle zusammen tue in einen großen Topf, dann merke ich, da ist was im Gange. Da ist eine Lawine, die sich bewegt und sie geht langsam, aber sie geht stetig in eine Richtung. Und deswegen ist es auch nicht erkennbar, wie groß wird die am Schluss sein? Das ist nicht ein Prozess. Das sind mehrere Prozesse, die zusammenkommen. Ich glaube, das wird eine gesunde Mischung bleiben. Ich glaube nicht, dass der Supermarkt, also maße ich mir nicht an, sowas zu behaupten. Aber es geht um die Frage: bringe ich noch die letzten paar Prozent dann extra Geld in die Print Value Chain, um daraus noch ein paar Prozent Qualität rauszupeitschen? Oder lasse ich es und gehe lieber in einen Online-Shop? Meine Überlegung ging eben auch dahin, was ich gerade über Reve, dass die sagen: OK, wir geben dem Konsumenten sofort, wenn er den Laden betritt, seine Einkaufsliste, die wir vorher berechnet haben, weil er immer da kauft und immer das Gleiche kauft und heute wieder Dienstag ist. Und Dienstag kauft er immer Äpfel von der und der Sorte. Das heißt, die Entscheidung wird vielleicht auch sogar ein bisschen einem schon abgenommen. Das heißt, man hat schon quasi mit GPS den besten Weg mit dem Einkaufswagen und fährt schon ideal durch den Markt. Und das würde ja bedeuten, dass der gesamte Entscheidungsprozess vorverlagert wird. Oder einem sogar weggenommen wird. Genau. Und wir spüren das manchmal auch bei diesen Impulskäufen, die wir sowieso alle kennen. Black Friday ist Freitag. Ich glaube, da werden sehr viele Impulskäufe passieren. Dinge, die wir nicht brauchen, die wir uns trotzdem kaufen. Und das ist natürlich auch ein bisschen die Strategie, die da nennend ist. Verliert da nicht doch die Verpackung vor Ort fast 100 Prozent? Nein, das glaube ich nicht. Es gibt ja auch jede, weil das ja Impulsware ist, ist ja nicht geplant. Bestes Beispiel: fahren irgendwann alle einen Großteil im Auto nach Hause, fahren an der Tankstelle und Tankstelle gehe ich ja nicht hin und sage, ich plane jetzt schon mal für jetzt in drei Stunden bei der Tanke drei Snickers Riegel zu holen. Macht ja keiner. Trotzdem werden die verkauft. ### Emotionale Kaufimpulse und Verpackungsdesign Warum? Weil es Impulsware ist. Weil wir nicht nur gesteuert sind durch unsere Intelligenz und natürlich ganz stark durch den hier. Und das hat weiterhin die Relevanz, weil die Verpackung genau in dem Moment sagt: Klick, klick, klick. Ich bin’s. Kauf mich. Und das macht sie natürlich ganz analog. Und das sind wir halt Tiere. Und dann funktioniert das nach wie vor. Aber wir haben noch einen ganz großen Anteil, den wir bewusster, bewusster entscheiden und manchmal auch eben am Sonntagabend entscheiden. Und da hat der Laden zu. Heißt das jetzt, dass der gesamte…? Das ich sage mal, auch durch die Plattform-Ökonomie, der gesamte Verkaufsprozess auch Einfluss hat auf letztendlich den Drucker im Drucksaal. Ihm ist es ja eigentlich egal, ob er jetzt eine Verpackung druckt für E-Commerce oder eine Verpackung druckt für Supermarktregal. Du sagst, die Budgets verschieben sich. Aber hat das wirklich was für den Drucker vom Ort? Das glaube ich. Ich glaube das. Ich glaube, das sehe ich. Wenn ich, wenn ich heute mir anschaue, die Marken, die wir betreuen, da kann ich heute vier oder fünf nennen, die allesamt sehr ähnliche Einsparungskonzepte aufgelegt haben. Die haben oftmals was zu tun mit. Also mit, mit, mit Versprechen, was Materialwirtschaft angeht. Die haben natürlich was damit zu tun, Geld einzusparen, grundsätzlich. Da wird auch nicht der Grund explizit genannt. Sustainability etc. Das wird alles hergezogen. Und es gibt auch nicht dieses eine Thema, das alles bestimmt. Das sind ja immer Schichten aus Themen, die übereinander kommen. Und ich habe diese Programme vor fünf Jahren gesehen. Viele wurden eingestampft. Sie sind jetzt wieder da und sie sind definitiv ernst gemeinter, als das noch vor Jahren war. Und das passiert eben diese. ### Farbmanagement und Druckstandards optimieren Wir haben es ja vorhin auch gesehen. Standardfarben, CMYK plus drei Farben plus Lack drüber. Das ist ein Thema, das passiert, wie wir während wir hier sprechen. Wir sehen viele Motive, die rausgehen aus dem Tiefdruck, weil ich auf eine Zentralzylinder-Maschine muss, weil ich sage, in der flexiblen Verpackung geht es dann bei der Registration eben nur über Zentralzylinder. Da wird aber auch bewusst akzeptiert. Wir werden ein paar Prozente hinten raus möglicherweise verlieren. So what? Es geht darum, eine anständige Verpackung hinzubekommen, die konkurrenzfähig sein muss. Aber die Schlacht wird nicht mehr allein am Supermarktregal über Bling-Bling ausgetragen. Und das ist der entscheidende Punkt. Das passt ja eigentlich zu dem Thema von Annette Keeling-Koppers, die sagt, wir wollen sowieso eigentlich weniger Druckfarbe haben. Wenn sowieso die Budgets schrumpfen, können wir da ja schon mal was machen. Naja, da gibt es so Theorien, ob das wirklich zu weniger Druckfarbe führt, bezweifle ich. Ich glaube, es wird weniger Kunsthandwerk sein. Okay. Und ich glaube, das hat was damit zu tun, dass wir auch diesen Prozess irgendwann als Commodity sehen werden. Und diese Black-Magic-Geschichte, wo man sagt, oh, da muss aber dann der Spezialist noch mal drüberschauen, ob man doch an der Separation noch was ziehen kann. Oder der Drucker, der Experte, wie auch immer dieses Verfahren. Das ist das ganze Thema, wo wir heute Energie reinpumpen. Und die kostet. Und die steckt letztlich in der Verpackung drin. Wurde ja auch legitimiert, weil man gesagt hat, die Verpackung ist der heilige Gral. Wir haben heute Morgen vor Volker Buche gelernt, wie so ein Design überhaupt beginnt. Man macht erst mal ein grobes Scribble. Man geht ganz grob mit groben Positionierungen erst mal vor. Kannst du dir vorstellen, dass man vielleicht eher von diesem ganz groben für das webbestimmten Design später ausgeht und dann erst ins Detail für die Verpackung im Supermarktregal geht? Funktioniert das so? Gute steile These, weiß ich nicht. Vielleicht kommt es mal so weit. Also wenn Produkte aufgelegt werden, die für sich primär entscheiden, ich werde das Ding größtenteils im Internet absetzen, dann werden die damit beginnen, die Verpackung so zu designen, dass sie erst mal dort auf diesem Point of Sale funktioniert. Und dann ist sozusagen die gedruckte Verpackung, die dekorierte Verpackung das Derivat davon. Das ist immer noch nicht so. ### Artwork-Erstellung und Pre-Media Komplexität Heute ist die Artwork, die Reinzeichnung, die typischerweise für den Druck aufbereitet wird, das Komplexeste. Und aus dieser komplexesten Datei arbeite ich dann einfache Versionen aus. Das heißt, das ist das Maß der Dinge. Und wir gehen eher von dort zurück auf einfache Gestaltungsformen für andere Plattformen. Ich habe in den letzten zweieinhalb Jahren von der IT gelernt, dass die genau andersrum vorgehen. Das Zauberwort dort für Websites zum Beispiel: Mobile First. Unsere Webseite, die wir benutzen für unser Inno-Meeting, ist auch so designed. Das heißt, es wurde erst fürs Handy designed, reduziert und wurde dann aufgebläht für die Desktop-Anwendung. Und sowas könnte ich mir, wenn ich das richtig weiterdenke, eigentlich auch vorstellen. Aber das habt ihr noch nicht. Im Moment geht es immer noch um die Komplexität. Das hat mit einem Kipppunkt zu tun. Wenn ich sage, 80 Prozent des Internet-Traffics funktioniert heute auf dem Handy, dann ist klar. Dann sind wir weit über diesen Kipppunkt drüber. Wenn ich sage, morgen werden 80 Prozent der FNC-Produkte online bestellt und zwar über das Handy, dann klar. Dann wird, wie ich schon sagte, der Supermarkt nur noch mit ein Etikett von dem, was vorne drauf abgestückt. Ich komme gleich zu den Fragen. Wir haben noch ein abschließendes Statement. Du hast dann diesen Vergleich gemacht: Kino und Netflix. Wozu führt das denn jetzt bei unseren Verpackungen? Was ist deine Empfehlung für die Drucker, für die Repro-Leute? Was sollen die tun, um diesen doch erhöhten Druck abzufedern? Wir haben gelernt, da wird schon mit künstlicher Intelligenz gearbeitet, dass man also Zeit gewinnt, dass man schneller wird, dass man schneller Daten wiederfindet, dass man die intelligenter kombiniert. Gibt es da noch mehr Tipps, die du auch deinen Kunden und vielleicht auch deinen Lieferanten sogar? Nein, ich glaube, das Geschäft ist natürlich nicht bestimmt durch drei Große, die sagen, so läuft es. Und dann ist die ganze Industrie hintendran. Das ist ja extrem gesteuert von vielen einzelnen Spielern. Und deswegen ist es ja auch eine Art Schwarm, die sich da bewegt. Die bewegt sich langsam in eine Richtung. Und ich bin sehr vorsichtig mit pauschalen Antworten für so ein diversifiziertes Geschäft, in dem wir sind. Und für manche Kategorien wird es Regelveränderungen geben. Die werden sehr bald spürbar sein. Und spürbar heißt, ich muss mich, ich muss mich als ob ich ein Prepress-Laden bin, wie wir das waren. ### Design to Print und Visual Assets Wir sind eben kein Prepress mehr, sondern Pre-Media, weil wir jetzt sagen, am Ende vom Tag geht das Zeugs in irgendeine Plattform. Das eine wird gedruckt, das andere wird als digitales File online gestellt. Wir haben Output, wo wir sagen, wir müssen uns noch mal noch mal eine Stufe abstrakter darstellen von ehemals Spezialist für ein Druckverfahren Repro. Dann gehen wir in die verschiedenen Druckverfahren. Dann gehen wir irgendwann raus, machen auch die Artworks dazu, machen Design to Print. Und irgendwann sind wir bei Visual Assets. Ich nenne es mal Englisch. Also irgendein grafischer Output, eine Bilddatei letztlich, die kann im Druck münden, die muss aber nicht. Also ich muss mich öffnen für den neuen Kanälen und eine Druckerei. Natürlich ist klar, die ist erst mal gebunden zu sein. Okay, mein Job ist es, das Analoge zu bebildern. Die Frage ist nur, mache ich das mit dem Ansatz „Ich möchte mich differenzieren durch noch ein Bling Bling“ und das ist noch eine Theorie und das könnte ich noch aufbringen. Oder sage ich, ich gehe auf diese Effizienz-Schiene. Und was ich heute gesehen habe, da war viel dabei, wo man gesehen hat: Man richtet sich schon darauf ein, auf die vermutlich hohe Wahrscheinlichkeit, dass ein Brandkunde irgendwann sagt: Pass auf, wir hatten das bislang sieben Farben mit Silber. Sorry, wir machen das mit fünf Farben, nicht sieben Farben mit Sonderfarbe. Und das ist es. Oder wir machen das eben in Hexachrom mit sieben Farben. Ich weiß nicht, was da passiert. Und das sind alles kleine Dinge, die fügen sich da ein. Und ich behaupte, nicht nur deswegen, weil es einen E-Commerce-Channel gibt, auch weil es Nachhaltigkeitsdiskussionen gibt, auch weil es andere Gespräche gibt – und die zusammen bringen aber eine gewisse Wucht an Bewegung rein, die in diese gleiche Richtung zielt. Ich denke, hier machen wir Schluss mit dem Podcast. Ganz lieben Dank, Stefan, für diese tollen Ausführungen, vor allen Dingen für dieses Statement hier. Das war er, der Live-Mitschnitt aus Osnabrück. Herzlichen Dank, dass Sie zugehört haben. Wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative für mehr Flexpack-Wissen werden wollen, melden Sie sich gerne bei mir: ks@innoform.eu. Hier Karsten Schröder. **Kategorien:** Digitaldruck, Flexodruck, Inno-Talk, Neuigkeiten, Repro und Druckzylinder, Tiefdruck **Schlagwörter:** Stefan_hilß, vd-11-22 --- ### [Nachlese Teil 2: 8. Expertentreff Verpackungsdruck - Vielfalt wagen](https://inno-talk.de/nachlese-teil-2-8-expertentreff-verpackungsdruck-vielfalt-wagen/) **Published:** Dezember 21, 2022 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **E-Commerce ist gekommen, um zu bleiben** Die These von Stefan Hilß (Linked2Brands) eingangs seines seinen Vortrag lautete: »Das Supermarktregal hat sein Alleinstellungsmerkmal als ultimativer Point-of-Sale verloren«. E-commerce hat sich als zweiter POS für FMCG etabliert. Dazu müssen die Verpackungen digital aufbereitet werden, indem computergenerierte Bilder direkt aus der nativen Artwork-Datei erstellt werden bzw. für Smartphones sogenannte Mobile Ready Hero Images als zentrale visuelle Assets erstellt werden. Das Budget für die Produktpräsentation splittet sich in den Aufwand für die Erstellung der physischen Verpackung und den Produktauftritt des »Digital Twins«. In beiden Fällen sollen die Konsumenten die gleiche User Experience erhalten. Dies schlägt sich in jüngster Zeit verstärkt in der einfacheren Aufmachung der physischen Verpackung nieder. Unterstützt wird dieser Trend noch von weiteren Einflussfaktoren, z.B. der Nachhaltigkeit einer Verpackung. In dieser neuen Realität droht der gedruckten Verpackung im Supermarktregal ein Verlust an Relevanz. **Digitaldruck als innovatives Verpackungs-Konzept begreifen** Wo lässt sich Digitaldruck heute anwenden, war das Thema des Vortrages von Thomas Bucher und Mark Weller (HP Deutschland GmbH). Er bietet sich vornehmlich an, um den analogen Druck bei Kleinauflagen zu entlasten, beispielsweise bei Vorabproduktionen für Markteinführungen. Die Anwendungsbreite geht über die gesamte Produktpalette des Verpackungsdrucks. Die digitalen Geschäftsmodelle bedeuten für den Drucker neue Herausforderungen, die Auseinandersetzung mit Workflow Automatisierung, neuen Vertriebsmodellen und der Produktion zahlreicher Kleinaufträge pro Tag. Oftmals wird der Digitalduck in Profitcenter ausgelagert, um dort die Kleinaufträge zu fertigen. Auch in der Verpackungsbranche wird es zunehmend schwieriger, Fachkräfte zu bekommen. Für neue Medien wie Digitaldruck ist die Anwerbung von Fachkräften einfacher, zudem sind Schulungen für die Operator in wenigen Wochen möglich. **Lebensmittelverpackungen aus Papier digital bedrucken** Papierbasierte Verpackungen liegen aus Gründen der Nachhaltigkeit im Trend, konnten aber von der Trockentoner-Technologie bisher nicht abgedeckt werden, erläuterte Frank Jacobs (Xeikon Manufacturing NV) die Situation. Die bislang eingesetzten Trockentoner schmelzen beim Versiegeln und hinterlassen Verfärbungen auf den Papierverpackungen. Zudem verschmutzen sie die Siegelwerkzeuge. Mit der neuentwickelten Titon Trockentoner-Technologie wurde eine Systemlösung aus Toner- und Maschinentechnologie für siegelfähige Papierverpackungen entwickelt. Der Titon Trockentoner polymerisiert durch LED Bestrahlung und kann dadurch beim Siegeln nicht mehr schmelzen. Er ist thermal, chemisch und mechanisch beständig. Zum Einsatz kommt die Titon Trockentoner-Technologie auf Xeikon CX500t Druckmaschinen, die mit einer zusätzlichen LED-Trocknung ausgerüstet sind. Die Titon Trockentoner sind migrationsgetestet und lebensmittelecht. Die damit bedruckten Papierverpackungen sind recyclebar. **Laserbearbeitung für Flexible Verpackungen** Bevor Hendrik Kleinfeldt (LasX Europe GmbH) auf die Entwicklung hoch performanter Laserbearbeitungsprozesse einging, stellte er kurz die Prozesse des Ritzens, Schneidens und der Mikroperforation vor. Die Eindringtiefe beim Ritzen ist sehr präzise einstellbar und eignet sich für die allermeisten Kunststoffmaterialien. Dann ging er auf die Anwendungen wie Easy Open, dem Einritzen von Beutelfolien zum gerichteten Aufreißen, oder der Perforation von Shrinksleeves ein. Die Mikroperforation als dritte Einsatzvariante von Lasern dient dem Gasaustausch in einer Verpackung und sorgt so für eine längere Haltbarkeit. Sie wird auch bei Rapid-fill Lösungen eingesetzt oder um Ventile für Kaffeeverpackungen aufzubringen. Zudem werden Laser für Markierungsanwendungen oder für das Einbringen variabler Daten eingesetzt. **Recyclebare Barrierefolien beim Converter produzieren** Den verfahrenstechnischen Durchbruch, Barriereschichten auf MDO-PE-Folien im Flexo- bzw. Tiefdruck aufzutragen, präsentierte Dr. Holger Kreilkamp (Windmöller & Hölscher KG). Die im Druck eingesetzten Barrierelacke bestehen aus dem wasserlöslichem synthetischen Polymer PVOH. Die Herausforderung beim Auftragen von Barrierelack ist der niedrige Festkörperanteil. Deshalb ist ein hohes Nassauftragsgewicht notwendig, um eine homogen geschlossene, fehlerfreie Oberfläche mit ausreichend hoher Schichtdicke zu erreichen. Der Barrierelack-Auftrag ist durch die Erhöhung der Wertschöpfungstiefe für Converter ein wirtschaftlich interessantes Verfahren. **Warum nicht gleich das Produkt zur Farbvorlage machen?** Wie lässt sich der Prozess der grafischen Verpackungsentwicklung kostengünstiger, schneller und zudem nachhaltiger gestalten? Diese Frage beantwortete Björn Kammertöns (B.Packed) mit einer Farbkommunikation, in der Farbvorlagen mit den Bedruckstoffen und den Druckverfahren abgeglichen werden. Dazu hat L‘Oréal einen Prozess entwickelt, der mit der Definition und dem Digitalisieren der Soll-Farben durch direktes Messen über das Spectrophone 2 Pro Messgerät beginnt. In weiteren Stufen erfolgt die Kommunikation der Farbdaten mit Agentur, PrePress und Druck sowie die Überprüfung auf Machbarkeit mit der Druckerei. Erst danach werden die Soll-Farben final festgelegt und für den Druck ausgearbeitet. **Nachhaltig Drucken – und das bei immer kleiner werdenden Auftragsgrößen!** Die Automatisierung von Druckprozessen, war das Thema von Thomas Reckert (Bobst Meerbusch GmbH). OneECG Tiefdruck vervollständigt die Extended Color Gamut Printing (ECG) bei Bobst. Es geht um den Druck mit bis zu 7 Farben (CMYK + Orange + Grün + Violett). oneECG steht für die vollständige digitale Automatisierung beim Druck im erweiterten Farbraum. Die Vorteile liegen in einer außergewöhnlich hohen Farbqualität und -konsistenz, der Flexibilität über Substrate hinweg, der Farbabstimmung mit nur geringen Anpassungen auf der Druckmaschine. Durch die vollständige Prozessautomatisierung sind die Abläufe unabhängig von den Fähigkeiten des Bedieners und führen zu einer hohen Maschinenverfügbarkeit, bei geringsten Materialeinsatz beim Rüsten der Maschine. Zum Abschluss der Veranstaltung fasste Karsten Schröder wie immer gekonnt und unterhaltsam die Kernaussagen der Vorträge zusammen. Mit wieder steigenden Teilnehmerzahlen wird der Expertentreff auch im nächsten Jahr ein Highlight im Veranstaltungskalender der Verpackungsdrucker sein. Hier geht es zum Finale. Teil 1 finden Sie hier: [InnoTalk | Nachlese Tag 1: 8. Expertentreff Verpackungsdruck – Vielfalt wagen (inno-talk.de)](https://www.inno-talk.de/blog/2022/12/08/nachlese-tag-1-8-expertentreff-verpackungsdruck-vielfalt-wagen/) **Dieter Finna · Pack.Consult (www.pack-consult.org)** leicht überarbeitet von Karsten Schröder [www.innoform-coaching.de](http://www.innoform-coaching.de/) ### Verwandte Episoden - [Nachlese Tag 1: 8. Expertentreff Verpackungsdruck – Vielfalt wagen](https://inno-talk.de/nachlese-tag-1-8-expertentreff-verpackungsdruck-vielfalt-wagen/) - [Nachlese 7. Expertentreff Verpackungsdruck 2021 – Materialvielfalt](https://inno-talk.de/nachlese-7-expertentreff-verpackungsdruck-2021-materialvielfalt/) - [Innoform-Expertentreff zeigte wesentliche Veränderungen im Verpackungsdruck auf](https://inno-talk.de/innoform-expertentreff-zeigte-wesentliche-veraenderungen-im-verpackungsdruck-auf/) **Kategorien:** Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Etiketten + Sleeves, Flexodruck, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Tiefdruck, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** dieter_finna, vd-11-22, VD-11-23 --- ### [Review Day 2: 8th Expert Meeting Packaging Printing - Daring Diversity](https://inno-talk.de/review-day-2-8th-expert-meeting-packaging-printing-daring-diversity/) **Published:** Januar 9, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **E-commerce has come to stay** The thesis of Stefan Hilß (Linked2Brands) at the beginning of his presentation was: „The supermarket shelf has lost its unique selling proposition as the ultimate point-of-sale“. E-commerce has established itself as the second POS for FMCG. This requires packaging to be digitally prepared by creating computer-generated images directly from the native artwork file or by creating so-called Mobile Ready Hero Images as central visual assets for smartphones. The budget for the product presentation is divided into the costs for the creation of the physical packaging and the product design of the „digital twin“. In both cases, consumers should receive the same user experience. Recently, this has increasingly been reflected in a simpler design of the physical packaging. This trend is further supported by other influencing factors such as the sustainability of a package. In this new reality, printed packaging is in danger of losing importance on the supermarket shelf. **Understanding digital printing as an innovative packaging concept** Where can digital printing can be used today was the topic of the presentation by Thomas Bucher and Mark Weller (HP Deutschland GmbH). It is mainly used to relieve the burden on analogue printing for short runs, for example in pre-production for market launches. The range of applications extends across the entire packaging printing product range. Digital business models present new challenges to printers: Workflow automation, new distribution models and the production of numerous small jobs per day. Often the digital duck is outsourced to profit centres to produce the small jobs. It is also becoming increasingly difficult to find qualified workers in the packaging industry. For new media such as digital printing, it is easier to recruit skilled workers and operators can also be trained in a matter of weeks. **Digital printing of paper-based food packaging** Paper-based packaging is in vogue for sustainability reasons, but could not be covered by dry toner technology so far, Frank Jacobs (Xeikon Manufacturing NV) explained the situation. The dry toners used so far melt during sealing and leave discoloration on the paper packaging. They also contaminate the sealing tools. With the newly developed Titon dry toner technology, a system solution consisting of toner and machine technology for sealable paper packaging has been developed. The Titon dry toner is polymerized by LED irradiation and can therefore no longer melt during sealing. It is thermally, chemically and mechanically resistant. Titon dry toner technology is used on Xeikon CX500t presses which are equipped with additional LED drying. Titon dry toners are migration-tested and food safe. The paper packaging printed with them is recyclable. **Laser processing for flexible packaging** Before Hendrik Kleinfeldt (LasX Europe GmbH) went into the development of high-performance laser processing, he briefly presented the processes of scribing, cutting and microperforation. The penetration depth for scribing can be adjusted very precisely and is suitable for the vast majority of plastic materials. He then went on to discuss applications such as Easy Open, the scoring of bag films for directional tearing, or the perforation of shrink sleeves. Microperforation as the third application variant of laser is used for gas exchange in a package and thus ensures a longer shelf life. It is also used in rapid-fill solutions or to apply valves for coffee packaging. In addition, lasers are used for marking applications or for the insertion of variable data. **Producing recyclable barrier films at the converter** Dr. Holger Kreilkamp (Windmöller & Hölscher KG) presented the process engineering breakthrough of barrier coating of MDO-PE films in flexographic and gravure printing. The barrier coatings used in printing consist of the water-soluble synthetic polymer PVOH. The challenge in applying barrier coatings is the low solids content. Therefore, a high wet application weight is necessary to achieve a homogeneously closed, defect-free surface with a sufficiently high film thickness. The applicatiion of barrier coatings is an economically interesting process for converters due to the increase in the depth of added value. **Why not use the product as a colour template?** How can the process of graphic packaging development be made more cost-effective, faster and also more sustainable? Björn Kammertöns (B.Packed) answered this question with a color communication in which colour templates are matched to the substrates and printing processes. For this purpose, L’Oréal has developed a process that starts with defining and digitising the target colours by direct measurement with the Spectrophone 2 Pro measuring device. In further steps, the colour data is communicated with the agency, prepress and printing, and checked for feasibility with the printer. Only then the target colours are finalized and prepared for printing. **Sustainable printing – and that with ever smaller job sizes!** The automation of printing processes was the topic of Thomas Reckert (Bobst Meerbusch GmbH). OneECG gravure completes the Extended Color Gamut Printing (ECG) at Bobst. It is about printing with up to 7 colours (CMYK + orange + green + violet). OneECG stands for complete digital automation in extended colour gamut printing. The advantages are exceptionally high colour quality and consistency, flexibility across substrates, colour matching with only minor adjustments on press. Full process automation means that operation is independent of operator skills, resulting in high machine availability, with minimal material input for machine set-up. At the end of the event, Karsten Schröder summarised the key messages of the presentations in a skilful and entertaining manner, as always. With the number of participants increasing once again, the expert meeting will again be a highlight in the event calendar of packaging printers next year. Click here for the final (in German). Day 1 can be found here: [InnoTalk | Review Day 1: 8th Expert Meeting Packaging Printing – Daring Diversity (inno-talk.eu)](https://www.inno-talk.eu/blog/en/2022/12/08/review-day-1-8th-expert-meeting-packaging-printing-daring-diversity/) **Dieter Finna · Pack.Consult (www.pack-consult.org)**, slightly revised by Karsten Schröder [www.innoform-coaching.de](http://www.innoform-coaching.de/) ### Verwandte Episoden - [Review Day 1: 8th Expert Meeting Packaging Printing – Daring Diversity](https://inno-talk.de/en/review-day-1-8th-expert-meeting-packaging-printing-daring-diversity/) - [Call for Papers – 10th Expert Meeting Packaging Printing 2025](https://inno-talk.de/en/call-for-papers-10th-expert-meeting-packaging-printing-2025/) - [Guido Aufdemkamp von Flexible Packaging Europe zu den Hintergründen des Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-von-flexible-packaging-europe-zu-den-hintergruenden-des-inno-meeting-europe/) --- ## Transkript Before some I’m finale come of asimovic review time. 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Gerade zur Zeit nutzen viele Entwickler den Rechner, um Alternativen zu vergleichen. Typisch ist ein Vergleich zwischen heute eingesetzter Multi-Material-Verbundfolien und recycelfähigeren Monomaterial-Konstruktionen. Bisher konnten nur Polymere – also organische Materialien – hinsichtlich ihrer Sperrwirkungen ausgewählt und berechnet werden. Nun liegen aber gerade bei PP und PE-Folien (den Polyolefinen) die anorganischen Barriereschichten im Trend, wie SiOx (Siliziumoxid) oder AlOx (Aluminiumoxid) bedampfte, biaxial orientierte Folien. Und hier spielt besonders BOPP (PP-BO), also das orientierte PP (Polypropylen), das sich gut mit anderen Polyolefinen wie PE (Polyethylen) kombinieren und vor allem recyceln lässt, eine dominierende Rolle. Hier sehen Sie solche Muster-Berechnungen für typische Verbundmaterialien mit Sauerstoffbarriere – einmal mit klassisch Multimaterial PET/PE mit EVOH (organische Barriereschicht) und rechts mit PP-BO SiOx (anorganische Barriereschicht), die oft verglichen und ausgetauscht werden. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/01/image-2-1024x957.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/01/image-2.png) [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/01/image-1-1024x773.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/01/image-1.png) Aber Vorsicht beim einfachen Ersetzen von bewährten Folienkombinationen. Wie man in der oberen Überschlagsrechnung sehen kann, ergeben sich signifikante Unterschiede in OTR (Oxygen Transmission Rate) und WVTR (Water Vapour Transmission Rate), wie die Barrieren in Englisch abgekürzt werden. Ob nun der recyclingfähigere Verbund genauso gut das Produkt schützt, wie der mit der anorganischen EVOH-Sperrschicht, müssen Lebenmsittel-Experten in Lagerversuchen verifizieren und validieren. So schreiben es auch zahlreiche Standards wie der IFS (International Food Standard) oder BRC Global Standard vor. In vielen Fällen wird das gehen, da unsere Erfahrung zeigt, dass nach wie vor viele Folien hinsichtlich Barriere- Eigenschaften deutlich überdimensioniert sind. Insbesondere bei Sauerstoff war man bisher lieber eher auf der sicheren Seite – zu Recht. Doch im Zeitalter der Kreislaufwirtschaft sehen sich Flexpack-Entwickler mit neuen Anforderungen konfrontiert, die es zu berücksichtigen gilt. Eine etwas schlechtere Sauerstoff-Barriere kann oft mit einer erheblich besseren Recyclingfähigkeit belohnt werden (Beispiel BOPP SiOx/PE). Wenn Sie auch auf Daten vertrauen wollen, bevor Sie aufwendige Testrollen produzieren, nutzen Sie unseren kostenlosen Permeationsrechner und untermauern Sie dann Ihre Werte mit Messungen an den realen Folgen – denn der Teufel liegt im Detail. Experten warnen davor, nur auf Materialien zu schauen. Ein wesentlicher Teil der Folieneigenschaften wird auch durch Verarbeitung und Produktionsparameter beeinflusst. Dieser Rechner dient dazu, eine Vorauswahl zu treffen, um unnötige Schüsse ins Blaue zu vermeiden und Ideen mit Werten zu untermauern. Und so geht es: [Permeationsrechner (innoform-testservice.de)](https://www.innoform-testservice.de/permeationsrechner)### Verwandte Episoden - [Interview 2.0 mit Piran Asci zum Online Handel und Verpackung](https://inno-talk.de/interview-2-0-mit-piran-asci-zum-online-handel-und-verpackung/) - [Innoform hat sein Wissen um Thermoform/Tiefzieh-Prozesse erweitert](https://inno-talk.de/415-2/) - [Mein.Testservice geht online – Prüfauftrage online verfolgen](https://inno-talk.de/mein-testservice-geht-online-prufauftrage-online-verfolgen/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten **Schlagwörter:** Permeationsrechner, SP-06-23 --- ### [Laserperforation eine zusätzliche Wertschöpfung](https://inno-talk.de/laserperforation-eine-zusaetzliche-wertschoepfung/) **Published:** Januar 18, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Ein Interview mit **[Hendrik Kleinfeldt](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=80410)** von LasX im Rahmen der [Drucktagung 2022](http://vd.innoform.de) Der Laser eignet sich nicht nur, um zu markieren, sondern vor allem auch, um im Bereich Flexpack zu perforieren. Hier denkt man zuerst an das Thema Easy Opening. Aber es geht weit darüber hinaus. Mit definiert kleinen Löchern, z. B. in einer Folie für die Verpackung von frischem Salat, kann die Haltbarkeit verlängert werden. Durch die richtige Größe und Anzahl der Löcher kann der Salat „atmen“ und so seine Haltbarkeit verlängern – ein echter Beitrag zur Vermeidung von Food Waste. Wie solche Perforationen heute programmiert werden – nämlich durch einfaches Einlesen eines PDFs wie bei einer mechanischen Stanzform – und vieles mehr, erfahren Sie in diesem Interview, das wir in der Pause der 8. Drucktagung in Osnabrück aufgezeichnet haben. **[Hendrik Kleinfeldt](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=80410)** im Gespräch mit Karsten Schröder### Verwandte Episoden - [Folien-Material-Analyse Podcast mit Daniel Wachtendorf](https://inno-talk.de/folien-material-analyse-podcast-mit-daniel-wachtendorf/) - [Was haben Druckfarben mit Nachhaltigkeit zu tun?](https://inno-talk.de/was-haben-druckfarben-mit-nachhaltigkeit-zu-tun/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Kategorien:** Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten **Schlagwörter:** Hendrik_kleinfeldt, vd-11-22 --- ### [Matthias Wolk spricht über VR, AR, Metaverse & Verpackungen](https://inno-talk.de/matthias-wolk-spricht-ueber-vr-ar-metaverse-verpackungen/) **Published:** Januar 19, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Matthias Wolk ist unter anderem Gründer von VRtualX. Neben virtuellen Messen kreiert er auch virtuelle Erlebnisse mit Augmented Reality. So können beispielsweise Packgüter virtuell ausgepackt und anprobiert werden. Zusätzliche Informationen können bereitgestellt und von Avataren vorgetragen werden. Und das alles zu überschaubaren Kosten, dank eines hohen Automatisierungsgrades. Aber hören Sie selbst, was Metavers, Virtual Reality und Apple Glasses mit Flexpack zu tun haben. Ich bin gespannt auf Ihre Ideen – ich habe viele bei dem Gespräch gehabt und setze schon die erste um. Auch verfügbar auf: - [Inno-Talk.de](https://www.inno-talk.de/podcast) - [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) - [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) - [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk?refMarker=null) Cover, Ton & Schnitt: Jan Schröder, eveema GmbH&Co KG [www.eveema.com](http://www.eveema.com/) Hier ist das Video von Matze’s Avatar: Hier geht es zum Inno-Meeting: ### Verwandte Episoden - [Sabrina Schmidt vom IÖW spricht über die Bewertung der Nachhaltigkeit von Verpackungen](https://inno-talk.de/sabrina-schmidt-sprich-ueber-bewertung-der-nachhaltigkeit-von-verpckungen/) - [Dr. Gundolf Meyer Hentschel spricht über höfliche Verpackungen](https://inno-talk.de/dr-gundolf-meyer-hentschel-spricht-ueber-hoefliche-verpackungen/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) --- ### Alle Episoden abonnieren [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [Apple Podcasts](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Folienwissen Spezial, der Innoform-Podcast zum Inno-Talk. Heute im Innoform-Podcast Matthias Wolk. Er ist Gründer unter anderem von VirtualX. Neben virtuellen Messen erstellt er auch virtuelle Erlebnisse mit Augmented Reality. So können verpackte Güter virtuell entpackt und ausprobiert werden. Zusätzliche Emotionen können bereitgestellt und sogar von eurer Seite direkt vorgetragen werden. Und wegen hoher Automatisierung geht das zu überschaubaren Kosten. Aber hören Sie selbst, was das Metaverse, virtuelle Reality und Apple Glasses mit Flexpack zu tun haben oder zu tun haben können. Ich bin gespannt auf Ihre Ideen. Ich selber hatte viele bei dem Gespräch und bin schon dabei, die erste auszuprobieren. Viel Spaß beim Zuhören. Ich freue mich, heute haben wir im Innoform-Podcast zum Inno-Talk Matthias Wolk. Matthias, wir haben uns kennengelernt kurz vor der Pandemie über eine Bekanntschaft eigentlich. Wie gesagt hat jemand zu mir gesagt: „Mach mal deinen Podcast, mach mal deine Veranstaltung ein bisschen virtueller.“ Was machst du überhaupt? Was verbindet dich mit der virtuellen Welt von Veranstaltungen? Also die Frage, was mache ich und wenn ja, wie viele, stelle ich mir jeden Tag ganz oft. Und interessant, dass du sagst, wir haben uns sozusagen damals kennengelernt, weil damals gefühlt ja schon Lichtjahre hinter uns. Aber es war ja tatsächlich zu Beginn der Pandemie und das war, glaube ich, 2020 war das. Aber mittlerweile ist echt viel passiert. Jo, ich bin Digitalunternehmer, habe verschiedene Unternehmen, Gründer und Geschäftsführer der Gesellschaft, unter anderem der VirtualX. Wir bespielen virtuelle Welten, sind sozusagen Enabler für die virtuelle Evolution, Spezialanbieter für Virtual Reality und Augmented Reality. Dann habe ich noch eine weitere Unternehmung, die Real TV Group. Wir sind eine digitale und sehr innovative Filmproduktion, insgesamt vier Standorte in Deutschland. Und dann bin ich jetzt seit vergangenem Jahr auch noch Mitgründer und Gesellschafter der Sang Art, eine virtuelle und innovative, man kann sagen, Handelsplattform für den internationalen Kunstmarkt. Und das sind die Themen, die ich so bespiele. Und ja, wir haben vorhin kurz im Vorgespräch schon ein bisschen erläutert. Man hat mal bessere und mal schlechtere Zeiten, wie das so ist im Leben. Aber insgesamt alles das, was ich mache, macht mir unfassbar großen Spaß, die richtigen Menschen an den richtigen Orten zusammenzubringen. Und was vielleicht ganz spannend ist, um das überspitzt zu formulieren, all das, was ich mache, habe ich nie in meinem Leben gelernt. Ich bin nämlich von Haus aus gelernter Fernsehjournalist. Ich habe in meinem ersten Leben früher im Fernsehen moderiert, aber habe mir da die Fähigkeit, glaube ich, so ein bisschen erarbeitet, Übersetzer zu sein. ### Zwischen Technologie und Kreativkonzepten vermitteln Und das ist immer der Punkt, den ich hier auch in verschiedenen Unternehmungen einnehme, dass ich so vermittle zwischen unseren IT- und virtuellen Spezialisten und den Kunden. Weil wenn die direkt miteinander sich unterhalten sollen, dann geht das meistens nach hinten los. Und dann bin ich sozusagen der Matcher zwischen den Welten und versuche, das zu übersetzen. So, lange Frage. Die lange Antwort auf eine kurze Frage. Sorry, Karsten. Ganz, ganz spannend. Genauso muss es sein. Wir wollen dich natürlich auch ein bisschen persönlich nochmal kennenlernen. Deswegen mache ich immer so Blitzfragen. Das ist so ein bisschen üblich auch in der Podcast-Szene. Und du kannst kurz oder lang darauf antworten. Und die sind so ein bisschen überraschend. Die haben wir nicht abgestimmt. Buch oder Hörbuch? Auf jeden Fall Buch. Präsenzevent oder online? Der Mix macht’s. Der Mix macht’s sehr schön. Chatbot oder Hotline? Chatbot. Universe oder Metaverse? Metaverse, definitiv. Jetzt kommen wir ein bisschen ins Eingewachte. VirtualX ist das, worüber wir heute ein bisschen detailliert reden wollen. Denn unter der Flagge wirst du auch beim Inno-Meeting in diesem Jahr, wo wir ja immer auch so ein bisschen innovative Tendenzen, Trends, manchmal sogar Megatrends besprechen wollen für die Flexpack-Industrie. Und in diesem VirtualX, was ich immer falsch geschrieben habe, mit VR, schreibt sich aber VR. Diesen Wortwitzkasten, den wir uns damals am Einfall lassen, VirtualX eben genau VR für Virtual Reality und dann X. X und X immer für Unlimited, weil wir sozusagen in der XA-Technologie unterwegs sind. Für unlimitierte Welten steht das X immer. Genau, hochspannend. Und dieses VR habe ich natürlich dann später bei der Korrektur des Firmennamens verstanden, diesen Wortwitz. ### Virtual Reality und Unlimited Reality erklärt Da geht es um virtuelle Reality und was hat das überhaupt mit Verpacken zu tun und was macht ihr da genau? Erzähl ein bisschen genau. Also das könnte jetzt ein stundenlanger Vortrag werden, ich versuche mal ein bisschen runterzubrechen. Also wir sind Wegbereiter der virtuellen Evolution und wir unterstützen unsere Kunden und Partner auf den Weg in die virtuelle Welt und gehen so gemeinsam die ersten Schritte und das tatsächlich immer Schritt für Schritt mit Inhalten und eigenen Softwarelösungen. Und da gibt es eben die großen Schlagworte Virtual Reality und Augmented Reality. Und das Spannende ist eben gerade in Bezug auf Verpackung, wie man sozusagen die analoge und digitale Welt miteinander verbinden kann. Und ich finde immer, die Verpackung bietet ungeahnte Möglichkeiten und bin aber immer relativ erschrocken sozusagen, wenn ich mal in Hamburg durch einen Budnikowski oder durch einen Rossmann oder so laufe, wie wenig das bisher noch genutzt wird. Und vielleicht kann ja der Impulsvortrag dann bei euch so ein bisschen dafür sorgen, dass ein bisschen quer und vielleicht neu gedacht wird. Und es gibt einfach viele, viele Möglichkeiten, dass man die Verpackung ja als Schnittstelle nutzt in die digitale und virtuelle Welt. Und das kann man eigentlich total simpel machen, dass man, ich meine, jeder hat jetzt nach Corona spätestens gelernt, dass der QR-Code beispielsweise Sinn macht. Jeder hat ein Smartphone dabei, wenn ich einkaufen gehe. Aber bisher wird das echt total, überhaupt nicht ausgeschöpft. Ich bin ein totaler QR-Code-Checker und Fanatiker und überall, wo es einen QR-Code gibt, halte ich mein Handy drauf. Und meistens, und das ist dann die Enttäuschung, werde ich immer noch weitergeleitet, entweder in den Online-Shop oder auf die Website des Unternehmens. Und das ist natürlich dann sozusagen digital und virtuell deutlich zu kurz gehüpft, ist klar. Genau so ist es. Und der QR-Code ist für viele Marketeers, für Verpackungen natürlich ein No-Go, weil die sagen, das zerstört ja neben dem Barcode noch mehr unser Druckbild und verstümmelt unser Layout und so weiter. Und es gibt natürlich auch neuere Techniken, die werden wir auch beim Inno-Meeting würdigen. Es gibt ja so dieses Zauberwort Holy Grail, da gibt es dann so Digimark, so Marken, die im Druckbild versteckt werden. Wäre das auch etwas, wo ihr dann mit eurer Virtual X andocken könnt? Wenn jetzt also eine Verpackung ausgestattet wäre mit so einer Markierung, könntet ihr dann daraus was Virtuelles machen? Ja, genau das, was wir machen. Also, weil wir natürlich auch QR-Codes, meine Tochter wird sagen, lame finden und eben auch visuell nicht super schick. Und deswegen arbeiten wir mit Markern. Und wir haben eine AR-Lösung, eine eigene Software, das nennt sich AR-Easy, weil muss ja immer alles mal easy sein und drag and drop. Der Hintergrund ist der, mir ging es mal voll auf den Sender, dass ich tolle AR-Experiences machen kann, aber ich musste mir jedes Mal eine App runterladen und ich hab so viele Apps auf meinem Handy und ich kann gar keine Apps mehr sehen. Und wenn ich jetzt eine neue Produktlinie virtuell sozusagen erfahren kann und die Mehrwerte checken möchte, dann lade ich mir nicht vorher noch eine App runter. Und deswegen arbeiten wir mit Markersystemen. Du brauchst das Handy aber einfach nur draufhalten. Die Kamera erkennt sofort den Marker und dann wirst du in die digitale, respektive virtuelle Welt rübergeleitet. Und das hat einfach viele Vorteile. Es ist easy. ### Selbsterklärende und barrierefreie VR-Anleitungen Es ist für jedermann zugänglich. Es ist selbst erklärend. Und dann reden wir ja nicht nur über Bedienungsanleitungen, die ich auf meiner Verpackung sozusagen integrieren kann, digital und virtuell, sondern wir reden über das Thema Gamification. Wir reden darüber, dass ich das Produkt vielleicht individuell branden kann und so weiter und so weiter. Da sind dann die ganzen Kreativkonzepte befragt, weil das ist ja immer so die Frage. Auf der einen Seite sind die Technologien dort und vorhanden und verstanden. Aber wie setze ich das dann in ein wirklich gutes, kreatives Konzept um? Und das ist genau das, was wir machen, dass wir auf der einen Seite diese Software-Solutions anbieten. Aber eben jetzt nicht nur sagen hier, lieber Partner und Kunde, friss und stirb. Das ist die technologische Lösung. Und dann lassen wir den mit alleine, sondern es geht ja vor allen Dingen um die kreativen und inhaltlichen Konzepte dann. Verstanden. Wir als Innoform versuchen ja auch mal, da die Enden zusammenzubringen. Und wenn ich mir jetzt vorstelle, ich bin jetzt in einer Drogeriemarkt-Kette, dann will ich natürlich viel über meine Kunden lernen, um mein Angebot zu verbessern, zu optimieren. Welche Rolle könnte denn jetzt so eine virtuelle Animation auf einer Verpackung dann spielen? Können wir mal so einen Business-Case irgendwie durchgehen, dass das für unsere Zuhörer so ein bisschen handgreiflicher wird, dass man sich was vorstellt? Genau. Also du hattest ja, glaube ich, auch schon erwähnt, Avatar-Lösung beispielsweise. Ich habe mir jetzt von mir einen Avatar bauen lassen, hat einen riesengroßen Vorteil. Ich bin absolut skalierbar, weil ich muss nicht mehr selbst vor die Kamera, sondern ich kann zu jeder Tages- und Nachtzeit, in jeder Sprache dieser Welt kann ich als Avatar auftreten. Und so könnte das zum Beispiel auch bei einer Verpackung sein, dass ich eben meine Kamera draufhalte und von einem freundlichen Avatar begrüßt werde, vielleicht sogar individualisiert, weil ich vielleicht schon getrackt bin, wie auch immer. Und ich kann mich dann mit den Inhalten der Verpackung und Mehrwerten nochmal viel, viel mehr auseinandersetzen, weil bevor ich mir auf einer Verpackung einfach was durchlese und das vielleicht direkt wieder schnell zur Seite lege, werde ich emotional durch ein Video, was im Raum auf der Verpackung getrackt stattfindet, angesprochen. So, dann kann ich natürlich darüber hinaus viel, viel mehr. Und ich kann, weiß nicht, Multiple-Choice-Fragen beispielsweise stellen und erhöhe dadurch die Interaktivität und die Verweildauer. Und ich setze mich viel mehr mit dem, vielleicht auch gar nicht so sehr im ersten Schritt mit dem Produkt auseinander, sondern mit all den Themen, die da herum passieren. Und dann ist natürlich klar, Daten werden getrackt. Ich kann gucken, so wer beschäftigt sich mit meinen Produkten? Wer beschäftigt sich wie lange mit welchen Produkten? Im Sinne von bei Amazon wurde dieser Artikel geklickt. Für Sie sind auch die und die Produkte spannend. Also da ist natürlich dann das Feld riesig und unerschöpflich. Aber die ganz klare Empfehlung, die wir eigentlich immer aussprechen, ist sozusagen Schritt für Schritt ranzugehen, ohne jetzt eurer Branche sozusagen zu sehr auf die Füße zu treten oder zu nahe zu treten. ### Digitales Einkaufen: Die Zukunft des Handels Ich finde das schon manchmal jetzt eigentlich total provozierend, das ist sozusagen echt schnarchend, wie die Branche unterwegs ist, weil das so viel Potenzial bietet. Und wenn ich ein Produkt hätte, wo es eine Verpackung gibt, dann würde ich von vornherein die Verpackung digital und virtuell denken. Weil, und jetzt kommt der entscheidende Schritt, die Verpackungen ja heutzutage nur in der realen Welt relevant sind, aber sukzessive wandern die Verpackungen ja immer mehr in die virtuelle Welt. Und dann sind wir direkt beim Thema Metaverse. Denn in Zukunft werden die Menschen verstärkt digital und virtuell einkaufen. Also wir haben vorhin gesagt, der Mix macht es. Das ist natürlich jetzt kein Schritt, der von gleich auf jetzt vollzogen wird, aber sukzessive merken wir das schon. Budgets werden schon verschoben und gehen in die virtuellen Plattformen. Und spätestens da bekommt der Verpackungsbegriff nochmal eine ganz andere Bedeutung, weil ich dann ja in der virtuellen Welt noch viel, viel mehr Möglichkeiten habe. Ich kann Videocontent direkt auf die Verpackung drauf spielen. Ich kann individuelle Verpackungen machen. Ich kann Verpackungen machen, die in der realen Welt gar nicht gedruckt oder gepresst oder erzeugt werden könnten. Und da wird es spannend. Und eben beim Verpackungsentwurf und Beispiel Design von vornherein schon zu denken, okay, ich mache das jetzt eigentlich wie die reale Welt, aber wie kann es in der virtuellen Welt stattfinden? Dann wird es richtig spannend. Das spüren wir auch bei uns in der Verpackungsbranche. Wir hatten die Drucktagung im November und da war ein spannender Vortrag, den es jetzt auch als Podcast-Episode gibt von Link to Brands, die jetzt auch schon einen virtuellen Zwilling von jeder Verpackung machen als Repro-Agentur quasi. Sie haben früher Druckzylinder graviert und machen heute eben virtuelle Verpackungen im virtuellen, in der virtuellen Welt. Und da sieht man schon, der ist schon angekommen, aber die gehen immer noch aus von der realen Verpackung. Also der Shift hat noch nicht stattgefunden. Da sind wir gerade an dieser Schwelle, glaube ich. Genau. Und die Schwelle ist aber auch eine, ja, wichtig und relevante, weil man muss ja die Menschen auch mal dort abholen, wo sie stehen. Und jetzt zu sagen, und das haben wir jetzt ja auch in den letzten drei Jahren gemerkt bei den ganzen großen virtuellen Plattformen, die wir gebaut haben, wir haben völlig anachronistisch eigentlich Messen nachgebaut, was totaler Quatsch ist. Aber wir haben es gemacht, weil wir die Leute abholen wollten. Die waren erst mal so überfordert. Oh, das reale Event findet nicht mehr statt. Was meint ihr jetzt? Okay, da gibt es einen analogen digitalen Zwilling. Der sieht zum Glück aus wie die reale Messe. Also finde ich mich schon mal zurecht. So, aber das ist jetzt, wie gesagt, damals, wir haben es schon gesagt, drei Jahre her, die Welt hat sich mit einem enormen Tempo weitergedreht. ### Von Fotoshooting zu 3D-Rendering-Daten Und jetzt sind wir an der Stelle, wo wir sagen, okay, weg von der traditionellen Denkweise, hin zu einer immer mehr stärker innovativen. Und zum Thema Verpackung und 3D: Ich habe heute Morgen noch ein Gespräch dazu gehabt. Ein Partner im Bereich Bewegtbild, mit dem wir zusammenarbeiten, der auch viel im Bereich Animation und so weiter unterwegs ist, der hat am Freitag, hat er mir erzählt, Lidl-Prospekte bestehen, wenn ich die Produkte sehe, also tatsächlich klassisch, da liegen wir noch als Schweinebeilage in einer Zeitung oder so, zu 98% aus bebauten Produkten. Also da wird kein Fotoshooting mehr gemacht und gar nichts, weil die Daten sind ja alle da. Und auch dort gibt es dann eben sehr, sehr viele Mehrwerte dann plötzlich. Ja, das erkennen gerade die Händler. Und wir sind ja immer in diesem Innovations-Push-, Innovations-Pull-Dilemma. Also wir als Verpackungsindustrie sind zu schwach, zu klein, um Innovationen wirklich zu treiben in den Marken. Sondern wir müssen uns immer ziehen lassen von den Marken früher. Aber jetzt gibt es sehr viel Private Label. Jetzt haben die Händler eigentlich die Rolle als OEM, würde man in der Autoindustrie sagen, übernommen und ziehen uns jetzt. Und jetzt passiert ja was ganz Spannendes. Die verlangen einfach diese digitale Welt. Und jetzt müssen wir folgen. Und parallel dazu passiert was Spannendes, dass wir eben auch Prozesse selber, Produktionsprozesse digitalisieren. Und so ähnlich hast du es gemacht mit dem virtuellen Matze. Ich spreche jetzt mit dem echten Matze, aber er wäre vielleicht gar nicht zu unterscheiden von dem virtuellen Matze. Ich verlinke das Video nochmal. Kann ich jetzt als Karsten Schröder mir auch so einen virtuellen Karsten machen, mit wenigen Klicks, wie du gesagt hast? Oder wie weit ist da die Entwicklung? Ob du jetzt mit dem echten Matze sprichst oder mit dem Avatar, das klären wir ganz am Ende auf. Vielleicht hat es gerade die ganze Zeit mit dem Chatbot hier zu tun. Kann jetzt da keiner so richtig verifizieren, weil wir sind ja nicht zu sehen, sondern nur zu hören. Die Auflösung kommt dann ganz am Ende. Also ja, das ist völlig skalierbar machbar. Es gibt zwei Ansätze. Entweder sagt man, ich nehme einen Avatar sozusagen von der Stange, der so ein bisschen aussieht und wirkt wie ich. Oder ich lasse mich eben selbst aber als Avatar verwandeln. Und der Aufwand ist wirklich super gering. Du gehst einmal in ein Greenscreen-Studio, musst 15 Sätze unfallfrei sozusagen in die Kamera sprechen. Und dann hat die KI so viel Input und so viel Wissen über dich und deine Gestik und Mimik und wie du sprichst und ob du die Augen zumachst oder ob du mit dem Mund ein bisschen linkshängrig bist oder mit dem Kind nach vorne gehst und so weiter. ### KI personalisiert virtuelle Produkterlebnisse individuell Also bis in die letzten Details erkennt die KI deine individuellen Eigenarten sozusagen. Und anschließend, wenn du das gemacht hast, musst du wirklich nur noch den Text in die Vorlage eingeben. Und dann kommt das fertige Avatar-Video von dir raus. Und das ist ja im Sinne von Produktionsprozesse skalieren und einfach machen. Einmal aufsetzen, einmal sich die Mühe machen und dann kannst du es endlos ausspielen. Und wir bespielen das Thema jetzt mit den künstlichen Avataren so seit drei Monaten. Und wir haben einen totalen Run darauf, weil was ist jetzt passiert? Die Menschen merken, wow, ich kann ja zum Beispiel mit ganz wenig Aufwand Erklärvideos plötzlich und Tutorials produzieren. So, weil früher war das so, da musste eine Kamera aufgebaut werden. Da musstest du Zeit haben dafür. Wir haben jetzt zum Beispiel im Bereich Medizin ganz viele Anfragen und dann sagen die Ärzte, ja, früher war das so, ich bin irgendwie Kieferorthopäde und ich muss morgens ab acht am Stuhl stehen und arbeite bis 17, 17:30. Da habe ich keinen Bock noch abends Videos zu machen. Mit eurer Lösung kann ich jetzt die Videos machen so wie ich möchte, weil es entsteht alles am Rechner. Und was ganz Spannendes, das merken wir ja auch, wenn wir die virtuellen Welten bauen und mit Avatar unterwegs sind, die Menschen sind ganz, ganz schnell in der Lage und akzeptieren diesen Avatar und haben gar nicht so Berührungsängste oder so, sondern man akzeptiert, dass man mit einem Avatar kommuniziert. Und das ist echt spannend, was es auch in der Wahrnehmung für eine Geschwindigkeit dann darstellt. Also mich hat das auch total begeistert sofort. Ich beschäftige mich auch noch nicht so lange. Ich will auch einen virtuellen Avatar von dir. Das werden wir dann im Anschluss auch nochmal verabreden. Was kann das für Verpackungen bedeuten? Wie stellst du dir so ein Szenario vor? Du hast es eben schon kurz angerissen. Also es könnte sein, dass ein Code auf der Verpackung ist und es entsteht dann ein virtueller Raum. Bleiben wir mal bei dem Kosmetikprodukt. Ich habe jetzt eine Zahnpasta. Im Moment sind ganz im Trend Happy Brush und so weiter, die neuen elektrischen Zahnbürsten mit Hyperschall und so weiter. Was betrifft da eine Verpackung? Wir wollen die Faltschachtel beispielsweise weglassen von der Zahnpasta. Jetzt haben wir nur die Tube. Da habe ich ja noch weniger Platz, um was drauf zu drucken. Und jetzt kommst du ins Spiel, oder? Genau, dann kommen wir ins Spiel, weil, ganz simples Beispiel, ich kann das Produkt quasi aus der Verpackung ausnehmen, ohne dass ich die Verpackung entpackt habe. ### 3D-Rendering und interaktive Produktvisualisierung Und es gibt das Produkt als 3D-Rendering. Das wird definitiv so sein. So, die Daten ziehst du dir und dann hältst du dein Smartphone auf die Verpackung drauf und kannst dann schon mal das Produkt sehen, wie es eingesetzt wird, Produktvorteile und so weiter. Aber es ist halt 3D erlebbar. Und es ist nicht so, dass ich jetzt einfach nur ein flaches Video habe, sondern ich habe dann, wenn du sagst, hier diese Turbozähne wirst, ich habe jetzt auch so eine, bin mega happy damit. Ich hätte es cool gefunden, dass ich mir aber, wenn ich im Laden stehe, mir vorher schon mal den digitalen Zwilling richtig haptisch in der virtuellen Welt sozusagen angeguckt hätte. So, das ist ein total simples, aber ganz konkretes Beispiel, wie man diesen Mehrwert, den noch ungenutzten Mehrwert von Verpackung nutzen kann. Bei Lebensmitteln ist die Schwelle, glaube ich, umso höher. Weil, ich sage mal, bei Konsumprodukten wie eine elektrische Zahnbürste, die dann einen relativ hohen Preis hat im Vergleich zu den Herstellungskosten, kann man ja auch noch ein bisschen Spielerei bezahlen. Aber wie ist das bei einem ganz simplen Produkt vielleicht wie eine Handseife oder so? Lohnt sich das überhaupt, so was? So einen Aufwand dann zu treiben. Wie aufwendig ist das dann, so eine virtuelle Welt, um dieses Produkt zu schaffen? Was schätzt du? Jetzt kommt so eine typische Juristenantwort: Es kommt drauf an. Also der Vorteil ist, wenn du eine Softwarelösung nutzt, dann ist das echt niedrigschwellig, weil du quasi Plug and Play machen kannst und auf eine automatisierte Lösung zurückgreifst. Und für den ersten Schritt ist das auch schon mal vollkommen ausreichend. Und dann, und das ist in der virtuellen Welt eigentlich genau wie in der realen Welt, nach oben hin sind keine Grenzen. Natürlich kannst du es noch high-performanter machen. Du kannst noch mehr Interaktion reinbringen. Du kannst eine sehr, sehr umfassende virtuelle Welt schaffen und so weiter. Aber ich glaube, darum geht es gar nicht. Es geht darum, mit niedrigen Kosten die ersten Schritte und Erfahrungen zu machen. Und da das ja für die meisten Beteiligten etwas Neues ist, wäre alles andere auch fatal. Weil was überhaupt gar keinen Sinn macht, ist zu Beginn ein großes Budget in die Hand zu nehmen und dann zu sehen: „Oh, läuft doch nicht so, hat man es gerade anders vorgestellt.“ Weil dann ist das Thema durch. Dann wird das die nächsten fünf Jahre keiner mehr anfassen. Wenn du aber sagst, ich nehme am Anfang – keine Ahnung – 2.000 Euro in die Hand, um mal zu testen, wie das so funktioniert. Dann fange ich ganz klein an, teile ich auf. Wir haben hier, weil du sagst Lebensmittel, wir haben viele Projekte im Bereich Trinken gemacht, Bier. Weil wir von den Überquell-Jungs aus dem Hafen zum Beispiel die Etiketten zum Leben verwandelt haben. ### Großeffekt mit kleinerem Budget erreichen Und das hat einen Apple und ein Ei gekostet. So, aber der Effekt war riesig, weil in der Community und auch auf der Branchenplattform war dann die Kommunikation das erste Augmented-Reality-Bier dieser Welt und so weiter. Und dann hast du wieder einen guten Image-Träger. Du bist innovativ unterwegs und so weiter. Also da nochmal der Hinweis, echt mit wenig Budget anfangen, wenig Kohle ausgeben und der Rest wird sich schon von alleine dann ergeben. Vorletzte Frage, die zieht so ein bisschen in eigene Sache. Du hast der Erfahrung eben auch schon angedeutet im Bereich virtueller Messen, virtueller Events. Da habt ihr auch versucht, niederschwellig ranzugehen, habt quasi Messehallen nachgebildet und so weiter. Gucken wir mal auf unser Inno-Meeting jetzt im Februar. Da sind 150 Leute im Saal, sind vielleicht ein paar zugeschaltet. Hybridisierung haben wir mittlerweile schon hingekriegt, war auch nicht so einfach, musste auch einiges programmiert werden im Hintergrund. Das funktioniert aber jetzt alles. Aber was passiert da in der nächsten Zeit bei den Events? Hast du da auch Ideen, was vielleicht auch im Vorfeld und im Nachgang? Genau, also diese Hybridisierung von Events, das funktioniert ja schon mal. Was nicht funktioniert, das haben wir jetzt in den letzten drei Jahren gemerkt: wenn du, weiß nicht, 3000 Leute auf eine Plattform rausholst, weil es findet eben nicht diese zufällige Begegnung statt. Das ist bei 150 Leuten etwas ganz anderes. So und wir sind jetzt natürlich schon wieder einen Schritt weiter, weil hybride Events finden bei uns in der Virtual Reality statt. Und das ist ein sehr, sehr guter Ansatz, weil du nicht einfach nur display-mäßig, 2D-mäßig einen Videocall hast, wo du sofort merkst: okay, der andere sitzt irgendwo, ist aber gar nicht bei mir, sondern wenn du die Virtual-Reality-Brille aufhast und gemeinsam mit Leuten im Raum bist, hast du wirklich dieses räumliche Gefühl. Und du denkst, der Mensch, mit dem ich gerade spreche, der sitzt wirklich links neben mir oder mir direkt gegenüber. Über Avatare wird das gelöst. Du hast sofort ein räumliches Präsenzgefühl. Wenn du dich nach links oder rechts umdrehst, hast du einen anderen Sound, weil du kannst dich auch in kleine Gruppen aufteilen. Also alles das, was du bei so einem Videocall nicht hast. Weil bei so einer Plattform, da kann ja immer noch einer quatschen und alle anderen müssen zuhören. Und das ist in der virtuellen Welt eben nicht so. Und wir machen das beispielsweise so. Wir machen mittlerweile, wenn wir Kundenpräsentationen haben. Da sind wir früher dann irgendwie mit acht Leuten zum Kunden gefahren. Da fährt mittlerweile nur noch einer hin. Und der hat ein Set von Brillen dabei und dann wird das Meeting nämlich in der virtuellen Welt abgehalten. Und die ganzen Experten, die wir haben, die auch europaweit bei uns im Team verteilt sind, die werden dann über die Virtual Reality zugeschaltet mit dem jeweils eigenen Avatar. ### Virtuelle Welt als reales Erlebnis Und dann bietet das eben noch eine andere Möglichkeit und viele, viele Vorteile. Nicht nur, dass du dann einfach die Kommunikation besser machst, sondern Produkte können gezeigt werden. Du kannst die Produkte von einer Hand in die andere geben. Man kann am Whiteboard arbeiten und so weiter. Also alles das, was du aus der realen Welt kennst, ist dann plötzlich virtuell erlebbar. So und jetzt gibt es ein Pain in the Ass. Und das ist immer noch die Frage: Ja, wie läuft das denn mit den Brillen? Das ist immer die Frage, die wir laut gestellt bekommen: Ja, wir haben die ja nicht. Ja, genau habt ihr nicht. Aber wir sorgen dafür, dass ihr die Brillen bekommt. Und dann könnt ihr entweder Brillen ausleihen oder Brillen kaufen. Wir haben mittlerweile schon viele Kunden, die für den Vertrieb, ihre Vertriebsmannschaft mit VR-Brillen ausgestattet haben. Und die nehmen die dann statt iPad mit und fahren zum Kunden und machen genau das, was ich gerade beschrieben habe. Und dieses Jahr soll ja also die Branche sozusagen hofft drauf, dass endlich die Apple Glasses auf den Markt kommen, weil das könnte dann im nächsten Schritt so ein iPhone-Effekt nochmal bedeuten. Das heißt, wir gehen in dem Bereich weiter in Richtung B2C und Massenmarkt. Und das wird und das belegen alle Studien perspektivisch in den nächsten fünf bis zehn Jahren viel, viel schneller gehen als das Smartphone respektive das iPhone sich verbreitet hat. Also insofern sind wir da auch von der technologischen Seite irgendwie so auf der sicheren Seite. Aber Stand heute, es hat eben noch nicht jeder eine Virtual-Reality-Brille dabei. Und deswegen müssen wir gleichzeitig auch immer für die Infrastruktur sorgen, damit das stattfindet. Und wir beraten große Marken auch aus dem Lebensmittelbereich und Food-Bereich und Getränkespezialisten und so weiter. Und allen CEOs, mit denen wir dort zusammengesessen haben und denen wir die Brille aufgesetzt haben, da war keiner, der gesagt hat „finde ich doof“, sondern alle haben gesagt „ah, jetzt verstehe ich so langsam, was das mit dem Metaverse, was es damit auf sich hat“ und man muss. Und das ist die Erkenntnis bei Virtual Reality. Man muss es einfach erlebt haben. Du kannst diese Experience nicht per Video transportieren und kommunizieren, sondern du musst die Brille aufhaben. Und vielleicht letzter Gedanke noch dazu, wo die Reise geht. Stichwort Metaverse. Wir merken, dass eben viele Kunden eben dorthin gehen, wo ihre Kundschaft ist. Die sind nämlich auf den verschiedenen Plattformen. Das ist dann irgendwie ein Decentraland oder ein The Sandbox und so weiter. Und es gibt gerne in den USA schon echt super Beispiele, weiß nicht, von Millers Bier beispielsweise, die dann in die Plattform reingehen und dort ihr Produkt auf spielerische Art und Weise anbieten. ### VR-Lösungen für preiswerte Produkte Und das hat dann den riesengroßen Vorteil, dass du dann in der virtuellen Welt bleiben kannst und du musst dann aber die VR-Brille gar nicht mehr abnehmen und sagen „ok, jetzt gehe ich mal online und besorge mir irgendwie einen Delivery Service“, sondern ich mache das im Spiel und 10 Minuten später kommt dann der Getränkelieferservice bei dir vorbei und du musst also gar nichts mehr machen, die virtuelle Welt nicht verlassen, sondern du musst nur noch selber trinken. Das ist das Einzige. Das geht noch nicht virtuell. Ja, genau. Hast du denn da die Hoffnung, dass das auch für sehr preiswerte Produkte wie zum Beispiel Getränke wirklich funktionieren wird in naher Zukunft oder sind da jetzt noch fünf oder zehn Jahre vor diesem Punkt? Nee. Also wir sind jetzt glaube ich noch fünf Jahre davor, aber der riesengroße Vorteil ist, dass beispielsweise die Unternehmen aus der Getränkeindustrie, mit denen wir intensiv darüber sprechen, die haben den großen Vorteil, dass sie die ganze Logistik und die Infrastruktur schon im Backoffice sozusagen haben und liefern können. Und dann ist es ja am Ende einfach nur total logisch. Ich gehe dorthin, wo die Zielgruppe ist und da gucke ich, dass ich einen möglichst guten Lieferprozess und eine Logistik hätte an der richtigen Stelle. Und das wird also eher fünf Jahre dauern als zehn Jahre. Hochinteressant. Jetzt hast du schon eine ganze Menge Ratschläge für uns als Verpackungsherstellerindustrie, für die ich eigentlich hauptsächlich stehe, ja schon gesagt. Wenn du jetzt eins rauspickst, was du der Verpackungsherstellenden Industrie raten würdest, wenn die einfach mal loslegen wollen, also die Innovation reintragen wollen in den Markt, auch vielleicht als Mittelständler. Du sagtest niedrigschwellig, ohne großes Invest. Was würdest du so einer Verpackungsfirma raten, die jetzt einfach mehr Folienverpackungen oder bessere Folienverpackungen verkaufen will? Ja, also die alte Weisheit. Wichtig ist auf dem Platz und es gibt nichts Gutes, außer man tut es ausprobieren. Es bringen keine Präsentationen was und man hätte, man könnte, man müsste, sondern machen mit wenig Aufwand und das einfachste wäre, nehmt eure Verpackung, setzt einen schönen Marker drauf und dann überlegt man sich gemeinsam, was dann virtuell und digital in diesem Marker stattfindet, weil Handy drauf, Kamera erkennt den Marker und dann kannst du entweder dein Produkt in 3D visualisieren. Du kannst auch vielleicht am Anfang auch nur ein kleines Video drauf packen oder so und dann hast du schon deine erste Experience im wahrsten Sinne des Wortes und dann guckst du, wie deine Kunden das empfinden, deine Partner das wahrnehmen. Dann guckst du, wie sich auf deine Marker einzahlt, ob du mehr Abverkäufe darüber hast, ob du mehr Interaktion hast, ob du zum Beispiel eine direkte Weiterleitung in einen Online-Shop hast und dann hast du schon irgendwie vier, fünf Indikatoren und spätestens dann, wenn du es gemacht hast, wirst du sehen, hat einen sehr, sehr deutlichen Mehrwert und dann beschäftigt man sich mit den nächsten Schritten. Hochspannend, danach kann nichts mehr kommen. Ich will meinen digitalen Zwilling zieht gleich mein Greenscreen runter und dann legen wir gleich los. Dankeschön für das tolle Gespräch. Sehr gerne, lieber Karsten. Ich freue mich auf unser reales Treffen dann und dann werde ich ja viele Beispiele dabei haben, bis wir was erzählen und vielen Dank für die Gelegenheit. Hat großen Spaß gemacht, lieber Karsten. Danke, gleichfalls. **Kategorien:** Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** im-02-23, Matthias_Wolk, Podcast --- ### [Stefan Faktor über EB-Offset-Zentralzylinder Drucktechnik](https://inno-talk.de/stefan-faktor-ueber-eb-offset-zentralzylinder-drucktechnik/) **Published:** Januar 30, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Im Rahmen des 8. Expertentreffs Verpackungsdruck sprach Stefan Faktor mit Karsten Schröder nach seinem spannenden Vortrag über das Offset-Zentralzylinderkonzept. Nicht nur die Arbeitsbreiten über 1.050 mm machen dieses System mit bereits über 20 Installationen besonders für Flexpacker interessant. Auch die Farb- und Lackeigenschaften sind hervorragend. So kann bei vielen Anwendungen auf eine Kaschierung verzichtet werden, da EB-Farben und -Lacke besonders kratzfest und chemikalienbeständig sind. Hinzu kommt, dass die Offsetdruckplatten mit ca. 7 €/Platte nicht nur äußerst kostengünstig, sondern auch zu 100 % recyclingfähig sind. Besonders effizient ist EB-Offset bei Auflagen bis zu 40.000 m². Sehen Sie selbst, wie sich Offset und Zentralzylindermaschine ideal ergänzen. ### Verwandte Episoden - [Stefan Hilß über die Rolle der Verpackung am Point of Sale](https://inno-talk.de/stefan-hilss-ueber-die-rolle-der-verpackung-am-point-of-sale/) **Kategorien:** Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Etiketten + Sleeves, Flexodruck, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Migration, Wechselwirkungen, Neuigkeiten, Standbeutel, Tiefdruck, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** comexi, stefan_faktor, vd-11-22, VD-11-23 --- ### [Alina Ott zu Digitalen Produktpässen - auch für Flexpack](https://inno-talk.de/alina-ott-zu-digitalen-produktpaessen-auch-fuer-flexpack/) **Published:** Februar 6, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Alina Ott berichtet über das Projekt R-Cycle. Wir erfahren, wie digitale Produktpässe entlang der Lieferkette entstehen können und Informationen gezielt zwischen Lieferanten und Kunden geteilt werden. Wir diskutieren Fragen wie Datenhoheit, Nutzen der Weitergabe aber auch Bedenken der Stakeholder und wie diese entlang der gesamten Lieferkette ausgeräumt werden müssen und können. Wir sprechen auch über Kennzeichnungen auf Kunststoffprodukten und -verpackungen wie Digimarc, QR- und EAN-Codes. Egal ob Holy Grail 2.0 oder nur für interne Kommunikation – Produktpässe für Flexpack werden Realität Der Tenor der gesamten Diskussion ist, dass R-Cycle nicht nur das Recycling unterstützen kann, sondern in jeder Phase der Produktion einen Mehrwert schaffen soll. Links: Und hier geht es direkt zum Podcast zum „hier anhören“: Alina Ott & Karsten SchröderAuch verfügbar auf: - [Inno-Talk.de](https://www.inno-talk.de/podcast) - [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) - [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) - [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk?refMarker=null) ### Verwandte Episoden - [Flexpack-Branchentreff – 20. Inno-Meeting 2023](https://inno-talk.de/flexpack-branchentreff-20-inno-meeting-2023/) - [Inkjet ist für Flexpack das Verfahren der Wahl für den Einstieg in den Digitaldruck, sagt Dr. Thomas Lehnen](https://inno-talk.de/inkjet-ist-fuer-flexpack-das-verfahren-der-wahl-fuer-den-einstieg-in-den-digitaldruck-sagt-dr-thomas-lehnen/) - [Prof. Markus Schmid über Bioökonomie und Flexpack](https://inno-talk.de/prof-markus-schmid-ueber-biooekonomie-und-flexpack/) --- ### Alle Episoden abonnieren [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [Apple Podcasts](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Folienwissens Spezial, der Innoform-Podcast zum Inno-Talk. Herzlich willkommen zur neuen Episode des Inno-Talk Podcasts. Mein Name ist Karsten Schröder und dies ist eine Initiative für alle, die Flexpack fasziniert und sich durch Gespräche mit namenhaften Branchen-Teilnehmern inspirieren lassen möchten. Los geht’s. Heute im Innoform-Podcast zum Inno-Talk Alina Ott. Alina, du arbeitest eigentlich bei Reifenhäuser. Wir sprechen aber heute über A-Cycle. Wie hängt das zusammen? Erklär uns mal ein bisschen die Zusammenhänge. Ja, sehr gerne. Also A-Cycle ist ja ein Rückverfolgungsstandard für Kunststoffverpackungen und ist eben vor drei, vier Jahren aus einer Idee heraus entstanden, eben Kunststoffverpackungen rückverfolgbar zu machen. Es ist natürlich eine Herausforderung für einzelne Unternehmen, Kreislaufwirtschaft alleine zu bewältigen. Und aus diesem Grund haben sich zu Beginn, als eben diese Idee geboren war, verschiedene Unternehmen zusammengeschlossen, unter anderem eben Reifenhäuser mit dem Ziel eben, Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen und dieses Thema A-Cycle weiterzuentwickeln, digitale Produktpässe zu schaffen. Wir gehen gleich noch tiefer rein in das Thema A-Cycle, Alina. Ich will dich auch gar nicht unterbrechen, aber wir wollen dich natürlich auch persönlich noch ein bisschen besser kennenlernen, bevor wir jetzt zu sehr schon in die Datentechnologie und in Nummernkreise und so was abtauchen. Was hast du denn vor Reifenhäuser überhaupt gemacht, dass dich das befähigt, jetzt so ein spannendes Thema anzugehen? Bevor ich bei Reifenhäuser war, tatsächlich habe ich Wirtschaftsingenieurwesen studiert, sowohl den Bachelor als auch den Master gemacht und habe mich bereits in meiner Bachelorarbeit sehr intensiv mit diesem Thema Nachhaltigkeit auseinandergesetzt. Also ich war schon in der Vergangenheit sehr tief im Bereich Kunststoffindustrie unterwegs und bin natürlich immer wieder auf dieses Thema Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft gestoßen und habe mich schon viel mit dem Thema auseinandergesetzt. Während meiner Masterzeit bin ich eben bei Reifenhäuser eingestiegen, dann in einem Rutsch, sage ich mal, nach dem Master in dieses Projekt A-Cycle, was das Thema Kreislaufwirtschaft, Nachhaltigkeit angeht. Passt das natürlich super zusammen. Hochspannend. Wie gesagt, gucken wir gleich noch mal rein. Was machst du denn, wenn du nicht bei Reifenhäuser dich mit A-Cycle beschäftigst? Ich unternehme sehr gerne etwas mit meiner Familie, bin auch gerne mit meinen Freunden unterwegs. Also ich bin sehr gerne umgeben von Menschen. Genau, und zusammen unternehmen wir dann immer sehr lustige Aktivitäten, vor allem Teamaktivitäten wie Paintball, Laser-Tag, probieren aber immer was Neues gerne aus, wie so ein Bubble Soccer oder so ein Bashroom. Also immer was Neues erleben. Freue mich aber dann auch, wenn ich mal einen entspannten Abend zu Hause verbringen kann. Sehr schön. Die Hörer hören das vielleicht nicht, weil meine Stimme noch so jung ist. Aber uns trennt ja ungefähr eine Generation. Und deswegen lasst mich noch ein paar Blitzfragen stellen. ### Schnelle Fragen zur Persönlichkeit Das ist ja auch in der Podcast-Szene so ein bisschen üblich. Buch oder Hörbuch? Buch. Universe oder Metaverse? Universe. Spontan oder geplant? Spontan. Android oder iPhone? Android. Sehr schön. So haben wir dich ein bisschen einklassiert, schon in Schubladen gesteckt. Das macht unser Gillen ja ganz gerne. Jetzt kommen wir mal ein bisschen zum Thema. Macht richtig Spaß. R-Cycle. Hört sich jetzt erst mal ein bisschen unspektakulär an. Das R von R-Cycle kommt wahrscheinlich von Recycling, denke ich mal. Ich weiß gar nicht. Erklär mal ein bisschen. Was ist eigentlich genau damit gemeint? Genau. Ja, sehr gerne. Mit R-Cycle habe ich die Möglichkeit, digitale Produktpässe für Kunststoffverpackung zu ermöglichen. Eben mit dem Ziel, Kreislaufwirtschaft zu schaffen. Kann aber auch weitere Applikationen entlang des Lebenszyklus einer Verpackung ermöglichen. Also im Prinzip ist es so, dass wir mit dem R-Cycle oder mit dem digitalen Produkt ein digitales Tool zur Verfügung stellen, wo ich eben Datenmanagement für Kunststoffverpackung betreiben kann. Das heißt, ich habe die Möglichkeit, für Kunststoffverpackung Informationen zu speichern auf einer neutralen Plattform und mit anderen relevanten Stakeholdern diese Information auszutauschen. Das kann zum Beispiel interessant sein für das Thema Kreislaufwirtschaft. Also wenn ich zum Beispiel im Bereich der Sortierung bin und ich möchte wissen, was das für Verpackungen sind, die auf meinem Sortierband landen, kann ich mir zum Beispiel die Informationen über die Verpackung abrufen. Ich habe aber auch die Möglichkeit zu sagen, OK, ich möchte zum Beispiel meine Produktion optimieren und mit dem Produkt, was ich jetzt hier von meinem Lieferanten bekomme, möchte ich die Information digital zur Verfügung gestellt bekommen, so dass meine Anlage ganz genau weiß oder der Maschinenbediener ganz genau weiß, wie er seine Anlage einzustellen hat. Also man sieht hier so ein bisschen, dass diese Themen wie Digitalisierung eine wichtige Rolle spielen, aber auch dieses Thema Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft. Nun kennen wir in der Flexpack-Industrie die Reifenhäuser-Gruppe natürlich als Maschinenbauunternehmen, die Folien, Extrusionsanlagen zum Beispiel herstellen. ### Digitale Produktpässe für Flexpack-Verpackungen Blasfolie, Gießfolie ist das, was ich selber persönlich auch schon mal bedienen durfte von euch damals in meinen jungen Jahren, ist aber nicht getrieben nur über die Hersteller. Dieses Projekt arecycled oder das Unternehmen, sondern ihr bewegt euch entlang der gesamten Lieferkette. Wer macht da mit? Erzähl mal. Richtig, genau, genau. Es ist so, dass jeder, der ein Interesse hat, dieses Thema digitale Produktpass für seine Verpackung anzuwenden, mitmachen kann. Also es bezieht sich wirklich, wie du schon gesagt hast, auf den kompletten Lebenszyklus einer Verpackung von den Rohstoffproduzenten bis zu den Folienproduzenten bis zum Weiterverarbeiter. Aber auch Sortierer und Recycler können dabei mitmachen. Und das ist enorm wichtig, wenn wir über dieses Thema Kreislaufwirtschaft sprechen. Man braucht alle an Bord, um das Thema zu ermöglichen. Momentan ist es tatsächlich so, wir haben auch neben diesem Thema digitalen Produktpass eine Community, wo wir mittlerweile fast 30 Unternehmen sind, die den digitalen Produktpass anwenden und nutzen wollen oder eben ihre Maschinen so weit ausstatten möchten, dass eben digitale Produktpässe geschaffen werden können. Also das sind wirklich verschiedenste Unternehmen von der Produktion bis hinten zum Sortierer und Recycler. Also es ist eine lange Liste. Wir haben zum Beispiel A-Burg Brückner mit an Bord, aber auch Unternehmen wie zum Beispiel ein Steinart oder ein IREMA. Also wirklich, um eben alle Teilnehmer entlang des Lebenszyklus mit dabei zu haben. Also das A von Recycling, von A-Cycle sollte man gar nicht überbewerten. Es geht nicht nur um Recycling, sondern auch tatsächlich darum, die Prozesskette enger aneinander zu rücken. Verstehe ich das richtig? Richtig, ganz genau. Und das ist enorm wichtig, weil, wenn man sich jetzt zum Beispiel vorstellt, dass man Informationen zu einem Produkt oder zu einer Verpackung schreiben möchte, passiert das Ganze nicht in einem Schritt, genauso wie wenig wie die Verpackung in einem Schritt produziert wird. In der Regel wird zuerst ein Rohstoff produziert, dann wird eine Folie produziert, die wird bedruckt, laminiert und erst im Anschluss daran wird die Verpackung fertiggestellt. Das heißt, ich als Verpackungsproduzent kann ja nicht ganz genau sagen, woraus diese Verpackung besteht, weil ich eben verschiedene Lieferanten habe und die wiederum weitere Lieferanten. Also das ist eine Kette, die wir hier vorlegen haben und dementsprechend müssen auch die Daten so behandelt werden. Das heißt, dass die Informationen sozusagen über mehrere Prozessschritte auf der Plattform gespeichert werden und unser System aggregiert alle Informationen zusammen, sodass ich am Ende eine komplette Übersicht von der Verpackung habe. Also jetzt mal kurz als Beispiel gesprochen, damit man es ein bisschen verbindlicher kann. Wenn ich jetzt zum Beispiel im Bereich der Folienproduktion bin, weiß ich natürlich ganz genau, welche Polymere jetzt hier an dieser Stelle zusammengekommen sind und auch zu welchen Anteilen, wie viel Prozent PE-HD habe ich eingesetzt, wie viel Prozent PE-LD. Wenn ich jetzt natürlich einen Schritt weitergehe und diese Folie kommt nachher zu demjenigen an, der die Folie bedruckt, weiß ich zum Beispiel als Weiterverarbeiter, welche Bedruckfarben ich eingesetzt habe und das gebe ich dem System und damit füttere ich das System im Prinzip wieder und so aggregieren sich die Daten über die verschiedenen Prozessketten und am Ende der Verpackung, wenn ich dann die Verpackung befülle, weiß ich auch, womit, mit welchen Inhalten sie gefüllt ist. Habe ich da Lebensmittel verpackt oder irgendwelche gefährlichen Inhaltsstoffe? Und so kommen die Daten immer weiter zusammen und genauso funktioniert das System, sodass ich im Prinzip verschiedene Stakeholder entlang des Lebenszyklus einer Verpackung miteinander verbinden kann und die verschiedenen Informationen in einer Plattform aggregiert werden und eben zur Verfügung gestellt werden können für die relevanten Stakeholder, je nachdem, wer eben diese Informationen im Anschluss benötigt. Hochspannend. Solche Daten-Weitergaben sind ja gefragt, aber natürlich wecken auch Widerstand. Ich kann mir vorstellen, dass viele Leute natürlich ihre Rezepturen nicht gerne preisgeben wollen. ### Know-how-Schutz bei Rezepturen Ich erinnere mich selber, vor über 20 Jahren habe ich auch Flexpack hergestellt und wir hatten über 3000 Rezepturen damals und das war schon die konsolidierte Fassung und davon haben wir keine einzige weitergegeben, weil wir natürlich Angst hatten, dass dann nachher beim Retailer, der am Ende der Kette sitzt, das Ganze nach Hause sich aggregiert, wie du so schön sagst. Wie geht ihr mit diesen Widerständen um und ist das überhaupt ein Widerstand oder ergibt er sich gar nicht in der Praxis? Ich sag mal, der Widerstand war zu Beginn da, als wir die ersten Gespräche geführt haben, um dieses Thema den Unternehmen näherzubringen, ist natürlich auch eine berechtigte Frage, die damit einhergeht. Was passiert eigentlich mit meinen Daten? Das ist Know-how der Unternehmen, die man natürlich nicht einfach weitergeben möchte. Also wir haben zwei Wege, wie wir mit den Daten umgehen. Es ist einerseits so, dass wir mit dem Ars-Alke-System keine Rezepturen speichern. Das ist auch nicht unsere Intention, sondern wir wollen nur wissen, welche Polymere eingesetzt wurden und zu welchen Anteilen. Wir müssen nicht wissen, aus wie vielen Schichten eine Folie besteht, weil letzten Endes spielt das für die Sortierung und für das Recycling nachher keine Rolle. Ich muss nur wissen, aus welchen Anteilen an Polymeren die Verpackung besteht, um sie zu den richtigen Fraktionen zuordnen zu können. Das heißt, dass wir nicht hingehen und Rezepturen speichern. Wir müssen nicht wissen, von welchem Rohstoffhersteller die Rohstoffe kommen, sondern wir müssen es nur so grob wie möglich wissen, damit der Sortierer am Ende damit auch arbeiten kann. Das ist so die eine Seite, also keine Rezepturen, wirklich nur sehr grob beschrieben. Und auf der anderen Seite haben wir natürlich ein Lese- und Rechte-System. Das bedeutet, dass derjenige, das Unternehmen, das dann zum Beispiel das Produkt produziert, dann auch die Daten speichert zu dem Produkt und in ein System hinterlegt. Er hat bzw. genauso wie alle anderen haben ein Rechte-System. Das heißt, ich habe Zugangsdaten, mit dem ich mich an der Plattform anmelden kann, habe aber auch – ich nenne es mal die Macht – darüber zu entscheiden, wer meine Daten sehen kann und welche Daten eingesehen werden können. Das heißt, ich entscheide selbst, welche meiner Kunden möchte ich und welche Informationen mitgeben, teilen und und und. Das heißt, ich bin immer noch Herr der Daten, sozusagen. Hochspannend und ich glaube, das kann auch der Schlüssel zum Erfolg ja werden, wenn man selber seine Daten eben verwalten kann und auch beherrschen darf weiterhin und eben auch da die Rechte vergeben kann. Nun ist es ja so, wir haben bei der Recherche und auch im Vorgespräch haben wir schon kurz darüber gesprochen. Ihr orientiert euch auch so ein bisschen an den bekannten Standards. Wir hatten über Barcode, QR-Code, wie er früher hieß, gesprochen. Wie orientiert ihr euch daran und mit wem arbeitet ihr da zusammen? Das ist eine sehr gute und sehr wichtige Frage. Wir arbeiten hier an dieser Stelle mit der GS1 zusammen. Die GS1 ist eine Global Standard Organisation und die kümmert sich um weltweite Standards. Du hast es gerade schon angesprochen. Einer der wichtigsten Standards ist der Barcode, den man von den Supermarktprodukten kennt. Diese Nummer, die nachher auch über oder beziehungsweise der Barcode, der nachher auch über die Kasse gezogen wird, um eben den Preis ins System zu bringen. Und diesen Standard, also diesen Nummernstandard verwenden wir tatsächlich für die Kunststoffprodukte und Kunststoffverpackung, um sie identifizierbar zu machen. ### GS1-Standard für globale Produktidentifikation Das heißt, diese Verpackung und die Produkte sind weltweit eindeutig. Sie sind kein zweites Mal vergeben, sodass es da nicht zu irgendwelchen Verwechslungen kommen kann. Also es ist basiert auf einem Standard von der GS1. Und darüber hinaus ist auch die, ich nenne es mal, die Programmierung dahinter, sodass die verschiedenen Prozesse miteinander auch kompatibel sind und miteinander verrechnet werden können und die Daten miteinander verrechnet werden können, basiert ebenfalls auf einem Standard. Das ist so diese, ich nenne es mal, die Programmiersprache, die dahinter steckt. Und die ist ebenfalls von der GS1. Das kennt man bereits von einigen Lebensmittelprodukten, zum Beispiel bei Fisch und Fleisch. Wenn man zum Beispiel mal in den Supermarkt geht, bei der Metro, kann man ganz genau zurückverfolgen. Wo stand die Kuh? Welche Weide? Was ist mit dem Fleisch passiert? Und, und, und. Also eine gewisse Rückverfolgbarkeit bei Lebensmitteln. Und das Ganze haben wir übertragen auf Kunststoffverpackung, weil das Prinzip dasselbe ist. Ich sage mal, die Produktion der Verpackung besteht ebenfalls aus verschiedenen Prozessschritten. In jedem Prozessschritt passiert etwas. Und das ist im Prinzip ganz genau definiert. Und das sind so die beiden Standards, die wir verwenden. Wir arbeiten schon sehr lange mit der GS1 zusammen seit Beginn an. Sie berät uns auch in Sachen Standards. Und das ist ein wichtiger Punkt auch, dass wir eben auf Standards beruhen, damit wir eben kein proprietäres System sind, sondern eben auf offenen Standards beruhen, die es gibt. Und wir von Ars Cycle sind im Prinzip ein Lösungsanbieter, die sagen OK, wir verwenden einen Standard und wir ermöglichen euch eben diesen digitalen Produktpass für Kunststoffe zu verwenden. Das ist eine spannende Angelegenheit. Jetzt wollen wir mal uns als Praktiker vorstellen, wie funktioniert das? Also ich kann mir vorstellen, ich habe jetzt eine Folie extrudiert, eine Fünf-Schicht-Folie, Standard, gewisse Rezeptur, so und so viel Gleitmittel drin, dup, dup, dup. Und jetzt schreibe ich also in diese eure Datenbank rein. Da ist so und so viel LLD, so und so viel LLDPE, VLLDPE, keine Ahnung, ist da alles drin und Gesamtdicke ist so und so oder Masse, ich weiß nicht genau. Aber wie geht diese Information weiter? Wird dann die Folienrolle irgendwie mit einem Code versehen? Oder ist das nur in eurem System? Oder gibt es dann ein Lesegerät? Wie geht das? ### Markierungen zur Datenkennzeichnung einsetzen Du hast schon richtig gesagt, wir verwenden auch Markierungen oder wir arbeiten mit Markierungen, um diese Daten, die auf der Plattform liegen, nachher mit dem Produkt auch zu verbinden. Das muss man sich zum Beispiel so vorstellen. Ich habe jetzt die Folienrolle produziert und die Daten auf die R-Cycle-Plattform, also auf das R-Cycle-System hochgeladen. Also jetzt möchte ich die Information auch mit dem Produkt verbinden. Das kann ich dann zum Beispiel bei einer Markierung machen. Wenn ich jetzt zum Beispiel im Bereich der Folienrolle bin, da reicht es, wenn ich jetzt zum Beispiel einen QR-Code draufklebe, der mich quasi genau auf die Seite bringt, wo all die Informationen hinterlegt sind. Da reicht zum Beispiel ein QR-Code. Also wir können mit verschiedenen Markierungen arbeiten. Es gibt zum Beispiel auch das digitale Wasserzeichen. Wenn wir jetzt zum Beispiel über die finale Verpackung sprechen und das Ganze soll nachher in der Sortierung ausgelesen werden, könnte man zum Beispiel so ein digitales Wasserzeichen verwenden und dann quasi mit der Plattform verbinden. Also es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie ich oder welche Markierungen ich tatsächlich verwende. Es kann ein QR-Code sein. Es kann ein digitales Wasserzeichen sein. Hängt so ein bisschen von den Anforderungen und Applikationen ab. Für den Maschinenbediener ist zum Beispiel ganz spannend. Der QR-Code ist gut sichtbar. Ich kann schnell einlesen mit einem Scanner zum Beispiel an der Anlage und das digitale Wasserzeichen vollflächig hinterlegt. So spannend für die Sortierung. Die Datenübergabe geht über standardisierte Schnittstellen. Muss man die manuell eintippen? Wie funktioniert das? Also ich sage mal, wenn jetzt dann ein QR-Code gelesen wird, ich kenne das jetzt vom Handy, dann geht eine Website auf, aber die ist erst mal tot. Das heißt, da müsste ich mich dann anmelden, um irgendwelche Daten hinzuzufügen. So wird das ja in der Industrie nicht gehen. Du wirst ja wahrscheinlich irgendwie an SAP angeklemmt oder sowas, oder wie macht ihr das? Genau. Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Ich habe die Möglichkeit, einmal meine Anlage anzubinden. Das heißt, ich schreibe automatisiert Daten, die Daten immer wieder einzuflegen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, SAP-Systeme oder ERP-Systeme generell anzubinden, je nachdem, womit eben gearbeitet wird in einem Unternehmen. Es gibt aber auch zum Beispiel Unternehmen, wenn ich jetzt zum Beispiel nicht die neueste Anlage habe und ich möchte das Ganze zum Beispiel auch manuell durchführen, ich möchte die Daten manuell antragen, geht das zum Beispiel auch. Hängt so ein bisschen von den Anforderungen im Unternehmen ab. ### Holy Grail Initiative bei Reifenhäuser Was ist möglich? Was ist nicht möglich? So geben wir den Unternehmen die Chance, es auf verschiedene Weisen durchzuführen. Gehen wir noch mal ein bisschen zurück auf die Kennzeichnung. Dein Chef, der Herr Klausen, wird morgen einen Vortrag halten beim Inno-Talk im Rahmen von Holy Grail. Holy Grail ist ja eine Initiative von Procter & Gamble ursprünglich. Da haben sich die Retailer und die Marken auch schwerpunktmäßig zu Beginn zusammengetan und nutzen unter anderem Digimark. Das hattest du auch schon genannt, um eben eine Kennzeichnung im Druckwesen zu verstecken, dass quasi auch eine Sortieranlage später vollflächig, egal wie zerknutschelt eine Verpackung ist, noch erkennen kann, was für ein Material es ist und im besten Fall sogar, was drin war, welche Druckfarben usw. Du hattest es erläutert. Wie arbeitet ihr mit denen zusammen? Gibt es da auch dann diese standardisierte GS1-Datenbank, die Nummern, die dann wieder passen? Würde das ineinandergreifen oder habt ihr mit denen noch gar keine Berührungspunkte? Doch, tatsächlich schon. Wir sind ebenfalls in dem Projekt Holy Grail mit dabei. Wir sind vor allem für das Thema Datenmanagement dort zuständig. Da gibt es ein Arbeitspaket und wir sind ebenfalls dort mit dabei, um eben in diesen Bereichen auch zu supporten und zu beraten. Wir sind natürlich auch schon bereits mit Digimark in Austausch gegeben. Die sind ja ebenfalls mit in diesem Projekt dabei. Wir haben die Möglichkeit mit A-Cycle einmal diese Verknüpfung zu schaffen, zu deren Markierungen. Das ist machbar, das ist möglich. Nun ist es ja so, ich habe schon gehört, Datenmanagement, viele Schnittstellen, Arbeitskreise, das kostet alles Geld. Dahinter muss natürlich irgendwie ein Finanzierungsmodell stehen. Und wir wissen ja aus der Recyclingindustrie, dass da immer sehr viel Geld im Spiel ist. Und sobald da viel Geld im Spiel ist, gibt es auch viele Interessen, die gegeneinander arbeiten. Wie sieht euer Business-Modell denn für A-Cycle erstmal im Speziellen aus? Also es ist natürlich so, dass die Anwender, sage ich mal, die nachher auch den digitalen Produktpass für Kunststoffe schreiben und ermöglichen, dann auch den Beitrag dazu zahlen. Genau. Aber so können sie dann eben Vorteile für sich und auch für ihre Kunden eben ermöglichen. Also ich habe jetzt viel über dieses Thema Kreislaufwirtschaft gesprochen. Das ist natürlich etwas, was noch weiter in der Zukunft liegt. Das ist etwas, was wir von heute auf morgen nicht lösen werden. Das ist ein Prozess, wo verschiedene Unternehmen auch miteinander arbeiten müssten. ### Applikationen für Produktionsprozesse nutzen Deswegen gibt es heutzutage auch noch weitere Applikationen, die das Unternehmen oder die Unternehmen heute schon anwenden können. Das heißt, ich kann Daten heute schon für mich und für meinen Kunden nutzen und einen Mehrwert generieren. Genau. Also wenn wir jetzt zum Beispiel mal hingehen, wir haben ja Unternehmen mit dabei, die zum Beispiel sagen, ich benötige mit dem Produkt, was ich bekomme, brauche ich zum Beispiel die Siegeltemperatur. Meine Anlage soll eine Schale produzieren, die soll die Schale versiegeln. Und dazu brauche ich mit dem Produkt zusammen die Siegeltemperatur, sodass meine Anlage sich automatisiert einstellen kann. Das heißt, dass der Lieferant zum Beispiel dann einen Mehrwert schaffen kann für den Nachfolger, wenn er zum Beispiel mit dem Produkt zusammen die Siegeltemperatur digital mitliefern kann. Die Anlage liest die Daten aus und kann sich automatisiert einstellen. Also es ist zum Beispiel eine weitere Applikation. Ich kann Prozesse, meine Produktion optimieren, mit denen ich heute schon einen Mehrwert generieren kann. Ein bisschen Schwierigkeit sehe ich halt rauszufiltern: Wer hat den Benefit? Und der, der den Benefit hat, der muss ja einen Teil davon abgeben und euer System mitbezahlen. Und ob das dann so reibungslos funktioniert, wir sehen das ja auch gerade beim grünen Punkt zum Beispiel hat es da ja große Verwerfungen gegeben. Und man hat eigentlich den Durchbruch damals Anfang der 90er Jahre ja dann dadurch geschafft, dass man sagt, man macht einen Fond, wo das Geld reinfließt. Auf jeder Verpackung wird quasi ein grüner Punkt aufgedruckt. Und jeder, der einen grünen Punkt druckt, muss eine Gebühr bezahlen. Da gab es viele Schwarzfahrer, die haben das dann trotzdem bedruckt und haben nicht bezahlt. Dann muss da wieder was Neues gemacht werden. So sind wir jetzt im Moment da mit dem Verpackungsregister in Osnabrück unterwegs, die jetzt auch richtige, ich sage mal, Pranger im Internet haben von Firmen, die nicht bezahlen. Sowas ähnliches droht eurem System vielleicht auch? Oder habt ihr da eine ganz andere Rückmeldung bisher aus dem Markt? Nee, tatsächlich nicht. Also es ist ja so, wenn ich meinem Kunden einen Mehrwert generieren kann, er benötigt zum Beispiel Daten digital, um effizienter, schneller werden zu können, schaffe ich im Prinzip einen Wettbewerbsvorteil und kann eben meinem Kunden diese Information digital zur Verfügung stellen. Das heißt, ich, auch wenn ich in das System einzahle, kann ich meinem Kunden einen Mehrwert generieren, sodass er die Produkte bei mir kauft und nicht bei meinem Wettbewerber beispielsweise. Also ich kreiere im Prinzip genauso wie ich zum Beispiel Maschinen heutzutage mit neuen Technologien ausstatte, um meinem Kunden ein besseres Produkt zu verkaufen, schaffe ich im Prinzip in dem Fall einen anderen Mehrwert, damit mein Kunde bei mir kauft. Die großen Industrieunternehmen, die auch Maschinen bauen, Wettbewerber von Reifenhäuser vielleicht, bauen ja auch alle Clouds auf, um Kundendaten auszuwerten, um Mehrwert für den Produzenten auf den Maschinen zu generieren, um Wartungsintervalle zu verkürzen oder zu verlängern, je nachdem, Kosten auf jeden Fall zu senken. Ihr habt A.Cycle ausgegründet aus Reifenhäuser. Ist das ein Grund, weil ihr neutral sein wollt oder was steckt dahinter? Richtig, ganz genau. Das ist der Grund. Wir sind ein neutrales Unternehmen, unabhängig von Reifenhäuser, die Pro Data steckt als Unternehmen dahinter, weil es nicht funktioniert, wenn wir als, ich sag mal, Maschinenbauer auftreten und diese Plattform zur Verfügung stellen. ### Neutrales System für Wettbewerber Wir müssen ein neutrales System sein, damit eben aber auch Wettbewerber von Reifenhäuser dazukommen können und dieses System verwenden. Es wird nicht funktionieren, wenn wir ein geschlossenes System sind, weil Kreislaufwirtschaft funktioniert nicht alleine. Dazu brauchen wir alle Stakeholder an Bord, die sich eben an dem System beteiligen und mitmachen. Und ich glaube, das ist auch das Neue, was wir als Menschheit kann man fast großspurig sagen, lernen müssen, dass wir wirklich kollaborieren, weltumspannend. Und das muss Vertrauen aufgebaut werden und eben die rechte Struktur muss klar sein. Das hast du sehr schön ausgeführt. Wenn du jetzt einen Appell an die Branche richten müsstest, bezogen auf das Projekt A-Cycle – nenne ich es mal, Projekt. Es ist ja eigentlich viel mehr als ein Projekt. Was wünschst du dir von der Lieferkette für A-Cycle? Was ich mir wünschen würde, wäre, dass die Unternehmen viel mehr miteinander kollaborieren, kommunizieren, dass wir wirklich aktiv und gemeinsam dieses Thema Kreislaufwirtschaft vorantragen. Wir sind auf einem sehr guten Weg dahin. Es gibt viele Unternehmen, die sich bereits aktiv daran beteiligen. Ich würde mir wünschen, dass wirklich alle mitmachen und nicht darauf warten, sage ich mal, bis die ersten schon losgeritten sind, sage ich mal. Und ich lehne mich zurück und warte das Ganze erst mal ab. Wir müssen es gemeinsam bewältigen. Nur so können wir dieses Thema Kreislaufwirtschaft ermöglichen, vor allem für Kunststoffe. Wir wissen ja, dass Kunststoffe jetzt nicht den besten Ruf haben, aber wir aus der Kunststoffindustrie müssen eben etwas tun, um diesen ganzen Verboten auch entgegenzuwirken und das eben gemeinsam. Danach kann fast nichts mehr kommen. Ganz herzlichen Dank für dieses tolle Interview und diese vielen Insights, die du uns gegeben hast zum Thema A-Cycle und ja, digitalen Produktpass. Dankeschön. Ja, vielen Dank auch, Karsten. Ja, hat mich sehr gefreut. Und das war es schon wieder für heute. Ich hoffe, es war etwas Interessantes für Sie dabei. Und wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative für mehr Flexpack-Wissen werden möchten, melden Sie sich gerne bei mir unter ks@innoform.eu und nicht vergessen, diesen Podcast zu abonnieren, wo immer Sie Podcasts hören. Tschüss, bis zum nächsten Mal. Ihr Karsten Schröder. **Kategorien:** Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten **Schlagwörter:** Alina_Ott, IM-02.23 --- ### [Daniel Holspach mit Bio-Frischhaltefolie beim 20. Inno-Meeting](https://inno-talk.de/daniel-holspach-beim-20-inno-meeting/) **Published:** Februar 27, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** [Daniel Holspach](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=77339), Geschäftsführer von Maropack, führte auf dem 20. Inno-Meeting in Osnabrück ein Interview mit Karsten Schröder. Im Rahmen des Interviews sprachen beide über aktuelle Entwicklungen im Bereich Verpackung & Nachhaltigkeit und darüber, wie Maropack diesen Trends begegnet. Mit einer biologisch abbaubaren Frischhaltefolie überraschte Holspach das Fachpublikum aus der Flexpack-Branche. Denn aus einer einfachen Idee hat Maropack mit starken Partnern ein serienreifes Produkt entwickelt und bietet diese perforierte Frischhaltefolie erfolgreich am Markt an. Erstaunlich ist aber weniger das Produkt als vielmehr die Schlagkraft eines mittelständischen Folienunternehmens, das sich normalerweise mit der Konfektionierung von Folien und Beuteln beschäftigt. Hören und sehen Sie das energiegeladene Interview. Karsten Schröder, Daniel Holspach### Verwandte Episoden - [Folien-Material-Analyse Podcast mit Daniel Wachtendorf](https://inno-talk.de/folien-material-analyse-podcast-mit-daniel-wachtendorf/) - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin-2/) **Kategorien:** Biofolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk **Schlagwörter:** daniel_holspach, im-02-23 --- ### [Innoform bietet Web-Seminare in englischer Sprache an](https://inno-talk.de/innoform-bietet-web-seminare-in-englischer-sprache-an/) **Published:** März 2, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Aufgrund zahlreicher Anfragen bietet Innoform ab April 2023 ausgewählte Webseminare auch in englischer Sprache an. Im ersten Halbjahr liegt der Schwerpunkt auf den Themen Grundlagen der Folienverpackung, Herstellung und Anwendung. Nach den [Videokursen ](https://www.innoform-coaching.de/video-courses)und [Inno-Talks Europe](https://www.inno-talk.eu/) ist dies das dritte Angebot von Innoform für englischsprachige Interessenten. Innoform folgt damit der Internationalisierung der gesamten Flexpack-Branche, ihrer Kunden und Lieferanten. Mit Dr. Heiko Schenk, einem international erfahrenen Referenten aus der Flexpackbranche, startet die Serie. [Basic knowledge on polymers](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/basic-knowledge-plastics-for-films-basics-for-packaging-films-part-a-basics-for-packaging-films-part-a-2023) [Film manufacturing processes – Influence on film properties](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/film-manufacturing-processes-influence-on-film-properties-packaging-film-basics-part-b-packaging-film-basics-part-b-2023) ### Verwandte Episoden - [Innoform offers web seminars in English language](https://inno-talk.de/innoform-offers-web-seminars-in-english-language/) - [Innoform makes Inno-Talk even more interesting for SMEs](https://inno-talk.de/innoform-makes-inno-talk-even-more-interesting-for-smes/) - [Webseminar winter weeks at Innoform](https://inno-talk.de/en/webseminar-winter-weeks-at-innoform/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Folienherstellung/Veredelung, Folienprüfung & Analytik, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung **Schlagwörter:** heiko_schenck --- ### [Innoform offers web seminars in English language](https://inno-talk.de/innoform-offers-web-seminars-in-english-language/) **Published:** März 2, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Due to numerous requests, Innoform will also offer selected web seminars in English from April 2023. In the first half of the year, the focus will be on the topics of film packaging basics, production and application. After the [video courses](https://www.innoform-coaching.de/video-courses) and [Inno-Talks Europe](https://www.inno-talk.eu/), this is Innoform’s third offer for English-speaking interested parties. Innoform is thus following the internationalisation of the entire flexpack industry, its customers and suppliers. The series starts with [Dr. Heiko Schenk](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=82895), an internationally experienced speaker from the flexpack industry. [Basic knowledge on polymers](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/basic-knowledge-plastics-for-films-basics-for-packaging-films-part-a-basics-for-packaging-films-part-a-2023) [Film manufacturing processes – Influence on film properties](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/film-manufacturing-processes-influence-on-film-properties-packaging-film-basics-part-b-packaging-film-basics-part-b-2023) ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Inno-Meeting.eu and Inno-Talk.eu now live](https://inno-talk.de/inno-meeting-eu-and-inno-talk-eu-now-live/) - [Innoform bietet Web-Seminare in englischer Sprache an](https://inno-talk.de/innoform-bietet-web-seminare-in-englischer-sprache-an/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Folienherstellung/Veredelung, Folienprüfung & Analytik --- ### [Inkjet ist für Flexpack das Verfahren der Wahl für den Einstieg in den Digitaldruck, sagt Dr. Thomas Lehnen](https://inno-talk.de/inkjet-ist-fuer-flexpack-das-verfahren-der-wahl-fuer-den-einstieg-in-den-digitaldruck-sagt-dr-thomas-lehnen/) **Published:** März 6, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Erfahren Sie, warum Inkjet mit flexiblen und dünnen Farbschichten enorme Vorteile gegenüber anderen Druckverfahren bietet. Das wasserbasierte Inkjet-System von Siegwerk funktioniert auf Folie und Papier. Es erfüllt alle gängigen lebensmittelrechtlichen Anforderungen und ist damit breit einsetzbar. Lediglich die Trocknung kann eine Herausforderung sein – vor allem bei Trocknungssystemen mit heißer Luft. Aber mit erneuerbaren Energien ist sogar eine CO2-neutrale Trocknung denkbar. Hier kann auch eine NIR-Trocknung hilfreich sein, um höhere Leistungen zu erreichen. Inkjet eignet sich besonders für den Einstieg, da die Druckköpfe skalierbar in Reihe geschaltet werden können, um z. B. die Druckgeschwindigkeit und -breite zu erhöhen. Klein anfangen, groß rauskommen – so könnte das Motto lauten. [Dr. Thomas Lehnen](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=78647)### Verwandte Episoden - [Frank Jacobs von XEIKON zu Toner- und Inkjet Digitaldruck](https://inno-talk.de/frank-jacobs-von-xeikon-zu-toner-und-inkjet-digitaldruck/) - [Podcast: Digitaler Inkjet-Druck ermöglicht der Flexpack-Industrie den Anschluss an die Digitalisierung](https://inno-talk.de/podcast-digitaler-inkjet-druck-ermoeglicht-der-flexpack-industrie-den-anschluss-an-die-digitalisierung/) - [OneBARRIER – Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert](https://inno-talk.de/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) **Kategorien:** Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Etiketten + Sleeves, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Neuigkeiten **Schlagwörter:** im-02-23, Referenteninterview, thomnas_lehnen, vd-11-22 --- ### [Prof. Markus Schmid über Bioökonomie und Flexpack](https://inno-talk.de/prof-markus-schmid-ueber-biooekonomie-und-flexpack/) **Published:** März 8, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** [Markus Schmid ](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=72774)schildert nicht nur seinen Werdegang vom Metzgermeister zum Professor, sondern stellt auch ein neues Institut an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen sowie die Forschungsfabrik auf dem Innovations Campus in Sigmaringen vor. In der für über 15 Millionen Euro errichteten Forschungsfabrik wird unter anderem rund um das Thema nachhaltigere Verpackungskonzepte geforscht und entwickelt. Das Sustainable Packaging Institute (SPI) befindet sich dort noch im Aufbau und bearbeitet derzeit 15 öffentlich geförderte Forschungsprojekte. Dabei wird die gesamte Wertschöpfungskette vom Rohstoff bis zum verpackten Produkt betrachtet. Ob Biopolymere, Papier oder petrochemisch hergestellte Polymere für Folien – Prof. Schmid möchte eine neutrale und unvoreingenommene Forschung und Lehre rund um verpackte Lebensmittel, Kosmetika und Pharmaprodukte etablieren. Der Fokus liegt dabei auf einer nachhaltigeren, kreislauforientierten Bioökonomie. Hören Sie rein in den neuen Innoform Podcast zum Inno-Talk. Hier anhörenAuch verfügbar auf: - [Inno-Talk.de](https://www.inno-talk.de/podcast) - [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) - [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) - [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk) - [deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) ### Verwandte Episoden - [Flexpack-Branchentreff – 20. Inno-Meeting 2023](https://inno-talk.de/flexpack-branchentreff-20-inno-meeting-2023/) - [Alina Ott zu Digitalen Produktpässen – auch für Flexpack](https://inno-talk.de/alina-ott-zu-digitalen-produktpaessen-auch-fuer-flexpack/) - [Inkjet ist für Flexpack das Verfahren der Wahl für den Einstieg in den Digitaldruck, sagt Dr. Thomas Lehnen](https://inno-talk.de/inkjet-ist-fuer-flexpack-das-verfahren-der-wahl-fuer-den-einstieg-in-den-digitaldruck-sagt-dr-thomas-lehnen/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Folienwissen Spezial, der Innoform-Podcast zum Inno-Talk. Herzlich willkommen zur neuen Episode des Inno-Talk-Podcasts. Mein Name ist Karsten Schröder und dies ist eine Initiative für alle, die Flexpack fasziniert und sich durch Gespräche mit namhaften Branchen-Teilnehmern inspirieren lassen möchten. Los geht’s! 15 Millionen Euro stecken schon in der neuen Forschungsfabrik in Sigmaringen. Prof. Markus Schmid baut diese mit auf und es entsteht dort das Sustainable Packaging Institute. Er verrät uns, warum die Bioökonomie zum nachhaltigen Wirtschaften dazugehören wird und warum Biopolymere ihren Weg in die Verpackungsanwendung noch finden werden. Wir sprechen über Paparisierung, die 15 Forschungsprojekte am SPI und natürlich, wie er vom Metzgermeister zum Professor wurde. Freuen Sie sich auf die Episode mit Prof. Markus Schmid. Herzlich willkommen, Markus Schmid, aus Sigmaringen zugeschaltet. Hallo Karsten, schön, hier zu sein. Du bist gelernter Schlachter, Metzger, sagt man bei euch, und jetzt bist du Professor. Wie geht das zusammen? Erzähl uns das mal. Ja, klar hört sich erstmal ein bisschen komisch an, wie kommt jetzt ein Metzger zu einer Professur nach Sigmaringen. Aber wenn man so meine beruflichen Lebensstationen durchgeht, ist das gar nicht so abwegig. Meine Eltern hatten einen Fleischereibetrieb, also eine Metzgerei, und ich habe mich damals als junger Mann eben mit 16, 17 Jahren entschieden, eine Fleischerlehre zu machen und dann in den elterlichen Betrieb einzusteigen. Was ich dann auch gemacht habe, Fleischer gelernt, Fachrichtung Schlachten, habe dann auch in verschiedenen Betrieben gearbeitet, Meisterprüfung gemacht und dann einfach nach ein paar Jahren festgestellt, das füllt mich noch nicht ganz aus und habe gedacht, was kann ich denn jetzt machen und habe mir dann für ein Lebensmittel-Technologie-Studium entschieden. Also ich komme, wenn es um Verpackung geht, eher von der Packu-Seite her, wenn man so will, und habe dann Lebensmittel-Technologie und Lebensmittelverfahrenstechnik studiert und habe da ein bisschen Blut geleckt, wenn es um das Thema Verpackungen ging. Das war gerade zu meiner Zeit bei Unilever, damals Schafft in Ansbach, gehört jetzt zu Jack Linkz, und habe eine Diplomarbeit geschrieben und habe gesehen, wenn man da so eine hochwertige Fleischware, Wurstware erstellt, da ging es um die Beefies, kennst du bestimmt, die es überall zu kaufen gibt, und da habe ich mich dann mal so ein bisschen mit mehreren Projekten um die Beefie, um diese Minisalami gekümmert und dabei immer auch festgestellt, dass ohne Verpackung da ja eigentlich gar nichts geht. Also so eine Beefie wäre quasi nicht am Markt, wenn es da nicht so eine hochwertige Verpackung und auch den Verpackungsprozess gäbe, und habe dann da wirklich Interesse auf dem Themengebiet entwickelt und habe gedacht, komm, da möchte ich mich weiter damit beschäftigen. Habe dann am Lehrstuhl für Lebensmittelverpackungstechnik an der TU München promoviert, war am Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung – da ist sie wieder, die Verpackung – knapp zehn Jahre lang tätig in der Abteilung Materialentwicklung. Habe ich mich mit dem Thema Biopolymere in Papier- und Folienanwendungen beschäftigt und da hat man da eine gewisse Expertise aufgebaut und irgendwann dann gesagt, ja, das Thema Unterrichten, Lehre, ja, auch das Referieren macht mir ja Spaß, du kennst mich ja schon seit vielen Jahren von Veranstaltungen, dann wäre ein Beruf, wo kann man das am besten kombinieren? Die Forschung, das Entwickeln, ja, an neuen nachhaltigen Materialien arbeiten und trotzdem auch das ein bisschen weitergeben, und dann ist die Wahl eben auf den Beruf Professor gefallen. Habe mich da beworben in Sigmaringen und habe dann auch die Professur bekommen. Also so ganz kurz der Weg. Das war ein toller Ausflug, eine schöne Beschreibung deiner Vita eigentlich. Wir kennen uns eigentlich hauptsächlich seit der Fraunhofer-Zeit, ist auch schon eine ganze Weile her. Seitdem machst du auch für uns natürlich immer wieder Vorträge und vor allem auch Seminare und Webseminare, auch hybrid aus Sigmaringen. Wir wollen auch als Innoform ja ein bisschen in Sigmaringen so eine kleine Außenstelle für unsere Branchenseminare machen. Da sind wir gerade im Aufbau. Das freut mich, dass das so langsam anläuft. Jetzt nach der Pandemie, das darf man ja jetzt sagen. Bevor wir jetzt aber ins Thema einsteigen, Markus, mache ich immer noch so ein bisschen so Blitzfragen – entscheidest du dich einfach immer für einen Begriff, damit wir dich so ein bisschen in Schubladen einsortieren können. ### Biopolymer oder Papier: Kombinationslösungen bevorzugt Wir Menschen sind ja nun mal so. YouTube oder TikTok? TikTok. Universe oder Metaverse? Universe. Tankst du lieber Super Plus oder E10? Super Plus, weil mein Auto das nur verträgt. Sehr schön. Biopolymer oder Papier? Gern die Kombination daraus. Sehr schön. Diplomatisch geantwortet. Und jetzt habe ich noch drei Begriffe, auf die du vielleicht mit einem langen Satz antworten darfst. Und das sind so Buzzwords bei uns, auch aus der Industrie und auch aus der Gesellschaft. Und da interessiert mich eigentlich auch so ein bisschen deine Meinung. Und der erste Begriff ist Paparisierung. Ja, wo es Sinn macht und die Funktionalität weiterhin erfüllt, bleibt absolut in Ordnung. Paparisierung ist ja so das Buzzword dafür, dass man alles jetzt in Papier verpacken will. Was geht? Und ja, ich sehe das genauso. Biopolymere? Momentan noch nicht sehr stark am Verpackungsmarkt vertreten, werden aber in Zukunft sicherlich eine Rolle spielen im Bereich nachhaltiger, kreislauffähiger Kunststoffverpackungen. Genau, darauf kommen wir ja gleich noch, die Bioökonomie. Und als drittes und letztes Zero Waste. Klar, Abfall vermeiden ist eine tolle Sache und immer ein Thema, an dem wir dran bleiben müssen. Jetzt haben wir schon ein paarmal über Sigmaringen gesprochen. Du bist da an einem neuen Lehrstuhl. Erzähl mal ein bisschen. Ihr habt neu gebaut, ist alles vom Feinsten. Worauf konzentriert ihr euch und wie ist das eigentlich alles entstanden? Also in Sigmaringen haben wir die Forschungsfabrik auf dem Innovations Campus in Sigmaringen. Das ist ein Projekt gewesen, was in Summe 18 Millionen Euro sogar investiert hatte. Das Ganze lief schon, bevor ich mich überhaupt in Sigmaringen beworben hatte und letztendlich, als ich mich beworben hatte, ist es sogar eine Aufgabe, da ein Forschungskonzept vorzustellen, wie man denn diese Forschungsfabrik bespielen kann, mit Themen, die aktuell sind, die der regionalen und überregionalen Wirtschaft helfen. ### Sustainable Packaging Institute etabliert Wir haben dort in der Forschungsfabrik ganz tolle Möglichkeiten. Das ist auf der ehemaligen Kasernengelände in Sigmaringen. Da wurde ein Objekt komplett runderneuert, haben da 1600 Quadratmeter, sind es in Summe Forschungsfläche. Und einen Teil davon darf ich mit meinem Team vom Sustainable Packaging Institute bespielen. Das Sustainable Packaging Institute wurde von der Hochschule, vom Senator Hochschule, glaube ich im November 2019 war es. Also ist noch gar nicht so lange her gegründet. Und ich darf das seit seiner Gründung leiten. Und wir arbeiten da im Themenfeld nachhaltige Verpackungskonzepte in zahlreichen Forschungsprojekten. Jetzt ist es natürlich für unsere Zuhörer bestimmt auch interessant, an welchem Punkt seid ihr gerade? Ihr habt jetzt schon Studierende vor Ort. Wie groß sind die Gruppen? Macht ihr schon Forschung? Wie ist im Moment der Status? Also die verschiedenen Gruppen, die in der Forschungsfabrik unterwegs sind, sind in unterschiedlichen Stadien. Sagen wir es mal so, ich kann jetzt für meine Gruppe sprechen, also für das Sustainable Packaging Institute. Wir sind aktuell knapp 19 Personen in der Gruppe, die auf aktuell 15 Forschungsprojekten arbeiten. Und wir haben ein Forschungsvolumen von circa um die 5 Millionen Euro seit meiner Berufung akquiriert. Das sind jetzt einfach mal so ein paar Zahlen. Das ist, um das ins Verhältnis zu setzen. So im Schnitt sind wir da mit circa einer Million Euro. Das ist schon ordentlich. Das sind alles öffentliche Mittel. Und damit geht natürlich auch eine große Verantwortung einher, der ich mir bewusst bin und der wir uns auch stellen. Also wir sind, was die nachhaltigen Verpackungskonzepte angeht, seit einigen Jahren jetzt schon sehr erfolgreich unterwegs. Und vor allem haben wir auch eine interessante Geräteausstattung von Compoundern, Spritzguss. Wir können lackieren, kaschieren und vieles mehr. Also ihr fokussiert euch jetzt nicht nur wie wir auf Flexpack, sondern ihr kümmert euch auch so ein bisschen um gespritzte Verpackungen und das Abpacken an sich, oder? Ja, genau. Also wir versuchen hier schon die Wertschöpfungskette abzudecken. Angefangen vom Rohpolymer über das Blenden, Kompoundieren. Und dann können wir Folien herstellen. Also Flexpack ist möglich. ### Spritzguss und Flachfolienanlage im Einsatz Flachfolienanlage ist vorhanden. Wir haben aber auch das Thema Spritzguss bei uns an der Hochschule etabliert. Nicht alles ist natürlich zentral jetzt an der Forschungsfabrik. Wir haben ja zwei Standorte, Siebmeringen und Alpstadt. In Alpstadt bei den Maschinenbauern arbeiten wir z.B. mit einer großen Spritzgussanlage, mit der wir dann auch Joghurtbecher oder andere starre Verpackungen herstellen können. Da haben wir die Möglichkeiten und auch die Expertise, das zu machen. Wir haben mal auch für unsere Seminarreihe geprägt den Begriff nachhaltiges Abpacken. Also es geht nicht unbedingt nur um den Packstoff, sondern um den Prozess. Das hast du eben auch schon ein bisschen angesetzt. Was versteht ihr genau darunter? Also wir schauen uns eben alle Prozesse dazu an. Auch das Abpacken relativ genau an. Das heißt, wir sind in der Lage, auch die Medienverbräuche oder auch die Nebenströme, die Abschnitte, die bei solchen Prozessen anfallen – die sind ja sehr vielfältig –, schauen wir uns an und versuchen das zu optimieren. Dazu bedarf es natürlich gewisser Grundausstattung. Man muss dann auch die entsprechenden Aufnehmer haben, die Medienverbräuche messen. Also wir reden davon Strom, Wasser, Druckluft, Gas. Wir wissen, wie viel Verbrauch haben wir, und können dann auch diese Primärdaten in Ökobilanzen mit einfließen lassen. Um dann zu sehen, wie können solche Abpackprozesse optimiert werden, energetisch, aber auch materialseitig. Und da versuchen wir natürlich, materialeffizienter und energieeffizienter zu werden. Da sind wir sehr froh, dass wir auch von Firmen aus der Region Dauerleihgaben an Maschinen bekommen. Da sind wir tatsächlich sehr dankbar für, wo wir jetzt eine große Abwapplinie haben, vom Slicen über Förderbänder, die dann in den Traysealer gehen mit vollautomatischer Gewichtskontrolle und Etikettierung. Vom Produkt selbst bis hin zur fertig abgepackten MAP-Schale. Da sind wir wirklich sehr froh, dass wir diese Möglichkeiten haben. Das ist hochspannend. Wir nehmen jetzt hier am 25. Januar 2023 auf und bald ist das Inno-Meeting am 9. und 10. Februar. Da wirst du auch sprechen über Bioökonomie. Da zielt ja eure Bemühung auch. ### Bioökonomie: Nachwachsende Rohstoffe als Grundlage Das Wort Bioökonomie ist ja noch nicht bei jedem so ins Gehirn eingewandert. Was verstehst du darunter? Was ist das? Also unter Bioökonomie versteht man die Nutzung von nachwachsenden Ressourcen in der Gesellschaft für Gewinnung von Energie und Materialien. So sagt: wir wollen auf nachwachsende Rohstoffe unsere Ökonomie aufbauen. Wir nennen den Begriff Bioökonomie meist immer in Kombination mit der kreislauffähigen, kreislauforientierten Bioökonomie. Weil es wäre natürlich ideal, wenn wir biogene Rohstoffe verwenden, um daraus Funktionsmaterialien zu machen und die dann wieder im Kreislauf fahren können. Und in meinem Vortrag auf dem Inno-Meeting, auf den ich mich übrigens schon sehr freue, das wird ein tolles Event. Da möchte ich auch darauf hinweisen, warum Bioökonomie erforderlich ist, um wirklich nachhaltig in die Zukunft zu blicken. Also darum soll es gehen, auch im Kontext Verpackung. Wenn man über Bioökonomie spricht oder darüber nachdenkt und sich den Begriff so vor Augen führt, dann denkt man natürlich auch getrieben durch die Medien, die uns Papier immer näher legen, genau an das Selbige, nämlich an Papierverpackung. Das geht natürlich nicht in jedem Fall. Wir haben im Vorgespräch auch schon darüber gesprochen. Du hast eben auch schon kurz zu Biopolymeren Stellung genommen. Siehst du denn da eine große Zukunft in den Biopolymeren hinsichtlich Bioökonomie, oder ist das eher das im Kreis fahren und Energie aus nachwachsenden Quellen oder aus erneuerbaren Quellen zu nutzen für die Verarbeitung von klassischen Kunststoffen, die vielleicht sogar auch auf pflanzlicher Basis entstanden sind? Ich weiß es nicht. Wie schätzt du das ein? Also mittelfristig betrachtet ist es so, dass wir, wenn wir wirklich in funktionierenden Kreisläufen denken, ja auch in jedem funktionierenden Kreislauf immer, immer gewisse Abfälle oder, wenn wir es mal so sagen, Verluste entstehen. Selbst wenn wir die perfekte Kreislaufwirtschaft hätten, also perfekt, alles wird im Kreis geführt, dann wäre natürlich nichts dagegen zu sagen, dass wir aus fossilen Rohstoffen hochwertige Materialien machen, die dann immer im Kreis fahren. Das wird allerdings mit großer Wahrscheinlichkeit nicht funktionieren. Das heißt, wir werden immer wieder neue Rohstoffe in dem Kreis zuführen müssen. Und das bedeutet wiederum, dass wir irgendwann – ich kann ja auch nicht sagen wann – diese doch knappen und endlichen Ressourcen, nämlich die fossilen Rohstoffe, ausgehen. Und da kommt dann tatsächlich die Bioökonomie und Bio-Kunststoffe ins Spiel. Denn wenn ich mir heute schon die Drop-in-Solutions anschaue, die ja aus Bio-basierten Rohstoffen hergestellt werden, besteht eben die Möglichkeit, die Kreisläufe und die Verluste, die wir haben, wieder mit nachwachsenden Rohstoffen zu füllen. Und das wird so ein Thema sein, was ich ein bisschen näher dann auch bei meinem Vortrag beschreiben möchte. Also das eine schließt das andere nicht aus. Wir brauchen Kreislaufwirtschaft, wir brauchen aber auch zumindest mittelfristig die Bioökonomie. Und da sind sich die Experten einig, dass wir natürlich nicht zwingend weg müssen von einer vollständigen Dekarbonisierung von allem. Nein, wir müssen weg von der Fossilisierung. Das ist das Thema. Wir müssen endliche Ressourcen versuchen zu substituieren mit nachwachsenden Ressourcen. Das ist ein sehr komplexes, ein großes Thema. ### Verpackungssektor: Komplexität jenseits Papierlösungen Und ich werde versuchen, das zumindest für den Verpackungssektor in meinem Vortrag dann runterzubrechen. Es gab mal, in einem Vortrag von Siegwerk war es, glaube ich, eine Aussage, dass es Marktstudien gäbe, dass 10 % zum Beispiel von flexiblen Verpackungen in dem Fall in Papier umgesetzt werden könnten. Aber auch da schreit schon die Papierindustrie, dass das schaffen wir gar nicht zu produzieren. In Spanien sind gerade Papierfabriken abgeschaltet worden, weil es einfach keine Bleichmittel mehr gibt. Jetzt kann man sagen, ja gut, dann machen wir alles aus braunem Papier, aber so einfach ist ja die Welt nicht. Also da sieht man schon am Beispiel Papier, wo ja alles eigentlich schon sehr gute Kreisläufe zu geben scheint, auch weltweit, weil es einfach billiger ist, die Faser aus dem Papier zu holen als aus einem Baum, so sagt es mal ein Referent aus der Papierindustrie. Selbst da gibt es doch Bedenken, dass man die Mengen schafft. Wie sieht das aus bei Biopolymeren? Wenn wir jetzt die fossilen Kunststoffe wirklich ersetzen wollten durch Nachwachsende beispielsweise und dann die Kreislaufwirtschaft noch mit in Betracht ziehen, wo wir ja auch eine gute Rohstoffquelle noch erschließen müssen, wir sind ja weit unter 50%, wenn wir ehrlich zueinander sind, europaweit gesehen. Wo geht der Trend hin? Schaffen wir das überhaupt? Können wir so viel Biomasse erzeugen, um daraus so viele Biopolymere zu machen, um die fossilen Kunststoffe wirklich zu ersetzen? Ja, das ist auch eine Frage, die immer wieder aufkommt, wenn es um das Thema Biokunststoffe und Lebensmittel-Konkurrenz geht. Wir arbeiten ja mit Agrarstoffen, sei es Zuckerrohr oder Maisstärke, was verwendet wird, um Biopolymere unter anderem herzustellen, auch in diesem Kontext. Da stellt man sich immer die Frage, ist das jetzt wirklich so eine große Futtermittel-Konkurrenz? Oder es gab die Frage, wie viel Prozent der Agrarfläche würden wir benötigen, um alle Kunststoffe, die momentan auf dem Markt sind, und mit meine ich nicht nur im Verpackungssektor und vor allem auch nicht nur im Flexpack-Bereich, wie viel Prozent bräuchten wir denn da von der Agrarfläche? Da haben wir mal ein paar Daten zusammengesucht, die Quellen zeige ich dann auch gern bei meinem Vortrag, und das wäre je nachdem, welche Daten man sich anschaut, irgendwo zwischen 0,8 und 1,2% der weltweiten Agrarfläche würden wir benötigen, wenn es denn ginge. Ich sage jetzt, das geht nicht, dass ich hier falsch verstanden werde, dass man alle Kunststoffe plötzlich auf dem Agrarrohstoff substituieren könnte. Ganz klar nicht. Aber 0,8 bis 1,2% ist schon eine Ansage. Wenn wir das mal bitte ins Verhältnis setzen zu der Agrarfläche, die weltweit verwendet wird, um Lebensmittelabfälle zu produzieren, hatte ich einen schönen Vortrag von dir online gesehen, da hast du auch die Daten gezeigt, wo man ja in Richtung ein Drittel, nicht ganz, glaube ich, 28%, ich habe jetzt gerade die Korrektionszahlen nicht da. Die Agrarfläche verwenden wir, um Lebensmittel zu produzieren, die wir nachher gar nicht mal essen oder auch nicht als Futtermittel verwenden. Und da setzen wir das mal ins Verhältnis. Da ist vielleicht die Diskussion um, können wir das überhaupt schaffen von den Mengen, von den Massen her? Und wie sieht es da mit der Lebensmittelkonkurrenz aus? Sollte man im Verhältnis betrachten. Also lieber hochfunktionale Verpackungen, sei es aus Papier oder aus Biopolymeren verwenden, um am Ende einen Beitrag zu leisten, weniger Lebensmittelabfälle zu generieren. Da gewinnen wir vielleicht gerade mehr. Ganz genau. Und gerade diese Lebensmittelabfälle, manche sind ja auch nicht zu vermeiden. Ein Stängel, den will man vielleicht nicht mitessen von irgendeiner Frucht oder einem Gemüse. Daraus werden ja auch mittlerweile schon Biopolymere gewonnen. ### Vielversprechende Rohstoffe für Kunststoffersatz Da gibt es auch einen großen Trend. Gibt es denn aus deiner Sicht schon Rohstoffe, die vielversprechend sind als Ersatz für fossile Kunststoffe? Du hast die Drop-ins schon genannt, aber es gibt ja auch noch weitere Entwicklungen. Es sind unterschiedlichste Entwicklungen am Kommen. Wir haben viele Entwicklungen. Jetzt reden wir von Technologiereife, gerade der natürlich noch nicht ganz marktreif ist, wo es darum geht, wirklich auch Reststoffe zu verwerten. Dass wir sagen, wir gehen auf Rohstoffe, die in großen Mengen da sind und die verwerten wir, um daraus dann Kunststoffe herzustellen. Und da könnte man etliche aufzählen. Da gehören zum Beispiel die Polyhydroxyalkanoate dazu, die ja schon seit sehr langer Zeit in der Beforschung sind, es bislang aber noch nicht zum großen Durchbruch geschafft haben am Markt. Über die Punkte können wir auch gern sprechen. Neu am Horizont aufkommen sind die Polyethylenphoranoate, die in Bioreaktoren aus nahezu jedem geeigneten Reststoff oder Agrarstoff hergestellt werden können. Da sehe ich mittellangfristig Potenzial, dass wir mal in verschiedenen Projekten unterwegs auf die bekannten Materialien wie die Polymilchsäure, die man hier nennen kann, die ja auch schon vor 2011, wenn nicht gar vorher, von der großen Molkerei schon Joghurtbecher am Markt waren. Da ist relativ viel in der Mache. Die Herausforderung, die wir da sehen, ist oftmals die Skalierbarkeit. So sehe ich es zumindest bei den Polyhydroxyalkanoaten. Polyhydroxybutyrat-Valeriansäure ist eine Riesenherausforderung, da überhaupt die Massen zu produzieren und das zu wettbewerbsfähigen Preisen. Das ist auch immer die Herausforderung bei uns in der Forschung und Entwicklung. Wir können wirklich objektiv nach LCA-Maßstäben berechnet nachhaltige Materialien entwickeln, die auch eine hohe Funktionalität haben. Das geht. Allerdings müssen die auch zu marktfähigen Preisen dann produziert und hergestellt werden können. Und daran scheitert es leider oftmals. Denn nur dann wird ein Beitrag zur Nachhaltigkeit geleistet werden können, wenn wir die Dinge dann auch am Markt sehen. Oft wird es vermischt, aber ich will die Frage: Wenn wir über Biopolymere sprechen, wird oft suggeriert, auch beim Konsumenten oft suggeriert, dass die automatisch auch in der Landschaft oder im Meer sich dann abbauen. Du hast bei einem Vortrag schon mal sehr klar herausgearbeitet, dass das nicht der Fall ist. Also Biopolymer ist nicht gleich bioabbaubar. Das muss man unterscheiden. Gibt es denn heute auch da Ideen, wie zum Beispiel Papier sich im Wasser schon abbauen würde, auch für Polymere? Hast du da irgendwas im Petto? Ja, also mit unseren Partnern gemeinsam arbeiten wir da an verschiedensten Ansätzen, dass auch Biopolymere, die man klar definieren kann, als Polymere, die aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen und oder biologisch abbaubar sind. Also nicht alle Biopolymere sind biologisch abbaubar. Die Drop-in-Solutions zum Beispiel passen da nicht dazu. Wenn wir uns aber jetzt mal Biopolymere anschauen, die biologisch abbaubar sind, seien sie jetzt aus nachwachsenden Rohstoffen oder aus petrochemischen Quellen, dann ist ja Bioabbaubarkeit jetzt einmal so ein Überbegriff. ### Biopolymer-Kompostierbarkeit: Internationale Standards erforderlich Da ist mal nur der ganze Zeithorizont nicht mit drin und die Bedingungen sind da noch mit drin. Da gibt es immer dieses Beispiel vom Baumstumpf. Baumstumpf ist schon biologisch abbaubar, würde aber keine Kompostierbarkeitsnorm schaffen. Das ist das Thema. Wie kriegt man jetzt aber Biopolymere, die in einer Kompostieranlage in Italien vielleicht super abbaubar sind, aber auf dem heimischen Kompost oder gar einfach in der Umwelt nicht abbaubar sind, dazu doch abbaubar zu sein? Das sind aktuelle Forschungsprojekte. Was macht man da? Da kann man zum Beispiel Enzyme einsetzen. Das heißt, dass dem Biopolymer schon Enzyme zugesetzt werden, also dem abbaubaren Polymer, was dann im Fall der Heimkompostierung oder der mehrwasserabbaubaren Folien diesen Abbau beschleunigt, vereinfacht dargestellt. Das ist eine Möglichkeit. Eine andere Möglichkeit ist natürlich das Blenden, dass wir verschiedene kompatible Polymere, die unterschiedlich schnell abbauen miteinander kombinieren, um hier Vorteile zu schaffen. Da haben wir einige Projekte, wo wir mit unseren Partnern uns das anschauen. Das Ganze versuchen, auch mathematisch zu modellieren, weil so Abbaubarkeits-Versuche, die dauern ja auch relativ lang. Und die können schon, auch wenn man das beschleunigt, aber dann sind die Daten nicht mehr vergleichbar. Also Accelerated Tests sind immer schwierig, das dann zu interpretieren. Deswegen versuchen wir da auch unter anderem mit unseren Partnern in verschiedenen Forschungsprojekten über mathematische Modellierung herauszufinden, wie müssen wir einen Kunststoff modifizieren, dass er dann unter gegebenen Bedingungen entsprechend abbaut. Möglichst vollständig natürlich auch. Genau. Nun haben wir schon ganz viele Strömungen angetippt. Und wenn wir jetzt mal die Flughöhe erhöhen und überlegen mal, was müsste eigentlich in der Verpackungsindustrie kurz- und mittelfristig sich ändern, um all diese Anforderungen, insbesondere an Plastikverpackungen, die ja wirklich ein Bashing unterliegen. Und teilweise muss man ehrlich sagen auch zu Recht, weil wir sehr sorglos mit den Abfällen, die es ja nicht mehr geben sollen, umgehen. Was müsste, wenn wir aus ganz großer Flughöhe gucken, mit der Verpackungsindustrie passieren, damit wir durch Recycling, durch Bio-Polymere, durch Bioökonomie bis 2035, 2040 die gesteckten Ziele, die ja jetzt von der EU wohl zu kommen scheinen, auch wirklich erreichen? Wir wollen ja keine kurzlebigen Plastikverpackungen eigentlich mehr in der Natur haben. Aber wir schaffen es ja noch nicht. Hast du da schon einen groben Fahrplan? Hast du da eine Idee, wie es laufen kann? Was müssen wir als Verpackungshersteller vielleicht oder die Marken oder der Handel noch stärker tun? Karsten, das wäre schön, wenn ich da direkt eine Blaupause vorlegen könnte, einen Masterplan, der das macht. Das ist eine sehr komplexe Thematik, die ja auch europaweit unterschiedlich zu diskutieren ist, wenn man will. Wir haben ja ganz unterschiedliche Systeme vor Ort. Also das sind mehrdimensionale Zusammenhänge. Das ist schwierig. ### Nachhaltige Lösungen realistisch und machbar Was ich glaube und deswegen antworte ich jetzt auch eher auf einer gewissen Flughöhe und gehe gar nicht so ins Detail, dass wir es natürlich nur schaffen, wenn wir das zusammen angehen. Also das heißt, dass die gesamte Wertschöpfungskette in der Verpackungsbranche und so alle Akteure sich zusammen an den Tisch setzen. Und da zählt natürlich auch die Legislative, also die Gesetzgeber mit dazu, um hier machbare Lösungen zu erarbeiten. Es ist so, natürlich braucht es gewissen politischen Druck, dass was passiert. Aber er muss auch noch realistisch sein. Er muss machbar sein. Darf nicht nachher zu Fehlentscheidungen führen, nur weil wir jetzt ganz schnell etwas erreichen wollen. Also auf Sicht fahren, zusammensitzen und hier die entsprechenden Lösungen zu erarbeiten. Und da gibt es schon gute Konzepte. Wir sind, ich möchte da jetzt gar nicht nur schwarz malen. In den Medien liest man vieles und vieles ist auch richtig. Ganz, ganz klar. Aber ich glaube, wenn wir hier zusammenarbeiten, zusammensitzen und zwar von der Forschung angefangen, neue Technologien zu entwickeln, die kommen müssen, bis hin über auch Standardisierungen zu sprechen im Verpackungsbereich. Das sind jetzt auch einzelne Schlagwörter mal genannt. Dann können wir das schon schaffen. Ich glaube, der gemeinsame Wille ist da. Und im Konsens schafft man das auch. Also ich bin zuversichtlich. Und ich versuche da meinen Beitrag mit meinem Team zu leisten von Forschungsseite her. Wir versuchen das genauso durch die Verbreitung von Folienwissen natürlich. Und letztendlich ist es tatsächlich so, die Kooperation wird es richten. Wir vergleichen es ja manchmal auch mit der Automobilindustrie, die ja angeblich die Elektrifizierung verpennt hat. Und dann kam so ein Amerikaner, der hat es dann allen gezeigt. Aber ganz so ist es auch nicht. Denn auch da ist es komplex und schwierig mit der Skalierbarkeit. Genau wie du es auch eben genannt hast. Und ich glaube, da können wir uns trotzdem eine Menge abgucken. Und ich glaube, wir machen manches auch schon besser. Denn wir arbeiten jetzt schon eng zusammen und wir sind relativ systemoffen. Das heißt, wir machen das mechanische Recycling. Wir machen das Lösemittelrecycling. Wir machen chemisches Recycling. ### Materialwahl: Kunststoff-Zukunft offen gestalten Wir sind relativ offen, wie wir es machen für Kunststoffe. Es gibt noch ein bisschen diesen Materialkampf. Kunststoff ist besser als Blech oder Blech ist besser als Papier oder so. Damit müssen wir, glaube ich, aufhören. Aber wenn du dir jetzt einen Wunsch quasi den Zuhörern auf den Screensaver, also auf den Bildschirmschoner zaubern könntest, einen Slogan, den sie jeden Morgen sehen sollten, was würdest du dem Abpacker und den Verantwortlichen für Folienverpackung wünschen, dass sie sich jeden Tag dranhalten? Gemeinsam, nachhaltig, Zukunft gestalten. Das kann besser nicht sein. Danach kann nichts mehr kommen. Markus, ein toller Podcast. Danke für deine Zeit. Das war richtig interessant. Ich wünsche dir viel Erfolg in Siegmaringen. Und ich freue mich auch, dich Anfang Februar wiederzusehen in Osnabrück. Bis dann. Vielen Dank, Karsten. Bis dann. Und das war es schon wieder für heute. Ich hoffe, es war etwas Interessantes für Sie dabei. Und wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative für mehr Flexpackwissen werden möchten, melden Sie sich gerne bei mir unter ks@innoform.eu und nicht vergessen, diesen Podcast zu abonnieren, wo immer Sie Podcasts hören. Tschüss. Bis zum nächsten Mal. Ihr Karsten Schröder. **Kategorien:** Abfülltechnik, Biofolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung **Schlagwörter:** im-02-23, Markus Schmid --- ### [Registrierung von Verpackungen und Labels (Europa + USA)](https://inno-talk.de/packungs-registrierung-und-labels-europa-usa/) **Published:** März 9, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Kompakter Überblick über relevante Gesetze, Verordnungen und Labels in 30 europäischen Ländern und den USA. *Profitieren Sie von einem Nachlass von 20,- € für Innoform-Kunden – Code:* INNO20*.* Als Mitarbeiter:in eines Verpackungsherstellers oder als Verantwortlicher eines Inverkehrbringers eines verpackten Produktes wissen Sie, wie wichtig es ist, die Regularien für die Registrierung von Verpackungen in unterschiedlichen Ländern zu kennen. Denn Gesetze und Verordnungen ändern sich ständig, und es ist schwierig, immer auf dem neuesten Stand zu sein. Gleichzeitig wollen Sie Ihre Produkte schnell auf den Markt bringen. Deshalb hat es sich pacoon Sustainability Concepts GmbH zur Aufgabe gemacht, die relevanten Informationen und gesetzlichen Anforderungen in Europa, den USA und anderen Ländern zusammenzustellen. Gemeinsam mit Partnern wie CERTIFY, der Expertin Norma Stangl von Forschgruen.de und weiteren Fachleuten hat paccoon eine detaillierte Übersicht erstellt, die alle wichtigen Informationen zur Registrierung von Verpackungen und Labels übersichtlich zusammenfasst. Mit dem Regulatory Compass erhalten Sie einen komprimierten Überblick über Gesetze und Verordnungen sowie relevante Labels pro Land. Das PDF-Dokument können Sie als deutsche und/oder englische Version unter Link erwerben und intern in Ihrem Unternehmen nutzen. Vor dem Kauf können Sie auch eine kostenlose Demo-Version herunterladen. Erleichtern Sie sich Ihre Arbeit und sichern Sie sich jetzt unsere detaillierte Übersicht über die Regelungen zur Verpackungsregistrierung in 30 europäischen Ländern und den USA. - Version 1.0 | Dezember 2022 - 42 Seiten - 31 Länder; Europa und USA (National) - 6-monatliches Update - PDF-Dateiformat - Schutzgebühr: 299,- EUR, zzgl. ggf. MwSt. **Hier geht es zum kostenlosen Probe-Download oder zur Bestellung mit 20,- € Nachlass mit dem Innoform-Code: INNO20**: [Regularien und Labels (pacoon.de)](https://www.pacoon.de/nachhaltigkeit/leistungen/regularien-und-labels/) [![](https://www.pacoon.de/fileadmin/_processed_/7/a/csm_PACOON_Web_Shop_PDF_Legende-100_566caa8c39.webp)](https://www.pacoon.de/fileadmin/_processed_/7/a/csm_PACOON_Web_Shop_PDF_Legende-100_566caa8c39.webp)![](https://www.pacoon.de/fileadmin/_processed_/e/4/csm_PACOON_Web_Shop_PDF_Amerika-100_14d623b014.webp)### Verwandte Episoden - [Was haben Druckfarben mit Nachhaltigkeit zu tun?](https://inno-talk.de/was-haben-druckfarben-mit-nachhaltigkeit-zu-tun/) - [Sabrina Schmidt vom IÖW spricht über die Bewertung der Nachhaltigkeit von Verpackungen](https://inno-talk.de/sabrina-schmidt-sprich-ueber-bewertung-der-nachhaltigkeit-von-verpckungen/) - [Kennzeichnung von Kunststoffen mit Tracern für mehr Kreislaufwirtschaft](https://inno-talk.de/kennzeichnung-von-kunststoffen-mit-tracern-fuer-mehr-kreislaufwirtschaft-interview-mit-nelly-freitag-vom-fraunhofer-ivv/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** pacoon, SOLPACK --- ### [Die Cloud gehört zur Flexpackmaschine dazu, sagt Manfred Bauer](https://inno-talk.de/die-cloud-gehoert-zur-flexpackmaschine-dazu-sagt-manfred-bauer-von-bobst/) **Published:** März 13, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Auch für BOBST erscheint es nicht sinnvoll, eine eigene Cloud aufzubauen. Deshalb nutzt BOBST die Microsoft AZURE Cloud für das eigene Datenhosting. Die erste Frage vor der Installation einer Maschine lautet heute: Welche IP bekommt die Maschine? Eine Druck- oder Weiterverarbeitungsmaschine gibt es nur noch mit Cloud-Anbindung und Fernwartung von BOBST. Dafür gibt es gute Gründe. Daten werden für den Kunden gesammelt, Auswertungen können vom Kunden selbst durchgeführt und optimiert werden – und das in einer vertrauten Microsoft-Umgebung. Datensicherheit, Verfügbarkeit und Produktionsoptimierung sind die treibenden Kräfte. Damit sinken auch Widerstände und Bedenken bei Kunden und Anwendern. ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Flexpack-Branchentreff – 20. Inno-Meeting 2023](https://inno-talk.de/flexpack-branchentreff-20-inno-meeting-2023/) - [21. Inno-Meeting – Alternative Materialien & Methoden](https://inno-talk.de/21-inno-meeting-alternative-materialien-methoden/) **Kategorien:** Flexodruck, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Tiefdruck **Schlagwörter:** im-02-23, manfred_bauer, Referenteninterview --- ### [Die Flexpack-Branche befindet sich im Frühling in voller Blüte](https://inno-talk.de/die-flexpack-branche-befindet-sich-im-fruehling-in-voller-bluete/) **Published:** März 13, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Ein zuversichtlicher Blick aus der Vogelperspektive auf die Folienverpackungsbranche von Karsten Schröder* Keine Branche bleibt vom Wandel verschont – und das ist gut so. Denn die Klimakatastrophe erfordert entschlossenes Handeln – das ist Konsens. Zudem wachsen die Weltbevölkerung und die Nachfrage nach hochwertigen Lebensmitteln. Die Folienverpacker ringen deshalb um neue Standards. Sie suchen nach nachhaltigeren Lösungen und immer besseren Verpackungen. Aber warum lesen und hören wir immer nur von Krisen? Meine Einschätzung ist, dass die Flexpack-Branche, wie so viele Branchen in dieser Zeit, gerade eine grandiose Verjüngungskur durchmacht, wie sie uns auch die Natur in Form des Frühlings jedes Jahr vorführt. Warum komme ich zu der Erkenntnis? Ich beobachte aus Berufsgründen die Trends in der Branche – so wie viele andere Stakeholder der Folienbranche. Dabei sehen Chat GPT und ich folgende 7 Trends:: - Nachhaltigkeit: Immer mehr Verbraucher und Unternehmen suchen nach umweltfreundlicheren Verpackungslösungen. Die Verpackungsindustrie reagiert darauf mit der Entwicklung von Biokunststoffen, Recyclingfähigkeit und anderen nachhaltigen Verpackungslösungen. - Digitalisierung: Die Digitalisierung verändert die Art und Weise, wie Verpackungen produziert und verwendet werden. Innovative Technologien wie digitale Druckverfahren und die Verwendung von QR-Codes ermöglichen personalisierte Verpackungen und verbessern die Kundenbindung. - E-Commerce: Der Boom des Online-Handels erfordert spezielle Verpackungslösungen, die den Versand von Produkten sicher und effizient machen. Hierzu gehören beispielsweise Kartons mit integriertem Schutz vor Feuchtigkeit oder Stoßdämpfung. - Gesundheit und Sicherheit: Verpackungen, die Lebensmittel oder Medikamente schützen und konservieren, müssen höchsten Standards in Bezug auf Gesundheit und Sicherheit entsprechen. Die Branche arbeitet daher an neuen Materialien und Technologien, die die Haltbarkeit und Sicherheit von Produkten verbessern. - Convenience: Verbraucher suchen nach einfachen und bequemen Verpackungslösungen, die das Leben erleichtern. Hierzu gehören beispielsweise wiederverschließbare Verpackungen, Portionierung und praktische Öffnungssysteme. - Personalisierung: Verpackungen können verwendet werden, um Markenbotschaften zu kommunizieren und das Markenimage zu stärken. Die Verpackungsindustrie bietet daher immer mehr personalisierte Lösungen an, die individuell gestaltet werden können. - Circular Economy: Die Verpackungsindustrie setzt sich zunehmend für die Schaffung einer Kreislaufwirtschaft ein, in der Ressourcen effizient genutzt werden und Abfälle vermieden werden. Die Branche arbeitet an Lösungen, die es ermöglichen, Verpackungen nach dem Gebrauch zu recyceln oder zu biologisch abbaubaren Materialien zu verarbeiten. Wann konnten Verpackungsentwickler schon einmal vor so weit geöffneten Türen stehen? Vor der Pandemie war es schon etwas Besonderes, freie Versuchszeit an einer Verpackungsmaschine oder einen freien Regalplatz für eine innovative Verpackungslösung zu bekommen. Heute ist die Nachfrage nach Veränderung aus den oben genannten Gründen so groß, dass eine gute Idee schnell und unkompliziert den Weg zum Verbraucher findet. Aber auch schlecht gemachte Verbesserungen finden ihren Weg, werden aber nach einer gewissen Frustrationsphase wieder aus dem System entfernt. Ein Beispiel dafür ist der papierummantelte Joghurtbecher, der einfach nicht funktioniert hat, weil die Verbraucher mit der Trennung von Plastik und Papier überfordert waren – ebenso wie die Sortieranlagen. Das alles stimmt hoffnungsvoll und beflügelt nicht nur mich. *Bildrechte iStock-921437106* ### Verwandte Episoden - [Flexpack-Branchentreff – 20. Inno-Meeting 2023](https://inno-talk.de/flexpack-branchentreff-20-inno-meeting-2023/) - [21. Inno-Meeting – Alternative Materialien & Methoden](https://inno-talk.de/21-inno-meeting-alternative-materialien-methoden/) - [ReferentInnen zu Barriere-Verbundfolien gesucht](https://inno-talk.de/referenten-zu-barriere-verbundfolien-gesucht/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Biofolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Karsten_Schroeder, SP-06-23 --- ### [Gold zertifizierte Druckfarbe für Flexpack, Magnus Berheide im Interview](https://inno-talk.de/gold-zertifizierte-druckfarbe-fuer-flexpack-magnus-berheide-im-interview-2/) **Published:** März 20, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** [Magnus Berheide](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=83351) von Flint Group berichtet über die Gold zertifizierten Druckfarben nach dem Cradle to Cradle Standard. Diese werden unter anderem für flexible Verpackungen wie Standbodenbeutel der Marke Frosch von Werner & Mertz eingesetzt. Wir diskutieren, warum Cradle to Cradle (C2C) Zertifizierungen überhaupt Sinn machen. Und warum immer mehr Markenverantwortliche auf Nachhaltigkeit setzen. Druckfarben, die als „ungiftig“ eingestuft werden, lassen sich besser recyceln, ideal bedrucken und können in einen chemischen Kreislauf zurückgeführt und immer wieder verwendet werden. Das ist das Ziel der C2C-Zertifizierung. Hören Sie, wie auch bedruckte flexible Verpackungen immer recyclingfähiger und umweltfreundlicher werden – egal ob aus Papier oder Kunststoff. Schauen Sie mal rein. Weitere Informationen zu unseren Tagungen finden sie unter [www.inno-meeting.de](http://www.inno-meeting.de) Magnus Berheide und Karsten Schröder### Verwandte Episoden - [Was haben Druckfarben mit Nachhaltigkeit zu tun?](https://inno-talk.de/was-haben-druckfarben-mit-nachhaltigkeit-zu-tun/) - [Frank Jacobs von XEIKON zu Toner- und Inkjet Digitaldruck](https://inno-talk.de/frank-jacobs-von-xeikon-zu-toner-und-inkjet-digitaldruck/) - [Wasserfarben für Flexpack von Follmann](https://inno-talk.de/wasserfarben-fuer-flexpack-von-follmann/) **Kategorien:** Biofolien, Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Flexodruck, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Migration, Wechselwirkungen, Neuigkeiten, Tiefdruck, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** im-02-23, magnus_berheide, Referenteninterview, VD-11-23 --- ### [Innoform macht Inno-Talk für KMU noch interessanter](https://inno-talk.de/innoform-macht-inno-talk-fuer-kmu-noch-interessanter/) **Published:** März 20, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** [www.inno-talk.de](http://www.inno-talk.de) & [www.inno-meeting.de](http://www.inno-meeting.de) – eine Initiative für mehr Flexpackwissen Nach über 7.300 Teilnahmen bei 23 Inno-Talks für fast 1000 Unternehmen geht die Reise weiter. Innoform verbessert das Werbekonzept für Unterstützer durch zusätzliche Leistungen wie Sonder-Mailings, Blogbeiträge und Podcast-Aufnahmen, um nur einige zu nennen. Damit wollen wir die Finanzierung des Inno-Talks für mehr Flexpack-Wissen in Europa auch für die nächsten Jahre sichern, betont Karsten Schröder. Eine Anregung der bisherigen Unterstützer und Teilnehmer hat Innoform ebenfalls aufgegriffen – die Kombination von Online (www.inno-talk.de) und Offline (www.inno-meeting.de). So profitieren Sponsoren von beiden Zielgruppen, denjenigen, die lieber online buchen und denjenigen, die sich lieber vor Ort treffen. Innoform bietet ab sofort einen Preisnachlass für Buchungen bis zum 30.6.2023 an. Dieser gilt insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die von 30 % Rabatt profitieren. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/03/image-1024x562.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/03/image.png)Nutzen Sie jetzt den Preisvorteil und vereinbaren Sie einen Beratungstermin mit Karsten Schröder direkt in seinem Kalender: [https://calendly.com/karsten\_if/inno-talk-meeting](https://calendly.com/karsten_if/inno-talk-meeting) ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Innoform makes Inno-Talk even more interesting for SMEs](https://inno-talk.de/innoform-makes-inno-talk-even-more-interesting-for-smes/) - [InnoTalk PRIME: Das innovative Webseminar-Angebot von Innoform](https://inno-talk.de/einfuehrung-in-innotalk-prime-das-innovative-webinar-angebot-von-innoform/) **Kategorien:** Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten **Schlagwörter:** Inno-Meeting, inno-talk --- ### [Innoform makes Inno-Talk even more interesting for SMEs](https://inno-talk.de/innoform-makes-inno-talk-even-more-interesting-for-smes/) **Published:** März 20, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** [www.inno-talk.eu](http://www.inno-talk.eu) & [www.inno-meeting.eu](http://www.inno-meeting.eu) – an initiative for more flexpack knowledge www.inno-talkde & www.inno-meeting.de – an initiative for more flexpack knowledge After more than 7300 participations in 23 Inno-Talks for almost 1000 companies, the journey continues. Innoform is improving the promotional concept for supporters with additional services such as special mailings, blog posts and podcast recordings, just to name a few. In this way, we want to secure the financing of the Inno-Talk for more Flexpack knowledge in Europe for the next few years as well, emphasises Karsten Schröder. Innoform has also taken up a suggestion from previous supporters and participants – the combination of online (www.inno-talk.de) and offline (www.inno-meeting.de). This way, sponsors benefit from both target groups, those who prefer to participate online and those who prefer to meet on site. Innoform is now offering a discount for bookings until 30.6.2023. This offer is aimed in particular at small and medium-sized enterprises (SMEs), who benefit from a 30 % discount. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/03/image-1-1024x577.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/03/image-1.png)Take advantage of the price now and make a consultation appointment with Karsten Schröder directly in his calendar: [https://calendly.com/karsten\_if/inno-talk-meeting](https://calendly.com/karsten_if/inno-talk-meeting) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Innoform macht Inno-Talk für KMU noch interessanter](https://inno-talk.de/innoform-macht-inno-talk-fuer-kmu-noch-interessanter/) **Kategorien:** Allgemein --- ### [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Published:** März 22, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Die Innoform Coaching GbR und das Süddeutsche Kunststoff-Zentrum (SKZ) laden zum Experten-Treff 2023 **Barriere-Verbundfolien** ein. Die zweitägige Veranstaltung findet am **22./23. Juni 2023** in Würzburg statt. Treffen Sie Branchenteilnehmer aus dem deutschsprachigen Raum vor Ort oder online, denn das Branchen-Event wird live gestreamt. Die Veranstaltung richtet sich an Experten und Führungskräfte aus der Verpackungs- und Folienindustrie, an Lebensmittel- und Pharmahersteller sowie an Entscheidungsträger aus Forschung und Entwicklung entlang der gesamten Lieferkette der Folien- und Verpackungsindustrie. Schwerpunktmäßig geht es unter anderem um diese Trendthemen: – Wie sehen moderne Monofolien mit Barriere aus? – Wie belastbar sind welche Barriereschichten? – Wie entwickeln sich Barrierepapiere? – Wie geht es mit klebstoffbasierten Verbunden weiter? – Welche Rolle spielen Rezyklate in Barriereschichten heute und in Zukunft? – Sind Biopolymere besser als fossile Barrierepolymere? – Welchen Anteil haben Barrierefolien am Lebensmittelerhalt und sogar an der Welternährung? Interessierte können sich ab sofort auf der Website [www.inno-meeting.de](http://www.inno-meeting.de) anmelden. Dort finden sie weitere Informationen zum Programm und den Referenten des Experten-Treffs 2023. Eine Ausstellung von der Branche für die Branche wird ebenfalls angeboten und bereichert so die Pausen mit weiteren Kontaktmöglichkeiten. *Die Innoform Coaching GbR ist ein Unternehmen, das sich auf die Weiterbildung und Beratung von Unternehmen in der Verpackungs- und Folienindustrie spezialisiert hat. Das Unternehmen bietet Seminare, Workshops, Webseminare und Inhouse-Schulungen zu verschiedenen Themen rund um Verpackungen und Folien an.* *Das SKZ ist Mitglied der Zuse-Gemeinschaft, einem Verbund unabhängiger, industrienaher Forschungseinrichtungen, die das Ziel verfolgen, die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Industrie, insbesondere des Mittelstandes, durch Innovation und Vernetzung zu verbessern.* ### Verwandte Episoden - [ReferentInnen zu Barriere-Verbundfolien gesucht](https://inno-talk.de/referenten-zu-barriere-verbundfolien-gesucht/) - [Barriere-Verbundfolien – Der Expertentreff 2025](https://inno-talk.de/barriere-verbundfolien-der-expertentreff-2025/) - [Zusammenfassung: Barriere-Verbundfolien – Der Expertentreff 2025](https://inno-talk.de/zusammenfassung-barriere-verbundfolien-der-expertentreff-2025/) --- ## Transkript \[unknown\] My name is \[unknown\] Recycling. **Kategorien:** Barrierefolien, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Standbeutel, Verpackungsdesign --- ### [Kennzeichnung von Kunststoffen mit Tracern für mehr Kreislaufwirtschaft](https://inno-talk.de/kennzeichnung-von-kunststoffen-mit-tracern-fuer-mehr-kreislaufwirtschaft-interview-mit-nelly-freitag-vom-fraunhofer-ivv/) **Published:** März 27, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Interview mit [Nelly Freitag](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=82222) vom Fraunhofer IVV Auch im Projekt CIRCULAR FoodPack des Fraunhofer IVV geht es um die Unterscheidung und Trennung von Verpackungskunststoffen hinsichtlich ihrer Anwendung für Food- oder Non-Food-Produkte. Ergänzend zu anderen Rückverfolgbarkeitsinitiativen wie Holy-Grail 2.0 sollen Tracer die Kunststoffe bei der Sortierung unterscheiden oder perspektivisch entlang der gesamten Lieferkette charakterisieren. Die Tracer können während des Recyclings entfernt und bei der Verpackungsherstellung wieder hinzugefügt werden, um eine Vermischung von markierten und nicht markierten Kunststoffen zu vermeiden. Basierend auf der Sortierung von Lebensmittelverpackungen werden im Projekt derzeit hocheffiziente, reinigende Recyclingverfahren und Barrierekonzepte erprobt, um letztlich sichere und recycelbare Verpackungsmaterialien für Lebensmittel zu generieren, sogenannte „circular food packs“. Hören Sie sich das ausführliche Interview zum Stand der Entwicklungen an. ### Verwandte Episoden - [„We Are The World“ – und wir machen Kreislaufwirtschaft](https://inno-talk.de/we-are-the-world-und-wir-machen-kreislaufwirtschaft/) - [Thema: Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit](https://inno-talk.de/themengebiet-kreislaufwirtschaft-und-nachhaltigkeit/) - [Kreislaufwirtschaft, Recycling, Biopolymere & Co](https://inno-talk.de/kreislaufwirtschaft-recycling-biopolymere-co/) **Kategorien:** Biofolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung **Schlagwörter:** im-02-23, Interview, nelly_freitag, Referenteninterview --- ### [SOLPACK 5.0 wieder live in München](https://inno-talk.de/solpack-5-0-wieder-live-in-muenchen/) **Published:** April 17, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Auch in diesem Jahr findet die Konferenz in München statt. Die Fokusthemen der SOLPACK 5.0 sind **Mehrwegkonzepte und -lösungen, Recycling von Kunststoff und Faserverpackungen sowie neue Entwicklungen bei Faserverpackungen**. Erwartet werden über **100** Branchenvertreter\*innen aus Industrie, Handel und Supply Chain aus dem DACH-Raum und Europa, die sich über die Verpackungslösungen der Zukunft austauschen werden. Dabei werden auch Themen wie **München als Zero Waste City**, **Status-Update von Recycling-Technologien für Verpackungen, neueste Entwicklungen von Mehrweg-Verpackungen und Kunststoff-Alternativen auf Faserbasis** anhand von Best Cases und Studien beleuchtet. Das 2-Tages-Programm wird durch **Workshop- und Networking-Sessions** am ersten Konferenzabend und während der Pausen abgerundet. Seien Sie gespannt auf inspirierende Diskussionen und neue Kontakte. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/04/Solpack5_Abbinder_Banner_DE-1024x555.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/04/Solpack5_Abbinder_Banner_DE.png)Die Konferenzsprache ist **Deutsch und Englisch**, ein Dolmetscher-Service wird angeboten. Zusammen mit unserem Kooperationspartner Umweltcluster Bayern wollen wir einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, länder- und sogar kontinentübergreifende Innovationskräfte zu bündeln und zukunftsweisende Zusammenschlüsse zu ermöglichen. **Innoform** **Coaching** unterstützt diese Konferenz und bietet Ihnen bei Buchungen mit dem Code **INNO100** einen ***Preisvorteil von 100,- €.*** Melden Sie sich jetzt an und sichern Sie sich Ihren Platz auf der SOLPACK 5.0. Formlose Anmeldung auch per E-Mail an Coaching@innoform.eu ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Das Inno-Meeting Europe – am Puls der Zeit](https://inno-talk.de/das-inno-meeting-europe-am-puls-der-zeit/) - [21. Inno-Meeting – Alternative Materialien & Methoden](https://inno-talk.de/21-inno-meeting-alternative-materialien-methoden/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Biofolien, Inno-Talk, Neuigkeiten, Verpackungsdesign --- ### [Karsten Schröder antwortet Ansgar Wessendorf im Rahmen der Marktumfrage 2023](https://inno-talk.de/karsten-schroeder-antwortet-ansgar-wessendorf/) **Published:** April 26, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *leicht überarbeitete Version* 26.04.2023 **Die gesamte industrialisierte Welt hat es versäumt, auf einen sinnvollen Umgang mit unseren begrenzten Ressourcen zu achten. Dies gilt auch für den Bereich der Einwegverpackungen, weshalb diese Verpackungsform heute – zu Recht oder zu Unrecht – besonders heftiger Kritik ausgesetzt ist. Obwohl für die Herstellung von Kunststoffverpackungen nur ein Bruchteil der fossilen Rohstoffe benötigt wird, besteht in der Öffentlichkeit der Eindruck, dass damit die Meere verschmutzt und die Landschaft verunstaltet wird. Dies liegt unter anderem an der „Langlebigkeit“ der Verpackungen im Gegensatz zu den meist kurzlebigen Füllgütern.** Liegt unser eigentliches Problem nicht darin, dass wir zwar die Füllgüter immer nachhaltiger machen, nicht aber die Verpackungen? Ich vermute daher, dass das „Plastik-Bashing“ seinen Zenit überschritten hat und wir uns komplexeren und wichtigeren Problemen zuwenden sollten. Ich denke dabei an den Weltfrieden, die Ausrottung von Seuchen, die Sicherung der Ernährung und den Respekt gegenüber allen Lebewesen auf unserem Planeten. Gerade wir als Flexpacker sollten unsere Verpackungen noch minimalistischer und handhabungsfreundlicher gestalten und uns durchaus trauen, andere Denkwege zu beschreiten. Mehrweglösungen dürfen weder tabuisiert noch als schlechte zweite Wahl diffamiert werden. Denn gerade die Mehrfachnutzung, die wir bisher überwiegend nur stofflich in Form des mechanischen Recyclings umsetzen, ist die Basis jeder Kreislaufwirtschaft. Bei der Gestaltung von Lebensmittelverpackungen sollten wir sozusagen in Kaskaden denken. Das heißt zum Beispiel, aus hochwertigen Folien zunächst eine Abdeckfolie für den Baubereich zu recyceln und diese dann wieder dem chemischen Recycling und damit dem Neuwarenstrom zuzuführen, um daraus erneut Lebensmittelverpackungen herzustellen. Dies muss allerdings durch digitale Technologien, Produktpässe und Informationen über die Materialzusammensetzung unterstützt werden, wie es auch von der Politik gefordert wird. Es bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als Gutes noch besser zu machen, um weitere Klima- und Umweltschäden zu vermeiden. **Welche konkreten Maßnahmen ergreifen Sie in Ihrem Bereich der Wertschöpfungskette, um die Nachhaltigkeit von Verpackungen zu fördern, ohne deren Funktionalität zu beeinträchtigen?** Im Rahmen unseres Testservice untersuchen wir neue Materialkombinationen auf ihre Eignung für die Herstellung von Lebensmittelverpackungen. Wir erwarten in naher Zukunft vielversprechende Neuentwicklungen wie Materialien aus Lebensmittelabfällen, Altpapier oder Graspapier, um die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen zu verringern. Auch neue Barrierekonstruktionen, insbesondere für Lebensmittelverpackungen, sind in der Entwicklung. Wir unterstützen die Entwicklung neuer organischer und anorganischer Barriereschichten mit Rat und Tat sowie mit Daten und Fakten aus unserem Prüfservice. Auch der [Online-Permeationsrechner](https://www.innoform-testservice.de/permeationsrechner), den jeder kostenlos nutzen kann, ist so ein Beispiel. Mit unserer Initiative für mehr „Flexpackwissen“ informieren wir Stakeholder im Inno-Talk ([www.Inno-Talk.de](http://www.Inno-Talk.de)) und in Inno-Meetings ([www.inno-meeting.de](http://www.inno-meeting.de)) zeitnah über neue Entwicklungen und Trends. In unserem stark wachsenden Angebot an Präsenz- und Online-Seminaren vermitteln wir Kompetenzen zum Beispiel zu nachhaltigen Verpackungen und zur höheren Leistungsfähigkeit von Verpackungen, die mit weniger und recyceltem Material hergestellt werden. Ein Beispiel ist die Ausrichtung von Tagungen, wie den Expertentreff: [Barriere-Verbundfolien](https://www.innoform-coaching.de/tagung/barriere-verbundfolien-der-expertentreff-2022) ![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/04/SP-06-23-linkedin_header_barriere.jpg)Materialneutralität ist ein klarer Trend. Unternehmen, die bisher nur Papier produziert haben, verkaufen ihre Anlagen und stellen Kunststoffverpackungen her. Andere versuchen, Folienverpackungen durch Papiere mit aufgetragenen Barrierelacken zu etablieren. All diese Ansätze unterstützen wir ergebnisoffen und so neutral wie möglich. Vielleicht können wir so dazu beitragen, vielen Menschen Denkanstöße zu vermitteln. **Wie schätzen Sie persönlich die Zukunftsfähigkeit der Verpackungsindustrie ein?** Ich kann und will mir eine Welt mit mehr als 8 Milliarden Menschen ohne Hochleistungsverpackungen nicht vorstellen. Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass dies eigentlich unmenschlich wäre. Denn der Verzicht auf Minimalverpackungen im Hochleistungsbereich, insbesondere bei Lebensmitteln, würde katastrophalen Hunger bedeuten. Die Folge wären die heute noch überschaubaren Migrationsbewegungen von Süd nach Nord und die damit verbundenen Herausforderungen und Konflikte. Verpackungen sind also immer auch Indikatoren, vielleicht sogar Garanten für Wohlstand. Die Lebensmittelverpackung wird sich sowohl mengenmäßig als auch leistungsmäßig weiterentwickeln. Gefragt sind daher Innovationskräfte, die sich nicht in der Abwehr von Plastik-Bashing erschöpfen, sondern den Weg für neue Lösungen ebnen, um nicht nur marktgerechte, sondern auch umweltgerechte Verpackungen zu entwickeln. Zweifellos gibt es viele sehr tatkräftige Menschen, die Gutes noch besser machen wollen. Die Flexpack-Industrie mit ihrem immer enger werdenden System der Kreislaufwirtschaft spielt dabei eine wichtige und wachsende Rolle. Egal ob Süßwarenverpackungen aus Papier, Getränkekartons oder Gurkenfolien. Natürlich sind hohe Energiepreise ein Hindernis, aber der Einsatz erneuerbarer Energien könnte hier eine Lösung bieten. Kaum eine Woche vergeht, in der nicht eine Verpackungsanlage eine Photovoltaikanlage oder eine Windkraftanlage in Betrieb nimmt. Nicht nur, weil es nachhaltiger ist, sondern auch weil es günstiger ist. Auch die Materialknappheit ist lösbar, wenn wir die Kreislaufwirtschaft noch ernster nehmen und entsprechend skalieren. Wenn wir weniger fossile Rohstoffe benötigen, weil wir mehr nachwachsende Rohstoffe zur Verfügung haben, machen wir uns sogar unabhängiger von diskontinuierlichen Lieferquellen. Wenn uns das gelingt, kann die europäische Verpackungsindustrie sogar von günstigeren Energiepreisen und eigenen Rohstoffquellen aus Recycling profitieren. **Ich sehe viele, die eine Krise herbeireden wollen, aber ich sehe viel mehr, die sich inspirieren lassen, Neues zu wagen und die Zukunft mit Verpackungen sinnvoll zu gestalten.** ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Sabrina Schmidt vom IÖW spricht über die Bewertung der Nachhaltigkeit von Verpackungen](https://inno-talk.de/sabrina-schmidt-sprich-ueber-bewertung-der-nachhaltigkeit-von-verpckungen/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Biofolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten **Schlagwörter:** Karsten_Schroeder --- ### [Fünf Interviews vom 20. Inno-Meeting 2023](https://inno-talk.de/fuenf-interviews-vom-20-inno-meeting-2023/) **Published:** April 27, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Hören Sie heute einen Zusammenschnitt von fünf Interviews mit Referenten im Rahmen des 20. Inno-Meeting 2023 in Osnabrück. Die Aufnahmen sind im Februar 2023 entstanden und hier zusammengeführt. Es beginnt Dr. Thomas Lehnen von Siegwerk Druckfarben. Sein Titel lautet: **Wasserbasierter Inkjetdruck auf Folie und Papier – Chancen und Installationen** Er erläutert, wie der Einstieg in den digitalen Inkjet gelingt und warum wasserbasierte Farben sinnvoll sind. Nelly Freitag vom Fraunhofer Institut sprach bei der Tagung über: **Hochwertiges Recycling von und für flexible Verpackungen** Wie kann ich Kunststoffmaterialien Informationen in der Masse mitgeben – und geht das überhaupt? Nach dem Vortrag wussten die Teilnehmer, dass es funktioniert und dass es momentan primär am Willen fehlt. Tracer ist das Zauberwort, mit denen man Kunststoffe wieder erkennbar machen kann. Daniel Holspach sprach über: **Gartenkompostierbare Frischhaltefolie – eine Idee wird zum Produkt** Jemand, der an Bioökonomie glaubt, kommt an solchen Produktideen kaum vorbei. Vorperforierte, biobasierte Frischhaltefolie, die mit Speiseresten im Heimkompost kompostiert werden kann – ein Produkt aus dem Hause Maropack. Wir haben nachgefragt. Magnus Berheide von Flint Group sprach über: **Cradle to Cradle als ein Baustein nachhaltiger Druckfarben** Nicht nur das Prinzip C2C, sondern auch warum das sogar für Druckfarben interessant ist, erörterte ich im Gespräch mit Magnus. Wir sollten nur das in die Natur entlassen, was wir wirklich kennen und nicht schadet – so könnte man knapp zusammenfassen. Ohne Digitalisierung geht gar nichts mehr im Maschinenbau. Manfred Bauer von BOBST fragt erst nach der IP-Adresse der Maschine, bevor BOBST wissen will, wo sie aufgestellt wird. Sein Titel lautete: **Transparente Produktion – wenn Maschinen für Transparenz sorgen** Das sind nur Auszüge aus dem Gesamtprogramm, das auch nachträglich in Video- und Handouts zum Kauf zur Verfügung steht: [https://www.innoform-coaching.de/tagung/20-inno-meeting-2023\_1](https://www.innoform-coaching.de/tagung/20-inno-meeting-2023_1) Hören Sie rein – egal woAuch verfügbar auf: - [Inno-Talk.de](https://www.inno-talk.de/podcast) - [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) - [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) - [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk) - [deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin-2/) - [Guido Aufdemkamp von Flexible Packaging Europe zu den Hintergründen des Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-von-flexible-packaging-europe-zu-den-hintergruenden-des-inno-meeting-europe/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Herzlich willkommen zu dieser etwas besonderen Episode des Innoform Podcasts zum Inno-Talk. Mein Name ist Karsten Schröder und ich habe Ihnen diesmal hier fünf Zusammenschnitte von Interviews zusammengestellt, die ich im Rahmen des 20. Inno-Meetings der Jubiläumsveranstaltung 2023 in Osnabrück geführt habe. Es drehte sich alles um Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung und wie das miteinander zusammenhängt. Und ich habe die Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner nach ihrer Meinung gefragt, erst mal zu ihrer Kernaussage in ihrem Vortrag, aber natürlich auch zur Gesamtwetterlage in dieser krisengeschüttelten Flexpack-Industrie, in der wir uns alle bewegen. Freuen Sie sich auf die fünf Interviews. Inkjet ist für Flexpacker das Verfahren der Wahl für den Einstieg in den Digitaldruck. Das sagt Dr. Thomas Lehnen im Rahmen des Inno-Meetings von Siegwerk Druckfarben. Wir erläutern, warum gerade der wasserbasierte Inkjet Vorteile hat in Sicht auf Nachhaltigkeit und warum das modulare System des Digitaldrucks hier seine Stärken ausspielen kann, um alten Hasen, aber auch Quereinsteigern, den Einstieg in digitale Geschäftsmodelle zu erleichtern. Hören Sie rein in dieses Interview. Freue mich, dass Thomas Lehnen den Weg wieder gefunden hat nach Osnabrück zum 20. Inno-Meeting. Du hast heute am zweiten Tag einen schönen Vortrag gehalten über wasserbasiertes Inkjet im Wesentlichen. Inkjet an sich ist eine Digitaldruck-Technologie. Du hast sie sehr stark nach vorne gestellt. Warum? Einfach auch so ein bisschen wegen dem Fokus dieser Veranstaltungen. Es geht ja dann doch irgendwie um Mainstream Packaging, wenn viele Vorträge zum Bedrucken von Folie gehören. Und gerade da, wenn es halt um große Druckbreiten geht, um schnelle Druckverfahren geht, da ist Inkjet einfach flexibler. Es gibt andere Druckverfahren, die haben auch ihre Daseinsberechtigungen, aber das ist halt dann ein bisschen eingeschränkter, was Druckbreite oder Output angeht. Und da sehen wir einfach klare Vorteile im Inkjet. Überrascht war ich über diese unheimlich dünnen Schichtdicken, die ihr auftragt. Das ist ja im wasserbasierten Inkjet, habe ich verstanden, was Besonderes. Wie hoch sind die und warum ist das was Besonderes? Es ist einfach sehr wenig, weil im wasserbasierten Inkjet wir halt auch sehr viel Pigment in sehr wenig Volumen reinbekommen. Wir haben keine großen Mengen an Bindemitteln. Es ist insgesamt auch eine sehr dünnflüssige Farbe. Das heißt, das, was nachher übrig bleibt, auch am Substrat, ist halt einfach sehr hoch pigmentiert und dadurch relativ dünn. Wir erzielen halt sehr, sehr dünne, sehr, sehr farbkräftige und sehr flexible Filme – Transparenz ist das falsche Wort, aber sehr flexible Filme. Und gerade das ist halt für Folie und Druck einfach super. Aus dem Auditorium kam natürlich die Frage, die kommen musste: Lebensmittelrecht. ### Druckfarben-Anforderungen: Flexo, Tiefdruck, Offset, Inkjet Da sagst du, das steht genauso natürlich über euren Druckfarben wie über den anderen. Erfüllt ihr schon alle Anforderungen? Ja, was Lebensmittelrecht angeht, also gerade bei Düsseldorf, wir haben ein eigenes Team dafür, was hier Rohstoffeinführung, Rohstoffqualifizierung macht, was Migrationstests macht. Die Kollegen machen einfach keinen Unterschied. Sollte ich jetzt Rohstoffe einkaufen für Flexo-Farben, für Tiefdruckfarben, für Offset-Farben oder für Inkjet-Farben, ist der gleiche Prozess, die gleichen Anforderungen und daher auch die gleichen Zertifikate. Es gibt ja nicht nur wasserbasiertes Inkjet. Du sprichst für wasserbasiertes Inkjet und das geht auch für Folie? Wasserbasiertes Inkjet geht sehr gut für Folie, gerade weil wir diese dünnen, sehr flexiblen Filme erzeugen können. UV-Inkjet hat auch seine Daseinsberechtigung, aber hier sind wir bei den Schichtdicken eher so bei 5, vielleicht bei 10 Mikrometern. Das kann man sich vorstellen, wenn ich eine 12-Mikrometer-Deckfolie bedrucke mit einem 10-Mikrometer-dicken Film, geht mir einfach viel Flexibilität verloren. Deswegen sehen wir da, was Wasser-Inkjet angeht, einfach einen guten Fit zu flexibler Verpackung. Gleichzeitig ist es ja so, flexible Verpackung ist sehr viel Lebensmittelverpackung. Lebensmittelverpackung hat gewisse Anforderungen, gerade mit dünnen Filmen, was Migration und Sicherheit angeht. Und da ist einfach wasserbasierter Inkjet prädestiniert, was Produkt-Sicherheit und Compliance angeht. Auf Folie und auf Papier, wir haben so ein bisschen über Nachhaltigkeit auch nachgedacht. Und du hast auch darüber gesprochen, dass gerade der Inkjet-Druck, gerade wasserbasiert besonders nachhaltig ist. Da stellt sich natürlich für den Praktiker die Frage, warum eigentlich? Wenn man Nachhaltigkeit mal überdenkt, was ist eigentlich nachhaltig, wo wollen wir hin, geht es halt sehr viel um diese Ressourceneffizienz. Wir wollen also mit möglichst wenig Ressourceneinsatz möglichst viel erreichen. Und da ist einfach Digital-Druck per se schon mal sehr günstig, weil ich eben nicht diese Druckvorstufen habe, die ja wieder Müll verursachen, die ich irgendwie warten muss. Ich habe das Einrichten der Maschine nicht, die ganzen Materialien, die bedruckt werden, nur um die Maschine irgendwie zum Laufen zu bekommen. Da hat Digital-Druck an sich halt einen guten Fit. Und wasserbasiert in Inkjet hat halt noch viel mehr, weil es einfach eine sehr grüne Drucktechnologie ist. Wir haben keine Acrylate, wir haben keine Fotoinitiatoren, wir haben keine giftigen Inhaltsstoffe, sehr dünne Filme, keine großen VOCs während dem Druckverfahren. Das passt einfach sehr gut zu diesen Nachhaltigkeitsgedanken. Ein Wettbewerber von euch hat über Cradle-to-Cradle gesprochen. Materialgesundheit ist da das große Thema, das hast du gerade angesprochen. Das erfüllt eure Farbe zum Teil schon. Habt ihr da auch irgendwie was vor, in diese Richtung weiterzugehen? Wie am Anfang schon erwähnt, wir sind im Digital-Druck nicht anders unterwegs als in allen anderen Druckverfahren auch. Das heißt, die ganzen Standards, die wir bei anderen Druckverfahren erfüllen, versuchen natürlich auch einen Digital-Druck zu erfüllen. Da gibt es keinen Sinn, das zu differenzieren. ### Foliendruck: Viskosität und Druckgeschwindigkeit optimieren Wenn wir jetzt auf Folie drucken, und hier waren sehr viele Folienhersteller, die auf Folie veredeln, was sind ja die Herausforderungen beim Digital-Inkjet? Es ist einfach so, der Digital-Druck braucht sehr, sehr dünnflüssige Farben. Das kommt durch die Druckköpfe und durch die Voraussetzung an die Farbe für die Druckköpfe. Wir sind so im Bereich zwischen 4 bis vielleicht 10 Millipascal-Sekunden sehr, sehr, sehr dünnflüssig. Sehr dünnflüssig wird man nur, wenn man sehr viel Wasser einsetzt. Dieses Wasser muss aber in Druckgeschwindigkeit natürlich auch wieder raus. Das heißt, wir müssen in einer sehr kurzen Zeit, in einer sehr, auch räumlich sehr kurzen Distanz, sehr viel Wasser loswerden. Das ist auf Papier natürlich einfacher als auf Folie. Weil Papier schon Wasser absorbieren kann natürlich und später noch abgeben kann, wenn es denn soll. Oder es bleibt einfach drin und macht das Papier flexibel, sozusagen. Genau, außerdem fixiert Papier die Pigmente auch ein bisschen. Das heißt, gerade was Intercolor-Bleeding angeht – wenn ich nass in nass drucke, ist es einfach auf Papier einfacher, das Zerlaufen der Farben zu verhindern, als das auf Folie ist. Wenn ihr trocknen müsst, macht das nicht nur mit heißer Luft – habe ich gehört –, sondern wie geht das? Wir nutzen oder wir sind ja kein Maschinenhersteller, aber der Markt nutzt sehr viel NIR. Einfach weil das mir ein sehr kompaktes Trockenverfahren ermöglicht. Das heißt, ich kann auf noch wenig Raum sehr viel Leistung einbringen. Und ich habe halt durch diese NIR-Strahlung auch noch besondere Anregungen der Farbe, was halt für die Trockenleistung einfach vorteilhaft ist. Gerade bei Digitaldruck sind die Maschinen momentan noch sehr kompakt. Das heißt, ich habe einen sehr kleinen Footprint in meiner Druckerei und da kann ich keine großen Trocken-Tunnel anbauen. Wollte ich gerade darauf hinaus: hohe Trockenleistung heißt hoher Energieverbrauch, hört sich nicht so nachhaltig an, aber das geht heute? Das stimmt, hoher Energieverbrauch, das ist definitiv noch ein Problem. Aber da denken wir halt, es ist ja Strom, der benutzt wird, und nicht Gas. Wenn der Strom halt aus regenerativen Energiequellen erzeugt wird, zum Beispiel Solar oder Windkraft, dann ist das nicht mehr ganz so sehr ein Problem, wie es am Anfang aussieht. Aber es ist klar: Trockenleistung ist definitiv ein Thema. Letzter Punkt, was auch in der Diskussion immer wieder Thema ist: Wie fange ich an mit Digital Inkjet als traditioneller Drucker? Was muss ich tun? Wie muss ich denken? So einfach wie möglich und so günstig wie möglich. Also wir glauben wirklich, dass man sich auch da rantasten muss. Also man braucht einen kompletten digitalen Business Case auch dahinter, sonst macht es keinen Sinn. Das heißt, wenn ich vielleicht eine Druckanlage habe, kann man in diese Druckanlage Printbars integrieren, kann erstmal eine Farbe drucken und vielleicht nachher vier Farben drucken in der existierenden Anlage. ### Inkjet-Technologie: Modular und kostengünstig skalierbar Wenn das funktioniert, wenn ich damit erfolgreich bin, kaufe ich mir eine kleine Standalone-Maschine, mache halt ein gewisses Portfolio, ein gewisser Teil von meinem Portfolio. Wenn das gut ist, kaufe ich mir eine größere Maschine. Also wirklich Step by Step. Also nicht gleich Greenfield, große Halle, drei Maschinen rein und dann überlegen, wo kriege ich die Kunden her? Genau, das ist eben nicht. Aber Inkjet hat ja den Vorteil, dass es sehr modular ist. Mit einem Druckkopf kann ich je nachdem welchen ich nehme, vielleicht ein paar Zentimeter drucken. Dann kann ich halt einfach das aufbauen und so erweitern, wie ich das für mich brauche. Hochspannend, danke schön. Thomas Lehn von Siegberg beim 20. Inno-Meeting in Osnabrück. Immer wieder gerne. Schön, hier zu sein. Kennzeichnung von Kunststoffen mit Tracern für mehr Kreislaufwirtschaft, auch für Flexpackfolien. Das ist das Thema von Nelly Freitag vom Fraunhofer Institut. Wir sprachen über die Zwischenergebnisse des Projektes Circular Food Pack. Der Name ist Programm. Man will also flexible Lebensmittelverpackung kreislauffähiger machen dadurch, dass man Tracer mit in das Material eingibt, sodass durch diese Tracer, durch diese Substanzen in der Masse der Verpackung aus Kunststoff später eine Rückverfolgbarkeit gewährleistet wird. Quasi ein Fingerabdruck der Kunststoffrezeptur. Hören Sie rein in diesem spannenden Beitrag, den ich mit Nelly Freitag im Interview noch einmal vertiefen konnte. Ich sitze hier mit Nelly Freitag vom Fraunhofer Institut Freising. Du hast eben einen tollen Vortrag gehalten über euer Projekt zum Thema Recycling. Polisecure waren so Stichworte, die gefallen sind, Tracer. Erzähl ein bisschen, was war die Kernaussage, was ist das Ziel des Projektes? Das Ziel des Projektes ist im Prinzip, dass wir Lebensmittel von Nicht-Lebensmittelverpackungen trennen wollen, und zwar mit Hilfe von Tracern, die in die Verpackung integriert werden können, damit das Rezyklat daraus wieder im Lebensmittelkontakt auch eingesetzt werden darf. Ziel ist ja auch, dass man besser sortiert. Das hatte ich so ein bisschen verstanden. Du hast verschiedene Bilder gezeigt von unterschiedlich sauberen Rezykl aten. Wie ist denn der Effekt im Moment? Wo ist das Forschungsprojekt im Moment vom Status? Also wir haben eine Sortiereffizienz von knapp 90 Prozent und eine Sortierquote von 97 Prozent, was ziemlich gut ist. Da haben wir eben markiert gegen nicht markiert sortiert. ### Tracer-Sortierung in NIR-Systemen integrieren Der Vorteil an dieser Tracer-Sortierung ist, dass die in die bestehenden NIR-Sortier eingebaut werden kann. Das heißt, man braucht keine kostenintensive Umrüstung irgendwie oder keine neuen Maschinen, sondern das funktioniert in den Maschinen, die existieren. Und die Vielfalt an Tracer-Kodierungen, sage ich mal, die entwickelt wurden mit dem KIT auch zusammen, die eröffnet einfach eine große Möglichkeit an verschiedenen Sortierkriterien, nach denen dann Verpackungen sortiert werden können. Farbe gibt es ja schon, aber eben Zusammensetzung oder Lebensmittel, nicht Lebensmittel, da eröffnet sich eine Weite. Das kann man alles dem Tracer quasi als Information auch mitgeben oder wie soll das später funktionieren? Genau, also es ist nicht ein Tracer, sondern es ist eine Kombination von Elementen im Prinzip und die können kombiniert werden und dann erhält man quasi verschiedene Spektren. Und je nachdem, also man kann die Spektren dann quasi in der Eigenschaft zuordnen, das muss man der Maschine sagen, aber dann kann quasi nach diesen Spektren eben sortiert werden und dadurch erhält man eine Kodierung, also im Prinzip die Eins und Nullen, die man kombinieren kann. Spannend, wie so ein IR-Spektrometer ja auch quasi nur so einen Peak Wald zeigt und danach kann man dann über eine Datenbank gucken, was ist eigentlich was. Tolle Idee. Es gibt ja konkurrierende Markierungssysteme, zum Beispiel Holy Grail wurde hier auch in der Fragerunde diskutiert. Ist das etwas, mit dem ihr konkurriert oder seht ihr das als Ergänzung? Wir sehen es eher als Ergänzung, also ich denke, es macht bei den Entwicklungen der Kreislaufwirtschaft wenig Sinn, kompetitiv zu denken, weil am Ende müssen wir alle gemeinsam eine Lösung finden, um wirklich das Ziel der Kreislaufwirtschaft zu erreichen. Und ich meine, Holy Grail ist ja mehr als Sortierung von Lebensmitteln, von Nicht-Lebensmittel-Verpackungen. Da geht es ja auch viel um Traceability, um was für Informationen kann ich noch da drin irgendwie transportieren. Und dieser Aspekt von, oder dieser einfache Aspekt mit den Tracern Lebensmittel von Nicht-Lebensmittel-Verpackungen zu trennen, ist schon besonders, sage ich mal, und eine spannende Ergänzung auf jeden Fall zu so einem Holy-Grail-Konzept. Das ist überhaupt spannend, wenn man diese zwei Ströme auseinanderhalten könnte, Lebensmittel und Nicht-Lebensmittel. Das ist ja genau das, was im Moment ein bisschen schwierig ist oder unmöglich sogar. Und wie wollt ihr das genau später machen? Sollte es so sein, dass es wieder eine gelbe Tonne nach wie vor gibt und ihr würdet dann mal die Lebensmittel-Verpackung tracen, oder wie geht das? Es gibt Optionen. Das Ziel ist schon, dass wir das eben mit der gelben Tonne, dass die aufsortiert werden kann. Aber es eröffnen sich natürlich Optionen, wenn man Lebensmittel von Nicht-Lebensmittel-Verpackungen trennt. Wie wir jetzt zum Beispiel ja in einer der Grafiken gesehen haben, ist der PE-Handteil in den Nicht-Lebensmittel-Verpackungen viel höher. Das eröffnet quasi nicht nur Optionen dafür, was kann ich mit der Lebensmittelverpackung machen? Kann ich die recyceln? Kann ich die wieder in Lebensmittelkontakt bringen? Sondern das eröffnet auch die Option, eben ein reines oder ein eventuell reineres Polymer aus der Nicht-Lebensmittel-Verpackung zum Beispiel zurückzugewinnen. Und je nachdem, was man dann da noch auftrennt, können sich neue Ströme mit neuen Möglichkeiten eben ergeben. Ein weiterer Schwerpunkt der Fragerunde war ja auch das Thema De-Inking. Daran arbeitet ihr auch. Wie ist so da deine Einschätzung? Ist das ein Ding, was ihr löst, was ihr mitbearbeitet, oder kommt das eher aus Industrie? ### Lab-Scale zu kosteneffizienter Umsetzung Also unser Projektpartner ist da ja unigent, die da sehr viel Forschung dazu betreiben und ja vielversprechende Lab-Scale-Ergebnisse schon gezeigt haben. Was wir jetzt gesehen haben, war ein wasserbasierter De-Inking-Prozess. Die haben aber noch drei andere Methoden, die noch deutlich bessere Ergebnisse erzielt haben. Sodass es da auch wahrscheinlich ein Zusammenspiel sein wird aus einer Industrie, die zieht, und einer Forschung, die sagt, hey, guck mal, wir haben hier was. Und am Ende ist es halt eine Frage, was kann wie kosteneffizient auch umgesetzt und abgeskaliert werden. Letzte Frage war dann noch, ist das lebensmittelrechtlich zugelassen, diese verschiedenen Tracer? Da seid ihr, glaube ich, gerade in der Entscheidungsfindung. Also da ist natürlich für Poly-Secure ein großes Thema. Und das ist so ein bisschen aus dem Projekt eigentlich ausgeklammert, weil das ein Thema für Poly-Secure-Set ist. Das heißt, mehr als das kann ich dazu auch eigentlich gar nicht sagen. Hochspannend wird wahrscheinlich natürlich schon theoretisch so angelegt sein, dass es funktionieren müsste. Man muss es dann ja immer nur beweisen. Man muss es halt beweisen. Genau, das ist ja das Ziel. Ist denn wirklich das Ziel, dass man dann zum Beispiel getracete Regenerate wirklich wieder in Verbundfolien mit einer funktionalen Barriere, hatte ich gesehen, auf einem Chart einsetzt? Genau, ja, das ist im Prinzip das Ziel. Also die Tracer sollen in dem Recyclingprozess auch zurückgewonnen werden, sodass das Material dann natürlich nicht markiert ist, weil sonst entsteht einfach eine Vermischung und dann hat man Markierungen drin, die man gar nicht drin haben möchte. Also das heißt, die sollen schon im Recyclingprozess raus. Aber dann ist das Ziel, dass dieses Material so hochwertig aufgereinigt wird, dass ich es wirklich wieder im Lebensmittelkontakt versetzen kann, einsetzen kann. Letzte Frage, wie lange läuft das Projekt noch und was sind noch die nächsten Schritte? Das Projekt läuft noch bis November 2024 und als nächstes geht es weiter an die Optimierung der Vorbehandlungsprozesse natürlich. Ein ganz spannendes Thema wird das Closed-Loop-Business-to-Business-Konzept sein. Das heißt, da werden wir dann sehen, was können wir am Recyclingprozess eventuell optimieren, wenn wir ganz genau die Zusammensetzung der Verpackungen und auch ganz genau die Kontamination der Verpackungen kennen, weil wir wissen, welches Produkt drin war und wir eigentlich auch wissen, dass es mit nichts anderem in Berührung war. Das heißt, das wird auch nochmal ein spannendes Thema bezüglich Lebensmittelkonformität, weil das ja ein geschlossener Kreislauf wäre. Und ganz besonders spannend wird es aber eben auch, wenn wir unsere ganzen Vorbehandlungsverfahren, die wir ja optimieren und entwickeln, dann tatsächlich an Post-Consumer-Abfällen wirklich einsetzen. Also da bin ich auch sehr gespannt drauf. Vielen Dank, Nelly Freitag. Sehr gerne. Dankeschön. Daniel Holzbach verblüffte das Publikum mit seinen Handmustern, die er mitbrachte aus seiner Produktion von Maropac. Er brachte uns vorperforierte Bio-Frischhaltefolie mit, die er beim 20. Inno-Meeting zeigte und erläuterte, wie schnell solch eine Entwicklung heute möglich ist, wenn man gut vernetzt ist, wenn man ein junges, dynamisches Unternehmen führt und vor allen Dingen, wenn man auch die Vision hat, dass Bioökonomie in Zukunft ein wesentlicher Baustein unserer Flexpack-Industrie sein kann. ### Biomaterialien: Kompostierbare Frischhaltefolie entwickeln Er nutzt Biomaterialien, also nachwachsende Rohstoffe, um Frischhaltefolie zu produzieren, die dann sogar im Heimkompost kompostiert werden kann. Ich spreche mit Daniel Holzbach. Hier beim 20. Inno-Meeting ist es mittlerweile in Osnabrück. Daniel, du hast einen tollen Vortrag gehalten über etwas ganz Neues für die Flexpack-Industrie. Eigentlich beschäftigst du dich sonst mit dem Schweißen von Beuteln. Hier hast du eine Frischhaltefolie mitgebracht, die auf dem Heimkompost funktioniert. Wie geht das? Ganz genau. Das ist ein Commodity-Produkt. Es baut sich innerhalb von 180 Tagen, wenn es gut läuft, ab. Bei Temperaturen zwischen 10 und 30 Grad. Feuchtigkeit, Mikroorganismus, und dann funktioniert es. Rückschlaglos. Irgendwie interessant. Du hast es beim Beispiel genannt. Besser als eine Orangenschale auf dem Kompost. Die baut sich auch ab, aber dauert länger, oder? Die braucht zwei bis drei Jahre tatsächlich. Wahnsinn. So bei der Natur. Und manche meinen natürlich, wie kann es sein, dass eine Folie sich dann abbaut, wie eine Orangenschale oder Citrusschale. Ja, ja, genau. Auch an der Umverpackung habt ihr was gemacht. Was ist da der Gag? Ja, komplett aus Pappe hergestellt, auch komplett recycelt beim Papierstrom. Du siehst auch hier beispielsweise, ist es auch drauf mit der Orangenschale, ist vorperforiert, also auch convenient. Das ist ganz, ganz wichtig. Es muss händelbar sein für den Endverbraucher, weil es oftmals eine Fußverpackung ist, die Frischhaltefolie. Sie klebt aneinander, ist meistens sehr, sehr dünn, reißt schnell ab. Unsere Folie ist ein bisschen dicker, easy to handle. Also sie kann, wie gesagt, eine Tellergröße vorperforieren, super zu nutzen. ### Folien-Vorperforierung: Material und Zähigkeit Spannend, spannend die Idee, die Folie vorzuperforieren. Ist das etwas, wo ihr alleine seid, oder gibt es das schon mehrfach? Also es gibt es ganz wenige Leute. Ganz wenige, habe ich noch nie gesehen in Wirklichkeit. Ist auch schwierig, weil so eine Folie ist ja auch sehr zäh, zieht sich lange. Deswegen muss sie ein bisschen dicker sein, damit sie sich auch sauber abreißt. Auf was für einer Basis ist diese Folie? Kannst du das verraten? Leider nicht, nein, ich kann aus nachwachsenden Rohstoffen, aber nicht zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen. Wir arbeiten da gerade dran, dass wir die zu 100 Prozent biobasiert hinbekommen. Wenn ich die jetzt auf meinen Kompost mache und die danach dann an meine Gurken, den Kompost, passiert da was, sind Rückstände zu erwarten, ist absolut clean. Keine toxische Auswirkung auf die Umwelt, das ist auch das Wichtigste. Guilty-free, irgendwo steht auf jeden Fall drauf, das ist wurmfreundlich und mikroorganismenfreundlich, es passiert tatsächlich gar nichts. Dann habt ihr hier noch ein eigenes Label, das hattest du im Vortrag erwähnt. Erzähl ein bisschen die Hintergründe. Wir wollten einfach etwas komplett Eigenes kreieren. The Real Eco Fresh kommt so ein bisschen von damals Donald Trump, The Real Donald Trump. Nicht, dass wir Donald Trump unterwitzen, aber wir haben einfach gedacht, es muss einfach ein Real, ein wirkliches neues Produkt sein. Deswegen haben wir The Real Eco genannt und darunter vertreiben wir verschiedene Artikel. Ist ja hochspannend. Und du hattest auch noch andere Produkte erwähnt, wo ihr gerade dran seid, die nichts unbedingt mit Verpacken zu tun haben. Ganz genau. Wir sehen gerade zum Beispiel dran bei einem Kaffeebecher, in der Tat, den wir aus Sonnenblumenkernen herstellen lassen möchten. Das wird dann verpresst miteinander, dann könnte man sogar im Boden einbohren und wird sich abbauen. Wir wollen aber das im Mehrwegsystem laufen lassen, sprich in die Spülmaschine zum Reinigen. 500 Umläufe würde das schaffen. Und dann kann man es theoretisch wieder rekanulieren, daraus einen neuen Becher machen. Das ist unser Ziel, ein Rücknahmesystem aufzubauen für diese Kaffeebecher. Und Handschuhe hattest du im Bild. Da gab es ein bisschen Debatte auch, wenn da jetzt eine Diesel dran wäre, könnte man ja nicht mehr kompostieren. Das ist wieder dieses Ja-aber-Denken von Deutschland. Wir denken, warum nicht? ### Handschuhe aus nachhaltigen Materialien kompostierbar Und wie siehst du das mit den Handschuhen? Was ist da der Vorteil aus diesem Material? Die Handschuhe sind fast komplett aus Stärke hergestellt. Das wird wieder aus einem komplett nachwachsenden Material. Wenn man jetzt zum Beispiel Catering-Abfälle hat, dann kann man sie mit kompostieren. Hat man jetzt Benzin an den Handschuhen dran, müssen wir sie tatsächlich in den Restmüll geben. Wenn ich glaube, keiner möchte irgendwie Benzin oder Mineralöl-Rückstände in der Natur haben. Deswegen müsste man einen anderen Weg gehen. Es kommt also immer drauf an, wofür man diese Handschuhe nutzt. Aber ich gebe dir ein gutes Beispiel: Hundekotbeutel. Du kannst den Handschuh als Hundekot-Handschuh nutzen. Das heißt, du nimmst es auf, wirfst es in den Kompost und kannst es im Endeffekt dann alles miteinander kompostieren. Und es zersetzt sich. Riecht ein bisschen strenger, aber es funktioniert. Mache ich nicht an meine Gurken. Das brauche ich mir einfach nicht zu. Aber ich werde einen Versuch machen auf meinem Kompost und ich schicke dir ein Foto, wenn etwas übrig bleibt. Dann gibt es Schimpfe. Sehr gerne. Danke schön für dieses Interview und dieses schöne Muster und den Beitrag. Danke dir. Ich spreche jetzt mit Markus Bärheide hier beim 20. Inno-Meeting. Magnus, du hast einen tollen Vortrag gehalten über Farben, die nach Cradle to Cradle zertifiziert sind. Was genau versteht ihr unter Cradle to Cradle? Was ist das eigentlich für ein Konzept? Cradle to Cradle ist grundsätzlich eigentlich eine sehr, sehr gute Kopie für die von Menschen gemachten technischen ökologischen Prozessen. Und das ist eigentlich ein sehr, sehr guter Konzept. Und ich glaube, es ist ein sehr, sehr guter Konzept. Ich glaube, es ist ein sehr, sehr guter Konzept. Ich glaube, es ist ein sehr, sehr guter Konzept. ### Natur als Vorbild für ökologische Prozesse Und ich glaube, es ist ein sehr, sehr guter Konzept. Wir machen technischen ökologischen Prozesse anhand der Mutter Natur. Mutter Natur baut ja Sachen selber, also Bergo produziert sie, so würden wir das nennen. Geht dann einmal durch den Verwendungsprozess. Nehmen wir jetzt einen Baum, der die Kirschblüte hat. Die Kirsche, die Kirsche fällt ab. Es wächst ein neuer Baum daraus. Die zerfallende Frucht düngt das Ganze dann noch. Schönen neuen Kirschbaum im Garten. Ähnlich funktioniert das dann am Ende auch für den von Menschen gemachten ökologischen oder technischen Prozess. Einmal zum Beispiel ein T-Shirt herstellen, wird getragen, nachher auch. Wird ein Baumwollfeld möglicherweise von gedüngt. Neue Baumwolle kommt in die Fertigung. Et voilà, neues, schickes T-Shirt. Genau. Technisch funktioniert das nicht ganz so, deswegen beschreibt ihr auch immer noch einen technischen Kreislauf. Ihr habt jetzt ein Gold-Zertifikat für eure Druckfarbe, die du vorgestellt hast. Was bedeutet das Gold? Gold bedeutet in diesem Fall, dass die Stoffe, die in unseren Druckfarben verwendet wurden, in diesem Fall reden wir da von den Zen-Code-Produkten, die lösemittelbasiert sind. Die haben eine Gold-Zertifizierung bekommen, dass die für den technischen Kreislauf, entweder bei der Produktion, bei der Verwendung oder auch nach dem Recycling und der Wiederverwendung, keine negativen Einflüsse auf uns Menschen, dich und mich, oder auch unsere Mutnatur, also die Umwelt, nehmen. Und dementsprechend, egal wie sie da verwendet werden, weiter verwendet, rückgewonnen, einfach niemanden schädigen. Und Gold ist dann die zweithöchste Stufe unterhalb des Platins, die dann besagt, ja, das ist ein super Produkt, das funktioniert mit allen Inhaltsstoffen, die mit mehr als 0,01 Prozent vorhanden sind, in diesem Kreislauf optimal. Oh, das ist ja hochkomplex. Also im Prinzip, mit einfacher Sprache, es ist ungiftig gemacht sozusagen. Es ist ungiftig, genau. Es tut nicht dir weh, es tut nicht der Umwelt weh. Wird auch die Recycling-Fähigkeit für so ein Zertifikat schon bewertet oder erst mal nur die stoffliche Zusammensetzung? Erst mal nur die stoffliche Zusammensetzung. Wenn es dann weitergeht in die Herstellungsanalyse, dann geht es vor allem um die Wiederverwendung. Da wird auch die Recycling-Fähigkeit betrachtet. Grundsätzlich, wenn aber erst was schon unschädlich ist für uns oder die Natur funktioniert, das natürlich im Recycling oder auch die Inkling dann gerne bei Druckfarbe, wenn das wieder vom Material trennt, viel, viel besser und sicherer, als das jetzt bei uns zertifizierten Farben der Fall wäre, wo einfach alles drin sein könnte, was der Hersteller nicht unabhängig hat zertifizieren lassen. Wo wird diese Druckfarbe eingesetzt schon? ### Druckfarben in Lebensmittelverpackungen einsetzen Druckfarbe wird schon eingesetzt, da haben wir meinen Vortrag mitgebracht bei dem Frosch-Produkt. Da hatte ich einmal die Freigabe, das einmal zu zeigen. Das geht hier um Nachfüll-Pouch, vor allem für Haushaltsgebrauch, so heißt Glasreiniger. Waschmittelprodukte sind da drin. Das ist ein ganz offizielles Beispiel. Inoffiziell aus dem Paper- und Boardbereich werden wir vielleicht bei Sixpack-Kartons für Bier von namhaften Markenartiklern oder auch im Offset-Bereich auch wieder möglicherweise, wie wir die Gabonamen nennen, aber dann für den Bogen-Offset-Bereich, im Newspaper-Bereich dann auch, wo das auch eingesetzt wird. Letzte Frage, druckt ihr mit Lösemittel- oder mit Wasser basiert, oder wie funktioniert das? Ich vertrete jetzt den Bereich Flexible Packaging. Wir drucken da alles mit Lösemittelbereich. Alles, was diesen Pouch, den ich am Anfang erwähnt habe, betrifft, wird bei Monby gedruckt. Die nutzen da unsere Zen-Code-Lösemittelfarbe mit dem Cradle-to-Cradle-Gold-Zertifikat durch dieses besagte Cradle-to-Cradle-Gold-Packaging, das entzertifiziert ist, wiederum her. Ah, das ganze Packaging ist entzertifiziert? Ja, genau. Unsere Farbe ist dann total partaq bei, aber Monby, zusammen mit Wärmer und Merz, hat dann auch mal das ganze Produkt entzertifizieren lassen. Wenn die Farbe da drin natürlich nicht zertifiziert wäre oder diesen Gold-Status auch enthielte, wäre das nicht möglich. Aber es gibt, habe ich den Worten entnommen, auch wasserbasierte Systeme. Es gibt auch wasserbasierte Systeme ganz genau. Was wir momentan dann anbieten mit Bronze, aber auch besser dann mit Silberzertifizierung. Hochspannend. Danke für diesen kurzen Einblick. War toll, dich hier zu haben. Danke für die Einladung. Ich habe mich auch sehr gefreut. Digitalisierung ist die Passion von Manfred Bauer von Bobst. Die Cloud gehört zur Flexpack-Maschine dazu, sagte er im Interview und während seines Vortrages. Und wir sprechen darüber, warum er die Microsoft Azure Cloud nutzt, um seine Maschinendaten erst einmal überhaupt aufzunehmen. Und die erste Frage, die Bobst stellt, wenn eine Maschine aufgebaut werden soll: Wie ist die IP-Adresse, also wie binde ich die Maschine in die Intra- und Internetinfrastruktur des Unternehmens ein? Er sagt, eine Maschine ohne Cloud-Anbindung wird es nicht mehr geben. Hören Sie rein in dieses etwas provokante, aber aufschlussreiche Interview mit Manfred Bauer von Bobst. Ich spreche hier mit Herrn Bauer von Bobst, und Sie sind kein Maschinenbauer im klassischen Sinne, sprechen aber für einen Maschinenbauer, und zwar über die Cloud. Herr Bauer, was war die Kernaussage Ihres Vortrags? Im Prinzip wird die Cloud in Zukunft Bestandteil von jeder Maschinenlösung. ### Maschinenlösung durch Digitalisierung und Cloud Wir reden nicht mehr davon, eine Maschine zu verkaufen, sondern eine Lösung. Und die Lösung besteht aus Maschine und Cloud. Hier beim 20. Inno-Meeting in Osnabrück sprechen wir ja über einerseits Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Digitalisierung und Cloud, das verbinde ich. Aber was hat das mit Nachhaltigkeit zu tun? Nachhaltigkeit hat sehr viel mit Daten zu tun. Wir brauchen Daten über die verwendeten Materialien. Wir brauchen Daten über die Produktion. Wir brauchen Daten, wie es produziert wurde. Und all diese Daten stellen wir im Prinzip in Zukunft über digitale Lösungen zur Verfügung. Und diese digitalen Lösungen wiederum laufen in der Cloud. Und so entstehen Maschinenlösungen, die im Prinzip Daten automatisiert bereitstellen. Sie haben sich für die Cloud entschieden, um die Daten überhaupt zu sammeln. Die Maschinen schreiben die Daten mit, um sie später auswertbar zu machen. An dem Schritt sind Sie, wenn ich es richtig verstanden habe. Warum haben Sie sich für eine Cloud-Lösung entschieden? Warum waren Sie im eigenen Rechenzentrum? Im Prinzip kann man es ganz einfach sagen: Wir haben Zehntausende Maschinen draußen. Wir haben Hunderte von Kunden pro Land. Wir sind in weit über 60 Ländern der Erde tätig. Und Sie können sich vorstellen, früher hat man jede einzelne Maschine vor Ort integriert. Man musste riesen Aufwand betreiben, um überhaupt an die Daten der Maschine heranzukommen. Heute haben wir das standardisiert. Es wird mit der Maschine ausgeliefert. Eine Standardlösung, eine Standard-Connectivity. Und darauf aufbauend ist die Cloud eigentlich die einzige logische Erklärung. Weil man kann direkt mit den Mechanismen, die in der Cloud zur Verfügung stehen, Daten von der Maschine sammeln und dann auch aufbereitet zur Verfügung stellen. Das geht nur zentral über ein Cloud-System. Das kann man nicht an jedem Ort separat machen. Auch das könnte man fast als nachhaltigstes System betrachten, habe ich verstanden. ### IP-Adresse statt Schraube: Digitale Maschinenanbindung Sie haben gesagt, bevor Sie eine Maschine überhaupt aufstellen, ist eine Frage: Welche? Welche IP-Adresse wollen Sie in Ihrem Netz für die Maschine vergeben? Ich war völlig geflasht von dieser ersten Frage. Früher war es: Wo muss das Loch hin? Für die erste Schraube zu fest dübeln. Heute fragt man: Welche IP-Adresse haben wir? Sie verkaufen grundsätzlich jetzt mit dieser Cloud-Datenspeicherlösung. Welche Plattform nutzen Sie denn da genau? Unsere Lösung basiert auf Microsoft Azure, genauso wie MS Teams, genauso wie Microsoft Outlook. Wir haben uns dafür entschieden, weil wir hier einen sehr hohen Grad an Cybersecurity haben. Das nennt man heute eine dynamische Cybersecurity. Das heißt, man hat nicht mehr statische, feste Schutzmechanismen, sondern sich ständig den Bedrohungen anpassende Schutzmechanismen. Und Microsoft ist damit eigentlich führend im Markt. Und wie gesagt, unsere Office-Umgebungen und die unserer Kunden basieren auch darauf. Und so war es natürlich nur ein logischer Schritt zu sagen, wenn schon eine Maschinenlösung, dann auch gleich in einer ähnlichen Umgebung sozusagen. Wir alle kennen die Microsoft Office 365-Umgebung. Wir selber haben gerade dahin gewechselt. Und wenn man ein Programm bedienen kann, kann man das andere im Prinzip auch bedienen. Ist das auch etwas, was Sie nutzen? Das ist definitiv unser Ziel. Das ist eine einfache Bedienumgebung für diese Daten. Es ist ja nicht nur so, dass die Daten von der Maschine bereitgestellt werden, sondern die Nutzer sollen ja auch aktiv damit arbeiten, Analysen machen, Auswertungen durchführen. Und das geht am besten auf Basis von so einer modernen Microsoft-Oberfläche, die man im Prinzip selbst bedienen kann. Und somit entsteht eigentlich Schritt für Schritt ein Self-Service für die Kunden. Ohne dass wir jetzt groß lange Tage schulen müssen, erklären müssen. Sondern das kann jeder für sich selbst entdecken, wie man das heute mit Office eigentlich tut. Wir selber haben ja hier auch eine interaktive hybride Tagung und haben viele Fragen auch reingekriegt aus der Cloud tatsächlich. Slido heißt das Tool, was wir nutzen. Und wir haben selber auch schon mal versucht, nach China zu streamen. Das ist uns nicht gelungen. Haben Sie ähnliche Erfahrungen? Ja, klar. ### Cloud-Systeme: China und internationale Datensicherheit Also Daten nach China, da muss man ganz klar sagen, das sind zwei getrennte Welten. Es gibt die chinesische Welt und es gibt die europäische, amerikanische Welt oder die westliche Welt, kann man ja auch sagen, mit ein paar Länder-Ausnahmen. Es gibt verschiedene Länder, die bestimmte Regeln haben. Aber bei China ist es so, alle Daten sind separat in China und werden auch nicht hier rüber transferiert. Das ist ganz klar. Wir haben dort eigene Cloud-Systeme in sich abgeschlossen, die auch mit den chinesischen Behörden abgestimmt sind und die auch durch die Zensur gehen. Sodass wir also hier überhaupt keine Verbindung haben. Keine Verbindung haben. Die Systeme sind komplett voneinander getrennt. Wenn Sie sowieso die Maschine an, die Cloud anbinden, machen Sie auch Fernwartung? Ja, definitiv. Also eines der Highlights ist einfach Bob’s Connect. Wir sagen, Fernwartung ist eigentlich ein Prerequisite. Das ist von vornherein immer mit dabei. Weil klar, wenn eine Frage zu den Daten auftritt, man muss ja dann in die Maschine schauen können, um es zu reparieren, um vielleicht Zählerstände zurückzusetzen etc. Also Fernwartung ist immer Bestandteil des Ganzen. Eine Frage war bei diesem Thema, was Sie ausgeführt haben beim Freitag, ob Sie dagegen anrennen mit Ihrer Technologie, auch mit der Fernwartung, aber auch mit der Cloud-Lösung. Wie gehen Sie damit um und wie entwickelt sich das? Also das entwickelt sich momentan Schritt für Schritt. Wir sehen, dass immer mehr größere Akzeptanz von Datenlösungen da ist. Aber es gibt natürlich auch Kundensituationen, in denen wirklich alte MES-Systeme, ERP-Systeme noch im Einsatz sind, die gar nicht diese Möglichkeiten haben, Daten zu sharen oder auch Daten von anderen Quellen reinzunehmen. So das wird sich schrittweise entwickeln. Wir sehen sehr große Bereitschaft im Markt auf diese Informationen zuzugreifen. Es sind letztendlich wichtige Informationen zum Optimieren der Fertigung, aber auch eben die Transparenz alleine zu wissen, mit welchem, mit welcher Performance ist mein Job gelaufen, mit welcher Performance hatte Schicht gearbeitet. Das ist so viel wert, dass man sagt, okay, das möchte ich gerne haben. Toller Beitrag beim Inno-Meeting hier. Vielen Dank für dieses inspirierende Interview. Danke schön. Vielen Dank und schöne Grüße nach Meerbusch. Danke schön. Und das war es schon wieder für heute. Ich hoffe, es war etwas Interessantes für Sie dabei. ### Flexpack-Initiative: Mehr Wissen für Community Und wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative für mehr Flexpack-Wissen werden möchten, melden Sie sich gerne bei mir unter ks at innoform.eu und nicht vergessen, diesen Podcast zu abonnieren, wo immer Sie Podcasts hören. Tschüss, bis zum nächsten Mal. Ihr Karsten Schröder. **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Biofolien, Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Flexodruck, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Standbeutel, Thermofomen/Tiefziehen, Tiefdruck, Verpackungsdesign --- ### [WEBITs for more flexpack knowledge](https://inno-talk.de/en/webits-for-more-flexpack-knowledge/) **Published:** April 28, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** From May 2023, we at Innoform will also offer our proven voucher offer for web seminars. The name of these web seminar vouchers is WEBIT. Already now companies can choose from 3 packages. The 10, 50 and 150 WEBIT package. One WEBIT corresponds to about 30 minutes of web seminar. We have therefore assigned a webit value to each of our web seminars. If you already have a WEBIT package, every authorised employee in your company will be offered WEBIT billing when they book or we will do it automatically for you. In this way we always guarantee you the lowest price. AND: We will also save administrative costs, as there are far fewer ordering, invoicing and booking processes required. Online, all WEBIT buyers can check the status and buy new WEBITs. In case of status changes, automatic status messages are sent to the buyers. In this way, you retain full control at all times. This is how digitisation helps us to make packaging always a little better through more flexpack knowledge. [Click here for info and ordering options](https://www.innoform-coaching.de/en/site/event/price_webit.php) [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/04/webits_banner2_ENG-1024x576.jpg)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/04/webits_banner2_ENG-scaled.jpg)### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Innoform bietet Web-Seminare in englischer Sprache an](https://inno-talk.de/innoform-bietet-web-seminare-in-englischer-sprache-an/) - [Webseminar winter weeks at Innoform](https://inno-talk.de/en/webseminar-winter-weeks-at-innoform/) **Kategorien:** Inno-Talk.eu --- ### [WEBITs für mehr Flexpackwissen](https://inno-talk.de/webits-fuer-mehr-flexpackwissen/) **Published:** Mai 2, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Ab Mai 2023 bieten wir bei Innoform unser bewährtes Gutscheinangebot auch für Webseminare an. Der Name dieser Webseminar-Gutscheine lautet **WEBIT**. Bereits jetzt können Unternehmen aus 3 Paketen wählen. Das **10er, 50er und 150er WEBIT-Paket**. Ein **WEBIT** entspricht etwa 30 Minuten Webseminar. Wir haben daher jedem unserer Webseminare einen WEBIT-Wert zugeordnet. Wenn Sie bereits ein WEBIT-Paket besitzen, wird jedem berechtigten Mitarbeiter Ihrer Organisation bei der Buchung die Verrechnung mit den WEBITs angeboten und/oder wir machen das automatisch für Sie. So garantieren wir Ihnen immer den günstigsten Preis. UND: Wir sparen auch Verwaltungskosten, da viel weniger Bestell-, Rechnungs- und Buchungsvorgänge notwendig sind. Online können alle WEBIT-Käufer den Status abfragen und neue WEBITs kaufen. Bei Statusänderungen werden automatische Statusmeldungen an die Bestellerinnen und Besteller verschickt. So behalten Sie jederzeit die volle Kontrolle. So hilft uns die Digitalisierung, Verpackungen durch mehr Flexpackwissen immer ein bisschen besser zu machen. [Hier geht es zu den Infos und Bestellmöglichkeiten](https://www.innoform-coaching.de/de/site/event/price_webit.php) [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/04/webits_banner1-1024x576.jpg)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/04/webits_banner1.jpg)### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** Inno-Talk, Neuigkeiten **Schlagwörter:** Folienwissen, webit, Webseminar --- ### [Vortrag zum nachhaltigeren Verpacken](https://inno-talk.de/vortrag-zum-nachhaltigerem-abpacken/) **Published:** Mai 10, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Ein LIVE-Mitschnitt – leicht gekürzt. *Lassen Sie sich doch den Text mit meiner „Avatar“-Stimme vorlesen.* Danach geht es unten mit der gesamten Episode weiter. Am besten abonnieren Sie den Innoform Podcast zum Inno-Talk in Ihrem Podcatcher. Dies haben wir zur Auswahl: - [Inno-Talk.de](https://www.inno-talk.de/podcast) - [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) - [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) - [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk) - [deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) Im Rahmen des Grand Opening des XLAB der GEA Food Solutions Germany in Biedenkopf Wallau habe ich einen Vortrag zum Thema „Nachhaltige Verpackungslösungen“ gehalten. „Oh nein, nicht schon wieder Nachhaltigkeit“, werden einige von Ihnen denken. Aber ich würde diesen Live-Mitschnitt nicht als Podcast hier veröffentlichen, wenn ich es nicht für sinnvoll halten würde. Viele Anfragen erreichen uns, wie kann ich meine Verpackung nachhaltiger gestalten. Mein Ziel war es, mit diesem Vortrag nicht nur zu erklären, warum wir viel zu einseitig über Nachhaltigkeit reden, sondern jedem Einkäufer, Verpacker, Entwickler, Marketer und Verkäufer Faustregeln an die Hand zu geben, wie wir sofort und in jeder kleinen Entscheidung besser werden können. Deshalb habe ich diese vier Faustregeln genannt: 1\. Recycling ermöglichen 2\. Monomaterial, wo immer es geht 3\. Papier und Biopolymere haben Vorrang 4\. Produktschutz und Verlängerung der Haltbarkeit Das ist sicher grob und unvollständig. Aber passt es nicht irgendwie? Und was halten Sie von der Präsentation? Ich habe sie an diesem Tag vier Mal ohne Manuskript in abgewandelter Form halten dürfen, und jedes Mal war er auf seine Weise schlüssig und doch einzigartig. Stimmen Sie mit meinen Thesen und Aussagen überein? Ich freue mich über Rückmeldungen per E-Mail an ks@innoform.eu oder per Team-Message oder per Voicemail über WhatsApp +49 160 8841987. Und wer dann noch möchte, kann auch noch die hier integrierte [Umfrage ](https://forms.office.com/Pages/ResponsePage.aspx?id=FOG9UPR9_UCv21bJTwzoATWgxmS4eOFOoyxBv2oBdulUNlYzV1A3ODFMWjlZMFZYQ0xGMFRTRTE2WC4u)beantworten, wie überhaupt diese Folge ankommt und ob mehr in dieser Art sinnvoll ist oder doch lieber mehr Interviews mit Koryphäen der Branche. Zum Podcast Der Podcast auf Spotify[Zur Podcast-Umfrage](https://forms.office.com/Pages/ResponsePage.aspx?id=FOG9UPR9_UCv21bJTwzoATWgxmS4eOFOoyxBv2oBdulUNlYzV1A3ODFMWjlZMFZYQ0xGMFRTRTE2WC4u) [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/05/Umfrage-Bild.png)](https://forms.office.com/Pages/ResponsePage.aspx?id=FOG9UPR9_UCv21bJTwzoATWgxmS4eOFOoyxBv2oBdulUNlYzV1A3ODFMWjlZMFZYQ0xGMFRTRTE2WC4u)### Verwandte Episoden - [Podcast: Verpacken von Industriegütern mit Maximilian Haschke](https://inno-talk.de/podcast-verpacken-von-industrieguetern-mit-maximilian-haschke/) - [Einstieg: Verpacken in flexiblen Verpackungen](https://inno-talk.de/einstieg-verpacken-in-flexiblen-verpackungen/) - [Suppen & Soßen nachhaltig verpacken – Karton vs. Kunststoff-Standbeutel im Faktencheck](https://inno-talk.de/suppen-sossen-nachhaltig-verpacken-karton-vs-kunststoff-standbeutel-im-faktencheck/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Hallo und herzlich willkommen. Hier ist Karsten Schröder mit zwei Überraschungen in dieser Episode vom Innoform Podcast zum Inno-Talk. Ich beginne gleich mit meinem Avatar und dann geht’s live weiter mit dem Vortrag, aber hören Sie selbst. Im Rahmen des Grand Opening des XLab der GEA Food Solutions Germany in Biedenkopf-Wallau habe ich einen Vortrag zum Thema nachhaltige Verpackungslösungen gehalten. Oh nein, nicht schon wieder Nachhaltigkeit, werden einige von Ihnen denken, aber ich würde diesen Live-Mitschnitt nicht als Podcast hier veröffentlichen, wenn ich es nicht für sinnvoll halten würde. Viele Anfragen erreichen uns: Wie kann ich meine Verpackung nachhaltiger gestalten? Mein Ziel war es, mit diesem Vortrag nicht nur zu erklären, warum wir viel zu einseitig über Nachhaltigkeit reden, sondern jedem Einkäufer, Verpacker, Entwickler, Marketer und Verkäufer Faustregeln an die Hand zu geben, wie wir sofort und in jeder kleinen Entscheidung besser werden können. Deshalb habe ich diese vier Faustregeln genannt. Erstens: Recycling ermöglichen. Zweitens: Monomaterial, wo immer es geht. Drittens: Papier und Biopolymere haben Vorrang. Viertens: verbesserter Produktschutz und Verlängerung der Haltbarkeit. Das ist sicher grob und unvollständig, aber passt es nicht irgendwie? Und was halten Sie von der Präsentation? Ich habe ihn an diesem Tag viermal ohne Manuskript in abgewandelter Form halten dürfen und jedes Mal war er auf seine Weise schlüssig und doch einzigartig. Stimmen Sie mit meinen Thesen und Aussagen überein? Ich freue mich über Rückmeldungen per E-Mail an ks@innoform.eu oder per Team Message oder per Voicemail über WhatsApp +49 160 88419 87. Und wer dann noch möchte, kann auch noch die hier integrierte Umfrage beantworten, wie überhaupt diese Folge ankommt und ob mehr in dieser Art sinnvoll ist oder doch lieber mehr Interviews mit Koryphäen der Branche. So, das war mein Avatar. Nun geht es aber wirklich live weiter. Ich bin Karsten Schröder von der Firma Innoform. Wir beschäftigen uns mit Verpackungsprüfungen im Wesentlichen, Folienverpackungen und wir machen auch Schulungen zu dem Thema und wir veranstalten einige Branchen-Treffs und Konferenzen im deutschsprachigen, aber mittlerweile auch im europäischen Raum. Das soll es auch schon zu meiner Einführung gewesen sein. Ich habe einige Punkte gewünscht. Ich selber habe diesen Vortrag speziell für Sie hier auch vorbereitet. Ich habe mir überlegt, die Lebensmittelproduzenten, die Leute, die etwas abpacken, was interessiert die eigentlich? Und womit sind die konfrontiert? Ich bin eigentlich zu der Idee gekommen. Sie sind jetzt konfrontiert mit dem Handel, der sagt, ich will jetzt nur noch nachhaltig verpackte Lebensmittel. Ja, und jetzt? Was ist das? ### Definition nachhaltiger Lebensmittelverpackungen Was sind nachhaltig verpackte Lebensmittel? Und da möchte ich Ihnen am Ende dieser langen Agenda vier Punkte mitgeben, die Sie für Ihr tägliches Leben in der Industrie vor Ort beim Abpacken berücksichtigen können, beim Design von neuen Verpackungen berücksichtigen können, um wirklich die Welt nachhaltiger zu machen. Und ich kann Ihnen schon eins sagen. Es ist nicht von Kunststoff mit Teufel auf Teufel komm raus auf Papier umzuswischen. Das kann es nicht sein. Und das werde ich auch begründen, warum das oft nicht richtig ist, aber manchmal eben doch. Und ich gebe Ihnen Rüstzeug anhand, wie das funktioniert. Verwendung nachhaltiger Verpackungsmaterialien ist das erste natürlich, wenn man über nachhaltige Verpackungen nachdenkt. Und was bedeutet das eigentlich? Nachhaltiges Verpackungsmaterial? Ich habe eben schon Kunststoff und Papier aufgemacht. Es ist Aluminium, es ist Glas, es ist Einweg, es ist Mehrweg. Sie wissen es auch nicht. Ich auch nicht. Es weiß keiner, weil es darauf ankommt, was ich verpacke. Und darauf möchte ich Sie ein bisschen fokussieren, dass Sie sich immer wieder bewusst werden. Es gibt nicht das nachhaltige Verpackungsmaterial, weil wir immer in Systemen denken. Und eben bei der ersten Fragerunde hätte ich mich eigentlich melden sollen. Was verstehen Sie oder was verbinden Sie mit Verpackung? Ich sage immer, ich wünsche mir eine höfliche Verpackung. Die soll höflich sein. Höflich zu mir, höflich zur Umwelt, höflich zum Lebensmittel. Das drückt eigentlich alles aus. Sie soll nicht schaden. Sie soll schützen. Sie soll bequem sein. Easy Opening, Wiederverschluss, all das muss heute eine nachhaltige Verpackung sein. Denn in Nachhaltigkeit stehen ja drei Säulen im Prinzip. Sozial, ökonomisch und ökologisch. Wir denken immer nur an ökologisch. Es muss aber auch sozial und ökonomisch sein. Da hat der Schwabe Recht, der gesagt hat, natürlich muss eine Verpackung billiger sein als das, was verpackt wird. ### Nachhaltige Verpackungsmaterialien und KI-Tools Und das machen wir natürlich mit Flexpack sowieso immer. Was sind denn jetzt also nachhaltige Verpackungsmaterialien? Sie wissen schon die Antwort. Im Prinzip gibt es die gar nicht. Kennen Sie ChatGPT? Haben Sie auch schon damit rumgespielt? Ist genial. Also kein Vortrag, glaube ich, in Zukunft, der ohne ChatGPT mehr geschrieben wird. Ich habe dem zum Beispiel gesagt, schreibt mir einen Vortrag für die Eröffnung von GEA in Schriftform. Es hat ungefähr 15 Sekunden gedauert. Dann war eine DIN-A4-Seite geschrieben und inhaltlich war das nicht schlecht. Dann habe ich gesagt, mach mal daraus Storytelling. Dann hat er Storytelling gemacht und hat mir eine Geschichte erzählt. Ich bin ein Lebensmittelhersteller, ich möchte Wurst abpacken. Wie mache ich das? Ich gehe ins XLab, frage danach, versuche die Maschinen zu nutzen und so weiter. Also tolles Ding. Und den habe ich auch gefragt: Nachhaltige Verpackung, was ist das? Und dann kamen so verschiedene, verschiedene Stichworte. Und ich gehe sie mal durch und überlegen Sie mal, ob da was dabei ist, was Sie auch so sehen würden. Also zum Beispiel die Wiederverwendbarkeit. Sind wir bei Flexpack unheimlich schlecht? One Way ist fast alles ein Weg, was wir hier machen. Da haben wir ein richtiges Problem. Und vielleicht fällt irgendeinem genialen, jungen Forscher, Forscherin mal was ein, wie man Flexpack wiederverwenden kann. Also nicht nur einmal use, sondern mehrfach. Das wäre schon mal der erste Schritt. Biologische Abbaubarkeit, Entsorgung hatten Sie schon gesagt. Genau das ist es. Aber ist das der Weg? Sollen wir die Verpackung jetzt einfach alle zu Hause kompostieren? ### Druckfarben und Beschichtungen in Verpackungen Funktioniert nicht. Was ist mit der Druckfarbe? Wo bleibt die beim Kompost? Das Gleiche gilt für Papier, bedrucktes Papier. Was ist mit der Druckfarbe? Was ist mit den Klebstoffen, mit den Leimen, mit den Beschichtungen, dass es Barriere entsteht? Also das ist schwierig. Recycelbarkeit. Was heißt das eigentlich? Wir werden jetzt von der EU demnächst, das kommt auch gleich noch im Vortrag, Hilfsmittel ankriegen, um zu beschreiben, wie recycelfähig ist mein Material. Glas ist zwar super recycelfähig, macht aber keinen Sinn, weil wir so viel Energie brauchen. Deswegen nehmen wir lieber Plastikflaschen. Plastikflaschen ist höflicher zu dem, der Plastikflaschen verwendet, weil die Kisten leichter sind. Die gehen nicht kaputt. Wir haben keine Verletzungsgefahr. Plastik ist besser. Deswegen nehmen wir Plastik. Nur ein Problem haben wir mit Plastik. Wenn wir es ins Meer schmeißen, schwimmt es oben und alle glauben, wir würden die Meere versauen. Wir als Industrie. Und Sie sind diejenigen, die das ändern können. Und da möchte ich Sie mitnehmen auf dieser Reise. Und Sie motivieren das auch zu tun. Ressourcenschonung, sagt Chef Chipiti. Ganz klar, wir müssen Ressourcen schonen. Wir haben einfach nicht mehr genug Ressourcen und wollen die vor allen Dingen auch nicht ausbeuten, damit wir kein CO2 emittieren. Das ist ja im Moment unser vorrangiges Umweltproblem. Und ich bin hier auf der Reise zu Gea erschrocken, wie die Wälder, in welchem Zustand hier die Wälder sind. Katastrophe. Heute Morgen beim Frühstück sind drei Holz-LKWs vor dem Fenster hergefahren. Ich kann nur sagen, wir sind auf dem falschen Weg. Pelletöfen sind doch nicht die richtige Lösung. ### Leichtgewicht-Verpackungen und Transporteffizienz Das sind alles politische Entscheidungen. Die müssen wir alle als Verpackungsindustrie mit bedenken, wenn wir über Verpackung und Nachhaltigkeit nachdenken. Leichtgewichte, natürlich soll eine Verpackung leicht sein. Und da sind wir ganz weit vorne mit unseren Flexpacks. Wir machen die leichtesten Verpackungen. Wir machen übrigens auch die meisten. Und die leichtesten. Schon mal nicht schlecht. Also wir brauchen uns nicht verstecken. So, es gibt noch ein paar mehr Punkte, die haben gesagt: Schutzfähigkeit. Natürlich muss eine Verpackung schützen. Das ist überhaupt das Allerwichtigste. Auch das ist nachhaltig. Weil wenn wir ein Lebensmittel früher verderben lassen, ist das nicht sozial. Weil wir, wenn wir mal genommen, wir nehmen ein nicht so gutes Barrierematerial, das Lebensmittel verdirbt, dann ist das unsozial, weil wir Lebensmittel bewusst verderben lassen und andere Hunger leiden. Das ist eine steile These. Aber wenn man sich das richtig überlegt, schwarz-weiß, kann man so argumentieren. Sagt mir zumindest Chet Cipiti. Anpassungsfähigkeit. Das heißt, eine Verpackung muss sich an das anpassen, wie sie verwendet wird, wie sie transportiert wird. Auch da sind wir bei Flexpack sehr gut. Eine Folienverpackung schmiegt sich an, wenn wir sie in eine Tasche stecken, wenn wir sie vielleicht im Auto öffnen wollen. Sie macht eine große Öffnung. Also wir haben viele, viele Vorteile mit dem, was wir hier machen. Unbedenklichkeit muss natürlich gegeben sein. Das ist ja sowieso über allem. Auch die neuen Entwicklungen, die wir machen, die dürfen keine Verschlimmbesserung werden. Wir dürfen es nicht schlechter machen, als es vorher war. Nur weil wir an Entsorgung denken. Wir denken im Moment nur noch an Entsorgung. Das ist falsch. Von dem Blick möchte ich Sie ein bisschen weg. ### Umweltbelastung und Verpackungs-Image verbessern Transporteffizienz ist sowieso klar und natürlich die Ästhetik. Ich gebe ein bisschen Gas. Nebenwirkung und von Verpackung und Lösungen für dieses Problem, dieses Dilemma, was wir eigentlich haben. Verpackungen kontaminieren sichtlich unsere Umwelt. Verpackung hat ein schlechtes Image und das müssen wir irgendwie verbessern. Die Top-7-Nebenwirkung, Umweltbelastung, sagt Chef GPT. Ressourcenverbrauch hatten wir eben auch schon. Gesundheitliche Auswirkung. Was ist das? Es kommt was aus der Verpackung raus, was im Lebensmittel mit transportiert wird in den menschlichen Körper. Mikroplastik könnte sowas sein, wenn Plastik in mehrere Geräte zermahlen wird und dann über die Fische bei uns in die Blutbahn gerät. So klein ist ja Mikroplastik. Wir wissen noch gar nicht, wie gefährlich das ist. Wir müssen auf jeden Fall aufhören damit. Auch wir als Industrie. Aber die Lösung kann nicht sein, jetzt nur noch alles in Papier zu verpacken. Das ist dieser Reflex. Wir nehmen nur Papier, das ist ja biologisch abgebaut. Aber was bleibt da über, wenn wir es abbauen? Also viele, viele Fragezeichen. Verzögerung darf nicht passieren. Also ästhetisch muss es natürlich sein. Und ganz wichtig, und deswegen habe ich es ein bisschen fett gemacht: Kosten. Auch Kosten sind nachhaltig. Ich habe mal zwei rausgepickt, von denen ich glaube, dass das im Moment die Hauptbaustellen sind, auf denen wir arbeiten. Die eine ist der Ressourcenverbrauch. Wir müssen also mit unseren Ressourcen anders umgehen. Im Moment, wenn wir sagen, wir verbrennen die Verpackung, danke nochmal für Ihre Wortmeldung, dann sind die Ressourcen für immer verloren. In dem Moment, wo wir Müllverbrennung machen, sind die Ressourcen für immer verloren. In jedem, in dem Moment, wo wir Benzin oder Diesel verbrennen, um uns vorzubewegen, ist die Ressource verloren. Die Kohlenstoffwasserstoffverbindungen, die so wertvoll sind für uns als Kunststoffindustrie, sind verloren. Wir verbrennen ja nur, oder ich sage mal so, etwa fünf bis sechs Prozent des Öls, ich sage mal der Derivate von Rohöl oder von dem, was wir aus alten, nicht nachhaltigen, im Wesentlichen Öl- oder Kohlequellen zu Kunststoffen oder überhaupt zu chemischen Stoffen oder überhaupt zu Brennstoffen machen, nur fünf bis sechs Prozent sind Kunststoffe. ### Verpackungsanteil an Gesamtemissionen gering Und davon sind nur weniger als ein Prozent Verpackung. Und 95 Prozent sind Bewegung und Wärme und Kälte. Und da müssen wir gucken, ob wir uns nicht von Karren spannen lassen, wo wir nicht davor gehören. Natürlich ist das schlimm, wenn wir unsere Verpackung verbrennen und die Ressourcen sind verloren. Aber es ist weniger als ein Prozent. Und in Europa ist es auch schon gar nicht mehr jede Verpackung, sondern nur jede zweite. Also es wird schon besser. Also Ressourcenverbrauch müssen wir uns wirklich drum kümmern. Aber das ist, glaube ich, gar nicht unser vorrangiges Ziel. Das ist nicht unser Pain Point. Denn die meisten Ressourcen stecken wo? Im Lebensmittel. Und die Verpackung hat im Wesentlichen die Aufgabe, das Lebensmittel zu schützen. Aber die Umweltbelastung, da haben wir eine Baustelle. Da müssen wir was tun. Und ich glaube, das ist auch etwas, wo wir uns alle einig sind. Wir wollen saubere Strände. Wir wollen nicht an so einem vermüllten Strand. Und ein Schlagwort, was immer wieder fällt, und das habe ich hier ganz vorne schon, ist die Bioökonomie. Das heißt, wir träumen davon, auf dem Acker die Rohstoffe anzubauen, die wir dann zu unseren Verpackungen umarbeiten. Und der Professor Schmid aus Sigma Ring, der einen Lehrstuhl hat zum Thema nachhaltiges Verpacken, der hat mir jetzt gesagt, das ist möglich. Das sind nur ein paar wenige einstellige Prozentsätze an Agrarfläche, die wir bräuchten, um alle Verpackungen, die aus Kunststoff sind, anzubauen auf dem Feld. Und quasi aus der Stärke oder wo auch immer, vielleicht aus Abfällen, aus den Stängeln, aus dem Stroh, Kunststoffe zu machen, um die damit Lebensmittel zu verpacken. Diese Bioökonomie, sagt er, wird einen bedeutenden Anteil bekommen an der gesamten Verpackungsindustrie. Das heißt, wir machen unsere Verpackungsmaterialien genau wie das Papier auch aus der Bioökonomie kommt. Machen wir es mit den Kunststoffen demnach und holen die Kohlenstoffwasserstoffverbindung aus vom Acker, am besten noch von Lebensmittelresten. Da gibt es auch schon ganz viele Beispiele. Traceless ist ein Material, was in Hamburg erforscht wird. Endlich wird mal wieder ein Kunststoff in Deutschland erforscht. Nach 50 Jahren. Jetzt geht es los. Und das ist eigentlich eine Aufbruchstimmung, die ich toll finde. ### Recycling-Herausforderungen bei Kunststoffmaterialien Das zweite Thema, auch das haben Sie schon gesagt: Recycling. Wenn wir schon Werkstoffe haben, die so hochwertig sind, um Folien daraus machen zu können, dann dürfen wir die nicht einfach wegschmeißen. Das sind die besten Kunststoffe, die wir für Folien nehmen. Es sind wirklich die besten. Allein Polyethylene gibt es, ich sage mal in Größenordnung, fast 200 verschiedene Sorten, die sind hochspezialisiert. Es ist eine Utopie, wenn wir diese 200 Sorten zusammen recyceln, daraus wieder nur hochwertige Lebensmittelverpackungen zu machen. Zumindest nicht mit dem mechanischen Recycling. Gucken Sie sich diese Müllberge mal an. Wollen Sie daraus essen? Später ihre Lebensmittel daraus wieder konsumieren? Im Moment ist es sehr schwierig, überhaupt aus Regenerat Lebensmittelverpackung zu machen. Aber das wird demnächst kommen und die EU wird es fordern. Aber wir müssen doch überlegen, wie wir das hinkriegen. Und nur auf Monomaterialien zu setzen, ist nicht die Lösung. Also wir haben ein paar Baustellen: Entwicklung des Marktes, Wunsch und Wirklichkeit. Wie sieht es denn aus und was bereden wir? Ja, gerne nochmal. Haben Sie den Würfel noch? Es ist ein erster Ansatz, auf Monomaterial zu setzen. Das Monomaterial, das komme ich auch gleich noch drauf, wird immer vorrangig genutzt werden müssen in Zukunft. Wenn es geht, dann ein Monomaterial. Aber es kann aus vielen verschiedenen Schichten sein, aber es darf Frischmaterial sein. 1a-Ware. Nicht Regenerat unbedingt für Lebensmittelverpackung. Das wäre zumindest mein Rat an Sie für die nächsten Jahre. Scheuen Sie sich davor, Regenerat zu nehmen. Ich trinke ungern aus recycelten Wasserflaschen. Gucken Sie sich die recycelten Wasserflaschen mal an. Oben der Hals, wenn der grau wird, dann sehen Sie schon, was passiert, wenn man immer wieder recycelt. Das Material wird einfach kontaminiert. Und das trinken wir alles mit. ### Kunststoffmigrationen und gesetzliche Regelungen Das trinken wir mit und essen wir mit. Das ist alles in Ordnung. Das ist alles gesetzlich abgeklärt. Das schadet es auch nicht sofort, aber von irgendwas müssen wir ja sterben, so ungefähr. Ich mache ein bisschen provokativ, damit das auch bei Ihnen bleibt. Es gibt eben viel, was wir bereden und wenig, was wir tun. Das ist leider die Wirklichkeit im Moment. Und Sie können es ändern, weil Sie letztlich die Verpackung bestellen oder liefern oder designen. So wie ich es zumindest verstanden habe. Und ich möchte Sie motivieren für dieses Konzept. Das Credit to Credit Konzept ist ein Konzept, um von neutraler Stelle sich seine Verpackung und seine Verpackungskonzepte, also vom Anbau auf dem Acker zum Lebensmittel produzieren, dann abpacken, dann Logistikkette und dann verwenden und dann zurück wieder zur Verpackung. Wie man diese Kreisläufe – die unterscheidet man in biologische und technische Kreisläufe. Wenn wir jetzt ein Biomaterial haben, dann kann es sinnvoll sein, dass man einen Baum anpflanzt, Papier draus macht, einen Schokoriegel in Papier verpackt und dann das Ganze auf den Kompost wieder der Natur zufügt, den Kompost wieder nimmt zum Düngen von Bäumen, wieder Bäume züchtet und so weiter. Dann ist das ein biologischer Kreislauf. Das geht nicht mit allen Materialien, zum Beispiel nicht mit Glas. Dann nehmen wir einen technischen Kreislauf und dann nehmen wir das Glas, nehmen Sand, machen Glas draus, machen eine Flasche draus, befüllen die, trinken das Bier, entsorgen die Flasche im Glascontainer und machen daraus neues Glas. Das geht. Das ist dann der technische Kreislauf. Das ist dann kein biologischer Kreislauf. Und beide müssen wir immer durchdenken. Was ist für mich der richtige? Im Moment wird sehr stark auf den Biologischen geschielt. Ich glaube nicht, dass das zukunftsfähig ist. Übrigens, ein Kompostvorgang verursacht fast genauso viel CO₂ wie das Verbrennen. Und da ist die Frage, wenn wir sowieso 95 % unseres Öls verbrennen, ob wir nicht das 1 %-Verpackung auch lieber verbrennen und ein bisschen weniger Auto fahren und fliegen oder ökonomischere Antriebe schaffen und mit diesem 1 % vielleicht die Bude heizen. Sprich, eine Müllverbrennung machen, Fernwärme, kontrolliert verbrennen. Ich bin nicht der Meinung, in Kamin stecken. Nicht, dass Sie mich falsch verstehen. Aber das kann durchaus doch eine richtige Lösung sein. Vor allen Dingen, wir denken ja nicht nur an Deutschland, sondern wir denken an die ganze Welt. Werden wir in China in den nächsten 30 Jahren ein Entsorgungssystem aufbauen können? Ich sage Nein. ### Verbrennungsenergie für Verpackungsabfälle nutzen Bei 1,45 Milliarden Menschen schaffen wir das nicht. Wir werden einen Großteil schaffen, aber nicht 100 %. Und was machen wir mit den überbleibenden 30 %? Vielleicht machen wir dann einen technischen Kreislauf und vielleicht machen wir aber auch eine Müllverbrennung. Weiterhin. Solange wir noch coole Kraftwerke bauen, können wir vielleicht auch die Verpackung verbrennen. Ich bin kein Fan von Müllverbrennung insgesamt, aber wir müssen die Verhältnismäßigkeiten immer wieder bedenken. Und diese Entscheidung müssen Sie alle treffen. Das können Sie ja gar nicht. Deswegen kommen nachher meine vier Faustformeln. Das ist das, was die EU plant. Sie sollen demnächst eine Kennzeichnung kriegen auf den Verpackungen, wie nachhaltig das Material ist. Das ist in Planung. Das wird jetzt kommen. Dann geht es uns schon mal besser. Dann können wir uns an was anlehnen. Und ich sage Ihnen noch was. Kunststoff ist der best geregelte Werkstoff für Verpackungsmaterial. Da gibt es die meisten Vorgaben. Das ist der best kontrollierteste Werkstoff. Papier würde sich freuen, wenn es solche Vorgaben hätte. Die Vorgaben von Papier sind aus den 1950er Jahren und die müssen überarbeitet werden. Und werden sie übrigens auch. Und sobald das Papier mit Kunststoff beschichtet wird, dann haben wir ja sowieso die Kunststoffrichtlinie, die dann wieder zieht. Aber das nur am Rande. Hier noch mal ein paar Fakten. Wie sieht es denn aus mit dem Recycling? Also wir sind hier irgendwie im besten Fall so bei 45 %, 46 %. Hier sehen Sie auch die Länder. Ich wohne in Spanien im Moment. Da sind wir genauso gut, sogar ein bisschen besser, wie in Deutschland. So das glaubt man nämlich auch gar nicht. ### Deutschland als Recycling-Weltmeister kritisiert Wir werden uns immer in der Presse gesagt, wir sind Recycling-Weltmeister. Blödsinn. Das ist Quatsch. Wir können das überhaupt nicht gut. Wir haben noch nicht mal die Hälfte. Sie haben es gesagt. Nicht mal die Hälfte. Wir müssen da viel, viel besser werden. Und die Werte steigen auch. Habe ich Ihnen in der Grafik auch nochmal mitgebracht. Sie können das später dann auch alles als PDF natürlich kriegen. Das sind die Ziele, die wir haben wollen. Und hier sehen Sie verschiedene Länder mal aufgezeichnet, wie das aussieht. Recycling und thermische Verwertung. Da ist die Verbrennung mit dabei. Und wenn wir nur mechanisches Recycling angucken, das ist der helle Balken. Da sehen Sie, was da noch zu tun ist. Also wir müssen was tun. Wir müssen das Recycling auch verbessern. So das machen wir jetzt mal sofort, weil mechanische Recycling-Kapazität ist in Europa flächendeckend vorhanden. Also Recycling verbessern. Das ist meine Botschaft. Müssen wir machen für Ihr Gesetz. Es gibt auch einen Sinn dafür, aber nicht unbedingt wieder eine Lebensmittelverpackung von einem Rezyklat machen. Sondern vielleicht lieber was anderes. Es gibt tolle neue Verfahren. Das soll dieses Chart zeigen. Ich gehe da ganz schnell drüber weg. Das würde jetzt zu weit führen. Es gibt ein chemisches Recycling. Es gibt mechanisches Recycling. Es gibt ein Lösemittelverfahren. ### Innovative Lösemittelverfahren für Polymere Hier ist zum Beispiel das Lösemittelverfahren. Da werden zwei verschiedene Polymere einfach durch ein Lösemittel voneinander getrennt. Dann kann man das Polyethylen und diesem Fall Polyamid als Frischware quasi wieder verwenden, wenn man weiß, wo es herkommt und es nicht kontaminiert ist. All das wird gerade aufgebaut. Wird auch in Deutschland entwickelt. Es ist gerade eine neue Investitionsrunde gegangen. Aber das sind homöopathische Mengen. Die können jetzt 10.000 Jahrestonnen machen. Ja, das verbraucht einen Schlachter in einem Jahr an Kunststoff. Einer. Es ist nicht viel. Also, aber es kommt. So, und dann gibt es noch das chemische Recycling. Das ist das, was BASF aufbaut. Der hat keine Pipeline mehr nach Sibirien, kriegt kein Gas mehr. Der Kumpel vom BASF, also die BASF selber, sondern die müssen jetzt anders die Rohstoffe kriegen. Und was machen die? Die möchten gerne die Kunststoffe haben. Denn da sind die Kohlenstoffe und Wasserstoffe und Stickstoffe drin. Diese brauchen sie für Dünger, für Kunststoffe usw. Und machen jetzt wieder ein chemisches Recycling, um daraus die Bausteine, Kohlenstoffe, Wasserstoffe, Stickstoffe rauszuholen, um neue Kunststoffe daraus zu machen. Und die können wir auch wieder für Lebensmittel nehmen. Nur, was ist da wieder der Haken? Energieintensiv. Wo kommt Energie her? Erneuerbare. Was haben wir nicht? Erneuerbare Energien. Da müssen wir einfach besser werden. Werden wir ja auch. Wir sind ja alle dabei. Und jetzt kommt das. ### Mehrschichtfolien mit Aluminium analysieren Das ist ein Mikrotomschnitt durch eine Mehrschichtfolie mit Aluminium. Hier ist normal Aluminiumfolie. Hier außen drauf ist eine Polyesterfolie. Dann kommt eine Druckfarbe, ein Klebstoff. Das können Sie ganz gut erkennen. Hier kommt noch mal ein Klebstoff. Dann kommt wieder eine Dreischichtfolie, die auch noch mal irgendwas macht. Und hier haben Sie eine Siegelschicht. Müssen wir jetzt mal glauben. Solche Schnitte machen wir uns im Labor. Habe ich mir ein Bild ausgesucht. Und jetzt kommt es darauf an, aus diesem Verbundmaterial – Polyester, Aluminium, Polyamid, Polyethylen – ein Monomaterial zu machen. Geht das? Was meinen Sie? Wer sagt, dass das geht? Handzeichen. Wer sagt, dass das geht? Daraus aus dieser Konstruktion ein Monomaterial machen. Es geht. Das geht. Das geht. Wird das billiger? Nein. Wird das komplizierter? Ja. Lässt sich das besser siegeln? Nein. Wir müssen zum Beispiel Strukturen wählen. Biaxial orientiertes Polypropylen mit einer Siliziumoxyd-Bedampfung beispielsweise als Barrierschicht. Dann einen neuartigen Klebstoff, der das Kaschieren nicht stört. Wir müssen auch eine Druckfarbe nehmen, die das Regenerieren nicht stört. Wir müssen eine Siegelschicht nehmen, die bei auf Ihren Anlagen noch läuft. ### Aluminium-freie Mehrschichtfolie-Alternativen entwickeln Und das Ganze, wenn man das dann beschreddert, das muss dann auch recycelfähig sein. Und das muss das gleiche Shelflife kriegen, wie das Material, was wir hier haben. Hier haben Sie zum Beispiel, wenn Sie jetzt so bei der Bundeswehr mal waren, das ist ja gerade ein aktuelles Thema, so ein EPA hält 10 Jahre das Lebensmittel da drin. 10 Jahre in Folienverpackung. So ein Aufbau. Das kriegen Sie auch ohne Aluminium hin. Mit OPP, Siliziumoxyd, Polypropylen-Siegelschicht beispielsweise. Nur, das läuft 30 Prozent langsamer auf Ihre Anlage. Das Material ist 20 Prozent teurer. Und dann muss es ja auch noch recycelt werden. Die Frage ist, ob das für so ein EPA im Krieg sinnvoll ist, dass man das recycelfähig macht. Also sehen Sie, wie schwierig das ist. Und da möchte ich Sie einfach dafür sensibilisieren. Also ich gehe noch ganz kurz ein auf das Thema Bioökonomie, weil das für viele vielleicht von Ihnen auch noch ein bisschen neu ist. Da geht es eigentlich darum, dass man immer wieder mit der Natur, mit Hilfe der Natur, seine Werkstoffe wieder aufbereitet, sage ich mal. Also nach dem Verwenden von unserem Verpackungsmaterial, ich bleibe bei dem Beispiel, gerne auch mit Lebensmittel drin. Sie haben eine Fehlcharge. Da ist jetzt irgendein Pilz drin. Sie müssen die Charge entsorgen. Das wäre doch schön, wenn Sie diese ganze Charge jetzt einfach auf den Kompost schmeißen könnten und daraus würde jetzt neues Getreide wachsen. So ist die Idee von der Bioökonomie. Aber auch da werden wir immer wieder Verluste haben. Das heißt, wir müssen immer wieder neues Material in diesen Kreislauf einspeisen. Aber die Idee ist doch faszinierend. Und das gaukelt uns leider die Papierindustrie im Moment noch vor, dass sie das täten. Das stimmt nicht. Es wird kein Papier kompostiert in dem großen Maßstabe, weil das auch problematisch ist, weil das, was überbleibt nach dem Kompostieren, nicht geeignet ist, um davon wieder neue Lebensmittel zu züchten auf dem Acker. Weil da so viel drin bleibt in dem Papier, Stichwort Druckfarbe, Leim, Bindemittel und so weiter, dass die Komposte belastet sind. Das heißt, wir müssen auch, wenn wir die Bioökonomie anstreben, wenn wir kompostieren wollen beispielsweise, müssen wir dafür sorgen, dass unsere Verbindungsmaterialien sauber sind. Das heißt, wir brauchen neue Druckfarben, am besten gar nicht bedruckt. Und wir müssen das so bauen, dass das alles mit in diese Bioökonomie passt. Und die gute Nachricht ist, das geht technisch. ### Nachhaltige Rohstoffe wie Stroh verwenden Das geht heute schon. Das ist nur noch zu teuer. Aber es ist eine faszinierende Idee. Hier sind so ein paar Rohstoffe, die wir dafür nehmen können. Wir machen einfach mal eine Liste. Also wir können Stroh nehmen, wir können Bambus nehmen. Je nach Region können wir auch Agrarfasern, Dicksaft nehmen. All das können wir nehmen, um Plastik zu machen. Bioplastik sozusagen, so wie Biopapier, um eben unsere Lebensmittel vernünftig zu schützen. Denn nur das ist nachhaltig und sozial, wenn wir unsere Lebensmittel gut schützen. Und da spielt eben Papier eine dominante Rolle. Und jetzt setze ich eine andere Kappe auf. Jetzt komme ich von der Papierindustrie. Da, wo es geht, nehmen Sie es bitte. Nehmen Sie Papier. Es ist im Moment das Beste, wenn Sie an Bioökonomie denken, wenn Sie Verpackungsmaterial einsetzen wollen, ist Papier das Beste für die Bioökonomie. Im Moment. Warum? Weil es 100% aus nachwachsendem Rohstoff entsteht. Man muss zwar bedenken, dass 50% vom Baum entsorgt werden. Wissen Sie übrigens, Fangfrage, wissen Sie, warum das Papierrecycling so gut funktioniert? Warum funktioniert das? 90% wird uns gesagt, über 90% wird recycelt und wird wieder neues Papier. Es wird zwar aus einer Papierschokoladenverpackung nie wieder eine Papierschokoladenverpackung, aber es wird daraus vielleicht ein Karton für Amazon. Und dann vielleicht nochmal ein Karton für Amazon. Es gibt so eine Kaskade, es wird immer so ein bisschen downgecycelt. Aber warum funktioniert das? Es ist billiger, die Papierfaser aus dem Recyclingpapier zu holen als aus dem Baum. Und deswegen funktioniert das Papierrecycling. Das heißt, die Papierindustrie hat sich schon vor vielen, vielen Jahren neuere Rohstoffquellen gesichert. Das, was BASF jetzt macht, mit dem chemischen Recycling, weil sie keinen Gas mehr für die Kohlenstoffketten nehmen, nehmen sie jetzt die Kunststoffe, um Kohlenstoffketten zu kriegen. Das hat die Papierindustrie schon vor Jahren eingeführt, flächendeckend, das Papierrecycling. ### Papierkreislauf und Rücknahmesysteme etablieren Das heißt, wenn das Papier einmal verkauft wurde, dann nehmen die es kostenlos wieder von uns zurück und kriegen kostenlos den Rohstoff, holen die Faser wieder raus und machen neues Papier. Wie genial ist das denn? Und dann wird ein Schuh draus, wenn es ein Businessmodell gibt. Und dafür möchte ich Sie motivieren. Und das funktioniert beim Papier. Das heißt, Sofortmaßnahme, Papier, wo es geht. Jetzt wundern Sie sich, jetzt hat der ganze Zeit von Plastikgeräten gesagt, Papier, wo es geht. Aber es ist gut, da, wo es geht. Die großen Agenturen haben ausgerechnet: 5 bis 10 Prozent der Plastikverpackungen werden in Papier umgestellt. Mehr nicht. Die Papierindustrie sagt, das schaffen wir nicht. So viel Kapazität haben wir nicht. So, wir müssen trotzdem den Weg gehen. Die Kapazitäten kommen dann schon. Und sonst muss Habeck dann mal anrufen. Wer macht das dann? Vorteile habe ich Ihnen ja nochmal aufgeschrieben. Ich muss ein bisschen Gas geben, damit ich in der Zeit bleibe. Vorteile sind Wasseraufnahme. Das ist ein Vorteil von Papier. Das kann kein Kunststoff, außer PLA. Durchlässigkeit, super. Da, wo Sie atmungsaktive Verpackung brauchen, Papier. Nachwachsend ist super, haben wir gesagt. Bedruckbar, recyclingfähig, biologisch abbaubar. Und das Ganze ist etabliert. Wir haben einen funktionierenden Recycling-Kreislauf. Weltweit fast. Papier ist klasse, was das angeht. Nachteile: hoher Wasserverbrauch. Jede Papierfabrik ist da, wo es viel Wasser gibt. Klar. ### Energieverbrauch bei Papierherstellung reduzieren Wahnsinniger Energieverbrauch. 95 Prozent Masse wird aufgebracht. 5 Prozent bleibt nachher nur Papier über. Das heißt, Sie müssen 95 Prozent abdampfen. Brauchen Sie wahnsinnige Energie. Die haben alle eigene Heizkraftwerke. Verbrennen selber Tonnen an Kohle, um Papier zu machen. Aus der Kohle könnten wir auch direkt Plastik machen. Hätten wir auch was gefunden. Trotzdem: Feuchtigkeitsempfindlichkeit ist schlecht. In vielen Fällen, da wo Verpackungen nass werden können, oder feuchte Lebensmittel, begrenzte Haltbarkeit. Des Papiers auch. Nicht nur des Lebensmittels, aber auch schlechte Barriere. Sensorik. Papier schmeckt nach Papier. Papier riecht nach Papier. Und was ist verboten? Dass das Lebensmittel nachher nach Verpackung schmeckt oder riecht. Deswegen müssen Sie gucken, dass Sie da kein Problem kriegen. Deswegen machen wir auch Barriere-Lacke drauf. Auf die Innenseite. Damit da nichts anbrennt. Und Papier ist teuer. Papier ist teuer. Papier ist schwer. Im Vergleich zu Kunststoff. Aber da wo es passt, nehmen Sie es. Das ist mein Rat. Es gibt wahnsinnig viele Entwicklungen in dem Bereich. Wir werden im Sommer über Barrierefolien sprechen in Würzburg mit dem Süddeutschen Kunststoffzentrum zusammen. Hälfte der Vorträge sind zu Papier und Papierbeschichtung. ### Zukunft von Papierverpackungen begrenzt Weil da richtig die Post abgeht. Wir wollen Papier. Diese Vorteile, die manchmal auch hier auf der Nachteilseite stehen, können austreiben. Da passiert viel. Also, ich glaube, wir werden sehr viel mehr Papierverpackung sehen. Aber nicht mehr als fünf bis zehn Prozent. Und wenn Sie schon jetzt wissen, Sie haben ein kritisches Füllgut. Was hohe Sauerstoffbarriere braucht, was feucht ist. Lassen Sie es sein mit dem Papier. Machen Sie lieber einen Biokunststoff. Oder machen Sie Monomaterial, da haben Sie mehr gewonnen. Vor allen Dingen, Sie müssen ja auch in Ihre Kosten denken. Wenn Sie natürlich sagen, so wie Frosta das gesagt hat. Wir wissen, dass es nur bei Papier eine gute Entsorgungskette gibt in Europa. Denn nehmen Sie Papier. Der macht jetzt seine Tiefkühlbeutel ja aus Papier, weil es da eben auch eine gute Entsorgungskette gibt. Es ist aber teurer. Und die Konsumenten finden es so lala. Die finden es nicht alle so toll. Weil es wird weich, wenn da was auftaut und so. Manchmal sieht es auch nicht so schön aus. Also, naja. So, nachhaltige Verpackungslösungen entstehen, wenn wir… Erstens, jetzt kommen die vier Faustformeln für Sie. Die müssen Sie auswendig lernen. Abfragen machen wir nachher beim nächsten Kurs. Recycling. Tun Sie alles, dass die Verpackungen, die Sie einsetzen, gut sind für das Recycling, was es im Moment schon gibt. Und das ist das mechanische Recycling. Und deswegen empfehle ich Ihnen Monomaterial. Weil Monomaterial lässt sich in allen Recyclingverfahren, die wir haben, immer besser recyceln. Also, ein reiner Polypropylenverbund, ein reiner Polyethylenverbund. ### 100-Prozent recyclingfähige Barrierefolien ermöglichen Es gibt technisch heute alle Lösungen, auch um hohe Barrieren zu erzielen und trotzdem 100 % recyclingfähig zu sein. Egal, ob Sie es verbrennen, chemisch recyceln oder mechanisch – Monomaterial ist immer besser. Und das kriegen Sie oft auch kostenneutral hin. Was Sie ausprobieren müssen, sind die Maschinenlauf-Eigenschaften. Aber da haben wir ja GEA, die helfen uns. Die machen die Maschinen so, dass sie genauso schnell laufen mit den Monomaterialien wie mit den Verbundmaterialien. Das kriegen wir schon hin. Aber das ist auch länderspezifisch. Sie haben die Karte gesehen. Nicht in jedem Land gibt es mechanisches Recycling. Aber in jedem Land gibt es Papierrecycling. Also deswegen: Recycling, wo es geht. Monomaterial ist also das Zweite, was ich Ihnen mitgeben möchte. Nutzen, wo es geht, egal welches. Ob das Polyethylen ist, Polypropylen oder Polyester. Polyester sind die Flaschen, meistens für Flaschen. Tiefziehschalen sind auch aus Polyester. Warum machen Sie nicht oben eine Polyesterfolie drauf und keine Polyethylen-Polyester-Folie kombiniert, sondern nur eine Polyesterfolie? Gibt es alles. Dann haben Sie eine reine Polyesterschale mit Polyester-Deckelfolie. Das fühlt sich anders an für den Konsumenten. Sie müssen einen Markttest machen, nehmen die Konsumenten das an. Vielleicht finden Sie das sogar cool, wenn das oben so richtig knisterig und dünn ist. Darf natürlich nicht einreißen. Die Verpackung muss höflich bleiben. Aber das geht. Mit Monomaterial geht das. Das ist fertig. Können wir heute umsetzen. Aber das ist Fleißarbeit. Das sind viele, viele Stunden, viele Maschinenversuche. Und erst mal ist das nervig. ### Monomaterialien und PLA-Verpackungen einsetzen Aber unsere ganze Umstellung ist nervig, nachhaltiger zu leben. Es ist nun mal so. Dann hatte ich Ihnen gesagt, Papier. Und wenn Papier nicht gehen, gucken Sie mal rein bei den Biopolymeren. PLA. Wenn Sie frische Brötchen abpacken wollen, nehmen Sie PLA. Das nimmt auch Feuchtigkeit auf. Die Brötchen werden nicht matschig. Sie können auch eine Brötchentüte aus PLA machen. Monomaterial. Nicht Papier. Polyethylen, wie wir es jetzt haben bei Lidl, Aldi und Konsorten, sondern 100 Prozent PLA. 100 Prozent recyclefähig und Biomaterial. Wie geil ist das denn? Und Sie brauchen es noch nie mal perforieren. Und Sie hätten es rundherum durchsichtig. Aber das Problem ist, der Konsument möchte gerne das Papier-Feeling haben. Und deswegen dem Lidl, Aldi heute noch Papier-PE-Kombination. Aber müssen wir immer auf uns dummen Konsumenten hören? Können wir den Konsumenten nicht mal sagen, nimm das einfach? Das iPhone wollte auch keiner haben, als es das noch nicht gab. Und jetzt haben wir alle Smartphones. Jetzt kauft keiner mehr eins mit Tasten. Nur kaum noch. Ja, jetzt die Retro-Freaks. So. Und das ist das Allerwichtigste. Und das habe ich noch mal im schönen Bild hinterlegt. Das Wichtigste ist natürlich, Sie müssen den Produktschutz eher durch die Umstellung verbessern. Sie dürfen niemals Abstriche machen beim Produktschutz. Eine Woche Haltbarkeitsverlängerung, Sie wissen es besser als ich, hat schon mehr positive Auswirkungen als die Verpackung insgesamt an Umweltschaden macht. Also versuchen Sie lieber durch schlaue neue Monomaterial-Lösungen die Haltbarkeit der verpackten Lebensmittel zu verlängern und nehmen Sie die Mehrkosten und die vielen Maschinenversuche in Kauf, als dass Sie sagen, ich gehe jetzt auf Papier und habe jetzt statt vier Wochen nur noch zwei Wochen Haltbarkeit. ### Vier Kernpunkte nachhaltiger Verpackung Das darf nicht sein. Deswegen, das steht überall. Also was waren die vier Dinge? Wissen Sie es noch? Überlegen Sie mal bei sich. Ich sage es Ihnen noch nicht nochmal. Ich will es auch nicht von Ihnen wissen. Ich komme zum Ende. Das war mein sportlich vorgetragener Vortrag hier. Wenn Sie mit mir vernetzt sein wollen, können Sie hier auch nochmal einen QR-Code scannen. Dann sind Sie bei LinkedIn dabei, auf meinem Profil können Sie sich mit mir vernetzen. Wenn Sie noch Fragen haben, ich biete das gerne an. Wenn Sie Entwicklungen machen in dem Bereich Monomaterialien, sprechen Sie mit uns. Wir machen das jeden Tag bei uns in Oldenburg im Labor. Prüfen wir diese Verpackung. Es ist immer billiger, erst was im Labor zu versuchen. Zum Beispiel Muster, die Sie hier fahren, auf Dichtheit prüfen bei uns, Rotom-Schnitte machen, mit denen als Moderator zwischen Lieferant und Ihnen vielleicht sprechen. Das sind unsere Aufgaben, die wir machen. Das war mein Werbeblock. Es hat mir wahnsinnig Spaß gemacht. Ich hoffe, es war etwas für Sie dabei. Denken Sie an diese vier Faustformeln für Ihre tägliche Arbeit. Danke schön. Na, hat es Spaß gemacht. Ich hoffe, ich konnte Sie ein bisschen überraschen und auch ein bisschen begeistern für das Thema Nachhaltigkeit mal in dieser kleinen 360-Grad-Betrachtung. Und geben Sie mir gerne Feedback, so wie ich es auch im Intro schon angedeutet habe, ks@innoform.eu oder mit Teams, Voicemail oder natürlich WhatsApp, +49 160 88 48 917. Da baue ich vielleicht meinen anderen Podcast ein. Ich freue mich drauf. **Kategorien:** Biofolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Karsten_Schroeder, Nachhaltigkeit --- ### [Papier oder Plastik](https://inno-talk.de/papier-oder-plastik/) **Published:** Mai 22, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte?* *Drei Geschichten in drei Teilen von Karsten Schröder* – Teil 1 **Warum wir in Plastik verpacken** In einer Welt, die durch die leuchtenden Scheinwerfer des Technologiezeitalters immer heller wird, dreht sich vieles um Bequemlichkeit und Effizienz. Diese beiden Schlüsselworte führen uns zu einem oft übersehenen, aber allgegenwärtigen Aspekt des modernen Lebens: Verpackungsmaterialien. Und in diesem Bereich, trotz seiner Umweltauswirkungen, hat Plastik immer noch eine dominierende Rolle als Lebensmittelverpackung gegenüber Alternativen wie Papier. Es war einmal eine Zeit, in der die bunten, knisternden Hüllen von Plastikverpackungen noch nicht die Regale unserer Supermärkte füllten. Es war eine Ära des Papiers, des Pappkartons und der Stoffbeutel. Aber die Zeiten änderten sich und mit ihnen die Anforderungen der Industrie und der Verbraucher. Im Laufe der Jahre haben Lebensmittelmarken entdeckt, dass Plastikverpackungen ihre Produkte auf eine Art und Weise schützen können, die Papierverpackungen nicht bieten können. Plastik hat die einzigartige Eigenschaft, sowohl eine Barriere gegen Feuchtigkeit als auch gegen Luft oder sogar Aromen zu sein. Dies hilft, die Frische der Lebensmittel zu bewahren und deren Haltbarkeit zu verlängern, was wiederum die Lebensmittelverschwendung reduziert. Außerdem bietet Plastikverpackung eine hervorragende Sichtbarkeit des Produktes, was aus Marketing-Sicht von großem Vorteil ist. Transparente Plastikverpackungen ermöglichen es den Verbrauchern, das Produkt vor dem Kauf zu sehen. Dies kann das Vertrauen in die Qualität des Produkts stärken und dazu beitragen, Kaufentscheidungen zu beeinflussen. Außerdem hat Plastik einen weiteren Vorteil, den Papier einfach nicht bieten kann: seine Vielseitigkeit. Plastik kann in jede erdenkliche Form gebracht werden, es ist leicht, haltbar und reißfest. Es kann in mikrowellengeeignete Verpackungen, luftdichte Beutel, flexible Folien und vieles mehr umgewandelt werden. Die Möglichkeiten scheinen endlos zu sein. Nun mag man sich fragen, warum Marken Plastik gegenüber Papier bevorzugen. Die Antwort liegt in der Wirtschaftlichkeit. Obwohl Papier vielleicht günstiger zu entsorgen ist, können die Kosten für die Verwendung von Papierverpackungen in anderen Bereichen höher sein. Sie könnten auch Beschichtungen aus anderen Materialien benötigen, die das Recycling verschlechtern oder den Abbau in der Natur verzögern. All dies sind Faktoren, die dazu beitragen können, dass die Gesamtkosten für die Verwendung von Papierverpackungen höher sind. Aber die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Im Angesicht der zunehmenden Umweltprobleme durch Plastikmüll und der wachsenden Nachfrage der Verbraucher nach nachhaltigeren Alternativen arbeiten viele Marken daran, neue Verpackungslösungen zu finden. Es könnte sein, dass in den kommenden Kapiteln dieser Erzählung das Pendel wieder in Richtung Papier oder auch neuer, abbaubarer Plastiksorten ausschlägt. *Fortsetzung folgt* Links: Ein Live-Vortrag im Innoform Podcast dazu: [InnoTalk | Vortrag zum nachhaltigeren Verpacken (inno-talk.de)](https://www.inno-talk.de/blog/2023/05/10/vortrag-zum-nachhaltigerem-abpacken/) ### Verwandte Episoden - [1,7 Millionen Tonnen mehr Verpackung durch steigenden Konsum](https://inno-talk.de/17-millionen-tonnen-mehr-verpackung-durch-steigenden-konsum/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Volker Muche zu Paperization und Trends bei Verpackungsentwicklung](https://inno-talk.de/volker-muche-zu-paperization-und-trends-bei-verpackungsentwicklung/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Biofolien, Entsorgung / Recycling, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Karsten_Schroeder --- ### [Papier oder Plastik (2)](https://inno-talk.de/papier-oder-plastik-2/) **Published:** Mai 29, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte?* Drei Geschichten in drei Teilen von Karsten Schröder – Teil 2 ([Teil 1 hier klicken](https://www.inno-talk.de/blog/2023/05/22/papier-oder-plastik/)) **Warum viele in Papier verpacken möchten** Es war einmal eine Welt, in der Plastik überall herrschte. Ein Zeitalter, in dem Marken in der ganzen Welt ihre Waren in hübschen, bunten, optimierten Folienverpackungen anboten. Sie waren billig, leicht und aromadicht. Sie schienen die perfekte Lösung für die Lebensmittelindustrie zu sein, die sich bemühte, ihre Produkte frisch und ansprechend zu halten. Mit der Zeit jedoch begannen die Menschen, die unbeabsichtigten Nebenwirkungen dieses Plastikzeitalters zu bemerken. Sie sahen, wie die Meere und Strände von Plastikmüll übersät wurden, der oft von Lebensmittelverpackungen stammte. Sie sahen, wie Tiere unter der Last des Plastikmülls litten, den wir produzierten. Sie sahen, wie die Entsorgung dieser nicht biologisch abbaubaren Verpackungen eine immer größer werdende Herausforderung darstellte. Die Menschen begannen zu erkennen, dass das Problem der Plastikverpackungen nicht nur ein ökologisches, sondern auch ein ethisches war. Das Image der Marken, die sich auf diese Verpackungslösung verließen, begann zu leiden. Die Verbraucher wollten Verantwortung und Nachhaltigkeit sehen, und die Unternehmen mussten reagieren. So begannen die Marken, nach alternativen Lösungen zu suchen. Sie fanden sie in den traditionellen Materialien, die wir seit Jahrhunderten verwenden – Papier und Karton. Diese Materialien boten viele der gleichen Vorteile wie Plastik, ohne jedoch die gleichen negativen Umweltauswirkungen zu haben. Sie waren biologisch abbaubar und oft aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Sie konnten in einer Vielzahl von Formen und Größen hergestellt werden, was es den Marken ermöglichte, ihre Produkte weiterhin auf ansprechende Weise zu präsentieren. Ja, diese neuen Verpackungslösungen waren oft teurer als die alten Plastikverpackungen. Aber die Marken erkannten, dass dieser zusätzliche Preis ein kleiner Preis dafür war, die Erde für zukünftige Generationen zu schützen. Sie erkannten auch, dass die Verbraucher bereit waren, ein wenig mehr zu zahlen, um Produkte zu kaufen, die nachhaltig verpackt waren. So wurde das Zeitalter der Plastikverpackungen durch das Zeitalter der Papierverpackungen abgelöst. Es war ein Zeichen dafür, dass wir uns als Gesellschaft weiterentwickelten, indem wir unsere Fehler erkannten und Maßnahmen ergriffen, um sie zu korrigieren. Und obwohl wir noch einen langen Weg vor uns haben, haben wir zumindest einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Ob die Umstellung auf Papier wirklich der Natur und dem Menschen hilfreich sein wird, muss sich allerdings noch zeigen, wenn die Nebenwirkungen der Papierherstellung in großen Mengen sichtbar werden. Vielleicht schlägt dann das Pendel eher zu biobasierten Kunststoffen aus, die u. a. aus Lebensmittelabfällen und Nebenprodukten der Industrie hergestellt werden. *Fortsetzung folgt* Links: Ein Live-Vortrag im Innoform Podcast dazu: [InnoTalk | Vortrag zum nachhaltigeren Verpacken (inno-talk.de)](https://www.inno-talk.de/blog/2023/05/10/vortrag-zum-nachhaltigerem-abpacken/) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [1,7 Millionen Tonnen mehr Verpackung durch steigenden Konsum](https://inno-talk.de/17-millionen-tonnen-mehr-verpackung-durch-steigenden-konsum/) - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Biofolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Karsten_Schroeder --- ### [Referenten Boarding completed](https://inno-talk.de/referenten-boarding-completed/) **Published:** Mai 30, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **Barriere-Verbundfolien – Der Expertentreff** 📣 Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass der Expertentreff Barriere-Verbundfolien am 22. und 23. Juni 2023 in Würzburg stattfindet! 🎉 Einige der hellsten Köpfe der Branche werden über die neuesten Fortschritte und Erkenntnisse im Bereich der Barrierefolien diskutieren. Der Austausch über innovative Ideen und Best Practices steht im Mittelpunkt dieser Veranstaltung. Und jetzt ist die Wartezeit vorbei! 🙌 Die Referentenliste ist nun komplett, und wir können Ihnen versprechen, dass Sie spannende und lehrreiche Präsentationen erwarten können. Jeder einzelne unserer Referenten bringt einzigartige Kenntnisse und Erfahrungen mit, die er gern mit Ihnen teilen möchte. Bitte besuchen Sie www.inno-meeting.de für weitere Informationen und zur Anmeldung. Wir können es kaum erwarten, Sie dort zu sehen. Lassen Sie uns gemeinsam die Zukunft der Barrierefolien-Industrie gestalten! ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [OneBARRIER – Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert](https://inno-talk.de/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) --- ## Transkript \[unknown\] My name is \[unknown\] Recycling. **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Neuigkeiten, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** SP-06-23 --- ### [Papier oder Plastik (3)](https://inno-talk.de/papier-oder-plastik-3/) **Published:** Juni 5, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **Warum Biopolymere eine echte Alternative werden** *Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte?* Drei Geschichten in drei Teilen von Karsten Schröder – Teil 3 ([Teil 1 hier klicken](https://www.inno-talk.de/blog/2023/05/22/papier-oder-plastik/) und [Teil 2 hier klicken](https://www.inno-talk.de/blog/2023/06/05/papier-oder-plastik-3/)) Es war einmal, als die Welt noch jung und unberührt war, ein Ort, an dem Menschen harmonisch mit der Natur lebten. Doch mit der industriellen Revolution entstanden Innovationen, die den Alltag erleichterten, aber auch die Umwelt belasteten. Kunststoffe, obwohl sie Wunder der Technik waren, wurden zu einer Plage für die Erde. Aus diesem Bewusstsein heraus begann die Suche nach einer nachhaltigen Alternative: biobasierte Kunststoffe. Im Herzen einer grünen und pulsierenden Metropole arbeitete ein kleines Team von Forschern in einem unscheinbaren Labor. Sie waren fest entschlossen, einen Ersatz für traditionelle Kunststoffe zu finden, um unseren Planeten zu retten. Und so begannen sie, Pflanzen zu studieren und die Strukturen zu erforschen, die sie stabil und langlebig machen. Dabei stellten sie fest, dass sie durch chemische Prozesse die pflanzlichen Substanzen so verändern können, dass sie die gleiche Festigkeit und Formbarkeit wie Kunststoffe aufweisen. Doch diese biobasierten Kunststoffe hatten nicht nur den Vorteil, aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt zu sein. Sie hatten auch das Potenzial, am Ende ihrer Lebensdauer kompostiert zu werden, ohne schädliche Rückstände zu hinterlassen. Sie verursachten weniger Kohlendioxid-Emissionen während ihrer Herstellung und waren nicht von fossilen Rohstoffen abhängig. Sie waren die perfekte Antwort auf das Problem der Kunststoffverschmutzung. Aber warum gerade in Lebensmittelverpackungen? Lebensmittelverpackungen stellen einen großen Teil des Kunststoffverbrauchs dar. Sie sind allgegenwärtig, von den Folien, die unser Gemüse frisch halten, bis hin zu den Bechern, aus denen wir unseren Kaffee trinken. Da sie oft nur einmal verwendet werden, erzeugen sie einen erheblichen Teil des Kunststoffmülls. Zudem sind sie schwer zu recyceln und danach nicht immer gut geeignet, erneut Lebensmittel zu umhüllen. Die Forscher erkannten, dass die Verwendung von biobasierten Kunststoffen in Lebensmittelverpackungen einen doppelten Nutzen hätte: Sie würde den Kunststoffmüll reduzieren und gleichzeitig die Lebensmittelsicherheit erhöhen. Außerdem würde es die Verbraucher auf die Umweltauswirkungen ihrer Kaufentscheidungen aufmerksam machen und sie ermutigen, nachhaltigere Entscheidungen zu treffen. Und so begann die Revolution der Lebensmittelverpackungen. Immer mehr Unternehmen begannen, ihre Produkte in biobasierten Kunststoffen zu verpacken. Die Verbraucher begrüßten diese Veränderung und unterstützten Unternehmen, die sich für die Umwelt einsetzten. Biobasierte Kunststoffe wurden zu einem Symbol für nachhaltigen Konsum und einen verantwortungsvollen Umgang mit unseren Ressourcen. Und während die Sonne untergeht und die Sterne am Himmel erscheinen, können wir sehen, wie unsere Entscheidungen die Welt formen. Die Geschichte der biobasierten Kunststoffe ist noch nicht zu Ende. Sie ist eine Erinnerung daran, dass wir die Macht haben. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/05/Papier-oder-Plastik-Bilder-mit-Schrift-1.gif)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/05/Papier-oder-Plastik-Bilder-mit-Schrift-1.gif)Links: Ein Live-Vortrag im Innoform Podcast dazu: [InnoTalk | Vortrag zum nachhaltigeren Verpacken (inno-talk.de)](https://www.inno-talk.de/blog/2023/05/10/vortrag-zum-nachhaltigerem-abpacken/) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Biofolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Karsten_Schroeder --- ### [Heiko Schenck: Kreislauffähige Folienverpackungen aus PE](https://inno-talk.de/heiko-schenck-kreislauffaehige-folienverpackungen-aus-pe/) **Published:** Juni 9, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Mit [Dr. Heiko Schenck](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=82895) spreche ich über Kreislaufwirtschaft und wie die PE- und PP-Folienhersteller sie unterstützen. Wir ordnen die Rolle von Monomaterialien ein und sprechen über monoaxial orientierte Polyethylenstrukturen. Wir diskutieren auch die Rolle der Verpackung bei der Vermeidung von Lebensmittelabfällen und wie Flexpack Ressourcen sparen und damit zur Nachhaltigkeit beitragen kann. Ein wichtiges Element ist dabei die Weiterbildung, die Heiko seit über 30 Jahren unterstützt. So hat er mit Innoform bereits während der Pandemie neue Webseminare ins Leben gerufen und bietet diese nun sukzessive auch in englischer Sprache für den Weltmarkt an. Viele seiner Themen finden Sie hier: Auch hier verfügbar: - [Inno-Talk.de](https://www.inno-talk.de/podcast) - [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) - [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) - [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk) - [deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) Links: One-Barrier: [OneBARRIER – Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert | Flexpackwissen (innoform-coaching.de)](https://www.innoform-coaching.de/blog/2022/08/17/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) **Webseminare**: Mono-Material Verpackungen auslegen und bewerten – Von der Anwendung bis hin zur Folienkonstruktion Die Welt der Polyethylene – Welches PE für welchen Zweck Basic knowledge on polymers – Basics for flexible packaging films, part A Film manufacturing processes – Influence on film properties – Packaging film basics, part B ### Verwandte Episoden - [Faserbasierte Materialien, Mehrwegsysteme und Monomaterialien für Folienverpackungen](https://inno-talk.de/faserbasierte-materialien-mehrwegsysteme-und-monomaterialien-fuer-folienverpackungen/) - [Innoform auf Xing: Was erwartet Sie in der XING-Gruppe rund um „Sichere Folienverpackungen“?](https://inno-talk.de/innoform-auf-xing-was-erwartet-mich-in-der-xing-gruppe-fur-sichere-folienverpackungen/) - [Recyclingfähigkeit von Folienverpackungen bewerten](https://inno-talk.de/recyclingfaehigkeit-von-folienverpackungen-bewerten/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Folienwissen Spezial, der Innoform-Podcast zum Inno-Talk. Heute spreche ich mit Dr. Heiko Schenck, ehemals DuPont Dau, hat sich viel um auseuropäische Kunden gekümmert, hat dort Wissen verbreitet über Polyethylen im Wesentlichen und die damit einhergehenden Anwendungen für den Flexpack-Bereich. Genau darüber werden wir auch sprechen in dieser Episode über mechanisches, chemisches, aber auch Lösemittelrecycling, welche Rolle das für die Auslegung von Kunststofffolien hat und wie man Barriere auch in Monomaterialstrukturen reinbekommt, ohne dass man auf Performance verzichten muss und somit auch Foodwaste vermeidet. Seien Sie gespannt auf diese Episode. Herzlich willkommen Heiko Schenck hier im Innoform-Podcast. Grüße dich. Ja, hallo Karsten. Heiko, wir haben besprochen, wir machen einen Small Talk mit Tiefgang, so habe ich es eben tituliert. Und ich fange einfach mal an. Ich weiß ja, dass du viele, viele Jahre bei DuPont jetzt Dau gearbeitet hast und unsere jüngeren Zuhörer interessiert natürlich, wie kommt man dahin und vor allen Dingen, wie ist es dir da ergangen? Ja, das war noch eine andere Zeit vor fast 25 Jahren. Damals gab es die Stellenanzeigen noch in Zeitungen. Der Standard war die FAZ. Das gibt es heute alles nicht mehr. Eine Sache, die es heute auch gibt und die tatsächlich bei der Firma DuPont damals geholfen hat. Ich habe mir Vorträge von der Firma angehört und habe den Mitarbeiter von DuPont direkt angesprochen, was dann natürlich das Bewerbungsgespräch dann auch sehr vereinfacht hat. Von der Ausbildung her, wie bist du überhaupt qualifiziert für den Job, den du ja gemacht hast, auch im Ausland? Was hast du gelernt vorher? Ich bin von der Ausbildung her Polymerchemiker, habe aber parallel zur Promotion bei der Firma IBM gearbeitet und hatte dort den Auftrag, Erwachsenenbildung durchzuführen zum Thema Chemie. Das ist auch eine ganz alte Technologie. Früher gab es sogenannte Speicherplatten. Das kennt man heute gar nicht mehr. Die Mitarbeiter von IBM haben es tatsächlich fertiggebracht, die Produktion oft komplett zu zerstören, weil man die chemischen Prozesse nicht kannte und nicht nachvollziehen konnte. Das war natürlich ein sehr gutes Zubrot für mich und ich habe sehr viel gelernt, auf Zuhörer einzugehen, weil die Zuhörer waren vom Industriemeister bis zum diplomierten Physiker und das war natürlich dann eine große Herausforderung für die Vorträge, gerecht zu werden. Zum Ausland noch Karsten. Ich habe auch glücklicherweise in den Vereinigten Staaten studieren dürfen. Das war fast ein Jahr in Süd-Kalifornien, Orange County, University of California und das hat tatsächlich etwas geholfen mit dem Englisch und dann läuft man natürlich beim amerikanischen Konzern offene Türen ein. Genau, manchmal ist ein bisschen Zufall dabei, manchmal ein bisschen Planung und so ähnlich höre ich das bei dir auch aus. Du bist ja viel im Ausland gewesen, da höre ich auch so ein bisschen. Die Sprachkenntnisse haben dir natürlich dabei geholfen, da wird es wahrscheinlich meistens englisch zugegangen sein. Wo bist du im Ausland gewesen und was hast du denn da hinsichtlich Polymerchemie beziehungsweise auch DuPont beziehungsweise Dow-Produkte getan? ### Technischer Support für europäische Kunden Im Prinzip waren das zwei Phasen. In der ersten Phase habe ich mich um die Kunden in Europa gekümmert, das war Technical Marketing und das waren tatsächlich Fachgespräche meistens auf Englisch und ich muss sagen, hier hat sich auch die Situation drastisch verändert. Früher war es tatsächlich ein Problem in Südeuropa. Das Problem gibt es nicht mehr. Die Geschäftspartner sind alle fließend im Englischen und Englisch ist die Umgangssprache schlechthin in unserer Branche in Europa. In den letzten zehn Jahren hatte ich dann die Ehre und ich muss sagen, das ist wirklich eine Ehre gewesen, mich um Emerging Europe zu kümmern, also Zentral- und Osteuropa, Türkei, Mittlerer Osten und Afrika. Und dort hat mir tatsächlich dieser Job bei IBM geholfen, auf Geschäftspartner einzugehen. Die Kulturen sind natürlich extrem unterschiedlich und es ist entscheidend, dass man sich immer auf die verschiedenen Kulturen einstellt. Das Fachliche ist immer erst der zweite Schritt, der erste Schritt ist immer der, dass man versucht seine Geschäftspartner zu verstehen und ihre Probleme und ihre Wünsche zu verstehen. Dann kommt das technische Fachliche. Und genau das machen wir jetzt hier auch noch bei Innoform mit unseren Webseminaren, versuchen zu verstehen, wo sind die Bedarfe? Und auch da kommen ja wieder deine englischen Sprachkenntnisse zum Tragen. Wir beginnen ja jetzt dank der Online-Technologie auch englischsprachige Webseminare bei Innoform flächendeckend einzuführen mit den Themen, die sich im deutschsprachigen Raum schon etabliert haben. Dazu aber später mehr. Jetzt habe ich noch, auch typisch für unseren kleinen Podcast, eine Blitzfrage formuliert. Ich habe so vier kleine Fragen, immer nur zwei Wörter. Du musst dich zwischen einem oder dem anderen entscheiden und kannst lang oder kurz darauf antworten. Ich fange mal mit was ganz Einfachem an. Buch oder Hörbuch? Buch. Papier oder Plastiktüte? Plastiktüte aus dem Grund Nachhaltigkeit. Das ist spannend. Das leuchtet vielen nicht ein. Da möchte ich gerne einhaken. Warum glaubst du, dass eine Plastiktüte nachhaltiger ist? Vielleicht mal so vorweg. Ich habe mir vor fast zehn Jahren eine Kunststofftüte in Luxemburg gekauft. Die existiert immer noch und ist genauso gut wie am Anfang. Die Papiertüten halten ein, zwei Mal und dann wirft man sie weg. Das ist eben der Unterschied. Kunststofftüten sind extrem gut, wenn man sie mehrfach wieder verwendet. ### Rohstoffwende in der Verpackungsindustrie Genau das ist auch ein bisschen das Thema unserer gesamten Industrie im Moment. Wir müssen schauen, dass wir von den kurzlebigen Produkten ein bisschen wegkommen. Und wenn wir sie nicht vermeiden können, müssen wir sie recyceln. Dazu kommen wir später noch mehr. Und daran schließt sich meine nächste Blitzfrage an. Wir wollen natürlich auch über Rohstoffe sprechen und DuPont beschäftigt sich unter anderem mit Polyethylen und Polypropylen und du im Speziellen ja auch, wenn es um Siegelseminare zum Beispiel geht. Was ist dein Favorit? PE oder PP? Ja, natürlich Polyethylen. Aus ganz egoistischen Gründen. Das kenne ich besser. Sehr sympathisch. Polypropylen, das sind ja wirklich zwei Fronten, die sich im Moment ein bisschen bilden, aber die kooperieren. Die einen sagen Polypropylen, Wertstoffstrom ist zukunftsführend auch für Verpackungen. Die Autoleute haben es uns vorgemacht. Da wird sehr viel Polypropylen eingesetzt. Na ja, bei Kunststoffverpackungen müssen wir noch mal abwarten. Da bin ich gespannt. Ja, ich muss sagen, ich sehe das auch nicht so schwarz und weiß, weil wir werden vielleicht später ja noch auf das chemische Recycling zurückkommen. Und da sind Polyethylen und Polypropylen natürlich gleich gut. Und was natürlich auch in unseren gemeinsamen Seminaren zum Vorschein kommt, die Werkstoffe unterscheiden sich natürlich auch von den mechanischen und thermischen Eigenschaften. Das ist nicht ein entweder oder, sondern das ist ein Miteinander. Glaube ich auch. Und auch im gemeinschaftlichen Verbund kann man es auch noch recyceln. Auf jeden Fall besser als wenn ein völlig fremdes Material, was nicht zu einer Stoffgruppe gehört, wie zum Beispiel Polyamid oder Polyester dazukommt, dann ist es schon schwieriger. Das ist tatsächlich, wäre meine vierte Kurzfrage gewesen, mechanisches oder chemisches Recycling? Beides. Genauso sehe ich es auch. Und im Moment haben wir uns sehr stark auf mechanisch konzentriert. Und ich glaube, wir müssen es auch als Verpackungs-in-Verkehr-Bringer ein bisschen mehr mit dem anderen Verfahren vertraut machen, um auch keine falschen Grundsatzentscheidungen zu fällen. Aber jetzt gehen wir mal rein. Momentan redet ja die gesamte Flexpack-Industrie im Prinzip über Kreislaufwirtschaft. ### Recycling von PE-Folienverpackungen Das ist ja das Thema, was brennt. Wie wichtig schätzt du dieses Thema für verpackte Lebensmittel überhaupt ein? Generell – und das trifft nicht nur auf Verpackungen zu – Kreislaufwirtschaft wird essentiell sein für unsere Zukunft. Der Automobilbau hat das tatsächlich vorgemacht, dass es sehr gut funktioniert. Wenn wir über Elektromobilität reden, ist das Recycling von Batterien wichtig. Und in dem Zusammenhang genauso wichtig ist es, dass die Verpackungen eben nicht weggeworfen werden, sondern wiederverwendet werden. Das Wiederverwenden geht eben im Moment hauptsächlich bei unseren flexiblen Verpackungen durch Recycling-Verfahren. Kreislaufwirtschaft soll ja unter anderem durch Monomaterial erleichtert oder überhaupt ermöglicht werden. Warum ist Monomaterial so wichtig? Das ist eine sehr einfache Frage. Die Antwort ist leider komplex und vielleicht sollte man ein konkretes Beispiel nehmen. Die Materialien, die sich am besten wiederverwenden lassen, sind die Transportverpackungen. Also Stretchfolien, Schrumpffolien oder die entsprechenden großen Umverpackungen, die wir im Supermarkt kennen, die bestehen aus einem Material, das ist Polyethylen. Und das kann eben ohne Probleme sehr gut gereinigt werden, weil das nicht bedruckt ist und wieder re-extrudiert werden. Hat man Fremdstoffe drin, du hattest ja schon einige angesprochen, Polyamid oder Polyester, muss man einen etwas komplizierteren Prozess nehmen, nämlich man muss Verträglichkeitsmacher eingeben. Dann funktioniert das auch. Auch da ist ja wieder DuPont Dao mit dabei. Das ist das Thema mechanische Recycling. Leider ist das Thema Recycling sehr, sehr komplex. Du hattest chemisches Recycling angesprochen. Dort ist die Sortenreinheit vielleicht sogar noch viel wichtiger, weil alle oxidativen Substanzen, hier kommt der Chemiker durch, das ist also Polyester und das ist Polyamid, die Ausbeute beim chemischen Recycling reduzieren und die Anlagen entsprechend belasten. Das heißt, die müssen häufiger überholt werden. Das heißt, wenn man dort diese Fehlstoffe im zu hohen Anteil mit drinne hat in dem Recyclingstrom, gehen die Kosten signifikant nach oben. Also eine einfache Frage, leider eine sehr komplexe Antwort. Genau deswegen tun wir uns, glaube ich, auch alle so schwer, die, die mithelfen, gute Entscheidungen treffen zu wollen für flexibel verpackte Lebensmittel. Darüber sprechen wir heute hauptsächlich. Gehen noch mal ein bisschen tiefer rein. Welche Herausforderungen ergeben sich denn überhaupt bezüglich der Bemühung, jetzt auf Monomaterial zu gehen? Warum nehmen wir denn sonst so viele verschiedene Materialien? Was sind die Gründe dafür? Und warum ist das so schwierig, das auf Monomaterial umzumünzen? Ich möchte das Beispiel nehmen, was bei den letzten beiden großen Kunststoffmessen der K 19 und 22 immer das Vorzeigeprojekt war, nämlich der Standbodenbeutel. ### Standbodenbeutel: Orientiertes Polyethylen Der Standbodenbeutel ist über 40 Jahre alt und die Branche hat den über 40 Jahre optimiert. Das heißt, das Produkt ist bezüglich der Performance und den Kosten komplett optimiert. Wenn man jetzt mehr ins Detail geht, die äußere Schicht ist in der Regel ein orientiertes Polyester. Das ist sehr preiswert, sehr steif und leicht zu bedrucken. Wenn man diesen orientierten Film durch ein orientiertes Polyethylen ersetzt, was technisch sehr gut möglich ist, hat man mehr Herausforderungen. Erste Herausforderung ist die Steifigkeit. Zweite Herausforderung ist die Bedruckbarkeit, die nicht so gut ist. Und die dritte Herausforderung sind natürlich die Kosten, die deutlich höher sind. Das heißt, man geht von einem brutal optimierten Produkt hin zu einer Alternative, die leichter wiederverwertbar ist, die aber in der technischen Performance nicht ganz so gut ist und teurer ist. Warum ist sie nicht so gut? Du sagst, die andere ist schon so lange entwickelt. Hab ich das richtig verstanden? Und deswegen muss die neue Variante quasi diese Monostrukturen müssen erst auch noch diesen Entwicklungsreifegrad quasi durchlaufen? Oder wie muss man sich das vorstellen? Ja, eine Sache wird man nicht gut schaffen können. Das ist die Steifigkeit. Das ist die Chemie, die man eben nicht manipulieren kann. Man wird, um die Steifigkeit auszugleichen, zum Beispiel die Verpackungslinien anpassen müssen. Das ist ein Punkt. Die Bedruckbarkeit kann man verändern. Der Preis wird mit größeren Kapazitäten und größerem Ausstoß der orientierten Filme niedriger werden. Das heißt, man wird sich annähern können. Man wird eben, wie bei der alten Struktur, auch Zeit brauchen. Das funktioniert eben nicht über Nacht. Eines deiner Steckenpferde, und das ist auch das, was du in den Seminaren ja immer wieder gerne teilst, dieses Wissen, ist das Siegeln. Welche Rolle kommt dem Siegeln denn zu, wenn man über diese Monostrukturen überhaupt nachdenkt? Das ist sehr entscheidend. Bleiben wir bei dem Beispiel. Polyester hat einen extrem hohen Schmelzpunkt. Das heißt, man kann von außen in der Verpackungsmaschine mit einer sehr hohen Temperatur die Struktur beaufschlagen. Wenn man hin zu einem Monomaterial, Monopropylene oder Polyethylene geht, liegt der Schmelzpunkt natürlich signifikant darunter. Und das funktioniert nur, indem man mit einer geringeren Temperatur arbeitet. ### Siegelmedium und Backensiegelverfahren Und entsprechend muss das Siegelmedium auch angepasst werden und muss eine extrem niedrige Siegelanfangstemperatur haben. Und hier wird es natürlich für Menschen mit technischem Hintergrund sehr, sehr spannend, weil diese Materialien gibt es schon seit längerem, sind aber sehr klebrig und dementsprechend hat man andere Herausforderungen in der Verarbeitung. Aber diese Probleme sind zum Glück schon gelöst. Nun gibt es ja auch unterschiedliche Siegelverfahren. Es hat sich eigentlich das dauerbeheizte Backensiegeln durchgesetzt, muss man wirklich sagen, in der großen Breite. Es gibt natürlich auch noch das Ultraschall und verschiedene andere exotische Verfahren, Laser und alles, was da so noch genannt wird. Warum setzt sich das Ultraschallschweißen deiner Meinung nach eigentlich so schleppend erst durch? Es hat doch eigentlich den großen Vorteil, gerade bei Monomaterialien, dass es die Schicht dort schmilzt, wo sie nachher zusammengeführt wird, also innen. Die Wärme wird nicht von außen nach innen durch das Laminat durchtransportiert. Trotzdem kaufen alle dauerbeheizte Siegelbacken. Woran liegt das? Ja, die Antwort ist relativ einfach. Das sind einfach die Kosten. Und ich denke auch an das letzte Inno-Seminar in Osnabrück. Da hatten wir ja auch eine Technik vorgestellt bekommen, die fantastisch funktioniert. Und da wurde aus dem Publikum genau die Frage gestellt und die Antwort war, dass das Siegelverfahren um Faktor 5 teurer ist. Das wird dann immer eingesetzt, wenn man die Spezialverfahren tatsächlich braucht. Wenn zum Beispiel das Füllgut temperaturempfindlich ist, dann macht das Sinn. Bei den Massenprodukten wird sich der höhere Preis für das Siegelverfahren Faktor 3 bis 5 oder sogar noch mehr nicht darstellen lassen. Und von den Folienherstellern hört man ja auch, dass sie sich bemühen, dieses Delta-T, also diese Temperaturdifferenz zwischen Außenseite der Folie und Innensiegelschicht zu erhöhen. Und ein Stichwort, was da immer wieder fällt und auch damit beschäftigst du dich seit langem, ist die sogenannte MDO-Technik. Was versteht man darunter? Ja, MDO-Technik ist die älteste Technologie, wenn es darum geht, Polyethylen zu orientieren. MDO ist letztendlich ein normaler Blasfilm-Prozess, in dem in einem zweiten Schritt ein monoaxialer Orientierungsprozess angeschlossen wird. Das Schöne ist, das ist mit Abstand das preiswerteste Verfahren und das flexibelste Verfahren. Man kann die Orientierung direkt hinter der Quetschwalze machen auf dem Turm. Man kann das kurz vor dem Wickler machen oder man kann es offline machen. Die Technologie ist sehr gut ausgereift und eben nicht besonders teuer. Da wird investiert. Aber ich hatte mit den Maschinenherstellern aufgrund unserer Referentenabstimmung für die Barriere-Tagung im Sommer in Würzburg Gespräche geführt, aber auch mit Folienproduzenten und der Tenor war, es wird zu wenig Kapazität aufgebaut, um wirklich den Shift hinzubekommen zu Monomaterialien. Gucken wir mal hinter die Kulissen. ### MDO-Orientierung und Konkurrenzverhalten Gibt es Gründe, die du vermutest, warum die großen Constantias, Mondis, Bischof + Klein und wie sie alle heißen, dieser Welt am Chor noch nicht so massiv in MDO zum Beispiel investieren, wie man vermuten müsste, wenn man an das Kreislaufgesetz in Europa zum Beispiel denkt? Ja, auch eine sehr gute und einfache Frage. Die Antwort ist auch etwas komplex. Ich fand, dass das Investitionsvolumen doch relativ groß ist. MDO, wie gesagt, ist eine Orientierung nur in eine Richtung. Das heißt, diese Orientierung kann natürlich nicht optimal sein, weil sie eben nicht biaxial ist. Das ist der eine Grund und deshalb denke ich, wird MDO eine wunderbare Brückentechnologie sein, die auf jeden Fall viel Sinn macht. Was die Investitionen kompliziert macht, es gibt zwei alternative Verfahren. Das eine ist das Tenderframe-Verfahren, was man von Polypropylen und Polyester kennt, was für die beiden Werkstoffe sehr gut etabliert ist seit, ja, seit meinem Geburtstag. Die Verfahren sind so alt wie ich, genau. Also sehr etabliert und sehr ausgereift. Die Technologie für Polyethylen wurde vor fünf Jahren eingeführt und kommt jetzt zur Marktreife. Es gibt aber noch keine Maschine, die komplett für Polyethylen optimiert ist. Das ist der zweite Schritt, wo tatsächlich die großen Konzerne ja sich die Technologie erst mal anschauen wollen, wie gut sie wirklich funktioniert. Die dritte Technologie ist eine, die bisher nur für Mehrstoffverbunde eingesetzt wurde und jetzt auch für reine Polyolefine zur Verfügung steht. Das ist Triple Bubble, auch mit großen Anlagen. Auf der Messe wurde eine Anlage verkauft, die einen Ausschuss von 20.000 Tonnen hat. Und hier gilt, diese Technologie ist noch neuer. Und auch hier ist es so, dass die Konzerne sich das anschauen, sich die Qualität der Filme anschauen und dann eben die Investition tätigen, wenn sie sich sicher sind, dass diese Technologie zu einem gewissen Grade ausgereift ist. Also ein ganz spannender Wettlauf zwischen drei, vier Technologien, die sich da so ein bisschen herauskristallisieren. Das war ja so ähnlich wie damals beim OPP. Ich erinnere mich jetzt spontan abweichend vom Skript, dass es, glaube ich, nur noch einen Polypropylen biaxial orientierten Folien gibt, die Double Bubble machen. Alle anderen machen Tenterframe oder Leesim, sprich hier Simultanrecken. Ich denke, so einen ähnlichen Wettstreit könnte es vielleicht auch bei Polyolefinen geben. Oder wie schätzt du das ein? Das sehe ich genauso beim Polyethylen. Beim Polypropylen ist es in der Tat so, das ist die Tenterframe-Technologie als Standard. Beim Polyethylen ist meine persönliche Meinung, dass das MDO-PE zurzeit die beste Brückentechnologie ist und man wird dann in Zukunft sowohl Tenterframe-Polyethylen haben, orientiertes Polyethylen, wie auch Triple Bubble orientiertes Polyethylen. Also sprich, das wird ein spannendes Thema für die nächste Karre sein. Das glaube ich auch. Und vielleicht gibt es auch jetzt auf der Interpack schon die ersten Stimmungsbilder, die da abgegeben werden. Ich habe gehört, dass einige Folienhersteller schon Statements abgeben wollen. ### Plastic Bashing und Umweltverantwortung Ich bin gespannt. Ich warte es mal ab. Nächstes Thema. Wir haben immer wieder in verschiedensten Medienberichten weltweit gesehen, dass der Folien, insbesondere der Kunststofffolien-Industrie quasi unterstellt würde. Wir würden Folie produzieren, um die Umwelt zu verschmutzen. Das ist ja völliger Blödsinn. Wir merken mehr und mehr, dass Food Waste eine wesentliche Rolle spielt in der ganzen Debatte. Wir sind so viele Menschen auf der Erde wie noch nie. Und wir haben noch nie so viele an Anzahl hungernde Menschen auf der Erde wie jetzt. Auch wenn prozentual das rückläufig ist, ist es trotzdem noch eine Riesenzahl an Menschen, die hungern weltweit. Food Waste können wir uns eigentlich gar nicht leisten. Da gibt es ja die wildesten Zahlen. Welche Rolle spielen jetzt die von uns eben besprochenen Technologien, das Siegeln und die MDO-Folie hinsichtlich Food Waste? Können die einen Beitrag leisten, auch vielleicht in ärmeren Regionen genau dieses Problem zu verbessern? Das ist in der Tat der Fall. Die Daten existieren ja, dass etwa je nach Region zwischen 30 und 50 Prozent der produzierten Lebensmittel nicht beim Konsumenten ankommen bzw. in der sogenannten entwickelten Welt beim Konsumenten im Kühlschrank verrotten. Je länger die Haltbarkeit der verpackten Lebensmittel ist, desto geringer ist natürlich auch der Abfall der Lebensmittel und desto geringer ist auch der CO2-Fußabdruck. Was leider in der Öffentlichkeit oft vergessen wird: Der CO2-Fußabdruck der Verpackung ist extrem gering, gerade wenn es sich um flexible Verpackungen handelt. Der CO2-Fußabdruck von dem verpackten Produkt kann exorbitant hoch sein. Das extremste Beispiel ist Rindfleisch. Für ein Kilogramm Rindfleisch muss man 6 Kilogramm Nahrung für das Rind aufbringen und 20.000 Liter Wasser. Das heißt, das sind Dinge, die perfekt verpackt werden müssen. Das ist der erste Teil der Antwort, was ich in meinem Job in Emerging Europe extrem spannend fand. Diese Länder haben von null angefangen und z.B. in Osteuropa hat man direkt mit flexiblen Verpackungen mit geringstem Gewicht angefangen und die orientierten Verpackungen haben die höchste Verbreitung tatsächlich in Russland gehabt, weil es dort auch natürlich lokale Hersteller gab und das Verpackungsverfahren halt extrem effizient war. Genau. Wir haben jetzt viel über Monomaterial, Kreislaufwirtschaft, Produktschutz schon gesprochen. Ich gehe noch mal ein bisschen einen Schritt zurück, um das auch ein bisschen als eine Art Abrundung und Zusammenfassung zu sehen. Wenn man jetzt Monomaterial denkt, um Kreislaufwirtschaft zu verbessern, kommt man ja um Barrieren nicht herum. Eine Barriere gegen Hitze haben wir eben schon im übertragenen Sinne besprochen. Das Siegeln, Hitze schielt durch die äußeren Lagen. ### Barriereeigenschaften von Polyolefinen Deswegen hat man ja Polyester außen genommen, aber nicht nur deswegen. Polyester hat auch einen relativ guten Aromaschutz, hat auch sonstige Barriere. Sauerstoffbarriere ist so mittelmäßig. Man kann nicht von einer Barriere sprechen, aber immerhin bremst es so ein bisschen. Polylefine sind gerade für Aromen und auch gegen Sauerstoff eigentlich ein offenes Fenster. Wie kriegen wir das mit der Barriere denn in den Griff, wenn wir auf Monomaterial hingehen oder stellen wir nur das auf Monomaterial um, wo wir keine Barriere brauchen? Wie ist deine Einschätzung? Barriere kann man erreichen, indem man einen Polymerwerkstoff nimmt. Das ist EVOH. Dort gibt es sehr, sehr viele Daten von den verschiedenen Herstellern beziehungsweise auch von den Maschinenherstellern. Das Material kann auch ohne Probleme biaxial orientiert werden und ist in den Verfahren, die wir vorhin besprochen haben, auch ausgetestet worden. Das ist der eine Schritt auf der Basis von Polymeren. Der zweite Schritt ist der. Und hier muss ich Ross und Reiter nennen. Das ist die Firma Bobst. Hat entsprechende Beschichtungsverfahren entwickelt, die im Zusammenhang mit den orientierten Folien sehr gut funktionieren. Das heißt, diese Barriere-Beschichtungsverfahren funktionieren und wurden auch vorgestellt für MDO-PE und BOPP. Karsten, erlaubt mir allerdings noch eine weitere Sache zu sagen. Es gibt eine sehr aufgeregte Diskussion in der Branche, ob zum Beispiel Polyamid oder Strukturen mit Polyamid recyclingfähig sind oder nicht. Es gibt genügend technische Daten, dass das tatsächlich der Fall ist, dass man Strukturen mit Polyamid im Bereich 10, 20 und 30 Prozent ohne Probleme wieder einsetzen kann. Erstaunlicherweise ist diese Technologie über 30 Jahre alt. Man macht das mit einem Verträglichkeitsmacher und das funktioniert sehr gut. Das Polyamid ist im mechanischen Recycling viel weniger ein Störstoff, wie zum Beispiel Druckfarben oder Ähnliches. Ich bin mal gespannt, wo da auch die Reise hingeht. Gerade auch BRSF hat sich ja sehr stark gemacht für diese Polyamid-Polyethylen-Verbunde. Da gibt es ja auch noch ein anderes Recyclingverfahren, das Lösemittelverfahren, wo man quasi per Lösemittel Polyethylen vom Polyamid trennt und dann vor allem das Polyethylen wiederverwenden kann, aber auch langfristig das Polyamid. Mal sehen, wo die Reise hingeht. Die Mengen sind einfach im Moment noch ein bisschen zu klein, um da richtig zu skalieren. Aber auch da ein konkurrierendes Verfahren und Wettbewerb belebt das Geschäft. Das wissen wir alle. Wir kommen so langsam zum Schluss mit Blick auf die Uhr, Heiko. Wenn du einem Folienentwickler beim letzten Podcast hatte ich einen Abpacker, diesmal nehme ich einen Folienentwickler. ### Nachhaltige Folienentwicklung langfristig denken Wenn du einem Folienentwickler einen Rat geben solltest, wie er in der turbulenten Zeit mit Plastic Bashing, Food Waste Debatten, Vermüllung der Meere durch Plastikverpackung. Wenn du dem einen Rat geben solltest, wie könntest du dir den vorstellen? Was sollte ein junger Verpackungsentwickler, der heute Folien produziert und weiterentwickeln will, beachten? Ich schaue erst mal zurück, weil die Diskussion, die wir jetzt haben, hatten wir genau zu der Zeit, als ich angefangen habe. Und was dann passiert ist über drei Jahrzehnte, ist, dass die Verpackungen optimiert worden sind. Wir haben signifikant das Verpackungsgewicht reduziert, die Performance extrem optimiert. Und meine Vorausschau ist, das wird genauso weitergehen, weil letztendlich, und das war ja auch eine Frage, die du gestellt hast, wir müssen weiter die Füllgüter schützen, wir müssen weiter die Lebensmittel schützen und das wird sich nicht verändern. Die Menschen werden auch in Zukunft weiter sich ernähren müssen. Und diese Produkte werden verpackt werden müssen. Man muss es eben in Zukunft optimal gestalten. Und ich finde das eine extrem spannende Zeit, weil man eben nicht nur die technischen Anforderungen hat in dem Produktschutz, sondern gleichzeitig auch wie der Verwertung mitdenken sollte. Danach kann nichts mehr kommen. Ganz herzlichen Dank, Heiko Schenck. Ich danke dir, Karsten, für die Fragen. Alles Gute. Ich hoffe, es war etwas dabei für Sie bei dieser Episode zum Thema Polyethylen und Polypropylen. Und wenn Sie weiter tiefer einsteigen möchten, ein Tipp von mir. Gehen Sie mal auf innoform-coaching.de im Internet unter Themen finden Sie dann all unsere Veranstaltungen sortiert nach Themengebieten. Wesentlich einfacher, das zu finden, was einen gerade interessiert. Und dank der neuen Technologie der Webseminare können Sie vieles direkt abrufen als Aufzeichnung und das Wissen dann nutzen, wenn Sie es wirklich brauchen. In diesem Sinne, Ihr Karsten Schröder. **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten **Schlagwörter:** heiko_schenck, SP-06-23, VD-11-23 --- ### [Welcome Home - alles wieder wie früher?](https://inno-talk.de/welcome-home-alles-wieder-wie-frueher/) **Published:** Juni 13, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Gekürzter LinkedIn Newsletter von Karsten Schröder: [Welcome Home – alles wieder wie früher? | LinkedIn](https://www.linkedin.com/pulse/welcome-home-alles-wieder-wie-fr%2525C3%2525BCher-karsten-schr%2525C3%2525B6der%3FtrackingId=3UOM77De6ES%252BzQAed82KCg%253D%253D/?trackingId=3UOM77De6ES%2BzQAed82KCg%3D%3D) Das Motto der Interpack hat gezündet. Aber wir müssen bei flexiblen Verpackungen umdenken und können nicht einfach so weitermachen wie bisher. Die Flexpack-Industrie verzeichnete ein stabiles Wachstum, bis die Klimabewegung Fridays for Future (FFF) ins Spiel kam und weltweit Klimaziele und -initiativen auslöste. Immer mehr Markenartikler wenden sich von Kunststoff ab und verwenden teureres Barrierepapier, trotz der damit verbundenen zusätzlichen Kosten und Risiken. Diese Umstellung wird durch das Bedürfnis nach sichtbaren Veränderungen und das öffentliche „Plastik-Bashing“ vorangetrieben. Die massive Umstellung auf Papier hat jedoch auch Nachteile: Es ist teurer, bedroht die Biodiversität durch vermehrte Holzplantagen und konkurriert mit der Holzbrennstoffstrategie der EU. Die Frage bleibt, ob wir das notwendige Tempo des Wandels bewältigen können und ob die Umstellung insgesamt sinnvoll ist. Trotz des Drucks, schnell auf Papier umzusteigen, sollten wir eine materialoffene Diskussion führen und verschiedene Ansätze ausprobieren, um nachhaltigere Verpackungslösungen zu finden. „Fail fast, fail hard“ sollte unser Motto sein, denn nur durch Versuch und Irrtum können wir Erfahrungen sammeln und Fortschritte erzielen. Schließlich könnten Leitlinien wie die Förderung des Recyclings, die Bevorzugung von Mono-Materialien gegenüber Multi-Materialien und die Priorisierung des Produktschutzes hilfreich sein. Auf dem Weg zur Klimaneutralität im Jahr 2050 muss jedoch auch mit Fehlschlägen gerechnet werden. Eine Hilfestellung geben diese 4 Faustformeln. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/06/Nachhaltige-Verpackungsloesungen-Faustformeln.gif)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/06/Nachhaltige-Verpackungsloesungen-Faustformeln.gif)Links: Innoform Podcast: Luisa Neubauer auf der OMR: Industrievereinigung Kunststoffverpackungen: [Willkommen bei der Industrievereinigung Kunststoffverpackungen](https://kunststoffverpackungen.de/) Klimazentrale Podcast: [Der SWR Aktuell-Podcast Klimazentrale: mehr als nur Klimawandel – SWR Aktuell](https://www.swr.de/swraktuell/radio/klimazentrale-podcast-100.html) Innoform Konferenz: [InnoMeeting (inno-meeting.de)](https://www.inno-meeting.de/) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Heiko Schenck: Kreislauffähige Folienverpackungen aus PE](https://inno-talk.de/heiko-schenck-kreislauffaehige-folienverpackungen-aus-pe/) - [Die Wahl des richtigen Verpackungsmaterials für eine grünere Zukunft](https://inno-talk.de/die-wahl-des-richtigen-verpackungsmaterials-fuer-eine-gruenere-zukunft/) **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Verpackungsdesign --- ### [Dr. Gundolf Meyer Hentschel spricht über höfliche Verpackungen](https://inno-talk.de/dr-gundolf-meyer-hentschel-spricht-ueber-hoefliche-verpackungen/) **Published:** Juni 21, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** [Dr. Gundolf Meyer Hentschel⁠](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=5595) ist Gründer des [⁠Meyer-Hentschel-Instituts⁠](https://meyer-hentschel.com/meyer-hentschel-institut/). Er beschäftigt sich mit höflichen Produkten und stellt Convenience in den Mittelpunkt des Designprozesses. In dieser Episode diskutieren wir, was sich hinter dem Begriff der höflichen Verpackung verbirgt und worauf Verpackungsentwickler, Marketing oder Einkäufer achten sollten. Wir sprechen über die Rolle von Easy-Opening und Wiederverschließbarkeit, aber auch über Verpackungsgrößen und unleserliche Texte, die das Einkaufserlebnis für viele zum Alptraum werden lassen. Zum Schluss gibt Dr. Meyer Hentschel noch [⁠Tipps für Entwickler und Designer⁠](https://meyer-hentschel.com/brandowner/), wie man allein durch Beobachtungsgabe den Abverkauf und die Usability massiv steigern kann. Denn die verpackte Ware ist später das, was die Konsumenten bewerten, kaufen und hoffentlich begeistern wird. Auch hier verfügbar: - [Inno-Talk.de](https://www.inno-talk.de/podcast) - [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) - [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) - [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk) - [deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) ### Verwandte Episoden - [Sabrina Schmidt vom IÖW spricht über die Bewertung der Nachhaltigkeit von Verpackungen](https://inno-talk.de/sabrina-schmidt-sprich-ueber-bewertung-der-nachhaltigkeit-von-verpckungen/) - [Matthias Wolk spricht über VR, AR, Metaverse & Verpackungen](https://inno-talk.de/matthias-wolk-spricht-ueber-vr-ar-metaverse-verpackungen/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Folienwissen Spezial, der Innoform-Podcast zum Inno-Talk. Heute im Innoform-Podcast zum Inno-Talk ist Dr. Gundolf Meyer-Hentschel zu Gast. Er ist Gründer des gleichnamigen Meyer-Hentschel-Instituts und beschäftigt sich schon sein halbes Leben mit höflichen Produkten. Ein Teilbereich bilden dort die höflichen Verpackungen und dieser Begriff höfliche Verpackung hat es mir persönlich angetan, denn dieser Begriff Höflichkeit drückt eigentlich alles aus, was eine Verpackung können muss. Die Beschriftung muss lesbar sein, das Material muss verarbeitbar sein. Die Verpackung muss leicht zu öffnen und wiederverschließbar sein und natürlich vom Handling her bequem sein. All das besprechen wir in dieser Episode rund um das Thema Höflichkeit und Verpackungsdesign. Seien Sie gespannt auf die Tipps von Gundolf Meyer-Hentschel. Herzlich willkommen, Gundolf Meyer-Hentschel, im Innoform-Podcast zum Inno-Talk. Schön, dass du da bist. Ja, danke, Karsten. Gundolf, wir kennen uns eigentlich von Vorträgen. Bevor wir aber ins Thema einsteigen, erzähl mal so ein bisschen über das, womit du dich beschäftigst, vielleicht was du gelernt hast und warum du dich mit höflichen Verpackungen beschäftigst, was ja nachher dann das Thema unseres kleinen Interviews sein wird. Mach ich gerne. Ich komme aus der verhaltensorientierten Betriebswirtschaftslehre. Da hat man zunächst klassischerweise mit Zahlen zu tun, mit Unternehmenserfolgen. Und mich hat dann immer besonders die verhaltensorientierte Richtung interessiert, wo man sich Fragen stellt: Ja, warum verhalten sich Menschen so und nicht anders? Und wie können wir dieses Verhalten der Menschen beeinflussen zum Nutzen des Ganzen, dass wir ihnen auch die richtigen Produkte anbieten, die richtigen Dienstleistungen und so weiter. Und irgendwann kommt man dann an einen Punkt, der heißt, ja, es gibt immer Schnittstellen zu den Menschen. Das ist völlig normal. Ich sehe eine Anzeige, das ist eine Schnittstelle. Ich sehe eine Verpackung, ich nehme sie in die Hand. Auch das ist wiederum eine Schnittstelle. Und dann diese Schnittstellen. Da hapert es eigentlich in der ganzen Wirtschaft enorm, weil dieser verhaltensorientierte Ansatz in den Köpfen einfach noch nicht drin ist und viel zu viele Unternehmen und Mitarbeiter technisch denken. Wir kennen alle den viel gescholtenen deutschen Ingenieur, der alles richtig macht. Aber hinterher versteht es keiner. Und es ist viel mehr, als wir alle wollten. Das ist so dieses Beispiel. Aber das setzt sich in ganz, ganz vielen auch nicht technischen Branchen durch. ### Convenience und Friktionen im Kaufprozess Und da sind wir – und das ist das große Thema Convenience. Ich übersetze das dann manchmal mit Freundlichkeit, Höflichkeit. Und wir haben einen kleinen Slogan, der heißt: Convenience ist what consumers pay for. Das heißt, in Zukunft werden wir nur noch dafür Geld bekommen, wenn wir Menschen das Leben leichter, einfacher, bequemer, schneller, friktionsloser machen. Die großen Online-Versender machen uns das vor. Da geht es immer um Friktionen im Kaufprozess. Wer die am besten vermeidet und rauskriegt oder gar nicht hat, der hat die Nase vorn. Das sehe ich genauso. Das werden wir auch im Interview gleich noch mal ein bisschen vertiefen. Bevor wir anfangen, noch mal so ein paar Überraschungsfragen, Gundolf. Damit würde ich dich persönlich auch mal so ein bisschen kennenlernen. Ich bin Mitte 50. Du bist noch ein paar Tage älter. Erzähl mal: Buch oder Hörbuch? Weder noch. Weder noch. Online lesen. Ich wollte gerade nachfragen, wie kommst du dann überhaupt durch die Welt? Weil du ja immer Early Adapter bist – hatten wir im Vorgespräch schon – gerade der Begriff beschäftigt sich nach wie vor mit neuen Dingen gerne. Aber wenn du nicht ein Buch zur Hand nimmst oder ein Hörbuch, dann muss es ja einen anderen Weg geben. Wie machst du das? Social Media im allerweitesten Sinne. Also ich bin einer von denen, die gar keine klassischen Medien mehr konsumieren, also weder Fernsehen noch Zeitungen. Ich habe eine ganze Zeit lang – habe ich noch die Neue Zürcher gelesen – und dann habe ich gemerkt, da steht auch nur Quatsch drin. Ich habe die New York Times lange gelesen und ich bin dann irgendwann – das ist dir vielleicht auch schon so gegangen – zu dem Schluss gekommen: wenn man mal zwei, drei Artikel gelesen hat über Dinge, von denen man selber glaubt, Ahnung zu haben, und dann mitkriegt, was für ein Quatsch in diesen Medien steht. Dann hört man auf und sagt: was soll der ganze Blödsinn? Und inzwischen informiere ich mich eigentlich nur noch in den Originalquellen. Das heißt, ich bin viel in den sozialen Medien unterwegs, ob das jetzt YouTube ist, ob das Twitter ist oder andere Dinge. Guck dort, über was wird geredet, was wird gesprochen, und dann immer direkt in die Originalquelle rein. Ja, also wenn wir über künstliche Intelligenz reden, dann gucke ich da, wo die gemacht werden, wer das erfunden hat, wer da führend in der Forschung ist, und alles andere interessiert mich nicht. Das ist im Grunde – verhalte ich mich wie ein guter Journalist. ### Journalismus und Expertise in Debatten Ganz genau. War für mich immer schon rätselhaft, warum ein Journalist nur dadurch, dass er Journalist ist, mehr Ahnung von einer Sache haben soll als die Fachleute. Genau. Das erschließt sich nur im zweiten Sinne. Aber dennoch brauchen wir sie insbesondere für politische Themen. Ich glaube, gerade da sind sie besonders wertvoll. Aber das ist ein anderes Thema. Jetzt sag mal, wie machst du Entscheidungen? Datenbasiert oder Bauchgefühl? Bauch. Bauchgefühl, das war eine Frage an die Soziologen sozusagen. Hast du schon gespürt? Ich wollte mal hören, wie du so drauf bist, weil die meisten sagen natürlich datenbasiert. Wir wissen aber natürlich, dass die meisten Entscheidungen ja gar nicht aus den Daten erscheinen. Sondern das macht das Unterbewusstsein für uns. Das hast du mir mal beigebracht. Natürlich, natürlich. Aber man trifft auch mit beiden Methoden Entscheidungen. Also trifft man viele, viele Fehlentscheidungen. Und ich glaube, das ist aber auch völlig normal und ist gut. Denn ja, muss man mitleben. Sonst geht es nicht vorwärts. Gehen wir mal ins Thema, oder? Ja, gerne. Also höfliche Verpackung ist ein Begriff, den ich von dir seit vielen Jahren übernommen habe. Ich habe dich damals gefragt, ob das in deinem Sinn ist. Du hast gesagt, ja klar, je mehr darüber sprechen. Ich finde ihn sogar eigentlich noch besser als Convenience, weil Convenience im Verpackungsbereich schon belegt ist. Mit Easy Opening, mit Handgriff und so weiter. Aber das ist nicht das, was du mit höflich meinst. Wie definierst du eine höfliche Verpackung, so ganz grob mal laienhaft dargestellt für unsere Zuhörer, die sich ja mit Verpackungen beschäftigen? Höflich definiere ich oder nenne ich alles über den gesamten Lebenszyklus einer Verpackung, über jeden Kontakt mit Menschen, mit Maschinen, mit Produktionsmitteln und und und. ### Verpackungsdesign: Funktionalität und Nutzerfreundlichkeit Also die Verpackung, die soll, natürlich stellen wir den Menschen in den Mittelpunkt, dann sagen wir, die muss höflich zum Menschen sein. Der läuft durch den Laden. Nehmen wir mal die klassische Verkaufsverpackung. Dann muss sie ihm optisch irgendetwas sagen. Dann nimmt sie ihm die Hand. Dann muss sie ihm eine Information geben. Er will sie öffnen. Er will die Ware entnehmen, das Produkt entnehmen, wieder verschließen und und und schließlich recyceln. Das ist der Punkt. Aber die Verpackung wird ja vorher schon von Mitarbeitern im Handel in die Hand genommen. Ob von irgendwelchen Kartons und und und wird aufgeschnitten, wird vorher produziert. Und auch dabei ist eine Verpackung, die höflich ist, eine, die sich halt, also ich sag mal, das Material oder die Art der Verpackung, die sich gut im Produktionsprozess verhält, die dort keine zu großen Kosten verursacht. Und ja, natürlich Verpacken sollte auch höflich zum Produkt sein. Also dazu zähle ich, der Inhalt muss sich. Das klingt so trivial, aber der muss sich restlos entnehmen lassen. Das sind einfach wertvolle Ressourcen. Sonst würden wir sie nicht so teuer verpacken. Klar, als Hersteller habe ich was davon, wenn der Kunde nicht alles rausbekommt. Aber ich denke, ein besseres Gefühl hätten alle Beteiligten, wenn man eine Verpackung restlos entleeren kann. Und da sind wir noch an vielen, vielen Stellen gar nicht so weit. Jetzt hast du schon so die ersten Beispiele gebracht. Aber ich möchte ja noch mal ein bisschen nachbohren. Gibt es etwas, wo du sagst, stört dich da persönlich gerade was besonders an so marktüblichen Verpackungen? Was nervt? Was passt eigentlich nicht? Und was könnte man einfach vielleicht auch verbessern? Wenn ich an flexible Verpackungen sogar denke, da stört mich das offensichtlich sehr stark, dass auf Einsparungen am Material geachtet wird, was dann sehr schnell zu Lasten der Convenience geht. Also da gibt es oben diese wunderschönen Hinweise, da kannst du mich aufreißen. Wenn ich da aufreiße, bleibt allerdings hinterher so wenig übrig, dass ich selbst mit einem Pinzettengriff die Packung nicht mehr öffnen kann. Wenn ich sie wieder verschlossen habe, habe ich das gleiche Problem. Und das ist völlig unsinnig im Grunde genommen und kontraproduktiv, weil das soll mir ja eigentlich gerade helfen, soll das Produkt frisch halten. Aber das ist zu kurz gedacht. ### Materialeffizienz versus Nachhaltigkeitsansprüche Also dort wird aus meiner Sicht an der falschen Ecke Material gespart. Ich schätze, das sind Ingenieure, die sagen, wir brauchen technisch so und so viel und dann kann ich das siegeln und dann kann ich da einen Zipper dran machen. Und was der Verbraucher damit macht, vor allem einer, der jetzt keine feinmechanischen Fähigkeiten hat, das ist wahrscheinlich nicht so im Vordergrund der Überlegungen. Gerade Materialreduzierung ist ja gerade auch eine Forderung. Hinsichtlich mehr Nachhaltigkeit, weniger Ressourcenverschwendung. Das ist aus meiner Sicht aber auch nicht immer gerechtfertigt, weil wenn wir überlegen, wie viel von fossilen Rohstoffen wirklich zur Verpackung verarbeitet wird und wie wenig wir davon eigentlich verschwenden, sondern wir eigentlich sehr schlau, sehr intelligent nutzen, ist die Diskussion eigentlich überflüssig. Also zu dünn, das haben auch schon viele Tests gezeigt, ist gar nicht gut, da sprichst du einen wunden Punkt an. Ich habe von dir auch gelernt, orange Farbe auf gelber Farbe geht gar nicht im Druckbild. Hat sich denn bei den Druckern schon ein bisschen was verbessert? Wir kämpfen ja schon mehr als zehn Jahre darum. Kann man da was sehen? Geht das besser? Also was wir mit großer Freude sehen, ja seit vielen Jahren sage ich ja, jede Verpackung, die irgendwie einen Glanz hat, ist unter Convenience-Aspekten nicht optimal, je nachdem wie der Lichteinfall ist oder wie bei künstlicher Beleuchtung das ist und das setzt sich, ja beobachte ich wirklich sehr intensiv über die letzten zehn Jahre so ganz, ganz millimeterweise durch, dass man jetzt auf einmal kapiert, ja eine Verpackung, die nicht glänzt, hat auch irgendwas. Ich weiß es nicht. Das sind vielleicht andere Aspekte. Früher hat man immer gesagt, ja alles, was nicht glänzt, ist nicht wertig. Ja und nun hat sich wohl der Trend in Richtung Matt durchgesetzt und das ist ja ergonomisch halt sehr viel besser. Genau und auch viel für den Verkauf scheint es im Moment besser zu sein, weil deswegen macht man solche Änderungen ja meistens. Im Moment ist Paper Look wieder mal in, zwischendurch war Glossy, also glänzend in. Paper Look macht man bei Folie gerne mit mattem Lacken oder mit mattem Folien und von daher helfen wir da so ein bisschen der Visibility. Aber würdest du sagen, hat das noch gar nicht so richtig gefruchtet mit diesen Ratschlägen, die wir ja oft auch schon in den Druckindustrien gegeben haben, welche Farben man nicht kombinieren soll, die welche Schriftgrößen zu nehmen sind und solches mehr oder wie ist deine Einschätzung? Nee, das geht ganz, ganz langsam los und eigentlich muss man immer wieder von neuem anfangen, weil dann kommen wieder junge Leute, die ihren Job anfangen und die haben aus irgendwelchen uralten Lehrbüchern oder von irgendwelchen alten Lehrern, egal in welchen Schulen, Hochschulen, Universitäten, immer wieder noch so alten Kram gelernt und die sagen dann ja, das ist wertig, das ist nicht wertig. Also ich bin froh, wenn wir bald keine gedruckten Lehrbücher mehr haben oder sowas und das Material einfach immer frisch ist und dass man am aktuellen Stand der Technik und der Wissenschaft ansetzt und nicht irgendwelchen alten Kram lernt. Wir haben mit Link to Brands einen interessanten Podcast gemacht, ein bisschen Schleichwerbung hier in dieser Episode, wo wir auch genau darüber gesprochen haben. Es geht ja darum, möglichst den Kundennutzen zu unterstützen. Und das haben die auch verstanden und versuchen das auch wirklich über Bildsprache und über reduzierte Designs, also nicht mehr mit Textüberflutung auf den Verpackungen zu realisieren. Also ein bisschen scheint da schon in Bewegung zu kommen. Aber das sind doch noch kleine Leuchtturmprojekte und noch nicht in der großen Masse da. Wenn du sagen solltest, hinsichtlich Verpackung allgemein, jetzt nicht nur flexible Verpackung, wo sind da Hauptoptimierungspotenziale? Wo sollten Markeninhaber vielleicht sogar ansetzen, um seine Verpackung höflicher zu machen? Nach wie vor, Riesenthema ist, so blöd das klingt, das Öffnen. Da reden wir ja seit 20, 30 Jahren drüber. ### Öffnungshinweise und praktische Usability-Probleme Da gibt es diese Öffnungshinweise, hier geht es und dann versucht man und es geht doch nicht. Also es gibt einfach zu wenige Unternehmen, die diesem Thema die nötige Bedeutung beimessen. Ich verstehe das. Dieses ganze Thema höfliche Verpackung ist in den letzten Jahren halt in den Hintergrund getreten unter dem Aspekt Nachhaltigkeit, Klima, blablabla. Also diese Religion, die hat im Grunde genommen das andere Thema in den Hintergrund gedrängt, weil man fühlt sich halt besser, wenn man kein Umweltsünder ist. Ob man jetzt irgendwas für einen Verbraucher tut, naja, lässt sich nicht so darstellen. Jedenfalls wird es im Moment noch nicht als Sünde gehandelt. Vielleicht hilft uns da auch so ein bisschen der Internet-Handel. Die denken ja in Usability auf ihren Websites und die denken natürlich nicht nur bis zur Website. Du hattest auch im Vorgespräch schon erwähnt, dass ihr auch da in dem Bereich Digitalisierung sehr stark unterwegs seid. Ist dieses Thema Usability etwas, was vielleicht aus dem Bereich überschwappt? Habt ihr da andere Projekte, die du vielleicht als Beispiel heranführen kannst? Das ist eigentlich das Schöne am Internet, das ja vieles, vieles in Bewegung gebracht hat, dass da der Begriff Usability jetzt auf einmal in großen Bereichen erwähnt wird und umgesetzt wird. Und das müssen wir einfach haben, um alles das, was wir auf einem Bildschirm vor uns sehen, schneller zu verstehen. Aber ich sag mal ein ganz simples Beispiel, wo du dich wahrscheinlich jeden Tag wunderst, ich auch und viele andere auch. Man geht auf irgendeine Website und dann sucht man eine, die man schon besucht hat. Und dann guckt man, wo kann ich mein Login machen? Bei dem einen ist es rechts oben, bei dem anderen ist es links oben, bei dem dritten ist es im Konto versteckt. Das sind Sachen, ich bin weit davon entfernt, irgendwelche Normierungen zu fordern. Also eine deutsche Industrienorm für sowas wäre das Schlimmste, was ich mir vorstellen könnte. Aber intelligente Menschen machen das, was der Kunde braucht, einfach groß. Machen das an der Stelle, wo er es sieht und sagen, hallo, du bist da, schön, hier kannst du Login machen. Ja, und ähnlich ist es beim Logout. Also es gibt zig Online-Shops, wo es mir einfach nicht gelingt, mich auszuloggen, nachdem ich was gekauft habe. Und sowas ärgert mich auch. Das ist ja nur erst der Anfang. Ich meine, wenn man sich anguckt, wie viele Menschen sich tagtäglich Gedanken machen über abgebrochene Online-Shopping-Prozesse. Warenkörbe, die voll sind, die nicht zur Kasse gebracht werden. Und da merkt man ja, da hakt die Usability ganz, ganz stark. Da geht es nicht nur darum, dass der Verbraucher das irgendwann nicht mehr will. Ich meine, so dumm sehend bin ich, wir wissen, wie ein Warenkorb gefüllt wird. Irgendwann ist man mit Nerven fertig und sagt, das ist mir jetzt zu kompliziert. ### Wertschöpfungskette und Augmented Reality Innovation Sorry, ich kaufe gar nicht, oder woanders. Ja, und da können die Verpacker auf der ganzen Wertschöpfungskette vorn lernen, dass wir das so sorgfältig anpacken. Wir haben zum Beispiel gerade auch ein Gespräch gehabt mit Aircycle, die versuchen, so eine Art Produktpass für Verpackungen allgemein zu entwickeln, sodass beim Herstellen der Verpackung schon Informationen mitgegeben, damit dann zum Beispiel die Abpackmaschine sich automatisch darauf einstellen kann auf den Packstoff. Siegeltemperatur und Druck und so weiter. Und das könnte sich ja durchziehen bis hin zum Konsumenten, bis hin dann zur Produktpräsentation mit Augmented Reality. Hatten wir gerade einen Vortrag beim letzten Inno-Meeting, wie man dann quasi eine Produktwelt am Regal quasi, wo man es dann kaufen soll, schafft und da Informationen beisteuert, die schon in diesem Produktpass, der ganz zu Anfang bei der Herstellung der Verpackung auch schon benutzt wird, quasi angelegt ist und dann zu weiteren Kunden Nutzen führt. Aber davon sind wir so weit entfernt, hast du ja gerade gesagt, wir kriegen die Verpackung ja nicht mal zum leichten Öffnen oder Wiederverschließen. Das kennen wir alle aus dem täglichen Gebrauch. Wenn du so eine Faustformel hättest, da ist jetzt so ein Verpackungsingenieur. Wir wechseln jetzt mal die Seiten. Also nicht die Marke soll was besser machen, sondern der Verpackungsingenieur. Der kennt sich jetzt mit Materialien aus und mit Maschinen und ein bisschen auch mit dem Konsumentenverhalten. Was müsste der als erstes anpacken, so eine Faustformel, um Verpackungen höflicher zu machen? Immer denken, wenn du eine neue Verpackung entwickelst. Der muss sich einfach, was für ein Ingenieur keine leichte Aufgabe ist, der muss sich in einen ganz normalen Menschen reinversetzen. Der Verpackungsingenieur muss erst mal vergessen, alles, was er über Verpackung weiß. Das ist ja das Verrückte, dass die Leute, die aus anderen Branchen kommen, oft erfolgreicher sind und muss gucken, wie gehen Menschen damit um? Und das ist so was ganz Normales. Wir hatten neulich eine kleine Pilotstudie, welche Verpackungen können Kinder öffnen? Wir waren überrascht, welche angeblich kindersicheren Verpackungen Kinder öffnen können. Und wie groß ne Kinderhand dann wirklich ist. Und man darf ja einfach nicht die Motivation eines Kindes unterschätzen. Das wird oft völlig unterschätzt. Da geht man technisch hin, misst das aus und sagt so und so und so. Also das ist einfach der Blick auf den Verbraucher. Der ist unendlich wichtig. Und ob ich das mit 3, 4, 5, 6 oder 7 Leuten mache, das ist allemal besser, als wenn ich gar nichts mache. Viele sagen ja, da brauche ich eine große Untersuchung. Und dies und das und jedes. Nein, nein, nein, nein. Ganz normaler Menschenverstand und nicht denkend, dass man selber sozusagen die Messlatte für eine gute Verpackung ist. Immer andere fragen sagen, wie geht es besser. ### Marktforschung und Verbraucherverhalten analysieren Finde ich eine ganz tolle Faustregel auch für die Ingenieure. Ich hörte neulich im Markenkraft, dem Podcast für Markenliebhaber, wie viel Geld ausgegeben wird für Marktstudien. Sollten wir vielleicht auch Konsumentenstudien vielleicht mehr in den Fokus rücken? Ist das das, was du sagen wolltest, damit der Ingenieur quasi fragen soll, wie seine Verpackung nachher benutzt wird? Ein großes Thema Marktforschung. Ob wir jetzt über Marktstudien reden oder über Verbraucherstudien. Ich bin ja gelernter Marktforscher. Meine Dissertation hat sich mit einem Marktforschungsthema beschäftigt. Und ich habe dabei gelernt, eine gewisse gesunde Distanz zur Marktforschung ist nicht schlecht, weil 90 % aller Marktforschungsuntersuchungen werden, das wissen die Allermeisten, aber wir reden zu selten darüber, werden einfach als Alibi oder Cover-up benutzt. So, da kommt selten irgendwelche sensationelle neue Erkenntnis raus. Das Entscheidende ist, derjenige, der was gestaltet, muss einfach immer im Kopf haben, ich muss einen Nutzen produzieren. Also vielen Leuten hilft das. Ich freue mich immer, wenn ich Interviewfetzen von Steven Jobs sehe. Hab vor zwei Tagen wieder einen angesehen und der hatte eine ganz einfache Philosophie. Ich muss was tun, was einem Menschen nützt. Und gerade in der Verpackungsbranche sagt man ja, okay, ich verpacke ein Produkt, wem soll das nützen? Nein, demjenigen, der die Verpackung anschaut, dem die Hand nimmt, entsorgt, dem, der die Maschine bauen muss, damit der Werkstoff produziert. Das sind alles Menschen, an die ich denken muss. Und das ist diese Perspektive, die fehlt vielen von uns. Vielleicht sind wir zu lange in der Schule gewesen, haben zu lange studiert, halten uns für zu intelligent und werden bezahlt für irgendeinen Abschluss. Das klingt total brutal und einige mögen mich hassen, aber das ist… Absolut d’accord. Jeden Tag, wir müssen jeden Tag neu gucken. Die Menschen bezahlen uns nur dafür, dass wir ihnen einen Nutzen produzieren. Und gerade die großen Unternehmen sind ja oft hinten dran, weil wenn ich zu jemandem einer großen Marke von Nivea gehe, der sagt, was redest du? Wir verdienen uns dumm und dusselig. Warum soll ich über eine Verpackung nachdenken? Genau. Das ist nachvollziehbar menschlich. Und gleichzeitig könnte man damit die nächsten 100 Jahre in Nivea sichern. Und dann ist es ja für Verpackungshersteller manchmal auch ein bisschen schwierig, weil die ziemlich vorne in der Wertschöpfungskette sind. Ich meine, erst mal wird ja ein Produkt designt, was nachher verpackt werden muss. ### Verpackungsdesign zu spät im Prozess Im idealen Fall würde das ja gemeinsam passieren. In den meisten Fällen kommt aber ja das Verpackungsdesign zu spät dazu, sodass dann schon gewisse Dinge, Kompromisse gemacht wurden indirekt, Logistikkette, was auch immer. Wie stellst du dir denn ein ideales Projekt vor, um jetzt eine höfliche Verpackung wirklich, ich sag mal, von der Idee bis nachher im Regal oder sogar bis zur Entsorgung zu entwickeln? Weil wir reden in der Verpackungsindustrie im Moment ja über fast nichts anderes mehr als über eine gute Recyclability. Das Ding muss irgendwie im Kreis zu drehen sein. Und das ist auch sinnvoll. Aber wir vergessen ja jetzt diese von dir eben beschriebenen Convenience-Aspekte, diese Höflichkeitsaspekte, Easy Opening, Wiederverschluss, Tragegriff, nicht zu kleine Verpackung, kein Orange auf gelb, auf gelbem Fond, all diese Dinge. Aber wie macht man das in einem Projekt? Helft ihr auch dabei? Ist das euer Job oder was? Womit beschäftigt ihr euch eigentlich da? Kannst du uns da einen Tipp geben? Wir helfen dabei, werden aber, wie du gesagt hast, immer zu spät gerufen, fast immer. Und also aus meiner Erfahrung, man sollte möglichst viele Leute zusammenbringen, aber die Marketing-Leute am besten zu Hause lassen. Denn Marketing zerstört oft die Verpackungen, weil die haben irgendwelche absurden Ideen, da muss dies drauf, dann hat das Branding und und und und und das ist ja alles wunderschön. Aber das sind Sachen, die sollten ganz zum Schluss kommen. Wenn die Verpackung steht, wenn sie für das Produkt gut ist, wenn sie für den Hersteller gut ist, wenn sie auf der Maschine gut läuft, wenn alles funktioniert, dann sollte man den Marketing-Leuten Zutritt zu der ganzen Prozedur geben und dann sagen: OK, jetzt könnt ihr mit dem, was da ist, was machen. Aber dass die von Anfang an sagen, wir wollen aber das nicht und das nicht und das nicht. Wir brauchen hier diese Größe und hier eine Größe. Das ist alles großer Unsinn. Weil Marketing ist leider, ich spreche fast ein bisschen gegen meine eigene Branche, ist in vielen Unternehmen viel zu stark geworden. Die Ingenieure, die Menschen, die das Produkt erdenken, die es entwickeln, die es gestalten, die haben viel zu wenig Einfluss, weil die anderen sagen, naja, uns braucht man. Nein, man braucht die ganze, die ganze. Das beste Beispiel ist Tesla. Tesla hat keine Marketing-Abteilung. Sie haben einfach ein unfassbar gutes Produkt. Fertig. Ja, und konzentrieren sich auch darauf. Konzentrieren sich auf das Produkt. Da müssen wir hinkommen. Und das kann auch eine Verpackung sein, die so ist, dass die Menschen drüber sprechen, dass sie nicht müde werden, Videos zu machen. Aber da fehlt so ein bisschen der Mut, glaube ich. ### NGO-Druck und nachhaltige Verpackungslösungen Und dieser unendliche Druck der NGOs. Nachhaltig, Kreislauf, warm, warm, warm, warm. Und wenn du das tust, bist du schon gut. Ich möchte dir mal ein Beispiel nennen, jetzt abgesehen von unserem Manuskript. Es fällt mir gerade ein. Es gibt eine große Drogerie-Kette, die nur online verkauft und die bringt Schokoladenprodukte, nachhaltige Schokoladenprodukte auf den Markt. Und die haben jetzt dem Schokoladenlieferanten die Aufgabe gegeben, mach eine möglichst nachhaltige Verpackung, die aber nicht nur nachhaltig ist, sondern auch zeigt, dass das Produkt nachhaltig ist und das gesamte Gebinde nachhaltig gedacht und gemacht ist. Und ist das ein Ansatz, den du als richtig findest oder lieber den anderen Ansatz? Ein großer Markenartikler in Deutschland stellt jetzt auf fast krampfhaft auf Papierverpackungen für seine Schokolade um, weil er in einem Supervisor-Meeting festgestellt hat, dass Papier Nachhaltigkeit suggeriert und muss jetzt alle seine Schokoladen nach Papier schmecken lassen, in Anführungsstrichen, weil nämlich ein bisschen Geschmack übergeht tatsächlich aus dem Papier auf die Schokolade, wenn man es nicht gut macht, um eben Nachhaltigkeit zu wirken oder nachhaltig zu wirken. Das ist eigentlich impliziert ja schon, aber kommentiere mal bitte diese beiden anderen unterschiedlichen Herangehensweisen. Das eine ist das Start-up, das online betriebene Usability und das andere ist ja so ein bisschen old school, oder? Sehe ich genauso. Also ich habe in den letzten Jahren von großen Unternehmen keine sinnvollen Innovationen mehr erlebt. Das ist verrückt. Ja, es ist vielleicht immer so und das ist nachvollziehbar, aber wir brauchen die Verrückten, die, ob die Start-up oder irgendwas sind, das ist egal, die einfach ganz grundsätzlich anders an das Ding rangehen. Ja, und das ist der richtige Weg. Es muss alles zusammenwirken und eine Synergie ergeben, aber so von außen was drauf oktroyieren. Nein, geht nicht und ist dann auch irgendwo heuchlerisch und das brauchen wir nicht. Das merkt der Verbraucher irgendwann auch. Vielleicht bremst tatsächlich zu viel Fachwissen auch dann die Kreativität. Das scheint ja manchmal so zu sein, die jungen, wilden, die dann Start-ups gründen, haben einfach die bahnbrechenden Ideen und nicht die alten Hasen in den wenigsten Fällen zumindest. Und dann müssen die alten Hasen das serienreif machen. Das ist vielleicht so eine Art Quintessenz, oder? Ja, natürlich. Wenn wir jetzt nochmal höfliche Verpackung zusammenfassen, sozusagen als Conclusion, würde der Engländer sagen. Die höfliche Verpackung muss was sein? Sie muss höflich sein zur Maschine, zum Maschinenbediener, zum Prozess, zum Handel, vielleicht sogar auch zum Entsorger und natürlich zum Konsumenten, oder? Hab ich was vergessen? Wie würdest du es beschreiben? Was ist die höfliche Verpackung aus eurer fast wissenschaftlichen Sicht? Du hast alles erwähnt. Du könntest noch das Produkt dazu machen. ### Produktschutz und Entnahmeerfahrung optimieren Natürlich muss die Verpackung auch höflich zum Produkt sein. Sie muss es ordentlich schützen. Sie muss das Produkt, ich sag mal, schön präsentieren, wenn es aus der Packung. Das ist ja auch ein Aspekt, über den wir nicht so schrecklich viel nachdenken. Wie fließt, rieselt oder geht das Produkt aus? Kommt das aus der Verpackung raus? Also ich hab gestern zufälligerweise was Schönes gesehen. Das war eine Eisdiele, ein kurzer Film über eine Eisdiele, wo man gesehen hat, wie kommt fertig zubereitetes Speiseeis aus dieser Maschine raus? Und da war eine wunderschöne Düse, eigentlich so, wie man sie Weihnachten vom Plätzchen backen kennt. Aber die machte ein wunderschönes Muster, hat das dann in diese Schale reingegeben und hat gesagt, ja, das ist leckeres Eis. Ja, also allein die Form, die dann in der Schale war, war wunderbar. Also über so was, das ist auch, das ist in dem Fall eine höfliche Maschine. Oder die man höflich ausrüsten kann, damit wir umdrehen, weil die Marketingleute natürlich wieder dabei sind. Ja, das Produkt sieht schön aus. Ja, oder es rieselt schön. Oder wenn wir alleine mal gucken, was passiert beim Ausgießen eines Getränks aus einer Flasche. Da gibt es tausende Formen, Möglichkeiten und richtig nachdenken tun wir nicht drüber. Oder ich geh jetzt mal in ein klitzekleines Detail rein, das gar nichts, ja, das hat was mit höflich zu tun. Insofern, als es eine schöne, eine schöne Emotion transportiert. Wenn wir ein Auto kaufen, wissen wir, da wird sehr viel am Sound gearbeitet. Ja, und wenn ich eine Flasche Duschgel öffne oder wieder verschließe, da höre ich – bin da sehr sensibel, weil die Details, die interessieren mich – da muss man manchmal Dinge hören und Kräfte aufwenden, wo man sagt, warum der Quatsch? Das geht auch anders, wenn einer das will. Ja, eine Duschgelflasche, die nicht nur morgens irgendwelche Frische verspricht, sondern das auch akustisch rüberbringt und gleichzeitig noch ökologisch und vernünftig ist. Das Ganze schließt sich ja nicht aus. Aber das denken wir oft, oh, das wäre zu teuer oder da ist ein Nein, nein, nein. Wir haben einfach nicht drüber nachgedacht. Ich denke auch, dass wir auf der Rille weiter surfen sollten und uns auf jeden Fall mit dem Thema weiter beschäftigen sollten. Wenn du einem Verpackungsentwickler etwas auf dem Bildschirm, einen Bildschirmshow noch quasi projizieren könntest, fällt dir da spontan irgendwie so ein Spruch ein, der vielleicht an das, was wir jetzt gerade besprochen haben, jeden Tag erinnert, um unsere Verpackung wirklich höflicher zu machen auf jeder Produktionsstufe? Ja, keep it simple. Sehr schön. Danach kann eigentlich nichts mehr kommen, Gundolf. Das war ein tolles, munteres Gespräch. ### Fazit: Praktische Insights zu Verpackungen Wir sind stark vom Manuskript abgewichen und das war gut so, glaube ich. Es hat mir viel Freude gemacht. Dankeschön. Ja, gerne, Karsten. Bis demnächst. Tschüss. Und das war es schon wieder für heute. Ich hoffe, es war etwas Interessantes für Sie dabei. Und wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative für mehr Flexpack-Wissen werden möchten, melden Sie sich gerne bei mir unter ks at innoform.eu und nicht vergessen, diesen Podcast zu abonnieren, wo immer Sie Podcasts hören. Tschüss. Bis zum nächsten Mal. Ihr Karsten Schröder. **Kategorien:** Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Gundolf_Meyer-Hentschel, Höfliche Verpackung --- ### [PE- und PP-Verpackungen sollen ab September nicht mehr als recyclingfähig gelten](https://inno-talk.de/pe-und-pp-beutel-sollen-ab-september-nicht-mehr-als-recyclingfaehig-gelten/) **Published:** Juni 26, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Konsultationsverfahren für den neuen Mindeststandard ist eröffnet* Alle flexiblen Verpackungen aus PE und PP, die kleiner als DIN A4 sind sowie die großformatigen Folien (>DIN A4) aus PP werden mit der Gültigkeit des neuen Mindeststandards ab September als nicht mehr recyclingfähig eingeordnet werden können. Das gleiche gilt auch für starres PET-A für Monolayer, starres und expandiertes Polystyrol sowie alle faserbasierten Verbundverpackungen, wozu z. B. kaschierte Faltschachteln (für TK-Produkte), Kombidosen oder beschichtete Papiere (z. B. Trockensuppenbeutel und Puddingpulvertütchen) gehören. Um weiterhin als recyclingfähig zu gelten, muss für diese Verpackungstypen und Materialien nun zwingend ein Einzelnachweis erbracht werden. Der Grund für diese überraschende Neubewertung ist der Wegfall der bisherigen Spalte 3b im neu veröffentlichten Konsultationsentwurf zum kommenden Mindeststandard. Bisher gab es eine dreiteilige Bewertung der vorhandenen Stoffströme, ausgedrückt durch die Spezifikationsnummern. Eine Verpackung kann nur dann hinsichtlich ihrer Recyclingfähigkeit bemessen werden, wenn sie einem entsprechenden Sortierstrom zuzuordnen ist. Dabei gibt es die einfach zu sortierenden Hauptströme wie starres PE und PP, die von mehr als 80 % der Sortieranlagen bedient werden, die zugehörigen Fraktionsnummern finden sich in Spalte 3a und werden als „vorhanden“ bezeichnet. In der Spalte 3c – bisher bezeichnet „nur im Einzelfall/marginal“ – sind, einer Untersuchung des UBA zufolge, nur ca. 20 % der bundesweiten Sortierkapazitäten vorhanden. Für diese Sortierfraktion gab es bisher die freiwillige Möglichkeit des Einzelnachweises. Die Spalte 3b sammelte alle übrigen Sortierkapazitäten zwischen 20 % bis 80 % ein. Die neue Zweiteilung lässt zukünftig jetzt nur noch entweder „vorhanden“ oder „begrenzt/im Einzelfall“ zu und fordert verpflichtend den Einzelnachweis. Was ein Einzelnachweis ist, wird im Mindeststandard, unterstützt durch zwei Beispiele, dürftig beschrieben. Letztlich bedeutet es, dass der Inverkehrbringer sich von seinem dualen System nachweisen lassen muss, dass die lizenzierte Verpackungsmenge auch wirklich einem hochwertigen werkstofflichen Recycling zugeführt wird, unter Nachweis aller Mengenbelege. Diese zusätzliche Dienstleistung verursacht für den Kunden zusätzliche Kosten und ist auch nicht von allen dualen Systemen zu leisten. Außerdem ist absehbar, dass es gar nicht ausreichend große Äquivalenzmengen für alle systembeteiligungspflichtigen Verpackungen geben wird. Das bedeutet, dass relevante Mengen der bisher im Wertstoffstrom sortierten und recycelten Verpackungen, wie z. B. Faltschachteln, Beutel und Folien, als nicht mehr recyclingfähig gelten und gemäß §21 mit noch höheren Gebühren belegt werden können. Und wenn die neue Europäische Verpackungsverordnung in Kraft tritt, dürfen Verpackungen, die nicht zu mindestens 70 % als recyclingfähig gelten, nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Positiv ist, dass es sich ja aktuell um einen **Entwurf** handelt, die Inverkehrbringer also noch die Möglichkeit haben, sich mit einem Einwand an die Zentrale Stelle Verpackungsregister zu wenden und diese Regelung abzulehnen. Wir klären auf in unseren Webseminar: [Konsultationsverfahren zum geplanten neuen Mindeststandard 2023 läuft](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/konsultationsverfahren-zum-geplanten-neuen-mindeststandard-2023-laeuft-2023) Gastbeitrag von Sonja Bähr ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Recyclingfähigkeit von Folienverpackungen bewerten](https://inno-talk.de/recyclingfaehigkeit-von-folienverpackungen-bewerten/) **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Verpackungsdesign --- ### [Barrierefolien werden recyclingfähiger](https://inno-talk.de/barrierefolien-werden-recyclingfaehiger/) **Published:** Juni 29, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Es war in Würzburg am 22. und 23. Juni 2023 klar – der Megatrend im Verpackungsbereich – Recyclingfähigkeit – strahlt auch, und ganz besonders, auf Barrierefolien aus.* Ausgehend von Vorträgen zum Thema Food-Waste und dem Leitbild der Nachhaltigkeit an sich, wurde schnell klar – Barrierefolien werden den Flexpack-Markt weiter antreiben. Die 3 Säulen der Nachhaltigkeit: Ökonomie, Ökologie und Soziales müssen ausgewogener berücksichtigt werden, so [Hilmar Heithorst](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=84395). Wir konzentrieren uns derzeit auf Recycling und damit auf die Ökologie, aber wenn das nicht auch sozial und ökonomisch umgesetzt wird, ist das nicht nachhaltig. Die oberste Aufgabe der Verpackung insgesamt sei es, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden, sagte [Thomas Gröner](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=79551). Es sei eine Schande, dass etwa ein Drittel der produzierten Lebensmittel nicht gegessen werde. Ein Teil davon verdirbt immer noch auf dem Weg vom Acker zum Teller, weil Barrieren fehlen und die Lieferketten zu lang sind. Auch hier kann Flexpack helfen, CO2-Emissionen zu vermeiden. [Peter Olbrich ](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=60389)hat dafür Lösungen mit seinen Vakuumbeschichtungsanlagen und viel Know-how, um hauchdünne Barriereschichten aus Aluminium, Aluminiumoxid (transparent) und Siliziumoxid herzustellen. Hier gibt es marktgerechte Systeme, um extrem preiswerte und inzwischen auch robuste Barrieren gegen Sauerstoff und Wasserdampf herzustellen. Und das Beste: Diese nur wenige Nanometer dünnen Schichten stören keinen der bisherigen Recyclingprozesse, so dass die polymeren Trägerschichten stofflich recycelt und wiederverwendet werden können. Lediglich Metallisierungen führen zu einer leichten Vergrauung der Regenschutzfolien – „grey is the new green“. [Stefan Schiessl ](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=84177)stellte die Fraunhofer-Entwicklungsergebnisse rund um Nanokomposite vor, die unter anderem als Barrieren auf Papier eingesetzt werden können. Die mit üblichen Lackier- und Beschichtungsverfahren applizierbaren Systeme sind auch recyclingfähig und teilweise bereits kommerziell verfügbar. In die gleiche Richtung zielt [Ben Raven](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=59715) mit seinen Polyethylenen für mono- und sogar biaxial- orientierte PE-Folien. Mono-Material statt Multi-Material für ein noch besseres Recycling von Folienverpackungen. Neu sind hier PE-Typen mit höherer Dichte für den Reckprozess, die sich mechanisch und chemisch einwandfrei recyceln lassen. [Jiabril Gigli](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=85566) setzt auf wässrige Barrierelacke und stellte seine Hochleistungssysteme vor, die sowohl auf Papier als auch auf Folie zu guten bis sehr guten Barrierewerten führen. [Thomas Schmitt](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=79322) berichtete über monoaxiale Reckanlagen für Blasfolien, die vor dem Flachlegen des Schlauches oben an der Blase recken. Dies spart Energie, da die Blase noch warm ist, und erhöht die Freiheitsgrade im Prozess. Ein Vorteil ist u. a. die verbesserte Planlage solcher Folien. [Anna Helgert](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=79387) berichtet von Tiefziehverpackungen, die auch in der Konstruktion materialreduziert werden können. So lässt sich Fleisch in Schrumpfverpackungen kaum minimalistischer verpacken – aber natürlich ist das mit dünnsten Folien auch mit Barriere-Coextrudaten möglich. [Achim Grefenstein ](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=56498)teilt seine Neuentwicklungen aus dem Baukastensystem, die alle auf monoaxial verstreckten Blasfolien basieren, mit Marktbegleitern. Wir müssen schnell nennenswerte Mengenverschiebungen von Multi-Material zu Mono-Material erreichen. Für Flexpack sieht er mittelfristig nur noch 3 Polymere: Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) und Polyethylenterephthalat (PET). Seine Folien basieren alle entweder auf PE oder PP und können auch kombiniert werden. Die mehrschichtige, gestreckte Blasfolie kann – je nach Anwendung – mit oder ohne Barriere geliefert werden. [Christian Lutze](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=81575) klärte die Kunststoff-Experten über das Für und Wider von Papierverpackungen auf. Mitsubishi liefert ausschließlich Frischfasern für den Lebensmittelverpackungsmarkt und setzt bei den Barrieren auf recycelbare, wässrige Systeme, die bei Papierverpackungen stets die 5 % Fremdstoffgrenze nicht überschreiten sollten. Sauerstoff-, Aroma-, Fett- und Wasserdampfbarrieren sind bereits im mittleren Barrierebereich verfügbar. Aber auch im Papierbereich werden Rezyklate für Lebensmittelverpackungen nur zögerlich eingesetzt – aus gutem Grund! [Jochen Moesslein](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=73891) bietet einen fluoreszierenden Tracer an, um nicht nur einzelne Materialien oder Schichten zu markieren, sondern ganze Rezepturen im Recyclingstrom identifizierbar zu machen. Einem Tracer kann also eine ganze Rezeptur mitgegeben werden – am besten aufgedruckt auf Verpackungen oder als Etikett. Erste industrielle Prototypen gibt es bereits mit Zeiss, ab September können Rezycler bei Polysecure im Technikum Tests durchführen. [Andreas Peterhanwahr ](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=85501)bietet Überwachungs- und Qualitätssicherungssysteme für Regeneratfolien aus einer Hand. Auch die Integration in die Maschinensoftware und eine Nachrüstung sind möglich. [Victor Trapp](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=76189) setzt auf Bio-Ormocere. Hier schließe sich der Kreis, sagt er und verweist auf die beeindruckenden Barriereeigenschaften von Ormoceren – auch auf Basis von Biopolymeren. Auch am Preis werde intensiv gearbeitet. Dass Ormocere unter anderem zur Veredelung von Hoch- und Ultrahochbarrieren eingesetzt werden, beweist ihre Daseinsberechtigung. [Lars Hancke ](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=5486)beschrieb abschließend die enorme Vielfalt an Lackierungen mit unterschiedlichen Barrieren gegen UV-Licht, Fett, Sauerstoff und Wasserdampf, die ein Lack- und Farbenhersteller heute anbieten kann. Auch das Deinking wird hier eine Rolle spielen, um bedruckte Folien und Papiere in Zukunft noch besser recyclingfähig zu machen. Alles zusammen, weniger Material, Mono-Materialaufbauten, Deinking und eine der Anwendung angepasste Barriere werden nach seiner Meinung und der Einschätzung aller Teilnehmer und Referenten den Weg in eine Kreislaufwirtschaft mit Barrierefolien ermöglichen. Verzichten können wir auf diese nicht – das ist Konsens. Mehr Informationen und der Kauf der Zugangsdaten für die Aufzeichnungen und Vortragsunterlagen unter: [innoform-coaching.de/tagung/barriere-verbundfolien-der-expertentreff-2022](https://www.innoform-coaching.de/tagung/barriere-verbundfolien-der-expertentreff-2022) [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/02/SP-06-23-linkedin_header_barriere-1.jpg)](https://www.innoform-coaching.de/blog/sp-06-23-linkedin_header_barriere-2/)Die Zusammenfassung haben wir live auf LinkedIn gestreamt und ist hier verfügbar: [https://www.linkedin.com/posts/karstenschroeder\_flexpackbranche-skz-innoform-activity-7077962399147786240-UTfI?utm\_source=share&utm\_medium=member\_desktop](https://www.linkedin.com/posts/karstenschroeder_flexpackbranche-skz-innoform-activity-7077962399147786240-UTfI?utm_source=share&utm_medium=member_desktop) Karsten Schröder, Juni 2023 ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [OneBARRIER – Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert](https://inno-talk.de/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** Barrierefolien, Biofolien, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** SP-06-23 --- ### [MDO-PE Folien mit verbesserte Polymeren](https://inno-talk.de/mdo-pe-folien-mit-verbesserte-polymeren/) **Published:** Juli 6, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** [Ben Raven von](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=59715) Sabic im Interview mit Karsten Schröder beim Expertentreff Barrierefolien am 22. und 23. Juni 2023 in Würzburg. Orientiertes PE ist das Thema. Mono- und biaxial orientierte PE-Folien können heute wirtschaftlich extrudiert werden. Sie können mit PE-Siegelschichten kombiniert werden, wodurch eine gute Recyclingfähigkeit erreicht wird. Neue Polymere, Rezepturen und Maschinentechnik ermöglichen diese neuen Monostrukturen. Die Sauerstoffbarriere kann durch Coextrusion oder Bedampfung realisiert werden. Ausgehend von Twistfolien werden Monofolien aus MDO-PE mittlerweile für viele Flexpack-Anwendungen eingesetzt. Biaxial gereckte PE-Folien erfordern große Auftragsvolumina – ob und wann sie kommen, ist noch offen. Hier kommt das Video Ben Raven im Interview mit Karsten SchröderOder als Audio-Podcast auf Spotify etc. – bitt abonnieren Sie unseren Podcast auf Ihrer Podcast-Plattform oder in Ihrer APP. Auch hier verfügbar: - [Inno-Talk.de](https://www.inno-talk.de/podcast) - [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) - [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) - [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk) - [deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) ### Verwandte Episoden - [Folien-Material-Analyse Podcast mit Daniel Wachtendorf](https://inno-talk.de/folien-material-analyse-podcast-mit-daniel-wachtendorf/) - [Biopolymer-Folien im Aufwind: Chancen und Risiken für Hersteller](https://inno-talk.de/biopolymer-folien-im-aufwind-chancen-und-risiken-fuer-hersteller/) - [Unternehmerischer Mut und Teamgeist: PEKU Folien im Wandel](https://inno-talk.de/unternehmerischer-mut-und-teamgeist-peki-folien-im-wandel/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Ich spreche mit Ben Raven von Sebeck. Du hast einen schönen Vortrag gehalten über biaxial orientiertes PE, biaxial orientiertes PP. Wir haben auch darüber gesprochen, wo geht die Reise hin – was versteht ihr darunter unter biaxial orientierten PE? Vielleicht fangen wir damit erst mal an: Was ist das überhaupt? Ja, also BOPP, das wird wahrscheinlich bekannt sein bei den meisten Leuten. Das wird schon seit zehn, zwanzig, dreißig Jahren gemacht, dass man PP in beide Richtungen verstreckt – also erst mal in Extrusionsrichtung und dann quer drauf. Und vor ein paar Jahren haben wir angefangen, das auch mit Polyethylen zu machen. Und diese biaxial verstreckten Polyethylen-Folien, die können ganz gut eingesetzt werden – um sagen wir zu verbinden mit einer PE-Siegelschicht – und damit hat man eine völlig recyclierbare Folie. Und dann hast du ja noch unterschieden die beiden Verfahren: Monoaxial-Orientierung und biaxial-Orientierung im Tenter-Frame-Verfahren, so wie das von OPP ja schon bekannt ist. Warum hat man das früher nicht mit Polyethylen gemacht? Tenter Frame – ging das nicht? Es ist schon eine Herausforderung, um das mit Polyethylen zu machen. Mit der Temperaturhaushaltung hat das zu tun, aber auch der Bedarf war nicht so groß. Ziel war mit biaxial, um eine große Steifigkeit zu erzielen und auch eine ganz schöne Transparanz. Und mit Polyethylen ist es einfach nicht so gut möglich – also da muss man immer ein bisschen einbußen auf diese Eigenschaften. Aber nochmal: hier ist dann der Kern, um recyclierbare biaxial-Folie zu machen – also Stichwort Monoaterial-Verpackung aus einem Werkstoff, möglichst gute Barriere, gute Eigenschaften herzukriegen, wo wir früher eine Verbundfolie dafür brauchten aus mehreren Materialien. Oder ist es das – also Barriere mit biaxial-Folie? Ok, gegen Wasserstoff oder Wasserdampf vielleicht, aber nicht gegenüber Sauerstoff? Also dann braucht man nicht immer eine Barriere-Material. Oder dass man eine EVOH mit koextrudiert, oder dass man zum Beispiel eine AlOx-Schicht aufdampft – würde das auch auf dem monoaxial orientierten Polyethylen funktionieren, darauf Aluminiumoxid aufbedampfen? Ja, haben wir schon gemacht – also wir haben schon Schepsdüten und so produziert aus Polyethylen. Warum gibt es diese beiden Verfahren – monoaxial orientiert direkt hinter der Blasfolienanlage – habe ich verstanden – und eben dieses gegossene Tenter-Frame-Verfahren? Warum benutzt man die beide? Ja, die bestehenden beide – also MDO, das besteht auch ja schon seit zehn, zwanzig Jahren. Und also MDO ist eigentlich groß geworden, angefangen mit den Twist-Folien, und dann sind die Folien gekommen, um sagen wir, Rollen beieinander zu halten – aber die Zugeigenschaften super sind von diesen Folien. Und jetzt sehen wir mit dem Trend zu Monoaterial-Lösungen: verstrecken – das geht auch ja für diese Anwendungen sehr, sehr gut. Und man braucht für MDO-Technologie eigentlich Materialien mit etwas höherer Dichte, um zu vermeiden, dass die Materialien, die Folien sich verkleben in die Recke-Anlagen. Und damit bekommt man auch eine super Steifigkeit. Also die Steifigkeit ist besser wie bei BOPE-Technologie. Ich habe selber schon solche biaxial orientierten Anlagen, Tenter-Frame-Anlagen besichtigt – sind ja riesige Maschinen. Investitionsaufwand ist ja viel, viel höher. Wie ist das bei MDO? Sind die billiger? Ja, also die Maschinenkosten, die sind günstiger, das stimmt schon. Aber bei BOPE, also in Tenter-Frame-Anlage – das sind tatsächlich riesige Volumen. Und damit können die Kosten pro Quadratmeter günstiger sein. Genau, weil das Investitionsvolumen für die Maschine dann sich runterrechnet auf die vielen Quadratmeter. Also das heißt, das heißt auch, dass man Anwendungen braucht, auch die Volumen größer sind? Genau. Erwartet ihr, dass das kurzfristig kommt, diese großen Volumina für die Tenter-Frame-Anlagen oder vielleicht sogar die Simultan-Recke-Anlagen? Na ja, der Markt soll sich erst mal entwickeln. Wir sind damit beschäftigt und die Nachfrage ist schon da, aber das muss sich auch noch ein bisschen beweisen. Also wir haben angefangen jetzt mit einem Linear-Low-Material für BOPE, und jetzt ist die Gesamtstärke höhere Dichte. Also wir sind dran, aber der Markt muss es auch akzeptieren. Klar – wenn es weniger steif ist, man vergleicht es ja doch erst mal mit BOPP. Das BOPE nämlich an, und da ist man einfach ein bisschen benachteiligt. Das habe ich richtig verstanden? Ja, ja. Also BOPP – da ist die Steifigkeit besser, Temperaturbeständigkeit besser und Transparanz besser. Aber wenn man eine BOPP-Folie laminiert mit einer PE-Siegelschicht – PE ist immer noch das Beste zum Siegeln. Dann hat man keine gute Ritz-Klebe-Folie? Genau, zumindest etwas schlechter als wenn es PE-PE wäre. Danke für dieses kurze Interview. Wir sehen uns gern wieder. Danke, Karsten. **Kategorien:** Barrierefolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Standbeutel **Schlagwörter:** Ben_Raven, SP-06-23 --- ### [Barrier films become more recyclable](https://inno-talk.de/en/barrier-films-become-more-recyclable/) **Published:** Juli 6, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *One thing is clear in Würzburg on 22 and 23 June 2023 – The mega trend in the packaging sector – recyclability – is also and especially affecting barrier films.* Based on presentations on food waste and the guiding principle of sustainability itself, it quickly becomes clear – barrier films will continue to drive the flexpack market. The 3 pillars of sustainability: economy, ecology and social issues must be taken into account in a more balanced way, says [Hilmar Heithorst](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=84395). We are currently focusing on recycling and thus on ecology, but if this is not also implemented socially and economically, it is not sustainable. The primary task of packaging as a whole is to avoid food waste, emphasises [Thomas Gröner](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=79551). It is a shame that about one third of the food produced is not eaten. Some of it still spoils on its way from the field to the plate because barriers are missing and supply chains are too long. Here, too, Flexpack can help to avoid CO2 emissions. [Peter Olbrich ](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=60389)has solutions for this with his vacuum coating systems and a lot of know-how to produce wafer-thin barrier layers of aluminium, aluminium oxide (transparent) and silicon oxide. Here there are market-driven systems for the production of extremely inexpensive and meanwhile also robust barriers against oxygen and water vapour. And the best thing is that these layers, which are only a few nanometres thin, do not interfere with any of the previous recycling processes, so that the polymeric carrier layers can be recycled and reused. Only metallisation leads to a slight greying of the rain protection films – „grey is the new green“. [Stefan Schiessl ](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=84177)presents the Fraunhofer development results around nanocomposites, which can be used as barriers on paper, among other things. The systems, which can be applied with common painting and coating processes, are also recyclable and some of them are already commercially available. [Ben Raven](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=59715) is aiming in the same direction with its polyethylenes for mono- and even biaxially oriented PE films. Mono-material instead of multi-material for even better recycling of film packaging. New here are PE types with higher density for the recycling process, which can be recycled mechanically and chemically without problems. [Jiabril Gigli](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=85566) relies on aqueous barrier coatings and presents his high-performance systems that result in good to very good barrier values on both paper and film. [](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=79322)[Thomas Schmitt](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=79322) reports on monoaxial stretching systems for blown film that stretch at the top of the bubble before the tube is laid flat. This saves energy because the bubble is still warm and increases the degrees of freedom in the process. One advantage is the improved flatness of such films. [Anna Helgert](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=79387) reports on thermoformed packaging that can also be material-reduced in construction. For example, meat can hardly be packaged more minimally in shrink packaging – but of course this is also possible with the thinnest films using barrier coextrudates. [Achim Grefenstein ](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=56498)shares his new developments from the modular system, which are all based on monoaxially stretched blown films, with market competitors. We need to quickly achieve significant volume shifts from multi-material to mono-material. For Flexpack, he sees only 3 polymers in the medium term: polyethylene (PE), polypropylene (PP) and polyethylene terephthalate (PET). These films are all based on either PE or PP and can also be combined. The multi-layer, stretched blown film can be supplied – depending on the application – with or without a barrier. [Christian Lutze](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=81575) enlightens the plastics experts about the advantages and disadvantages of paper packaging. Mitsubishi supplies only virgin fibres for the food packaging market and relies on recyclable, water-based systems for barriers, which should not exceed the 5 % foreign matter limit for paper packaging. Oxygen, aroma, fat and water vapour barriers already exist in the medium barrier range. But even in the paper sector, recyclates are only hesitantly used for food packaging – for good reason! [Jochen Moesslein](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=73891) offers a fluorescent tracer not only to mark individual materials or layers, but to make entire recipes identifiable in the recycling stream. A tracer can therefore be provided with an entire recipe – ideally printed on packaging or as a label. The first industrial prototypes have already been developed with Zeiss, and from September recyclers will be able to carry out tests at Polysecure’s technical centre. [Andreas Peterhanwahr ](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=85501)offers monitoring and quality assurance systems for regenerated films from a single source. Integration into the machine software and retrofitting are also possible. [Victor Trapp](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=76189) relies on bio-ormocers. This is where the circle closes, he says, referring to the impressive barrier properties of ormoceres – also based on biopolymers. Intensive work is also being done on the price. The fact that ormocers are used, among other things, to refine high and ultra-high barriers proves their raison d’être. [Lars Hancke ](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=5486)finally describes the enormous variety of coatings with different barriers against UV light, grease, oxygen and water vapour that a coating and ink manufacturer can offer today. Deinking will also play a role here to make printed films and papers even more recyclable in the future. All together, less material, mono-material build-ups, deinking and a barrier adapted to the application will, in his opinion and the opinion of all participants and speakers, enable the way to a circular economy with barrier films. We cannot do without them – that is the consensus. More information and purchase of access data to the recordings and presentations at: [innoform-coaching.de/tagung/barriere-verbundfolien-der-expertentreff-2022](https://www.innoform-coaching.de/tagung/barriere-verbundfolien-der-expertentreff-2022). [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/07/SP-06-23-linkedin_header_barriere.jpg)](https://www.innoform-coaching.de/blog/en/2023/07/06/barrier-films-become-more-recyclable/sp-06-23-linkedin_header_barriere-4/)We streamed the summary live on LinkedIn and it is available in German here: [https://www.linkedin.com/posts/karstenschroeder\_flexpackbranche-skz-innoform-activity-7077962399147786240-UTfI?utm\_source=share&utm\_medium=member\_desktop](https://www.linkedin.com/posts/karstenschroeder_flexpackbranche-skz-innoform-activity-7077962399147786240-UTfI?utm_source=share&utm_medium=member_desktop) Karsten Schröder, June 2023 ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [OneBARRIER – Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert](https://inno-talk.de/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** Disposal / Recycling, Inno-Talk.eu, Printing inks and adhesives --- ### [Bettina Dempewolf (SKZ) im Interview](https://inno-talk.de/bettina-dempewolf-skz-im-interview/) **Published:** Juli 10, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Bettina Dempewolf wechselt zu PlasticsEurope Deutschland.* Das verrät sie im Interview. Wir erfahren, wie das SKZ die Weiterbildung für Kunststofffachleute organisiert, was es mit dem Netzwerkgedanken am SKZ auf sich hat und welche Standorte es gibt. Seminare, Tagungen und praxisorientierte Kurse bilden den Kern der Weiterbildung am SKZ. Die Pandemie war Anlass, diesen Bereich neu zu erfinden und auch Online-Formate anzubieten. Nun wechselt Bettina als Leiterin der Kommunikation zu PlasticsEurope und bleibt so der Kunststoffbranche erhalten. 23.6.2023 WürzburgViel Erfolg Bettina in ihrer neuen Rolle! ### Verwandte Episoden - [Interview 2.0 mit Piran Asci zum Online Handel und Verpackung](https://inno-talk.de/interview-2-0-mit-piran-asci-zum-online-handel-und-verpackung/) - [OneBARRIER – Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert](https://inno-talk.de/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) - [Interview with Dr. Daniele Borin (Taghleef Industries) about BOPP barrier films](https://inno-talk.de/interview-with-dr-daniele-borin-taghleef-industries-about-bopp-barrier-films-2/) --- ### Alle Episoden abonnieren [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [Apple Podcasts](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Bettina Dempewolf ist bei mir. Wir sind zu Gast bei dir im SKZ, Bettina. Wir kennen uns jetzt schon vor Corona. Du hast damals hier die Leitung übernommen fürs Konferenzwesen, Events und Netzwerk – das heißt das glaube ich bei euch offiziell. Was macht ihr da genau? Also ich leite den Bereich Netzwerk und Events am SKZ. Wir sind hier verantwortlich für das gesamte Tagungsgeschäft, was wir am SKZ durchführen, genauso wie eben für den Messeauftritt und auch für alles, was das Mitgliedernetzwerk angeht. Also wir haben 430 Mitgliedsunternehmen und die werden in unserem Bereich eben auch betreut und da werden Veranstaltungen organisiert und das ist so unser Bereich, was wir hier so machen. Wir haben hier gerade die Barrierefolientagung abgeschlossen. Der Expertentreff, den wir auch schon einige Jahre gemeinsam mit dem SKZ anbieten. Was habt ihr sonst noch im Programm? Also wir bieten eigentlich Fachtagungen für jede Nische in der Kunststoffbranche an. Also das geht über die Silikone, das ist eine ganz große Fachtagung oder eben Folie und Fahrzeug, die wir von Hansa akquiriert haben. Das ist eine große Exklusivtagung. Wir haben aber auch Materialthemen wie Polyamide oder Polypropylen im Automobilbau oder auch eine Tagung zu Trends in Fire Safety. Also im Prinzip jede Nische, die du in der Kunststoffbranche findest, dazu haben wir eine Fachtagung bei uns seit langen Jahren im Angebot. Nun macht ihr nicht nur solche großen Veranstaltungen, ihr macht auch Meisterkurse und so etwas. Was hat es damit auf sich? Wir sind ja vom SKZ mit die größten Weiterbildungsanbieter im deutschsprachigen Kunststoffmarkt und da haben wir jährlich bis zu 10.000 Teilnehmer in unseren Kursen, Inhouse-Schulungen. Wir machen auch Inhouse-Seminare, Web-Online-Kurse und bringen den Leuten das Spritzgießen bei oder das Extrudieren, Messen und Prüfen, Digitalisierung. Wir sind auch da eben in sämtlichen Verarbeitungsverfahren unterwegs, haben sechs eigene Weiterbildungsstandorte, wo man eben auch Maschinen von allen namenhaften Maschinenherstellern Deutschlands findet, weil eben auch diese Praxisorientierung ein ganz wichtiges Qualitätsmerkmal für unsere Weiterbildung ist. Im Namen steckt es ja schon drin, Süddeutsches Kunststoffzentrum, aber ihr seid nicht nur hier in Süddeutschland. Du sagtest sechs Standorte, wo sind die? Genau, die sind eigentlich überall außer im Westen verfügbar, in Peine, in Selb, in Horb, in Halle. Überall haben wir diese Weiterbildungsstandorte, damit wir eben auch nah am Kunden sind. Eure Extrusionstagung zum Beispiel macht ihr ja nicht hier. Die habt ihr… Die Düsseldorf beispielsweise, das ist aber eben historisch bedingt, die haben wir eben auch von Hansa akquiriert und die hat schon immer dort stattgefunden. Wir haben aber auch zum Beispiel eine große Brennstoffzellentagung in Kooperation mit dem ZBT, dem Zentrum für Brennstoffzellentechnik, und die sitzen eben auch in Düsseldorf. Also wir sind da recht flexibel, wo unsere Tagungen stattfinden. Ich bin ja schon ziemlich lange hier mit dem SKZ verbandelt, schon bevor du hier zukamst. Seitdem du hier bist, hat sich das komplett gewandelt. ### Pandemie-Folgen: Online-Formate und neue Locations Die Pandemie, wie hat das auf euch gewirkt, was hat das bewirkt? Die Pandemie, die hat natürlich dazu geführt, dass wir uns komplett neu erfinden mussten. Uns hat das eigentlich ganz gut getan. Wir waren ziemlich eingefahren am SKZ und so haben sich alle Rahmenbedingungen ja komplett geändert. Die Festung ist als Tagesort auch weggefallen. Also wir mussten uns neue Locations suchen. Wir haben neue Online-Formate entwickelt. Und wir haben jetzt also wirklich unser gesamtes Konzept nochmal neu erfunden und sind eigentlich ganz gut aus der Krise rausgekommen. Dadurch hat uns eigentlich einen Schub gegeben. Ja, ich habe selber auch ja schon mal bei euch im Podcast gesprochen. Tolle Erfahrung. Du gehst jetzt zu anderen Ufern. Du hast dich für eine andere Stelle entschieden. Was hat es damit auf sich? Ja, ich bleibe ja auf jeden Fall der Branche erhalten. Die Kunststoffbranche ist ja aus meiner Sicht auch die sympathischste Branche, die man sich überhaupt vorstellen kann. Nur nette Leute getroffen in den letzten vier Jahren. Ich gehe zu Plastics Europe. Ich werde dort die Leitung der Kommunikation übernehmen. Und wir haben da ja auch einen sehr wichtigen Auftrag, weil ich sage mal, das Image unserer Branche ist ja nicht das Beste, insbesondere auch in der Gesellschaft, vielleicht auch ein bisschen in der Politik. Und da gilt es wirklich auch, für die Branche zu kämpfen und eine laute Stimme in die Gesellschaft zu sein, in die Leitmedien vorzudringen und eben wirklich auch das Gute an unserer Branche zu kommunizieren, weil wir eben auch die Lösung für viele Probleme unserer Zeit haben. Es gibt ja keine Welt ohne Kunststoffe. Die sind in allem drin. Hochleistungskunststoffe, Infrastrukturprojekte, Transport. Nichts geht ohne Kunststoffe. Ich bin ganz sicher, Plastics Europe hat die richtige Frau im richtigen Ort. Ich wünsche dir viel Kraft, viele tolle Ideen, so wie du es hier auch bewiesen hast. Viel Glück dabei. Ich danke dir und vielen Dank für die gute Kooperation in den letzten Jahren. Sehr gerne. **Kategorien:** Inno-Talk, Neuigkeiten --- ### [Fluoreszierende Tracer stellt Jochen Mößlein vor](https://inno-talk.de/fluoreszierende-tracer-stellt-jochen-moesslein-vor/) **Published:** Juli 21, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Mehr und bessere Kreislaufwirtschaft durch Nachverfolgen ganzer Folien-Rezepturen* [Jochen Mößlein ](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=73891)von Polysecure erläutert, wie weit seine fluoreszierenden Tracer schon sind. Mit ihnen lassen sich, kurz gesagt, ganze Folienrezepturen nachverfolgen. Für den Folienmarkt empfiehlt sich das Aufbringen des Tracers beim Bedrucken oder Etikettieren. Grundsätzlich können Kunststoffe auch in der Masse dotiert werden. Vorteile sind neben der enormen Genauigkeit beim Detektieren auch die Geschwindigkeit. Ab September steht eine Technikumsanlage zur Verfügung, um praxisgerechte Versuche mit Interessenten durchzuführen. Kontakt: Würzburg im Juni 2023Zugang zu allen Vorträgen und Unterlagen können Sie hier erwerben: Auch hier verfügbar: - [Inno-Talk.de](https://www.inno-talk.de/podcast) - [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) - [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) - [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk) - [deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) ### Verwandte Episoden - [Podcast Episode mit Jochen Groschinski und Michael Baumann](https://inno-talk.de/podcast-episode-mit-jochen-groschinski-und-michael-baumann/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Ich stehe hier mit Jochen Mößlein beim Experten-Treff Barrierefolien. Du bist ein bisschen als Exot hier aufgetreten. Du hast etwas über Traceability oder Tracer in Verpackungsfolien, nicht nur in Verpackungsfolien, Kunststoff und Allgemein, erzählt. Was ist dein Produkt bei PolySecure? Ja, Produkt heißt Sort for Circle, bzw. ein Produkt Sort for Circle ist die neue Sortiertechnik, bei der man erst vereinzeln würde, dann kombiniert detektieren und dann ablegen in beliebig viele Fraktionen. Also ein ganz neuer Ansatz, ähnlich wie bei der Briefsortierung, aus dem Haufen ersten einzelnen Strom machen und den dann sauber durchmessen. Mit allen Messtechniken, die Sinn machen: NIR-Farbe, Objekterkennung, Tracer-Detektion natürlich, eventuell Watermarks oder eine andere Messtechnik. Also von daher ist der Ansatz von sich aus schon technologieoffen. Wie funktioniert dann euer besonderes Detektiersystem? Ihr habt hier einen Stoff, den ihr einbringen könnt in eine Kunststoffmatrix oder aufdrucken könnt. Wie funktioniert dann die Erkennung? Was ist das? Du sprichst über die Tracer, das sind die Tracer, das sind Fluoreszenzmaterialien, ganz spezielle, stabile Fluoreszenzmaterialien, zum Beispiel bei Verpackungen über Druck. Auf der Oberfläche werden angeregt, werden erkannt über ihre spezielle Fluoreszenzfarbe. Das kann man unglaublich schnell erkennen, also durchaus kleiner als zehn Millisekunden. Kann es sehr sicher erkennen, kann damit auch den ganzen Strom letztlich ausbeuten und sortieren. Das ist ja da, wo man heute einfach noch sehr viel Masse verliert, dass überhaupt nur vielleicht die Hälfte beim Recycler ankommt. In der anschließenden Diskussion kam so ein bisschen auch die Frage auf, wie mache ich es denn jetzt mit den vielen verschiedenen Verpackungsfolien? Du hattest vorgeschlagen, aufdrucken von so einem Tracer zum Beispiel. Um dem was mitzugeben? Im Prinzip wie so eine Kennung, also wie so ein Fähnchen. Ja, ich kann eine bestimmte Fraktion, die aus einer bestimmten Fraktion an Multilayerfolien, die man gerne und gut zusammen recyceln kann, die könnte man bündeln, könnte sagen, gut, das ist meine Fraktion 13. Und der Tracer würde das widerspiegeln und würde dann auch dafür sorgen, dass all solche Verpackungen auf Endstelle 13 gelegt werden. Was wäre ein Hauptvorteil neben der Produktidentifizierung im Vergleich zu den heutigen kaskadenförmigen Sortiersystemen? Seid ihr genauer, seid ihr schneller, seid ihr billiger? Was sind die Vorteile? Viel präziser, wenn ich jedes Objekt einzeln mal in die Hand kriege und durchmesse. Viel präziser auch durch die Tracer. Und nach unseren Rechnungen und so wie jetzt der Stand der Entwicklung ist, spätestens ab sechs Fraktionen, in die ich sortieren will, auch günstiger. Weil ich ja einfach nicht so viele Detektoren brauche, nicht so viele Sortierstufen habe, nur eine habe. Das rechnet sich dann. ### Zeiss-Kooperation: Gemeinsames Detektionssystem entwickelt Du hast zu Anfang schon gesagt, dass ihr kombiniert euer Detektionssystem für euren Tracer mit anderen. Ist das eine fertige Kiste, die man heute schon als Sortierer kaufen kann? Ist das die Vision, dass die Sortierer sich quasi bei euch so eine Kiste kaufen und da können dann alle Sortiersysteme mit angesteuert werden? Jemand, der eine neue Sortieranlage baut oder eine alte renoviert oder zum Beispiel eine neue Kunststoffsortierung einsetzen will, im Prinzip, der kann diese Kiste bei uns kaufen. Richtig. Es ist eine gemeinsame Entwicklung zusammen mit Zeiss. Ja, das ist das Geschäftsmodell. Und da steckt natürlich auch ganz viel Innovation drin. Wie du es richtig sagst, das ist eine Kiste, die ist abgeschlossen. Also sie hat praktisch an jedem Ort der Welt die gleichen Lichtbedingungen. Es trinkt kein Umgebungslicht ein und ist von daher auch bei den anderen Messtechniken präziser, hat mehr Potenzial, auch für die Objekterkennung. Du hattest gesagt, dass ihr so von 1000 Objekten 999 erkennt. Ist das so eine Genauigkeit, die auch im Industriemaßstab anzustreben ist? Also über 99 Prozent? Mit Tracer würde ich sagen kein Problem. Die Tracer-Detektion ist eigentlich der Schlüssel. Ohne Tracer erreicht man gute Detektionsquoten, aber hat Schwierigkeiten, an die 100 Prozent ranzukommen. Also zum Beispiel die 99 Prozent, wo jetzt EFSA sagt, naja, für Lebensmittelkontaktmaterial, wenn man das wieder in die Verwendung bringen will, sollte man 99 Prozent reine Vorsortierung haben, dass es mit Tracer recht problemlos machbar. Ohne Tracer schwierig. Im Moment haben wir auch hohe Verluste noch beim Sortieren und dann auch beim Recycling nochmal. Wie viel könntet ihr das verbessern? Habt ihr da Überlegungen angestellt? Wie hoch sind überhaupt die Verluste? Also in Europa 2020 laut Daten von Plastics Europe wird aus dem Verpackungsstrom ungefähr 25 Prozent in recyclingfähiges Compound übergeführt, bei Verpackungen selbst nur 6,5 Prozent eingesetzt. Wir könnten diese Recycling-Quote, also welcher Anteil macht das wieder einsetzbare Material am gesamten Input aus, durchaus von 25 auf 60 Prozent bringen. Unglaubliche Mengen CO2 dadurch sparen. Ja, also so die Kunststoffindustrie weltweit erzeugt etwa 8 Prozent der CO2-Emissionen aller CO2-Emissionen. Das ist viel. Und wenn man das mal hier durchrechnet, kalkuliert, könnten wir mit unserem Verfahren durchaus zwei Prozent einsparen. Hört sich für mich nach einem wettbewerbsfähigen System an. Wie sieht der Zeithorizont aus? Wann rechnet ihr mit einer Einführung vielleicht sogar auch schon im Verpackungsmarkt? ### Roadmap 2024: Praxisversuche und Markteinführung geplant Gibt es da schon irgendwie eine Roadmap? Ja, es gibt eine Roadmap. Wir werden Ende September, im Herbst werden wir unsere Demo-Anlage in Freiburg in Betrieb nehmen mit Verpackungen, wo man dann sehr, sehr viel sehen kann, wo man dann auch Testfahrten kann. Aber es ist eigentlich schon das nächste in Planung, nämlich eine industrielle Pilot-Anlage, eine große Sortieranlage, in dem man dann auch tatsächlich Abfall, tun wir jetzt auch schon, aber ein bisschen gewaschen wenigstens, wo man dann richtig Abfall verarbeiten kann. Das ist in Planung, hoff mal, 2024 anzugehen. Aber man kann dieses Jahr schon Versuche fahren, die sehr nah an der Realität sind. Wunderbar passt zu unserem Konzept, immer die Entwicklung dann zu präsentieren, wenn sie marktreif werden. Und das ist bei euch der Fall. Vielen Dank für dieses kurze Interview. Danke, herzlichen Dank. **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung **Schlagwörter:** jochen_moesslein, Referenteninterview, SP-06-23 --- ### [Hilmar Heithorst definiert Nachhaltigkeit vor allem sozial](https://inno-talk.de/hilmar-heithorst-definiert-nachhaltigkeit-vor-allem-sozial/) **Published:** Juli 27, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Hilmar Heithorst von Expense Reduction Analysts im Interview mit Karsten Schröder beim Expertentreff Barrierefolien am 22. und 23. Juni 2023 in Würzburg. Nachhaltigkeit geht uns alle an. Ökonomisches, ökologisches und soziales Gleichgewicht ist Nachhaltigkeit. Nicht nur die Verbesserung der Kreislaufwirtschaft, sondern gerade der Umgang mit Mensch und Natur muss stärker berücksichtigt werden. Und genau hier hat Flexpack seine Stärke, denn die Schutzfunktion ist per se sozial und meist auch sehr ökonomisch. Nun gilt es, die Nebenwirkungen von Flexpack zu begrenzen – daran arbeiten wir alle, so Hilmar Heithorst. Würzburg im Juni 2023Zugang zu allen Vorträgen und Unterlagen können Sie hier erwerben: Auch hier verfügbar: - [Inno-Talk.de](https://www.inno-talk.de/podcast) - [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) - [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) - [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk) - [deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) ### Verwandte Episoden - [Was haben Druckfarben mit Nachhaltigkeit zu tun?](https://inno-talk.de/was-haben-druckfarben-mit-nachhaltigkeit-zu-tun/) - [Sabrina Schmidt vom IÖW spricht über die Bewertung der Nachhaltigkeit von Verpackungen](https://inno-talk.de/sabrina-schmidt-sprich-ueber-bewertung-der-nachhaltigkeit-von-verpckungen/) - [In-House Schulungen zu Polyethylen, Lebensmittelverpackungen und Nachhaltigkeit](https://inno-talk.de/in-house-schulungen-zu-polyethylen-lebensmittelverpackungen-und-nachhaltigkeit/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Spreche hier mit Hilmar Heithorst. Er hat einen tollen Vortrag gehalten hier beim Expertentreff. Barrierefolien. Du hast aber gar nicht über Barrierefolien so richtig gesprochen. Was war dein Hauptthema? Das Hauptthema ist der Überblick zum Thema Nachhaltigkeit. Wie setze ich so was auf? Wie formuliere ich überhaupt mal so eine Art Roadmap, also so ein Weg? Wie kann ein Unternehmen nachhaltig anfangen zu wirtschaften? Welche Aspekte müssen berücksichtigt werden? Und ob das dann eine Barrierefolie ist oder eine Einkaufstüte oder ein Surfboard ist letztlich nicht so relevant? Also wir haben erstmal den Begriff Nachhaltigkeit geklärt. Du hast ja sehr stark auch betont, dass der soziale Aspekt eine wichtige Rolle spielt bei der ganzen Debatte um Nachhaltigkeit. Wir als Folienleute diskutieren eigentlich Nachhaltigkeit immer nur als Synonym für Kreislaufwirtschaft. Fehlt da was in unserer Debatte? Müssten wir mehr über andere Dinge sprechen? Naja, jeder ist natürlich bemüht erst mal das zu diskutieren, was für ihn am leichtesten zugänglich ist. Und wenn wir über Nachhaltigkeit reden, ist gerade für die Kunststoffler natürlich immer Recycling und wie kann ich weniger? Dünner, keine Ahnung, fester ist das einfachste, ist das zugänglichste. Aber Nachhaltigkeit ist eben, wie ich es im Vortrag dargestellt habe, ein Drei-Säulen-Modell, ist ein ganzer Blumenstrauß an unterschiedlichen Aspekten. Und ja, das ist dann zum Teil auch sehr schwierig zugänglich. Oder wie du selber dann nach dem Vortrag gesagt hast, boah das ist aber staubtrocken. Genau und was ist da genau das Angebot, was du machen kannst? Wenn jetzt jemand, und wir müssen ja in den größeren Unternehmen demnächst Nachhaltigkeitsberichte machen, wenn jemand anfangen will, wie kannst du ihm helfen? Was kannst du da tun? Ja zunächst einmal sind ja nicht nur die Großen. Die Großen müssen es gesetzlich machen, die werden sich aber natürlich entlang ihrer Lieferkette bis zum kleinsten Schraubenlieferanten, Tütenlieferanten vorarbeiten und auch von dem Nachhaltigkeitsberichte erwarten. Und was wir eben anbieten, ist einfach eine Hilfestellung zu sagen, hey wir setzen uns mit deinen Leuten an den Tisch. Vielleicht hast du sogar schon im Unternehmen einen, der sich um das Thema Nachhaltigkeit kümmern soll und wir erarbeiten zusammen ein Konzept, einen Strategieplan. Wie gehst du vor? Wie gehst du am besten vor in deinem Unternehmen? Wer ist für was verantwortlich? ### Mitarbeiterbewusstsein als Nachhaltigkeitsfaktor Wer liefert Daten? Nachhaltigkeit ist ein Bewusstsein für alle Mitarbeiter. Da müssen alle dran mitarbeiten. Das kann nicht nur der Geschäftsführer sagen, ich werde jetzt nachhaltig und der Rest seiner Truppe sagt, ja danke und wie? Das funktioniert nicht. Nachhaltigkeit wird auch gesetzlich geregelt, hast du eben schon erwähnt. Das ist ein europäisches Gesetz, wenn ich das richtig verstanden habe, was wir im Moment diskutieren. Ist da noch mehr im Schwange? Was kommt da auf uns zu? Das ist genau das Problem. Nachhaltigkeit ist heute primär von der gesetzlichen Regelung ein europäisches Thema. Das wird uns und das müssen wir ausbalancieren, noch lernen auszubalancieren. Das wird uns im globalen Kontext schnell auf die Füße fallen, wenn wir es nicht nach außen tragen oder wenn wir, das ist sehr unpopulär, nicht auch eine Art von Handelsbarriere aufbauen und sagen, hey, wir wollen eben bei uns nur nachhaltige Produkte haben. Um das noch auszubalancieren, ich glaube nämlich nicht, dass Amerikaner, Südamerikaner und Asiaten in den nächsten Jahren eine ähnliche Gesetzgebung auf den Weg bringen werden, wie wir es in Europa getan haben. Die erklären uns mit Verlaub zum Teil auch für verrückt. Aber wir machen es trotzdem. Was motiviert uns denn? Das Bewusstsein, dass es nicht anders geht, dass der Rohstoffverbrauch, Stichwort dieser Global Earth Day, wie viel unserer Weltenressourcen verbrauchen wir jedes Jahr, nämlich ein Mehrfaches, und es geht eigentlich nicht anders. Wir müssen in Sachen Energiekonsum, in Sachen Rohstoffverbrauch, müssen wir eben runter, müssen unser Leben umstellen. Das ist hart, das wird auch Einsparungen erfordern, also bei jedem anderen ein wenig Luxusverzicht, das alles zu kommunizieren, gleichzeitig aber auch Schwellenländern zu sagen, ihr dürft euch nicht ganz so schnell oder bitteschön nur nachhaltig entwickeln. Da haben wir auch sehr viele soziale Spannungen. Wir Europäer versuchen, Afrikanern zu erklären, bitteschön entwickelt euch nachhaltig, also bremst euren Luxus und die gucken uns natürlich an und sagen, Leute, so habt ihr 100 Jahre lang gelebt. Das ist ein Spagat, den aufzulösen, hat glaube ich keiner Patentrezept. Muss einfach Stück für Stück wahrscheinlich passieren. Wir beiden haben gestern auf der Mainbrücke schon diskutiert, haben gesagt, Mensch, eigentlich ist weniger. Ich selber habe es erlebt, bin aus 200 Quadratmeter Wohnfläche auf 100 Quadratmeter umgezogen und ich war glücklich, als mein vier Meter breiter Kleiderschrank leer war und das alles ins Auto verpackt war und der Rest eben entsorgt. Bei dir ist es ein anderes Hobby. Was machst du, wenn du nicht gerade Nachhaltigkeitskonzepte entwickelst? Dann gehe ich häufig. Ich habe ja das Glück eines Standorts in München. Wir gehen sehr viel in die Berge. Ja, also auch letztes Wochenende wieder, da ist dann wieder was am Dachstein und nächstes Wochenende machen wir wieder Bergtouren. Ja, es ist tatsächlich in den letzten Jahren weniger geworden in Sachen Fliegen, in Sachen private PKW-Nutzung. ### Nachhaltige Lebensweisen im Alltag Man kann auch öffentlich mit öffentlichen Mitteln in die Berge fahren. Die Berge. Und das macht einen nicht unglücklich, wie man die ansieht. Hoffe ich. Danke für dieses kurze Interview. War schön. **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk **Schlagwörter:** hilmar_heithorst, SP-06-23 --- ### [MDO-PE aus dem Baukasten](https://inno-talk.de/mdo-pe-aus-dem-baukasten/) **Published:** August 3, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Prof. Dr. Achim Grefenstein von Constantia Flexibles im Interview mit Karsten Schröder beim Expertentreff Barrierefolien am 22. und 23. Juni 2023 in Würzburg.* Das 3-stufige Baukastensystem für Barrierefolien ist die Innovation. Reine Wasserdampfbarriere, Wasserdampfbarriere mit Sauerstoffbarriere oder Ultrahochbarriere ähnlich Aluminium. Das alles gibt es jetzt von Constantia Flexibles als Monofolie. Der Schlüssel dazu ist die MDO-Technologie. Darunter versteht man das monoaxiale Verstrecken, in diesem Fall von PE (Polyethylen) oder auch PP (Polypropylen). Hinzu kommt immer eine Siegelschicht, die an die Anwendung angepasst werden kann. Neu ist ebenfalls, dass diese MDO-Folien auch Marktbegleitern zur Verfügung stehen, um die Skalierung für ein effizienteres Recycling schneller zu erreichen. Würzburg im Juni 2023Zugang zu allen Vorträgen und Unterlagen können Sie hier erwerben: Als Podcast ist die Episode auch verfügbar unter: - [Inno-Talk.de](https://www.inno-talk.de/podcast) - [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) - [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) - [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk) - [deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [MDO-PE Folien mit verbesserte Polymeren](https://inno-talk.de/mdo-pe-folien-mit-verbesserte-polymeren/) --- ## Transkript Professor from Constan operating statement. Dieser Paragraph lässt sich nicht sinnvoll korrigieren, da unklar ist, was gemeint ist. Handelt es sich um: – Einen unvollständigen Satz? – Eine fehlerhafte Transkription? – Einen Namen wie „Karsten“ statt „Constan“? \*\*Bitte stelle die vollständigen Transkript-Paragraphen bereit\*\*, damit ich sie gemäß deinen Richtlinien korrigieren kann. Ich warte auf: – Längere, zusammenhängende Textpassagen – Mehrere Paragraphen zur Korrektur – Klarheit über den Kontext (wer spricht, worum geht es?) Dann kann ich präzise nach deinem Schema arbeiten. **Kategorien:** Barrierefolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung **Schlagwörter:** achim_grefenstein, Referenteninterview, SP-06-23 --- ### [Blasfolien mit monoaxialer Verstreckung](https://inno-talk.de/blasfolien-mit-monoaxialer-verstreckung/) **Published:** August 10, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Ein Interview mit Thomas Schmitt von Reifenhäuser.* Die Nachfrage nach mehrschichtigen Blasfolienanlagen von Reifenhäuser steigt kontinuierlich, nicht zuletzt wegen neuer, als recyclefähig klassifizierbarer Folienverbunde, so Thomas Schmitt im Interview und in seinem Vortrag in Würzburg am 22. und 23. Juni 2023. Einer der Trends ist die monoaxiale Orientierung. Dank der monoaxialen Orientierung verbessern bspw. Barrierematerialien, wie EVOH, ihre Eigenschaften, während der Anteil am Gesamtfolienverbund auf < 5 % reduziert wird. Somit schafft man eine recyclefähige Verpackung, die gleichzeitig ausreichende Barriere-Eigenschaften gewährleistet. Die Anwender und Brand-Owner müssen nun die Produktideen annehmen und umsetzen. Eine Besonderheit beim Verstrecken einer Blasfolie bei Reifenhäuser ist, dass der Verstreckprozess unmittelbar nach den Abzugwalzen stattfindet. Erst im Anschluss folgt das Wendestangensystem und eine sehr lange Relaxierungsstrecke bis zum Wickler, was qualitative, energetische und nicht zuletzt wirtschaftliche Vorteile für die Hersteller bringt. Das monoaxiale Verstrecken in der Gießfolie bietet sich vor allem bei größeren Mengen an. Die Anlagen haben einen höheren Ausstoß, sind komplexer und daher erst bei größeren Tonnagen wirtschaftlicher als Blasfolienanlagen – so die Faustregel. Würzburg im Juni 2023 Zugang zu allen Vorträgen und Unterlagen können Sie hier erwerben: Als Podcast ist die Episode auch verfügbar unter: - [Inno-Talk.de](https://www.inno-talk.de/podcast) - [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) - [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) - [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk) - [deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) - [Lebensmittel- und Pharmaverpackungen aus Monofolien](https://inno-talk.de/lebensmittel-und-pharmaverpackungen-aus-monofolien/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Ich spreche hier mit Thomas Schmidt auf der Barrierefolientagung in Würzburg. Thomas, du hast gestern einen Vortrag gehalten über das Recken von Folien. Du hast ein bisschen philosophiert, auch über MDO und biaxial orientierte Folien. Du hast gesagt, vor Jahren hättet ihr die letzte Mono-Materialanlage, also Monolayer-Materialanlage produziert. Wo geht die Reise hin bei der Extrusionstechnik im Moment aus Sicht von Reifenhäusern bezüglich auf Polyethylen-Extrusionen? Wir sind im Polyethylenbereich immer noch in der Masse. Der große Anteil in der Blasfolienewelt sind das nach wie vor 3- bis 5-Schichtanlagen. Und da ist jetzt noch nicht wirklich ein Trend zu erkennen, weil das schon immer der Kernfokus war. 60% der Anlagen, die wir bauen, sind 3- bis 5-Schicht. Und damit beginnt dann die Sonderwelt, wo man mit 7-, 9-, 11-schichtigen Anlagen Spezialitäten macht. Wir merken aber doch, dass sich die Anwendungen in dem 9-Schichtsegment verändern. Nicht immer muss eine 9-Schichtfolie für eine Barriere gemacht werden. Und der Trend mit Fokus auf Recycling, auf Wiederverwertbarkeiten, der zieht sich durch. Und jetzt merken wir mit Technologien, die wir Gott sei Dank haben, inline verstrecken einer Folie, bringen ja da Ansätze, dass man All-PE vorsichtig formuliert. Also mit in der Rezeptur kleiner 5% befindlichen speziellen Polymeren Folien zu dem Ergebnis bringt, dass die Qualität, also eine Barriereeignung, sich verbessert durch das Recken. Und diese Technologie haben wir mittlerweile logisch in der Blasfolie als auch in der Karstschiedanlage integriert. Und haben das auch im Technikum, da kann jeder gerne kommen, weil wir Verkäufer reden gerne und viel. Aber man kann es sich angucken und zeigen und auch für die speziellen Produkte, die jemand sich ausdenkt, testen. Ich habe wahrgenommen, dass eure Technik sich ein bisschen unterscheidet von anderen. Ihr habt das Recken zum Beispiel bei der Blasfolie oben angesiedelt. Was ist der Grund dafür? Ehrlich gesagt, der Grund ist die Entwicklung, die wir gemacht haben, auch wieder unter der Perspektive, eine Anlage energieeffizient zu gestalten. Wir wissen alle, was wir letztes Jahr befürchtet haben, wo sich die Energiepreise hin entwickeln. Wir haben eine Technologie. Erster Schritt war, wir haben die Planlage, die mehr und mehr Bedeutung hat im Markt bei der Konfektionierung. Also eigentlich Schritte, die erst nach unseren Prozessen stattfinden. Haben wir gemerkt, der Wertschöpfung nimmt zu, wenn die Planlage noch besser ist. Und da haben wir halt irgendwann mal angefangen, haben gesagt, wir nehmen die Folie, bei der Blasfolie nach der Flachlegung und machen da, ich mache mal so ein bisschen so, jetzt sind wir bei monoaxialem Recken, nein, aber wenn ich 0,5 Prozent so mache, ist es eigentlich auch gereckt. Ich klemme eine Folie. Und aus dieser Idee, die Folie dort zu nehmen, wo sie am wärmsten noch ist, wo ich ein kleines Delta habe für diesen kleinen Reckprozess, da schnappe ich mir die Folie und mache das. Und da ist der zweite Schritt gewesen, da machen wir auch doch gleich das Recken. Und jetzt lernen wir so ein paar Vorteile, die sich da abzeichnen, dass wir weniger Energie reinstecken müssen, um die Folie eben auf Recktemperatur zu bekommen. ### Monoaxiale Verstreckung und Gießfolienverfahren Das Delta ist in der Regel 30, 40 Grad kleiner. Und ich habe da als einziger eine gereckte Folie, die danach erst in die Wendestange geht und von oben nach unten den Weg zum Wickler, eine sehr lange Relaxierungsstrecke. Und da gibt es im Moment sehr viele Rezepturen, die genau diese Anordnung mehr mögen, als wenn ich das wie früher kurz vor dem Wickler unten aufbaue. Technisch an sich, das Recken ist das Gleiche, die Maschine ist die Gleiche. Nun ist es so, es gibt ja noch ein zweites Verfahren, das Gießfolienverfahren, um Folien zu recken. Das ist auch schon relativ alt, auch monoaxial. Das Ganze tun wir, um Monomaterialverbundfolien herzustellen letztlich, um Barriere mit anderen Eigenschaften zu kombinieren. Wie ist das Verhältnis zwischen Gießfolie und Blasfolie bei euch aus Sicht des Maschinenbaus? Wie viel Tonnage läuft in der Gießfolie, wie viel läuft in der Blasfolie? Die Tonnage-Frage ist gemein, weil eine Gießfolie immer in einer wesentlich höheren bis zu Faktor 3 Kiloleistung unterwegs ist als eine Blasfolie. Ich habe allerdings eine wesentlich geringere Flexibilität in der Regel. Das heißt, ich sage immer gerne, eine Gießfolie, die leiste ich mir, wenn ich einen riesengroßen Markt und dann auch 1500 Kilo die Stunde oder zwei Tonnen die Stunde irgendwo durchschieben möchte. Und da ist der Reckprozess aber dann tatsächlich auch in der Folge relativ weit hinten am Wickler. Eine Blasfolie kaufe ich mir zwar mit dem Wissen, weniger Leistung zu fahren, also eher so 500, 600 Kilo. Dann aber bin ich sehr flexibel, weil ich leider auch, und das ist es laut meiner Kunden, viermal, fünfmal, sechsmal am Tag Rezepturen zu verändern und die Maschine zu spülen und umzuarbeiten. Und das würdest du ja auf einer Zweigtonnenmaschine, viermal am Tag die Farbe wechseln, nicht gut. Das ist der Grund. Aber der Anteil, um die Frage zu beantworten, ist 5 zu 1. Also fünfmal Blasfolie, einmal Chillroll. Die Eigenschaften der Folie, die von der Chillroll kommen, sind ja auch in der Regel etwas unterschiedlich. Wir haben ja andere MFIs, wir haben bei der Blasfolie mit Blasenstabilität erstmal zu kämpfen müssen, deswegen auch andere Polymere zum Teil einsetzen. Kann man denn die gleiche Folie auf einer Blasfolie machen wie auf einer Gießfolie? In der Endanwendung ja. Also die Basis ist immer die gleiche. Es sind immer Polyolefine dabei, es sind Haftvermittler, es sind Barriereoptimerer wie EVOHs, Polyamide dabei. Grundsätzlich ja, das kann man, aber auch da an der Stelle sind andere Rohstoffe, wie du das richtig gesagt hast. Die Problematik muss man da sich stellen. Und dann entscheidet man also nach Flexibilität und nach Anwendung, welches Verfahren ich tatsächlich nehme? Genau. Wo ist der Fokus? Was muss das Produkt leisten, letztendlich? Welche Schritte kommen, um ein Endprodukt zu haben? ### Interview-Abschluss und Verabschiedung Ganz lieben Dank für dieses kurze Interview. – Sehr, sehr gerne. Wie immer, sehr gerne. **Kategorien:** Barrierefolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung **Schlagwörter:** Referenteninterview, SP-06-23 --- ### [Podcast mit Interviews zum Expertentreff Barrierefolien 2023](https://inno-talk.de/podcast-mit-interveiws-zum-expertentreff-barrierefolien-n2023/) **Published:** August 28, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Hier liefern wir einen Zusammenschnitt der Kurzinterviews, die wir mit einigen Referenten im Juni 2023 in Würzburg führen konnten. [Jochen Mößlein](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=73891) spricht über Tracer im Polymer oder als Aufdruck auf Verpackungsmaterialien zur eindeutigen Rückverfolgbarkeit für ein besseres Recycling. [Thomas Schmitt ](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=79322)spricht über MDO-Technologie in der Blasfolie und warum es besser sein kann, oben am warmen Ende der Blase zu verstrecken. Bettina Dempewolf verabschiedet sich vom SKZ und wechselt zu Plastics Europe Deutschland. [Hilmar Heithorst](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=84395) spricht über die soziale Komponente bei den Bemühungen, nachhaltiger zu werden und erklärt, warum diese noch viel zu wenig beachtet wird. [Ben Raven](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=59715) stellt neue Polyethylene vor, die auch biaxial verstreckt werden können. Er ordnet den Stand der Entwicklung zeitlich ein und gibt Empfehlungen für die nahe Zukunft. [Prof. Achim Grefenstein](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=56498) empfiehlt sein Baukastensystem für gereckte Folien mit 3 Barrierestufen. Diese stehen auch Wettbewerbern zur Verfügung, um der Kreislaufwirtschaft den Turbo zu geben. Alle unsere Events finden Sie hier: [⁠Unsere Events bei | innoform-coaching.de⁠](https://www.innoform-coaching.de/veranstaltungen) Als Podcast ist die Episode auch verfügbar unter: - [Inno-Talk.de](https://www.inno-talk.de/podcast) - [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) - [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) - [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk) - [deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) ### Verwandte Episoden - [OneBARRIER – Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert](https://inno-talk.de/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) - [Interview with Dr. Daniele Borin (Taghleef Industries) about BOPP barrier films](https://inno-talk.de/interview-with-dr-daniele-borin-taghleef-industries-about-bopp-barrier-films-2/) - [Barrierefolien werden recyclingfähiger](https://inno-talk.de/barrierefolien-werden-recyclingfaehiger/) **Kategorien:** Barrierefolien, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung --- ### [Choosing the right packaging material for a greener future  ](https://inno-talk.de/en/choosing-the-right-packaging-material-for-a-greener-future/) **Published:** September 14, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **Example: paper or plastic film** The question of sustainability between film and paper packaging can be quite complex, as it depends on a number of factors, including manufacturing processes, the life of the material and recycling options. 1. **Production effort** **Paper packaging**: the production of paper is energy intensive and requires the use of large quantities of water. **Plastic film packaging**: plastic film production requires less energy and less water than paper production. 2. **Recyclability** **Paper packaging**: paper packaging is generally easier to recycle and compost, which gives it an advantage in terms of environmental sustainability. **Film packaging**: plastic packaging is currently more difficult to recycle. However, there is progress in the development of recyclable and biodegradable plastic films. With paper, on the other hand, seems to be slower as far as recyclability is concerned. However, progress in the removal of printing inks and adhesives can already be seen and smaller innovations are also still to be expected. 3. **Protective function** **Paper packaging**: paper does not always offer the best protection from moisture and gases, which can affect the shelf life of the product. Nor does it have the sealing ability to close a package tightly. However, paper can score points when opening a sealed or glued package. **Film packaging**: film packaging can provide a better barrier function, keeping the product fresh for longer and wasting less food, which can also have a positive impact on sustainability. Easy opening and resealing are also common features of film packaging today. To be able to make an informed decision, consider a life cycle assessment (LCA) that evaluates all environmental aspects from manufacturing to disposal. Typical parameters often used for simplification are the carbon footprint and the water footprint. These two values are intended to establish a comprehensible comparability. The smaller both footprints are, the more environmentally friendly the product is. However, sustainability consists of the three pillars of **economy**, **ecology** and **social** issues. All three pillars must be considered in a balanced way. An optimum must be sought between these partly competing aspects. In such complex decisions today, usually only the economic factor and the two footprints mentioned before are evaluated. However, work is being done on models that enable sustainability controlling – similar to financial controlling – at the push of a button. This is often still neglected in today’s discussion. Here, too, we initially focused only on environmental impacts and resource consumption. With this article, I would like to contribute again step by step to the objective discussion about the selection of packaging materials – to be continued. ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Kategorien:** Disposal / Recycling, Inno-Talk.eu --- ### [Die Wahl des richtigen Verpackungsmaterials für eine grünere Zukunft ](https://inno-talk.de/die-wahl-des-richtigen-verpackungsmaterials-fuer-eine-gruenere-zukunft/) **Published:** September 14, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **Beispiel: Papier oder Plastikfolie** Die Frage nach der Nachhaltigkeit zwischen Folien- und Papierverpackungen kann ziemlich komplex sein, da sie von verschiedenen Faktoren abhängt, darunter die Herstellungsprozesse, die Lebensdauer des Materials und die Recyclingmöglichkeiten. 1. **Produktionsaufwand** - **Papierverpackung**: Die Herstellung von Papier ist energieintensiv und erfordert den Einsatz von großen Mengen Wasser. - **Folienverpackung aus Plastik**: Die Produktion von Kunststofffolien erfordert weniger Energie und verbraucht weniger Wasser als die Papierherstellung. 2. **Recyclingfähigkeit** - **Papierverpackung**: Papierverpackungen sind im Allgemeinen leichter zu recyceln und kompostierbar, was ihnen in puncto Umweltverträglichkeit einen Vorteil verschafft. - **Folienverpackung**: Kunststoffverpackungen sind derzeit noch schwerer zu recyceln. Allerdings gibt es Fortschritte in der Entwicklung von recycelbaren und biologisch abbaubaren Kunststofffolien. Beim Papier hingegen scheint die Entwicklung langsamer voranzugehen, was die Recyclingfähigkeit angeht. Fortschritte beim Entfernen von Druckfarben und Klebstoffen sind aber schon zu sehen und kleinere Innovationen auch noch zu erwarten. 3. **Schutzfunktion** - **Papierverpackung**: Papier bietet nicht immer den besten Schutz vor Feuchtigkeit und Gasen, was die Haltbarkeit des Produktes beeinträchtigen kann. Auch die Siegelfähigkeit zum dichten Verschließen einer Verpackung ist nicht gegeben. Papier kann jedoch beim Öffnen einer versiegelten oder verklebten Verpackung glänzen. - **Folienverpackung**: Folienverpackungen können eine bessere Barrierefunktion bieten, wodurch das Produkt länger frisch bleibt, und weniger Lebensmittel verschwendet werden, was sich ebenfalls positiv auf die Nachhaltigkeit auswirken kann. Auch leichtes Öffnen und Wiederverschließen sind heute gängige Eigenschaften von Folienverpackungen. Um eine fundierte Entscheidung treffen zu können, sollte eine Lebenszyklusanalyse (LCA) in Betracht gezogen werden, die alle Umweltaspekte von der Herstellung bis zur Entsorgung bewertet. Typische Parameter, die häufig zur Vereinfachung verwendet werden, sind der **CO2-Fußabdruck** und der **Wasser-Fußabdruck**. Diese beiden Werte sollen eine nachvollziehbare Vergleichbarkeit herstellen. Je kleiner beide Fußabdrücke sind, desto umweltfreundlicher ist das Produkt. Nachhaltigkeit besteht jedoch aus den drei Säulen **Ökonomie**, **Ökologie** und **Soziales**. Alle drei Säulen müssen ausgewogen betrachtet werden. Zwischen diesen teilweise konkurrierenden Aspekten ist ein Optimum anzustreben. Bei solchen komplexen Entscheidungen werden heute meist nur der ökonomische Faktor und die beiden genannten Fußabdrücke bewertet. Hier wird aber an Modellen gearbeitet, die ein Nachhaltigkeitscontrolling – ähnlich dem Finanzcontrolling – auf Knopfdruck ermöglichen. Das kommt in der heutigen Diskussion oft noch zu kurz. Auch hier haben wir uns zunächst nur auf die Umweltwirkungen und den Ressourcenverbrauch konzentriert. Mit diesem Artikel möchte ich schrittweise wieder einen Beitrag zur sachlichen Diskussion über die Auswahl von Verpackungsmaterialien leisten – Fortsetzung folgt. ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Kategorien:** Biofolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Letter, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten --- ### [21. Inno-Meeting - Alternative Materialien & Methoden](https://inno-talk.de/21-inno-meeting-alternative-materialien-methoden/) **Published:** September 18, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Liebe Expertinnen und Experten der flexiblen Verpackung, wir laden Sie herzlich ein, Ihr Wissen und Ihre Expertise bei unserem 21. Inno-Meeting „Alternative Materialien & Methoden“ zu teilen. Als anerkanntes Unternehmen der Flexpack-Branche in Deutschland und Europa sind wir bestrebt, den Bereich der flexiblen Verpackungen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Das Inno-Meeting hat sich als jährlicher Treffpunkt für Experten etabliert, die das Segment der flexiblen Verpackungen weiter voranbringen wollen. In diesem Jahr liegt der Fokus auf alternativen Materialien und Verfahren, die uns angesichts neuer Erkenntnisse und Herausforderungen wie dem Plastik-Bashing und den Anforderungen der Kreislaufwirtschaft zwingen, bestehende Konzepte und Lösungen neu zu bewerten. Wir laden Sie ein, Beiträge zu den folgenden Themen einzureichen: 1. Einsatzmöglichkeiten von Folienverpackungen zur Substitution nachteiligerer Systeme 2. Wege zur CO2-Neutralität von Einwegprodukten 3. Zukünftige Rolle von Recyclingfähigkeit und Entsorgungskosten 4. Einsatz von Biopolymeren und Papier in flexiblen Verpackungen 5. Potenziale faserbasierter Materialien in der Verpackungsindustrie 6. Alternativen zu Einweg-Folienverpackungen 7. Verpackungsvermeidung 8. Neue Business-Modelle Dies ist eine einzigartige Gelegenheit, Ihre neuesten Erkenntnisse und Innovationen mit einem Publikum von Branchenexperten zu teilen und dazu beizutragen, den Sektor der flexiblen Verpackungen zum Wohle der Umwelt und der Verbraucher weiterzuentwickeln. Bitte reichen Sie Ihre Abstracts bis zum **13. Oktober 2023** ein. Wir freuen uns auf offene und tabulose Diskussionen, die neue Perspektiven eröffnen und uns helfen, flexible Verpackungslösungen zu optimieren. Nutzen Sie die Gelegenheit, gemeinsam mit anderen Branchenexperten neue Wege zu beschreiten und die Zukunft der flexiblen Verpackungsindustrie zu gestalten. Vorschläge bitte direkt an ks@innoform.eu ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [OneBARRIER – Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert](https://inno-talk.de/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Biofolien, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Verpackungsdesign --- ### [IQpak: Nachhaltige, hybride Verpackung mit NFC-Chip ermöglicht Mehrweg mit Flexpack](https://inno-talk.de/iqpak-nachhaltige-hybride-verpackung-mit-nfc-chip-ermoeglicht-mehrweg-mit-flexpack/) **Published:** Oktober 23, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Podcast mit Johann Löning und Dr. Christian Beinert* In einer Welt, in der Nachhaltigkeit und Umweltschutz immer wichtiger werden, gibt es innovative Köpfe, die sich dafür einsetzen, unsere Verpackungsmaterialien umweltfreundlicher zu gestalten. Johannes Löning von Löning & Partner in Oldenburg und Dr. Christian Beinert vom Fraunhofer LBF in Darmstadt gehören zweifellos zu diesen Vorreitern. In einem interdisziplinären, geförderten Projekt haben sie IQpak entwickelt, eine hybride Verpackung mit bemerkenswerten Eigenschaften. Was bedeutet „hybride Verpackung“? Die IQpak -Verpackung besteht aus einem starren Verpackungskörper (System Layer), einem dekorierten Foliensleeve (Touch Layer) außen und einem Folieninliner (Content Layer) innen. Doch das beeindruckendste Merkmal ist der eingebaute NFC-Chip (Near-field communication). Diese Kombination macht IQpak zu einer recyclingfähigen und rückverfolgbaren Verpackungslösung. Aber das ist noch nicht alles. Der NFC-Chip eröffnet die Möglichkeit für ein völlig neues Pfandsystem, das sogar weltweit funktionieren kann. Die Idee hinter diesem innovativen Ansatz ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch effizient. Datenbanken, die das Pfand verwalten, sowie die erforderliche Sensorik und die Verpackung selbst wurden entwickelt und sind auf dem Weg zur weltweiten Verbreitung. Bereits erste Daten vom ifeu Institut zeigen, dass die Nutzung von IQpak dazu beitragen kann, über 40 % CO2 einzusparen. Dies ist ein erheblicher Beitrag zum angestrebten Ziel des Klimaschutzes. Auch neue Features durch den NFC-Chip und neue Gestaltungsmöglichkeiten wie die Lesbarkeit durch Smart-Phones weisen einen Weg hin zu neuen Geschäfts- und Vertriebsmodellen. Erwähnenswert ist auch das Gefühl einer hochwertigen Mehrweg-Lösung, die ihr Pfand wert ist und so die Rücklaufquoten fördert. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/10/Systemskizze-1024x443.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/10/Systemskizze.png)Die Entwicklung von IQpak ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie Innovation und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können. Dank des Engagements von Experten wie Johannes Löning und Dr. Christian Beinert können wir hoffnungsvoll in die Zukunft blicken, in der umweltfreundliche Verpackungslösungen wie IQpak einen positiven Beitrag zum Schutz unseres Planeten leisten. Auch verfügbar unter: [Inno-Talk.de](https://www.inno-talk.de/podcast) [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk) [deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722)Weiter Informationen und Kontaktmöglickeiten: Fraunhofer LBF IQpak Web: [IQpak – Home](https://www.iqpak.com/) Investoren ### Verwandte Episoden - [Zukunftsweisende und nachhaltige Flexpack-Lösungen](https://inno-talk.de/zukunftsweisende-und-nachhaltige-flexpack-loesungen/) - [PLIXXENT im Fokus: Polyurethan-Innovationen für nachhaltige Klebstofflösungen in der Flexpack-Industrie](https://inno-talk.de/?p=14479) - [Inno-Talk #38: Flexpack und Mehrweg](https://inno-talk.de/inno-talk-38-flexpack-und-mehrweg/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Hallo und herzlich willkommen zum Inno-Talk Podcast. Mein Name ist Karsten Schröder und wir sprechen wie immer über flexible Verpackung. Alles, was dazugehört und ich wünsche viel Erkenntnis gewinnt. Los geht’s. Ich begrüße heute im Inno-Talk Podcast zwei Gesprächspartner. Das haben wir nicht so oft hier bei Innoform. Diesmal ist es Johannes Löhning. Herzlich willkommen, Herr Löhning. Hallo. Und als zweiter Gesprächspartner haben wir zugeschaltet aus Darmstadt Dr. Christian Beinhardt. Ich begrüße Sie, Herr Beinhardt. Hallo, grüße Sie. Wir verzichten mal in diesem Podcast auf Titel und alle mögliche Etikette. Wir wollen um die Sache reden und wir fangen mal an. Herr Löhning, erzählen Sie mal, was macht überhaupt Ihre Firma Löhning und Partner? Ja, Löhning und Partner ist an sich ein kleines Unternehmen. Wir haben jahrelang uns als Berater in der Entwicklung von Leergutautomaten verdient gemacht, kann man fast sagen. Unter anderem gehen Balkendingssysteme auf unsere Initiative und unsere Entwicklung zurück. Aus der Erfahrung mit Leergutautomaten weiß man, man muss einen Bezug zu Verpackungen entwickeln, weil Leergutautomaten korrespondieren intensiv mit Verpackungen. Und aus diesem jahrzehntelang gewonnenen Know-how haben wir die Initiative entwickelt, nicht nur Automaten zu entwickeln, sondern jetzt auch eine Verpackung. Wenn Sie jetzt Leergutautomaten sagen, meinen Sie wirklich diese Leergutautomaten, die wir beim Einzelhandel sehen, wo wir unsere Getränkeflaschen wieder zurückgeben? Oder was meinen Sie damit? Oh ja, die meine ich, genau. Was ist daran das Schwierige eigentlich? So der Laie denkt, oh komm, die schmeiß ich da alle rein und fertig ist. Aber was steckt dahinter? Leergutautomaten sind multisensorische Systeme, wo allerlei Bildverarbeitungssysteme zum Tragen kommen. Und die Maschinen oder Automaten werden aufgrund der sensorischen Konfiguration in der Lage versetzt, eher bekanntes oder unbekanntes Leergut zu erkennen. Eine besondere Herausforderung stellen in diesem Zusammenhang Getränkekisten und deren Inhalt dar, weil im Grunde genommen ja nur eine topografische Beobachtung gegeben ist. Aber wie gesagt, das ist heute eigentlich alles Stand der Technik. Diese Systeme, die wir in Deutschland vor allen Dingen kennen, aus dem täglichen Gebrauch im Supermarkt oder beim Discounter sind sogenannte Single Handling Automaten. ### Pfandsystem für Kunststoff- und Glasflaschen Das heißt, der Konsument gibt Flasche für Flasche in diesen Automaten ein, um dann sein Leergut zurückzugeben und eine entsprechende Gutschrift zu bekommen. Das, was wir zuletzt entwickelt haben, sind sogenannte Bulk Handling Systeme, wo der Konsument in der Lage ist, große Mengen von Einzelgebinden einfach abzukippen, abzudampen und der Automat diese völlig unsortierten Mengen automatisch vereinzelt erkennt natürlich und entsprechend abrechnet. Stelle ich mir sehr komplex vor. Wie ist das denn überhaupt? Ist das nur auf Kunststoffe bezogen? Ist das auf Glasflaschen oder geht das alles durcheinander? Wie funktioniert das? Die Bulk Handling Maschinen mögen Glas, offen gesagt, nicht so gerne. Glas liegt zum Brechen und dann gibt es natürlich auch Verletzungsgefahren. Aber an sich können Bulk Handling Systeme ganz problemlos Dosen und Kunststoffflaschen gemischt annehmen, sortieren und natürlich auch erkennen. Wir wollen ja heute sprechen über ein neues Produkt IQpak. Was das genau ist, besprechen wir gleich noch. Aber das ist ja kombiniert mit flexibler Verpackung und starren Gebinden. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen? Na ja, Idee ist ja immer ein großes Wort, eigentlich keine Idee, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger Erfahrung und systematischer Arbeit. Wir haben ja heute eine Situation des Leergutautomaten, die ursprünglich mal gedacht war, Mehrweggebinde anzunehmen. Heute dominant sind im Bereich der befundeten Einwegflaschen. Nun ist Einweg immer die zweitbeste Antwort, auch wenn es befundet ist. Es hat aber natürlich herausragende Vorteile. Vorteile hinsichtlich Gewichte, Hygiene und so weiter. Und aus diesen Erfahrungen haben wir einfach ein symbiotisches Produkt entwickelt, was mit den Vorteilen aus beiden Systemen ein neues Produkt ergibt, nämlich IQpak. Das ist ja wirklich hochspannend. Wir in der Flexpack-Industrie träumen ja schon lange von Mehrwegsystem bzw. von einem Refundsystem, aber man kann sich einfach schwer vorstellen, dass ein Bombonwickler irgendwie befundet wird. Sie lösen das anders. Sie gehen jetzt erst mal von einem großen Gebinde aus, wo auch Folie eine Rolle spielt. Da gehen wir gleich darauf ein. Ich möchte erst mal reinholen Herrn Dr. Christian Beinert vom Fraunhofer. Vielleicht erklären Sie mal ganz kurz, was sind eigentlich die Merkmale dieses IQpak-Systems? Ja, wenn man auf das IQpak-System schaut und vielleicht auch einen Vergleich zu bekannten Mehrwegsystemen zieht, dann ist es ja so, dass bei klassischen Mehrwegsystemen für die Aufreinigung typischerweise ein Waschprozess erforderlich ist, der eine hohe Energieintensivität hat und natürlich auch Waschchemikalien benötigt. Und da liegt so die absolute Neuerung im IQpak-System, dass man sagt, man hat ein Mehrwegsystem, welches auf solche Waschprozesse verzichten kann. ### IQ-Pack-Systemstruktur: Content- und Handling-Layer Und wie kann das erreicht werden? Da müssen wir ein bisschen in die Struktur von dem IQpak-System hineinschauen. Der Kern des IQpak-Systems ist sozusagen der System-Layer, der eine mechanische Steifigkeit aufweist, der eine Intelligenz über einen NFC-Chip aufweist. Da werden wir sicherlich dann auch noch mal drüber sprechen, welchen Mehrwert das sozusagen bringt und sozusagen von außen durch sehr dünne Folien geschützt ist und von innen auch. Das heißt, wir haben einen Content-Layer, mit dem sozusagen das Füllgut in Kontakt kommt und wir haben ein Handling-Layer für das Handling dieses IQpak-Systems. Und über ein Refurbishment-Prozess hat man jetzt die Möglichkeit, diese sehr dünnwandigen Strukturen auszutauschen und zu ersetzen und dann das gesamte System sozusagen wieder in den Umlauf zu bringen. Sie waren so freundlich, haben ja vorab schon mal so ein paar Abbildungen und Studien zur Verfügung gestellt. Da habe ich sofort an die Pringles-Dose gedacht oder an My Muesli-Wickeldose. Ist das so die Form, die Sie sich auch langfristig vorstellen? Habe ich das ungefähr richtig eingeordnet? Also jetzt von der geometrischen Betrachtungsweise. Also die Geometrie ist eigentlich recht flexibel, muss man sagen. Das ist auch ein großer Vorteil von dem IQpak-System. Das heißt, in Kombination mit den Content-Layern oder den Materialien für die Content-Layer und der Geometrie. Und das kann durchaus eine, ich sage mal, eine Becherform sein oder auch eine Geometrie, die Sie gerade genannt haben. Kann aber auch ein Tray sein oder kann, ich sage mal, ähnlich einer Bowl sozusagen aufgebaut sein. Und durch diese Kombination aus Geometrie und den Content-Layern ist sozusagen dieses gesamte System dann für unterschiedlichste Füllgüter adaptierbar. Das heißt, nicht nur vielleicht für Getränke, Softdrinks, sondern auch vielleicht für Milchprodukte, Säfte, aber auch Lebensmittel aller Art. Das heißt, da sind wir entsprechend flexibel. Welche Rolle spielt denn das Fraunhofer-Institut in Darmstadt überhaupt bei dieser Entwicklung? Das haben wir noch gar nicht besprochen. Das will ich jetzt gerne nachholen. Ja, das stimmt, können wir gerne machen. Also Fraunhofer LBF in Darmstadt beschäftigt sich, ich sage mal, grundsätzlich übergeordnet mit Fragestellungen rund um das Thema Lebensdauersicherheit, Zuverlässigkeit von Materialien, Bauteilen und Gesamtsystem. Und das im ersten Schritt auch unabhängig der Materialklasse. Wir im Bereich Kunststoffe des Fraunhofer LBF haben natürlich den Fokus auf die Kunststoffe und wir betrachten hier entlang der Wertschöpfungskette sozusagen zum einen der Einfluss von äußeren Umgebungsbedingungen auf den Werkstoff Kunststoff. Das kann Temperatur, UV, unterschiedlichste Medienlasten sein, aber natürlich auch mechanische Lasten, die da eine große Rolle spielen. Wie altern solche Materialien und ist ja mal aktuell ein sehr, sehr großes Thema, ist natürlich auch die Frage, wie können Kunststoffe ideal ertüchtigt werden, um sozusagen im Kreislauf verbessert geführt zu werden? Wie können solche Materialien stabilisiert werden? Was bedeutet das für die Prozessierung, die Verarbeitbarkeit und die Bauteilauslegung? Und wenn wir sozusagen davon kommend auf IQpak schauen, dann ist es so, dass das Fraunhofer LBF in der Entwicklung von dem IQpak ich sage mal mit der Kunststoffkompetenz auf die Entwicklung, Bewertung unterschiedlicher Konzepte. Wie kann ein solches Mehrschichtsystem aufgebaut werden, was den Anforderungen von IQpak gerecht wird und man hat dann sozusagen eine Bewertung durchgeführt, hinsichtlich des IQpak-Konzepts hat ein Konzept ausgewählt. ### IFOI-Studie zur praktischen Umsetzbarkeit Und bei dieser Auswahl standen natürlich Fragestellungen rund um das Thema große eintaugliche Umsetzung, eine Rolle wie am erste ökobilanztechnische Betrachtung durchgeführt, die wir dann aber auch noch mal vom Institut für Energie- und Umweltforschung IFEU haben bestätigen lassen und sozusagen basierend auf dieser Konzeptentwicklung sind wir dann verantwortlich für geeignete Materialien, Verarbeitungsverfahren, Umsetzung und Skalierung. Es ist ja alles hochspannend, wenn ich mir jetzt allerdings als Folienmensch vorstelle, ich habe jetzt diese optimale, optimierte Folie, die ist besonders dünn, die umhüllt das Lebensmittel perfekt. Ich habe eigentlich nur das Problem, dass ich sie mehrfach verwenden kann und ich muss irgendwie die Entsorgung sicherstellen. Da kann ich mir das ja schwer vorstellen, dass ich dann, wenn ich jetzt ein solides Kunststoffmaterial noch drumherum packe, dass das irgendwie nachhaltiger sein soll. Sie haben eine IFEU-Studie eben erwähnt. Das IFEU ist ja bekannt auch in unserer Branche als anerkanntes Institut, was solche Lebenszyklusanalysen, auch das haben Sie eben schon genannt, anfertigt. Was sind denn so die Kernaussagen gewesen, was das IFEU jetzt so im ersten Schuss mal so in der groben Richtung festgestellt hat? Ist es wirklich nachhaltiger, wenn wir mehr Kunststoff einsetzen als mit dem reinen Chipsbeutel zum Beispiel? Ja, da kann ich gern was zu sagen. Also in diesen Voruntersuchungen und auch im Rahmen der Auswahl des Konzeptes für IQpak, hatte ich kurz adressiert, so erste eigene ökobilanztechnische Betrachtung gemacht, weil das natürlich ein ganz wesentlicher Aspekt ist. Wenn ein solches System, ich sage mal, auf den Markt kommt, dass da auch die ökologischen Vorteile auf jeden Fall sichergestellt sind. Was wir quasi bei unserem LBF als Erstes betrachtet haben, war einen Vergleich und zwar als Beispiel haben wir dann 500 Milliliter Mehrwegbecher sozusagen herangezogen, haben Vergleich gemacht. Energiebedarf waschen versus Energiebedarf dieses Refurbishment. Das heißt, die Entfernung der dünnwandigen Schutzfolien und Austausch dieser Content und Handling leer. Und bei dieser Bewertung haben wir festgestellt und wir haben uns natürlich da auf Daten bezogen, die zum Beispiel auch für Studien beim Deutschen Bundesumweltamt herangezogen wurde und haben wir festgestellt, dass in dem aktuellen System CO2-Einsparungen in Größe von 40 Prozent möglich sind. Und jetzt kommt natürlich genau die IFEU-Studie, die sie genannt haben, da zum Tragen. Dadurch, dass wir als Frauen auf LBF jetzt nicht den Fokus auf solche Ökobilanzierung haben, haben wir die Studie sozusagen in Auftrag gegeben, als Kurzgutachten, ob die Annahmen, die wir da getroffen haben, so weit zutreffend sind oder ob wir da tatsächlich sehr, sehr grobe vielleicht Fehler eingebaut haben. Aber das Gutachten hat gezeigt, dass die Annahmen, die wir getroffen haben, tendenziell eher zu konservativ sind. Das heißt, das Potenzial für die CO2-Einsparung für das System liegen höher als die benannten 40 Prozent unter der Annahme, dass man Neuwarematerial einsetzt. Und im Weiteren hat dieses IFEU-Gutachten auch herausgearbeitet, dass durch diese digitale Integration des IQpak-Systems, welches über diesen NFC-Chip in Kombination mit einer Datenbank möglich ist, ökologische Vorteile bestehen hinsichtlich der Produktionsplanung, Steuerung des Mehrwegpools. Und im Weiteren wurde auch adressiert, dass gerade für beispielsweise Milchprodukte eigentlich keine wirklich etablierten Mehrwegsysteme am Markt sind und da ein sehr hohes Potenzial gesehen wird. Hochspannend. Herr Löhning, ich will Sie nochmal reinholen. Ich habe das jetzt verstanden. Wir bleiben bei diesem Bild der Pringles-Dose. Da kann man sich, glaube ich, im Podcast ganz gut was unterfaschen. Das heißt, Sie haben jetzt irgendwie einen zylindrischen Körper. Innen ist eine Funktionslage drin, außen ist eine Dekorationslage drüber. Welche Rolle spielt denn jetzt eigentlich diese NFC-Technologie, die gerade angesprochen wurde? Ja, NFC ist ja ähnlich wie RFID, arbeitet nur in einem anderen Frequenzband. Wir haben deswegen einen NFC-Chip gewählt, erstens weil er preiswerter ist und zum anderen, weil er ganz wichtig mit allen gängigen Smartphones interagieren kann. Der NFC-Chip gibt der Verpackung eine Adresse eigentlich nicht mehr. ### NFC-Chip Seriennummern und Datenbank-Management Also jede Verpackung hat eine eineindeutige Seriennummer. Und mit dieser Seriennummer können wir jede Verpackung wirklich managen, verwalten. Hinter dem NFC-Chip steckt die sogenannte IQpak-Datenbank. Die ist auch schon live geschaltet. Und diese Datenbank verwaltet jeden einzelnen Chip, jede einzelne Seriennummer. In dieser Datenbank wird der Fund-Status zum Beispiel verwaltet. Also hat das jeweilige IQpak noch ein aktives Fund oder wurde es bereits zurückgegeben und das Fund abgewickelt? Die gesamte Fund-Historie ist über die Datenbank abzuwickeln, einschließlich des sogenannten Fund-Clearings. Das ist ein ganz wichtiges Thema, wird hier wahrscheinlich zu weit gehen. In der IQpak-Datenbank verwalten wir zudem die Zusammensetzung der jeweiligen Materialien, die wir im IQpak verarbeiten, sodass wir ein monomaterialbasiertes Recycling organisieren können. Also wenn das IQpak zurückkommt in die Refurbishing-Fabrik und auf die Maschine kommt, können wir genau erkennen anhand der Datenbank, dieses IQpak wurde aus dieser oder jener Materialkombination hergestellt und jeweils sortenreine Materialströme generieren. Was ganz wichtig ist in unserem Recycling-Prozess. Also der Chip managt im Grunde genommen das gesamte IQpak-System. Ist ja hochspannend, das heißt ja neben der Stabilisierungsfunktion des Hard-Kunststoffs, dieser Hard-Verpackung, wie wir das hier auch nennen, haben wir also auch noch den Chip, den wir mitgeben und haben dadurch auch sogar eine eindeutige Zuordnung von jedem Gebinde und wahrscheinlich sogar auch eine räumliche Zuordnung. Ist das auch möglich? Ja, ist theoretisch auch möglich. Wird man natürlich nicht so gerne machen, zumindest solange das IQpak beim Konsumenten in Umlauf ist. Datenschutz ist ein wichtiges Thema, aber das ist eine sehr gute Frage. Sie haben recht. Also in dem Moment, wo das IQpak in irgendein Wehrhaus zurückkommt, ist es natürlich ganz wichtig zu wissen, in welchem Wehrhaus befinden sich welche IQpaks in welcher Anzahl und wohin sollen sie logistisch gesteuert werden, um diesen Aufbereitungsprozess abzuwickeln. Ist ja hochspannend. Gehen wir da mal weiter Richtung Aufbereitung. Gehen wir noch mal zurück zu den Beinhardt-Kunststoffen. Wie weit sind Sie jetzt eigentlich grundsätzlich mit der Entwicklung des Verpackungssystems, will ich mal sagen. Ist das serienreif? Wo ist der Status ungefähr, dass wir unsere Hörer sich was vorstellen können? Ja, also der Stand sieht folgendermaßen aus. Ich meine, wir hatten jetzt ganz zu Beginn dieses Projektes relativ breit überlegt, wie können die, ich sage mal, gestellten Anforderungen an so ein neues Verpackungssystem erreicht werden und haben diese dann entsprechend bewertet und sind dann zu dem aktuellen strukturellen Aufbau von IQpak über diesen Dreischicht-Aufbau gekommen mit dem NFC-Chip etc. Und in dem Zusammenhang, nachdem das sozusagen fixiert war, haben wir geeignete Materialien für den Handling-Layer und den Content-Layer identifiziert und vorselektiert, vor allem mit Fokus darauf, wie dünnwandig kann man sozusagen eine solche Folie in ein solches System integrieren? Und vor allem, wie kann man eine solche Folie so dünnwandig ein System integrieren? Und dazu haben wir, ich sage mal, Materialien ausgewählt, haben Folienmaterialien bei uns hergestellt und sind dann in die Prozessentwicklung zusammen mit Maschinenherstellern eingestiegen und haben da die prozesstechnische Machbarkeit ist mal experimentell bestätigt und die Machbarkeit demonstriert. Das heißt, der Aufbau des Systems funktioniert und hat da sozusagen schon einen sehr, sehr hohen Reifegrad. ### Upscaling und kommerzielle Skalierungsstrategie Und in der aktuellen Phase, der wir uns befinden, ist es sozusagen eigentlich die Frage hinsichtlich Upscaling. Also wie kann sozusagen das System jetzt auf wirklich große Verarbeitungsmaschinen gebracht werden, um dieses Refurbishment umzusetzen, um den wichtigen Schritt der Skalierung zu gehen? Das heißt, die Grundentwicklung ist abgeschlossen. Die Machbarkeit auch auf solchen Anlagen ist demonstriert. Die Skalierung, an der wird sozusagen aktuell gearbeitet. Und parallel, aber das hat der Herr Löhne eben gerade schon adressiert, neben der natürlich der Entwicklung des Prozesses, ist natürlich die parallele Entwicklung dieses Datenbanksystems und die Integration von IQpak in dieses Datenbanksystem ein entscheidender Punkt, der parallel natürlich voran getrieben wurde und auch da einen recht hohen Status sozusagen erreicht hat. Das ist allerdings kein Thema am LBF, muss man sagen. Hochspannend. Ich gehe mal wieder zu Herrn Löhning. Die Datenbank macht ja auch die Rückführung möglich, das haben Sie eben schon angedeutet und auch nötig. Und vor allen Dingen ist das ja auch ein Teilziel, dass sie wieder quasi auch die flexible Folie, wenn sie auch nur ein Sleeve ist, innen und außen wieder zurückkriegen. Aber wie organisieren Sie das eigentlich mit der Rückführung? Wie geht das? Da haben Sie wahrscheinlich Erfahrungen aus Ihren Mehrwegsystemen oder wie geht das? Na ja, wir hoffen zunächst einmal, wir setzen auch darauf, dass ein Großteil der Verpackung über das klassische Netzwerk von Rücknahmeautomaten abgewickelt werden kann. Das ist ein Rücknahmweg, aber IQpak ist natürlich auch eine erhebliche Simplifizierung der bisherigen Rückgabeprozesse. Über den IQpak-Chip können wir, ich sag das mal bildlich, den intelligenten Altglas-Container aufstellen und bei der Abgabe den Chip in der Datenbank entwerten, sodass das Leergut wertlos wird. Das ist ganz wichtig. Wir haben ansonsten immer die Kombination Leergut und Wert aneinander gekoppelt. Und erst mit der Zerstörung oder physischen Annahme ist das Leergut im Grunde genommen vor einer weiteren Nutzung geschützt. Das ist bei uns anders. Wir können theoretisch im Freifeld Container aufstellen und über eine Rückgabeöffnung mit entsprechender Elektronik die Verpackung zurückgeben. Also wir setzen ganz erheblich auf eine Simplifizierung der Rückgabe. Wir setzen ganz erheblich darauf, dass auch soziale Interakteure, also sogenannte Fund-Sammler in dem System mit eingebunden werden, weil der Teilnehmer in dem System, auch ein Kiosk, eine Tankstelle, also typische Kleinstretailer, im Grunde genommen nur ein Smartphone benötigen, um die Rückgabe anzustoßen. Also großartige Infrastruktur, wie wir sie aus dem heutigen System kennen, wird zum Teil nicht benötigt oder wird möglicherweise gar nicht benötigt. Auch das könnte ja für so ein System einen erheblichen Kostovorteil dann hinterherwirken und vor allen Dingen auch einen Akzeptanzvorteil bei der Bevölkerung, wenn man nicht in jeden Supermarkt wieder sein mit seinem schmutzigen Leergut vielleicht zurück muss. Und es wird ja auch irgendwann dann viel. Herr Reinhardt, welches sind die am besten geeigneten Produkte aus Ihrer Sicht zum heutigen Zeitpunkt für IQpak? Was sollen wir reintun? Wir haben auch viele Hörer aus dem Bereich Marke, Abfüller und so weiter. Wer soll anfangen? Also für was ist IQpak geeignet? ### Anwendungsbereiche: To-Go und Getränkeverpackungen Also zum einen kann man natürlich einmal auf die Geometrie von solchen Verpackungen schauen. Da ist man natürlich recht flexibel. Fokus momentan natürlich zylindrisch oder rechte Geometrien von einer Becherstruktur bis, wenn die Höhe nicht groß ist, aber der Durchmesser größer, Bold-Strukturen, die sicherlich für die Umsetzung sehr gut geeignet sind. Und wenn man jetzt überlegt, wo kann IQpak sozusagen dann vielleicht auch direkt angewendet werden, dann bieten sich natürlich im ersten Schritt auch vielleicht Produkte an, bei denen jetzt noch kein einheitliches Fundsystem etabliert ist. Das heißt, es können zum einen vielleicht Verpackungen sein im To-Go-Bereich, hier nicht nur Fokus auf Getränke, sondern auch auf Lebensmittel und natürlich Bereiche, in denen aktuell eigentlich ein Mehrwegsystem kaum etabliert ist. Also Molkerei-Produkte, da gibt es bislang keine zufriedenstellenden Lösungen. Und gerade das Thema Molkerei-Produkte hat ja auch das eFoy-Gutachten nochmal so ein bisschen nach vorne geschoben. Also ich denke, das wären Punkte, da könnte man relativ gut mit IQpak ansetzen. Gibt es auch Überlegungen, Rechnungen Business to Business, dass man da vielleicht startet oder wollen Sie sofort Business to Consumer? Das habe ich bisher noch gar nicht so richtig verstanden für mich. Ich denke mal, wir adressieren im Moment Business to Consumer. Business to Business ist in der Tat ein interessanter Gedanke, den wir so noch gar nicht reflektiert haben, aber eine gute Anregung. Wäre ja grundsätzlich auch denkbar. Im Medizinbereich, denke ich mir, zum Beispiel könnte das sinnvoll sein, wo ja oft Kontamination eine Rolle spielt. Die dürfen gar nicht irgendwo in freien, in der Müllentsorgung oder so was. Ja, was auch denkbar ist natürlich im Bereich Großverbraucherverpackung, wenn ich an Ihren Gedanken anknüpfen darf. Aber ich will das noch kurz ergänzen. Wir haben natürlich hier mit dem Fraunhofer ein, würde ich sagen, nahezu perfektes Recycling-Konzept entwickelt. Und wir denken natürlich auch daran, in der Endverwertung Verpackungen herzustellen für Non-Food, um die gebrauchten, verbrauchten Content und Touchlayer in eine neue Verpackung zu generieren. Auch da haben wir ein Konzept in der Bearbeitung. Auch das wir natürlich pfandbasiert. Unser gesamtes System ist pfandbasiert, um eine Rückführung der Verpackungen zu einer geschlossenen Wiederaufbereitung und Wiedernutzung zu ermöglichen. Auch das ist ein neuer Ansatz. Genau. Wem gehört denn eigentlich das Gebinde? Wer muss das bei Ihnen kaufen oder wo kann man es überhaupt kaufen? Wie ist so die Idee vom Business-Modell her? Gute Frage. Also Einweg- oder Verpackungen, Pfandverpackungen werden ja initial immer beim Hersteller erworben und der erhebt das Pfand. Also ein Nutzer für die IQpak-Verpackung bei IQpak erwerben würde ein Pfand entrichten und in dem Moment, wo die Verpackung bei IQpak wieder zurückgeführt wird, wird dieses Pfand wieder erstattet. Das ist der übliche Kreislauf bei Pfandsystemen. Da sind wir nicht anders wie andere Pfandsysteme. ### Mehrweg-Recycling durch Sleeve-Eigentumsmodell Wie funktioniert das mit den Folien, das Sleeve innen und außen? Das würde dann bei IQpak auch nachher wieder dem Recycling zugeführt oder so ähnlich. Habe ich das gerade verstanden? Ja, genau. Und der Werkstoff dieses Sleeves würde auch, ich sage mal, ins Eigentum von IQpak übergehen, weil es gibt ja diese große Diskussion im Moment der Materialbank. Man denkt ja nicht mehr in Euro, sondern in Kunststoffpolymeren. Viele, die sagen, okay, Lidl macht das vor mit Presero. Ich will es ja mal hier beim Namen nennen. Andere tun das auch. Das heißt, die kaufen verpacktes Lebensmittel. Da ist Kunststoff mit dran als Verpackung und führen das dann im eigenen Kreislauf immer eine Runde. Das ist ja so eine Vision, die viele anstreben. Ist das auch etwas, was Sie sich vorstellen können für Ihre Kunden quasi? Das ist die konkrete Vision. Hochspannend. Die konkrete Vision ist, dass wir diese, das sind bei einer 500-Milli-Verpackung ca. 4 Gramm Austauschmaterialien, dass wir die im eigenen Kreislauf führen. So jetzt mal Butter bei die Fische, wie wir im Norden sagen. Mit welchen Kunden wollen Sie denn am liebsten starten? Haben Sie da so eine Prioritätenliste schon? Oder wen möchten Sie ansprechen? Ich will keine Namen nennen, sondern nur Branchen vielleicht, Herr Lönig. Ja, als Branchen. Wir stellen uns oder würden uns wünschen, mit einem oder mehreren der großen Player in der Fastfood-Industrie zu starten und mit einem oder auch gerne mehreren Player in der Mopro-Industrie. Das sind unsere Top-Targets. Hochspannend. Gerade Molkerei-Produkte sind ja auch Schnelldreher, die auch in großem Volumen umgesetzt werden. Das wäre natürlich ein toller Start. Ich habe eine holländische Kollegin, die hat mir gerade gesagt, in Holland wird jetzt auch das Dosenpfand eingeführt. 15 Cent statt 25 Cent. Ein Riesenaufruhr bei ihren Freunden in Holland, weil das alles nicht funktioniert, weil zu wenig Automaten da sind. Wie soll denn Ihr System, was ja ganz neu kommt, überhaupt in Europa funktionieren? ### Pannationales Pfandsystem ohne Ländergrenzen Ja, IQpak ist sozusagen das integrierte Europa, weil bisherige Pfandsysteme, nehmen wir mal zum Beispiel die Niederlande als kommendes Pfandsystem oder auch Dänemark, auch ein sehr etabliertes System, sind eigentlich immer nationalisiert. Also ein Konsument, der beispielsweise ein Produkt in Dänemark erwirbt, damit nach Deutschland geht und möchte das dann zurückgeben, wird es scheitern, weil die Automaten unterschiedlich konfiguriert sind, jeweils nationalisiert sind auf die nationalen Sicherheitssysteme. Bei IQpak ist das Pfand immer in der Datenbank gebunden. Es ist einerlei, in welchem Quellgebiet das Pfand generiert wurde. Und der Konsument kann pannational seinen Pfand zurückbekommen. Das ist auch ein interessanter Gesichtspunkt, den wir mit Vertretern der Europäischen Kommission erörtert haben, die natürlich sehr begeistert sind, weil das die gelebte europäische Idee ist. Im Grunde genommen, das ist jetzt ein bisschen übertrieben, aber im Grunde genommen würde IQpak bei entsprechender Verbreitung weltweit funktionieren. Eben durch diese digitalen Prozesse, was die anderen ja im Moment so noch nicht können. Es gibt ja auch andere Bemühungen, hatten wir im Vorgespräch schon darüber gesprochen, dass es auch da Bemühungen gibt, Kreisläufe zu schließen, aber immer in Kunststoffkreisläufe. Ich komme noch mal zu Herrn Beinhardt. Sehen Sie eigentlich eine Konkurrenzsituation von IQpak zu zum Beispiel Flaschen? Oder ich habe jahrelang Standbeutel entwickelt zu Standbeuteln oder so etwas? Oder ist das eher eine Ergänzung? Gibt es eine Kannibalisierung? Wie schätzen Sie das aus Ingenieurssicht eigentlich ein? Jetzt gar nicht mal Marketing getrieben? Ja, also ich würde sagen, die Systeme ergänzen sich eigentlich sehr gut. Wenn man jetzt auf Flaschen schaut, dann muss man sagen, Flaschen sind, ist ja im Hintergrund ein sehr etabliertes Pfandsystem, Rücknahmesystem und auch entsprechende Verwertungsstrategien. Das heißt, da muss man schauen, an welcher Stelle bietet IQpak hier gegebenenfalls Vorteile? Und das bietet sicherlich an vielen Stellen Vorteile, gerade mit Blick vielleicht auf eben auch schon angesprochen Milchprodukte, Saftprodukte oder ähnliches. Da sehe ich auf jeden Fall auch große Vorteile von IQpak. Sozusagen ist es dann kein kannibalisierendes System, sondern ein System, was sich gut auch integrieren lässt. Was jetzt die Beutelverpackung war, das hat sie angesprochen, betrifft, da muss man sagen, Beutel sind ja eigentlich schon hoch effiziente Verpackungen, was die Materialmengen betrifft. Das heißt, mit Blick für die Anwendung, häufig vielleicht für Nachverpackung oder ähnliches. Vor langer, langer Zeit gab es die Schlauchmilchbeutel. Alles eigentlich effiziente Verpackung, die sozusagen, wenn der Endanwender sie sozusagen so direkt verwenden soll, also wie jetzt eine Schlauchmilchverpackung, dann hat das sozusagen vielleicht nicht gefruchtet aufgrund der mechanischen Integrität und vielleicht auch Ausfällen direkt beim Markt. Wenn es um solche Nachfüllverpackung geht, dann denke ich, haben die sich etabliert. Das heißt, im Beutelbereich sehe ich jetzt aktuell IQpak nicht quasi im ersten Schritt. Und ich sage mal Getränkekarton, ein Tetra-Pack, ist das etwas, wo sie drauf schielen oder eher Bag-in-Box, wo auch IQpak vielleicht eine Alternative darstellen kann, weil ja eben auch der Chip immer wieder im Kreis geführt werden kann. Das können die anderen Systeme so im Moment ja nicht. Also solche Getränkekartons, die sind sicherlich ein sehr interessanter Markt. Da haben wir sozusagen ja noch keinen Mehrweg etabliert. ### Kreislaufwirtschaft durch IQ-Pack-Lösung Und durch die IQpak-Idee hat man natürlich tatsächlich die Vorteile, dass man einen Kreislauf etablieren kann. Man hat eine mechanisch stabile Hülle. Man hat über die digitale Integration jederzeit Information über die verwendeten Materialien, was sozusagen auch die Rezyklierbarkeit an der Stelle deutlich erleichtert, weil man dann sehr genaues Wissen über die verwendeten Stoffströme hat. Und von daher sehe ich da schon auf jeden Fall einen sehr guten Ansatzpunkt für IQpak. Kommt mir auch so vor, ist auch von der Geometrie. Realistisch auch für so ein Startprojekt ist relativ simpel, das auch umzusetzen. Und mit dem Wiederverschluss hatten Sie ja auch erwähnt, geht das auch alles. Herr Löhning, konkret, was sind die nächsten Schritte? Ja, die Entwicklung ist ja sehr weit fortgeschritten, nahezu abgeschlossen. Die nächsten Schritte sind eindeutig Company-Bildung, also eine IQpak AG oder GmbH. Wir befinden uns da aktuell auf der Suche nach einem Anker-Investor, wie man sich vorstellen kann. Wir adressieren keine Nischenmärkte, sondern wirklich industriell reproduzierbare Märkte in großer Dimension. Wird doch eine signifikante Höhe an Kapital benötigt. Und an dieser Stelle an alle Zuhörer: wer Interesse hat, möge uns eine E-Mail schicken an sec.icupack.com. Also die Company-Bildung für IQpak AG oder GmbH, eher GmbH, werden wir im nächsten Jahr angehen. Und im Laufe des nächsten Jahres hoffen wir auch, dann live zu gehen mit dem System. Hochspannend, ich drücke die Daumen, dass das klappt. Wir packen alles in die Show-Notes mit Kontaktdaten und so weiter. Wie üblich, wir haben unsere Aufnahmezeit erreicht. Herr Weinert, herzlichen Dank nach Darmstadt. Herr Löhning, danke schön nach Oldenburg. Schönen Dank für die Gelegenheit. Ja, vielen Dank. Und das war es schon wieder für heute. Ich hoffe, es war etwas Interessantes für Sie dabei. Und wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative für mehr Flexpack-Wissen werden möchten, melden Sie sich gerne bei mir unter ks@innoform.eu. Und nicht vergessen, diesen Podcast zu abonnieren, wo immer Sie Podcasts hören. Tschüss, bis zum nächsten Mal. Ihr Karsten Schröder. **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Biofolien, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Standbeutel, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Christian_Beinert, IQpak --- ### [BOBST und seine Industriepartner präsentieren die Zukunft der Verpackungsbranche anhand vollständiger Workflow-Lösungen](https://inno-talk.de/bobst-und-seine-industriepartner-praesentieren-die-zukunft-der-verpackungsbranche-anhand-vollstaendiger-workflow-loesungen/) **Published:** November 7, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Am 26. Oktober 2023 hat BOBST gemeinsam mit Industriepartnern und Markenartikelherstellern auf einem Open House im Competence Center von BOBST Bielefeld eindrucksvoll demonstriert, wie sich nachhaltige flexible Verpackungen produzieren lassen. Dabei stellte die Veranstaltung neueste Technologien und integrierte Workflows mit einem starken Fokus auf BOBST Connect in den Mittelpunkt. Nachhaltige Verpackungen im Fokus der Hersteller Hersteller flexibler Verpackungen sehen sich mit einer steigenden Nachfrage nach innovativen Lösungen konfrontiert, die den Forderungen der Markenartikelhersteller nach maximaler Nachhaltigkeit als auch den neuen Gesetzen hinsichtlich der Bestandteile von Verpackungsmaterialien gerecht werden. Die Branche reagiert darauf, indem sie ihre Verpackungslösungen auf Monomaterialien, die zu 100 % recycelbar sind, sowie zunehmend auf papier- und faserbasierte Anwendungen umstellt. Zusammenarbeit im Sinne der Zukunft flexibler Verpackungen Um nachhaltige Verpackungsprodukte und -materialien anbieten zu können, die den sich verändernden Anforderungen von Kunden und der Gesetzgeber gerecht werden und diese sogar antizipieren, arbeitet BOBST weiterhin eng und partnerschaftlich mit Industriepartnern aus der Lieferkette zusammen. Innovative Partnerschaften für Nachhaltigkeit Zu diesen Partnern zählten unter anderem das auf die Plattenmontage spezialisierte Unternehmen AV Flexologic sowie Miraclon, tesa und Follmann. Mit Reckitt und Unilever waren unter den Industriepartnern auch global agierende Markenartikelhersteller, die den Besucherinnen und Besuchern über ihre Erfahrungen berichteten sowie ihr Fachwissen und ihre Visionen vermittelten. Live-Demonstrationen nachhaltiger Verpackungen Im letzten Teil des Tages begaben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in das Bobst Bielefeld Competence Center, wo an einer Druckmaschine live mehrere Druckaufträge produziert wurden. Diese Demonstration schlug die Brücke von der Theorie zur Realität in der Herstellung nachhaltiger flexibler Verpackungen. Innovationszentrum und One Complete Solution Das Schulungszentrum und Competence Center in Bielefeld bietet für vielfältige Aktivitäten eine ideale Umgebung. Innerhalb des integrierten, durchgängigen Workflows von BOBST sind alle Elemente der Produktionskette – von der Aufragsverwaltung und der Druckvorstufe über den Druck und die Kaschierung bis hin zur Qualitätskontrolle – nahtlos über die digitale Plattform BOBST Connect verbunden. Recycelbare Monomaterialien mit hoher Barriere-Wirkung Vor dem Hintergrund der steigenden Anforderungen an die Wiederverwertbarkeit von Verpackungen hat BOBST die oneBARRIER-Familie integrierter Lösungen für recycelbare Verpackungen mit hoher Barriere-Wirkung auf den Markt gebracht. Xavier Bonamour, bei BOBST Application Manager für flexible Verpackungen, präsentierte hier das gemeinsam mit Michelman und UPM entwickelte oneBARRIER FibreCycle-Material. Maschinenaktualisierungen und -retrofits für verbesserte Nachhaltigkeit Unternehmen können ihre Nachhaltigkeit auch verbessern, indem sie die Lebensdauer ihrer Maschinen verlängern oder deren Möglichkeiten erweitern lassen. BOBST bietet eine breite Palette von Aktualisierungen und Retrofits an. BOBST und seine Partner arbeiten eng zusammen, um die Zukunft der Verpackungsbranche nachhaltiger zu gestalten und den sich wandelnden Anforderungen gerecht zu werden. ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Guido Aufdemkamp von Flexible Packaging Europe zu den Hintergründen des Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-von-flexible-packaging-europe-zu-den-hintergruenden-des-inno-meeting-europe/) - [BOBST, alongside its industry partners, showcased the future of the packaging industry through comprehensive workflow solutions.](https://inno-talk.de/en/bobst-alongside-its-industry-partners-showcased-the-future-of-the-packaging-industry-through-comprehensive-workflow-solutions/) **Kategorien:** Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Tiefdruck **Schlagwörter:** bobst --- ### [Wie KI Druckprozesse optimiert](https://inno-talk.de/wie-ki-druckprozesse-optimiert/) **Published:** November 10, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Interview mit Urs Vogel, CEO und Gründer von **uTraxx** KI ist ein weit gefasster Begriff, erklärt Urs Vogel. Speziell für Druckereien bietet uTraxx massgeschneiderte ERP-Lösungen an. Diese optimieren dank neuronaler Netze die Produktion. Das ist möglich, weil immer vom Produkt aus analysiert und geplant wird. Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden, bei denen starre Prozesse die Optimierung einschränken. Maschinelle Lerntechnologien wie chatGPT eigenen sich nicht für die Produktionsplanung und -steuerung, weil dafür sehr grosse Datenmengen verarbeitet werden müssen, sagt Urs Vogel. uTraxx arbeitet deshalb mit neuronalen Netzen, der zweiten Form von KI. Speziell ist auch, dass die ERP-Lösung in 9 Monaten implementiert werden kann und die IT-Mitarbeitenden in den Druckereien selbst Anpassungen vornehmen können. Dies erscheint insbesondere bei Schnittstellen zur Kreislaufwirtschaft und zum eCommerce sinnvoll. Erfahren Sie mehr über diese wohl fortschrittlichste Methode zur Optimierung der Druckproduktion. Auch verfügbar unter: [Inno-Talk.de](https://www.inno-talk.de/podcast) [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk) [deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) Web: [http://www.utraxx.net](http://www.utraxx.net/) Kontakt: [Urs Vogel| Verpackungsmittel Referent (innoform-coaching.de)](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=86530) ### Verwandte Episoden - [Frank Jacobs von XEIKON zu Toner- und Inkjet Digitaldruck](https://inno-talk.de/frank-jacobs-von-xeikon-zu-toner-und-inkjet-digitaldruck/) - [Inkjet ist für Flexpack das Verfahren der Wahl für den Einstieg in den Digitaldruck, sagt Dr. Thomas Lehnen](https://inno-talk.de/inkjet-ist-fuer-flexpack-das-verfahren-der-wahl-fuer-den-einstieg-in-den-digitaldruck-sagt-dr-thomas-lehnen/) - [Dr. Kai O. Bär beim 9. Expertentreff Verpackungsdruck zu aNIR Trocknung](https://inno-talk.de/dr-kai-o-baer-beim-9-expertentreff-verpackungsdruck-zu-anir-trocknung/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Heute lernen wir im Innoform-Podcast zum Inno-Talk von Urs Vogel, warum neuronale Netze die Basis seines ERP-Systems für Verpackungsdruckereien darstellen, warum Large-Language-Models keine Basis bilden für KI in den Produktionsprozessen von Druckereien, wie er es schafft, 60-mal höhere Effizienz zu generieren mit seinem ERP-System im Vergleich zu Wettbewerbsprodukten und warum er vom Produkt her plant und nicht von starren Produktionsprozessen. Seien Sie gespannt auf dieses Interview mit Urs Vogel. Herr Vogel, Sie werden unter anderem beim Experten-Treffen Verpackungsdruck sprechen. Sie haben so ein bisschen das Thema KI. Bevor wir da in das Thema einsteigen: Sie sind Gründer und CEO von U-Tracks. Was ist U-Tracks, oder wie spricht man das überhaupt aus? Und was macht U-Tracks genau? Man spricht das genauso aus, wie die Säbel ausgesprochen haben: U-Tracks. Und das kommt von „U-Track Yourself“. Das hat das eine gewisse Geschichte dahinter. Und was macht U-Tracks? U-Tracks ist ein Softwareentwickler mit Schwerpunkt Druckindustrie und Agenturen. Und wir hatten zwei Entwicklungsschienen bei uns. Die eine ist Plattformentwicklung. Da geht es also um die technische Entwicklung des Basisprodukts, wo verschiedene Funktionen zugeschaltet werden, die dann eben von Applikationen, die auf dieser Plattform beruhen, ausgeführt werden können. Und so ist U-Tracks ein komplettes Baukastsystem, was sehr beweglich ist. Also wir können das anpassen für alle möglichen Kundenwünsche und sind so auch in der Lage, die verschiedenen Ausprägungen unserer Kunden vor allem in der Druckindustrie zu unterstützen. Wir bieten in unserem Leistungsangebot dann eben auch Individualentwicklung und Beratung an, um dem Kunden die optimalen Prozesse so einzurichten, wie sie eben für das Unternehmen passen. Gerade diese Individualentwicklung sind ja Dinge, die wir in der Druckindustrie wirklich nötig brauchen. SAP hat da nichts wirklich anzubieten, wenn man da genau hinguckt. Da gehen wir später noch mal ein bisschen mehr in die Tiefe, Herr Vogel. Bevor wir aber da reingehen, unsere Zuhörer möchten natürlich auch die Person, die da spricht, ein bisschen besser kennenlernen. Was begeistert Sie außerhalb der Arbeit? Ja, viele Dinge. Sie meinen das im Privatleben. Genau. Zum Beispiel Snowboarden, Langlaufen im Winter, im Sommer wandern, auch mal nichts tun, Musik lesen. Also ein vollgepackter Freizeitbereich, genauso wahrscheinlich wie der berufliche Bereich. Das ist ähnlich wie bei mir. Ich stelle noch mal so ein paar kurze Fragen. Da haben Sie immer eine Entweder-oder-Antwort. Sie können kurz oder lang darauf antworten, wie Sie gerade möchten, oder einfach nur mal, um Sie ein bisschen abzuholen und unseren Zuhörern ein bisschen vorzustellen. Was würden Sie bevorzugen, Bier oder Wein? Bier. Wein. Mac oder PC? PC. Das ist immer eine schwierige Antwort für Softies, das weiß ich wohl. Meer oder Berge? Berge. Papier oder Plastik? Papier. Jetzt kommen wir mal zum Thema. Sie sind seit 1980 in der Softwarebranche tätig, als Entwickler bis heute. So habe ich es im Vorgespräch eben wahrgenommen. Was begeistert Sie daran? Also Softwareentwicklung ist ein unfassbar kreativer Prozess. Wenn man die Werkzeuge mal beherrscht, dass man mit den Programmiersprachen umgehen kann, die Konzepte versteht, dann kann man großräumige Gestaltungen vornehmen, also richtig schöne, große Gebilde bauen, die dann letztendlich auch funktionieren. Und vor allem der Moment, wenn man es testet und merkt, es geht ja wirklich. Das ist einfach begeisternd und gibt eine ganz große Befriedigung. Unser Softwareentwickler sagt immer, wir sind eine Spezies, die Kaffee und Pizza in Code verwandelt. Ganz so ist es nicht bei Ihnen, oder? Nee, nicht wirklich. Nee, zu denen gehöre ich nicht. Aber die gibt es ja. Die gibt es auch natürlich. Was zeichnet denn Ihre ERP-Lösung, die ja speziell für die Druckindustrie auch maßgeschneidert ist, wie Sie eben schon einleitend sagten, aus im Vergleich zu anderen Lösungen? Also da muss ich ein bisschen ausholen. Wir hatten ja ursprünglich – hatte ich in den 90er Jahren schon einmal ein MIS aufgewertet –, die Firma hat dann verkauft und hat damit eigentlich die Druckindustrie schon recht gut gekannt und habe in der alten Lösung, in diesem MIS eben den Ansatz verfolgt, was die meisten Leute noch tun, den Prozess zu beschreiben. Und das ist ein komplexes Unterfangen, da brauchen Sie Fachleute zu. Und der Nachteil ist, wenn sechs VID-Mitarbeiter das gleiche Produkt kalkulieren, kriegen Sie sechs Ergebnisse, weil jeder das ein bisschen anders herstellen würde. Und da zeichnen wir uns aus, dass wir nur noch das Produkt beschreiben und nicht mehr die Produktion. Und da setzen wir auch Ansätze von KI ein, die dann eben ermittelt, wie das am besten ergestellt wird. Und damit habe ich unter den gleichen Voraussetzungen sechs VID-Mitarbeiter, die das gleiche Produkt beschreiben und tatsächlich auch das gleiche Ergebnis kriegen, was in diesen entsprechenden Unternehmen am besten eben so hergestellt werden kann. ### Produktbeschreibung statt Prozessoptimierung Was meinen Sie mit Produkt beschreiben und nicht Prozess, wenn wir das noch mal ein bisschen genauer beschreiben? Ich kenne ERP-Systeme so, die bilden eigentlich doch immer letztendlich doch die Prozesse ab. Es gibt ein Angebot, dann gibt es eine Produktionsplanung, da sind Sie wahrscheinlich auch besonders stark gerade mit Ihrem Produkt und dann geht es nachher wieder raus. Rechnungslegung, Mahnung und so weiter. Das ist ja ein Prozess. Was meinen Sie mit Produkt beschreiben? Genau, also wenn jetzt ein Kunde kommt und da sagt, ich brauche eine bestimmte Auflage von irgendeiner Faltschachtel oder einem Akzidenzprodukt, was wir alles ab unterstützen, dann beschreibe ich das Produkt und das System guckt dann, welche Verfahrenswege sich eignen würden, indem eben Ausschieße, Probeausschieße erstellt werden, vollautomatisch und in einem neuen, nahen Netz wird dann geprüft, wo es wehtut, wo es nicht so wehtut und letztendlich, was der beste Weg ist, um das herzustellen. Und die Alternativen werden entsprechend der Auflagen, der Vernutzung, was einfach alles technisch möglich ist, das System selber errechnet, dann aufgezeichnet. Und so, wenn ich einen Staffelangebot habe und ich habe eine kleinere, mittlere und größere Auflage, dann werden auch verschiedene Verfahrenswege automatisch ermittelt. Immer unter Optimierung des Abfalls, unter Optimierung der Einrichtzeiten, unter Optimierung von allen Faktoren, Klickkosten oder Plattenkosten bei Offsetmaschinen und so weiter, sodass der immer für die richtige Auflage den besten Weg findet. Und damit sind wir auch in der Lage, eben Vergleichen der Kalkulation durchzuführen und nicht nur einfach die, die sich der VID-Mitarbeiter ausgedacht. Genau, ich kann selber von so einer Erfahrung berichten. Da hatte mal ein Auszubildender den Auftrag, eine Excel-Kalkulation für ein Produkt zu bauen. Die wurde dann mehrere Jahre benutzt und dann hat irgendwann mal einer nachgerechnet, der hat festgestellt, der hatte leider einen Formelfehler drin und wir haben immer zu teuer angeboten und alle haben sich gewundert, dass wir einen Auftrag nicht kriegten. Sowas würde bei Ihnen nicht passieren können. Sie sind sogar auch noch kostenoptimierend unterwegs. Habe ich das richtig verstanden? Das ist richtig, ja. Das heißt, das sind verschiedene Faktoren, die dazu führen. Aber vielleicht zuerst mal zur ersten Überlegung. Natürlich können bei uns auch Fehler passieren, aber weniger systembasierend. Aber wenn die Stundenzeit zum Beispiel nicht stimmt, weil keine richtige BRB erfasst wurde, dann verkaufen wir auch zu teuer oder zu billig. Da können wir nicht viel dran ändern. Das ist die Verantwortung des Anwenders, letztendlich die Daten sauber in Ordnung zu halten. Gucken wir gleich noch mal ein bisschen tiefer rein. Sie werden ja auch beim Expertentreff Verpackungsdruck im November sprechen in Osnabrück, beziehungsweise wir werden Sie natürlich, wie das für einen IT-Experten sich gehört, online zuschalten. Und Ihr Thema lautet, wie künstliche Intelligenz hilft, Prozesse zu standardisieren und zu verschlanken. Was wird die Kernaussage sein? Die Kernaussage, da geht es um Kosteneinsparung. Es geht um Standardisierung, es geht um Continuity und es geht um Prozessverbesserung. Und durch den Einsatz eines loyalen Netzes in der Planung des Auftrags, also sowohl bei der Kalkulation, wie bei der Planung, sind wir in der Lage, Prozesse zu standardisieren. Und die Kunden nutzen diese Möglichkeit auch sehr stark. ### Papierformate und Bearbeitungszeitoptimierung Das heißt, sie überlegen sich eben, welche Papierformate am geeignendsten sind im Standardfall, wenn es nicht eine sehr große Menge ist, wo ich eine Anfertigung produzieren lasse und sind so in der Lage, bestimmte Standardprozesse vorzugeben und diese zu verfeinern, überzeit. Und innerhalb dieser Perimeter, die der Kunde eben vorgibt, sucht das System dann den besten Weg, wie das produziert werden könnte. Und wenn dann irgendwann mal vielleicht durch einen Maschinenbruch, Maschinenstehendstand in einer bestimmten Produktion so nicht möglich ist, dann ist innerhalb einer Sekunde das Ganze umgeplant, aber noch immer innerhalb der bestehenden Standards. Und das führt zu einer großen Ruhe in der Produktion, weil man einfach eine bestimmte Standardisierung erreicht. Es führt zu extrem kurzen Bearbeitungszeiten im VID. Also da hat man eine richtige Kosteneinsparung. Deshalb sagen gegenüber herkömmlichen MIS-Systemen sparen wir etwa die Hälfte der VID-Mitarbeiter und gegenüber herkömmlichen ERP-Systemen, die eigentlich nicht für die Druckindustrie gebaut wurden, da sparen wir bis Faktor 60 an Zeit, nur schon bei der Bearbeitung, bei der Angewöhnung der Aufträge. Da sind natürlich Werte, da hört jeder CEO oder CTO natürlich sofort genau hin. Sie haben jetzt schon mehrfach neuronale Netzwerke erwähnt. Wir haben im Titel KI stehen. Wie passt das zusammen? Genau. Also KI, das ist ein weites Feld und da wird vieles KI genannt, was vielleicht nicht unbedingt KI ist, sich aber so auswirkt. Aber wenn man KI genau analysiert, technisch, also in der Software-Technologie besteht hier erst zwei Elemente. Das eine ist ein neuronales Netz. Ein neuronales Netz ist eine Vernetzung von Objekten, die eigentlich wie in Gehirnarbeit Signale von einem zu anderen Objekt schicken können, wo eben dann ein Schmerz entsteht oder wo ein gutes Gefühl entsteht und das gute Gefühl ist, in den richtigen Weg zu gehen. Das heißt, es gibt eine Beurteilung innerhalb dieser Abläufe und damit kann man sehr schnell Entscheidungen herbeiführen, die intelligent sind. Natürlich immer unter der Maßgabe, dass ich die entsprechenden Perimeter, die entsprechenden Eckdaten habe, damit das System entscheiden kann, ob das geht oder nicht geht. Der zweite Ansatz bei künstlicher Intelligenz ist, was wir von ChatGPT oder so kennen. Das ist Machine Learning. Das heißt, die Maschinen werden trainiert. Das sind die Software der Maschinen, die werden trainiert, auf bestimmte Daten, die dann abgefragt werden können. Das können sehr umfangreiche Datensätze sein, wie wir bei ChatGPT oder auch bei Google zum Teil bereits sehen. Aber dazu braucht es eine ganze Menge Daten und Machine Learning in der Druckindustrie jetzt für die Prozesse einzusetzen. Das geht meistens nicht, weil die Datenmenge schlicht nicht vorhanden ist. Microsoft gibt da so eine Mindestvorgabe, die sagen, unter einer Million Datensätze über das gleiche Thema ist KI mit Machine Learning eigentlich gar nicht zuverlässig möglich. Und deswegen gehen Sie den anderen Weg über die neuronalen Netze. Woher kommen da die Daten? Sind die firmenspezifisch oder werden da auch firmenübergreifend Daten agglomeriert oder so etwas? Firmenübergreifend machen wir das noch nicht. Das gibt Bedenken, das zu tun. Ist aber ein bisschen heikel wegen Datenschutz, auch wenn sie anonymisiert sind. ### Druckspezifische Daten und Farbmanagement Auf der anderen Seite haben wir natürlich firmenspezifische Eckdaten, die erfasst werden müssen bzw. eingepflegt werden müssen. Und damit der Kunde nicht die ganze Arbeit hat und wir die Druckindustrie ja gut kennen, liefern wir einen guten Datensatz mit, der dann eben angepasst wird. Und wenn irgendwas komplett anderes noch dazu kommt, irgendeine Verarbeitungsanlage, die bisher noch keinen Kunde hatte, dann helfen wir dem Kunde, diese zu integrieren, damit das System die mitberücksichtigen kann. Die haben Überlegungen. Die druckspezifischen Daten wie, ich sag mal, Farbsatz, Farbort, Druckkennlinie der Druckmaschinen und so was, sind das auch Daten, die Sie mitverarbeiten? Oder ist das eher etwas, was dann wieder mit einem separaten Tool gemanagt wird, mit der Druckvorbereitung, Druckvorstufe, Repro, als Stichwort hier mal genannt? Teilweise, also im Akzidenzdruck sind wir da relativ alt. Wir messen Farbräume als PDFs, messen die Seiten, wir messen den Umfang, da können wir automatisch Kalkulationen als PDFs erstellen. Bei der Verpackung ist es etwas komplexer. Wir sind da noch nicht so weit, aber es geht in die Richtung, was wir heute können. Wir können natürlich die ganzen CAD-Daten, also die CAD-Daten, einlesen, die mit PDFs mischen und so die Artworks automatisch produzieren. Und die übergeben wir dann an die Vorstufe. Und je nach Integrationsgrad verfallen da in der Vorstufe endliche Arbeiten weg, was wir aber zum Beispiel nicht uns in Farbprofile berechnen oder übergeben, es sei denn, es sei ein Standard hinterlegt worden. Der Grund ist auch, dass die CAD-DF-Friend diese Möglichkeiten gar nicht zu 100 % bietet. Ja, vielleicht auch noch nicht. Ja, genau. Als es definiert wurde, hat man noch nicht so weit gedacht. Und das sind dann Entwicklungen, die kommen später dazu, aber uns fehlen noch immer gewisse Angaben, die wir gerne mit übergeben würden, aber im Moment aus technischen Gründen nicht können. Ein Grund, warum man eine Software von Ihnen einsetzt, ist ja mal der Kostendruck. Gibt es aus Ihrer Sicht, Sie kennen ja nun einige Druckereien, noch weitere Herausforderungen, die Sie vielleicht nennen könnten, wo sich eine Druckerei heute drum kümmern sollte, mal abgesehen nur von dem Thema Kostendruck und Digitalisierung? Ja, also Standardisierung im Betrieb, das ist extrem wichtig. Als Tauschbarkeit der Mitarbeiter in den Prozessen, das ist ein Thema heutzutage, also man hat da Mühe, Leute zu finden. Was wir gelernt haben, vor allem von Online-Drucken, das sind so grafische Anzeigen, also Symbole, Icons und weniger Texte, damit ich eben auch Leute einsetzen kann an bestimmten Positionen, die nicht unbedingt Deutsch sprechen. Es gibt ja Leute auf dem Markt, die wären verfügbar, aber die sprechen unsere Sprache nicht. Also diese Art von Standardisierungen, die sind ja mit Sicherheit, machen die Sinn. Und ein großes Thema sicherlich auch Einkauf und die Positionierung für rezyklierbare Materialien oder Kreislaufwirtschaft. Wenn man das richtig anpackt, rechtzeitig einsteigt, dann hat man da dann doch die entsprechende Erfahrung, die notwendig ist für eine Nachfrage, die jetzt laufend steigt. Ist das bezogen auf Ihr Unternehmen auch schon eine Schnittstelle, die Sie bewusst angehen, sprich Kreislaufwirtschaft, dass Sie sagen, okay, ich habe so viel Regenerat aus dem und dem Material vielleicht, weil ich so und so viel Ausschuss habe. Gibt es da schon Überlegungen? Oder ist das auch wieder etwas, was Zukunftsmusik ist? Weil da fragen ja heute viele schon nach, wie kann ich eigentlich meine Mengen erfassen, die ich vielleicht zum Recycler gebe und was kriege ich dafür zurück und so weiter? Ist das etwas, wo Sie sich damit beschäftigen? ### Empfehlungen für neue Verpackungsdrucker Ja, natürlich. Also das kann man mit unserem System machen. Wir haben auch ein, zwei Kunden, die sind wirklich praktisch nur noch kreislaufwirtschaftsmäßig unterwegs, die auch die entsprechenden Auswertungen tragen. Und wir haben das Ganze so gebaut, dass wir eigentlich zusätzlich zu FSC und PEFC eben auch eigene Standards, andere Zertifikate, andere Werte hinterlegen können, sodass diese Berechnungen, wie Sie es eben erwähnt haben, möglich sind. Wenn so ein Verpackungsdrucker heute neu anfangen würde, würden Sie dem einen Rat geben, was er auf jeden Fall bedenken muss, hinsichtlich dieser großen Trends, die Sie gerade eben genannt haben, Digitalisierung, Standardisierung und natürlich auch ERP-Lösung. Gibt es da irgendetwas, wo Sie sagen, da bitte sofort als erstes dran denken? Sie arbeiten ja wahrscheinlich heute hauptsächlich mit Druckereien, die seit Jahren am Markt sind und die Ihre Software nutzen, um effizienter zu werden. Aber wenn wir es mal umdrehen. Wie sollte sich ein Drucker aufstellen, vielleicht auch marktechnisch mit Ihrer Software, um was ganz Neues zu bewegen? Ich habe so ein bisschen rausgehört, Sie sind auch so ein bisschen einer, der versucht, disruptive Entwicklungen vielleicht anzustoßen mit Ihrer Software, weil das, was Sie mir gerade erzählt haben, dass Sie mit neuronalen Netzen Produktionsplanung machen, das ist etwas, was man nicht oft von einem Softwareanbieter hört. Also was soll ich da raten? Also was sicher notwendig, was zwingend ist: es gibt große Player im Markt und die haben so ihre Standardprodukte im Food-Farmer-Bereich und so weiter. Und da ist es auch sehr schwierig reinzukommen. Was sicher wichtig ist, wenn es einer neu beginnen würde, ist, dass er sich eine richtige Nische sucht, wo er sich eben spezialisieren kann und wo andere schwach drin sind. Also es ist einfach nicht anbieten können, sei das Richtung Veredelung, sei das Richtung Materialik, Kreislaufwirtschaft eben, das ist nun ein wichtiger Punkt der Sache immer. Und dass er sich von Beginn an überlegt, wie er diese Produktion aufstellt, damit er sie eben standardisieren kann und sie standardisiert bleibt. Das ist extrem wichtig. Ich habe gesehen, der größte Kostenverschleiß passiert durch Rückfragen im Unternehmen, weil irgendwas nicht klar ist, jedes Mal ein anderes verwahrt, jedes Mal irgendwo noch was Spezielles, dann wieder irgendeine Sammlung holen mit irgendeinem Standswerkzeug, was wir noch nie verwendet haben, das wieder nachbestellt werden muss und so weiter. Einfach standardisieren, wo es nur immer geht, um die Kosten tief zu haben. Und was sicher auch ein Thema ist, was ich in anderen Bereichen sehe, ist die Überlegung, gesammelt zu produzieren, also Sammelproduktionen. Wenn das geht, das hat allerdings auch Risiken, weil wenn ich da irgendwas eingeplant habe, wenn es nicht gut zum Druck kommt, dann eben nicht von diesem Grund, dann bleibt der Platz leer auf einem Druckbogen und das Ganze ist Abfall. Genau. Und Kosten damit natürlich auch. Natürlich logisch. Sie sind nicht nur bei den Verpackungsdruckern unterwegs, haben Sie verraten. Was können Verpackungsdrucker von anderen Druckern lernen, die vielleicht die Digitalisierung schon weiter durchschritten haben? Wir sind ja im Verpackungsdruck, wenn wir ehrlich zu uns sind, noch nicht so besonders fortgeschritten. Es gibt zwar digitale Druckmaschinen, aber das ist nicht das, was ich meine, digitale Prozesse. Wir haben Vorträge gehört, dass digitale Abbildungen im Internet heute das Druckbild auf der Verpackung beeinflussen, damit die dann ähnlich aussehen. Das heißt, es gibt da eine Art Vereinfachungsstrategie bezüglich auf das Druckbild. Mal so als ein Beispiel. Es gibt aber auch natürlich im Akzidenzdruck, Zeitungsdruck und so weiter gibt es natürlich die Digitalisierung des gesamten Prozesses hin zum Newsletter, nicht mehr zum gedruckten Produkt. ### Konvergenz in Druckdienstleistungen beachten Fällt Ihnen da was ein, wenn Sie mal so ganz quer denken, was ein Verpackungsdrucker vielleicht noch durchleiden oder entwickeln sollte hinsichtlich digitalisierter Prozesse? Das sind eigentlich zwei Antworten darauf. Es ist sicher mal die Konvergenz. Also wenn ich irgendwelche Verpackungen herstelle, ist mit Sicherheit auch wichtig, dass die irgendwo digital abgebildet werden können. Also diese Konvergenz muss bedacht werden. Und das ist auch eigentlich der Punkt, wo auch Inno-Dienstleistungen ins Spiel kommen, wo ich also durchaus weitere Dienstleistungen meinem Kunden bieten kann, ihm beraten kann diesbezüglich, dass man das Produkt selber, was man herstellt, eben anbetrifft. Auf der anderen Seite, was wir gelernt haben, vor allem im Online-Bereich, ist die extrem effiziente Durchschleusung von Einzelprodukten. Das zuerst auf der Sammelfolge, dann Verreinzelung durch den gesamten Produktionsprozess. Und wenn ich mir das ansehe, bei Verpackungsdruckern, ist das meistens noch relativ einfach angestrickt. Die haben schon ihre Wahl kurz irgendwo drauf. Aber diese ganze Durchgängigkeit, diese Prozesse, dass wirklich jeder weiß, das kommt von da und geht dahin. Das habe ich bei Verpackungsdruckern noch relativ wenig gesehen. Also da denke ich, da ist noch ziemlich viel Luft nach oben. Da ist Luft nach oben, das sehe ich genauso. Abweichend von unserem Manuskript: Wenn Sie jetzt mal zurückschauen auf Ihre Kunden, die Sie schon gewinnen konnten für Ihre Software. Was waren der Hauptmotivation überhaupt, Ihr Produkt einzusetzen? Das ist ja auch immer ein wichtiges Argument, überhaupt erst mal ins Gespräch zu kommen, könnte unsere Zuhörer sicherlich auch noch interessieren. Das ist mit einem, wo ich gesagt habe, Flexibilität. Also wir bieten natürlich alle Standardprozesse, die die Lösungen für die Druckindustrie normalerweise bieten. Aber die Flexibilität, das hängt mit dem eingangs erwähnten Konstrukt zusammen, mit der Plattform und der Applikation. Und damit sind wir wirklich in der Lage, irgendeine Standardkomponente umzubauen für die Kunden oder eine dazuzubauen, ohne dass er die Abteilfähigkeit verliert. Und das geht dann so weit, wir haben einige Kunden, die entwickeln selber in unserem System, also die machen weitere Entwicklungen. Deswegen haben wir auch ein Entwicklungswerkzeug mit integriert in die Plattform, wo ich eben selber Code schreiben kann. Damit das nicht allzu schwierig ist, haben wir eine eigene Programmiersprache, eine dotnet-basierende Programmiersprache entwickelt, mit Compilern und allem, was dazugehört, damit auch ein nicht wirklich professioneller Entwickler in der Lage ist, bestimmte Anpassungen vorzunehmen. Und wir haben alle Daten, die das System steuern, in externe Dateien abgelegt. Das war der Leistungskatalog des Make- und eine Groß-Excel-Datei oder die ganzen Prozesssteuerungen sind die Excel-Dateien oder die Geissen-Dateien, je nachdem, was man bevorzugt. Und da haben die Kunden dann wirklich die Möglichkeit, das ganze System eben auf ihre Bedürfnisse anzupassen und doch mit einem vernünftigen überschaubaren Aufwand. Das bedeutet, man könnte sich selbst seinen eigenen Web-Shop, den es vielleicht schon gibt, auch da dran programmieren über eine Schnittstelle mit eigenen Bordmitteln. Habe ich das richtig verstanden? Ja, absolut korrekt, ja. Das ist ja ein absolutes Unique-Selling-Point. ### Flexible Schnittstellen und Kundenschulungen Das können viele ja nicht bieten. Die bieten zwar Schnittstellen, aber die sind eigentlich fix. Und man muss ja eigentlich immer an beiden Seiten ein bisschen anpassen, wenn man wirklich jetzt Effizienz heben will. Wenn man also nicht einfach nur das Gleiche machen will, wie vorher nur mit einer Schnittstelle, sondern wirklich auch neue Prozesse oder andere Wege gehen will. Wie realisieren Sie das? Machen Sie dann auch Schulungen mit den Leuten vor Ort, die dann programmieren oder ist das so einfach, dass das eigentlich einer der IT-Begabten selber machen kann? Da kann es eigentlich selber machen. Aber üblicherweise, ich sage mal von unserer Bundpalette, haben wir Kunden, die machen überhaupt nicht selber. Die übergeben alles uns. Ich sage, da habe ich nichts mehr zu tun. Was wir bedauern, und dann haben wir das andere Extrem, wo die Kunden praktisch alles selber machen, was wir auch bedauern. Leute, machen wir weniger Dienstleistung als unser Umsatz. Aber letztendlich, das ist wirklich die gesamte Bandbreite, was wir machen mit den Kunden. Wir machen die Schulungen, wir zeigen denen, wie das geht. Und da haben wir auch verschiedene Levels. Also wir haben sehr professionelle Schulungen, C-Sharp oder C++-Entwicklung. Und wir haben dann semi-professionelle, bis wirklich nur Anwenderschulungen für unsere Flauschprache, die im System verbraucht ist und eben diese ganzen Applikationen steuert. Eine Frage, die auch nicht in meinem Manuskript steht, die Sie aber sicher beantworten können, ist: Wie lange dauert eine Einführung von Ihnen? Da hat sich jetzt ein CEO mit Ihnen getroffen. Sie haben Verträge gemacht. Ihr habt jetzt gesagt, jawohl, ich will. Wie lange dauert das, bis so ein System läuft? Also realistischerweise für ein gestandenes Unternehmen, sagen wir, von 80 bis 120 Mitarbeitern: neun Monate, circa. Das ist ja auch schon eine sehr kurze Zeit. Wir haben so was neulich mal gemacht und wir haben deutlich länger gebraucht, darf ich Ihnen sagen. Wir sind aber auch keine Druckerei. Wir sind ja ein Testservice in Oldenburg und da hat es länger gedauert. Abschließende Frage. Zum Schluss eines Podcasts darf sich natürlich jeder Sprecher auch nochmal was wünschen. Was wünschen Sie sich denn für Ihr Unternehmen für die nächsten Jahre von Ihren Kunden vielleicht? Viel Feedback, damit sie uns wirklich erzählen, muss drücken, dass sie uns helfen, Ihnen zu helfen, also die Produkte weiterzuentwickeln, damit wir verstehen, was sie bewegt. Das ist das Wichtigste für uns. ### Kundenfeedback als kontinuierlicher Lernprozess Das ist eigentlich unsere Lebenserhalter. Und letztendlich ist Feedback des Kunden, was uns weiterbringt. Man lernt nur vom Kunden, mit dem Kunden, für den Kunden – hat mein Chef immer früher gesagt. Und ich glaube, das ist ein bisschen das, was Sie auch gerade ausgedrückt haben. Herzlichen Dank für diesen spannenden Beitrag im Inno-Talk-Podcast, Herr Vogel. Der Kassen, ja. Und das war es schon wieder für heute. Ich hoffe, es war etwas Interessantes für Sie dabei. Und wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative für mehr Flexpack-Wissen werden möchten, melden Sie sich gerne bei mir unter ks at innoform.eu. Und nicht vergessen, diesen Podcast zu abonnieren, wo immer Sie Podcasts hören. Tschüss, bis zum nächsten Mal. Ihr Karsten Schröder. **Kategorien:** Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Flexodruck, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Repro und Druckzylinder, Tiefdruck **Schlagwörter:** urs_vogel --- ### [BOBST, alongside its industry partners, showcased the future of the packaging industry through comprehensive workflow solutions.](https://inno-talk.de/en/bobst-alongside-its-industry-partners-showcased-the-future-of-the-packaging-industry-through-comprehensive-workflow-solutions/) **Published:** November 13, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** On October 26th, 2023, BOBST, in collaboration with industry partners and brand owners, impressively demonstrated the production of sustainable flexible packaging during an Open House at the BOBST Bielefeld Competence Center. The event highlighted the latest technologies and integrated workflows, with a strong emphasis on BOBST Connect. **Sustainable packaging in the manufacturer’s focus** Manufacturers of flexible packaging face increasing demand for innovative solutions that meet the requirements of brand manufacturers for maximum sustainability and comply with new regulations regarding packaging materials. The industry is responding by shifting its packaging solutions towards monomaterials that are 100% recyclable and increasingly paper and fiber-based applications. **Collaboration for the future of flexible packaging** In striving to provide sustainable packaging products and materials that align with and proactively address the evolving needs of customers and regulatory standards, BOBST maintains close collaboration and partnerships with industry stakeholders across the supply chain. **Innovative partnerships for sustainability** These partners include companies specializing in plate mounting, such as AV Flexologic, as well as Miraclon, tesa, and Follmann. Among the industry partners were global brand owners such as Reckitt and Unilever, who shared their experiences with visitors and conveyed their expertise and visions. **Live demonstrations of sustainable packaging** In the final part of the day, participants visited the BOBST Bielefeld Competence Center, where multiple print jobs were produced live on a printing press. This demonstration bridged the gap from theory to reality in the production of sustainable flexible packaging. **Innovation Center and One Complete Solution** The training center and Competence Center in Bielefeld provide an ideal environment for various activities. Within BOBST’s integrated, seamless workflow, all elements of the production chain, from order management and prepress to printing, lamination, and quality control, are seamlessly connected through the digital platform BOBST Connect. **Recyclable monomaterials with high barrier properties** In response to the increasing demands for packaging recyclability, BOBST has introduced the oneBARRIER family of integrated solutions for recyclable high-barrier packaging. Xavier Bonamour, BOBST’s Application Manager for flexible packaging, presented the oneBARRIER FibreCycle material, developed in collaboration with Michelman and UPM. **Machine updates and retrofits for improved sustainability** Companies can enhance their sustainability by extending the lifespan of their machines or expanding their capabilities. BOBST offers a wide range of upgrades and retrofits. BOBST and its partners work closely together to make the future of the packaging industry more sustainable and meet the evolving demands. ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Das Inno-Meeting Europe – am Puls der Zeit](https://inno-talk.de/das-inno-meeting-europe-am-puls-der-zeit/) - [BOBST und seine Industriepartner präsentieren die Zukunft der Verpackungsbranche anhand vollständiger Workflow-Lösungen](https://inno-talk.de/bobst-und-seine-industriepartner-praesentieren-die-zukunft-der-verpackungsbranche-anhand-vollstaendiger-workflow-loesungen/) **Kategorien:** Inno-Talk.eu --- ### [Neues Design – bewährter Inhalt](https://inno-talk.de/neues-design-bewaehrter-inhalt/) **Published:** November 21, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Nach den ersten drei Jahren am Markt, hat das Fachportal für Folienherstellung und Verarbeitung www.Extrusion-World.com das Design und die Struktur relaunched, um für die Zukunft bestens aufgestellt zu sein. Es wurde nicht nur die Struktur leserfreundlicher gestaltet, sondern auch eine eigene Farbsprache entwickelt, die es den Lesern erleichtert, sich in den Themenwelten besser zurechtzufinden. Die Nachrichten sind jetzt prominenter und es wurde ihre Sichtbarkeit und Lesbarkeit deutlich erhöht. Die neue Farbensprache spiegelt sich auch in dem aufgefrischten Logo und der gesamten Corporate Identity wider. Außerdem wurden neue Werbeformen integriert und ein Erklärvideo produziert. Redaktionsteam Das Moto ist und bleibt: ALL ABOUT FILM EXTRUSION & CONVERTING ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [New design – proven content](https://inno-talk.de/en/new-design-proven-content/) - [Inno-Meeting.de und Inno-Talk.de jetzt live](https://inno-talk.de/inno-meeting-de-und-inno-talk-de-jetzt-live/) **Kategorien:** Inno-Talk, Neuigkeiten --- ### [New design - proven content](https://inno-talk.de/en/new-design-proven-content/) **Published:** November 21, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** After its first three years on the market, the specialist portal for film extrusion and converting [www.Extrusion-World.com](http://www.extrusion-world.com/) has relaunched its design and structure in order to be optimally positioned for the future. Not only has the structure been made more reader-friendly, but a new colour scheme has also been developed to make it easier for readers to find their way around the topics. The news items are now more prominent and their visibility and readability have been significantly increased. The new colour language is also reflected in the refreshed logo and the entire corporate identity. New forms of advertising have also been integrated and an explanatory video produced: Team The motto is and remains: ALL ABOUT FILM EXTRUSION & CONVERTING ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Was haben Druckfarben mit Nachhaltigkeit zu tun?](https://inno-talk.de/was-haben-druckfarben-mit-nachhaltigkeit-zu-tun/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Kategorien:** Inno-Talk.eu --- ### [Lebensmittel- und Pharmaverpackungen aus Monofolien](https://inno-talk.de/lebensmittel-und-pharmaverpackungen-aus-monofolien/) **Published:** November 23, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Manfred Hoch im Interview* ETIMEX Primary Packaging hat sich zum Ziel gesetzt, nachhaltige und recycelbare Einstofflösungen für Verpackungen für die Lebensmittel- und Pharmaindustrie sowie Folien für technische Anwendungen, zu entwickeln. Manfred Hoch, Head of Business Development, spricht über Monomaterial-Lösungen für flexible Verpackungen. Flexpack ist nicht nur eine wichtige Rohstoffquelle für das werkstoffliche Recycling, so Hoch, sondern auch ein Abnehmer von Regenerat, um echte Kreisläufe zu schließen. Hören Sie in dieser Episode, warum PP (Polypropylen) dabei eine besondere Rolle spielt. Weitere Informationen zu den Verpackungslösungen von ETIMEX Primary Packaging auf [www.etimex.de](http://www.etimex.de/) Manfred Hoch, EtimexAuch verfügbar auf: - [Inno-Talk.de](https://www.inno-talk.de/podcast) - [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) - [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) - [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk) - [deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) - [Youtube](https://www.youtube.com/@innoformcoaching/podcasts) ### Verwandte Episoden - [9. Inno-Meeting: Lebensmittel gut verpackt – Effizienz steigern und Trends nutzen?!](https://inno-talk.de/446-2/) - [Lebensmittel- und Verpackungsanalytik aus einer Hand](https://inno-talk.de/463-2/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Hallo und herzlich willkommen zum Innoform Podcast. Mein Name ist Karsten Schröder und wir sprechen wie immer über flexible Verpackung. Alles, was dazugehört und ich wünsche viel Erkenntnisgewinn. Los geht’s. Herzlich willkommen Manfred Hoch beim Innoform Podcast zum Inno-Talk. Ja, hallo Schröder. Vielen Dank erstmal für die Möglichkeit, dass ich hier bei Ihnen in Ihrem Podcast sprechen darf und mal dir Timex ein bisschen vorstellen kann bei Ihnen. Freue ich mich sehr drüber. Wir kennen uns eigentlich nur von unseren Konferenzen, da haben wir uns schon mehrfach gesehen. Ich freue mich, dass wir jetzt mal auch aktiv über Recycling und Monomaterial-Lösungen sprechen können. Bevor wir das tun, ganz kurz zu ETmex Primary Packaging. Was macht ihr eigentlich? Naja, also wir sind ein Folien Hersteller. Also wir sind eine Gruppe eigentlich grundsätzlich. Also es gibt die ETmex-Gruppe, es gibt die Primary Packaging. Das sind wir hier in Dietenheim bei Rülm. Wir stellen primär Verpackungen, wie unsere Firmenbezeichnungen sagen, her. Also wir kümmern uns hauptsächlich um Verpackungen von Lebensmitteln, von pharmazeutischen Tablettenblisterverpackungen. Wir machen Tiernahrung, wir machen ganz viele Bereiche. Wir stellen auch vorgefertigte Schalen und Trays her. Wir machen Spritzgussprodukte, also in diesem Bereich. Aber wir haben auch ein sehr großes Geschäft, wo wir eben flexible Polypropylen oder auch teilweise polyethylenbasierte Verpackungen herstellen von 20 µm an gesehen, wo wir die Converting-Industrie, also Leute, Verarbeiter in der flexiblen Verpackung, damit entsprechend beliefern. Unsere Kollegen in der Gruppe, die Technical Components, beschäftigen sich vorwiegend mit anderen Technologien. Das ist vor allem Spritzguss, Hohlkörperblasen, solche Dinge, wo die im Bereich Automotive oder auch Haushalt, wie ich sage mal, Spülmaschinen, Spritzgussteile und so weiter und so fort, die sich damit beschäftigen. Aber hier, wie gesagt, bei der Primary Packaging, wir sind die Verpackungssparte. Wir sind die, die alles, was sich um das Thema Polypropylen herum im weitesten Sinne beschäftigt, uns damit umgehen. Hochspannend. ETmex ist über 70 Jahre alt. Ist auch die Folienbranche schon so alt? Weil damals ging es ja gerade erst so richtig los in Europa mit Folien vor 70 Jahren. Da sehen Sie mal, da waren wir ein sogenannter Pionier, da waren wir dabei. Ja, also ich meine, die ETmex hat natürlich auch eine wechselhafte Geschichte. ### Entwicklung von Minigrip-Beuteln und Strategien Es gab viele, viele verschiedene Dinge, die man gemacht hat. Früher hat man diese Minigrip-Beutel zum Beispiel, diese Beutelherstellung hier gemacht, Blasfolien für diese Beutelherstellungen gemacht, bedruckt hat man hier. Also es gab viele, viele verschiedene Technologien, die hier im Einsatz waren. Und dann hat sich es doch über die Jahre einfach so verändert, entwickelt. Neue Ausrichtungen, neue Strategien, Inhaberwechsel waren dann teilweise auch in der Zwischenzeit anzweischen. Heute, sage ich mal, ist die ETmex sehr, sehr stark im Polypropylenbereich tätig und ja, also Polypropylen und Folien, das machen wir seit mehr als 70 Jahren tatsächlich. Ja, das ist also verrückt, ja. Ist wirklich irre, auch wie die Zeit vergeht. 30 Jahre habe ich davon mitgekriegt, nicht von ETmex, aber von der Folienindustrie und ich bin begeistert bis heute. Ich glaube, so geht es Ihnen auch, oder? Ja, natürlich. Also ich meine, da sind wir beide ähnlich. Also ich liege noch ein bisschen länger. Also ich tummel mich jetzt seit über 36 Jahren hier in dieser Branche. Und von daher, ja, es ist es ist faszinierend und auch wirklich sehr, sehr spannend, was sich bei uns vor allem in der Verpackung einfach bewegt oder bewegt hat und wie wir auch momentan wieder in einer richtigen Transformation sind, wieder in eine ganz neue, ich sage mal, Richtung, was mit Verpackung möglich ist. Wir werden auch über Konsumenten ganz zum Schluss noch mal reden. Wir sind ja alle auch Konsumenten und eben auch die in Verkehr Bringer und die, die was bewegen können. Und darüber wollen wir als erstes mal sprechen, dass wir das noch ein bisschen besser einordnen können. ETmex als Folienproduzent. Sie sprachen von Polypropylen. Das ist ja für Folienhersteller in Deutschland zumindest eher was Exotisches. Die meisten stellen ja doch Polyethylenfolien in Blasfolienverfahren her. Was macht ETmex für Folienverpackung eigentlich genau? Ja, ich meine, Folienverpackungen, also sprich, wir sind ganz stark auf Polypropylen ausgerichtet. Ja, das ist wirklich da kommen wir her. Das ist unser Thema. Das steckt in unserer DNA, wie man so schön so schön sagt. Das vertreten wir auch. Und natürlich, es ist zwar das gleiche Thema wie Polyethylen, wenn ich das mal so aufgreifen kann. Ja, also Polyethylen, Polypropylen. Wir sprechen von der Familie der Polyolefine. Ja, und Sie haben recht, Polypropylen. ### PP-Vorteile in Kunststoffverpackungen Das ist immer noch so das Thema. Na ja, also was machen wir denn da nicht mit PP? Was kann man denn da draus machen? Alle Welt redet von anderen Dingen, sprechen von Polyester als Verpackungen und so weiter und so fort. Gibt es andere Dinge, auch PE. PP ist anders. PP bietet einfach unheimlich viele Vorteile in der Verpackung. Was machen wir da? Wir machen ja die üblichen Dinge, die man kennt, die man damit auch am ehesten in Verbindung bringt. Spritzgussartikel, Tiefziehteile, Schalen, Becher für Babyfood-Verpackungen, Fertiggerichte, Menüschalen und so weiter. Das sind Dinge, die kennt jeder. Da bringt man Polypropylen auch sofort damit in Verbindung, wo Polypropylen auch seine Vorteile hat. Man kann es sterilisieren. Man kann es in der Mikrowelle zubereiten. Das sind so Dinge, klassisch, wo Polypropylen verortet war und ist. Aber das hat sich jetzt eben die letzten Jahre gewaltig verändert. Einfach warum? Weil natürlich auch die Gesetzgebung eine Rolle spielt, weil das bessere Verständnis einer Nachhaltigkeit eine Rolle spielt, weil Kreislaufwirtschaft wichtig wird. Und hier kommen eigentlich erst so richtig, so langsam die eigentlichen super tollen Vorteile von Polypropylen zum Tragen, wo es einfach darum geht, was bietet der Kunststoff überhaupt? Wo ist da der Unterschied zu anderen? Machen kann man heute. Gottes Willen, was haben wir gemacht? Wir haben früher PVC verarbeitet. Man hat also die Industrie. Wir haben Polystyrol dann als nächstes verarbeitet. Dann hat man sich mit Polyester beschäftigt und so weiter und so fort. Man hat diese Hochleistungsverbunde hergestellt, wo es immer darum ging. Na ja, man muss etwas vor allem günstiger machen. Man muss es wirtschaftlicher machen. Man muss es effizienter machen. Muss trotzdem die Funktionen noch haben. Aber was haben wir da gemacht die letzten 25 Jahre? ### Hochleistungsverbunde und Lagenverbunde entwickeln Wir haben diese Hochleistungsverbunde hergestellt. Wir haben mehr Lagenverbunde draus gemacht. Und eigentlich war es immer nur – es war das Schützen des Produktes und die Effizienz war im Vordergrund. Das hat uns beschäftigt. Das haben wir alle miteinander gemacht. Wir haben uns eigentlich ganz wenig damit beschäftigt: Na ja, was wird denn aus unseren Verpackungen dann gemacht, wenn sie mal aus diesem ersten Leben heraus sind? Und da muss ich sagen, Herr Schröder, da hat Polypropylen massive Vorteile allen anderen Kunststoffen gegenüber, weil man es eben überall verwenden kann, weil man es in allen Technologien verarbeiten kann. Man kann es in nahezu allen Verpackungskonzepten einbringen. Das ist so ein Thema. Das macht Polypropylen ein bisschen einzigartig. Und wenn man heute sich in der Entwicklung beschäftigt – und es ist ja eine von meinen Aufgaben hier bei der ETMAX. Wir müssen immer vom Ende her denken. Das heißt, wenn wir heute in neue Entwicklungen rangehen, wenn Produkte neu gedacht werden sollen, dann heißt es immer erst: Was passiert damit am Ende? Was können wir aus dieser Verpackung herstellen? Da sind wir auch bei dem Thema, wo wir beide uns so im Vorfeld schon ein bisschen abgestimmt haben – das Thema Monomaterialien. Darum geht es. Und das sind für mich so genau die Punkte. Ich habe noch eine ganze Latte Fragen, um da narrativ reinzugehen. Aber bevor wir jetzt unsere Zuhörer schon gleich überfordern, wollen wir sie natürlich persönlich auch nochmal einordnen und besser kennenlernen. Über 30 Jahre, 35 Jahre. Was hatten Sie eben gesagt? Flexpack. Wir kennen uns auch aus anderen Unternehmungen noch. Sie sind jetzt Business Development Manager. What the hell ist das denn bitte? Ja, OK. Also das ist was heißt Business Development. Das begleitet mich auch schon ganz, ganz lange in meiner in meiner Karriere. Business Development hat immer was damit zu tun, neue Produkte entwickeln, neue Märkte entwickeln, Produkte in neuen Märkten zu vermarkten. So hier bei der ETMAX mache ich also ich kümmere mich in dieser Rolle als Setup Business Development zugleich auch um die Entwicklung. Das heißt, ich habe ja eine Doppelfunktion im Unternehmen. ### Produktentwicklung und Kundenbetreuung verbinden Das heißt, ich darf für die Entwicklung verantwortlich sein. Bedeutet, ich entwickle die neuen Produkte, die neuen Innovationen von der ETMAX und ich darf diese zugleich, die Märkte übertragen. Ich darf dort also auch neue Produkte in neuen Märkten mit vermarkten und anbieten. Insofern ist es eine Doppelrolle. Und das macht eigentlich den Bereich unheimlich spannend, dass man eben sowohl von der Entwicklungsseite wie von der Kundenseite massiven Input hat und eben dort, sage ich mal, schon ganzheitlich an Themen herangehen kann. Hochspannend habe ich auch mal so eine Rolle bekleidet. Kann ich total nachvollziehen und nachfiebern. Jetzt gehen wir mal rein. Monomaterial-Lösung aus Polypropylen für Folien-Anwendungen. Was haben Sie denn da so im Köcher? Na alles natürlich am allerliebsten. Also das ist ja das Thema. Also es glaubte ja keiner, dass man mit Polypropylen eigentlich fast alles machen kann. Und da möchte ich einfach mal ausführen, wo sind die Vorteile von PP? PP hat erst mal von den Eigenschaften her – rein das Polymer Polypropylen – hat es von den Eigenschaften her unglaublich viele Vorteile. Man kann es, wenn wir jetzt mal rein an die Verpackung denken – ich sage mal, es ist ein transparenter Rohstoff. Er ist eine super Siegelschicht. Er ist die beste Wasserdampfbarriere von den Polymeren. Man kann es von tief gefrieren bis zu sterilisieren einsetzen. Es ist nicht nur in der Verpackung, sondern auch in anderen Anwendungen außerhalb der Verpackung setzt man Polypropylen ein. Das macht vor allem dann jetzt Sinn, wenn wir daran denken müssen, was wird denn aus unseren beispielsweise Lebensmittelverpackungen werden nach ihrem ersten Einsatz oder ersten Leben als Lebensmittelverpackung? Und da, wie gesagt, gibt es bei Polypropylen einfach unheimlich viele Verwertungsmöglichkeiten in anderen Marktsegmenten, wo man PP entsprechend brauchen kann. Und natürlich, es ist ein recyclingfähiger Rohstoff und es ist der leichteste Rohstoff. Bedeutet einfach, wir haben alle, wir kriegen das Ziel von der EU, von der neuen PPWR. Aber auch der Handel hat diese Ziele längst aufgegriffen. Die Politik möchte von uns, dass wir Verpackungsgewichte/Abfall reduzieren. Also müssten wir Gewichte und Volumen reduzieren. Wir müssen den Materialeinsatz angehen. Und da bietet PP einfach alleine schon von seinem spezifischen Gewicht Riesenvorteile im Vergleich beispielsweise zu Polyester, wo wir halt 30 Prozent – über 30 Prozent – leichter sind. ### PP als vielseitiger Verpackungsalleskönner Das heißt, von den Eigenschaften her top, würde ich mal sagen. Da ist PP der absolute Alleskönner. Man kann es in allen wesentlichen Herstellungstechnologien verarbeiten. Man kann es spritzgießen, man kann es hohlkörperblasen. Man kann flexible Verpackungen machen. Man kann Blasfolie machen, Gießfolie machen, Hartfolien, Weichfolien. Deckelplatinen kann man draus stanzen. Also das heißt einfach, es gibt von den Herstellungstechnologien praktisch keine Limits. Und dann eben am Ende des Tages. Das kann eine sehr dünne Folie sein von 20. Es kann ein Flowpack sein. Es kann aber auch ein 2500 µm Suppenbecher sein, der entsprechend sterilisiert wird, wie auch immer. Und dazwischen spielt eben diese Verpackungswelt eine Rolle. Und diese Vielfalt gibt es nur bei Polypropylen. Die gibt es bei keinem anderen Polymer. Und das macht PP grundsätzlich mal vom Polymer unheimlich interessant. Und eben jetzt auch die Argumente für die Kreislaufwirtschaft. Und da finde ich einfach, da hat PP einfach die Vorteile, weil wenn es um Verwertungen geht, wir reden nicht von Abfall. Wir reden von Wertstoffen, die hinterher verwertet werden müssen. Und darum geht es heute. Wenn wir wirklich kreislauffähig sein wollen oder in diese Richtung denken, muss man an die Verwertung eines Rohstoffs denken. Und da gibt es kein Material, das meiner Meinung nach mehr Möglichkeiten bietet wie Polypropylen. Gehen wir noch mal ran an die Verarbeitung. Ich selber bin ja in einer PE-Bude, wie man in Norddeutschland sagt, groß geworden. Ich habe also mit Blasfolie und Polyethylen sehr komplexe Rezepturen. Wir damals hauptsächlich dreischichtig für Kaffeeanwendungen. Aber in diesen drei Schichten waren zehn verschiedene Materialien, fünf Additive und was weiß ich. Also alles bis aufs Letzte optimiert. Verarbeiten Sie denn Ihr Polypropylen? Erste Frage auch im Blasfolienverfahren oder ausschließlich im Gießfolienverfahren? Wir haben früher Blasfolie gemacht, aber ATMEX ist heute ein reines Gießfolienunternehmen. Also wir haben uns auf die Cast-Technologie verstärkt. ### Blasfolie versus Gießfolie Einsatzzwecke Warum? Gibt es einfach verschiedene Gründe. Das wissen Sie, Herr Schröder, Blasfolie hat seinen Einsatzzweck. Gießfolie hat seinen Einsatzzweck. Das sind unterschiedliche Themen. Da geht es auch, welche Transparenzen kann ich am Ende des Tages erzielen mit entsprechenden Verbunden. Was für Eigenschaften, was für Planlagen. Die Weiterverarbeitung von entsprechenden Folien spielen eine ganz entscheidende Rolle. Wir sind ja ein Unternehmen, wir sind auf flexible Verpackung ausgerichtet, aber auch auf das Tiefziehfeld, auf die Hartfoliengeschichte. Und insofern ist für uns das Thema Cast entscheidend. Und hier eben auch ganz klar verschiedene Schichten, ich sage mal von drei Lagenanlagen bis zu neun Lagenanlagen und so weiter und so fort. Das wiederum richtet sich einfach nach dem Verwendungszweck, nach der Anwendung, nach den Barriereoptionen und so weiter und so fort. Habe ich jetzt also gelernt, drei bis neun Schichten machen Sie. Wie kriegen Sie eine Barriere denn in so eine Polypropylenfolie rein, wenn es zum Beispiel gegen Aromen oder Sauerstoff sein soll? Das bringt Polypropylen ja erst mal nicht mit. Wasserdampf ja, Sauerstoff eher nicht. Wie machen Sie das? So ist es. Durch Polypropylen pfeift der Wind durch, wie ich sogar nicht sage an der Stelle. So, also wir drücken sie mal rein. Ganz klar gibt es verschiedene Optionen, aber die gängigste Version ist, einfach EVOH zu nehmen. Ja, EVOH ist der Rohstoff schlechthin, wenn es um vor allem Tiefziehfähigkeit geht. Wenn wir im Bereich Oberfolien denken oder Flowpacks denken, wir haben dort ganz andere Lösungen. Da kann man mit EVOH arbeiten, man muss es aber nicht tun. Da kann man mit Beschichtungen arbeiten, mit SiOx, AlOx und so weiter, PVdC. Da gibt es eine ganze Menge Möglichkeiten, auch alternative Beschichtungsmöglichkeiten, um dort dünne Barriere-Schichten aufzutragen, die dann auch, wenn wir wieder in Recycling denken, eben sehr, sehr dünn sind, wenig Gewichtsprozent benötigen, dass wir in dieser, ich sage mal, mindestens 5 % oder wenigstens 5 % Schicht drin bleiben. Aber für uns spielt EVOH eine dominierende Rolle, weil wir einfach in der Regel in ganz großem Bereich als Tiefziehen gehen. Da werden Tiefziehverpackungen draus gemacht, da werden Schalen oder Folien gemacht, die anschließend tief gezogen werden. Und da bietet EVOH einfach die Möglichkeiten. EVOH wiederum gehört auch – Ethylenvinylalkohol, wie es der Name im Prinzip schon sagt – die gehören auch mehr oder weniger in die Polyolefinfamilie rein. Insofern, und das ist auch gelebt, die Recyclingindustrie hat mit EVOH, wenn es nicht zu hoch konzentriert wird, und das sind wir wieder bei diesen Themen, heute einfach maximal 5 % und so weiter. Da haben wir kein Problem, diese Materialien dort anzubieten, zu verarbeiten und eben auch recyceln zu können. ### EVH-Rohstoff für Sauerstoffbarrieren Insofern ist EVOH das Mittel der Wahl und der Rohstoff der Wahl, wenn wir Sauerstoffbarrieren brauchen. Und dann halt in Verbindung – das kommt eben mit dazu – PP hat die beste Wasserdampfbarriere von allen Polymeren. Insofern verbindest du da zwei Welten. Und es gibt am Ende eine ganz tolle Verpackung für vor allem Lebensmittel, wo eben diese Aromabarrieren oder einfach Sauerstoffbarrieren eine große Rolle spielen. Sehr schön. Wir haben viele Hörerinnen und Hörer aus dem Bereich abpackende Wirtschaft und Marke. Für welche Märkte eignen sich solche? Bleiben wir mal bei den Tiefziehfolien. Welche Märkte bedienen Sie hauptsächlich, dass man sich was vorstellen kann als Hörer? Muss ich Sie jetzt anrufen oder lasse ich es lieber? Also grundsätzlich mal vor allem natürlich der Lebensmittelmarkt. Wenn wir von Barrieren sprechen, sprechen wir von Lebensmittelmarkt. Wer setzt das ein? Das sind heute schon Käseaufschnitt-Verpackungen. Das sind Wurstverpackungen. Das können Vakuum-Tiefziehfolien sein. Das können MAP-Verpackungen sein, also modifizierte Atmosphäre. Es kann weich oder hart sein. Es eignet sich für alles, was heute beispielsweise in A-Pad-Verpackungen im MAP-Bereich ist. Dort kann man unsere Folien einsetzen. Warum, muss man auch sagen, das Thema PP ist immer noch ein bisschen in der Industrie teilweise kritisch gesehen. Warum? Weil die Leute alle denken, um Gottes Willen, das ist schwierig in der Verarbeitung. Das kann man ja auf einer normalen Tiefziehmaschine nicht verarbeiten. Diese Dinge haben sich aber gewaltig geändert. Und hier spielt vor allem auch ATMAX in die Karten, dass wir eine sehr, sehr innovative Exzessionstechnologie haben, wo man eben Polypropylen verarbeiten kann, auch auf Standard-Tiefziehmaschinen. Also wir müssen nicht super besonders mit konischen Kettenführungen oder was auch immer auf Polyprop ausgelegt werden. Das ist nicht der Fall, sondern wir können eigentlich dem Trend folgen, so wie es die Maschinenindustrie heute auch macht. Die Maschinenindustrie setzt heute oder legt ihre Verpackungsanlagen heute dual aus. Die sagen, eine Maschine muss ein Polyester verarbeiten können, sie muss aber auch ein PP verarbeiten können. Und da sind wir sehr, sehr stark unterwegs, weil unsere Folien sich auf diesen Anlagen und mit diesen Konzepten verarbeiten lassen. ### Sterilisierbare Verpackungen für Lebensmittel Muss man ein bisschen in die Heizung investieren. Aber die Dinge, wenn die von Anfang an gleich richtig gedacht werden, dann haben die Kunden am Ende des Tages die Variabilität, dass sie entweder auf den Bereich oder auf den Bereich gehen können und dann eine Maschine dual nutzen können. So, also ganz klar, klassisch Kühltheke. Das ist unser Markt, da sind wir drin. Dort geht es um Barrieren. Ganz klar auch alles, was sterilisiert wird. Petfood, Babynahrung, Ready Meals, diese Dinge, da sind wir sehr, sehr stark und einer, ich sage mal, in diesem PP-Barriere-Schalenmarkt, da würde ich mal sagen, da sind wir wirklich einer der Marktführer hier in Europa, wo es einfach darum geht, da brauchst du die Kompetenz. Du musst die richtigen Rohstoffe haben. Das ist ein PP-Thema und eben dann auch ein Barriere-Thema. Wir sind keine Leute, die Fleischschalen herstellen, die da Homopolypropylen-Fleischschalen machen. Das machen andere, das ist nicht unsere Kompetenz. Wir sind ganz stark in diesem Barriere-Thema drin. Und dort eben, wir wollen, dass unsere Kunden ohne Schwierigkeiten von eben von diesen Mehrlagen-Verbunden oder von Verbunden, die sie eben nicht wiederverwerten lassen oder vernünftig wiederverwerten lassen, dass die eben auch auf solche Monolösungen auf Basis PP gehen können. Gut, schöne Überleitung. Denn meine nächste Frage wäre jetzt, warum sollte denn jetzt, ich bleibe mal bei der Kühltheke, warum sollte ein Kühltheken-Befüller sozusagen, also ein Wurst-Käse-Veggie-Produkthersteller, warum sollte der auf Monomaterial-Lösungen aus ihrem Hause denn überhaupt umstellen? Woher kommt denn Druck? Jede Umstellung kostet erst mal Geld und Mühe. Das ist richtig. Und das ist auch das Thema Geld ist auch der Haupt-Showstopper, wie man so schön sagt. Aber ich würde es mal ganz einfach sagen. Warum sollen die umstellen? Weil es im Sinne von einer, lassen wir mal sagen, einer ernst gemeinten Nachhaltigkeitsstrategie eigentlich überhaupt gar keine andere Alternative gibt. Also wenn wir uns jetzt nicht damit beschäftigen, dass wir diese Komplexität rausnehmen, die wir uns als Industrie und Handel und Abpacker und Brand-Owner halt die letzten 20 Jahre selber auferlegt haben oder was auch immer. Also wir waren in diesem Tunnel, sage ich mal, Effizienz, Wirtschaftlichkeit, Preis, boom. Also Hochleistungsverbunde bestehen aus sechs, sieben verschiedenen Schichten, die miteinander nicht korrespondieren und demzufolge auch schwierig zu verwerten oder gar nicht zu verwerten sind. So, wenn heute sich einer wirklich hinsetzt und sagt, ich möchte meine Nachhaltigkeitsbilanz richtig optimieren, dann kommst du nicht drumrum, an Monomaterial hinzudenken. Du musst die Verpackungsmaterialien, die müssen da eine Rolle spielen in diesen Strategien. Verpackungen haben vor allem in der Öffentlichkeit natürlich ein großes oder sind in der Öffentlichkeit ein großes Thema. Wir als Fachleute wissen, naja, also von der gesamten, ich sage mal, CO2-Fußabdruckbilanz etc. und Co2, wenn wir mal gerade wieder an die Lebensmittel denken, da wissen wir, mein Gott, so dominierend ist der Anteil von uns, von der Verpackung an den gesamten CO2-Fußabdruck eines gekühlten Lebensmittels nicht nur. Der Verbraucher sieht das anders. Der sieht das völlig anders. ### Nachhaltige Entscheidungen für Brand-Owner Und insofern sind diese Dinge wichtig für jedes Unternehmen, für jeden Brand-Owner, der sich damit beschäftigt. Er muss eine Position beziehen zu seiner Nachhaltigkeitsthematik in Verbindung mit Verpackungen. Und insofern ist das Thema Mono hier ein ganz, ganz entscheidender Hebel. Wenn es aber so ist, dass der Brand-Owner oder auch der LEH, der Lebensmittel-Einzelhandel, wenn es jedoch nicht angegangen wird, sprich, wenn die Leute da zu zögerlich sind oder die Dinge verschieben und vielleicht auch aufgrund von Preisthematiken sich nicht richtig committen, dann sage ich mal so, dann wird es einfach länger dauern. Es wurden vielleicht auch teilweise dazwischen falsche Entscheidungen dann getroffen, weil es eben nicht geht, weil eben nicht mehrere Materialien auf Mono umgestellt werden, obwohl sie es könnten. Und dann sage ich mal, werden wir am Ende vielleicht gezwungenermaßen in eine andere Richtung gehen müssen oder wird von der Politik gezwungen, in eine andere Richtung zu gehen, die aber dann nicht zielführend ist. Also wir selber haben auch Projekte begleitet, auf Monomateriallösung umzustellen, wie mit unserem Innoform Testservice, wo wir dann die Barrierewerte ermitteln, auch Maschinengängigkeit und so weiter, Siegel-Nadd-Dichtigkeiten. Diese Projekte sind in der Regel noch gar nicht in den Regalen angekommen, weil unsere Kunden uns gesagt haben, warum soll ich umstellen? Ich habe gar kein Incentive, gar keinen Vorteil. Was erwarten Sie denn von einer Gesetzgebung eigentlich, um diese ambitionierten Recycling-Ziele, die ja nun erst mal auf dem Papier stehen, auch für Kunststoffe insbesondere, in Europa pünktlich und vor allen Dingen mit sinnvollen Monomateriallösungen überhaupt zu erreichen? Was muss der Gesetzgeber tun? Also der Gesetzgeber oder sagen wir mal besser die Politik, das ist natürlich, das ist ein sehr schwieriges Terrain, Herr Schröder. Das ist ein schwieriges Terrain und natürlich gibt es viele Spieler, die ihre Dinge da versuchen, zu platzieren und durchzubekommen. Na ja, also fangen wir mal so an. Wo sind wir denn heute? Was will denn der Gesetzgeber heute von uns? Heute haben wir so, wir haben zwar ein Ziel, also die Europäische Union und sage ich mal, die ist schon führend, also nicht wir in Deutschland, sondern ich glaube, wir haben eine europäische. Am Ende haben wir eine globale Aufgabe für die Politik hier an dieser Stelle. In der Europäischen Union haben wir ein Ziel formuliert. Es gibt diesen Green Deal 2050. Also das heißt, wir wissen zwar theoretisch, wie wir dahin wollen, aber der Weg dahin ist eigentlich leider weder technologisch noch so richtig politisch bis dato formuliert, wie wir dahin kommen sollen. Und das dokumentiert sich letztendlich auch so, wo wir uns heute befinden. Wir haben theoretisch in Deutschland seit dem Januar 2019 ein Verpackungsgesetz, das man leben müsste. Das sind verschiedene Dinge, die beinhaltet sind, die wir heute aber so nicht umsetzen. Es gibt keine einheitlichen Regelungen. Jeder Spieler, jeder Abpacker, jeder Lebensmittelhändler, jedes Land kocht hier sein eigenes Süppchen. Und das heißt, da sind wir eigentlich momentan in einer Situation. Und das sehe ich nach wie vor. Wenn ich durch die Läden gehe und mir die Packungen anschaue, muss ich einfach sagen, es ist vielmals wirklich enttäuschend, was man fünf Jahre nach Einführung dieses Gesetzes immer noch draußen findet, nämlich viel zu wenig. Und ich kann Sie nur bestätigen, wir haben als Industrie in ganz vielen Bereichen – wir haben die Hausaufgaben gemacht. Wir haben die Rohstoffe entwickelt. Wir haben Technologien erweitert, die auch die Maschinenseite hat sich unheimlich entwickelt die letzten fünf Jahre, haben also an Konzepten gearbeitet, haben ihre Tiefziehverfahren verbessert, um mit deutlich von zehn bis zwanzig Prozent reduzierten Verpackungsgewichten die gleichen Dinge zu erreichen wie vorher. ### Abfallreduktion in Produktionsprozessen Also Abfallreduktion auch auf den Maschinen. Da ist so viel passiert. Wir haben so viel investiert, gemacht, getan, aber am Ende den Preis dafür bezahlen mag keiner. Ja, die die richtigen Dinge tun. Also das – ein wie sagt man so schön? Das ist das richtige Tun. Das fehlt an der Stelle. Und da fehlt mir einfach der Punkt, dass es jetzt einfach Dinge sich ändern müssen. Die Dinge sind ja irgendwie auf den Weg gebracht. Die neue PPWR, die jetzt dann Anfang erstes Quartal oder irgendwie im ersten Quartal 2024 ja verabschiedet worden soll im EU-Parlament. Für mich ist das so. Das geht in die richtige Richtung. Da sind viele Dinge dabei, die jetzt auch diskutiert waren. Die werden von den Fachverbänden überall diskutiert. Für mich ist so. Ich nehme mal ein paar wichtige Elemente heraus, die für uns entscheidend sind. Für mich ist der Punkt eins. Die EU will die Verpackungsabfälle reduzieren. Da gibt es klare Vorgaben. Die müssen 15, 15 Prozent reduziert werden. Das ist mal ein ganz wesentliches Kriterium, wo man sagen muss, gut, damit beginnt es. Wir müssen die Mengen, die Volumina reduzieren. Dann der zweite Punkt. Die EU hat erkannt, es braucht eine Harmonisierung der Regelungen und Vorgaben, sprich, es kann nicht sein, dass so und so viele Länder, dass 23 EU-Länder 23 verschiedene Regelungen haben. Da kann sich nichts entwickeln. Und da muss ich auch sagen, da verstehe ich auch die Abpacker. Das kommt auch in den ganzen Diskussionen mit unseren Kunden heraus. Ja, um Gottes Willen, wie soll ich es denn machen? Ich liefere nach Frankreich, ich liefere nach Schweden, ich liefere nach Österreich und dann auch nach Italien und Deutschland sowieso. Und jetzt soll ich fünf verschiedene Verpackungsformen haben für eine und dasselbe. Macht keinen Sinn. Also von der Seite her kann nicht funktionieren. ### Design for Recycling Kreislaufwirtschaft Insofern auch dieser Ansatz ist richtig. Der Ansatz, der nächste Ansatz, dass dann in der Folge dessen die Design for Recycling Vorgaben einheitlich sein müssen. Auch das ist überfällig, dass es kommt, dass wir sagen, was hier in Deutschland recyclingfähig ist, ist es auch in Österreich und in Schweden und wenn es sein muss, auch in Frankreich und so weiter so. Auch damit ist es ein absolutes, ich sage mal, ein ganz wesentlicher Schritt um weiter vorzukommen und vielleicht der wichtigste Schritt überhaupt, der wichtigste, aber auch der das Schwierigste jetzt von der Umsetzung sind die Vorgaben verpflichtend, Rezyklatanteile in Folien zu bringen. Und da sage ich mal so, der Punkt ist für mich der wesentlichste im Schritt oder im Hinblick auf das Thema Kreislaufwirtschaft. Bringt nichts, wenn wir jetzt wieder Monomaterialien herstellen. Wir schaffen, dass wir die auf den Maschinen verarbeiten können. Wir schaffen es, dass wir die entsprechend so entwickeln können. Das Hauptfaktum, nämlich der Produktschutz, immer noch gegeben ist. Wir können diskutieren, was wir wollen, aber beispielsweise im Lebensmittelbereich oder auch im pharmazeutischen Bereich, wo wir mit unseren Pharma-PP-Blisterverpackungen eine ganz, ganz große Rolle spielen. Da geht es zu allererst um Schutzfunktion. Das muss immer gegeben sein. Wenn wir einen Verbund durch ein Monomaterial ablösen würden und dieser Monoverbund würde im Prinzip die Haltbarkeit des Produktes oder eigentlich den Schutz des Produktes gefährden, dann ist nichts gewonnen. Dann haben Sie Verlust und das wiederum ist noch dramatischer. Wie haben wir vor kurzem ja auch gehört bei Ihnen. Das war ein sehr schöner Vortrag von Herrn Gröner da bei Ihnen auf der Barriere-Tagung vor kurzem in Kurburg. Fand ich übrigens war ein super Vortrag und hat es einfach sehr, sehr klar und faktenbasiert dargestellt, wovon wir da eigentlich reden. Und die Dinge, die kommen mir auch in der Diskussion immer noch viel zu wenig vor. Wir haben ja Monomaterial-Lösungen heute auch deswegen so in den Vordergrund gestellt, weil das eine wesentliche Voraussetzung ist für eine Kreislaufwirtschaft. Sie hatten aber auch angesprochen den Rezyklatanteil in Lebensmittelfolien. Ist das etwas, was Sie heute schon entwickeln, oder ist das etwas, wo Sie im Moment noch die Finger vorn lassen? Da kann keiner die Finger vorn lassen. So, also ich meine, es geht darum, also wenn wir Kreislaufwirtschaft anstoßen wollen, dann geht es darum, wir produzieren hoffentlich morgen Monomaterialien anstatt von mehr Lagen verbunden. Das ist die Hauptaufgabe für uns in der Verpackung. Dann müssen wir auch darum schauen: OK, wie verwerten wir diese Materialien? Irgendeiner muss sie verwerten. Also in der Vergangenheit gab es das schöne Wort, die thermische Verwertung. Das ist für mich keine Verwertung. Das ist keine Lösung von dem Thema. Das bedeutet, wir müssen die Materialien verwerten. Schritt eins: Umstellen von Mehrlagen-Verbunden auf Monomaterial. Schritt zwei: Es muss dazu kommen, dass wir daraus Rezyklate in entsprechender Qualität erzeugen können, die wir wieder verwerten können. ### Mechanisches Recycling von Lebensmittelverpackungen In allen Bereichen – dass die Lebensmittelverpackung dann natürlich noch eine ganz andere Hausnummer ist wie jetzt Kosmetikverpackungen oder, ich sage mal, technische Verpackungen, alle möglichen anderen Dinge. Das Lebensmittelrecht spielt eine Rolle. Wir wissen, wir haben kontaktsensitive Verpackungen. Da kann man nicht alles machen. Da kann man auch nicht jede Technologie nehmen. Da ist das Hauptproblem heute, dass das mechanische Recycling halt noch nicht die Qualitäten abliefert, die man eben braucht. Ergo gibt es eben diese ganz spannende Diskussion: Was ist denn nun richtig? Also absolut richtig ist: jawohl, es braucht Vorgaben, so wie es die EU jetzt im Sinn hat, dass Rezyklatquoten vorgeschrieben werden. Diese Rezyklatquoten kann man, sage ich mal, außerhalb der Food-Industrie sehr einfach umsetzen. Da gibt es Bereiche – nehmen wir mal das bekannteste Thema, die Flaschenindustrie, also sprich die Getränkeindustrie, Wasser und so weiter. Dort kann man – diese Industrie bekommt ja Vorgaben, die dann irgendwann bis zu 65 Prozent Rezyklatanteil gehen. Das ist für die Flaschenindustrie gar kein Problem. Die haben einen sauberen Kreislauf. Die haben einen geschlossenen Kreislauf. Den Werkstoff, ne? Absolut. Die sind nicht im gelben Sack. Sprich, das ist einfach zu regeln. Food-Verpackungen, die im gelben Sack landen, haben eben das Thema: Sie können vermischt werden. Und hier geht es darum. Und was jetzt? Jetzt gibt es ja die verschiedenen Recycling-Technologien. Und momentan zeichnet sich ab. Natürlich die Szene, die das chemische Recycling propagiert, sagt natürlich, wir sind die Lösung. Wir lösen das. Damit kann man im Prinzip jetzt diese Rezyklate erzeugen. Und damit ist doch das Problem der Lebensmittelverpackung gelöst. Für mich ist das zu kurz gesprungen, weil es einfach so selbstverständlich kommt das raus beim chemischen Recycling, dass wir dann im Prinzip wieder neuwertige Reine im Rezyklat hätten, die wir in Lebensmittelverpackungen einbringen können. Jedoch muss man einfach beachten, A gibt es weit mehr als Lebensmittelverpackungen, B gibt es weit mehr als chemisches Recycling. Es gibt eine ganze Industrie. Und dann gibt es für mich vor allem den Faktor Zeit. ### Hocheffiziente Recycling-Industrie weltweit Also heute, wir haben heute diese hocheffiziente mechanische Recycling-Industrie. Das ist die auf der ganzen Welt verbreiteste Industrie, die es gibt. Das ist die Technologie, die wir meiner Meinung nach nutzen müssen, weil es geht um den Faktor Zeit. Wir haben heute eine Aufgabe, nicht in 30 Jahren, bis Volumina da sind, sondern wir brauchen, wir haben heute eine Aufgabe. Man rechnet ja damit, dass sich da durch die Vorgaben, die jetzt kommen, dass wir 15, 15 Prozent und so weiter bis zu 35 Prozent Rezyklate in Verpackungen und allen anderen Kunststoffanwendungen einbauen müssen. Das kommt ab 2030. Da können Sie jetzt wieder ein paar zurücklegen. Dann ist ja noch sieben Jahre bis dahin. Das ist gar keine Zeit mehr, wenn man, wenn man da weiß, wie lange Entwicklungen dauern. Insofern das kommt. Es wird diesen Recyclatbedarf verfünffachen. Das bedeutet, die Industrie muss fünfmal mehr Rezyklate produzieren wie heute. Die chemische Rezyklung steckt in den Kinderschuhen. Das ist eine Technik. Für mich ist die auch noch was man so alles hört, auch die Studien, die man darüber schon gelesen hat. Das ist für mich nicht die – die ist noch nicht fertig. Diese Technologie, die hat einen enorm hohen Energiebedarf, die hat enorm hohe Verluste in der Ausbeute und so weiter und so fort. Also das ist für mich nicht die Lösung. Chemisches Recycling ist die Lösung für all die Dinge, die wir als Industrie nicht schaffen umzustellen. Genau so ist das. Ich das auch. Ein Freund von mir sagt immer, das eine tun, das andere nicht lassen. Wir tun das mechanische Recycling und lassen das chemische erst mal nicht, zumindest die Entwicklung daran. Ein schönes Bild ist auch, was ich vielleicht noch ergänzen möchte. Vielleicht können Sie da auch nochmal Ihre Stellungnahme zu abgeben. Die Energieeffizienz ist ja auch bei den Papierverpackungen in der Diskussion, auch beim Lösemittelverfahren oder auch jetzt beim chemischen Recyclingverfahren. Mechanisch hat einfach den geringsten Energieeinsatz für Regenerat. Das ist ja der große Vorteil vom mechanischen Recycling. Sie brauchen einfach nicht so hochzugehen. Sie brauchen keine Reinigungsschritte und nicht so viele Reinigungsschritte. Ist es denn besser – ich sage mal –, die Luft sauber zu lassen, das Regenerat ein bisschen schmutziger zu lassen, was ja das mechanische Recycling machen würde? Oder wäre es besser, doch das Lösemittelverfahren mehr Energie verbrauchen, das heißt, die Luft mehr zu kontaminieren und dafür das Regenerat sauberer zu lassen? ### Chemisches Recycling als Zukunftslösung Das ist so ein Argument, was ich immer wieder so bei verschiedenen Seminaren gehört habe. Ein Kollege von mir ist ein vehementer Vertreter dieser Einschätzung. Wie sehen Sie das? Nein, also da bin ich – da bin ich verdammt pragmatisch unterwegs. Ich finde den Satz gut, das eine tun, das andere nicht lassen. Also chemisches Recycling wird wichtig werden. Es wird eine wichtige Komplementär-Technologie im Recycling werden. Aber sie muss diese Rolle behalten. Das bedeutet, wir müssen die Technologie nehmen für alles, was wir nicht umstellen können. So. Ja, und jetzt ist es so. Wir dürfen auch die Wirtschaftlichkeit nicht aus dem Blick verlieren. Das haben wir immer gesehen. Sobald es so ist, ist doch heute das Hauptproblem. Wenn heute eine recyclingfähige Monolösung aus Polypropylen beispielsweise oder Polyethylen, wenn die günstiger wäre wie das, was vorher da war, würden Sie es, wird es der Handel, wird es die Industrie umsetzen. Nachdem das nicht der Fall ist, machen Sie es nicht. Rezyklate führen dazu, dass die teurer sind wie Neuware. Jetzt motivieren Sie mal jemanden zu sagen, Rezyklate einzusetzen. Wenn ich doch Neuware zum günstigen Preis kriege. Da finden Sie keine auf der ganzen Welt, der das macht. Insofern steht die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund. Es geht um unseren Wohlstand. Es geht um die Gesellschaft. Und im Prinzip geht es um Entwicklungen. Insofern geht es immer auch um die ökonomische Betrachtung einer Geschichte. Das mechanische Recycling ist die wirtschaftlichste Form des Recyclings. Punkt. Das heißt, die Kosten werden dort am niedrigsten sein. Es ist die verbreiteste Technologie. Ja, ich muss auch sagen noch und die Betonung liegt für mich noch. Noch hat das mechanische Recycling das Thema, wie können wir Food Grades von Non-Food Grades unterscheiden? ### EU-Kooperationsprojekte zur Kunststoffverwertung Wie holen wir die raus? Und für mich ist das so. Das ist für mich auch das Thema. Wenn die EU sich heute entscheiden würde, man lässt nur chemische Recycling für Lebensmittel, Rezyklate in Produkten zu, dann wäre sie nicht technologieoffen. Und das wäre ein Riesenfehler, weil es gibt seit Jahren jetzt wirklich industrieübergreifende Kooperationsprojekte, wo es vor allem darum geht, wie können wir den mechanischen Recycling sortieren? Wie können wir besser sortieren? Wie holen wir beispielsweise in Deutschland aus diesem gelben Sack? Wie können wir sicher Food Verpackungen von Non-Food Verpackungen trennen? Da sage ich mal nur ein Beispiel, dieses Holy Grail Konsortium, das sich da gibt mit diesem digitalen Wasserzeichen. Die Leute sind sehr, sehr weit. Die haben eine 99-prozentige Detektion. Also die werden sicher detektiert. Die Auswürfe, die die da haben, sind mittlerweile, glaube ich, bei 95 Prozent. Also wir haben schon eine verdammt hohe Quote einer Technologie, die Dinge zu separieren und in Verbindung mit den neueren Standard-Recycling-Technologien, die es gibt, wo man eben reinigt und dekaminiert und noch entsprechend compoundiert. Da schaffen sie es auch so, Rezyklate zu erzeugen, die man dann wieder in Food zurückführen kann. Das wird gelingen. Ob es bis 2030 gelingt, ist eine andere Frage. Aber insofern hoffe ich mir hier von der Politik einfach, Lebensmittelverpackungen sind ein sehr sensibles Thema. Da geht es um Hygiene, da geht es um Sicherheit. Da muss man der Industrie noch mehr Zeit geben, dass wir dahin kommen. Aber wir können dahin kommen. Da bin ich völlig überzeugt davon. Und dann ist es die richtige Technologie. Dann haben wir das mechanische Recycling oder lasst mich mal so sagen, dieses fortschrittliche oder Advanced Recycling, wenn man so schön Neudeutsch sagt. Ich glaube, man kommt dahin. Wir brauchen ein bisschen mehr Zeit, aber das wird zu schaffen sein. Und die Zeit bis dahin muss man dann eben überbrücken mit ja, was jetzt momentan sehr stark aufkommt, sind dieses Thema – geht es mit Zertifikaten. Können wir sagen, dass Leute beispielsweise, die mehr Rezyklate verarbeiten können, weil sie es können, weil sie keine Hygiene richtig erfüllen müssen, dass sie mehr nehmen wie ihre Quoten und diese Quoten dann, die Überquoten, die sie dann erfüllen, an andere entsprechend verkaufen. Das ist für mich in Ansatz, wo ich sage, jawohl, dann ist aber eigentlich für die Phase, bis wir im mechanischen Recycling so weit sind, viel gewonnen. Dann geht es einfach darum, es muss so sein, dass die Lebensmittelindustrie und auch Verpackungsindustrie, die in die Lebensmittelindustrie reinliefert, die Volumen müssen aufgehen. Punkt. Das heißt, und wenn das über Zertifikate geht, ist das für mich absolut in Ordnung. ### Mono-Stoffströme richtig verwerten Dann gehen die Quoten auf, dann ist es verwertet und es ist in den richtigen Märkten verwertet, weil was nämlich dazu kommt, ist das, wenn ich jetzt ganz aktuell beispielsweise die Automobilindustrie – bekommt eine Vorgabe in Richtung 25 Prozent Post-Consumer-Anteil in ihrem Kunststoffbedarf. Und jetzt stellen Sie sich bitte mal das Volumen vor, was das wiederum bedeutet. Und die Automobilindustrie hat auch, setzt auch auf Polypropylen und Polyethylen, weil es eben die Kunststoffe sind, die sich einfach verarbeiten lassen. Das würde am Ende dazu führen, dass es einen, wie soll ich sagen, es wird Konflikte geben, wenn es um die Stoffströme geht. Dann werden eben – dann wird es eben diese Mono-Stoffströme, die werden abgezogen werden, die werden in ganz andere Bereiche reingehen, nicht in Fund, wo sie dann eigentlich am Ende des Tages hingehören. Und wenn die mal weg sind, dann bleiben die weg. Dann ist das – es für mich nicht wieder zurück. Das glaube ich auch. Das ist ein ganz großes Risiko. Und das muss man verhindern. Insofern sage ich mal, ist die Politik gefragt, hier vernünftige Ansätze zu finden, auch regulative Ansätze, das heißt chemisches Recycling. Ja, in zweiter Linie, nicht als erster Ansatz. Und für mich noch ein ganz wichtiges Thema. Wenn wir uns dahin bewegen würden, wir würden sagen, chemisch löst uns alles. Dann sage ich mal so ein Beispiel, Herr Schröder, ich gebe Ihnen mal so ein kleines Beispiel. Das ist gut gemeint, aber aber vielleicht doch nicht ganz gut umgesetzt. Das ist für mich so wie in Südostasien, wo wir wissen, da kommt viel, viel Eintrag in die Umwelt, vor allem in die Meere von Kunststoff her. Da werden jetzt heute solche Dinge teilweise gemacht, wo die an diesen Flüssen solche Netze aufspannen und eben diesen ganzen Müll, der da kommt, weg, wegfängt. So ähnlich ist das für mich ein bisschen mit chemisch Recycling. Also ja, man kann da gewisse Dinge eliminieren, aber irgendwie doch nicht alles. Und wenn wir das Hauptproblem nicht lösen, nämlich die Rohstoffbasis. Ja, sie nehmen dem Handel, der Industrie, dem Verbraucher vielleicht am Ende des Tages auch die Motivation, in Mono zu denken. Weil wenn dann wieder chemisch heißt, warum soll ich jetzt umstellen? Warum soll ich so in fünf, sechs Lagen verboten? Warum soll ich den ändern? Schmeiß ich den da rein? Hinterher chemisch Recycling. Alles prima, alles wieder weg. Das ist falsch. Das ist für mich nicht der Weg, glaube ich auch. Wir müssen schauen. Danach kann fast nichts mehr kommen. ### Verpackungsauswahl und Konsumentenerwartungen Aber bei uns kommt natürlich immer noch was. Sie haben eine sehr schöne Überleitung schon wieder mir geliefert zur abschließenden Frage eigentlich. Wir haben jetzt gelernt von Ihnen und das ist, glaube ich, auch Branchenkonsens, dass nur dann Rezyklat eingearbeitet werden kann in Lebensmittelverpackungen, wenn die Rohstoffquelle sauber ist, wenn sie bekannt ist, wenn man weiß, was man reintut. Sonst kriegt man es nicht hin. Was wünschen Sie sich denn diesbezüglich vom Konsumenten? Über den haben wir ja noch gar nicht gesprochen. Muss der auch irgendwas anders machen? Also müssen wir als Konsumenten auch irgendwie was besser oder anders machen? Der Konsument hat vielleicht die alles entscheidende Rolle in diesem ganzen Thema, weil am Ende ist es so, ich sage mal, da gibt es also dieses eine Wort. Es braucht nicht viel, aber es braucht viele. Und das ist für mich hier genau der Schlüssel. Also der Verbraucher wiederum, der hat eine ganz hohe Erwartungshaltung an Nachhaltigkeit. Wir hören das. Es begleitet uns. Nachhaltigkeit ist heute. Es ist keine Frage mehr, ob es gemacht wird oder nicht. Es ist in der Gesellschaft und in der Wirtschaft ist es ein Gesetz. So insofern, der Konsument selber hat eine hohe Erwartung an Nachhaltigkeit von Verpackungen. Jedoch ist immer die Frage für mich, auf welcher Wissensebene ist der Verbraucher denn eigentlich? Was weiß denn der Verbraucher? Wir Verpackungsleute, wir diskutieren uns zu Tode über verschiedenste Dinge. Aber was weiß der Verbraucher? Der Verbraucher hat eine hohe Erwartungshaltung. Jedoch im Wissenstand muss ich einfach sagen, ist er weit weg von der Realität. Er glaubt zu wissen, um was es geht. Aber in der Realität geht es eben doch so vorbei. Wenn Brand-Owner Befragungen zu durchführen oder vor kurzem gab es auch so, fand ich super spannend, vor kurzem gab es auch eine Befragung, eine Verbraucherbefragung vom DVI zum Thema, was der Verbraucher wohl einschätzt, wie wichtig bei Lebensmittelverpackungen der Anteil der Verpackung oder vom Lebensmittel am CO₂-Anteil ist. Also CO₂-Fußabdruck. Was ist wichtiger? Die Verpackung oder dominieren die Verpackung oder das Produkt selbst? 50 Prozent der Verbraucher sagen, dass die Verpackung dominierend ist, dass der CO₂-Fußabdruck der Verpackung für die gesamte Nachhaltigkeitsbedarfung wichtiger ist wie das Produkt. Da sehen Sie, wie weit weg das von der Realität ist. ### Produkteinfluss versus Verpackungsauswirkungen Die Verpackungen sind vielleicht 3 Prozent. Der Rest kommt vom Produkt. Wir haben Energie, wir haben Wasser, wir haben so viel Ressourcen verbraucht, um Lebensmittel herzustellen. Darum sind sie auch so komplex und darum muss man sie auch entsprechend schützen. Aber da sehen Sie, da passt Erwartungshaltung und Wissen überhaupt nicht zueinander. Überhaupt nicht. So und dann kommt es noch dazu. Dann ändern wir mal was. Und jetzt sage ich mal Beispiel. Wir haben auch in der Vergangenheit bei einem Unternehmen, wo ich war, haben wir einen Verpackungspreis gewonnen für zum Beispiel für diese Hackfleischverpackung Schlauchbeutel. Für mich prädestiniertes Beispiel. Also eigentlich eine gute Idee. Gut gedacht. Wir reduzieren unheimlich viel. Wir reduzieren 60, 70 Prozent Verpackungsgewicht. Eine Mono-PP-Schalenverpackung durch eine Mono-PP-Schlauchbeutelverpackung. Eigentlich super gedacht. Wunderbar. 70 Prozent Reduktion funktioniert. Alles top. Tipp. Und nun der Verbraucher akzeptiert es nicht. Für ihn ist es zu dünn. Es ist zu lapprig. Ihm fehlt da die Sicherheit. Das heißt, es scheitern so viele gut gemeinte und gedachte Verpackungskonzepte am Point of Sale, weil der Verbraucher nicht mitspielt, weil er vielleicht es nicht so sieht. Und was sieht der Verbraucher? Ich meine, wenn man sich – ich will es da der Papierindustrie nichts machen, aber nehmen Sie das Papierthema. Es gibt verdammt viele Papierverpackungen, die machen absolut Sinn. Papiere kann man super beschichten mit Siegelschichten, Heißsiegeln und Kaltsiegel, wie auch immer. Das sind Dinge, die funktionieren. Das geht gut. ### Papier-Kunststoffverbunde richtig sortieren Aber es gibt einfach auch so wahnsinnig viele Papier-Kunststoffverbunde, die kaschiert sind, die fest verbunden sind. Die kann man nicht trennen, oder der Verbraucher trennt sie nicht. Und insofern führen diese Dinge einfach dazu, dass die nicht recyclefähig sind. Das sieht der Verbraucher aber völlig anders. Für ihn ist Papier Papier, und er macht da keinen Unterschied. Und damit haben wir – gewinnen wir im Bereich der Nachhaltigkeit wieder nichts. Und da sage ich mal so, da sehe ich auch die Aufgabe der Politik. Wir müssen das ändern. Wenn wir nicht das Verbraucherbewusstsein anpacken, wenn wir dort nicht informieren und auch – ich sage mal – Aufklärung betreiben, und Aufklärung betreiben heißt, ob die ältere Generation dort noch mitspielt, ist eine Frage. Aber wir müssen damit eigentlich schon viel früher anfangen. Man muss in den Schulen anfangen, dieses Thema Umwelt und Umweltbildung zu lehren. Das heißt, da hätte die Politik eigentlich eine Aufgabe, dort dafür zu sorgen, dass die Schulen diesen Lehrauftrag bekommen. Dort muss man beginnen. Dann wird auch das Image und das Wissen über Kunststoff anders werden. Leute, die besser gebildet sind und wissen, wie man mit Kunststoff umgeht. Ich sage immer wieder, das ist auch das Thema. Der Kunststoff ist nicht das Problem. Der Umgang damit ist das Problem. Das heißt, da fängt es an. Und wenn man das besser macht, dann wissen die Leute irgendwann schon. Also eine Monopropylene-Verpackung, die super leicht ist und die man wieder verwerten kann und die morgen beispielsweise dann ein Farbeimer im Baumarkt wird. Wenn die Käseverpackung ein Farbeimer im Baumarkt wird und übermorgen wird es ja doch wieder eine Käseverpackung, dann ist es gut gemacht. Dann geht es nicht mehr darum. Aber da, wie gesagt, da ein Punkt, der Verbraucher hat eine hohe Erwartungshaltung. Er kennt sich nicht aus und er ist eben nicht aufgeklärt, dass er diese Dinge bewerten könnte. Und wenn wir jetzt noch glauben, Herr Schröder, dass der Verbraucher den Unterschied zwischen einer Monomaterialverpackung oder einer Verbundpackung nennen soll. Also illusorisch. In diesem Sinne. Sie haben das ganz hervorragend ausgefühlt. Vielen Dank an diese tollen Statements von ETMAX Herrn Manfred Hoch. Dankeschön für dieses Interview. Vielen Dank, Herr Schröder, für Ihre Einladung. Und das war es schon wieder für heute. ### Abschlusswort und Podcast-Zusammenfassung Ich hoffe, es war etwas Interessantes für Sie dabei. Und wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative für mehr Flexpack-Wissen werden möchten, melden Sie sich gerne bei mir unter ks@ed.innoform.eu und nicht vergessen, diesen Podcast zu abonnieren, wo immer Sie Podcasts hören. Tschüss. Bis zum nächsten Mal. Ihr Karsten Schröder. **Kategorien:** Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung --- ### [Innoform-Expertentreff zeigte wesentliche Veränderungen im Verpackungsdruck auf](https://inno-talk.de/innoform-expertentreff-zeigte-wesentliche-veraenderungen-im-verpackungsdruck-auf/) **Published:** Dezember 4, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** 30\. November 2023 **Wie verändert sich der Verpackungsdruck durch die immer schneller voranschreitende Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette? Digitale Produktionsprozesse und Cloud-Anbindung, Kostensenkung und mehr Vielfalt, E-Commerce und Individualisierung sowie Kreislaufdenken für mehr Nachhaltigkeit waren aktuelle Themen der Fachtagung.** [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/12/VD-11-23-hoch-mit-Text-1024x576.jpeg)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/12/VD-11-23-hoch-mit-Text-scaled.jpeg)(Quelle: Innoform Coaching GbR) **Dieter Finna** Unter dem Motto „Digital denken und drucken“ eröffnete Karsten Schröder den 9. Expertentreff Verpackungsdruck in Osnabrück. Die Fachtagung am 29. und 30. November zeigte, dass digitale Prozesse mittlerweile alle Bereiche des Verpackungsdrucks durchdrungen haben. Doch nicht alle Themen des Expertentreffs drehten sich um die Digitalisierung. Auch die Verfahren punkteten mit technischen Weiterentwicklungen. Den Einstieg in die Digitaldruckthemen machte Bernhard Niemela von der Verlagsgesellschaft Deutscher Drucker mit seinem Vortrag **‚Digitale Produktionsprozesse im Etikettendruck – Learnings von der Labelexpo Europe 2023‘.** In dem Rückblick ging er auf die wachsende Rolle der Software für die Automatisierung der Prozesse ein. Digitalisierung wirkt sich zum einen auf den einzelnen Druckjob aus, beispielsweise im Farbmanagement und der Inline-Inspektion als auch auf die Automatisierung der Planung aller Druckjobs und Verteilung auf die Produktionssysteme. Digitaldruck wird performanter werden und weitere Marktanteile erobern. Die Senkung der TCO (Total Costs of Ownership) bietet zusätzlich Kostenvorteile der digitalen Verfahren. **‚****Digitale Verpackungsentwicklung‚ bietet den Vorteil, Zeitverlust durch lange Wege in der Kommunikation als auch Fehler in der Kommunikation selbst zu vermeiden. Dirk Verborg von DVS System Software verwies auf das Softwareprodukt packedia, welches umfangreiche Standardkataloge für Faltschachtel, Wellpappe, Display, Beutel und Kuvert beinhaltet, die dazu die Grundlage bilden. Schnittstellen zu packedia 3D, Druckvorstufe, der Entwicklung und Kalkulation von Stanzwerkzeugen sowie zur kaufmännischen Kalkulation vereinfachen alle Folgeprozesse nach der Verpackungsentwicklung. Wolfgang Schubert ging in seinem Vortrag auf **‚Elektrostatische Aufladungsphänomene an Materialbahnen und deren Minimierung‘** ein. Er zeigte zunächst auf, wo und welche Aufladungen beim Abrollen und der Wiederaufrollung einer Materialbahn aus Papier oder Folie entstehen können. Dort können sie bis zu mehreren 100 kV betragen. Um Aufladungen zu eliminieren, bieten sich aktive Entladeelektroden auf Wechselstrombasis an. Es ist dabei zu beachten, dass Verbundstoffe mit Aluminium-Schichten passiv entladen werden müssen. Wolfgang Schubert ging auch auf das deutsche und internationale Regelwerk ein und zeigte auf, wo Ionisatoren in Tiefdruck- bzw. Flexo-Zentralzylinder-Druckmaschinen nach diesen Vorschlägen zu installieren wären. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/12/Schubert.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/12/Schubert.png) Mechanismen zur Entstehung elektrostatischer Aufladungen an einer Materialbahn (Quelle: W. Schubert) ***‚*Neue Möglichkeiten zur nachhaltigen, effizienten und CO2-freien Trocknung im Verpackungsdruck*‚*** stellte Dr. Kai K. O. Bär von Adphos vor. Bei dem Trocknungsverfahren aNIR handelt es sich um eine Kombination aus der nahen Infrarot (NIR) Energie, dem Handling der NIR Energiequelle, der Integration von Luftmessern und dem effektiven Feuchtigkeitsaustrag. Dr. Kai K. O. Bär veranschaulichte die Abgrenzung von aNIR zu konventionellen Trocknungssystemen und zeigte die Trocknungsanforderungen bzw. Unterschiede von konventionellen und Inkjet Farben auf. Die aNIR-Trocknungslösungen ermöglichen Energieeinsparungen gegenüber konventionellen IR-basierten Trocknern von ≥ 40 %. Gegenüber Konvektionstrocknern sogar typischerweise mehr als 70 %. Die Präsentation***‚* Digitaldruck für flexible Verpackungen aus Papier und Kunststoff*‚*** von Katharina Roeber vom DFTA CCD Leipzig gab einen umfassenden Überblick über Vorteile und den aktuellen Stand des Digitaldrucks bei Flexiblen Verpackungen. In diesem Segment eignet sich der Digitaldruck idealerweise zur Ergänzung konventioneller Drucksysteme. Aufgezeigt wurde auch, wie sich die Digitaldruckverfahren in der Nachhaltigkeit beim Recycling gedruckter Verpackungen unterscheiden. Den Abschluss der Präsentation bildeten Geschäftsmodelle für die Maschinennutzung, bekannt als Click-Modelle bzw. tintenverbrauchsabhängige Modelle. Der Gemeinschaftsvortrag***‚*NC-Druckfarben und Recycling – geht das?‘** von Dr. Karin Koch und Dr. Stefan Busse (Siegwerk Druckfarben) basiert auf der Änderung des German Minimum Standard (GMS), der Kriterien für die Recyclingfähigkeit von Verpackungen festlegt. In der Fassung vom 1. Sept. 2023 sagt der Standard aus, dass NC-basierte Farbsysteme im Konterdruck eingesetzt, inkompatibel für die Recyclingfähigkeit von Verpackungen sind. Grund ist ihre Unbeständigkeit im Recyclingprozess. Als Alternative zu NC-Farben bieten Farbhersteller ein breites Angebot Farbserien aus Bindemittelsystemen an, die den GMS Anforderungen entsprechen. Zudem begünstigt Deinking, insbesondere wenn im Druck ein Deinking Primer aufgebracht wurde, die Qualität des Recyclates bei allen Farbserien entscheidend. Dadurch kann das daraus recycelte Folienmaterial im Kreislauf geführt werden. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/12/Siegwerk.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/12/Siegwerk.png)Extrusions-Ergebnisse recycelter Folien, die zuvor mit Druckfarben verschiedener Bindemittelsysteme gelb bedruckt waren (Quelle: Siegwerk Druckfarben) Der Vortrag von Stefan Brinkmeier (W&H) befasste sich mit **‚Packaging 4.0 – Die Digitalisierung in der Produktion flexibler Verpackungen‘.** Das von W&H entwickelte Ruby System bietet eine IoT-Plattform für die gesamte Wertschöpfungskette und verbindet Produktionsmaschinen auch anderer Hersteller. Jobdaten und Maschinensettings können direkt zu den Maschinen gesendet werden. Das System dient zur Qualitätssicherung und ermöglicht einen digitalen PDF-Abgleich. Es analysiert Fehlerursachen und vermeidet Fehler in der Produktion. Dem Management bietet das System eine Übersicht von Auftrags- und Maschinen-KPIs wie OEE, Stillstands- und Einrichtezeiten, Ausschuss, Maschinenvergleiche und vieles mehr. Nach Einschätzung von Stefan Brinkmeier wird die große Herausforderung in der Digitalisierung der Unternehmen die Konsolidierung der heute nebeneinander existierenden ERP / MIS Systeme und digitalen Plattformen sein. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/12/wuh.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/12/wuh.png)Über die Plattform Ruby können die Produktionsmaschinen an das ERP/MES System angebunden werden. (Quelle: W&H) Im Vortrag von Karsten Wimmel (Warburger Klischeeanstalt) ging es um **‚Effizienter Drucken durch intelligentes Daten-Management‘.** Die 100% digitale Flexodruck Vorstufe leitet einen digitalen, integrativen und kontrollierten Workflow ein. Die Bestandteile Team Flow, Team Work und Team Share erhöhen die Effizienz in der Datenteilung und vermeiden Fehler. Die Workflow Teile tragen zur Reduzierung von Lieferzeiten bei und besitzen offene Schnittstellen für die Nutzung der Daten in weiteren digitalen Prozessen. **‚Mega-Aufträge sind keine Nische für Rollen-Offsetdruck‚. Unter Mega Aufträgen versteht Wolfgang Hiesinger von Manroland Goss Aufträge mit hohem Produktions-Ausstoß, bei konstanter Qualität. Rollen-Offset bietet sich als Alternative für Großaufträge an. Das zeigt sich in der Flexiblen Verpackung beim Vergleich des Rollen-Offsets mit Flexo-, Tief- und Digitaldruck. Vorteile besitzt der Rollenoffsetdruck durch die sehr günstigen Druckformen und die hohe Automatisierung, was sich in Vorteilen hinsichtlich Kosten und Nachhaltigkeit zeigt. **‚Digitalisierung wagen – aber warum?****‚** Diese Fragestellte Dario Urbinati von Gallus an den Anfang seines Vortrages. Einer der wesentlichen Gründe liegt im existierenden Personalmangel aufgrund des Generationenwechsels und der demographischen Entwicklung. Gleichzeitig steht die Branche bei der Geschäftstransformation hinsichtlich digitalisierter und automatisierter Prozesse an einem kritischer Punkt. Lösungen dafür liegen in der Konnektivität, d.h. Automatisierungs-Lösungen zur Reduzierung manueller Tätigkeiten, Cloud-to-Cloud-Verbindungen für Daten, einer nahtlosen Qualitätskontrolle, dem Teilen/Transfer von Daten innerhalb und zwischen den Produktionsstandorten und in einem KI-gesteuerten vorausschauenden Service. Das neu geschaffene Gallus Experience Center wurde als Anlaufstelle/Touchpoint für die Branche ins Leben gerufen, um die digitale Transformation zusammen mit interessierten Partnern voranzutreiben. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/12/Gallus.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/12/Gallus.png)Die demographische Entwicklung führt in zahlreichen Ländern zu einem Fachkräftemangel (Quelle Gallus Ferd. Rüesch AG) Sabrina Mayer von Koenig & Bauer stellte in ihrem Vortrag **‚High Volume Digitaldruck für Verpackungen‘** die Zusammenarbeit mit TetraPak und SIG im Anwendungsbereich Liquid Packaging vor. Die patentierten Prozesse dieser Converter führen zu verschiedenen Maschinenlayouts bei der Auslegung der RotaJET Digitaldruckmaschine. Dabei sind Herausforderungen an Flexibilität und Agilität sowie eine Vielzahl an Varianten der Druckmotive bei gleichzeitiger Reduzierung der Rüstprozesse zu berücksichtigen. Die RotaJET eignet sich durch ihre Zentralzylinder-Bauweise und den kontaktlosen wasserbasierten Inkjetdruck für verschiedene Anwendungen. Neben dem Verpackungsdruck sind das insbesondere der Buch-, Dekor- und der Foliendruck. Mit seinem Vortrag **‚Digitaldruck für flexible Mainstream-Verpackungen‘** stellteManuel Schrutt die noch wenig bekannten Aktivitäten von Fujifilm im digitalen und analogen Verpackungsdruck vor. Im Vordergrund stand die neu entwickelte Digitaldruckmaschinen Jet Press FP790. Entwickelt für Mainstream- Verpackungen ist sie für Short- und Medium-Run Auflagen bis ca. 15.000 Quadratmeter Auflagenhöhe ausgelegt. Sie druckt mit Wasserfarben, die konform für Lebensmittelverpackungen und die anschließenden Folien-Laminier-Anwendungen sind. Die ersten Beta Installationen der neuen Maschine in USA, Japan und UK sind angelaufen. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/12/Fujifilm.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/12/Fujifilm.png)Die Jet Press FP790 wurde für den Druck Flexibler Verpackungen entwickelt. (Quelle: Fujifilm) **‚Production Analytics für optimierte Druckproduktion‘** war das Thema von Danilo Maugeri von Isra Vision. Mehrfarbige Designs und hohe Anforderungen mit einer Null-Fehler-Toleranz bei Brandownern erfordern ein Höchstmaß an Effizienz. ISRA Vision bietet mit EPROMI (Enterprise PROduction Management Intelligence) eine webbasierte Plattform, die es ermöglicht, die gesamten Prozessschritte in der Verpackungsproduktion mit KI Unterstützung zu analysieren, Fehlerdaten zu ermitteln und durch schnelle Reaktionen abzustellen. Die Möglichkeit,**‚Druckformen selbst herzustellen‘,** stellte Dirk Bömelburg von Hell Gravure Systems vor. Mit dem PremiumSetter Faserlaser lassen sich Trockenoffset-Druckplatten, Flexosleeves, Flexoklischees als auch Offset-Lackplatten in Direktgravur herstellen. Die Fertigung kann Inhouse in den Druckereien erfolgen. Der dafür notwendige Laser ist sehr einfach zu bedienen. Die Dauer für die Herstellung einer Druckform beträgt ca. 30 bis 60 Min. Daten für die Inhouse Gravur werden idealerweise von Klischeeanstalten übernommen und auf Platten oder Sleeves ausgegeben. Das Rohelastomer-Material kommt wie das Lasersystem auch aus dem Firmenverbund der Heliograph Holding Company. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/12/image-1.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/12/image-1.png)Elastomer Sleeves, Faserlaser und Nachreinigung aus einer Hand (Quelle: Hell Gravure Systems) Urs Vogel stellte in dem abschließenden Online Vortrag der Veranstaltung vor, **‚Wie künstliche Intelligenz hilft, Prozesse zu standardisieren und zu verschlanken‘**. Das erfolgt über eine neue ERP-Generation, die uTraxx entwickelt hat. uTraxx denkt bei den Lösungen vom Produkt aus. Das passende Verfahren zur Herstellung wird durch künstliche Intelligenz ermittelt. Die bestehenden Produktionsanlagen werden über eine Software verglichen, die sekundenschnell den besten Verfahrensweg für jede Produktions-Variante findet. Die Software lernt laufend dazu und steuert die Produktion digital. Die neue ERP Generation liefert Antworten auf die zwei großen Fragen von Verpackungsunternehmen: Digitalisierung und Kostendruck. Karsten Schröder schloss den Expertentreff mit einer **prägnanten Zusammenfassung aller Vorträge** ab**.** Wie sehr Digitalisierung im Verpackungsdruck voranschreitet, wurde in den Präsentationen anschaulich aufgezeigt. Ebenso, wie intensiv die Hersteller an automatisierten Prozessen, den dazugehörigen Schnittstellen und einer Vernetzung der Daten arbeiten. Die Vorträge waren exzellent vorbereitet und Inhalte als auch die Moderation zogen die Teilnehmer in ihren Bann. Bei der Teilnehmerzahl setzte sich die ansteigende Tendenz fort, insgesamt lag sie mit Vor-Ort-Teilnehmern und im Livestream dennoch unter der Bestmarke vor Corona. Und hier gibt es die Aufzeichnung der Zusammenfassung von Karsten Schröder: Live in Osnabrück aufgezeichnet.### Verwandte Episoden - [Nachlese Tag 1: 8. Expertentreff Verpackungsdruck – Vielfalt wagen](https://inno-talk.de/nachlese-tag-1-8-expertentreff-verpackungsdruck-vielfalt-wagen/) - [Nachlese Teil 2: 8. Expertentreff Verpackungsdruck – Vielfalt wagen](https://inno-talk.de/nachlese-teil-2-8-expertentreff-verpackungsdruck-vielfalt-wagen/) - [Dr. Kai O. Bär beim 9. Expertentreff Verpackungsdruck zu aNIR Trocknung](https://inno-talk.de/dr-kai-o-baer-beim-9-expertentreff-verpackungsdruck-zu-anir-trocknung/) --- ## Transkript Jetzt geht es los. Was haben wir uns angeguckt? Gestern ging es los, auch so sah das aus im Livestream. Das haben wir hier vor Ort nicht so gesehen. Das haben wir extra abgeschaltet, damit hier das WLAN nicht zusammenbricht, wenn nämlich alle sich den Livestream angucken. 100 Leute, dann so eine dicke Bandbreite haben wir hier nicht. So sah das aber aus und Dankeschön an die Etno Media Group, die nicht nur hier mit dem Vortrag mit Bernhard Niemela vor Ort war, sondern auch im Hintergrund hat Ansgar Wessendorf mir einige Tipps zu Referenten und Referentinnen gegeben. Deswegen war das auch ein anderer Referentenkreis, bezogen auf die Unternehmen, die heute und gestern hier auf der Bühne waren. Das haben Sie vielleicht festgestellt. Vielen Dank Etno Media Group für die Unterstützung, auch bei der Werbung. Wir werden sicherlich noch weitere Events zusammen machen. Das ist zumindest unsere Idee. Die Informationen von der Label Expo waren für uns hier hochinteressant, insbesondere auch als Einstieg, um mal zu gucken, was links und rechts für Entwicklungen laufen. Danke schön. Dafür erst einmal. Dann sind wir weitergegangen mit Dirk Vorberg, der uns auch schon mal eingeführt hat, so ein bisschen in die Software, was heute softwaremäßig möglich ist, insbesondere in Bezug auf Verpackungsentwicklung. Spannendes Thema, Verpackungsentwicklung zu digitalisieren. Ich selber war auch Verpackungsentwickler. Damit ging das alles mit Zeichenbrett und Bleistift. Heute können wir das alles auch digital abbilden und direkt auch in den Druckprozess integrieren. Das geht für Fallschachteln, aber wir haben gelernt, auch mittlerweile schon für Rollenware. Dirk Vorberg dafür. Wolfgang Schubert sicherlich eines der Highlights. Tief in dem Detail haben Sie sich vertieft mit der Elektrostatik seit 30 Jahren. Solange braucht man es einigermaßen zu durchdringen. Das habe ich verstanden. Und es wird viel Mist. Wer viel Mist misst, wer es besser machen will, jetzt haben wir einen, der es kann, den können wir anrufen. Auch in der Visitenkartenaktion ist Ihre Visitenkarte drin. Sie werden sicherlich viele zahlreiche Anschreiben oder Anrufe bekommen. Danke schön dafür. Es ist komplizierter, als es aussieht. Und es ist sau gefährlich, wenn man es nicht beherrscht. Das habe ich mitgenommen aus Ihrem Vortrag wieder mal. Danke schön. Und Atvos Outstanding, die Technologie, wir wissen es alle. Sie durchdringt immer mehr auch die Flexpack-Druckindustrie, trocknen mit NIR. Infrarot haben wir draußen gesehen. Innerhalb von Sekunden Farbfilme wirklich knochentrocken machen. Das funktioniert eben mit diesen Technologien, die wir gestern lernen durften und nochmal im Detail betrachten durften. Danke schön dafür. Und danke schön auch für den Support mit dem Ausstellerstand da draußen. Auch das ist eine neue Möglichkeit, die wir bei unseren Konferenzen machen. Wer also mal was zeigen will, hat auch jetzt hier immer die Möglichkeit, das zu tun. Danke schön an Dr. Kai Wehr. Und dann sind wir mal zu den Unis gegangen und zur DFTR. Und da freue ich mich sehr darüber, dass die DFTR dazu gesagt hat. Auch eine Mithilfestellung von Ansgar. Wir sind zum CCD gegangen und haben uns mal einen Überblicksvortrag gewünscht über die Digitaldrucktechnologie. Ich muss sagen, das war wertfrei, vollständig und perfekt vorgetragen. Danke schön, Frau Röber, für diesen tollen Vortrag. Hat mir sehr, sehr gut gefallen. Und ich muss ganz ehrlich zugeben, ich habe eine ganze Menge Neues gelernt. Peinlich, aber so war es. Ja, dann haben wir dieses Duett. Stefan Busse, ein Wiederholungstäter hier, hat seiner Kollegin den Vortritt fast gelassen, würde ich sagen. ### Farbstabilität und Laborprüfungen in der Praxis Mit Karin Koch haben wir hier auch so ein bisschen die Ausgewogenheit im Auditorium, vor allen Dingen bei den Referenten versucht auszugleichen. Ein toller Beitrag. Wie motiviert Siegwerk nach wie vor ist, die Recyclingfähigkeit durch verbesserte Druckfarben, vielleicht sogar durch die Inking voranzubringen. Und wie du vorgegangen bist, gerade wie ihr beiden zu Anfang die Gesetzeslage einfach und doch eigentlich einprägsam dargestellt habt, war wichtig und ist wichtig für die nächste Diskussion. Ich weiß nicht, ob sich die NC-Farbe auf Dauer halten wird. Wir werden es erleben. Wir sehen im Labor, habe ich mit Daniel schon darüber gesprochen, dass die Analysen, die wir machen an Folien, immer weniger NC-Farben zeigen. Das kommt ja aus den Entwicklungssälen, die Proben, die wir meistens prüfen. Also Dankeschön an euch beiden, Stefan Busse und Karin Koch, für das tolle Duett immer wieder gerne gesehen. Und dann sind wir hier über den Roten Berg zu Wintmann und Hölscher mal gegangen und haben uns mal belehren lassen, was kann Ruby eigentlich mittlerweile. Und da habe ich wohlwollend wahrgenommen, es gibt Schnittstellen und es ist doch ein umfassenderes System, als es ursprünglich so in meinem Hinterkopf abgespeichert war. Das heißt, man kann die gesamte Fertigung im Prinzip auch mit Ruby steuern, die Daten dort ansammeln, auswerten und dann eben wieder in komprimierter Form zur Verfügung stellen. Dankeschön, Stefan Brinkmeier, für diese Darstellung. Ich fand dieses Bild so schön, wie die Daten da flitzten. Das ist jetzt nicht das bewegte Bild, aber ich glaube, der Screenshot zeigt das auch ganz gut, worum es ging. Dann sind wir weitergegangen, Team WKA, da haben wir den Udo Linke auf seinem Sofa mit Corona begrüßt. Carsten Wimmel hat das ganz hervorragend dargestellt, wie auch er seine Schnittstelle öffnet. Er möchte mit den Cloud-Anbietern von Daten, aber auch mit Ruby heiraten. Das war so ein bisschen das Bild, was ich gezeichnet habe. Die Schnittstellen sind da, die Repro ist digitalisiert. Wir müssen es jetzt alles nur zusammenbilden. Also wieder ein Baustein der Digitalisierung, die uns eigentlich in der Druckindustrie und vor allen Dingen auch in der Flexpack-Industrie insgesamt hilft, analoge Prozesse digital abzubilden. Und das Bild hat mich fasziniert. Davon sind wir in der Flexpack-Industrie weit entfernt. Richtig große Aufträge im Offset, zum Beispiel mit ganz kurzen Stillstandszeiten, kaum Störungen und vor allen Dingen vollautomatisch und voll digitalisiert. Ich glaube, das ist etwas, was wir auch hier auf der Verpackungsdrucktagung in wenigen Jahren hören werden, dass die Unternehmen realisiert haben für Verpackungsdruck. Nämlich die mit den großen Lots, die es ja immer noch gibt, die sich darauf vielleicht stürzen und dann eben auch solche vollautomatisierten Anlagen installieren. Und da gibt es natürlich auch was Neues Richtung Offset-Druck. Immer wieder Verfeinerung, Verbesserung. Und was immer wieder begeisternd ist: der Preis für die Druckplatte ist einfach unschlagbar. Das muss man einfach sagen. Und dann ging es weiter heute Morgen noch mal so als Einstieg ein Überblick, warum müssen wir eigentlich digitalisieren? Weil wir haben ja oft immer nur die Euros im Kopf. Wir müssen billiger werden. Jetzt kommt noch Nachhaltigkeit drauf. Aber wir haben auch einen ganz anderen Zwang. Das ist die Demografie. Uns gehen die Leute aus. Und wenn wir unseren Standard hier halten wollen und wir weiterhin produzieren wollen, dann müssen wir einfach die Prozesse automatisieren. Und das geht durch Digitalisierung. Das hat Dario wunderbar dargestellt. Dankeschön nochmal an Gallo für diesen tollen Vortrag. Das soll jetzt mal ein Bild sein. Wir sind da gerade wieder so an so einem Knick. Und ich hoffe, wir kommen wieder hoch nach oben mit unserer Produktivität und mit unserer Industrialisierung. ### Kleinmengen-Druckmaschinen: König und Bauer Innovation Sabrina Mayer, König und Bauer. Ganz hervorragend. Die Maschine ist beeindruckend. Die ist groß und mächtig und die kann auch richtig was. Und sie stellt eigentlich ein schönes Pendant zu den anderen Technologien dar, die wir auch kennengelernt haben. Für die ganz kleinen Aufträge, für die ganz schmalen Bahnen, ist das sicherlich etwas für Leute, die große Mengen haben. Und wenn man mit Tetra Pak und SIG spricht, dann geht es eigentlich immer um große Mengen. Wenn die von Kleinmengen reden, ist das das, was wir bei der Folie oft als Großauftrag sehen. Also das ist schon auch beeindruckend, wie man da Rüstzeiten und – deswegen habe ich dieses Bild hier mal genommen – reduzieren kann. Einfach dadurch, dass man noch eine Digitaldruckmaschine dazustellt. Das ist einfach eine tolle Sache. Also nicht nur entweder oder, sondern sowohl als auch habe ich wahrgenommen. Dankeschön, Sabrina, für den Vortrag. Und das ist die andere Technologie, speziell auch für Folie geeignet. Im Konterdruck war die Aussage. Fujifilm ist am Markt mit den ersten Beta-Installationen. Eine Maschine, die ich so nicht kannte, bin ich ganz ehrlich. Ich bin froh, dass wir die hier in dem neunten Expertentreff vorstellen konnten. Ein eigenes Ding und vor allen Dingen die nachgeschalteten Stufen, die bei Flexpack ja schon etabliert sind. Das kauft sich, glaube ich, nicht sofort eine Digitaldruckmaschine und eine neue Kaschiermaschine, sondern die Kaschiermaschine ist ja schon da. Und das ist ein gutes Konzept, finde ich, in die vorhandenen Prozesse eine neue Drucktechnologie reinzufügen, ohne dass man zu viel ändern muss. Weil zu viel auf einmal ändern führt immer meistens zu Reklamationen. Dankeschön für den Vortrag. Dario Maujiri, weiß nicht, ob ich das richtig ausspreche. Ich bin ja kein Italiener. Von Israel Vision hat den etwas überraschenden Vortrag gehalten. Es ging gar nicht so sehr um die Erkennung von Fehlern, sondern es vielmehr darüber, was mache ich eigentlich mit den Daten? Und wie transportiere ich die vielleicht in Ruby oder in andere Sammelsysteme, ERP-Systeme, vielleicht auch zu US-Vogels-Systemen? Also das ist spannend, wie auch von der Seite Druckbeobachtung, also wenn das Produkt eigentlich schon fast fertig ist, da noch mal Daten zur Auswertung, zur Optimierung der Prozesse zur Verfügung gestellt werden aus den Bahnbeobachtungsgeräten. Na ja, darüber brauche ich nicht mehr viel sagen. Dirk Böhmlburg ist noch gut im Gedächtnis. Er war ja sogar Filmstar. Seine erste Druckplatte hat er erfolgreich gefertigt. Toll, wie das heute auch wirklich nah an der Produktion passieren kann. Und ich finde allein das Argument, dass man die Platten nicht mehr transportieren muss, einfach schon cool. Es gibt eigentlich keinen Grund, das nicht zu tun. Ich bin kein Verkäufer, aber ich würde es machen, wenn ich so eine Produktion hätte. Und insbesondere erst mal diesen ersten Schritt Repro noch da lassen, wo sie war, und dann nur die Produktion der Platte selber oder des Zylinders selber reinholen, um einfach auch Zeit und Ressourcen zu sparen. Darum geht es ja heute. Tolle Sache. Dankeschön. Und Urs Vogel, wir haben ihn alle live gesehen. So sah es für die Livestreamer aus. Rechts immer der Slido. So ist ja unsere Plattform. Das haben Sie hier im Saal ja nicht genießen können. Sie mussten ja mit dem Handy was machen. Hat aber auch gut funktioniert. Insgesamt kann ich sagen, war das eine unheimlich tolle Tagung hier, diese anderthalb Tage. Die Stimmung war grandios. Auch wenn wir uns noch 20 Teilnehmer mehr gewünscht hätten, waren wir doch immerhin 15 Teilnehmer mehr als letztes Jahr. Also der Trend stimmt. Und Sie kommen ja eh alle wieder und bringen dann noch einen mit, nehme ich mal an. Dankeschön, dass Sie dabei waren. Das ist noch ein Hinweis in eigener Sache. Am 8. Dezember gibt es wieder den nächsten kostenlosen Inno-Talk. Diesmal in Englisch. ### Kostenloser Branchenevent mit 700 Anmeldungen Wir haben schon 700 Anmeldungen. Vielleicht kommen Sie auch mal mit dazu, falls Sie ihn noch nicht kennen. Falls Sie ihn kennen, kommen Sie ja sowieso. Und es geht diesmal um paper-based flexible packaging. Und da geht es auch um Digitaldruck, darf ich schon verraten. Gucken Sie mal in die Agenda rein. Einen Vertreter der Firma, die da sprechen wird, haben wir auch hier. Ich verrate es mal nicht, da soll der Spoiler gewesen sein. Also Inno-Talk.de – immer jeden dritten Freitag im Monat. Einmal im Jahr machen wir das kostenlos. Und dafür suchen wir auch Unterstützer, die dieses Konzept toll finden. Wir bieten tolle Marketing-Tools, um auch neue Leads zu generieren. Für Sie neue Kontakte zu knüpfen über diese digitale Plattform. Denn das Tolle bei diesem Digitalen ist, wir sind weltweit unterwegs. Und es ist sehr preiswert zu haben. Dann als 21. Inno-Meeting wird stattfinden im Februar. Da werden wir sprechen über alternative Materialien und Methoden. Sie sind alle herzlich eingeladen. Es geht nicht so stark ums Drucken. Es geht ein bisschen mehr um strategische Ideen. So etwas, was Dario vorgetragen hat. Das werden wir auch beim Inno-Meeting bereden. Hinsichtlich alternativen Materialien und Methoden. Denn die Recyclingwirtschaft zwingt uns mittlerweile an alternative Materialien einzusetzen. In der Flexpack-Industrie. Die Entwicklung ist weit vorangeschritten. Wir machen sehr viele Permeationsanalysen mit Papier. Schon mehr als mit Folien mittlerweile. Da sehen wir, wo der Trend hingeht. Und 21. Inno-Meeting ist das Highlight. Da nehmen wir dann drei Säle. Da sind wir noch ein paar mehr Leute. Und auch wieder Hybrid. Wer nicht kommen kann, ist herzlich eingeladen dabei zu sein. Das soll es gewesen sein von meiner Seite. Mir bleibt nur aufrichtig Dank zu sagen. Dass Sie uns weiter unterstützen. Wir machen noch ein bisschen weiter. Halten Sie uns die Treue. Sagen Sie das Gute weiter, das Schlechte in den Feedbackboden. Guten Appetit. Tschüss, gute Heimreise. Schönes Wochenende. Tschüss Livestream. Das war’s. Ihr Karsten Schröder. **Kategorien:** Digitaldruck, Flexodruck, Inno-Talk, Repro und Druckzylinder, Tiefdruck **Schlagwörter:** dieter_finna, VD-11-23 --- ### [Jahresrückblick des Innoform Podcasts 2023](https://inno-talk.de/jahres-review-des-innoform-podcasts/) **Published:** Dezember 12, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Was für ein Jahr für unseren Podcast! Ihr habt uns durch euer beeindruckendes Engagement gezeigt, wie wichtig flexible Verpackungen und unser Fachwissen für euch sind. Wir hatten wieder die Gelegenheit, mit Experten aus namhaften Unternehmen unserer Branche zu sprechen. Ob KI, Recycling, Mono- oder Multimaterial – wir haben viele Themen intensiv diskutiert und bedanken uns herzlich bei allen Gesprächspartnern. Das motiviert uns, auch 2024 wieder reichlich Stoff zum Nach- und Vorausdenken zu liefern. Hier sind einige Highlights des Jahres hinsichtlich der Podcast-Entwicklung🎉 1. **Hörerwachstum**: Unsere Hörerzahl ist um fantastische **25%** im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Wir sind begeistert, dass unsere Inhalte auf so viel Interesse stoßen! 2. **Mehr Streams**: Ein Sprung um **45%** bei den Streams zeigt, dass unsere Themen mehr denn je gefragt sind. Wir danken euch für das anhaltende Interesse und Vertrauen. 3. **Follower-Zuwachs**: Mit einem Anstieg von **62%** bei den Followern haben wir eine starke und stetig wachsende Community aufgebaut. Euer Feedback und eure Interaktionen sind unser Antrieb. 4. **Top-Bewertung**: Eine durchschnittliche Bewertung von **4,8** von 5 Sternen! Dieses Feedback ist für uns ein klares Signal, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Vielen Dank für eure Unterstützung und euer Vertrauen. 5. **Neuheit – Video-Podcast**: Wir haben dieses Jahr eine spannende Neuerung eingeführt – den Video-Podcast. So könnt ihr nicht nur hören, sondern immer öfter auch sehen, was in der Welt der flexiblen Verpackungen passiert. Das gilt besonders für Live-Aufzeichnungen von unseren Tagungen. Wir sind stolz darauf, Teil dieser dynamischen Branche zu sein und freuen uns darauf, euch auch im nächsten Jahr mit spannenden Einblicken und Fachwissen zu versorgen. Lasst uns gemeinsam weiterhin die Welt der flexiblen Verpackungen erkunden! Übrigens findet ihr u.a. hier den Innoform Podcast – lasst am besten gleich ein Abo in dem Podcatcher eurer Wahl da. - [Inno-Talk.de](https://www.inno-talk.de/podcast) - [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) - [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) - [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk) - [deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) - [Youtube](https://www.youtube.com/@innoformcoaching/podcasts) Und das sind die am meisten gehörten Episoden: [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/12/image-2-1024x581.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/12/image-2.png)Und hier noch ein kurzer Review von mir. Herzlichen Dank an alle Speaker – Euer Karsten Schröder Film ab…### Verwandte Episoden - [Innoform bietet Web-Seminare in englischer Sprache an](https://inno-talk.de/innoform-bietet-web-seminare-in-englischer-sprache-an/) - [Innoform offers web seminars in English language](https://inno-talk.de/innoform-offers-web-seminars-in-english-language/) - [Innoform macht Inno-Talk für KMU noch interessanter](https://inno-talk.de/innoform-macht-inno-talk-fuer-kmu-noch-interessanter/) --- ## Transkript Herzlich willkommen zum Jahresrückblick vom Innoform Podcast. Ich bin Karsten Schröder und wir hatten 25% mehr Hörerinnen, 45% mehr Streams und 62% mehr Followern konnten wir gewinnen und das verdanken wir unter anderem Heiko Schenck als Gesprächspartner, Urs Vogel, Jan Beinert und Johann Löhning, Manfred Hoch, Alina Ott, Ben Raven, Bettina Dempewolf, Gundolf Mayer-Henschel, Matthias Wolk, Professor Markus Schmid, Hilmar Heidhorst, Professor Achim Grevenstein, Jochen Mößlein und Thomas Schmidt. Wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative für mehr Flexpack-Wissen werden wollen, melden Sie sich gern bei mir unter ks at innoform.eu **Kategorien:** Inno-Letter, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung **Schlagwörter:** Innoform Podcast --- ### [Faserbasierte Materialien, Mehrwegsysteme und Monomaterialien für Folienverpackungen](https://inno-talk.de/faserbasierte-materialien-mehrwegsysteme-und-monomaterialien-fuer-folienverpackungen/) **Published:** Dezember 12, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** [Peter Desilet](https://www.innoform-coaching.de/referenten/peter-desilets)s ist geschäftsführender Gesellschafter der Pacoon GmbH. Fast sein ganzes Berufsleben beschäftigt er sich mit dem Thema Nachhaltigkeit. Insbesondere die Entwicklung von kreislauffähigen Verpackungen ist sein Metier. In diesem Podcast wagen wir einen Streifzug durch die Welt der verschiedenen Flexpack-Materialien. Wir sprechen über alternative Gestaltungsmöglichkeiten auch im Hinblick auf die neue EU-Verordnung (PPWR=Packaging and Packaging Waste Regulation). Dabei hat er immer die gesamte Lieferkette und die Systemeffekte im Blick. Wir lernen, dass nachhaltige Überlegungen und Veränderungsprozesse auch Geld sparen können und damit auch eine hohe Akzeptanz für Veränderungen geschaffen werden kann. Faserbasierte Materialien, Mehrwegsysteme und Monomaterialien für Folienverpackungen stehen im Mittelpunkt des Gesprächs. Wir diskutieren durchaus kontrovers, aber immer faktenbasiert, alternative Wege zu mehr Kreislauffähigkeit, wie z. B. auch das Cradle to Cradle System. Web: [www.pacoon.de](http://www.pacoon.de) Auch verfügbar auf: - [Inno-Talk.de](https://www.inno-talk.de/podcast) - [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) - [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) - [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk) - [deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) - [Youtube](https://www.youtube.com/@innoformcoaching/podcasts) ### Verwandte Episoden - [Heiko Schenck: Kreislauffähige Folienverpackungen aus PE](https://inno-talk.de/heiko-schenck-kreislauffaehige-folienverpackungen-aus-pe/) - [21. Inno-Meeting – Alternative Materialien & Methoden](https://inno-talk.de/21-inno-meeting-alternative-materialien-methoden/) - [Innoform auf Xing: Was erwartet Sie in der XING-Gruppe rund um „Sichere Folienverpackungen“?](https://inno-talk.de/innoform-auf-xing-was-erwartet-mich-in-der-xing-gruppe-fur-sichere-folienverpackungen/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Heute im Innoform-Podcast zu Gast Peter Desilet. Wir sprechen über Mehrwegsysteme, faserbasierte Folienverpackungen und wo die Reise hingeht mit der PPWR, der großen Verordnung aus Europa, die nun den Verpackungsmarkt revolutionieren und vor allem transformieren soll in eine kreislauffähige Wirtschaft. Wir sprechen über Cradle to Cradle und vieles mehr. Seien Sie gespannt auf diesen spannenden Podcast mit Peter Desilet. Ich freue mich auf Peter Desilet hier im Innoform-Podcast. Hallo Peter. Hallo Karsten, ich freue mich. Schön, dass du da bist. Du bist Geschäftsführer der Gesellschaft und der Parkoon GmbH. Was machst du da? Wie bist du dazu gekommen? Was macht Parkoon? Ja, ich bin seit 2006 hier bei Parkoon, also war früher auch schon bei der Vorgängeragentur von Parkoon Kunde, damals noch mit Galbani. Und wir hatten dort Packungsdesign für den deutschen Markt entwickelt, von daher hatte ich immer einen guten Draht auch hier zu meinem heutigen Companion Micha, Micha Goos. Ich selbst hatte mich zwischendurch selbstständig gemacht und Micha hatte dann einen neuen Beratungsleiter in München gesucht und so bin ich 2006 zur Agentur gekommen. Das war damals noch Teil einer Agenturgruppe in Hamburg, die 2012 in die Insolvenz gegangen. Und wir hatten damals beschlossen, dass wir das Münchner Büro als Parkoon neu gründen aus der Insolvenz heraus und sind damit natürlich auch offizielle Nachfolgeunternehmen von der damaligen Agenturgruppe. Wir beschäftigen uns im Wesentlichen mit Grafikdesign, Packungsdesign für große Marken, Handelsketten und seit 2008 habe ich dann auch angefangen, mich mit dem Thema nachhaltige Verpackung sehr stark zu beschäftigen und haben da inzwischen auch einen Fokus drauf gelegt. Von daher freuen wir uns, dass wir da inzwischen auch so eine gute Resonanz im Markt haben. Ich freue mich unheimlich, dass wir dieses Gespräch führen können, denn wir beide haben eins im Sinn. Wir wollen Verpackungen nachhaltiger und besser machen. Das ist unsere Aufgabe. Wir selber bei Innoform kommen aus dem Laborbereich, sehr technischer Ansatz, machen Konferenzen dazu, Webseminare. Du kommst, du hast mehrfach gesagt, Agentur mehr von der Marke her, vom Abpacker her. Verstehe ich das richtig? Ja, absolut. Wir kommen sicherlich vom Grafikdesign im Wesentlichen von dem Brand Owner oder von den Handelsketten mit ihren Handelsmarken her. Aber im Bereich Nachhaltigkeit sind wir inzwischen für die komplette Supply Chain aktiv. Also wir befassen uns sowohl mit Maschinenbauern, wenn die wissen wollen, was die Trends für die nächsten Jahre sind, wohin die investieren müssen, genauso wie additive Labels, die Materialien selber. Das ganze Thema Recycling ist natürlich mit in unserem Feld als Beratungsleistung. Und inzwischen gehen wir sogar noch weiter. Also wir erstellen inzwischen sogar auch digitale Services, sei es ein Überblick über die Registrierungs- und Lizenzierungspflichten in 30 Ländern Europa und USA oder haben auch ein neues Tool, wo wir jetzt die Nachhaltigkeitsberichterstattung für Unternehmen anbieten können. ### Zwei Perspektiven auf Nachhaltigkeit Softwarebasiert. Also es wächst immer weiter. Aber wie du richtig sagst, wir kommen eigentlich von der Abpackerseite her. Nur heute sind wir da deutlich breiter aufgestellt. Hochspannend. So geht es mir auch. Es gibt ja immer so zwei Gruppen von Leuten, die sich mit Nachhaltigkeit beschäftigen. Die einen sind die, die Greenwashing machen. Die wollen den Absatz steigern alleine und setzen sich auf die Welle und versuchen, die zu surfen. Und wir beiden sind, glaube ich, ein bisschen anders unterwegs. Es ist eine bisschen eine Herzensangelegenheit. Was bewegt dich persönlich überhaupt, dich für Nachhaltigkeit einzusetzen? Ja, absolut. Es ist auf jeden Fall eine Herzensangelegenheit. Von daher versuchen wir das auch, wenn, dann immer richtig auch konsequent umzusetzen. Nachhaltigkeit hat mich interessanterweise schon von Anfang an begleitet. Ich bin nach meinem BWL-Studium, hatte ich ein Praktikum im LSAS bei einem Verpackungsunternehmen, das ursprünglich im Wellpappe-Bereich tätig war und war dort aber in einem Bereich, der Rollenware aus PE und PP in Form von Hohlkammerstegplatten oder auch Vollplatten produziert hat. Und hier waren damals schon so gewisse Spezialbereiche wie Outdoor-Einsatz für Displays oder auch für eine Mehrwegnutzung im B2B-Bereich oder auch im B2C-Bereich relevant. Später bin ich zu Granini, habe da ein Trainee-Programm und Marketing-Stelle inne gehabt. Und da war ich von Anfang an auch direkt dafür zuständig, mal so eine gegenseitige oder eine Gegenüberstellung der Einweglas, Mehrweglas, Getränkekartonagen bis hin zu den damals ganz neuen ersten PET-Flaschen im Saftbereich. Sollte ich eine Gegenüberstellung machen, eine Bewertung. Und ich habe in dem Zuge Anfang der 90er auch den Start des dualen Systems und dann auch die Adaption in Frankreich damals live mitbekommen. Bist also schon länger auch mit auf dem Thema Nachhaltigkeit drauf. Heute ist das ja so ein Buzzword, sagt man ja, wird sehr breit gefasst. Wir wollen ein bisschen in die Tiefe gehen. Bevor wir das tun, wollen wir dich auch persönlich noch ein bisschen besser kennenlernen unter unseren Teilnehmern natürlich vorstellen. Was machst du außerhalb der Arbeit denn besonders gerne, wenn überhaupt noch Zeit bleibt? Weil ich glaube, da hast du gar nicht so viel. Ja, es ist inzwischen mehr, obwohl die Arbeit mehr wird. Aber wir sind natürlich auch deutlich mehr Leute. Wir sind inzwischen sechs Angestellte im Bereich Nachhaltigkeit. Wir werden auch weiter wachsen. ### Innovation in der Kreislaufwirtschaft Das steht für nächstes Jahr auch schon fest. Von daher versuche ich mir inzwischen auch meine Freiräume zu schaffen. Also generell, ich reise sehr gern, interessiere mich auch für andere Kulturen, spreche auch einige Sprachen. Ich segle gern, wenn auch zu wenig, und habe gern viel Fahrrad, entweder zur Arbeit oder in der Freizeit. Also Innovation im Nachhaltigkeitsbereich generell interessieren mich also auch bei Energie, Verkehr, Agrarwirtschaft. Und da interessiert mich natürlich auch, wie wir respektvoller mit der Natur und der Gesundheit der Menschen umgehen können. Ich habe letzte Woche auf einer Konferenz Dr. Obama sprechen hören und sie hat richtigerweise gesagt, eigentlich geht es gar nicht so sehr darum, den Planeten zu retten. Denn der wird immer noch, wenn wir Menschen schon lang verschwunden sind, sondern eigentlich geht es darum, dass wir uns retten und wir schauen, wie wir eigentlich in Zukunft leben wollen. Das finde ich eigentlich einen sehr spannenden Ansatz und vor allem auch mal eine Umformulierung, dass wir gar nicht immer so viel davon reden, wir müssen den Planeten retten, sondern eigentlich müssen wir uns selber retten. Genau so ist es. Wir sind egoistische Lebewesen wie fast alle Lebewesen natürlich und das sollte uns motivieren, da auch was zu tun. Gehen wir mal in die Tiefe ein bisschen rein. Kreislaufwirtschaft ist auch so ein Buzzword in unserer Flexpack-Industrie im deutschsprachigen Raum. Was bedeutet persönlich für dich der Begriff Kreislaufwirtschaft? Wie definierst du das? Ja, Kreislaufwirtschaft ist im Endeffekt ein anderer Begriff für dieses idealtypische Bild Cradle to Cradle, in dem es ja den technischen und biologischen Kreislauf gibt. Und Ziel ist letztendlich, dass Material so lange wie möglich im Einsatz gehalten werden und am Ende wieder zur Ressource zurückgeführt werden soll und damit natürlich auch so wenig Müll wie möglich in der Natur landet. Dann ist eigentlich das Ziel erreicht. Das ist für mich die ideale Kreislaufwirtschaft. Neulich auf LinkedIn habe ich Kritik einstecken müssen, zu Recht, weil ich gesagt habe, wir reden viel von Downcycling. Downcycling ist keine aktuelle Bezeichnung mehr anscheinend für das, was ich darunter verstanden habe bis dato. Das heißt, dass ein Material später für eine in Anführungszeichen geringfügigere Anwendung, also geringwertigere Anwendung verwendet wird. Bei Cradle to Cradle geht es ja eigentlich eher darum, dass man das Gleiche wieder aus dem Gleichen macht. Ist es das, was ihr auch versucht, mit Parcours designtechnisch schon umzusetzen? Also aus einer Verpackung wieder eine Verpackung werden zu lassen oder doch aus der Shampoo-Flasche nachher ein Pflanztopf und daraus ein Teppichboden und daraus vielleicht nur noch ein Brennstoff? Ja, ich bin da durchaus offener. Also für mich gibt es in dem Sinne auch kein wirkliches Downcycling. Also das Idealbild, dass eine Flasche zur Flasche wird, das gibt es eigentlich nur im PET-Bereich. Bei den Einwegflaschen mit Pfand, also da kann man das tatsächlich machen. In vielen anderen Bereichen. Jetzt mal auch im Lebensmittelbereich vor allem ist das sehr viel Utopie. Und ich sage mal andersrum, wenn man da hinkommen will, dass aus einer Flasche eine Flasche oder aus einer Shampooflasche eine Shampooflasche werden soll, dann muss man im Grunde dieses Pfand-Modell zumindest mal im Einwegbereich übertragen auf viele andere Behälter, damit man hinterher sagen kann, ich sammle hier ganz gezielt Shampooflaschen ein, die ich dann noch wieder zur Shampooflasche verarbeiten möchte. ### Cradle to Cradle Designprinzipien Das kann man machen, das ist natürlich ein riesiger Aufwand. Ob dann am Ende die Qualität bei rauskommt, die man sich erhofft, und ob dann die Produkte bei rauskommen, die man damit ursprünglich mal produziert hatte, ist halt schon sehr fraglich. Von daher bin ich da auch offener und sage, wenn hinterher aus einem gesammelten PP oder PE auch ein Pflanztopf wird, der auch wieder gesammelt werden könnte und recycelt werden könnte. Oder ob es dann kaskadenmäßig immer weiter in andere Materialien reinfließt, die dann letztendlich entweder recycelt oder verbrannt werden. Da bin ich persönlich offener. Und da ist ja eigentlich auch Cradle to Cradle so offen, zu sagen, am Ende kann auch durchaus mal die Verbrennung oder die energetische Verwertung stehen. Aber bis dahin wollen wir so viel wie möglich aus dem Material rausholen. Schon aus diesen ersten Ausführungen von dir merkt man ja, da ist noch sehr viel auch in der Entwicklung, da bewegt sich noch sehr viel. Wenn jetzt heute ein Unternehmen zu Pakun kommt und sagt, ich möchte mich für Kreislaufwirtschaft stärker positionieren, ich möchte dort auch einen Beitrag leisten. Ich als Unternehmer möchte in kreislauffähigere Verpackungen investieren. Wie geht ihr dann vor? Also generell, wir schauen uns immer das End-of-Life-Szenario an. Das zeigt natürlich auch gewisse Limits einzelner bestehender Modelle. Wir hatten ja auch mal 2018 schon mal angefangen, die Infrastruktur der Abfallbehandlung in den Regionen der Welt zu überprüfen und mal darzulegen und dann überhaupt zu zeigen. Das macht wenig Sinn, wenn wir hier in Deutschland von der theoretisch recycelbaren Verpackung sprechen, aber die Packung irgendwo nach Südostasien wandert. Und da gibt es überhaupt keine Recyclinginfrastruktur oder damals noch gar nicht, heute im Aufbau. Also wir fangen dann an und sagen, okay, wo gehen die Packungen hin? Wo werden die verkauft? Welche Infrastruktur gibt es dort? Worauf kann ich mich verlassen und versuche daraus dann zurückzuleiten und zu sagen, wo sind die Absatzmärkte? Wo sind die größten Absatzmärkte? Wo kann ich den größten Hebel ansetzen? Und darauf basierend zeigen wir dann die unterschiedlichen Alternativen auf, mit welchen Materialien, mit welchen Barrieren. Häufig müssen wir dann reingehen und sagen, was haben wir für ein Mindesthaltbarkeitsdatum bei Lebensmitteln? Da zeigt sich dann immer wieder, es wird halt sehr, sehr viel verallgemeinert. Also ein Produkt, das in Europa bleibt, braucht dann vielleicht sechs oder acht Monate weniger MHD, weil es natürlich den Transport nicht hat. Aber weil man natürlich nicht alles differenzieren möchte, bekommen alle Produkte, die lange Haltbarkeit für Südostasien brauchen, dann auch die hohe Barriere. Und somit sind häufig natürlich auch Anforderungen an die Packungen zu hoch gesetzt. Und das versuchen wir alles mal zu analysieren und dann zu sagen, welche Optionen gibt es? Und in manchen Ländern kann es auch eine biologisch abbaubare Verpackung durchaus sein, die interessant ist, wenn es keine Sammlung oder Infrastruktur für Recycling gibt. Aber eben in anderen Ländern, wo wir diese Infrastruktur haben, macht es natürlich Sinn, sich anzuschauen, welche Materialien bieten überhaupt die Optionen zum Recycling. Aus diesen Ausführungen habe ich schon rausgehört. ### Materialoffenheit in Verpackungsprojekten Ihr seid auch sehr stark materialoffen. Du hattest verschiedene Materialien jetzt immer schon mal wieder angesprochen. Gehen wir doch mal kurz zurück zu dem, der jetzt mehr Kreislauffähigkeit ermöglichen möchte oder glaubt, das irgendwann zu müssen. Was ist denn eine Motivation überhaupt von einem Auftraggeber bei euch, kreislauffähigere Verpackung einzusetzen? Im Moment macht er sich ein neues Projekt. Er braucht Ressourcen. Es kostet mehr Geld meistens. Er muss vielleicht eine Maschine umbauen. Warum soll er überhaupt in kreislauffähige Produkte heute schon umstellen? Was ist da die Empfehlung? Da würde ich gerne einen Punkt, den du erwähnt hast, aufgreifen. Und zwar meistens kostet es mehr Geld. Also unsere Erfahrung in so ziemlich jedem Projekt war, dass wenn man das ganzheitlich angeht, spart er Geld. Also das ist immer das, wo jeder glaubt, er müsste mehr Geld ausgeben. Aber zumindest in unseren Projekten ist das Gegenteil der Fall. Und zwar, wenn man es ganzheitlich betrachtet, findet man sehr häufig Einsparmöglichkeiten. Also für mich ist Nachhaltigkeit auch eine Verringerung von Verschwendung an Ressourcen und Zeit. Und wenn man das durchzieht, kommt am Ende eine Einsparung raus. Und das haben die meisten Unternehmen noch nicht so auf dem Schirm, sondern die gehen immer von einer Kostenerhöhung aus. Und das ist, glaube ich, noch der größte Blocker bei vielen Unternehmen, weil ob sie jetzt Energie sparen, Zeit sparen, einen Lagerplatz sparen, den Transport erleichtern können oder ein bisschen zur Entsorgungsgebühr auf einmal 95 Prozent der Gebühren sparen, weil sie vielleicht von einem Kunststoff auf faserbasierte Verpackungen gehen. Das sind alle so Themen, wenn man die mit reinrechnet, dann sieht es am Ende gar nicht mal so schlecht aus. Da hast du schon die Hauptmotivation tatsächlich formuliert. Es ist gar nicht nur Kreislauffähigkeit zu ermöglichen, weil es alle wollen, sondern weil es wirklich auch kommerzielle Vorteile bringt und vielleicht auch logistische und sonstige. Da bin ich auf deiner Seite. Aber im Moment wird es oft noch nicht preislich honoriert, wenn man z. B. eine recyclingfähigere Verpackung macht. Da ist jetzt ein Projekt, ich habe gerade so einen konkreten Fall auf dem Tisch, da möchte ich jetzt einen Wurst-Packer, möchte jetzt eine Monomaterial-Lösung aus Kunststoff einführen und damit eine Multimaterial-Lösung ersetzen. Der hat in Spanien jetzt einen Vorteil unter Umständen, weil es dadurch die Plastiksteuer eventuell bezuschussiert, wenn er denn auch Rezyklat einbauen könnte, was im Moment im Lebensmittelbereich aber nicht so einfach ist. Also er stößt an 1000 Hürden. Letztendlich sagt er, unterm Strich wird für mich jetzt dieses Projekt Kunststoff-Multimaterial auf Kunststoff-Monomaterial umzusetzen teurer. Ist das der falsche Ansatz? Und du sagst, der muss das ganze System in Frage stellen und muss größer denken, um dann wirklich auch den Kostenvorteil zu heben? ### Brückentechnologien zur Kreislaufwirtschaft Oder sind das einfach die Nebenwirkungen auf der Brückentechnologie dahin auf eine Kreislaufwirtschaft? Muss er das einfach in Kauf nehmen, wenn er jetzt heute schon reingehen will? Nein, also generell, ich würde sagen, er muss das größer denken, so wie du gesagt hast. Also er muss sich vielleicht auch in andere Materialbereiche hinbewegen. Das andere Thema, ja, das ist der Status Quo in Deutschland. Ist es leider so, dass ich keinen wirklichen finanziellen Vorteil habe, ob ich jetzt eine recycelbare oder nicht recycelbare Packung in Umlauf bringe. In anderen Ländern ist das anders. Andere Länder haben da schon Anreize. In Deutschland laufen wir dem leider seit Jahren hinterher. Ich hoffe, dass es vielleicht irgendwann über einen Fonds kommt oder über eine neue Gebührenordnung für die Entsorgung. Aber generell, wir sehen es ja auch bei anderen. Wir sehen immer mehr, ohne jetzt zu sagen, das ist die Allheil-Lösung, aber wir sehen immer mehr faserbasierte Lösungen mit neuen Barrieren, die durchaus sehr gute Werte bringen und die dann aber auch teilweise in Deutschland haben wir die 95-5-Regel für die Entsorgungsgebühren. In anderen Ländern ist es viel offener. Also man könnte heute schon viele Packungen auch auf faserbasierte umstellen, kommt dann auch in Recyclingströme, die häufig in den Ländern existieren, mit Papierrecycling. Das muss man sich alles genau anschauen. Das soll am Ende natürlich auch recycelbar sein. Also wir wollen nicht, dass wir Papier auf irgendwas aufklatschen, nur damit es nach Papier aussieht, sondern es soll am Ende im Kreislauf auch einen ganz klaren Sinn erfüllen. Und da können Unternehmen durchaus ansetzen, aber da müssen sie auch offener sein. Da müssen sie sich auch mal mit der Geschwindigkeit in der Produktion befassen. Da müssen sie die Maschinen vielleicht ein bisschen neu justieren. Und da gehört es auch ein bisschen zur Überzeugung dazu, mit den Leuten die Details mal durchzugehen. Wir haben jetzt schon eine ganze Menge Punkte gestreift, die wir besprechen sollten. Wir gehen mal jetzt so ein bisschen rein. Du hattest es genannt, Fundsystem für Einweg. Aber wir haben ja auch noch das Modell der Mehrwegverpackung. Wie stehst du dazu? Zu Mehrwegverpackungen stehen wir sehr positiv. Also wir glauben auch, dass die Einwegverpackungen auf Dauer eine Sackgassenlösung sind, weil doch zu viele Verpackungen unkontrolliert in der Natur landen oder teilweise auch gesundheitliche Risiken hervorrufen. Insbesondere die dann aus dem Material hinkommen, seien es Kunststoffe, seien es Dosen, Metalldosen, Aludosen. Also das theoretische Recycling wird im Grunde zu selten erreicht und von daher häufig auch nur schön gerechnet. Also man sagt, theoretisch macht es, wird es funktionieren, aber in der Realität sieht das leider ein bisschen anders aus. Und wir merken auch ein deutlich steigendes Interesse an Mehrweg. ### Mehrwegkonzepte in der Folienindustrie In den letzten Jahren, wir hatten 2020 mal auf der ProSweets in Köln, also der Süßwarenmesse in Köln, unsere Idee eines internationalen Mehrwegsystems vorgestellt und hatten ein überraschend positives Interesse zurückgespielt bekommen. Also wir hatten gedacht, naja, die nehmen uns ein bisschen auseinander. Aber tatsächlich gab es nur einen, der da sehr negativ gegenüber war. Der war in der Folienindustrie und hat gehofft, er kann da noch 20 Jahre arbeiten. Und dann habe ich gesagt, naja, Glückwunsch. Er hat verstanden, dass es eine Bedrohung für die Folienindustrie ist und dass er vielleicht schauen muss, wenn er noch 20 Jahre hier irgendwo arbeiten will, muss er vielleicht schauen, ob sein Unternehmen sich umstellt oder ob er ein anderes Unternehmen findet. Das ist jetzt ein bisschen sehr ketzerig. Aber wir sehen auch andere Unternehmen auch im Kunststoffbereich, auch im Einweg-Kunststoffbereich, die bei uns angefragt haben und sich durchaus sehr interessieren für den Wechsel auf den Mehrweg. Also auch das muss man ganz klar sagen. Es gibt Unternehmen, die stellen sich dieser neuen Aufgabe und die haben auch tendenziell die besseren Chancen. Und andere, die denken eigentlich nur, dass sie in Zukunft statt vielleicht 20 Verpackungen im Jahr dann nur noch eine verkaufen, weil bei 20 Umläufen natürlich nur noch eine Packung gebraucht würde. Aber die muss ich dann auch leider immer enttäuschen, denn die werden gar keine mehr verkaufen, denn die Verpackungen werden dann vermietet. Also als Product as a Service. Und das ist das eigentliche Modell der Zukunft. Da wollen wir mal tiefer reingehen, denn ich kann mir das im Moment ja als Folienmensch, der ich ja eigentlich auch mal war, nicht mehr bin, kaum vorstellen, dass jetzt ein Bonbon in einem Mehrweg-Wickler verpackt wird. Aber das ist ja gar nicht das, was du meinst, oder? Ja, also man kann sich durchaus schon sehr spannende Sachen vorstellen. Wir hatten 2020 auch mal das Beispiel einer Chipstüte genommen. Und jetzt kann man sich wahrscheinlich auch wenig vorstellen, zu sagen, eine Chipstüte in den Mehrweg macht das Sinn. Und wir sind gerade ganz aktuell sogar auch dabei und rechnen das für einen großen Chips-Hersteller mal aus über die komplette Value-Chain, was das für Vorteile für ihn haben könnte. Und der sagt natürlich, ich habe Milliarden Packungen im Jahr. Wenn ich mir die alle in den Mehrweg verpacken würde, bräuchte ich ein Riesensilo nur für die Mehrweg-Verpackung. Also wäre Folien für ihn viel einfacher. Und dann habe ich gesagt, ja, das ist richtig. Aber wenn die Sachen verpackt sind, dann hat er mehr als 100 Prozent mehr Platz, den er benötigt, weil er diese ganze Luft transportiert. Und dann habe ich zwar in meinen Sido-Platz gespart, aber die komplette Supply-Chain hinten raus arbeitet mit deutlich größerem Platzbedarf. Und wenn man das mal durchrechnet und dann sagt, ich spare mir auch noch die ganzen Entsorgungsgebühren, Transportgebühren, Lagergebühren, Handlinggebühren und, und, und, dann sind wir überzeugt, kommen dann am Ende auf einen Vergleich, der sehr, sehr nah beieinander ist, vielleicht sogar Kosteneinsparungen bringt. Könnte ich mir alles genauso vorstellen. Das ist ja auch schon ein bisschen absehbar. Ich meine, letztendlich ist eine recyclefähige Kunststofffolienverpackung ja nichts anderes als eine Mehrwegverpackung, nur dass wir wieder über die Phase des Aufschmelzens gehen, des Regranulierens und Reinigens. Man kann das natürlich auch intelligenter machen, indem man die ganze Verpackung wiederverwendet, so oft wie es geht, und sie dann erst recycelt. Da wird es sicherlich auch hybride Lösungen geben. ### Rücknahmesysteme und Mehrwegdefinition Der Punkt ist immer, wie kriege ich das Zeug zurück und wie effizient ist das. Und deswegen sind ja verschiedene große Handelsketten eingestiegen in die Entsorgungsbranche und bemühen sich da redlich, ihre Materialbestände zu erhöhen. Sie verkaufen befüllte Verpackungen mit Lebensmitteln, verkaufen die Lebensmittel und holen die Verpackung wieder ab und werden somit immer reicher an Verpackungen eigentlich. Das ist so ein bisschen auch Mehrweg, wenn man so will, oder? Ja, also die Mehrwegdefinition ist ein bisschen anders, aber ich weiß natürlich, wo du drauf anspielst. Also im Grunde, wir wollen das Material so lange wie möglich, möglichst auch ohne ständige neue Aufschmelzen, neue Energiezuführung, neue Materialverluste. In der Regel ist es ja doch nie eine hundertprozentige Wiedergewinnung. Also der Vorteil bei Mehrweg in der Zukunft, und ich glaube auch, das wird ein Thema sein für die, die sich mit dem Thema Rücknahme, Reinigung und Bereitstellung befassen. Ich glaube, ein großes Thema, was damals, als wir das vorgestellt haben, auch immer zur Sprache kam, war, manche Unternehmen hatten sich das angeschaut, kamen aber zu dem Schluss, dass die Investition in eine Reinigungsanlage viel zu teuer ist und dass sie deswegen gleich gesagt haben, machen wir nicht. Deswegen wird das neue System eher dahingehend zu sagen, wir nehmen die Packungen zurück, wir reinigen sie und wir stellen euch gereinigte Packungen zur Verfügung, die ihr nicht kaufen müsst, weil das ist das nächste Thema. Wenn du erst mal 200 Millionen Packungen kaufen musst, um die Pipeline zu füllen, dann bist du auch bestrebt, 200 Millionen Packungen wieder zurückzubekommen. Das heißt, in dem Moment, wo wir 3, 4, 5 % Verlust haben mit jedem Umlauf, entsteht natürlich ein Riesenkampf um diese letzten Prozent, die jeder wieder zurück haben will, weil er hat sie ja mal gekauft. Und am Ende des Tages verlieren die Kleinen. Also mit dem neuen System können wir das alles deutlich mehr entspannen. Wir können auch quasi den Mehrweg demokratisieren, weil dann auch ein kleiner Bio-Anbieter die Lage hätte, zu sagen, ich brauche nur 10.000 Packungen, ich kann mir keine Anlage hinstellen, muss auch keine 10.000 kaufen und dann jedes Mal kämpfen, dass ich die letzten 500 zurückbekomme. Also da ist eine ganze Menge Spiel drin. Ich bin auch ein Verfechter dieser neuen Modelle. Lass uns noch mal kurz faserbasierte Werkstoffe ansprechen. Du hast das auch schon mehrfach erwähnt, dass das ein Hype ist. Und zu Recht, viele Kunststoffleute sehen das noch kritisch. Ich bin da eigentlich unvoreingenommen und möchte mal eigentlich jetzt so die Fakten wissen. Warum glaubst du, dass faserbasierte Werkstoffe die Zukunft sind für viele, viele Verpackungsanwendungen? Also A, ich glaube, dass faserbasierte Verpackungen momentan eine Art Überbrückung darstellen. Also auf der einen Seite sind sie der Ersatz für viele Kunststoffverpackungen, die wenig recycelbar oder gar nicht recycelbar sind. Also immer vorausgesetzt, dass A das Produkt geschützt bleibt und erhalten bleibt und B, dass wir einen Recyclingstrom im Papierbereich erreichen. Glaube ich, dass sich da sehr, sehr viele neue Technologien getan haben, nicht nur im Papier- und Kartonbereich, auch im Fasergussbereich. Da tun sich gerade neue Technologien auf, die auch deutlich sparsamer und CO2-reduzierter sind. Der Verbraucher hat seit jeher eigentlich ein sehr gutes Image über Faserverpackungen. Das haben wir schon in unserer ersten eigenen Studie 2012 darlegen können, hat sich seitdem auch eher gebessert und nicht reduziert. Und von daher glauben wir, mit Faserverpackungen – wie gesagt, wenn das Produkt geschützt ist, wenn die Recycelbarkeit gewährleistet ist –, kann man eben auch in sehr, sehr vielen Ländern weltweit damit agieren, weil wir eben auch in sehr vielen Ländern ein Papierrecycling vor Ort haben. Teilweise im Kartonagenbereich haben wir auch private Sammler. Die Kartonagen sammeln sich, damit Geld verdienen. ### Faserbasierte Materialien im Vergleich Also das ist dann teilweise noch nicht mal hochorganisiert und hochoffiziell, aber im Karton- und Papierbereich funktioniert das sehr gut. Und Papier hat von vornherein natürlich noch eine sehr schöne Funktion. Das ist an sich eben auch biologisch abbaubar, wenn man diese Abbaubarkeit nicht durch irgendwelche Barrieren zerstört, und verfällt natürlich auch nicht – ich sag mal, manche Biokunststofffolien, die bauen sich natürlich über die Zeit auch ab. Die werden porös, die werden brüchig. Das ist bei Papier in der Regel nicht der Fall. Von daher bringen eigentlich faserbasierte Werkstoffe doch eine ganze Menge positive Eigenarten mit. Absolut. Jetzt gibt es ja aus der Kunststofflobby immer wieder das Argument: Faserbasierte Werkstoffe brauchen dreimal mehr Energie, brauchen wesentlich mehr Wasser. Die Ressourcen sind begrenzt, weil wir nicht unendlich Baumplantagen anbauen können. Wir reduzieren die Artenvielfalt. Was sagst du denen, die so kritisch mit den faserbasierten Werkstoffen für Verpackungen argumentieren? Klar, es gibt bestimmt einige Punkte, die müssen noch behoben werden. Wir sehen natürlich aber auch genauso einige faserbasierte Verpackungen, die auf Basis von z. B. Agrarresten inzwischen schon umgesetzt werden. Da wird es sicherlich nur einige Versuche geben müssen, bis man dann hinterher auch zu sehr tragfähigen Produkten und Ergebnissen kommt. Aber ich kann natürlich auch nicht sagen, dass fossilbasierte Kunststoffe in all den Bereichen, die du gerade genannt hast, fantastisch dastehen. Also was den Wasserbedarf betrifft, ja, das ist sicherlich für Holz ein großes oder holzbasierte Faserverpackungen ein großer Punkt, weil im Endeffekt muss man das Holz ja aufspalten. Es geht ja gar nicht mal so sehr darum, dass ein Baum für Papier gefällt wird, sondern eigentlich arbeitet man nur auf Basis der letzten 6, 7 Prozent. Also Rinden und sonstige Abfälle aus der Holzproduktion, aus dem Holzschnitt etc. Ja, die muss man aufbereiten, das Lignin rauskriegen. Es wird natürlich auch häufig behauptet, im Recycling wird viel Wasser gebraucht. Da muss ich aber auch sagen, die neuen Technologien im Recycling, die wechseln ein oder zweimal im Jahr das Wasser. Die bereiten das Wasser so weit auf, dass man da eben so weit wie möglich das wieder einsetzen kann. Aber wie gesagt, es gibt viele Aspekte, die man auch gerne dagegen anführt. Aber ich glaube auch, es gibt sehr viele Aspekte im fossilen Kunststoffbereich, die nicht deutlich besser dastehen. Welche Rolle denkst du denn, wird die faserbasierte Werkstoffgruppe, will ich es mal nennen, gar nicht mal nur Papier und Pappe im Bereich Flexpack, Folienverpackungsersatz im weitesten Sinne einnehmen können? Ja, also ich denke im Flexpack-Bereich, da sehen wir auch enorme Entwicklungen, auch in dünnen Papierverpackungen. Wir arbeiten mit dem einen oder anderen Hersteller zusammen, die arbeiten in 40 oder 60 Gramm Papieren. Da versuchen wir biologisch basierte, biobasierte Barrieren aufzubringen. Da kommen wir schon in vielen Bereichen sehr weit. ### Herausforderungen bei Folienverpackungen Wir haben sicherlich, ich sag mal, eine Chips-Verpackung wäre heute immer noch eine Herausforderung. Aber wir sehen, dass da sehr, sehr viel entwickelt wird, um entsprechende Barrieren aufzubringen. Wir sehen natürlich auch in der Vergangenheit, das war sehr einfach, die billigen, verlässlichen Kunststofffolien entsprechend reinzubringen. Und wir glauben, dass hier die Papierverpackungen einen großen Anteil bringen werden. Und ich sag den Leuten auch immer wieder, wir werden uns in Zukunft noch mehr mit dem Gesundheitsthema auseinandersetzen. Also wenn wir wissen, was aus den Materialien alles heraus führt, Substanzen, was da enthalten ist und was daraus alles noch auf den menschlichen Körper übergeht, da werden wir uns sicherlich noch ein paar Fragen stellen müssen in Zukunft, ob wir da mit den Kunststofffolien wirklich so gut liegen. Und deswegen hab ich am Anfang schon mal gesagt, das ist unsere Gesundheit, darum sollten wir uns kümmern. Und deswegen sehen wir auch nicht nur den Umweltaspekt, sondern auch den Gesundheitsaspekt. Und den würden wir gerne entsprechend verbessern. Es gibt ja noch einen Megatrend in der Welt, der heißt künstliche Intelligenz. Du wirst beim Inno-Meeting im Februar 24 einen Vortrag halten zum Thema KI im Packaging vom Design bis End of Life. Welche Rolle kann denn KI da spielen, um zum Beispiel gerade auch diese eben besprochenen Sachverhalte zu verbessern und euch als Agentur da auch zu unterstützen? Was wird die Kernaussage des Vortrags sein? Ja, also das KI-Thema ist sehr spannend. Ich hab mich die letzten Jahre intensiver damit befasst. Und ich bin auch überzeugt, dass KI immer mehr Einzug halten wird, auch im Packaging-Bereich, im weiteren Packaging-Bereich. Generell ist natürlich für viele immer so die top neue Technologie. Aber im Grunde, wir nutzen schon seit Jahrzehnten. Es ist halt nur noch nie so prominent als KI dargestellt worden. Also KI ist ja im Wesentlichen eine Vorhersage. Also am einfachsten kann man das wahrscheinlich bei der Wettervorhersage verstehen. Da werden so viele Daten gesammelt, die Erfahrungswerte in Modelle umgewandelt. Dann wird eine Aussage getroffen, was passieren kann. Und darum ist KI auch nicht unfehlbar. Aber man kommt eben sehr, sehr nah an dem zu erwartenden, eintretenden Ereignis raus. Und wir werden im Februar uns drei Themen anschauen, in denen wir aktiv sind und unsere Erfahrungen gesammelt haben. Das eine ist dann Grafikdesign. Also wie kann man mit KI Designs für Packungen entwickeln? Logos, Branding, Darstellungen etc. Teilweise auch Formen, Verpackungsformen sind damit darstellbar. Man kann also sehr schnell auf schöne, viele Ideen kommen, die der Einzelne vielleicht nicht draufkommt. Dann schauen wir uns das Thema Verpackungsoptimierung mit KI-Software an. ### Materialreduktion und Rezyklatqualität Also wie kann ich eine Shampooflasche, einen Glasbehälter, einen Metallbehälter, wie kann ich den entweder materialreduzieren und die gleichen Funktionalitäten behalten? Oder wie kann ich Funktionalitäten erhöhen und mit dem gleichen Materialeinsatz? Also das ist möglich mit KI-Software und das deutlich schneller, in Sekunden schneller, wenn man die Daten gesammelt hat, als ein Mensch das jemals könnte. Und das dritte Thema sind ein paar Beispiele, wo wir uns aktuell in einem Förderprojekt befinden. Da geht es um Rezyklatqualität und wie kann man über KI die zu erwartende Rezyklatqualität besser einschätzen, daraus dann Ableitungen treffen zu sagen, die und die Charge ist vielleicht für Spritzguss geeignet. Die andere ist vielleicht sogar für Folien geeignet. Also wie kann man hier die Rezyklate noch besser einsetzen, um das Downcycling nochmal aufzugreifen und das Downcycling eigentlich so hoch wie möglich zu halten und damit den Einsatz so lange wie möglich zu erlauben? Also die Kaskade in der Treppe möglichst klein, genau. Zum Schluss eines Podcasts lade ich immer noch alle Gesprächspartner ein, einen Rat an die Verpackungswirtschaft abzugeben oder eine Vision zu formulieren. Was würdest du der Verpackungswirtschaft jetzt nicht unbedingt nur euren Kunden, sondern der gesamten Verpackungswirtschaft eigentlich so mit auf den Weg geben wollen in Anbetracht dessen, was wir jetzt in diesen 30 Minuten ungefähr besprochen haben? Also generell sicherlich das mit dem Thema nachhaltige Verpackungen so früh wie möglich zu befassen. Ich glaube, das große Thema momentan ist die PPWR. Da stehen alle davor und hoffen oder warten oder haben Angst davor, was dabei rauskommt. Im Grunde kann man ganz klar sehen, wer sich heute schon mit dem Thema befasst und dann noch offen genug befasst, der kriegt auch im Grunde die Lösungen, die die nächsten Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte, tragbar sind. Man kann jetzt auch warten, was bei der PPWR rauskommt und selbst wenn dann sagen, okay, dann warte ich mal bis 2028 und schaue mal, was ich dann für 2030 vielleicht umsetzen kann. Also das können wir eigentlich nicht empfehlen und sollte sich da heute schon mit befassen, auch ganzheitlich befassen. Denn ich habe es am Anfang schon mal erwähnt, man verschenkt im Grunde auch Geld. Also unsere Erfahrung ist wirklich, dass man Geld spart, wenn man ein nachhaltiges Konzept umsetzt. Und wer das jetzt natürlich die nächsten Jahre verschenken will, gut, kann ihm nichts dagegen sagen, muss jeder für sich selber wissen. Aber er verschenkt Geld und er verschenkt Image. Und im Zweifel wird es ihnen auch ein Stück seiner wirtschaftlichen Unternehmenszukunft kosten. Ganz zum Schluss noch mal PPWR. Erstens, was ist das? Zweitens, was erwartest du davon persönlich? Ja, genau, PPWR, also die Packaging and Packaging Waste Regulation ist ein neues Gesetz. Also muss man auch ganz klar wissen, es ist keine Verordnung, es ist ein Gesetz. Das heißt, wenn das verabschiedet wird, das gilt es im ganzen EU-Raum, von dem Tag an, wo es beschlossen wurde. Da gibt es auch nichts mehr, wo ein Land sagt, das machen wir nicht. Und da soll geregelt werden, wie mit Verpackungsabfall in Zukunft zu handhaben ist. Also sowohl im Einwegbereich als auch im Mehrweg. Da werden Quoten vorgegeben, da werden Ansätze vorgegeben, wie Packungen einzusetzen sind, wann Packungen verboten werden sollen. ### Mehrwegregulierung und Gesetzesrahmen Es ist ein sehr umfassendes Regelwerk, Gesetzeswerk. Ich erhoffe mir, dass Mehrweg da auch seinen Anteil drin findet. Das wird momentan natürlich auch von der ein oder anderen Lobby gerne versucht zu verhindern. Ich sehe aber auch, dass manche Anforderungen auch an Rezyklateinsatz drinstehen. Wo ich sage, da wissen wir noch nicht, wie das mal erreicht werden soll, muss man ganz offen sagen. Da werden dann auch Recycling-Technologien wie chemisches Recycling ins Spiel gebracht, von denen wir aber gar nicht wissen, ob chemisches Recycling das überhaupt gewährleisten kann. Weil die habe ich letztens auch vor zwei Wochen getroffen. Die haben gesagt, wir sind keine Alchemisten. Also wir können jetzt nicht aus irgendeinem Sonnenmüll wieder hochklassiges Rezyklat schaffen. Also im Grunde alle kämpfen so um die gleichen Mittel, die gleichen Materialien wie PE, PP, PET. Also da wird es einen Kampf der Recycling-Technologien geben. Was macht das Sinn? Also es ist ein sehr umfassendes, ich hoffe, es wird kommen. Und ich sehe aber auch, wenn es solche neuen Herausforderungen gibt, dann wird es auch immer einen Markt dafür geben und neue Modelle geben. Und deswegen bin ich auch zuversichtlich, dass wenn die Herausforderung einmal feststeht, dann werden sich da auch neue Geschäftsmodelle auftun. Sowohl im Mehrweg, als auch im Einweg, als auch im Recycling. Und ja, da wollen wir im Grunde auch unterstützen bei. Wir sehen das ja auch in anderen Bereichen, Energiewirtschaft, Mobilität, wie die E-Mobilität jetzt vorangeht, wo was man sich vor zehn Jahren noch nicht hätte träumen lassen können, dass das weltweit ein Move wird. Und so ähnlich könnte es auch der Verpackungswirtschaft ergehen. Das habe ich wahrgenommen. Ganz zum Schluss noch ein Tipp von mir als Radfahrer an dich als Radfahrer: Antritt der Fahrrad-Podcast. Kann ich nur empfehlen. Herrlich. Kommt alle 14 Tage mit Insights aus der Fahrradbranche. Ganz herzlichen Dank, Limo Peter, für diesen genialen Podcast. Hat mir wirklich Spaß gemacht. Ein Höllenritt durch die Buzzwords. Oder ich glaube, wir konnten ein bisschen zur Aufklärung beitragen und zur Einsortierung. Dankeschön. Danke, Karsten. Hat viel Spaß gemacht. ### Podcast-Abschluss und Verabschiedung Und jederzeit gerne wieder. Und das war es schon wieder für heute. Ich hoffe, es war etwas Interessantes für Sie dabei. Und wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative für mehr Flexpack-Wissen werden möchten, melden Sie sich gerne bei mir unter ks at innoform.eu und nicht vergessen, diesen Podcast zu abonnieren, wo immer Sie Podcasts hören. Tschüss. Bis zum nächsten Mal. Ihr Karsten Schröder. **Kategorien:** Abfülltechnik, Biofolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Peter Desilet --- ### [Innoform and European Rotogravure Association announce innovative partnership](https://inno-talk.de/en/innoform-and-european-rotogravure-association-announce-innovative-partnership/) **Published:** Dezember 12, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *ERA press release* Munich/Oldenburg, Germany – December 2023. Innoform GmbH, a recognised provider of flexible packaging testing services, and the European Rotogravure Association (ERA), the leading international organisation for the gravure printing industry, are pleased to announce their new strategic partnership. This cooperation combines the strengths of both organisations to test services and events tailored to the specific needs of the gravure flexpack industry. The cooperation will focus on events such as conferences, workshops and seminars, where topics such as gravure printing technology, innovative packaging solutions and current industry trends will take centre stage. In addition to the events, the partnership will offer extended testing services, including specific migration testing (SML), overall migration testing (OML), sensory analysis, colour fastness, microbiology and customised testing for printed packaging. The ERA, founded in 1956, is a non-profit organisation dedicated to supporting users of the gravure printing process. Its aim is to promote gravure printing wherever it is used and to contribute to the healthy continuity of the gravure printing industry. The collaboration with Innoform, whose test service focuses on the food industry, packaging manufacturers, their suppliers and the retail sector, will bring together a wide range of expertise and services. Innoform, known for its expertise in barrier films, biofiolics, digital, gravure & flexo printing, inks & adhesives, recycling, labels & sleeves, film analytics, food law & migration, stand-up pouches and thermoforming, will further expand its gravure technology capabilities through the partnership with ERA. „This partnership with ERA enables us to offer our services in Europe in a more targeted manner with ERA and thus contribute to increased safety, especially for food packaging,“ explains Karsten Schröder, CEO of Innoform. **For further information** European Rotogravure Association (E.R.A.) e.V Swakopmunder Strasse 3 81827 Munich, Germany Mrs. Stefani Dhami tel. +49 (89) 439 5051 ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Guido Aufdemkamp von Flexible Packaging Europe zu den Hintergründen des Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-von-flexible-packaging-europe-zu-den-hintergruenden-des-inno-meeting-europe/) - [Inno-Meeting Europe und FPE](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-und-fpe/) **Kategorien:** Inno-Talk.eu, Printing inks and adhesives **Schlagwörter:** ERA, steafani_dhani --- ### [Innoform und European Rotogravure Association kündigen innovative Partnerschaft an](https://inno-talk.de/innoform-und-european-rotogravure-association-kuendigen-innovative-partnerschaft-an/) **Published:** Dezember 12, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Pressemitteilung der ERA* München/Oldenburg, Deutschland – Dezember 2023. Die Innoform GmbH, ein anerkannter Anbieter von Testdienstleistungen für flexible Verpackungen, und die European Rotogravure Association (ERA), die führende internationale Organisation für die Tiefdruckindustrie, freuen sich, ihre neue strategische Partnerschaft bekannt zu geben. Diese Kooperation kombiniert die Stärken beider Organisationen, um Dienstleistungen und Veranstaltungen anzubieten, die auf die spezifischen Bedürfnisse der Tiefdruck-Flexpack-Industrie zugeschnitten sind. Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt auf Veranstaltungen wie Konferenzen, Workshops und Webseminaren, bei denen Themen wie Tiefdrucktechnologie, innovative Verpackungslösungen und aktuelle Branchentrends im Mittelpunkt stehen werden. Zusätzlich zu den Veranstaltungen wird die Partnerschaft erweiterte Prüfdienstleistungen anbieten, darunter spezifische Migrationsprüfungen (SML), Gesamtmigrationsprüfungen (OML), sensorische Analysen, Farbechtheit, Mikrobiologie und kundenspezifische Prüfungen für bedruckte Verpackungen. Die 1956 gegründete ERA ist eine gemeinnützige Organisation zur Unterstützung der Anwender des Tiefdruckverfahrens. Ihr Ziel ist es, den Tiefdruck überall dort zu fördern, wo er eingesetzt wird, und zum gesunden Fortbestand der Tiefdruckindustrie beizutragen. Die Zusammenarbeit mit Innoform, dessen Prüfservice sich auf die Lebensmittelindustrie, Verpackungshersteller, deren Zulieferer und den Einzelhandel konzentriert, wird ein breites Spektrum an Fachwissen und Dienstleistungen zusammenführen. Innoform, bekannt für seine Expertise in den Bereichen Barrierefolien, Biofolien, Digital-, Tief- und Flexodruck, Druckfarben und Klebstoffe, Recycling, Etiketten und Sleeves, Folienanalytik, Lebensmittelrecht und -migration, Standbeutel und Thermoformung, wird durch die Partnerschaft mit ERA seine Tiefdrucktechnologie weiter ausbauen. „Diese Partnerschaft mit der ERA ermöglicht es uns, unsere Dienstleistungen in Europa noch gezielter mit der ERA anzubieten und so zu mehr Sicherheit, insbesondere bei Lebensmittelverpackungen, beizutragen“, erklärt Karsten Schröder, CEO von Innoform. **For further information** European Rotogravure Association (E.R.A.) e.V Swakopmunder Strasse 3 81827 Munich, Germany Mrs. Stefani Dhami tel. +49 (89) 439 5051 ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Guido Aufdemkamp von Flexible Packaging Europe zu den Hintergründen des Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-von-flexible-packaging-europe-zu-den-hintergruenden-des-inno-meeting-europe/) - [Inno-Meeting Europe und FPE](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-und-fpe/) **Kategorien:** Druckfarben und Klebstoffe, Inno-Talk, Tiefdruck **Schlagwörter:** ERA, steafani_dhani --- ### [Inno-Meeting 2024 widmet sich innovativen und nachhaltigen Verpackungs-Lösungen](https://inno-talk.de/inno-meeting-2024-widmet-sich-innovativen-und-nachhaltigen-verpackungs-loesungen/) **Published:** Dezember 15, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **Alternative Verpackungsmaterialien und Methoden stehen im Mittelpunkt des 21. Inno-Meetings, das vom 21. bis 22. Februar 2024 im Vienna House in Osnabrück stattfindet. An zwei Tagen erfahren die TeilnehmerInnen das Neueste über innovative und nachhaltige Lösungen für Verpackungen. Das Meeting gilt in der Branche als jährlicher Höhepunkt für Entscheidungsträger aus der Lebensmittel-, Konsumgüter- und Verpackungsindustrie und alle, die sich mit den Herausforderungen neuer Verpackungsentwicklungen befassen.** Veranstalter und Moderator Karsten Schröder (Innoform Coaching GbR) bietet mit dem Inno-Meeting eine Plattform für intensiven Austausch und Diskussionen ohne Vorbehalte. Themen wie Design für Recycling, die sinnvollsten Folien Werkstoffe einschließlich Regenerat, die Bewertung und Vergleich nachhaltiger Verpackungen, die Alternativen zu Einweg-Flexpack, Recyclingfähigkeit und Entsorgungskosten sowie der Einsatz von KI im Verpackungsdesign und der Verpackungsoptimierung werden präsentiert und stehen in seiner Fragerunde auf dem Prüfstand. Die Teilnehmer können sich auf zwei Tage voller spannender Vorträge, Diskussionen und Networking freuen. Zu den Höhepunkten des Programms zählen: am Tag 1: Präsentationen von Experten wie Benedikt Kauertz (IFEU Institut) über Kreislaufwirtschaft im Jahr 2045, Dirk Stolte (ppg > wegoflex GmbH) mit Design for Recycling anhand Materialkombinationen in der Flexiblen Verpackungen und Dr. Matthias Wilhelm (Lober GmbH & Co.), der hochwertige PE- und PP-Regenerate aus dem Gelben Sack vorstellt. am Tag 2: Vorträge von Lars Sturm (STURM packaging consulting) über Künstliche Intelligenz in der Verpackungsindustrie, Valeska Haux (Südpack Holding GmbH) über erste Lebensmittelverpackungen aus Folie mit chemischem Recyclatanteil und Dr. Christian Beinert (Fraunhofer LBF) mit dem Thema IQpack – eine recyclingfähige Mehrwegverpackungslösung. Die Teilnahmegebühr für das zweitägige Event vor Ort beträgt 1.390,00€, die Teilnahme am Livestream 750,00€. Unternehmen haben die Möglichkeit, ihre Produktlösungen auf einer Table-Top-Ausstellung vor Ort und im Livestream zu präsentieren. [***Inno-Meeting 2024: Hier geht´s zur Anmeldung***](https://bit.ly/489WcCS) [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/12/21_inno-meeting_header_lang-1024x351.jpg)](https://bit.ly/489WcCS)### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Guido Aufdemkamp von Flexible Packaging Europe zu den Hintergründen des Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-von-flexible-packaging-europe-zu-den-hintergruenden-des-inno-meeting-europe/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Biofolien, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten **Schlagwörter:** IM-02-24 --- ### [Webseminar-Winter-Wochen bei Innoform](https://inno-talk.de/webseminar-winter-wochen-bei-innoform/) **Published:** Dezember 20, 2023 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Bei Innoform bieten wir Ihnen eine besondere Gelegenheit, Ihr Wissen über flexible Verpackungen zu vertiefen und gleichzeitig zu sparen! 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We look forward to welcoming you to one of our web seminars! By the way: We are also offering more and more web seminars in English – click on: [Innoform goes Europe](https://bit.ly/3oDWvER). Secure new Flexpack knowledge and WEBITTs now. Would you like to find out more about the price benefits of WEBITs: [https://bit.ly/3](https://bit.ly/3RPHQ55)[R](https://bit.ly/460LAGb)[PHQ55](https://bit.ly/3RPHQ55) [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/12/webits_banner3-1024x723.jpg)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2023/12/webits_banner3.jpg)### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Webseminar-Winter-Wochen bei Innoform](https://inno-talk.de/webseminar-winter-wochen-bei-innoform/) - [Innoform bietet Web-Seminare in englischer Sprache an](https://inno-talk.de/innoform-bietet-web-seminare-in-englischer-sprache-an/) **Kategorien:** Inno-Talk.eu --- ### [Dr. Kai O. Bär beim 9. Expertentreff Verpackungsdruck zu aNIR Trocknung](https://inno-talk.de/dr-kai-o-baer-beim-9-expertentreff-verpackungsdruck-zu-anir-trocknung/) **Published:** Januar 1, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** [Dr. Bär ⁠](https://www.innoform-coaching.de/referenten/kai-k-o-baer)hielt einen spannenden Vortrag über die aNIR Trocknung von Adphos mit dem Titel: **Neue Möglichkeiten zur nachhaltigen, effizienten und CO2-freien Trocknung im Verpackungsdruck.** Wir sprechen in diesem Interview über die energetischen Vortile, Investitionsbedarfe, die nicht über anderen Systemen bei Neuanlagen liegen und über technologische Vorteile. Hören Sie selbst, warum NIR Technik für viele Druck- und Beschichtungsvorgänge die Technologie der Wahl ist oder es werden wird. Video-Podcast[⁠https://www.adphos.de](https://www.adphos.de/) Auch verfügbar auf: - [Inno-Talk.de](https://www.inno-talk.de/podcast) - [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) - [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) - [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk) - [deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) - [Youtube](https://www.youtube.com/@innoformcoaching/podcasts) ### Verwandte Episoden - [Nachlese Tag 1: 8. Expertentreff Verpackungsdruck – Vielfalt wagen](https://inno-talk.de/nachlese-tag-1-8-expertentreff-verpackungsdruck-vielfalt-wagen/) - [Nachlese Teil 2: 8. Expertentreff Verpackungsdruck – Vielfalt wagen](https://inno-talk.de/nachlese-teil-2-8-expertentreff-verpackungsdruck-vielfalt-wagen/) - [Innoform-Expertentreff zeigte wesentliche Veränderungen im Verpackungsdruck auf](https://inno-talk.de/innoform-expertentreff-zeigte-wesentliche-veraenderungen-im-verpackungsdruck-auf/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Ich spreche hier mit Dr. Bär von ATFOS. Sie haben einen fulminanten Vortrag gehalten beim 9. Expertentreff Verpackungsdruck in Osnabrück. Es ging um Trocknung. Sie vertreten die Meinung, dass das System, was Sie anbieten, besondere Vorteile hat. Wir haben das mit Zahlen gesehen. Fünffach höhere Geschwindigkeit, achtfach höhere Geschwindigkeit. Wie können Sie schneller trocknen als z. B. die Heißlufttrockner, die üblicherweise heute noch verbaut werden? Das basiert auf eigenentwickelten Systemen, wo die Kombination einer Hochleistungs-Energiequelle, die im photonischen Bereich agiert und damit direkt wechselwirkt mit den Flüssigkeiten. Und die Adaption von einem geeigneten Luftführungssystem, der den Dampf aufnimmt und gezielt abführt. Wenn ich das miteinander so kombiniere, dass ich das für den entsprechenden Prozess optimiere, schaffe ich extrem schnell Subsekunden. Bin voll definiert, weil ich für den jeweiligen Prozess alle Parameter im Griff habe. Das zwangsläufige Ergebnis daraus ist, dass ich hocheffizient und deutliche Energievorteile habe. Letztendlich kommt die zusätzliche Attraktivität in der heutigen Denke durch die CO2-Freiheit raus, weil ich elektrothermisch arbeite und damit keinerlei fossilen Brennstoff verwende, der die Aufheizung des Trockners macht und damit notgedrungen CO2 emittiert. Unsere Technologie hat keine CO2-Emission. D. h., der Trocknungsprozess selber ist CO2-frei, wenn man ökologisch nachhaltige Energien verwendet, Windräder, Solarkollektoren, so etwas? Wasser, ja. Wenn ich die fossile Kraftwerkstechnik einsetze, dann habe ich bei der Erzeugung der elektrischen Energie auch CO2. Aber der Gesamtwirkungsgrad, der beim 1/3. oder 1/4. in vielen Fällen sogar beim 1/5. liegt, ist selbst in dem Fall die Gesamt-CO2-Emission, selbst in einem Kohlekraftwerk erzeugte elektrische Energie, nur die Hälfte oder 1/3. gegenüber heutigen konventionellen Heißluftsystemen. Ich habe wahrgenommen, dass insbesondere hinsichtlich der Warmlufttrocknung, die in Flexodruckmaschinen jahrzehntelang verbaut wurde, sie große Vorteile haben. Wie kommen die noch mal? Das sind physikalische Gründe. Können Sie das noch mal erläutern für unsere Zuschauer? Der konventionelle Heißlufttrockner basiert darauf, dass er das nass bedruckte Substrat aufheizt und ab einer bestimmten Temperatur, abhängig von dem, was man als Lösemittel oder Nasssystem hat, Wasser, Lösemittel, eben die Verdunstung stattfindet. Und wenn ich diese Energie weiter fortführe oder den Trockner entsprechend lang baue, führt eine dann erfolgte Trocknung statt. In unserem Fall ist es so, dass durch die direkte Wechselwirkung der hohen photonischen Energie mit den polaren Molekülen, die in der nassen Schicht sind, ich eben ein Schwingungsanregen der Moleküle erreiche und damit eine spontane Verdunstung stattfindet. ### Energieeffizienz durch Nassauftrag und kompakte Bauweise Und das ist energetisch natürlich viel, viel günstiger, weil der Nassauftrag in der Regel einen Bruchteil der Masse einnimmt, die das gesamte Substrat hat. Und damit ergeben sich enorme Trocknungszeiten, also beschleunigte Trocknungsprozesse, kurze Trocknungswege und extreme Energievorteile. Der 4. Punkt ist sogar noch Dynamik. Ein Ausschlag wie ein Lichtschalter. Ist ja auch anders als bei anderen Trocknungssystemen. Die kompakte Bauweise, gerade beim Digitaldruck, wird die oft propagiert. Sie können dazu beitragen. Sie haben kürzere Trocknungswege? Ja, wir haben im Vergleich, dort wird ja heiße Trommel oder Infrarot-System vielleicht zur Anwendung gebracht. Wenn man jetzt unsere Technologie damit betrachtet, ist es um ein Faktor 3, in schlechten Fällen vielleicht auch nur ein Faktor 2. In guten Fällen sogar ein Faktor 4, kompakter. Damit haben wir an der Stelle sofort einen größten Vorteil. Können Sie so eine Hausnummer sagen, Return on Invest bei so einer Flexdruckmaschine, 8 Farben, was man heute so kauft, vielleicht sogar eine 10-Farbe. Wenn man das mit Ihrer Trocknung macht, wie viel länger muss man dann drucken, um Ihre Aggregate wieder rauszuhaben? Bei der neuen Investition ist die gesamte Investition geringer. Die OPEX, im Prinzip die Operational Expenditure, von Hause aus schon kleiner. Kapitalinvestition ist in der Regel nie größer, sondern hängt davon ab, wie die Ausführung ist. Infolge der Infrastruktur, der Baumaßnahmen, der Massen, der Gewichte, der Fundamente, die man braucht, ist die neue Investition sogar kostengünstiger. Das, was es momentan vielleicht bei dem einen oder anderen OEM schwierig macht, ist, weil er seine Lösung weiter verkaufen will und nicht rein investiert, die Anpassung vorzunehmen. Bei einer nachträglichen Aufrüstung, auch das tun wir, kann man davon ausgehen, dass infolge der Waste-Reduktion geringerer Einsatz von Papier, geringerer Energieeintrag, man irgendwo zwischen 18 und 24 Monaten einen ROI hat. Herr Vorrang, nichts spricht dagegen, Sie sind bereit, legen wir los. Machen wir gerne. Danke schön. **Kategorien:** Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Flexodruck, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Migration, Wechselwirkungen, Neuigkeiten, Repro und Druckzylinder, Tiefdruck **Schlagwörter:** kai_baer, VD-11-23 --- ### [⁠Bernhard Niemela über Trends im Etikettendruck](https://inno-talk.de/⁠bernhard-niemela-ueber-trends-im-etikettendruck/) **Published:** Januar 9, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** [Bernhard Niemela⁠](https://www.innoform-coaching.de/referenten/bernhard-niemela), General Manager & Chefredakteur bei der Deutscher Drucker Verlagsgesellschaft, präsentierte in seinem beeindruckenden Eröffnungsvortrag auf dem diesjährigen Innoform-Event die wegweisenden Trends der Labelexpo Europe 2023. Mithilfe von Produktbeispielen beleuchtete er sowohl grundlegende als auch disruptive Veränderungen in der Etikettendruckindustrie, die teilweise auch den Verpackungsdruck betreffen. Im Interview mit dem Geschäftsführer von Innoform, Karsten Schröder, wurden einige Höhepunkte des Vortrags vertieft. Auch verfügbar auf: - [Inno-Talk.de](https://www.inno-talk.de/podcast) - [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) - [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) - [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk) - [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) - [Youtube](https://www.youtube.com/@innoformcoaching/podcasts) Weitere Infos: [⁠innoform-coaching.de/tagung/9-expertentreff-verpackungsdruck-digitalisierung–2023?event\_id=1678&tab=agenda](https://www.innoform-coaching.de/tagung/9-expertentreff-verpackungsdruck-digitalisierung--2023?event_id=1678&tab=agenda) ### Verwandte Episoden - [Volker Muche zu Paperization und Trends bei Verpackungsentwicklung](https://inno-talk.de/volker-muche-zu-paperization-und-trends-bei-verpackungsentwicklung/) - [9. Inno-Meeting: Lebensmittel gut verpackt – Effizienz steigern und Trends nutzen?!](https://inno-talk.de/446-2/) - [Ingo Büning erläutert Trends in der Repro für flexible Verpackungen](https://inno-talk.de/ingo-buening-erlaeutert-trends-in-der-repro-fuer-flexible-verpackungen/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Ich spreche mit Bernhard Niemela von der Ebner Media Group. Bernhard, du hast heute den Auftaktvortrag gehalten beim neunten Expertentreffen Packungsdruck. Du hattest so ein Summary von der Label Expo. Was waren aus deiner Sicht so die Highlights? Ja, die Highlights waren ganz klar in den verschiedenen Bereichen Software, Druck und in der Weiterverarbeitung, im Finishing. Und meine Highlights sind vor allem in Richtung Digitalisierung, dass die Digitalisierung vor allem dafür eingesetzt wird, dass die Verfügbarkeit von Maschinen deutlich sich verbessert hat. Stichwort vorausschauende Wartungsarbeiten, das ist für Druckunternehmen heute extrem wichtig. Und was auch ein wichtiger Punkt ist, was auch schön zu sehen war, auch kleinere Maschinen tatsächlich kommen wieder, weil nämlich die Regionalität unter dem Gesichtspunkt von kurzen Lieferwegen, Stichwort CO2-Ausstoß, wieder ein interessantes Pfund wird. Und dann, was man natürlich auch sehen konnte, ist, dass die Digitaldrucksysteme deutlich performanter werden und jetzt tatsächlich auch wirklich in Leistungsklassen reinkommen, wo sie dann auch die analogen Maschinen durchaus ersetzen können. Wir haben ja hier zum Thema Digitaldenken. Dazu gehört auch der Digitaldruck, das hast du eben auch schon erwähnt. Das ist im Etikettenbereich schon ziemlich weit vorangeschritten. Bei Flexpack ist es noch nicht so, hat es noch nicht so die Durchsetzungskraft gehabt, aber der Trend steigt. Ist das eben schon ein Beispiel gewesen, Digitaldenken, wenn du sagst vorausschauendes Wartungskonzept entwickeln über Software und so weiter? Ja, das ist ein Modul, eigentlich nur ein kleines Modul, aber natürlich mit einer extremen Wirkung für die Druckereien. Das ist eine große Frage, wie viel Prozent tatsächlich die Maschine verfügbar ist. Aber das Hauptthema sind natürlich Optimierungen der verschiedenen Prozessschritte. Und zwar das geht los bei der Annahme der Daten, bei der Kommunikation mit dem Kunden und geht letztlich hin bis zum Druckverfahren, bis zur Logistik, bis zur Auslieferung. Und da einen möglichst hoch automatisierten Workflow hinzubekommen, das ist das Ziel von jedem Unternehmen. Du hast die kleine Digitaldruckmaschine angedeutet, die hat mich auch überrascht, ist ja quasi fast für einen Kofferraum vom T5. Was ist der Zielmarkt für solche Maschinen eigentlich? Der Zielmarkt aus Druckereirecht, der große Kunde, der nur fünf Kilometer entfernt ist, den schnell zu beliefern in einer Flexibilität, in einer Geschwindigkeit, wie das ein Drucker, der 400 Kilometer entfernt ist und bei schneebedeckter Autobahn die Sachen anliefern muss, nie schaffen kann. Und für diese Druckereien sind natürlich die kleineren Systeme durchaus eine Option. Du hast die Gallus One vorgestellt als Messemagnet. Was macht die Maschine so besonders? Also die Maschine ist erstens mal ziemlich performant, hat natürlich einige Leistungswerte, die schon klasse sind. Aber ich habe es vor allem auch deswegen erwähnt, weil man bei dieser Maschine auch sehr gut sehen kann, dass das Selbstverständnis der Maschinenbauer sich gewandelt hat. Die stellen nicht nur Heavy Metal hin, sondern bei dieser Maschine ist es gerade zum Beispiel auch wichtig, wieder Stichwort Verfügbarkeit, dass die Maschine aufgrund von cloudbasierten Softwarelösungen verfügbarer wird und dadurch letztlich Kosten spart und dem Kunden deutlich Mehrwert bietet. Bernhard Niemela, live aus Osnabrück. Herzlichen Dank. Danke. **Kategorien:** Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Flexodruck, Inno-Talk, Repro und Druckzylinder, Tiefdruck **Schlagwörter:** bernhard_niemela, VD-11-23 --- ### [Danilo Maugeri über die Möglichkeiten der Integration von Bahnbeobachtungssystemen in die Flexpack-Produktion](https://inno-talk.de/danilo-maugeri-ueber-die-moeglichkeiten-der-integration-von-bahnbeobachtungssystemen-in-die-flexpack-produktion/) **Published:** Januar 18, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *[Danilo Maugeri⁠](https://www.innoform-coaching.de/referenten/danilo-maugeri) Im Gespräch mit Karsten Schröder.* Die webbasierte EPROMI Production Analytics Plattform von ISRA VISION ermöglicht es Ihnen, den Systemstatus aller Produktionslinien auf einen Blick zu überprüfen oder Produktionsdaten im Detail zu analysieren. Mit dem Qualitätsmanagementsystem analysieren Sie historische Daten, überwachen aktuelle Prüfdaten in Echtzeit und ermitteln zukünftige Trends in Ihrem Produktionsprozess. Die Ergebnisse bringen wichtige Erkenntnisse für die Optimierung der Produktion durch das frühzeitige Erkennen von Produktionsfehlern, verkürzen Ausfallzeiten und senken die Produktionskosten. Mehr Informationen: [⁠https://go.isravision.com/epromi-video-podcast](https://go.isravision.com/epromi-video-podcast) Live-Interview aus Osnabrück [innoform-coaching.de/tagung/9-expertentreff-verpackungsdruck-digitalisierung–2023](https://www.innoform-coaching.de/tagung/9-expertentreff-verpackungsdruck-digitalisierung--2023)Auch verfügbar auf: - [Inno-Talk.de](https://www.inno-talk.de/podcast) - [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) - [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) - [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk) - [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) - [Youtube](https://www.youtube.com/@innoformcoaching/podcasts) ### Verwandte Episoden - [Flexpack-Branchentreff – 20. Inno-Meeting 2023](https://inno-talk.de/flexpack-branchentreff-20-inno-meeting-2023/) - [Alina Ott zu Digitalen Produktpässen – auch für Flexpack](https://inno-talk.de/alina-ott-zu-digitalen-produktpaessen-auch-fuer-flexpack/) - [Inkjet ist für Flexpack das Verfahren der Wahl für den Einstieg in den Digitaldruck, sagt Dr. Thomas Lehnen](https://inno-talk.de/inkjet-ist-fuer-flexpack-das-verfahren-der-wahl-fuer-den-einstieg-in-den-digitaldruck-sagt-dr-thomas-lehnen/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Ich spreche mit Danilo Maugeri von Isra Vision. Danilo, du hast einen etwas anderen Vortrag heute gehalten. Wir kennen Isra Vision natürlich von Bahnbeobachtungen und was man alles so finden kann. Aber du hast einen ganz anderen Vortrag gehalten. Was war deine Kernaussage? Ja gut, im Prinzip haben wir uns ein bisschen bewegt vom Datengenerieren. Das ist das, was im Prinzip ein Inspektionssystem tut, hinüber zum Datenmanagement. Wir erzeugen nun mal unfassbar viele Daten. Nicht nur wir, sondern auch die Maschine selbst. Und mit EEPROM haben wir im Prinzip eine Brücke geschlagen und haben diese Daten zusammengefasst und bereiten sie letztendlich auf. Und zwar so, dass sie für den jeweiligen Adressaten dann eben auch einen Sinn ergeben. Ich habe gesehen, ihr nehmt natürlich nicht nur die Druckdaten auf, also das, was die Kameras sehen, sondern auch Maschinendaten. Wie funktioniert das? Richtig, das ist mittlerweile mit den gängigen Schnittstellen, die es eben auf dem Markt gibt, definitiv möglich und auch eine sehr einfache Geschichte. Und diese Daten werden dann letztendlich von der Maschine abgegriffen und on top auch noch korreliert. Das heißt, wir erfahren nicht nur, was an der Maschine tatsächlich passiert, sondern wir können es mit den Daten, die wir generieren, auch noch abgleichen und daraus eben Rückschlüsse ziehen. Das typische Beispiel ist immer, ihr habt einen Druckfehler auf einer Rolle und dann kann das am Lenkschneider aussortiert werden. Was darüber hinaus noch möglich ist? Da alles mögliche, zum Beispiel rückwirkend feststellen, ob zum Beispiel irgendwo in der Maschine Beschädigungen stattfinden oder irgendwelche Schäden an irgendwelchen Druckplatten zum Beispiel sichtbar werden oder solche Geschichten. Das sind ja meistens Dinge, die im Moment entweder passieren und gesehen werden, aber die manifestieren sich ja schon deutlich früher. Und das kann ich tatsächlich durch die Korrelation der Daten auch schon frühzeitig feststellen und erkennen. Spannend ist ja immer, aufgrund von Daten zu entscheiden. Ich kann mich noch an eine Situation erinnern von vor 30 Jahren, da hatte unser Druckereimeister immer so ein Büchlein in der Tasche und der wusste immer genau, wie schnell jede Maschine laufen darf. Und dann habe ich ihn immer gefragt: Woher weißt du das denn? Das ist Erfahrung. Ihr versucht das zu durchbrechen. Kann man auch zum Beispiel sagen, ich erhöhe jetzt einfach mal 20 Meter die Maschine, kann man das am Druckbild manchmal sehen? Richtig, absolut. Das kann man am Druckbild sehen, das kann man aber auch an Trends sehen, die man über einen längeren Zeitraum hinweg fahren muss. Kann man dann eben auch feststellen: Hat sich dadurch was verändert? Haben diese 20% höhere Geschwindigkeit einen Effekt auf meine Produktion, auf meine Qualität, auf meine Quantität? Das kann ich dann in so einem Datenmanagementsystem tatsächlich auch feststellen. ### Dashboard-Lösungen für Datenkomplexität Ich habe so ein bisschen wahrgenommen, dass das gigantische Datenmengen sind. So ein Mensch sieht ja dann den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Wie wertet ihr die aus? Wie geht das? Das ist natürlich ein interessanter Punkt. Wir haben dafür gewisse Dashboards letztendlich kreiert und diese Dashboards sind freikonfigurierbar. Das ist schon mal das erste. Und das zweite ist: Ich kann die jeweiligen Dashboards nur einer jeweiligen Person zeigen, zum Beispiel. Also der Qualitätssicherungsmensch, der sich interessiert für einen bestimmten Datensatz. Der kriegt das aufbereitet in der Art und Weise, wie er das möchte und zu der Zeit, in der er sie haben möchte. Das gleiche zum Beispiel für jemanden, der vielleicht eher im Headquarter arbeitet und eher Produktionsdaten haben möchte. Der kriegt das entsprechend aufbereitet. Das heißt, dieses Sammelsurium, das wir haben, wird dann personalisiert und der jeweiligen Person adressiert. Das Bass wird schlechthin. Unsere Zeit ist KI. Spielt das bei euch eine Rolle? Absolut, ja. Auf jeden Fall. Aktuell befinden wir uns dann noch in einer Beta-Phase mit der KI. Aber eben dieser Prozess, diese Daten zu interpretieren und eben dann Aktionen vorzuschlagen in einer ersten Stufe, das ist etwas, was wir heute schon können. Die nächste Stufe wäre dann diese Informationsbearbeitung letztendlich dann komplett zu übernehmen. Und da sind wir schon an einem sehr guten Punkt. Aus dem Publikum kam auch die Frage, ob ihr auch transparente Schichten sehen könnt und bewerten könnt. Geht das? Absolut, auf jeden Fall. Wir kommen ja nicht nur aus der Druckbildindustrie oder aus der Druckbildinspektion, sondern wir sind auch im Surface-Bereich tätig, wo wir nur homogene Oberflächen inspizieren. Da ist ja das A und O, eben diese Flächen zu inspizieren. Da haben wir ja bestimmte Beleuchtungstechniken und auch gewisse Softwarepakete, die wir entwickelt haben und die sich bis heute auch wirklich bewährt haben. Also wenn sich irgendwie eine Brechzahl ändert oder so, könnt ihr irgendwas nachgucken, wenn verschiedene Schichten da sind. Barriere-Lacke sind ja gerade im Trend. Das wäre so ein Beispiel, oder? Definitiv, das wäre definitiv möglich, ja. ### Cloud vs. On-Premise Infrastrukturoptionen Hochspannend, wenn man so ein Ding investieren will, muss man da in die Cloud, wird das On-Premise installiert? Wie geht das? Das ist sowohl als auch. Das ist beides möglich. Es ist schwierig, sich da festzulegen, weil ja ein bisschen die Strukturen, die Infrastrukturen der Firmen sehr unterschiedlich sind, von Land zu Land, von Region zu Region. Deswegen sind wir da sehr flexibel und halten eben beide Möglichkeiten offen. Könnt ihr auch direkt an andere ERP-Systeme zum Beispiel berichten, Ruby oder die Bob’s Cloud oder so etwas? Das geht, das geht natürlich auch. Wie gesagt, wir arbeiten mit offenen Schnittstellen. Die sind entsprechend anpassbar. Wir haben auch standardisierte Schnittstellen. Also sind wir sehr, sehr weit offen und haben auch die Möglichkeit, mit ihnen zu kooperieren. Vielen herzlichen Dank. Wir waren hier live vom neuen Expertentreffer Packungsdruck in Osnabrück. Danke schön, Danilo. Danke. **Kategorien:** Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Flexodruck, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Repro und Druckzylinder, Tiefdruck --- ### [Prozessklebebänder für Convenience und mehr Recyclingfähigkeit](https://inno-talk.de/prozessklebebaender-fuer-convenience-und-mehr-recyclingfaehigkeit/) **Published:** Januar 31, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Franziska Kirpal von tesa im Interview* In der neuesten Episode unseres Podcasts heißen wir Franziska Kirpal von tesa willkommen, um ihr fachliches Wissen und ihre Einblicke in den Bereich der flexiblen Verpackungen zu teilen. Zunächst werfen wir einen Blick auf ihre persönlichen Interessen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was sie außerhalb ihrer professionellen Tätigkeiten inspiriert. Im weiteren Verlauf des Gesprächs konzentrieren wir uns auf die Rolle von tesa im Bereich der flexiblen Verpackungen. Franziska wird uns eine detaillierte Übersicht über die verschiedenen Geschäftsbereiche von tesa geben, mit besonderem Fokus auf die Bedeutung für Verpackungen und Druck, insbesondere im Flexpack-Sektor. Ein zentraler Teil des Podcasts wird Franziskas anstehender Vortrag beim 21. Inno-Meeting in Osnabrück sein, wo sie über „Papierbasierte Prozessklebebänder“ referieren wird. Wir sind gespannt zu erfahren, warum diese in ihrer Sicht von Bedeutung sind und werden uns ebenfalls mit der breiten Palette an Prozessbändern beschäftigen, die tesa anbietet, um zu verstehen, wie diese Produkte die Industrie beeinflussen. Darüber hinaus diskutieren wir Franziskas ehrenamtliche Tätigkeit bei der DFTA. Durch ihre Arbeit in dieser Organisation erhalten wir wertvolle Einblicke in ihre Expertise und ihr Engagement in der Druckbranche. Insgesamt erwartet uns eine aufschlussreiche Diskussion, die sowohl Franziska Kirpals beruflichen Werdegang als auch ihre persönlichen Interessen beleuchtet und uns einen umfassenden Einblick in die Welt der flexiblen Verpackungen bietet. Franziska Kirpal, tesa auch live beim 21. Inno-Meeting 2024: [innoform-coaching.de/tagung/21-inno-meeting-alternative-materialien-2024](https://www.innoform-coaching.de/tagung/21-inno-meeting-alternative-materialien-2024)Unsere Podcasts sind auch verfügbar auf: - [Inno-Talk.de](https://www.inno-talk.de/podcast) - [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) - [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) - [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk) - [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) - [Youtube](https://www.youtube.com/@innoformcoaching/podcasts) Papierbasierte Produkte: Plattenmontage: Weitere Prozessklebebänder: ### Verwandte Episoden - [Recyclingfähigkeit von Folienverpackungen bewerten](https://inno-talk.de/recyclingfaehigkeit-von-folienverpackungen-bewerten/) - [Digitalisierung trifft Recyclingfähigkeit bei Wipak](https://inno-talk.de/digitalisierung-trifft-recyclingfaehigkeit-bei-wipak/) - [Recyclingfähigkeit von Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/recyclingfaehigkeit-von-kunststoffverpackungen/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Heute begrüße ich im Innoform-Podcast zum Inno-Talk Franziska Kierpal von Tesa. Tesa beschäftigt sich mit Klebebändern, wie wir alle wissen, vom Tesafilm, aber darüber hinaus weitaus mehr mit Prozessklebebändern für die verschiedenen Industrien. Als Tochter der Beiersdorf AG ist Tesa weltweit tätig, Franziska beschäftigt sich als Business Development Managerin hauptsächlich mit Klebebändern im Verpackungs- und Druckbereich. Wir werden sprechen über Öffnungshilfe, Prozessklebebänder, aber natürlich auch um Klebebänder und Schäume für die Klischee-Applikationen auf Druckzylindern oder Sleeves. Am Ende werden wir sprechen über den Förderverein der DFDA, wo Franziska ein Ehrenamt innehat. Freuen Sie sich auf diese abwechslungsreiche Episode mit Franziska Kierpal. Heute im Innoform-Podcast begrüße ich Franziska Kierpal von Tesa. Herzlich willkommen, Franziska. Schönen guten Tag, Karsten. Danke, dass ich da sein darf. Schön, dass wir miteinander über Tesa und deine Funktion bei Tesa sprechen wollen. Du bist Business Development Managerin. Für welchen Bereich? Genau, für PPS. Und zwar ist das für uns die ganze grafische Industrie, sei es von der Papierherstellung über den Tiefdruck, Offset, Flexo-Druck weiterverarbeitend. Und ja, ich befasse mich hauptsächlich tatsächlich mit Produkten für den Flexo-Druck und zwar unsere Klischee-Klebebänder, also alle Klischee-Verklebungslösungen, wenn man so sagen möchte. Was qualifiziert dich denn überhaupt für diese doch recht anspruchsvolle Aufgabe? Ich kann mir vorstellen, man muss etwas vom Drucken verstehen. Man muss ein bisschen was von Kleben verstehen und natürlich auch von der Applikation selbst. Was hast du vorher gemacht? Ja, das ist richtig. Qualifizieren tut mich wahrscheinlich zum einen erst mal ein bisschen Leidenschaft für die Industrie. Ich glaube, wenn die da ist, ist das schon gar nicht verkehrt. Ich habe aber tatsächlich auch Drucktechnik in Leipzig studiert an der HTWK. Das heißt, ich bin Diplom-Ingenieurin. Tatsächlich habe ich Praxissemester unter anderem bei Aqva gemacht, habe meine Diplomarbeit bei Windmühlen und Hölscher geschrieben und war vor diesem Job schon im technischen Außendienst und auch in der Anwendungstechnik. Das heißt, ich komme eigentlich aus dem technischen Feld und bin dann in den Vertrieb mitgerutscht und ja, war also bin dann damit auch schon seit einigen Jahren quasi in der Druckindustrie und angefixt durch die Technik oder Verpackungsindustrie, die Technik und ja, die Maschinen, die Menschen, alles drumherum. Es ist immer gute Tradition bei uns im Podcast natürlich auch die Person hinter dem Job kennenzulernen und da interessiert uns natürlich auch mal. Was machst du denn außerhalb deiner Arbeit, wenn du mal nicht über das Kleben und Drucken nachdenkst? Dann versuche ich, diesen Männerhaushalt hier zu Hause herzuwerten, mit meinen Kindern, meinem Mann und meinen zwei Katern. Ja, versuche hin und wieder zu joggen, gelingt mir manchmal mehr, mal weniger, bin dann trotzdem irgendwo dem Drucken nahe, weil ich sehr gerne lese und Bücher verschlinge und ja, hier und da vielleicht auch noch ein bisschen gedruckte Kunst und genieße quasi einfach hier die ländliche Gegend. Wunderschön. ### Tesa-Folie und breites Anwendungsfeld Im Moment verschneit, wie ich gehört habe, deswegen auch so ein bisschen Internet-Travel vorher. TESA kennen wir alle, Franziska. Jeder hat schon mal ein TESA-Klebeband in der Hand gehabt, so wie das ja auch in der Dachregion oft genannt wird als Synonym für Klebebänder im Haushaltsbereich oder Bürobereich. Aber im Bereich Flexpack, wofür wir als Innoform ja stehen, kennen wir TESA noch nicht so gut. Was ist da die Verbindung? Ja, auch da haben wir ein breites Feld. Also ich freue mich natürlich immer, TESA-Klebeband ist immer tatsächlich der erste Ansatzpunkt, weil vielen freut mich auch immer, wenn viele Kunden sagen, ach, kenne ich von zu Hause. Flexpack, da haben wir ein breites Sortiment, fängt es an von, ja, ich würde vielleicht sagen Hilfsmitteln, also Vorpackungsklebebänder zum Kartonagen verschließen. Wir gehen rüber über Klebebänder, die man in der Maschine selber einsetzt, sei es Rotungsbänder, PDFE-Klebebänder. Dann natürlich, wie vorhin auch angemerkt, mein Haupttätigkeitsfeld. Das heißt Klischee-Verklebung mit Softprint, Twinlock, selbstklebenden Sleeves, Splicebänder, ja. Sie ist vielfältig, die Anwendungen sind durchaus bunt und spannend. Kann man sagen, dass es doch immer irgendwie auch mit Klebebändern zu tun hat, in welcher Form auch immer? Das ist so. Ja, also wir sind dem wahnförmigen Beschichten verfallen bei TESA und das ist genau unser Steckenpferd. Ich würde sagen, die selbstklebenden Sleeves, das ist quasi noch mal ein Add-on in dem Flexpack-Universum, wo es mal kein Klebeband von der Rolle ist, aber ja, es ist immer auf eine Rolle aufgewickelt mit einem Träger, mit einer Abdeckung, ja, das ist so. Das macht ihr nicht nur für Flexpack natürlich, sondern wir fahren alle eure Klebebänder in unseren Autos herum, habe ich auf der Website gelesen. Was sind andere Geschäftsbereiche noch von TESA und wie verteilt sich das vielleicht auch so ein bisschen vom Umsatz oder von den Marktanteilen? Genau, ja, das ist korrekt. Also wir sind in vielen Industrien unterwegs. Die einzelnen Industrien, die Verteilung kann ich gar nicht so genau nennen, aber 78 Prozent unseres Geschäfts ist Industriegeschäft und der Rest, wenn man ihn so nennen mag, sind tatsächlich die Consumer-Klebebänder, also der TESA-Film unter anderem. Wenn wir aber in die Industrien schauen, du hast es selber gerade gesagt, Automotive, das heißt genau alles rund ums Auto. Wir haben Elektronik, Handyverklebungen, sehr spannendes Feld dort, erneuerbare Energien. Wir haben einen großen technischen Handel als Bereich, letztendlich, wo wir dann kleinteilige Sachen reingehen. Ja, und auch erneuerbare Energien im Sinne von Windrädern, ja, alles, was sich bewegt, Flugzeuge, Züge und auch noch in Gebäuden, zum Beispiel Fahrstühle. Also da gibt es auch Verklebungen, Appliance. Es ist vielfältig. Und das sind auch dann in der Regel Klebebänder, die ihr da einsetzt. Also immer irgendetwas Beschichtetes mit Klebstoff? Korrekt. Es ist immer beschichtet. Es ist immer bahnförmig. ### Flexpack-Industrie und Spezialanwendungen Es mag manchmal noch in Standsteile weiterverarbeitet werden. Je nach Anwendung, zum Beispiel dann bei einem Mobiltelefon. Tatsächlich ist es so, dass dann häufig da Standsteile zum Einsatz kommen. Aber es darf auch gern mal von der Rolle kommen. Hochspannende Sache. Da ist ja die Flexpack-Industrie wirklich auch ein bisschen was anderes, was Besonderes, ein kurzlebiges Wirtschaftsgut eigentlich mit vielleicht sogar lebensmittelrechtlichen Aspekten. Also wirklich eine Besonderheit und auch wieder ganz stark zu unterscheiden. So verstehe ich das im Moment von den Klischeverklebungen auf Walzen zum Beispiel. Da geht es Stahl gegen ein Polymerklischee vielleicht. Man muss kleben. Bei den Aufreißbändern haben wir wieder was ganz anderes. All das ist unter deinen Fittichen? Genau, also zumindestens unter den Fittichen unseres Teams. Und ich bin dann supportend dabei unterwegs, dass ich das Team entweder bei Kundentests vor Ort mit begleite. Ich selber ein paar Kunden habe. Ich darüber hinaus dann noch in Verbänden tätig bin oder mit Maschinenherstellern und anderen Zulieferern letztendlich da ein Netzwerk aufbaue. Aber ja, am Ende des Tages, je nachdem, vor welchen Kunden wir stehen, haben wir diese ganze Palette da. Und wir müssen die Klaviatur natürlich auch spielen können. Das tun wir auch sehr gerne. Genau. Wie groß muss ich mir Theser eigentlich vorstellen? Ich habe gar keine Größenordnung. Wie viele Mitarbeiter, wie viel Umsatz ungefähr? Was ist das? Also wir haben 2022 1,7 Milliarden Umsatz gemacht weltweit und wir sind auch weltweit 5000 Mitarbeiter. Circa wiederum am Standort Norderstedt. Also das ist auch unser Headquarter. Da sind wir mit ca. 1400–1500 Mann tatsächlich unterwegs. Also der typische Mittelstand nach CDU-Definition, der Hidden Champion sozusagen. So ganz hidden seid ihr glaube ich nicht, aber auch durchaus weltweit vertreten, oder? Das ist korrekt, genau. ### Mittelständischer Spezialist mit Kundenorientierung Also mittelständig dürfen wir uns, also können wir uns aufgrund der Zahl nicht nennen. Wir gehören ja auch zu Beiersdorf, letztendlich als hundertprozentige Tochter. Und ja, also ich glaube, das macht uns aus, dass wir tatsächlich weltweit vertreten sind, sei es direkt, sei es durch ein sehr starkes Händlernetz und Partnernetz. Und wir, das ist einfach auch unser Antrieb, dass wir nicht nur gute Lösungen herstellen, sondern auch dafür sorgen, dass unsere Kunden Zugänge haben, und zwar weltweit. Also kurze Wege zum Kunden, schneller Support unsererseits. Und ist das so, dass das sehr viele Speziallösungen sind oder sind das eigentlich eher standardisierte Lösungen? Ich kann mir vorstellen, dass gerade beim Flexodruck das sehr standardisiert sein muss, damit das eben immer mit allen Klischees auch gut funktioniert. Oder sind das wirklich auch Kundenlösungen, die ihr da entwickelt und anbietet? Nein, also ich würde sagen, gerade im Flexpack-Bereich ist es quasi eine Standardprodukt-Palette, die allerdings natürlich so aufgebaut ist, dass sie möglichst alle Spezialfälle mit abdeckt. Also das ist ja immer ein bisschen die Krux, wir sind normal im Flexpack-Bereich sehr – das heißt, die Krux, aber wir sind sehr divers unterwegs. Das macht diese Industrie aus. Und das macht, glaube ich, auch die Stärke dieser Industrie aus. Und dies natürlich abzudecken, ohne dass man theoretisch ständig kundenindividuelle Lösungen schaffen muss und trotzdem aber für alle möglichen Fälle eine Antwort hat. Das ist die Herausforderung. Und den versuchen wir natürlich auch gerecht zu werden, einfach mit der Produktpalette, mit der Vielfalt. Aber ja, es ist eine Standardpalette, damit möglichst viele bedient werden damit. Ich stelle mir das auch schwierig vor, das sehr individuell zu machen, weil die Maschinen doch groß sind. Und das, was nachher rauskommt, sind schmale Klebebänder, gerade in der Flexpack-Industrie, wenn wir jetzt um Aufreißfäden oder sowas denken. Darüber wirst du sprechen. Am 21. Inno-Meeting in Osnabrück Ende Februar Papier-basierte Prozessklebebänder. Ist da so dein Topic? Was hat es denn damit auf sich? Warum jetzt auf Papier? Ja genau, ich freue mich schon sehr auf den Vortrag, dann auch die Veranstaltung vor Ort ist immer sehr schön. Ich durfte ja zuletzt dann auch teilnehmen oder habe es gemacht. Und ich freue mich, dass ich da die Möglichkeit habe, Papier-basierte Aufreisfäden oder Prozessklebebänder sind einfach eine Erweiterung unserer bestehenden Produktreihe. Wie gesagt, wir haben ja letztendlich eine Standardproduktreihe und dann versuchen wir darüber hinaus natürlich auch Entwicklungen voranzutreiben, neue Klebebänder an den Markt zu bringen. Und wir haben einfach gesehen, dass wir im Zuge der, ja man kann sagen Nachhaltigkeit, aber damit natürlich auch Einfluss auf die Materialanforderungen von Zulieferern, da noch eine Marktlücke war oder ein Bedarf war im Markt zu sagen: Wir nehmen nicht nur die Kunststoff-basierten Klebebänder, sondern auch die Papier-basierten Klebebänder werden angefragt. Die werden nun mal standardmäßig auch auf Papier, Papier-basierten Substraten verklebt. Und was ist besser dann am Ende, als eine Art Monomaterial zu schaffen? Ganz spannend – kein Podcast ohne Recycling-Themen oder Nachhaltigkeits-Themen, was manchmal synonym heute schon verwendet wird. ### Papierverpackungen ohne Klebeband-Verschmutzung Wir sehen das auch, dass auch sogar bei flexiblen Verpackungen ein Trend Richtung Papierverpackungen da ist. Geht es wirklich darum, dann dieses Papier nicht mehr mit einem Kunststoffklebestreifen, ich sage mal zu kontaminieren, sondern wirklich da Monomaterial-Lösung auch hinsichtlich der Aufreishilfe durch euren Klebestreifen zu gewährleisten? Oder gibt es andere Motivationen? Hat Papier vielleicht auch sonst noch gute Eigenschaften, die Folie so in der Form nicht mitbringt? Also tatsächlich ist es vorrangig so, dass wir, wie du so schön gesagt hast, das Papier da nicht verunreinigen wollen mit einer Kunststofflösung. Das ist tatsächlich das Hauptaugenmerk gewesen. Aber bedingt sich natürlich einfach dadurch, dass wir diese Nachfrage im Markt sehen, wie du es ja gerade sagtest. Also es gibt nun mal einfach mittlerweile dieses Aufspalten in kunststoffbasierte Verpackungslösungen, aber auch alternative Verpackungsmaterialien. Und da ist definitiv das Papier ganz vorne mit dabei. Natürlich auch mit neuen Eigenschaften, verbessertem Reißverhalten zum Beispiel. Und dem muss man dann einfach ja auch entsprechend mit Produktlösungen begegnen oder die das dann unterstützen. Und das tun wir ja. Also bedingt sich sozusagen. Wenn ich mir jetzt vorstelle, ich verpacke jetzt schon seit 40 Jahren meine Schokoladenplätzchen in einer Folienverpackung und möchte jetzt auf Papierverpackung umstellen, bezogen jetzt nur auf dein Prozessklebeband, also auf die Öffnungshilfe. Muss ich dann, wenn ich Papier nehme, an der Maschine was ändern oder lässt sich das eigentlich eins zu eins einfach auswechseln, neue Rolle rein, Papier rein, weiter geht’s? Ja, am Ende ja. Also das ist das Ziel immer, dass wir Lösungen schaffen und die daraufhin prüfen, dass der Kunde möglichst gering Umstellaufwand hat. Denn das ist ja das oberste Ziel. Also ein Kunde möchte eine reibungslose Produktion und möchte nicht noch Modifikationen vornehmen. Und dies testen wir daher glücklicherweise auch immer vorab mit entsprechenden Partnern, mit Maschinenherstellern, die dann die Möglichkeit haben, unsere Klebebänder auch entsprechend vorab zu testen, Zertifikate auszustellen, zu sagen, das funktioniert. Wenn der Endkunde sagt, er stellt von Kunststoff auf Papier um, da denke ich, geht er letztendlich sowieso einmal zumindest rein und schaut, lässt sich das Papier problemlos verarbeiten. Aber seitens Prozessklebeband, nein, da soll die Maschine gleich laufen und mit den gleichen Geschwindigkeiten wie vorher auch. Ich finde das ganz interessant mit den Papierklebebändern. Ich will da noch ein bisschen drauf rumreiten. Gibt es die auch in verschiedenen Ausprägungen, also sprich Grammaturen, Farben, andere Klebstoffe? Was gibt es da für eine Palette? So ganz grob, gib uns mal einen groben Überblick. Es braucht jetzt nicht detailliert sein, aber so ganz grob. Also tatsächlich sind wir mit verschiedenen Breiten unterwegs. Das hat einfach was damit zu tun, was müssen wir aufreißen? Das heißt, was haben wir für Dicken an Wellpappe, an Substrat, was geöffnet werden muss? Wir gehen nicht zwingend in Grammaturen rein. ### Öffnungsklebebänder für Wellpappverpackungen Was wir machen, ist, dass wir diese Produktpalette noch aufbohren. Das heißt, wir haben Öffnungsklebebänder. Wir haben Verschlussklebebänder, die wir uns anschauen. Wir haben Verstärkungsklebebänder. Also gerade wenn man in Richtung einer Wellpappverpackung zum Beispiel geht, sind diese drei Anwendungen drum herum durch das Klebeband dann abgefangen. Und da versuchen wir natürlich dann eben alle Lösungen entsprechend papierbasiert anzubieten, damit wirklich gar kein Kunststoff mehr drinne ist. So Farben. Man kennt das ja, dass die Kunststoffklebebänder oft dann in Rot eingefärbt waren, damit man die gut sieht zum Beispiel, damit man eine Anfangsklasche sieht. Ist das bei Papier ähnlich oder ist Papier immer braun oder immer weiß oder wie geht das? Nein, tatsächlich haben wir es in Braun vorab. Und sicherlich muss man einmal schauen, wo die Entwicklung dahin geht. Ehrlicherweise muss man aber sagen, die sind ja bewusst in dieser Farbe gewählt, weil wir sicherstellen wollen, dass sie mit in den Papierkreislauf können. Das heißt letztendlich, die Farbe als solches nicht verunreinigen. Die großen Kunststoffklebebänder durften ja rot sein, tatsächlich, weil sie eventuell aussortiert werden. Also gar nicht in diesen 100-prozentigen Kreislauf da mit rein können oder zumindest als Fremdmaterial sind. Beim Papier ist es halt wirklich so, dass wir sagen, wir würden es gerne gleichfarbig lassen auch, damit es gar nicht farblich auffällt. Sicherlich muss man schauen, wenn wir sehen, es gibt weiße, hellere Verpackungen in Zukunft oder andersfarbige Verpackungen, dann versuchen wir entsprechend da unseren Kunden auch Lösungen anzubieten. Aber vorerst sind wir bei diesen Klebebändern mit Braun unterwegs. Wenn ich jetzt nochmal in die wirkliche Flexpack-Schiene gucke, abweichen von unserem Manuskript hier. Ich habe eine Schlauchbeutelverpackung aus Papier meinetwegen jetzt umgestellt, möchte jetzt eine Aufreißhilfe mit Euer und Klebebändern machen und fülle ein Lebensmittel ab. Meinetwegen ein trockenes, ein Keks. Bleiben wir mal bei dem Beispiel. Ist das dann lebensmittelrechtlich auch soweit abgeklärt, dass ich das Klebeband innen auf den Beutel kleben kann mit Klebstoff natürlich nach außen zeigend? Oder muss so ein Klebeband immer noch abgedeckt werden oder sowas? Ich denke mir, das könnten Fragen sein, die auch unsere Zuhörer beschäftigen, wenn die solche Schritte jetzt gehen wollen. Genau, also da sind wir immer wieder offen zu testen. Tatsächlich, das ist das Thema Lebensmittelgerechtheit oder indirekte Lebensmittelverträglichkeit ist keine ganz so einfache bei Klebebändern, auch weil es entsprechende Testprozedere gibt, die man durchlaufen muss. Und die müssen immer speziell auf die Anwendung abgestimmt werden. Das heißt also, eine allgemeingültige Zertifizierung kann man so gar nicht aussprechen, problemlos, sondern es geht immer wirklich darum, wie du es gesagt hast, Füllgut. Habe ich ein trockenes, ein fettiges Füllgut? Wie besteht der Kontakt? Habe ich letztendlich da Barriereeschichten nochmal dazwischen oder nicht? ### Individuelle Lösungen für Aufreißhilfen Und das müssen wir immer Kunden individuell klären und machen das auch gerne. Und da bin ich einfach oder sind wir offen auf Anfragen und freuen uns da natürlich unsere Kunden zu unterstützen. Also grundsätzlich geht es, aber es kommt drauf an, so wie der Steuerberater das auch immer sagt. Es ist immer wieder ein Fall. Genau, wir müssen Fall für Fall das klären. Genau, jetzt haben wir ziemlich viel über die Aufreißhilfe gesprochen. Was habt ihr denn sonst noch an Prozessbändern für den Bereich Verpackung und im speziellen vielleicht sogar Flexpack? Gibt es da sonst noch was? Wieder vor Schluss stelle ich mir zum Beispiel vor bei Feuchttüchern. Macht ihr sowas auch? Das machen wir nicht, zumindest jetzt nicht mehr bewusst. Was wir drum herum haben, ist tatsächlich, dass wir einmal auch nochmal Verpackungsklebebänder im Sinne von Kartonagenverpackungen haben. Das heißt, die also einseitigen Klebebänder, die man vielleicht selber auch aus dem Haushalt kann man versuchen, Versandkartons zu verschließen. Das klingt jetzt erst mal profan, aber auch da wieder das Thema: Was habe ich für ein Grundmaterial? Habe ich eine Verpackung? Pack ich dann ein papierbasiertes Verpackungsklebeband drauf, um den Karton zu verschließen? Bedeutet beim Endanwender, dass er ihn öffnen muss, nur noch. Und dann aber diese ganze Kartonage als solche auch in den Wertstoffkreislauf einbringen kann. Anders als wir kennen es ja selber. Wie gesagt, Versandkartons. Jetzt habe ich dann dieses Kunststoffverpackungsklebeband, was ich dann erst mal abfusseln muss oder irgendwie entfernen muss. Ansonsten ist es ein Fremdmaterial, was aussortiert werden muss. Genau das haben wir. Und für dann die Kunststoffverarbeitenden Kunden, da haben wir dann entsprechend durchaus Klebebänder, die entweder auch mit dem Wertstoffkreislauf kommen oder die einfach schon als Basismaterial ein recyceltes Material haben. Also immer die Frage, wie legen wir Nachhaltigkeit aus? Das eine ist das Thema Wertstoffkreisläufe schaffen und schließen, oder gleichzeitig direkt schon von vornherein bei der Fertigung Materialien nehmen, die vielleicht schon einmal recycelt wurden. Hochspannend. Das ist sowohl bei Papier als auch bei Kunststoffen so, dass sie auch schon recycelte Werkstoffe einsetzen können. Also recyceltes Papier ist ja eigentlich Standard mittlerweile. Das ist ja der große Vorteil von faserbasierten Kunststoffen, dass wir da weltweit im Prinzip schon Recyclingprozesse haben. Bei Kunststoffen sieht das ja anders aus. Bietet ihr im Kunststoffbereich auch recycelte Materialien für solche Aufreißhilfen oder andere Klebebänder im Verpackungsbereich an? ### Recyclingfähige PET-Kaschierverschlüsse entwickelt Genau, also tatsächlich für den Kanonagenverschluss haben wir ein Produkt gelauncht, was PET-PCR hat. Die selbe Gedanke ist übrigens auch in den Tesafilm schon gekommen. Also auch da, das gibt es also nicht nur in der Industrie, sondern auch im Consumerbereich. Kürzlich erst einer spannenden Präsentation der Kollegin gelauscht. Genau, da geht es darum, dass wir PET aus einem nicht vorhandenen Recyclingprozess herausnehmen. Das ist immer die große Frage: Wo kommt dieses Material her? Entnehmen wir es leider einem Materialkreislauf, der das benötigt? In dem Fall ist es so, dass wir das aus einer Quelle ziehen, wo es nicht recycelt worden wäre. Nehmen dies aus einem Post-Consumer-Recycling. Tatsächlich, also Endanwender hat es benutzt, hat es weggeschmissen. Dort wird es raus sortiert und für uns wieder aufbereitet. Und wir nehmen es dann als PET-Basis, um Klebstoff drauf zu beschichten. Super Sache. Als kleines Finale interessiert mich natürlich noch der Druckbereich. Das ist ja das, wo auch dein Herz für schlägt. Was du studiert hast, letztlich auch. Was macht ihr im Druckbereich an Klebebändern? Geh noch mal ein bisschen genauer drauf ein. Also Klischee, auf den Zylinder kleben habe ich verstanden. Was gibt es da sonst noch? Oder wie funktioniert das überhaupt eigentlich? Vielleicht für die, die das gar nicht wissen. Genau. Ich würde sogar fast noch einmal vorne anfangen. Sagen, wenn ich die Maschine von vorne nach hinten durchlaufe oder durchgehe, habe ich letztendlich einen Rollenwechsel immer. Da haben wir einen Easy-Splice-Klebeband. Das heißt, das bedeutet, dass die Maschine nicht runtergefahren werden muss im Druckprozess, sondern die Rollen ohne Maschinenstopp gewechselt werden können, verbunden werden können mit einem Klebeband. Auf das wir sehr stolz sind und das wir auch seit vielen Jahren im Produktportfolio haben. Dann kommen wir natürlich auf jeden Fall an unsere Klischeeverklebung. Das bedeutet, wir haben doppelseitige Klebebänder mit Schaumträger oder Folienträger, wenn benötigt, die die Klischees dann auf den Zylindern oder den Sleeves, dass sogar eher verklebt werden. Das heißt, auf PU-Oberflächen dann kleben müssen. Und wie du so ganz am Anfang mal sagtest, die Druckindustrie sticht da ein bisschen raus. ### Abgelöste Klebebänder für Recycling Ich sage manchmal scherzhaft, wir sind die schwarzen Schafe im Kleben, weil bei uns muss das am Ende wieder alles abgehen. Also das heißt, ein Klischee muss wieder abgehen nach dem Druckprozess, während das im Auto ganz schlecht ist, wenn ein Klebeband wieder abgeht. Genau. Und genau, es muss kleben, es muss gut ausdrucken. Das Klischee muss wieder abgehen. Das sind also sehr komplexe Prozesse, die wir damit abwickeln. Wie kurz erwähnt, wir haben also nicht nur die Klebebänder zur Klischeeverklebung, sondern auch die Twinlock-Sleeves. Das heißt, das sind dann selbstklebende Sleeves, die gar kein Klebeband mehr benötigen, die natürlich insofern noch mal ganz interessant sind, weil ich damit auch mein Abfallmüll reduziere. Genau, ich habe eine Trägerschicht gespart sozusagen, oder? Korrekt. Ich habe auch einen Prozessschritt gespart. Das ist schon sehr spannend. Ich habe ein sehr gängiges und gutes Standardisierungstool. Ja, und dann gibt es in der Maschine noch Kleinzanwendungen wie auch mal Fehlstellenmarkierungen, wo wir einfach froh sind, Vollsortimentler zu sein. Das heißt, wir können dann auch ein einseitiges farbiges Klebeband liefern, um eine Fehlstelle mal zu markieren. Das ist, glaube ich, ganz gut und schön auch für den Kunden. Genau, also ihr macht auch solche Markierungsetiketten auch, die man in eine Rolle schießt, die dann vielleicht auch vom Metalldetektor gefunden werden können oder so etwas. Gibt es sowas auch bei euch? Also wir haben tatsächlich Metalletiketten, die auch verwendet werden können, ob die jetzt geschossen werden können. Das ist eine sehr spezifische Anwendung. Das müsste ich bestimmt mal prüfen. Aber ja, also alles ist gar kein Problem. Prüfen wir gerne. Wir sind offen für Herausforderungen. Wer diese Anwendung hat, soll sich gerne bei uns melden. Ansonsten seid ihr auch beim Rollenschneiden oder in der Maschine dann mal, dass man das an die Seite als Fahne klebt, das dann auch in der Weiterverarbeitung klar ist. Da kommt jetzt eine Rolle, wo etwas rausgeschnitten werden muss oder wo eine Spleisstelle ist. Ja, genau. Ich kam da drauf, weil wir in unseren Spezifikationen immer empfehlen, wenn Folienhersteller mit Lebensmittelherstellern arbeiten, dass sie dann immer irgendwelche detektierbaren Klebebänder benutzen, um einen Rollenspleis zu verkleben, also um einfach eine Rolle wieder neu anzukleben oder um eine Markierung zu machen, wenn ein Druckfehler drin ist, der rausgenommen werden soll. Dann würde der nämlich beim Lebensmittelhersteller unter Umständen nochmal durch eine doppelte Sicherung beim Metalldetektor gefunden werden. Viele machen das, viele sagen, wollen wir nicht, wir haben nur Kunststoff. Wir wollen jetzt auch die Kunststofffolie dann nicht wieder mit Metall kontaminieren und so weiter. ### DfTA-Engagement und Förderverein Also solche Ausmaße nimmt das ja heute an. Deswegen kam dieser kleine Einwand. Aber lass uns noch mal ein bisschen beim Drucken bleiben. Das ist für mich ein spannendes Feld. Du bist ja auch bei der DfTA noch mit einem Ehrenamt unterwegs. Erzähl ganz kurz, was ist überhaupt DfTA und was für ein Ehrenamt machst du da? Ja, genau. Die DfTA ist am Ende der Verband für die deutsche Flex- und Tiefdruckindustrie. Das heißt, nimmt sich der Interessen der Zulieferer und Hersteller an, hat sich dem Ziel verschrieben, diese Industrie zu unterstützen, zu stärken, zu entwickeln, mit all ihren Sorgen und Nöten letztendlich da Lösungen zu finden. Und zu diesem DfTA-Verband, in dem ich selber oder Tesa ist Mitglied und ich bin Rechnungsbüferin, das ist also ein sehr kleines Ehrenamt. Es ist aber so, dass es noch den DfTA-Förderverein gibt. Das heißt, der gezielt tatsächlich Förderangebote für diese Mitglieder schafft, sei es Trainings, Ausbildungen für Nachwuchs. Wir alle haben Nachwuchssorgen in unseren Industrien und genau dort Weiterbildungsmöglichkeiten anzubieten. Das macht der Förderverein. Und von dem bin ich wiederum die Vorsitzende und bin sehr glücklich mit einem starken und guten Team dort, entsprechend die, also den Aufbau oder das, was meine Vorgänger auch schon geschafft haben, da weiterzuführen. Für mich ist da so ein bisschen im Hinterkopf, dass die DfTA sich stark für Flexodruck und neu auch für Digitaldruck begeistert und auch dort viel anbietet. Auch euer Förderverein hat, glaube ich, einen Schwerpunkt beim Flexodruck, wenn ich das richtig gesehen habe. Welche Rolle spielt der Tiefdruck da? Das ist so tatsächlich, wir sind sehr flexodrucklastig. Ist vielleicht historisch bedingt, dass man irgendwann die Entwicklung dorthin ging oder auch viel aus dem Tiefdruck in den Flexodruck reingegangen ist und der Flexodruck, würde ich sagen, lange Zeit vielleicht eben gar nicht so beachtet wurde oder nicht anerkannt wurde als qualitativ hochwertiges Druckverfahren, was sich deutlich geändert hat über die letzten Jahre und ja vielleicht auch Jahrzehnte. Also insofern eine positive Entwicklung erfahren hat, die unterstützt werden sollte. Stand heute ist es so, dass wir Weiterbildungsangebote vor allem für den Flexodruck haben. Das stimmt gleichzeitig aber auch, offen sind, da weitere Ausbildungsangebote oder ja Weiterbildungsangebote zu schaffen. Bei uns ist daran gelegen, natürlich die ganze Industrie zu unterstützen. Aktuell arbeiten wir daran, für den Vorstufenbetrieb Ausbildungsprogramme zu schaffen. Wir haben Hochschulförderungen. Genau, wir haben, wie gesagt, die Weiterbildung im Flexodruck, Technologen auch. Und warum nicht? Also wir sind – wir freuen uns immer über Input, über Unterstützung, über Anregung. Wenn da aus dem Tiefdruck der Wunsch kommt, auch Förderangebote zu schaffen, sind wir offen und ja, dies auch zu realisieren. Wir freuen uns natürlich auch immer über Fördervereinsmitglieder, seien wir ehrlich. Also es geht nur, wenn wir alle an einem Strang ziehen und wenn da genug Unterstützung natürlich aus der Industrie auch kommt. ### Fördervereinsarbeit und Branchennetzwerk Letzte Nachfrage hier zum Förderverein, weil das wirklich aus meiner Sicht auch eine sehr wichtige Angelegenheit ist, die wir nicht besprochen haben. Aber wie funktioniert das? Ihr habt Fördermitglieder und macht dann daraus Stipendien, sogar oder fördert ihr nur einzelne Weiterbildungsmaßnahmen? Wer wird gefördert? Kannst du das vielleicht noch kurz etwas detaillierter ausführen? Ja, gerne. Und zwar ist es so, dass wir Fördervereinsmitglieder haben, die eigentlich dafür sorgen, dass wir diese Ausbildungsangebote finanzieren können. Denn die Stipendien und alles, was wir letztendlich finanziell unterstützen, funktioniert nur mit Mitgliedsbeiträgen. Daher gerade eben auch mein kleiner Appell an weitere Interessenten. Sehr gerne. Wir freuen uns über jeden, der Mitglied werden möchte. Man kann auch mit geringen jährlichen Beiträgen – also der kleinste Einsatz sind 500 Euro pro Jahr. Und ich denke, das kann man als Unternehmen tatsächlich wiederum doch rechtfertigen, wenn man sieht, was man daraus bekommt. Also wir fördern nicht nur Fördervereinsmitglieder, sondern Verbandsmitglieder. Das heißt, man muss nicht zwingend Vereinsmitglied sein, um eine Förderung zu bekommen. Und dann läuft es darauf hinaus, dass wir einmal im Jahr Stipendien vergeben. Dieses Jahr sind es meiner Meinung nach fünf Teilförderungen. Das heißt, es gibt einen Antrag. Es gibt jemand, der sagt, ich möchte das gerne machen. Ich bin in einem Unternehmen tätig. Ich habe nicht Flexodruck als Ausbildung gehabt, aber ich finde diese Industrie toll, mein Unternehmen toll. Er bewirbt sich, er kriegt noch mit einem Motivationsschreiben. Er bekommt am besten auch noch Unterstützung von seinen Vorgesetzten und sagt – oder seine Vorgesetzten sagen –, diese Mitarbeiter, die Mitarbeiterin, sehen wir als wertvollen Teil dieser Firma und würden uns freuen, wenn das Stipendium bestätigt wird. Ja, und dann kann man den Flexodruck-Technologen an, der von der DFTA, dem Technikum-Zentrum auch von Martin Dreher dann angeboten wird und der Austausch kann dort letztendlich dann dieses Weiterbildungsprogramm machen. Genau, tolles, umfangreiches Programm, tolle Initiative. Franziska, wir kommen zum Ende. Die Zeit ist abgelaufen. Vielleicht hast du noch einen Appell oder einen Wunsch an die Verpackungs- oder Druckindustrie, die du noch loswerden würdest? Ja, erst mal, es war sehr kurzweilig, lieber Karsten, vielen lieben Dank für diese guten Minuten gemeinsam. Appell, nein, ich glaube, allen ist klar, wo die Reise hingeht. Wir müssen innovativ bleiben. Ich sehe ein Riesenpotenzial in dieser Industrie. ### Leidenschaft für die Verpackungsindustrie Es war immer da und es wird auch immer bleiben. Eine Leidenschaft für diese Industrie. Trotz vielleicht auch widriger Umstände mal, wenn es um die Verpackung geht, immer wieder Lösungen zu finden und da voranzugehen. Persönlich als Fördervereinsvorsitzende würde ich mich über Mitglieder freuen. Das ist aber quasi ja so ein kleiner Hauptwunsch. Und ansonsten wünsche ich mir einfach, dass wir uns weiter so gut austauschen, die Industrie vernetzt bleiben, so tolle Angebote wie von dir zum Beispiel wahrnehmen. Also auch die Inno-Meetings, wo man etwas Neues lernt. Wo man einfach wach bleibt und im stetigen Austausch ist mit anderen. Wir sehen uns am 21.–22. Februar in Osnabrück beim Inno-Meeting. Da kann man übrigens auch jetzt online noch dabei sein. Das packen wir alles in die Show Notes, genauso wie den Link zum Förderverein. Es war ein tolles Gespräch. Franziska, ganz herzlichen Dank. Vielen lieben Dank, Karsten. Danke für die Einladung. Und das war es schon wieder für heute. Ich hoffe, es war etwas Interessantes für Sie dabei. Und wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative für mehr Flexpack-Wissen werden möchten, melden Sie sich gerne bei mir unter ks at innoform.eu und nicht vergessen, diesen Podcast zu abonnieren, wo immer Sie Podcasts hören. Tschüss, bis zum nächsten Mal. Ihr Karsten Schröder. **Kategorien:** Abfülltechnik, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Flexodruck, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Standbeutel, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** franziska_kirpal, Podcast --- ### [Zukunftsweisende und nachhaltige Flexpack-Lösungen](https://inno-talk.de/zukunftsweisende-und-nachhaltige-flexpack-loesungen/) **Published:** Februar 26, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ***Zusammenfassung des 21. Inno-Meetings in Osnabrück***. **Veränderungen bei Verpackungsmaterialien und Methoden standen im Mittelpunkt des 21. Inno-Meetings. Es fand vom 21. bis 22. Februar 2024 in Osnabrück statt. Den TeilnehmerInnen bot die Fachtagung progressive Markttrends, Innovationen, Entwicklungen und Best Practices in der Verpackungsbranche.** Unter dem Motto „Alternative Materialien und Methoden“ eröffnete Karsten Schröder das 21. Inno-Meeting in Osnabrück. Er führte durch ein Programm, das die aktuellen Themen Flexibler Verpackungen umfasste: Design für Recycling, sinnvolle Folien Werkstoffe einschließlich Regenerat, Bewertung und Vergleich nachhaltiger Verpackungen, Alternativen zu Einweg-Flexpack, Recyclingfähigkeit und Entsorgungskosten sowie der Einsatz von KI in der Verpackungsgestaltung. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2024/02/image.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2024/02/image.png)Die Recyclingquote bei Kunststoff wird nach der Prognose von 63% auf 79% steigen, der Rezyklat Einsatz von 15% auf 53%. (Quelle: GMV)Benedikt Kauertz vom ifeu Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg gGmbH stellt eingangs die Grundannahmen der gemeinsam mit der GVM-Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung mbH erstellten Studie **„Kreislaufwirtschaft im Jahr 2045“** vor. Der darin prognostizierte Verpackungsverbrauchs bis 2045 soll um 27,2% sinken, basierend auf 2021. Die Recyclingquote bei Kunststoff wird im selben Zeitraum von 63% auf 79% steigen und der Rezyklat Einsatz von 15% auf 53% zunehmen. In Summe zeigen Verpackungen aus Kunststoff mehr internes Optimierungspotenzial als die Gesamtheit aller Verpackungen. Es zeigt sich, dass es auch im Jahre 2045 keinen geschlossenen Kreislauf bei Kunststoffverpackungen geben wird. Eine sehr positive Entwicklung wird bei der Reduzierung von Treibhausgasen auf 99% erwartet, begründet vor allem durch die Abkehr von fossilen Rohstoffen. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2024/02/image-1.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2024/02/image-1.png)Die PP-basierte Verbundfolie erfüllt die komplexen Anforderungen an das Verpackungsmaterial in diesem Beispiel am besten. (Quelle: ppg > wegoflex GmbH)Mit **„Design for Recycling an modernen flexiblen Verpackungen“** präsentierte Dirk Stolte von ppg > ein packendes Thema, das vom Wunschdenken einer fiktiven Marke in der Verpackungsentwicklung ausging und in der Umsetzung den physikalischen Realitäten anpasst werde musste. Sein Beispiel „am liebsten Papier“, einschließlich recyclingfähiger Siegeleigenschaften, war eine teils ernüchternde Reise durch verschiedene Materialkombinationen. Sie endete in einer zufriedenstellenden Verpackungslösung aus einem Mono-PP-Verbund. Doch auch diese Lösung bedarf noch einer Verbesserung, da sie die EU-Vorgaben bis 2030 bezüglich des Rezyklat-Anteils nicht erfüllen wird. Das Fazit von Dirk Stolte: Nur wenn die Politik die Vorgaben mit Sachverstand, Augenmaß und ideologiefrei angeht, werden sich weiterhin nachhaltige, funktionale Verpackungen entwickeln und in den Markt bringen lassen. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2024/02/image-2.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2024/02/image-2.png)Polypropylen besitzt bei zahlreichen Eigenschaften Vorteile gegenüber LDPE. (Quelle: Maag)Ansgar Schonlau vom Verpackungshersteller Maag GmbH ging in seinem Vortrag „**Umsetzung von Nachhaltigkeit und Recyclingfähigkeit für flexible Verpackungen**“ darauf ein, wie das Design für Recycling (D4R) von Verpackungen zu gestalten ist. Dafür wurde zusammen mit Industriepartnern wesentliche Voraussetzungen identifiziert, beispielsweise die Verwendung recycelbarer Druckfarben. Bei den Verpackungsmaterialien ist für Maag Polypropylen das Material der Wahl. Zahlreiche Produkte wurden bereits darauf umgestellt. Das Unternehmen unterstützt ein Zertifikate-System nach dem Modell der Certified Recycled Content (CRC). Bei Maag zählt zum D4R auch die Vermeidung von Verschwendung von Material und Energie in der Produktion durch Lean Management. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2024/02/image-3.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2024/02/image-3.png)Hochgradig sortier- und recyclingfähige Kombinationsverpackung aus Wellpappe und PET. (Quelle: DS Smith Packaging Deutschland Stiftung & Co. KG / PreZero Stiftung & Co. KG)Der Vortrag von Alexander Reiz **„Kreislaufwirtschaft mit Flexpack: Komplexität gemeinsam bewältigen“** drehte sich darum, die Anforderungen an Verpackungen im Spannungsfeld von Nachhaltigkeit, Machbarkeit, Marketing und Wirtschaftlichkeit zu meistern. Für PreZero als Teil der Schwarz Gruppe gab er Einblicke in aktuelle Handelsstrategien und wie sie sich langfristig weiterentwickeln müssen. Wie es heute schon gelingt, nachhaltige Verpackungen ins Verkaufsregal zu bringen, zeigte er am Beispiel eines rPET-Trays sowie einer hochgradig sortier- und recyclingfähigen Kombinationsverpackung aus Wellpappe und PET. Um solche anspruchsvollen zukunftsfähigen Lösungen zu bewältigen, bedarf es vor allem einer hohen Kooperation in der Wertschöpfungskette und mehr Digitalisierung. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2024/02/image-4.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2024/02/image-4.png)Vom Post Consumer Recycling aufbereitete Granulate für flexible Verpackungen.(Quelle: Lober GmbH & Co. Abfallentsorgungs KG) [Dr. Matthias Wilhelm](https://www.innoform-coaching.de/referenten/matthias-wilhelm) von der Lober GmbH & Co. Abfallentsorgungs KG präsentierte in **„Alternative Wastestreams „** eine neue Technologie für das Recycling von Multilayer-Folien und stark verunreinigten Kunststoffabfallströmen aus dem gelben Sack. Das Verfahren nutzt lösemittelbasierte Großanlagen zur Trennung, Reinigung und Regranulierung von Polyolefinen. Im Prozess werden Polyolefine von organischen Verunreinigungen als auch Etiketten und anderen Kunststoffen getrennt. Das lösemittelbasierte Verfahren erreicht Recyclingquoten bis 80% und ergänzt andere verbreitete Recyclingverfahren. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2024/02/image-5.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2024/02/image-5.png)*Öko-Modulation einer Shampoo Flasche zur Einsparung von ERP Gebühren, mit unterschiedlicher Auswirkung in verschiedenen Ländern. (Quelle: Recyda GmbH)*In ihrem Vortrag **„Europaweit Entsorgungsgebühren rechnen und Verpackungen optimieren“** thematisierte Vivian Loftin, Recyda GmbH, die komplexe Berechnung der Extended Producer Responsibility-Gebühren (ERP) für Verpackungen in Europa. Eine lizenzbasierte Softwarelösung schafft für Inverkehrbringer von Verpackungen die notwenige Transparenz über länderspezifische Recyclingfähigkeit und Gebührenstrukturen. Sie zeigt Potenziale auf, Verpackungen im Sinne der Recyclingfähigkeit zu optimieren und dadurch Kosten zu sparen. Öko-Modulationen wie das Beispiel einer Shampoo Flasche und ihr Ersatz durch einen Nachfüllbeutel werden zukünftig auch im Rahmen der Packaging & Packaging Waste Regulation (PPWR) zunehmend relevant. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2024/02/image-6.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2024/02/image-6.png)*Podiumsdiskussion: Karsten Schröder mit Ansgar Schonlau, Benedikt Kauertz und Johann Löning (von links). (Quelle: pack.consult)*Im**[ Live-Podcast](https://www.inno-talk.de/podcast/)** fragte Karsten Schröder Ansgar Schonlau, Benedikt Kauertz und Johann Löning, wie PP-Regenerate wettbewerbsfähig werden können. Als Lösung zeichnet sich konsequentes Verfolgen von Kreislauflösungen und gute Kommunikation der beteiligten Partner ab. Johann Löning stellte dazu eine neuzeitliche Lösung mit einer pfandpflichtigen Mehrweglösung vor, die zwei recyclebaren Schichten enthält. Sie zeigt eine von vielen Beispielen, die die notwendige Weiterentwicklung von Kunststoff-Kreisläufen vorantreibt. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2024/02/image-7.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2024/02/image-7.png)*Barriere-Verpackungs Beispiele aus faserbasierten Materialien. (Quelle: SunChemical)*Michel Vanhems, Sun Chemical Group GmbH, ging in seinem Vortrag **„Siegeln und Schützen von Papier – Zukunftssichere Lösungen“** auf die Einsatzbreite von Barrierepapieren, die Vielzahl geeigneter Übertragungsprozesse von Barrierelacken sowie die Wiederverwertbarkeit, Kompostierbarkeit und Konformität der Verpackungen ein. Papiere und Karton können heute mit zahlreichen Beständigkeiten und Barrieren ausgestattet werden, als auch mit Siegeleigenschaften, um sie auf Beutelmaschinen zu verarbeiten. So ausgestattet eröffnen sie ein breites Anwendungsspektrum, das er anhand aktueller Beispiele aufzeigte. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2024/02/image-8.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2024/02/image-8.png)Papierbasiertes Klebeband zur Verstärkung an Seitenloch-, Klappen- oder Tragegriffen. (Quelle: tesa SE)Franziska Kirpal tesa SE,stellte das Nachhaltigkeitskonzept von tesa anhand **„Papierbasierter Prozessbänder für sortenreine Monomaterialverpackungen“** vor. Die Produkte, unter anderem ein papierbasierter Aufreißstreifen für Versandtaschen und Kartons, sind für unterschiedliche Verpackungsanwendungen und -größen entsprechend in verschiedenen Breiten verfügbar. Beim zweiten vorgestellten Produkt handelt es sich um ein papierbasiertes Verstärkungsklebeband. Es wird zur Verstärkung von faserbasierten Verpackungen oder Kartons an sensiblen Stellen wie Seitenloch-, Klappen- oder Tragegriffen eingesetzt. Sowohl Aufreißstreifen als auch Verstärkungsklebeband lassen sich zusammen mit faserbasierten Verpackungen materialrein recyceln. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2024/02/image-9.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2024/02/image-9.png)KI Vorschläge für eine Pasta Verpackung. (Quelle: pacoon Sustainability Concepts GmbH)Peter Désilets von pacoon Sustainability Concepts GmbH skizzierte in seinem Vortrag **„KI im Packaging: Vom Design bis End of Life“** die Zukunft der Verpackungsgestaltung unter dem Einfluss von KI. Sie bietet inspirierende Impulse im Verpackungsdesign, bei manchen Ergebnissen zeigt sich noch, dass Intuition und das Gespür für Details weiter verbesserungsfähig sind. Der KI-Optimierung von Rigid Packaging geht die präzise Eingabe und Analyse von Verpackungsparametern voraus, beispielsweise für die Priorisierung der Nachhaltigkeit einer Verpackung. Beim Einsatz von Rezyklaten kann KI die Qualität und den Verwendungszweck verbessern, indem Materialeigenschaften vorhersagbar sind oder durch den datengestützten Einsatz der Qualitäten. Diese Anwendung befindet sich zur Zeit in einem Förderprojekt (KIOptiPack). [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2024/02/image-10.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2024/02/image-10.png)Der Carboliq Prozess von Südpack mit seinen Parametern. (Quelle: Südpack Holding GmbH)Valeska Haux von der Südpack Holding GmbH betonte die **Notwendigkeit des chemischen Recyclings für Lebensmittelverpackungen**, da aus Recyclaten des mechanischen Recyclings keine neuen Verpackungen für kontaktsensitive Anwendungen hergestellt werden können. Das chemische Recycling ergänzt das mechanische Recycling, insbesondere wenn der Aufwand für das Sortieren und das Reinigen der gesammelten Kunststoffe dort zu groß ist. Bei Südpack findet der Carboliq-Prozess Anwendung. Er zeichnet sich durch eine hohe Prozesseffizienz aus und wird für Mischkunststoffe und Kunststoffe mit hohem Verschmutzungsgrad eingesetzt. Die daraus hergestellten Recyclate werden bereits für Folien mit Recyclatanteil für Doypacks eingesetzt, wodurch sich der Lebenszyklus des eingesetzten Kohlenstoffes verlängert. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2024/02/image-11.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2024/02/image-11.png)Gute Ausformung der Verpackungs-Details einer Mono-PP-Folie durch guten Druckaufbau und optimierte Heiz- und Formzeiten. (Quelle: Weber Food Technologie GmbH)Andreas Dietrich ging in seiner Präsentation „**Recyclingfähige Monomaterialien auf Thermoform-Anlagen verarbeiten“** auf die Herausforderungen ein, die der Umstieg auf Mono-PP-Folien beim Verpacken auf Thermoform-Anlagen mit sich bringt. Mono-PP-Folien gelten in der Herstellung von Endverbraucherverpackungen als recyclingfreundliche Alternative zu klassischen Verbundfolien aus APET/PE und boPET/PE. Andreas Dietrich zeigte Lösungen auf, wie die Verarbeitungsschritte auf den geänderten Werkstoff Mono-PP anzupassen sind. Das erfolgt einerseits durch Anpassung der Heiz-, Form- und Siegelzeiten als auch der Verbesserung des Wartungszustandes der Anlagen. In diesem Zusammenspiel lassen sich Mono-PP-Folien mit guten Ergebnissen auf Thermoformern verarbeiten. [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2024/02/image-12.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2024/02/image-12.png)*Aufbau einer IQpack Verpackung. (Quelle: Fraunhofer LBF*)Dr. Christian Beinert vom Fraunhofer LBF präsentierte mit „**IQpak – die recyclingfähige Mehrwegverpackungslösung“**, eine innovative hybride Verpackung mit eingebautem NFC-Chip für Kreislaufwirtschaft. Entwickelt in Zusammenarbeit mit Löning + Partner, besteht IQpak aus drei Elementen: einem starren Verpackungskörper (System-Layer), einem dekorierten Foliensleeve (Handlings-Layer) und einem Folieninliner (Content-Layer). Der NFC-Chip ermöglicht eine eindeutige Identifizierung für Pfand, Rückverfolgbarkeit und Recycling. Zielmärkte sind Heiß- und Kaltgetränke, Milchprodukte, Säfte, Lebensmittel, Non-Food und … [![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2024/02/image-13.png)](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2024/02/image-13.png)Virtual Reality eingesetzt beim Recruiting. (Quelle: VRtual X GmbH)In ihrer **„Virtual Reality“** Präsentation zeigten Matthias Wolk und Tim Frank von der VRtual X GmbH, wo VR heute bereits konkret Anwendung findet. Ihre Beispiele im Recruiting, Onboarding und Vertrieb verdeutlichten den Mehrwert, den VR heute bietet. Die Teammitglieder können sich dazu über einen internetbasierten Multiplayer von überall in die virtuelle Welt zuschalten. Die Kommunikation dort erfolgt mit Avataren, die Umgebung in der sie sich bewegten wurde als virtueller Zwilling realisiert. Für das Recruiting genutzt, lassen sich Informationen über die Unternehmen und ihre Ausbildungsangebote plastisch vermitteln. Im Onboarding wird Auszubildenden oder neuen Mitarbeitern gezeigt, welche Produktionsmaschinen verfügbar sind und wie sie bedient werden. Auf Vertriebsebene geht die VR-Software noch eine Stufe tiefer und zeigt Kunden die Produktionsschritte eines Produktes in einer 360° Ansicht. Karsten Schröder schloss das Inno-Meeting mit einer **prägnanten Zusammenfassung aller Vorträge.** In ihrer Kompaktheit verdeutlichte sie die vielfältigen Entwicklungen bei Verpackungen, vom KI gestützten Design für Recycling von Verpackungen bis zu geschlossenen Kreisläufen in der Wiederverwertung und Einsatz als Verpackungsrohstoff. ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) - [Prof. Markus Schmid über Bioökonomie und Flexpack](https://inno-talk.de/prof-markus-schmid-ueber-biooekonomie-und-flexpack/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Biofolien, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** dieter_finna, IM-02-24 --- ### [Jörg Schönwald über die Entwicklung des Standbeutels](https://inno-talk.de/joerg-schoenwald-ueber-die-entwicklung-des-standbeutels/) **Published:** Februar 28, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *In dieser Episode des INNOFORM Podcasts, zum Inno-Talk, begrüßen wir Jörg Schönwald von* SCHÖNWALD CONSULTING*. Mit über 30 Jahren Erfahrung im Bereich der Verpackungsstudien, sowohl in Europa als auch weltweit, teilt [Jörg Schönwald](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=51210) seine Einsichten zu den aktuellen Trends und Entwicklungen in der Verpackungsindustrie.* Er stellt die Rolle des Standbeutels als Verpackung im Vergleich zu anderen Packmitteln dar*.* **Themen** **Überblick über Schönwald Consulting**: Erfahren Sie, wie Jörg Schönwalds Karriere begann und wie Schönwald Consulting zu einem namhaften Unternehmen in der Verpackungsindustrie wurde. **Konkurrierende Verpackungssysteme:** Eine tiefgehende Diskussion über die Vor- und Nachteile verschiedener Verpackungssysteme wie Standbeutel, Dosen, und PET-Flaschen in verschiedenen Marktsegmenten wie Food, Getränken, Petfood und Nonfood-Verpackungen. **Nachhaltigkeitstrends**: Einblick in die neuesten Trends in Sachen Nachhaltigkeit innerhalb der Verpackungsindustrie, einschließlich Recyclingfähigkeit und der Entwicklung hin zu Monomaterialien. **Die Evolution der PET-Flasche**: Eine historische Perspektive auf die Entwicklung der PET-Flasche, ihre Bedeutung für die Recyclingindustrie und die Auswirkungen auf die Verpackungslandschaft. **Flexible Verpackungen vs. starre Verpackungen:** Eine Diskussion über die Vorteile flexibler Verpackungen gegenüber starren Verpackungen, insbesondere im Kontext von Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz. **Zukunft der flexiblen Verpackungen**: Jörg Schönwald teilt seine Prognosen über die Entwicklung flexibler Verpackungen und deren Rolle in einer zunehmend umweltbewussten Welt. **Gast-Insights** **Jörg Schönwald**: Mit mehr als drei Jahrzehnten Erfahrung bietet Jörg Schönwald eine fundierte Analyse der Verpackungsindustrie, von technischen Innovationen bis hin zu strategischen Marktentscheidungen. **Für wen ist diese Episode?** - Fachleute aus der Verpackungsindustrie, die Einblicke in aktuelle Trends und zukünftige Entwicklungen suchen. - Unternehmen, die nachhaltigere Verpackungslösungen erkunden möchten. - Jeder, der sich für die Auswirkungen von Verpackungen auf unsere Umwelt interessiert. Jetzt hörenUnsere Podcasts sind auch verfügbar auf: - [Inno-Talk.de](https://www.inno-talk.de/podcast) - [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) - [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) - [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk) - [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) - [Youtube](https://www.youtube.com/@innoformcoaching/podcasts) Web: [Profil – Internationale Unternehmensberatung (schoenwald-consulting.com)](https://www.schoenwald-consulting.com/de/internationale-unternehmensberatung/profil) ### Verwandte Episoden - [KI-gestützte Flexpack Entwicklung – one.five auf der Fachpack 2025](https://inno-talk.de/ki-gestuetzte-flexpack-entwicklung-one-five-auf-der-fachpack-2025/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Heute im Innoform-Podcast, zum Inno-Talk, begrüße ich Jörg Schönwald. Wir kennen uns seit über 20 Jahren und sprechen regelmäßig über flexible Verpackungen. Schönwald Consulting stellt Studien bereit über Verpackungen, insgesamt europaweit, weltweit. Und wir sprechen heute über die konkurrierenden Verpackungssysteme für Getränke, für Petfood, aber auch für Non-Food-Verpackungen im Standbeutel, Dose, aber auch in der Petflasche. Wissen Sie mehr über die Trends hinsichtlich Nachhaltigkeit? Freuen Sie sich auf Jörg Schönwald. Hallo Jörg Schönwald im Innoform-Podcast. Ja, hallo Karsten. Ich freue mich, dass ich heute hier sein darf. Dankeschön. Ich freue mich auch auf das Gespräch. Wir kennen uns schon eine ganze Weile, Jörg. Uns verbindet nicht nur das Geschäft mit Standbeutel und flexible Verpackungen, sondern auch noch ein paar private Dinge. Da wollen wir heute nicht so viel drüber reden. Erzähl mal, was hast du eigentlich vor Schönwald Consulting gemacht? Lass mich kurz das noch bemerken. Wir kennen uns jetzt 20 Jahre. Ich erinnere mich noch. Wir haben damals eine Studie veröffentlicht. Die habe ich auch an dich geschickt. Und dann kam sofort, nach ein paar Tagen kam die Anfrage, das ist ja vollkommen interessant, das brauchen wir. Würdest du einen Vortrag halten? Oder würden Sie damals einen Vortrag halten? Und dann bin ich also das erste Mal nach Osnabrück gekommen. Und seitdem, bis auf eine Ausnahme, glaube ich, jedes Jahr zum Inno-Meeting, was immer sehr, sehr furchtbar war. Und so ist das natürlich dann auch entstanden. Aber Schönwald Consulting, kurz ein paar Worte dazu, was ich da vorgemacht habe. Ich habe in der pharmazeutischen Industrie gearbeitet, kurz. Und bin dann aber schon 1995, drei Jahre nach Gründung von Schönwald Consulting, also wir sind jetzt 32 Jahre alt, bin ich dann zu Schönwald Consulting gekommen. Und das war eigentlich auch immer das, was ich angestrebt habe, so eine Marktforschung. Rausgehen, nicht nur jetzt im Büro sitzen, sondern einfach Marktforschung, die Dinge zu verstehen in anderen Ländern weltweit. Das war damals auch nicht ganz so weltweit. ### Globale Entwicklung der Verpackungsindustrie Das ist heute natürlich alles etwas weiter zusammen gerückt. Kann man das schon sagen, dass das alles doch globaler geworden ist, auch mit deinen Studien? Weil ich hatte das auch so ein bisschen europäisch auch wahrgenommen nach wie vor. Ja, also wir, wenn ich das kurz sagen darf, wir nennen uns ja internationale Unternehmensberatung. Das klingt vielleicht ein bisschen hochgestochen, aber es ist tatsächlich so. Und wir machen das schon seit ja jetzt über 20 Jahre auch international, also nicht europäisch. Also der Fokus ist natürlich Europa. Aber wir arbeiten und haben sehr viel auch gearbeitet für Nordamerika, für die USA, für Lateinamerika, für Asien. Also deswegen dieses Internationale. Und es freut mich auch besonders, dass ich dann auch immer mal wieder gebeten werde, in diesen nicht europäischen Ländern Vorträge halten zu können. Zum Beispiel jetzt ganz aktuell das PPWR zu erklären, was sehr schwierig ist. Das verstehen wir ja selber kaum. Absolut. Oder nur mit Nachfragen, mit sehr viel Nachfragen und das dann zu erklären. Und dann sieht man auch anhand der Fragen, dass wir natürlich in Europa nicht allein auf der Welt sind. Und das ist auch in der Verpackung natürlich ganz, ganz wesentlich auch zu verstehen, wie denken auch andere und warum. Ich bin sehr oft in den USA gewesen auch. Und dann kann man natürlich auch viel einfacher beurteilen, welche Probleme die dort haben, auch mit der Verpackung, mit dem Recycling. Das ist, denke ich, wichtig. Und das hilft uns ein bisschen, auch das für Europa dann auf die Reihe zu bringen. Da gehen wir gleich in der Tiefe noch ein bisschen weiter rein. Aber vorher wollen wir ein bisschen wissen, was macht Schönwald Consulting? Du hast das eben schon ein bisschen angerissen, aber du hast ja auch noch einen Bruder. Ja, also wir sind. Ich fange mal mit meinem Bruder an. Der macht die Abteilung nicht Verpackung. Da geht es um die Entsorgung und die Betreuung von Papierfabriken. Also er kümmert sich um die Reststoffe, um das Recycling von Papierfabriken. Das ist ein sehr großes Thema. Da fallen sehr große Mengen an. Und das macht er von Filderstadt in der Nähe von Stuttgart aus. Und das ist auch auf unserer Webseite auf der rechten Seite links. ### Technisch-strategische Unternehmensberatung Das sind wir, die internationale Unternehmensberatung. Und wir, wir machen die klassische Unternehmensberatung. Also wir gehen in die Unternehmen rein und beraten das Management, was wir nicht machen, oder sehr, sehr selten Due Diligence. Das heißt, dass wir auf die Zahlen gucken und alles. Das ist nicht unser Geschäft. Wir, unsere Aufgabe ist, den Markt zu erklären. Die Wettbewerber, wo alles hingeht, warum, was in der Vergangenheit war, was wird in der Zukunft sein. Das erklären wir den Unternehmen. Das Zweite sind unsere Studien. Das lässt sich in zwei Teile teilen. Einmal die Multi-Client-Studien, die also veröffentlicht werden. Bei uns auch auf der Webseite. Die kann jeder kaufen. Die sind sehr breit angelegt, damit sie natürlich möglichst viele Bereiche interessieren. Und werden ein, zwei, drei Mal pro Jahr veröffentlicht. Das ist natürlich auch ein bisschen Werbung für uns. Wir können sagen, wir haben das und das gemacht. Denn mit dem zweiten Teil, wo wir eigentlich mehr dafür arbeiten, das sind diese exklusiv. Die Single-Client-Projekte, wo also Unternehmen aus allen möglichen Bereichen vom Maschinenhersteller, Rohstoffhersteller, Konverter, Folienhersteller, Endabfüller, Private Equities, wer auch immer. Die wollen irgendwas ganz, ganz Spezielles wissen. Und das machen wir für diese Unternehmen. Da können wir natürlich keine Werbung mitmachen. Deswegen sind diese Multi-Client-Studien so wertvoll, dass man damit eben Werbung machen kann. Aber das ist der eher kleinere Teil. Also wir arbeiten mehr exklusiv für die Unternehmen. Das Dritte, was früher ganz wichtig war, was heute nicht mehr ganz so wichtig ist, meiner Empfindung nach, das waren Kostenanalysen über alle Verpackungen. Total Cost of Ownership, alles, was es gibt mit Kosten in Verpackungen. Und das vierte, was auch sehr interessant ist und ja, für uns auch sehr interessant ist, muss ich sagen, wenn wir bei Akquisitionen, bei Übernahmen beraten tätig sind, dass wir einfach sagen, wir erklären die Wettbewerber, das Umfeld, den weiteren Ausblick. Allein eine Steigerungsrate von sechs Prozent pro Jahr sagt noch gar nichts aus, wie die Margen sind, wie sich die Industrie entwickeln wird. Das sind also so im Großen die vier Bereiche, die wir in Unternehmensberatung machen. Kann man das so verstehen? ### Technische Beratung für Verpackungen Habe ich das richtig einzuordnen, dass ihr also auf der technischen Seite auch beratet? Also technisch-strategisch, sprich, da ist eine Verpackung, die hat die und die Anwendungsfälle, die hat die und die Barrieren, hat die und die Folienstrukturen vielleicht auch oder auch im Flaschenbereich. Ist es das, was ihr macht oder konkurriert ihr doch vielleicht mit PricewaterhouseCoopers und so weiter? Nein, die machen ja den gesamten Bereich. Die gucken sich ja die Firma, die gucken die Bücher und alles an. Das tun wir nicht. Das tut ihr nicht. Wir machen auch das Technische. Wir haben sehr viel im Bereich gerade der Barrieren gearbeitet. In früheren Zeiten, wenn ich darauf mal kommen darf, waren es die PET-Flaschen vor 25 Jahren. Das war ein Riesenthema. Dann hat sich das weiterentwickelt. Wir haben damals für die deutsche Industrie schon eigentlich sehr vorausschauend, wurden wir gebeten, weltweit zu untersuchen, welche Mengen an PET-Flaschen gibt es und wie viel wird gesammelt und wie viel wird recycelt? Vor 25 Jahren schon, weil man hier einfach gesehen hat, da kommt sehr viel auf uns zu. Damals war die PET-Flasche in Deutschland noch nicht so präsent wie in Italien oder Frankreich. Und da haben wir das analysiert und mal geguckt, was passiert da überhaupt? Also ganz interessant damals schon. Und die PET-Flasche war damals so ein wichtiges neues, in Anführungszeichen neues, ein neuer Verpackungstyp. Und wir haben da viel gearbeitet, auch in den Barrieren zum Beispiel. Es gibt ja Barriere-PET-Flaschen. Das kann man für Bier nehmen oder für Säfte. Es gibt eine Beschichtung. Es gibt Blends. Es gibt Multilayer. Das sind alles sehr interessante Themen gewesen. Und das war damals in der deutschen Verpackungsindustrie ein Riesenthema. Flexible Verpackung war immer da. Aber bei der flexiblen Verpackung war es so, da haben wir auch gerade aus dem Ausland viel gemacht, dass wir gesagt haben, wie können wir das noch verbessern? Höhere Barriere, längere Lebensdauer, kostengünstiger vielleicht, die Verarbeitbarkeit noch besser. Das war damals in der flexiblen Verpackung. Das waren so die Themen. Da ging es nicht um Recycling oder so etwas. Da hat man gesagt, da tun wir noch eine Schicht lieber rein. Dann ist das richtig dicht. Das hat niemanden interessiert. Und damals war die PET-Flasche das Neue. Und da ging es auch ins Technische. Was wir gemacht haben, Heißabfüllung und aseptische Abfüllung. Ein Riesenthema damals gewesen für die Rohstoffhersteller. Die mussten ihre Polymere so entwickeln. Heißabfüllung, aseptische Abfüllung. Für die aseptische Abfüllung brauchst du ein ganz normales PET. Weil das ja aseptisch abgefüllt wird. Aber Heatset, also Heißabfüllung, braucht man ein PET, was man bis 85 Grad erhitzen kann. Genau. Und die Frage ist, in welche Richtung ging das damals? Die Antwort war für Europa ganz klar. Aseptische Abfüllung, was wir heute auch haben. Und die Heißabfüllung ist aber z. B. in den USA immer noch sehr wichtig gewesen. Und auch immer noch. Und das versuchen wir zu analysieren. Dann, ja, ich komme ins Plaudern. Ja, gut. Genau das wollen wir auch wissen. Ich hatte ja auch hier als Fragepunkt, wie sich das verändert hat. Das hast du jetzt anhand von PET-Flaschen schon so ein bisschen angedeutet. D. h. auch eure Studien tragen ja letztlich dazu bei, solche Entscheidungsprozesse nicht vielleicht zu ermöglichen, aber doch abzusichern. Wenn jetzt z. B. ein deutscher Flaschenhersteller sich für das eine oder andere Material oder für die eine oder andere Investition entscheidet. Das habe ich verstanden. Gibt es denn so aus den 25 Jahren PET-Flaschen, um da noch mal ein bisschen dabei zu bleiben, Trends, die darüber hinausgehen, die du beschreiben kannst? Du hattest eben z. B. ### Recyclingfähigkeit und Single-Use-Kunststoff Recyclingfähigkeit angesprochen. Das ist im Moment in aller Munde. Aber was gibt es darüber hinaus noch? Werden die immer größer, werden die Flaschen kleiner, werden es mehr, werden es weniger? Wie sieht das aus? Sehr schöne Frage. Es werden mehr, um das so zu beantworten, weil es natürlich oft zu Single-Use gibt. Und die Frage zu der Recyclingfähigkeit ist natürlich klar gegeben. Die ist auch gelöst worden. Wir haben jetzt heute das neue Thema Tethered Caps, also die Caps, die also an den PET-Flaschen dranhängen. Das hat man eben aus bestimmten Gründen gemacht, wie vor Dekaden mit der Dose. Da hat man auch gesagt, der Verschluss soll nicht überall rumfliegen. Das war also genau das Gleiche. Und bei der PET-Flasche war es sehr interessant, nur um einmal ein Beispiel zu nennen. Also vor 20 Jahren, 22 Jahren, hat eine halbe Liter PET-Flasche etwa 22 Gramm gewogen. 22 Gramm. Heute sind es 10 Gramm, teilweise 7,5 Gramm. Man kann sich das vorstellen, was da alles gelaufen ist. Und das PET gibt mir auch, um jetzt die Brücke vielleicht zum Flexpack zu schlagen, Hoffnung. Wir haben damals das Recycling von PET wirklich begleitet. Wir haben die Firmen besucht, das wirklich noch kleine Unternehmen waren, das heute Riesenunternehmen sind im Recyclingbereich und haben gesehen, was da passiert. Man war einfach in der Lage, irgendwann mal mit dem mechanischen Recycling so weit zu kommen, dass wir, was heute möglich ist, 100 % – das stimmt nicht ganz, das sind 94 oder 95 % – bottle-to-bottle wieder geht. Das wäre vor 15 Jahren, wenn man jemandem gesagt hätte, wir machen aus der Flasche eine neue Flasche und füllen da wieder eine Limonade ein. Aber ich habe gesagt, das funktioniert nicht. Also das gibt mir Hoffnung. Und deswegen sollten wir auch in der Flexpack-Industrie auch heute noch nicht so tragend sind. Aber die Entwicklung geht ja, wie du weißt, immer, immer schneller voran. Und das ist auch bei der flexiblen Verpackung hoffentlich so. Bei der PET-Flasche war es so. Heute wird alles recycelt, es wird gesammelt. Die PPWR-Verordnung legt ja auch fest, dass wir in Europa auch Sammelsysteme haben werden, auch für Einwegprodukte, wie wir es in Deutschland seit 21 Jahren haben. Wenn ich das jetzt mal so sagen darf, da hat man natürlich relativ lang gebraucht, um die Vorteile auch zu sehen. ### Doseindustrie und Marktveränderungen Es hatte natürlich auch Nachteile. Die Doseindustrie wurde damals in Deutschland niedergeschlagen, so kann man es sagen. Die hat also unheimlich an Markt verloren, hat sich aber dann im Laufe der Jahre wieder erholt. Also man sieht, es sind Regularien, es wird darauf reagiert. Und dann ist aber die Frage, wie reagieren auch die Unternehmen? Und die Dose hat man damals gesagt, Dose brauchen wir eigentlich nicht, wir haben ja PET-Flaschen und Glas brauchen wir eigentlich nicht. Aber das Gegenteil war der Fall. Da kamen aber dann auch Wirkungen von Unternehmen wie Red Bull damals. Plötzlich, die haben so eine schöne schlanke Dose, nicht so ein Knüppelchen, die haben eine schöne schlanke Dose. Und dann haben die gesagt, der hat Coca-Cola und die anderen haben gesagt, ach, dann machen wir doch auch mal so einen Slimcan. Und dann haben die das nachgemacht. Also hat die Dose sich wieder weiterentwickelt. Und das war jetzt nicht in Ländern wie UK oder in USA. Das sind schon immer Dosenmärkte gewesen. Aber gerade so in Mitteleuropa, auch in Deutschland, hat sich das wirklich wieder etabliert. Und da sieht man, was Neuerungen oder Markteinführungen oder Weiterentwicklungen, was das auch bringen kann. Und die PET-Flasche, um jetzt wieder zurückzukommen, hat ja dann den Durchbruch auch gehabt, als dann einer der renommiertesten deutschen Safthersteller gesagt haben, wir gehen von der Glasflasche zu PET-Flasche mit unseren Qualitätsprodukten. Ganz genau. Es gab ja früher auch, insbesondere im außerdeutschen Ausland, viele PVC-Flaschen, die damals ja auch noch konkurrierten mit PET. Kannst du dazu auch noch was sagen? Die sind ja völlig verschwunden, oder? Das war selbst zu meiner Zeit nur noch eine Randerscheinung. Da hat man mit angefangen. In den 80er Jahren hat man dann die PET-Flasche entwickelt. Ein Freund von meinem Vater war da in USA maßgeblich mit beteiligt. Da hat man das entwickelt. Und PVC war dann irgendwann obsolet. Es gab diese Diskussion, ich weiß noch, mit den Müllverbrennungsanlagen damals. Und PVC, und das funktioniert nicht. Also man hat eigentlich die bessere Alternative dann benutzt. Und PET war damals im Aufwind. Es war in Europa alle zwei, drei Monate gab es eine PET-Konferenz. ### Mineralwasser und Genossenschaftsstrukturen Die waren alle voll, wenn ich das mal so salopp sagen darf. Und das hat sich eben so entwickelt. Und das war eine Transformation, wie wir sie selten erlebt haben. Auch wie die deutsche Mineralwässerindustrie dann im Vergleich zu Frankreich und Italien sehr spät zur PET-Flasche gekommen ist. Was sich aber auch leicht erklären lässt. Weil da gibt es nur ein paar Brunnen. Wir haben 250 in etwa in der Genossenschaft Deutscher. Viel kleinere Strukturen. Eine ganz andere Struktur. Das muss man alles beachten. Und irgendwann war aber der Durchbruch gelungen. Und dann ging es aufwärts. Das muss man ganz klar sagen. Und es muss gelöst werden. Ich wollte nur sagen, einfach für die Zukunft auch, für die flexible Verpackung. Es wird eben seit ein paar Jahren umgedacht. Und wir müssen auch diesem Prozess Zeit geben. Absolut. Lass uns ruhig mal ein bisschen reingehen, jetzt in die flexible Verpackung. Und da fangen wir am besten natürlich mit den Pouches an. Da sind wir auch nah bei der PET-Flasche weiterhin. Denn auch in Pouches werden natürlich hauptsächlich Flüssigkeiten oder pastöse Produkte abgepackt. Der Pouch ist ja über 70 Jahre alt. In den 50er Jahren, glaube ich, wenn ich mich recht erinnere, erfunden. Damals hieß er Doipac. Wird auch heute noch manchmal so betitelt. Wie hat er sich in den 70 Jahren entwickelt? So nach dem Motto Todgesagte leben länger, oder? Todgesagte kann man nicht sagen. Louis Doiron, also der Franzose vom Maschinenhersteller Timonier damals, der hat den Doipac ’63 entwickelt. Und das war natürlich in Frankreich damals auf dem Markt. ### Neues Konzept für Aromatenhersteller Das war ein neues Konzept. Aber das war jetzt nichts Großartiges, was einen Riesendurchbruch gehabt hat. Ich möchte sagen, der große Durchbruch kam eigentlich mit dem Herrn Dr. Wild von Capri-Sonne, der 1969 gesagt hat, ach, ich fülle doch da mal ein Getränkesaft ab. Ein Getränk ab. Und das ist ja ein Aromatenhersteller. Der hat dann seine Kunden gefragt, musste er. Ist ja eine Konkurrenz zu denen, denen er also seine Aromaten verkauft hat. Hat dann gesagt, ich möchte da was auf den Markt bringen. Sei dir einverstanden. Hat dann gesagt, alles kein Problem. Lass den mal seine Säfte da abfüllen. Und das war so das Bewusstsein auch für die Jugend, für die Kinder. Da war plötzlich etwas vollkommen Neues auf dem Markt. Das hat sich so entwickelt. Und das war dann in den 70er Jahren, hat sich das schön entwickelt. Und dann kam irgendwann, kamen immer mehr Beutelchen. Aber es war in Europa, um mal eine Zahl zu nennen, wir arbeiten, wie du ja weißt, viel mit Zahlen. Lass mich überlegen, in den 80er Jahren, ach Gott, wenn wir eine Milliarde gehabt haben, war es vielleicht viel. Jetzt mal geschätzt. Also wir haben unsere Recherchen ab 96 gemacht vorher. Zahlenmäßig weiß ich es nicht. Kann ich es nur ungefähr einschätzen, halbe Milliarde oder eine Milliarde. Und dann kam aber in den 90ern, auch aus der Schweiz, wieder durch eine Regulierung. Kam etwas heraus, da sollten die Abfälle nach Abfallvolumen, also die Abfallgebühren der privaten Haushalte nach Volumen berechnet werden. Der berühmte Abfallsack in der Schweiz. Das kann man so sagen. Und da hat man gesagt, in dem Fall jetzt im Petfood-Bereich, Mensch, da haben wir alles Dosen, das ist ja leer. Das ist ein Haufen leerer Luft, die man da eigentlich auch bezahlt. Und dann haben die Schweizer damals auch Mars, also Mikro war das in der Schweiz, denke ich mal. Und auch Mars dann in Europa. Die haben gesagt, können wir denn so einen Beutel nicht auch sterilisiert festmachen? ### Sterilisierte Dosen für Tiernahrung Und das ist ja dann der Punkt. Denn die Dosen, Ware für Hunde und Katzen, das ist ja sterilisiert. Also diese Dosen sind ja sterilisiert. Also braucht man das auch. Und das ist denen gelungen, das zu bekommen. Also einmal die Schweizer und dann auch Mars. Und die haben das auf den Markt gebracht. Und ich erinnere mich noch heute sehr gut an dieses Bild. Die Tonne aufgemacht, Dose drin. Und dann hat man das kleine Beutel gehabt, zusammengeholt, da war nichts drin mehr. Also praktisch nichts. Und das war so die Werbung damals. Und das hat also dem Standbodenbeutel einen unheimlichen Push gegeben. Das war der Petfood-Bereich. Da gab es Nonfood, solche Dinge, das gab es kaum. Das waren Nischen. Es gab natürlich dann Trockenprodukte. Und in den 90ern und Ende der 90er ging das dann langsam los. Die Nachfrage war immer größer von verschiedenen Packungsformen. Also in den Getränken war klar. Und dann plötzlich hat man gesagt, Nonfood könnte man doch auch machen. Dann tun wir da so einen Spout dran. Dann kann man das schön ausgießen. Oder auch nicht. Damals hatte man nur zum Abschneiden. Das war dann immer nicht so doll, muss ich ehrlich sagen. Da muss man schon aufpassen, was man da macht. Ja, und dann kam der Petfood, dieser Riesenbereich Anfang der 2000er. Heute der Riesenbereich, muss ich sagen. Mit damals Steigerungsraten von 30% pro Jahr. Das ist immens. Wir haben auch damals 97, 98 unsere erste Studie dazu gemacht. ### Folienindustrie und Beutelproduktion Und wenn man dann diese Zahlen sieht von etwa 2 Milliarden Beuteln, insgesamt für alle Marktsegmente. Und jetzt heute, guckt man heute, haben wir in Europa 55 Milliarden, pi mal Daumen. Das ist schon immens in recht kurzer Zeit. Das ist immens. Und da hat natürlich auch die Folienindustrie sehr viel getan. Man hatte früher vier Lagen verbunden. Dann hat man gesagt, das Polyamid brauche ich eigentlich nur noch unten im Boden. Da auch nicht mehr. Dann ist man zu drei Lagen. Es war zu zwei Lagen verbunden. Und jetzt natürlich durch die Nachhaltigkeit ist man gezwungen. Also das, was früher der große Vorteil war. Ich konnte also maßgeschneidert oder nach Gusto, muss man auch ganz klar sagen, einen Folienverbund zusammensetzen. Das hat niemand interessiert. War eine Kostenfrage und eine Frage der Verarbeitbarkeit. Sonst gar nicht. Und heute geht es eben in dieser Transformation, in der wir uns befinden, darum, das aus Monomaterial zu fertigen. Und das ist ja die große Herausforderung in der flexiblen Verpackung. Ganz klar. Die anderen Verpackungsbereiche, das wollte ich vielleicht noch sagen. Wir haben vorhin über PET viel gesprochen. Wir haben uns auch Dosen, Aluminium, Weißblechdosen angeguckt. Glasflaschen, Glasbehälter, Getränkekarton. Also wir haben immer versucht, die gesamte Verpackungsindustrie zu verstehen, damit man auch, wenn man Kostenvergleiche oder auch Vergleiche macht, einfach die anderen auch versteht. Und nicht nur gesagt, also ich bin jetzt ein reiner PET-Fachmann, da weiß ich alles drüber und sonst wenig. Sondern, dass man einfach die einzelnen Verpackungsalternativen und Typen versteht, erklären kann, wo sind die Vorteile, wo die Nachteile, wo sind die Kosten. Und dann ergibt sich so ein Bild. Vielleicht kann ich da mal einhaken, weil ich meine, wir wollen jetzt nicht alles aus der Studie verraten. Das ist auch viel zu viel und viel zu mächtig, dieses Werk. Aber gib uns mal eine Idee, wie verhält sich denn jetzt für eine Gruppe, sagen wir mal Fruchtsäfte, die Verteilung zwischen PET-Flasche, Beutel und was es da sonst noch so gibt. Glasflasche gibt es, glaube ich, noch. ### Fruchtsäfte in verschiedenen Behältnissen Ich weiß gar nicht, ob es Fruchtsäfte überhaupt in Dosen, in nennenswerten Mengen gibt. Aber gib uns mal ein Gefühl: Ist der Beutel da auf Augenhöhe mit PET-Flasche? Das kann ich mir kaum vorstellen. Oder ist er weit abgeschlagen? Wo sind wir? Er ist weit abgeschlagen. Man muss auch fairerweise sagen, die richtige Flasche für ein Behältnis ab einer bestimmten Größe, ich sage jetzt mal 330 höher, also halb Liter schon, ist eigentlich für den Beutel als Getränk, sage ich jetzt, wirklich als Getränk. Getränkeverpackung. Vielleicht nicht die ideale Verpackungsform. Und es wird ja in Europa heute auch noch der Frucht-, also der Nektar beziehungsweise der Fruchtsaftbereich im Beutel natürlich von Capri Sun bestimmt. Es gibt einige andere Bewerber, auch die Handelsmarken natürlich. Das gibt es. Aber das ist ein Bruchteil im Verhältnis zu den PET-Flaschen. Glasflaschen, Karsten, muss ich sagen, gibt es noch sehr viele. Gerade hier in Deutschland. Ich habe das neulich gesehen. Wenn es Mehrweg sind, finde ich das prima. Die gibt es dann in Kästen, die gibt es da zurück. Aber ich habe gerade im Hochpreissegment Bio-Ware, wirklich tolle Sachen, Einweg-Glasflaschen gesehen. Das ist natürlich nicht nachhaltig, um das mal … Natürlich nicht. … sozusagen. So eine schwere Flasche für einen halben oder dreiviertel Liter Biohunger-Barbersaft, den du dann wegwirfst. Denn gerade in der Glasindustrie brauchst du natürlich sehr hohe Temperaturen. Du brauchst sehr viel Energie zum Herstellen. Natürlich verwendet man die Glasscherben wieder zurück, aber trotzdem für einen Einmal-Gebrauch. Wie soll ich sagen, ist es natürlich etwas Verschwendung. Da sieht es bei einer Glas-Mehrwegflasche ganz anders aus. Bis 50 Umläufe machen die. Das macht Sinn, auch wenn man die reinigen muss. Das gilt nicht für jedes Produkt. ### Milchflaschen und Getränkeverpackungen Milchflasche ist kontraproduktiv. Das muss man auch klar sagen. Aber wenn es um andere Getränkearten geht, ist das wirklich eine Alternative. Um die Frage zu beantworten: der Standbodenbeutel bei Getränken ist trotz des ordentlichen Anteils von Capri Sun ein Nischenbereich im Vergleich zu anderen. Positiv ausgedruckt könnte man auch sagen, er hat Potential. Aber lass uns nochmal das Thema wechseln. Du hattest mehrfach schon angesprochen, Recyclingfähigkeit ist im Moment in aller Munde. Sieht man das auch schon an euren Zahlen, dass es da zu recyclingfähigeren Materialien für Pouches in diesem Fall jetzt tendiert? Oder kann man das an Zahlen eigentlich noch gar nicht festmachen in der Entwicklungsphase? Wir haben unsere neueste Studie jetzt über sterilisierfeste Lebensmittelbeutel in Europa. Da ist so ein Abschnitt darüber. Da geht es auch um die Anteile der verschiedenen Laminate. Und da sind auch Monomaterialien natürlich dabei. Die SUX- und ALOX-Verbunde und die Aluminiumverbunde. Und der Trend ist ganz klar natürlich zu den aluminiumfreien. Das muss man sagen. Aluminium möchte man einsparen. Dann hat man das SUX-ALOX. Das kann man noch in einem Zwei-Lagen-Verbund verwenden. Und natürlich die Monomaterialien. Monomaterialien, was am herausforderndsten für die Industrie ist, die ist noch relativ klein, aber die steigt unaufhaltsam. Und wir haben in dem Bereich sehr viel gearbeitet in Bezug auf Nachhaltigkeit, um zu sehen, wie sieht es aus? Was machen die Rohstoffhersteller? Was machen die Maschinenhersteller? Was machen die Folienhersteller? Was machen die Converter? Was machen die Brands? Was machen die Retailer? Was machen die, um ihre Ziele umzusetzen? Wie machen die das? Die haben ja formulierte Ziele seit Jahren. Bis 2025 wollen wir 30 % Kunststoff einsparen. ### Rohstoffhersteller bis Verbraucher Wir müssen das und das. Verpackung soll allgemein zurückgehen. Die haben ja viele Ziele sich gesetzt. Und das haben wir untersucht in ganz Europa in den letzten Jahren. Wie gesagt, vom Rohstoffhersteller bis zum Verbraucher. Was passiert da? Und da kann man dann ganz gut einschätzen, in welche Richtung es geht. Wobei, ich muss sagen, der weichste Faktor ist natürlich immer der Verbraucher. Und wie der Verbraucher dann im Endeffekt reagiert, das ist die Frage. Beispiel Flowpack. Man hatte jetzt letztes Jahr ja Hackfleisch im Flowpack eingeführt. Du kannst dich bestimmt daran erinnern. Ja, super nachhaltige Verpackung. Steht drauf, 70% Kunststoff eingespart. Also die schreiben natürlich Plastik. Plastik eingespart, 70%. Ja, was ist das Ende vom Lied? Der Verbraucher akzeptiert es nicht. Der Verbraucher sagt nach. Er geht zu MAP-Verpackung. Ganz genau. Der möchte ein Rigid. Das ist hochwertiger. Also diese weichen Faktoren, ich glaube, das ist bei der ganzen Nachhaltigkeitsdiskussion eins der schwierigsten Details. Einfach den Verbraucher aufzuklären und das dem Verbraucher zu erklären. Wie wichtig die Verpackung ist und dass der größte Anteil des CO₂-Fußabdrucks eines verpackten Produkts von der Verpackung kommt. Genau. Es sind nur 5%. Nicht der Hauptanteil, aber 50% der Verbraucher denken das. Genau, das sehen wir ja auch in den Fachmedien im Moment. Sind wir gerade beim spannenden Thema. Wie schätzt ihr denn, wenn ihr auf eure Daten guckt, die ihr erhoben habt und eure Beratungen, die ihr macht? ### Flexible versus starre Verpackungen Wie guckt ihr auf die flexiblen Verpackungen? Entwickeln die sich im Vergleich zu starren Verpackungen jetzt stärker? Wachsen die stärker oder ist da eher eine Stagnation zu entdecken? Weil die Flexible Packaging Europe, unser europäischer Verband, sagt ja, am schnellsten können wir Plastik sparen, indem wir starre Gebinde, sprich die Shampooflasche zum Beispiel, durch einen Standbeutel ersetzen. Ist das auch das, was ihr in Zahlen seht oder ist das nur eine Prognose von unserem Verband? Die Prognose würde ich unterschreiben. Das ist nämlich in unseren Studien. Wir haben ja vor anderthalb Jahren auch über flexible Foodverpackung in der Studie gemacht. Der Markt wächst, um das klipp und klar zu sagen. Der Markt wächst einfach, was verschiedene Gründe hat. Einmal die Verpackung in Rigids, was natürlich schön anzufassen ist. Also das Hähnchen in der Schale ist natürlich toll. Aber UK hat es vor zwei Jahren bei Tesco eingeführt. Die tun die Hähnchen in eine flexible Verpackung, in Säckchen. Das funktioniert auch. Das fühlt sich nicht ganz so doll an vielleicht, aber man kann sehr viel einsparen. Und deswegen unserer Meinung nach wird der flexible Verpackungsverbrauch weiter ansteigen. Und ich darf das so sagen, er muss auch weiter ansteigen. Denn so schön eine feste Verpackung ist, die Frage ist, ich habe letzte Woche mal wieder eine leere Schinkenverpackung gewogen. 100 Gramm Schinken sind verpackt in 37 Gramm Folie. Also Tiefziehfolie mit Deckel. Das Verhältnis stimmt, geht besser. Natürlich ist das schön, wenn die Scheiben da einzeln draufliegen. Das verstehe ich auch und ich bin auch der Letzte. Es ist ja oft in den Fällen aPET oder Polypropylen, was ja auch gesammelt bei uns recycelt wird. Das ist nicht die Frage. Aber wie du richtig sagtest, dieses Refill, was man schon hatte, das soll eigentlich immer mehr kommen. Und wir sehen ja auch weltweit, dass in solchen Ländern, Kolumbien zum Beispiel, Südamerika und Brasilien auch, das sind Beutelmärkte. Warum? Der Beutel ist kostengünstiger. Er ist nicht nur leichter, er ist auch kostengünstiger als eine rigide Verpackung. Und die Menschen dort sagen, da kaufe ich den. ### Standbeutel in Asien und Emerging Markets Oft sieht man in diesen Ländern oder auch in Asien Speiseöl zum Beispiel in einem 2-Liter-Pouch. Das ist nicht so doll zu handeln. Ich habe das in der Hand gehabt. Das gebe ich offen zu mit Spuck und allem. Aber die verkaufen das dort in einer Flasche. Und daneben steht der Beutel. Und der Beutel ist immer um einiges günstiger als die rigide Verpackung. Und die Menschen greifen dann zum Beutel. Sie sparen auf der einen Seite natürlich damit Gewicht an Kunststoff und haben Geld gespart. Das ist das gleiche Produkt übrigens auch, die gleiche Firma. Und da sind die uns eigentlich schon voraus und sagen, Mensch, guck mal, das können wir machen. Das ist eigentlich auch eine überraschende Erkenntnis, Jörg, wenn ich kurz einhaken darf, dass ein Beutel, der ja von der Herstellung her, und da bin ich ja Experte, komplex ist durch Laminate, die man erstellen muss, Zwischenlagen, Druck und so weiter und so weiter, Spuck einschweißen, dass der unterm Strich tatsächlich sogar günstiger angeboten wird als eine PET-Flasche, die ja einfach so mal eben geblasen wird in Anführungsstrichen. Das ist für einen Ingenieur eigentlich ein einfacheres Packmittel. Woher kommt dieser Preisvorteil? Wo seht ihr den? Ist das ein Marktpreis? Das sind natürlich auch Marktpreise. Es kommt dann auch darauf an, wie hochwertig man die PET-Flasche macht. Also wenn du jetzt hier bei uns im Discounter ein Öl in der PET-Flasche kaufst, die ist natürlich schon sehr dünn. Das macht keinen Spaß, die teilweise anzufassen. Das ist fast ein Beutel. Das ist fast ein Beutel. Aber die haben es einfach geschafft. Das sind meistens dann PET-PE-Verbunde, also immer noch Verbunde. Wobei ich natürlich jetzt wieder die Fragen stelle, ist es nicht besser, dann eine PET-Flasche zu nehmen, weil die kannst du zu 100 Prozent recyceln. Also das ist natürlich wieder die Gegenfrage. Aber von den Kosten haben es diese Unternehmen oft. Und es ist die gleiche Marke, die dann Rigid und Pouch anbietet. Das gibt es ja in Europa auch schon. Die einfach sagt, das ist die Nachfüllung. Ihr könnt es umfüllen oder ihr könnt es auch direkt aus dem Beutel verwenden. Dass das einfach dazu führt, Gewicht einzusparen. ### Kunststoffeinsparung und Gewichtsbilanz Denn es geht im Endeffekt ja ums Gewicht. Man sagt ja immer, wir wollen so und so viel Kunststoff einsparen. Das geht ja aufs Gewicht. Und das ist dann gefährlich. Man spart den leichten Standbodenbeutel ein. Geht in eine Papier-Mehrlagenverpackung, die viel schwerer ist. Hat dann zwar den Kunststoff oder viel des Kunststoffes gespart. Nur noch ein bisschen PET ist da drin. Hat viel gespart. Aber im Endeffekt hat man natürlich riesige Mengen von Abfallfällen. Papier ist ja dann auch ein Abfallprodukt erst mal. Ganz klar. Da reißt du einen ganz wichtigen Punkt an, den wir auch noch kurz streifen wollen. Es ist ja heute unheimlich schwer, wenn man verantwortlich ist, heute Verpackungen für Lebensmittel zu designen. Ich stelle mir das wahnsinnig kompliziert vor, wenn ich jetzt bei so einem großen Markenartikel arbeite und soll jetzt irgendein Getränk optimal, nachhaltig, kosteneffizient und gut fürs Marketing verpacken. Was ist so Best Practice? Wie geht man an so ein Problem ran, wenn jemand zu euch kommt und sagt, pass mal auf, wir sind unsicher, nehmen wir jetzt einen Beutel, eine Flasche, eine Dose, all das, was wir eben besprochen haben. Wie geht man dann vor? Kauft man sich bei euch eine Studie, liest die durch und weiß dann Bescheid oder wie tastet man sich daran ran? Ich kann es mir überhaupt nicht vorstellen. Ja, mit den Studien. Wir haben bei unseren letzten flexiblen Studien immer etwas von der Nachhaltigkeit. Oder die Hälfte der Studie ging auch oft über Nachhaltigkeit. Dass wir einfach gesagt haben, das ist ja immer nur ein Snapshot. Das ist ein Augenblick. Analyse, weil sich alles so sehr verändert. Wenn man in ein Unternehmen kommt, wir leben heute in der Transformation. Einfach. Und das lässt sich nicht zurückdrehen. Und es geht um die Nachhaltigkeit einfach. Es ist zu beachten, welche Gesetze und Verordnungen kommen da. Das ist ganz wichtig, die PPWR zu beachten, die ja immer noch nicht verabschiedet ist. ### EU Packaging and Packaging Waste Regulation Ich erkläre noch mal ganz kurz, was das überhaupt ist. Die Packaging and Packaging Waste Regulation heißt es ausgesprochen auf Deutsch. Also die Verordnung, die für Europa gilt, die was genau beschreibt? Ja, die eben für Verpackungen und Verpackungsabfälle, die dieses Waste, also Abfälle dann reguliert. Und jetzt ist das große, das heißt Regulation. Das ist keine, das ist kein Advice. Das ist auch keine Directive. Regulation klingt jetzt, naja, das ist wieder ein Regularium, um es mal so auszudrücken. Nein, es ist ein Gesetz. Es ist das erste Mal nicht, weiß ich nicht, das erste Mal stimmt natürlich nicht. In der Verpackung aber, man hat ’94 die Directive noch, auf die wird es sich immer bezogen, die europäische Verpackungsverordnung, die aber dazu geführt hat, dass man dieses Recht erst in nationales Recht umwandeln muss. Und diese Regulation, die PPWR, die jetzt verabschiedet, hoffentlich verabschiedet wird mit einigen Änderungen, die auch nötig sind meiner Meinung nach, die gilt dann für alle Länder in Europa. Also es muss nicht jedes Land einzeln das in nationales Recht umwandeln. Das ist das große Problem. Jeder macht da natürlich das, was er möchte, guckt auf seine Industrie. Der eine möchte mehr Biofolien, der andere kompostierbare Folien. Der möchte mehr Dosen, der möchte mehr das. Das ist selbst in Europa in vielen, vielen Ländern wirklich unterschiedlich. Das ist nötig, dass man sagt, man hat einheitliche Regularien oder einheitliche Gesetze, dass sich ja auch unsere Brands und Retailer und auch unsere Verpackungsindustrie danach richten kann. Denn es bringt ja nichts, wenn du jetzt für UK, ist jetzt nicht EU, aber oder für Frankreich oder für Italien eine andere Verpackung brauchst als für Österreich oder Spanien. Das macht keinen Sinn. Mars oder wer auch immer oder Unilever oder auch andere kleinere Hersteller, die sagen, ich möchte eine Verpackung haben und das Recycling, das Einsammeln, das muss ja in allen Ländern irgendwie gleich reguliert werden. Das merken wir auch gerade bei der Erarbeitung dieser Regulation, dass da viele Machtspiele auch natürlich im Hintergrund ablaufen, weil da geht es natürlich auch um Tonnage. Und wenn da ein Verpackungsmittel vielleicht oder ein Packmittel vielleicht gedisst wird, also zurückgedrängt wird, dann verlieren natürlich auch manche Unternehmen ja ihre Daseinsberechtigung. Siehst du das im Moment schon oder ist das erst mal auch wieder so ein Rantasten, weil man noch gar nicht genau weiß, ist es jetzt besser? Bleiben wir mal bei deinem Beispiel, machen wir Papier-PE-Verbund oder bleiben wir bei Polyester-PE? Ja, ja. Wo geht die Reise hin? Die Reise, das ist schwierig zu sagen, weil es von den Leuten verschiedene Ansätze bekommt. Und wie du sagtest, die Interessen sind natürlich da. Wenn ich mir überlege, dass wir in Europa es immer noch nicht geschafft haben, nur gleiche Symbole auf den Verpackungen zu verwenden, die in welche Tonne hineingehören. Da arbeitet man jetzt seit Jahren dran. ### Markierungspflicht für Verpackungen Italien, und das soll jetzt nichts gegen Italien, um Gottes Willen, Italien wollte es jetzt Anfang 24 einführen, hat es jetzt zum dritten oder vierten Mal wieder verschoben. Weil es, man muss es auch verstehen, auch die Recycling-Industrien, die Sammelsysteme sind natürlich grundsätzlich verschieden. Und da gibt es auch wieder, weil du sagtest, die Interessen, es ist doch eigentlich ganz einfach, da macht man 1, 2, 3, 4, 5 Symbole, die machen wir alle gleich. Und dann kommen die auf die Verpackung. Der Konsument weiß irgendwann, das kommt da rein, das kommt da rein, das kommt da rein. Aber selbst so etwas Einfaches kann man nicht so einfach regulieren, weil wir eben so viele Interessen haben und so viele unterschiedliche Sammelsysteme. Ich werde auf meinen nicht-europäischen Vorträgen immer, wenn ich darüber berichte, immer gefragt, warum die Ziele in Europa für Aluminiumdosen so gering sind. 2030 50 Prozent, 55 Prozent, 50, 55 Prozent. Da sagen Sie ja in Deutschland, ihr sammelt doch schon über 95 Prozent. Ja, wir haben aber osteuropäische EU-Mitglieder, da werden nur 25 Prozent heute gesammelt. Und da sind natürlich 50, 55 Prozent ein realistisches Ziel. Also diese Unterschiede der Sammelsysteme, der Recyclingströme, der Interessen auch der einzelnen Industrien in den unterschiedlichen Ländern, die ist immens. Und das behindert das Ganze, aber wir müssen irgendwo zu einem Ergebnis kommen, denn wenn wir das nicht tun, passiert gar nichts. Genau, aber es passiert ja viel. Bei uns in Europa passiert viel. Ich weiß es von befreundeten nicht-europäischen Ländern, die beklagen sich, bei uns wird immer nur geredet und geredet, es passiert aber nichts. Und deswegen sind die auch so interessiert, was wir in Europa hier machen, wie man das irgendwie machen kann, dass man da wirklich voran kommt. Aber das ist eben auch die Schmach der Vorreiter, dass man sich selber rantasten muss. Aber Best Practice habe ich jetzt ein bisschen wahrgenommen, an Gesetzen orientieren, das Produkt verstehen, den Markt verstehen und dann eine Auswahl treffen aufgrund eigener Einschätzung und natürlich auch aufgrund eigener Positionierung im Markt. Ich meine, jemand, der Papierverpackungen für seine Schokolade einsetzt, der will damit ja auch eine Botschaft senden und eine gewisse Klientel ansprechen. Einer, der eine sehr konviziente Plastikverpackung, wie du eben gesagt hast, einpackt, der sendet automatisch schon auch über die Verpackung in gewissen Kreisen natürlich eine andere Botschaft. Und da gibt es gerade so ein bisschen Ausloten, glaube ich, und das muss jeder für sich natürlich auch dann einordnen. Und was ich vielleicht noch vergessen habe, was ganz wichtig ist, ist den ökonomischen und den ökologischen Nutzen. Genau. Das heißt, es muss ja auch bezahlbar sein. Es hat ja keinen Sinn, wenn man irgendwelche Ehrenvorschläge macht, die aber einfach unökonomisch sind. Das wird auch nicht funktionieren. Es muss alles in einem bestimmten Bereich sich abspielen. Und da wird man auch vorangehen, da bin ich mir sicher. Wir kommen langsam ans Ende. Die Zeit ist eigentlich auch schon abgelaufen, aber es ist so spannend. Ich kann gar nicht aufhören. ### Karrierechancen in Verpackungsindustrie Eine Frage habe ich Ihnen noch. Luisa Neubauer kennen wir alle, die Umweltaktivistin in Deutschland, sagt bei vielen Auftritten, die sie immer mal wieder so in der Öffentlichkeit hat, arbeitet nicht bei Unternehmen, die klima- oder umweltschädlich sind. Würdest du deinen Kindern raten oder rätst du denen, in der Verpackungsindustrie zu arbeiten? Unsere Kinder sind ja ungefähr in dem Alter, wo jetzt gerade eine Berufswahl ansteht. Wie stehst du dazu? Sollten junge Leute in der Verpackungsindustrie starten? Ja, auf jeden Fall ein ganz klares Ja. Natürlich sollten sie es tun. Was Luisa Neubauer sagt, würde eigentlich bedeuten, wenn du mal die gesamte Industrie durchgehst, was ist da nicht klimaschädlich oder was ist für die Umwelt nicht schädlich? Sollen wir ins vorindustrielle Zeitalter zurück? Das können wir nicht. Es gab immer nur ein vor und nicht zurück. Und das wollen wir natürlich auch nicht. Das ist sicherlich nicht wünschenswert. Deswegen auf jeden Fall. Denn wenn ich auch in dieser Industrie arbeite, dann kann ich auch was verändern. Ich kann ja nur etwas verändern, wenn ich da dann arbeite. In der EU kannst du auch nichts verändern, wenn du nicht Mitglied bist. Das haben einige nur erst ein bisschen spät gemerkt. Ja, das allerdings. Genau das wird ja auch Thema sein, Jörg, beim Inno-Meeting. Genau darüber werden wir reden, was wir nämlich tun können, um gewisse Packmittel attraktiver zu machen. Und vor allem, um umweltfreundlicher zu werden, aber eben auch ökonomisch und ökologisch im Gleichgewicht zu behalten. Du hast es eben sehr schön genannt. Wenn man jetzt mal alle Daten zusammennimmt zum Flexpack und gerne auch zur Verpackung insgesamt zusammendenkt, wohin wird die Flexpack-Industrie sich denn in den nächsten zehn Jahren entwickeln? Was denkst du? Die Flexpack-Industrie wird sich meiner Meinung nach trotz allen Problemen, die wir ja wirklich haben, positiv entwickeln. Es ist aber von vielen Faktoren abhängig. Und deswegen ist es so schwierig, das auf zehn Jahre zu beantworten. Es hängt einmal an solchen Verhaltensweisen, an solchen weichen Faktoren wie dem Verbraucher. Akzeptiert er das oder nicht? Wenn er es nicht akzeptiert, funktioniert das nicht. ### Gesetzliche Vorgaben und Kunststoffnutzung Wer macht die gesetzlichen Vorgaben? Wie werden die umgesetzt? Wir müssen daran arbeiten, dass der Kunststoff allgemein – als etwas Positives auch da, nicht nur negativ – jetzt für die Verpackung dargesehen wird, wir müssen neue Konzepte erarbeiten. Ich bin jetzt kein Freund von unverpackten Läden. Das ist ein Konzept. Aber in Supermärkten macht es durchaus Sinn, auf Verpackung ganz zu verzichten. Der Verbraucher muss sich auch umstellen. Warum verbrauchen wir heute mehr, doppelt so viel Verpackungsmaterial als vor 30 Jahren? Warum? Pro Kopf meine ich. Also nicht auf alle. Das macht eigentlich keinen Sinn. Das macht aber deswegen Sinn, weil sich die Verbrauchergewohnheiten geändert haben. Kleinere Verpackungen, mehr Verpackungen, Convenience, Convenience, Convenience, Convenience. Als ich angefangen habe in den 90er Jahren, war Convenience Stand über allem. Und das ist heute immer noch so. Da müssen wir als Verbraucher ein bisschen wegkommen und sagen, ist das noch nachhaltig? Können wir uns da nicht einschränken? Das muss nicht sein. Oder können wir es vielleicht nachhaltiger gestalten? Das ist ja auch im Moment der Trend. Die Papierindustrie freut sich im Moment, weil sie mehr Aufträge erwartet, dadurch, dass sie als nachhaltige Verpackung wahrgenommen wird von Konsumenten. Das hat die Folienindustrie nicht geschafft aus Kunststofffolien. Andererseits hat die PET-Flasche einen Boom aus Plastik. Die Papierflasche wird entwickelt, ist aber viel zu teuer, viel zu kompliziert und im Moment auch noch nicht marktreif. Aber es wird weiterentwickelt. Auch große Konzerne setzen da drauf, weil sie glauben, dass sie darüber natürlich auch wieder mehr verkaufen können. Die Frage ist, ist das der richtige Weg? Das hast du in deinen Ausführungen sehr schön dargestellt. Wenn du das für die Verpackungsindustrie insgesamt nicht nur für Flexpack ansiehst, traust du dir da eine Prognose zu? Wird Verpackung weltweit gesehen weiter so stark wachsen wie in den vergangenen 30 Jahren? Oder wird sich das abflachen? ### Kunststoff versus Papierverpackungen Was ist deine Einschätzung? Also weltweit zu sagen, so weit möchte ich mich nicht aus dem Fenster wagen. Weil einfach die Unterschiede viel zu groß sind zwischen entwickelten Ländern wie hier in Europa, bei uns in den entwickelten Ländern, also Nordamerika zum Beispiel, Europa, einige asiatische Länder, da wird es erst mal weitergehen. Irgendwann wird wahrscheinlich ein Kipppunkt kommen, dass man sagt, wir verbrauchen jetzt wirklich weniger. Ist jetzt die Frage weniger Kunststoffverpackungen oder weniger Verpackung allgemein? Denn Papier ist eine wunderbare Verpackungsart. Es wächst aber auch nicht im Wald. Das muss man auch so sagen. Und Papier ist nicht für alle Produkte die erste Wahl, um es mal so auszudrücken. Aber man kann, Karsten, und das meine ich, klingt jetzt vielleicht etwas, weil es nicht Flexpack ist, der Getränkekarton, die haben es geschafft. Also bis zu einem gewissen Maße. Das ging bei denen auch, als die PET-Flasche aufkam, haben die unheimlich Marktanteile verloren. Haben es aber geschafft, ihre Kartons einzusammeln, die zu verwerten. Und mittlerweile noch 67, 70 % fast werden wiederverwertet. Das funktioniert. Aber man muss es natürlich auch durchsetzen. Und in dem Bereich ist es relativ einfach, weil du natürlich nur drei, vier große Hersteller hast. Und in der Flexpack-Industrie hast du sehr, sehr viele. Aber wir arbeiten daran. Und ich denke, es wird bei uns, die flexible Verpackung wird weiter steigen. Ganz einfach, weil sie auch die starren Verpackungen ersetzt und ersetzen kann. Denke ich auch. Das ist schon fast ein Schlusswort. Aber ganz zum Schluss habe ich immer noch so eine spontane Aufforderung. Wenn du den Verpackungsentwicklern, die jetzt wieder was einpacken müssen und in der jetzigen Zeit was raten würdest, welchen Rat könntest du denen mit auf den Weg geben, um Verpackungen besser zu machen? Seid in dem, was ihr erforscht und entwickelt, einfach offen. Ohne Grenzen. Nicht von vornherein irgendwelche Grenzen setzen. Ich möchte auch bei der Nachhaltigkeit das Beispiel mit dem chemischen Recycling geben. Das ist eine Option. Warum sollen wir diese Option? Das ist noch nicht zu Ende gedacht und noch nicht zu Ende entwickelt. ### Offenheit gegenüber verschiedenen Verpackungslösungen Ich finde es nicht richtig zu sagen, wir schließen das jetzt aus und bleiben nur beim mechanischen. Einfach offen sein, denken mit freiem Blick und offenem Horizont und zu entwickeln, was vielleicht heute noch nicht möglich ist, ist vielleicht in zwei Jahren möglich. Sagt Jörg Schönwald von Schönwald Consulting. Herzlichen Dank für das tolle Interview. Ja, Karsten, herzlichen Dank, dass du da sein durftest. Alles Gute und ich freue mich auf das nächste Inno-Meeting in 14 Tagen. Ich mich auch. Bis dann. Bis dann. Wiederschauen. Und das war es schon wieder für heute. Ich hoffe, es war etwas Interessantes für Sie dabei. Und wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative für mehr Flexpack-Wissen werden möchten, melden Sie sich gerne bei mir unter ks at innoform.eu. Und nicht vergessen, diesen Podcast zu abonnieren, wo immer Sie Podcasts hören. Tschüss, bis zum nächsten Mal. Ihr Karsten Schröder. **Kategorien:** Abfülltechnik, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Standbeutel, Verpackungsdesign --- ### [Inno-Meeting - Live-Podcast](https://inno-talk.de/inno-meeting-live-podcast/) **Published:** März 20, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Flexpack’s Zukunft und Recycling* Moderator: Karsten Schröder Gäste: [Ansgar Schonlau](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=56337), [Johann Löning](https://www.inno-talk.de/showrooms/iqpak%E2%84%A2%EF%B8%8F---loning+partner/) und [Benedikt Kauertz](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=73657) **Wettbewerbsfähigkeit von PP-Regeneraten:** Ansgar Schonlau eröffnet die Diskussion mit Einblicken in die Herausforderungen und Strategien, um Polypropylen (PP) Regenerate wettbewerbsfähiger zu machen. Die Unterscheidung zwischen Rigid- und Flexible-Anwendungen wird als Schlüssel zur Steigerung der Attraktivität von PP-Recyclaten hervorgehoben. **Technologische und ökonomische Hürden**: Die Diskussion beleuchtet die technischen Schwierigkeiten beim Recycling von Polypropylen und anderen Kunststoffen, einschließlich der Probleme, die sich aus der Vielfalt der Materialien und Additive ergeben. Die Wichtigkeit von Innovationen in Sortier- und Recyclingtechnologien wird betont, um eine effiziente Trennung und Wiederverwertung zu ermöglichen. **Markttrends und Verbraucherakzeptanz:** Die Rolle der Verbrauchernachfrage nach nachhaltigen Verpackungslösungen und die Notwendigkeit, Bildungsarbeit zu leisten, um die Akzeptanz von recycelten Materialien zu erhöhen, werden diskutiert. Die Experten weisen auf die Bedeutung hin, Transparenz über den gesamten Lebenszyklus von Verpackungen zu schaffen und die Öffentlichkeit über die Vorteile und Herausforderungen des Recyclings aufzuklären. **Zukunftsausblick und Innovationen:** Die Gäste teilen ihre Visionen für die Zukunft der flexiblen Verpackungsindustrie, einschließlich der Entwicklung neuer Materialien, die sowohl leistungsfähig als auch vollständig recycelbar sind. Die Diskussion umfasst auch innovative Ansätze für geschlossene Kreislaufsysteme und die Notwendigkeit einer stärkeren Zusammenarbeit innerhalb der Branche und mit Regulierungsbehörden. Helfen Sie mit, Kreislaufwirtschaft auch für Lebensmittelverpackungen zu verbessern. Für detaillierte Einblicke in die Diskussion, genießen Sie jetzt den vollständigen Podcast – als Video- oder Audio-Podcast. 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Wie werden PP-Regenerate wettbewerbsfähig? Was ist deine Prognose? Wie schafft man das? Ja, muss man glaube ich unterscheiden zwischen Rigid-Applikationen und flexiblen Verpackungen. Bei Rigid ist das ja heute schon ein ziemlich einträgliches oder erträgliches Geschäft für die Sortierer und Recycler. In unserem Bereich, genau was ich heute Morgen schon gesagt habe, gibt es die ersten Sortieranlagen, die jetzt PP aus diesem PO-Flexstrom ziehen und dadurch dann eben eine separate Fraktion bilden. Diese Materialien kann man umwandeln in Rigid-Applikationen und geplant ist, dass sie dann eben genau dieselben Beträge einbringen wie das Rigid heute. Rigid-PP insgesamt hat ein Problem, weil viele natürlich versuchen jetzt im Zuge von Plastikeinsparungen von Rigid ein bisschen wegzugehen, vielleicht auch stärker in Richtung PP-Flexibles. Von daher sind die Verwender von PP-Rezyklaten heute in einer blöden Situation, die würden eigentlich gerne mehr Rezyklat einsetzen. De facto kriegen sie aber weniger Grundlage aus dem Rigid-Bereich. Und wenn die Automobilindustrie, die haben ja in Brüssel demnächst auch möglicherweise oder aus Brüssel eine 25%ige Rezyklateinsatzquote zu verkraften, die setzen in der Hauptsache Polypropylen ein. Und ja, ich glaube dann wird es für diejenigen, die als Rezyklat anbieten, eigentlich ein ziemlich anträgliches Geschäft. Wir haben vor 25 Jahren auch mal versucht, Polypropylen über eine Blasfolienmaschine zu quälen. Ich sage es wie es ist. Wir haben es hingekriegt. Aber es war kein Vergnügen und was daraus kam, war eigentlich nicht zu gebrauchen. Da hat sich natürlich wahnsinnig viel beim Polypropylen auch getan. Wenn wir über Folienapplikationen reden, und das spreche ich glaube ich auch für die Extrudeure, dann ist es ja so, dass die Polypropylene speziell auch für Blasfolie zum Beispiel angepasst werden müssen. Bimodale Modelle, ich will da jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen. Aber all das sind ja Dinge, die könnt ihr ja mit Polypropylen-Regenerat gar nicht bringen. Das heißt, wenn ihr Polypropylen regeneriert, ich sage mal ihr, dann hat man nachher einen Klumpatsch aus allem. Da sind alle Polypropylene drin. Wie realistisch ist das, dass man da wirklich so ein Schwergutsack draus macht? Ihr habt es bewiesen, dass es geht. Aber geht das immer und auch wirklich wirtschaftlich? Wie ist die Einschätzung? Nicht alles, was technologisch geht, macht denn kaufmännisch auch Sinn. Und das ist glaube ich immer die Frage, die man bei allen Materialien, egal was man jetzt einsetzt, stellen muss. Wir haben auch Versuche gefahren mit Materialien aus geblasenen PPs, also wo eine Verpackung produziert werden sollte, tun wir uns schon relativ schwer damit. Das heißt, ich glaube, das ist ja auch eins der Hauptthemen für unsere Verpackungsindustrie. Wir sind halt eine Industrie, die in der Hauptsache über Blasfolien-Extrusion kommt. Der jetzt zu sagen, okay, ab morgen macht ihr am besten Cast-PP, das ist schon ein ordentlicher Weg, weiß ich auch. Deswegen glaube ich auch, dass die Veränderung wird genauso sein wie in der Automobilindustrie, die von Benzin irgendwann auf Elektro sollten. Das ist ein Riesending für unsere Industrie, das verstehe ich auch, dass diejenigen, die eben heute anders ausgerichtet sind, ein Problem damit haben. ### Recyclingfähigkeit als Pflicht ab 2030 Wenn es aber so kommt, ist meine Devise und ich weiß, dass ich ab 2030 sowieso recyclenfähig sein muss, dann fange ich lieber heute an und versuche den Zeitraum zu strecken, als dass ich irgendwann 2028, 2029 dastehe und dann mache ich es mit einem Gewaltakt. Das wird für Mittelständler schwerer als für einen großen Konzern, glaube ich. Aber wenn dann mal eine Katzenfutterverpackung dann in dem Cayenne zum Armaturenbrett geworden ist, ist es ja auch vielleicht nicht schlecht. Das ist ja glaube ich, so habe ich es richtig verstanden, der Weg, den ihr auch beschreiten wollt, oder? Ganz genau. Das ist der effizienteste Weg, der sich im Moment anbietet. Es gibt ja diverse Ansätze, auch Rezyklate wieder lebensmittelfähig zu machen. Den wollen wir uns überhaupt nicht verwehren, sondern wir sagen, wir müssen jetzt mal einen Schritt nach dem anderen machen, um überhaupt in die Gänge zu kommen. Die NGO versuchen weiterhin natürlich ihr Plastikbashing an den Mann zu bringen, damit kriegt man auch neue Mitglieder und deswegen glaube ich, sind wir gut beraten, wenn wir jetzt einfach mal Aktionen machen. Wir haben möglicherweise nicht für alles eine 100%-Lösung, aber lieber mal loslegen und 80–90% hinbekommen haben und die 10% dann lösen, wenn wir die 80% umgesetzt haben. Das ist die Devise. Benedikt, ich will dich mal eben reinholen. Wie ist deine Meinung zum Polypropylen? Hast du dazu eine pauschale Meinung, die du mit uns teilen kannst? Pauschale Meinungen habe ich natürlich immer viel. Ob ich die mit euch teilen möchte, weiß ich noch nicht so ganz. Ich bin immer so ein bisschen, also auf der einen Seite, ich finde den Ansatz ja prinzipiell gut. Ich finde es erstmal gut, dass man es überhaupt recyclenfähig gestaltet. Ich finde es gut, dass man sich darüber unterhält, welche Märkte habe ich denn tatsächlich für mein PP-Rezyklate am Ende des Tages stehen. Aber ich finde, wir müssten schon auch irgendwann dieses Thema Kreislauffähigkeit, zumindest in irgendwelchen Bewertungsmodellen, Zertifikatsmodellen oder finanziellen Bemessungsmodellen mit berücksichtigen. Denn ist die Katzenfutterverpackung erstmal im Armatur- und Brett eingebaut, dann ist sie auch für immer da drin. Ich meine, dieser Porsche, der fährt im Maximalfall 250.000 Kilometer, davon vielleicht 100.000 Kilometer auf unseren Straßen, dann nochmal 150.000 Kilometer woanders. Ob der tatsächlich nochmal ein Recycling erfährt und dass ich das PP da am Ende des Tages raushole und wieder ein Armatur- und Brettträger draus habe, das stelle ich jetzt mal in Zweifel. Und ihr seht es schon, die Materialbindungsdauer ist in so einem Automobilsektor viel höher, als wenn ich das wieder in eine Verpackung bringen könnte. Und in dem Moment ist das ja so ein bisschen wie die Badewanne, die überläuft. Also wenn da die Schüttung genauso hoch ist wie das, was nachkommt, dann komme ich nie zum Überlaufen. Aber ich muss deshalb gucken, dass ich die Löcher ein bisschen stopfen kann, dass ich dann einfach weniger Material in den ganzen Loop nachschieben muss. Und ich finde, da müssen wir tatsächlich dran arbeiten. Aber mir ist natürlich auch völlig klar, das geht nicht auf Knopfdruck. Wir vergleichen das immer so ein bisschen mit der Ökostromdebatte, als es vor 20 Jahren losging. Da war man froh, dass man ein paar norwegische Wasserkraftzertifikate stilllegen konnte. Heute ist der Goldstandard, dass ich mir eben entweder eine Eigenstromanlage aufbaue oder mal bei den Elektrizitätswerken schöner und nicht EEG-finanzierten Strom einkaufe. Solche Sachen, das macht man heute, aber das hat sich ja auch aus dem Zertifikatehandel entwickelt. Ich finde, das ist ein guter Ansatz, um dieses Thema zu positionieren, aber wir dürfen dabei nicht stehen bleiben. ### Kreislauflösungen statt Einzelmaßnahmen Sondern wir müssen gucken, dass wir wirklich an Kreislauflösungen kommen und da müssen wir einfach schauen, ist PP das richtige Material und für welche Anwendungen ist PP das richtige Material, um in die Kreislauflösung zu gehen. Schöner, Sie haben eben so gemacht und so gemacht. Jetzt kommentieren Sie gerne, ich will das auch gar nicht immer nur moderieren. Sie können einfach reingehen in das Gespräch und los geht’s. Ich gehe mal hier auch ein bisschen zu Herrn Löhning, weil der hat kein Mikrofon, der nimmt dann meins. Ich glaube, es ist uns streitig, dass wir einen Weg vor uns haben und wir müssen einen Schritt nach dem anderen machen. Aber das Ausgangsprodukt muss wieder über Rezyklat erzeugt werden. Schlage ich einfach vor, erzählen Sie das den Papierleutnern an dem Tag, an dem die es gelöst haben, werden wir es auch gelöst haben. Die haben natürlich schon das Problem, dass sie viel indizipative Produkte absteuern, Klopapier, das will ich auch nicht rezyklen. Aber wollen Sie ernsthaft ohne Klopapier leben? Also es ist ja kein schlechter Ansatz. Ja, aber es ist ja tatsächlich so, wir haben ja zum Beispiel, ich kann die Einweghandtücher unten nicht recyceln, also die es auf den Toiletten gibt, mittlerweile gibt es da auch Recycling-Systeme. Also natürlich, klar, wir müssen auch gucken, was macht die Papierindustrie, aber wir dürfen uns darauf auch nicht ausruhen. Also ich bin ja völlig dabei und bin auch nicht der Meinung, dass das alles close-loop laufen muss, aber wir müssen einfach so ein bisschen die Recyclingfähigkeit im Blick halten. Also der Papierkreislauf, die Papierkaskade ist maximal siebenstufig, in der Praxis tendenziell dreistufig, aber sie haben wenigstens drei Anwendungszyklen drin. Das haben wir beim PP in dem Moment, wo ich es tatsächlich nicht in ein System reinbringe, wo ich wenig Recycling-Aussichten habe, nicht. Das ist kein singuläres PP-Problem, wir haben das beim PET viel schlimmer, weil PET könnte ich tatsächlich lebensmittelecht kreislaufmäßig fahren und mehr als die Hälfte des Bläschenkreislaufs verjuckt sich in irgendwelchen Anwendungen, die im Leben niemals auch nur eine Form der Entsorgung finden. Also deshalb kein exklusives PP-Problem, deshalb bitte auch an der Stelle überhaupt nicht so verstehen, sondern einfach, dass wir das in den Kopf reinbekommen. Es ist gut, Recycling-Fähigkeit zu haben und es wäre theoretisch auch gut, Rezyklate einzusetzen. Wir müssen einfach dieses Thema Wiederrecycling-Fähigkeit beim Rezyklateinsatz auch tatsächlich noch mit berücksichtigen und es könnte ja natürlich auch eine super Lösung sein, dass es ein Rücknahmesystem für einen gebrauchten Porsche gibt und wenn das Ding 250.000 Kilometer hinter sich hat, dann kauft Porsche den zurück, baut den auseinander und bringt die Dinge so ins Recycling, wie es sein soll. Das wäre ja tatsächlich auch ein Ansatz, dann könnte man den Porsche auch Cradle to Cradle zertifizieren lassen, aber das ist nicht meine Baustelle. Aber das Rücknahmesystem war das Stichwort, weswegen ich jetzt Herrn Löhning gerne mit reinnehmen will. Herr Löhning wird ja morgen ein Konzept mit Herrn Beinert vorstellen, das Mehrwegsystem für flexible Verpackung oder mit flexiblen Verpackungen. Wir haben eine Hülse, die ist auch aus Polypropylen, Herr Löhning. Wir haben eine Hülse, die ist auch aus Polypropylen und wir werden auch potenzieller Abnehmer Ihres rPP. Wir führen die Verpackung zu 100 Prozent im eigenen Kreislauf, also nicht im externen Kreislauf, im kontrollierten internen Kreislauf. Wieso traut sich der Löhning das hier zu sagen? Der kennt sich aus mit Rücknahmesystemen. Der hat nämlich Rücknahmeautomaten in den Markt gebracht und diese ganze Befandung immer kritisch beäugt, wie er mir im Vorgespräch im Vertrauen gesagt hat. ### Starre Geometrien für optimales Recycling Und Ihre Idee ist ja folgendes, ich schildere das mal ganz kurz mit meinen Worten. Sie können das besser, aber ich finde es schöner, wenn ich es mache. Also in diesem Sinne, es ist im Prinzip ein starres Gebinde und dieses starre Gebinde, wir müssen jetzt ein bisschen mitdenken, wird umhüllt von einem Sleeve, was dekoriert ist, mit der Druckfarbe von Stefan Busse zum Beispiel. Wir können also ein Sleeve drum machen. Das muss nicht eine Hülse sein, das kann auch eine Margarineschale sein oder sonst irgendwas, aber es muss ein starres Gebinde sein und dieses starre Gebinde kann auch noch einen Inliner kriegen mit einer Barriere zum Beispiel. Hätten wir zum Beispiel eine funktionelle Barriere, dann können wir nämlich alles an Recycling in die Hülse machen, was wir wollen, wenn wir das gut machen. So und dann ist in dieser Hülse noch was, was die besonders wertvoll macht. Ja, also damit wir mit der Verpackung wirklich dauerhaft das machen können, was ich gerade so Skizzen nach vorgestellt habe, die Verpackung zusammengestellt und deswegen führen wir in diesen Master oder wir nennen das System Layer einen NFC-Chip integriert. Der NFC-Chip beinhaltet einfach mal nur eine Seriennummer, sonst nichts, auch aus Datenschutzgründen muss man ganz deutlich sagen und hinter dem NFC-Chip steht eine riesen Datenbank, die ist heute schon live, kann getestet werden und in dieser Datenbank führen wir unglaublich viele Kriterien über diese Verpackung, also einmal über die Zusammensetzung, über die Art der Werkstoffe, die dort verarbeitet wurden, wer der erste Verkehrbringer ist, wie hoch das Fund ist, wo es zuletzt zurückgenommen wurde, wo es aufbereitet wurde mit einem Zeitstempel, wann es aufbereitet wurde, um die entsprechenden Nachweise zu bringen. Also jede individuelle Verpackung wird hier nachvollziehbar im Kreislauf geführt und ist es auch nachweisbar, wo sie sich jeweils befindet. Ist sie in irgendeinem Wehrhaus, ist sie in einem Aufbereitungscenter oder ist sie schon wieder bei einem neuen Abfüller? Hochspannendes Thema, wie ich finde, weil wir eine eindeutige Zuordnung der Verpackung haben, das heißt wir wissen, wie alt ist der Joghurt, den ich da jetzt gleich esse, welcher Mitarbeiter hat den vielleicht abgefüllt, wenn man die Daten freigeben würde, aber wie spannend ist das bitte und vor allen Dingen weiß ich, welche Druckfarbe ist auf meinem Sleeve, was ist das für ein Material des Sleeves, wie dick ist das, wie kriege ich das wieder runter, ist das geklebt, geschrumpft oder was auch immer und auch mein Innensleeve, mein Innenlayer, wie ist das aufgebaut und so weiter. Das heißt, wir haben eigentlich Kreativität der Flexpack-Industrie noch am Start, aber wir können das recyceln, maßgeblich durch die Datenhoheit eigentlich verbessern. Herr Schoenloher, die Frage an Sie, ich komme gleich noch mal darauf zurück. Polypropylen als Sleeve für so eine Margarinepackung, sage ich mal, außen drauf, wäre das auch etwas, was Sie machen würden, um dann nachher vielleicht in dem Systemlayer, heißt das Mittelstück, wieder verwendet zu werden? Wäre das ein Ding, wo Sie sagen, fahre ich voll drauf ab, mache ich? Grundsätzlich glaube ich, also das Ding, was ich heute morgen von Herrn Reitz gesehen habe, diese Papierverpackung außen, das wäre jetzt für uns kein Weg, so ein Ding zu konstruieren. ### NFC-Chips in Verpackungen zur Sortierung Ich glaube, wenn die Schale aus PP ist und dann ist draußen das Sleeve drum rum und das könnte Sinn machen, dann ja, jetzt mal so ganz ins Blaue gesprochen, ohne das Produkt zu kennen, unterschiedliche Materialfraktionen zu haben, nur damit ein PP dann draußen ist und mit viel Aufwand das drunter zu ziehen, muss man rechnen. Kann ich nicht pauschal sagen, glaube ich. Man könnte ja auch, Benedikt, ein Papiersleeve drum machen, weil man weiß ja, wie man es wieder auseinander kriegt und man weiß ja, dass Papier drauf ist. Beim Kollegen Thielen läuft dann auf dem Band das in die Papierfraktion, aber da ist ja ein NFC-Chip drauf, da hat er vorher aufgepasst und dann weiß ich, da ist Papier drauf, nehme ich runter. Wäre das so vom Gefühl her etwas, was nachhaltig wäre? Ich glaube, ganz wichtig ist, dass man nochmal betont, dass dieser Systemträger, dass das ja ein Mehrwegprodukt ist, dass der ja nicht einmal benutzt wird, sondern hundertmal im Idealfall. Dadurch, dass er ja außen gut dekoriert ist, haben wir ja keinen Verschleiß, den sieht er, unser Kunde sieht den ja gar nicht. Das heißt, das Ding kommt ja auch nicht in der normalen Sortieranlage an, sondern es muss ja eigentlich über einen Pfandrücknahmeautomaten verbracht werden, dass es dann sinnvoll bei einem Aufbereiter wieder ankommt. Ich glaube, das ist ein ganz wesentlicher Punkt. Theoretisch ist es ja auch möglich, das Ding draußen mit Papier zu dekorieren, wenn es den Systemträger entsprechend schützt. Also ich denke, weil wir ja das Füllgut immer in einem Einwegprodukt haben und damit immer die hygienische Sicherheit haben, ohne der Sache jetzt groß vorweggreifen zu wollen. So habe ich es zumindest verstanden. Ist es schon ein bisschen das Beste aus beiden Welten. Ich habe hygienisch sauberes Material, wo ich eben keine Spülproblematiken mehr habe, habe aber trotzdem 90 Prozent der Verpackung ist der Mehrwegträger. Und damit ist es theoretisch eigentlich ein Mehrwegsystem, was ich dann eben mit ein paar Einwegkomponenten aufbaue. Ob das jetzt unbedingt digital noch hinterlegt sein muss, das macht es natürlich ein bisschen einfacher für den Anwender am Ende des Tages. Aber ob man das so gut nutzt, das ist nachher die große Frage. Da würde ich gerne darauf eingehen. Herr Löhning, warum ist das so gut, dass die Daten fürs Pfand zum Beispiel in der Datenbank liegen und nicht aufgedruckt werden mit so einem Code? Ja ganz einfach, weil wir den Wert der Verpackung entkoppeln können vom Rückgabeprozess. Wenn Sie heute eine Verpackung zurückgeben und ins Lager stellen und die Verpackung geklaut wird, können Sie sie erneut zurückgeben. Das ist ein großes Problem. Deswegen wird im deutschen Einwegpfandsystem die Verpackung stets zerstört. Und mit der Zerstörung wird sozusagen erst das Pfand ausgezahlt. Ansonsten wäre, wir nennen das in der Fachsprache, ein Double Redemption möglich. Das will man natürlich vermeiden, weil ansonsten die Systeme bankrott gehen würden. Wir führen das in der Datenbank und schalten den Pfandwert dort ein und aus und sind also entkoppelt vom physischen Zerstören oder von der physischen Lagerung. Das ist logistisch ein gemeiner Vorteil und ist auch kostenmäßig ein großer Vorteil, weil Sie diesen ganzen Prozess im Leergutautomaten oder überhaupt am Point of Return nicht mehr gebrauchen. Also wir sind keine Papierfreaks. Wir sind keine Papierfreaks. Wir haben uns im Moment ganz bewusst für den Touchleer, ganz einfach, weil es auch unglaublich viel weniger Materialaufwand benötigt. Also der Dr. Bernhardt wird das morgen im Detail noch mal vorstellen. Wir benötigen ganze zwei Gramm Material für den Touchleer. Das ist nichts. Also Sie wissen selber, wie hoch der Materialaufwand für entsprechende relevante Folien ist. Das ist wahrscheinlich die derzeit leistungsfähigste Verpackung auf dem Markt. ### Minimaler Materialeinsatz beim Design Wir gestalten eine Verpackung in der Wiederaufbereitung zwischen vier und fünf Gramm Materialeinsatz. Nicht mehr. Das ist eine 500-Milliliter-Verpackung. Wenn man da die CO2-Äquivalenzen rechnet, wenn man da den Wasserverbrauch rechnet, ist das eine kleine Sensation, muss ich mal so sagen. Ja, genau so hat es mich auch gepackt und wenn ich diesen NFC-Chip habe und diese eindeutige Zuordnung, dann kann ich natürlich auch andere Daten sammeln. Da gehen wir gleich noch mal drauf ein. Ich gebe 100 Prozent ab von meinem Skript und das ist immer so bei den Podcasts. Also KI hin oder her, die BI, die Biointelligenz, funktioniert auch noch einigermaßen. Benedikt, du hast uns mal eine Studie vorgelegt, dass Getränkekarton, Multilayer, Multimaterial, ich spreche von dem Tetrapack SEG und was es da alles gibt, ökologisch sinnvoller ist als ein Standbodenbeutel in Einzelfällen. Dass zum Beispiel ein Glas, das viel gepriesene Glas, gar nicht so gut ist, gar nicht so gut abschneidet, vielleicht noch für Marmelade, wenn man es ziemlich lange im Regal hat, aber eigentlich auch nicht so richtig gut ist. Erklär uns ein bisschen, wie hängt das eigentlich zusammen, wie kommt man zu solchen Aussagen, dass manchmal so ein scheinbar aufwendiger, ich wiederhole mal, PE, Aluminium, Papier, PE, Getränkekarton, dass der besser abschneidet bei einer LC-Analyse als zum Beispiel ein Standbeutel Polyester PE mit Barrieren. Ja, das liegt dann am Ende des Tages schon daran, dass das ja 80 Prozent von der Verpackung, also wenn sie jetzt keinen Verschluss hat, wenn wir jetzt wirklich irgendwie an so eine Konservendosen-Äquivalenzverpackung denken, dass die 80 Prozent biobasierter Rohstoff ist, also dass das Papierfaser ist, die erstmal per se keinen großen Umweltfußabdruck mit sich bringt, weil die aus einer hohen integrierten Produktion aus Nordeuropa kommen, die haben einen hohen Eigenstromanteil, die haben ihre nachhaltige Forstwirtschaft. Das heißt, in der Ökobilanz rechne ich da relativ wenig Emissionen aus und fast keine forcierten Ressourcenverbräuche. Damit steht das, dass das Papier wirklich die komplette Stabilität abhängt. Kann ich den Kunststoff und auch das Aluminium, wenn ich es brauche, wirklich nur dafür einsetzen, dass es meine Funktionsbarrieren einrichtet. Und damit haben wir davon relativ wenig, von diesem eher in der Ökobilanz aufwendigen Material, und damit kommt es gut raus. Dann kommt eben noch dazu, dass ich, das ist jetzt die Theorie, keine allzu großen wahnsinnig stabilen Umverpackungen drum herum brauche, weil der Flüssigkeitskarton, wie wir ihn nennen, an sich ja auch schon eine gewisse Stabilität mitbringt. Das heißt, ich habe da auch eher eine Sammelverpackung als eine Verpackung, die tatsächlich die Stabilitäten abfängt, die ich zum Beispiel beim Flexpack brauche. Und wenn ich dann an PE-PE, Multimaterial, Standbodenbeutel denke, der dann vielleicht auch noch bedruckt ist, der hat in sich schon für die gleiche funktionelle Einheit mehr Kunststoff, erheblich mehr Kunststoff als der Standbodenbeutel und dann drumherum, also der Flüssigkeitskarton, und drumherum dann eben auch noch mal eine viel stabilere Umverpackung. Und das macht ihm dann am Ende des Tages schon ein bisschen die Probleme. ### Leichtgewicht-Alternativen zu Glaseinweg Und gegenüber dem Glaseinweg ist das natürlich immer besser, weil das Glaseinweg ist wahnsinnig schwer und wir stecken bei dem Glaseinweg mehr fossile Rohstoffe in die Herstellung und das Recycling als eigentlich am Ende des Tages in diesem Standbodenbeutel oder im Flüssigkeitskarton im Kunststoff gebunden ist. Also das darf man auch nicht vergessen. Und was das Glas, was auch im Mehrwegglas an der Stelle wahnsinnig schlecht macht, das sind die Weißblech-Bajonett-Deckel. Ich möchte an der Stelle, wenn es der Konservenbereich ist, will ich auch eine relativ große Öffnung, 60er-Öffnung, 80er-Öffnung im Twist-Off-Verschluss. Das ist wahnsinnig viel Weißblech. Wir sehen das zum Beispiel bei so einer schönen Tomatenpassata, da ist der Weißblech-Deckel, hat mehr Gramm im Gewicht als eigentlich eine flexible Verpackung als der Standbodenbeutel und weil es Weißblech ist, hat es nochmal einen ganz anderen Umweltfußabdruck und ist damit über Längen viel schlechter. Und da kann ich dem Glas am Ende des Tages 400 Umläufe zurechnen. In dem Moment, wo der Deckel Einweg ist, ist das Ding schon verloren. Und ich glaube, das müssen wir uns auch immer bewusst machen. Wo Mehrweg heute seine Probleme hat, das sind die überbordenden Einwegkomponenten, die wir da drauf machen. Also lieber den Verschluss weglassen, zum Beispiel beim Flüssigkeitskarton. Ja genau. Und die Schere nehmen. Das ist ideal, ja und das müssten wir uns auch vorstellen bei allen Produkten im Flüssigkeitskarton, die wir am Ende des Tages im Kühlschrank stehen haben. Da brauche ich keinen Deckel, weil da habe ich ja über die Kühlsituation eigentlich die Produkthaltbarkeit schon drin. Ob wir jetzt wirklich wieder auf dieses angefranste Milchprodukt zurück wollen, das ist eine andere Frage. Aber du kennst es ja, wir müssen jetzt auf pflanzenbasierten Ernährungen. Ja, da sollte man sowieso weniger Milch trinken. Aber das habe ich jetzt nicht gesagt. Aber grundsätzlich ist es doch, egal ob wir jetzt über Kunststoff, Glas, Aluminium oder was auch immer reden, ein oder mehr Weg. Ich habe angefangen mit dieser Nachhaltigkeitsdebatte mal, wenn ich so chronologisch drüber nachdenke. Das Bashing hat doch angefangen, als Greenpeace uns gezeigt hat, dass da immer Wale im Südpazifik, Kiel oben schwimmen, mit einer Plastiktüte im Arm. Damit hat es doch losgelegt. Und dann habe ich mal gelernt, wir in Deutschland oder in Europa versuchen jetzt eine Lösung zu finden, den Green Deal. Und das ist eine Lösung, die versuchen wir auf die ganze Welt zu übertragen. Das heißt, wenn wir jetzt über den Mehrweg zum Beispiel reden, dann finde ich Ihren Ansatz so, wie sich das für mich aus der Ferne anhört, sehr gut. Aber bei all dem, was wir jetzt gerade diskutieren, müssen wir schon darauf achten, dass wir nicht Lösungen für Berlin Mitte suchen, sondern für weltweite Anwendungen. Und ob das in Afrika genauso funktioniert, wie hier bei uns in Deutschland in einem entwickelten System, das muss man sich bitte auch noch mal fragen. Also das ist für mich ziemlich auch eine theoretische Debatte. Die können wir hier im Besprechungsraum führen. Danach gehen wir wieder auseinander und quatschen morgen wieder. Aber wir wollen noch die Welt retten eigentlich, oder? Vor diesem großen Plastikproblem denke ich. Das denke ich auch. Das war glaube ich ein wichtiger Einwurf nochmal. Als ich Sie kennenlernte und Sie mir das geschildert haben, mit dieser Hülse und Outer- und Innerlayer und so weiter, habe ich sofort gedacht, Flüssigkeitskarton, der ist jetzt fällig. Ist das ein Wettbewerbsprodukt? Könnte man das nutzen für solche Flüssigkeiten auch? Wäre das etwas, wo das Sinn macht, das System? Wir gucken gleich noch mal auf die Ökobilanz. Man tut sich natürlich schwer, solche Vergleiche anzustellen, dass so David gegen Goliath. Wir sind wirklich der Mini-David im Moment. ### Kunststoffsubstitution im Zielmarkt Aber systemisch ist das sehr eindeutig. Und es ist auch ein Zielmarkt, den wir anstreben, dort echte Substitutionsleistungen herbeizuführen. Unsere Verpackung, die wir mit viel Aufwand entwickelt haben, strebt in Massenmärkte, nicht irgendwie so einzelne Anwendungen, um irgendeine Ökoglaubwürdigkeit herbeizuführen. Und für die Massenanwendungen wird man da eindeutig auf den Getränkeverbundkarton als Wettbewerber stoßen. Das ist so. Ich glaube, dass das Kunststoff-Bashing auch damit begonnen hat, ist wahrscheinlich hier nicht passend, aber ich sage es trotzdem, mit dem Versagen der dualen Systeme. Es kann nicht angehen, dass wir Tonnen und Übertonnen in irgendwelche Drittländer verbringen, um damit irgendwelche Bilanzen nachzuweisen, damit eine angebliche Wiederverwertung oder ein Recycling der jeweiligen Verpackungen nachgewiesen werden kann. Und wenn dann solche hässlichen Fernsehbilder kommen, wie wir heute hier auch gesehen haben, dann ist doch klar, dass der Konsument, der ist ja Dreh- und Angelpunkt dieser Sache, dass der Konsument nicht so sehr motiviert ist. Also, wenn wir damit aufhören und wirklich Glaubwürdigkeit gegenüber den Konsumenten erlangen, dann glaube ich auch, dass Kunststoff-Bashing ein Ende haben wird. Also das ist ganz wichtig, dass die Stakeholder beginnen, dem DSD und seinen Akteuren auf die Finger zu hauen und sagen, wir zahlen das ja, sie zahlen das ja, alle zahlen das, das machen wir nicht mehr mit. Und dann wird das Kunststoff-Bashing ein Ende haben. Da bin ich fest davon überzeugt. Also aus dem gelben Sack geht heute nichts mehr nach Asien, sondern das ist aus dem Gewerbe. Ich habe eben während wir saßen mich mit Greenpeace und so ein paar anderen auf Twitter noch unterhalten oder gestritten, weil wieder so ein Fernsehbericht war und dann ist nachher der gelbe Sack gezeigt worden und gewundert, wie viel nach Asien geht. Daraufhin hat Axel Zuckleff, der macht ja diese Initiative Mülltrennung weg, darauf hingewirkt beim Deutschlandfunk, glaube ich, dass gezeigt wird, das sind keine gelben Säcke. Es geht nichts aus dem gelben Sack mehr dahin. Das sind aus Gewerbeabfällen und so irgendwelche Anwendungen. Das muss man auseinanderhalten. Die Madame von Greenpeace hat sofort gesagt, habe ich doch gleich gesagt, das mit dem Plastik ist sowieso alles Mist. Aber wie soll das der Konsument auseinanderhalten? Der Konsument ist auch unser Konsument, ist unser Kunde und wie soll der das auseinanderhalten? Also um da Credibility zu erlangen, muss einfach eine andere Kultur her. Und da muss die Industrie, da müssen, wie gesagt, die einzelnen Akteure, müssen aufhören, so einen Quatsch zu bezahlen. Egal wie. Weil, wie gesagt, machen so einen Konsumenten im Fernsehen klar, trink eine Cola, die ist nur ein bisschen ungesund. Das funktioniert nicht. Also da müssen wir, glaube ich, ein bisschen konsumiger denken. Das ist meine These. Ja, ist sicherlich nicht unberechtigt. Ich will noch mal ein bisschen auf die Materialien nochmal wieder zurückkommen, nicht zu sehr in die politische Diskussion, die wir hier, glaube ich, heute nicht lösen können. Sie können übrigens ja zwischendurch auch Fragen ins Slido schreiben, habe ich noch nicht erwähnt. Und Sie können auch Handzeichen geben, wenn Sie gleich auch nochmal einen Einwurf machen wollen hier. ### Kunststofferzeugung: Struktur und Transformation Herr Schrödler, es gibt ja komischerweise, auch gerade bei den Flüssigkeitskartons, habe ich jetzt neue Vokabel gelernt, sehr viel mehr Polyethylen als Polypropylen. Sehen Sie da eine Chance, dass das sowohl da als auch bei den Folien wirklich kippt, nur in Anführungsstrichen, wirklich in Anführungsstrichen gesetzt, weil wir es dann in der Automindustrie gut einsetzen können und wir eine lange Wiederverwendung dann da generieren können mit Polypropylen? Glauben Sie, dass das klappt? Das ist auf jeden Fall ein langer Weg. Und es ist ja überhaupt nicht verwerflich, dass die Struktur, wie wir sie heute in der Kunststofferzeugung haben, die über Jahrzehnte wunderbar funktioniert hat, das kann man ja niemandem vorwerfen. Die Frage ist, wie weit sich die Konzerne gerade jetzt im arabischen Raum oder in den USA, da wird ja immer mehr Öl gefördert, inwieweit die sich scheren an Berlin-Mitte-Diskussionen über Recyclingfähigkeit. Und das ist die Frage, das wird wahrscheinlich ziemlich lange dauern. Trotzdem sieht man ja auch in der Automobilindustrie, hätte Daimler oder BMW damals auch nicht geglaubt, dass das Elektroauto kommt. Heute ist es da. Die längste Reise und der erste Schritt, glaube ich. Benedikt, du hast dir eben Notizen gemacht. Ich habe das Gefühl, werde ich nicht los, du wolltest da was zu sagen. Ah nee, ich wollte noch was zu der globalen Situation loswerden. Wir haben halt immer das Problem, es sind ja vor allen Dingen die Abfälle, die eben da vor Ort stattfinden. Also wir kennen das ja aus dem asiatischen Raum. Das Marine-Litter-Problem ist immer die große Frage, wer ist zuerst, der Müllsammler oder der Monsoon-Ring? Und ich glaube, wenn man solche Konzepte in die globale Situation übertragen möchte, muss man sich tatsächlich über die Verantwortung gerecht werden. Wir haben in Deutschland ja auch lange Jahre, Jahrzehnte unsere wilden Deponien gehabt und im Wald und dies und das und jenes. Und irgendwann erstickten wir in unserem Abfall und haben 1990 die dualen Systeme eingeführt. Und der Kampf gegen Litter ging damals auch los. Wer erinnert sich noch daran? Das war, auf den Autobahnraststätten saßen in den 90er Jahren aus wie Sau. Da sieht es auch heute noch aus wie Sau. Aber es ist ein bisschen besser geworden. Und ich glaube, wir müssten uns Gedanken darüber machen, dass wir den Markteintritt in diesen Emerging Countries, also in diesen Schwellenländern, tatsächlich auch mit der Verpflichtung koppeln müssen, dass die Brands, die da reingehen, sich tatsächlich auch aktiv um die Rücknahme bemühen. Dass sie dann nicht sagen, ja das muss aus dem Land kommen, das klappt ja in Europa auch. Sondern da müssen im Prinzip eine globale Marke, die gerne auch in Indien oder im asiatischen Raum auf den Markt kommen möchte, die muss sich im Prinzip ihrer Verantwortung stellen und da auch Rücknahmesysteme initiieren, die dann auch offen sind für alle. Also dass es da für den Markt bleibt. Und eigentlich ist es die Aufgabe unserer Konsumentinnen und Konsumenten hier auf dem Heimatmarkt, das auch gut zu beobachten und ihre Euros nicht den Firmen hinterherzutragen, die zwar da gerne die letzten Dollar mitnehmen, aber sich einen Teufel darum scheren, ob das Material am Ende des Tages im Wasser liegt oder nicht. Und das ist eigentlich die Geschichte, die man erzählen muss und nicht die Geschichte von irgendwelchen Kunststoffabfällen, die in Europa gehandelt werden. Ja, genau. ### Mehrwegsysteme durch neue Rücknahmelogistik Man muss das eine tun, das andere vielleicht nicht lassen. Zu dem Pfandsystem würde ich gerne nochmal zurück. Wir haben es ja bisher nicht hingekriegt, für eine Einwegverpackung ein Pfandsystem aufzubauen für flexible Verpackung. Warum gelingt das mit Ihrem System? Ich will da nochmal darauf zurückgehen. Nachhaltigkeit haben wir gestreift, Datenhoheit haben wir gestreift, aber quellen da nicht die Pfandautomaten über beim Lidl und Aldi und so weiter? Ja, das ist eine gute Überlegung. Also wenn man wirklich in großen Mengen Mehrweg etablieren will, dann braucht es andere Rücknahmesysteme. Also die Rücknahmesysteme, die wir heute haben, sind in der Tat zu komplex. Deswegen, wenn Sie in den Staaten über Pfand sprechen, gehen die Majors, die großen Softgetränkekonzerne, die gehen auf die Barrikaden, weil es in der Tat teure Systeme sind. Im Unterhalt, Automateninfrastruktur, Datenabrechnung etc. etc. So eine Verpackung wie IQ-Pack braucht im Grunde genommen keinen klassischen Rücknahmeautomaten, wie wir ihn kennen. Wir würden mit einem, ich nenne das mal plastisch, mit einem intelligenten Altlastcontainer zurechtkommen, der vor allen Dingen im Außenraum gehandelt werden kann und der einfach nur eine Rücknahmeklappe hat und den User identifiziert und mit Abwurf des Behälters der Funktionswert transferiert wird. Der Behälter ist entwertet und kann anschließend im Wiederaufbereitungsprozess dem Abfüller wieder bereitgestellt werden. Das reduziert die Infrastrukturkosten ganz gemein. Man darf nicht vergessen, in Deutschland laufen irgendwie so 40–45.000 Rücknahmeautomaten mit einer gewaltigen Infrastruktur dahinter, mit hohem Energieverbrauch. Wenn man das mal kapitalisiert und sieht, welche alternativen Rücknahmekonzepte man daraus generieren kann, ja, was soll man sagen? Open is the sky. Ja, tausend Möglichkeiten. Ich würde gerne dem Volke mal wieder das Wort geben. Wer hat eine Frage oder ein Kommentar zu dieser? Das war eine ganz spannende Diskussion, wie gesagt ganz anders gelaufen als ich gedacht habe, aber viel besser. Danke schön erst mal dafür. Wer hat noch Fragen, Kommentare hier? Mann, Friedrich, endlich. Ich möchte jetzt mal zurückgehen von den schweren Teilen wie Bumper oder Armaturenbretter, Dashboards und Ähnlichem. Ich möchte mal wieder zurückkommen zur flexiblen Verpackung. Wobei natürlich Flüssigkeitskartons auch in gewisser Weise flexibel sind, aber wenn wir also über definitives Recycling reden, dann müssen wir beim Recycling und während des Prozesses und bei der Summation der verschiedenen Polypropylentypen beispielsweise auch die Additive beachten. Und Sie wissen, dass wir in Polypropylen enorme Mengen an Additiven haben, aber auch an anderen olefinischen Werkstoffen. Nehmen wir einfach nur mal PE, die verschiedenen Varianten und PP. So, wenn also jetzt wirklich ein Recycling vonstatten gehen würde, und zwar eins zu eins, nicht Downcycling, Recycling, das ist ja die hohe Schule, mit der wir uns beschäftigen wollen, dann stelle ich mir das außerordentlich schwer vor, ein Produkt zu herstellen, auch bei perfektem Recycling, das den Ansprüchen im Additivgehalt für die Endverwendung entspricht. Und dazu wird ein ganz erheblicher analytischer Aufwand notwendig werden, wenn überhaupt möglich und machbar. Danke. Genauso sehe ich das. Schon laut. Die vielen Additive in Polypropylen, sind die mehr als in Polyethylen? Ist mir gar nicht so bekannt, aber vom Prinzip sind da natürlich welche drin. Ernst? Nee, ne? Mehr oder weniger das Gleiche. Ich würde das auch nicht reduzieren auf Polypropylen, Polyethylen, das gilt ja für die PET-Diskussionen, die wir heute Morgen hatten mit den Trays, genauso. Sie beschreiben ja, was ich sage. ### Flexible Verpackungen: Forschungsbedarf statt Resignation Im Moment fehlt mir der Glaube, dass wir es in flexible Verpackungen zurückbringen können, aber deswegen zu sagen, gut, dann lasse ich es einfach, ist ja auch keine Lösung. Deswegen müssen wir jetzt versuchen, Schritt für Schritt voranzugehen. Ich habe gelernt, never say never, vielleicht geht es ja irgendwann mal. Ich weiß aber genau, dass es nicht, wie manche Politiker glauben, an der Faulheit der F-Saal liegt, die einfach die Anfragen nicht schnell umsetzen oder beantworten. Es liegt daran, dass die Fragen Rückfragen haben, die man nicht beantworten kann, weil da erstmal Forschung für betrieben werden müsste, mit offenem Ausgang. Wenn das so ist, kann ich trotzdem nicht sagen, so what, habe ich nichts mehr zu tun, lass die Wale weiterschwimmen. Da muss ich Lösungen finden und deswegen sagen wir Stück für Stück immer weiter. Vielleicht kommen wir dahin, was Herr Kauatz gesagt hat, mit vertretbarem Aufwand, wunderbar. Aber ich höre nicht auf zu arbeiten, weil ich sage, wenn ich das Ziel, was ich in 50 Jahren erreichen will, heute nicht schaffe, dann lasse ich es einfach sein. Das ist nicht meine Mentalität. Ah, das war nicht mein Ansatz. Nee, nee, genau, wollte ich gerade sagen, war nicht dein Ansatz. Du bist fertig. Ja, ja, das müssen wir auch noch. Aber ich glaube, wir sind noch bei dem Groben und müssen uns langsam in das Feinere entwickeln. Ich würde gerne das Slido nochmal mit reinnehmen. Eva, hast du da irgendwas wahrgenommen? Ja, und zwar sind hier drei Fragen gekommen. Das eine ist, was kann die Kunststoffbranche gegen das Kunststoffbashing tun? Man hört extrem selten Gegenargumente, Vorteile bzw. generelle Aufklärung zu diesen Themen. Wer möchte von den dreien? Hat einer eine Vision? Wahrscheinlich alle erfolgreich Mehrwegsysteme einführen und die auch entsprechend mit PR-Arbeit, also von Verbänden zu unterlegen und sagen, wir können auch Mehrweg und wir wollen auch Mehrweg. Ich glaube, das ist ein hoher Weg für hohe Credibility. Mehrweg da, wo es passt, muss sich immer einschränken. Das muss ja wachsen. Das ist ja klar, weil ich schon wieder Kopfschütteln bei Herrn Schönloh zurecht. Nicht überall passt das. Aber das muss schrittweise kommen. Das ist eben auch das. Benedikt. Ach, um Gottes Willen, was soll ich dazu sagen? Ich bin ja zum Glück keine Kunststoffindustrie hier an der Stelle. Ich ernähre mich ja nur von euch. Nennt man das schon Schmarotzertum? Genau, ein parasitäres Verhalten ist es. Ich würde einfach sagen, man kann sicherlich mit Transparenz, kann man dagegen arbeiten. Aber du wirst es an der Stelle, kriegst du ja die Meinung so nicht umgedreht. Also es ist, wer in der Ecke steht, der kann argumentieren, so viel wie er möchte. Der kann nur darauf warten, dass der Schweinehirt irgendwann die Sau durch ein anderes Dorf treibt. Das ist am Ende des Tages so. Und mit Transparenz kann man sich so ein bisschen zeigen, kann man so ein bisschen seine Schutzschilde aufbauen und sagen, wir sehen das Problem, wir gehen das an, wir möchten da auch hin. Ja, und deshalb ist mir das ja auch so wichtig, wenn wir irgendwelche Strategien formulieren, dass es nicht heißt, wir möchten das alles nicht, sondern dass man eben sagt, hey, wir hätten gern Lenkungsinstrumente, das uns fordert, das uns fördert, aber das uns fair behandelt. Und das gilt jetzt nicht nur für die Kunststoffindustrie, das gilt am Ende des Tages für die gesamte Verpackungsindustrie. Denn das, was heute den Kunststoffen widerfährt, ist wahrscheinlich spätestens in zehn Jahren Gesamtverpackungs-Bashing. Wahrscheinlich. Kleine Stimmungsbild, Herr Schönloh, von Ihnen. Sehen Sie das denn als Problem an, dass wir den Konsumenten mehr aufklären müssen, was für Material er kauft? ### Learning-by-Doing in der Verpackungsinnovation Ist das auch etwas, wo Sie darauf abzielen oder sagen Sie, dem muss das eigentlich egal sein, wir müssen das so gut machen, dass er es eigentlich gar nicht merkt? Ich glaube, das ist langfristig der Weg. Unser Thema an sich ist so komplex. Als ich in das Recycling eingestiegen bin, 2017, 18, habe ich in Berlin das erste Mal die Recycler kennengelernt und diese ganzen Dinge, und da war ich schon 20 Jahre in der Verpackung. Da habe ich gedacht, ich wüsste was, aber wie wenig ich weiß, habe ich in jedem der Gespräche dann gelernt. Das ist so komplex, da kann sich kein Verbraucher, da kann sich noch nicht mal ein Politiker reinversetzen. Wir hatten in der letzten Woche großen Besuch von den Umwelt-NGOs, BUND, Deutsche Umwelthilfe, NABU, was ich nicht mehr vergessen habe, waren alle da, Umweltbundesamt, WWF. WWF war da, genau. Und das fand ich schon mal ein super Erfolg, dass die zu so einem Plastikmenschen kommen und hören sich das an. Das war eine wirklich gute Diskussion, deswegen sind die nicht immer gleich mit allem einverstanden, was man sagt, aber das ist eine vernünftige Diskussion. Es gibt aber dann immer wieder NGOs, will ich jetzt nicht sagen, wenig dafür halte, aber die brauchen einfach Mitglieder. Und dann ist es wunderbar, auf Plastik zu schimpfen, und dann zieht sich das erstmal wieder durch. Was ich für uns sage, ich behaupte, wir haben jetzt einen Beitrag gefunden, um den Stoffstrom zu schließen. Das ist bei weitem nicht der einzige, aber es ist mindestens mal einer. Und von daher lasse ich mir auch nicht mehr erzählen, dass Plastikbashing korrekt ist. Nee, für uns haben wir ein paar Lösungen gefunden, und deswegen muss das einfach auch mal runtergefahren werden. Und wie Sie gerade gesagt haben, Herr Kauertz, immer weglaufen, immer sich entschuldigen für irgendwas, da kommt man sowieso nicht weg. Nein, manchmal muss man auch die Nebenwirkung anerkennen und daran arbeiten. Und das sind wir, glaube ich, gerade auf einem guten Weg. Eva, einen gib uns noch. Wenn die ganzen PP-Regenerate kaskadiert in der Autoindustrie landen, wie können Sie selbst die PCR-Quoten in Ihren Verpackungen sicherstellen und hochhalten? Sehr gute Frage. Herr Schöne, haben Sie da eine Antwort? Nee, darauf hat keiner eine Antwort. Das ist genau das Thema. Deswegen wird es so spannend, wenn wir eine Rezyklateinsatzquote bekommen. Aus Brüssel und demnächst sollen wir, egal auf was jetzt mit diesen Credits, Zertifikate handeln, wie ich das heute Morgen vorgestellt habe, machen, oder über chemisches Recycling. Irgendwann wird eine Kunststoffverpackung aus PP neben der S-Klasse von Mercedes stehen, und die bewerben sich beide um ein Rezyklat. Und ob so ein Mercedes für 100.000 oder für 200.000 verkaufen, das glaube ich egal. Wir werden das Problem haben, und das ist ein riesen Thema. Von daher umso mehr wäre es notwendig, mehr Menge zu schaffen. Das ist genau der Grund, warum wir weg müssen von dem Mischverbot. Das ist ja genau das Problem, das heute bei PET stattfindet. Dass die Textilbranche einfach deutlich mehr pro Kilogramm bezahlen kann. Weil wenn man sich vorstellt, irgendwie so ein Schulranzen für die Kinder, die Erstklässler, der ist aus 10, 15 Flaschen hergestellt, und da wird ein Paket für 300 Euro verkauft. Also ich kann nicht 10 PET-Flaschen für 300 Euro verkaufen, das geht einfach nicht. Und das Problem kommt, und deshalb braucht es ein Steuerungsinstrument. Und das wird ja auch kommen. Im Moment ist es ja nur so, dass das Virgin Material billiger ist. Das muss man einfach korrigieren wahrscheinlich. Ich würde sagen, wir machen den Sack zu. Das war ein toller Podcast. Herzlichen Dank für diese ehrliche und spontane Bereitschaft hier einzuspringen. Ich glaube, das war auch für das Auditorium ein ganz anderes Format. ### Praxis-Dialoge besser als Vorträge Besser mal als ein Vortrag vielleicht. **Kategorien:** Barrierefolien, Biofolien, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** ansgar_schoenlau, Benedikt_Kauertz, IM-02-24, johan_loening --- ### [Wie Würmer beim Recycling helfen](https://inno-talk.de/wie-wuermer-beim-recycling-helfen/) **Published:** April 9, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ***Interview mit Eleonore Eisath*** **[Eleonore Eisath](https://www.innoform-coaching.de/referenten/eleonore-eisath)** ist zwar gelernte Produktdesignerin, arbeitet aber seit 2017 eher daran, Produkte wieder „verschwinden“ zu lassen. Nach ihrem Studium an der IUAV Venedig und der TU München hat sie sich in dem von ihr gegründeten Projekt **beworm** und als Projektleiterin bei **everwave** auf Kunststoffe und ihre Verwertung spezialisiert. Beworm forscht an einem biotechnologischen Prozess, bei dem mit Hilfe von Würmern und Mikroben Polyethylen so zersetzt werden soll, dass daraus wieder Rohstoffe gewonnen werden können. Seit November 2023 beschäftigt sie sich neben der Produktverwertung auch mit der recyclingfreundlichen Produktentwicklung, als Innovation Lab Lead bei der Frankfurter Verpackungsagentur MILK. Dort setzt sie auf **Design-for-Recycling Prinzipien**, um Kunden aus der Food&Beverage Industrie nachhaltige Perspektiven aufzuzeigen und neue Impulse für zirkuläre Verpackungen zu setzen. In unserem Podcast geht es um das Wiederaufbereiten von Polyethylen PE mithilfe der Natur mit Würmern und Mikroorganismen. Tauchen Sie mit uns ein in die Welt des Recyclings – aber dieses Mal anders – versprochen. Freuen Sie sich auf das muntere Gespräch mit Eleonore Eisath und Karsten Schröder. Unsere Podcasts sind auch verfügbar auf: - [Inno-Talk.de](https://www.inno-talk.de/podcast) - [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) - [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) - [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk) - [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) - [Youtube](https://www.youtube.com/@innoformcoaching/podcasts) Link zu beworm: Bei MILK. ist mein Steckenpferd das Innovation Lab , das wir aber auch gerade neu strukturieren. Weitere Informationen zu diesem Thema wird Eleonore Eisath auf der Tagung Umweltgerechte Kunststoffverpackungen in Würzburg geben.: [innoform-coaching.de/tagung/umweltgerechte-kunststoffverpackungen-2022\_1](https://www.innoform-coaching.de/tagung/umweltgerechte-kunststoffverpackungen-2022_1) ### Verwandte Episoden - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Recycling und Spouts: Gespräch mit Lea Middendorf von Pöppelmann](https://inno-talk.de/recycling-und-spouts-ein-gespraech-mit-lea-middendorf-von-poeppelmann/) - [Recycling und Nachhaltigkeit bei dm Drogeriemarkt](https://inno-talk.de/recycling-und-nachhaltigkeit-bei-dm-drogeriemarkt/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Heute im Innoform-Podcast zu Gast Eleonore Eisert. Sie hat eigentlich Design studiert, beschäftigt sich aber schon seit längerer Zeit mit nachhaltigen Konzepten, zum Beispiel bei Everwave, und hat die Firma BiWarm gegründet, die sich damit beschäftigt, wie man Polyethylen mit Mikroorganismen und biologischen Prozessen wieder verwenden kann bzw. abbauen kann. Auch das hat eine Relevanz für flexible Verpackungskonstruktion, denn aus Mehrschichtfolien könnte zum Beispiel nur das Polyethylen abgefressen werden, so wird sie jetzt gleich beschreiben. Freuen Sie sich auf diese etwas andere Podcast-Episode rund um flexible Verpackung. Herzlich willkommen im Innoform-Podcast Eleonore Eisert. Schön, dass du da bist. Danke für die Einladung. Eleonore, wir haben uns ganz modern kennengelernt über soziale Netzwerke. Du hast mich im Podcast gehört, hast mich über LinkedIn kontaktiert und so sind wir eigentlich zusammengekommen. Und ich war so begeistert von deiner Idee mit BiWarm, mit der wir gleich noch einsteigen, dass ich dich gleich eingeladen habe zum Podcast. Aber erzähl uns ein bisschen zuerst über dich. Du hast mir eben im Vorgespräch verraten, deine Eltern hatten ein Hotel. Wo ist das? Wo bist du aufgewachsen? Was hast du studiert? Erzähl mal. Ja, meine Eltern haben ein Hotel. Ich stamme ursprünglich aus Südtirol. Dem deutschen Publikum wird es bekannt sein von dem ein oder anderen Skiurlaub. Wir wohnen in den Dolomiten, also wirklich im schönsten Bereich von Südtirol, in der Nähe von Bozen. Ich bin in einem sehr kleinen Bergdorf aufgewachsen und ich glaube, das hat mich einfach auch stark geprägt, was das Interesse für Umweltthemen und so weiter angeht. Ich bin da ganz normal zur Schule gegangen, bin dann in der höheren Stufe in Bozen zur Schule gegangen. So läuft das in Südtirol. Also man muss immer in die große Stadt dann schon. Und dann ging es quasi ums Thema Studium und ich habe mich immer schon sehr dafür interessiert, Dinge irgendwie zu bauen oder irgendwie was zu erschaffen und gleichzeitig aber auch für kreative Dinge, für Kunst und so weiter. Und dann habe ich was über das Thema Industriedesign gelesen und dann war ich irgendwie total angetan, weil ich mir dachte, das ist ja eigentlich perfekt, weil das eine Kombination ist aus Technik und kreativen Arbeiten und in der Studienbeschreibung stand dann auch noch eine der Hauptskills, die man da lernt, ist Problem Solving. Und dann dachte ich mir so, ja, das ist doch perfekt. Ich will Probleme lösen und genau, dann bin ich nach Venedig und habe da meinen Bachelor in Industriedesign gemacht und genau, danach bin ich erst mal ins Ausland. Also bin eine Weile durch Südostasien, Australien und Neuseeland gereist. Und als ich dann wieder gekommen bin, war quasi die Frage, wie geht es jetzt weiter? Und dann habe ich einfach in größeren Städten nach Jobs gesucht und bin dann zufällig nach München gekommen, habe dann als Industriedesignerin in der Sportbranche gearbeitet und da habe ich aber ein bisschen festgestellt, dass das, was ich da entwickelt habe, nicht so wirklich diesem Problem Solving Gedanken entspricht. ### Von Design zu nachhaltiger Innovation Also ich habe im Prinzip schon interessante Sachen entwickelt, aber Dinge, die jetzt blöd gesagt keiner wirklich braucht. Und das hat dazu geführt, dass ich schon so ein bisschen auch in eine Krise geraten bin, weil ich dachte, dafür bin ich jetzt eigentlich nicht angetreten. Und dann habe ich mir gedacht, was ist jetzt die Konsequenz daraus und habe was über den Industriedesign Master an der TU gelesen. Und dieser Master hatte genauso eine Ausrichtung, wie ich mir das vorgestellt habe, ökologisch sozialer Schwerpunkt, wissenschaftlicher Schwerpunkt. Und dann habe ich da meinen Master gemacht, aus dem Master raus ist dann B-Roll entstanden. So, das ist die Kurzfassung. Das ist wirklich interessant, wie das Leben so spielt. Hat deine Herkunft da aus den Bergen was damit zu tun, dass du die Natur liebst? Du hast das eben im Nebensatz so ein bisschen ergänzt und deine Reisen spielen die eine Rolle. Hast du da auch schon das Problem, was wir ja mit Plastik wirklich haben, erlebt oder kam das erst später? Nee, absolut. Also ich habe das sogar schon als Kind wahrgenommen. Ich kann mich erinnern, dass ich als Kind viel im Wald war und dass ich da manchmal so Plastikteile gesehen habe und mich immer gewundert habe, wie kam das denn da hier in der Dolomiten, mitten irgendwo in den Wald hin? Und ich habe dann sogar mal so eine kleine Reinigungsaktion mit meinen Freundinnen gemacht und bin da durch den Wald getiegert und habe neben Fuchsskeletten auch eben noch einiges an Plastik gefunden. Und da hat sich das eigentlich so ein bisschen schon abgezeichnet. Und ich war auch schon früh Vegetarierin, weil ich mich für dieses ganze Nachhaltigkeitsthema schon früh interessiert habe. Und dann war das eigentlich eine relativ natürliche Entwicklung. Und auf den Reisen ist es mir natürlich vor allem in Südostasien extrem aufgefallen. Jetzt habe ich schon ein paar Podcasts gemacht mit Leuten, die ähnlich eingestiegen sind, so wie du. Und dann kam aber nie der Link wieder zum Kunststoff. Das hast du ja hingekriegt. Im Gegenteil, du sagst sogar, wir müssen mit dem Kunststoff auch natürlich umgehen. Und das ist ja eigentlich so ein Oxymoron, so etwas ist ja eigentlich Unsinn. Das funktioniert ja eigentlich gar nicht, denkt man erst. Aber du hast ja einen Weg gefunden. Wie kam es denn zu diesem Switch, dass du gesagt hast, Plastik ist nicht böse, das muss man aus dem Wald raus? Ja, da hat tatsächlich das Studium sehr viel Einfluss auf mich genommen. Wie gesagt, wir hatten starken Fokus auf Cradle to Cradle, auf Nachhaltigkeit. Wir wurden sehr früh auch mit den Ideen von Professor Michael Braungart und so weiter konfrontiert. Ich hatte dann auch das Glück, dass ich ihn interviewen durfte für meine Masterarbeit, danach zu ihm nach Lübeck eingeladen wurde. Und in meiner Masterarbeit habe ich mir gedacht, ich muss mir das Problem jetzt wirklich mal von innen anschauen. Also ich muss mich jetzt wirklich mal intensiv mit dem Thema Kunststoff und Müll auseinandersetzen. ### Müll und natürliche Ressourcenkreisläufe verstehen Was ist eigentlich Müll? Was macht das mit uns als Menschen? Was ist der Wert von diesen Ressourcen? Und was ich da ganz spannend fand, ist, dass das Konzept von Müll ja eigentlich kein natürliches Konzept ist. Also es gibt eigentlich im Prinzip kein Müll auch in einer Welt, die mit natürlichen Ressourcen funktioniert. Und es gab auch keinen Müll bis Anfang des 19. Jahrhunderts, bis es zur Urbanisierung und Industrialisierung kam. Wurde ja im Prinzip alles im Kreislauf gehalten. Und daher kam so ein bisschen der Gedanke, Kunststoffe müssen ja eigentlich auch im Kreislauf gehalten werden. Und an welcher Stelle ist dann hier der Bottleneck? Also an welcher Stelle hakt es denn bei diesem Material? Und dadurch kam ich so ein bisschen auf diese auf diese enzymatische Abbaugeschichte, mit der sich ja BiWaM beschäftigt. Also im Prinzip ist das Problem der Kunststoffe ja nicht, dass sie sich überhaupt nicht abbauen, sondern dass sie sich einfach viel zu langsam abbauen. Ganz genau. Ja. Und eigentlich haben wir das auch ein bisschen den Römern zu verdanken. Ich habe gerade jetzt spontan eingeworfen gelesen, das hier in Bologna. Ich bin ja hier in Tarifa in Andalusien zurzeit. Da hat man einen riesen Scherbenhaufen gefunden mit Tonkrügen. Also die hatten auch schon Einwegverpackung. Nur damals waren die aus Ton. Die haben eben das gleiche Problem. Die haben sich auch nicht abgebaut. Die liegen da auf riesen Halden. Und jetzt freut sich natürlich der Archäologe. Aber ansonsten ärgert man sich eigentlich nur, weil man außer Müll da nichts hat. Und so ähnlich ist es mit Plastik manchmal auch. Und erzähl noch mehr. Du hast dich dann mit Recycling-Technologien auch beschäftigt. Hast du erst einen technischen Ansatz gewählt oder bist du sofort in die biologische Abbaubarkeit reingegangen? Ich habe durch Zufall ein Paper gelesen von Federica Battucchini. Das ist eine italienische Forscherin, die in Spanien forscht, die auch immer noch auf dem Thema forscht und die ich mittlerweile auch kenne. ### Polymer-abbauende Enzyme wissenschaftlich erforscht Und sie war damals die erste, das war 2017, glaube ich, die erste, die da größere Aufmerksamkeit für das Thema im Polyethylen-Bereich erzielen konnte, mit einem ersten Paper über diese Wachsmotten. Aber damals wurde das ziemlich zerrissen, beziehungsweise es gab zwei Lager. Es gab erst einen großen Hype darum. Also es ging einmal um die Welt quasi. Und dann kamen natürlich wie immer sehr viele andere Wissenschaftler und haben versucht, den Gegenbeweis zu finden. Es wurde auch ganz schön hart gegen sie kritisiert. Was ich auch im Nachhinein sagen muss, finde ich nicht richtig. Aber in der Wissenschaft wird auch ganz schön ausgeteilt. Ja, das kann man lesen. Auf jeden Fall hat mich das dann so fasziniert, dass ich mir dachte, ich muss das jetzt irgendwie mal selber ausprobieren. Habe sie dann angeschrieben, habe gefragt, ob das irgendwie okay wäre. Sie meinte, ja klar, kein Problem. Und ich hatte das Glück, dass damals an der TU ein Labor aufgemacht hat, wo man quasi als Nicht-Biologe so einen Kurs machen konnte. Wie, jage ich mich nicht in die Luft im Biologielabor, mehr oder weniger. Und dann durfte man da selber experimentieren. Und ich habe dann wirklich einfach die Würmer gekauft und das mit verschiedenen Kunststoffen getestet und festgestellt, da passiert was beim Polyethylen. Und was eben auch super spannend war, ist, dass diese Würmer sich nicht nur da durchfressen konnten, sondern auch in langem Zeitraum auf dem Polyethylen überlebt haben. Und unter anderem, also die spinnen so einen Proteinfaden, hat sich auch dieser Proteinfaden komplett verändert. Das sah dann ganz lustig aus, weil die spinnen sich so ein und die haben sich dann in so kleine Plastiksäckchen eingespinnt. Ist ja witzig. Ja, und auf jeden Fall war ich dann irgendwie natürlich noch mehr angetan und habe mir gedacht, okay, also irgendwas ist da. Und dann ging es eigentlich erst richtig mit Biome los. Dann habe ich Biologen gefunden, die mir da geholfen haben. Und dann wurde erst eigentlich quasi die richtige Arbeit gemacht. Haben wir angefangen, Bakterien zu isolieren und so weiter. Und ja, parallel hat sich dieses ganze Thema auch weltweit weiterentwickelt, was mich sehr glücklich macht. Also ich habe das Gefühl, ich halte irgendwie einen guten Riecher. Absolut. Auch wenn ich jetzt natürlich noch lange nicht finanziell oder sonst was davon profitiere, profitiere ich ideell davon. Und es ist ein mega spannendes Thema. Es ist nach wie vor super forschungslastig und nach wie vor gibt es in der Kunststoffwelt oder auch in der ganzen Recyclingwelt, wie bei vielen Themen, sehr konträre Lage und sehr viele Meinungen dazu. Aber ich glaube, dass es additive, also zusätzliche Methoden braucht, um unser Kunststoffproblem, was wir ja wirklich haben, zu lösen, sind wir uns, glaube ich, einig. ### Mechanisches und chemisches Recycling Methoden Ich habe das gemacht, auch mit professionellen Entsorgern. Wir haben jetzt das Inno-Meeting vor uns. Da wird auch wieder Presero sprechen, die mit technischen Methoden im Moment versuchen, dem Problem herzuwerden und daraus auch ein Geschäftsmodell zu kreieren, was ich sehr sinnvoll finde. Denn ich glaube nur, wenn es ein Geschäftsmodell dahinter gibt, dann wird sich auch was verändern. Und die schaffen das, glaube ich, mit den Methoden, die wir kennen. Ich sage mal mechanisches Recycling, chemisches Recycling, vermeiden, Mehrwegsysteme. Aber all das hat Grenzen. Das ist nicht wie du schon sagst. Wir produzieren trotzdem am Ende des Tages Müll. Deswegen lassen wir uns etwas tiefer einsteigen in dieses enzymatische Recycling. Was ist das überhaupt erst mal als Begriff: mechanisch und chemisch? Hab ich jetzt gerade schon genannt, aber enzymatisch kennen unsere Hörer vielleicht gar nicht im Detail. Was ist das? Ja, erkläre ich gerne. Also erst mal noch als Kommentar zu deiner Aussage gerade. Ich bin absolut bei dir. Ich finde, die Technologien sollten sich ergänzen. Wir haben eine so hohe Komplexität an Fraktionen und an Stoffströmen, dass sich für mich das überhaupt nicht widerspricht. Genau, also das enzymatische Recycling ist eigentlich eine Unterart des Advanced Recycling, zu dem ja eigentlich auch das chemische Recycling gehört. Und im Prinzip ist die Grundidee genau dieselbe. Also wie im chemischen Recycling geht es darum, das Polymer aufzubrechen, in kürzere Ketten im Monomere oder Oligomere, jetzt im Fall von Polyethylen in Oligomere und daraus wieder Rohstoffe zu generieren, die wieder in der Kunststoffindustrie gleichwertig zu Virgin Feedstock eingesetzt werden können. Der Unterschied zum chemischen Recycling ist, dass enzymatische Prozesse unter milden Reaktionsbedingungen passieren. Das heißt, man hat einfach diesen hohen Energieaufwand nicht. Das ist ja der Hauptkritikpunkt am chemischen Recycling, weil so eine Pyrolyse mit hohem Druck und hohen Temperaturen hat ja immer das Energieproblem. Natürlich gibt es da auch schon viel Fortschritt, aber genau. Soweit die Grundidee. Also im Prinzip macht man sich natürliche Prozesse zu eigen und versucht, die hochzuskalieren und zu optimieren. Wo das schon relativ gut funktioniert, ist bei Polyestern, weil mittlerweile sehr viele Esterasen, also sogenannte Ester abbauende Enzyme gefunden wurden, die Polyester wie zum Beispiel PET in Terephtalsäure und Ethylenglykol zerlegen können. Und man nimmt dann quasi dieses Enzym her, also diese Petasen im Fall, versucht zu verstehen, wie genau der Abbau funktioniert und versucht, genau diesen Prozess zu optimieren und hochzuskalieren. Und am Ende kann man sich das so vorstellen, wenn man über diesen enzymatischen Weg geht, dass man das wirklich in großen Bioreaktoren abbauen kann. Man braucht auch keinen Organismus mehr drumrum. Also man braucht nicht zwangsläufig das Bakterium, das das Enzym produziert, sondern man macht das quasi in einem biotechnologischen Prozess. ### Oligomere und Kunststoff-Abbauprodukte nutzen Wie muss ich mir das vorstellen? Was da überbleibt? Was mache ich dann damit? Da bleibt ja was über. Du hast gesagt Oligomere. Die können ja teilweise auch noch sehr viel reaktiver sein als jetzt zum Beispiel so ein langkettiger Kunststoff. Der ist ja erst mal in Ruhe. Der macht jetzt erst mal nichts mehr in der Natur. Der liegt da rum und zingelt vielleicht noch einen Hals von der Schildkröte. Das sind immer diese KI-Bilder, die wir überall sehen. Aber was machen die Oligomere? Sind die nicht gesundheitsgeschädlich? Sind die nicht gefährlich in irgendeiner Form? Könnte ich mir vorstellen, oder? Also dazu können wir im PE-Bereich wirklich noch kaum Aussagen treffen, weil wir da noch gar nicht so weit sind, dass wir wirklich einen skalierten Prozess haben. Also im Polyethylen-Bereich wissen wir bis jetzt, dass wir Abbau beobachten, dass wir verschiedene kurzkettige Alkane messen können im Abbau. Also dass wir quasi sehen, dass wirklich was passiert. Wir sind aber noch nicht so weit, dass wir sagen, dass wir zielgenau Oligomere da jetzt rauskriegen können aus dem Prozess. Welche das sind, wie die aufgereinigt werden, wie die separiert werden. Das steht alles noch in den Sternen. Und deshalb ist das halt auch noch so ein langes… Hattest du ja schon erwähnt, dass es noch einen Forschungsstatus hat, letztendlich. Genau. Also ist es nicht so, dass ihr jetzt schon wisst, ich hab jetzt hier so und so lange Ketten und die kann ich neu polymerisieren und dann mach ich einen neuen Kunststoff, oder? Nee, so weit die Theorie. Also aber wir haben aktuell noch verschiedene Kettenlängen, verschiedene Ergebnisse. Es ist alles noch nicht gestreamt. Wo es, wie gesagt, also wir beschäftigen uns nicht mit Polyestern. Wir beschäftigen uns nur mit Polyethylen. Andere Teams und auch eine Firma, eine bestehende Firma, Carbius heißt die, beschäftigen sich mit Polyestern. Da ist das Ganze schon wesentlich gezielter. Ich kann jetzt auch nicht im Detail sagen, wie die jetzt ihre Monomere aufreinigen. ### Enzymatische Prozesse optimieren und skalieren Es hört sich für mich alles an, als ob das schon ein gutes Stadium erreicht hat. Die sind jetzt quasi so weit, die können am Tag eine Tonne PET prozessieren in neun Stunden ungefähr. Und die sind gerade dabei, die erste größere Pilotanlage zu bauen. Das macht ja Mut erst mal auch für die Polyethylen-Idee. Das macht Mut. Genau. Also ich bin der Meinung, es ist für mich einfach so logisch, dass wir diese Art von Prozessen optimieren, Prozesse optimieren, weil wir im Prinzip ja nur das machen, was die Natur macht und versuchen, das zu beschleunigen. Wie schnell wir jetzt aber darin sind und wie gut wir das verstehen können, das steht auf einem anderen Blatt Papier. Was uns da aber extrem hilft, sind die Entwicklungen in der Generative AI auch, weil man Enzymoptimierung dadurch sehr beschleunigen kann. Versuchsaufbauten rechnen lassen kann, Abschätzungen schon mal machen lassen kann, wo man sonst Jahre für braucht. Die KI kann da schon helfen. Und wenn man da mit gesundem Menschenverstand rangeht, ganz klar. Es gibt noch einen anderen Begriff, den wir noch klären müssen. Hattest du mir auf den Zettel geschrieben? Biokatalytisches Recycling. Wir wollen ja ein bisschen was Neues lernen auch in diesem Podcast. Erzähl mal, was ist das denn jetzt wieder? Ja, das ist im Prinzip das Gleiche. Der Katalysator ist das Enzym. Also im Prinzip ist das einfach ein Synonym für das enzymatische Recycling. Also es ist ein aus natürlichen Systemen basierender Recycling-Prozess, der sich natürliche Proteine, in dem Fall Enzyme, als Katalysator hernimmt und dadurch den Abbauprozess beschleunigt. Ich habe neulich gelesen, diese Katalysetechnik ist vergleichbar mit der KI nur mit Chemie. Ist vielleicht ein weiter geholter Vergleich, aber ich fand den Vergleich irgendwie so witzig. Deswegen ist er mir irgendwie im Gedächtnis geblieben. Die Katalysik macht ja nichts anderes als chemische Vorgänge zu beschleunigen. Genau. Und das kann anscheinend die Natur auch sehr gut, oder? Ja, also da müsste ich jetzt unsere Biochemiker, Biologen in den Call holen. Ich will mich da auch nicht zu weit aus dem Fenster wehren. Ich bin absolut keine Expertin. Alles, was ich weiß, ist über Bioim gekommen und über sehr viel Lesen und so weiter. Aber ich würde mir da jetzt nicht anmaßen, dass ich da jetzt wirklich tief was davon verstehe. ### Enzyme und Mikroben technisch einsetzen Aber was mich so sehr daran fasziniert, ist, dass man wirklich Enzyme und auch Mikroben so einsetzen kann für technische Verfahren und vor allem Enzyme auch wirklich programmieren und steuern und optimieren kann, ähnlich wie Software. Und das fasziniert mich total. Da gibt es wahnsinnig viel Potenzial, gerade eben in diesem Enzym-Bereich. Und es gibt zum Beispiel auch verschiedene Enzyme-Engineering-Programme wie Google AlphaFold. Da ist quasi das Grundprinzip, wenn man ein Enzym hat, aber es funktioniert noch nicht optimal, kann man es in verschiedenen Faltungen dadurch simulieren und dadurch die Funktion optimieren. Das finde ich einfach wahnsinnig faszinierend, dass man aus einer Aminosäuren-Sequenz mit verschiedenen Faltungen sowas vorhersehen kann und optimieren kann. Und ich bin so gespannt, was da in den nächsten Jahren noch passiert in dem Bereich. Absolut. Du hast eben schon erwähnt, dass man sich durchaus vorstellen kann, auch relevante Mengen zu skalieren später. Beim Polyester sind wir ein bisschen weiter. Polyethylen könnte den gleichen Pfad beschreiten. Aber ich will noch mal eben auf das andere Thema Everwave kommen. Du hast auch da dich engagiert. Erklär kurz ein bisschen das Projekt und dann kommt meine Frage. Ja, ich habe mich, also mein Grundgedanke ist eigentlich immer noch der von der Masterarbeit. Ich versuche mich möglichst tief mit der Thematik auseinanderzusetzen. Also möglichst tief mit dem Thema Recycling, Kunststoffe, Müll und das von allen möglichen Seiten zu betrachten. Und deshalb war auch so ein bisschen, also ich habe mir ganz am Anfang von meiner Reise, wenn ich es jetzt mal so reingeschrieben werde, Experte auf dem Gebiet, das so als Ziel. Und ich bin noch jahrelang davon entfernt, aber ich versuche wirklich alles zu machen, damit ich dieses komplexe Bild für mich im Kopf irgendwie zusammenkriege. Und deshalb kam auch die Entscheidung bei Everwave, einem Startup, das sich mit Reinigung von sehr verschmutzten Gebieten beschäftigt, mitzumachen und da eine Zeit als Projektleiterin zu verbringen. Und es ist auch eben ein superspannendes Startup aus Aachen, die relativ früh erkannt haben, dass das Problem nicht so gut im Meer beseitigt werden kann, weil natürlich aus bekannten Gründen, sondern dass man eher im Fluss ansetzen muss, weil der Fluss den Kunststoff oder was auch immer, die verschiedenen Müllarten ins Meer spült und man kann auf wesentlich kleinerem Raum da sehr gezielt drauf zugreifen. War total spannend. Ich habe mich da in erster Linie damit beschäftigt, neue Standorte zu finden. Und traurigerweise habe ich das über Google Maps machen können, weil es so krass ist. Also es ist wirklich… Manchmal habe ich auch ein bisschen den Mut verloren zwischendrin, weil die Vermüllung wirklich ein so unfassbar großes Problem ist, dass ich glaube, die Leute nicht mal ein Zehntel des Gefühls haben von dem, was es wirklich ist. Und das liegt uns aber nicht am bösen Kunststoff, sondern das liegt an der fehlenden Infrastruktur, an der fehlenden Bildung, an den fehlenden zirkulären Systemen, an x anderen Faktoren. Und ja, es ist einfach eine Mammutaufgabe, das Problem anzugehen. Genau. Und da wollte ich eigentlich jetzt nochmal mit der Frage einhaken, die kannst du vielleicht noch nicht endgültig beantworten, aber mich treibt das um, aufgrund dessen, was ich jetzt schon gelernt habe. Kannst du dir vorstellen, dass so eine enzymatische Katalyse vom Menschen optimiert auch in der Natur stattfinden kann, um solche Meere wiederzureinigen? Das ist natürlich sehr weit weg, aber ist das etwas, woran du gearbeitet hast? ### Mikroorganismen passen sich Kunststoffen an Kannst du uns da ein bisschen Insights geben? Wie ist deine Einschätzung? Ja, also dafür sind wir leider noch zu weit weg. Wir sind jetzt weltweit wissenschaftlich gesehen an dem Punkt, wo wir versuchen, möglichst tief zu verstehen, wie diese Abbaumechanismen funktionieren, zum einen, und möglichst viele Mikroorganismen, Enzyme und Pilze und so weiter zu finden, die solche Fähigkeiten entwickeln. Die gute Nachricht ist, je länger wir warten, desto mehr solche Kleinstlebewesen werden sich anpassen und überall, wo es was gibt, wird es von irgendwem gefressen. Eine aus unserem Team ist Mikrobiologin und die macht immer gerne das Beispiel, dass sogar im Kühlwasser von Atomkraftwerken Mikroben leben und sich da fröhlich vermehren. Also es gibt eigentlich quasi zu jedem Substrat einen Abnehmer. Und wenn es noch keinen gibt, dann entwickelt sich einer. Also die Zeit spielt uns da so ein bisschen in die Karten. Es wird immer mehr Forschung dazu geben, es wird immer besser werden, wir werden das immer besser verstehen. Dass wir jetzt wirklich gezielt hergehen können und das so gezielt aufreinigen können, dafür sind wir noch relativ weit weg, aber das wäre natürlich eine sehr schöne Vorstellung. Das Problem dabei ist so ein bisschen, zum einen gibt es ja sehr viele verschiedene Kunststoffarten und für jede Art von Kunststoff bräuchten wir ein anderes Enzym, andere Fresser sozusagen. Und dann haben wir ja keine kontrollierten Reaktionsbedingungen in der offenen Umgebung. Also wenn wir uns zum Beispiel das Meer anschauen, dann wären ja die Bedingungen an der Oberfläche ganz anders als die Bedingungen am Grund zum Beispiel. Und da kann man ja keine gezielte Reaktion ablaufen lassen. Also im Moment konzentriert sich das enzymatische Recycling auf einem geschlossenen Kontext, dem Bioreaktor, weil man sonst einfach keine kontrollierte Reaktion ablaufen lassen kann. Aber wir hoffen mal auf die Zukunft. Absolut. In der Theorie ist es auf jeden Fall eine Technologie, die das können könnte. Und es entwickelt sich ja auch von der anderen Seite was. Es gibt ja in Hannover den Lehrstuhl vom Prof. Endres zu den bioabbaubaren Biokunststoffen, die sich also sowieso schon abbauen. Und da kann man ja vielleicht auch was zusammenwerfen. Wenn man versteht, wie solche katalytischen Prozesse ablaufen, was du gerade beschrieben hast, und andererseits versteht, wie diese Kunststoffe aufgebaut sein müssen, damit sie sich auch schon heute in der Natur abbauen. Vielleicht nicht am Meeresgrund, aber doch zumindest im Wald, damit wir sie nicht mehr einsammeln müssen. Da kann ja was zusammengehen. Da gibt es tatsächlich auch schon einiges, also nicht einiges, aber ein paar Versuche, auch wieder von dieser französischen Firma, die haben ein Tochterunternehmen, das nennt sich Carbiolys. Und die bespicken quasi, ich glaube, es ist PLA, mit Enzymen, die das dann kontrolliert abbauen. Also das ist genau dieses Prinzip, dass man schon im Material den Abbaumechanismus miteinbaut. Und man sagt ja, es gibt nichts Mächtigeres als die gute Idee zur rechten Zeit. Und vielleicht sind wir gerade an so einem Punkt, wo genau diese Idee, Natur und Technik mehr miteinander zu verknüpfen, gerade auch für die Verpackungsindustrie, für die ich ja hier heute spreche, auch eine Lösung darstellt, wenn wir merken schon enormen Druck auf der Kunststoffindustrie. Andererseits bauen die großen Hersteller riesige neue Fabriken. ### Rohöl-Alternative durch Recycling-Engagement fördern Aber der Trost ist, alle engagieren sich auch in Recyclingprojekten, weil sie auch merken, dass das mit dem Rohöl irgendwann hinterfragt wird, genauso wie mit dem Fleischessen übrigens. Ich will jetzt hier keine politische Debatte aufmachen, aber vom Prinzip her ist es immer das Gleiche. Wir müssen einfach mit der Natur und nicht gegen die Natur leben. Ist doch logisch. Genau. Jetzt möchte ich noch einen Schlenker machen. Also ich traue unseren Zuhörern heute eine ganze Menge zu. Aber du bist so interessant mit deinem Lebenslauf und deinen Aktivitäten, dass das einfach sein muss. Jetzt bist du bei einer Werbeagentur im weitesten Sinne. Ich übertreibe mal ein bisschen. Ich würde es jetzt nicht als Werbeagentur bezeichnen. Aber die Firma heißt MILK. Erzähl ein bisschen, was machst du da und was machen die? Ja, also immer im gleichen Prinzip, dass möglichst viel von allen Seiten verstehen. Bin ich jetzt auch auf dem Thema Design for Recycling unterwegs. MILK ist eine Verpackungsagentur. Also ich würde es jetzt nicht als Werbeagentur bezeichnen. Beschäftigt sich natürlich auch mit Branding, aber Werbung ist dann doch ein bisschen was anderes. Sehr renommierte Verpackungsagentur aus Frankfurt im Food- und Beverage-Bereich und auch schon lange engagiert im Bereich Nachhaltigkeit. Und ich bin da jetzt dazu gekommen, um das Thema weiter auszubauen. Also wir haben da das sogenannte Innovation Lab, das wir jetzt gezielt aufbauen wollen und ausbauen wollen. Und das Ziel dieses Innovation Labs ist es einfach, die Verpackung ganzheitlich zu denken. Also wirklich von der ersten Idee bis zum Point of Sale alles durchzudenken und auch wirklich zu versuchen, sowohl den Kunden als auch den Konsumenten ein bisschen mehr Gefühl für Materialitäten, für Möglichkeiten im Recycling, für die Komplexität des Themas zu geben. Soweit die Idealvorstellung. Ja, es ist natürlich auch noch ein weiter Weg. Wir sehen, dass aktuell noch viele Kunden auch vielleicht noch ein bisschen abwarten mit dem Thema. Aber wir wissen ja alle, was auf uns zukommt mit Packaging and Packaging Waste Regulation. Das heißt, lange ist es nicht mehr hin und wir versuchen einfach sehr früh damit zu helfen und vorne dabei zu sein und ja, und da uns einzusetzen. Die Plastiksteuer wird kommen. Das wissen wir alle. In Spanien gibt es sie schon. England hat gerade erhöht zum April. ### Verpackungsdesign und Recyclingfähigkeit verbessern Auch das wird uns treffen. Und wer da recyclingfähiger ist, hat einfach Vorteile. Wie auch immer man auch Recyclingfähigkeit später in 10, 15 Jahren vielleicht definiert, sicherlich ganz anders als wir es heute noch tun. Aber diese Idee mit der Werbeagentur möchte ich noch kurz auflösen. Ich habe bewusst Werbeagentur gesagt, denn letztendlich ist die Verpackung der wichtigste Werbeträger für den Verkauf des Produktes. Und das ist nicht negativ gemeint, sondern wir müssen ja um den Verkauf eines guten Produktes auch werben, weil die Vielfalt so groß ist. Und da spielt natürlich die Verpackung, gerade dann, wenn sie noch Nachhaltigkeit zeigt durch ihr Erscheinungsbild, spielt natürlich noch eine wesentlich bedeutendere Rolle, als wenn man da einfach nur einen Aufdruck drauf macht. Ich bin Milch, kaufe mich. Ja, absolut. Ich koste 99 Cent oder sowas. Ich finde, die Brücke, die wir jetzt schlagen müssen in den nächsten Jahren, ist zwei sich leicht widersprechende Pole zu vereinen. Und zwar zum einen das Design for Selling, was du jetzt gerade als Werbung bezeichnest. Also würde ich dir absolut recht geben. Das wird immer relevant bleiben, weil wenn es keiner kauft, dann interessiert es einfach auch keinen. Und das Design for Recycling – also ich habe das so ein bisschen im Kopf, dass sich das schon so ein bisschen widerspricht. Aber mein großes Ziel ist es, irgendwie die zwei Welten zusammenzuführen, weil wir haben ja im Design for Recycling – geht es ja sehr viel um Standardisierung, Monomaterial, keine Einfärbung, kein Material, nichts und so weiter. Und in Design for Selling geht es ja immer darum, laut auffällig, kaufe mich und so weiter. Aber ich glaube halt, dass gerade diese Einschränkungen in der Materialität und auch in der Optik uns ganz neue Ästhetik auch hervorbringen können und uns vielleicht noch kreativer machen. Also ich habe vor kurzem ein kleines Gedankenexperiment gemacht. Das nennt sich All You Can Pet. Und da habe ich mal versucht, einfach mit Generative AI alles Mögliche im Standard Kunststoff-PET-Behälter zu packen. Und es hat eine erstaunlich interessante Ästhetik – einfach nur so ein transparenter Mono-PET-Behälter mit einem weißen HDPE-Deckel und da drin alles Mögliche. Und ja, habe da so einen kleinen Artikel dazu gemacht. Jens – Interessierte können sich das gerne anschauen. Ich fand es einfach mal einen interessanten Gedanken zu überlegen, mit welchen einfachen Mitteln können wir auch trotzdem noch die Ästhetik erzielen, die wir wollen. Wir machen ja immer zu unserem Podcast auch kleine Show Notes mit ein paar Links. Packen wir mit rein, wenn du sie mir zur Verfügung stellst. Ich finde es immer ganz, ganz wunderbar. Ich merke jetzt schon, Forschung und Industrie bewegen sich aufeinander zu. Auf welchem Level sind die mittlerweile? Was würdest du sagen? ### Bio-Recycling Industrie bewegt sich vorwärts Wann geht es los mit Bio-Recycling denn nicht mal. Man bewegt sich aufeinander zu, würde ich sagen. Also eigentlich genau, wie du es gerade beschrieben hast. Die Industrie hat es auf jeden Fall auf dem Schirm. Also das war auch von Anfang an bei B+K, muss ich sagen, wie schnell wir von sehr, sehr großen Playern da abgefischt wurden und abgehört worden und so nach dem Motto, ja, wie weit seid ihr? Was geht das jetzt schon oder geht es nicht und so weiter. Gerade die petrochemische Industrie interessiert sich sehr dafür, auch aus dem Grund, weil sie jetzt natürlich so langsam nach alternativen Rohstoffquellen suchen. Aber auch Brand-Owner, also auch die klassischen Food & Beverage großen Brands interessieren sich sehr für alternative Recycling-Touren. Auch weil natürlich Verbund und so weiter nach wie vor für mechanisches Recycling eine riesen Herausforderung ist. Und das ist übrigens eine sehr interessante Sache beim enzymatischen Recycling. Enzyme sind substratspezifisch. Das heißt, sie bauen nur das ab, was sie abbauen sollen. Und deshalb könnte das besonders interessant sein für Verbund, auch für Papier, PE-Verbund zum Beispiel. Und man merkt ja auch, dass viele Produktdesigner, die sich mit flexiblen Verpackungen, die wir im Moment für die ich stehe beschäftigen, auch sich bemühen, die wieder trennbar zu machen, die vielen verschiedenen Verbundschichten. Es scheint sich wohl abzuzeichnen, dass man nur mit Monomaterialen natürlich nicht alles hinkriegt. Aber man kann schon mal vereinfachen und dann das Ganze auch wieder separierbar machen. Die Getränkekartons sind ein großes Beispiel. Die kriegen sogar das Aluminium wieder raus mit dem PE abgelöst und so weiter. Aber es sind alles noch Anfänge. Kann auch bei solchen komplexen Strukturen dein Verfahren, was du jetzt gerade beschrieben hast, also dass der Bio-Abbau irgendwie weiterhelfen, wenn man sehr komplexe Strukturen hat? Oder ist es immer nur eine reine Polyethylenfolie? Nein, genau, also, wie gesagt, alles noch to be tested. Aber in der Theorie durch diesen spezifischen Angriff, wenn ich jetzt z. B. einen Verbund habe und ich habe auf einer Lage Polyethylen und ich habe das Alu und ich habe das Papier und es entsteht keine Störung der Reaktion durch Papier oder Alu, kann das Enzym in der Theorie die PE-Schicht abbauen zu den Oligomeren und der Rest kann anderweitig verwertet werden. Vielleicht klassisch recycelt, mechanisch, wie man das heute macht, ganz genau. Genau, also wir haben das auch immer nach außen als Ergänzung zum mechanischen Recycling beworben, weil ich auch, wie das schon vorher erwähnt hast, sehr viel Potenzial im mechanischen Recycling nach wie vor sehe und alles, was mechanisch recycelt werden kann, soll bitte nach wie vor mechanisch recycelt werden, weil es einfach energieeffizienter sein wird, zumindest für eine lange Zeit und für viele Stoffe einfach Sinn macht. Ganz klar. Für Lebensmittelverpackung tun wir uns schwer, das wieder einzusetzen, weil wir da keine gute Qualität im Moment aus dem mechanischen Recycling rauskriegen, um da wieder Lebensmittel, die das, was für uns Menschen das Wichtigste ist, ja einzupacken. Aber warum nicht Turnschuhsohlen aus recyceltem Material machen oder noch besser, wie ich jetzt gelesen habe, ich bin nämlich Läufer, Hobbyläufer, Turnschuhsohlen so zu generieren, dass der Abrieb, der nicht unerheblich ist, von allen Läufern auf der Erde und von allen Schuhen auf der Erde, dass der sich wieder abbaut. Und da gab es ja gerade einen großen Shitstorm von einem großen Turnschuhhersteller, der das einfach mal plastisch gemacht hat. Und leider ging der Schuss nach hinten los. ### Mikroplastik und Konsumentenbewusstsein wichtig verstehen Der hat nämlich gezeigt, was heute mit normalen Schuhen an Mikroplastik passiert und leider hat er das etwas unterschätzt. Und jetzt kommt er mit seinen bioabbaubaren Sohlen nicht so richtig an den Start. Also das sind so kleine Anekdoten. Da muss sich eben Forschung und Werbeagentur und Industrie noch mal weiter aufeinander zubewegen, glaube ich. Ja, und ich glaube, was auch ganz wichtig ist, vor allem auch für den Konsumenten, einfach zu verstehen, dass es die eierlegende Wollmilchsau nie geben wird. Also es wird kein Material geben, was für alles funktioniert. Es wird kein Verfahren geben, mit dem wir alles abbauen können. Dafür ist unsere Welt einfach zu komplex. Und ja, also alles, was in so eine pauschale Richtung geht, wie keine Ahnung, lass uns Kunststoff verbannen, lass uns nur Papier machen. Das macht alles keinen Sinn, wenn man wirklich auch nur minimal in der Thematik drin ist. Eine Welt ohne Kunststoff wollen wir uns heute nicht mehr vorstellen, muss man wirklich sagen. Das ist ein großer Segen gewesen. Aber wir haben in manchen Punkten auch übertrieben. Das kann man nicht anders sagen. Ganz zum Schluss habe ich immer noch so eine Überraschungsfrage, weil sie soll von Herzen kommen, die Antwort. Was wünscht dir von unserer Industrie, der Flexpack-Industrie bezogen auf deine Vision der Kreislaufwirtschaft? Gibt es da etwas, was du als Appell vielleicht an die Folien- und Verbundfolienhersteller richten möchtest? Ja, im Prinzip eigentlich auch das Gleiche, was ich gerade gesagt habe, einfach mit offenen Augen und offenem Verstand weiter vorangehen, nicht denken, was immer schon so gemacht wurde, muss jetzt auch für immer so gemacht werden. Offensein für andere Industrien. Also was ich manchmal beobachte, ist, dass auch so die Kunststoffindustrie und die Papierindustrie sich so feindlich gegenüberstehen. Finde ich auch nicht sinnvoll. Also wir sind wirklich in einer Situation meiner Meinung nach, wo wir uns einfach an Lösungen orientieren müssen und überlegen müssen, wie verpacke ich dieses und jedes Produkt sinnvoll? Ist es Monokunststoff? Ist es beschichtetes Papier? Ist es vielleicht ganz was anderes? Und es wird immer ein komplexes Thema bleiben. Und ich wünsche mir einfach von allen in diesem Thema, dass sie nicht simple Lösungen verkaufen für komplexe Thematiken, sondern die Komplexität des Themas anerkennen und versuchen sich dadurch zu wuscheln. Finde ich genau richtig. Weg mit Greenwashing, her mit Green Recycling – könnte das auch so sein. Das war ein tolles Interview. Die halbe Stunde ging um wie im Flug. Wir haben leicht überzogen. ### Biorecycling und umweltgerechte Kunststoffverpackung lernen Dankeschön, liebe Leonore. Danke dir. Wer mehr über das Thema umweltgerechte Kunststoffverpackung und Biorecycling lernen möchte, ist herzlich eingeladen nach Würzburg – im Juni treffen wir uns wieder zur Tagung umweltgerechte Kunststoffverpackung beim Süddeutschen Kunststoffzentrum. Weitere Informationen finden Sie in den Show Notes oder auf innoform.eu. Ich freue mich auf Sie. **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** eleonore_eisath, Podcast, UM-06-24 --- ### [So fördern zunächst ungeliebte EU-Richtlinien Innovatione](https://inno-talk.de/so-foerdern-zunaechst-ungeliebte-eu-richtlinien-innovatione/) **Published:** April 24, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Hallo, ich bin der neue Easy Opening Verschluss – dein Held auf dem Getränkekarton! Daran hat die EU nicht gedacht, als sie mir vorschrieb, auf der Verpackung zu leben. **Bleib an meiner Seite, ich zeige dir die Welt der Getränke neu!** Hey, ich bin’s, der brandneue Verschluss, der nie von deiner Getränkeverpackung abhaut. Warum ich so cool bin? Weil ich dranbleibe, egal was passiert. Ich bin wie der treue Freund, den du nie verlierst – immer an deiner Seite! **Aufmachen leicht gemacht – auch für Morgenmuffel!** Ich weiß, dass es morgens schwer ist, die Augen zu öffnen. Aber keine Sorge, mit mir musst du nicht kämpfen. Ein kleiner Handgriff und schon ist die Milch da! Kein Kleckern, kein Fluchen. Und wenn du genug hast, machst du mich einfach wieder zu. So einfach kann das Leben sein! **Sicher wie Fort Knox!** Ich habe noch eine coole Funktion: den Originalitätsverschluss. Das ist, als würde ich dir versprechen, dass niemand außer dir an dein Getränk kommt. Wenn du ihn öffnest, weißt du, dass du der Erste bist. Ein gutes Gefühl, oder? **Umweltfreundlich – weil ich nicht weglaufe!** Ich bleibe an der Verpackung und verschwinde nicht als Einzelteil im Müll. Weniger Plastik für die Umwelt, mehr grünes Gewissen für dich! Und weil du mich immer wieder verschließen kannst, hilfst du, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Das macht uns zu einem tollen Team für die Erde! **EU-konform – ich halte mich an die Regeln!** Und falls du es noch nicht wusstest: Ich halte mich voll und ganz an die [EU-Richtlinie 2019/904.](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32019L0904) Die besagt, dass ich und meine Kumpels, die anderen Stöpsel, nicht von der Verpackung weglaufen dürfen. Wir bleiben, wo wir sind, um weniger Müll zu produzieren. Ist das nicht toll? **Probier mich aus – und tue Gutes!** Also, lass uns zusammen aufmachen, schließen, trinken und das Ganze wiederholen! Ich verspreche dir, mit mir wird die Entsorgung nie anstrengend. Gemeinsam machen wir deine Getränke sicher, bequem und umweltfreundlich. Und das Ganze macht auch noch Spaß! Probier mich aus und du wirst sehen, wie einfach und sauber dein Trinkleben sein kann! *PS: Und ein herzliches Dankeschön an alle, die Wiederverschlüsse für Einwegverpackungen nicht nur EU-konform und kostenoptimiert weiterentwickeln, sondern echte Innovationen hervorbringen, wie dieses Video zeigt.* *Karsten Schröder* *(mit Unterstützung von ChatGPT)* Video: [Innoform – liefert Flexpackwissen](https://www.linkedin.com/article/edit/7188878908337836032/) , [Jan Schröder](https://www.linkedin.com/article/edit/7188878908337836032/) () *Dies ist meine persönliche Einschätzung. Ich wurde von niemandem dafür bezahlt oder darum gebeten.* ### Verwandte Episoden - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Entsorgung / Recycling, Inno-Talk, Verpackungsdesign --- ### [Initially unpopular EU directives promote innovation.](https://inno-talk.de/en/initially-unpopular-eu-directives-promote-innovation/) **Published:** April 24, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Hallo, I am the new Easy Opening cap – your hero on the beverage carton! The EU did not think of that when they told me to live on the packaging. **Stay by my side, I will show you the world of beverages anew!** Hey, it is me, the brand new cap that never comes off your beverage packaging. Why am I so cool? Because I stick around, no matter what. I am like the loyal friend you never lose – always by your side! **Opening made easy – even for morning grouches!** I know it is hard to open your eyes in the morning. But do not worry, you do not have to struggle with me. One little movement and the milk is there! No spilling, no swearing. And when you have had enough, you simply close me again. Life can be that simple! **As secure as Fort Knox!** I have another cool feature: the tamper-evident closure. It is like promising you that nobody else can get to your drink but you. When you open it, you know you are the first. That is a good feeling, isn’t it? **Environmentally friendly – because I do not run away!** I stick to the packaging and do not disappear into the rubbish as a single item. Less plastic for the environment, more green conscience for you! And because you can close me again and again, you help to avoid food waste. That makes us a great team for the planet! **EU-compliant – I stick to the rules!** And in case you did not know: I fully comply with [EU Directive 2019/904](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32019L0904), which states that me and my mates, the other plugs, are not allowed to run away from the packaging. We stay where we are to produce less waste. Isn’t that great? **Try me out – and do good!** So, let us do it together – open, close, drink and repeat it! I promise you, disposal will never be a chore with me. Together we will make your beverages safe, convenient and environmentally friendly. And it is also fun! Give me a try and you will see how easy and clean your life can be! *PS: And a big thank you to all those who not only further develop resealable closures for disposable packaging in line with EU requirements and in a cost-optimised manner, but also produce genuine innovations, as this video shows.* *Karsten Schröder* *(with the support of ChatGPT)* Video: [Innoform – delivers flexpack knowledge](https://www.linkedin.com/article/edit/7188878908337836032/) , [Jan Schröder ](https://www.linkedin.com/article/edit/7188878908337836032/)[(](mailto:js@innoform.eu)js@innoform.eu) *This is my personal assessment. I was not paid or asked to do this by anyone.* ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [So fördern zunächst ungeliebte EU-Richtlinien Innovatione](https://inno-talk.de/so-foerdern-zunaechst-ungeliebte-eu-richtlinien-innovatione/) **Kategorien:** Disposal / Recycling, filling technology, Inno-Talk.eu **Schlagwörter:** Karsten_Schroeder --- ### [Balance, Präzision und Verantwortung bei Regularien für Verpackungen](https://inno-talk.de/balance-praezision-und-verantwortung-bei-regularien-fuer-verpackungen/) **Published:** April 25, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *[Andreas Grabitz](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=20856) diskutiert Nachhaltigkeit und regulatorische Trends in der Verpackungswelt* In dieser Episode unseres Innoform Podcasts begrüßen wir Andreas Grabitz, einen Experten im Bereich der Verpackungsmaterialien und regelmäßigen Referenten bei Innoform Coaching. Seit 2009 ist Andreas bei uns aktiv und hat in dieser Zeit an 78 Veranstaltungen mitgewirkt. Seine Expertise und sein Engagement machen ihn zu einem geschätzten Mitglied unserer Innoform Referenten. **Hauptthemen:** - **Persönliche Einblicke:** Andreas spricht über seine Entscheidung, die Rolle des Abteilungsleiters abzugeben und stattdessen eine Position einzunehmen, die ihm eine bessere Work-Life-Balance ermöglicht. Er teilt seine Leidenschaft für den Garten und das Landleben, was ihm hilft, bei der Arbeit ausgeruht und fokussiert zu bleiben. - **Regulatorische Herausforderungen in der Verpackungsindustrie:** Die Diskussion umfasst eine detaillierte Betrachtung der aktuellen regulatorischen Landschaft in Europa, insbesondere die neuen Regelungen für Druckfarben in Deutschland und der Schweiz. - **Nachhaltigkeit und Verpackung:** Andreas und Karsten diskutieren die steigende Bedeutung von Nachhaltigkeit in der Verpackungsindustrie, einschließlich der Herausforderungen und Möglichkeiten beim Einsatz von Rezyklaten. - **Derzeitiger Fokus auf Japan:** Besondere Aufmerksamkeit widmet Andreas der aktuellen Überarbeitung der Kunststoffgesetzgebung in Japan, welche eine Herausforderung für global agierende Unternehmen darstellt. Er betont die Bedeutung der lokalen Präsenz und Expertise zur Navigation durch die komplexen regulatorischen Anforderungen. Andreas und Karsten reflektieren über die Bedeutung von präziser und zugänglicher Wissensvermittlung in einem technisch anspruchsvollen Feld der Lebensmittelverpackung. Sie betonen, wie wichtig es ist, komplexe Informationen so aufzubereiten, dass sie von einem breiten Publikum verstanden werden können. Wir freuen uns auf Ihr Feedback.Bleiben Sie dran für weitere spannende Diskussionen in zukünftigen Episoden, in denen wir tiefer in spezifische Aspekte der Verpackungsregulierung und Innovationen eintauchen werden. **Besuchen Sie uns auf** [Innoform Coaching](https://www.innoform-coaching.de/) für weitere Informationen und um keine Episode zu verpassen abonnieren Sie uns in Ihrem Podcatcher. Unsere Podcasts sind auch verfügbar auf: - [Inno-Talk.de](https://www.inno-talk.de/podcast) - [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) - [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) - [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk) - [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) - [Youtube](https://www.youtube.com/@innoformcoaching/podcasts) ### Verwandte Episoden - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) - [Sabrina Schmidt vom IÖW spricht über die Bewertung der Nachhaltigkeit von Verpackungen](https://inno-talk.de/sabrina-schmidt-sprich-ueber-bewertung-der-nachhaltigkeit-von-verpckungen/) - [Matthias Wolk spricht über VR, AR, Metaverse & Verpackungen](https://inno-talk.de/matthias-wolk-spricht-ueber-vr-ar-metaverse-verpackungen/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Heute begrüße ich im Innoform-Podcast zum Inno-Talk Andreas Grabitz von Eurofins. Er beschäftigt sich mit Regularien weltweit und auch mit Analytik. Das ist eine Paarung, die besonderen Reiz hat. Wir werden sprechen über den Schadstoff des Monats und über den Einfluss von Analytik auf die Recyclingfähigkeit von Kunststoffen. Und Sie werden vieles Handwerkszeug für Ihre tägliche Praxis im Umgang mit Lebensmittelverpackung hören. Und zum Schluss sagt Andreas uns noch, welche Verpackung er nicht mehr kauft, weil sie ihm zu bedenklich erscheinen. Freuen Sie sich auf diese kurze Episode mit Andreas Grabitz. Herzlich willkommen, Andreas Grabitz, hier im Innoform-Podcast zum Inno-Talk. Guten Morgen, Andreas. Schön, dass du da bist, Andreas. Du bist einer unserer Top-Referenten bei Innoform Coaching. Wir sind auch über Geschäftsbeziehungen mit Innoform GmbH, Innoform Testservice und Eurofins verbunden. Deine erste Veranstaltung bei Coaching war 2009, habe ich mal rausgesucht. Seit 2012 bist du eigentlich regelmäßiger Referent in verschiedenen Veranstaltungen. Es sind insgesamt 78 Veranstaltungen, wo du schon beteiligt warst. Das ist rekordverdächtig und das verbindet uns auch irgendwie. Und das hat mich motiviert, dich hier mal zum Podcast auch einzuladen. Aber bevor wir so ein bisschen auch in die Thematik, die dich ja bewegt, seit deiner gesamten beruflichen Karriere einsteigen, interessiert uns und vor allen Dingen unsere Zuhörer natürlich. Was macht Eurofins? Oh Gott, das machen wir mal ganz kurz, weil ich glaube, die meisten wissen es. Eurofins ist ein Prüfinstitut. Wir messen alles von Schwermetallen, Nährwerte, irgendwelche Luftkontaminationen und eben auch Verpackungsmaterialien. Du bist ja auch verantwortlich als Business Unit Manager für den Bereich Verpackungsmaterialien, aber da auch sehr stark im Bereich Regulatorien unterwegs und Prüfmethoden gleichzeitig. Habe ich so ein bisschen auch deiner Vita und dem Chat GPT vor unserem Gespräch hier entlockt. Wir kennen uns natürlich auch schon seit 2009 persönlich. Was machst du genau in dieser Aufgabe, Business Unit Manager? Das kann ja vieles bedeuten. Ja, und tatsächlich ist das gar nicht mehr aktuell. Ich muss zugeben, dass ich das, glaube ich, sowohl in meinem Innoform-Profil als auch auf meinem LinkedIn-Profil noch gar nicht aktualisiert habe. Der Business Unit Manager bei Eurofins oder bei Eurofins CPT in Hamburg ist eigentlich so was wie ein Abteilungsleiter, wenn man so will, mit eigener Budgetverantwortung. Diese Aufgabe habe ich aber vor knapp zwei Jahren abgegeben. Wir haben einen Nachfolger eingestellt. ### Regulatorische Landschaft verständlich aufarbeiten Und seitdem trage ich den sehr illustren Titel eines Global Packaging Compliance Managers. Da kann sich natürlich sehr vieles dahinter verbergen. Ganz konkret geht es darum, dass ich vor allem tatsächlich für die Eurofins Gruppe intern. Wir haben 14 Laborstandorte über die ganze Welt verteilt, die sich mit Migration beschäftigen. Und ich versuche, die regulatorische Landschaft so aufzuarbeiten, dass wir alle es möglichst einfach haben, sie zu verstehen und dass wir die gleiche Antwort geben, wenn wir eine Frage von einem Kunden in Indien, in den USA oder in Japan bekommen. Wie denn die Regulatorien in Malaysia oder in Israel oder in Bolivien wohl so sind. Und das aufzuarbeiten in Leitfäden, in Internetportale, die wir in den letzten zwei Jahren programmiert haben. Das ist so meine Hauptverantwortung eigentlich im Moment. Das ist ja ein hochspannendes, aber auch ein hochkomplexes Feld. In welcher Region tummelst du dich denn im Moment am meisten? Also was mich im Moment sehr beschäftigt ist Japan. Japan hat 2020 eine komplette Revision ihrer Kunststoffgesetzgebung erlassen, wo sie so ja ein bisschen eine Mischung aus europäischen und US-FDA-Konzepten im Prinzip zusammengemischt hat oder so ein Mischkonzept entwickelt hat. Und dieses Positiv-Listen-System wird gerade relativ kontinuierlich ergänzt, überarbeitet, soll auch nächstes Jahr eine komplette Revision kommen. Das verunsichert sehr viele Unternehmen, die im globalen Markt aktiv sind. Und da gibt es sehr, sehr viele Fragen. Da bin ich auch extrem dankbar, dass wir eine Filiale in Yokohama, in Japan haben, wo wir dann auch mit den Kollegen vor Ort reden können, die zum Beispiel in der Lage sind, die ganzen Schriften zu lesen. Das ist ja häufig schon ein ganz großes Problem, dass viele gerade von den Drafts einfach nicht auf Englisch zur Verfügung stehen. Da muss man dann Kollegen vor Ort haben oder man ist einfach verloren, muss man ganz ehrlich sagen. Ja, dann gibt es auch immer wieder so spannende neue Fragestellungen, die dann aber eher so punktuell sind. Also Japan ist tatsächlich im Moment so ein Hot Topic, muss man tatsächlich sagen. Uns beiden wird ja nachgesagt. Und ich will noch nicht so sehr in die technischen Details jetzt reingehen und in die Regularien, dass wir ganz gute Vorträge machen und immer so souverän rüberkommen. Uns verbindet privat auch ein bisschen, was wir versuchen, Arbeit und Leben zu kombinieren. Darf ich fragen, was machst du privat? Was motiviert dich außer Eurofins? Was macht dir Spaß? Ja, tatsächlich ist es genau wie du sagst: Work-Life-Balance. Also ich bin absolut kein Workaholic. Das war unter anderem auch einer der Gründe, warum ich diese Abteilungsleiterstellung aufgegeben habe. Ich glaube, viele – unter anderem auch Teile meiner Familie, meines privaten Umfeldes – betrachten das als einen Karriererückschritt. Die nächste Position wäre dann vielleicht irgendwie eine globale Senior-Rolle oder vielleicht irgendwie die Geschäftsführung in Hamburg gewesen. Und in der Tat bin ich eigentlich einen Schritt zurückgegangen, weil ich einfach auch gemerkt habe, dass ich dort so viele Stunden kloppen muss als Abteilungsleiter. ### Von Verwaltung zur Entschleunigung mit Hühnern Ich hatte zum Schluss 14 Menschen, die direkt an mich berichtet hatten. Also ich habe so viel Administratives machen müssen, dass ich einfach keine Lust mehr drauf hatte. Und das ist jetzt tatsächlich besser. Ich arbeite sehr, sehr viel aus dem Homeoffice, habe hier einen großen Garten auch mit Gemüseanteil dran. Wir halten Hühner. Also hier tatsächlich, das ist so ein bisschen meine Oase, auf der ich auch wirklich zu Ruhe komme, auf der ich entspannen kann. Und manchmal sitze ich dann so einen Samstag, eine Stunde lang irgendwo auf irgendeinem Kiesweg und rupfe Unkräutchen und komme dabei echt richtig gut runter. Und das habe ich das Gefühl, das ist meine Hypothese, dass man das wirklich auch spürt bei den doch manchmal trocken anmutenden Themen, die du ja bearbeitest und die du in unseren Webseminaren – und das darf ich wirklich lobend hervorhebend – in einer einzigartigen Präzision und trotzdem liebenswürdigen Art rüberbringst. Und das ist das Schöne, wenn man in diesem Bereich arbeitet, in dem wir beiden arbeiten: komplexes Wissen einfach in der Masse verbreiten. Das treibt uns, glaube ich, beide so ein bisschen an, oder? Ja, definitiv. Also das runterzubrechen, aber doch nicht die nötige Detailtiefe oder Präzision zu verlieren, ist tatsächlich was, was ich extrem spannend finde. Ja, finde ich auch. Und jetzt lass uns da ruhig mal reingehen. Mal ganz konkret, eine ganz offene Frage: Was ist dein Lieblingsthema in Bezug auf Verpackung eigentlich? Das ist ein bisschen schwer zu sagen, weil es auch einer gewissen Entwicklung unterliegt, sage ich mal. Also ich habe schon jahrelang – und auch da schlägt immer noch wirklich mein Herz für – dieses Regularienthema. Auch wenn das noch so absurd klingen mag, dass jemand das Durchflöhn von irgendwelchen Gesetzestexten spannend findet. Ja, das ist vielleicht ein bisschen skurril, aber es ist tatsächlich so. Also dieses Migrationsthema ist nach wie vor eines meiner Lieblings- oder meiner Schwerpunktthemen auch, weil es was mit Verbraucherschutz zu tun hat. Es hat was mit Lebensmittelsicherheit zu tun. Ich habe irgendwie so das Gefühl, das ist ja – man könnte ein bisschen pathetisch sagen – das ist natürlich was Gutes für diese Welt. Aber man könnte auch einfach sagen, vielleicht ein bisschen praxisrelevant oder praxistauglicher. Ich tue was Sinnvolles, indem ich dafür sorge, dass Verpackungen sicher bleiben. Und ja, das ist es, das treibt mich schon hauptsächlich an. Gezwungenermaßen auch – wir kommen ja glaube ich später noch mal ein bisschen drauf zurück – hat aber auch in den letzten ein, zwei, drei Jahren dieses Thema Nachhaltigkeit immer mehr Raum eingenommen. Das ist so ein bisschen eine zwiespältige Sache für mich, weil eigentlich dieses Thema Nachhaltigkeit so komplex ist, dass ich das neben dem Konformitätsthema eigentlich nicht zufriedenstellend bearbeiten kann. Also wenn man sich so anguckt, was gehört denn eigentlich alles dazu? So was wie Recyclingfähigkeit, Einsatz von Rezyklaten, diese ganzen Green-Claims-Diskussionen und so. Also das ist so ein vielfältiges Thema, dass man eigentlich das nicht mal alleine, sondern dass man eigentlich drei, vier, fünf Leute bräuchte, um das auch nur einigermaßen befriedigend zu bearbeiten. Aber ja, damit beschäftige ich mich in letzter Zeit immer mehr. ### Webseminare zu Rezyklaten und Bioabbaubarkeit Also wir haben ja auch Webseminare zum Thema Einsatz von Rezyklaten, bioabbaubare Verpackungsmaterialien und so. Das nimmt einen immer größeren Raum ein. Genau, so ist es auch bei uns. Und wir versuchen das auch wirklich von mehreren Seiten zu beleuchten und fokussieren uns dabei auf deine Beiträge tatsächlich auch wieder auf die Regularien. Und da möchte ich gerne auch eigentlich noch so ein bisschen dran bleiben. Unsere Zuhörerschaft ist ja hauptsächlich aus den Verpackungsherstellenden, Gewerbe, aber auch zunehmend immer mehr Verpackungsanwender, die jetzt in eine bedrohliche kommen. Mensch, wir möchten gerne was verändern, aber wir müssen alle Regularien einhalten. Was sind denn im Moment so für europäische Anbieter erst einmal so die Regularien, die im Moment so top diskutiert werden? Wo geht im Moment so ein bisschen die Post ab? Wo sollte man sich drum kümmern, wenn man im Moment so in Europa unterwegs ist? Wir kennen ja alle die Kunststoff-Direktive, aber wir sind auch gar nicht nur auf Kunststoff fokussiert, wobei das, glaube ich, der am besten geregelste Bereich nach wie vor ist, oder? Ja, auf jeden Fall. Also wenn wir jetzt mal rein, was das Thema Lebensmittelsicherheit betrifft. Also klammern wir mal dieses Green Claims und Kompostierbarkeit aus. Das ist ja ein bisschen eine andere Baustelle. Ist es tatsächlich so, Kunststoffe ist EU-weit harmonisiert geregelt? Gott sei Dank auch wirklich weitestgehend konsistent. Es gibt nur eine einzige mir bekannte Ausnahme, dass das Bisphenol-A-Verbot in Frankreich. Da hat Frankreich eine auch nicht nur, aber auch für Kunststoff geltende nationale Verordnung erlassen, die, wenn man es genau nimmt, eigentlich im Widerspruch zum EU-Recht steht. Ist aber tatsächlich die einzige. Was ein bisschen verwirrend ist oder sein kann, ist, dass die Kunststoffverordnung ja nur Monomere und Additive regelt. Und es aber ja auch noch andere Inhaltsstoffe in Kunststoffverpackungen gibt, wie Katalysatoren, wie Lösemittel, Polymerisationshilfsstoffe etc. Und die sind nicht geregelt auf der europäischen Ebene. Und das hat zur Folge, dass es dann nationale Einzelgänge gibt, wie zum Beispiel die niederländische Warenwettverordnung. In Deutschland haben wir BfR-Empfehlungen, die solche Stoffe regeln. Also da gibt es dann einzelne nationale Regelwerke, die dann eben doch so ein bisschen Flickenteppich auch im Kunststoffbereich machen. Ist aber tatsächlich nicht so das ganz große Thema. Ist auch, glaube ich, problematisch nicht so hoch einzustufen. Passiert relativ wenig Unheil. Das kann man, glaube ich, in unserer Prüftechnik auch dazu beitragen. Genau, weil das einfach ja Inhaltsstoffe sind, die von den Mengen her, von den Einsatzmengen her extrem niedrig sind. Passiert da oft eigentlich nicht wirklich was. ### Druckfarben und Swiss Ordnance Standards Wenn wir dann in den Kunststoffverpackungen weiter gucken, dann haben wir natürlich das ganz große Thema Druckfarben. Das ist und bleibt auf der europäischen Ebene ein blinder Fleck. Die Schweizer Druckfarbenverordnung ist ja jetzt aktuell zum Anfang Januar überarbeitet worden, ist nach wie vor der Benchmark global. Würde ich definitiv sagen. Also alle großen Markenartikel, alle führenden Druckfarbenhersteller in der EU halten sich eigentlich an die Swiss Ordnance. Die Deutschen haben ja 2000 und jetzt müsste ich lügen, 20 – war das, glaube ich, 21 – haben sie ja eine deutsche Druckfarbenverordnung erlassen mit einer Übergangsfrist von fünf Jahren. Die wird also 2026 in Kraft treten. Wir sind alle ratlos im Moment, wie das da weitergehen soll, weil die Positivliste hat am Anfang etwa knappe 540 Substanzen waren drin in der Positivliste. Die Liste A aus der Swiss Ordnance, also die Liste der Substanzen, die positiv bewertet worden sind, hat über 1000 Einträge. Also das ist gerade mal die Hälfte von dem, was in Deutschland im Moment geregelt wurde. Und die Aussage des Verbraucherschutzministeriums in Deutschland damals war, dass diese lange Übergangsfrist von fünf Jahren dazu genutzt werden soll, möglichst viele weitere Substanzen in die Positivliste einzubringen. Da passiert aber im Moment gar nichts. Also wir haben weniger als zehn Substanzen, ich weiß nicht genau sechs, sieben, acht, die da im Moment, die jetzt diesen Zulassungsprozess durchlaufen haben. Wenn wir so weitermachen, dann kommen wir auf 15 oder 20 vielleicht bis 2026, aber bei weitem nicht auf irgendwas, was praxisrelevant ist. Also was da hinter den Kulissen, vielleicht hast du da den einen oder anderen Podcast-Teilnehmer, der da vielleicht mehr Insiderwissen hat. Aber ich verstehe im Moment nicht, was da so weiter passiert. Also ich habe mir das gerade auch mal eben zwischendurch notiert, dass ich da noch mal weiterforsche. Aber ich habe auch ein bisschen das Gefühl, dass wir gerade eine Parallelentwicklung sehen durch diese Nachhaltigkeitsdebatte, die wir gleich auch noch ein bisschen vertiefen wollen. Druckfarben haben ja einen großen Einfluss auf die mechanische Recycling-Fähigkeit von Folien, von Verpackungen, von Kunststoffen, auch von Papier. Und diese Druckfarben werden gerade im großen Stile optimiert, um das Recycling zu verbessern, zu erleichtern, um vielleicht auch erst mal die optischen Eigenschaften signifikant zu verbessern. Folien leiden unter Stippen, wenn viele Druckfarben drin sind, insbesondere wenn das zweikomponentige Systeme sind. Aber auch dieses Vergrauen des Regenerats. Man kann nicht mehr gute transparente Verpackung teilweise herstellen und man kriegt Druckprobleme dann wiederum auf diesen pickeligen Folien. Und bei Papier ist das De-Inking schon seit jeher ein Riesenthema und immer eigentlich noch nicht zufriedenstellend gelöst. Man kriegt keine hochqualitativen Papiere. So einfach heute mehrhin, gerade nicht für den Direktkontakt mit Lebensmitteln, mit stark bedruckten Ausgangsmaterialien. Ist das vielleicht auch etwas, was dazu führt, dass man da im Moment so ein bisschen auf der Warteschleife ist, in Orientierungsphase? Wir sehen das ja auch im Energiemarkt ähnlich. Ich glaube, es sind im Moment alle Märkte, die so ein bisschen umgewälzt werden. Und der Druckbereich gehört, glaube ich, im Moment massiv dazu. Nur Stichwort NC-Farbe weg, hin zu Polyurethan-Druckfarbe. Ein Riesenwechsel für die Drucker. ### NC-Farben und regulatorische Zusammenhänge Ja, genau. Also das mit der NC-Farbe hat tatsächlich ja damit zu tun, dass es mittlerweile einige Hinweise darauf gibt, dass die nitrozellulose-basierten Druckfarben während des Recycling-Prozesses irgendwelche Abbauschritte erfahren, die zu genetischen Veränderungen führen können. Das wird ja über diese AMES-Tests ermittelt, diese genetischen Gen-Schäden, genotoxischen Eigenschaften. Und da gibt es Hinweise darauf, dass das durch die nitrozellulose-basierten Druckfarben passiert. Ich sehe das aber ehrlich gesagt nicht in Zusammenhang damit. Also sowohl die Schweizer Druckfarbenverordnung als auch die deutsche Druckfarbenverordnung zielen ja ausschließlich auf die Lebensmittelsicherheit ab. Grenzwerte für den Übergang, Aufnahme, ein Kilogramm pro Tag sein ganzes Leben lang. Und das muss dann sicher sein. Das hat, diese ganze Debatte hat tatsächlich, also diese regulatorische Debatte, hat überhaupt nichts mit irgendeinem Nachhaltigkeitsaspekt zu tun. Wenn man vielleicht mal davon absieht, dass Verbraucherschutz letztendlich ja auch nachhaltig ist. Aber also diese Recycling-Fähigkeit, Einsatz von Rezyklaten, De-Inking, whatever, das hat alles nichts mit dem Lebensmittelrecht zu tun. Das wird jetzt tatsächlich im Rahmen der Novellierung der 1935/2004 der EU-Rahmenverordnung wird das erstmals diskutiert, ob tatsächlich in diese Gesetzgebung Anforderungen auch an die Nachhaltigkeit von Verpackungsmaterialien reinkommen sollen. Das ist aber noch ein Stück des Weges, bis wir da überhaupt erst mal einen ersten Entwurf sehen. Also das wird von der EU-Kommission, wird das gerade im Moment intensiv diskutiert, das in diese Regularien mit einzubauen. Im Moment findet das aber nicht statt. Also das, was du angesprochen hast in Bezug auf Recycling. Ja, das spielt eine Rolle, dass man natürlich versucht, die Verpackung so zu gestalten, dass die Rezyklate, die daraus gewonnen werden, wieder möglichst hochwertig sind. Andererseits muss man auch ehrlich sagen, ich glaube, wir kommen auch irgendwann auf das Thema Rezyklate noch mal separat. Die Anforderungen, die im Moment gerade an die Verwendung von Rezyklaten im Lebensmittelkontakt gestellt werden, sind so hoch, dass ich in absehbarer Zeit eh nicht damit rechne, dass wir außer PET irgendein Material im Lebensmittelbereich werden verwenden können. Sicherlich meinst du dann auch die PET-Flasche hauptsächlich. Wenn ich an PET-Folien wiederum denke, sehe ich da ja gerade eine große Substitution durch OPP-Folien bei dünnen PET-Folien. Und bei den PET-Schalen weiß man noch nicht so richtig, wo die Reise hingeht. Aber da zeichnet sich auch so ein kleiner Trend Richtung Polypropylen ab. Also man will so ein bisschen die Polyolefine-Welt, oder? Man will so ein bisschen in die Polyolefine-Welt, ja. Wobei ich es ehrlich gesagt im Bereich der Folien und der Schalen gar nicht so richtig verstehe, warum das so ist. Also so eine schöne PET-Schale für den Backofenbereich hat ganz hervorragende Eigenschaften. Wenn man sie nicht schwarz einfärbt, werden sie sogar auch ganz passabel erkannt durch die Infrarotdetektoren in der Sortieranlage. Also diese schwarze Einfärben ist natürlich ein Problem, aber der ganze Rest verstehe ich ehrlich gesagt nicht so ganz. Im Bereich der Folien ist es ein bisschen was anderes, weil zumindest nach meinem Kenntnisstand wird wenig mit reinen PET-Folien gearbeitet, sondern es sind immer Laminate. Und die Laminate sind natürlich nicht einfach zu rezyklieren. Also da kann ich es ein bisschen nachvollziehen, dass man da vor allem auf OPP wechselt. ### Kunststoffverordnung und 16 Amendments Updates Also habe ich so ein bisschen rausgehört, Baustelle für Packmittelhersteller aus Kunststoff ist sicherlich das Thema Drucken, Druckfarbe. Im Moment, was Regularien in Europa angeht, das hast du eben sehr schön erläutert. Gibt es da noch einen anderen Punkt, den du vielleicht erwähnen möchtest, wo die Packmittelhersteller im Moment aufpassen müssen, wo sie vielleicht einen Augenmerk drauf legen sollten, wo früher vielleicht nicht so der Dampf auf dem Kessel war, oder ist es eigentlich nur immer wieder diese regelmäßigen, turnusmäßigen Aktualisierungen, die es ja alle paar Jahre, kann man fast sagen, ja doch gibt im Kunststoffbereich? Ja, alle paar Jahre ist eigentlich ein bisschen übertrieben. Wir haben jetzt gerade 16 Amendments und die Kunststoffverordnung ist 2011 erlassen worden. Also vor 13 Jahren. Wir haben so um und bei eine pro Jahr, sogar ein kleines bisschen mehr. Genau, jein. Also klar, die Aufgaben, die Verantwortung, ich war ja jetzt neulich erst mit Johannes Bergmeier beim Wechselwirkungsseminar in Osnabrück, wo wir mit 15 Qualitätsmanagern im weitesten Sinne das wieder diskutiert haben, dass die Aufgaben eigentlich immer komplexer und immer vielfältiger werden, mit denen so ein Qualitätsmanager oder technischer Leiter oder wer auch immer die Verantwortung in den entsprechenden Unternehmen hat, werden immer komplexer. Und man hat irgendwie das Gefühl, es nimmt gar kein Ende. Also wenn man sich jetzt die Diskussion um PFAS anguckt, also eine sehr, sehr chemisch-technische Diskussion, die da auftritt, wo man dann einerseits irgendwie PFAS als eins betrachtet oder es mit einem Wort eine Substanzgruppe bezeichnet, die viele, viele Tausend Substanzen umfasst, die im Kunststoff und im Papierbereich und bei den Containern ganz unterschiedliche Anwendungen haben, ganz unterschiedliche Chemie dahinter, völlig unterschiedliche Verwendungszwecke. Warum werden sie im Bereich der Kunststofffolie oder im Bereich der Papiere eigentlich eingesetzt? Aber alles wird über einen Kamm geschoren. Und das müssen irgendwie, müssen Qualitätsmanager damit umgehen. Also die müssen das ja auch irgendwie alles kapieren. Also da kommt dann wieder unsere Verantwortung, dass wir als, ich sag jetzt mal, Sachverständige, als die Wissenden, das Wissen so runterbrechen müssen, dass es auch jemand, der keine Chemie studiert hat, dann auch verstehen muss. Und das in Verbindung mit allem, was wir schon diskutiert haben, Nachhaltigkeit, Recycling-Fähigkeit. Und dann ist ja gerade bei den Mittelständlern, haben die Qualitätsmanager dann ja oft auch noch Energie und Umwelt und was weiß ich was noch alles mit auf der Verantwortungsliste. Also ich möchte mit vielen, vielen unserer Kunden nicht tauschen. So sehe ich das auch. PFAS, lass uns doch eben erläutern, das sind ja die sogenannten Ewigkeitschemikalien. Was ist das genau? Vielleicht kannst du noch 2, 3 Sätze dazu sagen, für die Leute, die es nicht so kennen. Ja, das sind Chemikalien, die, sag ich jetzt mal, sehr technisch ausgedrückt ein Kohlenstoffatom haben, das komplett fluoriert ist. Also eine CF3, CF2-Gruppe enthält. Das sind fluorierte Chemikalien, die im Bereich der Papierverpackung sehr viel als Oberflächenbeschichtung eingesetzt werden, um Papiere fett-, wasser- und feuchtigkeitsresistent zu machen. Die im Bereich der Textilien, also sowohl Outdoor-Kleidungsstücke, aber auch sowas wie Wohntextilien, Teppichböden, Sofabezüge verwendet werden, um staubschmutz- und fettabweisende Wirkungen zu erzielen. Und dann gibt es, wie ich gerade schon gesagt habe, auch ganz andere Anwendungen, die aber unter die gleiche Substanzgruppe fallen. Das sind dann fluorierte Polymere, sowas wie Teflon, die zum Beispiel im Bereich der Druckfarben eingesetzt werden, um den Druckfarben eine gute Platzfestigkeit zu verleihen. Dafür wird das gerne verwendet. Oder es gibt dann so Vinylidenfluorid-basierte Polymere, die dann im Bereich der Polyolefine verwendet werden. Dort werden sie als Polymerisationshilfsmittel verwendet, um die Verarbeitungseigenschaften im Extruder zu verbessern, damit sie smarter durch den Extruder durchgehen. ### HDPE-Fluorierung für Barriere-Eigenschaften Und last but not least gibt es dann HDPE-Verpackungen, wie zum Beispiel Containerflaschen, diese 5-Liter-Kanister, die man so kennt, diese weißen, die haben extrem schlechte Barriere-Eigenschaften. Das weiß in der Form deutlich besser als ich. Also das ist, was Sauerstoff- oder Wasserdampfbarriere, Aromabarriere betrifft, ist das eigentlich ein offenes Fenster. Da wandern innerhalb von wenigen Stunden viele Substanzen so durch. Und um diese Barriere-Eigenschaften zu verbessern, kann man diese Container fluorieren. Wird einfach elementares Fluorgas in die Mitte reingegeben. Und dabei entstehen auch PFAS. Und das Problem der PFAS ist, dass die nicht wieder verschwinden? Genau. Das sind, wie sie auch in der breiten Öffentlichkeit oder angefangen hat damit, das Bundesamt für Risikobewertung, dass sie sie als Ewigkeitschemikalien bezeichnet haben. Also die Polymere, ich weiß gar nicht, ob da überhaupt ein messbarer Abbau beobachtet wird. Bei den kleineren Molekülen, so was wie PFOA oder PFOS, das hat vielleicht der eine oder andere schon mal gehört, schätzt man im Moment, das ist schwer, so was zu messen. Aber man schätzt im Moment, dass die Halbwertszeit in der Umwelt bei etwa 400 bis 500 Jahren liegt. Also dann ist die Hälfte davon erst abgebaut worden. Also irre. Ja, das ist auch der Hauptgrund eigentlich, weshalb die EU im Moment diese Substanzen regulieren möchte. Also es gibt schon auch Hinweise darauf, dass die toxikologisch nicht so ganz ohne sind. Aber die Toxikologie steht dabei eigentlich nicht im Vordergrund. Jetzt haben wir eine schöne Vorbereitung eigentlich schon gemacht, ungewollt oder doch gewollt. Auf das Thema Recycling würde ich gerne noch mal zurückkommen. All diese Risiken, die wir schon bei frisch produzierten Materialien, wo man weiß, was man reingetan hat, wo man weiß, wie man sie verarbeitet hat, besprochen haben. Wenn man jetzt über das Thema Rezyklate nachdenkt, PP ist so ein Megatrend im Folienbereich, für den unsere Hörerschaft ja hauptsächlich sich informieren möchte. Wie siehst du da die Entwicklung der nächsten vielleicht fünf Jahre hinsichtlich Rezyklate, du hast es eben schon im Nebensatz angedeutet, für Lebensmittelverpackungen, Direktkontakt, siehst du das eigentlich kritisch, oder? Ja, das sehe ich tatsächlich kritisch. Das hat damit zu tun, das hat zwei Gründe. Das eine sind die Eigenschaften von Polyolefinen, PE und PP. Ein bisschen überspitzt könnte man sagen, so ein Polyolefin ist wie ein Schwamm gegenüber allen möglichen Arten von Chemikalien. Also Bestandteile aus Druckfarben, Bestandteile aus Klebstoffen, aber auch zum Beispiel Bestandteile aus dem Füllgut. So einer der bekanntesten Problemstoffe, sag ich mal, wenn wir über Rezyklate reden, da reden wir ja oft auch über Kosmetikverpackungen, ist Limonän. Limonän ist so ein angenehm riechender Duftstoff, der so ein bisschen an Zitrusfrüchte erinnert. Und dieses Limonän findet man eigentlich in allen Rezyklaten, weil das supergut in diese HDPE-Shampooflaschen reinmigriert. Das wird aufgesaugt wie ein Schwamm. ### Substanzverhalten in verschiedenen Kunststofftypen Und wenn die da einmal drin sind, dann bekommt man die zumindest nicht vollständig wieder raus. Das ist das große Problem. Das ist ja auch der riesige Unterschied zu PET. PET ist nicht ganz wie Glas, aber was diese Schwammwirkung betrifft, ist PET ganz nah am Glas dran. Und Polyethylen, Polypropylen sind auf der ganz anderen Seite. Also die Substanzen gehen in so eine PET-Flasche, in so eine PET-Wand einfach nicht rein. Und wenn sie da einmal drin sind, gehen sie auch ganz, ganz, ganz schwer wieder raus. Also das sind so zwei Effekte, dass die weder schnell aufgenommen werden, noch schnell abgegeben werden. Deswegen funktioniert PET so gut. Und das ist das Problem bei den Polyolefinen. Dass wenn sie sie dann einmal aufgenommen haben, dass die da sehr, sehr gerne drin bleiben und man sie immer nur so bedingt gut wieder rausbekommt. Das ist der eine Grund. Genau. Das ist der eine Grund. Der andere Grund ist, dass die EU, wenn wir mal so ein bisschen den Blick auf die andere Seite des Atlantiks werfen, in den USA gibt es ja Polyolefin-Verfahren, die zugelassen sind. Und was die EU nämlich tut im Gegensatz zu den USA, ist, dass wir hier in der EU zwei Standard-Annahmen haben, die im Prinzip eigentlich den Einsatz im Moment unmöglich machen. Das eine ist, dass alle Arten von Lebensmitteln, die wir verpacken, konsumieren wir ein Kilogramm pro Tag Zeit unseres Lebens. Egal ob das Senf oder Tabasco oder Mayonnaise oder whatever ist. Also alles ein Kilogramm jeden Tag Zeit unseres Lebens. Und das andere, der andere, ich will nicht sagen Denkfehler, aber die andere Barriere, warum wir diese Probleme haben, ist, dass wenn wir ein Polyethylen oder ein Polypropylen bewerten, dass wir dann annehmen, dass dieses Lebensmittel zu 100 % in dieses Polyethylen oder Polypropylen verpackt wird. Die Amerikaner machen das anders. Die sagen, ein bestimmtes Lebensmittel, ich sage jetzt mal Erfrischungsgetränke, Erfrischungsgetränke werden zu, diese Zahl ist jetzt nicht valide, einfach mal so random, wie man so schön sagt heutzutage. Die Erfrischungsgetränke werden zu 60 % in PET-Flaschen verpackt und zu 30 % in Glasflaschen und zu 10 % in PE und PP. Also wie gesagt, die Zahlen stimmen so nicht, ich habe die nicht im Kopf. Aber es gibt dort einen Gewichtungsfaktor, dass bestimmte Gruppen von Lebensmitteln, bestimmte Arten von Lebensmitteln, vor allem in PP, vor allem in PET oder in Glas verpackt werden. Wenn wir bei diesem zufälligen Beispiel gerade bleiben würden, Erfrischungsgetränke 10 % in Polyolefinen, erlaubt das, dass alle Migration oder alle Kontamination ein Faktor 10 höher sein darf, weil wir nur ein Zehntel der Lebensmittel darin abpacken. Und der zweite Faktor, den die Amerikaner in ihrem System mit berücksichtigen, ist ein Consumption-Faktor. Sie sagen einfach, bestimmte Lebensmittel werden nicht ein Kilogramm pro Tag konsumiert, sondern man isst eben 7 Gramm Senf pro Tag statt einem Kilogramm. Und das erlaubt dann eben, wenn man das beides miteinander kombiniert, erlaubt es, dass bestimmte Verfahren, die immer noch eine sehr hohe Reinigungseffizienz aufweisen müssen, die spezielle Sammelsysteme haben müssen. Also bei den Amerikanern heißt es tatsächlich, ist eine Grundvoraussetzung, dass ein Rezyklat, das wieder für Lebensmittelverpackungen eingesetzt wird, muss ausschließlich – es gibt auch nicht mal die 5-Prozent-Begrenzung wie in Europa – muss ausschließlich aus Food-Contact-Kunststoffen bestehen. Also da sind sie schon auch relativ stringent. Also es ist nicht so, dass das luschiger ist in den USA. ### Matrix-Projekt und Polyolefin-Verpackungen Aber diese anderen, diese grundsätzlich verschiedenen Grundannahmen, die erlauben das eben, dass es auch Polyolefin-Verfahren in den USA gibt. Ist es nicht sogar so, dass man eigentlich gar kein Lebensmittel ein Kilogramm pro Tag aufnehmen sollte, außer Wasser? Ja, tatsächlich ist das so. Und wenn man mal guckt, es gibt ja tatsächlich auch in Europa, gibt es diese Daten. Das eine große Projekt, was ja auch von der EU mit viel, viel Geld gesponsert worden ist, war ja damals das Matrix-Projekt. Das ist leider in der Praxis nie so richtig zum Leben gekommen. Und ich befürchte auch, mittlerweile sind die Daten so veraltet, dass das auch nicht mehr passieren wird. Aber es gibt zum Beispiel ja in Deutschland vom Max-Rubner-Institut diese Nationale Verzehrsstudie, wo man mal gucken kann, von welchen Lebensmitteln Obst und Gemüse unzubereitet oder gekocht und gegart oder Fleisch und Wurstprodukte. Wie viel verzehrt man denn eigentlich so pro Tag? Und tatsächlich sind es ausschließlich die nicht alkoholischen Getränke, wo der Verzehr ein Kilogramm pro Tag erreicht oder überschreitet. Alles andere liegt bei signifikant sogar unter 500 Gramm. Ja, genau, das wäre auch meine Einschätzung. So, wir dürfen nicht mit einem Eurofins-Experten sprechen, ohne über Analytik zu sprechen. Was gibt es da Neues? Die Analytik schreitet ja auch voran, das wissen wir beide. Es werden die Nachweisgrenzen nach unten geschraubt. Teilweise findet es Einzug auch in Regularien. Siehst du da im Moment am Horizont was? Ich habe hier so ein Beispiel, PFAS war mal so ein Fall. Da hat sich einer draufgesetzt und hat das bis zum Erbrechen analysiert und hat festgestellt, Mensch, das ist ja überall drin und das muss raus. Und so eine Prüfung oder so als Schadstoff des Monats bezeichnen wir beiden das manchmal scherzhaft. Das ist dann so ein Ding, was so hochkocht. Ein einzelner Rohstoff, der vielleicht plötzlich kritisch eingestuft wird und da stürzen sich dann alle drauf. Gibt es da gerade wieder sowas? Was gibt es da analytisch, analytikfront? Oh, da gibt es tatsächlich sogar einige Baustellen, wenn man ehrlich ist. Also MOAH/MOSH ist tatsächlich im Moment auch wieder ein etwas heißeres Eisen, was wiederum mit nationalen Einzelgängen zu tun hat. Nämlich die Franzosen haben ein Gesetz erlassen, dass die die Verwendung von mineralölhaltigen Druckfarben grundsätzlich verbietet. Also gar nicht bezogen auf die Lebensmittel, den Lebensmittelbereich, sondern das ist ein Gesetz, das aus dem Umweltministerium stammt. Die möchten also quasi perspektivisch MOAH und MOSH aus dem Recyclingstrom ausschleusen, indem sie mineralölhaltige Druckfarben in sämtlichen Druckfarben verbieten. Und da haben wir im Moment gerade eine Übergangsfrist noch bis Ende diesen Jahres ist der MOAH-Gehalt auf ein Prozent limitiert. Das ist überschaubar. ### MOA-Grenzwert ab 2025 auf 1 ppm Da braucht man auch keine hochkomplexe Analytik. Aber ab dem 1.1.2025 wird der Grenzwert für MOSH auf ein ppm runtergedrückt werden und damit, also ppm, für die nicht so vertrauten Zuhörer, ist Milligramm pro Kilogramm. Also ein Milligramm pro Kilogramm MOSH wird der Grenzwert sein. Und das bekommt man mit den momentanen Standardanalytiken nicht hin. Keine Chance. Und da hat sich jetzt gerade eine neue Technik etabliert, die so, ich sag mal, auf dem Sprung aus dem reinen Forschungs- und Entwicklungsstadium in die Routine-Analytik ist. Das ist die zweidimensional gekoppelte GC×GC-Analytik, womit man jetzt in der Lage ist, die MOAHs, also die aromatischen Kohlenwasserstoffe in einer Druckfarbe nach der Anzahl der Kohlenstoffringe zu trennen. Das ist nämlich noch die nächste Herausforderung in Frankreich, dass die Franzosen unterscheiden zwischen aromatischen Substanzen mit einem, zwei, drei und mehr aromatischen Ringen, weil es nämlich toxikologisch mittlerweile ziemlich eindeutig ist, dass die kleinen Aromaten, also mit ein und zwei Ringen, weniger toxikologisch relevant sind als die mit drei und mehr. Deswegen gilt dieser Grenzwert von einem ppm nur für drei und mehr. Dazu muss man aber in der Lage sein, die MOAH nach ein, zwei und drei und mehr Ringen zu trennen. Und dazu braucht man diese GC×GC-Kopplung. Das ist im Moment so eine Methode, die, wie gesagt, auf dem Sprung von der Entwicklung in die Routine ist. Was tatsächlich auch eine sehr spannende Entwicklung ist, das wird noch ein bisschen dauern. Da sind wir tatsächlich im Moment noch in der Entwicklungsphase, in der Forschungsphase. Das ist von der ILSI, der International Life Science Institute, schon 2016 hat es einen Leitfaden gegeben für die Beurteilung und Bewertung von NIAS aus Verpackungsmaterialien. Was sind NIAS? Ah, Entschuldigung. NIAS – Non Intentionally Added Substances. Das sind Chemikalien, die niemand absichtlich in ein Verpackungsmaterial hinzugegeben hat, die aber trotzdem da sind, weil sie zum Beispiel Verunreinigungen aus der Herstellung sind, weil es Kontaminationen sind. Man schleppt sich irgendwo eine Kontamination im Herstellungsprozess ein. Oder wenn du an Additive denkst, so Stabilisatoren, Antioxidantien, die fangen Licht, die fangen Wärmestress, die fangen Druck im Extruder ab, werden selber dabei abgebaut und schützen somit das Verpackungsmaterial, vor allem im Polyolefin-Bereich. Gibt es eigentlich praktisch keine Kunststoffe, die keine Stabilisatoren haben, weil das Polyolefin selber nicht stabil, nicht inert genug ist. Und diese NIAS, das ist eine große Herausforderung für die Verpackungshersteller. Diese NIAS einerseits zu messen und andererseits auch zu bewerten. Und einer der ganz großen Lücken, wenn man ehrlich ist, seit wir NIAS messen, ist, dass wir mit einer Bestimmungsgrenze von 10 Mikrogramm pro Kilogramm messen – diese sogenannten 10-PPB-Screenings –, dass wir aber wissen, dass die krebserregenden Substanzen, die auch in einem Verpackungsmaterial drin sein können, gerade bei Rezyklaten, dass die da eine Bestimmungsgrenze von 10 PPB einfach gar nicht ausreicht, weil die schon in Konzentrationen, die viel, viel niedriger sind, auch ein Sicherheitsrisiko für den Verbraucher darstellen können. Und dieser Gap zwischen den toxikologisch relevanten Mengen und diesen 10-PPB-Screenings, der ist einfach nicht gelöst. Man weiß nicht, wie man damit umgehen soll. Und da gibt es schon seit ein paar Jahren, vor allem vorangetrieben durch das FI in Wien, das österreichische Forschungsinstitut, und auch der Fachhochschule in Wien, zusammen mit auch großen Markenartikeln wie Nestlé oder Danone, gibt es Bestrebungen, sogenannte Bioassays zu benutzen. Also Testsysteme, in denen Zellkulturen einer Migration ausgesetzt werden, und man dann beobachtet, was passiert eigentlich. ### AIMS-Test und Hormonwirksamkeitsprüfung Also zeigt die Testkultur einen Effekt. Und das hat man sehr, sehr erfolgreich vor einigen Jahren für die Hormonwirksam-Substanzen gemacht. Diese sogenannten Endokrin-Disruptoren, da funktioniert das ganz, ganz hervorragend. Und das versucht man jetzt auch seit ein paar Jahren mit sogenannten AIMS-Tests für die krebserregenden Eigenschaften abzudecken. Und da würde ich sagen, dieser AIMS-Test, das ist was ich meine, mein Blick in die Glaskugel sagt mir, in fünf Jahren sind wir da, dass dieser AIMS-Test auch tatsächlich in der Routine verwendet wird. Da sind wir aber im Moment in der Entwicklung. Also zu sehen, ist eine Migrationslösung, macht das, was aus einer Verpackung rauskommt, kann das Krebs auslösen? Kann das meine Gene irgendwie verändern? Das wird genau darum geht es. Das kann man mit klassischen analytischen Methoden, kann man das eigentlich nicht messen. Mit so einem biologischen Testsystem könnte man, das wäre eigentlich prädestiniert dafür, das zu tun. Aber um da die entsprechende Empfindlichkeit zu erreichen, dafür wird noch Forschungsarbeit notwendig sein. Da ist übrigens auch ganz nebenbei, um die Kurve vielleicht zuvor zu den NC-basierten Druckfarben wieder zu kriegen. Das ist nämlich genau auch eine der, ich sag mal, der Nebeneffekte oder der Erkenntnisse, die aus dieser Forschung quasi gewonnen worden sind, dass man gesehen hat, Polyolefine, es gibt Polyolefine, die gehäuft diese krebserregenden Eigenschaften aufweisen im Ames-Test, die also einen Positivbefund zeigen. Und als man dann sich die Rohstoffe angeguckt hat, als man weitere analytische Methoden verwendet hat, dann hat sich irgendwann rauskristallisiert, da gibt es einen Zusammenhang zwischen NC-basierten Druckfarben und diesen positiven Ergebnissen im Ames-Test. Also das war im Prinzip, ist das genau dahergekommen. Also da passiert auch ganz viel spannende Forschung im Moment. Also einerseits ist da Wien so eine Hochburg und dann natürlich auch München mit dem Fraunhofer-Institut in Freising. Die machen da ganz, ganz spannende Forschung im Moment. Aber das ist eher so was vielleicht in fünf, vielleicht dauert es auch noch zehn Jahre, wo aber sicherlich was passieren wird. Aber wir sehen auch da schon eine Nachfrage hinsichtlich des Wissensdurstes. Im Moment mehr so bei der Polymer-Herstellerseite haben wir doch immer wieder Anfragen auch für Webseminare. Da machen wir übrigens demnächst auch was mit dem OFI. Nur das kleine Spoiler hier nochmal in der Mitte. Und das zeigt jetzt eigentlich sehr schön, Andreas, wie auch die Analytik Kreislauffähigkeit unterstützen kann und muss. Auch die MOAH-Diskussion. Das MOAH kommt ja durch die Kreislaufwirtschaft der Papierindustrie zu uns in die Lebensmittel. Das ist eine Nebenwirkung, die wir beherrschen müssen. Und so ähnliche Nebenwirkungen erwarten ja die Experten auch für alle anderen Recycling-Prozesse. Auch beim PET gibt es solche Nebeneffekte, die man unter Kontrolle bringen muss, das Aufreinigen der Flakes und so weiter. Also da tut sich eine ganze Menge. Abschließende Frage, Andreas. ### Persönlicher Verpackungsumgang und Nachhaltigkeit Wir haben einen tollen Podcast, glaube ich, produziert hier. Gibt es eine Verpackung, wo du sagst, die hat ein so großes Risiko, die kaufe ich nicht? Ja, das gibt es tatsächlich. Also das ist ja die Frage, die wahrscheinlich viele von uns immer wieder gestellt bekommen. Du kennst dich ja so gut mit Verpackungen aus. Wie beeinflusst dich das eigentlich privat? Und was ich nicht ganz abgestellt habe, weil das ist dann doch ein bisschen schwierig, aber Pizza to go ist tatsächlich so was, wo ich das versuche, ich zu vermeiden. Ganz schaffe ich das nicht, aber ich versuche das sehr zu reduzieren. Also so was wie Pizza zum Mitnehmen im Karton nach Hause nehmen. Da hat man dann teilweise ist der Boden fettdurchtränkt. Aber auf jeden Fall hat man oben Käse drauf. Gerade was ich sehr liebe, ist Pizza Gorgonzola. Da schwimmt richtig das Fett drauf. Und dann hat man, hat man da einen Recycling-Karton mit Moshmua, mit Talaten, mit Fotoinitiator-Resten bis Phenol A, whatever. Also das ist da alles drin. Und das geht auch über. Das migriert wirklich. Und ich bin immer wieder verblüfft, warum die Untersuchungsämter sich da nicht mal drauf stürzen. Und so einen Recycling-Karton von was ich Domino oder Joey’s Pizza Service oder wem auch immer – sich da nicht einfach mal eine Pizza organisieren und die Pizza mal extrahieren und mal gucken, was man denn da so für einen Chemikalien-Cocktail findet. Es wäre wahrscheinlich frappierend, aber na ja. Und das zweite, was ich tatsächlich eigentlich nicht mehr kaufe, nicht nur aus kulinarischen, sondern auch aus migrationstechnischen Gründen ist Pesto in Gläsern. Also da hat man diese Weichmacher-Thematik, die Schraubdeckel oben, da sind Dichtungsmassen drin, die gut. Es gibt relativ moderne Systeme, die jetzt auf geschäumten Polyolefinen bestehen. Das sind diese, die man häufig auch sieht, diese blauen Deckel. Das ist – ich weiß gar nicht, ob das Blau eigentlich eine Färbung ist oder ob das aus der Dichtungsmasse selber eigentlich resultiert. Das weiß ich jetzt gar nicht so genau. Das sind diese Blue Caps, das ist ja ein Patent von Pano. Die haben die Weichmacher nicht mehr drin, aber die sind eben im Preis doch eine ordentliche Nummer teurer als die üblichen PVC-Materialien. Und da hat man 30, 35 Prozent Weichmacher drin und die migrieren fröhlich in fettige Lebensmittel hinein. Also wenn man da Schokocreme oder Marmelade oder Honig drin hat, ist das alles unproblematisch. Aber wenn da ein fettiges Füllgut wie Pesto drin ist, dann migrieren die wirklich in richtig großen Mengen. Und das konsumiere ich tatsächlich auch eigentlich nicht mehr. ### Deckelgewicht und Ökobilanz-Auswirkungen Ja, das passt. Und vielleicht als Schlusswort noch mal als kleine Anekdote aus dem letzten Inno-Meeting zu Benedict Coward Statement: Kauft keine Einweg-Weite-Halsgläser. Das Glas ist klasse, aber der Deckel ist nicht so gut für die Umwelt. Der Deckel macht die Ökobilanz kaputt, macht es nicht nachhaltig und eben auch noch lebensmittelrechtlich bedenklich. Also Glas kann gut sein, muss aber auch gut gemacht werden. Und so gilt es für alle Packmittel, glaube ich, Andreas. Danke für diesen tollen Podcast. Es war richtig schön, dir zuzuhören. Danke für die Insights, die du uns geteilt hast. Und ich freue mich schon wieder auf die nächsten Veranstaltungen mit dir. Danke dir. Einen guten Tag dir. Tschüss, Karsten. Und das war es schon wieder für heute. Ich hoffe, es war etwas Interessantes für Sie dabei. Und wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative für mehr Flexpack wissen werden möchten, melden Sie sich gerne bei mir unter ks@innoform.eu und nicht vergessen, diesen Podcast zu abonnieren, wo immer Sie Podcasts hören. Tschüss, bis zum nächsten Mal. Ihr Karsten Schröder. **Kategorien:** Inno-Talk, Lebensmittelrecht, Lebensmittelverpackung, Migration, Wechselwirkungen, Q-Management/ Hygiene **Schlagwörter:** Andreas_grabitz --- ### [Die geheimnisvolle Reise einer  Schwarzwälder Kirschtorte](https://inno-talk.de/die-geheimnisvolle-reise-einer-schwarzwaelder-kirschtorte/) **Published:** April 26, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ### **Und was das mit Lebensmittelverpackungen und Flexpack zu tun hat**. Es war einmal eine **Schwarzwälder Kirschtorte**, die aus mehreren kunstvoll geschichteten Schichten bestand. Jede Schicht erzählte ihre eigene Geschichte: Der dunkle Biskuitboden flüsterte von schokoladigen Abenteuern, die Kirschschicht sang von fruchtigen Tagen im Sonnenschein, und die Sahneschicht trug stolz ihre cremige Vergangenheit. Doch das Schicksal dieser Torte sollte sich bald ändern, nachdem Ihr Haltbarkeitsdatum abgelaufen war. Eines Tages fand sie sich in einer riesigen Fabrik wieder, umgeben von metallenen Maschinen und ratternden Förderbändern. Ein Extruder, ein monströses Ungetüm aus Stahl, erhob sich vor ihr. Seine Aufgabe war es, Dinge zu zermalmen, zu vermischen und zu formen – ein Schicksal, das die Torte nicht teilen wollte. „Was soll das bedeuten?“, fragte die Torte ängstlich. „Warum bin ich hier?“ Der Extruder lachte rasselnd. „Du wirst recycelt“, sagte er. „Zerdrückt, geschmolzen und zu etwas Neuem geformt.“ Die Torte zitterte. „Aber ich bin doch eine Schwarzwälder Kirschtorte! Ich habe Geschichten zu erzählen, Erinnerungen zu bewahren und Genuss zu verbreiten.“ „Das interessiert mich nicht“, knurrte der Extruder. „Deine Schichten sind nutzlos hier. Wir brauchen keine Geschichten. Wir brauchen Rohstoffe.“ Und so begann die Reise der Schwarzwälder Kirschtorte durch den Extruder. Die Schokoladenschicht wurde geschmolzen, die Kirschschicht zerrissen, und die Sahneschicht verlor ihre Cremigkeit. Am Ende kam eine undefinierbare Masse heraus – ein grauer Brei ohne Seele. „Was ist aus mir geworden?“, flüsterte die Torte. „Ein Haufen plastische Masse“, antwortete der Extruder. „Nichts weiter.“ Die Torte seufzte. Sie hatte ihre Identität verloren, ihre Schichten waren verschwunden. Aus ihr konnte keine neuer Genuss in Schichten gebacken werden. Sie war nur noch ein Teil des großen Recyclingkreislaufs. Ein Wertstoff mit wenig Wert. Und so lernte die Schwarzwälder Kirschtorte eine harte Lektion: **Mehrschichtfolien für Lebensmittelverpackungen sind schwer bis unmöglich zu recyceln**. Die verschiedenen Materialien – Polyethylene, Polypropylene, Polyamide, Druckfarben, Klebstoffe und Additive – sind wie die Schichten einer Torte. Wenn sie einmal vermischt sind, können sie nicht mehr getrennt werden. Der Extruder kann keine neuen Funktionschichten formen, nur uniforme Plastikklumpen. Die Torte sehnte sich nach ihren Schichten, nach ihrer einzigartigen Identität, die zu dem einzigartigen Produkteigenschaften führten. Aber es war zu spät. Sie war nur noch ein winziger Teil im großen Recyclingpuzzle. Und so bleibt die Schwarzwälder Kirschtorte ein stummes Zeugnis für die Schwierigkeiten des Recyclings von Mehrschichtfolien. Ihre Schichten mögen verloren sein, aber ihre Geschichte lebt weiter – als Mahnung für uns alle, sorgsam mit unseren Verpackungen umzugehen und nachhaltige Alternativen zu finden. Links zum Thema: [Balance, Präzision und Verantwortung bei Regularien für Verpackungen | Flexpackwissen (innoform-coaching.de)](https://www.innoform-coaching.de/blog/2024/04/25/balance-praezision-und-verantwortung-bei-regularien-fuer-verpackungen/) [So fördern zunächst ungeliebte EU-Richtlinien Innovatione | Flexpackwissen (innoform-coaching.de)](https://www.innoform-coaching.de/blog/2024/04/24/so-foerdern-zunaechst-ungeliebte-eu-richtlinien-innovatione/) [Wie Würmer beim Recycling helfen | Flexpackwissen (innoform-coaching.de)](https://www.innoform-coaching.de/blog/2024/04/09/wie-wuermer-beim-recycling-helfen/) Und [hier ](https://www.innoform-coaching.de/tagung/umweltgerechte-kunststoffverpackungen-2022_1)werden wir professionell und strukturiert auch darüber diskutieren: ![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2024/02/inno_header_Umweltgerechte-Kunststoffverpackungen-minimal-optimal-genial_wide_texte-1024x351.jpg)Quelle: Unterhaltung mit Bing, 26.4.2024 (1) Kooperationsprojekt zeigt: Mehrschichtverpackungen sind in …. https://www.basf.com/global/de/media/news-releases/2023/05/p-23-202.html. (2) Recyclingfähige, biobasierte Lebensmittelverpackungen. https://www.ivv.fraunhofer.de/de/verpackung/biobasierte-materialien-fuer-papier-und-folienanwendungen/bioactivematerials.html. (3) Recycling von Mehrschichtfolien: Die Revolution im Gelben Sack …. https://www.kunststoff-magazin.de/news/die-revolution-im-gelben-sack.htm. (4) Kreislauffähige Lebensmittelverpackungen – Fraunhofer IVV. https://www.ivv.fraunhofer.de/de/recycling-umwelt/recycling-von-verpackungen/circular-foodpack.html. ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) - [Volker Muche zu Paperization und Trends bei Verpackungsentwicklung](https://inno-talk.de/volker-muche-zu-paperization-und-trends-bei-verpackungsentwicklung/) **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Verpackungsdesign --- ### [Between Consumer Expectations and Regulation: Packaging Design in a Conflict of Objectives](https://inno-talk.de/en/between-consumer-expectations-and-regulation-packaging-design-in-a-conflict-of-o/) **Published:** Mai 18, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *At **INNO‑Fiber 2026 in Osnabrück**, Eleonore Eisath (MILK.) spoke about a central tension in packaging development: the conflict of objectives between consumer expectations, brand logic, and regulatory-technical requirements. In her presentation, she demonstrated why supposedly simple solutions – such as a blanket switch to paper – do not do justice to the complexity of modern packaging systems.* ### Brands are under dual pressure From the brand perspective, packaging decisions today operate within a narrow corridor. On one hand, consumers expect intuitive, familiar solutions that fit the brand. On the other hand, requirements from regulation, recyclability, and technological limitations are constantly increasing. Eleonore Eisath clearly articulated this conflict of objectives: packaging must both convey brand values and fulfill real functional and regulatory requirements. One aspect that is often underestimated is the depth of so-called **design codes** – those visual and tactile characteristics that consumers unconsciously associate with a brand. These cannot be arbitrarily changed without risking acceptance. ### Selling yes – but differently than before While packaging was previously understood primarily as a sales enhancer, the focus has shifted. It is no longer about „selling more at any price,“ but about **meaningful, credible selling** that brings together brand, product, and responsibility. Particularly in the area of fiber-based packaging, it becomes evident how demanding this transformation is. Many consumers reflexively consider paper more sustainable than plastic. However, this equation is not tenable from a technical and ecological perspective. When paper is used where it makes no functional sense, a gap emerges between expectation and reality – and this is increasingly perceived critically by consumers. ### Paper is not inherently the better solution A central theme of the presentation was therefore the differentiated use of materials. Paper can be meaningful and effective in many applications, but is not universally applicable. Examples such as so-called *paper bottles* show that „paper aesthetics“ without functional added value can even create irritation. Eleonore Eisath advocated for using materials where they make sense technically, ecologically, and from a brand perspective – and taking consumers transparently on this journey. However, without overloading them: communication must remain understandable and must not disappoint expectations. > **„Papers are meaningful and great in many areas, but there are still applications where plastics or glass are technically the better solution.“** > *Eleonore Eisath, MILK., INNO‑Fiber 2026* ### Conclusion: Honesty beats simplification The presentation made clear: sustainable packaging is not solely a question of materials. It emerges from the interplay of function, brand, regulation, and consumer understanding. Blanket answers fall short – what is needed are comprehensible decisions and honest communication about limitations and possibilities. However, this also presents an opportunity for brands: those who credibly explain why packaging is designed the way it is strengthen trust – and ultimately their own positioning. ### Related Episodes - [POUCH vs PET BOTTLE Part 4](https://inno-talk.de/en/pouch-vs-pet-bottle-part-4/) - [Digital Product Passport & Compass](https://inno-talk.de/en/digital-product-passport-compass/) - [Digitalization as the Key to PPWR Compliance](https://inno-talk.de/en/digitalization-as-the-key-to-ppwr-compliance/) --- ## Transcript I’m speaking with Eleonore *Eisath*. We’ve recorded a podcast together before. Now you’re here live. That was wonderful and you opened up a big topic in your presentation. What was it about? Can you briefly outline what you discussed? Yes, of course. It was basically about how brands respond to the current situation and what conflict of objectives they find themselves in. As a brand, it’s always about – on one side you have to meet consumer demands and on the other side you have all the regulation, all the technical challenges of recyclability. And my presentation was about how you can find the best compromise. You’re a packaging agency. I always say advertising agency. In the past it was about selling more. That’s no longer the case today. Where is the focus today? Especially when we talk about fiber-based materials – is it really still about selling more, always more of the same? No, it hasn’t been about that for a long time, but it’s still about selling, of course. Not about selling more, but about selling well, selling meaningfully and also about strengthening and positioning the brand accordingly. And I think that’s something many paper manufacturers initially struggle with – this brand logic that they primarily have to fulfill what the consumer imagines and that these design codes that consumers associate with the brand are so deeply ingrained in people. You also showed this conflict of objectives. Consumers inherently find paper more sustainable than plastic, for example. That doesn’t work for purely technical reasons and consumers also punish it. So if they feel that the paper doesn’t make sense here, as with paper bottles for example, then it’s actually a disturbing feeling for the consumer. Papers are meaningful and great in many areas, but there are of course also areas where it’s technically much more sensible to use plastics or glass. And I think we should take consumers on this journey. Of course, you can’t expect too much from them, but use papers where it really makes sense. Says Eleonore Eisath at Inno-Fiber 2026 in Osnabrück. Thank you. Thank you very much. ### Related Articles - [1st INNO-Fiber: Paper packaging: Innovation, Regulation and Competition](https://inno-talk.de/en/1st-inno-fiber-paper-packaging-innovation-regulation-and-competition/) - [EPR and recyclability assessment: Why is packaging design such an important cost factor nowadays?](https://inno-talk.de/en/epr-and-recyclability-assessment-why-is-packaging-design-such-an-important-cost-factor-nowadays/) - [Flexible packaging between PPWR and practice](https://inno-talk.de/en/flexible-packaging-between-ppwr-and-practice/) **Kategorien:** Disposal / Recycling, Paper and fiber-based packaging --- ### [Paper Wins – Driven by Regulation and Consumer Expectations](https://inno-talk.de/en/paper-wins-driven-by-regulation-and-consumer-expectations/) **Published:** Mai 25, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Matthias Giebel’s analyses show a **demonstrable increase in paper packaging**, with further growth potential through 2030. Alongside consumer preferences, **regulatory developments**, particularly the **PPWR**, play a central role. This creates additional incentives in favor of paper-based solutions when compared to plastics.* *At the same time, it became clear: paper is not a sure thing either. While it benefits from a well-established recycling infrastructure, it also faces challenges – particularly regarding the actual recyclability of complex applications. Plastics, on the other hand, struggle primarily with inconsistent infrastructure across Europe. This is precisely where a **competition for innovation** is emerging, in which the paper side is currently particularly active.* ### Applications: Out of the Niche – But Not Without Limitations A key finding from the analysis: paper packaging can now be found **in almost all sectors**. Market launches are particularly strong in **confectionery**, which recently accounted for around 30% of paper-based new products. There are also initial attempts in more sensitive areas such as frozen food applications – whether these will prove successful in the long term remains to be seen. However, limitations also became apparent, particularly with chocolate: issues such as **puncture resistance** (e.g., with nuts or cereals) and **product residues** that can interfere with paper recycling show that not every application is trivial to convert. Dry foods such as rice, pasta, or many muesli products are considerably easier. Here, paper-based solutions can be implemented with relatively little effort – sometimes even with additional functional benefits. > **„We now see paper packaging in almost all sectors – out of the niche, but not without compromises.“** > *Matthias Giebel, INNO‑Fiber 2026* ### Barriers: Cost, Machine Compatibility, and Uncertainty The presentation identified three factors as the biggest obstacles to broader implementation: **cost**, **machine compatibility**, and **regulatory uncertainty**. While cost is often the short-term argument, converting existing filling and packaging lines represents a medium-term strategic task – similar to the earlier switch from multilayer to monolayer plastics. In the long term, instruments such as **eco-modulation** could have an influence, although their implementation at the European level is inconsistent. Individual national solutions are currently creating additional complexity and uncertainty. The appeal to brand owners and packaging companies: don’t just calculate short-term, but plan according to clear criteria. ### Three Key Levers From Matthias Giebel’s perspective, companies should consistently align their decisions with three core themes: - **Recyclability** - **Recycling infrastructure** - **Recyclate use in plastics** Costs would – according to his assessment – be subordinate to these requirements in the long term, as it ultimately comes down to **compliance** and not voluntary individual measures. ### More Dialogue Instead of Individual Tests Another central topic was **communication along the value chain**. While brand owners are largely convinced of a preference for paper through the PPWR, this conviction already decreases among converters – not least due to cost pressure. This leads to projects being stopped at the last minute despite successful development. The recommendation: move into **practical trials** earlier, gain experience, and gradually convert product lines instead of getting stuck in endless test loops. At the same time, more openness is needed in dialogue – between brands, packaging manufacturers, and other actors in the chain. ### Conclusion: Paperization Is Real – But Not an End in Itself The opening presentation made it clear: paperization is not a hype, but a relevant development path. However, it will only be successful where technical feasibility, regulatory requirements, and economic realities are considered together. The discussion at INNO‑Fiber 2026 provided a solid foundation for this. ### Related Episodes - [POUCH vs PET BOTTLE Part 4](https://inno-talk.de/en/pouch-vs-pet-bottle-part-4/) - [Digital Product Passport & Compass](https://inno-talk.de/en/digital-product-passport-compass/) - [Flexible packaging between PPWR and practice](https://inno-talk.de/en/flexible-packaging-between-ppwr-and-practice/) --- ## Transcript Alright. We now have Matthias Giebel with us. He gave us the opening presentation today and from a high-level perspective, from various angles, also with a survey, first questioned paperization as a trend, but then showed that we are right in the middle of this trend. What were your key learnings from it? First of all, as you already said: we can demonstrably say that we have a significant increase in paper packaging and with regard to the outlook toward 2030, further growth is also expected based on the survey. We actually believe that in addition to consumer preferences, which were covered in another presentation, regulatory aspects also play a major role. And we see that the PPWR, particularly in the comparison between paper and plastics, shows certain preferences toward paper. However, paper also still has issues with recyclability, while on the other hand it has good recycling infrastructure. Plastics themselves have problems with recycling infrastructure when we take a Europe-wide perspective. We believe an exciting competition for innovation is currently taking place, in which the paper side is significantly more active at the moment. You also showed that market launches of paper-based packaging are particularly strong in confectionery right now. I believe 30% of all launches were in this area. Will this continue to increase there? Or do you perhaps also see sectors that will now catch up strongly? Do you have a small forecast for the future? Yes, first of all, we actually systematically evaluated this over three years and our first finding is that we actually already see it in every sector. That means we even see initial applications in the frozen food area. Whether they make sense and will establish themselves in the long term… So in that sense, it’s out of the actual niche. Nevertheless, we naturally have top application areas and I actually believe that with chocolate, people started relatively early. But they also found in individual cases that it’s not quite so easy in terms of puncture resistance when you have nuts in there or cornflakes. These issues are now well known. Also, that residues actually remain in chocolate packaging and then interfere with recycling. That’s also an issue. There are naturally less critical areas, dry foods, rice, pasta, even most mueslis. There’s still surprisingly much that can be converted with relatively little effort. You could even, if you then apply a proper mineral oil barrier, which many classic plastic packaging in this area also don’t have because they use polyolefins, have an add-on. However, we also know from individual interviews that product visibility is then naturally important to some brand owners, and there you would have to work with windows again, then you’re back into plastic, then you have reduced recyclability again. So you notice there are still fields, you have to make compromises. But we see an increasing willingness to do so and the entire hygiene sector also offers huge fields. And those are the low-hanging fruits for now, I’d say. And where do you see the biggest obstacles? Is it the cost of paper, which can be higher primarily due to the higher mass or weight alone? Is it the performance on the machine? ### Regulatory Uncertainties in Plastic Conversion Is it the regulatory uncertainties that still exist? You also pointed that out. What is currently the biggest hindrance? The cost issue is naturally always the short-term argument. Machine compatibility is actually a longer medium-term argument, because you naturally can’t convert every plastic packaging line to paper with the first attempts, there will be presentations on this as well. You have to deal with that in the longer term. But you also have to do that when you go from multilayer to monolayer plastics. That’s why I say this conversion has always existed in the past. The costs will, I believe, play a role through eco-modulation, if it ever takes effect, hopefully. We’ve already discussed this topic in another context. There’s naturally still high complexity in it and then it says countries can influence through eco-modulation. It doesn’t say they must. Individual countries are already doing it, which is currently causing great confusion. So I believe it’s a mix of factors. That’s why we always tell brand owners or packaging companies in conversations to think long-term based on these criteria – recyclability, recycling infrastructure, recyclate use in plastics. Those are the three levers. And the costs will align with these, because ultimately everyone has to do it. We’re talking about compliance. Exactly, we actually have more presentations on this. We’ll look at how licensing costs compare. The fortunate thing in that sense is that we’re not even talking about eco-modulation here, but we always already have tariffs for pure paper and pure plastics. When you talk to brands now, but also to many packaging manufacturers, do you find that they talk a lot with each other or more about each other? Or where is communication perhaps lacking in the chain? Especially when we address recyclability, we see that we don’t yet have much experience with what works in the stream and what doesn’t. How does the paper-side chain function? Well, basically a chain always works on pull and not on push. And therefore, from logic, it should follow that if our survey showed that brand owners are most strongly convinced that the PPWR, which ultimately prefers paper, thus favors and thereby promotes it, then they should actually motivate their value chain to participate. However, we notice at the next level that converters no longer have this conviction. Apparently cost pressure already comes back into play to some extent. And that’s why we also believe that all these developments, I also know of individual projects now in the context of these interviews, where the development was actually already complete for a conversion toward paper and then at the last moment they decided against it for cost reasons. That’s naturally a bad message at this point, also to the market, because that naturally spreads. That’s frustrating. Some already argue that the transition periods are simply too long until 2030, that things should have been required earlier. That’s naturally always easy to say in hindsight, but I believe more dialogue is always good. And what I would always prefer is to get into trials quickly and after the trials then convert individual product lines. ### Production Conversion to Paper: Risks Because we’re currently in a situation where you have the feeling that everyone tests once, also tests in production, in filling, and then first says: „Now I know it works and now I’ll lean back for the moment, because we’re in a crisis right now.“ But I also understand the counter-arguments to some extent. Original quote: „Well, if I now convert one line, one product line to paper, the Deutsche Umwelthilfe will be at my door the next day and say: ‚Why and why not the others too?'“ So everything you do there must naturally also be well thought out. In that sense, I understand it’s a certain dilemma and with the crisis argument, I can naturally justify any delay for now. And it’s not entirely unjustified, you have to say that. No, we also see great caution with these conversion measures. But the discussion is already going very well here this morning. You provided the foundation for it with your first presentation and many thanks again for that. Yes, thanks for the invitation. Gladly. It was a pleasure to speak with you. Great, thank you very much. Good luck. Okay, strong. ### Related Articles - [EPR and recyclability assessment: Why is packaging design such an important cost factor nowadays?](https://inno-talk.de/en/epr-and-recyclability-assessment-why-is-packaging-design-such-an-important-cost-factor-nowadays/) - [1st INNO-Fiber: Paper packaging: Innovation, Regulation and Competition](https://inno-talk.de/en/1st-inno-fiber-paper-packaging-innovation-regulation-and-competition/) - [Paper hype vs. plastic facts: Who gets the cookie?](https://inno-talk.de/en/paper-hype-vs-plastic-facts-who-gets-the-cookie/) **Kategorien:** Disposal / Recycling, Paper and fiber-based packaging --- ### [PFAS in Packaging: Regulation and Measurement Methods – What to Do Now](https://inno-talk.de/en/pfas-in-packaging-regulation-and-measurement-methods-what-to-do-now/) **Published:** Mai 26, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## PFAS Regulation: Ambition Meets Reality From **August 12, 2026**, new limit values for PFAS in food packaging will apply: - 25 ppb for individual substances - 250 ppb for the sum - 50 ppm for total PFAS These requirements are ambitious – and pose practical challenges for many companies. Dr. Ernst Simon (Flexible Packaging Europe) assesses the situation in the InnoTalk as follows: > „The PFAS regulation for food packaging in the PPWR is a knee-jerk reaction.“ His criticism is mainly directed at the implementation speed. Parallel to the PPWR, a comprehensive PFAS restriction is underway within the REACH framework, which is significantly broader in scope and being developed on a longer-term basis. The PPWR, on the other hand, intervenes in a specific market area in the short term. The central problem: - **Harmonized test methods** are lacking - Guidelines are **inconsistent and in flux** - **Testing capacities** are limited This leaves companies facing a challenging situation: clear limit values – but no clearly standardized testing practice. --- ## Analytics in Reality Check: What is Already Possible and Necessary Today While Ernst Simon describes the regulatory tensions, Dr. Tim Schlüter (Innoform Testservice) shows how the industry can deal with this situation in practical terms. His key message: > „The biggest problem is: there are no harmonized analytical methods.“ ### Total Fluorine as a Pragmatic Entry Point In practice, the assessment often begins with the **total fluorine content (TF)**. This serves as a screening to quickly identify critical materials. If the total fluorine content is below a certain threshold value, the material can initially be classified as non-critical. If it is higher, more detailed investigations are required. The advantage of this approach: - quick orientation - broad applicability The disadvantage: A low total value does not automatically mean that the strict ppb limits are met. --- ### Differentiation: Organic vs. Inorganic Fluorine To be more precise, analytics distinguish between: - inorganic fluorine (e.g., from minerals) - organic fluorine (incl. PFAS) ![Innoform Testservice describes testing options for PFAS](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild-1.png)The PFAS-relevant portion is estimated via the organic fluorine content. This results from the difference between total fluorine and inorganic fluorine. However, the procedure is demanding: - Results depend heavily on measurement conditions - Reproducibility is critical --- ### Limitations of Currently Discussed Methods The analytical methods proposed in the guideline are not unreservedly suitable from Tim Schlüter’s perspective. ### Figure 4: Limitations of the Methodology In particular: - Pyrolysis-GC/MS can deliver incomplete results - TOP assays are not fully compatible with the logic of the PPWR This creates a realistic picture: Analytics today provide valuable insights – but no conclusive certainty. --- ## Practical Question from the InnoTalk A frequently asked audience question was: **„Do I have to test if I don’t intentionally use PFAS?“** Ernst Simon’s answer is clear: - What matters is the **content in the material**, not the intention - Even unintentional entries from raw materials or processes are relevant **„Not intentionally added“ does not replace testing.** --- ## What Companies Should Do Now Despite unclear framework conditions, clear action steps can be derived: ### 1. Systematically Assess Risks - Where do potential PFAS entries occur? - Which materials are critical? ### 2. Involve Supply Chains - Actively request information on PFAS - Document transparency ### 3. Establish Screening - Start with total fluorine - Gradually deepen in case of anomalies ### 4. Prioritize Instead of Over-analyzing - Focus on known risk areas - Pragmatic approach instead of full testing --- ## Conclusion PFAS regulation brings the industry into a transition phase: **clear goals – but still unclear paths to get there.** However, the contributions from Ernst Simon and Tim Schlüter show: - The challenges are understood - Practical approaches are available - A structured approach is possible > **Don’t wait for perfect solutions – actively manage uncertainty and act systematically.** ### Related Articles - [Digital Product Passport & Compass](https://inno-talk.de/en/digital-product-passport-compass/) - [Digitalization as the Key to PPWR Compliance](https://inno-talk.de/en/digitalization-as-the-key-to-ppwr-compliance/) - [Regulation (EU) 2025/40 (PPWR ): PFAS are regulated more strictly](https://inno-talk.de/en/regulation-eu-2025-40-ppwr-pfas-are-regulated-more-strictly/) **Kategorien:** Food packaging, Inno-Talk.eu **Schlagwörter:** Dr. Tim Schlüter, PFAS --- ### [Mineral Oil in Packaging: Current Status of MOSH/MOAH – Insights from the Web Seminar](https://inno-talk.de/en/mineral-oil-in-packaging-current-status-of-mosh-moah-insights-from-the-web-semin/) **Published:** Mai 28, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Mineral oil hydrocarbons in food remain a central topic for the packaging industry. In our web seminar *Mineral Oil/MOSH/MOAH Migration – Current Status*, presenter Heike Schwertke provided a comprehensive overview of sources, analytics, assessment, and current regulatory developments. This article summarizes the key insights for you in a compact form. --- ## What are MOSH, MOAH and POSH? Mineral oil hydrocarbons are essentially divided into two groups: - **MOSH (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons)** → saturated hydrocarbons, partially accumulating in the body - **MOAH (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons)** → aromatic compounds, particularly those with multiple rings are of health concern - **POSH (Polyolefin Oligomeric Saturated Hydrocarbons)** → originating from plastics, chemically similar to MOSH An important point from the web seminar: In analytics, MOSH and POSH often cannot be clearly distinguished and are therefore frequently assessed together. --- ## Where do mineral oil contaminations come from? A key learning: Packaging is **only one of many possible sources of entry**. Typical contamination pathways are: - **Packaging materials** - Recycled cardboard (e.g. from newspaper printing) - Printing inks - Adhesives - **Production & Processing** - Machine oils, release agents - Cleaning agents - **Transport & Storage** - e.g. jute sacks (known cause from practical cases) - **Raw materials / Environment** - e.g. natural waxes or environmental entries Particularly relevant: Migration frequently occurs **via the gas phase**, especially from recycled cardboard. --- ## Analytics: Complex, but established The analysis of MOSH/MOAH typically takes place in several steps: 1. **Extraction from food or material** 2. **Pre-separation into MOSH and MOAH fractions** 3. **Determination by gas chromatography** Characteristic are so-called **„hump chromatograms“**, as these are complex substance mixtures. Important findings from the web seminar: - Migration tests with simulants can **significantly overestimate** results - Real tests in food (e.g. at the end of shelf life) are often more meaningful - The MOSH/MOAH ratio can provide indications of the source --- ## Assessment & Toxicology: MOAH in focus The risk assessment clearly distinguishes between MOSH and MOAH: ### MOSH - According to current knowledge **no general health concern** at typical intake levels - Accumulation in the body (e.g. liver) possible → further research needed ### MOAH - **potentially carcinogenic**, especially with ≥ 3 aromatic rings - clear priority for minimization The current EFSA assessment confirms: > MOAH represents the greater risk and is therefore the regulatory focus. --- ## Regulatory Developments: New limit values in sight A particularly relevant update: - The EU is working on **specific maximum levels for MOAH in food** - Limit values are to be introduced in stages by product groups - Planned target values (depending on fat content): - approx. **0.5 mg/kg** (low-fat) - approx. **1 mg/kg** (medium) - approx. **2 mg/kg** (high-fat) Additionally: - France has already introduced **strict requirements for printing inks** - Focus here is on reducing entries into recycling loops --- ## How can mineral oil entries be reduced? The good news: There are effective measures. ### Technical Solutions - Use of suitable **barriers (e.g. aluminum, EVOH, PET)** - Optimization of packaging structures - Avoidance of mineral oil-based printing inks ### Process-related Measures - Selection of suitable raw materials - Control of lubricants and auxiliaries - Optimization of storage and transport conditions ### Crucial Point Polyolefins (e.g. PE) do **not act as barriers**, but can even absorb mineral oils – an important practical aspect. --- ## Typical Practical Questions – and how to answer them From the seminar, particularly relevant for daily practice: - **„Is the packaging mineral oil-free?“** → Better: „no intentional use“ and analytics below detection limits - **„What measures exist for minimization?“** → Barriers, raw material control, packaging design - **„What limit values apply?“** → Combination of legal requirements and internal specifications Practical tip: Establishing **specifications with reference values** creates clarity in the supply chain. --- ## Conclusion: High complexity – clear fields of action The web seminar has shown: - Mineral oil contamination is a **multifactorial problem** - Packaging plays an important, but not sole role - MOAH remains the critical parameter - Regulation is becoming significantly more concrete 👉 Crucial for companies: - Holistic consideration of the supply chain - Technically sound barrier concepts - Clear internal assessment standards [To the relevant test methods](https://www.innoform.de/migrationspruefungen/) [To matching seminars](https://www.innoform-coaching.de/themen/konformitaet-mit-lebensmittelgesetzen-fuer-verpackungen) ### Related Articles - [Talc (talcum powder) classified as carcinogenic – what does this mean for packaging?](https://inno-talk.de/en/talc-talcum-powder-classified-as-carcinogenic-what-does-this-mean-for-packaging/) - [Web seminar – Highlights: Japan Food Sanitation Act](https://inno-talk.de/en/webseminar-highlights-japan-food-sanitation-act/) - [Current status of mineral oil migration](https://inno-talk.de/en/current-status-of-mineral-oil-migration/) **Kategorien:** Film production / Converting, Film testing & analytics, Food packaging, Migration, interactions, Q-Management/Hygiene, Uncategorized --- ### [Webinar Recap: Safe and Compliant Use of Food Contact Adhesives](https://inno-talk.de/en/review-web-seminar-adhesives-in-food-contact-compliant-use/) **Published:** Juni 4, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** In the web seminar „**Adhesives – Compliant Use in Food Packaging**“ with Andreas Grabitz from FCMExperts, current requirements, challenges, and practical issues surrounding the use of adhesives in food contact were discussed. --- ### Multi-faceted requirements for adhesives Adhesives are indispensable in modern food packaging – at the same time, they are among the most complex components regarding legal assessment. Unlike many primary materials, there are often no specific, harmonized regulations for them. During the seminar, it became clear: - Conformity assessment is often based on a combination of the EU Framework Regulation, national specifications, and industry recommendations. - Migration, particularly of non-intentionally added substances (NIAS), remains a key challenge. - Responsibility lies along the entire supply chain – from raw material manufacturers to converters and distributors. --- ### Interface between Technology and Law A central topic was the close integration of formal requirements and practical implementation. The discussion showed that technical decisions – such as for adhesive systems or layer structures – have direct implications on the legal assessment. Participants gained insights into how: - declarations of compliance are correctly drafted and verified, - relevant test scenarios are defined, - and risks can be systematically assessed. Particularly in the area of multi-layer systems, it became clear how important a sound understanding of the interactions between materials is. --- ### Conclusion: Complexity Requires Expertise The web seminar showed once again that the safe use of adhesives in food contact requires a deep understanding of both regulatory and technical aspects. For companies, this means: - Early integration of expertise in product development - Close cooperation along the supply chain - Continuous training on current legal developments --- ### Your Added Value with Innoform With formats like this, Innoform offers practical guidance in a demanding regulatory environment. 👉 Would you like to attend the next event or delve deeper into a similar topic? Then stay up to date with our seminar offerings – we are happy to support you in safely implementing current requirements. [### Watch the Recording The complete web seminar with Andreas Grabitz (FCMExperts) on demand. Watch now →](https://www.innoform-coaching.de/en/webseminar/lebensmittelrecht-klebstoffe-konform-in-lebensmittelverpackungen-einsetzen--2026)[### Related Seminars Seminars and web seminars on food law and packaging compliance. Discover topics →](https://www.innoform-coaching.de/en/themen/konformitaet-mit-lebensmittelgesetzen-fuer-verpackungen)[### Migration Tests Overall migration, specific migration, and NIAS screening in the Innoform testing service. To the lab →](https://www.innoform.de/en/migration-testing/) **Kategorien:** Uncategorized --- ### [Flexible Food Packaging in Europe: Markt wächst weiter trotz steigender Anforderungen](https://inno-talk.de/flexible-food-packaging-in-europe-markt-waechst-weiter-trotz-steigender-anforderungen/) **Published:** Juni 12, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Flexible Lebensmittelverpackungen bleiben auf Wachstumskurs. Laut der aktuellen Studie „Flexible Food Packaging in Europe“ von SCHÖNWALD CONSULTING lag der Verbrauch 2025 bei über 4,2 Millionen Tonnen. Gleichzeitig verändern sich Markt, Materialien und regulatorische Anforderungen deutlich. ### Das Wichtigste in Kürze - Über **4,2 Mio. Tonnen** flexible Lebensmittelverpackungen wurden 2025 in Europa verbraucht – mit Wachstum bis 2030. - **11 Marktsegmente**; Süßwaren, Convenience Food & Frischeprodukte und Trockenprodukte stellen zusammen über 50 % des Marktes. - **Convenience Food & Frischeprodukte** ist das wachstumsstärkste Segment (To-go-Konsum, Urbanisierung, Online-Handel). - Die **PPWR** ist der wichtigste regulatorische Treiber für Material, Design und Recyclingfähigkeit. - Quelle: Studie „Flexible Food Packaging in Europe“ von SCHÖNWALD CONSULTING (140 Seiten, Prognosen bis 2030). ## Marktüberblick 2025: Wachstum und klare Struktur Der Markt ist heute klar strukturiert. Insgesamt gibt es 11 relevante Marktsegmente. Die wichtigsten Fakten: - Über 4,2 Mio. Tonnen Verbrauch in Europa - 11 Marktsegmente - Mehr als 50 % entfallen auf die Top-3-Segmente - Stabile Nachfrage mit Wachstum bis 2030 ![Flexible Food Packaging Landscape](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/06/schoenwald-diverse-flexpack-landscape.jpg)## Die wichtigsten Marktsegmente Die Studie unterscheidet folgende Anwendungsbereiche: - Süßwaren (größtes Segment) - Convenience Food & Frischeprodukte (Nr. 2, stark wachsend) - Trockenprodukte - Fleisch und Fleischprodukte - Tiernahrung - Snacks - Backwaren - Milchprodukte - Kaffee & Tee - Siegelbare Deckfolien - Getränke **Wichtig:** Die drei größten Segmente machen zusammen mehr als die Hälfte des Marktes aus. ![Confectionery Leads Europe](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/06/schoenwald-confectionery-leads-europe.jpg)## Convenience Food wächst besonders stark Das Segment „Convenience Food & Fresh Products“ zeigt das stärkste Wachstum. Die Gründe sind klar: - Mehr „To-go“-Konsum - Urbanisierung - Höhere Anforderungen an Komfort - Reduzierung von Lebensmittelverlusten - Wachstum im Online-Handel Flexible Verpackungen unterstützen diese Trends durch Funktion und Effizienz. ![Convenience Food: A Growth Powerhouse](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/06/schoenwald-convenience-food-growth.jpg)## Warum flexible Verpackungen weiter gewinnen Flexible Verpackungen erfüllen viele Anforderungen gleichzeitig: - Schutz empfindlicher Lebensmittel - Verlängerung der Haltbarkeit - geringes Gewicht - gute Prozessfähigkeit - flexible Anpassung an Produkte Sie sind damit für viele Anwendungen die wirtschaftlichste Lösung. ![Every Category. Every Need. One Solution.](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/06/schoenwald-every-category-one-solution.jpg)## Wichtige Innovationstrends Die Studie zeigt vier zentrale Entwicklungsrichtungen: **Monomaterialien** - bessere Recyclingfähigkeit - Ersatz komplexer Verbunde **Bio- und faserbasierte Lösungen** - Ergänzung zu klassischen Kunststoffen - steigende Nachfrage **Barrieretechnologien** - gezielter Schutz bei weniger Materialeinsatz **Lightweighting** - weniger Material - geringere Kosten und CO₂ ![Innovation Across All Segments](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/06/schoenwald-innovation-across-segments.jpg)## PPWR: Der wichtigste Treiber für Veränderungen Ein zentraler Bestandteil der Studie ist die EU-Verordnung PPWR. Die wichtigsten Auswirkungen: - neue Anforderungen an Recyclingfähigkeit - Vorgaben für Materialeinsatz - klare Fristen und Übergangszeiten - Einfluss auf Design und Materialwahl Unternehmen müssen früh handeln, um compliant zu bleiben. ## Fazit für Flexpack-Experten Der Markt wächst weiter. Gleichzeitig steigen die Anforderungen. Wichtige Handlungsfelder: - Fokus auf wachstumsstarke Segmente - Umstellung auf recyclingfähige Materialien - Bewertung von Monomaterial-Lösungen - Optimierung von Barriereeigenschaften - Berücksichtigung der PPWR in der Entwicklung Ohne fundierte Marktdaten werden Entscheidungen zunehmend riskant. Profitieren Sie von der aktuellsten Studio für flexible Verpackung in Europa. [Mehr Info und Order](https://www.schoenwald-consulting.com/de/portfolio/13-2026-flexible-food-packaging-in-europe-2026-hp149.html) --- ## Häufige Fragen zur Studie ### Wie groß ist der Markt für flexible Lebensmittelverpackungen in Europa? Der Markt lag 2025 bei über 4,2 Millionen Tonnen und wächst weiter. ### Welche Segmente sind am wichtigsten? Die wichtigsten Segmente sind Süßwaren, Convenience Food & Frischeprodukte sowie Trockenprodukte. Diese drei machen mehr als 50 % des Marktes aus. ### Warum wächst Convenience Packaging so stark? Treiber sind veränderte Lebensstile, mehr „To-go“-Konsum, Urbanisierung sowie Anforderungen an Frische und Haltbarkeit. ### Welche Materialien stehen im Fokus? Monomaterialien (Recycling), bio-basierte Kunststoffe, faserbasierte Lösungen und optimierte Hochbarrieren. ### Welche Rolle spielt die PPWR? Die PPWR ist der wichtigste regulatorische Treiber. Sie beeinflusst Materialauswahl, Design von Verpackungen, Recyclingfähigkeit und zukünftige Marktzugänge. ### Was bedeutet das für Unternehmen? Unternehmen müssen ihre Verpackungen anpassen, in neue Materialien investieren und regulatorische Anforderungen früh berücksichtigen. --- ## Weiterführende Informationen Die Studie umfasst: - 140 Seiten - 88 Tabellen und Grafiken - detaillierte Marktdaten - Prognosen bis 2030 - vollständige PPWR-Einordnung Weitere Informationen finden Sie direkt auf der Webseite von SCHÖNWALD CONSULTING: [Flexible Food Packaging in Europe 2026](https://www.schoenwald-consulting.com/de/portfolio/13-2026-flexible-food-packaging-in-europe-2026-hp149.html) ### Verwandte Episoden - [Jörg Schönwald über die Entwicklung des Standbeutels](https://inno-talk.de/joerg-schoenwald-ueber-die-entwicklung-des-standbeutels/) - [Flexible Verpackungen zwischen PPWR und Praxis](https://inno-talk.de/flexible-verpackungen-zwischen-ppwr-und-praxis/) - [PPWR und Flexible Verpackungen: Was jetzt auf Hersteller und Verarbeiter zukommt](https://inno-talk.de/ppwr-und-flexible-verpackungen-was-jetzt-auf-hersteller-und-verarbeiter-zukommt/) **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Inno-Talk, Lebensmittelrecht, Lebensmittelverpackung --- ### [Individual training in the flexpack industry – from web seminar to modular in-house training](https://inno-talk.de/en/individual-training-in-the-flexpack-industry-from-webinar-to-modular-in-house-training/) **Published:** Juni 19, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Excerpt:** How INNOin turns standardised Innoform Coaching web seminars into modular in-house training (Modules 1–5) along the flexible packaging value chain – online or on site. **Content:** In the flexible packaging industry, qualification is increasingly developing along clearly structured learning modules. The current webinars from Innoform Coaching form a content foundation that is systematically deepened in in-house training sessions and transferred to the specific requirements of each individual company. While web seminars convey compact, thematically focused units of knowledge, in-house seminars offer the opportunity to anchor this content within the company using concrete materials, processes and products. With this INNOin concept, we guarantee high quality standards and a great level of detail – both online and on site. ### Key takeaways - **INNOin** transfers standardised web seminar content into modular in-house training – online or on site at the company. - **Modules 1–5** form a continuous learning path along the value chain: fundamentals, film production, PE material selection, sealing technology, and monomaterial & recycling. - The logic of qualification: **web seminar** = understand a single topic, **module** = recognise connections, **in-house training** = application within the company. - The focus is on the hands-on transfer of existing expertise to your own materials, processes and products – not on new content. ## Structure of knowledge transfer: from a single topic to a modular system The web seminars cover central topic areas such as material science, processing, recyclability and regulatory requirements. This content is bundled and built upon in a modular system within the in-house seminars. Modules 1 to 5 form a typical learning path along the value chain of flexible packaging – from the fundamentals through to current requirements for circularity. ## Module 1: Fundamentals of plastic packaging **Content:** - Fundamentals of polymer chemistry - Classification of packaging materials - The relationship between material structure and function In terms of content, this module corresponds to the introductory web seminars on film materials and provides the basis for a shared understanding within the team. In the in-house context, this building block is often expanded by: - company-specific material portfolios - training of career changers and new employees - shared terminology across departments ## Module 2: Film production and process understanding - Film extrusion technologies (blown film vs. cast) - Influence of process parameters - Overview of finishing and lamination processes The connection to the web seminars is particularly evident in topics around production and process optimisation. In-house seminars typically focus on: - specific production lines - process stability and quality assurance - interactions between material and process ## Module 3: The world of polyethylenes - Differentiation of PE types (LDPE, LLDPE, HDPE, mPE) - Evaluation according to requirements such as sealing behaviour, transparency and strength - Practical examples from bag production This module complements the web seminars on material science with an application-oriented perspective. Typical in-house extensions: - selection of suitable materials for existing products - coordination between purchasing, development and production - optimisation of existing formulations ## Module 4: Sealing layers - Influence of time, temperature and pressure on the sealing process - Systems for peelability and tightness - Error prevention in bag and pouch packaging This topic area is also reflected in web seminars on processing and packaging technology. In in-house training, this is often made concrete through: - analysis of real sealing problems - coordination of material and machine settings - optimisation of packaging safety ## Module 5: Monomaterial packaging - Switching from multilayer to monomaterial structures - Challenges with barrier properties - Connection with regulatory requirements (e.g. PPWR) The topics of recyclability and PPWR addressed in the web seminars are transferred here into a practical development framework. In-house focal points are typically: - assessment of existing packaging - development of recyclable alternatives - trade-offs between function, cost and regulation ### Modular in-house seminars with INNOin Bring Modules 1–5 into your team as tailor-made in-house training – online or on site, using the materials and processes from your own company. [To the INNOin landing page](https://www.innoform.de/en/innoin/) ## Context: the role of web seminars in the qualification system The web seminars deliver compact, clearly delimited knowledge building blocks with a high information density and standardised content. [our current webinar dates](https://www.innoform-coaching.de/veranstaltungen?showtype=webinar) Modules 1–5 pick up this content and structure it along a continuous learning concept. This creates a systematic transition: - **Web seminar → understand a single topic** - **Module → recognise connections** - **In-house training → application within the company** In-house seminars can be particularly effective when knowledge needs to be conveyed selectively, in small, compact units and in a familiar team spirit. ## Conclusion The combination of web seminars and modular in-house seminars enables continuous competence development in the flexible packaging industry. Modules 1 to 5 illustrate how content from standardised online formats can be transferred into structured, practice-oriented training for teams – both online and on site. The focus is not on new content, but on the **consistent transfer of existing specialist topics into concrete operational applications along the entire value chain**. ## Frequently asked questions ### What is INNOin? INNOin is the in-house seminar concept from Innoform Coaching. It transfers the content of standardised web seminars into modular training tailored to each individual company – online or on site. ### What is the difference between web seminars and in-house seminars? Web seminars convey compact, standardised individual topics. In-house seminars deepen this content using the company’s specific materials, processes and products and anchor it directly within the team. ### Which topics do Modules 1 to 5 cover? The five modules follow the value chain of flexible packaging: fundamentals of plastic packaging, film production and process understanding, material selection (polyethylene), sealing technology, and monomaterial structures and recycling. ### Do the training sessions take place online or on site? Both are possible. The modular in-house seminars can be conducted online or on site at the company – with consistent quality and depth of detail. ### Related articles - [Flexible Food Packaging in Europe: market continues to grow despite rising requirements](https://inno-talk.de/flexible-food-packaging-in-europe-markt-waechst-weiter-trotz-steigender-anforderungen/) - [Food law for beginners and advanced learners](https://inno-talk.de/lebensmittelrecht-fuer-ein-und-aufsteiger/) **Kategorien:** barrier films, Film production / Converting, Food packaging, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** In-House, INNOin --- ### [Chemical Recycling: A Reality Check](https://inno-talk.de/en/chemical-recycling-a-reality-check/) **Published:** Juni 19, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Excerpt:** What the 43rd Inno-Talk reveals about chemical recycling: capacities, pyrolysis, process losses, the PPWR recyclate gap and what it means for flexible packaging. **Content:** **What the [43rd Inno‑Talk](https://inno-talk.de/events/INE-06-26/) really reveals about capacities, limits and opportunities** This article summarises the key statements of the Inno-Talk and places them in a technical context. The aim is to clearly work out the opportunities and limits for practical application in the flexpack industry. --- ## 1. Classification: complement, not replacement Chemical recycling is often discussed as a „game changer“; in reality, it complements existing systems. Getting this classification right is crucial for developing realistic strategies for packaging design and material use. A central point right at the start: Chemical recycling is **not a replacement for mechanical recycling**, but a **complementary technology**. Mechanical recycling remains: - industrially established (for >50 years) - efficient for clean, single-type streams - still developing technologically Chemical recycling, by contrast, addresses: - heavily contaminated or mixed waste - multilayer structures - applications with high quality requirements (e.g. food contact) For practice, this means: **The future is a hybrid system – not a technological paradigm shift.** --- ## 2. Capacities: the current state is often overestimated Public perception often suggests a rapid ramp-up of chemical recycling capacities. The volumes actually available today, however, are still very limited. The analysis by Conversio reveals a sobering reality: - Total recycling in Germany: approx. **2.5 million t of plastic** - Share of chemical recycling (2024): **only ~0.4%** Even if individual new plants bring major progress (e.g. +25 kt from a single facility), the overall level remains low. Many market players significantly overestimate the volume available today. --- ## 3. Technological reality: pyrolysis dominates From a technical perspective, no great diversity has established itself at industrial scale so far. Instead, one dominant technology is emerging. At industrial scale, the following is currently most relevant: - **Pyrolysis (incl. „oiling“) → dominant technology** - Gasification → predominantly at the research stage - Solvolysis → suitable only for certain polymers (not PO) Typical process chain: 1. Pre-sorting & preparation 2. Pyrolysis (~600 °C) 3. Pyrolysis oil 4. Upgrading (hydrotreating) 5. Steam cracker → ethylene/propylene 6. Polymerisation → „virgin-like“ material **The end result is chemically identical polymers** – hence suitable for [food contact](https://www.innoform.de/en/impact-of-eu-regulation-2022-1616-on-flexible-packaging/). --- ## 4. The underestimated factor: process losses The efficiency of chemical recycling processes is often overestimated in the debate. In fact, considerable material and energy losses occur along the process chain. A particularly important technical aspect from the talk: - Typical yield (example calculation): - Input: 170 kt - Output (relevant recyclate share): ~77 kt Reasons: - Energy demand (pyrolysis gas is combusted) - Losses in upgrading - Losses in the steam cracker **Chemical recycling is not a „100% loop“ – it involves significant material losses.** This is decisive for: - CO₂ footprints - economic viability - regulatory accounting --- ## 5. PPWR and the recyclate gap: the real problem [Regulatory requirements (PPWR minimum recycled content)](https://www.innoform.de/en/recycled-content-requirements-eu-packaging-regulation-ppwr-minimum-recycled-cont/) are strongly driving demand for recyclates. At the same time, it is becoming clear that the available volumes will not be sufficient in the medium term. Probably the most important insight from the entire Inno-Talk: ### Demand (Germany only): - ~157 kt food-grade recyclate (non-PET, 2030) ### Expected supply (realistic scenario): - ~77 kt Result: **only approx. 50% coverage** Even in the optimistic scenario, a gap remains. Applied to Europe: - Demand: ~640 kt - structural undersupply likely --- ## 6. Consequences for practice in the flexpack industry For packaging developers and brand owners, this results in direct strategic implications. Design decisions and material choice are particularly relevant. ### 6.1 Design remains decisive Even with chemical recycling, the quality of the input material remains a limiting factor. Good design decisions improve both mechanical and chemical recycling. Chemical recycling does not replace **good packaging design**: - Contaminants (PVC, PVdC) critical - Oxygen-containing polymers → lower yield - Metal/paper → process losses „Garbage in – garbage out“ still applies. --- ### 6.2 Mass balance remains the key Physically tracing the chemically recycled share is technically impossible. This is why the accounting-based allocation plays a central role. Since the material is mixed in the steam cracker: - physical tracing not possible - allocation via **mass balance (e.g. ISCC+)** From a regulatory standpoint: - already recognised for PET (SUPD) - for PPWR: not yet fully defined, but foreseeable → Uncertainty remains here – a critical point for advising your customers. --- ### 6.3 Economics: market mechanisms are not yet in play The economic reality currently remains a major hurdle for broad adoption. Without regulatory or financial incentives, little market momentum develops. Typical situation: - chemically recycled polymers = **price premium** - demand exists, but: - brand owners hesitant - lack of willingness to pay Countermeasures: - EPR incentives (e.g. ~€200/t in some countries) - regulatory pressure (PPWR) - image & ESG drivers --- ## 7. Industrial progress: the SABIC example Some major industrial players are already actively driving implementation. These examples show that the technology is fundamentally market-ready. SABIC illustrates the current industrial state of the art: - pilot/demonstration plants (~20 kt) - integration into existing steam crackers (up to >2 million t) - applications: - food packaging (snack packaging, BOPP) - cosmetics - medical devices **The system works technologically – scaling is the problem.** --- --- ## Conclusion The debate around chemical recycling needs to be conducted on a more fact-based footing. The Inno‑Talk clearly shows where the industry actually stands today. Chemical recycling is a necessary building block of the circular economy – but far from being the sole solution. The biggest challenges lie not in the chemistry, but in: - scaling capacities - economic implementation - regulatory clarity - and the interplay with mechanical recycling **Those who act flexibly today and understand both worlds will benefit.** Watch the recording now: ### Further Reading - [Extrusion, orientation and recycled materials](https://inno-talk.de/en/extrusion-orientation-and-recycled-materials/) - [EPR and recyclability assessment: why packaging design is such an important cost factor](https://inno-talk.de/en/epr-and-recyclability-assessment-why-is-packaging-design-such-an-important-cost-factor-nowadays/) - [Between Trade Fair Review, Regulation and Raw Material Pressure](https://inno-talk.de/en/between-trade-fair-review-regulation-and-raw-material-pressure/) ## Upcoming INNO-Talks ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/4/3/bacde47b7686b.jpg)### **Retortable mono-material laminates – Barrier is key** *Friday, 18. September 2026 – Start 13:30* The development of recyclable, high-performance packaging solutions is one of the central challenges facing the flexible packaging industry. In particular, retort applications demand materials that can withstand extreme thermal and mechanical stress while maintaining product safety, shelf life, and quality. Mono-material laminates are widely regarded as a promising pathway toward improved recyclability. However, achieving the necessary barrier properties for sterilization processes remains a critical hurdle. The interplay between oxygen, moisture, and aroma barriers—combined with the impact of retort conditions—requires in-depth material understanding and innovative design strategies. This Inno-Talk brings together industry experts to explore the latest developments in retortable mono-material laminates. The focus is on practical solutions, material innovations, and realistic pathways to combine recyclability with high barrier performance. Participants will gain insights into: – Current material solutions and their limitations – The role of barrier layers and coatings in mono-material structures – Market trends and regulatory drivers shaping future developments Join us for a focused exchange of ideas, experience, and practical approaches to one of the most demanding applications in flexible packaging. ![Julian Thielen](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/1/8/dfc2163832ef6.jpg "Julian Thielen")H ![Sebastian Ritter](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/0/3/f1c1a566dcdad.jpg "Sebastian Ritter") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/bag_time.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-09-26/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/3/1/0/43ac443ae0a09.jpg)### **Flexpack recyclingfähig bedrucken – Zwischen Wunsch und Wirklichkeit** *Friday, 16. October 2026 – Start 13:30* Das Bedrucken flexibler Verpackungen wird zunehmend zur Nachhaltigkeitsübung. Die Druckfarben müssen stabil gegen aggressive Füllgüter, Bewirtung und mechanische Beanspruchung sein. Eine brillante Farbwiedergabe und ein gutes Druckbild sind dabei Pflicht. Die neue Kür heißt, die Recyclingfähigkeit sicherzustellen. Wie das unter anderem mit Polyurethan Druckfarben realisiert wird, besprechen wir in diesem Inno Talk. Welche Hürden es dabei noch zu nehmen gilt, besprechen wir in diesem Inno Talk. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/role_multiple.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-10-26/) **Kategorien:** Disposal / Recycling **Schlagwörter:** inno-talk --- ### [Recycled content quotas are useless if the recyclers disappear – Interview with Anna Roeb, BVSE](https://inno-talk.de/en/recycled-content-quotas-are-useless-if-the-recyclers-disappear-interview-with-anna-roeb-bvse/) **Published:** Juli 6, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Europe wants more recycling. The PPWR introduces [mandatory recycled content quotas](https://www.innoform.de/en/recycled-content-requirements-eu-packaging-regulation-ppwr-minimum-recycled-cont/), Design for Recycling is becoming the standard, and hardly any sustainability strategy gets by without the circular economy anymore. So the mood in the recycling industry should actually be excellent. It is not. At the BVSE Altkunststofftag (plastics recycling congress) in Bad Neuenahr, one thing became very clear: While politics and industry formulate ambitious targets, many plastics recyclers are currently fighting for their economic survival. In a conversation with **Anna Roeb**, officer of the plastics recycling division at BVSE (the German federal association for secondary raw materials and waste management), it quickly became clear: The real problem is no longer the will to recycle. It is the framework conditions. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/06/ChatGPT-Image-30.-Juni-2026-13_38_15-1024x682.png)## The circular economy needs more than good intentions BVSE mainly represents small and medium-sized recycling companies. It is precisely these companies that are supposed to supply the raw materials with which the European packaging industry is to meet its statutory recycled content quotas. Yet it is precisely these companies that are coming under ever greater pressure. Cheap virgin plastics and recyclates from third countries are pushing down prices. At the same time, the bureaucratic burden keeps growing. Permits take a long time, investments are made more difficult, and many companies are increasingly losing planning certainty. For Anna Roeb, this is a dangerous development. Because recycling capacities cannot simply be switched back on once they have disappeared. > „You don’t rebuild capacities overnight.“ While Europe is debating future quotas, the very companies that are supposed to fulfil those quotas later could disappear. ## Germany is at risk of losing its lead Germany was long regarded as a pioneer in plastics recycling. Today, other regions are investing far more aggressively. China in particular is massively expanding its recycling industry and bringing more and more recyclates onto the world market. At the same time, European recyclers are coming under ever greater cost pressure. For BVSE, this raises a simple question: Why don’t we protect a key industry of the circular economy more strongly? After all, this is no longer just about environmental policy, but also about security of supply, regional value creation and resilient supply chains. ## Flexible packaging faces a particular challenge For manufacturers of flexible packaging, the situation is even more complicated. [Mechanically recycled polyolefins](https://www.innoform.de/en/regulation-eu-2022-1616-and-its-impact-on-the-flexible-packaging-industry/) are not yet available for many food applications today. At the same time, brand owners demand films that are as transparent and visually flawless as possible. And this is exactly where the problem begins. Large-area printing, inks and additives make mechanical recycling considerably more difficult. During the recycling process, discolourations or small inclusions occur that later become noticeable in the recyclate. For Anna Roeb, one thing is therefore clear: The most important lever lies right at the beginning of the value chain. Not with the recycler. But with packaging design. Design for Recycling decides today which raw materials can be used again at all tomorrow. ## Chemical recycling remains a beacon of hope Many companies are therefore placing great expectations in chemical recycling. Indeed, it could help in the future where mechanical recycling reaches its limits today – especially for food packaging made of polyolefins. But approved processes and, above all, industrial quantities are still lacking. The technology is developing quickly. The market, however, is not yet in a position to take over supply in the short term. ## Credits instead of standstill? An exciting point of discussion at the Altkunststofftag was so-called recyclate credits. The idea behind them: Companies that already use more recyclate than required could transfer part of this performance to companies that are not yet technically able to use suitable recyclates. For BVSE, however, such a system would only make sense under one condition: The material streams must remain of the same substance. An LDPE manufacturer should therefore not simply be able to buy PP credits. Only then is the ecological benefit preserved and no pure certificate trading without any real circular effect emerges. ## Why action is needed now I found the idea of a so-called accumulation phase particularly interesting. Companies could have recyclate quantities they already use today credited later against the statutory PPWR quotas. That would finally create an economic incentive not to wait until 2030, but to build up supply chains and utilise recycling capacities now. Because one thing seems certain: As soon as the PPWR takes full effect, demand for high-quality recyclates will rise significantly. The decisive question is simply: Who will still be producing these quantities then? ## Eco-modulation: Europe shows that it works BVSE also sees an urgent need for action on packaging licence fees. Sweden and France have been showing for years that eco-modulation works. Those who develop recyclable packaging or use recyclates pay lower fees. Germany, by contrast, has been debating this instrument for years. The legal basis exists. Consistent implementation is still a long time coming. ## My impression After this conversation, one thing above all stays with me: In the packaging industry, we talk about recyclability very often. Perhaps in future we will talk just as intensively about those who make recycling possible in the first place. Because without economically healthy recyclers, Design for Recycling, recycled content quotas and the circular economy will ultimately remain political goals on paper. The infrastructure for this will not come into being in 2030. It is being decided right now. ### Related Articles - [Chemical Recycling: A Reality Check](https://inno-talk.de/en/chemical-recycling-a-reality-check/) - [EPR and recyclability assessment: Why is packaging design such an important cost factor nowadays?](https://inno-talk.de/en/epr-and-recyclability-assessment-why-is-packaging-design-such-an-important-cost-factor-nowadays/) - [Flexible packaging between PPWR and practice](https://inno-talk.de/en/flexible-packaging-between-ppwr-and-practice/) **Kategorien:** Disposal / Recycling, Inno-Talk.eu, Uncategorized **Schlagwörter:** BVSE --- ### [Flexible Food Packaging in Europe: Market Grows Despite Rising Demands](https://inno-talk.de/en/flexible-food-packaging-in-europe-market-grows-despite-rising-demands/) **Published:** Juli 7, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Flexible food packaging remains on a growth path. According to the latest study „Flexible Food Packaging in Europe“ by SCHÖNWALD CONSULTING, consumption in 2025 was over 4.2 million tonnes. At the same time, the market, materials, and regulatory requirements are changing significantly. ### Key Takeaways - Over **4.2 million tonnes** of flexible food packaging were consumed in Europe in 2025 – with growth projected through 2030. - **11 market segments**; Confectionery, Convenience Food & Fresh Products, and Dry Products together account for over 50% of the market. - **Convenience Food & Fresh Products** is the fastest-growing segment (to-go consumption, urbanization, e-commerce). - The **PPWR** is the key regulatory driver for materials, design, and recyclability. - Source: Study „Flexible Food Packaging in Europe“ by SCHÖNWALD CONSULTING (140 pages, forecasts up to 2030). ## Market Overview 2025: Growth and a Clear Structure Today, the market has a clear structure. In total, there are 11 relevant market segments. The key facts: - Over 4.2 million tonnes consumed in Europe - 11 market segments - More than 50% is accounted for by the top 3 segments - Stable demand with growth projected until 2030 ![Flexible Food Packaging Landscape](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/06/schoenwald-diverse-flexpack-landscape.jpg)## The Most Important Market Segments The study distinguishes between the following application areas: - Confectionery (largest segment) - Convenience Food & Fresh Products (No. 2, fast-growing) - Dry Products - Meat and Meat Products - Pet Food - Snacks - Bakery Products - Dairy Products - Coffee & Tea - Sealable Lidding Films - Beverages **Important:** The three largest segments together account for more than half of the market. ![Confectionery Leads Europe](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/06/schoenwald-confectionery-leads-europe.jpg)## Convenience Food Shows Particularly Strong Growth The „Convenience Food & Fresh Products“ segment shows the strongest growth. The reasons are clear: - More „to-go“ consumption - Urbanization - Higher convenience requirements - Reduction of food waste - Growth in e-commerce Flexible packaging supports these trends through functionality and efficiency. ![Convenience Food: A Growth Powerhouse](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/06/schoenwald-convenience-food-growth.jpg)## Why Flexible Packaging Continues to Win Flexible packaging meets many requirements simultaneously: - Protection of sensitive food products - Shelf-life extension - Light weight - Excellent processability - Flexible adaptation to products This makes them the most economical solution for many applications. ![Every Category. Every Need. One Solution.](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/06/schoenwald-every-category-one-solution.jpg)## Key Innovation Trends The study highlights four central development directions: **Mono-materials** - Better recyclability - Replacement of complex laminates **Bio-based and fiber-based solutions** - Complementing conventional plastics - Increasing demand **Barrier technologies** - Targeted protection with reduced material usage **Lightweighting** - Less material - Lower costs and carbon footprint ![Innovation Across All Segments](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/06/schoenwald-innovation-across-segments.jpg)## PPWR: The Most Important Driver for Change A central component of the study is the EU PPWR regulation. The key impacts: - New requirements for recyclability - Targets for material usage - Clear deadlines and transition periods - Influence on design and material selection Companies must act early to remain compliant. ## Conclusion for Flexpack Experts The market continues to grow. At the same time, requirements are increasing. Key areas of action: - Focus on high-growth segments - Switching to recyclable materials - Evaluating mono-material solutions - Optimizing barrier properties - Considering PPWR during development Without sound market data, decisions are becoming increasingly risky. Benefit from the latest study on flexible packaging in Europe. [More Info and Order](https://www.schoenwald-consulting.com/en/portfolio/13-2026-flexible-food-packaging-in-europe-2026-hp149.html) --- ## Frequently Asked Questions About the Study ### How large is the market for flexible food packaging in Europe? In 2025, the market was over 4.2 million tonnes and continues to grow. ### Which segments are the most important? The most important segments are Confectionery, Convenience Food & Fresh Products, and Dry Products. These three account for more than 50% of the market. ### Why is convenience packaging growing so rapidly? Drivers include changing lifestyles, increased „to-go“ consumption, urbanization, and requirements for freshness and shelf life. ### Which materials are in focus? Mono-materials (for recycling), bio-based plastics, fiber-based solutions, and optimized high barriers. ### What role does the PPWR play? The PPWR is the most important regulatory driver. It influences material selection, packaging design, recyclability, and future market access. ### What does this mean for companies? Companies must adapt their packaging, invest in new materials, and consider regulatory requirements at an early stage. --- ## Further Information The study includes: - 140 pages - 88 tables and charts - Detailed market data - Forecasts up to 2030 - Full PPWR classification Further information can be found directly on the SCHÖNWALD CONSULTING website: [Flexible Food Packaging in Europe 2026](https://www.schoenwald-consulting.com/en/portfolio/13-2026-flexible-food-packaging-in-europe-2026-hp149.html) ### Related Episodes - [Jörg Schönwald on the Development of the Stand-up Pouch](https://inno-talk.de/joerg-schoenwald-ueber-die-entwicklung-des-standbeutels/) - [Flexible Packaging between PPWR and Practice](https://inno-talk.de/en/flexible-packaging-between-ppwr-and-practice/) - [PPWR and Flexible Packaging: What Lies Ahead for Manufacturers and Converters](https://inno-talk.de/ppwr-und-flexible-verpackungen-was-jetzt-auf-hersteller-und-verarbeiter-zukommt/) **Kategorien:** Disposal / Recycling, Food packaging, Inno-Talk.eu, Lebensmittelrecht --- ### [Innoform in Transition: Why Flexpack Knowledge Needs New Formats Today](https://inno-talk.de/en/innoform-in-transition-why-flexpack-knowledge-needs-new-formats-today/) **Published:** Juli 9, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Excerpt:** Julian Thielen and Karsten Schröder in conversation: new Inno formats, digital technical communication, AI and the future of flexpack knowledge at Innoform. **Content:** ## A Conversation About Change, Continuity and a Passion for Flexpack The latest edition of Flexpack News gets personal: Julian Thielen talks with Karsten Schröder not only about current developments in the flexible packaging industry, but also about their joint work at Innoform, new event formats, digital communication channels and the long-term development of the company. The focus is less on a single piece of industry news and more on one question: **How does professional knowledge exchange need to change in order to stay relevant in the years ahead?** Because the flexpack industry is changing noticeably. Regulatory requirements such as the [PPWR](https://www.innoform.de/en/key-findings-of-the-ppwr-at-a-glance/), debates about paper, plastics, recyclability, barrier properties and the circular economy are meeting new communication habits. Knowledge is expected to be quickly available, technically sound and, at the same time, easy to understand. It is precisely at this interface that Innoform is positioning itself ever more broadly. > “We don’t want to talk about the industry – we want to let the industry talk.” This sentence sums up a central idea of the conversation: Innoform sees itself not just as a provider of seminars, conferences and technical information, but as a platform for exchange, context and shared learning. --- ## New Names, Clearer Structure: Conferences Become Inno Formats An important step in this development is the harmonisation of event names. Formerly rather technical, descriptive titles are turning into formats such as **Inno-Pouch**, **Inno-Fiber**, **Inno-Print-Pack**, **Inno-Barrier** and the long-established **Inno-Meeting**. The idea behind this is not just marketing. The new names are meant to make the Innoform brand core more clearly visible while providing orientation. Anyone working with stand-up pouches will feel at home at Inno-Pouch. Anyone who wants to understand paper, fibre-based materials and coated paper packaging is in the right place at Inno-Fiber. Anyone who wants to discuss package printing, printing processes, 7C printing or digital printing strategies will find the right setting at Inno-Print-Pack. One thing remains important: the new structure must not dilute the technical depth. Especially with technical topics such as barrier properties, EVOH grades, bonding agents, coatings or migration-related questions, clear content profiles are essential. The goal is a balance: **a unified appearance, but clear technical differentiation**. --- ## Inno-Pouch: Stand-Up Pouches as a Future Topic Across the Value Chain A prime example of the new format logic is **Inno-Pouch**. The former European stand-up pouch conference not only gets a more modern name, but also a stronger embedding in the entire flexpack value chain. Stand-up pouches have long been more than just a packaging format. They combine material development, printing, lamination, barrier, sealing technology, pouch making, recyclability and consumer convenience. That makes them ideal for making technical developments in the flexpack sector tangible. The upcoming Inno-Pouch will take place at HP in Barcelona. The host connection is a deliberate choice: technical events should not only take place in hotels, but where technology becomes concretely visible. When participants can experience a digital pouch factory, theory turns into immediate practice. It is exactly this practical focus that runs through many of the new Innoform formats: participants should not just listen to presentations, but experience machinery, processes, materials and people. --- ## Host Formats: Closer to Industrial Reality A recurring theme in the conversation is the idea of linking technical events more closely with host companies. Examples such as Inno-Print-Pack at Vollmann or Inno-Fiber at Felix Schoeller show how productive such formats can be. Hosts gain opportunities to share insights into technologies, strategies or new developments. Participants gain a different kind of access to practice: plant tours, real production environments and direct conversations create a different quality of exchange than classic conference rooms. The point is not to turn events into advertising platforms for individual companies. What matters is that the host brings a technically relevant topic: a new technology, a strategic realignment, a special application or a current industry issue. The result is a format that combines practical relevance, technical depth and networking quality. --- ## Inno-Fiber: Paper, Fibre-Based Materials and the Reality Behind “Paperization” Another focus of the conversation is **Inno-Fiber**. The format is dedicated to flexible packaging made from fibre-based materials, especially paper-based solutions. Karsten Schröder describes how he was initially sceptical about whether the topic would resonate. The event, however, showed clearly: the industry has a strong need for well-founded assessment. Paper packaging is often presented as a simple alternative to plastics, but the technical reality is considerably more complex. Coatings, barrier properties, sealability, recyclability, cost and machinability are demanding topics. Many companies that have worked with films, PP, PE, PA or laminates for decades now have to process [paper-based materials](https://www.innoform.de/en/plastics-in-paper-packaging-2/) on existing machinery. At the same time, it is often not transparent which coatings are used, how many layers are present, whether [PFAS](https://www.innoform.de/en/pfas-in-flexible-packaging-analytical-guidance-through-total-fluorine-determinat/) play a role or which functional limits exist. This is exactly where Inno-Fiber wants to start: not ideologically, but technically. Paper and plastics should not be played off against each other. Rather, the aim is to critically examine applications, realistically assess potential and discuss material combinations in a solution-oriented way. --- ## Technical Depth Instead of Superficial Industry Talk A common thread in the conversation is the distinction from superficial event formats. Karsten Schröder recalls the origins of the Inno-Meeting and the idea of looking at technical developments from a higher altitude without losing technical substance. The Inno-Meeting was and is a meeting point for strategic and technical developments in the flexpack industry. It was complemented by specialised formats such as the barrier film conference, printing conferences and today’s formats like Inno-Barrier and Inno-Print-Pack. It always comes back to the same question: **How do you bring technical depth into a form that people enjoy taking in?** The answer apparently lies in a mixture of expertise, clarity and atmosphere. Innoform events are meant to take technical topics seriously without making them unnecessarily heavy. Conversations, discussions, practical examples and a personal setting are explicitly part of the concept. --- ## Flexpack News, Newsletters and New Digital Technical Communication Alongside events, digital formats are playing an increasingly important role. The conversation covers Flexpack News, newsletters, podcasts, audio features and AI-supported content in detail. The advantage of digital technical communication is obvious: topics can be picked up faster. While traditional trade media are bound to production cycles, print deadlines and fixed page counts, newsletters and online articles can react to current developments at short notice. Especially with topics such as paper versus plastics, the PPWR, the circular economy or new technical solutions, this speed is decisive. The industry needs not only retrospective reporting, but fast, technically contextualised status updates. Innoform has developed its own newsletter system that takes interest profiles into account more strongly. The aim is not to overload readers with general information, but to deliver more relevant content: suitable seminars, suitable technical articles, suitable test service information or suitable event announcements. The newsletter thus becomes more than a distribution channel – it becomes part of a more personalised knowledge infrastructure. --- ## AI as a Tool – but Not a Substitute for Experience A particularly interesting part of the conversation concerns the use of AI. Karsten Schröder describes how AI systems such as NotebookLM can be used to evaluate controlled sources, summarise scientific studies or even create audio formats from them. The emphasis on **controlled sources** is important here. AI is not supposed to speculate freely, but to structure, condense and clarify existing expert knowledge. Especially with complex technical or scientific topics, this can help make content more accessible. At the same time, one thing remains clear: AI does not replace professional review, experience and human judgement. Content must be checked, corrected and editorially assessed. Human expertise still decides what is technically sound and what is not. This attitude probably reflects a realistic approach to AI: it is neither overrated nor rejected. It is a tool that can make knowledge more accessible – if used with competence and responsibility. --- ## Audio Features: Making Expert Knowledge Audible In addition to classic podcasts and AI-generated formats, Innoform is also producing audio features. These formats combine short soundbites, impressions from events and technical context. They are meant to take listeners along to events in their minds – on the way to work, in the car or in between. This is more than just an additional channel. Audio can create closeness, make voices from the industry audible and keep debates alive. One example from the conversation is the discussion around 7C printing. An event gave rise to a podcast, which prompted feedback from the industry, followed by further conversations and perspectives. In this way, topics are not treated as one-off news items but followed up over time. Different assessments get room to breathe. That is exactly how technical progress can emerge. --- ## The Ice Cream Campaign: A Likeable Way into Serious Topics The Innoform ice cream campaign also comes up in the conversation. At first glance it looks playful: ice lollies in individually printed stand-up pouches. But there is more behind it. The stand-up pouch becomes a tangible example of flexpack technology. Printing, material, converting, application and communication come together in a single product. At the same time, the campaign links a serious industry topic with a simple image: with the PPWR, recycling, material questions and technical details, things can heat up quickly – a cool head helps. The campaign shows that technical communication does not always have to be dry. It can be surprising, approachable and human, as long as it remains technically sound. --- ## Succession as a Joint Development Process A personal focus of the conversation is the collaboration between Karsten Schröder and Julian Thielen. Both talk openly about trust, gut feeling and the idea of developing Innoform Coaching for the long term. Karsten Schröder makes clear that he does not simply want to stop. Rather, it is about a gradual shift of roles in which experience and new impulses come together. Julian Thielen contributes new ideas, communication formats and energy, while Karsten Schröder continues to bring experience, network and technical depth. This form of succession does not feel like a hard cut, but like a transition. And that can be decisive for a technically driven brand like Innoform. Trust, continuity and renewal have to fit together. --- ## Outlook: In-Person Events, Web Seminars and In-House Training Towards the end of the conversation, the focus turns to upcoming formats: Inno-Pouch at HP in Barcelona, the Inno-Meeting in February, another Inno-Fiber, Inno-Print-Pack and further seminar and event formats. Interestingly, in-person events are in higher demand again. Web seminars remain relevant, above all as recordings that can be accessed exactly when knowledge is concretely needed. At the same time, the desire for personal encounters, exchange and joint in-depth work is clearly growing again. In-house training is also moving back into focus. Topics such as flexpack fundamentals, the circular economy and sustainability can be taught directly within companies. Innoform is thus broadening access to expert knowledge: public, digital, recorded, on site or directly in-house. --- ## Conclusion: The Industry Needs Places for Real Technical and Personal Exchange The conversation between Julian Thielen and Karsten Schröder shows that Innoform is in an exciting phase. The brand is being sharpened, formats are being reorganised, digital channels are being expanded and succession is being actively shaped. At the same time, the core remains: technical depth, industry understanding, personal encounters and the ambition to make complex issues understandable. For the flexpack industry, this is more important than ever. Many current questions cannot be answered with buzzwords. Paper or plastic? Recycling or product protection? AI or human expertise? In person or digital? The answer is often: it depends on the application, the context and the technical assessment. That is exactly why the industry needs formats that do not oversimplify, but clarify. That do not lecture, but enable exchange. That do not just talk about the industry, but give it a voice. And perhaps that is the real message of this conversation: **flexpack knowledge lives through people who are willing to share their experience – openly, critically and with genuine enjoyment.** ## Frequently Asked Questions About This Episode What are Innoform’s new Inno formats?Innoform is harmonising its event names: the previous conferences are becoming formats such as Inno-Pouch (stand-up pouches), Inno-Fiber (paper- and fibre-based packaging), Inno-Print-Pack (package printing), Inno-Barrier (barrier films) and the long-established Inno-Meeting. The goal is a unified appearance with clear technical differentiation between the topics. Where will the next Inno-Pouch take place?The upcoming Inno-Pouch will take place at HP in Barcelona. The host connection is a deliberate choice: participants can experience a digital pouch factory there – technology in practice rather than just in a conference room. What is Inno-Fiber about?Inno-Fiber is dedicated to flexible packaging made from fibre-based materials, especially paper-based solutions. The format provides technical context on topics such as coatings, barrier properties, sealability, recyclability and machinability – without playing paper and plastics off against each other. How does Innoform use artificial intelligence?AI systems such as NotebookLM are used to evaluate controlled sources, summarise studies and even create audio formats from them. The principle: AI structures and condenses existing expert knowledge, but does not replace professional review and human judgement. How is the succession at Innoform Coaching being handled?Karsten Schröder and Julian Thielen are shaping the succession as a gradual shift of roles: Julian Thielen contributes new ideas, communication formats and energy, while Karsten Schröder continues to bring experience, network and technical depth – a transition rather than a hard cut. Which learning formats does Innoform offer besides in-person events?In addition to on-site conferences and seminars, there are web seminars (also available as recordings), in-house training directly at companies, and digital formats such as the personalised newsletter, podcasts and audio features. ## Further Reading [### Events & Inno Formats Inno-Meeting, Inno-Pouch, Inno-Fiber, Inno-Print-Pack: all current dates and formats at a glance. Discover events →](https://www.innoform-coaching.de/veranstaltungen)[### Individual Training From web seminar to modular in-house training – how flexpack knowledge gets into your company. Read article →](https://inno-talk.de/en/individual-training-in-the-flexpack-industry-from-webinar-to-modular-in-house-training/)[### Food Contact Law in Flexpack Practice Regulatory requirements, responsibilities and current developments in food contact compliance. Read article →](https://inno-talk.de/en/food-contact-law-in-flexpack-practice-today/) Transcript (automatically generated, in German) [KJ\_korrigiertes\_Transkript\_Julian\_Thielen\_Karsten\_Schroeder](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/KJ_korrigiertes_Transkript_Julian_Thielen_Karsten_Schroeder.pdf)[Download](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/KJ_korrigiertes_Transkript_Julian_Thielen_Karsten_Schroeder.pdf) **Kategorien:** Food packaging **Schlagwörter:** Julian Thielen --- ### [Food Contact Law in Flexpack Practice Today](https://inno-talk.de/en/food-contact-law-in-flexpack-practice-today/) **Published:** Juli 15, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Food packaging today has to do more than just protect: it must be demonstrably safe, compliant and increasingly sustainable. In this Inno-Talk podcast episode, Heike Schwertke from Innoform Testservice discusses the key challenges in food contact law – from PFAS and bisphenol A to the declaration of conformity and NIAS. The article shows what companies need to watch out for now – and where the biggest pitfalls lie. ## From the lab to regulatory responsibility Heike Schwertke has been a defining expert at Innoform Testservice for around 20 years. Her path led from classic laboratory work in the packaging industry to specialising in food contact materials and conformity. Today she represents a field that goes far beyond chemical analysis: **translating regulatory requirements into industrial practice**. This combines technical understanding with legal assessment – a tension that is becoming increasingly complex for many companies. --- ## The basis: EU food contact law for packaging European food contact law is based on a multi-level system: ### Framework Regulation (EC) No 1935/2004 This regulation applies to **all materials in contact with food** and defines the central requirement: materials must **not release substances in quantities that endanger health or change the food**. ### Plastics Regulation (EU) No 10/2011 Additional, more detailed requirements apply to plastics: - Positive lists of permitted substances - Migration limits - Test specifications This interplay of general and specific rules is central to assessing packaging. --- ## Declaration of conformity: the backbone of the supply chain The **declaration of conformity (DoC)** is the central document in food contact law. It confirms that a material meets the legal requirements and is suitable for a specific application. Its purpose is clear: - Passing information along the entire supply chain - Transparency about the substances used - Basis for risk assessment and testing The aim is to ensure that a robust overall assessment is possible at the end of the chain – at the company placing the product on the market. ### Typical contents of a declaration of conformity - Details of the manufacturer or importer - Description of the material - Substances used and restrictions - Conditions of use (type of food, temperature, time) - Evidence of migration --- ## Understanding migration: overall vs. specific A decisive point in the assessment is the migration of substances into food: ### Overall migration - Considers the **total amount of all migrating substances** - A measure of the material’s general inertness ### Specific migration - Assesses **individual substances with limit values** - Focus on toxicological risks Testing can be combined: - experimental (laboratory analysis) - theoretical (model calculations) - physical (solubility considerations) --- ## NIAS: the underestimated challenge Alongside intentionally added substances, **NIAS (Non-Intentionally Added Substances)** play an ever greater role. These include: - Impurities - Degradation products - Reaction products These substances arise, for example: - through raw material impurities - during production (e.g. extrusion) - through ageing The difficulty: NIAS are often **not fully known** and therefore have to be identified and assessed using screening analyses. --- ## Current regulation: bisphenol A and PFAS ### Bisphenol A (BPA) The EU has severely restricted, and largely banned, the use of BPA in food contact materials. The current rules require: - Proof of absence or very low concentrations - Integration into the declaration of conformity This is based on the reassessment of toxicological risks by authorities such as EFSA and BfR. --- ### PFAS and PPWR With the new Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR), PFAS are coming more into focus. Key points: - Limit values for PFAS in food packaging - Obligation to provide proof through analytical data - Additional documentation requirements Specific limit values are already defined, for example: - 25 ppb for individual PFAS - 250 ppb for the sum of certain PFAS The challenge: PFAS cannot be fully captured analytically – a clear assessment remains difficult. --- ## PPWR vs. food contact law: two worlds converging The PPWR primarily pursues environmental goals (recycling, pollutants), while food contact law focuses on **product safety**. This currently creates: - parallel requirements - separate declarations of conformity - uncertainties in implementation In the long term, stronger harmonisation is expected (“One Substance – One Evaluation”), but this process is still in its early stages. --- ## Practical problems: where companies fail today From Heike Schwertke’s perspective, three central weak points emerge: ### 1. Imports without robust data Many declarations of conformity from third countries: - are incomplete - contain contradictory information - are not based on testing **Important:** importing companies bear full manufacturer responsibility. --- ### 2. Unclear substance purity - Raw materials often contain 10–20 % unknown components - these have to be assessed - if data is missing, a risk arises for the entire supply chain --- ### 3. Recycled materials (recyclates) Particularly critical: - Accumulation of NIAS - additional reaction products - lack of data Here Schwertke currently sees a clear need for development. --- ## Paper vs. plastic: new trends, old problems The trend towards “paperization” is leading to rising paper content in packaging. Challenges: - no uniform EU regulation - complex material systems (additives, printing inks) - higher diffusion compared to plastics This leads to a paradoxical situation: > Plastics are often tested more strictly than paper – even though paper is not automatically safer. --- ## Conclusion: practical recommendations For companies in the flexpack sector, clear action points can be derived: - Systematically check and maintain declarations of conformity - Critically question supplier data - Actively consider NIAS - Combine testing strategies (theory + analysis) - Monitor regulatory developments early The goal remains clear: **safe food packaging – despite growing regulatory complexity.** --- ## Further links More on the topics discussed in the podcast – testing, conformity and regulation – from Innoform Testservice: - [Food-contact compliance & declaration of conformity](https://www.innoform.de/en/food-safety-compliance/) - [Migration testing: overall and specific migration (SML)](https://www.innoform.de/en/migration-testing/) - [NIAS – don’t fear the unknown (Innoform News)](https://www.innoform.de/en/nias-dont-fear-the-unknown/) - [PFAS analysis via total fluorine determination (Innoform News)](https://www.innoform.de/en/new-pfas-analysis-via-total-fluorine-determination/) - [Impact of EU Regulation 2022/1616 on flexible packaging (Innoform News)](https://www.innoform.de/en/impact-of-eu-regulation-2022-1616-on-flexible-packaging/) - [PPWR & recyclates: conformity and testing](https://www.innoform.de/en/ppwr-recycling/) --- ## FAQ ### What is a declaration of conformity for packaging? A document confirming that a material meets the legal requirements and is suitable for food contact. ### What does NIAS mean? Non-intentionally added substances that arise, for example, through impurities or production processes. ### Why are PFAS in packaging problematic? PFAS are stable, persistent substances (“forever chemicals”) with potential risks to the environment and health. ### What changes with the PPWR? Additional requirements for recycling, pollutants and documentation – especially for PFAS. ## Keine Folge mehr verpassen! Abonnieren sie jetzt den [Innoform-Podcast](https://inno-talk.de/podcast/) auf ihrer Lieblings-Plattform und erhalten sie neue Episoden automatisch. [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) ### Podcast episode & transcript This Inno-Talk podcast episode was recorded in German. You can listen to the full episode and read the German transcript in the [original German article](https://inno-talk.de/lebensmittelrecht-in-der-flexpack-praxis-heute/). **Kategorien:** Food packaging --- ### [Paper-Based Flexible Barrier Packaging: Opportunities and Latest Developments](https://inno-talk.de/en/review-web-seminar-barrier-paper-flexible-packaging-opportunities/) **Published:** Juli 18, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** How can flexible packaging be designed more sustainably without sacrificing necessary barrier properties? This central question was the focus of our web seminar **Flexpack made of Paper with Barrier – an Overview.** Together with speaker **Christian Lutze** from KÄMMERER Spezialpapiere GmbH, it became clear: barrier papers are a dynamically growing field with great potential – and already today a powerful response to the key requirements of the packaging industry. --- ## Why barrier paper is becoming increasingly relevant The packaging market is undergoing change – and barrier papers are developing into one of the most exciting future fields. Regulatory impulses such as the PPWR and the discussion around PFAS are giving this development additional tailwind. Barrier papers impress with clear advantages: - Use of renewable raw materials - Integration into existing recycling streams - Reduction of complex plastic composites Crucial for success is the tailor-made application: the most technically and ecologically sensible solution can be specifically designed for each application – this is precisely where the strength of modern barrier papers lies. --- ## What modern barrier papers can achieve A key finding of the web seminar: The performance of modern barrier papers has developed impressively in recent years. Today, the following are possible, among others: - **Grease and water barriers** for food packaging - **Water vapor barriers** for sensitive products - **Oxygen barriers** up to demanding applications - **Heat-sealability** for machine processing Even demanding applications such as cocoa, snack, or even butter packaging can now be realized based on paper – in many cases even entirely without aluminum. --- ## The decisive question: Which barrier does my product need? A valuable learning from the seminar: Barrier papers can be tailor-made to the respective product – this makes them so versatile. The optimal design is based on: - Product type (dry, greasy, hygroscopic, sensitive) - Storage period (short vs. several weeks) - Environmental conditions - desired shelf life This results in a wide range of solutions: 1. **Simple wrapping papers** (e.g., bakery, fast food) 2. **Medium-barrier paper** (e.g., fresh produce) 3. **Barrier paper for dry food** (snacks, muesli) 4. **High-barrier solutions** (e.g., cocoa, chocolate) 5. **Ultra-high-barrier** (e.g., spices, coffee) The targeted selection ensures the best combination of functionality, cost-effectiveness, and recyclability. --- ## Technological diversity: More than „just paper“ Another exciting aspect: barrier paper is an intelligently designed system with a wide technological range. Various coordinated processes are available for production: - **Laminating** (composites with films) - **Extrusion** (plastic application) - **Metallization** (e.g. aluminum) - **Aqueous coatings** (polymer-based coatings) Aqueous coatings in particular are gaining in importance: they require particularly small application quantities – a real plus point for recyclability and a field with high innovation dynamics. --- ## Regulation as a driver of opportunity: PPWR and PFAS The European Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) was a central topic – and acts primarily as a powerful engine of innovation for the industry. Key points: - Goal: high recyclability of packaging - Classification of barrier papers according to the proportion of fiber-based components - growing demand for PFAS-free solutions – a field in which barrier papers are already convincing today From 2030, clear requirements for the recyclability of paper packaging will apply – a strong tailwind for innovative, circular solutions. --- ## From concept to series maturity: Success factors in implementation To ensure that barrier paper achieves its full potential, it is worth considering some key adjustment parameters from the very beginning – this is precisely where KÄMMERER offers well-founded support: - **Material design:** the choice of the suitable raw paper as a solid foundation - **Coating:** tailored formulations for the respective requirements profile - **Processing:** specifically utilizing the unique properties of paper - **Machine suitability:** with targeted adjustments for smooth series production Those who involve sealing processes, adhesives, and machine parameters early on will arrive quickly and safely at a market-ready solution. --- ## Sustainability: well-founded and differentiated thinking A particularly valuable aspect of the seminar: sustainability in barrier paper is considered holistically – for solutions that are truly viable. Key classifications: - Paper is based on renewable raw materials - Recycling cycles are established and efficient - the greatest leverage lies in the optimization of the overall system - this creates solutions with real ecological added value An important conclusion: The major ecological advantage of paper lies in its **recyclability** – an argument that carries more and more weight in an increasingly circular economy. --- ## Conclusion: Great opportunities with a clear look ahead The web seminar impressively showed: barrier papers are a central building block for the packaging solutions of tomorrow. Crucial for success are: - precise definition of requirements - suitable material combination - early involvement of processing - consideration of regulatory guidelines Development is progressing rapidly – especially with bio-based and PFAS-free coatings. For companies getting in now, great opportunities are opening up. --- ## Your next step Would you like to check whether barrier paper is suitable for your application? Our experts will be pleased to support you with the evaluation, selection, and design – from the idea to implementation. 👉 Please contact us or visit one of our upcoming events: [Current events](https://www.innoform-coaching.de/en/events#) ## Further links [### Paper wins Why paper-based packaging is gaining market share due to regulation and consumer expectations. Read article →](https://inno-talk.de/en/paper-wins-driven-by-regulation-and-consumer-expectations/)[### 1st INNO-Fiber Review: Paper-based flexpack solutions between innovation, regulation, and competition. Read article →](https://inno-talk.de/en/1st-inno-fiber-paper-packaging-innovation-regulation-and-competition/)[### Fat barrier of fiber-based packaging Why testing is crucial for barrier papers – technical article by Innoform Testservice. To the technical article →](https://www.innoform.de/en/understanding-the-fat-barrier-of-fibre-based-packaging-why-testing-is-crucial/) **Kategorien:** barrier films, filling technology, Film production / Converting, Food packaging, Paper and fiber-based packaging, Uncategorized, Verpackungsdesign --- ### [Event-Auswahlhilfe: Finden Sie Ihre Weiterbildung jetzt noch schneller und präziser](https://inno-talk.de/event-auswahlhilfe-neues-such-tool/) **Published:** Juli 22, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Die Suche nach der passenden Weiterbildung kann zeitaufwendig sein – insbesondere in einer so dynamischen und spezialisierten Branche wie der Verpackungsindustrie. Um Ihnen die Orientierung zu erleichtern, haben wir auf inno-talk.de ein neues, KI-gestütztes Such-Tool integriert: die **Innoform Event-Auswahlhilfe**. Damit finden Sie genau die Fachveranstaltungen, die Ihren aktuellen Informationsbedarf decken. ## Was kann das neue Such-Tool: INNO-search? Im Gegensatz zu klassischen Stichwortsuchen, die oft nur exakte Treffer liefern, nutzt unser neues Tool modernste semantische Suche (RAG-Technologie). Das bedeutet für Sie: - **Verständnis von Zusammenhängen:** Sie müssen nicht mehr den exakten Veranstaltungstitel kennen. Geben Sie einfach Ihr Thema oder Ihre Fragestellung ein (z. B. „Haltbarkeit von biologisch abbaubaren Folien erhöhen“). - **Mehrsprachige Anfragen:** Sie können Ihre Fragen in Ihrer **Muttersprache** stellen (z. B. auf Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch oder Deutsch). Das System versteht den Kontext und empfiehlt Ihnen passgenau die relevantesten deutsch- oder englischsprachigen Seminare, Webseminare und Inno-Talks. - **Diversifizierte Ergebnisse:** Die Suche listet Ihnen nicht nur direkt übereinstimmende Termine auf, sondern schlägt auch thematisch verwandte Veranstaltungen und Fachbeiträge vor, die Ihre Fragestellung optimal ergänzen. ## Die Technologie dahinter: Intelligent und ständig lernend Die Innoform Event-Auswahlhilfe basiert auf modernster künstlicher Intelligenz. Im Hintergrund arbeitet ein **Retrieval-Augmented Generation (RAG)-System**, kombiniert mit hochmodernen Large Language Models (LLMs) von Google (Gemini) und Anthropic (Claude). Diese Systeme übersetzen Ihre Suchanfragen in mathematische Vektoren, um nicht nur Wörter, sondern die tatsächliche *Bedeutung und Absicht* Ihrer Frage zu verstehen. Und: **unser System lernt ständig dazu.** - **Erfolglose Suchen werden analysiert:** Wenn eine Suchanfrage keine oder zu wenige Treffer liefert, analysiert unsere KI die Formulierung im Hintergrund. - **Automatische Synonym-Vorschläge:** Das System generiert wöchentlich Vorschläge für neue Synonyme, Fachbegriffe und Übersetzungen. - **Kuratiertes Lernen:** Diese Vorschläge werden im Synonym-Manager geprüft und freigegeben. So versteht die Suche von Woche zu Woche neue Fachbegriffe, Abkürzungen und verpackungsspezifische Ausdrücke noch besser. ## Probieren Sie die Event-Auswahlhilfe direkt hier aus! Nutzen Sie das interaktive Widget direkt in diesem Beitrag, um Ihre erste Frage einzugeben. Tippen Sie zum Beispiel ein: *„Welche Seminare habt ihr zum Thema Recyclingfähigkeit von PP-Verpackungen?“* oder *„What upcoming events deal with paper barriers?“*. ## Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Event-Auswahlhilfe ### In welchen Sprachen kann ich Fragen stellen? Sie können Ihre Suchanfrage in fast jeder Sprache formulieren. Die KI versteht den Inhalt und empfiehlt Ihnen daraufhin passende deutsch- und englischsprachige Veranstaltungen. Wenn Sie nicht auf Deutsch fragen, werden englische Events vorgeschlagen. Das können Sie aber über den Sprachfilter oder eine manuelle Eingabe leicht anpassen. ### Muss ich exakte Fachbegriffe eingeben? Nein. Dank moderner Vektorsuche versteht das System die Bedeutung hinter Ihrer Suche. Suchen Sie nach „Monomaterial“, werden Ihnen auch relevante Veranstaltungen zu „Recyclingfähigen Doypacks“ oder „PE-Folien“ vorgeschlagen. ### Wie lernt die Suche neue Wörter? Unsere KI erfasst Suchen, die zu keinem Ergebnis geführt haben, und schlägt wöchentlich neue Verknüpfungen (Synonyme) vor. Sobald diese im Synonym-Manager freigegeben sind, findet die Suche diese Begriffe beim nächsten Mal sofort. ### Was ist der Suchumfang? Die KI durchsucht unsere Veranstaltungen. Dabei werden alle Formate wie der beliebte, kostenlose [INNO-Talk](https://inno-talk.de/), Tagungen wie das [INNO-Meetin](https://inno-meeting.de/en/startseite/)g, aber auch [Seminare und Webseminare ](https://www.innoform-coaching.de/veranstaltungen)durchsucht und angezeigt. Darüber hinaus gibt es noch hunderte Aufzeichnungen, die wir Ihnen ebenfalls zum sofortigen Ansehen unten anzeigen. ## Weiterführende Links #### 📊 Such-Trends Sehen Sie live, welche Themen und Begriffe die Branche aktuell am meisten bewegen. [Trends ansehen →](https://search.innoform.eu/trends.html) #### 🔧 Synonym-Manager Verwalten Sie verpackungsspezifische Synonyme und steuern Sie die KI-Vorschläge. [Synonyme verwalten →](https://search.innoform.eu/synonyms.html) #### 🎓 Innoform Coaching Buchen Sie Seminare, Webinare und Inhouse-Schulungen direkt auf unserer Hauptseite. [Zur Hauptseite →](https://www.innoform-coaching.de/) --- ### Haben Sie Fragen oder Feedback? Schreiben Sie uns gern eine E-Mail an oder nutzen Sie das Kontaktformular auf unserer Hauptseite. **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Biofolien, Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Flexodruck, Folienherstellung/Veredelung, Folienprüfung & Analytik, Lebensmittelrecht, Lebensmittelverpackung, Migration, Wechselwirkungen, Neuigkeiten, Papier & faserbasierte Verpackungen, Q-Management/ Hygiene, Repro und Druckzylinder, Standbeutel, Thermofomen/Tiefziehen, Tiefdruck, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** INNO-search --- ### [Event Selection Helper: Find your training even faster and more precisely](https://inno-talk.de/en/event-selection-helper-find-your-training-even-faster-and-more-precisely/) **Published:** Juli 23, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Finding the right training can be time-consuming – especially in a dynamic and specialized industry like flexible packaging. To make finding events easier, we have integrated a new, AI-powered search tool on inno-talk.de: the **Innoform Event Selection Helper**. This allows you to find exactly the right training events to cover your current information needs. ## What can the new search tool: INNO-search do? Unlike classic keyword search engines, which often only deliver exact matches, our new tool utilizes state-of-the-art semantic search (RAG technology). This means for you: - **Understanding of context:** You no longer need to know the exact seminar title. Just enter your topic or your question (e.g., „increase shelf life of biodegradable films“). - **Multilingual queries:** You can ask your questions in your **native language** (e.g., English, German, Spanish, French, or Italian). The system understands the context and recommends the most relevant German or English seminars, web seminars, and Inno-Talks. - **Diversified results:** The search doesn’t just list exact dates but also suggests related topics and technical publications that complement your query. ## The technology behind it: Intelligent and constantly learning The Innoform Event Selection Helper is based on advanced artificial intelligence. In the background runs a **Retrieval-Augmented Generation (RAG) system**, combined with state-of-the-art Large Language Models (LLMs) from Google (Gemini) and Anthropic (Claude). These systems translate your search queries into mathematical vectors to understand not just words, but the actual *meaning and intent* of your question. And: **our system is constantly learning.** - **Unsuccessful searches are analyzed:** If a query yields no or too few results, our AI analyzes the query in the background. - **Automatic synonym suggestions:** The system automatically suggests new synonyms, technical terms, and translations weekly. - **Curated learning:** These suggestions are reviewed and approved in the Synonym Manager. This enables the search to understand new technical terms, abbreviations, and packaging-specific jargon better from week to week. ## Try the Event Selection Helper right here! Use the interactive widget directly in this post to enter your first question. For example, type: *„Which seminars do you have on the topic of recyclability of PP packaging?“* or *„What upcoming events deal with paper barriers?“*. ## Frequently Asked Questions (FAQ) about the Event Selection Helper ### In which languages can I ask questions? You can write your query in almost any language. The AI understands the content and recommends matching German and English events. If you ask in a language other than German, you will be suggested English events. However, you can easily adjust this using the language filter or a manual selection. ### Do I have to enter exact technical terms? No. Thanks to modern vector search, the system understands the meaning behind your query. If you search for „monomaterial“, you will also be shown relevant events for „recyclable pouches“ or „PE films“. ### How does the search learn new words? Our AI logs searches that did not return any results and suggests new relationships (synonyms) on a weekly basis. Once approved in the Synonym Manager, the search will recognize these terms immediately next time. ### What is the search scope? The AI searches through our events. This includes all formats such as the popular, free INNO-Talk, conferences like the INNO-Meeting, but also seminars and web seminars. In addition, there are hundreds of recordings that we also display below for immediate viewing. ## Useful Links #### 📊 Search Trends See live which topics and terms are currently driving the packaging industry the most. [View Trends →](https://search.innoform.eu/trends.html) #### 🔧 Synonym Manager Manage packaging-specific synonyms and control AI query suggestions. [Manage Synonyms →](https://search.innoform.eu/synonyms.html) #### 🎓 Innoform Coaching Book seminars, webinars, and in-house training courses directly on our main website. [Go to Main Website →](https://www.innoform-coaching.de/) --- ### Do you have questions or feedback? Please feel free to write to us at or use the contact form on our main website. **Kategorien:** Disposal / Recycling **Schlagwörter:** INNO-search --- ### [Plastic Keeps Growing in Packaging – Which Materials Win, Which Lose?](https://inno-talk.de/en/plastic-keeps-growing-in-packaging-which-materials-win-which-lose/) **Published:** Juli 23, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## A Surprising Finding from Brussels: Plastic Continues to Grow In July 2026, the Joint Research Centre (JRC) of the European Commission published a comprehensive analysis of packaging volumes across 19 EU member states. The result surprises many market observers: plastic is the only packaging material group showing a clear growth trend between 2011 and 2025. At the same time, it becomes clear that the debate around packaging needs to be conducted in a more nuanced way than is often the case in public discussion. While a move away from plastic is frequently proclaimed, the official data from the European Commission paints a different picture. ## Europe Still Consumes Large Quantities of Packaging In the countries examined, an average of around 98 kg of packaging material per inhabitant was placed on the market. Food and beverage packaging accounts for the largest share. The study looks at: - Plastics - Glass - Paper and cardboard - Metals - Composite materials The development of the individual material groups is particularly interesting. ## The „Winners“: Plastic Packaging The core message of the study is: > Plastic is the only packaging category that grew across Europe between 2011 and 2025. In 2025, around 5.9 million tonnes of plastic packaging were placed on the market in the countries examined. This corresponds to an average of about 14 kg per inhabitant. Particularly strongly represented are: - PET bottles for water and soft drinks - PP packaging for food - Packaging for dairy products - Packaging for processed foods PET remains the most significant single plastic in the consumer segment across Europe. In some countries, however – such as Finland, Ireland, the Netherlands and Sweden – polypropylene (PP) already matches or exceeds the significance of PET. ## The Losers: Glass, Paper and Metal Are Stagnating While the study does not name exact declines for individual material types, it explicitly states that only plastic shows a positive trend. From this it can be inferred that the other material groups either stagnated or declined over the period considered. This is remarkable, because many political debates in recent years suggested that paper or glass packaging would massively replace plastic. Reality appears to be considerably more nuanced: - Paper is indeed growing in individual applications, but it is not replacing plastic across the board. - Glass remains significant, especially for beverages. - Metal packaging continues to play an important role, but is not growing dynamically. ## Why Is Plastic Booming Despite the PPWR and the Circular Economy? The answer lies in its physical properties. Plastics offer: - low weight - high product protection - a low CO₂ footprint in transport - good barrier properties - high design freedom - efficient processing These properties are decisive precisely in the flexible packaging segment. Flexible packaging often requires only a fraction of the material of comparable rigid packaging solutions. Several international studies also conclude that, thanks to their resource efficiency, plastic packaging will continue to play a central role in many applications – but increasingly in circular-ready designs. ## What Does This Mean for Flexible Packaging? For the flexible packaging industry, the JRC analysis carries an important message: ### 1. Flexible packaging will not disappear The market data shows that plastic packaging remains in demand. A blanket switch of materials is not taking place at the European level. ### 2. Mono-material solutions are gaining importance The [PPWR](https://www.innoform.de/en/key-findings-of-the-ppwr-at-a-glance/) calls for better recyclability. This increases demand for: - PE mono-material structures - PP mono-material structures - recycling-friendly barrier concepts The trend is therefore shifting less away from plastic than towards more easily recyclable plastic solutions. ### 3. Barrier remains decisive The largest packaging volumes are accounted for by beverages, dairy products and processed foods. It is precisely these applications that often require defined [oxygen, water-vapour or aroma barriers](https://www.innoform.de/en/precise-otr-measurement-for-high-barrier-packaging/). Innovative flexible packaging concepts will continue to be needed here. ## Germany in a European Comparison Germany’s position is also interesting. At around 16 kg of plastic packaging per capita, Germany lies above the average of the countries examined, which is about 14 kg per inhabitant. Sweden, by contrast, records considerably lower figures. The differences show how strongly consumption habits, packaging systems and beverage markets influence material use. ## Glass Remains a Heavyweight – Literally Although plastic is growing, glass continues to dominate the total weight of all packaging. Around three quarters of the total packaging weight is accounted for by glass. This is due above all to its high material density. Beer bottles represent the single largest application here. This once again illustrates an important point: **Weight does not equal environmental impact.** Despite good recyclability, glass packaging can cause considerable environmental impacts during production and transport because of its high weight. This is why European packaging policy increasingly calls for a holistic view across the entire life cycle of a package. ![Estimated packaging placed on the market in the EU by material – JRC data](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/estimated-packaging-plac-768x1024.png)## Conclusion: The Change Is Happening Within Plastic The current analysis by the European Commission paints a distinctly different picture from parts of the public debate. The decisive development is not: **“Away from plastic”** but rather: **“Towards better plastic”.** Plastic packaging continues to grow, while other material groups largely stagnate. For the flexible packaging industry, this confirms a strategic focus on: - recyclable mono-materials - reduced material use - improved circularity - high-quality barrier concepts The future of packaging evidently lies not in replacing flexible plastic packaging, but in developing it intelligently. > “The real transformation is not taking place between materials, but within the material world of plastic – from hard-to-recycle multi-material structures towards circular-ready, resource-efficient packaging solutions.” ### Editorial Assessment by Innoform While the total volume of the packaging considered in the EU remained largely stable between 2011 and 2025, plastic was the only material group with clear volume growth. The JRC puts this growth at around 11% in absolute quantities. For glass, paper/cardboard, metals and mixed materials, the short publication reports no positive growth rates. The results confirm a trend that many players in the flexible packaging industry are already observing: sustainability does not necessarily mean switching materials. Rather, functional, lightweight and recyclable packaging solutions are moving into focus. For manufacturers of flexible packaging, the central challenge is to optimise product protection, resource efficiency and recyclability at the same time. This is precisely where it will be decided which packaging concepts succeed in the market. [**Joint Research Centre (JRC) of the European Commission** *Packaging materials in the EU: quantities stay significant, plastic grew by 11%* (06/07/2026)](https://joint-research-centre.ec.europa.eu/jrc-news-and-updates/packaging-materials-eu-quantities-stay-significant-plastic-grew-11-2026-07-06_en) **Joint Research Centre (JRC) of the European Commission** *[Estimating Packaging Placed on the Market at National Level (2026)](https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/)* **Joint Research Centre (JRC) of the European Commission** *[Packaging Estimates Model Results (Version 2.0)](https://data.jrc.ec.europa.eu/)* **Regulation (EU) 2025/40 on packaging and [packaging waste (PPWR)](https://eur-lex.europa.eu/)** ## Further Reading [PPWRKey Findings of the PPWR at a GlanceRead article →](https://www.innoform.de/en/key-findings-of-the-ppwr-at-a-glance/)[Recycled ContentRecycled Content Requirements (PPWR): Minimum QuotasRead article →](https://www.innoform.de/en/recycled-content-requirements-eu-packaging-regulation-ppwr-minimum-recycled-cont/)[Flexible PackagingImpact of EU Regulation 2022/1616 on flexible packagingRead article →](https://www.innoform.de/en/impact-of-eu-regulation-2022-1616-on-flexible-packaging/) **Kategorien:** Disposal / Recycling, Food packaging **Schlagwörter:** Circular Economy, Flexible packaging, Plastic, PPWR, recycling, Sustainability --- ### [Mineralöl in Verpackungen: Aktueller Stand zu MOSH/MOAH – Erkenntnisse aus dem Webseminar](https://inno-talk.de/mineraloel-in-verpackungen-aktueller-stand-zu-mosh-moah-erkenntnisse-aus-dem-webseminar/) **Published:** Mai 28, 2026 **Author:** Wilma Igelbrink **Content:** Mineralölkohlenwasserstoffe in Lebensmitteln bleiben ein zentrales Thema für die Verpackungsindustrie. In unserem Webseminar *Mineralöl/Mosh/Moah Migration – Aktueller Stand* gab Referentin Heike Schwertke einen umfassenden Überblick über Quellen, Analytik, Bewertung und aktuelle regulatorische Entwicklungen. Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Erkenntnisse für Sie kompakt zusammen. --- ## Was sind MOSH, MOAH und POSH? Mineralölkohlenwasserstoffe werden im Wesentlichen in zwei Gruppen unterteilt: - **MOSH (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons)** → gesättigte Kohlenwasserstoffe, z. T. im Körper anreicherbar - **MOAH (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons)** → aromatische Verbindungen, insbesondere mit mehreren Ringen gesundheitlich kritisch - **POSH (Polyolefin Oligomeric Saturated Hydrocarbons)** → aus Kunststoffen stammend, chemisch ähnlich wie MOSH Ein wichtiger Punkt aus dem Webseminar: In der Analytik lassen sich MOSH und POSH oft nicht eindeutig unterscheiden und werden daher häufig gemeinsam bewertet. --- ## Woher kommen Mineralölverunreinigungen? Ein zentrales Learning: Die Verpackung ist **nur eine von vielen möglichen Eintragsquellen**. Typische Kontaminationspfade sind: - **Verpackungsmaterialien** - Recyclingkarton (z. B. aus Zeitungsdruck) - Druckfarben - Klebstoffe - **Produktion & Verarbeitung** - Maschinenöle, Trennmittel - Reinigungsmittel - **Transport & Lagerung** - z. B. Jutesäcke (bekannte Ursache aus Praxisfällen) - **Rohstoffe / Umwelt** - z. B. natürliche Wachse oder Umwelteinträge Besonders relevant: Migration erfolgt häufig **über die Gasphase**, insbesondere aus Recyclingkarton. --- ## Analytik: Komplex, aber etabliert Die Analyse von MOSH/MOAH erfolgt typischerweise in mehreren Schritten: 1. **Extraktion aus Lebensmittel oder Material** 2. **Vortrennung in MOSH- und MOAH-Fraktion** 3. **Bestimmung mittels Gaschromatographie** Charakteristisch sind dabei sogenannte **„Hügel-Chromatogramme“**, da es sich um komplexe Stoffgemische handelt. Wichtige Erkenntnisse aus dem Webseminar: - Migrationstests mit Simulanzien können Ergebnisse **stark überschätzen** - Realtests im Lebensmittel (z. B. am Ende der Haltbarkeitszeit) sind oft aussagekräftiger - Das Verhältnis MOSH/MOAH kann Hinweise auf die Quelle geben --- ## Bewertung & Toxikologie: MOAH im Fokus Die Risikobewertung unterscheidet deutlich zwischen MOSH und MOAH: ### MOSH - Nach aktuellem Stand **keine generelle gesundheitliche Besorgnis** bei üblicher Aufnahme - Anreicherung im Körper (z. B. Leber) möglich → weiterer Forschungsbedarf ### MOAH - **potenziell krebserregend**, insbesondere bei ≥ 3 aromatischen Ringen - klare Priorität für Minimierung Die aktuelle Bewertung der EFSA bestätigt: > MOAH stellt das größere Risiko dar und ist daher regulatorisch im Fokus. --- ## Regulatorische Entwicklungen: Neue Grenzwerte in Sicht Ein besonders relevantes Update: - Die EU arbeitet an **konkreten Höchstgehalten für MOAH im Lebensmittel** - Grenzwerte sollen abgestuft nach Produktgruppen eingeführt werden - Geplante Zielwerte (je nach Fettgehalt): - ca. **0,5 mg/kg** (fettarm) - ca. **1 mg/kg** (mittel) - ca. **2 mg/kg** (fettreich) Zusätzlich: - Frankreich hat bereits **strenge Anforderungen an Druckfarben** eingeführt - Fokus liegt hier auf der Reduktion der Einträge in Recyclingkreisläufe --- ## Wie lassen sich Mineralöl-Einträge reduzieren? Die gute Nachricht: Es gibt wirksame Maßnahmen. ### Technische Lösungen - Einsatz geeigneter **Barrieren (z. B. Aluminium, EVOH, PET)** - Optimierung von Verpackungsstrukturen - Verzicht auf mineralölhaltige Druckfarben ### Prozessbezogene Maßnahmen - Auswahl geeigneter Rohstoffe - Kontrolle von Schmierstoffen und Hilfsmitteln - Optimierung von Lager- und Transportbedingungen ### Entscheidender Punkt Polyolefine (z. B. PE) wirken **nicht als Barriere**, sondern können Mineralöle sogar aufnehmen – ein wichtiger Praxisaspekt. --- ## Typische Praxisfragen – und wie man sie beantwortet Aus dem Seminar besonders relevant für den Alltag: - **„Ist die Verpackung mineralölfrei?“** → Besser: „keine absichtliche Verwendung“ und Analytik unter Bestimmungsgrenzen - **„Welche Maßnahmen zur Minimierung gibt es?“** → Barrieren, Rohstoffkontrolle, Verpackungsdesign - **„Welche Grenzwerte gelten?“** → Kombination aus rechtlichen Vorgaben und internen Spezifikationen Praxis-Tipp: Eigene **Spezifikationen mit Orientierungswerten** schaffen Klarheit in der Lieferkette. --- ## Fazit: Hohe Komplexität – klare Handlungsfelder Das Webseminar hat gezeigt: - Mineralölkontamination ist ein **multifaktorielles Problem** - Verpackungen spielen eine wichtige, aber nicht alleinige Rolle - MOAH bleibt der kritische Parameter - Regulierung wird deutlich konkreter 👉 Für Unternehmen entscheidend: - Ganzheitliche Betrachtung der Lieferkette - Technisch fundierte Barrierekonzepte - Klare interne Bewertungsmaßstäbe [Zu den relevanten Prüfmethoden](https://www.innoform.de/migrationspruefungen/) [Zu passenden Seminaren](https://www.innoform-coaching.de/themen/konformitaet-mit-lebensmittelgesetzen-fuer-verpackungen) ### Verwandte Episoden - [Was haben Druckfarben mit Nachhaltigkeit zu tun?](https://inno-talk.de/was-haben-druckfarben-mit-nachhaltigkeit-zu-tun/) - [Belal Habib zu DeInking, DeLamination und Functional Coatings](https://inno-talk.de/belal-habib-zu-deinking-delamination-und-functional-coatings/) - [Current status of mineral oil migration](https://inno-talk.de/en/current-status-of-mineral-oil-migration/) **Kategorien:** Allgemein, Folienherstellung/Veredelung, Folienprüfung & Analytik, Lebensmittelrecht, Lebensmittelverpackung, Migration, Wechselwirkungen, Q-Management/ Hygiene **Schlagwörter:** Heike Schwertke, Migration, Mineralöle, MOAH, MOSH --- ### [Kunststoff wächst weiter in Verpackungen – welche Materialien gewinnen, welche verlieren?](https://inno-talk.de/kunststoff-waechst-weiter-in-verpackungen-welche-materialien-gewinnen-welche-verlieren/) **Published:** Juli 23, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## Überraschende Erkenntnis aus Brüssel: Kunststoff legt weiter zu Das Joint Research Centre (JRC) der Europäischen Kommission hat im Juli 2026 eine umfangreiche Analyse der Verpackungsmengen in 19 EU-Mitgliedstaaten veröffentlicht. Das Ergebnis überrascht viele Marktbeobachter: Kunststoff ist die einzige Verpackungsmaterialgruppe, die zwischen 2011 und 2025 einen klaren Wachstumstrend zeigt. Gleichzeitig wird deutlich, dass die Diskussion um Verpackungen differenzierter geführt werden muss, als dies häufig in der öffentlichen Debatte geschieht. Während vielerorts von einer Abkehr vom Kunststoff gesprochen wird, zeigen die offiziellen Daten der Europäischen Kommission ein anderes Bild. ## Europa verbraucht weiterhin große Mengen Verpackungen In den untersuchten Ländern wurden durchschnittlich rund 98 kg Verpackungsmaterial pro Einwohner in Verkehr gebracht. Lebensmittel- und Getränkeverpackungen machen dabei den überwiegenden Anteil aus. Die Studie betrachtet: - Kunststoffe - Glas - Papier und Karton - Metalle - Verbundmaterialien Besonders interessant ist dabei die Entwicklung einzelner Materialgruppen. ## Die „Gewinner“: Kunststoffverpackungen Die Kernaussage der Studie lautet: > Kunststoff ist die einzige Verpackungskategorie, die zwischen 2011 und 2025 europaweit gewachsen ist. 2025 wurden in den untersuchten Ländern rund 5,9 Millionen Tonnen Kunststoffverpackungen in Verkehr gebracht. Dies entspricht durchschnittlich etwa 14 kg pro Einwohner. Besonders stark vertreten sind: - PET-Flaschen für Wasser und Erfrischungsgetränke - PP-Verpackungen für Lebensmittel - Verpackungen für Molkereiprodukte - Verpackungen für verarbeitete Lebensmittel PET bleibt europaweit der bedeutendste Einzelkunststoff im Consumer-Bereich. In einigen Ländern wie Finnland, Irland, den Niederlanden und Schweden erreicht oder übertrifft jedoch Polypropylen (PP) bereits die Bedeutung von PET. ## Die Verlierer: Glas, Papier und Metall stagnieren Die Studie benennt zwar keine exakten Rückgänge einzelner Materialarten, stellt jedoch ausdrücklich fest, dass nur Kunststoff einen positiven Trend zeigt. Daraus lässt sich ableiten, dass andere Materialgruppen über den Betrachtungszeitraum entweder stagnieren oder rückläufig sind. Das ist bemerkenswert, weil viele politische Diskussionen der vergangenen Jahre suggerierten, Papier- oder Glasverpackungen würden Kunststoff massiv ersetzen. Die Realität scheint deutlich differenzierter zu sein: - Papier wächst zwar in einzelnen Anwendungen, ersetzt Kunststoff jedoch nicht flächendeckend. - Glas bleibt bedeutend, vor allem bei Getränken. - Metallverpackungen spielen weiterhin eine wichtige Rolle, wachsen jedoch nicht dynamisch. ## Warum boomt Kunststoff trotz PPWR und Kreislaufwirtschaft? Die Antwort liegt in den physikalischen Eigenschaften. Kunststoffe bieten: - geringes Gewicht - hohe Produktschutzfunktion - niedrigen CO₂-Fußabdruck beim Transport - gute Barriereeigenschaften - hohe Designfreiheit - effiziente Verarbeitung Gerade im Flexpack-Bereich sind diese Eigenschaften entscheidend. Flexible Verpackungen benötigen oft nur einen Bruchteil des Materials vergleichbarer starrer Verpackungslösungen. Mehrere internationale Studien kommen ebenfalls zu dem Ergebnis, dass Kunststoffverpackungen in vielen Anwendungen aufgrund ihrer Ressourceneffizienz weiterhin eine zentrale Rolle spielen werden – allerdings zunehmend in kreislauffähigen Ausführungen. ## Was bedeutet das für flexible Verpackungen? Für die Flexpack-Branche enthält die JRC-Analyse eine wichtige Botschaft: ### 1. Flexible Verpackungen werden nicht verschwinden Die Marktdaten zeigen, dass Kunststoffverpackungen weiterhin gefragt sind. Ein pauschaler Materialwechsel findet auf europäischer Ebene nicht statt. ### 2. Monomaterial-Lösungen gewinnen an Bedeutung Die [PPWR](https://www.innoform.de/die-wesentlichen-aussagen-der-ppwr-im-ueberblick/) fordert bessere Recyclingfähigkeit. Dadurch steigt die Nachfrage nach: - PE-Monomaterial-Strukturen - PP-Monomaterial-Strukturen - recyclinggerechten Barrierekonzepten Der Trend verlagert sich also weniger weg vom Kunststoff als hin zu besser recyclebaren Kunststofflösungen. ### 3. Barriere bleibt entscheidend Die größten Verpackungsmengen entfallen auf Getränke, Molkereiprodukte und verarbeitete Lebensmittel. Genau diese Anwendungen benötigen oftmals definierte [Sauerstoff-, Wasserdampf- oder Aromabarrieren](https://www.innoform.de/praezisere-otr-analyse-fuer-hochbarriere-verpackungen/). Hier werden innovative Flexpack-Konzepte weiterhin benötigt. ## Deutschland im europäischen Vergleich Interessant ist auch die Position Deutschlands. Deutschland liegt mit rund 16 kg Kunststoffverpackungen pro Kopf über dem Durchschnitt der untersuchten Länder von etwa 14 kg pro Einwohner. Schweden kommt dagegen auf deutlich niedrigere Werte. Die Unterschiede zeigen, wie stark Konsumgewohnheiten, Verpackungssysteme und Getränkemärkte die Materialnutzung beeinflussen. ## Glas bleibt Schwergewicht – wortwörtlich Obwohl Kunststoff wächst, dominiert Glas weiterhin das Gesamtgewicht aller Verpackungen. Rund drei Viertel des gesamten Verpackungsgewichts entfallen auf Glas. Dafür verantwortlich ist vor allem die hohe Materialdichte. Bierflaschen stellen hierbei die größte Einzelanwendung dar. Dies verdeutlicht erneut einen wichtigen Punkt: **Gewicht ist nicht gleich Umweltwirkung.** Eine Verpackung aus Glas kann trotz guter Recyclingfähigkeit aufgrund ihres hohen Gewichts bei Herstellung und Transport erhebliche Umweltwirkungen verursachen. Daher fordert die europäische Verpackungspolitik zunehmend eine ganzheitliche Betrachtung über den gesamten Lebenszyklus einer Verpackung. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/estimated-packaging-plac-768x1024.png)## Fazit: Der Wandel findet innerhalb des Kunststoffs statt Die aktuelle Analyse der Europäischen Kommission zeichnet ein deutlich anderes Bild als manche öffentliche Diskussion. Die entscheidende Entwicklung lautet nicht: **„Weg vom Kunststoff“** sondern vielmehr: **„Hin zu besserem Kunststoff“.** Kunststoffverpackungen wachsen weiterhin, während andere Materialgruppen überwiegend stagnieren. Für die Flexpack-Industrie bedeutet dies eine Bestätigung der strategischen Ausrichtung auf: - recyclingfähige Monomaterialien - reduzierte Materialeinsätze - verbesserte Kreislauffähigkeit - hochwertige Barrierekonzepte Die Zukunft der Verpackung liegt offenbar nicht im Ersatz flexibler Kunststoffverpackungen, sondern in deren intelligenter Weiterentwicklung. > „Die eigentliche Transformation findet nicht zwischen den Materialien statt, sondern innerhalb der Materialwelt Kunststoff – von schwer recycelbaren Multimaterialstrukturen hin zu kreislauffähigen, ressourceneffizienten Verpackungslösungen.“ ### Redaktionelle Einordnung von Innoform Während die Gesamtmenge der betrachteten Verpackungen in der EU zwischen 2011 und 2025 weitgehend stabil blieb, war Kunststoff die einzige Materialgruppe mit einem klaren Mengenwachstum. Die JRC beziffert dieses Wachstum auf rund 11 % in absoluten Mengen. Für Glas, Papier/Pappe, Metalle und Mischmaterialien werden in der Kurzveröffentlichung keine positiven Wachstumsraten genannt. Die Ergebnisse bestätigen einen Trend, den viele Akteure der Flexpack-Branche bereits beobachten: Nachhaltigkeit bedeutet nicht zwangsläufig Materialwechsel. Vielmehr rücken funktionale, leichte und recyclingfähige Verpackungslösungen in den Fokus. Für Hersteller flexibler Verpackungen besteht die zentrale Herausforderung darin, Produktschutz, Ressourceneffizienz und Recyclingfähigkeit gleichzeitig zu optimieren. Genau hier wird sich künftig entscheiden, welche Verpackungskonzepte im Markt erfolgreich sein werden. Quellen [**Joint Research Centre (JRC) der Europäischen Kommission** *Packaging materials in the EU: quantities stay significant, plastic grew by 11%* (06.07.2026)](https://joint-research-centre.ec.europa.eu/jrc-news-and-updates/packaging-materials-eu-quantities-stay-significant-plastic-grew-11-2026-07-06_en) **Joint Research Centre (JRC) der Europäischen Kommission** *[Estimating Packaging Placed on the Market at National Level (2026)](https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/)* **Joint Research Centre (JRC) der Europäischen Kommission** *P[ackaging Estimates Model Results (Version 2.0)](https://data.jrc.ec.europa.eu/)* **Verordnung (EU) 2025/40 über Verpackungen und [Verpackungsabfälle (PPWR)](https://eur-lex.europa.eu/)** ## Weiterführende Links [PPWRDie wesentlichen Aussagen der PPWR im ÜberblickZum Artikel →](https://www.innoform.de/die-wesentlichen-aussagen-der-ppwr-im-ueberblick/)[RezyklatRezyklatpflichten der PPWR: MindestrezyklatanteileZum Artikel →](https://www.innoform.de/rezyklatpflichten-eu-verpackungsverordnung-ppwr-mindestrezyklatanteile/)[Flexible VerpackungenAuswirkungen der EU-Verordnung 2022/1616 auf flexible VerpackungenZum Artikel →](https://www.innoform.de/auswirkungen-der-eu-verordnung-2022-1616-auf-flexible-verpackungen/) **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Lebensmittelverpackung **Schlagwörter:** Flexpack, Kreislaufwirtschaft, Kunststoff, Nachhaltigkeit, PPWR, Recycling --- ### [PPWR: Die neue Rolle des Erzeugers – Pflichten praxisnah umsetzen](https://inno-talk.de/ppwr-die-neue-rolle-des-erzeugers-pflichten-praxisnah-umsetzen/) **Published:** Juli 14, 2026 **Author:** Wilma Igelbrink **Content:** Mit Inkrafttreten zentraler Anforderungen der europäischen Verpackungsverordnung (PPWR) am 12. August 2026 rückt eine Akteursrolle besonders in den Fokus: **Der Erzeuger**. Im Webseminar **„Die neue Rolle des Erzeugers unter der PPWR – Pflichten praxisnah umsetzen“** erläuterte *Jie Zhang* von *Interzero Circular Solutions Germany GmbH*, welche Pflichten künftig auf Erzeuger zukommen und wie sich diese in der Praxis umsetzen lassen. ## Wer ist eigentlich Erzeuger? Ein zentraler Schwerpunkt des Webseminars war die Abgrenzung der verschiedenen Wirtschaftsakteure innerhalb der PPWR. Dabei wurde deutlich, dass die Rolle des Erzeugers deutlich von den bisher bekannten Verantwortlichkeiten im deutschen Verpackungsrecht abweicht. Entscheidend ist künftig, wer eine Verpackung unter eigenem Namen oder eigener Marke entwickelt oder herstellen lässt bzw. wer maßgeblich über deren Ausgestaltung entscheidet. Anhand praktischer Beispiele wurde erläutert, wann Verpackungsmaterialien rechtlich zu Verpackungen werden und welche Bedeutung dies für die Zuordnung der Erzeugerpflichten hat. Besonders bei komplexen Lieferketten und Markenartikeln ergeben sich neue Fragestellungen, die Unternehmen frühzeitig bewerten sollten. ## Kennzeichnungspflicht ab August 2026 Ab dem 12. August 2026 gilt für Erzeuger eine neue Kennzeichnungspflicht. Verpackungen müssen künftig eindeutig identifizierbar und rückverfolgbar sein. Dazu gehören unter anderem Angaben zum Erzeuger sowie Informationen zur Identifikation der Verpackung, beispielsweise über Chargen- oder Seriennummern. Diese Informationen können teilweise auch digital, etwa über QR-Codes, bereitgestellt werden. Wichtig dabei: Diese Verpflichtung ist von den künftig geplanten Entsorgungskennzeichnungen für Verbraucher zu unterscheiden. Die Harmonisierung der Entsorgungskennzeichnung innerhalb der EU wird erst zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt. ## Konformitätserklärung wird zur Schlüsselaufgabe Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Konformitätspflicht des Erzeugers. Künftig dürfen nur noch konforme Verpackungen in Verkehr gebracht werden. Grundlage hierfür sind: - ein Konformitätsbewertungsverfahren, - die technische Dokumentation sowie - die Konformitätserklärung. Die technische Dokumentation gilt dabei als Herzstück des Nachweisprozesses. Sie muss nachvollziehbar darlegen, wie die Einhaltung der relevanten PPWR-Anforderungen geprüft wurde und welche Nachweise hierfür vorliegen. Die Konformitätserklärung selbst dient anschließend als formaler Nachweis gegenüber Behörden und Geschäftspartnern. Besonders hervorgehoben wurde die wichtige Rolle der Lieferanten. Ohne belastbare Informationen entlang der Lieferkette können viele Konformitätsanforderungen nicht erfüllt werden. Unternehmen sollten deshalb frühzeitig sicherstellen, dass notwendige Daten und Nachweise vertraglich geregelt und verfügbar sind. ## Artikel 5: Stoffanforderungen stehen unmittelbar bevor Da die ersten PPWR-Anforderungen bereits in wenigen Wochen greifen, widmete sich das Webseminar intensiv dem Artikel 5 der Verordnung. Dieser regelt die Beschränkung bestimmter Stoffe in Verpackungen. Neben den bereits bekannten Grenzwerten für Schwermetalle rücken insbesondere PFAS („Ewigkeitschemikalien“) in den Blick. Für Lebensmittelkontaktmaterialien müssen Unternehmen künftig nachweisen können, dass die entsprechenden Anforderungen eingehalten werden. Dabei wurden sowohl die aktuellen Empfehlungen der EU-Kommission als auch praktikable Vorgehensweisen für die Nachweisführung vorgestellt. ## Fazit Die PPWR bringt für viele Unternehmen neue Verantwortlichkeiten und umfangreiche Dokumentationspflichten mit sich. Besonders die Identifikation der eigenen Rolle, die Sicherstellung der erforderlichen Lieferantendaten und die Vorbereitung der Konformitätsunterlagen sollten jetzt aktiv angegangen werden. Das Webseminar machte deutlich: Wer die Anforderungen frühzeitig analysiert und strukturiert umsetzt, schafft die Grundlage für einen reibungslosen Übergang in die neue PPWR-Welt. ### Die drei wichtigsten Erkenntnisse - Die neue Erzeugerrolle ist ein zentrales Element der PPWR und von bisherigen Verantwortlichkeiten klar zu unterscheiden. - Ab dem 12. August 2026 gelten erste Kennzeichnungs- und Konformitätspflichten für Erzeuger. - Ohne eine enge Zusammenarbeit mit Lieferanten wird die Erfüllung vieler PPWR-Anforderungen kaum möglich sein. ### Ihr Mehrwert mit Innoform Mit Formaten wie diesem bietet Innoform praxisnahe Orientierung in einem anspruchsvollen regulatorischen Umfeld. 👉 Sie möchten beim nächsten Termin dabei sein oder ein ähnliches Thema vertiefen? Dann bleiben Sie über unsere Seminarangebote auf dem Laufenden – wir unterstützen Sie gern dabei, aktuelle Anforderungen sicher umzusetzen. [### Aufzeichnung ansehen Das komplette Webseminar mit Jie Zhang (Interzero Circular Solutions Germany GmbH) on demand. Jetzt ansehen →](https://www.innoform-coaching.de/site/event/detail.php?event_id=2195)[### Passende Seminare Seminare und Webseminare zu Kreislaufwirtschaft, PPWR und Recycling Themen entdecken →](https://innoform-coaching.de/site/topic/detail.php?event_group_id=10)[### Recyclingfähigkeit prüfen Optimierungen im Zusammenhang mit der Verordnung (EU) 2025/40 von Verpackungen- und Verpackungsabfällen (PPWR) im Innoform Testservice. Zum Labor →](https://www.innoform.de/ppwr-recycling/) **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Folienprüfung & Analytik, Lebensmittelrecht **Schlagwörter:** Erzeuger, Jie Zhang, Konformitätserklärung, PPWR, Recyclingfähigkeit --- ### [Flexpack aus Papier mit Barriere – Chancen und aktuelle Entwicklungen](https://inno-talk.de/flexpack-aus-papier-mit-barriere-chancen-grenzen-und-aktuelle-entwicklungen/) **Published:** Juli 9, 2026 **Author:** Wilma Igelbrink **Content:** Wie lassen sich flexible Verpackungen nachhaltiger gestalten, ohne auf notwendige Barriereeigenschaften zu verzichten? Diese zentrale Frage stand im Fokus unseres Webseminars **Flexpack aus Papier mit Barriere – ein Überblick.** Gemeinsam mit Referent **Christian Lutze** von KÄMMERER Spezialpapiere GmbH wurde deutlich: Barrierepapiere sind ein dynamisch wachsendes Feld mit großem Potenzial – und bereits heute eine leistungsfähige Antwort auf zentrale Anforderungen der Verpackungsbranche. --- ## Warum Barrierepapier immer relevanter wird Der Verpackungsmarkt befindet sich im Wandel – und Barrierepapiere entwickeln sich dabei zu einem der spannendsten Zukunftsfelder. Regulatorische Impulse wie die PPWR und die Diskussion um PFAS geben dieser Entwicklung zusätzlichen Rückenwind. Barrierepapiere überzeugen mit klaren Vorteilen: - Nutzung nachwachsender Rohstoffe - Integration in bestehende Recyclingströme - Reduzierung komplexer Kunststoffverbunde Entscheidend für den Erfolg ist der passgenaue Einsatz: Für jede Anwendung lässt sich die technisch und ökologisch sinnvollste Lösung gezielt auslegen – genau hier liegt die Stärke moderner Barrierepapiere. --- ## Was moderne Barrierepapiere leisten können Ein zentrales Ergebnis des Webseminars: Die Leistungsfähigkeit moderner Barrierepapiere hat sich in den letzten Jahren beeindruckend weiterentwickelt. Heute sind unter anderem möglich: - **Fett- und Wasserbarrieren** für Lebensmittelverpackungen - **Wasserdampfbarrieren** für empfindliche Produkte - **Sauerstoffbarrieren** bis in anspruchsvolle Anwendungen - **Heißsiegelfähigkeit** für maschinelle Verarbeitung Selbst anspruchsvolle Anwendungen wie Kakao-, Snack- oder sogar Butterverpackungenlassen sich inzwischen papierbasiert umsetzen – in vielen Fällen sogar ganz ohne Aluminium. --- ## Die entscheidende Frage: Welche Barriere braucht mein Produkt? Ein wertvolles Learning aus dem Seminar: Barrierepapiere lassen sich passgenau auf das jeweilige Produkt zuschneiden – das macht sie so vielseitig. Die optimale Auslegung richtet sich nach: - Produktart (trocken, fettig, hygroskopisch, empfindlich) - Lagerdauer (kurz vs. mehrere Wochen) - Umgebungsbedingungen - gewünschter Haltbarkeit Daraus ergibt sich ein breites Lösungsspektrum: 1. **Einfache Einschlagpapiere** (z. B. Bäckerei, Fast Food) 2. **Papier mit mittlerer Barriere** (z. B. Frischeprodukte) 3. **Barrierepapier für trockene Lebensmittel** (Snacks, Müsli) 4. **Hochbarriere-Lösungen** (z. B. Kakao, Schokolade) 5. **Ultrahochbarriere** (z. B. Gewürze, Kaffee) Die gezielte Auswahl sorgt für die beste Kombination aus Funktionalität, Wirtschaftlichkeit und Recyclingfähigkeit. --- ## Technologievielfalt: Mehr als „nur Papier“ Ein weiterer spannender Aspekt: Barrierepapier ist ein intelligent aufgebautes System mit großer technologischer Bandbreite. Zur Herstellung stehen verschiedene, aufeinander abgestimmte Verfahren zur Verfügung: - **Kaschieren** (Verbund mit Folien) - **Extrusion** (Kunststoffauftrag) - **Metallisierung** (z. B. Aluminium) - **Wässrige Beschichtungen** (Coatings auf Polymerbasis) Gerade wässrige Beschichtungen gewinnen an Bedeutung: Sie kommen mit besonders geringen Einsatzmengen aus – ein echter Pluspunkt für die Recyclingfähigkeit und ein Feld mit hoher Innovationsdynamik. --- ## Regulatorik als Chancentreiber: PPWR und PFAS Die europäische Verpackungsverordnung (PPWR) war ein zentrales Thema – und wirkt vor allem als kraftvoller Innovationsmotor für die Branche. Wichtige Punkte: - Ziel: hohe Recyclingfähigkeit von Verpackungen - Einteilung von Barrierepapieren nach Anteil faserbasierter Bestandteile - wachsende Nachfrage nach PFAS-freien Lösungen – ein Feld, in dem Barrierepapiere bereits heute überzeugen Ab 2030 gelten klare Anforderungen an die Recyclingfähigkeit von Papierverpackungen – ein starker Rückenwind für innovative, kreislauffähige Lösungen. --- ## Vom Konzept zur Serienreife: Erfolgsfaktoren in der Umsetzung Damit Barrierepapier sein volles Potenzial ausspielt, lohnt es sich, einige Stellschrauben von Anfang an mitzudenken – genau hier bietet KÄMMERER fundierte Unterstützung: - **Materialdesign:** die Wahl des passenden Rohpapiers als solides Fundament - **Beschichtung:** maßgeschneiderte Formulierungen für das jeweilige Anforderungsprofil - **Verarbeitung:** die spezifischen Eigenschaften von Papier gezielt nutzen - **Maschineneignung:** mit gezielten Anpassungen zur reibungslosen Serienproduktion Wer Siegelverfahren, Klebstoffe und Maschinenparameter frühzeitig einbezieht, kommt schnell und sicher zur marktreifen Lösung. --- ## Nachhaltigkeit: fundiert und differenziert gedacht Ein besonders wertvoller Aspekt des Seminars: Nachhaltigkeit wird bei Barrierepapier ganzheitlich betrachtet – für Lösungen, die wirklich tragfähig sind. Zentrale Einordnungen: - Papier basiert auf nachwachsenden Rohstoffen - Recyclingkreisläufe sind etabliert und effizient - der größte Hebel liegt in der Optimierung des Gesamtsystems - so entstehen Lösungen mit echtem ökologischen Mehrwert Ein wichtiges Fazit: Der große ökologische Vorteil von Papier liegt in seiner **Kreislauffähigkeit** – ein Argument, das in einer zunehmend zirkulären Wirtschaft immer stärker wiegt. --- ## Fazit: Große Chancen mit klarem Blick nach vorn Das Webseminar hat eindrucksvoll gezeigt: Barrierepapiere sind ein zentraler Baustein für die Verpackungslösungen von morgen. Erfolgsentscheidend sind: - präzise Anforderungsdefinition - passende Materialkombination - frühzeitige Einbindung der Verarbeitung - Berücksichtigung regulatorischer Vorgaben Die Entwicklung schreitet rasant voran – insbesondere bei biobasierten und PFAS-freien Beschichtungen. Für Unternehmen, die jetzt einsteigen, eröffnen sich große Chancen. --- ## Ihr nächster Schritt Sie möchten prüfen, ob Barrierepapier für Ihre Anwendung geeignet ist? Unsere Expert:innen unterstützen Sie gerne bei der Bewertung, Auswahl und Auslegung – von der Idee bis zur Umsetzung. 👉 Sprechen Sie uns an oder besuchen Sie eines unserer kommenden Events: [Aktuelle Veranstaltungen](https://www.innoform-coaching.de/events#) ## Weiterführende Links [### Papier gewinnt Warum papierbasierte Verpackungen durch Regulierung und Erwartungshaltung Marktanteile gewinnen. Beitrag lesen →](https://inno-talk.de/papier-gewinnt-getrieben-durch-regulierung-und-erwartungshaltung/)[### Erste INNO-Fiber Nachbericht: Papierbasierte Flexpack-Lösungen zwischen Innovation, Regulierung und Wettbewerb. Beitrag lesen →](https://inno-talk.de/erste-inno-fiber-erfolgreicher-auftakt-fuer-papierbasierte-flexpack-loesungen/)[### Fettbarriere faserbasierter Verpackungen Warum Prüfungen bei Barrierepapieren entscheidend sind – Fachartikel des Innoform Testservice. Zum Fachartikel →](https://www.innoform.de/fettbarriere-von-faserbasierten-verpackungen-verstehen-warum-pruefungen-entscheidend-sind/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Allgemein, Barrierefolien, Folienherstellung/Veredelung, Lebensmittelverpackung, Papier & faserbasierte Verpackungen, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Christian Lutze --- ### [Lebensmittelrecht in der Flexpack-Praxis heute](https://inno-talk.de/lebensmittelrecht-in-der-flexpack-praxis-heute/) **Published:** Juli 8, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Lebensmittelverpackungen müssen heute mehr können als nur schützen: Sie müssen nachweislich sicher, konform und zunehmend auch nachhaltig sein. In dieser Podcast‑Episode des Inno‑Talks spricht Heike Schwertke vom Innoform Testservice über zentrale Herausforderungen im Lebensmittelrecht – von PFAS und Bisphenol A bis hin zur Konformitätserklärung und NIAS. Der Beitrag zeigt, worauf Unternehmen jetzt achten müssen – und wo die größten Stolpersteine liegen.* ## Vom Labor zur regulatorischen Verantwortung Heike Schwertke ist seit rund 20 Jahren eine prägende Expertin im Innoform Testservice. Ihr Weg führte sie über die klassische Laborarbeit in der Verpackungsindustrie hin zur Spezialisierung auf Lebensmittelkontaktmaterialien und Konformität. Heute steht sie für ein Themenfeld, das weit über chemische Analytik hinausgeht: die **Umsetzung regulatorischer Anforderungen in die industrielle Praxis**. Dabei verbindet sich technisches Verständnis mit rechtlicher Bewertung – ein Spannungsfeld, das für viele Unternehmen zunehmend komplex wird. --- ## Die Grundlage: EU-Lebensmittelrecht für Verpackungen Das europäische Lebensmittelkontaktrecht basiert auf einem mehrstufigen System: ### Rahmenverordnung (EG) Nr. 1935/2004 Diese Verordnung gilt für **alle Materialien mit Lebensmittelkontakt** und definiert die zentrale Anforderung: Materialien dürfen **keine Stoffe in Mengen abgeben, die die Gesundheit gefährden oder das Lebensmittel verändern**. ### Kunststoffverordnung (EU) Nr. 10/2011 Für Kunststoffe gelten zusätzliche, detailliertere Anforderungen: - Positivlisten für erlaubte Stoffe - Grenzwerte für Migration - Prüfvorschriften Dieses Zusammenspiel aus allgemeiner und spezifischer Regelung ist zentral für die Bewertung von Verpackungen. --- ## Konformitätserklärung: Das Rückgrat der Lieferkette Die **Konformitätserklärung (DoC)** ist das zentrale Dokument im Lebensmittelrecht. Sie bestätigt, dass ein Material die gesetzlichen Anforderungen erfüllt und für eine bestimmte Anwendung geeignet ist. Ihre Funktion ist klar: - Informationsweitergabe entlang der gesamten Lieferkette - Transparenz zu eingesetzten Stoffen - Grundlage für Risikoabschätzung und Prüfung Ziel ist es, sicherzustellen, dass am Ende der Kette – beim Inverkehrbringer – eine belastbare Gesamtbewertung möglich ist. ### Typische Inhalte einer Konformitätserklärung - Angaben zum Hersteller oder Importeur - Beschreibung des Materials - verwendete Substanzen und Einschränkungen - Einsatzbedingungen (Lebensmittelart, Temperatur, Zeit) - Nachweise zur Migration --- ## Migration verstehen: Gesamt vs. spezifisch Ein entscheidender Punkt in der Bewertung ist die Migration von Stoffen auf Lebensmittel: ### Gesamtmigration - Betrachtet die **Menge aller übergehenden Stoffe** - Maß für die generelle Materialinertheit ### Spezifische Migration - Bewertet **einzelne Stoffe mit Grenzwerten** - Fokus liegt auf toxikologischen Risiken Die Prüfung kann kombiniert erfolgen: - experimentell (Laboranalyse) - theoretisch (Modellrechnungen) - physikalisch (Löslichkeitsbetrachtungen) --- ## NIAS: Die unterschätzte Herausforderung Neben bewusst eingesetzten Stoffen spielen **NIAS (Non Intentionally Added Substances)** eine immer größere Rolle. Dazu zählen: - Verunreinigungen - Abbauprodukte - Reaktionsprodukte Diese Stoffe entstehen beispielsweise: - durch Rohstoffverunreinigungen - während der Produktion (z. B. Extrusion) - durch Alterung Die Schwierigkeit: NIAS sind oft **nicht vollständig bekannt** und müssen deshalb mittels Screening-Analysen identifiziert und bewertet werden. --- ## Aktuelle Regulierung: Bisphenol A und PFAS ### Bisphenol A (BPA) Die EU hat die Verwendung von BPA in Lebensmittelkontaktmaterialien stark eingeschränkt bzw. weitgehend verboten. Die aktuelle Regelung verlangt: - Nachweis der Abwesenheit oder sehr niedriger Konzentrationen - Integration in die Konformitätserklärung Grundlage ist die Neubewertung der toxikologischen Risiken durch Behörden wie EFSA und BfR. --- ### PFAS und PPWR Mit der neuen Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) rücken PFAS stärker in den Fokus. Wichtige Punkte: - Grenzwerte für PFAS in Lebensmittelverpackungen - Nachweispflicht durch Analysedaten - zusätzliche Anforderungen an Dokumentation Konkrete Grenzwerte sind bereits definiert, z. B.: - 25 ppb für einzelne PFAS - 250 ppb für die Summe bestimmter PFAS Die Herausforderung: PFAS lassen sich analytisch nicht vollständig erfassen – eine klare Bewertung bleibt schwierig. --- ## PPWR vs. Lebensmittelrecht: Zwei Welten wachsen zusammen Die PPWR verfolgt primär Umweltziele (Recycling, Schadstoffe), während das Lebensmittelrecht auf die **Produktsicherheit** fokussiert. Aktuell entstehen dadurch: - parallele Anforderungen - separate Konformitätserklärungen - Unsicherheiten in der Umsetzung Langfristig wird eine stärkere Harmonisierung erwartet („One Substance – One Evaluation“), jedoch ist dieser Prozess noch am Anfang. --- ## Wo Unternehmen heute scheitern Aus Sicht von Heike Schwertke zeigen sich drei zentrale Schwachstellen: ### 1. Importe ohne belastbare Daten Viele Konformitätserklärungen aus Drittstaaten: - sind unvollständig - enthalten widersprüchliche Angaben - basieren nicht auf Prüfungen **Wichtig:** Importierende Unternehmen tragen die volle Herstellerverantwortung. --- ### 2. Unklare Stoffreinheit - Rohstoffe enthalten oft 10–20 % unbekannte Bestandteile - diese müssen bewertet werden - fehlen Daten, entsteht ein Risiko für die gesamte Lieferkette --- ### 3. Recyclingmaterialien (Rezyklate) Besonders kritisch: - Akkumulation von NIAS - zusätzliche Reaktionsprodukte - fehlende Datenlage Hier sieht Schwertke aktuell noch deutlichen Entwicklungsbedarf. --- ## Papier vs. Kunststoff: Neue Trends, alte Probleme Der Trend zur „Paperization“ führt zu steigenden Papieranteilen in Verpackungen. Herausforderungen: - keine einheitliche EU-Regelung - komplexe Materialsysteme (Additive, Druckfarben) - höhere Diffusion im Vergleich zu Kunststoffen Das führt zu einer paradoxen Situation: > Kunststoffe werden oft strenger geprüft als Papier – obwohl Papier nicht automatisch sicherer ist. --- ## Fazit: Handlungsempfehlungen für die Praxis Für Unternehmen der Flexpack-Branche lassen sich klare Handlungspunkte ableiten: - Konformitätserklärungen systematisch prüfen und pflegen - Lieferantendaten kritisch hinterfragen - NIAS aktiv berücksichtigen - Prüfstrategien kombinieren (Theorie + Analytik) - regulatorische Entwicklungen frühzeitig beobachten Das Ziel bleibt eindeutig: **sichere Lebensmittelverpackungen – trotz wachsender regulatorischer Komplexität.** --- ## Weiterführende Links Mehr zu den im Podcast besprochenen Themen – Prüfungen, Konformität und Regulatorik – beim Innoform Testservice: - [Lebensmittelrechtliche Konformität & Konformitätserklärung](https://www.innoform.de/lebensmittelrechtliche-konformitaet/) - [Migrationsprüfungen: Gesamt- und spezifische Migration (SML)](https://www.innoform.de/migrationspruefungen/) - [NIAS – keine Angst vor dem Unbekannten (Innoform News)](https://www.innoform.de/nias-keine-angst-vor-dem-unbekannten/) - [PFAS in flexiblen Verpackungen: Analytik & Gesamtfluor (Innoform News)](https://www.innoform.de/pfas-in-flexiblen-verpackungen-analytische-orientierung-ueber-gesamtfluorbestimmung/) - [Änderungen der VO (EU) 10/2011 durch VO (EU) 2026/245 (Innoform News)](https://www.innoform.de/aenderungen-verordnung-10-2011-durch-verordnung-eu-2026-245/) - [PPWR & Rezyklate: Konformität und Prüfung](https://www.innoform.de/ppwr-recycling/) --- ## Häufige Fragen zu dieser Episode Was ist eine Konformitätserklärung für Verpackungen?Ein Dokument, das bestätigt, dass ein Material den gesetzlichen Anforderungen entspricht und für den Lebensmittelkontakt geeignet ist. Sie sorgt für Informationsweitergabe und Transparenz entlang der gesamten Lieferkette. Was bedeutet NIAS?Nicht absichtlich zugesetzte Stoffe (Non Intentionally Added Substances), die z. B. durch Rohstoffverunreinigungen, Produktionsprozesse wie die Extrusion oder Alterung entstehen. Da sie oft nicht vollständig bekannt sind, müssen sie analytisch ermittelt und toxikologisch bewertet werden. Was ist der Unterschied zwischen Gesamtmigration und spezifischer Migration?Die Gesamtmigration betrachtet die Menge aller Stoffe, die aus der Verpackung auf das Lebensmittel übergehen, und ist ein Maß für die generelle Materialinertheit. Die spezifische Migration bewertet einzelne Stoffe mit eigenen Grenzwerten und fokussiert auf toxikologische Risiken. Geprüft wird experimentell im Labor, theoretisch per Modellrechnung oder physikalisch über Löslichkeitsbetrachtungen. Was gilt aktuell für Bisphenol A (BPA)?Die EU hat die Verwendung von BPA in Lebensmittelkontaktmaterialien stark eingeschränkt bzw. weitgehend verboten. Unternehmen müssen die Abwesenheit oder sehr niedrige Konzentrationen nachweisen und dies in der Konformitätserklärung dokumentieren – Grundlage ist die toxikologische Neubewertung durch EFSA und BfR. Warum sind PFAS in Verpackungen problematisch?PFAS sind stabile, schwer abbaubare Stoffe („Ewigkeitschemikalien“) mit potenziellen Risiken für Umwelt und Gesundheit. Zudem lassen sie sich analytisch nicht vollständig erfassen, was die Bewertung erschwert. Was ändert sich durch die PPWR?Zusätzliche Anforderungen an Recycling, Schadstoffe und Dokumentation – insbesondere für PFAS. Es gelten bereits konkrete Grenzwerte, z. B. 25 ppb für einzelne PFAS und 250 ppb für die Summe bestimmter PFAS, jeweils mit Nachweispflicht über Analysedaten. ## Keine Folge mehr verpassen! Abonnieren sie jetzt den [Innoform-Podcast](https://inno-talk.de/podcast/) auf ihrer Lieblings-Plattform und erhalten sie neue Episoden automatisch. [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) ### Automatisches Transkript (kan Fehler enthalten) [Innoform\_Podcast\_Transkript\_Lebensmittelrecht\_PPWR\_Konformitaetserklaerung](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/Innoform_Podcast_Transkript_Lebensmittelrecht_PPWR_Konformitaetserklaerung.pdf)[Herunterladen](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/Innoform_Podcast_Transkript_Lebensmittelrecht_PPWR_Konformitaetserklaerung.pdf) **Kategorien:** Lebensmittelrecht, Lebensmittelverpackung **Schlagwörter:** Heike Schwertke, PPWR --- ### [Innoform im Wandel: Warum Flexpack-Wissen heute neue Formate braucht](https://inno-talk.de/innoform-im-wandel-warum-flexpack-wissen-heute-neue-formate-braucht/) **Published:** Juli 9, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Excerpt:** Julian Thielen und Karsten Schröder im Gespräch: neue Inno-Formate, digitale Fachkommunikation, KI und die Zukunft des Flexpack-Wissens bei Innoform. **Content:** ## Ein Gespräch über Wandel, Kontinuität und Flexpack-Leidenschaft In der aktuellen Ausgabe der Flexpack News wird es persönlich: Julian Thielen spricht mit Karsten Schröder nicht nur über aktuelle Entwicklungen in der flexiblen Verpackungsindustrie, sondern auch über die gemeinsame Arbeit bei Innoform, neue Veranstaltungsformate, digitale Kommunikationswege und die langfristige Weiterentwicklung des Unternehmens. Im Mittelpunkt steht dabei weniger eine einzelne Nachricht aus der Branche, sondern vielmehr die Frage: **Wie muss sich fachlicher Austausch verändern, damit er auch in den kommenden Jahren relevant bleibt?** Denn die Flexpack-Branche verändert sich spürbar. Regulatorische Anforderungen wie [PPWR](https://www.innoform.de/die-wesentlichen-aussagen-der-ppwr-im-ueberblick/), Diskussionen um Papier, Kunststoff, Recyclingfähigkeit, Barriereeigenschaften und Kreislaufwirtschaft treffen auf neue Kommunikationsgewohnheiten. Wissen soll schnell verfügbar, fachlich belastbar und gleichzeitig verständlich aufbereitet sein. Genau an dieser Schnittstelle positioniert sich Innoform zunehmend breiter. > „Wir wollen nicht die Branche besprechen – wir wollen die Branche sprechen lassen.“ Dieser Satz bringt eine zentrale Idee des Gesprächs auf den Punkt: Innoform versteht sich nicht nur als Anbieter von Seminaren, Konferenzen und Fachinformationen, sondern als Plattform für Austausch, Einordnung und gemeinsames Lernen. --- ## Neue Namen, klarere Struktur: Aus Tagungen werden Inno-Formate Ein wichtiger Schritt in der Weiterentwicklung ist die Vereinheitlichung der Veranstaltungsnamen. Aus ehemals eher technisch beschreibenden Titeln entstehen Formate wie **Inno-Pouch**, **Inno-Fiber**, **Inno-Print-Pack**, **Inno-Barrier** oder das seit vielen Jahren etablierte **Inno-Meeting**. Der Gedanke dahinter ist nicht nur Marketing. Die neuen Namen sollen den Markenkern von Innoform klarer sichtbar machen und zugleich Orientierung bieten. Wer sich mit Standbeuteln beschäftigt, findet sich bei Inno-Pouch wieder. Wer Papier, Faserstoffe und beschichtete Papierverpackungen verstehen möchte, ist bei Inno-Fiber richtig. Wer Verpackungsdruck, Druckverfahren, 7C-Druck oder digitale Druckstrategien diskutieren möchte, findet bei Inno-Print-Pack den passenden Rahmen. Wichtig bleibt dabei: Die neue Struktur soll die fachliche Tiefe nicht verwässern. Gerade bei technischen Themen wie Barriereeigenschaften, EVOH-Typen, Bonding Agents, Beschichtungen oder migrationsrelevanten Fragestellungen braucht es klare inhaltliche Profile. Das Ziel ist also eine Balance: **einheitlicher Auftritt, aber klare fachliche Abgrenzung**. --- ## Inno-Pouch: Standbeutel als Zukunftsthema der Wertschöpfungskette Ein besonderes Beispiel für die neue Formatlogik ist **Inno-Pouch**. Die frühere europäische Standbeutelkonferenz bekommt damit nicht nur einen moderneren Namen, sondern auch eine stärkere Einbettung in die gesamte Flexpack-Wertschöpfungskette. Standbeutel sind längst mehr als nur ein Verpackungsformat. Sie verbinden Materialentwicklung, Druck, Kaschierung, Barriere, Siegeltechnik, Pouch-Making, Recyclingfähigkeit und Anwendungskomfort. Damit eignen sie sich ideal, um technische Entwicklungen im Flexpack-Bereich greifbar zu machen. Die kommende Inno-Pouch findet bei HP in Barcelona statt. Der Gastgeberbezug ist dabei bewusst gewählt: Fachveranstaltungen sollen nicht nur in Hotels stattfinden, sondern dort, wo Technologie konkret sichtbar wird. Wenn Teilnehmende eine Digital Pouch Factory erleben können, wird aus Theorie unmittelbare Praxis. Gerade dieser Praxisbezug zieht sich durch viele neue Innoform-Formate: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen nicht nur Vorträge hören, sondern Anlagen, Prozesse, Materialien und Menschen erleben. --- ## Gastgeberformate: Mehr Nähe zur industriellen Realität Ein wiederkehrendes Thema im Gespräch ist die Idee, Fachveranstaltungen stärker mit Gastgeberunternehmen zu verbinden. Beispiele wie Inno-Print-Pack bei Vollmann oder Inno-Fiber bei Felix Schoeller zeigen, wie produktiv solche Formate sein können. Für Gastgeber entstehen Möglichkeiten, Einblicke in Technologien, Strategien oder neue Entwicklungen zu geben. Für Teilnehmende entsteht ein anderer Zugang zur Praxis: Werksbesichtigungen, reale Produktionsumgebungen und direkte Gespräche erzeugen eine andere Qualität des Austauschs als klassische Konferenzräume. Dabei geht es nicht darum, Veranstaltungen zu Werbeplattformen einzelner Unternehmen zu machen. Entscheidend ist, dass der Gastgeber ein fachlich relevantes Thema mitbringt: eine neue Technologie, eine strategische Neuausrichtung, eine besondere Anwendung oder ein aktuelles Branchenthema. So entsteht ein Format, das Praxisnähe, fachliche Tiefe und Netzwerkqualität verbindet. --- ## Inno-Fiber: Papier, Faserstoffe und die Realität hinter der „Paperization“ Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs ist **Inno-Fiber**. Das Format widmet sich flexiblen Verpackungen aus Faserstoffen, insbesondere papierbasierten Lösungen. Karsten Schröder beschreibt, dass er zunächst skeptisch war, ob das Thema genügend Resonanz finden würde. Die Veranstaltung zeigte jedoch deutlich: In der Branche besteht großer Bedarf an fundierter Einordnung. Denn Papierverpackungen werden zwar häufig als einfache Alternative zu Kunststoff dargestellt, die technische Realität ist aber deutlich komplexer. Beschichtungen, Barriereeigenschaften, Siegelbarkeit, Recyclingfähigkeit, Kosten und Maschinengängigkeit sind anspruchsvolle Themen. Viele Unternehmen, die jahrzehntelang mit Folien, PP, PE, PA oder Verbunden gearbeitet haben, müssen nun [papierbasierte Materialien](https://www.innoform.de/kunststoffe-in-papierverpackungen-2/) auf bestehenden Anlagen verarbeiten. Gleichzeitig ist oft nicht transparent, welche Beschichtungen eingesetzt werden, wie viele Schichten vorhanden sind, ob [PFAS](https://www.innoform.de/pfas-in-flexiblen-verpackungen-analytische-orientierung-ueber-gesamtfluorbestimmung/) eine Rolle spielen oder welche funktionalen Grenzen bestehen. Inno-Fiber will genau hier ansetzen: nicht ideologisch, sondern technisch. Papier und Kunststoff sollen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Vielmehr geht es darum, Anwendungen kritisch zu prüfen, Potenziale realistisch einzuordnen und lösungsorientiert über Materialkombinationen zu sprechen. --- ## Fachliche Tiefe statt oberflächlicher Branchensprache Ein roter Faden des Gesprächs ist die Abgrenzung zu oberflächlichen Veranstaltungsformaten. Karsten Schröder erinnert an die Ursprünge des Inno-Meetings und an die Idee, technische Entwicklungen aus einer höheren Flughöhe zu betrachten, ohne die fachliche Substanz zu verlieren. Das Inno-Meeting war und ist ein Treffpunkt für strategische und technische Entwicklungen der Flexpack-Branche. Ergänzend dazu entstanden spezialisierte Formate wie die Barrierefolientagung, Drucktagungen oder heutige Formate wie Inno-Barrier und Inno-Print-Pack. Dabei geht es immer wieder um dieselbe Frage: **Wie bringt man technische Tiefe in eine Form, die Menschen gerne aufnehmen?** Die Antwort liegt offenbar in einer Mischung aus Fachlichkeit, Verständlichkeit und Atmosphäre. Innoform-Veranstaltungen sollen technische Themen ernst nehmen, aber nicht unnötig schwer machen. Gespräche, Diskussionen, Praxisbeispiele und ein persönlicher Rahmen gehören ausdrücklich dazu. --- ## Flexpack News, Newsletter und neue digitale Fachkommunikation Neben Veranstaltungen spielen digitale Formate eine immer wichtigere Rolle. Im Gespräch geht es ausführlich um Flexpack News, Newsletter, Podcasts, Audio-Features und KI-gestützte Inhalte. Der Vorteil digitaler Fachkommunikation liegt auf der Hand: Themen können schneller aufgegriffen werden. Während klassische Fachmedien an Produktionszyklen, Drucktermine und feste Seitenumfänge gebunden sind, können Newsletter und Onlineartikel kurzfristig auf aktuelle Entwicklungen reagieren. Gerade bei Themen wie Papier versus Kunststoff, PPWR, Kreislaufwirtschaft oder neuen technischen Lösungen ist diese Geschwindigkeit entscheidend. Die Branche braucht nicht nur rückblickende Berichterstattung, sondern schnelle, fachlich eingeordnete Statusupdates. Innoform hat dafür ein eigenes Newsletter-System entwickelt, das Interessenprofile stärker berücksichtigt. Ziel ist es, Leserinnen und Leser nicht mit allgemeinen Informationen zu überfrachten, sondern relevantere Inhalte zu liefern: passende Seminare, passende Fachartikel, passende Testservice-Informationen oder passende Veranstaltungshinweise. Damit wird der Newsletter nicht nur Versandkanal, sondern Teil einer stärker personalisierten Wissensinfrastruktur. --- ## KI als Werkzeug – aber nicht als Ersatz für Erfahrung Ein besonders spannender Teil des Gesprächs betrifft den Einsatz von KI. Karsten Schröder beschreibt, wie KI-Systeme wie NotebookLM genutzt werden können, um kontrollierte Quellen auszuwerten, wissenschaftliche Studien zusammenzufassen oder daraus sogar Audioformate zu erstellen. Wichtig ist dabei die Betonung auf **kontrollierten Quellen**. KI soll nicht frei spekulieren, sondern vorhandenes Fachwissen strukturieren, verdichten und verständlicher machen. Gerade bei komplexen technischen oder wissenschaftlichen Themen kann das helfen, Inhalte zugänglicher zu machen. Gleichzeitig bleibt klar: KI ersetzt nicht die fachliche Prüfung, Erfahrung und Einordnung durch Menschen. Inhalte müssen kontrolliert, korrigiert und redaktionell bewertet werden. Die menschliche Expertise entscheidet weiterhin, was fachlich belastbar ist und was nicht. In dieser Haltung liegt vermutlich ein realistischer Umgang mit KI: Sie wird weder überschätzt noch abgelehnt. Sie ist ein Werkzeug, das den Zugang zu Wissen erleichtern kann – wenn man es mit Kompetenz und Verantwortung nutzt. --- ## Audio-Features: Fachwissen hörbar machen Neben klassischen Podcasts und KI-generierten Formaten entstehen bei Innoform auch Audio-Features. Diese Formate verbinden kurze O-Töne, Eindrücke von Veranstaltungen und fachliche Einordnung. Sie sollen Zuhörerinnen und Zuhörer gedanklich mit auf Veranstaltungen nehmen – etwa auf dem Weg zur Arbeit, im Auto oder zwischendurch. Das ist mehr als ein zusätzlicher Kanal. Audio kann Nähe erzeugen, Stimmen aus der Branche hörbar machen und Debatten lebendig halten. Ein Beispiel aus dem Gespräch ist die Diskussion um den 7C-Druck. Aus einer Veranstaltung heraus entstand ein Podcast, darauf folgte Feedback aus der Branche, anschließend weitere Gespräche und Perspektiven. So werden Themen nicht als einmalige Meldung behandelt, sondern weiterverfolgt. Unterschiedliche Einschätzungen bekommen Raum. Genau daraus kann fachlicher Fortschritt entstehen. --- ## Die Eisaktion: Ein sympathischer Zugang zu ernsten Themen Auch die Innoform-Eisaktion kommt im Gespräch vor. Auf den ersten Blick wirkt sie spielerisch: Eis am Stiel in individuell bedruckten Standbodenbeuteln. Dahinter steckt jedoch mehr. Der Standbodenbeutel wird zum greifbaren Beispiel für Flexpack-Technologie. Druck, Material, Verarbeitung, Anwendung und Kommunikation kommen in einem Produkt zusammen. Gleichzeitig verbindet die Aktion ein ernstes Branchenthema mit einem einfachen Bild: Bei PPWR, Recycling, Materialfragen und technischen Details kann einem schnell warm werden – da hilft ein kühler Kopf. Die Aktion zeigt, dass Fachkommunikation nicht immer trocken sein muss. Sie darf auch überraschend, nahbar und menschlich sein, solange sie fachlich anschlussfähig bleibt. --- ## Nachfolge als gemeinsamer Entwicklungsprozess Ein persönlicher Schwerpunkt des Gesprächs ist die Zusammenarbeit zwischen Karsten Schröder und Julian Thielen. Beide sprechen offen über Vertrauen, Bauchgefühl und die Idee, Innoform Coaching langfristig weiterzuentwickeln. Karsten Schröder macht deutlich, dass er nicht einfach aufhören möchte. Vielmehr geht es um eine schrittweise Rollenverschiebung, bei der Erfahrung und neue Impulse zusammenkommen. Julian Thielen bringt neue Ideen, Kommunikationsformate und Energie ein, während Karsten Schröder weiterhin Erfahrung, Netzwerk und fachliche Tiefe beisteuert. Diese Form der Nachfolge wirkt nicht wie ein harter Schnitt, sondern wie ein Übergang. Genau das kann für eine fachlich geprägte Marke wie Innoform entscheidend sein. Vertrauen, Kontinuität und Erneuerung müssen zusammenpassen. --- ## Ausblick: Präsenzveranstaltungen, Web-Seminare und Inhouse-Trainings Zum Ende des Gesprächs geht es um kommende Formate. Die Inno-Pouch bei HP in Barcelona, das Inno-Meeting im Februar, eine erneute Inno-Fiber, Inno-Print-Pack sowie weitere Seminar- und Veranstaltungsformate stehen im Fokus. Interessant ist auch die Beobachtung, dass Präsenzveranstaltungen wieder stärker nachgefragt werden. Web-Seminare bleiben relevant, vor allem als Aufzeichnungen, die dann abgerufen werden können, wenn Wissen konkret gebraucht wird. Gleichzeitig wächst offenbar wieder der Wunsch nach persönlicher Begegnung, Austausch und gemeinsamer Vertiefung. Auch Inhouse-Trainings rücken wieder stärker in den Fokus. Themen wie Flexpack-Grundlagen, Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit können direkt in Unternehmen vermittelt werden. Damit erweitert Innoform den Zugang zu Fachwissen: öffentlich, digital, aufgezeichnet, vor Ort oder direkt im Unternehmen. --- ## Fazit: Die Branche braucht Orte für echten fachlichen und persönlichen Austausch Das Gespräch zwischen Julian Thielen und Karsten Schröder zeigt, dass Innoform sich in einer spannenden Phase befindet. Die Marke wird geschärft, Formate werden neu geordnet, digitale Kanäle werden ausgebaut und die Nachfolge wird aktiv gestaltet. Gleichzeitig bleibt der Kern erhalten: technische Tiefe, Branchenverständnis, persönliche Begegnung und der Anspruch, komplexe Sachverhalte verständlich zu machen. Für die Flexpack-Branche ist das wichtiger denn je. Denn viele aktuelle Fragen lassen sich nicht mit Schlagworten beantworten. Papier oder Kunststoff? Recycling oder Produktschutz? KI oder menschliche Expertise? Präsenz oder digital? Die Antwort lautet oft: Es kommt auf die Anwendung, den Kontext und die fachliche Bewertung an. Genau dafür braucht es Formate, die nicht vereinfachen, sondern verständlich machen. Nicht belehren, sondern Austausch ermöglichen. Nicht nur über die Branche sprechen, sondern ihr eine Stimme geben. Und vielleicht ist das die eigentliche Botschaft dieses Gesprächs: **Flexpack-Wissen lebt von Menschen, die bereit sind, ihre Erfahrungen zu teilen – offen, kritisch und mit Freude an der Sache.** ## Häufige Fragen zu dieser Episode Was sind die neuen Inno-Formate von Innoform?Innoform vereinheitlicht seine Veranstaltungsnamen: Aus den bisherigen Tagungen werden Formate wie Inno-Pouch (Standbeutel), Inno-Fiber (papier- und faserbasierte Verpackungen), Inno-Print-Pack (Verpackungsdruck), Inno-Barrier (Barrierefolien) und das etablierte Inno-Meeting. Ziel ist ein einheitlicher Auftritt mit klarer fachlicher Abgrenzung der Themen. Wo findet die nächste Inno-Pouch statt?Die kommende Inno-Pouch findet bei HP in Barcelona statt. Der Gastgeberbezug ist bewusst gewählt: Teilnehmende erleben dort eine Digital Pouch Factory und damit Technologie in der Praxis statt nur im Konferenzraum. Worum geht es bei Inno-Fiber?Inno-Fiber widmet sich flexiblen Verpackungen aus Faserstoffen, insbesondere papierbasierten Lösungen. Das Format ordnet Themen wie Beschichtungen, Barriereeigenschaften, Siegelbarkeit, Recyclingfähigkeit und Maschinengängigkeit technisch ein – ohne Papier und Kunststoff gegeneinander auszuspielen. Wie setzt Innoform künstliche Intelligenz ein?KI-Systeme wie NotebookLM werden genutzt, um kontrollierte Quellen auszuwerten, Studien zusammenzufassen und daraus auch Audioformate zu erstellen. Dabei gilt: KI strukturiert und verdichtet vorhandenes Fachwissen, ersetzt aber nicht die fachliche Prüfung und Einordnung durch Menschen. Wie ist die Nachfolge bei Innoform Coaching geregelt?Karsten Schröder und Julian Thielen gestalten die Nachfolge als schrittweise Rollenverschiebung: Julian Thielen bringt neue Ideen, Kommunikationsformate und Energie ein, während Karsten Schröder weiterhin Erfahrung, Netzwerk und fachliche Tiefe beisteuert – ein Übergang statt eines harten Schnitts. Welche Lernformate bietet Innoform neben Präsenzveranstaltungen?Neben Konferenzen und Seminaren vor Ort gibt es Webseminare (auch als Aufzeichnung), Inhouse-Trainings direkt im Unternehmen sowie digitale Formate wie den personalisierten Newsletter, Podcasts und Audio-Features. ## Weiterführende Links [### Veranstaltungen & Inno-Formate Inno-Meeting, Inno-Pouch, Inno-Fiber, Inno-Print-Pack: alle aktuellen Termine und Formate im Überblick. Termine entdecken →](https://www.innoform-coaching.de/veranstaltungen)[### Individuelle Weiterbildung Vom Webseminar zum modularen Inhouse-Training – wie Flexpack-Wissen direkt ins Unternehmen kommt. Beitrag lesen →](https://inno-talk.de/individuelle-weiterbildung-in-der-flexpack-industrie-vom-webseminar-zum-modularen-inhouse-training/)[### Flexpack aus Papier mit Barriere Chancen, Grenzen und aktuelle Entwicklungen papierbasierter Verpackungen – passend zum Format Inno-Fiber. Beitrag lesen →](https://inno-talk.de/flexpack-aus-papier-mit-barriere-chancen-grenzen-und-aktuelle-entwicklungen/) ## Keine Folge mehr verpassen! Abonnieren sie jetzt den [Innoform-Podcast](https://inno-talk.de/podcast/) auf ihrer Lieblings-Plattform und erhalten sie neue Episoden automatisch. [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) Transkript (automatisch erstellt) [KJ\_korrigiertes\_Transkript\_Julian\_Thielen\_Karsten\_Schroeder](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/KJ_korrigiertes_Transkript_Julian_Thielen_Karsten_Schroeder.pdf)[Herunterladen](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/KJ_korrigiertes_Transkript_Julian_Thielen_Karsten_Schroeder.pdf) **Kategorien:** Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten **Schlagwörter:** Julian Thielen --- ### [Extrusion, orientation and recycled materials](https://inno-talk.de/en/extrusion-orientation-and-recycled-materials/) **Published:** Mai 18, 2026 **Author:** Mo Marie Schröder **Content:** ## Reinventing the flexpack industry A conversation with Heiko Schenk about technology, sustainability, and market shifts. *Die flexible Verpackungsindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Nachhaltigkeitsanforderungen, volatile Rohstoffmärkte und enorme technologische Fortschritte verändern gleichermaßen Materialien, Prozesse und Machtverhältnisse entlang der Wertschöpfungskette.* **In a recent Innoform interview, Julian Thielen spoke with Heiko Schenk—polymer chemist, long-standing industry expert, and consultant—about these precise changes, covering everything from modern extrusion technology and orientation processes to the current role of recycled materials.** --- ## From polymer chemist to strategic consultant Heiko Schenk has more than three decades of industry experience. After joining DuPont in the late 1980s, he worked there until the merger with Dow – with a clear focus on polymers, adhesion promoters, peel solutions and technical applications. **The common thread throughout his career is defined by:** - **in-depth expertise in materials and processes**, - **Project management across global value chains** (including work with consumer goods companies such as Unilever and Kraft), - **close collaboration with leading extrusion machine manufacturers**. He has been running his own consultancy since 2022. His work is now based on three pillars: investment advice for extrusion systems, international project management, and **training – particularly in-house** – tailored to specific companies and applications. It is precisely these in-house formats that allow for a level of openness that is often not achievable in mixed training groups. --- ## Extrusion today: much more than just blown film For a long time, extrusion was largely equated with blown film. But that view no longer holds true today. Alongside **blown and cast films**, **orientation technologies** are playing an increasingly central role. Heiko Schenk identifies three relevant procedures: - **Tenterframe process** (traditional, e.g. Bruckner), - **MDO (Machine Direction Orientation)**, now available inline for both blown and cast films, - **Triple-Bubble**, which is already in successful use outside the German-speaking world, with several hundred systems installed. It is precisely these processes that open up new ways of **selectively orienting polyethylene films** – a fundamental prerequisite for high-performance single-material solutions. --- ## Sustainability: Déjà vu under new circumstances The current debate on sustainability strongly reminds Heiko Schenk of the early 1990s: back then, also, plastic packaging was seen as a problem, and public pressure was intense. The difference compared to today: - The regulation applies **across Europe and worldwide**, - the **investment volumes are significantly higher**, - the **technological tools are considerably more powerful**. **However, one well-established principle has been confirmed: Reducing weight works.** Over the decades, films have become consistently thinner – whilst delivering better performance. Stretch films are a striking example of this: today, they require less than a third of the amount of material used in the past. At the same time, flexible plastics began to replace glass and metal – for example, with the rise of stand-up pouches. --- ## New power dynamics in the value chain One change that is often underestimated concerns the **decision-making structures** in the market. These days, demands no longer come primarily from brand owners, but increasingly from the **retail sector**. Major retail groups such as the Schwarz Group (Lidl, Kaufland) now have **their own packaging expertise** – a marked difference from 30 years ago. This has a significant influence on the choice of materials, recyclability and design decisions. --- ## Orientation of polyethylene: the key to monomaterials One of the technological breakthroughs of recent years has been the **orientation of polyethylene films**. Since K 2019, it has become clear that: Using suitable processes, it is now possible to produce **PE monomaterials** that come close to matching traditional composites in many applications. Examples: - MDO as a substitute for PET outer layers, - Tenterframe and triple-bubble processes for higher densities, - Weight reductions of up to **40%** for cover films – **without any loss of performance**. Triple Bubble also allows for precise control of shrinkage behaviour – from high shrinkage rates down to virtually zero, for example for applications in electric mobility. --- ## Recycled materials: technologically feasible, economically challenging Post-consumer recycled materials (PCR) are nothing new. They have been used successfully in **transport packaging** for years – particularly in the **middle layers** of modern multilayer films. The technological advantage today: - reliable recipes from raw material and machinery manufacturers, - consistent quality, - hardly any in-house development work is required. However, the economic reality remains complex: High quality means higher prices, whilst cheaper recycled materials lead to greater price fluctuations. Success comes to those who **approach technology and business as a single entity** and use materials strategically where tolerances allow. --- ## The raw materials crisis as a catalyst for recycling Geopolitical tensions and production disruptions in the Middle East led to massive price rises in 2026 – affecting both virgin materials and recycled materials. Historical parallels (e.g. the ‘Uri’ winter storm of 2021) show that: Such crises have a long-term impact and often drive prices up for years.Historical parallels (e.g. the ‘Uri’ winter storm of 2021) show that: Such crises have a long-term impact and often drive prices up for years. The recycling sector is currently experiencing a period of exceptional growth: investment is finally on the rise again. At the same time, **Heiko Schenk warns**: Without **reliable political and economic conditions**, Europe risks losing further recycling capacity – whilst countries such as China are strategically focusing on the circular economy and renewable energy. --- ## A quick overview: hype or the future? To conclude the interview, Heiko Schenk explains the key terms: - **Paper packaging:** is set to increase – but this will depend on the application - **Bioplastics:** currently of little practical use without a recycling stream - **Chemical recycling:** essential for food applications - **AI in film production:** already a reality, and continuing to grow - **Yellow bag:** a successful model that works - **Made in China:** a leader in polymers – Europe remains strong in machinery and recycling technologies, but is under threat --- ## Fazit The flexpack industry is not facing its demise, but rather a **realignment**. Technologically, many solutions are available – from oriented PE films to the intelligent use of recycled materials. The key will be to bring together **investment, regulation and technological expertise**. > Or, as becomes clear in the discussion: > What is needed is not panic, but a level-headed, fact-based approach – and the courage to make more consistent use of existing technologies. more info: [The World of Polyethylenes: Which PE for Which Purpose?](https://inno-talk.de/en/the-world-of-polyethylenes-which-pe-for-which-purpose/) [Web Seminar “Sealing Layers and Sealing Properties PE & PP”](https://inno-talk.de/en/web-seminar-sealing-layers-and-sealing-properties-pe-pp/) [1st INNO-Fiber: Paper packaging: Innovation, Regulation and Competition](https://inno-talk.de/en/1st-inno-fiber-paper-packaging-innovation-regulation-and-competition/) ## Further Reading [### The World of Polyethylenes Which PE for which purpose? Fundamentals for mono-material and MDO-PE strategies. Read article →](https://inno-talk.de/en/the-world-of-polyethylenes-which-pe-for-which-purpose/)[### Chemical Recycling: A Reality Check What chemical recycling can deliver today – and where its limits are. Read article →](https://inno-talk.de/en/chemical-recycling-a-reality-check/)[### Interview with Anna Roeb (BVSE) Recycled content quotas are useless if the recyclers disappear – a market perspective. Read article →](https://inno-talk.de/en/recycled-content-quotas-are-useless-if-the-recyclers-disappear-interview-with-anna-roeb-bvse/) **Kategorien:** barrier films, Disposal / Recycling, Film production / Converting, Inno-Talk.eu --- ### [Lebensmittelrechtliche Verantwortung in der Lieferkette](https://inno-talk.de/lebensmittelrechtliche-verantwortung-in-der-lieferkette/) **Published:** Juni 11, 2026 **Author:** Wilma Igelbrink **Content:** ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/06/LFb_Bild-Blog-1024x516.png)**Einblick in das Webseminar mit Heike Schwertke** Im Webseminar **Lebensmittelrechtliche Verantwortung in der Lieferkette** gab Heike Schwertke (Innoform Testservice) einen praxisnahen Überblick über Verantwortlichkeiten, rechtliche Grundlagen und typische Herausforderungen entlang der Lieferkette von Lebensmittelkontaktmaterialien. ## Verantwortung beginnt beim Rohstoff – und endet beim Lebensmittel Die Lieferkette umfasst zahlreiche Akteur:innen – von Stoffherstellern über Verpackungsproduzenten bis hin zu Abpacker:innen und Lebensmittelunternehmen. Dabei gilt klar: **Auf jeder Stufe müssen relevante Informationen weitergegeben werden**, um die Sicherheit des Endprodukts sicherzustellen. ## Rechtlicher Rahmen: Fundament der Konformität Zentrale Grundlage ist die EU-Rahmenverordnung (EG) Nr. 1935/2004. Sie fordert, dass Materialien: - keine gesundheitsgefährdenden Stoffe abgeben - Lebensmittel nicht unzulässig verändern - keine sensorischen Beeinträchtigungen verursachen Ergänzend spielen u. a. die GMP-Verordnung sowie materialspezifische Regelungen wie die Kunststoffverordnung eine zentrale Rolle. ## Konformitätserklärung als zentrales Instrument Ein Kernthema des Webseminars: die **Konformitätserklärung**. Sie dient dem Informationsaustausch innerhalb der Lieferkette und ist Voraussetzung für die Bewertung der Materialeignung. Wichtig dabei: - Jede Stufe erstellt eine eigene Konformitätserklärung - Inhalte müssen klar, verständlich und vollständig sein - Verwendungsbedingungen sind entscheidend für die Bewertung ## Wer trägt die finale Verantwortung? Ein zentraler Punkt aus dem Seminar: **Die Gesamtverantwortung liegt beim Lebensmittelunternehmen**, da dieses nur sichere Lebensmittel in Verkehr bringen darf**.** Während Verpackungshersteller die generelle Eignung bewerten, muss der Abpacker die konkrete Anwendung – inklusive Eintrag aus dem Produktionsprozess und Wechselwirkungen – beurteilen und absichern. ## Typische Fallstricke in der Praxis Aus Sicht der Referentin zeigen sich immer wieder ähnliche Schwachstellen: - unvollständige oder missverständliche Konformitätserklärungen - unzureichende Berücksichtigung von NIAS - fehlende Transparenz bei Lieferantendaten - erhöhte Anforderungen bei Importmaterialien ## Fazit: Informationsqualität entscheidet Die Lebensmittelsicherheit hängt maßgeblich davon ab, wie gut Informationen entlang der Lieferkette bereitgestellt und verstanden werden. **Klare Verantwortlichkeiten, vollständige Dokumentation und ein strukturierter Umgang mit Konformitätsdaten sind entscheidend, um Risiken zu vermeiden.** [Zu passenden Seminaren](https://www.innoform-coaching.de/themen/konformitaet-mit-lebensmittelgesetzen-fuer-verpackungen) [Zu den relevanten Prüfmethoden](https://www.innoform.de/migrationspruefungen/) ## Weiterführende Links [### Lebensmittelrecht in der Flexpack-Praxis Aktuelle rechtliche Anforderungen und ihre praxisnahe Umsetzung in der flexiblen Verpackung. Beitrag lesen →](https://inno-talk.de/lebensmittelrecht-in-der-flexpack-praxis-heute/)[### NIAS in Lebensmittelverpackungen Was bei Analytik und Bewertung nicht beabsichtigt eingebrachter Stoffe wirklich zählt. Beitrag lesen →](https://inno-talk.de/nias-in-lebensmittelverpackungen-was-wirklich-zaehlt-bei-analytik-und-bewertung/)[### Neue EU-Regeln für Lebensmittelkontakt Änderungen der Verordnung (EU) 10/2011 – was für die Konformitätsarbeit jetzt wichtig wird. Zum Fachartikel →](https://www.innoform.de/aenderungen-verordnung-10-2011-durch-verordnung-eu-2026-245/) **Kategorien:** Allgemein, Folienprüfung & Analytik, Lebensmittelrecht, Lebensmittelverpackung, Migration, Wechselwirkungen, Q-Management/ Hygiene **Schlagwörter:** Heike Schwertke, Lebensmittelrecht --- ### [Nachbericht: Webseminar Klebstoffe im Lebensmittelkontakt – rechtssicher anwenden](https://inno-talk.de/nachbericht-webseminar-klebstoffe-im-lebensmittelkontakt-rechtssicher-anwenden/) **Published:** Juli 7, 2026 **Author:** Wilma Igelbrink **Content:** Im Webseminar „**Klebstoffe – konform mit Lebensmittelverpackungen einsetzen**“ mit Andreas Grabitz von FCMExperts wurden die aktuelle Anforderungen, Herausforderungen und Praxisfragen rund um den Einsatz von Klebstoffen im Lebensmittelkontakt diskutiert. --- ### Vielschichtige Anforderungen an Klebstoffe Klebstoffe sind in modernen Lebensmittelverpackungen unverzichtbar – gleichzeitig gehören sie zu den komplexesten Komponenten hinsichtlich der rechtlichen Bewertung. Anders als bei vielen Primärmaterialien existieren für sie häufig keine spezifischen, harmonisierten Regelwerke. Im Seminar wurde deutlich: - Die Konformitätsbewertung basiert oft auf einer Kombination aus EU-Rahmenverordnung, nationalen Vorgaben und Branchenempfehlungen. - Migration, insbesondere von nicht-intendierten Stoffen (NIAS), bleibt eine zentrale Herausforderung. - Die Verantwortung liegt entlang der gesamten Lieferkette – von Rohstoffherstellern bis zu Verarbeitern und Inverkehrbringern. --- ### Schnittstelle zwischen Technik und Recht Ein zentrales Thema war die enge Verzahnung von formalen Anforderungen und praktischer Umsetzung. Die Diskussion zeigte, dass technische Entscheidungen – etwa bei Klebstoffsystemen oder Schichtaufbauten – unmittelbare Auswirkungen auf die rechtliche Bewertung haben. Teilnehmende erhielten Einblicke, wie: - Konformitätserklärungen korrekt erstellt und geprüft werden, - relevante Prüfszenarien definiert werden, - und Risiken systematisch bewertet werden können. Gerade im Bereich Mehrschichtsysteme wurde deutlich, wie wichtig ein fundiertes Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Materialien ist. --- ### Fazit: Komplexität erfordert Fachwissen Das Webseminar zeigte einmal mehr, dass der sichere Einsatz von Klebstoffen im Lebensmittelkontakt ein tiefes Verständnis sowohl regulatorischer als auch technischer Aspekte erfordert. Für Unternehmen bedeutet dies: - Frühzeitige Einbindung von Fachwissen in der Produktentwicklung - Enge Zusammenarbeit entlang der Lieferkette - Kontinuierliche Weiterbildung zu aktuellen rechtlichen Entwicklungen --- ### Ihr Mehrwert mit Innoform Mit Formaten wie diesem bietet Innoform praxisnahe Orientierung in einem anspruchsvollen regulatorischen Umfeld. 👉 Sie möchten beim nächsten Termin dabei sein oder ein ähnliches Thema vertiefen? Dann bleiben Sie über unsere Seminarangebote auf dem Laufenden – wir unterstützen Sie gern dabei, aktuelle Anforderungen sicher umzusetzen. [### Aufzeichnung ansehen Das komplette Webseminar mit Andreas Grabitz (FCMExperts) on demand. Jetzt ansehen →](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/lebensmittelrecht-klebstoffe-konform-in-lebensmittelverpackungen-einsetzen--2026)[### Passende Seminare Seminare und Webseminare zu Lebensmittelrecht und Konformität von Verpackungen. Themen entdecken →](https://www.innoform-coaching.de/themen/konformitaet-mit-lebensmittelgesetzen-fuer-verpackungen)[### Migrationsprüfungen Gesamtmigration, spezifische Migration und NIAS-Screening im Innoform Testservice. Zum Labor →](https://www.innoform.de/migrationspruefungen/) **Kategorien:** Allgemein --- ### [PFAS in Verpackungen: Regulierung und Messmethoden – was jetzt zu tun ist](https://inno-talk.de/pfas-in-verpackungen-regulierung-und-messmethoden-was-jetzt-zu-tun-ist/) **Published:** Mai 26, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## PFAS-Regulierung: Anspruch trifft Realität Ab dem **12. August 2026** gelten neue Grenzwerte für PFAS in Lebensmittelverpackungen: - 25 ppb für Einzelstoffe - 250 ppb für die Summe - 50 ppm für Gesamt-PFAS Diese Anforderungen sind ambitioniert – und stellen viele Unternehmen vor praktische Herausforderungen. Dr. Ernst Simon (Flexible Packaging Europe) ordnet die Situation im InnoTalk so ein: > „Die PFAS-Regulierung für Lebensmittelverpackungen in der PPWR ist ein Schnellschuss.“ Seine Kritik richtet sich vor allem gegen die Umsetzungsgeschwindigkeit. Parallel zur PPWR läuft eine umfassende PFAS-Beschränkung im Rahmen von REACH, die deutlich breiter angelegt ist und langfristiger entwickelt wird. Die PPWR hingegen greift kurzfristig in einen konkreten Marktbereich ein. Das zentrale Problem: - Es fehlen **harmonisierte Prüfmethoden** - Leitfäden sind **uneinheitlich und in Bewegung** - **Testkapazitäten** sind begrenzt Damit stehen Unternehmen vor einer anspruchsvollen Situation: klare Grenzwerte – aber keine eindeutig standardisierte Prüfpraxis. --- ## Analytik im Realitätscheck: Was heute schön möglich und nötig ist Während Ernst Simon die regulatorischen Spannungsfelder beschreibt, zeigt Dr. Tim Schlüter (Innoform Testservice), wie die Industrie praktisch mit dieser Situation umgehen kann. Seine Kernaussage: > „Das größte Problem ist: Es gibt keine harmonisierten Analysemethoden.“ ### Gesamtfluor als pragmatischer Einstieg In der Praxis beginnt die Bewertung häufig mit dem **[Gesamtfluorgehalt (TF)](https://www.innoform.de/pfas-in-flexiblen-verpackungen-analytische-orientierung-ueber-gesamtfluorbestimmung/)**. Dieser dient als Screening, um kritische Materialien schnell zu identifizieren. Liegt der Gesamtfluorgehalt unter einem bestimmten Schwellenwert, kann das Material zunächst als unkritisch eingestuft werden. Ist er höher, sind detailliertere Untersuchungen erforderlich. Der Vorteil dieses Ansatzes: - schnelle Orientierung - breite Anwendbarkeit Der Nachteil: Ein niedriger Gesamtwert bedeutet nicht automatisch, dass die strengen ppb-Grenzen eingehalten werden. --- ### Differenzierung: Organisches vs. anorganisches Fluor Um genauer zu werden, unterscheidet die Analytik zwischen: - anorganischem Fluor (z. B. aus Mineralien) - organischem Fluor (inkl. PFAS) ![Innoform Testservice beschreibt prüfmöglichkeiten für PFAS](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild-1.png)Der PFAS-relevante Anteil wird über den organischen Fluoranteil abgeschätzt. Dieser ergibt sich aus der Differenz zwischen Gesamtfluor und anorganischem Fluor. Das Verfahren ist jedoch anspruchsvoll: - Ergebnisse hängen stark von Messbedingungen ab - Reproduzierbarkeit ist entscheidend --- ### Grenzen der aktuell diskutierten Methoden Die im Leitfaden vorgeschlagenen Analysenverfahren sind aus Sicht von Tim Schlüter nicht uneingeschränkt geeignet. ### Abbildung 4: Grenzen der Methodik Insbesondere: - Pyrolyse-GC/MS kann unvollständige Ergebnisse liefern - TOP-Assays sind nicht vollständig kompatibel mit der Logik der PPWR Damit entsteht ein realistisches Bild: Die Analytik liefert heute wertvolle Hinweise – aber keine abschließende Sicherheit. --- ## Praxisfrage aus dem InnoTalk Eine häufig gestellte Zuschauerfrage lautete: **„Muss ich prüfen, wenn ich keine PFAS absichtlich einsetze?“** Die Antwort von Ernst Simon ist klar: - Entscheidend ist der **Gehalt im Material**, nicht die Absicht - Auch unbeabsichtigte Einträge aus Rohstoffen oder Prozessen sind relevant **„Nicht absichtlich zugesetzt“ ersetzt keine Prüfung.** --- ## Was Unternehmen jetzt konkret tun sollten Trotz unklarer Rahmenbedingungen lassen sich klare Handlungsschritte ableiten: ### 1. Risiken systematisch bewerten - Wo entstehen potenzielle PFAS-Einträge? - Welche Materialien sind kritisch? ### 2. Lieferketten einbinden - Informationen zu PFAS aktiv einfordern - Transparenz dokumentieren ### 3. Screening aufbauen - [Einstieg über Gesamtfluor](https://www.innoform.de/neu-pfas-analyse-mittels-gesamtfluorbestimmung/) - schrittweise Vertiefung bei Auffälligkeiten ### 4. Priorisieren statt überanalysieren - Fokus auf bekannte Risikobereiche - pragmatisches Vorgehen statt Vollprüfung --- ## Fazit Die PFAS-Regulierung bringt die Branche in eine Übergangsphase: **klare Ziele – aber noch unklare Wege dorthin.** Die Beiträge von Ernst Simon und Tim Schlüter zeigen jedoch: - Die Herausforderungen sind verstanden - praktikable Ansätze sind vorhanden - ein strukturierter Umgang ist möglich > **Nicht auf perfekte Lösungen warten – sondern Unsicherheit aktiv managen und systematisch handeln.** ### Verwandte Episoden - [PFAS – „Forever Chemicals“ und ihre Bedeutung für Verpackungen](https://inno-talk.de/pfas-forever-chemicals-und-ihre-bedeutung-fuer-verpackungen/) - [Verordnung (EU) 2025/40 (PPWR): PFAS werden strenger geregelt](https://inno-talk.de/ppwr-eu-2025-40-pfas-werden-strenger-geregelt/) - [PPWR, PFAS und Konformitätserklärungen](https://inno-talk.de/ppwr-pfas-und-konformitaetserklaerungen/) **Kategorien:** Inno-Talk, Lebensmittelrecht **Schlagwörter:** Dr. Ernst Simon, Dr. Tim Schlüter, FPE, PFAS --- ### [Rezyklatquoten helfen nichts, wenn die Recycler verschwinden - Interview mit Anna Roeb, BVSE](https://inno-talk.de/rezyklatquoten-helfen-nichts-wenn-die-recycler-verschwinden-interview-mit-anna-robe-bvse/) **Published:** Juli 1, 2026 **Author:** Julian Thielen **Content:** Europa will mehr Recycling. Die PPWR bringt [verbindliche Rezyklateinsatzquoten](https://www.innoform.de/rezyklatpflichten-eu-verpackungsverordnung-ppwr-mindestrezyklatanteile/), Design for Recycling wird zum Standard und kaum eine Nachhaltigkeitsstrategie kommt noch ohne Kreislaufwirtschaft aus. Eigentlich müsste die Stimmung in der Recyclingbranche also hervorragend sein. Sie ist es nicht. Beim Altkunststofftag des BVSE in Bad Neuenahr wurde vielmehr eines deutlich: Während Politik und Industrie ambitionierte Ziele formulieren, kämpfen viele Kunststoffrecycler aktuell ums wirtschaftliche Überleben. Im Gespräch mit **Anna Roeb**, Referentin des Fachverbands Kunststoffrecycling im BVSE, wurde schnell klar: Das eigentliche Problem ist längst nicht mehr der Wille zum Recycling. Es sind die Rahmenbedingungen. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/06/ChatGPT-Image-30.-Juni-2026-13_38_15-1024x682.png)## Die Kreislaufwirtschaft braucht mehr als gute Absichten Der BVSE vertritt überwiegend kleine und mittelständische Recyclingunternehmen. Genau diese Unternehmen sollen künftig die Rohstoffe liefern, mit denen die europäische Verpackungsindustrie ihre gesetzlichen Rezyklateisatzquoten erfüllen soll. Doch genau diese Unternehmen geraten immer stärker unter Druck. Billige Primärkunststoffe und Rezyklate aus Drittstaaten drücken die Preise. Gleichzeitig wächst der bürokratische Aufwand kontinuierlich. Genehmigungen dauern lange, Investitionen werden erschwert und viele Unternehmen verlieren zunehmend Planungssicherheit. Für Anna Roeb ist das eine gefährliche Entwicklung. Denn Recyclingkapazitäten lassen sich nicht einfach wieder einschalten, wenn sie einmal verschwunden sind. > „Kapazitäten baut man nicht von heute auf morgen wieder auf.“ Während Europa über zukünftige Quoten diskutiert, könnten genau die Unternehmen verschwinden, die diese Quoten später erfüllen sollen. ## Deutschland droht seinen Vorsprung zu verlieren Deutschland galt lange als Vorreiter beim Kunststoffrecycling. Heute investieren andere Regionen deutlich aggressiver. Insbesondere China baut seine Recyclingindustrie massiv aus und bringt immer mehr Rezyklate auf den Weltmarkt. Gleichzeitig geraten europäische Recycler immer stärker unter Kostendruck. Für den BVSE stellt sich deshalb eine einfache Frage: Warum schützen wir eine Schlüsselindustrie der Kreislaufwirtschaft nicht stärker? Schließlich geht es dabei längst nicht nur um Umweltpolitik, sondern auch um Versorgungssicherheit, regionale Wertschöpfung und resiliente Lieferketten. ## Flexible Verpackungen stehen vor einer besonderen Herausforderung Für Hersteller flexibler Verpackungen ist die Situation zusätzlich kompliziert. [Mechanisch recycelte Polyolefine](https://www.innoform.de/auswirkungen-der-eu-verordnung-2022-1616-auf-flexible-verpackungen/) sind für viele Lebensmittelanwendungen heute noch nicht verfügbar. Gleichzeitig verlangen Markenartikler möglichst transparente und optisch makellose Folien. Genau hier beginnt jedoch das Problem. Großflächige Bedruckungen, Farben und Additive erschweren das mechanische Recycling erheblich. Während des Recyclingprozesses entstehen Verfärbungen oder kleine Einschlüsse, die sich später im Rezyklat bemerkbar machen. Für Anna Roeb ist deshalb klar: Der wichtigste Hebel liegt bereits am Anfang der Wertschöpfungskette. Nicht beim Recycler. Sondern beim Verpackungsdesign. Design for Recycling entscheidet heute darüber, welche Rohstoffe morgen überhaupt wieder genutzt werden können. ## Chemisches Recycling bleibt Hoffnungsträger Viele Unternehmen setzen deshalb große Erwartungen in das chemische Recycling. Tatsächlich könnte es künftig dort helfen, wo mechanisches Recycling heute an seine Grenzen stößt – insbesondere bei Lebensmittelverpackungen aus Polyolefinen. Doch noch fehlen zugelassene Verfahren und vor allem industrielle Mengen. Die Technologie entwickelt sich zwar schnell. Der Markt ist jedoch noch nicht so weit, dass sie kurzfristig die Versorgung übernehmen könnte. ## Credits statt Stillstand? Ein spannender Diskussionspunkt auf dem Altkunststofftag waren sogenannte Rezyklat-Credits. Die Idee dahinter: Unternehmen, die bereits heute mehr Rezyklat einsetzen als vorgeschrieben, könnten diese Leistung teilweise an Unternehmen übertragen, die technisch noch keine geeigneten Rezyklate einsetzen können. Für den BVSE wäre ein solches System allerdings nur unter einer Bedingung sinnvoll: Die Materialströme müssen stoffgleich bleiben. Ein LDPE-Hersteller sollte also nicht einfach PP-Credits erwerben können. Nur dann bleibt der ökologische Nutzen erhalten und es entsteht kein reiner Zertifikatehandel ohne tatsächliche Kreislaufwirkung. ## Warum jetzt gehandelt werden muss Besonders interessant fand ich den Gedanken der sogenannten Ansparphase. Unternehmen könnten sich bereits heute eingesetzte Rezyklatmengen später auf die gesetzlichen PPWR-Quoten anrechnen lassen. Das würde endlich einen wirtschaftlichen Anreiz schaffen, nicht bis 2030 zu warten, sondern schon jetzt Lieferketten aufzubauen und Recyclingkapazitäten auszulasten. Denn eines scheint sicher: Sobald die PPWR vollständig greift, wird die Nachfrage nach hochwertigen Rezyklaten deutlich steigen. Die entscheidende Frage lautet nur: Wer produziert diese Mengen dann überhaupt noch? ## Eco-Modulation: Europa zeigt, dass es funktioniert Auch bei den Lizenzgebühren für Verpackungen sieht der BVSE dringenden Handlungsbedarf. Schweden und Frankreich zeigen bereits seit Jahren, dass Eco-Modulation funktioniert. Wer recyclingfähige Verpackungen entwickelt oder Rezyklate einsetzt, zahlt geringere Gebühren. Deutschland diskutiert dieses Instrument dagegen seit Jahren. Die gesetzliche Grundlage existiert. Die konsequente Umsetzung lässt weiter auf sich warten. ## Mein Eindruck Nach diesem Gespräch nehme ich vor allem eines mit: Wir sprechen in der Verpackungsbranche sehr häufig über Recyclingfähigkeit. Vielleicht sprechen wir künftig genauso intensiv über diejenigen, die das Recycling überhaupt möglich machen. Denn ohne wirtschaftlich gesunde Recycler bleiben Design for Recycling, Rezyklateinsatzquoten und Kreislaufwirtschaft am Ende politische Ziele auf dem Papier. Die Infrastruktur dafür entsteht nicht 2030. Sie entscheidet sich genau jetzt. ### Verwandte Episoden - [Chemisches Recycling im Realitätscheck](https://inno-talk.de/chemisches-recycling-im-realitaetscheck/) - [Rezyklate und Recyclingprozesse im Wandel – Materialströme, Qualität und regulatorische Weichenstellungen für Flexpack](https://inno-talk.de/rezyklate-und-recyclingprozesse-im-wandel-materialstroeme-qualitaet-und-regulatorische-weichenstellungen-fuer-flexpack/) - [PPWR: Rezyklatquoten & Mehrweg](https://inno-talk.de/ppwr-rezyklatquoten-mehrweg/) **Kategorien:** Allgemein, Entsorgung / Recycling, Inno-Talk **Schlagwörter:** BVSE --- ### [Mechanische Folienprüfungen im Fokus: Dynamische Verfahren praxisnah erklärt](https://inno-talk.de/mechanische-folienpruefungen-im-fokus-dynamische-verfahren-praxisnah-erklaert/) **Published:** Juli 1, 2026 **Author:** Wilma Igelbrink **Content:** Im Webseminar ***Mechanische Folienprüfungen – Dynamische Verfahren*** erhielten die Teilnehmenden einen fundierten Überblick über die wichtigsten dynamischen Prüfmethoden zur Charakterisierung von Kunststofffolien. Referent *Daniel Wachtendorf* (Innoform Testservice) vermittelte praxisnah, wie sich mechanische Eigenschaften wie Schlagzähigkeit, Durchstoßverhalten und Weiterreißfestigkeit zuverlässig bestimmen lassen – und welche Bedeutung diese Kennwerte für die Anwendung in der Praxis haben. --- ## Warum dynamische Prüfverfahren unverzichtbar sind Im Gegensatz zu statischen Prüfungen simulieren dynamische Verfahren reale Belastungssituationen deutlich besser: kurze, intensive Krafteinwirkungen wie Stöße, Fallbelastungen oder plötzliche Zugbeanspruchungen. Gerade im Bereich flexibler Verpackungen sind diese Einwirkungen entscheidend für die Performance im Alltag – etwa beim Transport, bei der Verarbeitung oder beim Gebrauch durch den Endkunden. --- ## Die wichtigsten Prüfmethoden im Überblick ### 1. Dart-Drop-Test: Schlagfestigkeit zuverlässig bestimmen Ein zentraler Bestandteil des Webseminars war der Dart-Drop-Test. Hierbei wird ein Fallkörper (Dart) aus definierter Höhe auf eine eingespannt Folie fallen gelassen. Ziel ist es, die sogenannte **schädigende Aufprallmasse** zu ermitteln – also die Masse, die in 50 % der Fälle zum Versagen der Folie führt. Wichtige Erkenntnisse aus dem Vortrag: - Prüfung erfolgt typischerweise nach ISO 7765 oder ASTM D1709 - Zwei Verfahren mit unterschiedlichen Fallhöhen (66 cm bzw. 1,5 m) - Besonders relevant für PE-Folien und vergleichbare Anwendungen - Repräsentative Proben und schlupffreie Einspannung sind entscheidend für valide Ergebnisse 👉 Praxisnutzen: Der Dart-Drop-Test ist ein Standardverfahren zur Bewertung der Widerstandsfähigkeit gegen punktuelle Stoßbelastungen, etwa bei Transportverpackungen. --- ### 2. Schlagzugprüfung: Zähigkeit und Sprödigkeit im Fokus Die Schlagzugprüfung erweitert den klassischen Zugversuch um eine dynamische Komponente: Ein Pendelschlag belastet den Probenkörper schlagartig, wodurch sich Aussagen über die **Zähigkeit bzw. Sprödigkeit** des Materials treffen lassen. Besonders wichtig: - Ergebnisse werden als Energieaufnahme pro Fläche angegeben - Unterschiedliche Probenkörperformen beeinflussen die Vergleichbarkeit - Auch Siegelnähte können gezielt untersucht werden - Typische Werte unterscheiden sich stark je nach Materialaufbau (z. B. PET vs. OPA/PE) 👉 Praxisnutzen: Ideal zur Bewertung von Anwendungen mit stoßartiger Belastung, z. B. Fallbeanspruchung von Verpackungen. --- ### 3. Dynamischer Durchstoßversuch: Kraft-Verformungs-Verhalten analysieren Beim dynamischen Durchstoßversuch wird die Folie durch einen Stoßkörper durchdrungen, während Kraft, Verformung und Energie aufgezeichnet werden. Das Verfahren ermöglicht: - detaillierte Kraft-Verformungs-Kurven - Unterscheidung zwischen zähen und spröden Materialien - Prüfungen unter variablen Bedingungen (z. B. Temperatur, Feuchte) - aussagekräftige Ergebnisse auch mit wenigen Probenkörpern 👉 Praxisnutzen: Besonders geeignet für Entwicklungsfragen und detaillierte Materialvergleiche. --- ### 4. Weiterreißwiderstand (Elmendorf): Wie reißt eine Folie weiter? Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der **Elmendorf-Methode**, einem dynamischen Weiterreißversuch. Nach einem definierten Einschnitt wird der Widerstand gegen das Weiterreißen gemessen. Zentrale Aussagen: - Besonders relevant für vorgestanzte oder perforierte Materialien - Liefert wichtige Informationen für Öffnungsverhalten - Hohe Reproduzierbarkeit bei standardisierter Probenvorbereitung - Unterschiede zwischen Materialklassen deutlich sichtbar (z. B. PE vs. PET) 👉 Praxisnutzen: Entscheidend für die Auslegung von leicht zu öffnenden Verpackungen bei gleichzeitig ausreichender Stabilität. --- ## Einblick in die Praxis des Innoform Testservice Neben den Prüfverfahren stellte Daniel Wachtendorf auch die Arbeit des Innoform Testservice vor. Das Labor bearbeitet jährlich rund 2.000 Aufträge – von einfachen Materialprüfungen bis hin zu umfassenden Konformitätsanalysen im Lebensmittelkontaktbereich. Dabei zeigt sich: Mechanische Prüfungen sind ein zentraler Bestandteil bei: - Spezifikationen und Datenblättern - Schadensanalysen und Reklamationen - Vergleichs- und Benchmark-Untersuchungen --- ## Fazit Das Webseminar machte deutlich: Dynamische Prüfverfahren sind essenziell, um reale Belastungssituationen abzubilden und die Leistungsfähigkeit von Folien zuverlässig zu bewerten. Jede Methode liefert dabei spezifische Einblicke – von der Schlagfestigkeit über die Durchstoßresistenz bis hin zum Weiterreißverhalten. Für Hersteller und Verarbeiter bedeutet das: 👉 Die gezielte Auswahl der richtigen Prüfmethoden ist entscheidend für die Entwicklung sicherer, funktionaler und anwenderfreundlicher Verpackungslösungen. --- ## **Wie geht es weiter?** [### Aufzeichnung ansehen Das komplette Webseminar mit Daniel Wachtendorf (Innoform Testservice) on demand. Jetzt ansehen →](https://www.innoform-coaching.de/site/event/detail.php?event_id=2156)[### Passende Seminare Seminare und Webseminare zu Folienprüfung, Spezifikation, Normen & Co. Themen entdecken →](https://www.innoform-coaching.de/themen/folienpruefung-spezifikation-normen-co)[### Mechanische Folienprüfungen Mechanische, werkstoffliche und technologische Eigenschaften im Innoform Testservice. Zum Labor →](https://www.innoform.de/mechanische-eigenschaften/) **Kategorien:** Allgemein, Folienherstellung/Veredelung, Folienprüfung & Analytik, Q-Management/ Hygiene **Schlagwörter:** •, Dart Drop Test Folie •, Dr. Daniel Wachtendorf, Durchstoßtest Folie •, dynamische Prüfverfahren Folien, Folienprüfung Verpackung, mechanische Folienprüfung, Schlagzugprüfung Folien •, Weiterreißwiderstand Elmendorf • --- ### [Druckfarben für Lebensmittelverpackungen: Zwischen Regulierungslücke und steigenden Anforderungen](https://inno-talk.de/druckfarben-fuer-lebensmittelverpackungen-zwischen-regulierungsluecke-und-steigenden-anforderungen/) **Published:** Juni 12, 2026 **Author:** Wilma Igelbrink **Content:** Druckfarben sind aus modernen Lebensmittelverpackungen nicht wegzudenken – und gleichzeitig regulatorisch eines der anspruchsvollsten Themen entlang der Lieferkette. Im Webseminar Druckfarben – **Konformität mit Lebensmittelverpackungen** mit Andreas Grabitz von FCMExperts GmbH wurde deutlich: Wer Verantwortung übernimmt, muss heute komplexe Regelwerke verstehen, bewerten und praktisch umsetzen. ## **Keine spezifische EU-Regelung – aber klare Anforderungen** Ein zentrales Ergebnis: Auf EU-Ebene existiert **keine spezifische Regelung für Druckfarben**. Dennoch sind sie keineswegs „ungeregelt“. Vielmehr greifen übergeordnete Vorschriften: - **Rahmenverordnung (EG) Nr. 1935/2004** - **GMP-Verordnung (EG) Nr. 2023/2006** Diese gelten auch für Druckfarben und definieren drei grundlegende Anforderungen: - Keine Gefährdung der menschlichen Gesundheit - Keine unvertretbare Veränderung der Lebensmittelzusammensetzung - Keine Beeinträchtigung von Geruch oder Geschmack Besonders wichtig: Bewertet wird nicht der Inhaltsstoff selbst, sondern **dessen Migration in das Lebensmittel**. --- ## **Die Schweizer Druckfarbenverordnung als De-facto-Standard** Mangels EU-Regelung hat sich international die **Schweizer Druckfarbenverordnung** etabliert. Sie bietet: - Positivlisten mit bewerteten Substanzen - Grenzwerte (z. B. SML) - Anforderungen an Konformitätserklärungen Viele Marktteilnehmer richten ihre Rezepturen bereits an dieser Verordnung aus – auch außerhalb der Schweiz. Ein interessanter Punkt: Druckfarben sollen laut Schweizer Recht **nicht in direkten Lebensmittelkontakt gelangen** – eine Vorgabe, die in der Praxis nicht immer strikt eingehalten wird. --- ## **Deutsche Druckfarbenverordnung: Kommt – aber nicht ohne Herausforderungen** Deutschland geht einen eigenen Weg: Die **Druckfarbenregelung innerhalb der Bedarfsgegenständeverordnung** befindet sich weiterhin in der Umsetzung und wurde jüngst bis **01.01.2027 verlängert**. Wesentliche Inhalte: - Positivliste für Inhaltsstoffe - Anforderungen an Druckfarben und bedruckte Materialien - Verpflichtung zur NIAS-Bewertung ## **Kritische Punkte aus der Praxis:** - **Unvollständige Stofflisten** trotz langer Übergangsphase - **Große Herausforderungen im UV-Druckbereich** - Strenge Anforderungen für nicht gelistete Substanzen (≤ 0,01 mg/kg) Besonders problematisch: Viele heute eingesetzte Photoinitiatoren sind **nicht gelistet**, obwohl sie toxikologisch als unproblematisch gelten. --- **Verantwortung entlang der Lieferkette** Ein zentrales Fazit aus dem Seminar: Die Verantwortung für die Konformität liegt **nicht beim Druckfarbenhersteller**, sondern beim Anwender bzw. Inverkehrbringer. Druckfarbenlieferanten stellen typischerweise: - Rezepturoffenlegungen (SOC – Statement of Composition) - Angaben zu potenziell migrierenden Stoffen Die eigentliche Bewertung – inklusive: - Worst-Case-Berechnungen - Analytik - Gesamtmigration liegt jedoch beim Verpackungshersteller. --- ## **Typische Risikofaktoren in der Praxis** Das Seminar hat mehrere kritische Themen hervorgehoben, die in der Bewertung oft unterschätzt werden: ### **1. NIAS (nicht absichtlich zugesetzte Stoffe)** - Entstehen z. B. durch Reaktionen oder Abbauprozesse - Müssen bewertet werden (zunehmend verpflichtend) ### **2. Primäre aromatische Amine aus Azopigmenten** - Insbesondere bei Gelb-, Rot- und Orangepigmenten relevant - Teilweise krebserregend → sehr niedrige Grenzwerte ### **3. Set-Off (Abklatsch)** - Migration durch Kontakt von Druckfarbe mit Verpackungsinnenseite - Beispiel: ITX-Skandal mit Milchverpackungen - Auch bei vorhandener Barriere möglich! ### **4. Recycling und Druckfarben** - NC-basierte Druckfarben können die Toxizität von Rezyklaten erhöhen - Zunehmende Bedeutung im Kontext Kreislaufwirtschaft --- ## **Bisphenol-A-Verbot gilt auch für Druckfarben** Ein oft unterschätzter Aspekt: Das **Bisphenol-A-Verbot** betrifft ebenfalls Druckfarben und Lacke. Konsequenzen: - BPA und andere gefährliche Bisphenole dürfen nicht mehr verwendet werden - Konformitätserklärungen müssen erweitert werden - Nachweis über eingesetzte Bisphenole erforderlich Besonders relevant z. B. im UV-Druck oder bei Epoxidharzsystemen. --- ## **Blick nach vorn: Mehr Regulierung, keine Vereinfachung** Ein EU-weites Regelwerk für Druckfarben ist aktuell **nicht kurzfristig zu erwarten**. Der Fokus der EU liegt derzeit auf der Überarbeitung der Rahmenverordnung – Ressourcen für eine eigenständige Druckfarbenregelung fehlen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen: - Mehr Dokumentation - Höhere Transparenz in der Lieferkette - Strengere Bewertung von Migration und NIAS - Integration von Recycling- und Nachhaltigkeitsaspekten --- ## **Fazit** Druckfarben bleiben ein komplexes, aber entscheidendes Thema für die Lebensmittelsicherheit. Unternehmen sollten insbesondere: - Ihre Lieferkette transparent gestalten - Bewertungsprozesse standardisieren - regulatorische Entwicklungen aktiv verfolgen Denn eines ist klar: **Die Verantwortung für die Konformität lässt sich nicht delegieren.** ## **Wie geht es weiter?** [### Aufzeichnung ansehen Das komplette Webseminar mit Andreas Grabitz (FCMExperts) on demand. Jetzt ansehen →](https://www.innoform-coaching.de/site/event/detail.php?event_id=2161)[### Passende Seminare Seminare und Webseminare zu Lebensmittelrecht und Konformität von Verpackungen. Themen entdecken →](https://www.innoform-coaching.de/themen/konformitaet-mit-lebensmittelgesetzen-fuer-verpackungen)[### Migrationsprüfungen Gesamtmigration, spezifische Migration und NIAS-Screening im Innoform Testservice. Zum Labor →](https://www.innoform.de/migrationspruefungen/) ### Verwandte Episoden - [7C-Flexodruck in der Praxis](https://inno-talk.de/7c-flexodruck-in-der-praxis/) - [Mineralöl in Verpackungen: Aktueller Stand zu MOSH/MOAH](https://inno-talk.de/mineraloel-in-verpackungen-aktueller-stand-zu-mosh-moah-erkenntnisse-aus-dem-webseminar/) - [Lebensmittelrecht: Einstieg in die rechtlichen Anforderungen](https://inno-talk.de/lebensmittelrecht-einstieg-in-die-rechtlichen-anforderungen/) **Kategorien:** Allgemein, Druckfarben und Klebstoffe, Folienherstellung/Veredelung, Folienprüfung & Analytik, Lebensmittelrecht, Lebensmittelverpackung, Migration, Wechselwirkungen, Q-Management/ Hygiene **Schlagwörter:** Andreas Grabitz, Bisphenol-A, Druckfarben, Druckfarbenverordnung, Lebensmittelrecht, NIAS --- ### [Chemisches Recycling im Realitätscheck](https://inno-talk.de/chemisches-recycling-im-realitaetscheck/) **Published:** Juni 19, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **Was der [43. Inno‑Talk](https://inno-talk.de/events/INE-06-26/) über Kapazitäten, Grenzen und Chancen wirklich zeigt** Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Aussagen des Inno-Talks zusammen und ordnet sie fachlich ein. Ziel ist es, Chancen und Grenzen für die Praxis der Flexpack-Branche klar herauszuarbeiten. --- ## 1. Einordnung: Ergänzung statt Ersatz Chemisches Recycling wird oft als „Game Changer“ diskutiert, tatsächlich ergänzt es bestehende Systeme. Die Einordnung ist entscheidend, um realistische Strategien für Verpackungsdesign und Materialeinsatz zu entwickeln. Ein zentraler Punkt gleich zu Beginn: Chemisches Recycling ist **kein Ersatz für mechanisches Recycling**, sondern eine **komplementäre Technologie**. Mechanisches Recycling bleibt: - industriell etabliert (seit >50 Jahren) - effizient für sortenreine Ströme - weiterhin technologisch in Entwicklung Chemisches Recycling adressiert dagegen: - stark verschmutzte oder gemischte Abfälle - Multilayer-Strukturen - Anwendungen mit hohen Qualitätsanforderungen (z. B. Food Contact) Für die Praxis bedeutet das: **Die Zukunft ist ein hybrides System – nicht ein technischer Paradigmenwechsel.** --- ## 2. Kapazitäten: Der aktuelle Stand wird oft überschätzt Die öffentliche Wahrnehmung suggeriert häufig einen schnellen Hochlauf chemischer Recyclingkapazitäten. Die real verfügbaren Mengen sind jedoch aktuell noch sehr begrenzt. Die Analyse von Conversio zeigt eine ernüchternde Realität: - Gesamt-Recycling in Deutschland: ca. **2,5 Mio. t Kunststoff** - Anteil chemisches Recycling (2024): **nur ~0,4 %** Selbst wenn einzelne neue Anlagen große Fortschritte bringen (z. B. +25 kt durch eine Anlage), bleibt das Niveau insgesamt niedrig. Viele Marktteilnehmer überschätzen die heute verfügbare Menge erheblich. --- ## 3. Technologische Realität: Pyrolyse dominiert Aus technischer Sicht hat sich bislang keine große Vielfalt im industriellen Maßstab etabliert. Vielmehr kristallisiert sich eine dominante Technologie heraus. Im industriellen Maßstab ist aktuell vor allem relevant: - **Pyrolyse (inkl. „Oiling“) → dominierende Technologie** - Gasifikation → überwiegend im Forschungsstadium - Solvolyse → nur für bestimmte Polymere (nicht PO) geeignet Typische Prozesskette: 1. Vorsortierung & Aufbereitung 2. Pyrolyse (~600 °C) 3. Pyrolyseöl 4. Aufbereitung (Hydrotreating) 5. Steamcracker → Ethylen/Propylen 6. Polymerisation → „virgin-like“ Material **Am Ende entstehen chemisch identische Polymere** – daher geeignet für [Food Contact](https://www.innoform.de/auswirkungen-der-eu-verordnung-2022-1616-auf-flexible-verpackungen/). --- ## 4. Der unterschätzte Faktor: Prozessverluste Die Effizienz chemischer Recyclingprozesse wird in der Diskussion oft überschätzt. Tatsächlich treten entlang der Prozesskette erhebliche Stoff- und Energieverluste auf. Ein besonders wichtiger fachlicher Aspekt aus dem Talk: - Typische Ausbeute (Beispielrechnung): - Input: 170 kt - Output (relevanter Rezyklatanteil): ~77 kt Gründe: - Energiebedarf (Pyrolysegas wird verbrannt) - Verluste im Upgrading - Verluste im Steamcracker **Chemisches Recycling ist kein „100 % Kreislauf“ – sondern mit erheblichen Stoffverlusten verbunden.** Das ist entscheidend für: - CO₂-Bilanzen - Wirtschaftlichkeit - regulatorische Anrechnung --- ## 5. PPWR und Rezyklatlücke: Das eigentliche Problem Die [regulatorischen Vorgaben (PPWR-Mindestrezyklatanteile)](https://www.innoform.de/rezyklatpflichten-eu-verpackungsverordnung-ppwr-mindestrezyklatanteile/) treiben den Bedarf nach Rezyklaten stark an. Gleichzeitig zeigt sich, dass die verfügbaren Mengen mittelfristig nicht ausreichen werden. Die wohl wichtigste Erkenntnis des gesamten Inno-Talks: ### Bedarf (nur Deutschland): - ~157 kt Food-Grade Rezyklat (Non-PET, 2030) ### Erwartbares Angebot (realistisches Szenario): - ~77 kt Ergebnis: **nur ca. 50 % Deckung** Selbst im optimistischen Szenario bleibt eine Lücke. Übertragen auf Europa: - Bedarf: ~640 kt - strukturelle Unterdeckung wahrscheinlich --- ## 6. Konsequenzen für die Praxis in der Flexpack-Industrie Für Verpackungsentwickler und Markenartikler ergeben sich daraus direkte strategische Implikationen. Besonders relevant sind Designentscheidungen und Materialwahl. ### 6.1 Design bleibt entscheidend Auch mit chemischem Recycling bleibt die Qualität des Ausgangsmaterials ein limitierender Faktor. Gute Designentscheidungen verbessern sowohl mechanisches als auch chemisches Recycling. Chemisches Recycling ersetzt **kein gutes Verpackungsdesign**: - Störstoffe (PVC, PVdC) kritisch - Sauerstoffhaltige Polymere → geringere Ausbeute - Metall/Papier → Prozessverluste „Garbage in – garbage out“ gilt weiterhin. --- ### 6.2 Mass Balance bleibt der Schlüssel Die Rückverfolgbarkeit chemisch recycelter Anteile ist technisch nicht physisch möglich. Deshalb kommt der bilanziellen Zuordnung eine zentrale Rolle zu. Da das Material im Steamcracker gemischt wird: - physische Rückverfolgung nicht möglich - Zuweisung über **Mass Balance (z. B. ISCC+)** Regulatorisch: - für PET bereits anerkannt (SUPD) - für PPWR: final noch nicht vollständig definiert, aber absehbar → Hier besteht weiterhin Unsicherheit – ein kritischer Punkt für Ihre Kundenberatung. --- ### 6.3 Wirtschaftlichkeit: Marktmechanismen greifen noch nicht Die ökonomische Realität bleibt aktuell eine wesentliche Hürde für die breite Einführung. Ohne regulatorische oder finanzielle Anreize entsteht kaum Marktdynamik. Typische Situation: - chemisch recycelte Polymere = **Preisaufschlag** - Nachfrage vorhanden, aber: - Markenartikler zögerlich - fehlende Zahlungsbereitschaft Gegenmaßnahmen: - EPR-Anreize (z. B. ~200 €/t in einzelnen Ländern) - regulatorischer Druck (PPWR) - Image- & ESG-Treiber --- ## 7. Industrieller Fortschritt: Beispiel SABIC Einige große Industrieakteure treiben die Umsetzung bereits aktiv voran. Diese Beispiele zeigen, dass die Technologie grundsätzlich marktfähig ist. SABIC zeigt den aktuellen industriellen Stand: - Pilot-/Demonstrationsanlagen (~20 kt) - Integration in bestehende Steamcracker (bis >2 Mio. t) - Anwendungen: - Lebensmittelverpackungen (Snackverpackungen, BOPP) - Kosmetik - Medizinprodukte **Technologisch funktioniert das System – die Skalierung ist das Problem.** --- --- ## Fazit Die Diskussion um chemisches Recycling muss stärker faktenbasiert geführt werden. Der Inno‑Talk zeigt klar, wo die Industrie heute tatsächlich steht. Chemisches Recycling ist ein notwendiger Baustein der Kreislaufwirtschaft – aber weit davon entfernt, die Lösung alleine zu sein. Die größten Herausforderungen liegen nicht in der Chemie, sondern in: - Skalierung der Kapazitäten - ökonomischer Umsetzung - regulatorischer Klarheit - und dem Zusammenspiel mit mechanischem Recycling **Wer heute flexibel agiert und beide Welten versteht, wird profitieren.** Jetzt die Aufzeichnung ansehen: ### Weiterführende Artikel - [PPWR, rPP und Supply-Chain-Druck](https://inno-talk.de/ppwr-rpp-und-supply-chain-druck/) - [Papier, Polyolefine und Recycling: Warum Verbunde nicht automatisch ein Problem sein müssen](https://inno-talk.de/papier-polyolefine-und-recycling-warum-verbunde-nicht-automatisch-ein-problem-sein-muessen/) - [Zwischen Messefazit, Regulierung und Rohstoffdruck](https://inno-talk.de/zwischen-messefazit-regulierung-und-rohstoffdruck/) ## Nächste INNO-Talks ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/4/3/bacde47b7686b.jpg)### **Retortable mono-material laminates – Barrier is key** *Friday, 18. September 2026 – Start 13:30* The development of recyclable, high-performance packaging solutions is one of the central challenges facing the flexible packaging industry. In particular, retort applications demand materials that can withstand extreme thermal and mechanical stress while maintaining product safety, shelf life, and quality. Mono-material laminates are widely regarded as a promising pathway toward improved recyclability. However, achieving the necessary barrier properties for sterilization processes remains a critical hurdle. The interplay between oxygen, moisture, and aroma barriers—combined with the impact of retort conditions—requires in-depth material understanding and innovative design strategies. This Inno-Talk brings together industry experts to explore the latest developments in retortable mono-material laminates. The focus is on practical solutions, material innovations, and realistic pathways to combine recyclability with high barrier performance. Participants will gain insights into: – Current material solutions and their limitations – The role of barrier layers and coatings in mono-material structures – Market trends and regulatory drivers shaping future developments Join us for a focused exchange of ideas, experience, and practical approaches to one of the most demanding applications in flexible packaging. ![Julian Thielen](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/1/8/dfc2163832ef6.jpg "Julian Thielen")H ![Sebastian Ritter](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/0/3/f1c1a566dcdad.jpg "Sebastian Ritter") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/bag_time.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-09-26/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/3/1/0/43ac443ae0a09.jpg)### **Flexpack recyclingfähig bedrucken – Zwischen Wunsch und Wirklichkeit** *Friday, 16. October 2026 – Start 13:30* Das Bedrucken flexibler Verpackungen wird zunehmend zur Nachhaltigkeitsübung. Die Druckfarben müssen stabil gegen aggressive Füllgüter, Bewirtung und mechanische Beanspruchung sein. Eine brillante Farbwiedergabe und ein gutes Druckbild sind dabei Pflicht. Die neue Kür heißt, die Recyclingfähigkeit sicherzustellen. Wie das unter anderem mit Polyurethan Druckfarben realisiert wird, besprechen wir in diesem Inno Talk. Welche Hürden es dabei noch zu nehmen gilt, besprechen wir in diesem Inno Talk. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/role_multiple.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-10-26/) **Kategorien:** Entsorgung / Recycling **Schlagwörter:** inno-talk --- ### [Individuelle Weiterbildung in der Flexpack-Industrie – vom Webseminar zum modularen Inhouse-Training](https://inno-talk.de/individuelle-weiterbildung-in-der-flexpack-industrie-vom-webseminar-zum-modularen-inhouse-training/) **Published:** Juni 18, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** In der flexiblen Verpackungsindustrie entwickelt sich die Qualifizierung zunehmend entlang klar strukturierter Lernmodule. Die aktuellen Webinare von Innoform Coaching bilden eine inhaltliche Grundlage, die in Inhouse-Schulungen systematisch vertieft und auf die spezifischen Anforderungen des jeweiligen Unternehmens übertragen wird. Während Webseminare kompakte und thematisch fokussierte Wissenseinheiten vermitteln, bieten Inhouse-Seminare die Möglichkeit, diese Inhalte anhand konkreter Materialien, Prozesse und Produkte im Unternehmen zu verankern. Mit diesem Konzept INNOin garantieren wir hohe Qualitätsstandards und große Detailtiefe sowohl online als auch vor Ort. ### Das Wichtigste in Kürze - **INNOin** überführt standardisierte Webseminar-Inhalte in modulare Inhouse-Trainings – online oder vor Ort im Unternehmen. - Die **Module 1–5** bilden einen durchgängigen Lernpfad entlang der Wertschöpfungskette: Grundlagen, Folienherstellung, PE-Materialauswahl, Siegeltechnik sowie Monomaterial & Recycling. - Logik der Qualifizierung: **Webseminar** = Einzelthema verstehen, **Modul** = Zusammenhänge erkennen, **Inhouse-Training** = Anwendung im Unternehmen. - Der Fokus liegt auf der praxisnahen Übertragung bestehenden Fachwissens auf die eigenen Materialien, Prozesse und Produkte – nicht auf neuen Inhalten. ## Struktur der Wissensvermittlung: Vom Einzelthema zum modularen System Die Webseminare decken zentrale Themenbereiche wie Materialkunde, Verarbeitung, Recyclingfähigkeit und regulatorische Anforderungen ab. Diese Inhalte werden in den Inhouse-Seminaren in einer modularen Systematik gebündelt und aufeinander aufgebaut. Die Module 1 bis 5 bilden dabei einen typischen Lernpfad entlang der Wertschöpfungskette flexibler Verpackungen – von den Grundlagen bis zu aktuellen Anforderungen an Kreislauffähigkeit. ## Modul 1: Grundlagen der Kunststoffverpackungen **Inhalte:** - Grundlagen der Polymerchemie - Klassifizierung von Packstoffen - Zusammenhang zwischen Materialstruktur und Funktion Dieses Modul entspricht inhaltlich den Einsteiger-Webseminaren zu Folienmaterialien und bietet die Basis für ein einheitliches Verständnis im Team. Im Inhouse-Kontext wird dieser Baustein häufig erweitert durch: - unternehmensspezifische Materialportfolios - Schulung von Quereinsteigern und neuen Mitarbeitenden - gemeinsame Begrifflichkeiten über Abteilungen hinweg ## Modul 2: Folienherstellung und Prozessverständnis - Technologien der Folienextrusion (Blasfolie vs. Cast) - Einfluss von Prozessparametern - Überblick zu Veredelungs- und Kaschierverfahren Die Verbindung zu Webseminaren zeigt sich insbesondere in Themen rund um Produktion und Prozessoptimierung. In Inhouse-Seminaren steht typischerweise im Fokus: - konkrete Produktionsanlagen - Prozessstabilität und Qualitätssicherung - Wechselwirkungen zwischen Material und Prozess ## Modul 3: Die Welt der Polyethylene - Differenzierung von PE-Typen (LDPE, LLDPE, HDPE, mPE) - Bewertung nach Anforderungen wie Siegelverhalten, Transparenz und Festigkeit - Praxisbeispiele aus der Beutelherstellung Dieses Modul ergänzt Webseminare zur Materialkunde um eine anwendungsbezogene Perspektive. Typische Inhouse-Erweiterungen: - Auswahl geeigneter Materialien für bestehende Produkte - Abstimmung zwischen Einkauf, Entwicklung und Produktion - Optimierung bestehender Rezepturen ## Modul 4: Siegelschichten - Einfluss von Zeit, Temperatur und Druck auf den Siegelprozess - Systeme für Peelbarkeit und Dichtigkeit - Fehlervermeidung bei Beutel- und Schlauchverpackungen Dieses Themenfeld findet sich auch in Webseminaren zur Verarbeitung und Abpacktechnik wieder. Im Inhouse-Training wird dies häufig konkretisiert durch: - Analyse realer Siegelprobleme - Abstimmung von Material und Maschineneinstellungen - Optimierung der Verpackungssicherheit ## Modul 5: Einstoffverpackungen - Umstellung von Multilayer- auf Monomaterial-Strukturen - Herausforderungen bei Barriereeigenschaften - Zusammenhang mit regulatorischen Anforderungen (z. B. PPWR) Die in Webseminaren behandelten Themen zu Recyclingfähigkeit und PPWR werden hier in einen praktischen Entwicklungsrahmen überführt. Inhouse-Schwerpunkte sind typischerweise: - Bewertung bestehender Verpackungen - Entwicklung recyclingfähiger Alternativen - Zielkonflikte zwischen Funktion, Kosten und Regulierung ### Modulare Inhouse-Seminare mit INNOin Bringen Sie die Module 1–5 als maßgeschneidertes Inhouse-Training direkt in Ihr Team – online oder vor Ort, mit den Materialien und Prozessen aus Ihrem Unternehmen. [Zur INNOin-Landingpage](https://www.innoform.de/coaching/innoin/) ## Einordnung: Rolle der Webseminare im Qualifizierungssystem Die Webseminare liefern kompakte, klar abgegrenzte Wissensbausteine mit hoher Informationsdichte und standardisierten Inhalten. [unsere aktuellen Webinar-Termine](https://www.innoform-coaching.de/veranstaltungen?showtype=webinar) Die Module 1–5 greifen diese Inhalte auf und strukturieren sie entlang eines durchgängigen Lernkonzepts. Dadurch entsteht ein systematischer Übergang: - **Webseminar → Einzelthema verstehen** - **Modul → Zusammenhänge erkennen** - **Inhouse-Training → Anwendung im Unternehmen** Inhouse-Seminare können besonders wirkungsvoll sein, wenn punktuell Wissen in kleinen, kompakten Einheiten in gewohntem Teamgeist vermittelt werden soll. ## Fazit Die Kombination aus Webseminaren und modularen Inhouse-Seminaren ermöglicht eine durchgängige Kompetenzentwicklung in der flexiblen Verpackungsindustrie. Die Module 1 bis 5 zeigen dabei exemplarisch, wie sich Inhalte aus standardisierten Online-Formaten in strukturierte, praxisorientierte Trainings für Teams überführen lassen – sowohl online als auch vor Ort. Der Fokus liegt dabei nicht auf neuen Inhalten, sondern auf der **konsequenten Übertragung bestehender Fachthemen in konkrete betriebliche Anwendungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette**. ## Häufige Fragen ### Was ist INNOin? INNOin ist das Inhouse-Seminarkonzept von Innoform Coaching. Es überführt die Inhalte standardisierter Webseminare in modulare, auf das jeweilige Unternehmen zugeschnittene Trainings – online oder vor Ort. ### Worin unterscheiden sich Webseminare und Inhouse-Seminare? Webseminare vermitteln kompakte, standardisierte Einzelthemen. Inhouse-Seminare vertiefen diese Inhalte anhand der konkreten Materialien, Prozesse und Produkte des Unternehmens und verankern sie direkt im Team. ### Welche Themen decken die Module 1 bis 5 ab? Die fünf Module folgen der Wertschöpfungskette flexibler Verpackungen: Grundlagen der Kunststoffverpackungen, Folienherstellung und Prozessverständnis, Materialauswahl (Polyethylen), Siegeltechnologie sowie Monomaterial-Strukturen und Recycling. ### Finden die Trainings online oder vor Ort statt? Beides ist möglich. Die modularen Inhouse-Seminare lassen sich online oder vor Ort im Unternehmen durchführen – mit gleichbleibender Qualität und Detailtiefe. ### Verwandte Artikel - [Flexible Food Packaging in Europe: Markt wächst weiter trotz steigender Anforderungen](https://inno-talk.de/flexible-food-packaging-in-europe-markt-waechst-weiter-trotz-steigender-anforderungen/) - [Lebensmittelrecht für Ein- und Aufsteiger](https://inno-talk.de/lebensmittelrecht-fuer-ein-und-aufsteiger/) **Kategorien:** Barrierefolien, Folienherstellung/Veredelung, Lebensmittelverpackung, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** In-House, INNOin --- ### [Between Trade Fair Review, Regulation and Raw Material Pressure](https://inno-talk.de/en/between-trade-fair-review-regulation-and-raw-material-pressure/) **Published:** Juni 12, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## What Is Really Moving the Flexpack Industry Right Now **For many in the packaging industry, early June is a moment to take stock:** What remains of interpack 2026? Where do the PPWR and its national implementation stand? And what do examples like Calbee tell us about the vulnerability of global supply chains? In the latest Inno‑Talk, Julian and Thomas Schmidt discuss exactly these topics – painting a picture of an industry that is under pressure and in motion at the same time: caught between regulatory uncertainty, growing implementation requirements, cost sensitivity and the question of which packaging solutions will remain viable at all in the future. ### Key Takeaways - **interpack 2026** (7–13 May, Düsseldorf): a positive verdict, but more focused visitor behaviour and noticeable cost pressure. - The **PPWR** applies directly in all EU member states from 12 August 2026; the German **VerpackDG** can move forward again after Brussels withdrew its detailed opinion. - **Calbee** is temporarily shipping 14 products in black-and-white packaging – global raw material dependencies reach all the way into packaging design. - **Sustainability** is shifting from debate to company-specific implementation. - **Recyclability:** aluminium laminates remain critical – the key question is: What barrier does the product really need? ## interpack 2026: A Strong Signal – Despite Changing Conditions interpack 2026 took place from **7 to 13 May 2026 in Düsseldorf** and once again sent a clear signal for the international processing and packaging industry. The fair itself speaks of a global industry meeting point spanning the entire value chain. The conversation makes one thing clear: the impression on site was largely positive – even though trade fair behaviour is changing noticeably. Less walk-in traffic, more focused visits, more carefully planned appointments and a new sensitivity to costs and benefits evidently characterise many exhibitors’ presence. The duration of major trade fairs remains an issue. Seven days of exhibiting are a considerable organisational and financial effort for companies with large teams. At the same time, interpack, with its breadth and international relevance, remains a central point of orientation for the industry. The real conclusion is therefore not that leading trade fairs are losing relevance, but rather: **leading trade fairs have to deliver their added value more precisely than they used to.** > **“I believe the industry would do well to stop complaining at some point and prepare for what is simply going to come.”** > – Thomas Schmidt in the Inno‑Talk ## PPWR and VerpackDG: The Time of Waiting Is Over The second major topic of the conversation is regulation. The European **Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR)** applies directly in all member states from **12 August 2026**. In parallel, the German **Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG)** is intended to adapt national responsibilities and enforcement. In spring 2026, however, this legislative process temporarily came under pressure due to objections from the EU Commission and an extended standstill period. At the end of May, the detailed opinion from Brussels was withdrawn, making adoption before the PPWR takes effect fundamentally possible again. In the conversation, what matters is less the legal fine print than the practical consequence: **The industry needs planning certainty – and the ability to move into implementation now.** Many companies have understood by now: the real problem is no longer a lack of information. The problem lies in application. Who counts as a producer? What evidence is required? What data must be reliably available in the future? Where do reporting obligations apply? And which packaging actually qualifies as compliant under which conditions? Small and medium-sized companies in particular face a double challenge. On the one hand, regulatory requirements are rising. On the other hand, many still lack the data basis to meet these requirements properly. One point is therefore made very clearly in the Inno‑Talk: **The PPWR is not just a material or design issue, but above all a data and organisation project.** ## Calbee Shows: Raw Material Crises Suddenly Become Visible How globally interconnected the packaging world has become is shown by the example of the Japanese snack manufacturer **[Calbee](https://www.focus.de/finanzen/news/sparprogramm-bei-snack-hersteller-schwarz-weisse-verpackungen-wegen-iran-krieg_f96ef504-f172-4c2c-8300-53adb5415ad7.html)**. In May 2026, the company announced that it would temporarily ship **14 products in black-and-white packaging only**. The reason was an unstable supply of certain petroleum-based feedstocks for printing inks, especially naphtha, as a result of the tensions around the Middle East and the Strait of Hormuz. Products with reduced colours were due to reach stores from **25 May 2026**. What sounds like a footnote at first is in fact a strong signal. The example makes three things visible: 1. **Printing and packaging have long been global raw material markets.** Even companies that only produce regionally or nationally depend on international supply chains for intermediate products. 2. **In a crisis, packaging design suddenly becomes operational.** When inks, resins or intermediates are missing, design is no longer just branding – it becomes a matter of supply security. 3. **Reduction can create attention.** Especially on a visually overloaded shelf, a radically simplified design can become a differentiator. The conversation draws an interesting conclusion from this: what starts as an emergency measure can also have a marketing effect. A monochrome pack immediately stands out in a colourful environment. For international brands, however, this is far from trivial. Colour worlds, brand integrity and consistency across materials, printing processes and countries are normally highly sensitive issues. This is exactly why Calbee is more than a curiosity. The case shows how quickly geopolitical tensions can reach all the way into the design of individual packs. ## Sustainability: Not Over – But Shifted from Debate to Implementation A particularly interesting part of the conversation concerns the cancelled event **InnoCircle**. The low response is not hastily interpreted as a sign that sustainability has lost relevance. Instead, a more nuanced picture emerges: - Budgets are tighter. - The number of events has risen significantly. - Many companies have “heard a lot” – and now want concrete help with implementation rather than even more input. That is an important distinction. **Sustainability is not off the table. But the topic has changed its character.** The phase of general awareness-building seems to be over in many areas. Now it is about interpretation, prioritisation and implementation within each individual company. This also fits the observation that companies are increasingly bringing **individual consulting** in-house instead of attending yet more general lectures. This is a typical stage of maturity for regulatory topics: as soon as the legal framework becomes more concrete, the need shifts from “What does this mean in general?” to “What exactly does this mean for me?” ## The Technical Core: Where Recyclability Reaches Its Limits Towards the end, the conversation becomes very concrete – and particularly relevant for the flexpack industry. Asked where the biggest hurdles on the road to recyclability lie, the answer is unambiguous: **laminates containing aluminium remain the most critical**, especially in sensitive applications such as coffee or pharma. This is where regulatory pressure, product protection and technical reality collide. High barrier properties are functionally justified in many applications. At the same time, exactly these material combinations are becoming more problematic under future recycling and design-for-recycling requirements. The decisive question is therefore not simply “How do we replace aluminium?” but, more cautiously and more precisely: **What barrier does the product really need – and over what period of time?** In the past, this question was often not asked with full rigour. Much was technically feasible, economically acceptable and sufficient from a regulatory point of view. In the future, that is unlikely to be enough. Brand owners and packaging developers will have to understand their products better: What oxygen barrier is actually required? What water vapour barrier? What minimum shelf life is functionally necessary – and where did historical practice rely on safety margins? This is exactly where a central field of work for the industry will emerge over the coming years: **between material science, product protection, shelf-life requirements and regulation.** ## Conclusion: Less Debate, More Ability to Act This episode makes one thing very clear: the flexpack industry is not facing a single problem, but a whole bundle of interconnected tasks. - Leading trade fairs have to be evaluated under new cost and time constraints. - Regulation calls less for outrage than for robust implementation. - Global raw material dependencies reach all the way into packaging design. - Sustainability remains central, but is becoming more concrete and company-specific. - Technical trade-offs – for example with aluminium laminates – are far from resolved. If you want to sum it all up in one sentence: **The industry is leaving the phase of discussion and entering the phase of decisions.** And that is exactly why what is needed now is not another grand statement of principles, but more clarity in data, specifications, material knowledge and strategy. ## Frequently Asked Questions About This Episode ### When does the PPWR apply? The European Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) applies directly in all EU member states from 12 August 2026. In Germany, the Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG) is intended to regulate national responsibilities and enforcement in parallel. ### What is the verdict on interpack 2026? Largely positive: the leading trade fair (7–13 May 2026 in Düsseldorf) remains the central international industry meeting point. However, trade fair behaviour is changing – less walk-in traffic, more focused visits and a new cost sensitivity characterise exhibitors‘ presence. ### Why is Calbee shipping products in black-and-white packaging? In May 2026, the Japanese snack manufacturer Calbee responded to an unstable supply of petroleum-based feedstocks for printing inks (especially naphtha), caused by tensions around the Strait of Hormuz – 14 products are temporarily appearing in black-and-white packaging only. ### Which types of packaging are most critical for recyclability? Above all, laminates containing aluminium, for example for coffee or pharmaceuticals. The decisive question for brand owners and packaging developers is: What oxygen and water vapour barrier does the product actually need – and for how long? ### Related Articles - [PFAS in Packaging: Regulation and Measurement Methods – What to Do Now](https://inno-talk.de/en/pfas-in-packaging-regulation-and-measurement-methods-what-to-do-now/) - [EPR and Recyclability Assessment: Why Packaging Design Has Become Such an Important Cost Factor](https://inno-talk.de/en/epr-and-recyclability-assessment-why-is-packaging-design-such-an-important-cost-factor-nowadays/) - [Between Consumer Expectations and Regulation: Packaging Design in a Conflict of Objectives](https://inno-talk.de/en/between-consumer-expectations-and-regulation-packaging-design-in-a-conflict-of-o/) **Kategorien:** Disposal / Recycling, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Interpack, PPWR, VerpackDG --- ### [Zwischen Messefazit, Regulierung und Rohstoffdruck](https://inno-talk.de/zwischen-messefazit-regulierung-und-rohstoffdruck/) **Published:** Juni 12, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## Was die Flexpack-Branche jetzt wirklich bewegt **Anfang Juni ist für viele in der Verpackungsbranche der Moment der Einordnung:** Was bleibt von der interpack 2026? Wie ist der Stand bei PPWR und nationaler Umsetzung? Und was sagen Beispiele wie Calbee über die Verwundbarkeit globaler Lieferketten aus? Im aktuellen Inno‑Talk sprechen Julian und Thomas Schmidt über genau diese Themen – und zeichnen ein Bild einer Branche, die sich zugleich unter Druck und in Bewegung befindet: zwischen regulatorischer Unsicherheit, wachsendem Umsetzungszwang, Kostensensibilität und der Frage, welche Verpackungslösungen künftig überhaupt noch tragfähig sind. ### Das Wichtigste in Kürze - **interpack 2026** (7.–13. Mai, Düsseldorf): positives Fazit, aber fokussierteres Messeverhalten und spürbarer Kostendruck. - **PPWR** gilt ab dem 12. August 2026 unmittelbar in allen EU-Mitgliedstaaten; das deutsche **VerpackDG** kann nach Rücknahme der EU-Stellungnahme weiter voranschreiten. - **Calbee** liefert 14 Produkte vorübergehend in Schwarz-Weiß-Verpackungen – globale Rohstoffabhängigkeiten wirken bis ins Verpackungsdesign. - **Nachhaltigkeit** verschiebt sich vom Diskurs in die unternehmensspezifische Umsetzung. - **Recyclingfähigkeit:** Kritisch bleiben Aluverbunde – die Kernfrage lautet: Welche Barriere braucht das Produkt wirklich? ## interpack 2026: starkes Signal – trotz veränderter Rahmenbedingungen Die interpack 2026 fand vom **7. bis 13. Mai 2026 in Düsseldorf** statt und setzte erneut ein deutliches Signal für die internationale Processing- und Packaging-Industrie. Die Messe selbst spricht von einem globalen Branchentreffpunkt über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg. Im Gespräch wird deutlich: Die Wahrnehmung vor Ort war überwiegend positiv – auch wenn sich das Messeverhalten spürbar verändert. Weniger Laufkundschaft, stärker fokussierte Besuche, sorgfältiger geplante Termine und eine neue Sensibilität für Kosten und Nutzen prägen offenbar viele Messeauftritte. Gerade die Dauer großer Leitmessen bleibt dabei ein Thema. Sieben Messetage sind für ausstellende Unternehmen mit großen Teams ein erheblicher organisatorischer und finanzieller Aufwand. Gleichzeitig bleibt die interpack in ihrer Breite und internationalen Relevanz ein zentraler Orientierungspunkt für die Branche. Der eigentliche Befund lautet deshalb nicht: „Leitmessen verlieren an Bedeutung“, sondern eher: **Leitmessen müssen ihren Mehrwert heute präziser einlösen als früher.** > **„Ich glaube, die Industrie tut gut daran, irgendwann das Schimpfen einzustellen und sich auf das vorzubereiten, was nun einfach kommen wird.“** > – Thomas Schmidt im Inno‑Talk ## PPWR und VerpackDG: Die Zeit des Wartens ist vorbei Ein zweites großes Thema des Gesprächs ist die Regulierung. Die europäische **Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR)** gilt ab **12. August 2026** unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Parallel dazu soll das deutsche **Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG)** die nationalen Zuständigkeiten und Vollzugsfragen anpassen. Im Frühjahr 2026 war dieses Gesetzgebungsverfahren jedoch zwischenzeitlich durch Einwände der EU-Kommission und eine verlängerte Stillhaltefrist unter Druck geraten. Ende Mai wurde die ausführliche Stellungnahme aus Brüssel wieder zurückgenommen, womit eine Verabschiedung vor dem Geltungsbeginn der PPWR wieder grundsätzlich möglich wurde. Im Gespräch ist weniger die juristische Feinmechanik entscheidend als die praktische Konsequenz: **Die Branche braucht Planungssicherheit – und sie braucht die Fähigkeit, jetzt in die Umsetzung zu kommen.** Denn viele Unternehmen haben inzwischen verstanden: Das eigentliche Problem ist nicht mehr der Mangel an Informationen. Das Problem liegt in der Anwendung. Wer ist Hersteller? Welche Nachweise werden benötigt? Welche Daten müssen künftig belastbar vorliegen? Wo bestehen Berichtspflichten? Und welche Verpackung gilt unter welchen Bedingungen tatsächlich als konform? Besonders der Mittelstand steht hier vor einer doppelten Herausforderung. Einerseits steigen die regulatorischen Anforderungen. Andererseits fehlt vielerorts noch die Datenbasis, um diese Anforderungen sauber bedienen zu können. Im Inno‑Talk wird deshalb ein Punkt besonders klar benannt: **PPWR ist nicht nur ein Material- oder Design-Thema, sondern vor allem ein Daten- und Organisationsprojekt.** ## Calbee zeigt: Rohstoffkrisen werden auf einmal sichtbar Wie global vernetzt die Verpackungswelt inzwischen ist, zeigt das Beispiel des japanischen Snackherstellers **[Calbee](https://www.focus.de/finanzen/news/sparprogramm-bei-snack-hersteller-schwarz-weisse-verpackungen-wegen-iran-krieg_f96ef504-f172-4c2c-8300-53adb5415ad7.html)**. Das Unternehmen kündigte im Mai 2026 an, **14 Produkte vorübergehend nur noch in Schwarz-Weiß-Verpackungen** auszuliefern. Grund war eine instabile Versorgung mit bestimmten rohölbasierten Vorstoffen für Druckfarben, insbesondere Naphtha, infolge der Spannungen rund um den Nahen Osten und die Straße von Hormus. Produkte mit reduzierter Farbigkeit sollten ab **25. Mai 2026** in den Handel kommen. Was zunächst wie eine Randnotiz klingt, ist in Wahrheit ein starkes Signal. Denn das Beispiel macht dreierlei sichtbar: 1. **Druck und Verpackung sind längst globale Rohstoffmärkte.** Auch Unternehmen, die nur regional oder national produzieren, hängen an internationalen Vorproduktketten. 2. **Verpackungsdesign wird in Krisen plötzlich operativ.** Wenn Farben, Harze oder Vorprodukte fehlen, ist Gestaltung nicht mehr nur Marke, sondern Versorgungssicherung. 3. **Reduktion kann Aufmerksamkeit schaffen.** Gerade in einem visuell überladenen Regal kann eine radikal vereinfachte Gestaltung zum Differenzierungsmerkmal werden. Im Gespräch wird daraus eine interessante Erkenntnis abgeleitet: Was als Notmaßnahme beginnt, kann zugleich ein Marketingeffekt sein. Eine monotone Verpackung fällt in einem bunten Umfeld sofort auf. Doch für internationale Marken ist das nur begrenzt trivial. Denn Farbwelten, Markenintegrität und Konsistenz über Materialien, Druckverfahren und Länder hinweg sind normalerweise hoch sensible Themen. Gerade deshalb ist Calbee mehr als eine Kuriosität. Der Fall zeigt, wie schnell geopolitische Spannungen bis in die Gestaltung einzelner Verpackungen hineinwirken können. ## Nachhaltigkeit: Nicht vorbei – aber vom Diskurs in die Umsetzung verschoben Besonders spannend ist der Teil des Gesprächs, in dem es um die abgesagte Veranstaltung **InnoCircle** geht. Die geringe Resonanz wird dabei nicht vorschnell als Zeichen interpretiert, dass Nachhaltigkeit an Relevanz verloren hätte. Eher entsteht ein differenzierteres Bild: - Budgets sind knapper. - Die Zahl der Veranstaltungen ist deutlich gestiegen. - Viele Unternehmen haben „viel gehört“ – und wollen jetzt nicht noch mehr Input, sondern konkrete Hilfe bei der Umsetzung. Das ist ein wichtiger Unterschied. **Nachhaltigkeit ist nicht vom Tisch. Aber das Thema hat seinen Charakter verändert.** Die Phase des allgemeinen Erkenntnisgewinns scheint in vielen Bereichen vorbei zu sein. Jetzt geht es um Interpretation, Priorisierung und Umsetzung im eigenen Unternehmen. Dazu passt auch die Beobachtung, dass sich Firmen zunehmend **individuelle Beratung** ins Haus holen, statt weitere allgemeine Vorträge zu besuchen. Das ist ein typisches Reifestadium von Regulierungsthemen: Sobald der Rechtsrahmen konkreter wird, verschiebt sich der Bedarf von „Was bedeutet das allgemein?“ hin zu „Was bedeutet das exakt für mich?“ ## Der technische Kern: Wo Recyclingfähigkeit an Grenzen stößt Zum Schluss wird das Gespräch sehr konkret – und damit besonders relevant für die Flexpack-Branche. Auf die Frage, wo die größten Hürden in Richtung Recyclingfähigkeit liegen, fällt die Antwort eindeutig aus: **kritisch bleiben vor allem Verbundlösungen mit Aluminium**, insbesondere in sensiblen Anwendungen wie Kaffee oder Pharma. Hier stoßen regulatorischer Druck, Produktschutz und technische Realität direkt aufeinander. Denn hohe Barriereeigenschaften sind in vielen Anwendungen funktional begründet. Zugleich werden genau diese Materialkombinationen im Rahmen zukünftiger Recycling- und Design-for-Recycling-Anforderungen problematischer. Der entscheidende Punkt lautet deshalb nicht allein: „Wie ersetzen wir Aluminium?“ Sondern vorsichtiger und fachlich präziser: **Welche Barriere braucht das Produkt wirklich – und über welchen Zeitraum?** Diese Frage wurde in der Vergangenheit häufig nicht mit letzter Konsequenz gestellt. Vieles war technisch machbar, wirtschaftlich akzeptabel und regulatorisch ausreichend. Künftig dürfte das nicht mehr reichen. Markenartikler und Verpackungsentwickler werden ihre Produkte besser verstehen müssen: Welche Sauerstoffbarriere ist tatsächlich nötig? Welche Wasserdampfbarriere? Welche Mindesthaltbarkeit ist funktional erforderlich – und wo wurde historisch eher mit Sicherheitsaufschlägen gearbeitet? Genau hier entsteht für die nächsten Jahre ein zentrales Arbeitsfeld der Branche: **zwischen Materialwissenschaft, Produktschutz, Haltbarkeitsanforderung und Regulierung.** ## Fazit: Weniger Debatte, mehr Handlungsfähigkeit Diese Episode macht eines sehr deutlich: Die Flexpack-Industrie steht nicht vor einem einzigen Problem, sondern vor einem ganzen Bündel miteinander verknüpfter Aufgaben. - Leitmessen müssen unter neuen Kosten- und Zeitlogiken bewertet werden. - Regulierung verlangt weniger Empörung als belastbare Umsetzung. - Globale Rohstoffabhängigkeiten wirken bis ins Verpackungsdesign. - Nachhaltigkeit bleibt zentral, wird aber konkreter und unternehmensspezifischer. - Technische Zielkonflikte – etwa bei Aluverbunden – sind noch längst nicht aufgelöst. Wer daraus eine gemeinsame Klammer ableiten will, könnte sagen: **Die Branche verlässt gerade die Phase der Diskussion und betritt die Phase der Entscheidungen.** Und genau deshalb ist jetzt weniger die große Grundsatzrede gefragt, sondern mehr Klarheit in Daten, Spezifikationen, Materialwissen und Strategie. ## Häufige Fragen zu dieser Episode ### Ab wann gilt die PPWR? Die europäische Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) gilt ab dem 12. August 2026 unmittelbar in allen EU-Mitgliedstaaten. In Deutschland soll das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG) parallel die nationalen Zuständigkeiten und Vollzugsfragen regeln. ### Wie fällt das Fazit zur interpack 2026 aus? Überwiegend positiv: Die Leitmesse (7.–13. Mai 2026 in Düsseldorf) bleibt der zentrale internationale Branchentreffpunkt. Das Messeverhalten verändert sich jedoch – weniger Laufkundschaft, stärker fokussierte Besuche und eine neue Kostensensibilität prägen die Messeauftritte. ### Warum liefert Calbee Produkte in Schwarz-Weiß-Verpackungen aus? Der japanische Snackhersteller Calbee reagierte im Mai 2026 auf eine instabile Versorgung mit rohölbasierten Vorprodukten für Druckfarben (insbesondere Naphtha) infolge der Spannungen um die Straße von Hormus – 14 Produkte erscheinen vorübergehend nur in Schwarz-Weiß-Verpackungen. ### Welche Verpackungen sind bei der Recyclingfähigkeit besonders kritisch? Vor allem Verbundlösungen mit Aluminium, etwa bei Kaffee oder Pharma. Die entscheidende Frage für Markenartikler und Verpackungsentwickler lautet: Welche Sauerstoff- und Wasserdampfbarriere braucht das Produkt tatsächlich – und über welchen Zeitraum? ## Keine Folge mehr verpassen! 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[ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) ### Verwandte Episoden - [Europäische Verpackungsmessen im Wandel: Was die Teilnehmerzahlen der letzten 20 Jahre zeigen](https://inno-talk.de/europaeische-verpackungsmessen-im-wandel-was-die-teilnehmerzahlen-der-letzten-20-jahre-zeigen/) - [PPWR und Flexible Verpackungen: Was jetzt auf Hersteller und Verarbeiter zukommt](https://inno-talk.de/ppwr-und-flexible-verpackungen-was-jetzt-auf-hersteller-und-verarbeiter-zukommt/) - [Barrierefolien verstehen: Werkstoffe, Mechanismen und Praxiswissen aus dem Webseminar](https://inno-talk.de/barrierefolien-verstehen-werkstoffe-mechanismen-und-praxiswissen-aus-dem-webseminar/) **Das folgende automatisch erstelltes Transcript kann Fehler enthalten** Flexpack News – wir haben Anfang Juni und es ist wieder im Monat rum und wir sind in der neuesten News-Variante hier bei den Flexpack News. Hier fassen wir ja die wichtigsten Sachen so ein bisschen zusammen und gucken, was heißt das für die Flexpack-Industrie. Und ich bin wieder mal nicht alleine. Ich habe bei mir den Thomas Schmidt. Hi Thomas, willkommen. Hallo Julian, danke dir für die Einladung. Sehr gerne. Du bist ja auch Podcast-Host, wir haben gerade auch schon mal darüber gesprochen. Aber nicht das erste Mal hier als Gast. Trotzdem ja. Wie kommt es, dass wir heute hier zusammen sind? Was bringt dich zum Thema Verpackung? Ich würde sagen, ich bin erblich vorbelastet. Mein Vater ist gelernter Drucker und Schriftsetzer, das heißt, ich bin damit groß geworden, dass beim Einkaufen häufig die Verpackung spannender war als das verpackte Gut und man irgendwie immer im Wagen Sachen drin hatte und dann noch ein paar leere Verpackungen. Dann habe ich BWL studiert und habe das bei einem Anlagen- und Maschinenbauer gemacht und dachte, ich gehe nicht in die gleiche Branche wie mein Vater. Das hat dann nicht funktioniert. Ich bin dann nach dem Studium tatsächlich in der Verpackungsindustrie gelandet und war da 15 Jahre lang tätig – Wellpappe, Faltschachtel, Spezialchemie, also Zulieferindustrie für die Druckindustrie bei der Firma Flint Druckfarben damals. Und jetzt seit 2018 als Headhunter im Verpackungsbereich unterwegs mit klarer Fokussierung rein auf die Verpackungsindustrie und eben, wie du richtig schon gesagt hast, seit 2025 einen eigenen Podcast gestartet, Inside Packaging, auch mit klarer Fokussierung auf Erfolgsgeschichten aus der Verpackungsindustrie. Das heißt, Verpackung begleitet mich eigentlich schon mein ganzes Leben und auch den allerüberwiegenden Teil meines Berufslebens. --- ## interpack 2026 – Eindrücke und Einordnung Ja, wäre die familiäre Vorbelastung, habe ich auch. Mein Vater längste Zeit Einkäufer gewesen bei einem Folienhersteller direkt. Ich wollte kein Einkäufer werden, das wusste ich, und jetzt bin ich meistens auf der vertrieblichen Seite unterwegs. Du warst auch auf der interpack unterwegs, ist ja auch das Thema, mit dem ich eigentlich starten würde. Wir hatten ja jetzt Mitte Mai wieder mal die interpack als das große Event aller Verpackungsbestandteile. Wenn ich so durch die Stände gegangen bin: Es war ruhiger, glaube ich, in den Hallen, aber je länger die Messe ging, desto positiver war das Feedback von den Veranstaltern beziehungsweise von den Ausstellern. Was ist dein Gefühl? Überwiegenden Teil ja. Also ich war selber vier Tage vor Ort. Ich würde sagen, 80–85 % der Menschen, mit denen ich sprechen konnte, haben durchweg ein positives Fazit gezogen. Wohl wissend, dass sich Messeverhalten insgesamt verändert hat. Es gab auch den ein oder anderen, für den die interpack vielleicht in ihrer Breite dann zu breit war, der sich mehr branchenspezifische Besucher gewünscht hätte und der sich zukünftig stärker auf spezialisierte Messen ausrichten wird. Aber alles in allem haben ganz viele ein wirklich positives Fazit gezogen. Wie stehst du zur Dauer? Ich finde sieben Tage schon viel. Ich glaube, das Wochenende haben viele als sehr ruhig angesehen, deswegen ist es durchaus eine Überlegung wert, ob das Wochenende dabei sein muss. Ich würde einer etwas noch kürzeren Dauer offen gegenüberstehen, aber ich fand die sieben Tage durchaus okay. Ich glaube, es ist immer eine Abwägung: Kosten und Nutzen. Gerade wenn man mit 40–50 Leuten auf der Messe ist, ist das ein erheblicher Kostenblock. Deshalb wird das zunehmend hinterfragt. --- ## Regulierung – Verpackungsdurchführungsgesetz und PPWR Gehen wir doch mal zu den eigentlichen Themen. Wir haben im Wesentlichen zwei große Themen. Das erste wird das Verpackungsdurchführungsgesetz und das Hin und Her dazu. Da war es im Mai die Meldung aus Brüssel, dass das deutsche Verpackungsdurchführungsgesetz, welches im Wesentlichen die Unterschiede im deutschen Verpackungsgesetz mit denen der PPWR in Einklang bringen soll, geprüft wurde. Es gab zunächst Einwände, eine Stillhaltefrist und eine Untersuchung. Das ist jetzt wohl abgeschlossen, sodass alles wieder Richtung Start geht und das Gesetz starten kann. Jetzt frage ich mich dennoch, ist das jetzt eine positive Meldung oder eher eine Verunsicherung für alle Marktteilnehmer? Also persönlich glaube ich, was wichtig ist, ist, dass man Planungssicherheit hat. Dass man genau weiß, was kommt und wann es kommt. Und ich finde, an vielen Stellen mangelt es ein bisschen daran. Jeder weiß, da kommt etwas, aber keiner weiß genau, was und wann. Ich glaube, PPWR kommt, die Umsetzung kommt, aber nicht jeder wird alles gut finden. Und man darf schon die Frage stellen, ob wir es nicht manchmal sehr gut gemeint, aber nicht ganz so gut gemacht haben – Stichwort Gold Plating. Aber am Ende ist entscheidend, dass man ins Handeln kommt. --- ## Umsetzung und Daten – vom Wissen zur Praxis Ich glaube auch in der Industrie tun wir gut daran, irgendwann das Schimpfen einzustellen und uns auf das vorzubereiten, was nun einfach kommen wird. Manche sind schon im Handeln, andere sind noch im Beschwerdemodus. Ich glaube, wir sind alle gut beraten, uns auf das vorzubereiten, was kommen wird. Und das beginnt mit dem Thema Daten. Viele stellen fest, dass die Datenbasis, die sie brauchen, gar nicht so vorhanden ist. Gerade im Mittelstand ist Datenqualität ein großes Thema. Ich glaube, da gibt es viele Hausaufgaben zu tun und es ist besser, vorbereitet zu sein, auch wenn man etwas am Ende vielleicht nicht braucht, als umgekehrt. --- ## Rohstoffknappheit und Praxisbeispiel Calbee Gehen wir ins nächste Thema, Rohstoffknappheit. Ein Beispiel: der asiatische Hersteller Calbee hat aufgrund von Rohstoffknappheit seine Farbpalette auf Schwarz-Weiß-Druck umgestellt. Man kennt die Märkte, alles ist sehr bunt, und dann steht plötzlich eine schwarz-weiße Verpackung im Regal. Ist das nicht gleichzeitig ein Herausstellungsmerkmal? Ja, ich glaube, das war zumindest ein sehr guter Marketingeffekt. Diese Verpackungen fallen sofort auf. Ich konnte nicht final durchschauen, ob das vorsorglich oder akut war, aber klar ist: Rohstoffengpässe bei Druckfarben haben zu dieser Entscheidung geführt. Wenn man Farbe herausnimmt, ist das deutlich einfacher als hinzuzufügen. Denn globale Marken haben enorme Anforderungen an Farbkonstanz. Das Beispiel zeigt: Verpackung und Druck sind globale Märkte. Selbst wenn man lokal produziert, hängt man an globalen Rohstoffen. --- ## Nachhaltigkeit und technische Herausforderungen Wir hatten eine eigene Veranstaltung geplant, die InnoCircle, die wir aufgrund geringer Teilnahme absagen mussten. Da stellt sich die Frage: Ist Nachhaltigkeit vorbei? Ich glaube nein. Aber Budgets sind knapper, die Veranstaltungslage ist dichter, und viele haben das Gefühl, sie haben genug gehört. Das Problem ist weniger Erkenntnis als Umsetzung. Viele Unternehmen holen sich jetzt gezielt Beratung und schauen individuell, was sie tun müssen. Technisch gesehen bleiben vor allem Alu-Verbundlösungen kritisch – etwa bei Kaffee oder Pharma. Die große Frage ist: Brauche ich diese Barriere wirklich in dem Umfang? Oder kann ich Anforderungen reduzieren, etwa von drei Jahren Haltbarkeit auf kürzere Zeiträume? Das wird eine entscheidende Diskussion. --- ## Fazit und Abschluss des Gesprächs Viele Themen kommen zusammen: Regulierung, Rohstoffe, Nachhaltigkeit, Kosten. Die Branche muss jetzt vom Reden ins Handeln kommen. Thomas, ich danke dir vielmals. War ein gutes Gespräch. Danke dir. Wir bleiben in Kontakt. Alles Gute. So machen wir es. Danke, tschüss. **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** FLEXPACK.NEWS, Thomaas_Schmidt --- ### [Papier gewinnt – getrieben durch Regulierung und Erwartungshaltung](https://inno-talk.de/papier-gewinnt-getrieben-durch-regulierung-und-erwartungshaltung/) **Published:** Mai 25, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Die Analysen von Matthias Giebel zeigen eine **nachweisliche Zunahme von Papierverpackungen**, mit weiterem Wachstumspotenzial bis 2030. Neben Konsumentenpräferenzen spielen vor allem **regulatorische Entwicklungen**, insbesondere die **PPWR**, eine zentrale Rolle. Diese schafft im Vergleich zwischen Papier und Kunststoff zusätzliche Anreize zugunsten papierbasierter Lösungen.* *Gleichzeitig wurde klar: Auch Papier ist kein Selbstläufer. Zwar profitiert es von einer gut etablierten Recyclinginfrastruktur, hat aber ebenfalls Herausforderungen – etwa bei der tatsächlichen Recyclingfähigkeit komplexer Anwendungen. Kunststoffe hingegen kämpfen europaweit vor allem mit einer uneinheitlichen Infrastruktur. Genau daraus entsteht aktuell ein **Innovationswettbewerb**, in dem die Papierseite derzeit besonders aktiv ist.* ### Anwendungen: Raus aus der Nische – aber nicht ohne Einschränkungen Ein zentrales Ergebnis der Auswertungen: Papierverpackungen finden sich inzwischen **in nahezu allen Branchen**. Besonders stark sind Markteinführungen im Bereich **Süßwaren**, auf die zuletzt rund 30 % der papierbasierten Neuprodukte entfielen. Auch in sensibeleren Bereichen wie Tiefkühlanwendungen gibt es erste Versuche – ob diese sich langfristig bewähren, bleibt offen. Gerade bei Schokolade wurden jedoch auch die Grenzen deutlich: Themen wie **Durchstoßfestigkeit** (z. B. bei Nüssen oder Cerealien) sowie **Produktreste**, die das Papierrecycling stören können, zeigen, dass nicht jede Anwendung trivial umzustellen ist. Deutlich einfacher sind trockene Lebensmittel wie Reis, Nudeln oder viele Müsliprodukte. Hier lassen sich mit vergleichsweise geringem Aufwand papierbasierte Lösungen realisieren – teils sogar mit funktionalen Zusatznutzen. > **„Wir sehen Papierverpackungen inzwischen in nahezu allen Branchen – raus aus der Nische, aber nicht ohne Kompromisse.“** > *Matthias Giebel, INNO‑Fiber 2026* ### Barrieren: Kosten, Maschinengängigkeit und Unsicherheit Als größte Hemmnisse für eine breitere Umsetzung identifizierte der Vortrag drei Faktoren: **Kosten**, **Maschinengängigkeit** und **regulatorische Unsicherheit**. Während Kosten häufig das kurzfristige Argument sind, stellt die Umstellung bestehender Abfüll- und Verpackungslinien eine mittelfristige strategische Aufgabe dar – ähnlich wie früher der Wechsel von Multilayer‑ zu Monolayer‑Kunststoffen. Langfristig könnten Instrumente wie **Eco‑Modulation** Einfluss nehmen, allerdings ist deren Umsetzung auf europäischer Ebene uneinheitlich. Einzelne nationale Lösungen sorgen derzeit eher für zusätzliche Komplexität und Verunsicherung. Der Appell an Markenartikler und Verpackungsunternehmen: nicht nur kurzfristig rechnen, sondern entlang klarer Kriterien planen. ### Drei zentrale Stellschrauben Aus Sicht von Matthias Giebel sollten Unternehmen ihre Entscheidungen konsequent an drei Kernthemen ausrichten: - **Recyclingfähigkeit** - **Recyclinginfrastruktur** - **Rezyklateinsatz bei Kunststoffen** Kosten würden sich – so die Einschätzung – langfristig diesen Anforderungen unterordnen, da es letztlich um **Compliance** gehe und nicht um freiwillige Einzelmaßnahmen. ### Mehr Dialog statt Einzeltests Ein weiteres zentrales Thema war die **Kommunikation entlang der Wertschöpfungskette**. Während Markenartikler vielfach von einer Bevorzugung von Papier durch die PPWR überzeugt sind, nimmt diese Überzeugung bei Konvertern bereits ab – nicht zuletzt aufgrund von Kostendruck. Das führt dazu, dass Projekte trotz erfolgreicher Entwicklung in letzter Minute gestoppt werden. Die Empfehlung: früher in **praktische Versuche** gehen, Erfahrungen sammeln und schrittweise Produktlinien umstellen, statt in endlosen Testschleifen zu verharren. Gleichzeitig braucht es mehr Offenheit im Dialog – zwischen Marken, Verpackungsherstellern und weiteren Akteuren der Kette. ### Fazit: Paperization ist real – aber kein Selbstzweck Der Auftaktvortrag machte deutlich: Paperization ist kein Hype, sondern ein relevanter Entwicklungspfad. Erfolgreich wird sie jedoch nur dort sein, wo technische Machbarkeit, regulatorische Anforderungen und wirtschaftliche Realitäten gemeinsam gedacht werden. Die Diskussion auf der INNO‑Fiber 2026 hat dafür eine fundierte Grundlage geliefert. ### Verwandte Episoden - [Papier oder Plastik](https://inno-talk.de/papier-oder-plastik/) - [Papier oder Plastik (2)](https://inno-talk.de/papier-oder-plastik-2/) - [Papier oder Plastik (3)](https://inno-talk.de/papier-oder-plastik-3/) --- ## Transkript Jawohl. Wir haben jetzt Matthias Giebel bei uns. Er hat uns den Auftaktvortrag gegeben heute und von hoher Flugebene, aus verschiedenen Perspektiven, auch mit einer Umfrage dabei, den Paperization als Trend erst einmal infrage gestellt, aber dann gezeigt, dass wir mittendrin sind in dem Trend. Was waren die Key Learnings bei dir daraus? Erst einmal, wie du schon gesagt hast: Wir können nachweislich sagen, dass wir eine deutliche Zunahme von Papierverpackungen haben und im Hinblick auf den Ausblick Richtung 2030 ist auch aufgrund der Befragung mit einer weiteren Zunahme zu rechnen. Wir glauben tatsächlich, dass neben den in einem anderen Vortrag behandelten Konsumentenpräferenzen, aber auch die regulatorischen Aspekte da eine große Rolle spielen. Und wir sehen, dass die PPWR gerade bei dem Vergleich Papier gegen Kunststoff gewisse Präferierungen in Richtung Papier durchführt. Allerdings hat auch das Papier noch Themen bei der Recyclingfähigkeit, auf der anderen Seite eine gute Recyclinginfrastruktur. Kunststoffe an sich haben eben die Probleme mit der Infrastruktur beim Recycling, wenn wir eine europaweite Perspektive haben. Wir glauben, da findet gerade ein spannender Innovationswettbewerb statt, in dem tatsächlich die Papierseite momentan deutlich aktiver ist. Du hast auch gezeigt, die Markteinführungen von papierbasierten Verpackungen sind vor allem bei Süßwaren gerade. Ich glaube, 30 % aller Einführungen lagen in diesem Bereich. Wird das weiter anziehen dort? Oder siehst du vielleicht auch Branchen, die jetzt stark nachziehen werden? Hast du eine kleine Zukunftsvorhersage? Ja, erst einmal haben wir tatsächlich mal systematisch über drei Jahre das ausgewertet und wir haben die erste Erkenntnis, wir sehen es eigentlich schon in jeder Branche. Das heißt, selbst im Tiefkühlbereich sehen wir erste Anwendungen. Ob die nun sinnvoll sind und langfristig sich durchsetzen… Also so gesehen ist es raus aus der eigentlichen Nische. Trotzdem haben wir natürlich Top-Anwendungsbereiche und ich glaube tatsächlich, bei der Schokolade hat man relativ früh damit angefangen. Man hat aber auch festgestellt in einzelnen Fällen, dass es nicht so ganz einfach ist, was Durchstoßfestigkeiten angeht, wenn man Nüsse darin hat oder Cornflakes. Die Themen, die sind ja mittlerweile auch schon bekannt. Auch, dass Reste verbleiben tatsächlich auch in Schokoladenverpackungen und die stören dann wieder auch im Recycling. Das ist ja auch wieder so ein Thema. Es gibt natürlich unkritischere Bereiche, trockene Lebensmittel, Reis, Nudeln, selbst die meisten Müslis. Da ist noch erstaunlich viel mit relativ wenig Aufwand umzustellen. Man könnte sogar, wenn man dann noch eine vernünftige Mineralölbarriere darauf bringt, was ja viele klassische Kunststoffverpackungen in dem Bereich auch nicht haben, weil sie Polyolefine verwenden, hätte man sogar ein Add-on. Wir wissen aber auch aus einzelnen Interviews, die Produktsichtbarkeit ist dann natürlich einigen Brand Ownern, und da müsste man wieder mit Fenstern operieren, da geht man wieder in Kunststoff rein, dann hat man wieder eine reduzierte Recyclingfähigkeit. Also man merkt, es gibt da noch Felder, man muss dann Kompromisse eingehen. Wir sehen aber eine zunehmende Bereitschaft dazu und der ganze Hygienebereich bietet darüber hinaus auch noch riesige Felder. Und das sind erst einmal die low hanging fruits, sage ich mal. Und wo siehst du denn dann noch die größten Hindernisse? Sind es dann die Kosten des Papiers, was in erster Linie allein schon wegen der höheren Masse oder des Gewichtes höher sein kann? Ist es die Performance auf der Maschine? ### Regulatorische Unsicherheiten bei Kunststoffumstellung Sind es die regulatorischen Unsicherheiten, die ja auch noch herrschen? Hast du ja auch aufgezeigt. Was hindert aktuell am meisten? Das Kostenthema ist natürlich immer kurzfristig das Argument. Die Maschinengängigkeit ist tatsächlich ein länger mittelfristiges Argument, weil man natürlich schon mit den ersten Versuchen, hier wird es ja auch Vorträge dazu geben, ich kann nicht jede Kunststoffverpackungslinie auf Papier umstellen. Da muss man sich längerfristig mit auseinandersetzen. Das muss man aber auch schon, wenn man von Multilayer auf Monolayer-Kunststoffe geht. Deswegen sage ich, diese Umstellung hat es ja immer gegeben in der Vergangenheit. Die Kosten werden, glaube ich, über die Eco-Modulation, so sie denn mal irgendwann greift, hoffentlich eine Rolle spielen. Wir haben das Thema ja im anderen Kontext auch schon mal diskutiert. Da ist natürlich auch noch eine hohe Komplexität darin und dann steht da, die Länder können über die Eco-Modulation Einfluss nehmen. Da steht ja nicht, sie müssen. Einzelne Länder machen es schon, was gerade auch zu einer großen Verwirrung führt. Also ich glaube, es ist eine Gemengelage. Deswegen sagen wir auch in den Gesprächen immer den Brand Ownern oder auch den Verpackungsunternehmen, einfach längerfristig an diesen Kriterien – Recyclingfähigkeit, Recyclinginfrastruktur, Rezyklateinsatz bei den Kunststoffen – denken. Das sind so die drei Stellschrauben. Und die Kosten, die werden sich denen fügen, weil es ja letzten Endes alle machen müssen. Da reden wir ja über Compliance. Genau, wir haben tatsächlich auch dazu noch Vorträge. Wir werden uns angucken, wie sich das von den Lizenzkosten verhält. Das Glückliche in dem Sinne ist ja, dass wir hier gar nicht um Eco-Modulation reden, sondern wir immer schon Tarife haben für reines Papier und reine Kunststoffe. Wenn ihr jetzt mit den Brands sprecht, aber auch mit vielen Verpackungsherstellern, findest du, da wird auch viel miteinander gesprochen oder eher übereinander? Oder wo fehlt an der Kette vielleicht auch die Kommunikation? Gerade wenn wir Recyclability ansprechen, sehen wir, wir haben noch gar nicht so viel Erfahrung, was funktioniert im Strom und was nicht. Wie funktioniert die Kette papierseitig? Also grundsätzlich funktioniert ja eine Kette immer auf Zug und nicht auf Druck. Und deswegen, aus der Logik müsste man ja daraus folgen, dass wenn in unserer Befragung sich gezeigt hat, dass die Markenartikler am stärksten der Überzeugung sind, dass die PPWR, die letztendlich Papier präferiert, also bevorzugt und damit fördert, dann müssten die ja eigentlich ihre Wertschöpfungskette dazu motivieren, dort mitzumachen. Wir stellen aber schon fest bei der nächsten Stufe, die Converter haben nicht mehr die Überzeugung. Offensichtlich kommt dann ja so ein Stück weit auch Kostendruck schon wieder mit. Und deswegen glauben wir auch, dass diese ganzen Entwicklungen, ich weiß auch von einzelnen Projekten jetzt im Rahmen dieser Interviews, wo eigentlich die Entwicklung schon gelaufen war für eine Umstellung in Richtung Papier und man im letzten Moment sich dann noch dagegen entschieden hat aus Kostengründen. Das ist dann natürlich eine schlechte Botschaft an dieser Stelle, auch an den Markt, weil das spricht sich natürlich auch rum. Das ist frustrierend. Manche argumentieren ja auch schon, dass die Übergangsfristen einfach zu groß sind bis 2030, dass man schon Dinge früher hätte fordern müssen. Das sagt sich im Nachhinein natürlich immer so einfach, aber ich glaube, mehr miteinander reden ist immer gut. Und was ich auch immer präferieren würde, auch schnell in Versuche reinzukommen und nach den Versuchen dann einzelne Produktlinien umzustellen. ### Produktionsumstellung auf Papier: Risiken Weil wir sind ja momentan in der Situation, dass man das Gefühl hat, jeder testet mal, testet auch in der Produktion, in der Abfüllung und sagt dann erst mal: „Jetzt weiß ich, dass es geht und jetzt lehne ich mich erst mal wieder zurück, weil im Moment haben wir ja Krise.“ Ich verstehe aber auch dann zum Teil die Gegenargumente. Originalzitat: „Na ja, wenn ich jetzt eine Linie umstelle, eine Produktlinie auf Papier, steht mir nächsten Tag die Deutsche Umwelthilfe vor der Tür und sagt: „Was und warum die anderen nicht auch?““ Also alles, was man dort tut, muss natürlich auch wieder durchdacht sein. So gesehen verstehe ich, das ist ein gewisses Dilemma und mit dem Argument Krise kann ich natürlich auch jede Verzögerung erst mal momentan rechtfertigen. Und es ist ja auch nicht ganz unberechtigt, das muss man ja auch sagen. Nein, wir sehen auch eine große Vorsicht dann bei diesen Umstellungsmaßnahmen. Aber die Diskussion läuft hier heute Morgen schon sehr gut. Du hast die Grundlage dafür geboten mit deinem ersten Vortrag und dafür noch mal vielen lieben Dank. Ja, danke für die Einladung. Gerne. War ein Vergnügen, bei euch zu sprechen. Super, danke schön. Viel Erfolg. Okay, stark. **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Papier & faserbasierte Verpackungen **Schlagwörter:** Matthias Giebel --- ### [Zwischen Konsumentenerwartung und Regulierung: Verpackungsdesign im Zielkonflikt](https://inno-talk.de/zwischen-konsumentenerwartung-und-regulierung-verpackungsdesign-im-zielkonflikt/) **Published:** Mai 18, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Auf der **INNO‑Fiber 2026 in Osnabrück** sprach Eleonore Eisath (MILK.) über einen zentralen Spannungsbogen der Verpackungsentwicklung: den Zielkonflikt zwischen Konsumentenerwartung, Markenlogik und regulatorisch‑technischen Anforderungen. In ihrem Vortrag zeigte sie, warum vermeintlich einfache Lösungen – etwa der pauschale Wechsel zu Papier – der Komplexität moderner Verpackungssysteme nicht gerecht werden.* ### Marken stehen unter doppeltem Druck Aus Sicht der Marken bewegen sich Verpackungsentscheidungen heute in einem engen Korridor. Einerseits erwarten Konsumentinnen und Konsumenten intuitive, vertraute Lösungen, die zur Marke passen. Andererseits steigen die Anforderungen durch Regulierung, Recyclingfähigkeit und technologische Grenzen stetig. Eleonore Eisath brachte diesen Zielkonflikt klar auf den Punkt: Verpackungen müssen sowohl Markenwerte transportieren als auch real funktionale und regulatorische Anforderungen erfüllen. Ein Aspekt, der dabei häufig unterschätzt wird, ist die Tiefe der sogenannten **Design Codes** – also jener visuellen und haptischen Merkmale, die Konsumenten unbewusst mit einer Marke verbinden. Diese lassen sich nicht beliebig verändern, ohne Akzeptanz zu riskieren. ### Verkaufen ja – aber anders als früher Während Verpackung früher primär als Verkaufsverstärker verstanden wurde, hat sich der Fokus verschoben. Es geht nicht mehr um „mehr verkaufen um jeden Preis“, sondern um **sinnvolles, glaubwürdiges Verkaufen**, das Marke, Produkt und Verantwortung zusammenbringt. Gerade im Bereich faserbasierter Verpackungen zeigt sich, wie anspruchsvoll dieser Wandel ist. Papier gilt bei vielen Konsumenten reflexartig als nachhaltiger als Kunststoff. Technisch und ökologisch ist diese Gleichsetzung jedoch nicht haltbar. Wird Papier dort eingesetzt, wo es funktional keinen Sinn ergibt, entsteht ein Bruch zwischen Erwartung und Realität – und genau das wird von Konsumenten zunehmend kritisch wahrgenommen. ### Papier ist nicht per se die bessere Lösung Ein zentrales Thema des Vortrags war deshalb der differenzierte Einsatz von Materialien. Papier kann in vielen Anwendungen sinnvoll und leistungsfähig sein, ist aber nicht universell einsetzbar. Beispiele wie sogenannte *Paper Bottles* zeigen, dass „Papieroptik“ ohne funktionalen Mehrwert sogar Irritationen erzeugen kann. Eleonore Eisath plädierte dafür, Materialien dort einzusetzen, wo sie technisch, ökologisch und markenseitig passen – und Konsumenten transparent auf diese Reise mitzunehmen. Allerdings ohne Überforderung: Kommunikation muss verständlich bleiben und darf Erwartungen nicht enttäuschen. > **„Papiere sind in vielen Bereichen sinnvoll und toll, aber es gibt nach wie vor Anwendungen, in denen Kunststoffe oder Glas technisch die bessere Lösung sind.“** > *Eleonore Eisath, MILK., INNO‑Fiber 2026* ### Fazit: Ehrlichkeit schlägt Vereinfachung Der Beitrag machte deutlich: Nachhaltige Verpackung ist keine Materialfrage allein. Sie entsteht im Zusammenspiel von Funktion, Marke, Regulierung und Konsumentenverständnis. Pauschale Antworten greifen zu kurz – gefragt sind nachvollziehbare Entscheidungen und eine ehrliche Kommunikation über Grenzen und Möglichkeiten. Gerade für Marken bietet darin aber auch eine Chance: Wer glaubwürdig erklärt, warum eine Verpackung so gestaltet ist, wie sie ist, stärkt Vertrauen – und letztlich auch die eigene Positionierung. ### Verwandte Episoden - [Nachbericht 1. INNO-Fiber – Papierverpackungen zwischen Innovation, Regulierung und Wettbewerb](https://inno-talk.de/nachbericht-1-inno-fiber-papierverpackungen-zwischen-innovation-regulierung-und-wettbewerb/) - [Recyclinggerechtes Verpackungsdesign: Die wichtigsten Erkenntnisse aus den CEFLEX D4ACE Guidelines](https://inno-talk.de/recyclinggerechtes-verpackungsdesign-die-wichtigsten-erkenntnisse-aus-den-ceflex-d4ace-guidelines/) - [7C-Druck zwischen Anspruch und Realität – Udo Linke im Innoform-Podcast](https://inno-talk.de/7c-druck-zwischen-anspruch-und-realitaet-udo-linke-im-innoform-podcast/) --- ## Transkript Ich spreche mit Eleonore *Eisath*. Wir haben schon mal einen Podcast zusammen aufgenommen. Jetzt bist du live hier. Das war ganz großartig und du hast ein großes Fass aufgemacht bei deiner Präsentation. Worum ging es? Kannst du vielleicht mal grob umreißen, was du überhaupt besprochen hast? Ja, klar. Es ging quasi im Prinzip darum, wie man als Brand auf die aktuelle Situation reagiert und in welchem Zielkonflikt man sich befindet. Es geht ja immer darum, als Brand – man muss auf einer Seite die Ansprüche des Konsumenten erfüllen und auf der anderen Seite hat man all die Regulatorik, all die technischen Herausforderungen der Recyclingfähigkeit. Und in meinem Vortrag ging es darum, wie kann man da den besten Kompromiss finden? Ihr seid ja so eine Verpackungsagentur. Ich sage immer Werbeagentur. Früher ging es darum, wir wollen einfach nur mehr verkaufen. Das ist heute nicht mehr. Wo liegt heute der Fokus? Gerade wenn wir über faserbasierte Materialien sprechen – geht es da wirklich noch um mehr verkaufen, immer noch mehr vom Gleichen? Nein, darum ging es schon lange nicht mehr, aber es geht natürlich nach wie vor ums Verkaufen. Nicht ums mehr verkaufen, aber ums gut verkaufen, ums sinnvoll verkaufen und auch darum, die Marke entsprechend zu stärken und zu positionieren. Und das ist, glaube ich, etwas, wo sich viele Papierhersteller erst mal schwertun mit dieser Logik der Brands, dass sie in erster Linie auch einfach das erfüllen müssen, was sich der Konsument vorstellt und dass diese Design Codes, die der Konsument mit der Marke verbindet, so tief in den Leuten drinsteckt. Du hast auch diesen Zielkonflikt gezeigt. Der Konsument findet Papier zum Beispiel ja von per se erst mal nachhaltiger als Plastik. Das geht aus rein technischen Gründen schon nicht und das straft der Konsument auch ab. Also wenn er das Gefühl hat, das Papier macht hier keinen Sinn, wie zum Beispiel bei Paper Bottles, dann ist es auch für den Konsumenten tatsächlich ein Störgefühl. Papiere sind in vielen Bereichen sinnvoll und toll, aber es gibt natürlich auch immer noch Bereiche, wo es technisch sehr viel sinnvoller ist, Kunststoffe oder Glas einzusetzen. Und ich finde, man sollte den Konsumenten auch auf diese Reise mitnehmen. Natürlich darf man ihm nicht zu viel zumuten, aber da Papiere einsetzen, wo es auch wirklich Sinn macht. Sagt Eleonore Eisert bei der Inno-Fiber 2026 in Osnabrück. Danke dir. Danke schön. **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Papier & faserbasierte Verpackungen **Schlagwörter:** eleonore_eisath, MILK --- ### [EPR and recyclability assessment: Why is packaging design such an important cost factor nowadays?](https://inno-talk.de/en/epr-and-recyclability-assessment-why-is-packaging-design-such-an-important-cost-factor-nowadays/) **Published:** Mai 14, 2026 **Author:** Mo Marie Schröder **Content:** --- *A follow-up report on the webinar „EPR and recyclability assessment – proactive calculation rather than reactive testing*“ *held on 9 April 2026* The requirements for packaging are changing rapidly. This became particularly clear in the Innoform webinar **“EPR and Recyclability Assessment”**, which examined in depth how **recyclability and extended producer responsibility (EPR)** are becoming increasingly intertwined – and what consequences this has for packaging design, costs and internal processes. The session was led by **Vivian Loftin (Managing Director at Recyda GmbH)**. The numerous practical questions and contributions to the discussion made it clear that this is a topic of great interest to the industry. ### From Design for Recycling to Design for EPR A key takeaway from the webinar: **Recyclability is no longer merely a technical criterion**, but has a direct impact on **EPR fees**. Whilst in the past recyclability and licensing were often considered separately, these aspects are now increasingly intertwined. Instruments such as **eco-modulation** are designed to provide targeted incentives to use recycling-friendly packaging – through financial benefits as well as through increasing fees for problematic designs. ### Different systems in Europe – an overview Using specific examples from different countries, the presentation demonstrated how EPR schemes vary across Europe: - **Italy and Belgium** primarily work with **material classifications and categories**, which are further subdivided according to design features. Design aspects such as **carbon black**, material content or label coverage can lead to significant differences in cost. - **France** is placing greater emphasis on a **bonus-malus system**, under which fees may be increased or reduced depending on recyclability, design criteria and other factors (e.g. communication or refill schemes). - In the **Netherlands** and **Spain**, on the other hand, **points-based or traffic-light systems** are used, in which a documented recyclability assessment has a direct impact on the fees payable. The examples made it clear that **comparisons between countries are complex**, as assessment systems, thresholds and cost structures vary considerably. ### Practical discussion: responsibility, data and feasibility A significant part of the webinar was devoted to an exchange of experiences with the participants. The following topics were discussed in particular: - **Responsibilities in the supply chain**: Packaging manufacturers can generally only assess their own materials – the **overall responsibility lies with the distributor**. - **Data availability**: Information on colours, adhesives, material composition or barriers is becoming increasingly important, but is often not available in a structured format. - **Practice vs. theory**: Individual assessments for different print motifs or minor design variations are required by regulation, but in practice they are rarely implemented across the board. - **Single-material components vs. composites**: Single-material components are often more cost-effective in many systems; however, technical requirements and existing production lines remain key factors in the decision-making process. ### Outlook: PPWR brings harmonisation – but no simplification of costs With regard to the forthcoming **Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR)**, it has become clear that: The **assessment criteria for recyclability are to be harmonised across the EU**, but not the level of EPR fees. From August 2026, recyclability must continue to be met, but in accordance with existing legislation (PPWD / national systems). National discretion will remain, particularly regarding the financial structure of the systems. Harmonised recyclability criteria and their link to EPR/eco-modulation will only take effect with the delegated acts (expected from 2028). A proactive approach was therefore recommended: companies should start systematically collecting relevant packaging data and setting up internal processes today – rather than waiting for the final detailed regulations to be published. ### Conclusion: The webinar clearly demonstrated that **recyclability, EPR costs and packaging design will be inextricably linked in future**. By ensuring transparency at an early stage and strategically evaluating design decisions, companies can not only minimise regulatory risks but also realise financial benefits. With this webinar, we are further reinforcing our position as **the leading knowledge partner in the field of flexible packaging** – through both our testing service in Oldenburg and Innoform Coaching. [Testservice](https://www.innoform.de/testservice/) [Coaching](https://www.innoform-coaching.de/en/start) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Sabrina Schmidt vom IÖW spricht über die Bewertung der Nachhaltigkeit von Verpackungen](https://inno-talk.de/sabrina-schmidt-sprich-ueber-bewertung-der-nachhaltigkeit-von-verpckungen/) **Kategorien:** Disposal / Recycling, Uncategorized **Schlagwörter:** EPR, Food Contact Compliance, General, PPWR, recycling, Recyda GmbH, Vivian Loftin --- ### [Das IQpak Projekt beim Inno-Meeting 2024](https://inno-talk.de/das-iqpak-projekt-beim-inno-meeting-2024/) **Published:** Juni 13, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ***Interview mit Johan A. Löning und Dr. Christian Beinert*** Lassen Sie sich begeistern von der Idee, gemeinsam mit Flexpack und Rigid-Verpackungen pfandpflichtige Mehrwegsysteme zu etablieren und durch die Generierung und den Austausch von Daten zahlreiche Zusatznutzen zu erzielen. So wird es z.B. für die Molkereiindustrie möglich, umweltfreundliche Mehrweg-Kunststoffverpackungen einzusetzen und Ressourcen und Kunststoffabfälle nahezu vollständig zu vermeiden. In dieser Episode sprechen wir mit den führenden Köpfen hinter dem faszinierenden Projekt IQpak – Johann A. Löning und Dr. Christian Beinert. Erfahren Sie aus erster Hand, wie dieses Projekt die Welt der Verpackung verändert, von den Anfängen bis zu den aktuellen Entwicklungsstadien. Tauchen Sie ein in die Tiefe der Forschung, die Herausforderungen und die visionären Ziele, die das Team verfolgt. Highlights der Episode Einführung in das IQpack Projekt: Was es ist und wie es gestartet ist. Einblicke in die Inspiration und die treibenden Kräfte hinter dem Projekt. **Aktueller Stand der Entwicklung:** Wo steht das Projekt heute, und was sind die nächsten Schritte? **Die Bedeutung für die Verpackungsindustrie:** Wie IQ-Pack die Standards für Verpackungslösungen neu definieren könnte. Wir hoffen, dass Sie nach dem Anhören dieser Episode ein tieferes Verständnis für das Potenzial und die Bedeutung von modernen Mehrwegsystemen und des IQ-Pack Projekts gewinnen. Verpassen Sie nicht diese Gelegenheit, von den Pionieren selbst zu lernen und einen Blick in die Zukunft der Mehrweg-Verpackungstechnologie zu werfen, bei der Flexpack eine besondere Bedeutung zukommt. InnoTalk Podcast Unsere Podcasts sind auch verfügbar auf: - [Inno-Talk.de](https://www.inno-talk.de/podcast) - [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) - [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) - [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk) - [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) - [Youtube](https://www.youtube.com/@innoformcoaching/podcasts) ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin-2/) - [Guido Aufdemkamp von Flexible Packaging Europe zu den Hintergründen des Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-von-flexible-packaging-europe-zu-den-hintergruenden-des-inno-meeting-europe/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Ich spreche hier mit Johann Löhning und Dr. Christian Beinart, die das Projekt IQpak vorgestellt haben. Das ist eigentlich schon viel mehr als ein Projekt, Herr Beinart. Wo sind wir im Moment bei der Entwicklung? Was ist das eigentlich? Ja, also IQpak ist ein hochspannendes Thema. Ich bin wirklich froh, dass der Herr Löhning das an uns herangetragen hat. Also wirklich Magic-Verpackung ohne Waschen muss man erstmal voranstellen. Aber es ist deutlich mehr als das. Es ist hoch innovativ, was die datenbankbasierte Zuordnung der Verpackung betrifft, die Möglichkeiten des Recycling betrifft und die Konzeptentwicklung, die Umsetzung in Prototypen, die technologische Umsetzung auf Thermoformanlagen. Da haben wir einen Stand erreicht, der sozusagen skalierbar ist. Und da würden wir uns freuen, auch mit der Skalierung durchstarten zu können. Ich habe wahrgenommen, IQpak ist auch ein intelligentes Fund-System, Herr Löhning. Sie kommen aus diesem Bereich. Was haben Sie für eine Vorgeschichte? Wieso können Sie da überhaupt was zu sagen? Ja, also ich, wir haben mehrere Generationen von Leergutautomaten entwickelt. Auch sogenannte Balkentlings-Systeme, die sind relativ revolutionär. Insofern sind wir tief verwurzelt mit dem Thema Fund. Und aus der Erfahrung heraus kennen wir den ökologischen Nutzen von Mehrwegsystemen. Und aus dem Wissen und aus der Erfahrung ist der Ansatz geworden, diese neue Mehrwegverpackung zu entwickeln. Sie haben auch die drei Lagen, die nötig sind für dieses neue Verpackungssystem beschrieben. Welche drei Lagen sind das? Ja, wir haben einmal den Systemlayer, das ist sozusagen das Kernelement der Verpackung. Das heißt, in diesem Systemlayer ist der Chip auch für die Datennachverfolgung integriert. Und dann haben wir den Contentlayer. Das ist sozusagen eine dünne Schicht, die mit dem Fühlgut in Kontakt kommt, und den Handlinglayer, der sozusagen mit dem Nutzer in Kontakt kommt. Und die drei sind intelligent zusammengebracht, dass man diese drei Systeme sozusagen dann trennen und wiederfügen kann. Spannend, für mich war ja, man kann außen dekorieren, wie man will. Man hat immer die Mittellage, die quasi mehrwegig ist. Und diese Außen- und Innenlagen sind besonders dünn. Wie dünn sind die und was sparen Sie damit? ### Foliendicke und Mehrwegsystem-Vergleich Ja, also wir haben jetzt Versuche gemacht, dass wir, ich sage mal, was die Dicke der Folie betrifft, kommen wir auf 10 Mikrometer runter. Da sind wir schon fast im Bereich von der Frischhaltefolie. Ob man so dünn werden muss, ist auf einem anderen Blatt. Und im Vergleich zu, ich sage mal, einem klassischen Einwegsystem, sparen wir sicherlich mengenmäßig 40 Prozent. Im klassischen Mehrwegsystem sind es deutlich, deutlich mehr. Und aber auch im Vergleich zu solchen Karton-Kunststoffverbund-Verpackungen liegen wir bestimmt materialmäßig im Bereich 50, 60 Prozent weniger Material. Herr Lönning, bei der Fragerunde kam auf, auf welchem Status sind wir im Moment beim Projekt? Da haben Sie gesagt, Sie suchen Anker-Investor. Was verstehen Sie darunter? Was sind die nächsten Schritte? Unser Wunsch-Anker-Investor kommt aus der Verpackungsindustrie, der über profunde Erfahrungen verfügt und über ein entsprechendes Kundennetzwerk. Und wir haben ein fertiges Maschinenbaukonzept, das wir mit dem Anker-Investor gemeinsam umsetzen möchten, um dann in die Skalierung zu gehen und in den Vertrieb. Das Ganze basiert ja eigentlich auf einer Mehrwegidee. Jetzt haben wir aber auch Folien dabei, die ja irgendwie recycelt werden müssen. Welchen Vorteil bietet Ihr System bezüglich des Recyclings dieser Folien, Innenlayer und Außenlayer? Ja, der Vorteil liegt darin, dass wenn wir heute an Folienrecycling denken oder aus dem Gelben Sack, da haben wir immer irgendwelche Mischfraktionen. Und die sind häufig relativ komplex, natürlich zu sortieren, wieder zurückzuführen. Und gerade wenn man an sowas mal wie auch vielleicht eine Foodgrade-Zulassung betrifft, ist es sehr, sehr wichtig, dass man weiß, welches Material wird zurückgeführt. Kann man Sorten rein sortieren und dann hat man natürlich auch ganz andere Möglichkeiten, die Materialien wieder aufzubereiten und wieder in den Kreislauf zurückzuführen. Sie speichern also auch die Rezeptur sozusagen, wenn man will, der Folien, die verwendet werden. Wie werden die gespeichert und wo werden die gespeichert? Da sind wir wieder bei dem NFC-Chip, das heißt, man hat eine Datenbank. Die Verpackung ist eineindeutig sozusagen in der Datenbank hinterlegt. Und in der Datenbank ist dann sozusagen auch hinterlegt, welche Folie ist für den Content-Layer aufgebracht, welche Folie ist für den Handling-Layer aufgebracht. Und wenn dann das Ganze ins Refurbishment geht, dann weiß man sehr genau, welche Folien sozusagen jetzt getrennt wurden. Und man weiß auch, falls andere Folien aufgebracht werden im nächsten Kreislauf, welche Folien dann wiederum vorliegen. Herr Lüning, was für Daten kann man sonst noch in dieser Datenbank abspeichern? Das Fun-System war ein Stichwort. Und Sie hatten mich ja sofort fasziniert mit zusätzlichen Daten, die man auch alle in die Datenbank packen kann. Was für Ideen haben Sie da noch? Na, Ideen, also die Datenbank ist ja existent und kann auch im Probelauf jederzeit angesehen werden. Wir verwalten zurzeit aktive Zeitstempel, um zertifiziert nachweisen zu können, wann hat ein Refurbishing stattgefunden. ### Verpackungs-Tracking und digitale Medien Wir verarbeiten den jeweiligen Status der Verpackung, also wo ist sie? Und ist sie im Handling-Prozess oder ist sie im Rückgabeprozess? In welchem Warehouse ist sie? Wir verarbeiten den jeweiligen Fun-Status. Zur jeweiligen Verpackung sind individuelle Medien hinterlegbar, also theoretisch auch Werbevideos. Also das gesamte Marketing-Programm, das natürlich Marketing-Leute als Sourcing gerne haben möchten, um dort ein aktives, aber ich muss sagen anonymes Datenmining betreiben zu können. Und die Datenbank ist freiskalierbar, also wir könnten problemlos zusätzliche Applikationen integrieren, aber die Applikationsweite ist im Moment schon so groß, dass es vermutlich gar nicht genutzt werden kann. Wahrscheinlich ist man so viel frei als gerade, man verliert sich im Moment, man muss wahrscheinlich erst mal einmal starten. NFC-Chip hatten Sie erwähnt, ist ja auch beim Handy auslesbar. Wir sind hier bei einer Verpackungstagung, Flexpack-Tagung, da gab es immer schon Experimente mit QR-Codes und dann zusätzliche Informationen über das Handy, abscannen, das hat alles nicht funktioniert. Ist der NFC-Chip auch mit dem normalen Handy zu lesen? Wäre das vielleicht auch eine neue Option? Also der NFC-Chip ist mit jedem Smartphone, Mobilteil, welches eine NFC-Lesefunktion hat, auszulesen. Es funktioniert auch hervorragend und hat natürlich auch noch einen weiteren Vorteil vielleicht im Vergleich zu einem Barcode, wenn wir über Mehrweg denken. Man hat keine Probleme damit, dass vielleicht der Barcode zerstört wird, mechanisch defekt ist oder ähnliches, sondern man hat wirklich den vollen Zugriff sozusagen auf die Datenbank oder auf die Daten in der Datenbank, die sozusagen für den User relevant sind. Vielleicht letzte Frage. Das Rückführen ist immer ein großes Thema bei Fundsystem. Da gibt es auch eine Möglichkeit, durch den NFC-Chip das besser zu machen. Sie sprachen von einem intelligenten Container. Was meinten Sie damit? Na, jeder kennt einen Altglaskontainer. Und die Vision ist ein intelligenter Altglaskontainer, wo der Kunde mithilfe des Smartphones die Interaktion vornimmt, den Behälter abwirft, der Behälter in dem Moment auch entwertet ist. Und wenn der Container voll ist, wird er halt abgeholt und der Inhalt geht anschließend zum Refurbishing-Center. Entscheidend ist, dass wenn der Container abgeworfen ist im Sammelbehälter, dass er denn fundlos ist. Also wenn jemand diesen Container klauen würde, würde er eigentlich nur eine Menge Material in der Gegend rumfahren, aber keine Fundwerte. Und nur diese Technologie ermöglicht es, das Fundhandling vom Materialhandling zu entzehren. Ja, ansonsten haben wir immer die Kombination Materialpräsenz und Fund. Sagt Johann Löhning und Dr. Christian Beinert beim 21. Inno-Meeting 2024 aus Osnabrück. **Kategorien:** Abfülltechnik, Entsorgung / Recycling, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** IQpak, Mehrwegverpackung, Pfand --- ### [Südpack: Einstofflösungen und Verbundstrukturen haben Zukunft](https://inno-talk.de/suedpack-einstoffloesungen-und-verbundstrukturen-haben-zukunft/) **Published:** Juni 26, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** [Lutz Neugebauer](https://www.innoform-coaching.de/referenten/lutz-neugebauer) spricht über umweltfreundliche Kunststoffverpackungen unter besonderer Berücksichtigung des CO2-Fußabdrucks. Dies tut er aus Sicht eines Flexpack-Herstellers. Er diskutiert den Einsatz von Life Cycle Assessment (LCA) für die Produktions- und Entsorgungsanalyse und vergleicht verschiedene Verpackungskonzepte. Das Potenzial von Drop-In-Polymeren zur CO2-Reduzierung wird ebenso beleuchtet wie der Fokus des Unternehmens auf Polyamid-PE Verbundfolien, wo diese einen echten Mehrwert bedeuten. Zu den Strategien gehören die Umstellung auf Einstofflösungen, Einsatz von Polypropylen, die Nutzung erneuerbarer Energiequellen und das Recycling durch mechanische Prozesse, aber auch die Pyrolyse. Dieses Interview haben wir im Rahmen der Tagung: [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://www.innoform-coaching.de/tagung/umweltgerechte-kunststoffverpackungen-2022_1) am 11. Juni 2024 in Würzburg aufgenommen. Live-Aufnahme aus Würzburg, Juni 2024 Alle unsere Podcasts finden Sie hier: [Podcast – InnoTalk (inno-talk.de)](https://inno-talk.de/podcast/) #### Folge uns und verpasse keine Episode Erhalten Sie automatisch neue Episoden auf Ihr Endgerät. 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Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Ich spreche jetzt mit Lutz Neugebauer, er hat heute Morgen einen Vortrag gehalten, hier bei der umweltgerechten Kunststoffverpackung in Würzburg, zum Thema, ja, aus Sicht eigentlich des Veredlers. Du hast Vorredner gehabt, die so ein bisschen die Polymerproblematik dargestellt haben, CO2-Fußabdruck war das Thema. Was war deine Kernaussage deines Vortrages aus Sicht von Südpack? Ja, vielen lieben Dank, dass ich hier sein darf. Wir haben probiert, den Zuhörer einen Einblick zu verschaffen, mit Hilfe einer LCA, wo die großen Stellschrauben sind. Wir sind angefangen quasi mit dem Infeed-Material, haben uns dann quasi einmal die Produktion von Südpack angeguckt und im nächsten Step dann noch die Entsorgung und haben das Ganze dann in einer CO2-Bilanz gegenübergestellt und dort dem Zuhörer einen Eindruck gegeben. Ich habe so ein bisschen wahrgenommen, die LCA, also die Life-Cycle-Analyse ist auch ein bisschen umstritten. Da muss man die Systemgrenzen beachten, man muss die Datenbanken beachten. Ihr habt euch auf CO2 fokussiert hauptsächlich. Warum habt ihr das gemacht? Ja, ich sage mal so, erst mal um deinen vorigen Punkt mal aufzuzeigen, es gibt natürlich verschiedene Ansätze. Das hatte ich auch gesagt, einmal eine Klasse Screening-LCA, wo dann mehr oder weniger auf Datenbanken zurückgegriffen werden und wenn wir dann über eine LCA sprechen, wo dann wirklich Primärdaten, das heißt, wir greifen auf Daten aus unserer Produktion zurück. Und ja, ich denke, das ist aber eine ganz gute Möglichkeit, um den Kunden quasi verschiedene Verpackungskonzepte einfach mal gegenüberzustellen und ihm zu zeigen, welchen Einfluss das dementsprechend dann auf den CO2-Fußabdruck hat. Die Vorredner haben auch schon gesagt, Drop-in-Polymere wäre ein Weg, um zum Beispiel auch CO2 abzusenken. Also Polymere, die aus Nachwachs- und Rohstoffen entstehen, die einzufahren in den Produktionsstrom. Macht ihr das auch? Ist das auch ein Weg, den ihr beschreiten wollt? Ja, wir haben uns natürlich auch schon mit diesem Thema beschäftigt, gerade Thema Bio-Polymere im PE-Bereich. Es waren jetzt auch heute für mich viele Neupunkte dabei, muss ich sagen. Und ja, das nehmen wir nochmal mit und gucken, wie wir uns damit weiter beschäftigen werden. Ihr seid sehr stark auch bei Polyamid-Polyethylen-Verbund, traditionell. Ihr habt bald 60-jähriges Bestehen, habe ich auch wahrgenommen in dem Vortrag. Haltet ihr an diesem Polyamid-PE weiter fest? Und wenn ja, wie wollt ihr das im Kreise führen? Gute Frage. Also ich sage mal gerade in den ganzen Anwendungen, in unseren Tiefziehanwendungen, wo natürlich die Anforderungen nochmal ganz anders sind, auch an die mechanisch ans Tiefziehe. Die Verpackung muss sich gescheit ausformen. Wir müssen genug Barrierematerial in den Ecken haben, um dementsprechend Produktschutz geben zu können. Ich denke, dort werden wir kurzfristig nicht drumherum kommen, diese Strukturen weiter zu nutzen. Und da haben wir dann mit dem chemischen Recycling eine Möglichkeit geschaffen, diese dann auch im Kreis zu fahren. Es gibt verschiedene Hebel, um CO₂ zu senken. Was ist der Hebel, den ihr bevorzugt einsetzt, oder was sind die Hebel, die ihr benutzt im Moment? ### Multilayer-Strukturen zu Einstofflösungen umstellen Gut, im ersten Moment wollen wir natürlich erstmal unsere ganzen Multilayer-Strukturen auf Einstofflösungen umstellen. In diesem Fall hatte ich heute ja ein paar Beispiele vorgestellt, im Bereich PE. Dort sehen wir natürlich erstmal den großen Hebel, das heißt das Infi-Material von klassischen PAP verbunden, hinzuswitchen zu in dem Fall Mono-PE-Lösungen. Das Ganze gibt es auch in Polypropylen. Bietet ihr sowas auch an oder seid ihr nur bei Polyethylen unterwegs? Wie gesagt, je nach Anwendung. Wir können beides, hatte ich heute auch gesagt, zum Beispiel das Thema Sterilisation dort oder Wärmebehandlung. Dort sehen wir ganz klar eine Polypropylen-Lösung aufgrund der Polymerchemie, da PE definitiv an die Grenzen kommt. Rohstoff ist ein großer Hebel, hattest du gerade ausgeführt, woran kann man noch arbeiten? Gute Frage. Natürlich arbeiten wir auch an unseren Technologien. Ich hatte hier kurz einmal vorgestellt, zum Beispiel unsere SPQ-Technologie, wo einfach Ressourcen schon gespart wird. Und das ist für uns auch nochmal ein Hebel, wo wir intern, also Scope 1, Scope 2, noch weiter dran arbeiten können. Nutzt ihr auch erneuerbare Energien für eure Produktion? Habt ihr Photovoltaikplatten auf dem Dach oder wie muss ich mir das denn vorstellen? Ja, das ist richtig. Unsere Produktion, also die deutschen Standorte sind erstmal nicht mit Strom beteiligt, aber zu 100% aus Grünstrom betrieben. Aber wir haben auch unsere Anlagen und wir haben viele Fläche, die wir dementsprechend genutzt haben. Und es gibt auch noch so die ein oder anderen Projekte im Hintergrund, die wir in naher Zukunft umsetzen werden. Letzte Frage. Mechanisches oder Pyrolyse-Recycling, also chemisches Recycling? Was sind da im Moment so eure Strategien? Ihr macht ja beides, ihr bedient beides durch Monostrukturen. Könnt ihr auch in beides Ströme letztlich eure gebrauchten Verpackungen, können die Konsumenten da wieder einfließen lassen. Aber was ist euer Favorit? Herr Favorit, ich glaube in dem Sinne gibt es jetzt nicht. Man muss sich dann wirklich den Einzelfall angucken. Wir als Südpack, wir können beide Technologien, wir haben einmal mit unserem Werk in Schwendi die Möglichkeit, da auch regranulieren zu können und dann auch unter anderem Spezialkomponenten herzustellen. Und mit dem Unternehmen Carbolic, wo wir halt auch stark sind im chemischen Recycling. Also wir beobachten beide Stränge und klar, das mechanische Recycling hat natürlich nochmal, die Reduzierungen sind da höher. Das hatten wir heute ja auch gesehen, als im chemischen Recycling. Also wenn es möglich ist, würden wir da das mechanische Recycling bevorzugen. ### Lebensmittelkontakt: Grenzen von Einstoffmaterialien Aber wie gesagt, bei den kontaktsensitiven Lebensmitteln sind wir dann wieder genau bei dem Punkt, wo wir an die Grenze kommen und schlussendlich dann da auch das chemische Recycling zurückgreifen müssen. Lutz Neugebauer, live aus Würzburg. **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Entsorgung / Recycling, Neuigkeiten, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Lutz_Neugebauer, Südpack, UM-06-24 --- ### [Podcast: Verpacken von Industriegütern mit Maximilian Haschke](https://inno-talk.de/podcast-verpacken-von-industrieguetern-mit-maximilian-haschke/) **Published:** August 8, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** In einer aktuellen Folge des Innoform-Podcasts berichtet Max Haschke über seinen beeindruckenden Weg in die Verpackungsindustrie und seine umfangreichen Erfahrungen an der Maschine. Die Episode fasst seine faszinierende Geschichte und seine Einblicke in die Branche zusammen. **Persönliche Interessen: Die Leidenschaft des Kochens** Neben seiner beruflichen Karriere hat Max Haschke eine große Leidenschaft für das Kochen und kulinarische Experimente. Er verbringt gerne Zeit mit Familie und Freunden und probiert neue Rezepte aus. Diese private Leidenschaft spiegelt seine Neugier und Kreativität wider, die auch in seinem Berufsleben eine Rolle spielen. **Berufsweg: Zufall und Leidenschaft** Max Haschkes Einstieg in die Verpackungsindustrie war eher zufällig, doch seine Begeisterung für Technik und Maschinen führte schnell zu einer tiefen Leidenschaft für diesen Bereich. Er begann seine Karriere in der Wellpappenindustrie, wo er die Bedeutung von Teamarbeit und pragmatischen Lösungen schätzen lernte. **Selbstständigkeit und Beratung** Nach einigen Jahren in der Industrie beschloss Max Haschke, sein eigenes Beratungsunternehmen zu gründen, das sich auf Verpackungslösungen für Industriegüter spezialisiert hat. Seine Tätigkeit vergleicht er oft mit der eines Reiseführers, der seinen Kunden neue Perspektiven und Lösungen aufzeigt. Dabei betont er die Bedeutung von Kommunikation und Netzwerken in der Verpackungsbranche. **Typische Entwicklungsprozesse** Max Haschke folgt in seiner Beratungstätigkeit einem klar strukturierten Prozess: Problemerkennung, Lösungsfindung und Optimierung von Verpackungsprozessen. Er arbeitet eng mit Experten zusammen, um die Prozessoptimierung voranzutreiben und nachhaltige Lösungen zu entwickeln. **Projekterfolge und Beispiele** Ein aktuelles Projekt von Max Haschke beschäftigt sich mit der Effizienzsteigerung im Verpackungsprozess eines kleinen Industrieunternehmens durch den Einsatz von Maschinentechnologie. Er betont die Bedeutung der richtigen Balance zwischen verschiedenen Verpackungsmaterialien und der Optimierung von Logistikketten. **Appell an Verpackungshersteller** Max Haschke appelliert an die Verpackungshersteller, sich stärker zu spezialisieren und ihre Nischenkompetenz auszubauen. Er betont die Notwendigkeit, sich auf die kommenden regulatorischen Herausforderungen, insbesondere im Bereich der Verpackungs- und Abfallverordnung (VVA), vorzubereiten. Seine Ansichten decken sich mit den Konzepten von Innoform. ## Gemeinsame Veranstaltungen mit Innoform Gemeinsame Veranstaltungen von Max Haschke und Innoform bieten eine hervorragende Gelegenheit, mehr über die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen der Verpackungsindustrie zu erfahren. Weitere Informationen finden Sie auf der Innoform Coaching Website. **Kontakt** Für weitere Einblicke und einen direkten Austausch erreichen Sie Max Haschke über LinkedIn oder besuchen Sie den Innoform Podcast: **Branchenspezifische Herausforderungen** Die Verpackungsindustrie steht vor zahlreichen Herausforderungen, insbesondere bei der Entwicklung von Einstoffverpackungen und der Recyclingfähigkeit. Max Haschke erläutert die Unterschiede zwischen flexiblen Lebensmittelverpackungen und Industrieverpackungen und betont die Bedeutung von Produktschutz, Kosteneffizienz und Nachhaltigkeit. ## Branchenspezifische Herausforderungen Die Verpackungsindustrie steht vor zahlreichen Herausforderungen, insbesondere bei der Entwicklung von Einstoffverpackungen und der Recyclingfähigkeit. Max Haschke erläutert die Unterschiede zwischen flexiblen Lebensmittelverpackungen und Industrieverpackungen und betont die Bedeutung von Produktschutz, Kosteneffizienz und Nachhaltigkeit. - [Maximilian Haschke auf LinkedIn](https://www.linkedin.com/in/maximilian-haschke/) - [Innoform Podcast](https://inno-talk.de/podcast/) Max Haschkes Reise in die Verpackungsindustrie ist ein inspirierendes Beispiel für Leidenschaft, Fachwissen und die Bereitschaft, stets nach innovativen Lösungen zu suchen. Sein Beitrag zur Branche ist unermesslich und zeigt, wie wichtig Kommunikation und Zusammenarbeit für den Erfolg in der Verpackungsindustrie sind. Jetzt rein schauen und/oder rein hören: #### Folge uns und verpasse keine Episode Erhalte automatisch neue Episoden auf dein Endgerät. 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Wir sprechen dieses Mal nicht über Konsumgüter oder Lebensmittelverpackungen aus Folien oder Verbundmaterialien, sondern wir sprechen über Industriegutverpackungen. Große Getriebeteile, die in Wellkarton eingepackt werden, aber auch die Hubschrauberperspektive, die Max Haschke anwendet, um die Bedarfe für eine gelungene Industriegutverpackung notwendig sind, erst einmal zu erfragen, zu bewerten und dann ins Detail abzusteigen. Freuen Sie sich auf diese etwas andere Episode im Innoform-Podcast. Ich begrüße Maximilian Haschke. Ich darf Max sagen, Max, du bist Verpackungsingenieur wie ich, kümmerst dich um große, sperrige Füllgüter und ich um die kleinen Dinge des Lebens in den Konsumverpackungen. Und das wollen wir heute mal ein bisschen rausarbeiten in unserem Podcast. Erzähl mal ein bisschen über dich, was hast du vor deiner Selbstständigkeit gemacht? Hey Karsten, freut mich heute mal dabei zu sein, ich als Podcast-Haus und dann als Gast. Ich bin wirklich gespannt, auf der anderen Seite vom Mikrofon zu sitzen. Ich muss gerade noch ein bisschen korrigieren. Ich bin tatsächlich kein Ingenieur, ich komme aus der BWL-Richtung. Also ich bin nicht gelernter Techniker, sondern ich bin da so ein bisschen quer reingerutscht, habe aber tatsächlich schon von Anfang an meiner beruflichen Laufbahn sehr technikaffine Ausrichtung meines Jobs immer gehabt. Also ich war gerne auch, wie ich vor zehn Jahren in die Verpackung reingekommen bin, gerne an der Maschine gestanden, habe da mit den Leuten darüber diskutiert, was kann alles so schief gehen beim gerade jetzt dann Wellpappe herstellen, später dann noch bei anderen Sachen. Aber ja, das ist so mein Background, also eher BWL-er klassischer Natur. Sehr schön, dass du meine Freudschöpfe-Leistung gleich aufgenommen hast. Ich habe dich immer ehrlich gesagt als Ingenieur, als technischen Fachmann wahrgenommen und da werden wir auch gleich noch ein bisschen drüber sprechen. Bevor wir jetzt aber in die Tiefe gehen und in die Gegenwart rüber wechseln, was machst du außerhalb deiner Arbeit und was begeistert dich privat? Also ich bin begeisterter Koch, ein sehr genussgeprägter Mensch. Ja, da gehört vor dem Essen meistens das Zubereiten dazu. Mit meinem kleinen Sohn jetzt und mit meiner Frau versuchen wir uns in allen möglichen Landesküchen, das ist mit dem zweijährigen Sohn etwas schwierig, dem das schmackhaft zu machen, aber wir geben unser Bestes. Hat in den letzten Jahren aufgrund derer, dass wir uns einfach um den Kleinen kümmern, ein bisschen nachgelassen, aber wir fahren es gerade wieder hoch, unsere kulinarischen Experimente, das sage ich mal vorsichtig. Ich bin allerdings mehr Konsument und weniger der Koch, aber ich will dich nicht unterbrechen, Entschuldigung. Aber das ist genau das, wo ich meine Energie auch in der Freizeit herkriege. Also wenn du mir eine Freude bereiten willst, dann lädst du zu uns zu Hause irgendwie zehn Gäste ein und wenn denen am Ende auch noch schmeckt, was ich ihnen auf den Tisch stelle, dann ist das Jackpot für mein Energielevel. Das hört sich richtig schön an. Also du bist auch ein geselliger Typ und das merkt man auch. Wir haben uns ja, später wird man sagen, klassisch übers Internet kennengelernt. Heute sagen wir, wir haben uns modern über das Internet kennengelernt. LinkedIn war, glaube ich, da der erste Kontakt und du bist mir aufgefallen, auch durch deinen Podcast natürlich. Und wir hatten auch schon teilweise gleiche Podcasts. Das war eigentlich eine schöne Überschneidung. Da haben wir gleich gesagt, wir hacken gemeinsam mal was aus, und so ist das eigentlich entstanden. Und das hat mich beeindruckt, wie du sofort zugegangen bist auf mein Angebot: Lass uns mal zusammen ein Seminar machen. Hast du sofort Ja gesagt, ohne groß zu überlegen. Warum traust du dir zu, wieso hast du so viel Background im Verpackungsbereich? ### Werdegang eines Verpackungsingenieurs Erzähl mal, was vor deiner Selbstständigkeit im Detail war. Ja, also ich bin vor zehn Jahren eher notgedrungen so ein bisschen in die Verpackung reingerutscht. Also ich bin umgezogen zu meiner Frau damals, schon vier Jahre Fernbeziehung hinter mir gehabt, und das wollten wir einfach verkürzen. Und dann bin ich in eine Gegend gezogen, wo ich mich überhaupt nicht ausgekannt habe. Also ich konnte, ich kannte die Firmen vor Ort nicht. Ich war als BWLer ja universal einsetzbar und habe mich dann einfach mal ein bisschen kreuz und quer beworben in unterschiedlichen Branchen und bin dann in einer Wellpappenbude gelandet. Jetzt nicht unbedingt the most sexy product on earth, muss man ganz ehrlich sagen. Aber ich habe es am Anfang ja schon angesprochen. Die Technik dahinter ist einfach das, was es ausmacht. Also das Knowhow, was in so einem Karton drin steckt und dann auch, wie er verwendet wird. Generell die konstruktiven Lösungen in der Wellpappe. Also wenn es jetzt von der quadratisch praktisch guten Schachtel mal weggeht, das ist das, was mich so getriggert hat. Damals auch natürlich das Team vor Ort, was einfach, weil die Wellpappenbranche auch positiv gesehen sehr hemdsärmlich ist und sehr pragmatisch unterwegs ist. Das war einfach so mein Arbeitsumfeld, in dem ich mich wohlgefühlt habe. Und da bin ich dann eingestiegen und habe von einem sehr erfahrenen Außendienstler die Grundlagen des Wellpappenvertriebes beigebracht bekommen. Und wir sind zu zweit fast ein ganzes Jahr draußen unterwegs gewesen. Und von ganz kleinen Industriebetrieben mit 20, 30 Mann bis zu großen Automobilzulieferern habe ich da alles mal sehen können. Und das ist auch was, was ich jetzt auch heute in meinem aktuellen Shop noch so feiere. Im Prinzip jeden Tag beim Kunden draußen Sendungen mit der Maus zu haben, immer neue Betriebe zu sehen, neue Produktionsanlagen zu sehen und mitzukriegen, wie viel Spezialisierung in so einem Betrieb tatsächlich vorhanden ist, dass man ganz, ganz spezielle Produkte produzieren kann und damit erfolgreich sein kann. Und am Ende muss es irgendwann alles verpackt werden. Da kommt dann Verpackung ins Spiel. Genauso ist das. Und das ist auch das, was mich schon seit über 30 Jahren fasziniert. Ich bin ein bisschen älter als du und freue mich, dass auch junge Nachwuchsleute diese Begeisterung spüren, die eigentlich die Verpackungsindustrie, egal ob Industrieverpackung oder Konsumverpackung mit sich bringt. Du sagtest „Sendung mit der Maus“. Das ist sehr niedlich ausgedrückt. In Wirklichkeit ist es teilweise extrem anspruchsvoll. Rechtliche Vorgaben, heute ganz klar im Fokus: Kreislauffähigkeit. Darüber werden wir gleich sprechen. Nachhaltigkeit und das dann mit der doch komplexen Maschinentechnik, die man braucht, und auch ein bisschen Know-how, um dann eine gute Verpackung daraus zu machen, dass wirklich das, was mit viel Mühe produziert wurde, dann auch heile irgendwo ankommt und gut genutzt werden kann. Was genau ist dein Angebot? ### B2B-Verpackungen durch Storytelling erklären Du beschäftigst dich hauptsächlich mit B2B, habe ich verstanden. Ist das richtig? Ja, B2B-Verpackungen, das technische Know-how dahinter, das ist das, was mich gereizt hat. Und ich habe mich jetzt letztes Jahr im September dann selbstständig gemacht mit einem Beratungsprogramm. Ich erkläre das aber immer über eine schöne Story. Und da kann sich dann jeder auch was darunter vorstellen, wenn man jetzt nicht aus der Verpackung kommt. Stell dir, ich weiß nicht, ob du Hotelgänger bist oder ob du lieber mit dem Caravan unterwegs bist, aber es ist letztendlich egal. Stell dir vor, du bist seit 30 Jahren immer wieder an deinem Lieblingsort im Urlaub unterwegs. Du kennst dich aus, du hast dein Lieblingsrestaurant um die Ecke, vielleicht sogar in der zweiten oder dritten Reihe, nicht unbedingt an der Strandpromenade. Also du bist so der lokale Held, kennst dich da aus, weißt Bescheid. Jetzt kommt aber jemand um die Ecke, der nimmt dich an die Hand, schleift dich so ein bisschen ins Hinterland, nimmt dich mit und führt dich zu einem Restaurant, das von außen ziemlich schäbig aussieht. Aber da drin kriegst du die beste Carbonara deines Lebens. Und so sehe ich ein bisschen meinen Job. Egal ob du jetzt neu in der Verpackung unterwegs bist, ob du gerade für deine Produkte auf der Suche bist, noch keine Erfahrung hast, also neu an einem Urlaubsort ankommst oder ob du schon 30 Jahre in deinem kleinen Wohlfühlort dich bewegst. Es macht trotzdem ab und zu mal Sinn, jemanden an die Seite zu bekommen, der so ein bisschen aus den Grenzen, aus deiner Komfortzone heraus sich bewegt und dich dann damit an die Hand nimmt. Und das beschreibt eigentlich das, was ich tue. Ich sehe mich als Matchmaker. Das ganze Wissen der Branche liegt nicht in mir als einer Person, sondern das ist weit verstreut an vielen, weil die Verpackung ist einfach so vielfältig. Das kann man alles gar nicht sich selber draufpacken. Aber es ist wichtig zu wissen, wo liegt das Wissen, wer weiß Bescheid und dann einfach aus einer Helikopterperspektive in die Probleme zu gehen und zu gucken, nicht schon in Lösungen zu denken, sondern wirklich mit einem offenen Ansatz auf die Suche zu gehen. Und du hast es angesprochen, die Verpackungsthemen sind immer komplexer geworden die letzten Jahre. Viele regulatorische Sachen sind dazugekommen. Compliance, Nachhaltigkeitsthemen in allen Facetten. Und für viele kleinere Betriebe ist es eine echte Mammutaufgabe, das gewupft zu kriegen. Da ist auch vielleicht noch nicht das Budget, da jemandem Vollzeit anzustellen für das Thema. Und da ist es ganz interessant, jemanden zu haben, der da als Barringspartner für eine gewisse Zeit, für Projekte oder auch für eine dauerhafte Betreuung einfach mit dazukommt. Und das zu einem überschaubaren Kostenpunkt. Das ist so der Sweet Spot in den Industrien, in denen ich mich bewege. Wieder eine Parallele auch zu unserem Werdegang hier bei Innoform. Wir haben auch so angefangen, haben dann danach einen Testservice gegründet, weil wir dann oft solche Thesen, Hypothesen aus der Kundensicht auch belegen mussten mit Daten. Du hast ein Netzwerk von Partnern, habe ich wahrgenommen und die vernetzt du ein bisschen. Welche Rolle spielt da auch deine Leidenschaft für die Verpackung? ### Kommunikation als Erfolgsfaktor Du bist ein sehr kommunikativer Mensch. Spielt das eine wichtige Rolle für deinen täglichen Job oder ist das nur ein nice to have? Nein, also neben der klassischen fachlichen Expertise, die du in die Projekte ja mitbringen musst, ich würde fast sagen mehr als 70 Prozent ist Kommunikation. Egal, ob das jetzt in den Kundenteams ist, in der Projektgestaltung, aber dann auch in den Bindeglieder oder in der Orchestrierung der Lieferpartner, die du dann mit ins Boot holst, der Entwicklungspartner, der Prüflabore und so weiter. Du hast immer mit Menschen zu tun und diese Menschen an die Hand zu nehmen und zu begleiten und für dein Thema, für dein Projekt, das du gerade im Kundenauftrag ja versuchst, erfolgreich zu machen, zu begeistern. Das ist die hohe Kunst dabei. Und da ist die fachliche Geschichte dann notwendig. Ja, aber spielt eher eine zweite Rolle. Also auch diese Passion. Ich kenne mich ja nun nur aus mit Lebensmittelverpackung hauptsächlich alles, was von der Rolle abgewickelt wird. Also Weltpapier ist für mich so ein bisschen Böhmische Dörfer, ist für mich auch als Hosten etwas andere Situation. Normalerweise interviewe ich nur Leute, wo ich mich auch ein bisschen auskenne in dem Fachgebiet, in dem du interviewst und das macht mir Spaß. Versuch du doch mal aus deiner Sicht die Hauptunterschiede rauszuarbeiten zwischen den Flexpack-Folien für Lebensmittel und dem, was du machst. Weil das ist ja doch eine ganz andere Baustelle, oder? Also es gibt zum einen ganz unterschiedliche rechtliche Anforderungen an die Verpackung. Der Primärkontakt mit Lebensmitteln bringt einfach seine besonderen Bedürfnisse an eine Verpackung mit sich mit. Die hat die Industrie im klassischen Betrieb nicht. Also in einem industriellen Häuser ist es egal, ob das jetzt irgendwelche Stoffe diffundieren aus der Wellpappe oder nicht. Da kommt es nicht so drauf an. Es muss funktionieren. Und dieses Pragmatische, es muss funktionieren, das spiegelt sich so auch in den wichtigsten Kennzahlen meiner Kunden wieder. Da geht es um Produktschutz. Das steht über allem. Dann kommt ganz schnell die Kosteneffizienz. Es wird immer auf einen harten Euro geguckt. Und als drittes drängt sich immer mehr in den Vordergrund die Nachhaltigkeitsaspekte, aber da auch eine, ich nenne es mal, ökonomisch sinnvolle Nachhaltigkeit. Weil die B2B-Kunden, also die Kunden meiner Kunden, sind in den wenigsten Fällen gewillt und bereit, das zu zahlen. Das kippt jetzt gerade so ein bisschen. Und der Druck ist auch bei den Industriekunden angekommen. Aber gerade bei den Lebensmittelverpackungen, und da kennst du dich besser aus, da ist der Druck von den Endverbrauchern einfach deutlich höher, was die Materialauswahl angeht, was auch die Recyclingfähigkeit und den Umgang am End of Life mit den Materialien, mit den Packmitteln angeht. Das kommt jetzt so erst in meiner Branche. Und der zweite Aspekt, den man da berücksichtigen muss, ist einfach die Fallschachteln in der Industrie sind halt immer noch klassisch braun, manchmal außendeckig. ### Kosteneffizienz in der Verpackungsgestaltung Einfacher Kartoffeldruck für ein Logo oder für eine Seriennummer, das muss ausreichen. Kosteneffizienz auch da wieder im Vordergrund. So richtig marketing- und vertriebsfördernde Verpackungen sieht man selten. Das ist aber auch was, wo ich sage, da könnten Industriebetriebe mehr machen und auch mehr aus ihrer Standardverpackung rausholen. Weil letztendlich auch auf der kaufenden Seite meiner Kunden stehen Menschen, die genauso Feuer und Flamme für ihre Produkte sind und auch für die Produkte, die sie einkaufen. Und da ist es egal, ob ich die Produkte im Supermarkt mir in den Wagen stelle oder mittlerweile auf Messen, online, wo auch immer, B2B-Produkte einkauf. Fällt mir spontan eine Geschichte ein, die ich gerade gelesen habe. Da hat also ein Fahrradproduzent ein Fahrrad aufgedruckt auf seinen Karton und die dann verschickt und kam dauernd kaputt an. Und dann hat er dann einen Fernseher draufgedruckt auf die Umverpackung und hatte deutlich weniger defekte Kartons. Ganz interessant, wie so eine kleine Änderung, die eigentlich nichts kostet, außer vielleicht eine neue Druckplatte, Riesenerfolg gehabt hat für ein Unternehmen. Ist das auch etwas, was du machst, wo du so quer denkst, du also auch quasi, wenn es darum geht, Schäden zu verringern oder so etwas? Tatsächlich noch ein bisschen krasser, komplette Verpackungen auch einfach wegzulassen, dass man die Sicht aufs Produkt hat und erkennt, was an sensibler Ware da transportiert wird. Bestes Beispiel Glasterrarien oder Glasscheiben, Duschwandabtrennungen. Wenn man die komplett einpackt, ist das gerade auf der letzten Meile im Parcel Service immer so ein Ding. Wenn ich es gut greifen kann, wird es geschmissen. Das ist so die Graueregelung. Da habe ich das Gefühl, bei vielen Dienstleistern, im Paketdienst. Und wenn man dann einfach die Verpackung transparent lässt, vielleicht auch mal eine Kartonschicht weglässt und eine klare Sicht aufs Produkt zulässt, wird oft die Sensibilität und der Produktschutz oder der sensible Umgang wird viel klarer und viel deutlicher, und dann wird auch sensibler mit den Produkten umgegangen. Also Overpackaging spielt auch in der Industrie eine extrem hohe Rolle, und nicht immer hilft viel – der richtige Ansatz bei den Themen. Jetzt nimm uns mal mit, was sind so typische Entwicklungsschritte? Wenn du jetzt zum Kunden kommst, der hat ein Verpackungsproblem, dann ruft er dich wahrscheinlich an. Er ruft dich ja nicht an, wenn es bei ihm alles läuft. Wie gehst du vor? Was sind so typische Meilensteine vielleicht zu einem Entwicklungsprozess? Was muss man tun oder was muss man mitbringen, um dich anzurufen für eine Unterstützung? Ja, der klassische Einstieg ist tatsächlich über einen Problemfall. Das ist immer blöde, weil ich dann mit aufgeregten Gemütern konfrontiert bin und man muss irgendwie schnell das Feuer austreten können. Und das sind so die Problemlöserskills, die brauchst du am Anfang. Und gerade wenn du einen Kunden neu kennenlernst, ist es wichtig, da schnell eine Lösung parat zu haben. Das sind Einzelprojekte. Viel spannender wird es dann, wenn man ein bisschen in ruhigere Zeit kommt, in eine ruhigere Geschäftsbeziehung, wo man sich die Zeit nehmen kann, um mal tiefer einzusteigen, um mal zu wühlen. ### Verpackung als Unternehmenszielträger Welche Unternehmensziele, die nicht unbedingt primär von der Verpackung berührt sind, also um jetzt mal alles außerhalb von einer Logistik oder einer Packabteilung – sondern zum Beispiel Nachhaltigkeitsreporting oder auch Ergonomieaspekte in der HR-Abteilung. Einfach Programme, die ein Unternehmen aufgebaut hat, um erfolgreich auch neue Mitarbeiter zu bekommen. Wie kann da direkt und indirekt ein Verpackungskonzept darauf einzahlen? Das sind so Sachen, die hat man gar nicht auf dem Schirm. Und da ein bisschen den Leuten die Augen zu öffnen und zu sagen, hey, guckt mal, wie dieses, ich nenne es immer so wie so ein Pilzgeflecht, wo die Verpackung überall in unterschiedliche Unternehmensbereiche reinwächst und direkt oder indirekten Einfluss nimmt. Und das ist eigentlich das Spannende. Und ich habe mit meinem Team dann zusammen, also mit zwei Experten, die sich gerade mit so Prozessoptimierung sehr stark auskennen, mit denen ich da kooperiere, mal Gedanken gemacht. Wenn wir einen Kunden neu kennenlernen und neu in seine Welt eintauchen, haben wir einen gewissen Leitfaden, der ist immer gleich. Das sind so neun Stufen, durch die wir immer gleich durchgehen und an diesen neuen Schritten können wir dann entscheiden, okay, wo setzt der Kunde Schwerpunkte? Ist es wirklich der Euro, der eingespart werden muss? Geht es darum, den Prozess schneller zu machen? Hat er vielleicht ein Problem, Arbeitskräfte im Packprozess zu finden? Also wir lösen uns ganz schnell von dem eigentlichen Material und von der Verpackung selbst und gehen so in die zweite Reihe. Und das eben aufzumachen und diese Welt, diesen Hebel dem Kunden mit in die Hand zu geben und zu sagen, hey, es ist mehr als nur der reine Einkauf und die Stückkosten, die du tatsächlich an Verpackungskosten hast. Das ist so meine Agenda da draußen. Ganz interessant, ich erinnere mich gerade an ein Interview, was ich gerade geführt hatte auf einer Konferenz von uns, wo dann ein großer Folienhersteller gesagt hat auf die Frage, ja, wie spart ihr denn CO2 ein? Da sagt er, ja, wir haben auch Photovoltaik und so was auf dem Dach, aber das bringt eigentlich nicht viel. Was richtig was bringt, ist, wenn wir eine Monomaterialverpackung beispielsweise an einen Kunden empfehlen und der die dann umsetzt und dadurch eine Recyclingfähigkeit gewährleistet wird. Sind das auch Projekte in der Wellpappe? Gibt es da auch schon Tendenzen, dass man sagt, Nachhaltigkeit durch Monomaterial, keine Plastikaufkleber mehr drauf oder so? Oder spielt das alles überhaupt noch gar keine Rolle? Wie weit seid ihr da? Das ist der größte Entwicklungsansatz, der überall im schwebt. Also Monomaterial basierte komplexe Verpackungssysteme zu entwickeln, weil in der Schutzverpackungsindustrie hast du ja immer die Kombination und machst dir unterschiedliche Materialeigenschaften zu Nutze. Also alles in Wellpappe zu erschlagen ist zwar ein Ansatz, ist auch möglich, aber nicht immer der goldene Pfad. Also gerade wenn du zum Beispiel PE-Schäume mit oder auch Faser-Formteile, polsternde Materialien, Multishock-Materialien mit der starren Wellpappe kombinierst oder auch mit Wabe zum Beispiel, dann erhältst du eigentlich einen tollen Mix, der dein Produkt optimal schützt und auch in der Summe die verwendeten Materialien reduziert von einer reinen Grammzahl, die du in so eine Verpackung mit einbringst. Und da kommt es dann schon drauf an. Sind diese Materialien für die Ewigkeit miteinander verbunden, verklebt, verschweißt oder macht es dem Endverbraucher und dem Empfänger der Produkte es leicht, diese Teile wieder zu trennen und ihren eigenen Stoffkreisläufen zuzuführen? Und auch welche Materialien bringe ich rein? Welche Länder liefere ich? Ist in diesen Ländern für jedes Material der richtige Stoffkreislauf auch vorhanden? Es bringt mir ja nichts, wenn ich in Deutschland einen fancy Stoffkreislauf für irgendein Sonderprodukt habe und das realisieren kann. ### Nachhaltigkeit und Recycling-Technologien Aber außerhalb von Deutschland ist es nicht damit. Und das Ganze wird der thermischen Verwertung zugeführt. Das kann man ganz klassisch formulieren. Im Flexpack-Bereich sieht man auch einen großen Trend hin zu neuen Technologien. Man versucht zum Beispiel auch Einfluss zu nehmen auf Recyclingströme und auch Recycling-Technologien, um dann wiederum natürlich den Kreis zu schließen mit Monomaterialien, die dann eben auch wieder vielleicht zu einer Folienverpackung werden könnten, selbst wenn es ein Verbundmaterial ist. Auch BASF macht sich ja zum Beispiel gerade stark, Polyamid-PE doch wieder als Monomaterial vergleichbar einzustufen. Gibt es neue Technologieströme auch bei Wellpappe? Merkt ihr da auch was? Oder sind das eigentlich die klassischen? Und da ist man eigentlich eher noch auf der Stufe, wo man erst mal auf Monomaterial geht. Also der Trend in der Wellpappe ist natürlich immer, die Grammaturen irgendwie zu reduzieren, weniger Material, weniger Rohfaser damit reinzufahren und dann die Welle, die Kombination, die Verleimung so technisch aufzubauen, dass möglichst stabile Verbundmaterialien entstehen, weil letztendlich ist Wellpappe nichts anderes als ein Verbund von mindestens drei Lagen Papier, die technisch so gefügt werden, dass es eine stabile Verbindung gibt. Und dieses technische Know-how entwickelt sich schon weiter. Das Grundprinzip der Wellpappenherstellung ist immer gleich geblieben. Aber auch da, irgendwann ist man da mal am Ende. Also du kannst nicht unendlich weit deine Grammaturen pro Papierband reduzieren. Irgendwann ist Schicht im Schacht. Und dann musst du eben an den Stellen reduzieren, wo das in der Systemverpackung noch möglich ist. Und an anderen Stellen vielleicht ein bisschen aufstocken mit einer Welle, lass es mit Vollkartonage sein, vielleicht sogar mit Holz arbeiten mit Vollmaterial. Und diese Ergänzung, das ist eigentlich das, wovon diese Schutzverpackungskonzepte leben. Also nicht immer in Materialien, in Einzelmaterialien zu denken, sondern offen zu sein für die Kombination von unterschiedlichen Verpackungsmitteln. Ich habe ja früher nicht weit von einer großen Maschinenbaufirma gelebt. Und ich habe dann immer auf dem Hof diese riesigen Holzkisten gesehen, die teilweise mit Antikorrosionspapieren ausgekleidet wurden. Jedes Ding war eigentlich eine Einzelanfertigung, obwohl die Maschinen in Serie gefertigt werden. Sind das bei dir denn tatsächlich auch Serien? Und wie groß muss ich mir so eine Serie, wenn es denn welche gibt, vorstellen für eine Industrieverpackung von Maschinenteilen beispielsweise? Das ist wirklich von einem Stück individuell handgeschnitzt für Sondermaschinen, gerade Medizintechnikprodukte, die schnell mal fünfstellige, sechsstellige Beträge kosten. Da lohnt es sich auch mal, die Entwicklung für ein oder zwei Verpackungen im Jahr anzustoßen. Und das geht hoch bis in die Millionen Stückzahlen, wobei das nicht so unbedingt mein Steckenpferd ist. Bei mir geht es dann wirklich um die, ich sage mal, die Serienfertigung, alles so bis zu 10.000, 15.000 Stück. Das ist so, dass die Range, wo ich mich wohlfühle, wo es Spaß macht, auch schnell zu einer Lösung zu kommen. Weil du musst dir vorstellen, diese ganzen unterschiedlichen Materialien miteinander zu kombinieren, ist auf dem Reißbrett immer ganz einfach. Das ist schnell skizziert und gezeichnet. ### Lieferkettenmanagement bei Industrieverpackungen Aber du hast dann in der Lieferkette vorweg mal schnell 5, 6 Lieferanten, die dann orchestriert gehören. Die müssen zusammen ihre Materialien möglichst stückgenau an einen Ort liefern. Und das ist schon nicht so ganz ohne. Hochspannend. Bei Lebensmittel oder bei Konsumverpackung haben wir ja die Entsorgungskanäle über die dualen Systeme in Deutschland etabliert. In Europa gibt es oft ähnliche Systeme und die steuern heute sehr stark auch Entwicklung und Materialauswahl und Down-Gaging und was es da alles so gibt. Wie funktioniert die Entsorgung denn von solchen Industriegüterverpackungen normalerweise? Gibt es da auch so was wie einen grünen Punkt oder so? Also du hast die ganz normalen Industrie-Recycling-Ströme auch wie bei normalen Verpackungsmaterialien aus der Folie zum Beispiel. Die gibt es genauso wie sie bei den Endverbrauchern. Die blaue Tonne, die gelbe Tonne, die gibt es letztendlich im Industrie-Maßstab halt in größeren Behältern gibt es die auch. Gerade bei der Wellpappe und auch bei Folien zum Beispiel bei der Stretchwickelfolie gehe ich immer von einem Rohstoff aus und es ist kein Abfallstrom, sondern wirklich ein Rohstoff, der wiederverwendet wird, der möglichst auch Sortenreihen gesammelt werden sollte in den Industriebetrieben. Aber das ist die kleinere Baustelle. Also die Betriebe wissen um das Material, was da reinkommt. Wir haben sogar gerade in den kleinen mittelständischen Unternehmen sehr viele Verpackungsmaterialien, die nochmal ein zweites oder ein drittes Mal auf die Reise geschickt werden. Also da besteht schon die Tendenz dazu, sehr ressourcenschonend mit den Materialien umzugehen. Welche Rolle spielen Folien denn bei solchen Industrieverpackungen? Du beschäftigst dich ja mehr mit Wellpappe. Das habe ich richtig verstanden. Aber du hast ja auch einen Blick. Was gibt es da sonst noch? Werden da auch große Mengen eingesetzt oder ist das eher eigentlich nur was, wenn es um Feuchtigkeit oder sowas geht? Ich komme aus der faserbasierten Verpackung, aber ich merke immer, du stößt da ganz schnell an die Limits. Du hast zwar gewisse, ja, nicht mal wasserabweisende, aber die Wellpappe kommt mit Wasser nicht klar. Klar, so beschreibe ich das immer. Aber irgendwann ist Ende. Und dann brauchst du eine Sperrschicht. Und dann bin ich ein Freund von dem Einsatz von Kunststoffen, von Folien, die halt dann wieder im Nachgang sauber getrennt werden können. Ich halte von PE-beschichteten Wellpappelagen zum Beispiel relativ wenig. Du hast dann theoretisch die Möglichkeit, das über einen ganz normalen Wellpappen- oder Eupapierstrom wieder zu recyceln. Aber die Papiermühlen tun sich damit schwer. Und das verlängert einfach die Prozesszeiten in den Papiermühlen, was letztendlich auch die Kosten wieder nach oben treibt. ### Folien-Einsatz für Produktschutz Also das Gelbe vom Ei ist es nicht. Deswegen der gezielte Einsatz von Folien. Das ist das, was eben den Feuchtigkeitsschutz, die Barrierefunktion mit in so eine Verpackung reinbringt. Absolut gerechtfertigt. Und da egal, ob das jetzt eine Haube, ein Seitenfaltenbeutel, die Stretchbügelfolie oder Schrumpffolie, Wärmeschrumpffolie ist, ist egal. Gerade übers Seetransport kommt es eigentlich nicht ohne mit, klar. Das ist einfach so. Hast du vielleicht ein Beispiel mal zur Hand eines erfolgreichen Projektes oder wo du gerade vielleicht Kopf über drin steckst oder so, das ohne jetzt Namen zu nennen, sondern dass du nur uns mal schilderst, wo du so Ansatzpunkte gerade ganz aktuell bearbeitest vielleicht? Ja, also wenn man uns jetzt mal einen klassischen kleinen Industriebetrieb rauspicken, 100 Mitarbeiter, wo einfach die Situation ist, dass krasser Fachkräftemangel in der Region herrscht. Also einfach genug Leute für die richtig wertschaffenden Prozesse zu finden. Das ist gerade deren Baustelle. Und wir haben sehr komplexe Produkte einfach, die hergestellt werden, Maschinenbauteile, die unterschiedlicher in ihrer Kontur und in ihrem Gewicht nicht sein könnten. Und jetzt kannst du dir vorstellen, der Prozess, das sauber zu verpacken und den Produktschutz aufrechtzuhalten, bis es dann bei deren Kunden ankommt, ist extrem manuell arbeitsaufwendig. Man muss, der Packprozess wird in die Länge gezogen. Also du stehst an einem Paket bis zu 10, 12, 13 Minuten. Und das ist einfach ein Ressourcenfresser im Unternehmen aktuell. Und da geht es gar nicht so drum um die Materialien, sondern wie viel Mitarbeiter werden in einer Schicht in diesen Packprozess gebunden? Und gerade wenn die Auftragsbücher voll sind, ist dann die Packabteilung auf einmal das Bottleneck. Und für diesen Industriebetrieb hat die Verpackung null Wertschöpfung. Man muss einfach gewährleisten, dass die Produkte sauber ankommen. Und ja, klassischerweise würde man jetzt sagen, ja, man geht lean an die Sache ran. Man versucht vielleicht mit einer Maschinentechnik und den Ansatz haben wir jetzt auch verfolgt. Aber da kommen wir dann, wenn wir es rein von den Zahlen betrachten, ganz schnell an Limits. Eine Maschine hat ja gewisse Taktung, die muss gefüttert werden. Da müssen mehrere Tausend Pakete am Tag drüber gehen. Und da, das war jetzt so der Eyeopener in den letzten Wochen. Wir haben eine Maschine, die mehrere Tausend Päckchen packen kann am Tag. Wir fahren jetzt knapp 200 Pakete darüber und es rechnet sich trotzdem. Weil eben es einfach schaffen, den Prozess zu standardisieren und nicht mehr acht Stunden am Tag packen, sondern nur noch zwei. Und das in Mitarbeiterstunden gerechnet. Die Maschine, also so einen schnellen ROI habe ich selten in Projekten gehabt. Und da haben wir noch gar nicht so viel an den Kartons geschraubt. ### Optimierungspotenziale erkennen und nutzen Natürlich könnte ich mir jetzt Gedanken machen, von zwei Wellen auf eine zu gehen oder Grammaturen zu optimieren. Aber da sieht man mal, Maschine anschaffen war so in der Diskussionsreihenfolge ganz, ganz hinten gestanden zu Beginn des Projektes. Da hat kein Mensch darüber nachgedacht und alle haben gedacht, OK, welches Packmittel nehmen wir? Müssen wir Luftpolsterfolie nehmen? Nehmen wir jetzt Papierkissen zum Auspolstern und schützen unsere Produkte? Und so einfach mal sich die Zeit nehmen zu sagen, OK, wir lösen uns von allen Denkansätzen, die bisher gedacht wurden. Egal ob von bestehenden Lieferanten, die drin waren, egal von dem Team, das schon seit 20 Jahren mit den Produkten hantiert. Wir holen jetzt jemanden mal, der geht wirklich aus einer ganz, ganz hohen Helikopterperspektive ran. Ein Kollege von mir hat früher immer gesagt, runter kommst du ganz schnell. Wann du deinen Fallschirm öffnest und wann du segeln beginnst, ist deine Entscheidung. Aber das Flugzeug oder der Helikopter muss erst mal ganz oben einstieigen, um eben den Blick auf das Projekt zu bekommen. Und da war es ganz einfach, diese Riesenmaschine auch zu verargumentieren. Würdest du das auch als den Hauptkundennutzen tatsächlich definieren, die hohe Flughöhe, die dann schrittweise tatsächlich gesenkt wird, um dann in die Details abzusteigen? Oder wie würdest du das formulieren? Das klassische Erstgespräch bei mir ist eigentlich immer auch so der größte Hebel. Du glaubst gar nicht, wie oft ich den Satz höre: nicht noch jemand, der mir Packmittel verkaufen will. Genau. Nicht noch jemand, der irgendwie ein tolles Produkt hat, was er mir aufdrücken möchte. Und einfach zu sagen, halt stopp. Wenn das Ergebnis unseres Erstgesprächs ist, dass bei dir alles cool ist und du gut aufgestellt bist, dann bin ich der Erste, der sagt, ich bin nicht der richtige Partner für dich und ich ziehe mich zurück. Und du hast zero invest oder keine Ausgaben, die nicht irgendwie gerechtfertigt werden. Und das Schöne in meinen Projekten ist, ich habe null Verkaufsdruck. Ich muss keine Produkte an den Mann bringen. Das ist auch eine große, ja, müsste ich mir eigentlich ausdrucken und im Büro aufhängen. Ich habe keine Aktien in den Folgegeschäften. Also meine Beziehung zu meinen Kunden, das ist das, worüber ich, also die Beratungsdienstleistung, worüber ich mein Brot verdiene. Und alles, was danach kommt, also die Empfehlungen, welche Lieferanten ich mich mit ins Boot hole, welche Partner ich dem Kunden vorschlag, da habe ich dann keine Aktien mehr drinnen. Das ist dann kein Dreiecksgeschäft mehr, wo unnötig irgendwie ich noch Prozente abgreife, sondern da ziehe ich mich zurück und der richtige Nutzen kommt dann zum Tragen, nämlich in der Direktbeziehung zum Hersteller oder zum Lieferanten. Hochspannend. Du merkst meine Begeisterung auch an den Fragen. Ich bin ziemlich abgewichen mit dem Manuskript, aber es passte einfach auch besser. Du hast mich auch gleich motiviert, mit Seminaren, Webseminaren in dem Fall zu starten. ### Content-Marketing für Verpackungsthemen Also online wollen wir ein bisschen von deinen Ideen auch kommunizieren, damit der eine oder andere vielleicht auch mit eigenen Bordmitteln schon mal was optimieren kann oder so notfalls dich da eben auch engagieren kann. Was sind das für zwei Webseminare? Worum soll es da gehen? Und warum meinst du, ist das auch vielleicht für unsere Klientel spannend? Ja, also goldene Regel ist, je nischiger du ja ein Thema aufgreifst und desto mehr finden Leute es interessant. Und das habe ich mir auch gedacht bei dem ersten Titel. Wir wollen versuchen, einfach mal schwere Industriegüter sicher zu verpacken und im Parcel Service zu verschicken. Schwere Trümmer auf eine Palette bändern kann jeder, wenn es darum geht, bis 31 Kilo schwere Produkte oder vielleicht auch darüber sicher zu verschicken im Karton. Dann hört es bei vielen auf. Und da gibt es eben Techniken, Mittel und Materialkombinationen, die das ganz, ganz leicht machen und auch eine Systematik. Das heißt, selbst wenn die Produkte wechseln und man da ja auch mal kurze Produktlebenszyklen hat, kann man sich mit so einem Standard-Vorgehen, was schwere Produkte angeht, sicher aufstellen. Das ist der eine Block und der andere, der kommt jetzt mehr in deine Nische rein. Die folienbasierten Verpackungen, Primärverpackungen müssen ja irgendwann mal auch auf eine Palette irgendwie in den Supermarkt gelangen. Und da geht es dann um die Sekundärverpackung. Und der Markt, egal ob das E-Commerce oder auch der Point of Sale im Einzelhandel, das hat ja unterschiedliche Anforderungen an solche Sekundärverpackungen. Die müssen gewisse Eigenschaften mitbringen, müssen auch aus gewissen Kosteneffizienzgründen einfach untergeordnet werden. Und wie man da ein schlankes System aufbaut, was auch für die Zukunft nachhaltig, sicher aufgestellt ist, das ist das Thema vom zweiten Seminar, was wir uns rausgesucht haben. Hätte ich dich vor 30 Jahren schon gekannt, hätte ich dich sofort engagiert. Wir hatten damals Rollenware zu verpacken und ich habe damals schon nie verstanden, warum man um Kunststofffolien Stahlbänder wickelt und dann eine Kunststoffstretchfolie wieder drumwickelt, aber eine Pappunterlage nimmt und die Stahlbänder dann noch mal wieder mit so einem Schaumstoff polstert. Also das war für mich damals schon sehr bizarr. Und so was würdest du wahrscheinlich von vornherein erst mal verbessern, nehme ich mal an, und zumindest auch den Prozess vereinfachen, oder? Ja, jetzt hast du einen wunden Punkt getroffen. Jetzt kommt der normale Verpackungsberater innerlich hoch und ich würde jetzt gleich irgendwelche Lösungen pitchen und ich reiß mich dann immer zusammen und zwick mich mir in den Kundentermin in den Arm und sage: Nein, keine Lösungen vorstellen, sondern Fragen stellen, Fragen stellen, Fragen stellen. Und das ist auch das, was viele meiner Kunden vielleicht am Anfang so ein bisschen auf die Palme treibt. Ich bin eher der, der bohrt, der bohrt und auf Fehlersuche geht und nicht gleich mit der Lösung um die Ecke gekommen. Und ja, das würde ich jetzt bei dir auch machen, tatsächlich. Genau so wäre es wahrscheinlich auch richtig. Und ich habe noch nicht gehört, die verpacken das immer noch sehr ähnlich und bemühen sich selber aber eben Monofolien im Markt zu bringen. Das ist ja immer auch ein Folienhersteller und aber die eigene Verpackung haben sie eigentlich noch nie ernsthaft richtig angeguckt. Das ist eigentlich auch wirklich schade. Du, ganz zum Schluss habe ich immer noch so eine Aufforderung an unsere Gäste, so ein Appell an die Branche. Was würdest du gerne den Top-Managern von Industriegütern morgens auf den Nachrichten tickern? ### Spezialisierung als Wettbewerbsvorteil Also der Verpackungsbranche kann ich eines mitgeben: Spezialisiert euch. Wertet klarer in eurer Spezialisierung. Stellt euch nicht so breit auf, dass es Leuten wie mir schwerfällt, den richtigen Partner in die Projekte zu holen. Weil wenn ihr alles könnt, macht ihr euch unattraktiv für Dienstleister und für Berater. Das ist das Allererste. Also je nischiger du unterwegs bist als Packmittelhersteller, umso schöner ist es für jemanden, der da draußen im Markt die richtige Lösung sucht. Und für die Industriekunden da draußen. Ja, schnallt euch an. Ich weiß, ich will jetzt nicht irgendwie schwarzmalen, aber es wird ein wilder Ritt gerade, was die PPWR angeht. Das trifft jetzt nicht nur die Endverbraucherverpackung, sondern auch Industriegüter. Da kommt noch einiges auf uns zu. Und je früher ihr damit anfängt, euch vorzubereiten, umso weniger Stress gibt es dann im Nachgang. Ganz zum Schluss noch ganz kurz: PPWR, was heißt es denn genau? Packaging and Packaging Waste Regulation. So ist es richtig. Zungenbrecher. Ich habe es selber gar nicht so schnell rausgekriegt. Und du meinst, dass die auch für die Industriegüter Relevanz kriegt? Betrifft alle. Ja, den einen mehr, den anderen weniger. Aber gerade auch, was die Timelines angeht, haben wir da unterschiedliche Parameter und unterschiedliche, ja, ich sag mal, Eskalationszeitrahmen. Ja, nichtsdestotrotz auch Kleinbetrieben macht es absolut Sinn aus rein finanziellen Aspekten, sich mal das Ding vorzuknüpfen. Man muss sich ja nicht gleich die 220 Seiten vornehmen. Es gibt da draußen genug Newsletter. Ich biete ja auch einen an, die sich mit dem Thema beschäftigen, um die Sachen aufbereitet zu bekommen. Wichtig ist einfach nur, gerade der Prozess spannend für alle ist noch in der Entscheidung. Also die finalen Dokumente sind zwar in der grundlegenden Fassung auf Englisch beschlossen. Die deutsche Version steht noch nicht hundertprozentig. Da wird es erst noch ein bisschen dauern. Aber dann geht es los und da wird auch ein großer Beratungsbedarf, denke ich, im Markt dann vorhanden sein noch. ### Zusammenfassung und Verabschiedung Das glaube ich auch. Wir sind froh, dass wir dich haben. Max Haschke im Innoform-Podcast. Dankeschön. Danke dir, Karsten. Das war eine weitere Episode vom Innoform-Podcast für mehr Flexpack-Wissen. Mein Name ist Karsten Schröder und wenn Sie auch einmal ein Teil dieser Initiative werden wollen, melden Sie sich gerne bei mir unter ks@innoform.eu. Abonnieren Sie uns, wo immer Sie Podcasts hören und empfehlen Sie uns weiter. Tschüss, bis zum nächsten Mal. **Kategorien:** Allgemein, Inno-Talk, Neuigkeiten, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Industrieverpackungen, Maximilian Haschke, SVa-09-24, SVb-09-24 --- ### [Fachpack 2024 - Episode 1: Morchem, Duoplast, Südpack](https://inno-talk.de/fachpack24-teil-1-morchem-duoplast-suedpack/) **Published:** Oktober 21, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Willkommen zur ersten Folge unseres Podcasts von der Fachpack Nürnberg 2024. In dieser Folge führen wir Sie durch spontane Gespräche über innovative Entwicklungen in der Flexpack-Industrie. **Station 1: Morchem** Interviewpartner: Jürgen Scheperjans ; Thema: Rezyklat-Zertifizierung für Kaschierklebstoffe Kernaussagen: - Nachhaltigkeit wird für Kunden immer wichtiger. Morchem hilft, Verpackungen so zu gestalten, dass sie recycelbar sind. - Rezyklat entwickelt sich zum Industriestandard, obwohl es noch keinen gesetzlichen Rahmen gibt. - Klebstoffe spielen beim werkstofflichen Recycling eine wichtige Rolle, indem sie die Menge an Fremdstoffen minimieren. - Beispiel eines Monomaterials: MDO PE bedruckt und kaschiert mit zertifiziertem Haftkleber. - Der Klebstoff muss hitzebeständig und in der Schmelze dispergierbar sein, um die Recyclingfähigkeit zu gewährleisten. **Station 2: Duoplast** Ansprechpartner: Mika Sang; Thema: Recyclingfolie aus dem gelben Sack: - Verwendung von Systalen, einem Material aus der haushaltsnahen Sammlung (Gelber Sack). - Die Stretch-Folie enthält 30 % PCR und wurde mit dem Deutschen Verpackungspreis ausgezeichnet. - Die Färbung der Folie resultiert aus dem Systalen-Material. - Eine Plug-and-Play-Umstellung auf dieses Material ist möglich, allerdings kann es zu minimalen Leistungseinbußen kommen. - Preislich sind die PCR-Materialien konkurrenzfähig. **Station 3: Südpark** Ansprechpartner: Holger Hoss; Thema: Recyclebare Folien für Spouted Pouches: - Entwicklung eines Konzeptes für Monomaterial Spouted Pouches, die inhouse produziert werden können. - Fokus auf Heißabfüllung und Pasteurisation zur Sicherstellung der Recyclingfähigkeit. - Einsatz von Polypropylen für hitzebeständige Anwendungen. - Zusammenarbeit mit SN Maschinenbau und Menshen für aufeinander abgestimmte Komponenten. - Langfristiges Engagement und Unterstützung bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung. Vielen Dank für’s Zuhören. Wir hoffen, Ihnen hat dieser Einblick in die neuesten Entwicklungen der Flexpack-Industrie gefallen. Bleiben Sie dran für weitere spannende Episoden von der Fachpack Nürnberg 2024. #### Folge uns und verpasse keine Episode Erhalte automatisch neue Episoden auf dein Endgerät. 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Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Dritter Messetag Fachpack Nürnberg. Wir machen einen kleinen Messe-Rundgang hier für die Flexpack-Industrie. Ich freue mich auf einige Termine, die ich gemacht habe mit Flexpack-Vertretern auf der Fachpack hier in Nürnberg 2024. Ich freue mich auf spannende Gespräche und ich nehme sie einfach mal mit. Erste Station, Fachpack Nürnberg, dritter Tag, Morchem. Jürgen Schepperjanz ist mit mir hier im Gespräch. Wir wollen sprechen über Rezyglas-Zertifizierung für Kaschierklebstoffe für die Flexpack. Wofür braucht man das, Jürgen? Naja gut, das Thema Nachhaltigkeitigkeit, das wird natürlich auch für unsere Kunden immer wichtiger. Wir helfen dabei, Verpackungen zu designen, die rezyklierbar sind durch unseren Kaschierkleber. Rezyglas ist ein Zertifikat, was man erwerben kann. Warum habt ihr euch dafür entschieden? Kannst du da ein bisschen Hintergrundinformation geben? Naja gut, das scheint sich jetzt als Standard zu entwickeln in der ganzen Branche, dem viele folgen als solche. Und es gibt noch keinen gesetzlichen Rahmen, aber das ist halt momentan der Stand der Dinge, wo dem alle nicht hinterherlaufen, sondern dem alle folgen und hier auch aktiv sein wollen. Hochspannendes Thema. Ich weiß noch aus meiner Praxis, Kaschierklebstoffe ist unheimlich dünn aufgetragen. Darum geht es ja. Je dünner, desto besser oft. Ein bis vier, fünf Gramm maximal. Spielt das überhaupt eine Rolle beim Recycling? Ja klar, das ist schon sehr wichtig. Je mehr Fremdstoffe du in deinem Verbund drin hast, desto schlechter ist die Rezyklierbarkeit. Und desto schlechter wird da eingestuft. Du hast jetzt bei Recyclern zum Beispiel fünf, sechs Stufen. Und wenn du ein reines Monomaterial hast, hast du zum Beispiel ein A. Und je mehr Fremdstoffe du drin hast, desto weiter rutschst du Richtung E, F. Der Kleber hilft halt dabei, möglichst weit links zu bleiben in der Stufe. Es geht ja hauptsächlich erstmal ums mechanische Recycling in Europa momentan, weil die Kapazitäten einfach da sind. Du hältst hier einen Standbodenbeutel in deiner Hand. Was hat es damit auf sich? Also das hier ist jetzt ein Monomaterial, ein MDO-PE bedruckt, dann kaschiert gegen ein Standard-PE-LD. ### Zertifizierte Kleber für Lebensmittelverpackungen Und dort ist halt unser zertifizierter Kleber. Ist es denn so, dass so ein Material auch auf Standardanlagen konfektioniert werden kann, also geschweißt werden kann? Ja genau, das ist es halt. Es stehen natürlich auch andere Kriterien da. Nicht nur Recyclerbarkeit, sondern erstmal Verbrauchersicherheit, aber auch die Performance soll nicht leiden als solches. Wir haben Abpackmaschinen, das soll alles darauf laufen und darauf ist das natürlich alles ausgelegt. Also Monomaterial Polyethylen, MDO-PE sehe ich da, ist oben drauf, damit man gut drucken kann, nehme ich an. Und die Lage streicht ihr wahrscheinlich auch da mit eurem zertifizierten Kleber ein, oder wie geht das? Ja ja, richtig, genau. Also das Material ist ja ein relativ neues Material, sagen wir mal so, aber es ist maschinengängig. Es dehnt sich nicht beim Druck oder bei der Kaschierung als solches. Es ist auch noch ein bisschen hitzebeständiger als ein Standard-PE. Von daher lässt es sich ganz gut verarbeiten mittlerweile. Was müsstet ihr denn an eurem Klebstoff modifizieren, damit er diese Zertifizierung zusammen mit diesem Monoaufbau überhaupt bekommt? Ja gut, man muss natürlich schon darauf achten, was passiert beim Recyclieren, beim Regranulieren, beim Homogenisieren und dann beim Filmblasen als solches. Was passiert beim Extrudieren? Sind da Gelpartikel? Verfärbt sich der Kleber oder das Granulat als solches am Ende des Tages? Und da muss man halt ein bisschen mit den Zutaten spielen, Salz und Pfeffer ein bisschen anpassen, dass halt der Kleber diese Kriterien erfüllt. Also Hitzebeständigkeit muss da sein, er muss sich irgendwie dispergieren, am besten irgendwie in der Schmelze dann nachher beim Regenerieren. So habe ich das richtig verstanden. Ja, ja, genau, richtig. Und wenn du nachher auch einen dünnen Film wieder blasen willst als solches, und du hast ja Partikel drin, das geht natürlich gar nicht. Die meisten Filmersteller bekommen schon Bauchschmerzen, wenn sie den gleichen Rohstoff vom anderen Hersteller einsetzen müssen. Und wenn du dann ein Rezyklat einsetzen musst und du weißt nicht, was da drin ist, oder hast ja auch kein Approval, sagen wir jetzt mal von etwas Unabhängigen wie Recyclers, wo halt alle Fakten, Kompetenzen vereint sind, dann wird es natürlich schwierig. Hochspannend, wie erkenne ich als Recycler denn vielleicht oder als jemand, der Rezyklat einsetzt, ob es ein guter oder ein schlechter Kleber war, kann ich das sehen, muss ich da ins Labor, wie geht das? Naja, das siehst du am Ende des Tages, siehst du auf deiner Blasfolienanlage und was da rauskommt. Aber du hast ja die Sicherheit, wenn du einen fully approved Kleber einsetzt, dass da eigentlich nichts passieren sollte. Ist da auch das Ziel, Post-Consumer-Recyclate herzustellen oder seid ihr erstmal nur bei In-Production-Waste, also das, was Produktionsabfälle, Ausschuss usw. sind? Da spricht man ja auch durchaus von über 10%, die während der Produktion schon anfallen können, ne? Ja, richtig. ### Regranulat-Beimischung: Recycling in Produktion Ich meine, klar, das kann dann auch direkt wieder in den Prozess reingehen als solches, aber unterm Strich sprechen wir natürlich auch von Endverbraucherverpackung. Und das Ziel ist tatsächlich, aus dem Beutel irgendwie wieder ein Beutel zu machen? Richtig, genau. Also das ist natürlich nicht so, dass dieser Beutel wieder genau dieser Beutel wird, aber du kannst es beimischen. Bis zu 25% kannst du einen Regranulat aus diesem Beutel wieder beimischen und einen frischen für Lebensmittelverpackung herzustellen. Würde man sogar das Rezyklat in das MDO-PE mit einfahren oder eher auf die dicke Siegelschicht gehen? Nein, eher auf die Siegelschicht. Vielen Dank für diesen kurzen Einblick in eure neue Entwicklung, viel Erfolg damit. Ja, danke schön, hat mich sehr gefreut. Fachpack 2024, zweite Station Duoplast, Mika Sang ist hier mein Gesprächspartner. Wir sprechen über Rezyklätfolie tatsächlich. Also aus dem gelben Sack macht ihr dieses wunderbare Material. Was ist das überhaupt für ein Material? Fangen wir da vielleicht mal erstmal an. Also das Spannende ist hier, dass wir erstmalig ein Material einsetzen, Systalen, kommt vom grünen Punkt, was eben den Ursprung aus der haushaltsnahen Sammlung hat. Das heißt, das ist aus dem gelben Sack, aus der gelben Tonne. Und war sehr, sehr schwierig, das in eine Transportverpackung reinzubekommen, weil wir eben ein sehr, sehr reines LLDPE brauchen in der Folie. Und das ist uns jetzt hier gelungen. Die Folie hat 30% PCR-Anteil, wird dann perspektivisch auch ausgestockt im Einblick auf die PPWR und so weiter. Und ja, ist eine schöne Möglichkeit, wirklich den Kreislauf zu schließen und für uns ein innovatives Produkt, was jetzt eben auch mit dem deutschen Verpackungspreis geehrt wurde. Hochspannend, Kreislauf-Fähigkeit, wie man sie sich wünscht. Diese Folie ist ein bisschen eingefärbt oder macht das Systalen das selber, diese Farbe? Wie kommt die Farbe zustande? Das kommt durch das Systalen. Also im gelben Sack werden verschiedenste Müllarten, sage ich mal, entsorgt. Und dadurch hat das Granulat, dieses Systalen-Granulat, eben diese grüne Einfärbung, diese dunkle Einfärbung, kommt dann immer auf die Dosierung an. Bei 13% kann man noch relativ gut durch die Folie schauen. Perspektivisch soll der Anteil erhöht werden. Da wird es dann beispielsweise ein bisschen schwieriger mit Scannen von Codes durch die Folie. Aber die Einfärbung kommt ganz klar eben durch diese Sammlung aus dem gelben Sack. Gibt es irgendwelche Einschränkungen, wenn jetzt jemand umstellen möchte auf dieses Material von 100 % Frischware auf 30 % Rezyklat-Anteil? Oder kann der das einfach so die Rolle drauflegen und los geht’s? ### Plug-and-Play-Stretch-Anlagen-Integration Also das Schönste ist natürlich das Plug and Play. Das ist uns hier in dem Fall tatsächlich gelungen. Das liegt aber auch eben an der Maschinentechnik. Also es ist oft ein Zusammenspiel. In dem Fall hatten wir eine sehr, sehr gute neue Hauben-Stretch-Anlage. Im Fall von Signode, Lachenmayr. Da ist es uns gelungen, mit ein paar kleinen Einstellungen im Grunde die Folie zum Laufen zu bekommen. Natürlich muss man sagen, dass im Vergleich zu neuem Material die Performance minimal beeinträchtigt werden kann. Das muss man aber individuell prüfen. Also wie sind die Ideenraten, wie wird die Folie verarbeitet? Und es kommt darauf an, in dem Fall hatten wir es sehr, sehr leicht. Wir hatten es sehr, sehr leicht oder sehr, sehr gut. Da war die Verarbeitung problemlos möglich. Wie sieht das aus mit der Preisstellung? Es gibt viele, habe ich hier auf der Fachpack auch schon gesprochen, ja, wir würden gerne, aber ist noch zu teuer. Kommt ihr jetzt wirklich mit einer wettbewerbsfähigen Folie? Oder ist es immer noch, ich sage mal, vom Gesetzgeber getrieben, dass wir Rezyklat einsetzen müssen jetzt ja irgendwann, laut PPWR? Da sind wir eigentlich relativ gut aufgestellt. Also die PCR-Materialien sind natürlich minimal höher. Das ist definitiv so. Auch im Extruder sorgt das eben für Themen. Da muss man dann schauen, was die Reinigung betrifft, die Zyklen und so weiter und die Produktionsgängigkeit. Aber grundsätzlich ist es nicht so, dass man hier von exorbitanten Preiserhöhungen spricht. Also das ist relativ auf einem Niveau, wo man dann auch wettbewerbsfähig sein kann. Vielen Dank für das kurze Interview, Mika. Nächste Station, Fachpack 2024, Firma Südpack. Holger, hast du das mit mir hier? Wir gucken uns an, Recyclable Film vor Spouted Pouches. Was hat es damit auf sich? Ganz genau, hier bieten wir quasi ein Konzept an, wo wir Spout, Folie und Verpackungsmaschine optimal aufeinander abgestimmt haben, sodass wir Monomaterial im Grunde im Hause herstellen können, die Spouted Pouches und somit das Konzept der Premade Spouted Pouches ersetzen können. Das ist ein hochspannender Ansatz. Wir haben das auch eingebaut in die Pouch-Konferenz in Wien jetzt im November. ### Monomaterial-Konzept und Eigenproduktion Da wird Lutz sprechen. Was wird sein Thema sein? Man spricht ja nicht nur über Monomaterial, sondern ein ganz neues Konzept, oder? Genau, da geht es im Grunde genommen darum, dass Lutz mal erklären wird, wie das Konzept aufgebaut ist, wie die Materialien optimal aufeinander abgestimmt sind, sodass der Kunde im Grunde an der Wertschöpfung hier auch partizipieren kann. Er kann selber Beutel im eigenen Hause produzieren, verstehe ich das richtig? Ganz genau, das ist quasi das Konzept dahinter, dass wir in-house die Beutel herstellen können und somit nicht mehr auf die Premade Pouches zurückgreifen müssen. Wir hatten gerade einen Inno-Talk zum Thema Beverages in Pouches, da war eine Wortwolke und da waren wir alle erschrocken, wie wenig Beverages eigentlich noch in Pouches sind. Da kamen dann Milch und Säfte und so etwas. Woran denkt ihr? Sind das auch Beverages oder macht ihr was anderes? Prinzipiell geht es darum, dass wir im Grunde mit diesem Konzept auch von der Konzeption der Filmstruktur darauf abbilden, dass wir auf Hotfilling und Pasteurisation zurückgreifen. Also das Schwierige gleich zu Anfang mit eingebaut und das ganze recycelbar mit Monomaterial? Ganz genau, diese Folienkonzepte sind auf PP basiert, vom Spout über die Folie und somit vollständig recycelbar. Habt ihr Polyethylen und Polypropylen oder macht ihr nur Mono-Polyethylenbeutel? In diesem ersten Schritt konzentrieren wir uns hier auf Polypropylenbeutel, sodass wir dort auch für diese Hitzeanwendungen sehr gute Lösungen dem Kunden bieten können. Ist das eine Standard-Konfektionsanlage, wo dieses Material verarbeitet werden kann, oder sind das Spezialanlagen? Das sind quasi speziell darauf abgestimmte Anlagen, wo sie sich aber auch eignen für überschaubare Mengen. Also es muss nicht gleich zu Beginn exorbitant große Mengen sein, sondern man kann dort auch darauf zurückgreifen, dass wir irgendwo in dem niedrigen Bereich dann auch die Wertschöpfung kommerziell sinnvoll ins Haus holen können. Bei welcher Stückzahl pro Jahr geht das ungefähr los? Was würdest du schätzen? Wo macht das Sinn? 10.000 wird zu wenig sein, aber es müssen auch vielleicht nicht 10 Millionen sein, oder? Genau, also das ist immer ganz individuell, auch auf Größe vom Spout und auch auf die verschiedenen Druckdesigns etc., Formate. Da kommt es immer so ein Stück weit drauf an, da geben wir dann gerne auch Unterstützung gemeinsam mit unseren Partnern, um dort so eine Wirtschaftlichkeitsberechnung auch durchzuführen. Apropos Partner, ihr seid keine Maschinenbauer und keine Spritzgießer. Wer liefert Spout? Wer macht die Maschine? Genau, das Konzept basiert auf SN Maschinenbau, Menesan im Spout und uns als Folienpartner, sodass wir hier wirklich aufeinander abgestimmte Komponenten haben und so dem Kunden auch das Prozessrisiko minimieren können aufgrund dieser gemeinschaftlichen Entwicklung. Stelle ich mir mal vor, ich mache jetzt Hafermilch, bin Start-up, habe 50.000 Pouches pro Jahr im Moment schon, die ich abfüllen würde. Ich will weg vom Tetra Pak vielleicht hin zum Pouch. Bin ich da bei euch richtig? Was muss ich tun, damit ich so eine Maschine kriege? ### Langfristige Partnerschaftsentwicklung und Kundenlösungen Genau, dann meldet ihr euch einfach bei uns und wir bauen gemeinsam ein Konzept auf. Also unabhängig davon, was reinkommt, erst mal ganz frei fragen, gucken, ob es geht. Hotfilling habe ich verstanden, Polypropylenbeutel mit Polypropylen-Spout wahrscheinlich und das Ganze aus einer Hand mehr oder weniger. Ist das eine langfristige Bindung oder kann man da auch nach einem Jahr oder zwei Jahren sagen, jetzt will ich nicht mehr, hat man einen Flop, ich gehe wieder raus? Wir haben dort unternehmenstrategisch immer langfristige Bindungen im Auge und basieren darauf auch die Entwicklungsaktivitäten, und somit können wir dort schon von längerfristiger Zusammenarbeit sprechen, natürlich. Super Sache, wünsche euch viel Glück damit, danke dir. Sehr gut, herzlichen Dank, gute Messe noch. Dankeschön. **Kategorien:** Allgemein **Schlagwörter:** FachPack, Podcast --- ### [Fachpack 2024 - Episode 2: Wipf & Coim](https://inno-talk.de/fachpack24-episode-2-wipf-coim/) **Published:** Oktober 28, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **Innovationen und Nachhaltigkeit in der Flexpack-Industrie** Die Fachpack 2024 in Nürnberg ist ein bedeutendes Ereignis, auch für die Flexpack-Industrie, und in der zweiten Episode unserer Serie haben wir spannende Einblicke von zwei Unternehmen im Gepäck: Wipf und Coim. In diesem Blogartikel fassen wir die wichtigsten Themen und Innovationen zusammen, die in den Interviews mit Stefano Di Maiolo von Wipf und Frank Rheinisch von Coim besprochen wurden. ### Nachhaltige Technologien bei Wipf **Ultraschall-Siegeltechnologie und Monomaterialien** **[Stefano Di Maiolo](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=78708)** von Wipf wird auf der 8. Europäischen Pouch-Konferenz in Wien über die Vorteile der Ultraschall-Siegeltechnologie sprechen, insbesondere im Zusammenhang mit Monomaterialien und deren Recyclingfähigkeit. Diese Technologie bietet erhebliche Vorteile in der Verarbeitbarkeit und Maschinengängigkeit, was sie zu einer umweltfreundlichen Alternative macht. **Lösemittelfreie Triplex-Kaschiertechnologie** Eine der spannendsten Neuheiten, die Wipf auf der Fachpack 2024 präsentiert, ist die Einführung einer lösemittelfreien Triplex-Kaschiertechnologie. Diese Anlage wird ab Oktober 2024 bei Wipf installiert und soll die CO2-Emissionen erheblich reduzieren. Stefano betont, dass dies ein wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit ist und dass die ersten Tests und Optimierungen der Maschine bald beginnen werden. **Science Based Targets Initiative (SBTi)** Wipf hat sich der Science Based Targets Initiative (SBTi) angeschlossen, um ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Stefano erklärt, dass Wipf bereits die Ziele für Scope 1 und Scope 2 erreicht hat, die direkte und indirekte Emissionen umfassen. Der Fokus liegt nun auf Scope 3, das die gesamte Lieferkette betrifft. Dies ist besonders wichtig, da der größte Teil der Emissionen in der Lieferkette entsteht. ### Coim’s Expansion in den Druckfarbenmarkt **Integration von Druckfarben (Inks**) Frank Rheinisch von Coim erläutert, warum das Unternehmen beschlossen hat, Druckfarben in ihr Portfolio aufzunehmen. Die Entwicklung von PVC-freien Systemen und die Nachfrage nach High-Performance-Druckfarben haben zu einem Anstieg von Polyurethan-basierten Druckfarben geführt, die perfekt zu Coim’s chemischem Know-how passen. **Bedeutung von Coatings** Coatings spielen eine immer wichtigere Rolle in der Flexpack-Industrie, insbesondere bei der Entwicklung von Monomaterialstrukturen. Frank erklärt, dass Coatings heute nicht nur optische Effekte bieten, sondern auch Barriereeigenschaften und Recyclingfähigkeit verbessern müssen. Coim arbeitet daran, ihr Portfolio an funktionalen Coatings kontinuierlich zu erweitern. **Recyclingfähigkeit und Klebstoffe** Ein weiterer Schwerpunkt von Coim liegt auf der Verbesserung der Recyclingfähigkeit ihrer Klebstoffe. Frank betont, dass die Klebstoffe den Recyclingprozess nicht negativ beeinflussen dürfen. Coim hat bereits mehrere Systeme zertifiziert und arbeitet weiter daran, die Recyclingfähigkeit ihrer Produkte zu optimieren. ### Schauen Sie mal rein: **Folge uns und verpasse keine Episode** [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) ### Verwandte Episoden - [Fachpack 2024 – Episode 1: Morchem, Duoplast, Südpack](https://inno-talk.de/fachpack24-teil-1-morchem-duoplast-suedpack/) - [Fachpack 2024 – Episode 3: PPG group, Neemann & Labelisten](https://inno-talk.de/fachpack24-episode-3-ppg-group-neemann-labelisten/) - [Innovationen und Herausforderungen bei Spouts – Einblick in die Innoform-Podcast-Episode mit Pöppelmann](https://inno-talk.de/innovationen-und-herausforderungen-bei-spouts-einblick-in-die-innoform-podcast-episode-mit-poeppelmann/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Dritter Messetag Fachpack Nürnberg. Wir machen einen kleinen Messe-Rundgang hier für die Flexpack-Industrie. Freuen sich auf einige Termine, die ich gemacht habe mit Flexpack-Vertretern auf der Fachpack hier in Nürnberg 2024. Ich freue mich auf spannende Gespräche und ich nehme sie einfach mal mit. Nächste Station Wipf. Ich spreche mit Stefano. Stefano, du wirst vortragen in Wien bei der Pouch-Konferenz zum 8. Mal. Sprechen wir dort über Pouches. Was hast du dafür mitgebracht? Ja, hallo. Ich freue mich drauf auf die Konferenz, muss ich ganz ehrlich sagen. Der Fachaustausch ist sehr wertvoll stets bei diesen Konferenzen. Wir werden uns primär mit dem Thema Ultraschall-Siegeltechnologie im Zusammenhang mit Monomaterialien beschäftigen. Wir werden im gleichen Zusammenhang auch alles, was irgendwo das Thema Recyclingfähigkeit tangiert, mit einbauen. Also auch preisgeben, was wir als Firma dort tun. Wir haben jetzt gerade an der Fachpack hier eine Weltneuheit zu präsentieren. Wir werden die erste Triplex-LF, lösemittelfrei, Kaschiertechnologieanlage installieren ab Oktober bei uns im Hause. Auch das rein aus Nachhaltigkeitsgründen. Und das sind alles Themen, die ich anschneiden werde und hoffe dort auf interessante Rückfragen zu dem Ganzen. Wir haben eben im Vorgespräch schon über Scope 1, Scope 2, Scope 3 gesprochen. Du hast gesagt, ihr seid fertig mit Scope 1, Scope 2. Was meinst du damit? Das Ganze basiert auf SBTI, Science Based Target Initiative. Das ist ein Programm, da meldet man sich an sozusagen und stellt sicher, dass man seine Ziele zum Treibhausgasausstoß bis in eine gewisse Zeitperiode erfüllt. Sprich Minimierung, Reduzierung, Net Zero ist das Ziel, also bis auf Null. Das Ganze geht bis in den Zeitrahmen 2045, 2050 rein. Scope 1 und Scope 2 betreffen direkten Ausstoß. Also was habe ich in meiner Fabrik, durch meine Produkte, aber auch in meinem eigenen Maschinenpark oder auch Kfz-Park zum Beispiel. Also auch indirekt, aber trotzdem irgendwo von mir direkt beeinflussbar. Habe ich nur E-Autos, aber habe ich Benziner, spielt da alles mit rein in Scope 1 und Scope 2. Scope 3 betrifft die gesamte Lieferkette. ### Scope 3 Emissionen und Nachhaltigkeitsziele Und wir wissen, SBTI, die Organisation, weiß, der größte Teil des Ganzen findet in Scope 3 statt. Das bedeutet, der größte Ausstoß findet nie statt auf Ebene der eigenen Fabrik. Und das betrifft dann auch nicht nur uns, das berichten doch die Nestlés und Unilevers und Mars dieser Welt. Sondern sie müssen an der Lieferkette arbeiten und sicherstellen, dass dort der Ausstoß minimiert wird, um diese 70–80 % Gesamtaustoße an Fällen, die in dem Bereich liegen, eben auch weiter zu reduzieren. Und wir sind Scope 3 für unsere Kunden. Das bedeutet, wir müssen an unserem Ausstoß arbeiten, um sicherzustellen, dass sie ihre Ziele erreichen können. Das ist ja eine hochspannende Sache. Du willst ja auch sprechen über Ultraschall. Jetzt nehmen wir die beiden Dinge doch mal unter die Lupe. Ultraschall zum einen und zum anderen das lösemittelfreie Kaschieren. Ist das beides Scope 3 und wie bewertet ihr das in dem Zusammenhang? Für uns ist das alles beides Scope 1. Für unsere Kunden wird das Scope 3 sein, weil einfach der Gesamtausstoß der Firma Wipf und die Produkte, die die Firma Wipf an X, Y liefert, runtergehen wird durch das Ganze. Der Ausstoß und Science-based Target Initiative würde ich nicht so sehr in Zusammenhang bringen mit der Ultraschall-Siegeltechnologie. Die Ultraschall-Siegeltechnologie wenden wir an, primär um Verarbeitbarkeit, Maschinengängigkeit bei den Kunden zu gewährleisten. Wir haben festgestellt, dass die Siegeltechnologie Vorteile bietet, zum Beispiel was die Planlage angeht bei Beuteln als Beispiel. Das bedeutet, das bezieht sich eher darauf, dass Dinge, die man sich vornimmt und die positiv für die Umwelt sind, Monomaterialien, am Ende auch maschinell umsetzbar sind beim Kunden. Würde ich nicht so sehr Science-based Target Initiative mit reinbringen. Lösemittelfreiheit bei der Kaschierung hingegen ist ein ganz klarer, ein riesen Unterschied. Es werden weniger CO2-Emissionen ausgestoßen dadurch, dass lösemittelfreie Klebstoffe in der Kaschierung angewendet werden im Vergleich zu einem gleichwertigen Produkt, das mit lösemittelhaltigen Klebstoffen gemacht wird. Insgesamt ist es ja sogar auch so, dass lösemittelfreie Klebstoffe dünner aufgetragen werden, dass man halt weniger Klebstoff drin hat. Seht ihr auch dann schon oder schaut ihr schon darauf, wie ist die Recyclingfähigkeit von diesen Klebstoffen, die wir dann lösemittelfrei kaschieren? Oder geht es erstmal nur darum, die Lösemittel rauszunehmen und Recyclingfähigkeit kommt dann später? Wie seid ihr da im Moment aufgestellt? Natürlich denken wir daran, aber um ganz ehrlich zu sein, die Maschine wird nächsten Monat erst aufgestellt. Wir wissen auch, dass wir uns rantasten müssen. Wir werden auch nicht mit vierfach verbundenen, sterile, pharma, medical beginnen. Also ich nehme jetzt irgendein Segment, was einfach sehr, sehr komplex ist, sehr anspruchsvoll ist. Ganz bestimmt nicht, sondern es ist schon so, um ehrlich zu sein, der erste Schritt wird sein, lasst uns Lösemittel reduzieren. Und dann schauen wir, welche Spezifikationen wir damit tangieren können. Natürlich planen wir so viel wie möglich Triplex-Spezifikationen, sprich irgendwo eine Barriere-Schicht, irgendwo eine Siegelschicht sowieso, aber auch irgendwo eine Druckschicht mit einzubauen. Also irgendwo, um die Grenzen und die Vorteile der Maschine auch maximal auszunutzen. ### Triplex-Verbund mit doppelter Kleberschicht Bei einem Triplex-Verbund habe ich zwei Kleberschichten ganz klar, habe also doppelt eingespannt, wenn ich auf Lösemittel verzichten kann. Wie der Klebeauftrag sein wird, wie wir Verbundhaftung sicherstellen, welche Menge Klebeauftrag sein wird. Auch die finalen Kleber, natürlich sind wir da tief drin, aber entschieden wird es, wenn die Maschine aufgefahren wird und wenn positiv getestet wird. Das heißt wirklich Step-by-Step, erster Schritt Lösemittel runter, alles andere, was du gerade genannt hast, auf jeden Fall mit dem Fokus, ist aber nicht der erste Schritt. Vielen Dank für diese tollen Ausführungen, ich freue mich auf Wien im November. Dankeschön. Danke ebenfalls. Nächste Station Fachpack 2024, Wipf & Coim, mein ehemaliger Arbeitskollege Frank Reinisch ist Geschäftsführer in Deutschland von der Unternehmung. Wir stehen hier nicht nur vor dem Bild von Farben, sondern hier steht auch etwas von Inks, Frank. Frank, ihr habt euch mutig gezeigt und habt auch die Inks mit ins Portfolio genommen. Was ist der Grund? Genau, wir bereiten uns da aus. Wir sind ein klassischer Klebstoffhersteller bzw. von der Grundchemie sind wir Polyurethan- und Polyesterhersteller. Das passt mit den Mehrkomponenten-Systemen immer gut zusammen. Die Druckfarben sind immer Partner von uns gewesen. Also in jedem Verbund, entweder wird ein Verbund außen bedruckt oder in Zwischenlagen bedruckt und unser Kleber ist auch in Kontakt damit. Von daher sind wir immer schon in Kontakt gewesen. Wir haben auch immer schon Kohlbindemittel die ganzen Jahre vorher gemacht. Aber die Vielfalt der Druckfarben war ja sehr breit von PVC, NC-Farben, PVB-Farben und das ist nicht unser Metier gewesen, ganz ehrlich. Mit der Änderung, dass PVC-freie Systeme in den Markt gekommen sind und man nach Alternativen gerade im High-Performance-Bereich gesucht hat, sind Polyurethan-basierte Druckfarben aufgekommen. Das ist unsere Chemie, das ist unsere Basis, wo wir die Rohstoffe haben, das Know-how haben und das Gleiche eigentlich für die Klebstoffe nutzen. Und da haben wir eigentlich die Chance gesehen, dass wir da jetzt einsteigen könnten und auch den Markt damit unterstützen können. Es sind ja wahnsinnige Umbrüche im Moment im Verbundfolienbereich zu beobachten. Viele entwickeln Monomaterialstrukturen und im Vorgespräch hast du mir schon verraten, dass auch Coatings bei euch eine zunehmendere Bedeutung bekommen. Warum? Was müssen Coatings heute mehr können, als was sie früher konnten und warum wächst das? Coatings waren ja in der Vergangenheit klassische Overprint-Vanische, also Schutzlacke, die noch irgendwelche optischen Effekte hatten. Mud, Glanz oder irgendwelche Lacke oder irgendwelche Siegellacke. Wenn wir jetzt von Mono verbunden sprechen, sprechen wir ja nicht unbedingt nur von Monostrukturen, das können ja trotzdem Laminate sein. Das heißt, unsere Klebstoffe sind immer noch involviert, müssen ja immer noch mehrere Materialien zusammenbringen. Dann aber weniger vielleicht Strukturen, wo jetzt Aluminium, Polyester und ein PE zusammen kaschiert wird, sondern wo dann ein MDOPE oder mit einem entsprechenden Siegel-PE zusammen kommt. ### Barriereschichten und Coating-Lösungen Aber es fehlt ja dann vielleicht eine Schicht wie ein Aluminium oder was man früher hatte, wo eine Barriere involviert war. So, und jetzt muss man halt gucken, wenn ich das raushaben will. Ich kann ja aber nicht darauf verzichten. Ich will ja mein Lebensmittel schützen und ich will ein gewisses MID erzeugen. Und ich muss aufpassen, dass ich da ja nicht schlechter werde. Und von daher kommen da die Coatings auch mit rein. Coatings haben wir schon seit über 20 Jahren auch im Programm, mehr in dem klassischen Bereich. Aber haben jetzt auch dann Coatings, die dann Zusatzfunktionen haben, neben der Optik, neben der Siegeleigenschaft, dann halt auch noch ein bisschen Barrierewirkung. Das kann man auch für Folien nehmen, wie auch für Papier nehmen. Das sind verschiedene Produkte, die wir da auch im Angebot haben und das Portfolio bauen wir immer weiter aus. Ist die Chemie von den Farben, den Coatings und den Klebstoffen dann alles vorzugsweise Polyuretan, Polyesterchemie oder wo ist da der gemeinsame Nenner? Genau, das wäre uns am liebsten, dass wir Material nicht zukaufen müssen und dann nur durchreichen. Wir brauchen eine gewisse Veredelungstiefe und würden unser Know-how natürlich auch dafür nutzen. Und das gelingt uns in den Klebstoffen zu 100 Prozent. In den Lacken ist es immer noch ein Mix. Und in den Farben, wo wir unseren Fokus darauf geben, auf die reinen Polyuretan-Druckfarben, dann können wir dann auch komplett unsere Chemie mit einbringen. Wie sieht es aus bezüglich Recycling-Fähigkeit? Wenn ihr jetzt diese Polyuretan-Systeme, Farbe, Coatings und Klebstoffe vielleicht in einem Monomaterial verbunden habt, wird er dadurch denn trotzdem besser recyclefähig? Ja, wir haben neue Eigenschaften, die wir brauchen. Auch die Klebstoffe müssen sich weiterentwickeln. Auch wenn wir jetzt in diese Monoverbunde reingehen und trotzdem noch laminieren und der gesamte Verbund muss dann recycelt werden, dann muss der Kleber das auch mitmachen. Das heißt, wir haben auch eine neue Eigenschaft für die Klebstoffe, dass diese Klebstoffe den Recycling-Prozess nicht zu stark negativ beeinflussen. Und da sieht man deutliche Unterschiede. Und da waren wir die letzten Jahre auch dabei, zu gucken, was beeinflusst das eigentlich positiv oder negativ. Das sind schon große Schritte. Wir haben jetzt bei Recyclarz aktuell vier Systeme zertifiziert und sind auch weiterhin noch dabei. Es ist halt ein langer Prozess, der über mehrere Monate dauert, aber das ist im Prinzip eine Eigenschaft, die in der Zukunft wahrscheinlich für alle Klebstoffe, außer vielleicht im Speziellen, wo dann nur noch High-Performance-Verbunde, wo auch noch klassische Materialien wie Aluminium verarbeitet werden oder ein anderer Materialmix verarbeitet wird, einfach ein Muss ist, dass man auch diese Recycling-Fähigkeit hat. Hochspannend, also nicht nur mehr Barriere in die Coatings, sondern auch Recycling-Fähigkeit berücksichtigen und das sowohl mit Farbe als auch mit Klebstoffen ist so ein bisschen das Resümee, was ich mitgenommen habe. Gerade bei den Farben, wo du es noch ansprichst, ist es ja auch so, dass es von den Richtlinien so ausschaut, dass eine Polyurethan-basierte Druckfarbe eine bessere Recycling-Fähigkeit hat als eine Nitrozellulose-basierte. Und da gibt es ja immer noch den Mix, wie viel noch von der Nitrozellulose auch in PU drin sein kann. Wir sprechen da von PU-NC, NC-PU-Systemen. Aber unser Ziel ist eigentlich, auf reine PU-Systeme zu kommen, da eine komplette Range für den Tiefdruck, für den Flexo-Druck anzubieten. ### Monosolvent-Basis für Marktkompatibilität Und wenn es geht, auch noch auf Monosolvent-Basis, weil das auch viel von den Anlagen, die im Markt sind, dass da noch besser verarbeitet werden kann. Vielen Dank für den kurzen Einblick hier in diese komplexe Welt der drei Systeme. Vielen Dank, Karsten. **Kategorien:** Allgemein --- ### [Fachpack 2024 - Episode 3: PPG group, Neemann & Labelisten](https://inno-talk.de/fachpack24-episode-3-ppg-group-neemann-labelisten/) **Published:** November 3, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **Innovationen und Herausforderungen in der Flexpack-Industrie** Willkommen zu unserem Blogartikel über die dritte Episode unseres Innoform Podcast Rundganges auf der Fachpack 2024 in Nürnberg! In diesem Beitrag werfen wir einen Blick auf weitere Entwicklungen und Herausforderungen in der Flexpack-Industrie, die auf der Messe präsentiert wurden. Begleiten Sie uns auf unserem Rundgang und erfahren Sie mehr über innovative Ansätze und technologische Fortschritte. **Schwimm-Sink-Trennung bei PPG** Unser erster Stopp führt uns zu Jan Grevé von PPG, der uns ein faszinierendes Beispiel der Schwimm-Sink-Trennung zeigt. Diese Methode ermöglicht es, reines Polyester im Trade-to-Trade-Verfahren zurückzugewinnen. Jan erklärt, wie eine Deckelfolie, die oben schwimmt, und ein Pad aus PET, das unten bleibt, eine effiziente Trennung ermöglichen. Dies ist besonders wichtig, um qualitativ hochwertiges Rezyklat zu erzeugen, das wiederverwendet werden kann. **Rezyklate in sensiblen Verpackungen bei Neemann Verpackung** Weiter geht es zu Cord Neemann von Neemann Verpackung, der uns über die Verwendung von Rezyklaten in sensiblen Verpackungen aufklärt. Neemann hat bereits vor Jahren begonnen, Rezyklate in Babywindelverpackungen zu integrieren und überwacht dabei streng die enthaltenen Substanzen. Mit einem System zur genauen Überwachung von etwa 450 Substanzen können sie eine hohe Sicherheit und Transparenz bieten. Dies ermöglicht es ihnen, auch in Bereichen wie Feuchttüchern mechanisches PCR (Post-Consumer-Rezyklat) einzusetzen. **Standardisierung und Digitalisierung bei Labelisten** Zum Abschluss treffen wir Nicolai Ehrhart und Frank von den Labelisten, die uns ihr einzigartiges Konzept vorstellen. Labelisten konzentriert sich auf digital bedruckte Standbodenbeutel und setzt dabei auf eine hohe Standardisierung und Digitalisierung. Mit nur drei verschiedenen Verbunden und zehn Beutelgrößen bieten sie eine schnelle und effiziente Lösung für ihre Kunden. Frank, der Gründer, betont die Bedeutung der Softwareentwicklung und wie sie es ihnen ermöglicht, flexibel und schnell auf Kundenwünsche zu reagieren. **Fazit** Diese Episode zeigt eindrucksvoll, wie die Flexpack-Industrie durch innovative Ansätze und technologische Fortschritte voranschreitet. Von der effizienten Trennung von Materialien über die sichere Integration von Rezyklaten bis hin zur Digitalisierung und Standardisierung von Verpackungsprozessen – die Fachpack 2024 bietet spannende Einblicke und Lösungen für die Herausforderungen der Branche. Bleiben Sie dran für weitere spannende Einblicke und Entwicklungen in der Flexpack-Industrie, auch wenn dieses die letzte Episode zur Fachpack war – neue Episoden sind schon in Vorbereitung! Erhalte automatisch neue Episoden auf dein Endgerät. [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) NEU: [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) ### Verwandte Episoden - [Fachpack 2024 – Episode 1: Morchem, Duoplast, Südpack](https://inno-talk.de/fachpack24-teil-1-morchem-duoplast-suedpack/) - [Fachpack 2024 – Episode 2: Wipf & Coim](https://inno-talk.de/fachpack24-episode-2-wipf-coim/) - [Innovationen und Herausforderungen bei Spouts – Einblick in die Innoform-Podcast-Episode mit Pöppelmann](https://inno-talk.de/innovationen-und-herausforderungen-bei-spouts-einblick-in-die-innoform-podcast-episode-mit-poeppelmann/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Dritter Messetag Fachpack Nürnberg. Wir machen einen kleinen Messe-Rundgang hier für die Flexpack-Industrie. Ich freue mich auf einige Termine, die ich gemacht habe mit Flexpack-Vertretern auf der Fachpack hier in Nürnberg 2024. Ich freue mich auf spannende Gespräche und ich nehme sie einfach mal mit. Ich habe gerade zufällig Jan Grev getroffen hier bei PPG und bin hier stehen geblieben an der Wassersäule, Jan. Erzähl uns mal, was hat das damit auf sich? Ja, hallo Karsten. Erstmal schön, dass ihr uns hier besuchen kommt. Das hier ist mal ein angewandtes Beispiel dafür, wie diese Schwimmsinktrennung funktioniert, weil es ja darum geht, das schöne reine Polyester in dem Tray-to-Tray-Verfahren, von dem auch viel gesprochen wird, wieder zurückzugewinnen, weil da kann man ja auch dann wieder einen Tray draus machen und wieder eine Salami reinlegen. Und damit das funktioniert, gibt es dazu oben eine Deckelfolie, die entsprechend schwimmt und keine Rückstände hinterlässt. Und weil das alles relativ abstrakt ist, haben wir das hier mal so ganz analog und physikalisch hingebaut. Voll spannend, die Deckelfolie schwimmt oben und das PET ist unten. Das ist Polyethylen und das ist Polyester, oder wie muss ich das verstehen? Das ist auch Polyethylen, genau. Da sind so alle möglichen Dinge drin, die dann die Funktionalität erbringen, die die Ausschnittverpackung braucht. Und da unten, das ist ja das reine A-PET. Die Herausforderungen sind halt, dass es gut siegelt, sich leicht öffnen lässt, keine Rückstände hinterlässt und dann easy getrennt werden kann, damit man irgendwo auch mal wieder das Rezyklat herkommt, von dem alle gerade so viel sprechen. Genau. Das funktioniert ja in der Praxis noch nicht so gut, das habe ich verstanden. Was bedeutet D-Inking in diesem Zusammenhang? Erzähl uns das. Ja, da geht es auch darum, Qualitäten von Rezyklatate zu verbessern. Druckfarben ist ja ein altbekanntes Problem, auch im Recycling. Die Recycler, mit denen wir da so gesprochen haben, die sagen ja, das ist halt so, jetzt gerade ganz aktuell, im Mindeststandard wird ja darüber gesprochen, nitrocellulose-basierte Druckfarben, polyurethan-basierte Druckfarben. Das ist für den Prozess dann erstmal schon ein großer Unterschied. Aber die Farbe ist natürlich immer ein Thema in dem, was das Rezyklat dann nachher mitbringt. Und hier oben sieht man das einmal, wie das Ganze dann ausschaut. Das ist jetzt ein Verfahren, was nur mit warmem Wasser funktioniert, 65 Grad warmes Wasser, frontal bedrucktes PE. Da sieht man dann die Flakes, die gewaschenen Flakes, das Granulat, die neue Folie und eine neue Flasche. Viele sprechen davon, natürlich ist das so, solange das nicht jeder macht, ist der Hebel erstmal gering. Aber wir sind immer grundsätzlich Fans davon, das mal hands-on-mäßig zu machen, um zu gucken, wie funktioniert das, wie läuft das auch durch unsere Anlagen. Und um da auch nochmal einen Unterschied für diese Rezyklat-Qualitäten zeigen zu können, damit Kunden sich das vorstellen können, haben wir das mal hiermit auf die Fachpack genommen. ### Sofortverfügbarkeit neuer Produktlösungen präsentiert Habt ihr auch schon Anfragen in dieser Hinsicht? Produziert ihr schon sowas oder ist das einfach jetzt mal ein Case-Study, um zu zeigen, so einfach könnte es eigentlich sein? Das ist tatsächlich so ein Messe-Case-Study, den wir jetzt mal gemacht haben. Und wir haben das Ganze aber auch dementsprechend einmal komplett durchproduziert. Also es wäre quasi von jetzt auf gleich verfügbar, genau. Hochspannend, danke für diesen kurzen Einblick in eure neuen Ideen. Ja, danke euch. Ich bin hier gestrandet bei Neemann-Verpackung. Kurt Neemann steht vor mir und ich bin aufmerksam geworden. PPWR in aller Munde, Kurt. Ihr klärt auf. Was hat es damit auf sich? Ja, wir versuchen ja immer ein bisschen der Erklär-Bär zu sein bei den ganzen Themen und uns darüber ein bisschen zu differenzieren. Letztendlich ist es ein Thema, mit dem wir uns natürlich auch befassen müssen, weil es ja tatsächlich eine EU-Verordnung ist, die bald unmittelbares Recht wird. Und wir wollen es erstmal selber verstehen und wir wissen auch, dass unsere Kunden schätzen, wenn wir das knackig aufbereiten. Und das haben wir versucht. Wir haben ja hier auch so Verpackungen auf dem Tisch liegen. Ihr stellt natürlich Verpackungen her, Folien blast ihr selber und jetzt steht hier drauf Recycled. Das ist ein kritisches Füllgut, ein sensitives Füllgut, sagt ihr glaube ich dazu. Fahrt ihr da schon Rezyklate rein? Ja, wir haben vor ein paar Jahren begonnen, auch Rezyklate in sensitive Verpackungen reinzufahren. Das hat damals begonnen mit Babywindel-Verpackungen. So eine typische Verpackung sieht man hier. Da sind natürlich in der Regel dann Retailbrands drauf. Die kann ich aber leider nicht zeigen. Und da haben wir natürlich die Herausforderungen gesehen, die nicht nur technisch besteht, sondern insbesondere darin besteht, eine sichere Verpackung zu machen. Die große Frage ist ja immer, wenn ich Müll nutze als Rohstoff, dann ist das ja ein anonymer Feedstock sozusagen. Und wir wissen ja auch, dass wir Sicherheit herstellen müssen. Wir wissen auch, dass Kunden gerne Konformitätserklärungen haben. Wir haben gesagt, die können wir natürlich davon nicht leisten. Was wir aber machen können, ist, wir können euch Transparenz schaffen. Deswegen haben wir vor Jahren schon angefangen, unsere Chargen sehr, sehr genau zu monitoren. ### Migrationsprüfung und PCR-Stofftransparenz etabliert Haben ein System aufgebaut, wo wir gesagt haben, was kann denn kritischerweise an Stoffen drin sein, das migriert und dann sozusagen zu Schwierigkeiten führt. Und sind mittlerweile bei ungefähr 450 Substanzen gelandet, die wir regelmäßig monitoren über Content-Measurement, über Migrations-Analysen. Wir packen noch ein NIAS-Screening oben drauf und haben jetzt mittlerweile eine Datenbank, eine sehr umfangreiche Datenbank, wo wir zu all diesen Stoffen sagen können: guck, das ist die Statistik. Wir können sagen, das ist nicht drin oder das ist bis zu diesem Level drin. Und das gibt den Kunden zumindest die Möglichkeit zu sagen, okay, es ist PCR, es ist ein anonymer Feedstock, aber ich habe eine große Sicherheit. Und das ist mittlerweile von vielen Sicherheitsbewertern tatsächlich auch schon anerkannt. Und das ergibt uns auch die Möglichkeit, zum Beispiel auch im Bereich Wet Wipes jetzt mit mechanischem PCR zu starten. Hochspannend. Wir haben ja manchmal auch technische Herausforderungen, wenn es um PCR-Einsatz geht. Gerade so ein Wickelbeutel hier, der hat eine rohe Spannung, wenn nachher die Windel gepresst drin ist. Aber auch hier haben wir Füllgüter drin, die vielleicht Farben verändern oder du willst auch keine Stippen haben in den Folien. Wie geht ihr denn mit den mechanischen Kennwerten um? Wie monitoriert ihr die denn? Das Ganze ist natürlich, deswegen nennen wir es so ein bisschen eine 360-Grad-Herausforderung. Fängt an bei dem ganzen Einbau und Logistik, auch bei der Arbeitssicherheit teilweise. Aber klar, wir sind durch alle Specs gegangen. Wir haben natürlich Prozessvalidierung gemacht, auch beim Kunden. Wir sehen die Herausforderungen intern. Du hast es gerade angesprochen. Thema Drucken, Farbveränderung, Stippen. Wir haben zum Beispiel, wir nennen das Counter-Jail-Printing entwickelt. Das heißt, wir bauen die Druckmotive anders auf, um beispielsweise auch leicht stippiges Material einsetzen zu können und trotzdem geschlossene Flächen zu erzielen. Das ist etwas, was wir uns ausgedacht haben, entwickelt haben und auch in immer mehr Verpackungen einfließen lassen. Counter-Jail-Printing von Neemann. Hochspannend. Wie ist die Nachfragesituation? Ich war bei anderen Ständen, die haben gesagt, wir haben hier die recycelten Sachen, wir haben auch tolle Barriere-Lacke entwickelt, aber die Nachfrage war noch so durchwachsen. Spürt ihr wirklich denn in diesem Hygiene-Bereich schon eine starke Nachfrage auch nach recycelten, also Rezyklateinsatz in solchen hochwertigen Folien? Also wir setzen schon mehr als 2000 Tonnen davon ein. Das spricht vielleicht für die Nachfrage. Ja, die ist sehr hoch. Wir sind gestartet mit 30 Prozent seiner Zeit. ### Babywindeln mit 80% Recycling-Anteil Bei den Babywindeln sind wir jetzt bei über 80 Prozent. Und haben damit auch eine gewisse, ja nicht Alleinstellung, aber schon eine besondere Stellung als Frontrunner sozusagen und die Nachfrage ist hoch. Das heißt, in dem Bereich wachsen wir in der Tat stark. Und auch die Nachfrage nach recycelten Lösungen oder nach recyceltem Content, auch in den anderen Lösungen, die ist hoch. Es ist natürlich im Moment noch Non-Food. Klar, Food können wir noch nicht. Wissen wir alle, die 1616 erlaubt das noch nicht, die 2022er-Richtlinie, aber auch das ist ein Thema hier gewesen, natürlich täglich. Ja klar. Erinnert mich auch so ein bisschen an Cospatox. Ich habe im Vorgespräch eben schon gelernt, ihr wart eigentlich schon vor der Zeit und vieles davon ist auch in Cospatox schon so umgesetzt. Für die, die es nicht kennen, es geht ja um Kosmetikartikel unter anderem, da zu regeln, wie man jetzt Rezyklate einsetzen kann. Wo gibt es da Parallelen, wo gibt es vielleicht auch Unterschiede? Ja, ich kann nicht behaupten, dass ich jetzt Cospatox bis in alle Details kenne. Wir wissen aber, dass die Sicherheitsbewerter, die auch bei Cospatox involviert sind, sich unser System angeschaut haben und auch gesagt haben, klasse. Das können wir auch sozusagen freigeben. Die Überschneidungen sind natürlich da, denn machen wir uns nichts vor. Wir haben uns über Risikostoffe Gedanken gemacht, genauso wie natürlich Cospatox auch. Und die Substanzen, die wir uns anschauen, das sind die gleichen Substanzen. Und natürlich nutzen wir auch die gleiche Analytik irgendwo. Es ist nur eine Frage, wie stellt man die Dinge zusammen, welche Daten hat man? Und da haben wir natürlich den Vorteil, dass wir das jetzt schon vier Jahre lang machen und deswegen auch schon Tausende von Daten haben, was ganz schön ist. Und ihr seid eine der wenigen Firmen, die überhaupt Rezyklate schon als Blasfolie wieder weiterfahren und einen großen Stil einsetzen. Habe ich hier auf der Messe auf jeden Fall erfahren. Alle anderen, die ich gefragt habe, haben gesagt, na ja, wir machen schon ein bisschen, aber so richtig die großen Mengen war es noch nicht. Ich glaube, in diesem Markt habt ihr einen Volltreffer gelandet. Danke schön für dieses kurze Interview, lieber Paul. Danke schön. Ich bin hier bei der Fachpack 2024 jetzt bei den Labelisten. Nikolaj sitzt mir gegenüber und er möchte auch in Wien bei der Couch-Konferenz einen Vortrag halten zu dem Konzept, was ihr hier etwas anders macht als die klassischen Flexpacker. Du kommst eigentlich aus der klassischen Flexpack-Industrie. Labelisten, sage ich jetzt schon, ist ein bisschen anders. Was ist da anders? ### Standbodenbeutel durch extreme Digitalisierung Ja, wir konzentrieren uns auf Standuppbeutel und sind extrem digitalisiert. Also das eine ist der Prozess, über einen Online-Shop digital bedruckte Standuppbeutel zu bestellen. Und auf der anderen Seite ist die Standardisierung bei uns extrem wichtig. Also wir haben nur drei Verbunde im Einsatz, zehn verschiedene Beutelgrößen. Ich glaube, das ist schon einzigartig in der Verpackungswelt. Weil ansonsten gibt es ja das Wort Standard eigentlich nicht bei den Verpackern. Das Spannende beim Digitaldruck ist ja eben auch, dass man standardisieren muss, um eigentlich auch die Synergien heben zu können. Wie funktioniert das bei euch? Du sprachst die Digitalisierung an. Was passiert, wenn einer bei euch bestellen will? Wie geht das vor sich? Im Grundsatz ist der Verkaufsprozess immer gleich. Die Kunden fordern Muster an, dass sie Fülltests machen können. Weil gerade bei Proteinpulvern kann man nie genau sagen, wie viel Pulver muss rein. Das hängt von der Dichte des Pulvers ab. Dann schicken wir Muster raus an einen Kunden. Er wählt sich ein Produkt aus und konfiguriert sich dann die Größe, Laminate, Druckbilder im Online-Shop zusammen, bestellt es dann. Und dann geht das im Prinzip automatisiert direkt auf die Druckmaschine. Ein Vorteil kann ja auch die Lieferzeiten sein. Was sind so bei euch die Lieferzeiten? Standardmäßig 15 Werktage und ich denke, das sind wir, glaube ich, die schnellsten. Express sogar 10 Tage möglich. Also wenn es brennt, wir hatten auch schon größere Auflagen in drei Tagen. Du sprachst von standardisierten Verbunden. Was sind das hauptsächlich für Folien, die da eingesetzt werden und für welche Produkte eignen die sich? Also wir haben versucht, alles Könner als Allrounder zu entwickeln. Alles auf Basis von Mono PP, Polypropylen. Es sind drei Lagenverbunde und wir alle haben eine Hochbarriere. Und wir versuchen damit, so 80 Prozent der Anwendungen im Markt von Nüssen über Proteinpulver über alles andere abzudecken. Es gibt ein paar Ausnahmen, die sind nicht, zum Beispiel Heißfolienabfüllung können wir jetzt nicht machen, aber im Grundsatz alles andere ist möglich. Keine High-Performance-Anwendung wie Sterilisation oder sowas, weil das ja auch mit dem Druckträger oder mit der Druckfarbe so auch noch nicht funktioniert mit dem digitalen System, was ihr anwendet, oder? Genau, richtig. ### Digitaldruck-Grenzen und Etikettendruckentwicklung überwunden Also da kommt einfach der Digitaldruck mit den heutigen Prinzipien an gewisse Grenzen. Es könnte möglich sein, wir versuchen aber die Finger davon zu lassen, dass es einfach zu heiß ist für uns. Es gibt genügend andere Kunden, die Trockenanwendungen haben und darauf konzentrieren wir uns. Jetzt haben wir auch noch den Macher und Gründer hier am Tisch. Stell dich bitte eben kurz selbst vor. Ja, ich bin der Frank und ich habe vor zehn Jahren angefangen, Etiketten zu drucken und habe dann festgestellt, dass es noch was anderes gibt als Etiketten. Und was ich mit meinen Maschinen auch fertigen kann. Und dann habe ich gesagt, okay, machen wir eine Verpackung. Hast du früher auch schon mit Digitaldrucketiketten gedruckt oder hattest du andere Druckverfahren? Ja, ich war nur digital unterwegs. Also ich habe mit einem kleinen Tischgerät angefangen zu drucken. Das war ein Office-Chat, also so ein App-Ding, das du eigentlich im Büro kennst. Man hat mit Rollen Rollen zuführen oder aufwickeln. Das war ganz klein, mini und dann wird es immer größer, größer, größer. Irgendwann war eine Indigo da und dann war eine große Indigo da. Dann war die zweite kleine Indigo und jetzt kommt die zweite große Indigo. Set the way. Hochspannend. Indigo ist natürlich auch das Synonym für eine bestimmte Drucktechnik. Warum habt ihr euch gerade dafür entschieden? Ich komme aus einer Offset-Druckerei und da war heute schon immer der raste Punkt der raste Punkt. Und ich habe keine Lust auf Inkjet mehr gehabt. Ich wollte halt einfach eine geile Druckqualität. Da ist halt HP immer noch der platzende Tisch. Spannende Sache. Die Folientechnologie, welche Rolle spielt die? Wie wichtig ist die Folienauswahl überhaupt nachher für die Drucktechnologie? Wir haben verstanden, dass ihr standardisiert habt, fünf verschiedene Folien in Größenordnung. Aber was hat das für Auswirkungen auf die Drucktechnologie? Wird das kaschiert? Wird das nicht kaschiert? Was setzt ihr da ein? ### Oberflächendruck auf vorkaschiertem Verbund Also die Bedruckbarkeit ist eigentlich gegeben bei fast allen Folien, die es hier am Markt gibt. Wichtig ist bei uns eigentlich eher die Siegelschicht, weil der Pouch-Prozess an und für sich mit dem Monomaterial natürlich nicht ganz einfach ist. Dementsprechend ist der Druckträger simpel. Danach kommt ein Thermo-Laminat drüber. Also wir drucken auf einen vorkaschierten Verbund im Oberflächendruck drauf. Dann kommt ein Thermo-Laminat oben drüber, das die Farbe nochmal schützt, weil die Farbe ist ja auch sehr temperaturempfindlich. Und dann geht es in den Pouchmaker. Und da ist es eben extrem wichtig, weil die Faktoren Druckzeit und Temperatur eben ausschlaggebend sind auf die Qualität des Stammbogenbeutels. Und deshalb ist die Siegelschicht eigentlich das Entscheidende und das ist gar nicht so einfach, da was Gutes zu finden. Aber wir haben es gefunden. Sehr schön. Digitalisierung steht überall drauf, Frank. Ich habe aber gesehen, du kannst direkt online quasi Veränderungen vornehmen, zum Beispiel am Lieferschein oder solchen Dingen. Machst du das alles selber? Wie geht das? Ja, eigentlich sind wir gar keine Druckerei, sondern wir sind eine Software-Schmiede mit angebotener Druckerei. Also meine Leidenschaft ist das Programmieren. Und ich bin froh darum, dass ich Nico und so weiter habe, die sich ums ganze Personal und die Infrastruktur kümmern. Und ich dann halt in Ruhe programmieren kann und dann schaut das Lieferschein um einen Tag ein bisschen anders aus als am nächsten. Jetzt haben wir gerade zum Beispiel den Wunsch bekommen, wir möchten gerne noch die Chargennummer auf der Auftragsbestätigung drauf haben von Material. Und wir haben gesagt, ab morgen ist das drin. Das können andere so schnell nicht bieten, weil wahrscheinlich auch das ganze System so angelegt ist, dass eben diese Flexibilität drin liegt. Wenn ich heute einen SAP kaufe oder heute nur noch aus der Cloud miete, brauche ich ja schon Millionenbudget, um das überhaupt anzupassen auf meine Druckerei. Da geht ihr einen ganz anderen Weg. Ist das etwas, was ihr auch weiter ausbauen wollt, vielleicht sogar anderen anbieten oder ist das euer Alleinstellungsmerkmal? Ja, das ist schon die Idee, aber du brauchst halt trotzdem dann wieder Personal oder noch mehr Leute, die sich dann um Support für die Software kümmern. Und deswegen ist die Software eigentlich unverkäuflich und weil sie so genau auf uns spezifiziert ist, ist das wie eine SAP, dass du das dann auf dich einstellst und perfekt abstimmst und dann halt Millionen-Mann-Tage investierst oder Millionen in Mann-Tage investierst. Und das ist halt, glaube ich, das größte Problem bei allen Großen oder überhaupt eine Software einzuführen, das ist ein absoluter Wahnsinn. Aber die Software hat bei uns gewachsen und die Druckmaschinen mit der Software und dann kommen halt neue Features dazu, 3D-Ansichten von Pouches usw. und was du im Alltag so brauchst, das haben wir halt auf uns optimiert. Nikolaj, was wirst du in Wien hauptsächlich präsentieren wollen? Hast du da schon eine grobe Vorstellung, was dein Vortrag überhaupt beinhalten wird? ### Standardisierung trifft digitalen Druck Ja, so ganz grob schon. Das Thema Standardisierung eben in Kombination mit Digitaldruck und Digitalisierung. Das werden die drei Hauptpunkte sein, die wir ein bisschen beleuchten werden. Wie wir das im Prinzip in der Realität umsetzen, die Konzepte, die HP immer predigt, haben wir versucht umzusetzen und das wird so der Aufhänger des Vortrags sein. Eure zweite Fachpack, der Erfolg gibt euch recht. Danke für das kurze Interview. Vielen Dank. **Kategorien:** Allgemein, Etiketten + Sleeves, Folienherstellung/Veredelung, Folienprüfung & Analytik **Schlagwörter:** FachPack, Podcast --- ### [Nachhaltigkeit und Technik vereint - Pöppelmann Spouts für Standbodenbeutel](https://inno-talk.de/nachhaltigkeit-und-technik-vereint-poeppelmann-spouts-fuer-standbodenbeutel/) **Published:** Oktober 25, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Flexible Verpackungen werden in vielen Bereichen eingesetzt und insbesondere die Standbodenbeutel ersetzen zunehmend bestehende Verpackungen für Tier- und Babynahrung, Wasch- und Reinigungsmittel, Körperpflege- sowie Molkereiprodukte. Sie sind einfach zu handhaben, haben ein geringes Gewicht und reduzieren das Abfallvolumen. Das macht sie zu einer äußerst nachhaltigen Verpackungslösung. Unsere Spouts sind ein wesentlicher Bestandteil von Beutelverpackungen und spielen eine wichtige Rolle für die Handhabung und das Verbrauchererlebnis. Für verschiedene Schweißverfahren bieten wir Spouts mit unserer patentierten Wellenstruktur an, die die Folie schont. Dabei haben wir eine Lösung für jedes Abfüllsystem – Befüllung durch die Kopfnaht und durch den Spout – und überzeugen mit hoher Maschinengängigkeit sowie verschiedenen Öffnungsdurchmessern. Die technischen Vorteile unserer Spouts kombinieren wir mit Ressourcenschonung. Mit unseren lowsealing-Materialien lassen sich recyclingfähige Monomaterial-Pouches realisieren, sodass Kreisläufe geschlossen werden können. Mehr Ressourcenschonung kann durch den Einsatz von PostConsumer-Materialien erzielt werden. Durch Einsatz von Materialien aus dem Dualen System können Treibhausgas(THG)-Emissionen reduziert werden. Falls Sie unsere Podcast-Episode von „Innoform – liefert Flexpackwissen“ noch nicht gehört haben, haben Sie auf der 8. Europäischen Standbodenbeutel-Konferenz die Möglichkeit, mich persönlich zu treffen – zusammen mit den neuesten Entwicklungen aus dem Spout-Programm von Pöppelmann FAMAC®: - Innovative Ausgießer mit patentiertem Schweißsockel zum Thermo- und Ultraschallschweißen. - Materiallösungen für recycelbare Monomaterialbeutel. - Anwendungen von Post-Consumer-Rezyklaten im Non-Food-Bereich. **Weiterführende Links:** - **Klimastrategie bei Pöppelmann:** - **Für Spouts:** [https://www.poeppelmann.com/de/famac/produkte/einschweiss-ausgiesser-ae-001-002- 003-004-005-007?p=einschweiss-ausgiesser]() - **Praxisbeispiele für mehr Nachhaltigkeit:** Hören Sie vorab in den Podcast rein, um mehr über die spannenden Entwicklungen und die Zukunft der Beutelverpackungen zu erfahren: https://inno-talk.de/podcast/ Pöppelmann ist Sponsor bei der 8. Europäischen Standbeutelkonferenz: [InnoMeeting](https://inno-meeting.de/events/PC-11-24/)![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/10/Lea-Middendorf-1024x1024.png)Die Podcasts sind auch verfügbar auf: - [Inno-Talk.de](https://www.inno-talk.de/podcast) - [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) - [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) - [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk) - [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) - [Youtube](https://www.youtube.com/@innoformcoaching/podcasts) ### Verwandte Episoden - [Innovationen und Herausforderungen bei Spouts – Einblick in die Innoform-Podcast-Episode mit Pöppelmann](https://inno-talk.de/innovationen-und-herausforderungen-bei-spouts-einblick-in-die-innoform-podcast-episode-mit-poeppelmann/) - [Sustainability and technology combined – Pöppelmann spouts for stand-up pouches](https://inno-talk.de/en/sustainability-and-technology-combined-poeppelmann-spouts-for-stand-up-pouches/) - [Recycling und Spouts: Gespräch mit Lea Middendorf von Pöppelmann](https://inno-talk.de/recycling-und-spouts-ein-gespraech-mit-lea-middendorf-von-poeppelmann/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Heute begrüße ich im Innoform Podcast Lea Mittendorf und Mike Landwehr von der Firma Pöppelmann. Wir sprechen über sogenannte Spouts, das sind Einschweißteile für Beutel, um das Ausgießen beispielsweise zu ermöglichen, aber auch um durch den Spout zu befüllen. Wir sprechen über Recyclingfähigkeit, über Rezyklat für diese Spouts und warum es so schwer ist, einen 100% recycelten Beutel mit recycelten Spouts heute schon im Markt zu haben. 2024 soll es aber soweit sein. Seien Sie gespannt auf diese spannende Episode eines echten Hidden Champions. Heute im Innoform Podcast zu Gast die Firma Pöppelmann mit Lea Mittendorf, Schlüsselkundenmanagerin bei Pöppelmann, und Mike Landwehr, Deputy Sales Manager. Herzlich willkommen im Innoform Podcast, Lea. Ja, hallo, danke. Lea, wir fangen mit dir an, wir kommen gleich zu Mike. Du bist bei Pöppelmann im Vertrieb, was machst du da genau? Ich bin Hauptansprechpartnerin für unsere Kunden aus unserem Standardprogramm für die Ausgießer. Sprich, ich habe die Bearbeitung von diversen Kundenanfragen bei mir liegen, ich übernehme die erste technische Beratung auch zum Teil vor Ort und halt entsprechend die Neukundenakquise für das Standardprogramm. Du hast ja auch im Titel stehen, Schlüsselkundenmanager, beschäftigst du dich dann nur mit den Schlüsselkunden oder sind da auch Neukunden dabei? Wie haben wir das zu verstehen? Also da sind auch die Neukunden dabei, jeder der Interesse an unseren Spouts hat, läuft zunächst über meinen Tisch und mit dem habe ich als erstes Kontakt. Hochspannend, du hast jetzt schon zwei Begriffe verwendet, Ausgießer und Spouts, das verwendet ihr synonym nämlich an, oder? Richtig, genau. Das sind für uns zwei Synonyme, die in der Branche genutzt werden. Wenn du nicht bei Pöppelmann arbeitest, was machst du privat? Was gefällt dir? Was sind deine Hobbys? Erzähl mal ein bisschen, wir wollen dich auch kennenlernen. In meiner Freizeit bin ich gerne sportlich aktiv und nebenbei bin ich auch immer noch gerne im Garten, verbringe da meine Zeit. Sehr schön. Mike, du bist Deputy Sales Manager, wir sind alle hier per Du, weil wir uns schon so lange kennen. Ich hoffe, das können wir auch hier im Podcast so beibehalten. Was macht ein Deputy Sales Manager bei Pöppelmann? Was sind deine Hauptaufgaben? Ja, Lukas, vielen Dank für die Einladung. Ich arbeite seit über 20 Jahren in dem Bereich Pharmark bei Pöppelmann. Also Pharmark steht für Food and Medical and Cosmetics. Und in diesem Bereich haben wir auch das Programm unserer Ausgießer für die Pouches etabliert. ### Programmvielfalt: Spouts, Ausgießer, Einschweißteile Und ich bin dort in der Vertriebsleitung tätig und koordiniere hier im Prinzip die gesamte Programmentwicklung, Werksplanung über alle Kunden hinweg. Das ist ein ganz, ganz spannendes, umfangreiches Feld. Über die Spouts-Besonderheiten und wie man so eine Firma aufzieht, da gehen wir gleich auch noch ein bisschen näher drauf ein. Aber welche Produkte macht ihr sonst noch bei Pöppelmann? Was habt ihr sonst nur außer Spouts, Ausgießer, Einschweißteile im Angebot? Pöppelmann ist ja sehr vielfältig aufgestellt. Wir sind auf der einen Seite im Automotive-Bereich unterwegs. Auf der anderen Seite sind wir aber auch Europas größter Hersteller von Blumentöpfen und die Division Pharmark, so heißt es bei uns. Das sind immer die Teilbereiche. Im Bereich Pharmark machen wir halt Teile für Food and Medical and Cosmetics. Das sind auf der einen Seite dann Lebensmittelverpackungen, wie häufig Rigids, also feste Verpackungen. Und auf der anderen Seite sind wir ganz, ganz stark im Bereich Pharma Medical. Das heißt Umverpackungen, Funktionsteile für den Pharmamedizin-, Labor-, Diagnostik-Bereich. Und in diesem Gesamtkonglomerat, in diesem Gesamtproduktportfolio machen wir auch die Einschweißausgießer. Ist ja hochspannend. Wir waren ja mal auch mit Innoform bei euch zu Gast und da konnten wir einen Teil eurer Produktion auch mal sehen. Und da habe ich bewundert, wie quasi nebeneinander hochkomplexe Spritzgusstteile gefertigt werden, aber auch relativ simple Pflanztöpfe, wie du es eben genannt hast. Dennoch gibt es ja auch Technologietransfer vom Pflanztopf weg hin zur Lebensmittelindustrie, zum Beispiel die Kreislaufwirtschaft. Die habt ihr bei den Pflanztöpfen schon etabliert, oder? Das ist richtig. In den Pflanztopfbereich sind wir dort, ich würde sagen, sehr weitführend. Wir setzen sehr, sehr viel Material aus dem gelben Sack ein, um dort wieder Pflanztöpfe daraus zu fertigen. Und aufgrund dieser Technologie, die wir dort schon erarbeitet haben, da bedienen wir uns natürlich. Was ähnliches versuchen wir im Flexpack-Bereich auch. Bevor wir zu sehr in die Technik gehen, Mike, was machst du in deiner Freizeit am liebsten? Wir wollen dich ein bisschen auch privat kennenlernen. Ja, also ich treffe mich gerne mit meinen Freunden, spiele gerne Kniffel oder andere Gesellschaftsspiele. Und auf der anderen Seite suche ich meinen Ausgleich, wenn ich privat Motorrad fahre und dadurch dann auch die Welt bereise und gerne auch Motorrad fahre und alleine unternehme. Hochspannend. Die Produkte außerhalb von Spouts. Wie muss man sich das umsatztechnisch bei Pöppelmann ungefähr vorstellen? Spouts ist ja nun ein kleines, relativ neues Produkt auch für euch. ### Automotive und Pflanzstoff als Hauptsegmente Ich sage mal klein von der Größe her, von der Baugröße her. Ist das ein Umsatzträger, der schon Relevanz hat? Wie muss man sich das vorstellen? Ist nach wie vor der Pflanztopf das Größte oder wie ist das? Also der größte Bereich, in dem wir uns bewegen, ist der Automotive-Bereich. Der Kunststoff-Bereich ist quasi auch der zweite größte Bereich, der zweitgrößte Bereich, den wir haben. Und Formteil ist dann die drittgrößte Division in Summe. Der Ausgießer-Bereich innerhalb des Portfolios ist ein kleiner, aber feiner Bereich, so würde ich ihn mal nennen, gut am Wachsen. Wir sind sehr zufrieden damit und wir betrachten ihn als Segment, als einen großen Kunden für uns, das gesamte Programm. Für dieses Programm, der Ausgießer, ist Lea dann unsere Key Accounterin. Ihr gehört ja auch so ein bisschen zu den Hidden Champions. Das darf ich verraten. Lea, erzähle uns ein bisschen mehr über Spouts. Welche verschiedenen Spouts liefert ihr und für welche Märkte? Erzähl mal so grob. Wir haben ein großes Portfolio an Standard-Artikeln. Also wir beliefern unsere Kunden mit einer Auslass-Größe von 8,5 bis 21,5 Millimeter. Und wir können sowohl Kappe und Spouts separat liefern für die Befüllung durch den Spout, aber auch in der vormontierten Variante für die Befüllung durch den Beutel. Ein großer Vorteil ist, dass unsere Standard-Ausgießer eine patentierte Wellenstruktur haben, besonders jetzt bei den Monomaterial-Beuteln, wirkt sich das natürlich positiv auf den Schweißprozess aus. Und wir können auch die Spouts – können unsere Kunden auch thermisch und mittels Ultraschall verschweißen. Dort sind wir halt entsprechend breit aufgestellt. Was versteht ihr unter dieser Wellenstruktur? Sind das so Wellenlinien, die das Schweißen verbessern auf der Schweißfläche? Oder wie muss ich mir das genau vorstellen? Genau, bei uns ist die Wellenstruktur ja – wir nennen es immer so eine kleine Berg- und Talfahrt auf der Schweißbasis an sich. Viele weitere Spouts, die im Markt sich befinden, haben halt diese typische Rippenstruktur. Und unsere Wellenstruktur ist dann halt eher nur auf der Schweißbasis und reicht dann sozusagen nicht in das Innere der Schweißbasis hinein. Verschiedene Schweißverfahren können eure Spouts aushalten. Was ist das häufigste Schweißverfahren? Wie funktioniert das in der Praxis? Also ich habe einen Beutel, der ist vorgefertigt oder wie auch immer. Und jetzt soll dieser Spout da rein. ### Thermisches Verschweißen von Spouts Wie funktioniert das? Die meisten unserer Kunden nutzen noch das herkömmliche thermische Verschweißen. Und dort gibt es halt von Anlagenhersteller zu Anlagenhersteller kleinere Varianten. Grundsätzlich ist es halt immer so, dass mittels Wärmeaufbringung der Spout da mit dem Beutel später verschweißt wird. Da gibt es verschiedene Varianten, gegebenenfalls durch ein Formwärmen der Spouts, dass die schon leicht angewärmt sind, was den Schweißprozess später begünstigen kann. Andere nutzen verschiedene Schweißprozesse an sich, dass der Spout in mehreren Schritten verschweißt wird und mehrere Kühlstationen in der Anlage vorhanden sind. Das ist immer sehr anlagenabhängig. Hochspannend. Es gab ja mal so einen Hype Richtung Ultraschallschweißen. Hält der noch an oder beobachtet ihn das gar nicht mehr so? Wir merken immer noch, dass zum Teil Anfragen zum Ultraschallschweißen vorhanden sind, insbesondere bei den Monomaterialbeuteln. Ist das immer noch eine Alternative im Markt? Wir selber an sich kriegen zum Teil das gar nicht im Detail, mit welcher Anlage unsere Kunden letztendlich nutzen. Das entscheiden viele für sich. Und wir beliefern unsere Kunden mit den Spouts. Und dadurch, dass unsere Spouts, zum Beispiel der Standard-Ausgießer der Größe 10,5 mm, sowohl für das thermische Schweißen als auch für das Ultraschallschweißen geeignet ist, machen wir da keine Unterscheidung. Und unsere Kunden kriegen das selbe Produkt geliefert, unabhängig von der Anlage. Wir gehen gleich noch ein bisschen in die Details, was Materialien so weiter angeht. Mike, an dich nochmal eben die Frage. Wir hatten eben schon gehört von Lea, Spouts und Verschlusskappe sind zweierlei Dinge, die auch separat geliefert werden können. Sind das genormte Teile, genormte Durchmesser? Ist auf einer Shampoo-Flasche der gleiche Deckel drauf wie auf einem Spout vom Beutel? Oder wie muss ich mir das vorstellen? Das ist tatsächlich ein Unterschied im Bereich der Spouts im Vergleich zu anderen Verschlüssen. Da gibt es in anderen Verschlusssegmenten, wie bei Getränkeflaschen, gibt es genormte Gewinde. Das hat sich im Beutelbereich nie etabliert. Die Ursache kenne ich gar nicht. Das heißt, wir haben hier tatsächlich immer eine Kombination zwischen Ausgießer und Kappe, die zueinander gehört. Und häufig ist es so, dass Maschinen auf ein System von einem Hersteller dann eingestellt und eingefahren werden, sodass man auch nicht ohne Weiteres tauschen kann. Wir sprechen daher mit unseren Kunden eigentlich auch häufig davon, dass wir über Partnerschaften sprechen, die auch dann langjährig zusammenarbeiten. Genau. Dann habe ich eben wahrgenommen, es gibt die beiden Verfahren. ### Füllung durch Spouts: Verfahren und Varianten Man gibt also einen verschlossenen Spout schon raus, der dann quasi eingeschweißt wird. Gibt es das, dass also quasi ein Beutel befüllt wird oder nicht durch den Spout befüllt wird, sondern durch die Öffnung? Oder wie funktioniert das? Oder werden die immer zweiteilig geliefert, die Spouts mit dem Deckel? Also es gibt beide Varianten. Definitiv. Das Füllen durch den Spout hat halt den Vorteil, dass ich im Prinzip wie beim Verschließen an der Kappe bin. Also der Abfüller hat eine relativ geringe Hürde, um den Prozess bei sich zu etablieren, weil er im Prinzip den Ausgießer füllen kann und einfach nur noch die Kappe aufschrauben kann, wenn er sich einen vorgefertigten Beutel kauft. Auf der anderen Seite ist es halt so, bei großen Mengen und Stückzahlen ist es so, dass man häufig ein FFS-System nutzt, also Form-Fill-Seal-System, wo man dann die Folie von der Rolle kauft, den Beutel in der Anlage inline macht, direkt abfüllt und dann gegebenenfalls den Ausgießer einsetzt. Das geht halt wirklich sinnvollerweise bei Produkten, die möglichst nur ein Beutelformat haben, wenig Varianzen da drin, dann macht das schon Sinn, dann ist das wirklich eine hochkomplexe Anlage. Da muss man wirklich in Anwendungsfall für Anwendungsfall genau schauen, was für einen selbst passt. Das kann man nicht pauschal sagen. Die Kappe und der Spouts werden aber immer separat hergestellt oder gibt es da auch Varianzen, wo die aneinander hängen schon? Wie ist das? Also bei uns werden sie immer separat hergestellt. Wir haben also keinen kombinierten Spouts mit einem direkten Verschluss. Jetzt gibt es ja auch gerade bei den Getränken sieht man immer mehr bei Wasserflaschen oder so, dass der Deckel an der Flasche bleibt. Ist das auch eine Forderung, die ihr erfüllen müsst mit Spouts? Diese Entwicklung sehen wir, das ist eine regulatorische Anforderung für Getränkeverschlüsse. Dadurch, dass wir nicht in dem Getränkebereich bisher so etabliert sind oder zu Hause sind, sondern eher im Kosmetikbereich, wo diese Forderung noch nicht gilt, haben wir das System gerade noch nicht. Gibt es bei euch so einen Renner bei den Spouts, Mike, einen, der immer nachgefragt wird oder ist die Vielfalt doch riesengroß? Wie viele verschiedene gibt es überhaupt? Also wir haben die fünf verschiedenen Größen, wie Lea vorhin schon sagte, und der Hauptrenner ist einfach der mit dem Durchmesser 10,5. Der hat sich am Markt etabliert, der läuft bei uns in den größten Stückzahlen und wir haben uns halt von vornherein bei der Entwicklung darauf spezialisiert, dass wir dieses Füllen durch den Ausgießer als den neueren Trend gesehen haben und darauf haben wir uns bei der Entwicklung spezialisiert, das ist unser Hauptrenner. Und dann die Kappen dazu aus PE oder PP mit oder ohne Originalität, die sind dann bei uns austauschbar. So hat man viele Varianzen, viele Möglichkeiten, Farben sind alle möglich, die man möchte. Und da hat man dann schon sehr, sehr viel Gestaltungsmöglichkeit. Hochspannend. Lea, du hast 2022 beim Inno-Talk einen Vortrag gehalten über recycelte Materialien für Spouts, über recycelte Spouts, wenn man so will. Wie weit seid ihr da im Moment? Werden die eingesetzt? Wird schon auch ein Spouts aus Rezyklat gespritzt? ### PCR-Spouts: Serienproduktion Ende 2024 Aktuell sind wir, was die Spouts aus dem Post-Consumer-Material angeht, noch in der Entwicklungsphase. Wir sind schon so weit, dass wir ein Entwicklungsprojekt gestartet haben mit unterschiedlichen PCR-Materialien. In dem Fall ist es ein PCR-PE gewesen und dort verschiedene Schweißungstests auch mit einigen Beutelherstellern vorgenommen haben. Die sind zum Teil noch ausstehend und die Auswertung muss noch erfolgen. Und unser Ziel ist es letztendlich Ende 2024, einen PCR-Spout in Serie zu bringen. Wir als Pöppelmann haben über alle Divisionen hinweg auch eine Klimastrategie entwickelt, dass wir letztendlich die Treibhausgasemissionen bis 2030 im Vergleich zu 2021 reduzieren möchten. Und darunter fallen 50 Prozent im sogenannten Scope 1 und 2 und 25 Prozent im Scope 3. Und um letztendlich im Scope 3 die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, ist der größte Hebel, dass wir die Kreislaufwirtschaft nutzen. Und das können wir entsprechend mit dem Einsatz von mechanisch recycelten Materialien. Die mechanisch recycelten Polyethylene scheinen ja nicht so einfach zu verarbeiten zu sein. Woran, ich sage mal, was sind die Entwicklungsschritte, die nötig sind, wenn jetzt ein eurer Kunden gerne einen recycelten Spout von euch einsetzen möchte? Was muss er tun? Das ist mal ein relativ langwieriger Prozess. Wie du schon gesagt hast, haben wir bei den mechanisch recycelten Materialien immer mal wieder Chargenschwankungen, Schwankungen zwischen den Chargen und Schwankungen innerhalb einer Charge. Und das führt sowohl bei uns in der Produktion als auch bei unseren Kunden in der Verschweißung später immer mal wieder zu Problemen und gewisse Fenster, Produktionsfenster müssen dann überbrückt werden können. Viel ist halt möglich durch viele Versuche, dass wir eine große Auswertung fahren, ein Gefühl dafür kriegen, welche Materialien sich grundsätzlich dafür eignen und auch mit enger Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten und Kunden dann im offenen Austausch sind, wo letztendlich Hürden aufgetreten sind und wo wir Verbesserungsmöglichkeiten haben und wo unsere Stellschrauben sind. Wir lesen ja immer wieder in der Fachpresse, dass auch Stoffströme ein Problem sind, also Liefertreue und Preise sind ein Problem. Ist das auch etwas, wo ihr mitkämpft oder habt ihr aufgrund eurer Erfahrung aus dem Pflanztopfbereich eure eigenen Recyclingströme vielleicht schon aufgebaut, wo ihr vielleicht von profitieren könnt? Wie funktioniert das? Wo kommt die Ware her? Wir haben unter anderem eine eigene Kompoundierung, bedienen uns allerdings auch zum Teil aus dem Markt. Das hängt immer so ein bisschen von dem Produkt letztendlich ab, von den Qualitäten und den Materialien, die eingesetzt werden. Und wir sind da in engen Partnerschaften mit unseren Lieferanten unterwegs, sind da im guten und positiven Austausch und haben halt langjährige Partnerschaften, was neue Entwicklungsprojekte und auch generell die Marktschwankungen leichter macht, zu überbrücken. Jetzt sind wir als Innoform GmbH sehr stark im Lebensmittelverpackungsbereich unterwegs. Denkt ihr daran, recycelte Materialien auch für Lebensmittelverpackung einzusetzen? Oder wie ist bei euch da im Moment die Strategie? Also aktuell haben wir noch kein PCR-Material im Einsatz für eine Lebensmittelverpackung, allein weil das technisch und regulatorisch noch nicht möglich ist. Wir haben halt immer wieder Schwankungen in den Chargen, sodass es dazu führen kann, dass gewisse Migrationsgrenzen nicht dauerhaft eingehalten werden können. Letztendlich steht halt der Produktschutz über dem Einsatz von den PCR-Materialien. Es gibt aber auch verstärkte Entwicklungen im mechanischen Recycling, dass auch hier geeignete Materialien für einen solchen Anwendungsfall hergestellt werden. Aber aktuell setzen wir im Food-Bereich nur unsere Monomateriallösung ein. Genau das stellen wir auch fest bei vielen anderen Folienanwendungen, wo wir versuchen, Regenerat einzusetzen. ### Regenerate für Lebensmittelverpackungen einsetzbar? Wir bei Innoform haben eine eigene Abteilung auch mittlerweile aufgemacht, tatsächlich, um solche Regenerate zu zertifizieren. Das ist auch alles noch in Kinderschuhen. Eine Spezifikation zu erzeugen, ist nicht so einfach. Das habe ich gerade auch deinen Worten so ein bisschen entnommen. Siehst du denn grundsätzlich die Möglichkeit, auch Regenerate für Lebensmittelverpackungen einzusetzen? Oder ist das etwas, was auch in den nächsten fünf Jahren noch nicht kommen kann? Weil die Politik suggeriert uns ja, wir machen jetzt alles Kunststoffrecycling, dann sind wir fein raus. So einfach scheint es ja nicht zu sein, oder? Also die PPWR hat ja herausgebracht, dass bis 2030 ein gewisser Anteil PCR-Material auch für die Lebensmittelverpackung genutzt werden soll. Und hier ist es halt wichtig, dass jetzt seitens der Technologie, aber auch seitens der gesetzlichen Vorschriften noch mal detaillierter geschaut wird, wie welche Migrationsgrenzen und Einschränkungen gelten und welche Definitionen notwendig sind. Da ist, glaube ich, noch etwas Puffer nach oben, bis dann wirklich alles in die festen Tücher gebracht werden kann. Ihr wollt recycelte Materialien einsetzen, um auch die CO2-Bilanz zu verbessern. Das habe ich verstanden. Aber ihr tragt auch dazu bei, Monomaterial-Lösungen zu erzeugen. Wie macht ihr das? Ja, wie Lea schon im Vorfeld sagte, ist ein Ziel von uns, dass wir die Möglichkeit schaffen, dass man Monomaterialbeutel realisieren kann. Und dafür entwickeln wir auch unsere Spouts. Haben wir eine Materialentwicklung gemacht in Richtung Low-Sealing-Material. Das heißt, dass wir ein Low-Sealing-PE realisiert haben, um einfach die Temperaturdifferenz fürs Verschweißen zu optimieren. Und das ist halt tatsächlich ein Produkt, was gerade am Markt sehr, sehr viel Anklang findet. Das heißt, der Spout ist dann so ausgeführt, dass er schon bei niedrigeren Temperaturen verschweißt, wie sonst andere Spouts bei höheren Temperaturen. Dadurch kann man eben andere Materialien verwenden? Oder was meinst du genau? Wenn ich die Temperatur von außen aufbringen will auf dem Beutel und es ist genau wie du sagtest, der Low-Sealing-PE-Spout hat eine niedrigere Schmelztemperatur. Das heißt, ich muss weniger Energie von außen über den Beutel auf die Schweißbasis bringen, damit diese beiden sich verbinden. Das ist genau der Sinn und Zweck der Sache. Lea, und dann wäre es ja schön, wenn dann aus diesem Monomaterial-Standbeutel wieder ein Einschweißteil würde. Oder geht das schon zu weit? Das ist ja bei den PCR-Materialien im Ausgießerbereich ja immer noch in der Entwicklungsphase. Ein Ziel ist es auf jeden Fall, dass wir da den Kreislauf komplett schließen, dass der Beutel aus dem gelben Sack recycelt werden kann und später wieder ein Ausgießer daraus hergestellt werden kann. Aktuell haben wir den Kreislauf bei Pöppelmann eher so geschlossen, dass wir Lebensmittelverpackung oder ähnliches aus dem gelben Sack recyceln, mechanisch recyceln und dann beispielsweise in unserer Division TECU bei den Blumentöpfen wieder nutzen können und dann als PCR-Material den Kreislauf bringen. Mike, als Sales Manager, wo ist der Markt? ### Materialqualität: Technische Hürden beim Rezyklat Ist die Nachfrage nach diesen regenerierten Materialien, nach Spouts aus Rezyklat, aus dem gelben Sack vielleicht sogar, ist der da? Schlagen die schon auf die Kunden und wollen es unbedingt haben? Oder ist es doch eher noch verhalten? Also im Ausgießerbereich ist das durchaus noch verhalten. Es sind halt diese technischen Hürden, wie Lea sie gerade schon beschrieben hat. Die Materialqualitäten sind nicht ganz, ganz stabil und dann das Ganze mit Folie zu verbinden, das ist nicht trivial. Und dann kommt obendrauf die Anforderungen an die Lebensmittelkonformität. Das lässt sich nicht so einfach erfüllen. Auf der anderen Seite sehen wir ganz klar, dass das der Weg sein muss, in Richtung Kreisläufe schließen zu denken. Und deswegen verfolgen wir das ganz konsequent weiter und machen dort unsere Hausaufgaben. Wir profitieren natürlich auch aus anderen Bereichen. Wir sehen zum Beispiel auch im Automotive-Bereich, dass dort sehr, sehr viele Entwicklungen in Richtung rezyklierte Materialien gehen. Das sind halt einfach die besten Möglichkeiten, den Kunststoff mehrfach am Leben zu erhalten. Das heißt, ganz konkret haben wir das aktuell, haben wir wenig Anfragen. Praktisch haben wir ein Artikel-Ausgießer-Programm im Markt, eine Kappe, die aus 100 % PCR gefertigt ist. Also von daher, wir sehen, dass dieser Trend kommen wird und spätestens wenn irgendwo der CO2-Wert der Artikel bepreist wird, dann wird das auch ein weiterer Faktor, der das Ganze beschleunigen wird. Wenn wir jetzt in die Supermärkte schauen, dann sieht man ja aus meiner subjektiven Wahrnehmung zunehmend wieder mehr Beutel mit Spouts. Dieses Nachfüllkonzept scheint eine Art Renaissance zu erleben. Wie groß muss ich mir den Markt für Spouts überhaupt vorstellen? Und was sind so die Anwendungsfälle, wo die meisten Spouts eingesetzt werden tatsächlich? Der Markt für die Beutel, der ist halt unwahrscheinlich groß. Es gibt viele Marktsegmente. Ich sage einfach mal der Babyfood-Markt. Man hat das gesehen, wie sich das dort weiterentwickelt hat. Auch im Kosmetik-Bereich sind viele Nachfüllkonzepte mit drin. Es ist aber ein bisschen zu einfach, den Beutel nur auf ein Nachfüllkonzept zu reduzieren. Er wird auf mehr und mehr Primärverpackungen eingesetzt. Er hat auf der einen Seite den großen Vorteil, dass er Gewicht einsparen kann im Vergleich zu einer Glasflasche oder einem anderen Behälter. Dafür hat er aber wieder Einschränkungen in der Anwendung. Das muss man aber auch ganz klar dabei sagen. Ich sage mal, einen Beutel in der Dusche zu stellen ist für einen persönlich dann doch nicht so angenehm wie eine Flasche. Deswegen ist man dort häufig dann wieder bei dem Nachfüllkonzept. ### Standbodenbeutel als Glasflaschenalternative Also es gibt sehr vielfältige Anwendungen. Wir sehen, dass die Kunden im Prinzip an den Punkt ankommen, mit den Glasflaschen oder anderen festen Verpackungen irgendwann das Gewicht nicht weiter reduzieren zu können. Und dann kommt man halt zu dem Flexpack. Und da ist der Ausgießer dann halt ein Bauteil mit drin, was quasi für einen gewissen Convenience-Effekt sorgen kann. Wir sehen das bei den Wasserflaschen. Irgendwann ist so eine Wasserflasche vom Wasserbeutel kaum mehr zu unterscheiden. Gerade die extrem preiswert angebotenen Wasserprodukte sind in Flaschen so dünn in der Wandung, die kann man schon gar nicht mehr händeln. Da hätte man besser einen Standbeutel nehmen können mit einem Ausgießer, wo man vielleicht direkt draus trinkt. Ist das denn auch ein Markt, der wächst, wo man – wir haben gesehen, Krabkrizan zum Beispiel ist ja rausgegangen mit einem Ausgießer direkt trinken aus dem Beutel ohne Strohhalm. Ist das auch etwas, was noch wächst oder ist das eigentlich wieder verschwunden? Wie seht ihr das aus eurer Sicht? Das ist jetzt nicht unser Kernsegment, in dem wir unterwegs sind – und ist natürlich der Vorreiter überhaupt. Und man sieht einfach, dass die ja durch den Ausgießer so einen mittelgroßen Beutel für das nicht ganz kleine Klientel, für die kleinen Kinder, sondern eher für die Jugendlichen aufgelegt haben. Es gibt Nachahmer, aber das ist für uns halt nicht das Kernsegment, was man ganz klar sieht, wo wirklich ein Riesenhype ist und war. Das sind die Quetschis für die Babys in dem Bereich. Ansonsten wird es eine Nische bleiben, weil einfach gewisse Flaschen auch einfach Vorteile haben im ganzen Transport. Hochspannend. Ihr seid ja global unterwegs. In welche Länder liefert ihr denn hauptsächlich überhaupt eure Spouts? Also unser Markt ist heute schon extrem groß. Unser Hauptabsatzmarkt ist Europa. Aber wir beliefern grundsätzlich weltweit. Ich glaube, wir haben circa 20 Länder, die wir aktuell beliefern. Wir haben aber insgesamt eine hohe Dynamik in dem gesamten Bereich. Immer wieder Anfragen aus auch neuen Ländern und in dem gesamten Markt merkt man schon einen Umbruch oder ein Umdenken in Richtung Spouted Pouches. Gibt es auch eben bei den Refill Pouches – haben wir schon drüber gesprochen. Gibt es auch eine Tendenz, Flaschen durch Beutel zu ersetzen, also ein Replace statt ein Refill Pouch? Wie schätzt ihr das ein? Ich habe einen schönen Vortrag gehört, auch beim Inno-Talk über einen Replace Pouch. Den kennt ihr, glaube ich, auch, wo man also wirklich das Primärgebinde ersetzt in der Dusche zum Beispiel, indem man zum Beispiel ein Dispensersystem drum rum baut, den Beutel quasi immer wieder auswechselt und nicht mehr nachfüllt. Ist für manche Hygiene-Anforderung scheinbar relevant? ### Spout-Customization und Marktanforderungen Ist das auch etwas, an dem ihr arbeitet oder macht ihr wirklich nur Ausgießer in den Beutel rein? Also wir konzentrieren uns dort auf die Ausgießerkonzepte, haben dort aber auch Sonderlösungen, die wir mit den Kunden entwickeln, dass man quasi wirklich Dispenser oder spezielle Kappen realisiert, die dann in ein Dispensersystem hineinpassen. Auch so etwas entwickeln wir als Sonderlösung. Das heißt, wir haben nicht nur unser Standardprogramm, sondern wir haben auch ein Sonderprogramm, das wir dann kundenspezifisch entwickeln. Und es liegt dann nachher an den Kunden, wo in welchen Markt er hinein will. Es gibt natürlich die Möglichkeit von Spendersystemen, wo man dann anstatt feste Behälter dann Beutel reinbringt. Das hat natürlich auch große Vorteile. Der Beutel kollabiert, da muss man keine Luft reinbringen. Da bietet das Packmittel durchaus seine Vorteile. Und ich habe es vorhin ja schon gesagt, in der Dusche brauche ich dann halt ein Dispensersystem. Wenn ich jetzt an Hotels denke, da macht das dann Sinn, dass man quasi über Nachfüllbeutel diese Dispenser bedient und nicht feste Flaschenverpackungen reinpackt. Also da muss man sich wirklich die Nische für Nische anschauen, wie dort die Lösungen am besten zu nutzen sind. Genau, im Business-to-Business-Bereich gibt es jetzt schon öfter so viele industrielle Waschmaschinen und so was. Da gibt es so was, so Connector-Systeme sogar, Druckerkartusche, so im weitesten Sinne flexible Druckerkartusche wäre vielleicht auch nochmal so was. Also da gibt es ja die tollsten Ideen. Lea, wenn du dir für die nächsten Jahre für Pöppelmann was wünschen dürftest, was wäre das? Also ich glaube, von jedem Pöppelmann-Mitarbeitenden ist der aktuelle Wunsch, dass wir eine vollständige Umsetzung unserer Klimastrategie schaffen über Gesamtpöppelmann hinweg und speziell halt auch für das Ausgießerprogramm, dass wir in Richtung PCR-Materialien möglichst schnelle und gute Lösungen finden, dass wir Kappen und Ausgießer jeweils aus dem PCR fertigen können, um dort halt auch die Treibhausgas-Emission zu reduzieren. Und letztendlich ist es halt so, dass man ja so ein bisschen aufzeigen muss, dass Kunststoff, wenn man ihn halt auch richtig einsetzt, nachhaltig und ressourcenschonend sein kann in der richtigen Verwendung, in dem Kreisläufe geschlossen werden. Tolles Schlusswort. Deinerseits, Mike, wenn du dir von den Kunden oder von der Politik was wünschen dürftest, was wäre dein Wunsch? Um die Kreisläufe schließen zu können, brauchen wir im Prinzip alle Partner, die an diesen Kreisläufen beteiligt sind. Das ist die Politik auf der einen Seite, die die richtigen Rahmenbedingungen setzen muss, wie sie jetzt mit der PPWR gemacht haben. Es braucht aber auch den Verbraucher mit seiner Akzeptanz, der am Ende entscheidet, was genutzt wird. Aber ganz wichtig ist für uns: wir brauchen unsere Kunden als Partner, um gemeinsam mit denen Lösungen zu erarbeiten, die am Markt funktionieren können. Das ist halt ein ganz, ganz wichtiger Schritt, weil er jetzt gerade gesagt: unsere Klimastrategie sagt, die Scope-3-Emissionen wollen wir senken. Und das sind im Prinzip wirklich die Emissionen, die vor unserem Prozess entstehen, beziehungsweise nach unserem Prozess durch unsere Kunden entstehen. Die können wir halt nicht alleine senken. Da brauchen wir die Partnerschaften sowohl von unseren Lieferanten als auch von unseren Kunden. Und da sind wir sehr, sehr zuversichtlich, gute Lösungen zu finden und auch anbieten zu können. Also ein Appell an Kooperation, Kollaboration. Danach kann nichts mehr kommen. Vielen herzlichen Dank an Lea Mittendorf und Mike Landwehr von Pöppelmann. ### Flexpack-Initiative und Podcast-Fazit Ja, vielen Dank Karsten. Danke auch Karsten. Und das war es schon wieder für heute. Ich hoffe, es war etwas Interessantes für Sie dabei. Und wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative für mehr Flexpack-Wissen werden möchten, melden Sie sich gerne bei mir unter ks@innoform.eu und nicht vergessen, diesen Podcast zu abonnieren, wo immer Sie Podcasts hören. Tschüss, bis zum nächsten Mal. Ihr Karsten Schröder. **Kategorien:** Abfülltechnik, Allgemein, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Neuigkeiten --- ### [Karsten Schröder zu Gast bei Gemischtes Pack](https://inno-talk.de/karsten-schroeder-zu-gast-bei-gemischtes-pack/) **Published:** November 17, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Eine Reise durch Nachhaltigkeit und Recycling mit Karsten Schröder In der neuesten Episode von „[Gemischtes Pack](https://podcasters.spotify.com/pod/show/julian-thielen-und-marcus)“ hatten Julian und Marcus das Vergnügen, Karsten Schröder, den Geschäftsführer und Gründer von Innoform, als Gast zu begrüßen. Karsten teilte seine faszinierende Reise von Osnabrück nach Tarifa und seine Leidenschaft für flexible Verpackungen und Kunststoffrecycling. **Von Osnabrück nach Tarifa:** Karsten Schröder erzählte von seinem Umzug nach Spanien, und wie dieser Schritt es ihm ermöglichte, sich wieder auf das Fachliche zu konzentrieren. Dank der Unterstützung seiner Kollegen Klaus Behringer und Wilma Igelbrink konnte er sich voll und ganz seiner Leidenschaft für flexible Verpackungen widmen. **Gründung von Innoform:** Karsten sprach über seinen Werdegang von der Fachhochschule Osnabrück über Bischof und Klein bis hin zur Gründung von Innoform und dem Innoform Testservice in Oldenburg. Diese Reise war geprägt von Herausforderungen und Erfolgen, die ihn zu dem Experten machten, der er heute ist. **Familienleben und Sabbatjahr:** Ein weiteres Highlight war Karsten’s Erzählung über die Herausforderungen der Kindererziehung, und wie ein geplantes Sabbatjahr in Tarifa zu einem dauerhaften Umzug wurde. Diese Entscheidung ermöglichte es ihm, eine bessere Balance zwischen Arbeit und Privatleben zu finden. **Veranstaltungen und Weiterbildung:** Karsten diskutierte die Trends in der Veranstaltungsbranche, die Auswirkungen von Corona und die Bedeutung von Weiterbildung in der Flexpack-Industrie. Er betonte die Notwendigkeit, ständig neues Wissen zu erwerben und sich weiterzubilden. **Persönliche Interessen:** Neben seiner beruflichen Laufbahn teilte Karsten auch seine Leidenschaft für Wassersportarten wie Windsurfen und Kitesurfen. Diese Aktivitäten helfen ihm, eine Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu finden. **Bücher und Weiterbildung:** Karsten sprach über die Bücher und Autoren, die ihn geprägt haben, und die Bedeutung von kontinuierlicher Weiterbildung. Er betonte, wie wichtig es ist, sich ständig weiterzubilden und neue Erkenntnisse zu gewinnen. **Fazit:** Diese Episode von „Gemischtes Pack“ bietet einen Einblick in das Leben von Karsten Schröder und die Entwicklung flexibler Verpackungen und die Gründerphase von Innoform. Diese Reise und Karsten’s Erfahrungen sind inspirierend und zeigen, wie wichtig es ist, sich ständig weiterzuentwickeln und neue Wege zu gehen. Flexible Verpackungen sind dabei ein roter Faden. ### Verwandte Episoden - [Ton Knipscheer spricht mit Karsten Schröder über „Digitales Heizen“](https://inno-talk.de/ton-knipschher-spricht-mit-karsten-schroeder-ueber-digitales-heizen/) - [Ton Knipscheer talked to Karsten Schröder about „Digital Heating“](https://inno-talk.de/ton-knipschher-talked-to-karsten-schroeder-about-digital-heating/) - [Karsten Schröder antwortet Ansgar Wessendorf im Rahmen der Marktumfrage 2023](https://inno-talk.de/karsten-schroeder-antwortet-ansgar-wessendorf/) --- Erhalte automatisch neue Episoden auf dein Endgerät. [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) NEU: [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Gemischtes Pack, der Audio-Podcast mit Markus und Julian. Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Gemischtes Pack, euer Podcast für Nachhaltigkeit und Recycling. Wenn ihr erwarten würdet, wie sonst, erstmal Julian und meine persönlichen Erlebnisse der letzten Wochen heute zu hören, muss ich euch leider enttäuschen, denn wir haben heute einen Stargast dabei, und zwar niemand Geringeren als Karsten Schröder, eines Zeichens Geschäftsführer und Gründer von Innoform, der, ich würde sagen, das wird uns Karsten gleich selbst noch erzählen, der einzigen deutschen Plattform für Weiterbildung im Bereich Kunststoffe, Kunststoffrecycling und Testlabor. Und deswegen, heute keine großen Vorworte, ich würde sagen, wir starten rein. Hallo Julian, hallo Karsten, ich freue mich. Hi Markus, hi Karsten, willkommen Karsten. Hallo ihr beiden, danke, dass ich dabei sein darf und danke für die tolle Anmoderation. Mal sehen, ob ich diese hohe Latte überhaupt halten kann und ob ich sofort bei der ersten Frage reise. Ich freue mich drauf. Podcast mit Spannung heute, sehr gut. Das kriegen wir hin. Karsten, wie geht es dir? Mir geht es richtig gut, wir haben schlechtes Wetter in Spanien, wo ja meine neue Wahlheimat ist seit 13 Jahren, aber Geschäfte laufen gut, wir sind eigentlich guter Dinge, und so freue ich mich wirklich auf diesen Podcast. Ich bin gespannt, was ihr an Fragen mitgebracht habt, das ist ein kleines Zufallsprodukt für mich und eine ganz andere Situation, normalerweise habe ich immer einen zweiten Bildschirm mit Fragen, den habe ich diesmal aus und ich fühle mich ehrlich gesagt ein bisschen hilflos. Ach du, das ist eine kleine Revanche, wir waren ja beide schon bei dir im Podcast, der Innoform-Podcast, sehr coole Sache, sehr informativ immer und deshalb waren wir nur zu glücklich, dass du auch mal zu uns kommst und ja, ich glaube, Markus, dir geht es genauso im Podcast von Karsten, es ist immer sehr warm, sehr gemütlich und er macht es einem sehr leicht und das machen wir heute auch nicht anders. Also ich hoffe zumindest, also ich muss auch sagen, bei Karsten ist es sehr schön, er darf das heute so ein bisschen mehr from scratch erleben mit uns, ein bisschen unprofessioneller, aber ich denke, wir sind ja alles drei eloquent, die Jungs, wir werden das Kind schon schauen können, das wird super und Karsten wird dann vielleicht sogar nicht das letzte Mal da gewesen sein, wenn es dann gut läuft. Ich bin guter Dinge, ich freue mich. Ja, Markus, du hast schon gesagt, seit 13 Jahren bist du jetzt schon unten in Andalusien, oder? Genau, in Tarifa tatsächlich, mit Blick auf Afrika und wir genießen das unheimlich und was das für Vorteile hatte, kann ich vielleicht auch kurz erzählen, wir haben nämlich es dadurch geschafft, dass ich mich wieder zu 90 Prozent ums Fachliche kümmern kann, weil ich diese Personaldinge und so weiter einfach zurückgelassen habe bei meinem lieben Kollegen Klaus Behringer und meiner Kollegin Wilma Igelbrink in Hasbergen, die jetzt sich darum kümmern dürfen, die das viel besser können als ich und ich bin wieder voll in Flexpack eingestiegen und das macht mir wahnsinnig Spaß. Freue mich wie Bolle, würdest du sagen, Julian. Ja, also ich habe, wir haben ja eine kleine Gemeinsamkeit in der Vergangenheit. Wir waren ja beide mal bei Bischof + Klein, ein großer Hersteller flexibler Verpackung. Als ich hier bei InterZero angefangen hatte, habe ich immer gesagt, ja, ich habe im Hintergrund in flexibler Verpackung, jetzt bin ich mittlerweile seit sechs Jahren dabei. Kann das also, nee, mein Hintergrund ist jetzt Recycling, Sortieren und Verpackungsgestaltung. Deshalb habe ich es bis dahin immer sehr gerne gesagt. Aber Karsten, erzähl doch mal, wie bist du überhaupt, ja, von Münsterland, oder? Ja, genau, Osnabrücker Münsterland sozusagen. Über die verschiedenen Stationen dann heute nach Tarifa gekommen. Ja, das war ein ganz turbulenter und wirklich schöner Weg, den ich auch jedes Mal wieder gehen würde. Ich bin von der Fachhochschule, damals hieß es noch, heute sind das ja alles Hochschulen. Osnabrück mit einem mäßigen Diplom Werkstofftechnik dann bei Bischof + Klein angeheuert. Damals haben die noch viele Mitarbeiter gesucht. ### Zehn Jahre Karriere unter einem Dach Heute ist wieder so eine Situation. Zwischendurch hatte sich das mal geändert. Hab dann zehn fantastische Jahre bei Bischof + Klein gehabt. Ist ja eines der wenigen Unternehmen, die wirklich alle Veredelungsstufen unter einem Dach haben. Nicht also in der Gruppe haben das viele, aber unter einem Dach. Das ist was Besonderes. Bin ich also immer mit meinem Dienstfahrrad von Maschine zu Maschine gefahren und war dann während der zehn Jahre auch für fast alle Verkaufsbereiche mal zuständig als Entwicklungsingenieur. Und das prägt natürlich auch fürs Leben. Und meine Kritiker sagen immer, der kann nix richtig und weiß von allem ein bisschen. Ich sehe das als Stärke. Ich versuche, das breite Wissen eigentlich unter die Leute zu bringen. Und wenn ich ganz ehrlich zu mir selber bin, habe ich auch ein paar Vertiefungsrichtungen, wo ich mich echt gut auskenne, glaube ich. Und die sind auch nach wie vor gefragt. Das ist zum Beispiel das ganze Thema Barrierefolien, gerade wenn es um Recycling geht. Und dafür steht ihr ja, ist die Barriere wahnsinnig wichtig, insbesondere dann, wenn man Rezyklate einsetzen will wieder. Und beim Rezyklieren soll sich am liebsten die Luft auflösen. Und daran arbeiten wir kräftig auch mit unserem Innoform Testservice in Oldenburg. Nach diesen zehn Jahren hat es mich gejuckt. Ich wollte mich selbstständig machen. Wollte ich immer schon. Ich hatte auch schon mal einen Surfshop gemietet in Osnabrück. Aber wer Osnabrück kennt, weiß, da ist das Meer weit weg. Gut, dass es nicht geklappt hat. Der Vermieter wollte mir den Laden nicht vermieten. Ich habe damals mal so hobbymäßig Surfbretter gebaut, hatte also immer schon irgendwie so einen Werkstoffhang. Ja, und dann bin ich angefangen, meine Kenntnisse über Verpackungsentwicklung eigentlich zu verkaufen. Das ging anderthalb bis zwei Jahre einigermaßen. Ein paar große Firmen haben mein Wissen abgegriffen, aber die haben mich nicht so richtig für voll genommen. Die dachten nicht, ich könnte auch neues Wissen generieren. Aber was ich immer mitkriegte, waren Prüfaufträge. Und mein Freund und bis heutiger Mitgesellschafter und Geschäftsführer in unserem Innoform Testservice in Oldenburg hat dann auf dem Heimweg von Bischof + Klein bei mir im Keller dann schon mal durchs Mikroskop geguckt und schon mal so Mikrotomschnitte angefertigt von Folienverpackungen. Und wir haben gemeinsam dann diesen Prüfdienst ins Leben gerufen. ### 25 Jahre Entwicklung und Unternehmertum Den Innoform Testservice. Der ist deswegen in Oldenburg übrigens, weil mein Freund Klaus gerne aus privaten Gründen nach Oldenburg wollte. Sonst wären wir tatsächlich in Osnabrück geblieben, bei uns im Keller wahrscheinlich. Und wir sind dann von unserem Keller in seine Garage. Und so ging das immer weiter. Das ist ja alles 25 Jahre her. Und jetzt sind wir, was das angeht, eigentlich kurz vor der Rente. Wir reden jetzt über Nachfolgeregelungen bei uns im Innoform Testservice und solche Dinge. Also so lange ist das ja schon her. Und auch das macht Freude. Und vor 14 Jahren habe ich bei mir im Privaten festgestellt, dass ich zu wenig Zeit für meine Kinder habe. Heute sind das Gott sei Dank andere Zeiten. Aber damals war es unüblich, dass Väter sich intensiv um Kinder kümmern. Und meine Frau Kerstin ist ja auch voll mit im Geschäft. Und so haben wir Schwierigkeiten gehabt mit der Kindererziehung. Wir haben drei Kinder. Und die lebten so auf dem Schreibtisch, unterm Schreibtisch, neben dem Schreibtisch, Homeoffice und so. Wir haben sieben Tage die Woche gearbeitet, die Kinder nebenbei gefüttert. Und das war nicht zielführend. Dann haben wir gesagt, so machen wir jetzt mal ein Sabbat. Ja, ein Tarif war. Ja, und daraus sind jetzt fast 14 Jahre sogar, wenn ich genau rechne, geworden. Ich bin hier also hängen geblieben. Und es hat dem Geschäft keinen Abbruch getan. Alle Kritiker haben sofort gesagt, „oh, mach das bloß“. Aber im Gegenteil ist der Fall, wir haben weiter ein Wachstum geschafft. Trotz Corona und so weiter haben wir überlebt. So, das war jetzt die lange Version meiner Vorstellung. Ich hoffe, das war nicht zu viel Gelaber. Spannende Version. Ach, cool, cool. Also, ja, das sind die Schritte, von denen viele träumen, nicht wagen. ### Einfach machen und Verrücktheit wagen Weil auch die ersten immer sagen, wie kannst du das machen oder ach, du bist verrückt. Aber ja, einfach machen, gucken. Und du siehst, wie die Vorteile daraus erwachsen und wie es auch gehen kann. Und jedes Mal, wenn ich dich bei einer Veranstaltung dann sehe vorne und ich sehe in deinem braun gebrannten Gesicht noch die weißen Ränder der Sonnenbrille, da werde ich sehr neidisch. Also, das muss man wirklich sagen. Vielleicht mal. Wir sind ja hier ein auditives Medium. Das heißt, wir drei, wir können uns gerade sehen. Ihr könnt uns jetzt nicht sehen. Ihr lieben Zuhörerinnen, Zuhörer. Der Karsten, der sieht wirklich. Also der Surfshop, das ist keine Verwerfung. Das ist eins zu eins, würde ich sagen. Ja klar, müsste Karsten einen Surfshop haben. Weil er sitzt einfach vor uns, braun gebrannt, mit blonder Mähne. Und man kann sich den Surferboy eigentlich nur genauso vorstellen. Also daher, ich glaube, das ist ein Vorbild. Und ich finde auch den Punkt, den du gerade gemacht hast, also wenn das jetzt hier sicher kein Unternehmer-Podcast in dem Sinn ist, aber so dieses zwangsweise Distanz herstellen zu gewissen Themen und vielleicht auch irgendwo so sich zu Asynchronität in der Arbeitsweise zwingen oder so. Also genau das, was du sagst, wozu bei Corona eigentlich alle gezwungen waren. Eine Sache, die ja durchaus funktioniert, die durchaus Firmen weiterbringen kann. Wenn es dann teilweise so ist, dass es eigentlich besser läuft, wenn der Chef nicht im Haus ist, was ja irgendwie erstrebenswert ist jetzt aus meiner Brille, wie ich mir die Unternehmergedanken vorstellen würde. Also super spannend, dass du jemand bist, der diese Schritte geht, der den Kritikern zutrotzt sagt, na ja, finden wir es mal raus, wie es läuft. Und dann sagt, ja, hat geklappt. Also cool, sehr spannende Vita. Es war nicht ganz einfach und es fällt auch nicht vom Himmel. Ich möchte aber gerne allen Mut machen, auch solche Schritte mal zu gehen. Und wie ich euch beiden kennengelernt habe, neigt ihr auch dazu, alles immer wieder zu hinterfragen, euer Leben zu hinterfragen, Familienstand und natürlich auch das große Ganze. Ich habe aber auch viele Bücher gewälzt. Ich habe daraus auch sogar mal so ein Managementseminar gemacht, weil ich dachte, ich hätte es jetzt kapiert. Hatte ich aber nicht. Ich hatte das für mich verstanden, aber natürlich nicht für jeden. Inno-Talk hieß damals das Projekt. ### Passion statt Hamsterrad in der Arbeit Dann haben wir hier in Tarifa, haben wir dann mit anderen Management-Trainerinnen eine ganze Woche versucht, so was hinzukriegen, dass jeder so seine Balance fürs Leben findet. Zwei, drei waren dabei, die es haben geschafft. Die anderen haben das nicht hingekriegt. Beziehungsweise, die haben ihren anderen Weg gefunden, sind weiter in diesem… Manche sagen Hamsterrad. Ich sage, Passion in der Arbeitswelt. Es ist nicht ein Hamsterrad. Man sieht das von außen manchmal anders. Ich glaube, da muss jeder seinen Weg finden. Mein Weg war immer, ich habe unheimlich gern Sport gemacht, Wassersport vor allem, ich liebe das Leben am Meer und Osnabrück ist da nicht der richtige Ort. Und das habe ich in diesem Sabbat-Jahr gemerkt. Und wir wollten wirklich zurück, weil wir dachten, wir müssten ja noch die Firma jetzt wieder nach vorne und noch größer und noch schneller. Aber ehrlich gesagt, die Kinder wollten nicht wieder zurück und meine Frau auch nicht. Und dann haben wir gesagt, komm, wir versuchen noch ein Jahr. Und so hat sich das immer weiter gesteigert. Und das ist eigentlich so ein bisschen das Motto geworden. Probieren geht über studieren. Aber man muss auch ein bisschen Theorie dabei haben. Und deswegen, es gibt für alles ein Buch. Und kaufen, lesen und überlegen, was kann ich davon gebrauchen? Das war so ein bisschen unser Motto. Und dann von Windsurfen, ne? Windsurfen, Kitesurfen, ein bisschen Ballreiten. Das hat mich allerdings nie so richtig gepackt, muss ich sagen, weil hier auch die Wellen nicht so gut sind. Jetzt hatten wir gerade ein schönes Swell, da war ich mal wieder. Aber eigentlich ist Windsurfen und Kitesurfen im Moment das, was ich wirklich liebe. Und jetzt kümmere ich mich gerade um Wingfoilen. Mein Sohn ist da schon richtig gut und der versucht mir das jetzt beizubringen. Ganz spannend. Das ist das, wo du einen Meter über Wasser fliegst? So ungefähr, genau. Und dann hat man so ein Schirm, so ein Sonnenschirm oder ein Regenschirm oder was auch immer, hat man da in der Hand und lässt sich davon ziehen. ### Wellen, Strände und Work-Life-Balance In Anführungsstrichen. Das ist natürlich dann so ein Wing, sagt man dann so schön. Und ne, macht Spaß und man ist viel in der Natur und immer. Die Surfer, und das könnt ihr vielleicht bestätigen, sind ja immer an den schönsten Orten der Welt. Das ist ja das Schöne. Da, wo die schönsten Wellen sind, sind meistens auch sehr schöne Strände. Ja, stimmt. Ich möchte kurz, bevor wir nochmal abbiegen, weil das ist auch so mein Thema, ich hab auch irgendwann für mich mal angefangen, so diese Magie von Büchern zu finden. Deswegen, was würdest du sagen, war so in der Phase das Buch, was am meisten mit dir gemacht hat, was dir am meisten auch so den Weg dahin aufgezeigt hat? Das ist eine fantastische Frage. Es sind zwei Autoren, die mich wirklich geprägt haben. Das ist einmal damals war ganz aktuell Stephen R. Covey aus Amerika. Seven Habits of Highly Effective People. Jetzt fällt mir der Titel sogar noch spontan ein. Das hat mich wirklich geprägt. Das habe ich fünf oder sechs Mal gelesen. Habe daraus auch wie gesagt ein Seminar gemacht. Habe mich also abends dann hingesetzt. Damals schon als Hörbuch auf der Fahrt zum Kunden. Habe ich mir das reingezogen und abends dann aufgeschrieben, was ich verstanden habe. Dann nochmal gehört und dann nochmal korrigiert und so. Und daraus Powerpoints gemacht. So ging das los. Und dann habe ich auch mich viel mit Rhetorik und Verkaufstraining beschäftigt, weil ich habe auch verstanden, dass man sich selbst immer verkauft. Man kann gar nicht anders und vor allen Dingen auch seine Produkte ja verkaufen muss. Und ich war kein Verkäufer eigentlich. Und war es aber irgendwie doch und hatte auch eine Neigung. Aber ich wusste nicht, wie. Und da habe ich auch ganz viele Bücher aus dem Bereich gelesen. Da gibt es verschiedene Autoren quer durch den Garten. ### Management-Literatur und aktuelle Fachlektüre Und dann habe ich so ein bisschen Management-Literatur auch aus Deutschland. Mit Sprenger zum Beispiel fällt mir da noch eingelesen. Motivaction ist so ein Buch vom Schindlerhof in Nürnberg, wo wir auch mal Seminare gemacht haben. Der Inhaber hat das geschrieben. Solche Dinge. Es sind relativ alte Dinge. Und heute beschäftige ich mich eigentlich mehr so mit aktueller Literatur und wird ein bisschen philosophischer, wenn man so älter wird. Aber es ist interessant, dass du die Technik der Rhetorik und des Verkaufens dann mitgenommen hast. Weil ich fand das immer, wenn ich es so mit Vertriebslern zu tun hatte, immer die, die wirklich die Bücher eins zu eins, die Methodiken eins zu eins umsetzen. Und du merkst es dann immer, hey, jetzt kommt wieder so eine Methodik an. Und deshalb fand ich das bei dir immer so, ich kenne es eigentlich nur aus der Moderation, dass es einfach fast natürlich kommt und das ist das Coole. Ich muss dazu unbedingt reinspringen, weil diesen ganzen Weg, ich bin über Bücher und Seminare gegangen. Und man kann also gerade diesen Literaturbereich, weil ich habe das für mich mal 2016 oder so verstanden. Da hatte ich damals ein Seminar bei dem selbsternannten Deutschlands härtesten Verkaufsredner Andreas Mildner, der wirklich, also sein Hauptmittel, das waren so drei Tagesblockseminare und das Hauptmittel war psychologischer Druck. Also es wurden gewisse Sachen zum Beispiel verboten, die du sagen darfst oder du durftest nicht äh sagen oder so. Und wenn du das gemacht hast, dann musste die ganze Gruppe alle laut auf den Tisch klopfen. Ich konnte mich darauf gut einlassen. Es ist nicht jeder mit warm geworden, aber für mich war das witzig. Und der hat mir damals aufgezeigt, eigentlich wie arrogant ich bin zu meinen, alles schon zu wissen. Und mir eigentlich eher aufgezeigt, was ich alles nicht weiß. Also sein Prinzip ist halt, ich nehme dich einmal komplett auseinander und dann erarbeiten wir miteinander mal so den Baukasten, wie wir dich dann zusammenbauen. Und das hat mir geholfen, überhaupt auf diesen Weg dieser Weiterbildung zu kommen. Und da muss man sagen, es gibt halt diese Literatur von Leuten, die Seminare verkaufen wollen. Also ich will jetzt keine Namen. Gut, von mir aus weiß ich Limbeck oder so. So dieses ganze alte Hard Selling und was man irgendwie so mit diesem Handy, Telefon, Autoverkäufer-Sprech assoziiert. Und es gibt aber gerade aus dem amerikanischen Raum gibt es so viele Sachen. Ich habe zum Beispiel ein total geiles Buch gelesen, „The Brain Audit“. Na, was sich jetzt nur mittelbar mit dem Thema Verkauf dann eigentlich befasst, aber halt sagt, wie eigentlich das Gehirn über diese Problemlösungsketten Informationen verarbeitet, also wen du an welcher Stelle treffen musst. Oder zum Beispiel auch von Chet Holmes gibt es ein Buch, das heißt „Die Ultimate Sales Machine“. Das klingt total drüber vom Titel, ist ein wunderbares Buch, was auch wirklich mal erklärt, so aus deiner Gesamtmenge potenzieller Menschen, die mit dir arbeiten könnten, wie viel Prozent da wirklich derzeit aktiv auf der Suche sind, wie viel sind latent auf der Suche, wie musst du wen ansprechen? Also gerade wirklich aus dem amerikanischen Raum. ### Predictable Revenue und persönliche Passion Oder es gab noch eins, irgendwas mit „Predictable Revenue“ glaube ich, das ist auch interessant. Da gibt es wirklich sehr viele, die sich eher damit befassen, dass du dich empathisch auf dein Gegenüber einlässt und die Problemebene verstehst und damit auch wirklich in der Kommunikation Lösungen anbietest, anstatt jetzt die drei hypnotischen Zauberformeln zu lernen und irgendwelche Anruflisten aufzubauen, damit Leute irgendwann genervt auflegen, sagen, jetzt komm, gehen wir nicht auf den Punkt, Punkt, Punkt. Genau, das muss man trennen. Das ist auch das, was ich meinte. Jeder muss für sich das finden, was da zu jedem passt. Und ich habe das immer versucht, auch mit meiner Passion der flexiblen Verpackung irgendwie zu kombinieren. Das muss auch irgendwie die Verpackungssprache da bleiben und nicht irgendwelche abgedroschenen Phrasen aus dem Rhetorikseminar. Und ich habe gar nichts gegen Ähs und Öhs. Wenn wir unseren Podcast schneiden, lassen wir ganz viel davon drin. Und das gehört manchmal auch zur Persönlichkeit dazu. Und klar, wenn einer nervös ist und zu Anfang ist es ein bisschen mehr, dann nehmen wir die weg, sodass das ein bisschen sich schöner anhört am Anfang. Aber letztendlich, wir sind alle Menschen und wir hören eigentlich dem gerne zu, der auch eine Story zu erzählen hat, die sich zumindest plausibel anhört, wenn sie nicht sogar zu 100% wahr ist. Das versuche ich immer. Ja, die ganzen Ähs und Öhs sind Teil, haben alle eine sprachliche Funktion. Da ist es klar, wenn Nervosität da ist, dann ist es was anderes. Aber das zu unterbinden, finde ich… Karsten, zum Thema Veranstaltung. Du machst ja viele Informations… Also quasi Schulungen, Webinars, live, online. Aber eben auch viele Veranstaltungen. Was würdest du sagen, wo gehen jetzt gerade so die Trends, was hat vielleicht Corona auch verändert, wo gehen die Trends hin? Weil wir waren jetzt auf der Fachpack und da habe ich mich dann auch einmal unterhalten über zwei Dinge, die wir beobachtet haben und aus einem Effekt heraus, meiner Meinung nach. Jetzt Oktober, November. Auch die Zeit, wo wir gerade aufnehmen. Unglaublich voll mit Veranstaltungen. Und Fachpack gleichzeitig etwas weniger Aussteller, wie ich das beobachten konnte. Und die Meinung so, dass viele sparen sich dann die 20, 30, vielleicht 40 Scheine für die Messe, um gezielt eigene Kundenveranstaltungen zu machen. Ist das etwas, siehst du es ähnlich? Wo geht es mit diesen Veranstaltungen hin? Ist dein Kalender genauso voll? Ja, das stimmt tatsächlich. Die Beobachtung teile ich zu 100 %. ### Kundenveranstaltungen und Bezahlveranstaltungen Und ich würde sogar fast noch einen draufsetzen. Diese Kundenveranstaltungen sind im Moment auch für unsere Bezahlveranstaltungen, wo ja die Show bezahlt wird von den Teilnehmer-Tickets, die größte Konkurrenz. Früher hatten wir die größte Konkurrenz aus Amerika, aus England, von Wettbewerben, die das Gleiche machen wie wir zum anderen Preis mit einem besseren Programm oder schlechteren Programm. Und mit denen konnten wir uns unheimlich gut messen, wo wir überhaupt machtlos sind, gegen Kundenveranstalter anzutreten. Die haben viel größere Budgets, denen ist völlig egal, wer da kommt, in Anführungsstrichen. Hauptsache, es werden Kunden. Die müssen nichts bezahlen. Die haben keine Eintrittshürde, außer die Anreise zum Event vielleicht. Und wenn die es jetzt sogar noch hybrid machen, dann haben wir eigentlich kaum noch eine Chance. Dennoch kommen die Leute zu uns. Und das macht mir auch wiederum Hoffnung. Wir haben aber, das muss ich sagen, das Präsenzangebot, also die Veranstaltung, Seminare vor Ort im Hotel, klassisch zwei Tage mit zwei Referenten oder so, haben wir gekürzt zugunsten der Online-Veranstaltungen. Aber wir machen auch die kostenpflichtig. Wir haben versucht, zum Beispiel diese Online-Veranstaltungen, da das Geschäftsmodell umzudrehen, so wie Google das ja immer schon macht, wo ja alle Dienste bei Google im Prinzip kostenlos sind und alles über Werbung finanziert wird. Das haben wir versucht, für Veranstaltungen auch mal zu machen und mal so aus dem Nähkästchen zu plaudern. Und das heißt bei uns Inno-Talk, das läuft, aber das ist bei weitem nicht so profitabel wie die anderen Veranstaltungsmodelle. Aber ich warte mal ab. Ich bin drei Jahre dabei. Ich habe einen langen Atem. Mir macht das auch Spaß. Und ich muss das Geld dann nicht verdienen. Und solange das Plus-Minus-Null ist, mache ich das weiter. Und es ist einfach ein tolles Format. Nur, wenn man sich alle vier Wochen mal trifft, einfach mal ein Thema bespricht, zum Beispiel jetzt Flexo-Druck. Für Flexpacker haben wir jetzt am nächsten Mal. Oder danach geht es mal ganz speziell um NC-freie Druckfarben. So richtige, nischige Themen, so ein bisschen nerdig. Zwei kurze Vorträge, mal darüber geredet. Und wer will, schaltet sich live rein. Und wer nicht, nicht. Und dieses Live, das möchte ich gerne beibehalten, weil ich merke, dass dann viele Dinge einfach schöner werden, als wenn man alles aufzeichnet. Das kennt man ja, glaube ich, auch von Fernsehshows oder anderen Dingen. ### Live-Events und LinkedIn-Live-Format Also ich liebe live. Ja, das war ja Markus und mein Ansatz auch. Zum einen finde ich den Freitagnachmittag oder ab Mittag super, weil dort häufig ein bisschen mehr Ruhe einkehrt in den Unternehmen. Vielleicht sind die ein oder anderen deiner Zuhörer oder Zuschauer auch am Weg dann über die Autobahn zurück. Also das finde ich, finde ich vom Timing her sehr klar. Und diese Live-Sache hatten Markus und ich mit den LinkedIn-Lives auch am Anfang so gemacht. Das haben wir dreimal gemacht, Markus, viermal. Es hat einen deutlich – ich finde es auch deutlich spannender, weil wir noch denken wir schon einigermaßen drüber nach, was wir sagen. Und das hatte diesen Live-Charakter, ist das alles ein bisschen kurzfristiger, ein bisschen unmittelbarer. Ich glaube auch, dass das eine sehr gute Idee ist. Grundsätzlich wird der weitere Markt härter. Wir machen weiter. Uns macht das, wie gesagt, Freude. Ich glaube, es gibt auch einen wahnsinnigen Handlungsbedarf. Wir müssen in der Flexpack-Industrie einfach unsere Hausaufgaben machen. Und dafür brauchen wir einfach noch mehr schlaue Leute. Und die müssen auch immer schlauer werden. Und die Generation neuen Wissens, die hat sich beschleunigt. Es gibt jetzt ja durch das Fraunhofer Institut, durch verschiedene Universitäten, nicht nur in Deutschland, auch in Europa neue Wissensquellen. Und ich muss sagen, auch die großen Unternehmen – ich nenne mal Bobst als einen – haben große Forschungsabteilungen, die zum Beispiel jetzt mit diesem einen Produkt, ich will mal diese Produktnummer nennen, weil das so eine tolle Idee ist, dieses One Barrier. Das ist also ein Barriereverfahren, was die verkaufen. Die verkaufen nicht mehr eine Maschine, sondern die verkaufen quasi ein patentiertes Verfahren, um eine Hochbarriereverpackung herzustellen und gehen selber tief in die Forschung rein mit ihren Kunden. Und ich sage mal so, die Grundlage kriegst du da kaufen. Und dann kannst du das für deine Kunden anpassen und verfeinern. Und das sind tolle neue Wissensquellen, die wir versuchen, auch dann zu verbreiten über Podcasts, über diese Seminare und vor allen Dingen eben auch über Entwicklungsprojekte, die wir ja auch noch machen. Entwicklungsprojekte, die ihr dann über das Labor begleitet? Ganz genau, wir sind ja zunehmend quasi verlängerte Werkbank auch von Entwicklungsprojekten, wo dann spezielle Prüfungen, die sich Firmen oft selber nicht leisten. Ein bestes Beispiel ist immer die Barrierefolienmessung. So ein Messgerät kostet um die 100.000 Euro, wenn man was Vernünftiges haben will. Und das zu beherrschen, dafür braucht man einen, der 100.000 Euro im Jahr verdient, der da vorsitzt, der das Ding repariert, pflegt, die Prüfproben einschätzen kann, denn wenn man eine falsche Probe mit einem falschen Parametersatz einlegt, ist das Gerät erst mal wieder beschädigt. Und da muss man sich wieder drum kümmern. Das heißt, man muss viel von Folie wissen, bevor man überhaupt so ein Gerät bedienen kann. ### Messtechnik und unabhängige Anbieter Und davon haben wir 15 Stück oder so. Ich weiß es gar nicht, sind da, glaube ich, einer der größten unabhängigen Anbieter. Und diese Barrierefolienmessung ist eben ein Paradebeispiel, wie kompliziert heute auch Entwicklungsprojekte im Flexpackbereich werden. Du musst eigentlich was von Folien kennen. Aber wenn du die Messtechnik nicht irgendwoher kriegst, dann kannst du so viel an den Folien rumfummeln, wie du willst. Du musst ja immer dann Lagerversuche machen. Es dauert unendlich lang und wird unendlich teuer. Mit diesen Barrierefolienmessungen bist du viel schneller und kannst natürlich viel systematischer arbeiten. Und wenn man das dann noch mit neuen Methoden wie AI und so weiter kombiniert, dann werden wir richtig schnell. Und dafür kämpfe ich eben auch und damit stehe ich jeden Morgen auf, da ein bisschen mitzuhelfen. Ist euer Barrierefolienrechner noch online? Jawohl, der ist auch noch online. Das ist auch so etwas. Das kann ich auch nur empfehlen. Genau, einfach mal drüber rechnen. Können wir vielleicht nicht in die Show Notes machen. Ist immer noch billiger als sofort eine Prüfung machen. Weil viele Prüfungen, das muss ich auch selbstkritisch sagen, sind auch unnötig. Wir versuchen das auch vorher im Gespräch mit Kunden zu klären: Müssen wir diese Messung wirklich machen oder können wir erst mal theoretisch überlegen, was dabei rauskommen kann? Und andererseits ist es zwingend, wenn ich eine Barrierefolie herstelle, dass ich eine Qualitätssicherung mit solchen Messgeräten mache. Weil wie soll ich denn sonst die Qualität sicherstellen? Das muss ich sicher nicht bei jeder Rolle machen, aber das muss ich bei jeder Charge machen und sicherlich auch immer regelmäßig und das statistisch auswerten. Und all dieses Wissen, das kann man ja bei uns erstens erlernen und zweitens dann eben auch die Dienstleistung kaufen. Das ist so ein bisschen unser Konzept ja auch. Dann gehen wir noch mal ein bisschen was in die flexible Verpackung rein. Wo siehst du da gerade die aktuellen Trends? Wo siehst du Herausforderungen? Und was davon hat man vielleicht nichts mit Nachhaltigkeit zu tun? Also flexible Verpackung hat ja schon immer ein über allem schwebendes Anforderungsprofil, das ist der niedrige Preis. Wir sind mit den flexiblen Verpackungen eigentlich immer die günstigste Verpackungslösung, die man haben kann, neben der Nichtverpackung. Und die Nichtverpackung ist nur bei ganz wenigen Produkten überhaupt eine Alternative, denn meistens führt es ja zum Verderb. ### Verpackungsfunktion schützen und kennzeichnen Und wir wissen alle, die wichtigste Aufgabe von der Verpackung ist erst mal das Produkt zu schützen, zu kennzeichnen und irgendwie zum Konsumenten zu transportieren, vielleicht noch im Lagerhaus aufzubewahren und so etwas. Produktverderb ist ja immer das, was wir versuchen zu vermeiden mit unseren flexiblen Verpackungen. Und weil die Folien eben so dünn sind, ist es meistens die kosteneffizienteste Lösung. Aber darum geht es ja oft auch gar nicht. Es gibt hochwertige Füllgüter, Fernseher zum Beispiel, wäre so was, wäre jetzt mal Non-Food. Der wird nicht in der Folie verpackt, warum nicht? Ja, weil der gestapelt werden muss, weil der palettiert werden soll, weil der einen anderen Schutz braucht als eine Folie. Der muss dann vielleicht noch Stöße aushalten, so eine Verpackung und so vieles mehr. Aber wenn wir bei Lebensmitteln sind, dann sehen wir doch einen Trend hin zu Folienverpackungen tatsächlich, oder ich sage mal nicht Folienverpackung. Das ist noch der alte Begriff. Wir nennen es heute Flexpack, weil wir da die nicht kunststoffflexiblen Verpackungen mit einschließen. Und dazu zähle ich auch einen Tetra-Pack oder einen Getränkekarton. Alles, was von Rolle kommt, ist für uns ja eigentlich Flexpack. Und da ist man heute sehr viel mehr materialunabhängiger unterwegs. Man ist nicht mehr so verbissen auf dem Kunststoff, was ich gut finde, aber auch nicht zu verbissen auf dem Papier. Denn beides macht keinen Sinn. Wir müssen materialunabhängig das Beste fürs Füllgut und für den Markt finden, weil letztendlich die zweitwichtigste Aufgabe der Verpackung ist, zu verkaufen. Da sind wir wieder bei unserem Anschließgespräch. Du hast natürlich an der Stelle, ich sage mal gut reden, da du als Plattform ja allen die Bühne geben willst und kannst. Das ist ja immer dann, wenn ich sehe Papier gegen Kunststoff, hier wieder LCA zeigt das, hier diese LCA zeigt dieses und das Bashing gegeneinander und gar nicht so eine gemeinschaftliche Stimme. Natürlich nicht. Und ja, das sehe ich dann immer als vereinzelt. Es gibt Drucker und auch Konverter, die natürlich jetzt auf beiden unterwegs sind. Wenn man dann aber wirklich von Blasformen-Extruder bis hin zur Konfektion unterwegs ist, ist man natürlich dann erst mal auch interessiert, seine Anlagen da vollzubringen. Genau, und dadurch kommt vielleicht auch dieses Bashing manchmal, was der Kunststoffmann mit dem Papier macht und rückwärts. Und das hilft uns eigentlich nicht. Ich glaube, es gibt ganz viele heutige flexible Verpackungen gegen Kunststoff, die besser im Papier wären. Aber es gibt mindestens genauso viele, wenn nicht mehr, noch mehr, die wir lieber vom Papier in Kunststoff packen würden. Auch wenn ich an eure Geschäftsmodelle denke, ihr habt auch Spaß am Kunststoffrecycling, glaube ich. Und da gibt es eben auch große Innovationssprünge. Da wird sich die letzten nächsten zehn Jahre mit Sicherheit noch viel tun, sodass wir noch mehr Kunststoff auch im Kreis führen. Die Kreislaufwirtschaft beim Papier, die macht mir ehrlich gesagt Bauchschmerzen, muss ich sagen. ### Recyclingpapier und Kunststoffdebatten Deswegen setzt ja auch im Moment so gut wie keiner, zumindest nicht legal und wissentlich, Recyclingpapier für Lebensmittelverpackungen ein, für Direktkontakt. Wenn ich gucke, was Köhler macht, die nehmen natürlich Frischfaser für ihr tolles Rittersport-Verpackungspapier oder so etwas. Und dann funktioniert das auch. Auch wenn ich da Recyclingpapier einsetzen würde, geht das gar nicht. Das Gleiche beim Kunststoff. Und darüber kann man jetzt trefflich streiten. Was ist jetzt richtiger? Ich sage mal, die Schokoladenleute haben aus gutem Grund auf Papier gesetzt, weil die insgesamt ihr Image auch aufwerten möchten durch Papier, weil Papier einfach ein gutes Nachhaltigkeits-Image hat. Ob das dann nachher wirklich nachhaltiger ist, ist doch erst mal der zweite Punkt. Wir müssen damit umgehen, was Marketing-Abteilungen auch entscheiden. Und die machen das ja auch nicht alles aus der Hüfte, sondern die haben sehr gute Gründe dafür, um eben dieser Anforderung an Verpackung nachzukommen, dass die eben mitverkaufen muss. Und ich muss sagen, mir ist eine Papierverpackung auch echt sympathisch. Muss ich als Kunststoffmann neidlos anerkennen. Dennoch raufe ich mir manchmal die Haare, was ich so im Regal sehe. Wenn ich dann zum Beispiel so Tiefkühlprodukte in Papier sehe und ich das Ding so ein bisschen antauen lasse und die Verpackung löst sich auf und ich habe Farbe an den Händen von der Druckfarbe, muss ich sagen, schüttelt es mich. Sowas wäre mit Kunststoff verboten. Und bei Papier halten wir das aus. Da ist doch die Folge auch in deinem Podcast mit Herrn Berlitzer. Nee, sag einmal vom… Ja, wenn ich das noch wüsste, müsste ich eben nachgucken. Institut Eurofiends. Genau, Gravits. Herr Gravits oder Gravitzer. Gravits. Sehr, sehr spannend und auch alles sehr, sehr tiefe rechtliche Themen. Sehr greifbar gemacht. Und auch da ging es am Ende. Was würden Sie auf jeden Fall nicht mehr kaufen? Genau. Und dann hat er mir den Pizzakarton endgültig vermiest. Genau, ich kaufe den wirklich auch nicht mehr. Also Pizzakarton geht gar nicht, weil da ist wirklich oft Rezyklat drin. ### Virgin Fiber versus recycelte Papierfaser Also recyceltes Papier, Papierfaser mit allem. Wir wissen alle, was da drin ist. Nur mal so eine kleine Anekdote von Bischof + Klein. Bevor eine Papierrolle verwendet wurde für eine Lebensmittelverpackung, haben wir erstmal eine mikrobiologische Untersuchung gemacht. Weil wenn die Rolle eine ganze Zeit lang im Regal stand oder auf dem Boden im Blocklager gestartet wird. Virgin Fiber jetzt. Ja, wenn jetzt da Papierfaser, egal ob frisch oder Recyclingpapier, gelagert wurde, die wurde ein bisschen feucht, das lässt sich ja gar nicht verhindern. Auch in einer klimatisierten Halle nicht. Dann können sich Schimmel und solche Dinge eben auf der Oberfläche bilden. Das will der Konsument und viele Papierverarbeiter wollen das nicht wissen und auch nicht erzählen. Aber so ist es nun mal. Deswegen haben wir da Qualitätssicherung gemacht, haben das geprüft und wir haben ab und zu auch tatsächlich was gefunden. Und bei Kunststoffen ist das einfach nicht. Und deswegen hat Kunststoff eben manchmal wirklich eine Bedeutung nach wie vor, auch wenn das Recycling vielleicht heute noch ein bisschen schwieriger ist. Ja, wir helfen ja auch den Kunden dabei, erstmal materialunabhängig eine Lösung zu finden. Und es gibt, wir wollen eine Papierlösung schaffen, wenn wir sie gemeinsam mit dem Kunden entwickeln, die halt auch in den lokalen Altpapier-Strom darf, der nicht als Verbund zählt und nicht in den gelben Tonnen und über diese längeren Prozesse gehen muss. Denn wenn ein Ballenpapier aus der Sortieranlage nicht innerhalb von Tagen dort weg ist, da kriegt das Zeug Temperatur, die ganzen Schimmelspuren, die du gerade angesprochen hast, fangen an zu arbeiten. Da hat das mit, das hat, das ging auch ohne Lebensmittelkontakt zwischendrin, weil das Material schon mitbringt. Aber wenn eben noch mehr Lebensmittel und Organik dann dazu kommt, wird es ein wahnsinniges Problem. Deshalb bin ich auch mal gespannt, was passiert mit dem Altpapierstrom, wenn neben dem, heute soll ja der Pizzakarton das große Problem sein im Recycling durch Anhaftung, durch Fett, wenn das jetzt noch durch mehr und mehr Schoko-Riegel, durch mehr und mehr Spinat, alles Mögliche anläuft, dann ist die Qualität unseres Altpapiers, der Altpapier-Zone bei uns vor der Tür auch sehr stark gefährdet. Ja, das befürchte ich auch. Und da muss man halt auch dran denken, LCA hin oder her. Aber das sind so Nebeneffekte, die man, oder Nebenwirkungen auch, die man auch berücksichtigen muss. Beim Kunststoff haben wir andere Probleme, aber das Schöne beim Kunststoff ist, und da fühle ich mich wirklich wohl, der ist unheimlich gut geregelt lebensmittelrechtlich. Da ist eigentlich sehr viel erforscht, man hat ganz gute Grenzwerte, da kann man über jedes Detail auch immer schimpfen. Aber beim Papier gibt es kaum Grenzwerte. Da wird kaum was geprüft. Und gerade bei recyceltem Papier ist es schwierig. Und deswegen nehmen die die meisten Leute das auch nicht. Es geht ja sogar so weit, dass wir, wenn wir bei dem Thema noch ganz kurz bleiben wollen, es gab ja diesen Skandal mit Mosh/Moah, habt ihr euch vielleicht auch am Rande mit beschäftigt. Adventskalender. Genau, Adventskalender ist also ein recycelter Karton bedruckt, der Adventskalender, der dann Schokolade einpackt innen, die Schokolade innen war sogar dann noch in einem Blister eingelegt. ### Barrierefolien gegen Mineralölreste Und dann kam ja quasi aus dem Karton, gingen dann eben giftige Stoffe, Mosh/Moah gingen dann eben, also Mineralölreste, gingen dann eben auf die Schokolade über. Das hat man später auch bei Cerealien gefunden, also man hat die Cerealien-Karton, innen ist der Beutel drin. Und durch den Beutel gingen dann diese giftigen Stoffe vom recycelten Karton in die Cerealien. Und die waren so hoch, die Konzentration, dass sie gesundheitsbedenklich wurden. Was macht man heute? Man nimmt Barrierefolien, um den Dreck von den recycelten Kartons draußen zu halten. Tolle Lösung, beide können weiter liefern, beide haben irgendwie ihren Strom, funktioniert, hat das Ganze aber ein bisschen teurer gemacht. Und so kann man, das kann man eigentlich auch schön sehen, wie was zusammenarbeiten kann. Man muss gar nicht gegeneinander. Also die Kunststofffolienentwicklung hat geholfen mit einem kleinen Preisaufschlag. Der war gar nicht groß. Man hat einfach nur einen anderen Verbund genommen. Dieses Problem aus der Kartonproduktion von den recycelten Kartons, der übrigens vom Zeitungsdruck her kam. Also die Gifte kommen gar nicht von Lebensmittelverpackungen, sondern kommen vom Zeitungsdruck. Die drucken nämlich mit solchen Farben, die diese PFAS-Produkte erzeugen oder sogar beinhalten, eben diese Öle. Und die dann eben in den Cerealien oder in anderen Schokoladen oder sonst wo gefunden wurden. Und die Folie hat das Problem eigentlich lösen können. Und so denke ich, wenn man dann zusammen was denkt, ein Verpackmittel oder einen ganzen Strom, Lieferstrom, dann können Flexpackfolien unheimlich stark noch werden. Und viele Rigids und zum Beispiel Glasverpackung oder Blechverpackung wirklich ablösen, die heute eigentlich kein Verpackungsentwickler mehr entwickeln würde. Also ich bin jetzt seit zehn Jahren etwa dabei, so nach dem Studium, habe meine Abschlussarbeit auch über Standbodenbeutel in der Kosmetik geschrieben, kam darüber auch mit Hanno Henson in Kontakt. Über das alles, der mich dann mal in diese Szene reingebracht hat. Und dann weiß ich halt auch noch, dass ich im Supermarkt gucken musste. Hey, was haben wir jetzt hier für Muster? Was habe ich für Beispielverpackungen? Wenn ich da ein, zwei in einem Supermarkt gefunden habe, die wirklich klassische Standbeutel sind, abseits Capri-Sonne, dann war das viel. Und jetzt die komplette Snack-Abteilung, Nüsse, die Quetschis. Fünf verschiedene Marken. Reibekäse. In jeder Ecke ist es dabei. Das hat sich wahnsinnig, wahnsinnig entwickelt. Und ja, es ist, wie du sagst, sehr convenient, sehr materialsparend, dadurch günstig. Du hast eine große Oberfläche nach vorne zur Werbung. ### Druckqualität und Recycling-Fähigkeit Du kannst gute Drucke aufbringen. Also hat es wirklich eine Reihe von Vorteilen. Nur eben lange Zeit nicht der Recycling-Fähigkeit, der Nachhaltigkeit. Weil durch diese dünne Schicht eine stehbare Verpackung hinzubekommen, da bräuchte man mindestens zwei, teilweise drei oder vier verschiedene Materialien. Und das sind Sachen, wo wir in letzter Zeit sehr viel damit zu tun haben. Ein Großteil unserer Kunden kommt ja aus dem Bereich der flexiblen Verpackung. Halt genau diese Herausforderung haben, Maschinen so einzustellen, Siegelbacken so einzustellen, dass sie halt mit Monomaterialien arbeiten können und nicht einfach bei so einem PET-PE-Verbund, man wie jack von außen Temperatur draufgeben kann und die Maschine weiterlaufen kann. Siehst du, wo siehst du noch die letzten Herausforderungen, das auch wirklich anzuwenden? Weil wir haben häufig oder höre ich häufig aus der Industrie, ja, wir haben das alles da liegen, aber ist dann doch noch zu teuer. Ja, das ist sicherlich, du hast es schon fast selbst beantwortet. Der Preis ist immer der Schlüssel. Aber das wird sich ja auch durch den Gesetzgeber vielleicht ein bisschen relativieren, weil vielleicht Sanktionen erhoben werden, wenn man nicht Monomaterialien, recyclingfähige Materialien liefern kann in ein paar Jahren. So sieht es ja im Moment aus, dass das so kommen wird. Ich glaube, dass die Technologie zu 99 Prozent fertig ist, um sehr gut recyclefähige zum Beispiel Standbeutel für Lebensmittel herzustellen. Ich glaube, dass die Technologie noch gar nicht fertig ist, auch Rezyklate für Lebensmittelverpackung da einzusetzen. Das glaube ich nicht. Das brauchen wir auch nicht, weil wir genug andere Möglichkeiten haben, Rezyklate loszuwerden in vernünftigen Anwendungen, glaube ich. Das müsst ihr gleich vielleicht noch ein bisschen relativieren. Aber so ist meine Einschätzung. Ich sehe aber wahnsinnige Bemühungen, diese Monomaterialverpackung, die ja recyclingfähiger zu sein scheint, zumindest im Moment in den Markt zu drücken. Aber im Regal sieht man sie noch nicht, weil sie eben im Moment noch zu teuer sind. Die Anreize sind noch zu klein. Es gibt ein paar wenige, die das machen. Einer davon ist damit auch sehr kommunikativ unterwegs. Das ist Werner und Merz mit seinen Frosch-Produkten, der seinen recycelten Beutel wirklich toll gebaut hat, mit diesem Etikett, was abfällt. Aber dennoch, ich meine, wir müssen auch ehrlich bleiben, gerade die kleinen Verpackungen werden eben in großen Mengen ja noch gar nicht so richtig recycelt, weil wir eben noch genug anderes Material haben, was wir gut recyceln können, wo wir es einfach noch besser hinkriegen. Aber gerade der Standbeutel wird sich zu einer Monomaterialverpackung mit Hochbarriere entwickeln. Die Dinge liegen alle auf dem Tisch. Wir haben auch ganz viel in der Prüfung bei uns im Labor hinsichtlich Lebensmittelkontaktmaterial-Absicherung, dass da alles okay ist und auch hinsichtlich Barriere. Die ist natürlich anders. Auch die Schweißmaschinenhersteller haben tolle Fortschritte gemacht. Es muss auch nicht immer eine neue Schweißmaschine gekauft werden, aber es ist oft mit Leistungseinbußung verbunden. ### Maschinenauslastung und Kaizen Lean-Management Das hast du schon angeteasert, Julian. Aber das ist oft vertretbar, weil oft die Maschinen sowieso nicht ausgelastet sind. Und ich war neulich gerade bei einem Unternehmen, die hat mir was ganz Tolles erzählt, sagte ja, wir kaufen uns jetzt die fünfte Beutelmaschine, obwohl noch nicht mal eine voll ausgelastet ist. Ich sage, wie seid ihr denn drauf? Ja, sagte er, wir wollen nicht mehr rüsten. Wir machen Kaizen, das ist ja so ein Lean-Management-Ding. Wir machen für jedes Format eine Maschine und die fahren wir meinetwegen nur zwei Tage in der Woche. Aber dafür haben wir weniger Ausschuss, wir haben weniger Rüstzeiten, eigentlich gar keine mehr. Und vor allen Dingen haben wir wahnsinnig schnelle Lieferzeit. Und das ist unser Argument. Wir machen digital bedruckten Beutel. Das Laminat liegt bei uns im Lager und dann hauen wir da hinten auf die passende Maschine sofort das Laminat drauf und dann fallen für 15 Kunden gleichzeitig von der Maschine die Beutel runter. Neue Konzepte mit flexibler Verpackung einfach auch getrieben durch diese Monomaterial-Recycling-Debatte. Da können die auch Monomaterial fahren und machen es auch schon in kleinen Mengen. Also es ist wirklich spannend, was sich da tut. Und deswegen haben wir übrigens ja auch uns entschieden, jetzt nach der Pandemie nochmal die 8. Standbeutel-Konferenz in Wien zu machen, international auch, um darüber zu sprechen, weil da so unheimlich hohe Entwicklungsgeschwindigkeit ist. Spannende Sache. Wenn man den Platz hat für fünf Adelaide, die haben ja schon einen ordentlichen Footprint. Dann kann man, dann ist das natürlich eine Möglichkeit. Und die Kollegen werden das sicherlich durchgerechnet haben, aber es ist schon eine Ansage. Aber finde ich eine tolle Idee. Es gibt bei Tischlern gibt es das öfter übrigens. Also bei großen Tischlereien habe ich mich aufklären lassen. Die Möbeltischler machen, die haben oft Maschinen, die dann nur einen engen Formatbereich können, wo das Rüsten sehr automatisiert und schnell geht, die zum Beispiel für Ikea sehr preisgünstig produzieren können. Und die lassen dann eine Straße auch schon mal eine halbe Woche stehen, um sie einfach nicht rüsten zu müssen und bauen eine zweite daneben. Das ist wirklich verrückt. Das rechnet sich dann ab einer gewissen Menge vielleicht. Und auch sind die Maschinen vielleicht nicht ganz so teuer. Das muss man auch mal sehen. Also eine Standbeutel-Maschine ist natürlich heute nicht mehr so kostspielig, wie sie vielleicht noch vor 15, 20 Jahren war, sodass man sich eine einfache Maschine auch mal in doppelter Ausführung dahinstellen kann. Ja, ist schon verrückt, wie so verschiedenste Industrien dann ähnlich in dem Moment ähnlich ticken können. ### Branchenübergreifender Austausch und Konzepte Und dann denke ich auf der gleichzeitig auch, wie wenig Austausch es natürlich über verschiedene Industrien gibt und solche Sachen auch Anwendung finden oder solche Ideen vielleicht auch woanders reinkommen können. Ist wirklich so. Also Karsten, nächstes Format Cross-Industry. Verlinkung. Genau, habe ich schon mal dran gedacht. Tatsächlich haben wir aber noch nie so richtig ernsthaft konzipiert. Im Moment ist so ein bisschen der Trend. Tatsächlich hattest du ja vorhin auch schon angesprochen. Weniger Präsenz-Events und mehr online. Und da muss man mal gucken, wo die Reise hingeht. Mir tut das immer weh, wenn man sich selten oder persönlich sieht. Andererseits verstehe ich den Druck. Natürlich, wenn es um reinen Wissenstransfer geht, kann man das besser online machen. Aber es geht nichts darüber, sich auf der Fachbank mal kurz zufällig über den Flur beim Flurgehen zu treffen und mal kurz eine Tasse Kaffee zusammenzutrinken. Das ist schon unbezahlbar, meine ich. Nein, das ist schon sehr gut, wie man auf das Netzwerken Informationen reinholen über den Bildschirm, auf dem wir gerade glotzen. Genau. Ja, dann gibt es aber auch viele Vertriebler, die haben in dem Moment nichts geschafft und viele Vertriebler, die schaffen es auch nicht, fünf Tage die Woche zu Hause zu hocken. Die müssen unterwegs sein, wollen unterwegs sein. Verkauft wird auf den Veranstaltungen dann selber. Ja, Markus, du wirst ein Lied davon singen können. Wobei ich das gar nicht jetzt so hundertprozentig selbst so beobachte. Mein Eindruck zum Beispiel von den letzten Messen, die wir so auch selbst als sozusagen Aussteller dann besucht haben, sei es sowas wie letztes Jahr die Fakuma oder auch die PRSE, auf der wenigstens ja entstanden haben, dass es für mich eigentlich immer mehr dazu übergeht, dass man einen guten Fixpunkt hat, um sich mit bereits bestimmten Kontakten auszutauschen. Seien es jetzt Kunden, mit denen man schon laufende Geschäfte hat, oder auch Projekte, die in Anbahnung sind seit geraumer Zeit. Das muss man auch sagen. Seitdem jetzt nun doch irgendwie über zwei Jahre die Wirtschaft noch nicht so auf High Life unterwegs ist, dauern ja auch einfach sämtliche Projekte, die irgendwo Entwicklungsschritte voraussetzen, zumindest aus meiner Erfahrung wesentlich länger. Aber dass das dann eher so der Ankerpunkt ist, sich mit diesen ganzen Menschen zu treffen, also zum Beispiel auch wir nehmen uns heute auf – was ist heute? – 14. Oktober. Diese Woche ist die Fakuma in Friedrichshafen. Ich werde da auch einen Tag hinfahren, um mich damit ein paar Kunden aus Italien zum Beispiel zu treffen. Aber es wird weniger dieses. ### Fachpack Messe neue Projekte aktuell Also ich frage jetzt, ich gehe jetzt um die Stände und frage jetzt neue Projekte an. Das habe ich wirklich in den letzten zwei Jahren allein schon noch beobachten können, dass das abgenommen hat, dass das irgendwie 2022 mehr ein Thema war und jetzt so auf den letzten Messen nicht mehr so ganz im Vordergrund stand, dass man wirklich sagt, man macht Neukontakte, potenzielles Neugeschäft, neue Projekte. Aber wie gesagt, das mag auch damit zusammenhängen, dass einfach die Wirtschaft jetzt nicht so ist, dass man jeden Tag liest: Wir sind die Tollsten und alles wird super. Ja, stimmt. Also wir hatten jetzt auch die Fachpack auch. Also da muss ich jetzt auch nach drei Tagen, die wir in Deutschland haben, bin ich auch bei dir. Es war viel bekannte Treffen aus Projekten aus, was sich auch teilweise anbahnt. Genau, das stimmt. Weniger, weniger Neukundenpotenzial. Ja, welche Wege gehen wir denn als Vertriebler? Wir bieten den Inno-Talk. Darf ich mal dazwischen grätschen? Das ist eigentlich unsere Antwort darauf. Das ist wirklich die Quantität. Auch wieder, was ich — habe ich mir nicht ausgedacht, habe ich in Büchern gelesen. Marketing-Bücher habe ich mir auch mal ein paar angeguckt. Und es ist schon so, dass man einfach durch Kommunikation Neugier wächst. Der Interessenwecker ist ja immer zu Anfang beim Vertrieb und den kriegst du natürlich über ein großes Publikum. Wenn da 100 Leute im Saal bei der Pouch-Konferenz sitzen, sind das 100 Fachleute, die sowieso sich untereinander grob kennen und wissen ungefähr die Firmen. Die wollen jetzt spezial wissen und wollen da einen engen Austausch. Aber wenn du jetzt ein neuer Startup-Geschäftsführer, CTO, bei einer kleinen Lebensmittelfirma bist und du brauchst jetzt eine neue Standbeutelverpackung, dann ist so ein Inno-Talk vielleicht nicht schlecht, wo einer so einen Standbeutel eben vorstellt und du schnappst dir auf und nimmst dann direkt Kontakt auf, einfach um was Neues kennenzulernen, was man früher auch eigentlich nur in Fachzeitschriften kriegte. Die machen das ja ähnlich. Die versuchen ja auch Fachzeitschriften nicht nur einfach nur das Gedruckte zu publizieren, sondern eben auch über Webinare und so weiter Reklame zu machen und Reklame im besten Sinne. Ich benutze gerne das altmodische Wort Reklame, weil das das eigentlich so schön beschreibt. Einerseits soll es auch ein bisschen unterhaltsam sein, aber es soll auch ein Informationsgehalt haben und es soll einfach auch so ein bisschen rausschreien. So guck mal, hier bin ich, wenn mich einer braucht, ruf mich an. Das war’s. Tschüss. Bis zum nächsten Mal. So ungefähr. Und das finde ich eigentlich ein schönes Konzept und das versuchen wir eben auch. ### Geschäftsmodelle und Veranstaltungskonzepte Wird ja auch gut nachgefragt von Teilnehmerseite, aber wie gesagt, Geschäftsmodell müssen wir schauen. Wie ist das denn bei euch im Vertrieb, Markus? Wenn ich mal eine Gegenfrage stellen darf. Bist du mit dem Audi Diesel 80.000 Kilometer im Jahr unterwegs? Nee, bin ich auch jetzt schon vor meiner Zeit jetzt bei InterSiro nicht mehr so gewesen. Weil ich kenne, es gibt ja so dieses Allgemeinbild, wie ein Vertriebler, der ist permanent auf der Straße und sein Büro ist verschrieben durch das Kunden. Verstehe ich alles. Ich muss aber sagen, vielleicht bin ich auch eine andere Generation, also für die, den da das Bild zu mir fehlt. Ich bin Jahrgang 87, also wahrscheinlich irgendwie so ein Übergangsding zwischen zwei Generationen. Das weiß ich nicht. Wo ich denke, es geht halt mir auch so um effizientes Arbeiten. Ich habe zum Beispiel davor im Anlagenbau gearbeitet oder in der Anlagenplanung vielmehr so die Firma, für die ich dann Projekte angeschafft habe, hat Planungsprojekte verkauft, also Rohleitungsplanung, Verfahrenstechnik für Anlagenbauer oder mehr noch immer. Und da war es ja auch so, dass ich gesagt habe, was hat das für mich für einen Sinn, jetzt irgendwie von Leipzig nach Köln zu fahren, um mich mal bei jemanden persönlich vorzustellen und einen Kaffee zu trinken, ohne zu wissen, über welches Planungsprojekt in dem Zeithorizont X für die es hier auch ein Budget hat, wollen wir denn dabei reden? Ich denke, das ist ja… Also mein Job ist es nicht irgendwie Freunde zu gewinnen, sondern herauszufinden, welcher Teilnehmer des Marktes hat jetzt irgendwie ein Problem, was ich mit meinem Angebot, sei es Dienstleistung oder Produkt lösen kann und dann da meine Zeit effizient reinzusteuern. Deswegen ist das tatsächlich nicht so mein Ding. Und ich habe dann schon vor Corona auch angefangen, so meine Live-Termine wesentlich runterzufahren, habe dabei eher einen Boost meiner Ergebnisse festgestellt, also es ist kein Einbruch. Weil ich einfach viel mehr Zeit hatte, mich mit anderen Dingen zu kümmern. Und das ist jetzt seit Corona auch so geblieben. Also ich mache auch trotzdem persönliche Termine und zum Beispiel jetzt so was wie diese Messen, ist es für mich super. Ich freue mich, ganz viele Menschen dort zu sehen, mit denen ich sonst das Jahr viel irgendwo remote zu tun habe, sei es über Teams, Telefonen, wie auch immer. Und da mal so einen Punkt zu haben, wo man jetzt auch sagt, wir müssen jetzt heute nicht speziell über die nächsten Quartalszahlen miteinander sprechen, sondern einfach so… Es ist schön, dass wir uns mal sehen und Kaffee trinken können oder vielleicht auch, wenn es am Abend ist und ein Fußballspiel läuft, in Amsterdam auch mal ein Bier zu trinken, ist auch okay. Und das ist dann so ein bisschen dieser Paradigmenwechsel, den ich sehe, weil ich glaube, ich bin damit nicht allein und ich glaube auch, dass sich das Kaufverhalten insofern ändert, wie du es auch schon sagst. Das Wissen wird jetzt ja nicht mehr durch so ganz wenige einzelne Medien sehr gated gestreut, sondern du findest ja alles überall kostenlos, wenn du es willst. Und das ist auch in meiner Sicht so das Kaufverhalten, dass ein Kunde mittlerweile wesentlich mehr eigene Recherche betreibt und auch betreiben will, bevor er dann zu einer Person, zu einem Vertrieb irgendwo Kontakte aufnimmt, vielleicht auch aus dem, wie es Julian gesagt hat, aus dieser Assoziation, dass er denkt, okay, der Vertriebler, der will mir sowieso noch irgendwas aufschwatzen. Deswegen will ich gerne sehr sophisticated sein, bevor ich den kontaktiere, damit ich mir jetzt hier und mich nicht in irgendeine komische Richtung lenken lasse. Und ich glaube, das ist eine Sache, die muss man auch im Vertrieb bedienen, da auch wesentlich enger verzahnt mit dem eigenen Marketing arbeiten und versuchen proaktiv vielleicht auch in so einer 1-zu-x-Kommunikation Fragen zu beantworten, die wiederum man als Vertriebler in seinen Kundengesprächen hört, jetzt nicht auf den Kunden bezogen, aber auf eine Problemstellung bezogen. Ich hoffe, das war jetzt nicht zu abstrakt, aber ja. Monolog, Ende. Wir sind vorher mit Skype unterwegs gewesen, weil vorher waren die Alternativen ja noch relativ rar. Ich weiß auch, dass ich also vor Corona – das war dann 2019, vielleicht Anfang 2020 – bin ich auch noch durch Deutschland gefahren. ### Recycling-Fähigkeit erklären und verstehen 5, 6 Stunden, um den Leuten zu erklären, was ist Recycling-Fähigkeit? Ja, genau. Da war das halt noch erklärungsbedürftig und 5 Stunden fahren, Stunde quatschen, 5 Stunden zurück. Absolut bekloppt. Jetzt aus der noblen Situation, dass die Leute mittlerweile halt auch ein bisschen besser Bescheid wissen. Aber und jetzt im Nachgang oder jetzt seitdem Corona vorbei ist in dem Sinne. Die unwichtigsten Termine waren die, wo ich doch kommen muss. Nee, kommen Sie mal bitte. Ja, genau. Boah, war das unnötig. Ja, manchmal war das grau. Ja, und frech, frech im Nachhinein. Ja, das schafft ihr aus so einem Gefälle. Das ist auch eine Sache, die ich mir überlegt habe. Was sagt das jetzt über mich, die Wertschätzung meiner Zeit und meine Rolle als Ansprechpartner auf Augenhöhe aus? Wenn ich sage, ja klar, hab ich nächste Woche Zeit für dich, eineinhalb Tage im Auto zu sitzen und bei dir ein Keks zu essen, obwohl du eigentlich überhaupt nichts hast, über das wir konkret sprechen können. Das ist so meine Sicht, wo ich mir denke, wenn man als Vertrieb nicht wahrgenommen werden will als der Dulli, sondern als wirklich ein professioneller Partner auf Augenhöhe, dann will ich ja nicht, dass Leute denken, ich habe die ganze Woche nichts zu tun und sitze liebend gern drei Tage im Auto, nur um über nichts Konkretes zu sprechen. So und wie du es schon sagst, dann kommen ja manchmal Termine zustande. Du sagst so, warum habe ich das jetzt gemacht? Also warum saß ich jetzt hier irgendwie One-Way 400 Kilometer im Auto und mach das Ganze jetzt gleich noch mal, um dann irgendwie morgen wieder totgeschafft zu sein, weil ich irgendwie 1000 Kilometer Auto gefahren bin oder so. Die Mails, die bei dir auf der Strecke bleiben und so, ja, du schaffst einfach deutlich, deutlich, deutlich mehr. Und auf Kundenseite – das ist mir auch aufgefallen. Es ist halt auch weniger invasiv, weil wenn ich jetzt einen Besucher, also einen Vertriebler irgendwie empfange, dann hat das ja meistens – ich muss einen Raum blocken. Ich muss dann ein bisschen, was ich, einen kleinen Snack oder irgendwas hinstellen. Kaffee, Kuchen und irgendwie ist es ja, wenn ich jetzt eine Stunde Termin habe, was früher so ein Standard-Ding war, wenn man einen Termin eingestellt hat, ging der immer eine Stunde, egal worum es ging, eine Stunde. Dann habe ich ja trotzdem locker 30 bis 60 Minuten jeweils noch mal vor und nach Vorbereitung. Allein nur daher, da ich jemanden empfange. Und das habe ich für mich auch festgestellt, dass das von der Taktung in den eigenen Tag natürlich einfacher ist. Wenn ich sage, ich klicke jetzt einfach hier einen Outlook auf der Knöpfe hin, dann sehe ich die Person vor mir, habe trotzdem so ein gewisses persönliches Gefühl. Also ich habe auch das Gefühl, dass ich jetzt zu Karsten in dieser Kommunikation wo wir jetzt auch nebenbei noch sehen, wahrscheinlich noch einen persönlichen Draht habe, als wenn wir jetzt nur telefonieren würden. Also man merkt schon diese zweite Ebene, die macht was auf. Aber das ist dann OK. ### Geschwindigkeit Informationsaustausch und Entwicklung Und dann reicht das erst einmal zu einem Austausch von Informationen, die man braucht, um miteinander irgendwie geschäftlich voranzukommen und alles, was darüber hinaus entsteht und seien es Freundschaften und das Bier in Amsterdam oder so. Das ist dann alles top. Das kann dann alles kommen. Aber jetzt so rein aus der professionellen Sicht, man will mit Firmen zusammenkommen, die das eigene Produkt für sich einsetzen und dafür Geld bezahlen, ist das nicht notwendig für mich am Anfang. Und dadurch hat sich ja auch der Speed erhöht. Wir merken das auch. Die Entwicklungsgeschwindigkeiten nehmen zu und wir haben jetzt gerade das erste Mal ein Automotive-Projekt und ich bin erschrocken über die Langsamkeit und begeistert über die Genauigkeit. Das ist das Negative, ist die Geschwindigkeit, das Positive ist die Genauigkeit, mit der die vorgehen. Die wollen nicht nur sehen, das, was funktioniert. Die wollen immer verstehen, warum das funktioniert. Und im Folienbereich, im Fahrzeugbau, das wurde oft stiefmütterlich so ein bisschen behandelt. Da gibt es auch nicht viele Anbieter, die sich drum kümmern. Und da werden mehr Folien allein durch die Batterien im Fahrzeugbau jetzt eingesetzt. Und das ist für mich auch ein neues Feld. Aber was ich da gelernt habe, wie schnell eigentlich die Verpackungsindustrie, die immer so als langsam gescholten wird, wie schnell wir aber eigentlich sind. Wenn irgendwo ein Produkt ist, das muss verpackt werden und es muss schnell gehen, dann geht das auch. Danach muss man dann die ganzen Rahmenbedingungen noch klären. Spezifikationen, rechtliche Prüfungen und all das. Theoretisch ist das aber alles immer schon fertig eigentlich, weil wir alles in einer Datenbank haben. Wir können eigentlich auf Knopfdruck sagen, die und jene Kombination müsste eigentlich funktionieren. Dann macht man noch ein Bemuster, eine Bemusterung. Man lagert das vielleicht noch vier Wochen und dann geht es sofort in die Vollen. Das klappt meistens, weil wir doch sehr viel mehr Standards heute auch haben als früher noch. Und da habe ich mich gewundert, wie langsam wirklich – und das war eine deutsche Automobilzulieferer – wie langsam das dazu geht und habe mich gefreut, wie genau die sein dürfen. Bei uns geht es doch manchmal so mit einem dicken Daumen, weil wir eben auch noch viele Reserven haben in unseren Produkten, selbst bei den dünnen Folien. Die sind ja immer noch fast alle überdimensioniert. Sollen die Einkäufer jetzt mal zuhören? Da kann man unheimlich gut abspecken und Geld verdienen, indem man da einfach mal eine einfache Folie nimmt oder vielleicht eine unbedruckte, die dann noch besser recycelfähig ist und so weiter und so fort. Also da gibt es unheimlich viel Potenzial. Jetzt müssen wir die Folge kostenpflichtig machen. Das ist ein Einkäufer-Signal heute. Ja, noch ein Trick für den Einkäufer. ### Monoflexpack Standardisierung Snackhersteller Portfolio Oder die Einkäufer. Einkäufer in, oh Gott, ja. Wir haben ein Szenario. Snackhersteller hat über das gesamte Portfolio heute drei verschiedene, vier verschiedene, fünf verschiedene Verbunde. Die muss er alle mal auf Mono umstellen. Kann auch gleich durch die Standardisierung, durch die Masse auch wieder etwas rausholen. Selbst wenn die Verpackung an sich vielleicht teurer wäre, das Material, muss das Material schon teurer sein? Oder kommt der Preis der recycelfähigeren Verpackung über, also die Mehrkosten über die Geschwindigkeit auf der Maschine? Also ich denke, es sind mehrere Dinge. Entwicklungskosten natürlich. Die werden ja bei uns in unserer Industrie nie so richtig beziffert. Aber so eine Umstellung auf ein anderes Material sind Entwicklungskosten. Da sind Probeläufe nötig. Da sind Laboruntersuchungen nötig. Da sind viele Dinge nötig, die eigentlich gar nicht nachher in die Preiskalkulation direkt einfließen. Da wird einfach eine Pauschale genommen. 12 Prozent Vertriebs- und Verwaltungskosten so ungefähr. Da ist das dann mit drin. Und was wir auch sehen, wir haben ein bisschen mehr Ausschuss bei den Monomaterialverpackungen, wenn wir produzieren. Moment noch, weil wir es nicht so gewohnt sind. Wir haben, die Prozesse sind natürlich noch nicht 50 Jahre optimiert auf Monomaterial. Die sind auf Verbund mit unterschiedlichen Schmelzpunkten und so weiter optimiert. Das lernen wir gerade. Das wird rauswachsen, glaube ich. Und ein Riesenthema ist auch natürlich die Angst vor was Neuem. Da werden natürlich manchmal auch Fehler produziert, einfach weil man das Material… Ja, man kennt es nicht. Man macht bewusst oder unbewusst Fehler in der Produktion. Und das kennt ihr wahrscheinlich auch. Da ist ein neues Granulat, riecht anders, oh Gott, oh Gott, Ausschuss. Und dann in Wirklichkeit war es gar kein Ausschuss. Und so ist das bei den Monomaterialien auch. ### Musterrollen und Da kommt eine neue Rolle auf die Maschine. Und immer wenn es eine Musterrolle ist und die sieht nicht genauso aus wie die andere, dann gibt es erst mal Probleme. Und ich glaube, das ist erst mal so menschlich auch ein bisschen. Wieso menschlich? Das ist auch so oft gemerkt, es hängt von der Person an der Maschine ab. Aber nochmal die Frage, woher kommt der Mehrpreis? Das Monomaterial ist in der Regel sogar günstiger. Also wenn ich zum Beispiel sehe, ich ersetze 12 µ Polyester durch 20 µ OPP, dann ist die 20 µ OPP-Folie billiger als die 12 µ Polyester-Folie und das Kaschieren kostet das Gleiche. Kann vielleicht sogar besser laufen. Also nur, weil es neu ist und die Druckfarbe vielleicht angepasst werden muss. Hier bei der Druckmaschine vielleicht noch was gemacht werden muss, wenn einer da neu mit anfängt und so weiter. Da ergeben sich natürlich Unsicherheiten, die dann eingepreist werden. Aber im Grunde sehe ich das nicht, dass Monomaterialverpackungen per se teurer sein müssen. Auch nicht, wenn die Konfektion ein bisschen langsamer läuft. Das kann man vorne sparen am Materialeinsatz. Und das wiederum ist auch nachhaltig. Es ist auch die Frage, also inwiefern es nicht ohnehin ja dann diesen Zwang dazu gibt. Weil ich kann jetzt aus unserer Erfahrung sagen, die wir ja das Material dann am Ende sortieren und auch wieder weiter verarbeiten, dass der derzeitige Status quo, der Flexpack für uns eher ein Problem als eine Hilfe darstellt. Also wir haben zum Beispiel viele Kontaminationseinträge. Wir haben durch Flexpack eher höhere PE-Kontaminationen auch, was sich dann zum Beispiel in einem PP-Rezyklat halt auch durchaus äußert. Das ist jetzt bisher nicht auf einem Punkt, dass es problematisch wäre. Aber es ist natürlich ein Trend, wenn man sich den anguckt und man sagt, auf irgendeinem Punkt wird es ein Problem. Und die ganze Sortierinfrastruktur kommt halt nicht hinterher. Gerade noch mit diesen Quoten, die im Hintergrund die ganze Zeit rücken und ja vorschreiben, welchen Output du haben musst, wo auch Innovation damit ja schon so ein bisschen gebremst wird, dass du sagst, naja, Innovation schön und gut, aber du musst halt dieses Ergebnis erreichen permanent, sonst wird es nichts. Und das ist tatsächlich eine Schwierigkeit. Und ich könnte mir vorstellen, dass dem dann ja, jetzt haben wir wieder hier das große Thema PPWR, wo ich ehrlich gesagt keine Ahnung hab, wie da der Status ist gerade. Vielleicht ist da jemand von euch schlauer. Holt mich gern mal ab, ob es da was Neues gibt seit April. Aber dass dann einfach dort auch ein Zwang eigentlich herrschen muss, weil ansonsten hat man das Problem, dass man zwar eine Materialentsparung hat, was gut ist, aber im Recycling das Material vielleicht dann trotzdem tot wird oder in ein Agglomerat gefahren wird oder so. Und dann wird es halt tatsächlich nur ein Rasengitter oder ein Zaun­fall. Ja, genau. Ja, oder es ist halt materialspezifisch auch zu separieren. Es wird sehr spannend zu sehen sein, wie über die delegierten Rechtsakte so Ströme wie PP-Flex wirklich dann auch, also wie es sich erst mal bis dahin entwickelt hat. Der PP-Flex-Strom, wir haben es oder neue Sortieranlagen haben es eigentlich jetzt immer separat. Aber alle Umstellungen, die jetzt, meine gefühlte Zahl, Karsten, mal sehen, was du fühlst. Wenn ich Flexe, wenn ich Multilayer auf Mono umstelle, geht 90 Prozent zu PP. Ja, das ist auch mein Eindruck. Wobei auch dann oft eine PE-Siegelschicht gerne noch genommen wird. Das ist ja das, was euch dann vielleicht hinterher weh tut. So habe ich das noch verstanden. Das ist der Grund, warum es nur die Parkbank werden kann. Genau. Und wir sehen doch, dass auch die schlauen Flexpack-Veredler und Hersteller versuchen, wirklich Monomaterial zu machen. Das geht auch bei Polypropylen. Da kann man auch einen Temperaturgradienten von außen, wo die heiße Siegelbacke draufkommt, nach innen, wo es dann Siegel macht. Kann man auch 20 Grad Temperaturgradienten erzeugen mit reinem PP verbunden oder 25 Grad, sodass man das auch sehr schnell siegeln kann. Da muss ich nicht PE reinfahren. Aber wenn ich natürlich eine PE-Blasfolienanlage habe, die ich auslasten möchte, dann nehme ich natürlich lieber PE. Und das kann ich natürlich dann auch günstiger anbieten. Und der Einkäufer, da beißt sich die Katze wieder in den Schwanz, nimmt dann natürlich lieber vielleicht das, was bei ihm auf der Maschine auch sicher zu verschließen ist, was er schon kennt von der Siegelschicht her und was dann auch noch billiger ist. So, und dann… Aber du hast recht, Julian, wenn man ganz vom Scratch anfängt, ist eine reine PP-Verpackung im Moment sehr stark im Fokus. Aber da muss die Flexpack-Industrie sich auch noch stark umstellen, weil es die Produktionskapazitäten für die Siegelschichten gar nicht gibt. Also wir können gar nicht in den nächsten zwei, drei, vier, fünf Jahren alle PE-Siegelschichten auf PP umstellen, so einfach. Weil du kannst auf einer PE-Anlage nicht so einfach PP fahren. Zumindest nicht in den Qualitäten, die wir dann für die Standbeutelsiegelschichten bei dem Beispiel zu bleiben brauchen. Aber auch da am Horizont gibt es neue Technologien. Die Deckfolien werden immer besser. Also die Deckfolien, die dann bedruckt werden, werden immer besser. Die werden immer dünner. Und die PP-Blasfolienanlagen werden auch immer mehr im Markt. Und auch die Gießfolienanlagen können ja eine Siegelschicht liefern. Und das ist heute ja auch das Meiste, was heute noch genommen wird, ist aber in der Regel eigentlich ein bisschen zu teuer. Also man sieht viele, viele Stellschrauben, die alle im Moment gedreht werden. Und wenn die alle jetzt nach und nach in die richtige Position kommen, dann rastet das irgendwann ein. Und ich glaube, dann gibt es einen großen Schub. Das spüren wir. Auch die Maschinenbauer verkaufen viele Anlagen, die genau für diese Monomaterialverpackungen gebraucht werden. Und nicht nur in Deutschland. Im Gegenteil. Ich habe neulich auf der Fachpack ein interessantes Gespräch geführt mit einem, der gerade eine neue Anlage bestellt hat. Also einen Folienhersteller, der gesagt hat: wir stellen die bewusst nicht in Europa auf. Wir wollen die anderen Märkte auch nachhaltiger machen, logischerweise. Und da geht viel mehr Menge im Moment rein. Vor allem mehr zusätzliche Menge, wo die also nicht eine Ersatzinvestition machen mit einer Maschine, sondern eine Zusatzinvestition für PP, sodass sie überhaupt erst mal in der Lage sind, sowohl PE als auch PP anzubieten in den Märkten. Beispiel war da jetzt Indien zum Beispiel. Also ist es schon spannend. Wir sehen das auch immer sehr stark durch unsere deutsche europäische Brille. Und das müssen wir, glaube ich, auch, um erst mal hier Lokalklarheit zu haben. Aber in anderen Märkten sieht es ganz anders aus. Ja, wir haben ja eine Wechselwirkung. Also, wenn ganz kurz. Also das ist ja eine Sache, auch die – man muss vielleicht merken, was für Bemühungen angebracht werden. Du hast ja vorhin auch gesagt, so dieser Wille zur Innovation ist gerade sehr gering. Ich glaube, der entsteht ja meistens wirklich erst, wenn du heute einen Schmerz hast. Sonst – du hattest ja vor 21, 22 eine Phase gehabt, wo jeder im Einkauf panisch nach PP gesucht hat, um die Maschinen nicht stilllegen zu müssen, um die Bestellung bedienen zu können. Da ist man dann wesentlich mehr geneigt, mal zu sagen, da kommen wir, probieren das jetzt mal mit einer Recycling-Lösung aus, als jetzt auf einmal zu einer Zeit, wo es eigentlich viel zu viel Material im Markt gibt. Und noch halt zum Beispiel die Konkurrenz aus dem Ausland kommt, das ist ja auch ein Thema. Da habe ich mal irgendwo gelesen vor zwei, drei Wochen, Spanien, China zieht wieder an dort. Ich glaube, Leitzins gesenkt, dass dort diese ganze Bauindustrie, dass alles wieder ein bisschen ins Laufen kommt. Wenn das ja irgendwann passiert, dann fallen die ja als Exporteur auch irgendwann wieder weg. Dann hört es halt auf, dass in Rotterdam dort die Tanker mit 700 Euro PP angeschippert kommen. Und das ändert dann auch den Markt. Und dann ist es genauso ja auch irgendwelche Zwänge der Gesetzgebung – wenn es dann ganz klar ist: Ihr müsst auf Mono gehen. Ansonsten habt ihr keine Ahnung, 2025, 28, wann auch immer – Vermischungsverbot. Dann passiert das dann von ganz allein. Und da ist natürlich derjenige schlau, der sich jetzt dann schon vorbereitet, weswegen ich es nicht mehr vorstellen kann, dass – obwohl jetzt die Recycling-Industrie zum Beispiel gerade nicht unbedingt eine goldene Zeit durchlebt – dass trotzdem Firmen wie Tomra oder so wahrscheinlich keine schlechten Jahre haben. Weil man halt weiß, nur von dem jetzigen Bild geprägt darf man sich das nicht angucken. Wenn wir uns halt die Investitionszyklen angucken, die man erst mal durchlaufen muss, um diese Prozesse dann und die Anlagen stehen zu haben. Da muss man jetzt schon handeln. Also das führt ja auch ein bisschen Hoffnung. Total. Also wir prüfen wahnsinnig viel Monoflexpack und auch ganz viel alternative Materialien bei uns im Labor. Das darf ich hier an dieser Stelle wirklich wohl verraten. Also faserbasierte Materialien, die auch kompostierbar sein sollen, sind stark im Trend. Die haben natürlich einfach per Definition immer dieses mikrobiologische Problem, weil sonst könnten die sich ja nicht biologisch abbauen, wenn die Mikroben da nicht drauf gehen würden und die auffressen würden. Das ist ja nun mal so. Aber das kriegt man auch ganz gut in den Griff. Und habe ich neulich einen ganz interessanten Artikel gelesen, mal sinngemäß, das passt ja eigentlich auch hin und rundet das vielleicht nochmal ab mit unserer Monomaterial-Diskussion. Papier ist ja eigentlich auch kein Monomaterial mehr. War es eigentlich auch noch nie. Und da haben wir riesen Flächen, die wir brauchen, um Bäume anzubauen, um die dann zu fällen, zu Papier zu machen. Und das ist bei Lebensmittelverpackung ja immer dieser Kreislauf. Also Baum, Papier, Verpackung, Kompost, Baum. Das wäre der ideale Zyklus quasi, biologischer Kreislauf. Bei Kunststoffen, wenn wir das so machen würden, ich sag mal Zuckerrohr, Polyethylen, kompostierbar vielleicht gemacht, wie auch immer, gibt es ja auch Methoden. Und dann würde man wieder Kompost machen und dann daraus wieder Zuckerrohr. Der Zyklus wäre ja viel zu lang. Das PE baut sich trotz Additive langsam ab, viel zu langsam. Auch wenn sich jetzt viele mit „Be Warm“ und wie die Firmen alle heißen darum bemühen, auch Kunststoffe auffressbar zu machen, kompostierbar zu machen. Also da funktioniert dieser biologische Kreislauf nicht. Erstes Nachteil, zweiter Nachteil, die Kunststoffleute würden sowieso sofort gebasht. Sie würden die ganze Fläche für den Agraranbau blockieren. Den Papierleuten sagt man das nie. Das hat mich immer gewundert. Das ist immer das erste. Habe ich nämlich nicht ausgedacht, habe ich neulich mal einen Artikel gelesen. Dachte ich, ja, genau so ist es. Die ganze Nordeuropa ist zugeflastert mit Baumplantagen, wo kein Tier mehr wächst. Da wachsen zwar Bäume, aber keine Tiere. Also Biodiversität ist auch nicht so super. Und wenn wir das als Kunststoffleute machen würden, wäre es total wieder eine Verschlimmbesserung. Aber im Moment haben wir nicht viel andere Lösungen. Wir müssen mal gucken, dass wir auch so ein bisschen die Kirche im Dorf lassen. Und ich glaube, von daher seid ihr da richtig vorne mit dabei mit eurem werkstofflichen, mechanischen Recycling. Das ist im Moment die Möglichkeit, die wir haben. Mehr haben wir im Moment nicht, wo wir jetzt aktuell wirklich was Gutes tun können. Und von daher versuchen wir, wenn uns einer fragt, soll ich eine Mehrschicht-Materialverpackung machen? Wir sagen immer, wenn es geht, nur Mono-PP oder Mono-PE. Dann seid ihr auf der richtigen Seite, weil es auch geht. Auch wenn es im Moment sich komisch anhört, aber es geht. Nee, dieses Level-Playing-Field, aufgemacht zwischen Papierverpackung, Kunststoffverpackung und dem Recycling. Ja, Kunststoffrecycling funktioniert. Das ist ja immer nur Downcycling. Da wird ja keine Lebensmittelverpackung draus. Genau. Bei Papier egal. Genau. Bei Plastikrecycling, da werden doch nur dickwandige Produkte draus. Tja, beim Papier machst du auch bestenfalls einen Karton oder welcher Pro-Papier wird. Sowas, ne? Und das auch nur beim… Auch egal. Ja, genau. Also, das ist super schwierig. Also, ja. Und die Plastik hat offensichtlich auch für den Konsumenten viele Nebenwirkungen, die der Konsument einfach nicht mehr haben will. Mikroplastik, PFAS. Das wird ja alles in einen Topf geworfen. Ob das alles von Verpackung kommt, ist ja egal. Aber das Pack belastet erst mal die ganze Kunststoffwelt. Und damit müssen wir glaube ich umgehen. Und das meinte ich mit Hausaufgaben machen. Ich glaube, wir Flexpack-Industrie müssen einfach die Hausaufgaben da machen und müssen das sauber auseinander dividieren und müssen das Gesamte bewerten. Es ist immer viel schlimmer, eine Gurke verschimmeln zu lassen, als eine Plastikverpackung zu nehmen. Das ist doch immer wieder das Gleiche. Verpackung individuell. Jedes Produkt hat seine passende Verpackung. Da kann man es gar nicht allgemein sagen. Was sagst du noch zur Capri-Sonne und gerade deren Vorstoß, bitte in der Schweiz wieder vom Papier auf den Kunststoffstrohhalm zu wechseln? Ich habe das gelesen, habe gedacht, Mensch, da hat endlich mal einer Mut. Also ich war wirklich positiv beeindruckt, weil ich muss sagen, ich trinke keine Getränke mehr mit Strohhalm, weil es nur noch Papierstrohhalme gibt. In manchen guten Cocktailbars hier in Tarifa gibt es ein Glasstrohhalm oder Metallstrohhalm, den nehme ich dann, obwohl ich auch nicht wissen möchte, wie der von innen manchmal aussieht, wenn der gespült wird. Aber das sind dann meistens so dicke, da kann man mit der Bürste rein, obwohl die Industriespülmaschine hat ziemlich hohe Temperaturen. Das wird wohl alles tot sein, was ich damit trinke. Aber ich habe gedacht, es ist eigentlich eine richtige Antwort auf diesen Wahnsinn, den wir teilweise auch folgen. Wir sind ja manchmal wie die Lemminge auch. Und da macht irgendeiner ein Gesetz und dann meinen wir, wir müssten das sofort kritiklos hinnehmen und sofort im vorauseilenden Gehorsam das übererfüllen. Dafür müssen wir uns auch frei machen. Also ich glaube, dass der Papierstrohhalm ein Schuss in den Ofen war. Ich glaube, dass das ein gut gemeintes Signal war, aber dass es einfach für die Anwendung echt schlecht ist. Und für das Recycling, ich sage mal, wenn überhaupt Capri-Sonne-Beutel recycelt würden, wäre der Papierstrohhalm sicherlich nochmal schadhaft. Das ist so meine Meinung. Die sind ja auch gerade im Switch auf Mono-PP. Ich glaube, in den ersten Ländern wird es jetzt eingefüllt. Ich glaube, es geht mit UK los. Dann wird es nach und nach ausgerollt. Ja, und in dem Moment, wo natürlich dann ein Papierstrohhalm drinnen sitzt und wir Fasern in den Extruder bekommen. Markus, wir gehen jetzt weiter. Die werden nicht rausgefiltert, verbrennen, gehen wir drüber. Mal stippen, oder was machen die? Bei uns werden sie erst mal entgast, aber auf jeden Fall schaffen sie Ausschuss. Aber wie ist denn das mit dem Aluminium dann? Wenn das jetzt in Mono-PP wird, wird das dann trotzdem bedampft, oder? Ich glaube, die müssen auf XIOХ oder AlOx unterwegs sein. Ich glaube, da ist keine Metallisierung drin. Okay. So wie ich die ersten Beutel gesehen habe. Da bin ich gar nicht sicher. Aber auf jeden Fall brauchen die eine Barriere nach wie vor. Das brauchen sie. Aber auch da, wenn man da jetzt mit einer höheren Flughöhe nochmal rangeht an dieses Produkt Capri, sondern ich will denen wirklich nichts Böses, aber es ist ein Produkt, was wir eigentlich nicht brauchen. Was wir aber nicht wieder wegkriegen, was ja nur meine Welt ist. Also es ist ein nicht besonders gesundheitsförderliches Getränk, womit Kinder schon getriggert werden, insbesondere Kinder. Und dann macht das einen Haufen Haufen Entsorgungsprobleme. Also eine Schnüffelstüte ist ein ähnliches Beispiel. Da braucht man gar keinen Namen. Der ist vielleicht ein bisschen neutraler. Das Lebensmittel, was da drin abgepackt wird, ist ein Genussmittel, was eigentlich so viele Nebenwirkungen hat. So viele Nebenwirkungen kann die Verpackung gar nicht haben. Aber auch die Verpackung ist nicht zuträglich für die Entsorgung. Es sind wahnsinnige Mengen. Wir machen uns ja gar kein Bild immer, was für Mengen das sind. Das sind ja, ich sage mal, bei den Großzonen, Abpackern von Chips fahren ja jeden Tag mehrere LKWs, Rollenware, Verpackungsfolie hin. Und zügeweise fahren die verpackten Kartoffelchips wieder weg. Also das sind Mengen, die wir uns nicht vorstellen können und für Produkte, die wir eigentlich nicht brauchen. Und das darf man natürlich auch nicht sagen. Aber ich dachte, in eurem Podcast lasse ich es mal raus. Manchmal muss man sich auch hinterfragen, brauchen wir das eigentlich auch alles? Und können wir da vielleicht auch im Kleinen hier und da mal so ein bisschen zurückdrehen? Und muss ich sagen, gerade bei den nachwachsenden Generationen sehe ich das. Es gibt einen Gesundheitstrend, einen Ernährungstrend. Leute nehmen gewisse Produkte nicht mehr. Und vielleicht wird auch das eine oder andere sich dadurch so ein bisschen erledigen. Tolle Entwicklung, zum Beispiel dieses Duftwasser, was man da trinken kann. Ich will keine Markennamen nehmen, was das Fraunhofer entwickelt hat. Man trinkt eigentlich Wasser, hat eine Duftpatrone drauf und denkt, das wäre Orangensaft oder Zitronensaft oder sonst was. Sowas ist doch eigentlich eine coole Entwicklung. Und Mehrweg und so weiter. Also alles hat seine Zeit. Und bei Capri-Sonne weiß ich nicht, wie es weitergeht. Aber die Idee, mit dem Kunststoffstrohhalm wieder in den Markt zu bringen, finde ich super. Ich sage, in dem nächsten Podcast mit dir, Karsten, wir gehen auf die philosophische Ebene. Ich merke das schon, weil das ist ein Thema. Bei mir ringst du dermaßen viele Bells. Ich gehe durch die Welt und denke mir, bei all diesen ganzen Projekten, was man da in Verpackungsoptimierung und Nachhaltigkeit macht, denke ich mir so, boah, wie viele Wölfe wollen wir eigentlich noch als Schafe verkleiden? Eigentlich brauchen wir diesen ganzen Mist nicht in the first place. Aber da ist es halt geprägt. Vielleicht gibt es auch andere Diskussionen, wo Leute sagen, nee, wir müssen alles in Farbe machen, weil sonst ist das Leben so langweilig. Ach, aber don’t get me started. Wir sind ja jetzt seit über einer Stunde am Schnacken. Also ich habe das Gefühl, wir müssen da auf jeden Fall noch mal eine zweite Runde drehen irgendwann. Weil jetzt kommen wir zu einem Thema, wo ich wirklich denke, das fühle ich sehr. Aber Flexpack lebt, das kann man sagen. Alle hatten Angst, dass jetzt durch die neuen Vorgaben Flexpack stirbt. Das Gegenteil ist der Fall. Die Entwicklungsgeschwindigkeit nimmt zu. Neue Produkte nehmen zu. Neue Werkstoffe kommen auf den Markt, die Biopolymere wachsen. Alles das, was wir uns vor 15 Jahren auch schon mal alles gewünscht hatten, kommt jetzt langsam endlich in Schwung. Und das ist eigentlich ein toller Ausblick und eine tolle Zeit, in der wir leben, in der Kunststoffindustrie. Herausfordernd, ja, aber man kann auch was bewegen. Und das treibt mich nach wie vor an. Auch mit 58 Jahren bin ich da noch frisch dabei. 58, für alle, die es nicht sehen können. Man sieht es bei weitem nicht an. Ich würde sagen, ja, das kann man sich sagen. Super, Karsten. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast heute. Ja, wirklich. Vielen, vielen Dank. Das war phänomenal. Das war wirklich ein super Podcast. Ihr habt gemerkt, mir hat es auch Spaß gemacht. Ich rede gerne über sowas auch im bekannten Kreis. Die könntest du manchmal schon gar nicht mehr hören. Wenn da irgendeine Verpackung in die Hand nimmt, dann fange ich schon an und muss die hier abgewöhnen. Also ich habe mich auch… Aber das kennt ihr, oder? Muss mich langsam zügeln. Ja, ja, ja. Die Diskussionen wollen die jetzt nicht. Das ist so… Das interessiert gerade nur mich. Ach so, wir haben ein Innenwissen. Ja, wirklich cool. Also auch von mir ganz, ganz, ganz, ganz lieben Dank. Sehr gerne. Ich glaube, das war sehr lehrreich, unterhaltsam. Wir werden uns ja hier ein paar Shownotes mal reinknallen. Bitte die Bücher nochmal aufzeigen. Die setzen wir unten rein. Gerne. Und den Barrierefolienrechner. Ganz gerne. Kostenloses Tuning ist wirklich toll. Man kann nur schätzen, aber man weiß mehr als vorher. Und grob passend. Man weiß mehr als vorher auf jeden Fall, weil ich weiß, was Unternehmen nicht wissen. Genau. Und die Zahlen sind nicht jetzt Literaturzahlen, sondern sind wirklich gemessene Werte, die wir Mittelwerte gebildet haben, was so typische Werte aus der Branche sind. Und das ist was ganz anderes als das, was in der Fachliteratur für einen bestimmten Werkstoff zu finden ist. Und das ist das Wertvolle eigentlich auch an den Barrierefolienrechner. Nehmen wir auch immer wieder mal erweitern. Wir kriegen immer mal wieder neue Daten und dann wird das auch mal wieder aktualisiert. Aber große Sprünge passieren natürlich auch nicht mehr. Cool. Checkt das aus, schaut in die Shownotes. Schaut bei Innoform vorbei. Eingeladen. Und teilt den Podcast, ganz wichtig. Ihr seht, wir sind ja alle mit Herzblut dabei in den Themen und kämpfen, glaube ich, auf der guten Seite der Macht. Jeder so in seinem Metier. Und ich denke, das ist ganz gut, das auch mal ein bisschen nach draußen zu bringen und ja, Wissen zu schaffen. So. In diesem Sinne. Super. Julian, hast du noch ein letztes Wort? Karsten, hast du ein letztes Wort? Das frage ich dir, nicht unserem Gast hier. Das ist doch… Ich wünsche mir, dass wir mehr Flexpack kriegen mit weniger Müll und mehr recycelten Werkstoffen und dass wir alle mit Sachverstand daran arbeiten und mit weniger Polemik und weniger Emotionen das Ganze betrachten. Emotionen sollten wir dann abends in Frankfurt beim Fußball freilassen und nicht unbedingt bei Flexpack-Industrie, finde ich. Phänomenal. Ein perfektes Schlusswort in dem Sinne. Kommt gut durch die Woche. Ganz, ganz, ganz vielen Dank. Und Karsten, wir freuen uns auf die Fortsetzung. Danke für die Einladung. Jawohl, gerne. Dankeschön. Ciao. **Kategorien:** Abfülltechnik, Allgemein, Entsorgung / Recycling, Folienprüfung & Analytik, Lebensmittelverpackung **Schlagwörter:** Julian_Thielen, Karsten Schröder, Marcus Holland --- ### [Folie, Spout und Maschine aus einer Hand - Gespräch mit Lutz Neugebauer, Südpack](https://inno-talk.de/folie-spout-und-maschine-aus-einer-hand-gespraech-mit-lutz-neugebauer-suedpack/) **Published:** November 28, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Das wichtigste in Kürze: - **Komplettlösung für Lebensmittelverpackungen:** Südpack und SN Maschinenbau bieten ein umfassendes Paket, das alles beinhaltet: von der Folie über den Spout bis zur Maschine. - **Nachhaltigkeit durch Recycling:** Der Fokus liegt auf Monomaterialien (Polypropylen), die zu 96% recycelbar sind. Ideal für Heißabfüllung und Pasteurisation. - **Kundenservice:** Auch Unternehmen ohne Erfahrung in der Beutelherstellung werden von Südpack umfassend unterstützt. *Auf der achten Europäischen Standbeutelkonferenz in Wien präsentierten Südpack und SN Maschinenbau ihr gemeinsames Gesamtkonzept. [Lutz Neugebauer](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=78184) erläuterte, wie die Zusammenarbeit mit den Firmen SN Maschinenbau und Menshen zu einem schlüsselfertigen Konzept führte, das Lebensmittel-Abpackern eine umfassende Lösung bietet.* [Zum Video](#video) ## Hohe Recyclingfähigkeit dank Monomaterialien Ein zentrales Thema war die Verwendung von Monomaterialien, die sowohl für Beutel als auch für Spouts recyclingfähig sind. Neugebauer erklärte, dass sie eine dreilagige Verbundfolie aus Polypropylen (PP) einsetzen, die eine Recyclingfähigkeit von 96% laut Cyclos http Zertifikat erreicht hat. Diese hohe Recyclingfähigkeit ist ein bedeutender Fortschritt im Verpackungsbereich. Neugebauer betonte, dass das Gesamtkonzept besonders für Kunden interessant ist, die keine Erfahrung mit der Beutelherstellung haben. Südpack bietet daher einen umfassenden Service an, der den Kunden die ersten Schritte erleichtert und Sicherheit gibt. ### Vielseitige Einsatzmöglichkeiten für PP-Beutel Der Schwerpunkt liegt auf der Heißabfüllung und Pasteurisation von Lebensmitteln. Neugebauer erklärte, dass sie sich auf die Entwicklung von recyclingfähigen Konzepten für die Heißabfüllung auf PP-Basis konzentrieren. Dies ermöglicht den Einsatz der Beutel für verschiedene Lebensmittel wie Fruchtpüre. ## **Vergleich: PP vs. PET-Alu-Verbundmaterialien** Die Entscheidung für Polypropylen (PP) als Material basierte auf den Vorteilen, die es für die Heißabfüllung und Pasteurisation bietet. Neugebauer erläuterte, dass PP im Vergleich zu den klassischen PET-Alu-Verbundmaterialien Vorteile in Bezug auf Kreislaufwirtschaft bietet. Abschließend ging Neugebauer auf die Recyclingverfahren ein. Er erklärte, dass die PP-Beutel sowohl für mechanisches als auch für chemisches Recycling geeignet sind. Obwohl das mechanische Recycling CO2-Einsparungen bietet, ist das chemische Recycling derzeit die bevorzugte Methode für den Wieder-Einsatz im Lebensmittelbereich. ### Interview mit Neugebauer auf der 8. Europäischen Standbeutel Konferenz ## Keine Folge mehr verpassen! Abonniere jetzt deinen Lieblings-Podcast auf deiner Lieblings Plattform und genieße neue Episoden automatisch. 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Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Südpack und SN Maschinenbau waren hier bei der achten europäischen Standbeutelkonferenz in Wien. Warum seid ihr zusammen aufgetreten, Lutz Neugebauer? Ja, wir haben unser Gesamtkonzept vorgestellt, was wir gemeinsam mit den Firmen SN, Mensch und Südpack auf die Beine gestellt haben. Wie ich es erklärt habe, so ein Spout-Pouch ist relativ komplex. Das heißt, man muss verschiedene, man muss den Spout zusammenbringen, man muss die Folie zusammenbringen und die Maschine. Und da geben wir einfach den Kunden ein schlüsselfertiges Konzept in die Hand, womit sie arbeiten können. Ich habe verstanden, das ist ein Monomaterial, was ihr einsetzt. Sowohl Beutel als auch Spout ist recyclingfähig ausgelegt. Was bedeutet das im Detail? Ja, also auf der Folienseite setzen wir da einen 3-Lagen-Verbund ein, eine Triplex-Kaschierung. Und genau, aus PP bestehend im Tiefdruck und Flexdruck bedruckbar, Kontadruck. Und dann dementsprechend das Paar dazu, den Spout auch auf PP-Basis. Und das Ganze haben wir zu Cyclos hingeschickt und haben dann dort eine Recyclingfähigkeit von 96 % zertifiziert bekommen. 96 % ist ein wahnsinnig hoher Wert. Ihr traut scheinbar ja auch nicht jedem zu, so einen Beutel herstellen zu können. Deswegen bietet ihr das Gesamtkonzept an. Was sind die Stolpersteine, wenn man selber so einen hochrecyclingfähigen Pouch überhaupt aus Monomaterial machen kann? Wo sind die Juckepunkte? Warum seid ihr mit SN zum Beispiel zusammengegangen? Ja, wo fange ich an? Ich sag mal, es kommt natürlich viel auch auf die Kunden drauf an. Wenn man auf der Kundenseite guckt, was macht der Kunde aktuell? Aktuell hat er einen Filler bei sich in der Produktion stehen und hat eigentlich von dem Beutelherstellungsprozess natürlich keine Ahnung, ist jetzt ein bisschen gemein, aber er hatte so einen Prozess einfach noch nicht. Und da müssen wir dann einfach so einen Service aufbringen und dem einfach mehr oder weniger da die ersten Schritte an die Hand nehmen und haben ihm dann mehr oder weniger das Konzept. Weil ich sag mal, als Folienlieferant bin ich in der Situation, ich kann Barrieren spezifizieren, ich kann eine Sauerstoffbarriere spezifizieren, eine Wasserdampfbarriere, aber ich kann halt keine ganzheitliche Spezifikation abgeben und da kommt dann halt nochmal ein Output hinzu. Und das ist halt in der Partnerschaft dann möglich. Hochspannend, gerade die Leute, die dann ja Lebensmittel abfüllen, konzentrieren sich aufs Lebensmittel, verstehe ich, und nicht unbedingt auf die Verpackung. Wie kommen die zu euch? Sind das kleine Mengen, große Mengen? Wie muss man sich das vorstellen? Wer ist ein typischer Kunde für so ein – für mich erst mal relativ kompliziert anmutendes – Maschinenkonzept, wo von der Rolle quasi der Beutel geformt wird, der Spout eingesetzt wird und dann das Ganze auf eine Schiene aufgegleist wird, um es später abzufüllen? Wer ist da der typische Kunde? ### Kundenspektrum und Lebensmittelanwendungen Standbeutel Also die typischen Kunden, das gibt’s von bis. Ich sag mal, diese Übergangsphase ist auch so ein bisschen schwammig, aber ich sag mal, das sind schon Kunden. Wir sprechen da ab 7 Millionen Beutel pro Jahresmenge, wo sich das Ganze dann auch rechnet mit einer dementsprechenden Payback-Time. Ab 10 Millionen können wir da wirklich sprechen, unter einem Jahr liegen wir da und ja. Thomas Fuss hat genannt, Pürees war so die erste Idee für solche Beutel. Sind das alles Lebensmittel, die ihr heute im Sinn habt, oder auch andere Produkte? Aktuell fokussieren wir uns erst mal auf die Lebensmittel. Ich glaube, das ist halt auch immer wichtig, wenn man so ein Projekt gemeinsam angeht, dass man sich klar sagt, was will man haben. Und wir haben halt gesagt, hey, wir beschäftigen uns damit, ein recyclingfähiges Konzept für die Heißabfüllung auf PP-Basis. Und dann dementsprechend kann man es für Fruchtpüree, aber auch Einsatz im Joghurtbereich ist möglich. Wir haben viele Vorträge gehört, die gingen auch immer um Polyethylen, Polypropylen so im Vergleich. Die meisten Standbeutel sind heute noch mit Polyethylen-Siegelschichten, wenn wir ins Regal gucken. Oft noch mit Polyester kaschiert und also mehr Lagenverbunde, mehr Materialverbunde. Ihr seid auf Polypropylen gegangen. Was waren die Beweggründe? Ja, wie du gesagt hast, die aktuellen Verbunde, die wir auch in den Märkten schon liefern oder aktuell noch viel liefern, sind halt klassische PET-Alu-PET-PE-Verbunde. Dann dementsprechend mit einem PE-Spout dazu. Warum wir uns dafür PP entschieden haben, ist einfach daher geschuldet, dass wir gesagt haben, hey, wir wollen uns mit der Passsituation beschäftigen, mit der Heißabfüllung. Und da sehen wir einfach die Vorteile im PP-Bereich. Auch das Verpackungsvolumen spricht dafür, dass dort eine PP-Lösung seinen Einsatz finden kann. Beim letzten Mal hattest du ja vorgetragen über Recycling-Verfahren, zum Beispiel, dass ihr euch ein mechanisches Recycling starten mag. Da sind die Monomaterialien erforderlich, aber auch natürlich für andere Verfahren, Pyrolyse-Verfahren zum Beispiel, um dann eben das chemische Recycling auch zu bedienen. Diese Polypropylenbeutel jetzt ganz speziell. Für welches Recyclingverfahren sind die besonders geeignet oder geht das für alles? Theoretisch können Sie die in beide Recyclingströme, oder können Sie die mechanisch zu recyceln als auch chemisch. Das wäre bei der Lösung möglich, über beide Wege. Wenn wir die Kostenseite und die CO2-Seite betrachten, was wäre das favorisierte Verfahren für so einen Monomaterialbeutel, der ja eigentlich relativ sortenrein ist? Ist das mechanische Recycling dann nicht das näherliegende als das chemische, oder seid ihr da völlig emotionslos und sagt, naja, es kommt, wie es kommt? Ich sag mal, wir sind breit aufgestellt. Wir haben bei uns im Haus die Möglichkeit, beides durchzuführen. Wir haben ja unser Programm EcoTrace da ins Leben gerufen, wo wir quasi LCA-Berechnungen durchführen für Kunden, für unseren Entwicklungsprozess. Wenn man sich dann den CO2-Fußabdruck anguckt, sieht man natürlich, dass mechanisches Recycling da Vorteile hat bei den Einsparungen. ### Spout-Entwicklung: Von HDPE zu Innovation Das ist nun mal so. Aber wie gesagt, dann sind wir wieder im Lebensmittelbereich. Wenn ich es einsetzen möchte, bin ich halt vom Gesetzgeber – darf ich es noch nicht. Also bleibt da schlussendlich nur noch das chemische Recycling drin. Lass uns zum Schluss noch mal ganz kurz auf den Spout schauen. Früher war es so, HDPE, Schiffchen sagen wir ja, Einschweißteil, und hab Polypropylen-Kappe. So war früher die Spouts aufgebaut. Ihr habt jetzt ein Monopropylen-Spout. Ist es nicht problematisch, den überhaupt herzustellen im Spritzguss und den dann auch zu versiegeln? Wo sind da die Schwierigkeiten? Das ist jetzt eine gute Frage. Schade, dass unser Partner menschenlich ist. Der könnte die jetzt wahrscheinlich sehr gut beantworten, diese Frage. Ich weiß, es funktioniert. Die kriegen das hin. Es lässt sich gut einsiegel mit unserer Folie. Da haben wir ein bisschen dran gearbeitet. Auch die Geometrie wurde stark von Ihnen angepasst, sodass quasi die Hitze von den Siegelbacken abgegriffen werden kann und auch schön durch den Verbund durchwandern kann. Da haben Sie ein bisschen Know-how reingesteckt. Wir sind sehr zufrieden mit der Lösung, die wir da gemeinsam auf die Beine gestellt haben. Mit anderen Worten, man kann nicht jeden Spout nehmen, der auf Polypropylen besteht, sondern das muss aufeinander abgestimmt sein mit eurer Folie und auch mit dem Siegelprozess. Und das ist ja auch genau das, was Sie anbieten. Alles aus einer Hand mit Gelinggarantie sozusagen. Damit ist Dr. Oetker groß geworden. Die Backgelinggarantie. Ihr macht sowas für die Beutelproduktion? Genau, so sieht es aus eigentlich. Mehr oder weniger, kann man so zusammenfassend sagen. Wir freuen uns immer auf Anfragen und stehen da zur Verfügung. Lutz, herzlichen Dank für diesen schönen Beitrag. Danke, dass Sie Supporter bei der 8. ### Europäische Standbeutelkonferenz: Erfolgreiche Netzwerkveranstaltung Beutel-Konferenz sind. Wir haben über 100 Teilnehmer. Ein richtiger Erfolg. Du bist ein Teil davon. Dankeschön. Vielen Dank. **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Entsorgung / Recycling, Neuigkeiten, Standbeutel, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Lutz_Neugebauer, PC-11-24, Standbeutel, Südpack --- ### [Exploring Sustainability and Innovation with HP Indigo](https://inno-talk.de/en/exploring-sustainability-and-innovation-with-hp-indigo/) **Published:** Dezember 9, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ***In a recent interview at the 8th European Pouch Conference organized by Innoform, we had the pleasure of speaking with Josep Isart from HP Indigo. The discussion revolved around the innovative strides HP Indigo is making in the realm of digital printing, particularly focusing on stand-up pouches and sustainability.*** **Sustainability as a Business Enabler** Josep emphasized the importance of sustainability, describing it as a megatrend of the century. HP Indigo is committed to both sustainable production and sustainable products, aiming to provide tangible benefits for businesses. During the conference, they demonstrated how analytics and business models can drive sustainability efforts, making a significant difference in the industry. **The Shift to Digital Printing for Pouches** The conversation highlighted HP Indigo’s strong focus on digital printing for pouches. Josep explained that the packaging market is increasingly moving from rigid plastic containers towards flexible packaging, driven by the need to reduce plastic usage and improve production efficiency. Digital printing offers a solution for short runs and quick turnaround times, which are essential in today’s fast-paced market. **Lead Time and Business Efficiency** Lead time is a critical factor in the printing industry, and HP Indigo is addressing this by offering a solution named “HP Indigo Digital Pouch Factory” that reduce time to market. Josep shared an analogy about booking flights in advance to save costs, drawing a parallel to how businesses can optimize their processes to achieve better efficiency and cost savings. **Innovative Printing Technologies** HP Indigo’s technology is versatile, allowing for printing on both surface or reverse sides of materials. This flexibility enables faster time to market and better adaptability to different packaging needs. Additionally, HP solution is compatible with standard lamination processes, making it easier for converters to integrate HP Indigo’s technology into their existing workflows. **New Business Models and Market Adaptation** Josep Isart also discussed new business models emerging in the industry, particularly in the context of label printing. Companies are diversifying from traditional label printing to flexible packaging, leveraging their existing know-how to adapt to market demands. This shift is facilitated by advancements in lamination and digital printing technologies, making it easier than ever to produce flexible packaging. **Conclusion** The interview with Josep Isart from HP Indigo provided valuable insights into the future of digital printing and sustainability in the packaging industry. As businesses continue to adapt to market trends and consumer demands, HP Indigo’s innovative Digital Pouch Factory is poised to play a crucial role in driving sustainability and efficiency. [www.hp.com/Indigo-Sustainability](http://www.hp.com/Indigo-Sustainability) [HP DPF | Digital Pouch Factory](https://www.hp-dpf.com/) ## Never miss another episode! Subscribe now to the Flexpack Podcast on your favorite platform and enjoy new episodes automatically. Here is a selection of other sources for the Innoform Podcast [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) ### Verwandte Episoden - [Nachhaltigkeit und Innovation mit HP Indigo](https://inno-talk.de/nachhaltigkeit-und-innovation-mit-hp-indigo/) - [Flexpack minimum packaging: sustainability meets innovation](https://inno-talk.de/en/flexpack-minimal-packaging-sustainability-meets-innovation/) - [Initially unpopular EU directives promote innovation.](https://inno-talk.de/en/initially-unpopular-eu-directives-promote-innovation/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Ich bin hier mit Josep Isard aus HP Indigo. Eine kurze Erinnerung an die Stand-Up-Pouches. Du hast über die Nachhaltigkeit mit HP Indigo gesprochen, als ein Geschäfts-Enabler. Was bedeutet das? Jeder schaut sich an diesen Megatrend. Ich denke, es ist der Megatrend des Zentrums, die Nachhaltigkeit. Aber wir dachten, wir könnten davon eine Anweisung nehmen. Wenn man über die nachhaltige Produktion und Produkte denkt, warum nicht einen Vorteil für das Geschäft haben? Wir haben in dieser Session gestern hier bei Innoform in Deutschland versucht, dass die Nachhaltigkeit manchmal ein Geschäfts-Enabler ist und man davon einen Vorteil bekommen kann. Du fokussierst sehr stark auf Pouches und digitales Drucken. Warum ist das so? Denn heute gibt es einen Trend im Markt, in dem die meisten Branchen versuchen, das Plastik, das Plastik in den Betrieb zu haben. Und wir haben auch gesehen, dass die 50 Prozent des Marktes mit einem kurzen Rundbeweg sind. Das ist ein Markt, das die meisten von digitalem Drucken erfolgen kann. Das ist das Hauptproblem, das wir in unseren Kunden sehen. Die investieren auf digitalem Rundbeweg, denn der Markt geht für kurze Runde um Pouches. Lead-Time ist ein Thema überall. Ist Lead-Time auch ein Treiber in deinem Geschäftsmodell? Ich komme zu Wien für diese Konferenz und nehme mein Flugzeug für einen Monat weiter. Warum? Weil es teurer ist. Aber es ist das gleiche Flugzeug, die gleichen Leute, der gleiche Pilot. Alles ist das gleiche. Aber wir haben dieses Geheimnis. In Grafikkarten haben wir seit jetzt keine solche Attitüde. Aber wir haben mehr und mehr Leute gesehen, die sich davon beeinflussen, dass wir, sagen wir, die Zeit umdrehen. Und was sie tun, ist, sie verkaufen für einen höheren Preis. Und sie verkaufen Zeit. Also dieses Konzept der Zeit quantifizieren, ist wirklich wichtig heutzutage. Technisch gesprochen. Technisch gesprochen. Wenn man auf einer Schale ein Material prüft, ist das auf der Außenseite, oder? ### HP Indigo Tinten für Oberflächenprüfung Wir können beide prüfen. Unsere Technologie hat ein Set of Inks, die gut für die Prüfung auf der Oberfläche und auf der Rückseite sind. Wir prüfen viel auf der Oberfläche, weil wir versuchen, auf Pre-Lamps zu prüfen. Was bedeutet das? Wenn man auf Pre-Laminaten prüft, kann man sogar einen schnelleren Zeitpunkt auf dem Markt haben. Aber wir können auf der Rückseite auf der Oberfläche prüfen. Das ist kein Problem. Und man kann mit Standardglue laminieren? Oder ist das System von HP geliefert? Nein, nein, nein. Nicht überhaupt. Jeder Provider, jeder Flexpack-Konverter kann entweder mit seiner current lamination oder mit seiner thermal lamination investieren. Mainstream flexible packaging ist solvenless. Sie sind komplett kompatibel mit solvenless. Aber auf der anderen Seite, wenn man Zeit verkaufen will und einen schnelleren Zeitpunkt haben will, dann muss man mit einer thermal lamination solution gehen. Ja. Manchmal ist ein Showstopper die Frage zu retortable Inks. Ist das Inksystem retortable? Wieder einmal. Ein Set von Inks, Surface, Reverse und Retort. Was wir tun… Wir haben eine Lösung für alles, siehst du? Ja. Was wir normalerweise tun, ist, dass wir ein Inksystem haben, das während des Lamination-Prozesses enthalten ist. Oder es kann als Postcoating-Treatment verwendet werden, das die Inks-Probe verändert. Und unsere Inks werden dann retortable werden. Also, ja, wir können auch durch die Retort-Produkte gehen. Du hast gesagt, dass neue Geschäftsmodelle jetzt möglich sind. Und Labelisten waren ein Beispiel für dich. Dein Testimonium, wenn du willst. Was haben sie gemacht? Labelisten ist ein klares Beispiel für Diversifikation. ### Flexodruck-Migration im Labelmarkt Es gibt einen Megatrend auch in den Grafikkarten. Viele Firmen gehen von ihrem Nix-Markt, Labels, zum Beispiel, in Flexpack. Sie nehmen Vorteile aus dem Wissen, sie nehmen Vorteile aus der kurzen Verkaufszeit, die sie gewohnt sind, sie nehmen Vorteile aus den kurzen Runden, die sie gewohnt haben. Also gehen sie in Flexpack. Warum? Viele Gründe hinter dem. Aber eine ist, dass das Geschäft groß ist. Und die zweite ist, dass nowadays gehen sie in Flexpack, es ist einfacher als vorher. Mit Thermo-Lamination, ehrlich gesagt, ist es super einfach, nowadays Flexpack zu machen. So far from the 8th European Stand-Up Pouch Conference from Vienna. Thank you, Josep. Thank you so much for inviting me. **Kategorien:** Stand-up pouches **Schlagwörter:** HP, Josep_Isart, PC-11-24, pouches --- ### [Recycling und Spouts: Gespräch mit Lea Middendorf von Pöppelmann ](https://inno-talk.de/recycling-und-spouts-ein-gespraech-mit-lea-middendorf-von-poeppelmann/) **Published:** Dezember 16, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Auf der 8. Europäischen Standbodenbeutel-Konferenz sprach Lea Middendorf von Pöppelmann FAMAC® über innovative Lösungen im Bereich der Einschweiß-Ausgießer für Standbodenbeutel. Diese sogenannten Spouts werden in die Beutel eingeschweißt und bestehen in Abhängigkeit des Anwendungsbereiches aus unterschiedlichen Materialquellen, darunter mechanisch recycelte Materialien, den Post-Consumer-Rezyklaten (PCR), oder Neuware. Lea erklärte, dass das Post-Consumer-Material aus Quellen wie dem Gelben Sack stammt und für die Non-Food-Industrie anwendbar ist. Die PCR-Artikel haben oft eine leichte Verfärbung, die aber durch Farbmasterbatches ausgeglichen werden kann. Besonders stolz ist Pöppelmann auf die Kappe ohne Originalität der Größe 17,5 mm aus PCR-PE, die bereits im Markt ist und die durch den Einsatz von 97 % PCR-Material die Treibhausgas-Emissionen um 49 % im Vergleich zur HDPE-Neuware reduziert. Ein interessantes Thema ist die Verschweißbarkeit der recycelten Materialien. Lea erläuterte, dass es Chargenschwankungen beim PCR-Material gibt, aber dank der Expertise aus der Division Pöppelmann TEKU®, die seit Jahren Blumentöpfe aus Post-Consumer-Materialien fertigt, konnte wertvolles Know-how aufgebaut werden. Zudem ist die von Pöppelmann patentierte Wellenstruktur der Spouts besonders schonend im Schweißprozess und begünstigt insbesondere das Verschweißen der Spouts in Monomaterial-Beutel. Pöppelmann plant, weiterhin an Spouts und Kappen aus recyceltem Material zu arbeiten und sieht großes Potenzial für die Non-Food-Industrie. Abschließend betonte Lea, dass die Spouts von Pöppelmann sowohl thermisch als auch mittels Ultraschalls verschweißt werden können. Die standardmäßig in Polypropylen (PP) gefertigten Kappen werden jetzt auch aus Polyethylen (PE) produziert, um die Möglichkeit eines vollständigen Monomaterial-Beutels zu bieten. Obwohl PCR-Spouts und –Kappen derzeit nicht für Lebensmittelverpackungen zugelassen sind, bleibt abzuwarten, wie sich die Gesetzgebung und die Technologien in Zukunft entwickeln. Vielen Dank an Lea Middendorf für das informative Gespräch und die spannenden Einblicke in die Welt der recycelbaren Verpackungen! Links zum Thema: Erhalte automatisch neue Episoden auf dein Endgerät. [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) ### Verwandte Episoden - [Innovationen und Herausforderungen bei Spouts – Einblick in die Innoform-Podcast-Episode mit Pöppelmann](https://inno-talk.de/innovationen-und-herausforderungen-bei-spouts-einblick-in-die-innoform-podcast-episode-mit-poeppelmann/) - [Nachhaltigkeit und Technik vereint – Pöppelmann Spouts für Standbodenbeutel](https://inno-talk.de/nachhaltigkeit-und-technik-vereint-poeppelmann-spouts-fuer-standbodenbeutel/) - [Sustainability and technology combined – Pöppelmann spouts for stand-up pouches](https://inno-talk.de/en/sustainability-and-technology-combined-poeppelmann-spouts-for-stand-up-pouches/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Ich spreche mit Lea Middendorf hier auf der achten europäischen Standbeutelkonferenz. Du bist von Pöppelmann hier entsandt sozusagen mit recyclefähigen und recycelten Einschweißteilen für Standbeutel. Was hat es damit auf sich? Was sind das für Teile? Ja genau, richtig. Das sind die Ausgießsal-Spouts, die entsprechend in die Beute eingeschweißt werden. Und wir bieten Materialvarianten an: Post-Consumer-Material, mechanisch recycelt oder auch Virgin-Material. Post-Consumer heißt doch eigentlich aus dem gelben Sack. Sind die auch wieder verwendbar für Einschweißteile? Ja genau. Das ist der Ansatz, den wir verfolgen. Allerdings mit der Einschränkung nur für die Non-Food-Industrie, also nicht für Lebensmittelverpackung. Du hast vorgestellt, dass man sowohl das untere Teil quasi aus Rezyklat machen kann und eben auch die Kappe. Die Kappe ist schon im Markt. Was genau hat es damit auf sich? Richtig. Wir sind sehr stolz auf das Projekt, das wir umsetzen konnten. Wir haben schon eine Kappe aus dem PCR-PE im Markt, auch schon seit längerer Zeit. Und da können wir wirklich Treibhausgasemissionen von 49 % einsparen im Vergleich zum Virgin-PE. Wie verhält sich das mit der Einschweißbarkeit? Man kann sich ja vorstellen, dass die Eigenschaften von so einem recycelten Polyethylen etwas anders sind als von Virgin-Material. Fangen wir mal bei euch an. Ist es vom Spritzen her auch was anderes, als wenn ihr frisches Material nehmt? Wir merken die Chargen-Schwankungen. Wir haben allerdings den Vorteil, dass wir von unserer Expertise aus den anderen Divisionen profitieren, die schon Blumentöpfe seit Jahren aus dem Post-Consumer-Material fertigen. Wir haben da ein bisschen Know-how aufgebaut, von dem wir jetzt halt entsprechend profitieren. Und bei den Ausgießern haben wir beispielsweise einen gewissen Anteil in Virgin-Material hinzugegeben für Testzwecke, um zu schauen, wie müssen wir Chargen-Schwankungen gegebenenfalls für den Schweißprozess ausgleichen. Bei den Kappen ist es so, die haben ja dann auch eine leichte Verfärbung oft. Deine Kappe, habe ich gesehen, auf dem Bild zumindest war auch gräulich. Ist das immer so? In der Regel ja. ### Post-Consumer-Rezyklat: Verfärbungen und Lösungsansätze Wir haben immer beim Post-Consumer-Material eine gewisse Verfärbung, gelblich, grünlich, gräulich. Aber wir können auch entsprechenden Farbmaster-Batch hinzugeben, um diese Verfärbung wieder auszugleichen. Ihr habt euch hier als Supporter auch positioniert. Wie war so der Eindruck für dich bei dieser achten europäischen Standbeutelkonferenz in Wien? Ich fand es mega interessant, die verschiedenen Einblicke, die verschiedenen Lösungsansätze kennenzulernen und auch das Networking zwischendurch, dass man wirklich auch mal neben den eigentlichen Vorträgen ein paar mehr Insights hier und da erlangen kann. Ihr habt hier auf dem Tisch, ich gucke mal eben hier, Standbeutel stehen, da steht Bischof + Klein drauf. Was hat es da mit auf sich? Du hast es auch im Vortrag kurz erwähnt. Genau, Bischof + Klein hat bei uns die ersten Testversuche gemacht mit den Ausgießern aus dem Post-Consumer-Rezyklat. Und jetzt schauen wir, dass wir weitere Testergebnisse sammeln, damit wir nach Möglichkeit eine Variante in Serie bringen können. Was habt ihr als nächste Schritte vor? Wollt ihr weitermachen in rezyklierten Standbeutel-Einschweißteilen oder ist das jetzt erstmal abgeschlossen, das Projekt? Auf jeden Fall machen wir weiter. Wir arbeiten natürlich auch an den Virginiamaterialien, Low Ceiling, PE und Co. Aber PCR wird wahrscheinlich aus unserer Sicht ein Thema für die Non-Food-Industrie sein und dann wird entsprechend für die Ausgießer, für die Kappen, für die verschiedenen Serien daran weitergearbeitet. Wenn man sich eure Einschweißteile anschaut, dann habt ihr ja so eine spezielle Form des Schiffchens. Ist das patentiert, ist das was Besonderes, ist das ein Markenzeichen von euch? Genau. Wir haben die Wellenstruktur, die ist patentiert und die ist besonders schonend in der Verarbeitung beim Schweißprozess von den verschiedenen Monomaterialbeuteln. Da merken wir es extrem, weil die halt entsprechend empfindlich sind, kleine Verarbeitungsfenster haben. Es zog sich ein bisschen durch. Ultraschallverschweißen und Standbeutel und Einschweißteile. Geht das mit euren? Wir haben beide Varianten, also unsere Ausgießer, vor allen Dingen 10,5 und 8,5 sind sowohl für das thermische Verschweißen als auch für das Ultraschallschweißen geeignet. Also ist das das gleiche Teil? Kann ich entweder oder machen oder sind das andere Rezepturen? Nee, dasselbe Teil und je nachdem wie der Auftrag bei dem Bottehersteller platziert ist, kann beides verwendet werden. Eure Kappen sind auch aus Polyethylen, zumindest die rezyklierte Variante. Ist das immer so oder gibt es da auch Materialmixe? In der Regel haben wir immer nur ein Material, also in der Regel ein PP oder ein PE und jetzt halt auch die Variante von einem PCR-PE. Und in Abhängigkeit der Kundenwünsche mit oder ohne Farbzugabe. Ich frage deshalb, weil vor 25 Jahren war es meistens eine Polypropylen-Kappe und Polyethylen-HD-Einschweißteil. ### Recycelte Spouts: Lebensmittelverpackungen und HDPE-Vergleich Ist denn das Einschweißteil aus Rezyklat dann auch vergleichbar mit so einem HDPE oder wie spezifiziert man das überhaupt? Schwierig, also wir haben halt nicht dieselben Qualitäten. Wir sprechen irgendwo über recyceltes Material, was in einen zweiten Lebenszyklus kommt oder in einen weiteren Lebenszyklus. Wir haben Chargenschwankungen, deswegen ist die Qualität an sich nicht genau vergleichbar mit dem HDPE, aber durch verschiedene Zugaben von gegebenenfalls Virgin-Material oder unserer eigenen Komponierung stehen da noch alle Möglichkeiten offen. Denkt ihr, dass ihr auch für Lebensmittelverpackungen demnächst aus dem gelben Sack rezyklierte Einschweißteile anbieten könnt? Dann jetzt dürfen wir es noch nicht, aber mal schauen, was da sich in der Gesetzgebung und in den verschiedenen Prozessen noch ergeben wird. Aber Stand heute nicht. Du wirst nicht arbeitslos, das habe ich verstanden. Vielen Dank für das kurze Interview. Gerne, danke schön. **Kategorien:** Abfülltechnik, Entsorgung / Recycling, Neuigkeiten, Standbeutel **Schlagwörter:** Lea Middendorf, PC-11-24, Spouts --- ### [Barrierebeschichtugnen von Monomaterialien und Papier](https://inno-talk.de/barrierebeschichtugnen-von-monomaterialien-und-papier/) **Published:** Januar 23, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **Innovationen bei BOBST** – ein Gespräch mit Dennis Hughill und Karsten Schröder ## **Barrierebeschichtungen und Nachhaltigkeit: Innovationen bei BOBST** Die Verpackungsindustrie steht vor einem Wandel. Mit steigenden Anforderungen an Nachhaltigkeit und Recyclingfähigkeit rücken neue Materialien und Technologien in den Fokus. Dennis Hughill, Verkaufsleiter bei BOBST in Manchester, teilt im Innoform-Podcast spannende Einblicke in die Metallisierung von Monomaterialien wie Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) und sogar Papier. Hier beleuchten wir die wichtigsten Themen des Gesprächs. ## **Barrierebeschichtung: Eine Schlüsseltechnologie für nachhaltige Verpackungen** BOBST hat sich als weltweit führender Anbieter von Lösungen für die Metallisierung/Bedampfung in Kombination mit Lackierungen etabliert. Besonders spannend ist die Weiterentwicklung hin zu Monomaterialien und Papier. Die Beschichtungen bieten nicht nur verbesserte Barriereeigenschaften, sondern auch Potenzial für nachhaltigere Verpackungsstrukturen. ## **Einfluss auf die Recyclingwirtschaft:** Monomaterialien wie PE und PP bieten bessere Recyclingmöglichkeiten, stellen jedoch Herausforderungen an die Barriereeigenschaften. Papier gewinnt als Barriere-Material an Bedeutung. Mit speziellen Beschichtungen kann es vergleichbare Eigenschaften wie Kunststoffverbunde erreichen. ## **Technologien und Innovationen bei BOBST** **„oneBARRIER“:** BOBST hat eine Plattform entwickelt, die Papier und Polymere durch eine Kombination aus Bedampfung und Nassbeschichtungen optimal verarbeitet. Diese Innovation ermöglicht eine verbesserte Barriereleistung und eröffnet neue Möglichkeiten im Bereich flexibler Verpackungen. **Fortschritte bei der Automatisierung:** Die neu eingeführte „Intelligent Metallizing Assistant“ Technologie erlaubt es, Metallisierungsprozesse zu automatisieren und die Abhängigkeit von Bedienpersonal zu reduzieren. Dies verbessert die Effizienz und Qualität der Produktion. **Partnerschaften für Erfolg:** Durch enge Zusammenarbeit mit Kunden und anderen Branchenakteuren entwickelt BOBST maßgeschneiderte Lösungen. Die Integration von AluBond, einem patentierten Verfahren, bietet deutliche Vorteile bei der Haftung und Barriereleistung. ## **Nachhaltigkeit im Fokus** Nachhaltigkeit ist mehr als ein Schlagwort – sie ist ein zentraler Treiber für Innovationen in der Verpackungsindustrie. BOBST setzt auf Technologien, die dünnere Schichten und recycelbare Materialien ermöglichen. ## **Ergebnisse im Papierbereich** Sauerstoff- (und Wasserdampfbarrieren) von weniger als 0,1 cm³/m²xdxbar bei beschichtetem Papier. Metallisierte Papiere mit einer Recyclingrate von über 94 %, zertifiziert durch renommierte Institute wie PTS und Western Michigan. **Kombination von Technologien:** Eine Mischung aus Metallisierung und Nassbeschichtungen schafft robuste Barrieren und reduziert den Materialverbrauch. Aluminiumoxid (Alox) spielt hier eine Schlüsselrolle. ## **Zukunftsperspektiven** Dennis Hughill betont, dass globale Regularien und einheitliche Standards für Recycling und Nachhaltigkeit erforderlich sind, um die Industrie voranzubringen. Gleichzeitig sieht er große Chancen in der Zusammenarbeit zwischen Herstellern, Verarbeitern und Marken, um innovative Lösungen zu entwickeln. BOBST bleibt ein Vorreiter bei der Entwicklung nachhaltiger Verpackungstechnologien und zeigt, dass Fortschritt und Umweltbewusstsein Hand in Hand gehen können. **Fazit:** Die Barrierebeschichtung mittels Bedampfung und Lackierung von Monomaterialien und Papier ist ein Gamechanger in der Verpackungsindustrie. Mit innovativen Technologien wie „oneBARRIER“ und starken Partnerschaften treibt BOBST die Entwicklung nachhaltiger und leistungsfähiger Verpackungen voran. Der Fokus auf Recyclingfähigkeit und Barriereeigenschaften zeigt, wie sich technologische Exzellenz und Umweltbewusstsein vereinen lassen. Links Zum Thema: ## Keine Folge mehr verpassen! Abonniere jetzt deinen Lieblings-Podcast auf deiner Lieblings Plattform und genieße neue Episoden automatisch. [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) ### Verwandte Episoden - [Papier oder Plastik](https://inno-talk.de/papier-oder-plastik/) - [Papier oder Plastik (2)](https://inno-talk.de/papier-oder-plastik-2/) - [Papier oder Plastik (3)](https://inno-talk.de/papier-oder-plastik-3/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Heute begrüße ich Dennis Hagel von Bobst Manchester im Innoform-Podcast. Wir sprechen über Metallisierung auf den neuen Materialien wie Monoaxialitäten, Polyethylen, Polypropylen, aber auch zunehmend Papier. Wir sprechen über Aluminiumoxid und Siliziumoxidbeschichtung, über Primer und über Lackierung, was das für die Recyclingwirtschaft bedeutet und warum die Wertschöpfung zu den Druckern und Veredlern wandern kann mit der Technologie von Bobst. Los geht’s. Herzlich willkommen, Dennis Hagel von Bobst. Hi, guten Tag. Dennis, wo treffe ich dich gerade? Ich bin derzeit hier in Manchester, wo ich eigentlich zurzeit arbeite, bei Bobst Manchester. Das ist eigentlich unser Hauptsitz für Vakuummetallisierung weltweit und auch das Barrierezentrum der Bobst-Gruppe. Ich arbeite hier jetzt schon seit mehr als sechs Jahren. Und wir sind jetzt gerade weltweit führende Anbieter von dieser metallisierten Lösung für Flexpackfolien, besonders für hohe Barriere. Darüber wollen wir ja gleich auch technisch im Detail noch ein bisschen sprechen. Bevor wir da anfangen, wollen wir natürlich auch dich noch ein bisschen besser kennenlernen. Was ist genau deine Aufgabe im Moment bei Bobst? Also von meiner Seite: Ich bin Verkaufsleiter für Europa, Mittelost, Afrika und Nordamerika, Südamerika auch. So von meiner Seite, ich sehe jetzt viel von diesen neuen Perspektiven in unsere neue Industrie sozusagen mit Verpackungs- und Flexpackfolien. So ist es sehr interessant zurzeit mit den neuen Trends, besonders von der Perspektive der Nachhaltigkeitsagenda natürlich und Recyclebarkeit, besonders von den Polymeren, also Flexpackfolien und Lösungen. Hochspannend, die Folienverpackung gilt ja eigentlich auch als Minimalverpackung. Dazu kommen wir gleich im Detail nochmal. Ich habe auf LinkedIn gelesen, du hast eigentlich eine Lehrerausbildung genossen. Was hat es damit auf sich? Ok, also als ich mit meiner Studie angefangen habe, damals waren Deutsch für die Engländer und Französisch die zwei Hauptfremdsprachen sozusagen zum Lernen. Ich habe mit 14 Jahren Deutsch angefangen. Ehrlich gesagt, ich war stärker mit Fremdsprachen als in allen anderen Fächern sozusagen. Ich habe das weiter genommen, ich habe Deutsch, Französisch an der Uni studiert und ich habe Glück gehabt, dass ich ja mehr als zweieinhalb, drei Jahre lang in Österreich gewohnt habe, damals als Englischlehrer. Dann geschäftlich und beruflich, dann habe ich das natürlich weiter genommen. Ich war auch vor 15, 20 Jahren Deutschlehrer hier in England. Aber ich wollte wirklich ein bisschen mehr mit meinen Fremdsprachen bearbeiten und im Ausland arbeiten und jetzt finde ich mich hier bei Bobst. Hochspannend. Ihr beschäftigt euch in Manchester und da haben wir schon mal einen Podcast aufgenommen, unter anderem mit One Barrier und überhaupt mit Barrierebeschichtungen. Lass uns das mal eben vielleicht zu Beginn einordnen. One Barrier. ### Converter-Segment: Neue Märkte und Anforderungen Was bedeutet das aus eurer Sicht? So, wir haben bemerkt bei uns im Bobst innerhalb der letzten fünf, sechs Jahre natürlich mit der Ankunft der Nachhaltigkeitsagenda sozusagen, dass unsere Kunden ist vielleicht geteilt. Wir haben so zum Beispiel drei verschiedene Segmente. Traditionell ist unsere Hauptkundschaft eine Polymerfolienhersteller. Jetzt wir haben hier ein neues Segment sozusagen. Das wäre vielleicht vom Converter-Bereich und unsere Converter-Kunden, die versuchen jetzt so Readymade Solutions. Das heißt, die wollen, dass wir unser Kenntnis, unser Knowhow, unser Process Experience teilen können, sodass das gibt uns dann auch die nächste Schritt sozusagen, dass wir eigentlich eine Lösung, ein Solution entwickeln können. Und One Barrier passt eigentlich unter diesen Ausdruck sozusagen. Wir haben unsere One Barrier Lösungen für Papier und auch für Polymer, zum Beispiel Polyethylen. Und das ist natürlich eine Mischung, ist nicht nur Metallisierung, aber natürlich eine Kombination zwischen Metallisierung und vielleicht Nassbeschichtungen. Und natürlich Bobst als führende Firma in diesem Bereich für die verschiedenen Arten von Beschichtungen. Wir können unsere Erfahrung hier natürlich weiterleiten und teilen mit unseren Kunden, sodass sie eigentlich sofort an der Spitze ankommen können. Wenn wir reden von den neuesten Monomaterialien für flexible Verpackung und Lösungen. Hochspannend. Wir sehen ja gerade durch diese Nachhaltigkeitsbemühungen auch von der EU natürlich mehr hin zu Monomaterialien. Und Monomaterialien haben ja erst mal eine nicht so gute Barriere. Deswegen nimmt man ja Multimaterialien. Ihr versucht das auch in dem Bereich Monomaterialien, glaube ich, zu platzieren. Das habe ich doch richtig verstanden. Was genau bietet ihr denn für den Folienbereich, also den Kunststoffbereich jetzt an? Unsere Innovation und unsere Entwicklung hat wirklich vor 10, 15 Jahren angefangen. So damals natürlich in unserer Industrie gab es alles damals mit Polyester. Polyester als ein nicht so hitzeempfindlicher Material. Es ist stark, es ist flexibel. Damals natürlich wollte alles drum und dran mit Polyester metallisieren. Aber natürlich passt Polyester nicht so gut mit diesen Polyolefinen zusammen. So versuchen wir jetzt diese neuen monomaterialen Lösungen. Das bringt für uns andere Probleme. Weil natürlich, wenn man vergleicht ein PP zum Beispiel mit Polyethylen oder mit Polyester, wir erreichen verschiedene Barriereniveaus. Das heißt, es ist natürlich viel schwieriger, eine gute höhere Barriere bei PE oder PP zu bekommen. Bei BOPP, wir haben mit unseren eigenen Barriereprozessen Innovationen durch die metallisierende Plattform, aber auch durch die Prozesse, besonders mit Alubond oder Allox, neue Lösungen zu entwickeln. Zusammen mit unseren Partnern natürlich bei BOPP in Italien zum Beispiel, bei Nassbeschichtungen, aber auch über unser Ecosystem. ### Polyolefine und Papier: Barrierelösungen Das heißt, unsere Partner, die eigentlich auch an der Spitze sind in ihrer eigenen Branche. Das ist vielleicht ein Harzhersteller oder vielleicht ein PP-Linienhersteller zum Beispiel. Das gibt uns einen echten Vorteil in diesem Bereich, so dass wir unsere eigenen Lösungen vorbereiten können. Wir haben viel in dieser Richtung bewegt und wir haben jetzt verschiedene Möglichkeiten. Entweder in Polyolefinen mit Transparentbarrieren zum Beispiel oder vielleicht auch mit Papier jetzt. Ich meine, 40, 45 Prozent unserer Versuche letztes Jahr waren auf Papier, weil da gibt es natürlich einen echten Trend weltweit, muss ich ehrlich sagen, vor Papier, bei Lösungen mit Papier und Barriere. Von unserer Seite vor fünf, sechs Jahren, das ist irgendwas, das damals besonders unglaublich war, unmöglich, Papier und Barriere zusammen. Wir bewegen uns immer noch in diese Richtung Mono und Kombinationen zwischen Metallisierung und, wenn nötig, auch Naßbeschichtung. Auch Naßbeschichtung als nachgeschalteter oder vorgeschalteter Prozess. Bei den Mono-Polyethylen-Polypropylen, wie teilt sich das denn auf? Wie würdest du das sagen? Geht es eher Richtung Polypropylen, was ihr beschichtet, oder eher Richtung Polyethylen, oder hält sich das die Waage? Es ist eine sehr gute Frage. Es hängt natürlich davon ab, welche Region, zum Beispiel. Ich persönlich arbeite viel mit Nordamerika. Nordamerika ist ursprünglich ein Polyethylen-Market. In Europa sind wir vielleicht mehr geteilt zwischen PP und PE, und Asien wäre vielleicht mehr PP. Von unserer Seite bei Bobst haben wir natürlich Lösungen für alle Substrate sozusagen. Wir haben natürlich viele Vorteile mit unseren Plattformen, die helfen uns, wenn wir mit PP oder PE arbeiten wollen. Die sind ursprünglich hitzeempfindlich als Substrate. Wir bräuchten natürlich Hilfe, sodass wir diese Folien gut kühlen können und dass wir auch noch eine gute Barriere am Ende des Prozesses bekommen können. Ihr metallisiert zum Beispiel dann auf einem monoaxial orientierten Polyethylen, kann ich mir vorstellen. Das ist etwas, was ihr heute schon macht, oder? Ja, ich meine, von unserer Seite, wenn wir hier zum Beispiel von einem LD von drei Schichten reden, natürlich bringt das viele Probleme mit sich. Aber mit unseren Partnerschaften, mit verschiedenen Kollaborationen, haben wir neue Lösungen. Das hängt natürlich von der Struktur des Polyethylens ab, aber natürlich auch von den Metallisierungsprozessen ab. Und bei uns mit mehr als 900 Versuchen letztes Jahr haben wir immer mehr Erfahrungen in diesem Bereich. Wir haben von unserer Position aus — wir sind eigentlich im ersten Rang sozusagen, wenn wir von einer Firma reden, die versucht, ein Partner für Metallisierung und Polyethylen zum Beispiel zu sein. Wir sind in einer sehr guten Position damit. Okay, also ihr liefert quasi, wenn die Folie fertig ist, den Metallisierer zum Beispiel. Mit diesem Metallisierer kann man dann auch immer Aluminiumoxid herstellen oder sind das zwei unterschiedliche Geräte? Es ist eine sehr gute Frage. ### In-house Wertschöpfung: Transparente Barrieren Also von unserer Seite jetzt, wenn wir zum Beispiel im Konverterbereich mehr arbeiten wollen, wir müssen unseren Kunden viel mehr Flexibilität geben. Das heißt, wir müssen eine Plattform anbieten, die im Prinzip alles können. Das heißt, sie müssen die Flexibilität zwischen einem Standard-Aluminium metallisieren können, vielleicht ein Alubond, das ist unser patentierter Prozess. Vom Aussicht her sieht es wie eine normal metallisierte Folie aus, aber bringt eine bessere Haftung, eine bessere Barriere und auch eine bessere Dine-Level-Retention sozusagen, besonders mit Polypropylen zum Beispiel. Aber diese Kunden, die wollen auch mehr Wert in-house, also dazuhinfügen. Das heißt, sie müssen mit Transparent auch Alox, sie wollen auch Papier. So können wir eigentlich jetzt eine Plattform anbieten, die im Prinzip alles drum und dran anbieten kann. Und das gibt unseren Kunden eine maximale Flexibilität und dann können die alle diesen Wert eigentlich in-house geben. Bei uns hören immer relativ viele Leute zu, die auch selber drucken und veredeln, die sich natürlich für diese Technologie interessieren. Wenn du das noch ein bisschen konkreter machen kannst, in welchen Arbeitsbreiten gibt es solche Metallisierer und wie viel Kapazität hat so ein Gerät in etwa? Kannst du da Daten geben? Ja, ja, gern. Also traditionell, wir haben eigentlich eine Erfahrung gesehen, also besonders von diesen Polymerfolienherstellern. Die wollen immer schneller und breiter gehen. Das heißt, von unserer Seite, in den letzten 10, 15 Jahren haben wir Metallisierer mit einer Breite fast so knapp 5 Meter aufgebaut und zugestellt. Ja, und dann können die mit einer Geschwindigkeit von fast 1000 Meter fahren. Aber jetzt gehen wir in eine andere Richtung, zum Beispiel also dieses Segment bleibt immer noch dabei. Aber jetzt, wie schon gesagt, also wir bieten jetzt eine engere Plattform an sozusagen mit einer Standardbreite von einem Konverter, das heißt 1,3 Meter. Und wir fahren dann, das hängt von dem Prozess ab, aber eben im Durchschnitt, ich würde sagen mit so einer Alox-Beschichtung zum Beispiel, wir fahren um 600 Meter pro Minute. Von unserer Seite, so der Hinweis geht, wenn man vielleicht zum Beispiel 3000 Tonnen metallisierter Produkte herstellt oder kauft, zum Beispiel, dann vielleicht lohnt es sich mit uns zu reden, ob wir vielleicht weiterhelfen können, um natürlich Geld zu sparen, aber auch um vielleicht andere Möglichkeiten zu studieren und neue Produkte zu entwickeln. Das heißt, wenn ein Kunde zum Beispiel seine eigene Extrusion macht, so vom Polyethylen, das vielleicht, das kann sehr gut mit unserer Alox oder unserer Alubon anpassen. Und diese Kombinationen natürlich findet man überhaupt nicht, wenn dieser Kunde nicht selber metallisiert. Es gibt ja viele Extrudeure, die deutlich mehr als 3000 Tonnen produzieren. Jetzt hängt es natürlich von der Foliendicke ab, die Folien werden immer dünner. Gibt es so einen Richtwert, was Quadratmeter angeht? Wie dick sind eure Folien, die ihr metallisiert? Gib uns mal eine Idee. Ja, also es hängt davon das Substrat ab, aber normalerweise reden wir PE, MDO ab 25 Mio. Das geht natürlich mit Blown, also vielleicht sieben Schichten höher als 50, 60 Mio., aber natürlich wollen alle Kunden dünner. Also mit Nachhaltigkeit und so weiter. Ziel für viele Kunden jetzt ist bei PP zum Beispiel viel dünner zu fahren, so weniger als 10 Mio. zum Beispiel. ### Papiermetallisierung: Breite und Innovationen So machen wir neue Innovationen in diese Richtung. Papier, das spielt eine andere Rolle und eine andere Frage. Also das heißt bei Papier natürlich viel dicker und wir reden dort ab vielleicht 40, 50 GSM, so Grams per Square Meter, bis 80, 90. So das heißt von der Plattform her, um diese Flexibilität anzubieten, natürlich müssen wir eigentlich eine sehr stabile Plattform mit vielen Innovationen schon dabei haben, sodass wir selber diese Flexibilität anbieten können. Genau. Wenn man so einen, ich sag mal, 1,40 Meter oder 1,30 Meter breiten Metallisierer bei euch kauft, ich will jetzt damit meine 20 Mio. Polyethylen, die monoaxial orientierte Folie selber veredeln. Ihr stellt das Gerät hin und garantiert dann auch irgendwie für eine Qualität, weil wenn ich von nichts eine Ahnung habe beim Metallisieren, ich stelle mir das schwierig vor, da jetzt eine Qualitätssicherung und so fort alles aufzubauen. Wie geht das? Ja, richtig. Also bei uns spielt Qualität natürlich eine sehr große Rolle. Wir arbeiten normalerweise mit einem geschlossenem Regelkreis, das ist eigentlich ganz Standard bei uns, dass das Metallisieren natürlich optimal funktioniert. Wir haben so eine optische Überwachung, so ein Fehlererkennungssystem, das ist ganz Standard und das heißt Hawkeye. Das war auch bei Bobst entwickelt, damals bei unserer Kollegin in der Schweiz. Das hilft uns natürlich dann, sodass wir eigentlich die Qualität garantieren können, wenn wir fahren. Die letzte Innovation, die besonders interessant bei uns ist, ist die sogenannte Intelligent Metallising Assistant. Und das ist dieses Jahr auf den Markt gekommen und das gibt uns die Möglichkeit, eigentlich automatisch die optimierte Einstellung für verschiedene Metallisierungsprozesse zu finden, sodass wir eigentlich diese Abhängigkeit von dem Operator eigentlich wegnehmen können. Also wir wollen immer diesen Prozess automatisieren. Wir hören von unseren Kunden, die uns sagen, okay, da gibt es wirklich einen großen Unterschied zwischen der Qualität während des Tages und in der Nacht, natürlich während der Nachtschicht. So versuchen wir jetzt bei diesem neuen System, mit unserem Know-how und unserer Prozesstechnologie in diese Maschine zu kombinieren, sozusagen. Und das reduziert dann dieser Schulungsaufwand und unterstützt dann die Maschinenbediener kontinuierlich. Das ist für uns sehr wichtig als nächster Schritt, um unsere Plattform weiterzunehmen, sozusagen. Und das ist auch patentiert jetzt von unserer Seite. Ah ja, darüber habe ich gelesen, hatte ich noch nicht richtig verstanden, was das ist, finde ich interessant. Wir haben immer wieder gesehen, dass auch Haftungsprobleme eine Rolle spielen. Wenn ich jetzt meine eigenen Folien mache, ich denke an gleitmittelhaltige Folien, irgendwelche Additive sind da drin. Gebt ihr auch Hinweise darauf, wie eine Rezeptur aussehen muss, damit eine Haftung auch wirklich funktioniert? Wie stellt ihr das sicher? Ja, ich meine, von unserer Erfahrung natürlich mit fast 1000 Versuchen im Jahr. Wir haben so eine riesige Datenbank mit vielen Informationen drinnen. Aber mit Metallhaftung, das ist auch irgendwas, das wir eigentlich täglich von unseren Kunden hören. Traditionell würde man eigentlich ein Plasma, ein Plasma auch dazugeben. ### Plasma-Behandlung: Alox-Technologie revolutioniert Aber wir haben auch bei Plasma-Behandlungen andere Möglichkeiten innerhalb Bobst. Das heißt, wir haben unseren eigenen Alubond-Prozess, den wir in Turnhout Manchester in 2016, glaube ich, jetzt entwickelt. Und das gibt uns wirklich im Vergleich zu Plasma eine viel höhere Metallhaftung zwischen natürlich dieser Aluminiumschicht und den Folien selber. So reden wir hier jetzt von einer Haftung nicht von zwei Newton pro 15 Millimeter, aber wir reden jetzt ungefähr 6, 7, 8 Newton pro 15 Millimeter. Enorme Steigerung. Ehrlich gesagt, das hat unser Business wirklich geändert. Also bei der Folienhersteller zum Beispiel BOPP, die haben dieser Prozess gesehen. Und das hat dieser Kunden die Möglichkeit gegeben, um ein ganz normaler Dreischicht-BOPP zu nehmen und viel mehr Wert dazu zu geben. Das heißt, entweder bei Barriere bei BOPP oder besonders bei Metallhaftung. Aber wie schon gesagt, auch bei dieser Dine-Level. Das heißt, die Oberflächenenergie bleibt länger bei diesem Material, wenn sie mit Alubond metallisiert sind. Verstehe ich. Hast du denn bei diesen Beschichtungen mit der höheren Metallhaftung später auch dann Eigenschaftsverbesserung am fertigen Verbund? Kannst du höhere Siegelnahtfestigkeit und höhere Verbundhaftung dann dadurch erzielen? Oder was sind eigentlich die Gründe, warum ihr mit Alubond in diese höheren Metallhaftungsregionen vorgestoßen seid? Ja, Alubond ist ein Sonderprozess, der hilft uns. Das heißt so eine Verankerung. Das heißt auf Englisch ein Anchoring. Chelation. Das ist, wo wir eigentlich diese Aluminium und die Aluminiumpartikel und die Folien so zusammenmischen, sozusagen. Diesen Engel verbunden. Man kriegt dann eine starke Ankerung damit. Das heißt, wir bekommen davon eigentlich dieser höhere Niveau von Haftung. Insgesamt. Und wir haben jetzt bis jetzt seit 2016, 2017, als wir unsere erste Metallisierungsmaschine damit verkauft haben, wir haben jetzt mehr als 125 Metallisierungsmaschinen auf den Markt mit diesem Prozess gebracht. Gilt das auch für Aluminiumoxid? Ja, also Aluminiumoxid ist vielleicht ein anderes Prozess. Wenn wir eigentlich einen Vergleich machen wollten, wir haben natürlich ein ganz Standard-Aluminium, das natürlich nicht transparent ist. Und dann auf der anderen Seite, wir haben Alox, die natürlich transparent ist. Inzwischen haben wir dann Alubond, die sieht so aus wie eine ganz normale metallisierte Folie. Aber von Haftung her und Barriere her bekommt man natürlich dann bessere Ergebnisse damit. Alox ist für uns sehr interessant, bleibt immer noch sehr interessant. ### Alox seit 2007: Nachhaltigkeit und Zukunft Wir haben mit Alox seit 2007 gearbeitet. Wir waren der erste Metallisierungshersteller, der eigentlich Alox auf einer Standardplattform hingerichtet hat. Das heißt entweder Standard Alu und Alox auf die gleiche Metallisierung. Das heißt natürlich dann mehrere Flexibilität, wie ich schon gesagt habe. Und Alox ist besonders interessant für die Zukunft, also unserer Meinung nach, wenn wir hier von Nachhaltigkeit reden. Wir wissen schon, dass unsere Kunden, die versuchen jetzt neue Lösungen, wo die eigentlich Alu zum Beispiel ersetzen können. So Alu als Standard vielleicht 6, 7 Mio. Und wir reden jetzt von Ersatzmittel, ein Alox Schicht von 6 bis 8, vielleicht maximal 10 Nanometer. Wir reden hier von Schichten, die wirklich sehr, sehr dünn sind. Natürlich, das kommt auch manchmal mit Problemen, Schwierigkeiten mit Alox, weil es so dünn ist. Es ist manchmal zerbrechlich, es ist nicht so flexibel manchmal. Aber natürlich dann, wie ich schon gesagt habe, mit unserer Partnerschaft, mit unseren Kollegen in Italien. Wir haben die Flexibilität und die Möglichkeit, Alox mit Nassbeschichtung zu kombinieren, um diese besseren Barriereergebnisse zu erreichen. Und auch natürlich eine vorbereitete Lösung sozusagen für unsere Kunden weiterzugeben. Gerade dieses Beschichten interessiert mich jetzt natürlich nochmal. Beschichtet ihr auch vor der Metallisierung oder macht ihr das nur mit eurer Plasma-Vorbehandlung oder eurem Plasmaverfahren? Oder vorher und nachher? Wie funktioniert das? Es kommt darauf an, die Kunden wünschen ab, ganz einfach. Ich meine, es hängt davon ab, welche Barriere unser Kunde erreichen muss. Ob die vielleicht metallisierter Polyester ersetzen wollen in einer Struktur. Oder vielleicht die wollen eigentlich mit einer höheren Barriere vielleicht 0,1, 0,1 und die wollen ein Alu ersetzen. Wenn wir ein Gespräch mit einem Kunden anfangen, wichtig für uns ist zu wissen, was machen sie jetzt? Wo wollen sie erreichen? Und was möchten sie als Substratenprozess benutzen? Wenn es zum Beispiel PE ist, ist es PE metallisiert? Was ist die Application dafür? Bringen wir hier von Kaffee oder wo müssen wir eigentlich erreichen? Und dann normalerweise habe ich irgendwas in meinen Toolbox, sozusagen, dass wir können hier, okay, wir haben diese Lösung mit diesem Prozess. Und das geht vielleicht manchmal unter One Barrier als Lösung. Oder vielleicht, wenn es ein anderer Substrat ist, dann müssen wir entweder ein Alubond oder ein Allox als Prozess hier nehmen. Verstanden. ### Papiermetallisierung: Primer und Verfahren Du hast eben schon erwähnt, dass auch sehr viel mit Papier experimentiert wird und auch schon geliefert wird. Wir haben ja ein Prüflabor für Permeationsmessungen in Oldenburg und da sehen wir das Gleiche. Wir haben sogar in diesem Jahr deutlich mehr Papier geprüft als Folienverbunde. Das ist das erste Mal in unserer Geschichte, dass das passiert ist. Wie funktioniert das Verfahren bei Papiermaterialien? Da muss ja sicherlich irgendwie erst mal ein Primer vorgelegt werden, weil meiner Erfahrung nach ist das Papier sehr rau und es stehen Fasern raus. Wie geht das? Richtig. Es ist ein sehr gutes Beispiel unserer Partnerschaft zwischen Manchester und Italien hier. Du hast recht, insofern, dass natürlich wir ein Papier benötigen, das einen Primer noch dazu hat. Also von unserer Seite ist Primer nötig, weil das Papier natürlich diese Dämpfigkeit hat, also diese Moisture. Das ist für uns manchmal ein Problem, besonders wenn man metallisieren will im Vakuum. Wir bräuchten eine Oberfläche, die eigentlich besonders regulär ist, uniform. Und natürlich bräuchten wir auch eine Oberfläche, wo man hier gute Haftung bekommen kann. So ein Primer ist in dieser Art sehr, sehr wichtig. Metallisierung natürlich hilft mit dieser Wasserdampfbarriere damit. Aber natürlich dann hat man so ein zusätzliches Problem mit Papier betreffend Flexibilität und Heat-Sealability. So natürlich dann noch dazu muss man dann normalerweise eine dritte Schicht sozusagen mit dieser Heat-Seal-Coating. Und dann im Prinzip haben wir dann unsere One-Barrier-Fiber-Cycle-Lösung damit. Aber ich würde sagen, von meiner Seite verbringe ich 45–50% meiner Zeit jetzt mit Kunden, die nur über Papier sprechen. Ja, genau so stellt sich das bei uns aus. So von meinem Anfangspunkt vor 6–7 Jahren. Ja, ich meine, es ist erstaunlich, diese Paperization, sagen wir auf Englisch, das wir seit damals eigentlich gesehen haben. Also es ist sehr interessant und es geht noch weiter. Ich meine, ich habe nur gestern mit unserer Kollegin in unserem Competition Center gesprochen. Und ich habe gefragt über die Statistik für dieses Jahr betreffend Versuche und so weiter. Und wir sind der Meinung, dass am Ende dieses Jahres erreichen wir einen Punkt, wo wir mehr als 50% unserer Versuche, die waren auf Papier. Und Papier muss ich ehrlich sagen, nur für Barriere. Ja, genau. Ich erinnere mich an das Gespräch mit Dr. Carolin Struller. Vielleicht ist das die Kollegin, von der du gerade sprachst, mit der ich den ersten Podcast aufgenommen habe. ### Sauerstoff- und Wasserdampfbarrieren: Messwerte Sie hatte damals gesagt, dass sie beim Papier auch schon erstaunliche Sauerstoffbarrieren erzielen. In welchem Wertebereich liegt ihr zurzeit, was Sauerstoffbarriere angeht? Also ehrlich gesagt, unsere Lösung bei Sauerstoffbarriere haben wir 0,1 erreicht. Mit Papier auch? Mit Papier auch, ja. Und jetzt sind wir fast bei 0,1 auf der Wasserdampfbarriere auch. Also 0,2 ist bei unserer One Barrier Fiber Cycle so ein Standardergebnis. Und natürlich bringt das neue Möglichkeiten im Flexpack-Raum, wo wir hier traditionelle Polymere, also vielleicht dreischichtige Verpackungsformen ersetzen können mit unserer Fiber-Cycle-Lösung. Wie sieht das aus beim Papierrecycling, wenn ihr da eine Metallisierung und Primerschichten drauf habt? Spielt das eine Rolle? Testet ihr das mit oder ist das eigentlich gar kein Thema? Okay, im Prinzip ist es schon ein Thema natürlich, aber wir haben unsere Lösungen intensiv kontrolliert. Das heißt, wir haben ein Zertifikat von PTS, von Atichelka, von Western Michigan in Nordamerika. Im Allgemeinen, wir sagen, wir haben diese Fiber Recovery. Und wir können eine Nummer von 94,6 Prozent ist unser Ergebnis hier bei Fiber Recovery. Das heißt, dass wir im Prinzip alle diese Regulationen verstanden haben sozusagen. Kann man eigentlich mit eurer Technologie auch Aluminiumoxid auf Papier aufbringen, sodass man das Papier auf beiden Seiten sehen könnte? Geht so etwas theoretisch auch? Theoretisch schon, aber das ist natürlich dann der nächste Schritt von unserer Seite. Und die Carolin, die bemüht sich jetzt darüber. Also ehrlich gesagt, natürlich, wenn man redet von so einer dünnen Schicht, wenn wir reden hier von sechs bis acht Nanometer, die auch sehr zerbrechlich ist, natürlich dann, wenn wir das auf Papier auch metallisieren wollen, dann bringt es natürlich auch andere Schwierigkeiten damit. Aber natürlich, wir bemühen uns darüber. Da gibt es ein riesiges Interesse von Kunden weltweit in Allox auf Papier. Weil natürlich dann, wenn man einen Nachteil sieht über metallisiertes Papier, ist es natürlich, dass für manche Leute da gibt es vielleicht eine Perspektive, dass man das nicht recyceln kann, obwohl wir das recyceln können, aber natürlich von einer Perspektive her, na ja, es ist Metall, es ist Metall, es ist nicht gut für die Umwelt. So mit Allox natürlich, dann hat man bessere Möglichkeiten hier. Aber natürlich, da gibt es weniger Alu auf jeden Fall. Im Vergleich zu – wir reden 60, 80 Nanometer bei Alubond auf Papier, wir reden hier acht bis zehn Nanometer von Allox. Aber Faktor zehn ungefähr, das ist enorm. Ja, es gibt einen großen Unterschied, ja. Die metallisierten Polyolefinfolien gelten auch als recycelfähig. Wo bleibt das Aluminium? Wird das abgesaugt, wenn man jetzt recycelt, regranuliert? ### Metallisierung bei Polyolefinen: Vorteile Warum stört die Metallisierung bei Polyethylen, Polypropylen eigentlich so nicht? Also, wie schon gesagt, wenn wir reden von dieser Schicht, wir reden von einer Struktur, vielleicht 80, 90 Mikrometer insgesamt. Und dann rede ich von 60 Nanometer Aluminium. Im Vergleich dazu ist es nichts. Aber natürlich bemerkt man, wenn es tatsächlich Aluminium da gibt. Wir sehen hier einen Vorteil mit Metallisierung in Kombination mit diesen Nassbeschichtungen. Denn natürlich, wenn man nur Nass beschichtet, sind diese Beschichtungen sehr, sehr dick. Anders wenn man eine Kombination zwischen Allox zum Beispiel und einer Nassbeschichtung hat – die schützt die Alloxschicht. Oder vielleicht gibt es andere Möglichkeiten bei einer Sauerstoffbarriere zum Beispiel. Also für uns ist es so eine Kombination. Es ist nicht nur Metallisierung. Es ist Metallisierung und Beschichten zusammen. Die können uns eigentlich weiterhelfen und uns dieses höchste Barriereniveau erreichen. Ich weiß von vielen Druckfarbenherstellern, auch Lackherstellern, die sich mit diesen Barriere-Schichten beschäftigen. Du sprichst immer von diesen Lackierungen und so weiter. Hilft dir das auch, diese zu finden, Lieferanten zu finden? Verkauft ihr die selber? Wie muss ich mir das vorstellen? Ja, ich meine, wir sind sehr aktiv in diesem Bereich, muss ich ehrlich sagen. Ich habe es schon erklärt über unser sogenanntes Ecosystem. Wir haben viele Partnerschaften in diesem Bereich. Und meine Kollegin, Dr. Carolin, sie arbeitet mit verschiedenen Partnern in diesem Bereich. Natürlich mit water-based, solvent-based und natürlich alle anderen Möglichkeiten hier. Von unserer Seite, wir wissen schon traditionell, was gut funktioniert mit unseren Prozessen. Aber die wollen immer neue Perspektiven finden. Und für uns, Mantra jetzt wäre natürlich reduce, recycle, reuse. Das heißt, wir wollen immer dünner gehen. So, natürlich, wenn man überlegt, wenn man ein Converter zum Beispiel ist und man überlegt noch, was wir eigentlich Metallization in-house mitbringen sollen. Die Frage ist manchmal eine ganz neue Technologie. Sie sind vielleicht ein bisschen nervös damit. Aber natürlich von unserer Seite, wir haben viele Möglichkeiten, diese Kunden weiter zu helfen, mit Training, mit Know-how, die kommen zu uns natürlich, um diese Versuche zu machen. ### Hochgeschwindigkeitsmetallisierung: Ideale Kundenprofile Und sie sehen dann die Möglichkeit, wenn man diese Metallisierungsmaschine sehr, sehr schnell fahren kann, mit 600, 800 Meter pro Minute. Wir sehen von unserer Seite, dass wir eigentlich viel, viel, viel Bank-Verpackung anbieten können. Und von unserer Seite, wir sehen immer noch einen Platz in die Zukunft vor Aluminium, so mit Aluminium-Metallisierungsmaschine, besonders mit Alox, wie schon gesagt, und vielleicht anderen transparenten Barrieren. Letzte Frage eigentlich schon auf meinem Zettel. Wer ist der ideale Kunde? Du hast es im Vorhinein schon so ein bisschen angedeutet, mit 3000 Tonnen pro Jahr. Der sollte mal drüber nachdenken. Aber was sollte ein potenzieller Kunde für diese Technologie eigentlich an Voraussetzungen mitbringen? Was ist wirklich ein Schlüsselkriterium? Ja, ja, das ist auch eine sehr gute Frage. Ich meine, von unserer Seite, wo ich einen Trend hier sehe, wir sehen eigentlich viel Interesse von Kunden, die in den Barrierebereich mehr selber bearbeiten wollen. Vielleicht sie finden sich in einer Position, wo sie nicht 100% sicher sind, es ist nicht so konkret, in welche Richtung sie gehen sollen. Das heißt, von unserer Seite, wir können so ein Gespräch und unsere Partnerschaft anfangen, also mit Versuchern, um zu schauen, wenn sie vielleicht selber Extrusion machen können, vielleicht testen mit diesen Folien. Wir können auch Hinweise geben vor Rezepten von Folien, weil natürlich eine Folie, die gut vor Barriere ist, im Allgemeinen ist vielleicht nicht so gut vor einer Metallisierung. Das ist so eine Position, wo wir uns finden, wo wir wirklich viel, viel, viel helfen können. Und unsere Position in der Markt, als Marktführer jetzt, ist basiert auf diesen Gesprächen, sicher, wo wir eigentlich diese Kunden sehr, sehr schnell mitnehmen können. An einer Position, wo sie eigentlich selber neue Innovationen auf die Markt sehr schnell bringen können. Und man sieht das in der Markt heute, wo durch unsere Partnerschaft mit verschiedenen Convertern weltweit, man sieht jetzt diese Ergebnisse schon in der Supermarkt auf die Regale. Also es wird wirklich mehr, das kann ich auch beobachten und sehe ich auch bei uns im Labor, was da so an Proben reinschneit. Jetzt fällt mir noch eine allerletzte Frage ein, aber ich möchte es gerne wissen, ist auch eine Struktur von euch sterilisiert fest? Das ist irgendwo im Moment, wo wir noch nicht erreicht haben. Also, wenn wir in diesem Bereich über Retort und so weiter, das ist für uns natürlich sehr wichtig. Und wir sind sicher, dass in der nächsten Zukunft so zu zeigen, dass wir vielleicht irgendwas auf die Markt hier auch bringen können. Aber heutzutage, wir haben nichts Konkretes, das wir eigentlich jetzt, so wie eine Barriere zum Beispiel, in diesem Bereich anbieten können. Außer wenn wir vielleicht auf unsere andere Lösungen über SiOx und so weiter reden. Ihr selber stellt auch SiOx her, also SiOx-Beschichtungsanlagen. Ja, genau, wir bieten auch SiOx an, aber unsere Plattform ist fast anders. Das ist, um eigentlich 100% klar zu sein, das steht nicht auf einer Standard-Metallisierung sozusagen, das wäre vielleicht eine andere Plattform, unsere Master-Plattform heißt das. Und das ist mit Plasma Enhanced Chemical Vapor Deposition. Das ist eine andere Art von Transparent Barrier. Und SiOx ist ein anderer Thema. Aber natürlich, wir wissen schon, SiOx ist auch eine sehr, sehr wichtige Technologie für die Zukunft. ### Siox-Anwendungen: Mehrere Möglichkeiten Aber von unserer Seite, wo wir jetzt sitzen, wir sehen mehrere Möglichkeiten, wo wir vielleicht SiOx auch benutzen können, wo vielleicht andere Kunden jetzt SiOx benutzen. Und natürlich, es gibt noch andere Applikationen, wo natürlich nur SiOx und Zutage wäre optimal. Aber wir bearbeiten uns damit. Und ja, wir haben SiOx-Maschine auf dem Markt schon. Wir haben Kunden, die unsere Siox benutzt. Und für uns, das bleibt auch eine Priorität für die Zukunft. Also ein echter Beitrag zur Nachhaltigkeit, dünnere Schichten durch Metallisierung, Aluminiumoxid und jetzt auch Siliziumoxid, fasse ich mal zusammen. Dennis, das war ein ganz hervorragendes Interview. Danke schön. Dafür gibt es noch etwas, was du an deine potenziellen Kunden in die Welt senden musst, einen Wunsch, den ihr von Bobst vielleicht auch mit Hinblick auf Nachhaltigkeit habt, was ihr euch von der Flexpack-Industrie vielleicht sogar wünschen würdet? Na, ich meine, von unserer Seite ist es eine sehr, sehr interessante Zeit, in dieser Industrie zu arbeiten. Ich meine, wir sehen wirklich viel mehr Partnerschaften, eben auch mit meiner kurzen Zeit in dieser Industrie. Also im Vergleich zu vor sechs, sieben Jahren, da gibt es so wirklich einen Wunsch, dass wir immer noch enger mit anderen Partners Kollaborationen machen können. Und für uns, wir hoffen, dass es geht natürlich viel weiter. Ich sehe von meiner Seite auch, wo wir eigentlich uns in Manchester sind, viel mehr Kollaborationen mit Brand-Owners selber. Und das ist natürlich auch interessant von unserer Seite, wie wir diese Industrie, wie wir diese Technologien eigentlich weiter nehmen können. So von meiner Seite mein Wunsch wäre, dass wir immer noch in diese Richtung gehen können. Aber wenn ich das aus einer weltweiten Perspektive nehme, ich sehe im Moment zu viele verschiedene Regulationen. Das heißt, da gibt es C-Flex, da gibt es Recyclers, da gibt es APR, da gibt es SPC. Dann reden wir hier vielleicht nur von Polymer. Und dann wir nehmen auch die Frage mit Papier. So vielleicht es wäre, hoffentlich wir erreichen bald eine Position, wo wir bessere Regulation weltweit entweder von Polymer oder von Papier haben können. Und dann wir haben eine eigene Struktur, wo wir wissen genau, wo wir gehen müssen. Aus gesetzlichen Gründen. Und dann natürlich dann das hilft mit die ganze Frage von Recyclability weltweit. Nicht nur in Westeuropa, aber auch in Afrika und Südamerika zum Beispiel. Sagt Dennis Hagge. Dankeschön nach Bobst in Manchester. Danke Karsten, danke. Und das war es schon wieder für heute. Ich hoffe, es war etwas Interessantes für Sie dabei. Und wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative mehr Flexpack wissen werden möchten, melden Sie sich gerne bei mir unter ks at innoform.eu. ### Podcast-Abschlusswort und Ausblick Und nicht vergessen, diesen Podcast zu abonnieren, wo immer Sie Podcasts hören. Tschüss, bis zum nächsten Mal. Ihr Karsten Schröder. **Kategorien:** Allgemein, Barrierefolien, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten **Schlagwörter:** bobst, Dennis_Hughill, onebarrier, Podcast --- ### [Dr. Benedikt Hauer: Barriere-Schichtdicken inline messen ](https://inno-talk.de/dr-benedikt-hauer-barriere-schichtdicken-inline-messen/) **Published:** Februar 5, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Einblick in die Forschung am Fraunhofer IPM* ***Die Qualitätskontrolle in der Verpackungsindustrie steht vor immer bedeutenderen Herausforderungen. Besonders bei extrem dünnen Beschichtungen, die etwa als Barriere gegen Feuchtigkeit oder Sauerstoff dienen, ist eine präzise Messung der Schichtdicke essenziell. Benedikt Hauer vom Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM hat dazu eine spannende Lösung entwickelt, die er im Innoform-Podcast vorgestellt hat.*** ## **Fraunhofer IPM und seine Expertise** Das Fraunhofer IPM mit Sitz in Freiburg ist eines der traditionsreichsten Fraunhofer-Institute und ist spezialisiert auf optische Messtechnik. Benedikt Hauer, Physiker mit Spezialisierung auf Nahfeld-Optik, forscht dort an neuen Technologien zur Messung von Beschichtungen im Nanometerbereich. Die enge Zusammenarbeit mit anderen Fraunhofer-Instituten, wie dem IVV in Freising, und Industriepartnern wie Plasma Electronic, zeigt, dass Innovation oft durch interdisziplinäre Kooperationen vorangetrieben wird. Gemeinsam entwickeln sie Systeme zur optischen Messung von Schichtdicken auf Verpackungsmaterialien. ## **Herausforderung: Unsichtbare Beschichtungen messen** Viele moderne Verpackungen enthalten hauchdünne Barriereschichten aus Siliziumoxid (SiOx) oder Aluminiumoxid (AlOx). Diese sind unsichtbar und gleichzeitig essenziell für die Schutzwirkung der Verpackung. Die Herausforderung: Hersteller müssen sicherstellen, dass die Beschichtung innerhalb des optimalen Bereichs liegt, ohne zu dünn oder zu dick zu sein. Bisherige Verfahren wie Röntgenfluoreszenzmessungen sind langsam und können nur stichprobenartig eingesetzt werden. Zudem gibt es bisher kaum inline-taugliche Verfahren für die prozessbegleitende Qualitätskontrolle. ## **Die optische Lösung des Fraunhofer IPM** Das Fraunhofer IPM hat einen optischen Sensor entwickelt, der die Schichtdicke auf wenige Nanometer genau messen kann. Der Ansatz basiert auf der spezifischen Absorption von Siliziumoxid und Aluminiumoxid im Infrarotbereich. Das Prinzip: Eine Lichtquelle sendet Infrarotstrahlen auf die beschichtete Folie oder das Verpackungsmaterial. Die Reflektivität der Oberfläche ändert sich je nach Schichtdicke. Durch eine Kalibrierung mit bekannten Referenzproben kann der Sensor daraus die exakte Schichtdicke ableiten. Ein entscheidender Vorteil dieser Technologie ist ihre Inline-Tauglichkeit: Der Sensor kann direkt in Produktionsanlagen integriert werden, um kontinuierlich und in Echtzeit zu messen. ## **Anwendung in der Industrie** Der erste praktische Einsatz des Sensors erfolgte in einer Beschichtungsanlage von Plasma Electronics. Hier konnte nachgewiesen werden, dass Siliziumoxid-Beschichtungen (SiOx) auf wenige Nanometer genau inline gemessen werden können. Dies ist besonders für die Folienproduktion von Interesse, bei der hohe Vorschubgeschwindigkeiten eine große Herausforderung darstellen. Laut Hauer arbeitet das Fraunhofer IPM aktuell daran, die Messrate auf mehrere Kilohertz zu erhöhen, sodass selbst hochdynamische Prozesse erfasst werden können. ## **Potenzial für die Folienindustrie** Neben der bestehenden Anwendung auf tiefgezogene Verpackungen sieht Hauer großes Potenzial für den Rolle-zu-Rolle-Prozess, der in der Herstellung flexibler Verpackungen dominiert. Ein langfristiges Ziel ist es, eine flächendeckende Kontrolle zu ermöglichen. Während aktuell noch punktuell gemessen wird, könnte durch mehrere parallel arbeitende Sensoren eine vollständige Bahnübwachung realisiert werden. ## **Wann kommt die Technologie auf den Markt?** Der Sensor für Batch-Prozesse ist bereits verfügbar und kann direkt über das Fraunhofer IPM bezogen werden. Für Rolle-zu-Rolle-Anlagen befindet sich die Entwicklung noch in der Optimierungsphase. Herausforderungen wie die mechanische Bewegung des Materials („Bahnflattern“) und die Langzeitstabilität der Sensoren im Produktionsumfeld müssen noch gelöst werden. Das Fraunhofer IPM bietet jedoch bereits Machbarkeitsstudien für interessierte Unternehmen an. Wer die Technologie testen möchte, kann Proben zur Analyse einsenden und erste Machbarkeitsprüfungen durchführen lassen. ## **Fazit** Die Inline-Messtechnik des Fraunhofer IPM könnte die Qualitätskontrolle in der Verpackungsindustrie revolutionieren. Besonders in Zeiten steigender Anforderungen an Recyclingfähigkeit und Ressourcenoptimierung sind präzise, prozessbegleitende Messungen unverzichtbar. Interessierte Unternehmen haben die Möglichkeit, die Technologie frühzeitig zu testen und in ihre Produktion zu integrieren. Wer sich näher informieren möchte, hat dazu Gelegenheit auf dem Expertentreff Barrierefolien in Würzburg, wo Benedikt Hauer einen Vortrag zu diesem spannenden Thema halten wird. Jetzt reinhören ## Keine Folge mehr verpassen! Abonniere jetzt deinen Lieblings-Podcast auf deiner Lieblings-Plattform und genieße neue Episoden automatisch. [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) Linkliste: F. Münch, et al., Proc. SPIE 129970Q (Juni 2024); doi: 10.1117/12.3016437 B. Hauer “Plasma-Beschichtungen zerstörungsfrei und in Produktionsgeschwindigkeit prüfen”, Inspect – world of vision 4/2024, S. 62-63 ### Verwandte Episoden - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) - [ReferentInnen zu Barriere-Verbundfolien gesucht](https://inno-talk.de/referenten-zu-barriere-verbundfolien-gesucht/) - [Barriere-Verbundfolien – Der Expertentreff 2025](https://inno-talk.de/barriere-verbundfolien-der-expertentreff-2025/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Herzlich willkommen wieder im Innoform Podcast zum Inno-Talk. Heute spreche ich mit Dr. Benedikt Hauer vom Fraunhofer IPM in Freiburg. Er entwickelt einen Sensor zur Schichtdickenmessung der dünnsten Schichten, die wir im Folienbereich einsetzen, nämlich Barriereschichten aus SiOX oder Aluminiumoxid AlOX. Er ist in der Lage, diese im Prozess zu messen. Die erste Anwendung ist serienreif bei einem Thermoform-Becher. Wir werden aber auch darüber sprechen, wann das für Folienverpackungen anwendbar ist, warum er in Würzburg im Sommer sprechen wird und was er noch von uns braucht, damit das Ganze möglichst schnell zur Prozessverbesserung von Folienverpackungen beiträgt. Freuen Sie sich auf diese kurzweilige Episode mit Benedikt Hauer. Herzlich willkommen im Innoform Podcast, Benedikt Hauer vom Fraunhofer IPM. Ja, danke, dass ich hier sein darf. Ich bin sehr gespannt. Ist für mich so ein bisschen eine Premiere. Wir haben im kurzen Vorgespräch eben schon gesagt, Sie sind der erste Gast, den ich persönlich noch nie gesehen habe in unserem Podcast. Normalerweise habe ich immer alte Hasen, mit denen ich schon lange auf der Flexpack-Reise bin im Gespräch. Aber das macht mir umso mehr Spaß. Aber umso wichtiger ist auch, dass Sie uns ein bisschen mehr über sich erzählen. Erste Frage. Fraunhofer IPM. Was heißt das IPM? IPM steht für Institut für Physikalische Messtechnik. Ist eigentlich eines der besonders alten Fraunhofer Institute. Deswegen haben wir einen relativ generischen Namen. Die meisten Anwendungen aus unserem Institut betreffen eigentlich optische Messtechnik. Wir werden ja gleich tief einsteigen in Messtechnik nochmal. Sie haben da was ganz Tolles in der Entwicklung, was auch für die Flexpack-Industrie von Interesse ist. Und das gucken wir uns gleich an. Das Fraunhofer IPM. Sie sitzen in Freiburg, haben Sie mir verraten. Immer schönes Wetter da. Was machen Sie, wenn Sie nicht gerade im Fraunhofer Institut unterwegs sind? Ich bin tatsächlich sehr gerne draußen unterwegs. Ich fahre viel Fahrrad, sowohl Rennrad als auch Mountainbike. ### Fraunhofer IPM und persönliche Leidenschaft Auch Kajak, Wildwassersport bin ich sehr viel zu haben. Ja, wir haben den Schwarzwald, das Mittelgebirge direkt hier, auch die Schweiz und Frankreich. Ich bin gerne draußen unterwegs, sowohl mit Freunden, aber auch mit meinen Kindern. Ich habe zwei Kindergartenkinder. Hochspannend. Ich habe drei Kinder. Ich bin auch gerne draußen, bin auch schon ein bisschen älter. Vielleicht kommt bei Ihnen ja noch was. Und mein Hobby ist tatsächlich das Windsurfen und Kitesurfen. Ich lebe ja hier in Südspanien meistens und bin da nah am Strand. Und das ist eigentlich so ein Lebenstraum, den ich mir verwirklicht habe. Aber Freiburg kann ich mir auch gut vorstellen. Habe ich Freunde, bin ich gelegentlich, finde ich richtig schön die Ecke. Wunderbar. Können Sie uns mal ganz kurz erzählen, wie kommen Sie zum Fraunhofer IPM? Was muss man vorher gemacht haben, um forschen zu dürfen? Ich selbst bin Physiker. Ich habe an der TU München studiert und auch in Physik promoviert. Das war an der RWTH Aachen. Ganz allgemein, um am Fraunhofer IPM zu forschen, muss man nicht unbedingt Physiker sein. Wir sind sehr vielfältig aufgestellt. Wir haben viele Informatiker bei uns. Wir haben Elektronikentwickler, Hardware-Entwickler. Ich selbst komme tatsächlich aus dem Bereich Optik, konkret aus der Nahfeld-Optik. Das ist der Bereich, in dem ich meine Doktorarbeit gemacht habe. Das hat sehr gut zusammengepasst mit den Aufgaben, die mich jetzt hier begleiten. Es ist ja wirklich spannend. Bei Fraunhofer gibt es ja viele verschiedene Gesellschaften. Wir haben oft zu tun mit dem IVV in Freising, die sich mit Verpackungen im Speziellen beschäftigen. Ich glaube, zu denen gibt es einen Kontakt. Sie arbeiten sicher auch nicht unter Fraunhofer institutsweit, oder? Sicher. ### Fraunhofer-Kooperationen und Forschungsaustausch Wir haben einen intensiven Austausch. Wir haben auch sogenannte interne Projekte, in denen wir zusammenarbeiten und unsere jeweiligen Kompetenzen bündeln. Tatsächlich arbeiten wir zurzeit mit dem IVV auch zusammen in einem Bereich, der Verpackungsfolien betrifft. Da ist es das IVV, das sich mit Beschichtungen beschäftigt, und wir mit Beschichtungsinspektionen. Das ist durchaus keine Seltenheit, dass Fraunhofer-Institute untereinander kooperieren. Haben Sie sonst noch eine Verbindung zu Verpackungen, speziell vielleicht sogar zu Folien oder Papieren oder so etwas? Sie meinen jetzt außerhalb von meinen Arbeitsprojekten. Sowohl als auch? Wir arbeiten in letzter Zeit intensiver mit Verpackungsproduzenten oder Beschichtungsanlagenherstellern. Da ist ganz besonders die Firma Plasma Electronic zu nennen. Plasma Electronic ist ziemlich hier um die Ecke. Die haben ihren Sitz in Müllheim, nicht weit von Freiburg. Wir stellen natürlich keine Folien her, sondern Einzelprodukte, also Anlagen für Beschichtungsproduktion. Bei denen haben wir tatsächlich unsere ersten Beschichtungssensoren in der Anlage untergebracht und da hat eigentlich alles angefangen. Sie sind bei Plasma Electronics unterwegs. Was sind da im Moment Ihre Aufgaben, wenn Sie mit Messtechnik dort kooperieren? Was machen Sie da? Plasma Electronics beschichtet ja, so viel ich weiß, Siliziumoxid auf tiefgezogenen Behältern beispielsweise. Kann ich mir vorstellen, dass man da eine Schichtdicke messen kann und soll, aber die Schichten sind ja ultradünn. Was machen Sie da genau? Was ist Ihr Part? Man kann diese Schichten tatsächlich messen und man kann Fenster definieren, ab welcher Schichtdicke die Beschichtung gut ist. Drunter ist zu wenig, drüber wird sie vielleicht nicht stabil genug halten. Diese Prozessfenster können wir optisch nachweisen. Wir können in der Tat auf wenige Nanometer genau eine Siliziumoxidbeschichtung auf solchen tiefgezogenen Bechern messen. Das geht auch für Aluminiumoxid, was dort auch gemacht wird. Sowohl Siliziumoxid als auch Aluminiumoxid. Es kommt ein Stück weit auf das Substrat an. Sie haben tiefgezogene Verpackungselemente angesprochen, da funktioniert das sehr gut. Für Schichten kann man im Endeffekt natürlich vieles. Das geht von Elastomeren über Metalle, auch Glasoberflächen. Gut unsere Kontraste sind, hängt immer vom Substrat ab. ### Polymere unter 10 Nanometer messen Aber für die gängigen Polymere funktioniert die Messung sehr gut, auch im Bereich unter 10 Nanometer, teilweise auf einstellige Nanometerbereiche. Unheimlich spannend sind ja transparente Schichten. Das macht Sie ja aus. Das ist ja gerade das Besondere. Gehen wir gleich noch mal in die Tiefe. Es wird immer wieder so der Standort Deutschland als forschungsfremd. Wir machen zu wenig Patente, wir können keine Innovationen umsetzen. Wie kommt man denn zu solch einem speziellen Forschungsgebiet, wie Sie es jetzt gerade schon grob skizziert haben, überhaupt als Fraunhofer? Hat da einer eine Idee und fängt einfach mal an oder wie kommt man eigentlich zu so einem Projekt? Eigentlich eher umgekehrt. Es ist häufig so, dass die Aufgabe oder das Gebiet uns sucht und nicht wir die Aufgabe. In einem konkreten Fall war es eine Kundenanfrage, die eben genau mit dieser Aufgabe zu uns kam. Wir haben hier eine Barrierschicht, die ist unsichtbar. Wir wollen die aber im Prozess prüfen, nicht irgendwie im Nachgang. Habt ihr irgendeine Idee? Und so haben wir angefangen, relativ klein mit einer Studie. Wir haben unsere optische Messtechnik darauf losgelassen, Laborspektrometer, was man so im Labor stehen hat. Und wir haben Kontraste gefunden. Und dann ist die große Frage, wie kann ich die nutzen, um eine prozesstaugliche Messtechnik daraus zu entwickeln? Das war tatsächlich eine Entwicklung über mehrere Jahre. Eine, die mich persönlich auch sehr interessiert hat, weil Dünnschichtsysteme oder die Kombination aus Optik und die Interaktion mit Dünnschichtsystemen ist was, mit dem ich mich eigentlich schon lange beschäftige. Da kam das unmittelbar zur Anwendung, die ganzen Materialeigenschaften, im Fall von Siliziumoxid, dem Substratmaterial, also dem Polymer drunter. Die Kontraste, die das optisch generieren kann, da haben wir also eigentlich Sachen zusammengefunden, die man sich so nicht vorher hätte ausdenken können. Das ist die Anfrage, die uns dazu geführt hat. Und das ist eben auch für uns als Flexpack-Industrie hochspannend, weil wir so ein bisschen auf diese anorganischen Barrierschichten wie Siliziumoxid und Aluminiumoxid auch setzen, weil die im Recycling sich zum Beispiel besonders günstig verhalten, weil diese Ressourcen schon sind logischerweise und hervorragende Barrieverbesserungen erzeugen. Wie kann ich mir denn so eine Entwicklungsarbeit bei Ihnen im Institut eigentlich vorstellen? Sitzen Sie am PC und modellieren alles theoretisch? Haben Sie Labore? Wie geht das? Wir haben Labore. Wir haben in den Laboren auch typische Messtechnik, die man sich in Optiklaboren vorstellen könnte. Das sind Mikroskope, das sind Spektrometer über den gesamten Spektralbereich vom Ultravioletten bis weit ins Infrarote hinein. ### Messtechnik-Vereinfachung für Praxiseinsatz Das sind auch Kamerasysteme, Fluoreszenzmesssysteme. Die ganze Gerätschaft ist da. Im Endeffekt ist es dann allerdings so, sobald ich mit irgendeinem Laborgerät – ich nenne es Kontrast – gefunden habe, ist die Frage, wie kann ich das runterkochen auf die Essenz und so robust machen, dass es in der industriellen Umgebung funktioniert. Häufig will man kein ganzes Spektrum haben, sondern möchte nur an einer bestimmten Stelle messen können. Dafür muss man den Messkopf aus physischer Sicht vielleicht erheblich vereinfachen. Aus Ingenieursicht muss man einige Anstrengungen machen, um ihn ebenso robust zu machen, dass er in einem Dreischicht-Betrieb funktionieren kann, dass er keine Ausfälle zeigt. Und ich habe es eingangs schon gesagt, dazu ist es so gut, dass wir eigentlich sehr, sehr interdisziplinär aufgestellt sind. Dass nicht nur ein Wissenschaftler versucht, das Problem zu lösen, sondern dass auch unsere Ingenieure das lösen. Und im Endeffekt entwickeln wir einen Sensor, der besteht aus der kompletten Hardware, aus der Datenverarbeitung, in die sicherlich viel Wissenschaft mit eingeht, aber die auch bis dahin führt, dass man die Schnittstellen, die Anlagenschnittstellen bereitstellt. Also das Stichwort Industrie 4.0, die ganzen gängigen Schnittstellen, um ein Sensor letztlich mit einer SPS zu verheiraten. Das kann nicht eine Person, dazu haben wir unser Team. Hochspannend, also eine richtige Teamarbeit, getrieben diesmal sogar von der Industrie oder angefragt von der Industrie. Sie werden ja, und so haben wir uns kennengelernt, in Würzburg im Sommer Anfang Juli sprechen, beim Expertentreff Barrierefolien in dem Fall. Und Ihr Titel ist „Messtechnische Anforderungen für die Inline-Qualitätskontrolle von Barriereschichten auf Polymersubstraten“. Ein komplizierter, sperriger Titel, der aber genau das beschreibt, was Sie eigentlich auch tun und können. Nämlich Aluminiumoxid, beim Namen genannt, und Siliziumoxid im Prozess zu analysieren. Worum wird es bei diesem Vortrag gehen? Können Sie schon ein bisschen was anteasern? Ja, natürlich. Ich werde gerne zunächst das Messprinzip an sich vorstellen, also von den Grundlagen auf. Wird dann aber relativ schnell zu einer konkreten Anwendung kommen. Und das ist die Anlage bei Plasma-Elektronik, auf die ich auch, über die ich da auch offen sprechen kann. Wo wir eben Sensoren so verbaut haben, dass sie dort im Produktionstakt auf Nanometergenau Siliziumoxidbeschichtungen in dem Fall nachmessen. Ich werde zeigen, wie wir das integriert haben. Ich werde auch zeigen, wie die Daten dort weiterverarbeitet werden und letztlich zu einer Prozesskontrolle genutzt werden können. Sodass sichergestellt werden kann, dass jedes einzelne Produkt am Ende auch die gewünschte Beschichtung, oder die gewünschte Beschichtungsdicke, muss man besser sagen, hat. Und damit die Qualitätsanforderungen an das Produkt erfüllt. Hochspannend, freue ich mich jetzt schon darauf. Das ist ja die hohe Schule der Prozessingenieurstechnik, dass man quasi Regelkreise schließt, mit Messtechnik quasi direkt in die Produktion und auch rückspeist und Einfluss nimmt auf Regelgrößen, die eben dann die Qualität sichern. Wo werden solche Messungen überhaupt sonst noch benötigt? Wenn wir jetzt mal weggehen von Plasma-Elektronik, wo es ja ein sehr spezieller Fall ist, können Sie sich vorstellen, dass das noch woanders eine Rolle spielt? Ich hoffe sehr, dass wir auch in den Bereich der Folienproduktion kommen damit. ### Rolle-zu-Rolle Folienbeschichtung inline messen Folienproduktion, das heißt Rolle-zu-Rolle-Prozesse, sehr schneller Vorschub von der Folie, ich nenne es immer das Substrat, und eine ganz andere Umgebung. Wir müssen dort dann direkt im Vakuum messen. Wir müssen mit der Bewegung von dem ganzen System umgehen können, also das Bannflattern insbesondere. Das sind Themen, an denen wir momentan aktiv arbeiten und wo ich auch sehr guter Dinge bin, dass wir da vielleicht schon bis zu dem Vortrag Ergebnisse erzielen können. Es ist aber anspruchsvoll. Aber es ist unser erklärtes Ziel, definitiv in Folienbeschichtungsanlagen solche Schichten zu messen, weil auch dort – es gibt alternative Ansätze natürlich, es gibt auch irgendwelche Fluoreszenzmessungen, aber ein leicht zu vervielfältigender, relativ kompakter, auch wirtschaftlich aufbaubarer Sensor, der noch dazu schnell ist, würde schon eine Lücke schließen. Das ist, was ich zumindest von Interessenten aus dem Gebiet höre. Also ja, wir wollen vor allem in den Rolle-zu-Rolle-Bereich kommen. Ansonsten kann man sagen, Dünnschichten werden an vielen Stellen verwendet. Da ist die ganze Glasindustrie, die Halbleiterindustrie, die allerdings haben Messtechnik, die ganz anders funktioniert als unsere. Da sehe ich nicht wirklich unsere Chance, da reinzukommen, und auch keinen echten Bedarf. Jetzt interessiert unsere Zuhörer natürlich, wie machen Sie es denn jetzt genau? Können Sie uns das so grob skizzieren, dass wir so ein bisschen Anhaltspunkt kriegen, wie das vom Prinzip her überhaupt funktioniert? Wir müssen uns jetzt so vorstellen, wir sind eigentlich Flexpacker. Das heißt, wir kriegen eigentlich eine fertige Folie. Ein paar, die zuhören, werden auch selber solche Folien machen wollen. Ich habe gerade einen Podcast aufgenommen mit der Firma Bobs, die da sehr aktiv ist, mit Aluminiumoxid-, Siliziumoxidbeschichtung. One Barrier haben wir jetzt schon eine zweite Aufnahme gemacht, ist gerade veröffentlicht, verlinkt bei den Show Notes. Also die werden ihre Geräte kaufen, aber die wollen natürlich auch verstehen, wie geht das überhaupt? Wie groß ist der Aufwand? Was ist das für eine Technik? Ist das gefährlich mit Strahlen oder so? Wie geht das? Die beiden genannten Materialien, Siliziumoxid und Aluminiumoxid, haben eine sehr prominente Absorption irgendwo im Infrarotbereich. Das heißt, irgendwo bei 10 Mikrometern Wellenlänge – das ist sehr langweilig, eigentlich eher bekannt als Wärmestrahlung – ist völlig ein ungefährlicher Strahlungsbereich in dem Anhalts. Diese Bande sorgt dafür, dass die Beschichtung das Licht anders reflektiert, als wenn sie nicht da wäre. Sie ändert die Reflektivität letztlich oder auch die Absorption von einem Gesamtsystem. Auch wenn die Schicht nur wenige Nanometer dünn ist, das sieht man eben in diesem Spektralbereich. Sowas kann man mit einem Laborspektrometer, mit einem Infrarotspektrometer sehen, aber das ist natürlich, wie schon gesagt, nicht unser Ziel, es damit zu messen, sondern wir verwenden letztlich einen wirklich kompakten Sensor, der aus Komponenten besteht – einer thermischen Lichtquelle und einem Infrarotdetektor –, der auf dieser Absorptionsbande die Reflektivität erfasst. Sie gucken auf die Oberfläche und gucken nicht durch, sondern sie gucken auf die Oberfläche? Wir schauen auf die Oberfläche. Das hat den Grund, dass man ja häufig mit unterschiedlichen Materialdicken, also unterschiedlichen Foliendicken, arbeiten muss. Für dünne Folien, ich sage mal, im Bereich die typischen 12 Mikrometer und unter 20 Mikrometer Folienstärke, kommt man schon durch, wenn man es aber mit dickeren Materialien zu tun hat, Richtung 100 Mikrometer oder eben tiefgezogene Teile, die dicker sind, dann kommt man mit dem Infrarotlicht durch das Polymer nicht durch. ### Reflexionsmessung und Kalibrierverfahren Deswegen messen wir in Reflexion. Jetzt ist es eine relativ lange Wellenlänge, hatten Sie auch selber gesagt. Wie kriegen Sie denn jetzt einen Bezug zur Schichtdicke hin? Oder ist das einfach nur eine Kontrolle, ist da oder ist nicht da? Es erfordert eine Kalibrierung. Wir brauchen quasi eine Nullprobe, eine unbeschichtete, und wir brauchen eine, von der wir annehmen, dass sie die korrekte Beschichtung hat, beispielsweise 30 Nanometer. Dazwischen verhält sich sowohl typischerweise die Beschichtungsdicke mit der Beschichtungsdauer, als auch unser optisches Signal, die Reflektivität, sehr linear. Das heißt, wir haben einfach eine Ausgleichsgerade, die einmal gefittet werden muss, dann aber sozusagen als Rezept hinterlegt werden kann. Und so kennt man, anhand von unserem, ja, unser optisches Signal entspricht einer bestimmten Schichtdicke. Wie groß ist denn so ungefähr die Genauigkeit? Haben Sie da schon Anhaltswerte? Die einfache Antwort ist, es kommt drauf an. Die etwas kompliziertere ist die für die Tiefziehbauteile, die ich genannt habe. Und das Material Siliziumoxid, kommen wir auf eine Genauigkeit von etwa einem Nanometer mit zwei Sigma, also zwei Standardabweichungen. Das ist der beste Fall. Je dünner das Substrat wird, desto größer wird der Fehler. Ich würde sagen, für die meisten Folien kommt man auf eher so was wie fünf Nanometer. Tendenziell ist die Genauigkeit für Siliziumoxid besser als die für Aluminiumoxid. Im Detail muss man es sich meistens anschauen. Und auch das muss man der Veränderlichkeit dazu sagen. Die Kalibrierung, die ich eben erwähnt habe, diese Kalibrierung muss man für jedes Substratmaterial separat machen. Das heißt, ein anderes Polymer gibt eine andere Kalibriergerade. Spielt da die Dickentoleranz der Basisfolie, worauf diese Vakuumbeschichtung aufgetragen wird, auch eine Rolle? Oder ist das unabhängig davon, wird das rausgerechnet? Die absolute Dicke spielt eine Rolle. Wir haben eine ganz gute Toleranz gegenüber den industrietypischen Abweichungen. So eine Folie ist ja nicht exakt 12 Mikrometer dick, sondern das variiert. Da haben wir sehr viel Mühe reingesteckt, dagegen eine gewisse Toleranz aufzubauen. Das ist auch ein wesentlicher Aspekt. Wir haben unser Sensorprinzip zum Patent angemeldet. Und das betrifft genau diese Toleranz gegenüber praxisgerechten Abweichungen von der Substratdicke. Kann man sich auch vorstellen, dass man so heute, wie man auch mit Kamerasystemen ganze Bahnen zu 100 Prozent abscannt? ### Hochfrequente punktuelle Messung entwickeln Wäre das mit Ihrer Methode langfristig auch denkbar oder machen Sie immer nur punktuelle Messungen? Es sind punktuelle Messungen. Wir messen aktuell mit einer Messrate von 5 Hertz. 5 Messungen pro Sekunde. Wir arbeiten an einer Lösung, auch mit einem Partnerinstitut zusammen, in den hohen Kilohertzbereich zu kommen. Das ist tatsächlich eine ganz andere Lichtquelle, die wir dafür einsetzen werden. Mit der man dann eine deutlich höhere Auflösung in Vorschubrichtung kriegt. Quasi Auflösung in die Breite wollen wir dadurch lösen, dass wir unseren Sensor vervielfältigen. Was aufgrund der relativ einfachen Komponenten absolut darstellbar ist. Mein Verständnis von diesen Anlagen ist durchaus auch, dass es natürlich auch Varianten in der Breite gibt. Aber das findet alles nicht auf Millimeterskalen statt, sondern eben entsprechend der Beschichtungssysteme auf einer relativ großen Skala. Sodass man z. B. alle 10 cm einen Sensorkopf in der Breite positionieren könnte. Und dann frei ist, was die Bahnbreite angeht. Siliziumoxid, Aluminiumoxid, die transparenten Schichten, habe ich verstanden. Ginge das auch für Aluminiumbedampfungen, die typische Chipstüte z.B.? Man müsste den Sensor anders konfigurieren, was seine Wellenlängen angeht. Es geht dann für dünne Schichten, solange das Aluminium teilweise noch transparent ist. Sobald das nicht mehr der Fall ist, haben wir mit unseren optischen Wellenlängen da leider keine Chance mehr. Wir setzen ja schon seit 40 Jahren solche Beschichtungen im Flexpack-Bereich ein. Die Qualitätskontrolle war mäßig. In den Anfangsjahren kann ich aus eigener Erfahrung sagen, ich habe mich da selber ein paar Jahre mit beschäftigt. Wir hatten auch immer wieder Aussetzer in den Beschichtungen. Das waren so die Kinderkrankheiten vor 40 Jahren. Ist das auch ein Thema, was Sie mit Ihrer Messtechnik covern können? Da müssten Sie ja dann flächig messen. Da haben Sie gesagt, grundsätzlich wäre das denkbar. Glauben Sie wirklich, dass Sie Richtung 100%-Kontrolle kommen? Oder wird es nach wie vor ein Stichprobenverfahren bleiben? Es soll Richtung 100%-Kontrolle gehen. Es soll genau darum gehen, dass man Fehler im Prozess unmittelbar erkennt. Und nicht erst im Nachgang, nicht erst, wenn die Rolle mal abgewickelt und umgeschnitten zu werden muss. ### Alternative Röntgenfluoreszenz-Messgeräte Allerdings muss man eben sagen, die Auflösung ist momentan eher im Zentimeterbereich und perspektivisch vielleicht etwas besser. Aber Sie werden da jetzt kein Bild von erwarten können wie von einem Kamerasystem. Das ist verständlich. Heute wird ja schon produziert. Wie wird das heute gemacht? Können Sie uns das auch verraten? Es gibt eben diese Röntgenfluoreszenz-Messgeräte, die dann auch nur an bestimmten Positionen messen. Oder nicht nur auch, sondern eigentlich noch deutlich langsamer sind als unser System. Aber ein gewisses Maß an Prozesskontrolle zulassen, wenn sie dann eingesetzt werden. Meine Vermutung ist, dass sehr viel überhaupt nicht getestet wird bzw. nicht im Prozess getestet wird. Es kann natürlich nachträglich stichprobenartig Laboranalytik betrieben werden. Es können die Fusionsraten bestimmt werden. Das ist die direkte Messung der Barriere. Es können auch optische Messungen durchgeführt werden, beispielsweise durch Ellipsometrie. Aber das sind keine inline-tauglichen Verfahren. Es besteht durchaus ein Bedarf für Prozesskontrolle. Da sind wir uns bewusst und da wollen wir dann eben auch hin. Hört sich schon ziemlich serienreif an, aber gestatten Sie mir eine Frage. Welche Herausforderungen sehen Sie denn noch für die Umsetzung jetzt im Folienbereich? Was müssen Sie noch lösen? Was gibt es noch für Juckepunkte, die noch anstehen, die noch ein bisschen problematisch erscheinen im Moment? Wir haben unseren Sensor so konstruiert, dass er vakuumtauglich ist. Das heißt, ins Vakuum trauen wir uns damit. Trotzdem haben wir momentan noch das Thema, dass das Signal-zu-Rausch-Verhältnis, um es technisch zu sagen, zunimmt, sobald sich das Material bewegt. Das ist eben der Unterschied zwischen Batchprozess und Rolle-zu-Rolle-Prozess. Wir haben eine gute Idee dafür, woran das liegt und das Problem ist lösbar. Aber ja, wir müssen mit dem Band flattern umgehen, wir müssen mit der ganzen Bewegung im System umgehen. Da ist noch auf unserer Seite etwas Arbeit zu machen. Ein anderes Thema im Langzeitbetrieb ist auch, dass die Sensoren natürlich sauber gehalten werden müssen. Das ist auch machbar durch letztlich eine Art Opfergläser, die vorne vor den Sensor gebracht werden müssen. Aber da fehlt es noch ein bisschen an Erfahrungswerten. ### Sensorik im Dauerbetrieb und Serienreife Wie lange die betrieben werden können, wie da dann die Handlungsanweisungen sind, dass die Sensorik auch in Dauerbetrieb oder auch nach Wochen von Betrieb die gleichen Ergebnisse liefert wie zu Beginn. Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg, aber wir sind noch nicht da. Hört sich für mich als Ingenieur erstmal alles lösbar an. Sie haben das auch so ein bisschen durchblicken lassen, dass Sie da auch ganz zuversichtlich sind. Wann kann denn so eine Messtechnik jetzt in Serie gehen? Wann kann bei OPPs, bei Ihnen, die in echten Maschinen die neuesten ersten Messgeräte bestellen? Oder wo auch immer kann sie die bestellen. Wer macht die überhaupt? Für Batchanlagen kann man die im Prinzip bei uns bestellen. Zu Rolleranlagen arbeiten wir dran. Momentan ist es so, wir führen gerne zunächst eine Machbarkeitsstudie für das konkrete System durch. Dazu bauen wir zum Beispiel einen unserer Sensoren in der Anlage ein, testen das und anschließend bieten auch wir als Fraunhofer EPM den Sensor als integriertes Bauteil an. Das sind individuelle Anfertigungen letztlich, aber wir treten dort auf, indem wir den ausliefern mit CE, mit Gewährleistung. Wir stehen auch auf der Matte, wenn was nicht so tut, wie es soll. Das ist der Arbeitspunkt, den wir momentan anbieten. Auf einer längeren Zeitskala können wir uns durchaus auch vorstellen, die Technologie zu lizenzieren. Die ersten Sensoren würden wir aber selbst bauen und auch in die Anlage einbauen. Sie haben also selber auch die Möglichkeit, kleine Produktionen zu machen im Fraunhofer. Diese Sensoren sind ja jetzt keine Gerätschaften, die jetzt riesengroß sind, aber doch muss exakt gearbeitet werden. Man braucht ja auch ein bisschen Produktions-Know-How und Technik, aber sowas können Sie, oder? Sowas können wir definitiv. Wir haben unsere Werkstätten dafür. Wir können diese Sensoren fertigen, aufbauen, wie gesagt, mit aller Dokumentation dann auch liefern und Gewährleistung dafür bieten. Das macht Sinn für relativ geringe Stückzahlen und solange sehr individuelle Anpassungen nötig sind. Ich habe eingangs die ganzen Schnittstellen erwähnt, die ja durchaus individuell sind. Von Anlage zu Anlage sich sehr stark unterscheiden. Das ist auch der Punkt, der für uns, nachdem die Sensorik steht, eigentlich der größte Aufwand ist. Natürlich, wir werden bei uns keine Serienfertigung von Tausenden identischer Sensoren machen. Das ist nicht der Arbeitspunkt von einem Fraunhofer-Institut. Dafür würden wir dann ein Lizenzmodell anstreben. Wollte ich gerade sagen. Spinoffs, gibt es das auch schon bei Ihnen am Institut? ### Ausgründungen aus Fraunhofer-Instituten Ich weiß von Fraunhofer gibt es das hier und da mal in Freising und auch Dresden habe ich sowas gesehen. Machen Sie das auch? Gibt es das bei Ihnen? Gehört absolut zum Fraunhofer-Modell. Gibt es auch an unserem Institut. Gerade in einem anderen Themenbereich findet gerade eine Ausgründung auch bei uns am IPM statt. So ein Thema muss noch etwas wachsen. Das lässt sich jetzt hier noch nicht absehen. Kann ich mir vorstellen. Zum Schluss eines Podcasts frage ich immer noch mal spontan: Was wünschen Sie sich denn vom Auditorium, von den Zuhörern dieser Episode? Wer soll Sie anrufen? Wer soll bei Ihnen so einen Teil mal testen? Was ist die Zielgruppe vielleicht und mit wem möchten Sie in Kontakt kommen? An sich ist jeder, der sich für die Sensorik interessiert, auch für uns interessant. Das kann sowohl ein Anlagenhersteller sein als auch ein Folienhersteller. Auch ein Verpacker. Wir arbeiten gerne mit jedem zusammen in diesem Bereich. Ganz klar, wir sehen es als Chance unseren Sensor wo zu testen. Wenn jemand mit uns in Kontakt kommen mag und uns Proben zuschicken möchte, die wir zunächst mal außerhalb von einer Anlage vermessen, um zum Beispiel dafür die erreichbare Genauigkeit feststellen zu können. Das machen wir gerne. Und genau diese Kontakte suche ich. Prima, danach kann eigentlich nichts mehr kommen. Sie werden genug Kontakte in Würzburg finden. Das garantiere ich. Alleine schon die Referentenliste. Es sind einige dabei, die sicherlich Interesse an Ihren Sensoren haben werden. Ich gucke mal in Richtung Amco und so weiter, die ja selber solche Beschichtung machen. Burbs wird da sein. Also von daher glaube ich wird das eine runde Sache. Herzlichen Dank für dieses fantastische Interview. Und viel Erfolg für Ihre Entwicklung. ### Innoform Podcast und Community-Beteiligung Vielen Dank. Ich freue mich auf die Veranstaltung. Das war eine weitere Episode vom Inno-Talk Podcast für mehr Flexpack-Wissen. Mein Name ist Karsten Schröder. Und wenn Sie auch einmal einen Teil dieser Initiative werden wollen, melden Sie sich gerne bei mir unter ks at innoform.eu. Abonnieren Sie uns, wo immer Sie Podcasts hören und empfehlen Sie uns weiter. Tschüss, bis zum nächsten Mal. **Kategorien:** Allgemein, Barrierefolien, Folienprüfung & Analytik, Lebensmittelverpackung --- ### [Recycling und Nachhaltigkeit bei dm Drogeriemarkt](https://inno-talk.de/recycling-und-nachhaltigkeit-bei-dm-drogeriemarkt/) **Published:** Februar 24, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **Ein Gespräch mit Dagmar Glatz** In unserer neuesten Podcast-Episode hatten wir das Vergnügen, Dagmar Glatz von dm Drogeriemarkt zu begrüßen. Dagmar ist Verpackungsexpertin und teilt ihre wertvollen Einblicke in die Welt des Recyclings und der nachhaltigen Verpackungen bei dm. **Einführung in die Welt der nachhaltigen Verpackungen** Dagmar Glatz begann ihre Karriere in der Kunststofftechnik und hat sich seitdem auf die Entwicklung nachhaltiger Verpackungslösungen spezialisiert. Bei dm ist sie seit 2018 tätig und arbeitet intensiv an der Weiterentwicklung der dm-Markenverpackungen sowie an Projekten wie dem Forum Rezyklat. **Herausforderungen und Erfolge im Recycling** Ein zentrales Thema unseres Gesprächs war die Recyclingfähigkeit von Verpackungen. Dagmar erläuterte, warum einige Produktverpackungen im Durchschnitt bereits 40 % Rezyklat enthalten, während es bei flexiblen Verpackungen noch Herausforderungen gibt. Besonders die Druckfarbe stellt ein Problem dar, und Dagmar betonte die Bedeutung von Kooperationen und Innovationen in diesem Bereich. **Persönliches Engagement und Motivation** Dagmar Glatz ist nicht nur beruflich, sondern auch privat stark engagiert. Sie erzählte uns von ihrer Motivation, die Welt für zukünftige Generationen zu einem besseren Ort zu machen. Ihre Leidenschaft für Nachhaltigkeit spiegelt sich in ihrer Arbeit und ihrem Engagement in der solidarischen Landwirtschaft wider. **Die Rolle von dm in der Gesellschaft** dm Drogeriemarkt hat sich als Unternehmen fest in der Mitte der Gesellschaft positioniert. Dagmar sprach über die Firmenkultur und das Engagement von dm, insbesondere im Bereich der Demokratie und der Umweltlastenkalkulation. Sie betonte, dass dm stets bestrebt ist, einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft auszuüben. **Zukunftsperspektiven und Innovationen** Zum Abschluss unseres Gesprächs warfen wir einen Blick in die Zukunft. Dagmar Glatz sprach über neue Materialien und Technologien, die das Potenzial haben, die Verpackungsindustrie zu revolutionieren. Besonders interessant fand sie das Thema CO2-Recycling und die Möglichkeit, aus recyceltem CO2 neue Kunststoffe herzustellen. Hören Sie jetzt rein und abonnieren Sie den Innoform Podcast auf der Plattform Ihrer Wahl! ## Keine Folge mehr verpassen! Abonniere jetzt deinen Lieblings-Podcast auf deiner Lieblings-Plattform und genieße neue Episoden automatisch. [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) ### Verwandte Episoden - [Was haben Druckfarben mit Nachhaltigkeit zu tun?](https://inno-talk.de/was-haben-druckfarben-mit-nachhaltigkeit-zu-tun/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Sabrina Schmidt vom IÖW spricht über die Bewertung der Nachhaltigkeit von Verpackungen](https://inno-talk.de/sabrina-schmidt-sprich-ueber-bewertung-der-nachhaltigkeit-von-verpckungen/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Heute freue ich mich auf Dagmar Glatz von dm Drogeriemarkt. Wir sprechen über Recycling-Fähigkeit von den Verpackungen bei dm, insbesondere im Kunststoffbereich. Machen einen kleinen Exkurs zu faserbasierten Kunststoffen, sprechen über das Forum Rezyklat und tangieren natürlich auch COSPATOX und andere Vorgaben für rezyklierte Kunststoffe. Wir reden darüber, warum bei manchen Produkten schon 40 % Rezyklat eingesetzt wird bei dm-Produkten und warum bei flexibler Verpackung das schwierig ist, warum die Druckfarbe ein Problem darstellt und welche Rolle Annette Cady-Corpos bei diesem ganzen Thema spielt. Freuen Sie sich auf diesen spannenden Podcast mit Dagmar Glatz. Herzlich willkommen Dagmar Glatz im Innoform Podcast. Vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich sehr, heute bei Ihnen zu sein. Frau Glatz, Sie arbeiten bei dm. Nicht jeder kennt Sie. Viele kennen Sie von unseren Veranstaltungsteilnehmern schon, aber wir wollen natürlich auch ein bisschen persönlich gucken, was treibt Sie an. Sie sind Verpackungsexpertin bei dm. Wie kommen Sie dazu? Wie haben Sie damit angefangen? Ich habe irgendwann mal Kunststofftechnik in Leoben studiert. Das ist eine kleine Bergbauuniversität in Österreich. Kunststoffe waren aus meiner Perspektive immer sehr wertvolle Rohstoffe. Eher so diese technische Perspektive hatte ich da natürlich. Kunststoffe sehen wir ja überall in unserem Leben und brauchen wir auch. Und wir wissen auch, für die Ressourcen- und Energiewende sind Kunststoffe ganz wichtig. Mir war aber auch immer klar, Kunststoffe im Verpackungsbereich sind ein Problem. Deswegen wollte ich dort eigentlich nicht hinblicken, sondern eben im technischen Bereich mich betätigen. Und zu dm kam ich dann 2018, als ich gesehen habe, dm hat das Forum Rezyklat gegründet. Und da wurde ich dann hellhörig, nachdem ich dann schon ein paar Jahre im Sondermaschinenbau für Kabelextrusion im Automobilbereich und Pharmaziebereich tätig war. Dann habe ich mir gedacht, hm, im Verpackungsbereich, da tut sich jetzt was. Und da könnte jetzt vielleicht ein Diplomingenieur tatsächlich, ja, was Gutes tun sozusagen. Und habe mich dann bei dm beworben. Und ich würde mal sagen, es war ein gutes Match. Und seitdem darf ich die dm-Markenverpackungen mit weiterentwickeln, bin in der dm-Gruppe zum Thema ökologische Zukunftsfähigkeit zuständig und darf eben auch am Forum Rezyklat mit ganz vielen engagierten Partnern diverse Themen vorantreiben. Das setzt ja viel persönliches Engagement auch voraus. Sie haben nebenberuflich auch noch ein starkes Engagement und Sie mir eben im Vorgespräch verraten. Was treibt Sie persönlich an? ### Nachhaltigkeit für zukünftige Generationen Erzählen Sie mal ein bisschen. Tja, das ist natürlich die Fragestellung, was machen wir hier auf unserer Erde. Und da sehen wir, wir haben eben ganz viele Probleme. Und wir alle wollen ja ein gutes Leben haben, ein gesundes Leben. Und das wollen wir natürlich auch für die nächste Generation haben. Und ich bin so aufgewachsen, dass meine Eltern und meine Großeltern mir immer mitgegeben haben, was sie für mich tun, damit ich ein gutes Leben haben kann. Das hat begonnen mit dem Studium. Ich war die Erste bei uns im Haus, die ein Studium abschließen durfte. Und das Gleiche wünsche ich mir natürlich auch für meine Kinder und für alle weiteren. Und eine gesunde Erde hängt sehr viel mit der Ernährung zusammen. Jetzt komme ich aus Österreich, da haben Lebensmittel dann doch noch vielleicht einen anderen Stellenwert. Und somit war es für mich klar, wenn ich nach Deutschland ziehe, dann möchte ich mich an der Stelle auch gut aufstellen. Wie jeder habe auch ich gestartet mit dem eigenen kleinen Garten, bin sehr schnell draufgekommen: Das funktioniert nicht, weil ich eben Vollzeit arbeite. Und dann sind wir einer solidarischen Landwirtschaft beigetreten. Und hier bin ich ja Mädchen für alles, sage ich mal. Das ist das gute Gemüse, kann jeder nachlesen, findet man sofort. Ja, und das ist meine Motivation, letztendlich an einigen Stellen die Kreisläufe auch zu schließen. Und das spürt man auch, dass Sie wirklich mit Leib und Seele dabei sind. Gerade beim letzten Inno-Meeting in Wien waren wir da ja, da haben wir Sie zugeschaltet. Sie haben trotzdem – Sie eigentlich gar keine Zeit hatten – trotzdem die Gelegenheit wahrgenommen, noch mal einen Vortrag zu halten. Und der war aufrüttelnd, kann ich sagen. Das war einer der wenigen sehr kritischen Vorträge auch zu unserer Industrie, der Kunststoffindustrie. Und das kommt nur dann rüber, wenn man auch wirklich davon überzeugt ist. Das darf ich Ihnen, glaube ich, sagen. Ja, danke. Also ich möchte es noch gerne ergänzen. Ich denke, wir müssen diese Kritik – ich will nicht sagen, uns gefallen lassen. Aber der Punkt ist: Es ist ja offensichtlich, dass wir hier an der Stelle etwas zu tun haben. Und es gibt so viele kluge Menschen und so viele kluge Ingenieure. Und die müssen halt einfach zusammenkommen, um die Lösungen zu finden. Und wir dürfen uns da nicht wegducken. ### Kunststoffverpackungen statt Ideologien bewerten Also das ist nicht die Lösung. Sonst haben Kunststoffverpackungen, die eben so wertvoll sind und die wir definitiv brauchen für viele Themen – ja, aber dann haben sie irgendwann keinen Wert mehr für uns, wenn sie die Übermacht in der Natur bekommen. Und das darf einfach nicht passieren. Und was mich eben auch begeistert hat, Zahlen, Daten, Fakten anstatt Ideologien. Sie sind selber Kunststoff-Fan. Das haben Sie eingangs auch gesagt. Und trotzdem haben Sie das Ganze in Frage gestellt, immer wieder und immer wieder. Und genauso funktioniert ja auch Wissenschaft, dass wir immer wieder zweifeln und quasi voranirren, habe ich neulich gelesen. Das ist eigentlich ein schöner Begriff, fand ich. Ja, wobei voranirren – ich finde, da muss man ein bisschen aufpassen. Wir haben jetzt das Jahr 2025. Da sollten wir jetzt nicht mehr zu viel irren. Ich denke, wir wissen eigentlich schon genug, was zu tun ist. Und dort, wo wir es nicht wissen, dort müssen wir gezielt Studien hinrichten, damit wir eben genau erfahren, was jetzt zu tun ist. Wir dürfen nicht mehr dieses – dieses Mindset ist zwar nicht trial and error, aber dafür haben wir zu wenig Zeit. Und ich glaube, ganz oft wissen wir ja schon, was wir tun müssen. Und nun müssen wir halt die Stärke und den Mut haben, das dann auch umzusetzen. Spannend und positiv aufgefallen ist unseren Zuschauern damals auch, dass sie als Händler immer wieder in die Bütte gehen, wie wir sagen. Das ist auch ungewöhnlich. Normalerweise sind Händler publikumsscheu. Ihr Gründer Götz Werner war genau das Gegenteil. Er hat schon von Anfang an sich sehr rührend nicht nur um die Mitarbeiter, sondern auch rührend um die Kunden gekümmert, was andere Händler manchmal nicht so tun konnten. Ist das eine Firmenkultur, würden Sie sagen, das zeichnet dm aus, dass sie voll in der Mitte der Gesellschaft stehen wollen? Oder ist das eher ein Zufallsprodukt, weil Götz Werner so drauf war? Nein, also ich würde sagen, das ist die DNA von dm tatsächlich. Dort, wo wir sehen, wo wir einen Hebel haben, dort stehen wir dann auch an der Stelle. Jetzt in Deutschland ist gerade das Thema Demokratie. Wie können wir die Gesellschaft dazu bringen, dass jeder am demokratischen Prozess teilnimmt? Auch hier macht der jetzige Geschäftsführer, der Christoph Werner, und unsere Geschäftsführung insgesamt unsere GLK, wie soll ich sagen, eine sehr laute Arbeit auch bei dm. Also wir kriegen alle frei, damit wir uns als Wahlhelfer beteiligen. ### Mythen in der Verpackungswelt Nun kann ich das in Österreich, in Deutschland nicht machen, aber andere Kollegen machen das sehr gerne. Und das wird sehr stark in den Medien publiziert, damit auch andere Unternehmen vielleicht partizipieren und ihre Mitarbeiter auch auffordern zur Wahl zu gehen. Das heißt, sieht man schon bei dm grundsätzlich, dass eben dort, wo wir Themen haben, wo wir denken, dass wir auch die Expertise haben, die Reichweite haben, um die Themen zu bewegen, dass wir versuchen, hier einzusteigen. Ein weiteres Thema war auch unsere Marke Proclimate, mit der wir das Thema Umweltlastenkalkulation treiben, wo wir ganz klar gestartet haben mit der TU Berlin zusammen, es reicht nicht aus, nur auf CO2 zu schauen, sondern wir müssen die weiteren Umweltlasten genauso berücksichtigen. War auch bei uns in der Verpackungswelt, ist es das Thema, denn das geht ganz stark mit den Mythen einher. Jetzt habe ich wieder einen biobasierten Kunststoff auf dem Tisch liegen gehabt, gerade vorher. Der hat einen super CO2-Fußabdruck, aber wir gucken eben nicht nur auf den CO2-Fußabdruck, sondern auf den gesamtökologischen Fußabdruck. Und auch hier gibt es noch viel zu tun, weil wir sehen, die Datenbank ist noch nicht richtig toll, es gibt Interpretationsspielräume. Das heißt, auch hier müssen wir uns auf wissenschaftlicher Ebene zusammenschließen, um hier gute Angebote für den Markt zu finden. Jetzt haben Sie schon das fachliche Thema schön aufgemacht, gehen wir mal ein bisschen tiefer rein. Fangen wir mal hinten an, was früher hinten war. Wir denken ja heute in Kreisen, da gibt es ja keinen hinten mehr. Recyclingfähigkeit. Wie bewerten Sie eigentlich heute so den Status der Recyclingfähigkeit der gesamten Recyclingwirtschaft? Wie ist so Ihr Blick darauf? Eine gute Frage und eine schwierige zugleich, denn manchmal denkt man sich, man ist ja schon ganz gut aufgestellt mit seinen Verpackungen und dann plötzlich ändert sich etwas. Wir machen ja die Bewertung der Recyclingfähigkeit nach dem deutschen Mindeststandard der Zentralen Stelle Verpackungsregister. Da muss ich auch ganz klar sagen, das ist uns ein gutes Regelwerk, das hat uns sehr gut geführt die letzten Jahre. Und es ist auch in Ordnung, dass es hier noch eine Dynamik drinnen gibt, weil die Recyclingwirtschaft letztendlich trotzdem noch ein Kind ist, das sich entwickelt. Und gerade im Kunststoffbereich sehen wir eben, da braucht es wirklich eine niedrigere Flughöhe, als wir vielleicht bei anderen Systemen haben wie bei Glas. Da gibt es nicht so eine große Varietät drinnen oder so viele unterschiedliche Hebel, die bedeutsam sein können. Aber im Kunststoffbereich definitiv. Deswegen muss man dem Ganzen noch ein bisschen Zeit geben, damit es sich wirklich festigen kann. Aber man sieht ja schon langsam, nimmt die Dynamik ab. Und ich bin zuversichtlich, dass das jetzt auch in den nächsten zwei Jahren dann auch so sein wird, dass es alles festgezurrt ist, mehr oder weniger. Aber zurück zur Bewertung der Recyclingfähigkeit. Aber genau diese Dynamik führt halt dann dazu, dass wir dann 2023, nachdem die Nitrozellulosebasis aufgenommen wurde in den deutschen Mindeststandard, noch mal eine komplette Neubewertung machen mussten. Und jetzt ist es so, dass wir mit den DM-Eigenmarken ja schon einige Produkte am Markt haben. Ja, und da steckt halt viel Arbeit drinnen. Und ich würde halt sagen, bei den Tuben, bei den Flaschen sind wir sehr gut aufgestellt. Wir haben kaum noch Blister-Verpackungen. Da sind wir dann auf die einfache Falzschachtel gegangen. ### Flexible Verpackungen im Lebensmittelbereich Aber die flexiblen Verpackungen, die sind für uns das Thema und gerade im Lebensmittelbereich. Bleiben wir ruhig noch mal kurz bei den Flexibles. Dafür stehen wir ja als Innoform auch so ein bisschen, wollen da so ein bisschen moderieren. Wie schätzen Sie das bei Flexpackverpackungen im Vergleich zu den anderen Packstoffen und Packmitteln, die Sie eben schon genannt haben, denn ein? Tja, hier ist die Thematik einfach komplexer. Warum ist das Leben bei den Flaschen so leicht? Die meisten Flaschen sind belabelt. Das heißt, das Label wird abgewaschen. Also dort, wo die toxikologisch relevanten Substanzen wären, wie eben Farbstoffe oder Klebstoffe. Die werden beim Recycling abgewaschen, gehen direkt diesmal in die thermische Verwertung. Deswegen braucht sich der Flaschen-in-Verkehr-Bringer an der Stelle nicht diese Gedanken machen, wie eben ein Müsli-Riegelhersteller, der im Endeffekt von der Grammatur nicht weit vom Label entfernt ist. Denken wir jetzt an eine Shampooflasche, die hat vorn und hinten ein Label. Wenn ich jetzt die Grammatur heranziehe, dann ist es die gleiche Grammatur, die ich bei der Müsli-Riegelverpackung habe. Aber die Müsli-Riegelverpackung kann halt nur in Gänze recycelfähig werden. Und das ist das Thema. Das heißt, der Flaschenhersteller hat es hier gut, sage ich jetzt mal. Aber der Müsli-Riegelhersteller hat hier echt ein Thema. Das ist auch nicht so einfach aufzulösen. Sie hatten Nitrocellulose vorhin schon angedeutet. Welche Rolle spielt Nitrocellulose in diesem Konzert der flexiblen Verpackung, gerade bei den bedruckten Materialien? Wir haben ja gelernt, über die Pionierarbeit von AKK muss man immer wieder schätzenswert erwähnen, dass eben Nitrocellulose einen Einfluss haben kann, was meiner Meinung nach ein bisschen schiefgegangen ist. Der Referenzfall für die LDPE-Verpackungen ist ja nach wie vor der Müllbeutel, der in die Industrie geht. Das heißt, der schwarze Müllbeutel. Und dort hätte die Nitrocellulose nicht wirklich einen Einfluss gehabt. Weil, ob dieser Müllbeutel stinkt oder nicht, ist komplett irrelevant. Das muss man jetzt ganz klar sagen. Nichtsdestotrotz müssen sich die Verpackungen ja auch weiterentwickeln. Aber ich denke, wir müssen jetzt noch mal so einen Schritt zurück machen und gucken. Also AKK wollte das Thema ja einfach mal auf den Tisch bringen. Und das war ja auch wichtig. Das war nicht gerne in Koppers. Die wollen wir so namentlich gerne mal erwähnen. ### Farbsysteme beim Recycling richtig nutzen Jetzt ist halt die Frage, war das aber jetzt das Richtige, das in dieser Form zu implementieren? Mittlerweile habe ich jetzt schon mitbekommen, dass Polyurethan-Farben besser abwaschbar wären als Nitrocellulose-Farben. Finde ich sehr interessant, dass wir uns dieser Fragestellung nochmal widmen. Dann haben wir natürlich immer das Thema Zwischenlage und Druck, gerade im Lebensmittelverpackungsbereich, wo wir dann auch noch mal hinschauen müssen. Aber das ist dann schon wieder egal, welches Farbsystem ich nehme. Das Thema habe ich immer mal lösen müssen. Wir sind ja heute auch so ein bisschen eingeschränkt durch die Entsorgungsindustrie, so wie sie im Moment aufgestellt ist. Die können eben gewisse Dinge und gewisse Dinge eben auch nicht. Und wir müssen halt ja im Moment schauen, wie kommen wir damit klar? Bringt mich auf den nächsten Punkt. Sie sind ja im doppelten Dilemma. Sie wollen natürlich auch Rezyklate und müssen es ja auch laut PPWR wieder einsetzen. Das ist bei Folien natürlich besonders schwierig. Wie funktioniert das denn bei anderen Produkten? Vielleicht bei Flaschen, wo es vielleicht ein bisschen einfacher ist, oder Tuben hatten Sie genannt. Wie ist heute die Beschaffung von Rezyklaten? Wie funktioniert das? Ist das problemlos heute machbar? Gucken Sie in den Katalog und sagen, bestelle ich Typ XY oder wie läuft das? Also, in der Tat hat sich das Bild von 2019 bis heute sehr gewandelt. 2019 hat es noch geheißen, es gibt kaum Rezyklate in hoher Qualität am Markt. Und wenn, dann sind sie viel zu teuer. Und ich würde mal sagen, gerade so in den letzten zwei Jahren sind wir dort hingekommen, dass manch ein Recycler es verstanden hat, welche Rezyklatqualität wir brauchen für kosmetische Produkte. Und dementsprechend seine Anlagen weiterentwickelt hat. Mit einer Desodorierung, mit nochmal ein Waschprozess, was auch immer. Definitiv ist es so, dass wir jetzt zum zweiten Jahr in Folge, oder bald zum dritten Jahr in Folge, eine Rezyklateinsatzquote bei den Kunststoffverpackungen der dm-Eigenmarken von über 40 Prozent halten können. Das heißt, wir sind sehr stabil unterwegs und es ist doch eine Masse. Was die aktuellen Zahlen von, ja, 24 habe ich noch nicht vorliegen. Die kriege ich jetzt hoffentlich in den nächsten Wochen. Aber die 40 Prozent haben wir auf jeden Fall. Das zeigt, es ist möglich, es ist bei immer mehr und mehr Produkten möglich. Und es gibt mehr und mehr Recycler, die eben eine gute Qualität liefern können. ### Rezyklat in Lebensmittelverpackungen einsetzen Nur eben bei Lebensmittelverpackungen haben wir das Thema, dass wir noch kein Rezyklat einsetzen können. Genau, das machen wir heute vielleicht, wenn wir noch Zeit haben, ganz zum Schluss nochmal auf. Aber im Moment ist es noch nicht vorrangig. Wie gehen Sie überhaupt um mit der Unbedenklichkeit von Rezyklaten in Ihren Produkten? Sie packen ja auch Produkte ab, die mit Körperkontakt ausgesetzt sind, Seifen, Cremes, was auch immer. Da setzen Sie ja Rezyklate ein. Wie gehen Sie damit um? Das ist ja auch so ein bisschen Grauzone, oder? Nun gut, wir als dm sind ja Händler. Auch bei den dm-Eigenmarkenprodukten haben wir noch mal Herstellpartner, die quasi in der Lieferkette davor sitzen. Das sind ca. 400 Herstellpartner, die wir bei dm für die Marken insgesamt haben. Und die müssen halt dorthin kommen, dass sie einen Standard entwickeln für Qualitätssicherung der Rezyklate. An der Stelle waren wir mit dabei, Cospadox zu gründen. Das ist ja ein Projekt, das aus dem Forum Rezyklat entstanden ist, weil wir eben gesehen haben, wir brauchen toxikologische Guidelines, um die Rezyklatqualität greifbarer zu machen. Wir von dm können ja gar nicht sagen, du musst Rezyklat einsetzen, sondern der Inverkehrbringer selbst muss nach europäischem Kosmetikrecht an der Stelle ein sicheres Packmittel bringen. Das heißt, das einzige, was wir tun können, wir können Rezyklateinsa​tz fördern, indem wir auch wissen, versuchen zu generieren und dann auch freimütig zu teilen. Und das ist uns offenbar gelungen, Cospadox wurde abgeschlossen. Da gibt es jetzt auch noch mal ein Folgeprojekt, was in ein Qualitätsmanagementsystem gehen soll. Und die Rezyklatquote zeigt auch, dass wir unsere Herstellpartner an der Stelle offenbar ganz gut mitnehmen konnten auf den Weg. Und mittlerweile sind die auch schon sehr sicher in dem, was sie tun. Also das ist wirklich schon geübt. Logisch, die machen das jetzt schon ein paar Jahre. COSPADOX ist ja ein Regelwerk im Prinzip, was angelehnt ist auch an das Lebensmittelrecht für Verpackung, für Bedarfsgegenstände, sagt ja der Fachmann. Sie haben aber ein paar Entschärfungen vorgenommen. Dennoch wenden Sie es schon an, es ist ja kein Gesetz, wenn ich das richtig verstehe. Also nach europäischem Kosmetikrecht ist der Abfüller für sichere Packmittel, für sichere Produkte zuständig. Und das war es dann an der Stelle auch. Genau, da nehmen Sie COSPADOX als europäischen Standard jetzt her. Und das Ding haben wir uns angeguckt natürlich bei Innoform. Wir sind begeistert, was da drin steht. Es ist wirklich fundiert, gut gemacht und anwendbar vor allem. ### Verbraucheraufklärung zu Recycling-Guidelines Das ist etwas, was der Praktiker auch nutzen kann. Und solche Guidelines sind sicherlich nie fertig. Aber das ist erstmal schon eine gute Vorlage, nach der man sich natürlich vorgehen kann. In der öffentlichen Debatte, Frau Glatz, hören wir immer wieder das Thema Mülltrennung ist schlecht. Die Konsumenten müssen mehr aufgeklärt werden. Wir sehen Fernsehspots wieder und Radio-Spots habe ich gerade auf der Fahrt wieder gehört. Welcher Rolle ordnen Sie der Mülltrennung, der besseren Mülltrennung durch den Konsumenten in diesem Fall überhaupt zu? Eine sehr geringe. Und zwar für mich ist ganz klar, dass wir als Verpackungsbringer einen guten Job machen müssen. Wir müssen eine Verpackung produzieren, die selbstsprechend ist durch Optik, durch Haptik. Das heißt, dass der Konsument mal ganz klar weiß, ist das jetzt ein Kunststoff? Ist es eine faserbasierte Verpackung? Und jede Verpackung, die dem nicht entspricht, die darf gerne gekennzeichnet werden mit Piktogrammen, was auch immer. Damit der Konsument dann sieht, okay, Achtung, hier muss ich aufpassen. Hier, das ist eine Ausnahme zu meinem gelernten Verhalten. Grundsätzlich sehen wir das ganz klar. Man sieht den Dreikomponentenbecher, den Joghurtbecher, den kennt jeder. Dort gibt es sogar eine haptische Irritation durch die Abreißlasche, durch die Perforation drauf. Es gibt eine textliche Kennzeichnung und es funktioniert nicht. Obwohl sehr viele ökologisch versierte Menschen diesen Bio-Joghurt dann ja auch konsumieren. Und wenn man sich die Ergebnisse in Österreich und Deutschland anschaut, ist das über die Jahre nach wie vor ernüchternd. Das heißt, aus meiner Perspektive müssen wir mal grundsätzlich den richtigen Job machen. Und dann hat es natürlich auch was mit den Müllsammelsystemen zu tun. Jetzt haben wir Januar, Mitte Januar. Wenn ich bei uns beim Glaskontainer schaue, dann liegt die doppelte Menge neben dem Glaskontainer, weil einfach zu wenig Container hier sind. Und das in Zeiten von KI und Co. Also ich denke auch hier könnten wir besser werden. Auch wieder datenbasiert und ist auch genau mein Eindruck. Sie haben bei der Pouch-Konferenz gesprochen über Nachfüllbeutel. Ich will das Thema nochmal aufmachen. Nachfüllbeutel ist unser beider Steckenpferd. Eigentlich eine tolle Idee. ### Handseife und nachhaltige Verpackungen 20, 25 Jahre super gelaufen schon in vielen Bereichen. Dann ist es ein bisschen in der Versenkung verschwunden. Jetzt gerade wieder so eine Renaissance. Wie stehen Sie denn zu den Nachfüllbeuteln? Bleiben wir mal beim Beispiel. Zum Beispiel Handseife. Also ich finde die absolut interessant. Das Thema ist halt hier, wir kriegen aktuell kaum Rezyklat rein. Es ist halt keine Flasche, keine Tube. Dementsprechend muss man sich dann auch die Frage nach der Recyclingfähigkeit stellen oder den Anforderungen aus der PPWR. Und das ist wichtig für die Zukunftsperspektive an der Stelle. Letzten Endes helfen sie uns jedoch eben Kunststoff einzusparen. Und wir sehen auch, dass wirklich viele Kunden in gewissen Produktsegmenten gerne hingreifen. Typisches Beispiel die Handseife. Dort gibt es mittlerweile einen guten, stabilen Markt. In allen Ländern auch tatsächlich. Also wir sind ja nicht nur in Deutschland unterwegs als dem Drogeriemarkt, sondern in weiteren europäischen Ländern. Und da sehen wir, das ist sehr etabliert. Ich erinnere mich noch an eine Diskussion nach Ihrem Vortrag im Saal. Es wäre eine Verschlimmbesserung, statt einer Flasche einen Beutel zu nehmen aus Multimaterial mit NC-Druckfarbe, schlecht oder gar nicht zu recyceln, ohne Rezyklatanteil. Wie schätzen Sie das denn als Händler eigentlich ein? Sie haben das ja auch so ein bisschen anklingen lassen eben. Ja, also das ist echt die Frage. Das ist die Frage von Cradle to Cradle. Nach diesem Prinzip kann ich ja theoretisch so viel Material einsetzen, wie ich möchte, solange es im Kreislauf geführt wird. Ich glaube, diese Spagat-Materialreduktion und Cradle-to-Cradle-Design, den muss man gut abwägen. Und wenn es halt keine Perspektive für eine gute Kreislaufführung von diesen Beuteln gibt, dann ist der Weg, glaube ich, klar. Auch wenn das nicht jeder hören möchte. Auch wenn es nicht jeder hören will. Auch für die Flexpack-Industrie ist es eine Herausforderung. Das kann man glaube ich sagen. Noch ein großes Fass. ### Mehrwegsysteme und Nachfüllstationen testen Mehrwegsystem. Auch da experimentiert die dm. Wie stehen Sie dazu? Mehrwegsysteme tatsächlich nicht. Wir haben Abfüllsysteme. Also wir haben Nachfüllstationen im Wasch- und Putzreinigungsbereich, im Kosmetikbereich getestet und ganz aktuell für Lebensmittel. Wir begleiten das immer mit einer ökobilanziellen Analyse. Und wir haben bei PPWR ganz klar gesehen, dass die Rezyklatflasche, die halt wirklich dünnwandig ist und recyclingfähig ist, durch ein Abfüllsystem, das aus vielen metallischen elektronischen Komponenten besteht, kaum schlagbar ist. Das muss man ganz klar sagen. Bei Lebensmittelverpackungen, wo wir eine dünne Folie eigentlich haben, denk mir jetzt an eine Müsli- oder eine Kaffeeverpackung, ist es natürlich jetzt aus ökobilanzieller Sicht auch schwierig. So eine Lebensmittelverpackung aus einer Flexpackfolie, die hat ja kaum Umweltlasten, während die Abfüllstation, ja, die hat Umweltlasten und die sind eben nicht klein. Nichtsdestotrotz sehen wir dann auch das Thema Lebensmittelverschwendung, unterschiedliche Bedürfnisse in Haushalten usw. Und auch die Recyclingfähigkeit. Und das bewegt uns dazu zusammen natürlich auch mit den Anforderungen aus der PPWR, dass wir hier testen und auch gucken, ja, geht der Verbraucher mit? Gibt es Unterschiede in den Ländern? Gibt es bestimmte Produktsegmente, wo der Verbraucher hier ansprechen würde? Das ist durchaus interessant, jedoch auch sehr ressourcenintensiv. Das kann man schon sagen. Genau. Ich hatte das mit mehr, wie ich bei Ihnen tatsächlich auch gemeint. Wie funktioniert das? Erklären Sie noch mal kurz unseren Zuhörern. Sie haben eine Abfüllstation und er bringt seinen eigenen Behälter mit oder kauft einen bei Ihnen oder kann wählen. Wie geht das? Er kann wählen. Also wir haben das auch bei der dm Bio, also Lebensmittelabfüllstation, haben wir diese Option mitgegeben, dass der Konsument sein eigenes Behältnis mitbringen kann und abfüllen kann. Noch ein Fass, was ich aufmachen möchte: Neue Materialientechnologien. Fangen wir mit den Materialien an. Sehen Sie am Horizont irgendwelche neuen Materialien oder Umschichtung – Beispiel Kunststoff zu Faser basiert – wo wir Durchbrüche erzielen können? Vielleicht erst mal nur kleine Durchbrüche, aber wo wir zumindest eine Verbesserung hinkriegen. Wir erinnern uns an dieses große Fass, was damals Frosta aufgemacht hat. ### Papierbeutel statt Kunststoffgefrierbeutel Wir gehen weg vom Kunststoffgefrierbeutel hin zum Papierbeutel. Ein Aufschrei in der Branche. Heute ist es normal bei Frosta. Wie sehen Sie das? Also faserbasierte Verpackungen sind natürlich interessant, wenn sie gewisse Regeln einhalten. Also wenn der Kunststoffanteil kleiner als fünf Prozent ist, dann ist ja eigentlich auch noch Papier. Aber diese ganzen hybriden Verpackungsformen – da muss man echt aufpassen, dass man hier keine Mythen nachläuft hinsichtlich ihrer Kreislauffähigkeit. Die haben ja meistens kaum Recyclingmaterialanteile, sondern sind aus reinen Frischfasern gemacht und sind auch in der Kreislaufführung noch nicht in ganz Europa geschlossen, sage ich jetzt mal. Was ich super interessant finde, ist das Thema CO₂-Recycling. Wir haben beide Flaschen im Einsatz, die aus recyceltem CO₂ hergestellt sind. Die ersten Flaschen waren aus dem Kunststoff PET. Da wäre mein Traum eigentlich, dass wir zukünftig flexible PE- und PP-Verpackungen herstellen könnten. Also aus dem CO2 kann man sehr leicht Ethanol recyceln. Und aus Ethanol kennen wir alle. Aus Zuckerrohr kriege ich auch Ethanol. Und daraus wird dann eben der biologisch generierte Kunststoff PE/PP hergestellt. Und das könnte ich aus dem CO2-recycelten CO2 eben auch machen. Das finde ich eine smarte Lösung, weil dann dürfen wir auch weiter thermisch verwerten. Ich sage es jetzt ganz provokativ, aber ich finde auch, das müssen wir mal überlegen: Wo die ökologische Grenze des Recyclings ist. Oder ob es nicht dann doch irgendwo eine thermische Verwertung geben darf, wenn wir das CO2 im Kreislauf führen können. Und das ist eben die Schwierigkeit. Da sind wir beim Thema Technologie. Sie hatten es schon angesprochen. Also aus dem CO2 den Kohlenstoff rausholen letztendlich und daraus neue Polymere generieren. Alter Hut, in Anführungsstrichen. Vor 20 Jahren hat BASF da Großreklame schon mitgemacht und dann ist es wieder in der Versenkung verschwunden. Glauben Sie wirklich, da kommt jetzt wieder was? Es geht wieder in die Richtung? Na ja, wir haben sie umgesetzt mit BASF-CHEM. Das ist ein US-amerikanischer Lizenzgeber. Und wie gesagt, wir haben ja recycelten CO2 schon in den PET-Flaschen drinnen. Wir kriegen es auch mehr und mehr in den Produkten. ### Primärmaterialien und PET-Recycling optimieren Denn wir haben ja auch in den Produkten noch Rohstoffe, die Primärmaterialien wie die Palmpflanze zum Beispiel benötigen. Also ganz viele Tenside, also Wasch- und Putzreinigungsmittel. Aber auch Kosmetikprodukte sind auf Basis von der Palmpflanze, was jetzt auch keine schöne Ressource ist, kennen wir alle. Also auch hier gibt es Alternativrohstoffe zu finden. Und auch hier sehen wir eben Bewegungen, die möglich sind. Und wie gesagt, wenn wir PET herstellen können, ist eigentlich nur eine Frage des Reaktors. Die Technologie ist hier, aber wir brauchen einen europäischen Reaktor, wo wir eben dann das CO2-recyclierte Material, also dieses Ethanol, umwandeln könnten in BOPP. Und den haben wir aktuell in Europa nicht. Soweit ich weiß, gibt es da nur einen. Und das ist der von BASF-Chem in Südamerika. Ich denke auch, BASF-Chem ist damals nicht mehr in das Upscaling reingegangen. Aber vielleicht kommt das noch. Die Technologie, das Wissen ist eigentlich da. Jetzt fehlt eigentlich nur der Wille und das finanzielle Business-Modell ist natürlich auch immer noch wichtig. Apropos Business-Modell. Forum Rezyklat hatten Sie vorhin oben schon angesprochen. Was genau ist das? Ja, das Forum Rezyklat war ursprünglich mal ein Projekt, wo wir ganz freimütig dem Markt gesagt haben, na ja, da ist so viel Kunststoff in der Umwelt. Guck doch mal, dass das lieber wieder als Rezyklat in die Verpackungen zurückgeht. Wir sehen, unsere Kunden machen sich Sorgen um diesen Kunststoff in der Umwelt, um Mikroplastik und Co. Das war so das Jahr 2018. Und daraufhin haben wir dieses Projekt gegründet. Und eben große Partner wie Henkel, Beiersdorf, P&G eingeladen. Damals haben einige gemeint so, was will der dm jetzt von uns? Das habe ich jetzt erst vor kurzem erfahren, dass die damals sehr irritiert waren. Als wir bei einem Jahrespartnertag gesagt haben, ey, wir möchten uns mit euch gemeinsam an der Stelle engagieren. Aber mittlerweile ist das Forum Rezyklat eine riesengroße Plattform geworden von über 70 Unternehmen, die wirklich in vier Fachpaketen sehr spezifisch Themen bearbeiten wie Digitalisierung von Verpackungen. Also da schauen wir uns an, welche Verpackungsattribute benötigen wir auch in der tieferen Lieferkette, damit wir dann eben diese Attribute für die Recyclingfähigkeitsbewertung zur Verfügung stellen können. Oder wenn es darum geht, Rezyklatrückverfolgbarkeiten aufzuzeigen, braucht es da auch irgendwelche Attribute zur Rezyklatberechnung. Wir sind gefordert, eine technische Dokumentation laut PPWR mitzugeben. Was bedeutet das? ### Zukunftsfähige Verpackungssysteme entwickeln Also auch so diese neuen Fragestellungen bewerten wir gerade und gucken, ob unsere Systeme dafür ausgelegt sind. Und jeden, den das mehr interessiert, der kann auf die Forum Rezyklat-Homepage gucken. Da haben wir unter Veröffentlichungen ganz neu eine Attributsliste veröffentlicht, die wirklich für jeden in der Kette interessant sein könnte. Und dann gibt es eben noch mal drei weitere Fachpakete zur Kommunikation, zur Technologie und Recyclingfähigkeit, wo wirklich auch nicht nur Kunststoffe beleuchtet werden, sondern wir haben auch ganz viel im Glasbereich gemacht, immer im faserbasierten Bereich. Also so, dass wir uns wirklich zukunftsfähig aufstellen. Auch da nach wie vor Netzwerken ist Trumpf, Materialmix, das richtige Material finden für die richtige Anwendung. Das zieht sich so ein bisschen durch, habe ich so ein bisschen aus unserem Gespräch auch rausgenommen. Flexpack-Industrie noch einmal, eine Einschätzung. Die ganze Flexpack-Industrie ist in Aufruhr. Ich arbeite seit über 30 Jahren selber in der Flexpack-Industrie. Es ging immer steilweg hoch, sogar mengenmäßig, also gewichtsmäßig, aber vor allem flächenmäßig. Wir haben also wahnsinnig hohe Stückzahlsteigerungen in den letzten 30 Jahren gehabt für flexible Verpackung, weil es eine Minimalverpackung ist, weil es als Optimalverpackung oft erscheint. Wir haben aber die Probleme eben oben schon angesprochen. Verbundmaterialien, Zwischenschichtdruck, Druckfarben kontaminieren das Rezyklat. Wir haben Probleme mit dem Sammeln, weil die Verpackungen klein sind, wenn wir Müsliriegel angucken. Macht die Flexpack-Industrie ihre Hausaufgaben, wenn sie auch auf die PPWR schauen? Wird das was? Ich denke, da könnte ruhig noch mehr kommen. Also gerade wenn ich mir eben auch die Projekte von AKK angeschaut habe, wir waren da die Protagonisten, da haben einige gefehlt. Ich finde es aber sehr interessant und auch erwähnenswert, dass die Druckfarbenhersteller an der Stelle sehr aktiv sind, die Kleberhersteller sehr aktiv sind. Ich denke, insgesamt das Thema Verbunde, das kann gelöst werden. Zumindest sehen wir das bei uns und wir haben ja doch ein sehr breites Produkt-Spektrum. Nach wie vor, heute haben wir es auch wieder gehabt. Eine Sachet-Verpackung für irgendwelche Gesichtsmasken wurde umgestellt auf PP-Mono. Jetzt haben die Kunden reklamiert, dass das Wasser zu stark rausgegangen ist. Die Diffusionsvorgänge waren zu stark. Jetzt müssen wir vielleicht wieder einen Schritt zurück machen. Das kann durchaus noch passieren, aber hier wird es Lösungen geben. Da bin ich zuversichtlich. Aber wir müssen einfach das große Thema gut beleuchten. Was bedeuten die Farben? Wie kriegen wir sie weg? ### Thermische Verwertung und CO2-Bilanz Oder müssen wir am Ende sagen, wir gehen in eine thermische Verwertung und da muss eine CO2-Kopplung geben. Punkt. Und diese Aufgabe muss gemacht werden. Und gleichzeitig braucht man die Verpackungshersteller, die Industrie. Ich sehe da viele tätig. Wir brauchen aber auch politische Weichenstellungen, die uns unterstützen, die Entwicklung fördern. Und da ist der größte Hemmschuh, den wir alle haben, der Rezyklatpreis. Und solange wir keine Trendumkehr haben, eine langfristig gesicherte, dass Virgin Material teurer ist als Rezyklat, werden wir die Kreislaufführung von Kunststoffen nicht schaffen. Weil es gibt halt nach wie vor nur punktuell Unternehmen wie dm und viele weitere, aber halt noch nicht in dieser großen Masse, die sagen, wir sind auch bereit, den höheren Preis zu bezahlen. Dass wirklich viele Recycler auch tätig werden und ihre Technologien weiterentwickeln. Weil ich habe gesagt, es gibt schon einige, die gute Rezyklate liefern. Aber wenn man es prozentuell anschaut, ist da sicher noch einiges machbar. Auf jeden Fall. Da haben wir einen Handlungsbedarf, da sehe ich auch. Und da ist es wieder das Netzwerk. Es müssen alle dran mitarbeiten. Die Verbunde müssen einfacher werden und die Rezyklierprozesse müssen optimiert und verbessert werden. Und das Sammeln natürlich auch. Bringt mich noch zu einer weiteren Frage. Es gibt ja in den Medien zumindest einen spürbaren Druck des Verbrauchers, auch nachhaltigere Verpackungen haben zu wollen. Stellen Sie das auch an Ihrer Datenbasis fest? Wie schätzen Sie das ein? Bedingt. Das muss ich ganz klar sagen. Der Druck war vor drei Jahren höher. Ich glaube aber auch, dass wir in einer Sonderposition sind. Weil der Verbraucher bei der dm, der weiß oder sieht schon, dass wir einiges für Nachhaltigkeit tun und gerade im Verpackungsbereich schon lange auch tun. Und deswegen kommt der gerade nicht mit Kritik so stark auf uns zu. Natürlich kriegen wir auch Anfragen, ob wir die Abfüllstationen nicht stärker ausbauen und ob Glas nicht besser wäre als Kunststoff. Aber das sind wirklich eher vereinzelte Anfragen. Und bei den Abverkäufen sieht man halt ganz klar letztendlich, wie der Konsument handelt. Der kauft auch nicht die Balea-Flasche, nur weil da jetzt 100 Prozent Rezyklat drin ist, sondern der kauft die Balea-Flasche, weil da ein schöner Schmetterling drauf ist und weil es gut duftet. ### Nachhaltigkeitsversprechen für Drogerieprodukte Und deswegen, wir müssen unseren Job gut machen, gerade im Drogeriemarktbereich, weil wir sehr viele Produkte in den Markt bringen, die man jetzt nicht unbedingt braucht für ein gutes Leben. Die machen das Leben schöner. Keine Frage. Aber der Konsument, der muss uns vertrauen können und wir müssen unseren Job auch machen. Und das ist unser Ansatz. Das ist ja auch unser Versprechen. Und ich denke auch, wir dürfen den Konsumenten gar nicht überfordern, sondern der braucht, ja, der soll konsumieren, ohne an der Stelle viel darüber nachzudenken, ob das Verpackungsmaterial jetzt nachhaltig ist. Das ist unser Job, dass wir gute Produkte auf den Markt bringen. Wir sehen ja schon, wie wir unterschiedliche Meinungen immer wieder hier auch in unseren Podcasts hören von Experten. Man ist sich einfach nicht in jeder Sache einig, weil eben auch noch Daten fehlen, wie Sie es anfangs gesagt haben. Bringt mich zur vorletzten Frage. Digitale Tools hatten Sie auch erwähnt. KI, das Stichwort aller Stichworte, überall ist KI drin. Übrigens auch in unserem Podcast hier, der wird mit KI geschnitten nachher oder grob vorgeschnitten. Welche digitalen Tools wollen Sie bei dm vielleicht einsetzen, um auch die Verpackung oder auch Ihre Produkte nachhaltiger zu machen? Ich weiß, dass dm auch digital sehr weit vorne mit dabei ist. Abgesehen davon, dass dann Regale vom Roboter gescannt werden, was noch aufgefüllt werden muss und sowas habe ich gelesen. Gibt es das auch für Verpackung? Bei Verpackungen sind wir an der Stelle noch einen Schritt weiter hinten, weil wir uns eben erst mit der Standardisierung der Verpackungsattribute vollumfänglich gerade beschäftigen. Sobald wir diese dann haben und dann auch in die einzelnen EAP-Systeme die Daten eingepflegt sind, denke ich, wird KI eine Rolle spielen, nämlich bei der Schnittstellenregenerierung. Das heißt, von einem EAP-System zum nächsten. Es gibt unterschiedliche EAP-Systeme, bitte, und so soll es auch bleiben. Aber die Daten müssen ja dann weiter transferiert werden und da denke ich, wird uns KI helfen. Ansonsten sehen wir es gerade noch nicht. Wir versuchen ein bisschen was bei der Rezyklat-Rückverfolgung zu machen, weil Sie müssen sich vorstellen, wir haben zweimal pro Woche mindestens eine sogenannte Ökotest-Ziehung. Das sind Verbraucherschutzportale in Deutschland. Das heißt, da wird irgendeine Flasche aus dem dm-Markt genommen und wir müssen dann aufzeigen, wo die Rezyklat-Quelle war und das natürlich chargengenau. Und aktuell gibt es halt diesen automatischen Datenfluss noch nicht. Das heißt, wir kriegen dann zehn PDFs auf den Tisch geknallt, die von jedem Herstellerpartner natürlich unterschiedlich ausschauen und über den Nummerkreis muss das dann rückverfolgt werden. Das ist aktuell eine manuelle Arbeit, da würden uns KI sehr stark wünschen. Genau, also das sind aber so kleine Aufgaben, sag ich mal. Es ist vielleicht auch wirklich noch früh, weil wir ja noch, ich sag mal, die Daten erst mal erheben müssen. ### Recyclingstandards der Zukunft umsetzen Da sind wir ja mit Volldampf dabei. Wenn wir jetzt mal fünf Jahre in die Zukunft gucken, Frau Glatz, als letzter Punkt. Was wünschen Sie sich eigentlich von der Verpackungsindustrie, vielleicht speziell sogar von den Flexpakern? Und wie stellen Sie sich in fünf Jahren Ihre verpackten Güter im Regal vor? Huh, das ist jetzt eine Challenge, ich werde es versuchen. Also zum einen muss wirklich alles konform des Recyclingstandards sein. Das haben wir aber dann eh schon 2030, wo das ja dann auch ganz klar gefordert ist. Und wir müssen Klarheit haben, wie wir eben mit flexiblen Verpackungen umgehen. Wo sind die Grenzen der Technologie bei den unterschiedlichen Recyclingverfahren? Na egal, ob es jetzt mechanisch, physikalisch oder chemisch und inklusive der thermischen Verwertung. Das muss gemeinsam gekoppelt werden, um die beste ökologische Lösung zu haben. Und dann sollte man mit dem Schulterschluss genau dieser Systematik auch nachgehen. Danach kann nichts mehr kommen. Ein wunderbarer Podcast. Vielen Dank, Frau Glatz, für dieses tolle Gespräch. Hat mich auch sehr gefreut. Vielen Dank. Bis bald. Und das war es schon wieder für heute. Ich hoffe, es war etwas Interessantes für Sie dabei. Und wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative für mehr Flexpack-Wissen werden möchten, melden Sie sich gerne bei mir unter ks@innoform.eu und nicht vergessen, diesen Podcast zu abonnieren, wo immer Sie Podcasts hören. Tschüss, bis zum nächsten Mal. Ihr Karsten Schröder. **Kategorien:** Abfülltechnik, Entsorgung / Recycling, Inno-Talk, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** dagmar_glatz, dm, nachhaltige Verpackungen --- ### [Wasserfarben für Flexpack von Follmann](https://inno-talk.de/wasserfarben-fuer-flexpack-von-follmann/) **Published:** April 11, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ***Ich hatte die Gelegenheit, mit André Altevogt, Janine König und Roland Geiselhardt zu sprechen. André hat kürzlich von Bischof + Klein zu Follmann gewechselt und verkauft nun Wasserfarben. In unserem Gespräch und in seinem Vortrag beim 22. Inno-Meeting in Osnabrück hat er einige spannende Einblicke in die Welt der Wasserfarben gegeben.*** ## **Die Vorteile von Wasserfarben** André betonte, dass Wasserfarben heutzutage in der Lage sind, alle Qualitätsansprüche zu erfüllen, die auch andere Farbsysteme bieten. Sie sind kaschierfähig und können mit denselben Kaschierklebern verwendet werden wie andere Farbsysteme. Dies bedeutet, dass die Verbundwerte mit Wasserfarben genauso gut erzielt werden können wie mit anderen Systemen. ## **Innovative Druckmuster** Ein weiteres Highlight des Gesprächs war die Vorstellung von Druckmustern, die mit Wasserfarben in höchster Qualität gedruckt wurden. Diese Muster zeigen, dass Wasserfarben praxistauglich und schnell verdruckbar sind. Besonders beeindruckend war die Tatsache, dass der Verbund hält und der Farbton stabil bleibt, ohne dass das Weiß vergilbt. ## **Umweltfreundlichkeit und Recycling** Ein großes Thema war auch die Umweltfreundlichkeit von Wasserfarben. André erklärte, dass Wasserfarben im Vergleich zu NC-Farben besser recycelbar sind und keine Nitrosen-Gase freisetzen. Janine König fügte hinzu, dass die CO2-Bilanz von Wasserfarben deutlich besser ist, da keine thermische Nachverbrennungsanlage benötigt wird. ## **Unterstützung beim Umstieg auf Wasserfarben** Firma Follmann unterstützt ihre Kunden aktiv beim Umstieg auf Wasserfarben. André betonte, dass sie den Druckprozess vor Ort begleiten und die Anlagen anpassen, um sicherzustellen, dass die Druckqualität den Erwartungen entspricht. Sie haben einen Fünf-Schritte-Plan zur Umstellung auf Wasserfarben entwickelt, den sie gern mit ihren Kunden teilen. ## **Fazit** Das Gespräch hat gezeigt, dass Wasserfarben eine vielversprechende Alternative zu herkömmlichen Farbsystemen darstellen. Sie bieten nicht nur eine hohe Druckqualität, sondern sind auch umweltfreundlicher und besser recycelbar. Firma Follmann ist bestrebt, ihre Kunden beim Umstieg auf Wasserfarben zu unterstützen und innovative Lösungen für die Druckindustrie zu entwickeln. Hören Sie jetzt rein und bewerten Sie selbst, was Wasserfarben für Sie bedeuten. ## Keine Folge mehr verpassen! Abonniere jetzt deinen Lieblings-Podcast auf deiner Lieblings-Plattform und genieße neue Episoden automatisch. [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) ### Verwandte Episoden - [Flexpack-Branchentreff – 20. Inno-Meeting 2023](https://inno-talk.de/flexpack-branchentreff-20-inno-meeting-2023/) - [Alina Ott zu Digitalen Produktpässen – auch für Flexpack](https://inno-talk.de/alina-ott-zu-digitalen-produktpaessen-auch-fuer-flexpack/) - [Inkjet ist für Flexpack das Verfahren der Wahl für den Einstieg in den Digitaldruck, sagt Dr. Thomas Lehnen](https://inno-talk.de/inkjet-ist-fuer-flexpack-das-verfahren-der-wahl-fuer-den-einstieg-in-den-digitaldruck-sagt-dr-thomas-lehnen/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Ich spreche hier mit Firma Follmann. André Altefucht hat gewechselt von Bischof + Klein zu Follmann und verkauft jetzt Wasserfarben. André, du hast einen spannenden Vortrag gehalten zu Wasserfarben. Wir haben vor 30 Jahren die schon verdruckt. Es gibt aber was Neues. Was ist das Neue, was du heute als Kernaussage in einem Vortrag hattest? Ja, vielen Dank. Für uns war es wichtig, heute noch mal darzustellen, dass wir mit Wasserfarben in der heutigen Qualität – wir haben immer das Motto gesagt: Das geht. Ja, wir können heute verdrucken, wir können alle Qualitätsansprüche an die Farben erfüllen. Wir können in puncto Geschwindigkeit, Druckqualität, Widerstandsfähigkeit der Farbe auf dem Substrat alles darstellen mit Wasserfarben, was heute andere Folien oder andere Farbsysteme genauso können. Die sind kaschierfähig. Wie funktioniert das? Könntest du da die gleichen Kaschierklebstoffe verwenden, wie wir für andere Farbsysteme nehmen, oder müssen die speziell angepasst werden? Ganz genau. Wir können dieselben Kaschierkleber verwenden. Die Farbe spielt da keine behindernde Rolle, sondern im Gegenteil – die Verbundwerte können genauso erzielt werden mit unserer Wasserfarbe wie mit anderen Systemen. Du hast eine große Kiste mitgebracht mit Druckmustern. Was steckt da drin? Das sind ganz viele Musterexemplare. Wir hatten zwei Projekte: einmal den Kaffeebeutel-Projekt mit unserem Kunden Ecaflex. Und da in der Tüte befindet sich allerdings nur der Zipperbag, oder was heißt nur, der Zipperbag mit all den Details. Ein kleines Giveaway für den Kunden, dass er auch auf uns aufmerksam wird. Eine Visitenkarte, dass man immer in Kontakt treten kann bei Rückfragen. Spannende Sache. Ich habe mir die Druckmuster angeguckt. Roland Geisel hat das mit mir hier. Was ist besonders an diesen Druckmustern? Die sind nicht nur mit Wasserfarbe gedruckt, sondern der Verbund ist auch besonders, oder? Die sind mit Wasserfarbe gedruckt, in höchster Qualität Extended Gamut mit sieben Farben. Der Kaschierwert ist fantastisch. Und wenn man genau hinschaut, das Einschweißen dieses Zipperverschlusses. Das ist eine extreme Herausforderung, dass der Verbund hält, dass der Farbton hält, dass das Weiß nicht vergilbt. ### Praxistauglichkeit: Wasserfarben im Produktionseinsatz Das haben wir alles bewiesen. Also wir haben heute und in den letzten Wochen bewiesen, wir sind praxistauglich und vor allem schnell. Es gibt auch ein paar Pferdefüße. Man muss den Drucker mitnehmen, habe ich in deinem Vortrag immer zwischen den Zeilen mitgenommen. Wie funktioniert das in der Praxis, wenn jetzt einer sagt, ich will mit Wasserfarbe? Ganz wichtiger Punkt, den du ansprichst. Also wir unterstützen seitens Follmann den Druckprozess vor Ort. Das heißt, wir sind mit unserem technischen Service als auch mit unserem technischen Vertrieb dort und passen alles an an der Maschine, stellen die Anlage so ein, konfigurieren die Anlage, begleiten den Druckprozess manchmal über ein, zwei Tage, dass wir nachher sicherstellen können, die Druckqualität ist die, die der Anwender haben dürfte. Ihr habt 60.000 Tonnen Produktionsmenge gehabt auf dem Start. Janine, was hat es damit auf sich? Wie viel davon ist Druckfarbe ungefähr? Ich glaube, André hat sogar in seinem Vortrag gesagt, so around about 5.000 Tonnen sind davon Druckfarbe, die wir im jährlichen Umfang haben. Alles wasserbasierte Druckfarbe, Polyurethan habe ich gelernt, ist das Bindemittel. Wie wirkt sich das Bindemittel auf den Recyclingprozess aus? Das sind zwei Fragen. Wir haben zwei Bindemittel. Einmal für den Kontaktdruck-Laminierung ist es PU-basiert, wie alle anderen auch. Im Frontal haben wir Acrylate. Die sind beide für Recyclingprozesse geeignet, beide gleichermaßen. Wenn wir jetzt im Vergleich zur NC sprechen, sind wir besser. Die Lösemittelleute haben ja auch PU-Farben, die sind genauso gut. Wenn du sagst, es ist besser als NC-Farbe, heißt das, die Recyclingfähigkeit ist von Acrylate- oder PU-basierten Wasserfarben besser als von NC-Farben? Wir haben einen homogeneren Plastikfilm, keine Stippen, keine Streifen und vor allem keine Nitrosofarbstoffe. Im Vortrag von Frau Pinter – man sollte sie Printerin nennen – haben wir gelernt, dass das Recycling von NC-Farbe Probleme macht, dass sogar auch im Bio-Essay Ausschläge zu sehen sind, auch in der GC-MS-Analyse Schadstoffe zu sehen sind. Sie hat gesagt, alles das, was braun wird beim Recycling, sollte man vermeiden. Beim Wasserfarben passiert das gar nicht? Das kann man glaube ich so nicht sagen. Es ist im Recycling-Thema eng zu betrachten und wir haben auch da sicherlich ein Thema, was wir weiter noch entwickeln müssen und auch noch weitere Erfahrungen sammeln müssen. Aber wir sind auch der Meinung, es muss weiterhin gedruckt werden. Also wir können jetzt nicht einfach die Verpackung mit dem QR-Code hinstellen, das wird irgendwann mal passieren, aber bis dahin wird auch glaube ich noch eine ganze Menge gedruckt und dann müssen wir halt eine Lösung finden, dass es gut recycelfähig wird. Großes Thema war auch CO₂, Ökobilanz und so weiter. Janine, wie sieht das ganz grob aus für die Wasserfarben im Vergleich zu den anderen Farben? ### Abfallreduktion und Effizienzgewinne Gib uns mal einen Daumen wert. Ja, deutlich besser natürlich. Was soll ich jetzt auch anderes sagen? Also wir haben zwar eine Wasseraufbereitungsanlage, aber bei uns fällt halt die thermische Nachverbrennungsanlage einfach weg und können letztendlich das restliche Wasser in den Gullideckel wiederführen oder der Kanalisation hinzuführen und der Rest wird verbrannt, der kleine Schlammrest, der da übrig bleibt. Das ist ja letztendlich nur so eine Paste, kann man fast sagen, die da überbleibt, die dann verbrannt werden muss. Grundsätzlich beim Drucker selber. Andre, du hast gesprochen davon mehr Luftmenge, niedrigere Temperatur. Jetzt kann man sagen, okay, was machen wir mit der mehr Luftmenge denn, wo bleibt das Ganze? Also du pustest mehr Luft drauf, das Wasser wird abgezogen und dann, was passiert? Erzähl’s mal dem Laien, der keine Ahnung hat. Ja, da fragst du jetzt nicht unbedingt den richtigen, aber du musst einfach mehr in der Luftförderung auf das Substrat bringen, auf die Farbe bringen, damit die Farbe antrocknet. Das heißt also in den Zwischenstationen in der Druckmaschine als auch in der Endkammer. Da ist das Volumen wichtig im Vergleich zum Lösemittelverfahren. Wenn wir das richtig eingestellt haben, ist die Temperatur, wie gesagt, nicht ganz so wichtig und dann haben wir ein gutes Ergebnis und das trocknet vernünftig an und wir können Farb auf Farb aufbauen auf der Druck. Vermutung liegt nahe, dass durch niedrige Temperatur weniger Energie verbraucht wird. Das wird jetzt gemacht, obwohl Wasser ja eine höhere Siedeenergie braucht als ein Lösemittel. Deswegen haben wir uns ja damals mal für Lösemittel entschieden bei den Lösemittelverfahren. Du willst was dazu sagen. Erklär uns auf, was hat es genau damit auf sich? Wir haben ja zwei Punkte gehabt. Der hat es auch in einem Satz erwähnt, die Farbformulierung. Wir haben Bindemittel, was das Wasser unheimlich schnell rauslässt. Das ist ein Geheimnis. Deshalb brauchen wir nicht diese große Power. Und wenn man über Hitze spricht, zu heiß auf PE, dann schrumpft der Film. Das ist auch schlecht. Und wenn man jetzt dieses Trocknungssystem sieht, dann geht das Wasser in die Umluft. Wenn es 70–80 % Luftfeuchtigkeit hat, wird es schwierig. Also wir brauchen den Luftaustausch. Aber das Wasser bleibt in der Umwelt, da passiert nichts. Und es geht auch nur Wasser raus. Kein VOC, hast du erwähnt, habe ich gelernt. ### VOC-frei: Sicherheit und Gesundheitsvorteile Was ist VOC? Warum ist das gut, wenn es nicht dabei ist? Es kann nicht verbrennen. Es kann nicht explodieren. Es kostet mich nichts. Der Mitarbeiter atmet die Dämpfe nicht ein. Also es gibt viele Vorteile. Warum VOC-frei? Das ist auch eine Forderung von vielen. Immer mal wieder. Auch für diese Industrie sind eure Druckfarben ja geeignet. Also ihr könnt auch Lebensmittelverpackungen selbstverständlich, muss man fast sagen, mit Wasserfarben herstellen, oder? Absolut, ja. Und da sind wir ganz akribisch dabei, das nach vorne zu bringen, auch die Wasserfarbe. Was sind die nächsten Schritte? Man muss auch nach vorne gucken. Ihr seid noch nicht fertig. Ihr habt immer gesagt, wer sich dafür entscheidet, auf Wasserfarben umzustellen. Also ihr wollt wahrscheinlich eher dem Lösemittelfarben den Kampf ansagen und das auf Wasserfarbe umstellen. Was wären dann die ersten nächsten Schritte, wenn jemand jetzt anfangen will? Also erstmal, wir haben den Markt der flexiblen Verpackungen, also unseren strategischen Markt, ausgewählt. Wir sehen da für uns gute Wachstumspotenziale. Wir begleiten aktiv den Kunden auf Wasserfarbe. Erstmal müssen wir überzeugen, dass Wasserfarbe unter Umweltaspekten die bessere Wahl für ihn ist. Wenn er schon eine Anlage hat, die auf Lösemittel läuft, und er entscheidet sich für Wasserfarbe, begleiten wir ihn eng und wollen aber auch in Kundenprojekte einsteigen, zusammen mit OEMs, zusammen mit anderen Partnern, wo es um neue Maschinen geht, wo wir gleich sagen, da möchten wir direkt auf Wasser setzen. Oder da sollte auch der Endkunde und der Brand auch noch auf Wasser setzen. Das ist ein ganz wichtiger Aspekt dabei. Ganz kurz: Wir haben auch einen Fünf-Schritte-Plan zur Umstellung extra erarbeitet. Könnt ihr gerne auf uns zukommen. Bei Fragen geben wir den auch gerne raus. Also wir haben da uns schon ein paar Gedanken zugemacht, wie wir die Kunden und Neukunden-Akquisitionen voranschreiten werden. Und haben so einen Fünf-Schritte-Plan entwickelt, der sich zeigen lässt. ### Umstiegsstrategien auf Wasserlacke Also es gibt etablierte Verfahren im Prinzip, wie man so eine Umstellung macht. Schöner ist es natürlich auf der grünen Wiese, was Neues, aber das geht ja auch nicht immer, weil die meisten natürlich sich auch weiterentwickeln. Genau. Letzte Frage. Geht auch ein zweigleisiges Umstellen, dass man sagt, man behält noch ein bisschen Lösemittelfarbe und geht auch auf Wasserfarbe. Wie ist das? Es geht. Wir haben auch Kunden, die das tun. Es verbrennt natürlich unheimlich viel Rüstzeit, Reinigungszeit, Vorbereitung. Es geht. Es ist nicht sinnvoll. Wir sind ein Fan, dass eine Maschine komplett auf Wasser läuft. Dann ist das besser. Aber gehen tut es generell. Repro muss angepasst werden. Prozesse müssen angepasst werden. Leute müssen geschult werden. Aber wir tun was Gutes für die Umwelt und natürlich für das Recycling. In diesem Sinne. Danach kann nichts mehr kommen. Dankeschön euch dreien. Danke. Vielen Dank. Und das war es schon wieder für heute. Ich hoffe, es war etwas Interessantes für Sie dabei. Und wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative für mehr Flexpack-Wissen werden möchten, melden Sie sich gerne bei mir unter ks at innoform.eu. Und nicht vergessen, diesen Podcast zu abonnieren, wo immer Sie Podcasts hören. Tschüss. Bis zum nächsten Mal. Ihr Karsten Schröder. **Kategorien:** Allgemein --- ### [Podcast mit Alina Kleiner: Fortbildung zum Packmittelexperten](https://inno-talk.de/alina-kleiner-fortbildung-zum-packmittelexperten/) **Published:** April 29, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** In dieser Episode der Inno-Talk-Podcastreihe von Innoform begrüßt Karsten Schröder die Expertin Alina Kleiner. Im Gespräch wird deutlich, wie praxisnah und strategisch sie das Thema Verpackungsgestaltung und Nachhaltigkeit betrachtet – sowohl in der Industrie als auch in der Weiterbildung. ## Verpackungsexpertise aus der Praxis – für die Praxis Alina Kleiner ist in mehreren Rollen aktiv, die sie mit ihrer Erfahrung im Verpackungsbereich verbindet: Als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Sustainable Packaging Institute (SPI) der Hochschule Albstadt-Sigmaringen sowie als Mitgestalterin und Dozentin in der Fortbildung zum „Packmittelexperten“, durchgeführt von der Wirtschaftsförderung Sigmaringen. Dort bringt sie ihr Wissen in die Entwicklung praxisorientierter Lehrformate ein – insbesondere mit dem Ziel, Fachkräfte entlang der gesamten Verpackungswertschöpfungskette weiterzubilden. ## Berufsbegleitende Qualifikation für die Verpackungswirtschaft Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die Fortbildung „Packmittelexperte“ – ein berufsbegleitendes Angebot, das für Techniker:innen, Laborpersonal, Einkauf und Qualitätssicherung sowie für alle, die sich mit nachhaltigeren Verpackungen beschäftigen möchten, entwickelt wurde. Ziel ist es, praxisrelevantes Wissen rund um Verpackungskonzepte, Materialwahl, Nachhaltigkeit und rechtliche Rahmenbedingungen kompakt und anwendungsnah zu vermitteln. Es wird deutlich, wie wichtig es ist, dass dieses Wissen nicht nur theoretisch, sondern konkret auf industrielle Prozesse abgestimmt ist. Die Fortbildung zum Packmittelexperten in Sigmaringen bietet praxisnahe Module, die auf die Bedürfnisse von Fachkräften in der Verpackungsbranche zugeschnitten sind. ## Die Lernmodule: 1\. Grundlagen Verpackungen 2\. Grundlagen Nachhaltigkeit 3\. Packstoffe und Packmittel o Kunststoffe o Papier, Pappe, Karton o Metall, Glas und andere 4\. Regulatorische Rahmenbedingungen, Standards und Empfehlungen (ausschließlich online) 5\. Verpackungsprozesse und -technologien 6\. Projekt- und Qualitätsmanagement 7\. Case Studies und Workshop-Anwendung des erlernten Wissens auf praxisnahe Fallbeispiel Der Abschluss der Fortbildung erfolgt durch einen mündlichen Leistungsnachweis. Kooperation zwischen Forschung, Wirtschaftsförderung und Industrie Das Gespräch macht deutlich: Die Verbindung zwischen angewandter Forschung, öffentlicher Bildungsförderung und industrieller Realität ist ein wichtiger Baustein für nachhaltige Verpackungslösungen. Alina Kleiner sieht hier großes Potenzial in regionalen Kooperationen, wie sie in Sigmaringen entstehen – mit engem Bezug zur Industrie und dem Anspruch, Innovation und Qualität zu verbinden. **Jetzt reinhören:** ## Fazit Die Folge zeigt eindrucksvoll, wie Weiterbildung in der Verpackungsbranche konkret und wirksam gestaltet werden kann – mit erfahrenen Fachleuten wie Alina Kleiner, die an der Schnittstelle von Lehre, Wirtschaft und Technologie arbeiten. Der Inno-Talk bietet somit nicht nur einen Einblick in aktuelle Bildungsinitiativen, sondern auch einen Ausblick auf den steigenden Stellenwert von Fachkompetenz in einer sich wandelnden Branche mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit. *Klicken Sie au für weitere Informationen :* [![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/04/image-11-1024x169.png)](https://packmittelexperten.de/)Anmeldungen zur Fortbildung zum Packmittelexperten sind ab sofort möglich. ## Keine Folge mehr verpassen! Abonniere jetzt deinen Lieblings-Podcast auf deiner Lieblings-Plattform und genieße neue Episoden automatisch. [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) ### Verwandte Episoden - [Fortbildung zum zertifizierten PackmittelEXPERTEN](https://inno-talk.de/fortbildung-zum-zertifizierten-packmittelexperten/) - [Fortbildung zum Packmittelexperten für nachhaltigere Verpackungskonzepte](https://inno-talk.de/fortbildung-zum-packmittelexperten-fuer-nachhaltigere-verpackungskonzepte/) - [Alina Ott zu Digitalen Produktpässen – auch für Flexpack](https://inno-talk.de/alina-ott-zu-digitalen-produktpaessen-auch-fuer-flexpack/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Heute begrüße ich im Innoform-Podcast Alina Kleiner. Sie spricht über den Kurs Packmittel-Experten, Packmittel-Expertin, und was das Thema Nachhaltigkeit in diesem Kursus für eine Rolle spielt. Wir reden über die Referenten vom Sustainable Packaging Institute, die diesen Kursus hybrid durchführen werden. Das heißt, Teilnehmer können vor Ort, aber auch online teilnehmen. Und warum sich diese drei Monate intensiven Lernens rund um das Thema Packmittel- und Verpackungstechnik lohnen werden. Wer daran teilnehmen soll und was es kostet. Hören Sie rein in diese kurze Episode mit Alina Kleiner. Heute begrüße ich Alina Kleiner von WFS. Hallo Frau Kleiner. Hallo Herr Schröder, freut mich, dass ich da sein darf. Ich freue mich auch. Ich kenne eigentlich nur Ihren Kollegen, den Markus Schmid aus SIGMA Ring. Wir machen schon eine ganze Weile gemeinsam Seminare. Innoform möchte gerne SIGMA Ring auch unterstützen so ein bisschen. Sie machen sehr tolle Forschungsprojekte zum Thema Nachhaltigkeit, aber WFS steht ja nicht für die Hochschule. Was bedeutet WFS? Ja, vielen Dank, dass Sie fragen. WFS steht für Wirtschaftsförderung SIGMA Ringen und die Wirtschaftsförderung SIGMA Ringen betreibt den Innovationscampus SIGMA Ringen, auf dem zum Beispiel auch die Forschungsfabrik mit dem Sustainable Packaging Institute der Hochschule angesiedelt ist. So kam es eben auch, dass die Wirtschaftsförderung zusammen mit dem SPI von 2021 bis 2024 ein Projekt gestartet hat, um ein Fortbildungskonzept für Packmittel-Experten zu entwickeln. Und darüber werden wir heute ja auch sprechen. Ganz genau. SPI haben Sie schon so englisch ausgesprochen. Ist das eine mehrsprachige Uni oder ist das auf Deutsch? Wie funktioniert das? Grundsätzlich zu der Uni SPI wollte ich erst mal hören. Genau. Also das SPI, das Sustainable Packaging Institute, gehört zur Hochschule ab Stadt SIGMA Ringen. Das ist zunächst mal an sich eine deutsche Hochschule. Wir bieten aber auch komplett englischsprachige Masterstudiengänge an. Und auch in den Bachelorstudiengängen gibt es teilweise englische Vorlesungen. Also es wird zunehmend internationaler sozusagen, weil es ja auch einfach für den Beruf später mal wichtig ist. Und gerade wenn man dann in der Forschung tätig wird, ist Englisch ja eigentlich die Hauptsprache. ### Doppelrolle bei WFS und SPI Genau. Sie haben ja eine Doppelrolle. Sie sind ja einmal beim WFS unterwegs, aber auch beim SPI. Was genau tun Sie denn? Genau. Also ich habe damals als dieses Projekt PAK mit, wo das Fortbildungskonzept für die Packmittel-Experten entwickelt wurde, bei der WFS angefangen, das Projekt zu bearbeiten. Es war dort ja aber auch schon in Kooperation mit dem SPI. Und ich habe danach meinen Master auch angefangen, am SPI zu arbeiten. Bin also an beiden Stellen tätig. Bei der Wirtschaftsförderung betreue ich jetzt einfach noch die entstandene Fortbildung zum Packmittel-Experten, weil ich sie damals ja auch mitentwickelt habe und dann bei der WFS auch zur Marktreife gebracht habe. Und am SPI arbeite ich in unterschiedlichen Forschungsprojekten zu nachhaltigeren Verpackungskonzepten. Da haben wir ja einige, wie Sie es vorhin auch schon angesprochen haben. Und habe da auch ein tolles Team um mich herum, von denen ich auch manche nachher noch vorstellen werde, wenn wir vielleicht über die Dozenten der Fortbildung noch sprechen. Da kommen wir ganz bestimmt noch hin. Ich kann auch wirklich sagen, der Spirit, der ist wirklich toll. Das ist ja oft quasi eine Start-up-Uni, wenn man so will. So lange gibt es das ja noch gar nicht. Ich glaube, Markus Schmid hat das mitgegründet oder war einer der ersten Professoren sogar. Ist das richtig? Der Markus Schmid hat das SPI, also dieses Forschungsinstitut an der Hochschule, mitbegründet. Es gibt auch noch andere Forschungsinstitute an der Hochschule. Die Hochschule an sich gibt es schon ziemlich lange. Nur eben das SPI ist noch ziemlich jung mit Gründungsjahr 2018. Da sprechen wir indirekt gleich noch weiter drüber. WFS ist aber heute das Thema eigentlich. Wir wollen heute auch ein bisschen besser kennenlernen: Wirtschaftsförderung Sigmaringen. Ich habe schon gesehen, knapp 18.000 Einwohner. Das steht da gleich auf der Website. Wir verlinken das natürlich auch alles in den Show Notes. Das kann jeder dann noch mal nachlesen. Aber was macht WFS eigentlich für Sigmaringen und in Sigmaringen? ### Wirtschaftsförderung Sigmaringen Fachkräfte Genau, die Wirtschaftsförderung verwaltet nicht nur den Innovationscampus, wie ich vorhin gesagt habe, sondern, wie es der Name schon sagt, ist auch dafür zuständig, die Wirtschaft in Sigmaringen zu fördern. Also zum Beispiel auch Gründer hierher zu holen. Am Innovationscampus gibt es auch das Start-up-Zentrum, wo Gründer sich anmieten können. Es geht auch darum, generell in der Stadt Sigmaringen Gewerbe anzusiedeln. Auch hier oben auf dem ehemaligen Kasernengelände. Also einfach die Wirtschaft in Sigmaringen vorantreiben. Fachkräfte hierher locken und sie auch halten. Alles darum rum. Hochspannend. Jetzt sind wir schon ein bisschen abgewichen vom Skript. Aber so ist das immer bei Podcasts, die man live aufnimmt. Jetzt wollen wir aber über die Fortbildung sprechen, für die ich mich ja auch wirklich engagieren möchte. Ich finde das ganz toll, dass da wieder eine Initiative entsteht, um Packmittel-Experten, Fachverpackungsexperten auszubilden. Was genau hat das eigentlich mit dieser Ausbildung auf sich? Nun ja, wir haben einfach am Institut auch gemerkt, dass da ein großer Bedarf in der Industrie da ist, ganzheitliche Informationen zum Thema nachhaltigere Verpackungen zu bekommen. Und deshalb haben wir uns auch dazu entschieden, ein Forschungsprojekt eben zu beantragen, indem wir mal so ein Fortbildungskonzept entwickeln können, um zu schauen, was sind denn die Bedarfe der Industrie? Wo ist denn der Informationsbedarf? Und wie kann man diesem gerecht werden? Und so ist dann eben die Fortbildung zum Packmittel-Experten entstanden. Und was ist dann bei rausgekommen? Welche Inhalte bieten Sie jetzt tatsächlich an? Genau, die Fortbildung besteht aus sieben Schulungsmodulen. Also das ist jetzt schon ganz schön umfangreich geworden. Aber wir bieten da wirklich ein ganz breites Spektrum an, zum Beispiel im Modul Grundlagen Verpackungen. Da geht es um die physikalischen und chemischen Eigenschaften von Packstoffen, um Gas- und Aromapermeation, um andere Wechselwirkungen zwischen Verpackungen, dem verpackten Produkt und der Umwelt. Dann gibt es das Modul Packstoffe und Packmittel. Untergliedert in alle Packstoffgruppen – Kunststoffe, Papier, Papierkarten, Glas, Metall. Dazu die Rohstoffquellen, die Herstellungsverfahren, die Einsatzmöglichkeiten. Das dritte Modul ist das Modul Verpackungsprozesse und Technologien. Wie der Name schon sagt, geht es da um Verpackungsprozesse, aber auch um End-of-Line-Operations, um thermisch behandelte Verpackungen. Auch zum Beispiel besondere Verpackungskonzepte wie smarte Verpackungen. Dann soll es ja um nachhaltigere Verpackungen gehen. ### Nachhaltigkeit und PPWR Regularien Deshalb gibt es auch das Modul Grundlagen Nachhaltigkeit. Dort werden Dimensionen, Modelle und Strategien von Nachhaltigkeit adressiert. Und diese dann in den Verpackungskontext gesetzt. Auch nachhaltigere Designstrategien für Verpackungen, Nachhaltigkeitsbewertung und Nachhaltigkeitskommunikation wird angeschnitten. Und was die Branche im Moment ja natürlich sehr bewegt, ist die PPWR. Deshalb gibt es auch ein Modul regulatorische Rahmenbedingungen. Auch ohne die PPWR war dieses Modul schon wichtig, weil es einfach zahlreiche Regularien im Bereich Verpackungen und Nachhaltigkeit gibt. Klar, der Fokus der Diskussionen im Moment liegt auf der PPWR, aber in diesem Modul werden auch viele andere europäische und nationale Gesetzgebungen und auch unterschiedliche internationale Standards behandelt. Und weil so eine Verpackungsoptimierung immer auch ein Projekt ist, schadet es auch nicht, ein paar Grundlagen zu Projektmanagement und Qualitätsmanagement mitzubekommen, was das sechste Schulungsmodul ist. Und um dann das ganze erlernte Wissen aus den bisherigen Schulungsmodulen anzuwenden, gibt es das siebte Modul die Case Studies, wo wir in Workshops an Fallbeispielen dann so eine Verpackungsoptimierung erarbeiten. Das ist ja eine unheimlich umfassende Ausbildung. Man kann natürlich nicht überall in die Tiefe gehen. Würden Sie sagen, es gibt einen Schwerpunkt beim Thema Nachhaltigkeit? Das habe ich jetzt gerade so ein bisschen rausgehört, oder? Wir versuchen schon in allen Schulungsmodulen, auch in denen, die jetzt nicht Grundlagen Nachhaltigkeit heißen, immer den Nachhaltigkeitsfokus zu haben. Das ist ja auch das Ziel der Fortbildung, nachhaltigkeitsorientierte, optimierte Verpackungen am Ende mitgestalten zu können. Und dazu muss man natürlich alle diese Inhalte vor dem Hintergrund einer nachhaltigeren Verpackungskonzeptionierung einfach betrachten. Diese nebenberuflichen Fortbildungen, so eine ist es ja wahrscheinlich dann vordergründig erst mal, brauchen ja immer einen großen Praxisbezug. Wie stellen Sie den her? Wir versuchen wirklich konkrete Fragestellungen aus der Industrie auch zu bearbeiten. Die Teilnehmenden können sehr gerne auch eigene Fragestellungen mitbringen, gerade beispielsweise im Modul Case Studies. Das findet ganz zuletzt statt. Da geben wir dann gerne schon am Beginn der Fortbildung die Möglichkeit, dass die Teilnehmenden ihre eigenen Fallbeispiele auch mitbringen können, die sie dort gerne behandeln würden. Und natürlich sind die Inhalte und die Präsentationen für die Fortbildung schon vorgefertigt. Da gibt es unterschiedliche Praxisbeispiele. Aber die Fortbildung lebt auch einfach von den Diskussionen der Teilnehmenden, die ihre eigenen Erfahrungen und Fragen an der Stelle mitbringen. Und so wird dann der Praxisbezug ganz von alleine auch noch hergestellt. Und das spricht ja eigentlich sowieso auch für das Institut für die Hochschule in Sigmaringen. Das habe ich schon in anderen Seminaren usw. auch so erlebt, dass eben auch viel Interaktion stattfindet. Das bringt mich natürlich zur nächsten Frage: Wie läuft denn sowas ab? ### Präsenzfortbildung in Sigmaringen Müssen die Teilnehmer vor Ort sein? Wird das remote stattfinden? Weil das ist ja auch immer ein bisschen schwierig. Sigmaringen ist noch nicht gerade der Nabel der Welt, wenn ich das so sagen darf. Man kommt da nicht so einfach hin. Man muss Spaß haben an schöner Landschaft. Dann ist man da genau richtig aufgehoben. Wie läuft das? Ja, da haben Sie schon recht und gut, dass Sie fragen. Ich würde Sigmaringen auch nicht als Nabel der Welt bezeichnen. Ich persönlich bin gerne hier und man hört mir ja auch ein bisschen an, dass ich hier lebe. Uns ist es bewusst und wir haben ja gerade schon gehört, wie umfangreich die Module sind. Es sind insgesamt 12 Termine. Und dafür, 12 Termine auch die Zeit auch zu bringen, immer hierher zu kommen, ist sicher nicht für jeden möglich. Deshalb versuchen wir das so flexibel wie möglich zu gestalten. Also alle Module bis auf das Regulatorikmodul werden vor Ort am Innovationscampus angeboten, sodass es immer die Möglichkeit gibt, in Präsenz teilzunehmen und einfach auch zu netzwerken. Weil das aber natürlich nebenberuflich nicht immer möglich ist, kann man zusätzlich jederzeit auch online, beispielsweise teilnehmen. Und wir haben versucht, die Termine auch so zu legen, dass die ersten beiden Termine und die letzten beiden Termine der Fortbildung an zwei direkt aufeinander folgenden Tagen liegen, sodass es sich für Personen mit weiterer Anreise dann auch lohnt, einmal anzureisen, am Anfang auch die anderen Teilnehmer kennenzulernen, da die Möglichkeit zum Netzwerken zu nutzen und dann zum Abschluss dann doch auch nochmal zusammenzukommen und vielleicht die Fortbildung auch noch ein bisschen Revue passieren zu lassen. Also wir versuchen da jedem so nah wie möglich entgegenzukommen, damit die Teilnahme möglich ist. Und selbst wenn man beispielsweise auch mal an einem Termin oder mehrere Termine gar nicht teilnehmen könnte, weil es aufgrund anderer beruflicher Termine nicht möglich ist, dann bekommt man die Unterlagen zur Verfügung gestellt, man kann sich selbst einarbeiten, auch Rückfragen stellen. Also da versuchen wir einfach so flexibel wie möglich zu sein, weil wir jedem, der sich ganz weiterbilden möchte, auch die Möglichkeit dazu geben wollen. Das zeigt eigentlich auch schon, wie modern die Hochschule auch ausgestattet ist. Wir kennen das auch. Wir machen auch unsere Seminare in Sigmaringen hybrid. Also Leute können vor Ort netzwerken, die Übung wirklich real machen oder eben auch sich zuschalten und beides hat seinen Charme. Manche sind nicht reisefähig, weil gerade kleine Kinder da sind vielleicht oder weil gerade eben die Firma es auch im Moment einfach nicht zulässt. Kleine Unternehmen sind ja sicherlich auch eine Hauptkundenklientel für dieses Seminar. Da wird der Maschinenbediener oder der Meister natürlich auch gebraucht. Sind das denn Module, die dann am Wochenende stattfinden oder ist das in der Woche geplant? Machen Sie mal ein bisschen konkreter. Ja, gerne. Wir haben die Termine extra versucht, ein bisschen zu entzerren, damit es nicht zwei Wochen am Stück stattfindet, weil ich denke, das wäre deutlich schwieriger planbar. ### Zeitrahmen zwei bis zweieinhalb Monate Wie gesagt, die ersten und die letzten beiden Termine an zwei direkt aufeinander folgenden Tagen. Aber ansonsten versuchen wir, einen Wochenrhythmus einzuhalten. Also dass ein Termin pro Woche stattfindet. Meistens liegt das auf einem Freitag, weil erfahrungsgemäß freitags vielleicht nicht so viele Regeltermine liegen und man dann vielleicht auch mit der An- und Abreise das etwas besser planen kann. Und so wird die ganze Fortbildung etwa auf einen Zeitraum von zwei bis zweieinhalb Monaten entzerrt. Und so ein Tag ist dann von morgens acht bis abends um 17 Uhr, so wie wir es von der Berufsschule vielleicht kennen? Oder wie läuft das? So kann man es fast sagen. Wir beginnen eigentlich so zwischen neun und zehn für die Personen, die morgens anreisen, damit die nicht ganz so früh rausmüssen. Und das Ende wird dann so gegen 16, 17 Uhr sein. Ich glaube, viel länger kann man sich dann bei diesem inhaltlichen Input auch gar nicht mehr konzentrieren. Von daher versuchen wir das auch didaktisch angenehm zu gestalten an der Stelle. Also wäre ich jetzt nicht 58, sondern 28, würde ich mich natürlich sofort anmelden. Was kostet das denn und was habe ich davon, wenn ich das jetzt tue? Die Fortbildung kostet 4.950 Euro für die gesamte Teilnahme. Und der Nutzen für die Fortbildung ist auf jeden Fall ganz klar. Wer wirklich ganzheitlich nachhaltigere Verpackungskonzepte gestalten möchte, bekommt dafür in der Fortbildung die erforderliche Informationsbasis. Man hat die Experten, das SPI, einfach als Ansprechpartner, um auch konkrete Fragestellungen zu klären. Man kann auch nochmals Kontakte mit anderen Unternehmen knüpfen, die vielleicht vor ähnlichen Herausforderungen stehen und auch an der Stelle einfach weiterkommen. Und wir sehen es jetzt gerade mit den drängenden Diskussionen zur PPWR auch. Die Nachhaltigkeit von Verpackungen ist so ein zentrales Thema. Auch Verbraucher fordern immer mehr Nachhaltigkeit. Auch wenn das, was die Verbraucher fordern, vielleicht nicht immer nachhaltiger ist. Es ist wirklich so ein Spannungsfeld, in dem nachhaltige Verpackungen an der Stelle stehen. Und da braucht es wirklich ein fundiertes Wissen, das vor allem auch interdisziplinär ist. Und das bietet die Fortbildung in jedem Fall. Das ist auch der Unterschied zu dem, was wir bei Innoform machen. Wir machen sehr punktuelles Wissen. Da ist jemand, der muss jetzt genau einen bestimmten Paragrafen der PPWR im Detail verstehen und sich auch absichern, dass andere das auch so verstehen. Das machen wir. Und ihr macht ja jetzt quasi den großen Bogen. Dann kommt das dann zum Abpackprozess und dann nachher sogar bis zur Entsorgung. ### Ganzheitliches Verpackungswissen vermitteln Das verstehe ich richtig, oder? Genau, das trifft es sehr gut. Und das war auch mit so einer Idee hinter der Fortbildung. Es gibt ja unfassbar viele Seminare, Workshops usw. Meistens zu ganz spezifischen Themen. Aber wir haben gesagt, okay, es braucht auch dieses Gesamtpaket, was dann natürlich zeitlich und finanziell deutlich intensiver ist. Da sind wir uns auf jeden Fall bewusst. Aber wenn man wirklich in der Breite das Thema angehen möchte, ist das eine ganzheitliche Grundlage. Diese kann man ergänzen mit punktuell in die Tiefe gehenden Workshops, Seminaren usw. Aber zunächst braucht es einfach mal das Wissen in der Breite. Mich fasziniert ja dieses Verpackungswissen auch seit über 35 Jahren. Dieses Interdisziplinäre habe ich bei euch auch ein bisschen rausgehört. Ist das etwas auch, wo ihr einen Fokus drauf liegt oder macht ihr nur etwas für die Milchwirtschaft, weil bei euch halt viele Kühe stehen? Wie läuft das? Nein, wir versuchen das auf jeden Fall interdisziplinär zu machen. Zum einen mal in dem Sinne, dass wir jetzt nicht nur in Anführungszeichen Materialkunde machen, sondern eben auch in das Thema Nachhaltigkeit reingehen, Nachhaltigkeitsbewertung, Regulatorik, Projekt- und Qualitätsmanagement, also schon von den Themen, aber auch versuchen, die ganze Life-Science-Industrie abzudecken. Also Lebensmittel, Kosmetik, Pharmaindustrie. Da gibt es unterschiedliche Fallbeispiele, die auch gerne dann die Teilnehmenden mitbringen können. Und so versuchen wir wirklich auch, unterschiedliche Industrien abzudecken. Und auch mit den produzierenden Versuchen werden wir an der Stelle einfach interdisziplinär uns aufzustellen. Hochspannend. Also es geht gar nicht darum, was verpackt wird, sondern es geht wirklich darum, wie mache ich es optimal für das Packmittel, was da eingepackt werden soll. Und auch das Packmittel ist eigentlich flexibel. Das heißt, ich habe eben schon gehört Karton, Glas, Folie. Wir machen bei Innoform ja nur Folienverpackung. Flexpack nennen wir das ja, aus Papier oder aus Folie oder Aluminium. Und bei euch ist sowohl Material eigentlich flexibel, als auch das Packmittel selber. Ob es dann nachher eine Dose wird oder ein Getränkekarton oder eben ein Beutel, oder? Genau, das ist total flexibel, weil man soll ein allgemeines Werkzeug und Tool mit an die Hand bekommen, um Verpackungen in der gesamten Life-Science-Industrie nachhaltiger gestalten zu können. Weil das Prinzip oder die Vorgehensweise, wie man an so eine nachhaltigere Verpackungsgestaltung rangeht, ist dasselbe. Die Anforderungen von den Produkten, die sind dann immer unterschiedlich, klar. Aber die geht es eben zu erfüllen. ### Packstoffe und Verpackungskonzepte testen Die muss man zunächst mal rausfinden. Und dann zu wissen, welche Packstoffe, welche Packmittelverpackungskonzepte können diese Anforderungen erfüllen, um den erforderlichen Produktschutz zu gewährleisten und dadurch dann eben auch nachhaltigere Verpackungskonzepte zu gestalten, die im besten Fall noch kreislauffähig sind und oder auch biobasiert. Also wirklich ein allgemeines Tool, das nicht auf ein spezielles Produkt oder einen speziellen Packstoff spezialisiert ist, sodass man dann dieses Wissen ins eigene Unternehmen tragen kann, gerne spezifisch auch für die Produkte und Verpackungskonzepte, die in dem Unternehmen angewendet werden. Aber theoretisch könnte man mit diesem Wissen ja auch andere Unternehmen unterstützen. Und das wäre ja toll, wenn dieses Wissen auf diese Weise dann multipliziert wird. Ganz spannende Sache. Ist das denn von der Zielgruppe dann eher eine typische Verpackungsingenieur, der jetzt bei Nestle, Unilever eine Lebensmittelverpackung designen muss oder bei Chicco, was weiß ich, eine Sockenverpackung? Oder ist es einer, der wirklich auch eine Verpackung herstellt, einer, der bei Tetrapack oder SIG arbeitet oder vielleicht bei Mondi Packaging oder so etwas? Was ist eure Zielgruppe? Also die Fortbildung richtet sich eigentlich an alle, die sich schon in irgendeiner Weise mit Verpackung beschäftigen oder dies gern intensiver tun möchten. Das können Verpackungsingenieure sein oder Verpackungshersteller, aber auch Leute aus dem Qualitätsmanagement von Verpackungsunternehmen oder Unternehmen, die abpacken. Genauso wie Umwelt- oder Nachhaltigkeitsmanager, für die das Thema Verpackung und nachhaltigere Verpackung vor allem relevant ist. Ein bisschen Vorwissen in die Fortbildung mitzubringen ist auf jeden Fall hilfreich. Aber wir versuchen da jeden abzuholen, egal aus welcher Branche man dann an der Stelle kommt. Wir wissen ja alle, dass gerade in der hessischen Lebensmittelindustrie das oft so hands-on sich entwickelt hat. Die Leute sind da reingerutscht, weil sie eine Neigung hatten, sich mit Verpackung bei Verpackungsmaschinen oft zu beschäftigen. Dann kriegen die plötzlich so das Zertifikat, du bist unser Verpackungsexperte. Das sind also Leute, die ihr auch ansprechen, aber auch Leute, die vielleicht Verpackungen verkaufen, die selber Folienverpackungen herstellen und dann zum Kunden gehen und sagen, Mensch, deine Molkerei, deine Käseverpackung ist aber viel zu dick, mach die mal dünner, ist sie nachhaltiger und kannst sie besser recyceln. So in der Richtung, verstehe ich das. Ganz genau. Das Interdisziplinäre hatten wir schon ziemlich besprochen. Ist denn dann Schwerpunkt festzustellen hinsichtlich Maschinentechnik und Material- und Füllgut? Oder ist es wirklich mehr oder weniger ausgeglichen, dass ihr sagt, wir gucken eigentlich mehr auf die Nachhaltigkeit, auf das gesamte verpackte Gut und tangieren dann eigentlich alle Stufen. Wie ist das? Wir versuchen das relativ ausgeglichen zu machen. Mein Gefühl von den Inhalten der Fortbildung sagt mir, dass Mehrgewicht auf den Materialien liegt, dass dazu etwas mehr vermittelt wird als zur Maschinentechnik. Wir adressieren auch Aspekte, wie sind denn nun neuartige Packstoffe auf denselben Maschinen dann auch gängig, wie ist es mit der Siegelfähigkeit, mit der Bedruckbarkeit usw. Aber ich würde sagen, dass etwas mehr Gewicht auf den Materialien liegt, allerdings immer vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit einfach. Wir sehen ja auch in der Praxis, dass oft die Materialfragen viel, viel betonter werden, auch bei unseren Fragerunden bei den Veranstaltungen, als Maschinenfragen. Maschinenfragen kann man doch relativ klar. Man sieht, was passiert, wenn ich jetzt mehr Temperatur gebe oder nicht. Aber beim Material weiß man eben oft nicht, was passiert, wenn ich statt einem Aluminiumoxid einen Siliziumoxid bei ihrem Material einsetze. ### Online-Tests nach jedem Modul Und das besprecht ihr da also auch. Genau, das muss man dann immer testen an der Stelle. An einer solchen Fortbildung liegt ja wahrscheinlich auch eine Prüfung. Gibt es irgendwie ein Zertifikat? Was hat man davon? Genau, wir haben uns das so überlegt, dass es nach jedem Modul so einen kleinen Online-Test in Form von Einsendaufgabe gibt. Da geht es auch gar nicht ums Benoten. Man muss den einfach bestehen. Und wir wollen damit auch einfach das Erlernte zu wiederholen erleichtern, und dass man drinnen bleibt in der Thematik, sich da nochmal ein bisschen durcharbeitet. Und ganz am Ende der Fortbildung gibt es dann eine mündliche Überprüfung. Da wird an einem Fallbeispiel so eine Verpackungsoptimierung dann mal durchgespielt, um einfach zu zeigen, dass das Erlerntewissen angewendet und auch kombiniert werden kann, um sich dann auch wirklich Packmittel-Experte oder Packmittel-Expertin nennen zu können. Ist es dann so, dass man auch mit einem eigenen Beispiel so eine Prüfung machen kann? Kann man also sein eigenes erlerntes Wissen mit einem eigenen Produkt vielleicht sogar schon vertiefen und das dann in einer Prüfung abfragen lassen? Oder sind das Dinge, die ihr vorgebt und sagt, pass mal auf, das sind hier unsere vier verschiedenen Packmittel? Geht mal damit los. Für die mündliche Prüfung würden wir die Fallbeispiele tatsächlich selbst vorgeben. Aber es gibt ja im Modul Case Studies die Möglichkeit, auch eigene Fallbeispiele mitzubringen. Dadurch kann man sich natürlich auch sehr gut auf diese mündliche Prüfung vorbereiten, weil das Prinzip, das dort durchgesprochen wird, dasselbe ist. Und wenn man dann in den Case Studies einfach so ein eigenes Fallbeispiel mitbringt, dann bringt es natürlich auch auf jeden Fall einen Mehrwert für alle Teilnehmenden, wenn man hier ganz konkrete Praxisbeispiele hat. Für die Zukunftsperspektive: Warum sollte ich das machen, wenn ich jetzt 28 wäre und nicht 58? Warum sollte ich jetzt bei euch mich anmelden und wann geht es überhaupt los? Also aus Interesse kann man das natürlich in jedem Alter machen und wenn man sich vielleicht einfach noch ein paar Jahre jetzt da noch was dazu verdienen möchte oder gerne da aktiv für so ein Unternehmen unterstützt, dann würde ich da jetzt gar nicht eine gewisse Altersgrenze setzen. Aber natürlich gerade als junger Mensch hat man dann einfach die Möglichkeit, die Verpackungsindustrie mitzugestalten, zu einer nachhaltigeren Verpackungsindustrie vor allem mitzugestalten. Und die nächste Durchführung startet am 29. September diesen Jahres. Und wir freuen uns auf alle, die sich für das Thema nachhaltigere Verpackungen interessieren und einfach die Verpackungsindustrie nachhaltiger gemeinsam gestalten möchten. Sind das eher Privatpersonen, die jetzt quasi sich anmelden, oder sind das eher Firmen, Personalabteilung, die dann ihre Mitarbeiter anmelden? Wie erwartet ihr das? Ich glaube, das ist ganz unterschiedlich. Wer da selbst so einen intrinsischen Antrieb hat und sagt, ich möchte jetzt Packmittel-Experte werden und mich damit beispielsweise auch selbstständig machen. Solche Personen können natürlich als Privatperson teilnehmen. Aber ich vermute, dass der größere Teil Personen sein werden, die sozusagen über das Unternehmen oder vom Unternehmen aus teilnehmen, weil sie im Unternehmen selbst einfach ihre Verpackungen optimieren möchten. ### Selbstständigkeit und Karrierechancen danach Ob sich dann danach eine selbstständige Tätigkeit daraus ergibt, das bleibt natürlich offen. Aber das kann ganz bunt gemischt sein, wie ich davon ausgehe. Es gibt ja auch ganz viele Start-ups im Bereich Lebensmittel, aber auch Beauty und so weiter. Die haben ja auch alle immer ein Verpackungsproblem. Wenn da jetzt so jemand wäre, der zum Beispiel eine neue Creme entwickelt hat, die biologisch abbaubar und verträglich und was weiß ich ist, und der möchte jetzt eine plastikfreie Verpackung, aber mit einer langen Haltbarkeit. Ist das jemand, der sich bei euch anmelden sollte oder ist das eher ein Thema, wo er sagt, nee, das ist eigentlich nicht das, was man bei uns lernt? Für diesen konkreten Anwendungsfall könnte man dann natürlich in den Case Studies behandeln und die Fortbildung hilft an der Stelle auf jeden Fall, das Grundthema Verpackungen zu verstehen und sich auch zu überlegen, okay, was wäre denn für mein Produkt eine nachhaltige Verpackung? Vielleicht ist die kunststofffreie Verpackung an der Stelle gar nicht das wirklich Geeignete. Und um diese Umstellung oder Optimierung dann auch durchführen zu können, muss man das Grundverständnis ja zunächst mal haben. Daher kann ich es für solche Personen auf jeden Fall empfehlen, um dann mit diesem Wissen dieses konkrete Problem oder diese Anforderungen angehen zu können. Fällt mir spontan ein ganz lustiges Beispiel ein. Wir haben für Koro einen Podcast aufgenommen. Koro ist ja so ein Online-Drogeriemarkt und deren Nachhaltigkeitsbeitrag war, dass die einfach immer eine ganz leichte, sprich Folienverpackung nehmen und immer eine besonders große, sodass man einfach nicht so viele Verpackungen hat. Und damit haben die schon so einen wahnsinnigen Nachhaltigkeitsimpact gehabt, ohne plastikfrei, ohne alles. Die haben es ganz einfach gemacht und haben jetzt gesagt, okay, wir bringen unsere leeren Verpackungen, spezialisieren wir und bringen die jetzt nach Malaysia, wo irgendwelche Nüsse gepflückt werden und getrocknete Mango oder so abgepackt werden, aber dann in großen Behältern. So was würde man bei euch lernen? Wie das funktioniert und ob das sinnvoll ist oder nicht? Man wird auf jeden Fall lernen, es zu beurteilen, ob das sinnvoll ist. Und es gibt ja auch nicht die nachhaltige Verpackung. Es ist immer so fallspezifisch. Es ist vom Produkt abhängig von der Verkaufsumgebung. Wo wird das Produkt am Ende verkauft und vor allem die Verpackung entsorgt, ist für Beiglingfähigkeit immer der springende Punkt. Also da spielen einfach so viele Faktoren mit rein und man lernt bei uns diese Faktoren zu kennen, wie sie zu verstehen sind, wie sie anzuwenden sind, um dann zum einen einschätzen zu können: Ist das bestehende Verpackungskonzept schon nachhaltig? Wie könnte es noch nachhaltiger sein? Und was macht es in der Umgebung, wo es sich befindet, und mit den Produkten, die es verpackt, dann zu einer nachhaltigeren Verpackung? Sie hatten gesprochen von sehr reduzierenden. Uns interessiert natürlich auch, wer spricht denn eigentlich in diesem Kurs und wer betreut das Ganze? Ja, sehr gerne. Die meisten Module betreut tatsächlich der Institutsleiter des Sustainable Packaging Institute, Prof. Dr. Markus Schmid. Seine ständige Stellvertretung, mal strenger, hält das Modul Grundlagen Nachhaltigkeit. Und auch der Laborleiter des SPI, Matthias Bucher, behandelt zum Beispiel die Module, die eher materialwissenschaftlich sind und in der Technik gehen. Ich persönlich halte das Modul Regulatorik, da ich mich in letzter Zeit sehr intensiv mit der PPWR befasst habe. Und wir freuen uns, unser Wissen an die Teilnehmenden weiterzugeben. Am Verpackungsinstitut hatte ich auf der Website gesehen, läuft ja auch ein Projekt zur Bewertung der Nachhaltigkeit von verpackten Produkten letztendlich. Ich glaube, Sie sind auch involviert. Ist das etwas, was auch zum Teil sogar mit in diese Schulung einfließt, die ersten Erkenntnisse? Oder ist das noch zu weit weg? Wir lassen auf jeden Fall Erkenntnisse aus unseren Forschungsprojekten in die Fortbildung einfließen. Also es wird immer der aktuelle Stand der Forschung auch vermittelt in der Fortbildung. Die Unterlagen werden natürlich auch laufend aktualisiert. Und da Sie das Projekt zur Entwicklung dieser Nachhaltigkeitsbewertungsmethode gerade ansprechen, genau das ist das Projekt, das ich auch bearbeite. Und das Wissen daraus fließt in jedem Fall in die Fortbildung ein, weil was möchten wir mit diesem Projekt erreichen? Verpackungen werden oft einzelstehend betrachtet und so auch die Nachhaltigkeit bewertet. Aber die Nachhaltigkeit einer Verpackung kann nur in Verbindung mit dem Produkt betrachtet werden, weil im Produkt gerade bei Lebensmitteln ja viel, viel mehr Ressourcen stecken als in der Verpackung. Das heißt, einer der wichtigsten Nachhaltigkeitsaspekte von Verpackungen ist der Produktschutz. Und der sollte in der Nachhaltigkeitsbewertung von Verpackungen dann einfach mitberücksichtigt werden. Da versuchen wir im Moment eben eine Methodik zu erarbeiten, wie das standardmäßig dann gemacht werden kann. Und das fließt auf jeden Fall in die Fortbildung mit ein. Das hört sich wirklich spannend, auch für mich an, weil gerade die PPWR da jetzt schön dazwischen kommt. Als Gesetzgeber wird ja vorgegeben, wir sollen Minimalverpackungen machen, weniger Kopfraum und am liebsten biologisch abbaubare und aus biologischen Ressourcen. Das spricht ja manchmal gegen die Nachhaltigkeitsbewertung, wenn man das Füllgut mit einbezieht, weil oft solche Produkte in der Herstellung sehr viel mehr CO2 ausstoßen, mehr Ressourcen verbrauchen. Aber all diese Dinge sind ja in eurem Kurs, so habe ich es jetzt verstanden, integriert. Das heißt lokal abhängig, regional unterschiedlich, vom Füllgut abhängig und dann noch von der Gesetzgebung abhängig. Und all das versucht ihr jetzt quasi in diesen ja mehr oder weniger drei Monaten dann in einem kompakten Kurs eigentlich den Teilnehmern beizubringen. Eine ganz innovative Geschichte. Wer sollte jetzt was tun, damit es losgehen kann? Personen, die jetzt gedacht haben, wow, dieses Wissen brauche ich auf jeden Fall. Wir haben hier konkrete Fragestellungen, die wir dann mit den Inhalten der Fortbildung beantworten können. Die sollen sich einfach anmelden, bei Fragen mit uns ins Gespräch kommen und wir freuen uns, wenn wir die Verpackungsindustrie an der Stelle einfach unterstützen können und dazu beitragen, dass nachhaltigere Verpackungskonzepte, die auch der Gesetzgebung entsprechen, dann einfach gestartet werden können. Und wie innovativ ihr seid, merkt man an diesem Podcast. Sie haben sofort zugesagt, als die Idee aufkam, wir nehmen Podcasts auf. ### Podcast-Format für persönliche Authentizität Warum? Mir gefällt das Format Podcast einfach auch persönlich. Ich höre selbst auch viele Podcasts. Ich finde, es ist eine authentische Möglichkeit, Inhalte rüberzubringen. Und ich glaube, man merkt auch dann an der Stelle einfach, wie sehr ich und auch die anderen Dozierenden in der Fortbildung für dieses Thema brennen. Und das habe ich gehofft, mit dem Podcast rüberbringen zu können. Sehr schön. Danach kann nichts mehr kommen. Vielen Dank, Alina Kleiner. Dankeschön und schönen Tag noch. Und das war es schon wieder für heute. Ich hoffe, es war etwas Interessantes für Sie dabei. Und wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative für mehr Flexpack-Wissen werden möchten, melden Sie sich gerne bei mir unter ks@innoform.eu und nicht vergessen, diesen Podcast zu abonnieren, wo immer Sie Podcasts hören. Tschüss, bis zum nächsten Mal. Ihr Karsten Schröder. **Kategorien:** Abfülltechnik, Allgemein, Barrierefolien, Biofolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Lebensmittelverpackung --- ### [Plasmabeschichtungen für flexible Verpackungen – Gespräch mit Prof. Dr. Rainer Dahlmann](https://inno-talk.de/plasmabeschichtungen-fuer-flexible-verpackungen-gespraech-mit-prof-dr-rainer-dahlmann/) **Published:** Juli 18, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ***Im neuen Innoform-Podcast spricht Karsten Schröder mit Prof. Dr. Rainer Dahlmann, wissenschaftlicher Direktor am IKV – dem Institut für Kunststoffverarbeitung in Aachen. Der Fokus: moderne Barrierebeschichtungen mittels Plasmatechnologie und deren Rolle für nachhaltige, recyclingfreundliche Verpackungslösungen.*** ## Vom Physiker zum Beschichtungsexperten Professor Dahlmann berichtet im Gespräch über seinen Karriereweg vom Physikstudium zur Kunststoffverarbeitung. Sein Interesse galt früh der praktischen Anwendung von physikalischem Wissen – etwa bei der Entwicklung von Plasmabeschichtungen für Hohlkörper wie Getränkeflaschen oder Kraftstofftanks. Heute leitet er am IKV die Forschung rund um Plasmaprozesse und deren industrielle Anwendungen. ## Plasmabeschichtung als Alternative zu EVOH Ein zentrales Thema ist die Anwendung von SiOx-Schichten – also glasähnlichen, anorganischen Beschichtungen – auf Kunststofffolien. Diese Schichten können in der Barrieretechnologie eine wichtige Rolle spielen: Sie sind nur wenige zehn Nanometer dünn, aber bieten dennoch eine vergleichbare Schutzwirkung wie mikrometerdicke EVOH-Schichten – ohne deren Nachteile im Recyclingprozess. SiOx-Schichten lassen sich in Lauge leicht ablösen und stören das werkstoffliche Recycling nachweislich nicht. ## Homogene Schichten – technische Herausforderung gemeistert Die gleichmäßige Abscheidung solcher Schichten auf flexibler Rollenware ist eine Herausforderung – insbesondere über große Breiten. Das IKV setzt dazu auf ein eigens entwickeltes, kontinuierliches Roll-to-Roll-Verfahren unter Vakuumbedingungen. Durch innovative Schleusentechnologie gelingt es, eine saubere Prozessatmosphäre zu schaffen und parasitäre Beschichtungen an den Anlagenteilen zu vermeiden. ## Barriere trotz Rezyklat – Forschung mit Signalwirkung Besonders bemerkenswert ist die Forschung zur Beschichtung von Rezyklatfolien. Selbst aus Granulaten aus dem Gelben Sack wurden am IKV erfolgreich Folien hergestellt und anschließend mit SiOx-Schichten beschichtet – mit überraschend guten Barrierewerten. Damit rückt die Vision einer funktionellen Barriere auf Rezyklatfolien näher, bei der das Lebensmittel durch eine dichte Beschichtung geschützt wird, obwohl der Rest der Verpackung aus Rezyklat besteht. ## Flexibilität durch Prozessvielfalt Im Gegensatz zu klassischen Bedampfungsverfahren (PVD) handelt es sich bei der SiOx-Abscheidung um einen chemischen Prozess – genauer gesagt um Plasma Enhanced Chemical Vapor Deposition (PE-CVD). Der Vorteil: dem Durch Variation von Druck, Gaszusammensetzung und elektrische Energie lassen sich die chemischen Reaktionen gezielt variieren. Dadurch können die Schichteigenschaften an das Substrat angepasst werden – ein entscheidender Vorteil insbesondere bei schwierig zu beschichtenden Materialien wie Polyolefinen oder Rezyklaten. ## Einladendes Technikum und Industriekontakte Das IKV bietet Industriepartnern die Möglichkeit, im Technikum gemeinsam Projekte zu realisieren – von der Machbarkeitsanalyse bis zur Schichtentwicklung. Auch komplette neue Prozessansätze wie kontinuierliche Bahn-Beschichtungsanlagen werden dort im Pilotmaßstab getestet. Die Anlagen sind in Eigenregie konstruiert und mit umfangreicher Sensorik ausgestattet. ## Perspektive für die Flexpack-Industrie Neben Plasmabeschichtungen forscht das IKV auch in angrenzenden Bereichen der flexiblen Verpackung – etwa in der Extrusion, im Einsatz von Rezyklaten und bei der Entwicklung KI-gestützter Verarbeitungsprozesse (z. B. im Projekt KI-Optipack). Das Ziel: Die gesamte Wertschöpfungskette der flexiblen Kunststoffverpackung nachhaltiger und anpassungsfähiger zu machen. **Neugierig geworden?** Der vollständige Podcast finden Sie hier: [Podcast – InnoTalk](https://inno-talk.de/podcast/) oder auf in allen gängigen Podcatchern. Darin erfahren Sie noch mehr über die praktische Umsetzung, Herausforderungen und Chancen von SiOx-Beschichtungen für Folienverpackungen. ## Keine Folge mehr verpassen! Abonniere jetzt deinen Lieblings-Podcast auf deiner Lieblings-Plattform und genieße neue Episoden automatisch. [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) ### Verwandte Episoden - [Zukunft des Recyclings: Wie neue Technologien flexible Verpackungen nachhaltig machen](https://inno-talk.de/zukunft-des-recyclings-wie-neue-technologien-flexible-verpackungen-nachhaltig-machen/) - [Flexible Verpackungen im Umwelttest: Kunststoff oder Faser (Papier)?](https://inno-talk.de/flexible-verpackungen-im-umwelttest-kunststoff-oder-faser-papier/) - [Inno-Talk: Datenbasiertes Design for Recycling für flexible Verpackungen](https://inno-talk.de/inno-talk-datenbasiertes-design-for-recycling-fuer-flexible-verpackungen/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Und jetzt noch ein kleines Spaß am Ende. Jetzt wieder Karsten Schröder. Was für eine Episode habe ich eben aufgenommen mit Professor Rainer Dahlmann zum Thema Siliziumoxidbeschichtung auf Folien. Ein alter Hut werden manche sagen, aber das ist weit gefehlt. Im Forschungszentrum beim IKV werden Siliziumoxidabscheidungen auf Vollkörpern, aber auch auf Folien durchgeführt. Und dort findet man das gesamte Wissen, wie man eine dichte Schicht auf einem flexiblen Packstoff überhaupt aufbringt, wie man den kontrolliert, prüft und natürlich auch, wie man dichte Verpackungen daraus produziert. Alle Herstellverfahren, Verarbeitungsverfahren, die für Flexpack nötig sind, können dort getestet und geprüft werden. Freuen Sie sich auf diese spannende Episode rund um das Thema Siliziumoxidbeschichtung, Kreislaufwirtschaft, Rezyklate und wie das zu neuartigen Verpackungen bis 2030 zum Inkrafttreten der PPWR eine runde Sache wird. Hier kommt Professor Rainer Dahlmann. Ich freue mich heute mit dem IKV direkt live verbunden zu sein, und zwar mit Professor Dahlmann. Er hat mich angesprochen, weil er aufmerksam geworden ist über die Barrierefolien-Tagesaktivität, denn er ist auch ein Barrierefolien-Fan, Experte und vor allen Dingen ein Beschichtungsexperte. Darüber wollen wir heute sprechen. Herr Dahlmann, viele kennen das IKV, Sie persönlich aber nicht. Wie sind Sie vom Physiker zum Institutsdirektor geworden? Also erst einmal ganz herzlichen Dank für das Gespräch. Ich habe mich sehr gefreut, dass wir so schnell den Weg dorthin gefunden haben. Was auch bedingt ist dadurch, dass wir, glaube ich, schon viele gemeinsame Themen haben. Deswegen freue ich mich jetzt auch sehr auf den Austausch, den wir haben. Ich muss erst mal korrigieren. Ich bin jetzt hier nicht der Institutsleiter, sondern ich bin der stellvertretende Leiter. Ich bin hier wissenschaftlicher Direktor. Der Leiter ist Professor Hobmann. Aber Ihre Frage war ja eigentlich, wie komme ich eigentlich hier hin? Und das ist eigentlich ein ganz kurzer Weg. Ich bin von Hause aus Physiker. Ich habe hier an der RWTH Physik studiert. Das war damals in der Tat eine große Leidenschaft von mir. Wir haben hier in der Physik auch verschiedene Möglichkeiten. Man kann sich da theoretisch ausrichten und auch praktisch ausrichten. Und ich habe natürlich die praktische Ausrichtung damals gewählt. Und irgendwann muss man dann, so war das damals, so ist es damals noch, eine Diplomarbeit schreiben in Physik. Und diese Diplomarbeit, da habe ich dann mir sehr schnell jemanden gesucht außerhalb der Physik, weil das, was die Physiker gemacht haben, auch was die anwendungsnahen Physiker gemacht haben, mir einfach noch viel zu weit weg war von der Praxis, viel zu weit weg war. ### Plasma-Forschung an Kunststoffoberflächen Und so habe ich mir dann hier ein Institut gesucht. Ich weiß gar nicht, ich bin, glaube ich, durch irgendeinen Ausschreiblauf gekommen, das sich dann eben mit Beschichtungstechnologien beschäftigt. Da ging es schon damals darum, Polkörper von innen zu beschichten. Da war ein großer Limonadenhersteller, der damals ein großes Interesse daran hatte, sowas in PET-Flaschen zu machen, um die Haltbarkeit der Getränke zu verbessern. Und das war für mich genau das Richtige, weil damals ging es schon ums Plasma. Es hatte also was Physikalisches dabei. Es ging um Maschinenbau, weil da muss man dann eben Anlagen haben, die Mikrowellen reinbringen in so eine Beschichtungskammer. Man braucht eine Vakuumtechnologie, eine Steuertechnik. Und man hat eben das Plasma noch als ein urtypisch physikalisches Phänomen, das man auch sehr gut dazu nutzen kann. Und es geht gleichzeitig um eine Anwendung, also sowas Triviales wie Getränkeflaschen, wo ich vorher mal gesagt hätte, was soll man denn daran forschen. Das ist der Punkt gewesen, der mich einfach fixiert hat. Ich habe dann hier die Diplomarbeit geschrieben. Und naja, wie die Dinge dann manchmal so laufen, wurde dann hier auch eine Stelle frei von meinem damaligen Betreuer. Und man hat mich dann gefragt, ob ich mir das nicht vorstellen könnte. Und ich habe mich dann darauf beworben und habe dann auch diese Stelle bekommen. Ich bin hier wissenschaftlicher Mitarbeiter gewesen, habe auf dem Thema dann auch promoviert. Also das ist dann natürlich etwas anders gelagert, das Thema etwas breiter aufgestellt gewesen. Ja, so bin ich hier dann wissenschaftlicher Mitarbeiter geworden. Normalerweise ist auch diese Zeit hier dann typischerweise nach viereinhalb Jahren vorbei, etwa. Manchmal gibt es dann auch die Option, dass man noch eine größere Verantwortung übernehmen kann, zum Beispiel als Abteilungsleiter. Und auch diese Aufgabe habe ich dann natürlich gerne genommen. Da habe ich mich schon damals immer nach Alternativen umgeschaut, aber habe immer gedacht, so richtig vielseitig ist das, was man da an Alternativen angeboten bekam, nicht. Zumindest nicht zu vergleichen in der Vielseitigkeit mit dem, was man hier in so einem Institut bekommt. Und deswegen hat mich das gereizt und ich bin hier Abteilungsleiter geworden. Für den Bereich, in dem auch die Plasma-Aktivitäten damals lokalisiert wurden. Also mein richtiger Titel heißt Wissenschaftlicher Direktor. Das habe ich eben nicht richtig abgelesen von meinem Manuskript hier. Und das ist eben auch das Schöne, weil wir gar nicht so richtig in einem Manuskript vorgehen. Mich interessiert natürlich: Die Flasche war jetzt der Auftakt. Aber Sie arbeiten heute natürlich auch noch mit anderen Dingen, nehme ich an. Darüber wollen wir gleich auch sprechen, bevor wir das tun. Das IKV – Sie haben zwar den Professor vorne vor dem Namen, aber das IKV ist ja keine Universität. ### Mission und Aufgaben des IKV Wie genau ist das mit dem IKV? Was macht das? Und welche Mission verfolgt das IKV überhaupt? Ja, das ist eine durchaus längere Geschichte, die man dazu erzählen kann und muss. Ich versuche es aber so kurz zu halten, wie es nun geht. Also das Institut für Kunststoffverarbeitung gehört schon irgendwo auch der RWTH an. Wir sind ein sogenanntes An-Institut. Das ist ein gewisses Unwort, aber man versteht das, glaube ich, sofort, wenn ich mal erläutere, wie das zustande gekommen ist. Gründet worden ist das Institut 1950 von damals sechs Parteien, die erkannt haben: 1950 – das mit den Kunststoffen, das wird wohl was. Wir müssen uns mal überlegen, wie wir eigentlich diese Kunststoffe verarbeiten wollen, weil damals das Ganze noch in den Kinderschuhen stand. Also die Maschinen, Extruder und Spritzgussmaschinen, die es heute existieren, die kannte man damals noch gar nicht. Es gab auch kein Institut, das sich damit so wirklich schwerpunktmäßig beschäftigt hat. Und das waren diese sechs Unternehmen oder sechs Parteien, sage ich mal, neutral – das waren nämlich nicht nur Unternehmen, die damals schon die Vision gehabt haben: da müssten wir unbedingt was tun. Wir brauchen ein Institut, das sich mit der Verarbeitung von Kunststoffen beschäftigt. Wenn man sich heute diese Kunststoffmengen anschaut – also diese typischen Zahlen, Kunststoffmenge über das Jahr –, dann sieht man genau in der Eskalierung, wie wir sie heute haben: heute etwa 400 Millionen Tonnen pro Jahr. Das ist doch weltweit, die 400 Millionen? In dieser Eskalierung löst sich gerade 1950 die Kurve von der X-Achse. Das ist genau der Zeitpunkt, wo diese sechs Parteien die Vision gehabt haben: da wird sich was tun. Ich glaube nicht, dass da ein kausaler Zusammenhang ist zwischen diesem Lösen von der Kurve, aber man sieht doch trotzdem, dass das genau der Zeitpunkt gewesen ist, wo Kunststoffverarbeitung auf einmal eine große Rolle gespielt hat. So ist also dieses Institut gegründet worden – ein Institut der Industrie, das sind wir auch heute noch. Wir haben sofort einen Kooperationsvertrag geschlossen mit der Universität hier, mit der RWTH Aachen. Das war auch von vornherein der Plan, um einfach eben auch eine Wissenschaftlichkeit sofort mit hineinzubringen und die Nähe zur Wissenschaft hineinzubringen. In den 60er Jahren hat die RWTH dann eben einen Lehrstuhl eingerichtet für Kunststoffverarbeitung, und das hat natürlich dazu geführt, dass wir dann in der Lage gewesen sind, in der Fachrichtung Maschinenbau dann auch Studierende auszubilden, die sehr viel stärker schon was mitgebracht haben, um dann auch hier in unserem Institut als Assistenten und wissenschaftlichen Mitarbeitern zu arbeiten. Und diese enge Kooperation, die besteht halt heute auch noch – also wenn man hier durch das Haus geht, dann kann man in aller Regel das gar nicht so richtig unterscheiden. Wir sind eigentlich vom Ankläger her ein Institut wie jedes andere Institut auch, haben aber eben noch diesen anderen Stammfuß über diesen Förderverein. Also es ist ein gemeinnütziger Verein, der im Prinzip die Trägerin dieses Instituts ist. Genau, ja – auch getragen von den Mitgliedsfirmen logischerweise. Da können wir gleich nochmal drauf einstellen. Sie arbeiten aber nicht nur mit Maschinenbau zusammen. Sie haben natürlich einen Maschinenpark – das haben Sie beim Vorgespräch schon erwähnt –, aber Sie haben auch mit Materialien natürlich zu tun und auch großes Wissen. Wo sehen Sie den Schwerpunkt? Maschine, Material oder eine Mischung aus allem? Oder wie ist das eigentlich? Wie muss ich mir das vorstellen? Ja, also klar, wir sind das Institut für Kunststoffverarbeitung, so heißen wir, aber am Ende machen wir Kunststofftechnik. ### Kunststoffverarbeitung von Entwicklung bis Schadensanalyse Also wenn man Kunststoff verarbeiten will und gerade in diesem Gebiet auch etwas entwickeln will, dann muss man natürlich den Werkstoff sehr genau kennen. Man muss natürlich sehr genau wissen, in welchem Zustand befinden sich diese Werkstoffe eigentlich auch während des Verarbeitungsprozesses. Dazu ist einfach werkstofftechnisches Wissen Voraussetzung, man muss dazu rheologische Grundkenntnisse haben, man muss natürlich – also es geht bei uns dann auch um die Produktentwicklung beispielsweise, eben nicht nur bei Folien, sondern auch bei Spritzgießprodukten. Und das heißt, man muss eben auch ein wenig Kenntnisse haben von der Auslegung von Kunststoffen, heißt eben designtechnische Fragestellungen, man muss natürlich mechanische Modelle beherrschen, mehr oder weniger, um Kunststoffverhalten simulieren zu können. Oder es geht dann hinten rein bis in die Schadensanalyse beispielsweise, wenn also irgendwelche Produkte mal nicht das leisten, was sie leisten sollen, oder weil sie vielleicht missbraucht worden sind, dann muss man natürlich da auch mit der entsprechenden Analytik und Prüftechnik herangehen können, um herauszufinden, was da mit diesen Teilen passiert worden ist, um sicherzustellen, dass es nicht nochmal. Also diese ganze Analytik, die dazu da ist, werkstofftechnische Fragestellungen aufzuklären, Werkstoffzustände zu beschreiben, dann die Entwicklung von Verarbeitungsprozessen, die Weiterentwicklung von Arbeitsprozessen, bis hin zur Beschreibung der Eigenschaften der fertigen Produkte und das Ganze auch simulativ abzubilden. Das ist eigentlich so ungefähr mal ganz grob gesagt das, was wir als gesamtes Spektrum abbilden. Das ist eigentlich die gesamte Kunststofftechnik, die dabei eine Rolle spielt. Wir sind ja dann auch in allen Branchen unterwegs, die man sich vorstellen kann, so wie Kunststoff eben auch in aller Breite unterwegs ist. So befinden wir uns eben auch dort aus diesen Feldern. Ich selber bin ja auch Werkstoffingenieur, habe in Osnabrück studiert, damals an der Fachhochschule. Das ist natürlich ein ganz anderer Schnack, aber wir waren eben auch sehr praktisch orientiert. Mich hat es ja dann in die Folienindustrie, und darüber wollen wir heute auch besonders sprechen, die Flexpack-Industrie, wie wir heute sagen, weil es nicht nur um Kunststofffolien, sondern um alle rollbaren Materialien geht in dieser flexiblen Verpackungsindustrie, um die ich mich ja im Speziellen kümmere. Und da haben Sie jetzt sich auch mit Barrieren beschäftigt. Da wollen wir jetzt mal ein bisschen reingehen. Was haben Sie denn überhaupt für ein Labor? Was ist das überhaupt, wenn Sie von Barriere sprechen und wie erzeugen Sie die? Gut, also wenn man Barriere sagt, dann denkt man dann allgemein an EVOH, beispielsweise bei Folien, auch bei Ridges denkt man ja durchaus an EVOH oder an Blends oder an Polyamide oder sowas in dieser Art und Weise. Das machen wir natürlich auch, wobei das da eher prozesstechnische Fragestellungen sind. Wie bringt man sowas gut zusammen und so weiter, wie dünn kann man es ausfahren und so weiter. Was wir seit vielen Jahren schon machen, das ist eben die Beschichtung mithilfe von Plasma-Prozessen. Seit den 80er Jahren, seit 1983 sind wir unterwegs. In diesen Plasma-Prozessen haben wir selber immer Anlagen entwickelt, um Plasmaprozesse zu realisieren. Das fing damals an mit Hohlkörpern. Eigentlich ging es damals darum, einen Automobil-Tank aus Kunststoff, das waren die ersten Automobil-Tanks aus Kunststoff, diese Tanks mit einer Barriere auszurüsten, weil die nämlich ohne eine weitere Ausrüstung – die sind ja nun mal nur aus PE gewesen – mehrere Gramm Benzin verloren haben, allein durch Permeation. Das musste man natürlich verhindern, und da war die Plasmatechnologie eine der wesentlichen Technologien, die damals diskutiert worden ist. Beruht darauf heute auch noch das Beschichten von Rollenware, das Sie heute machen? Ist das noch immer der Grundzug eigentlich? Ja, das ist genau die gleiche Technik, die man dazu benutzt. Man muss es nur ein bisschen anders arrangieren. Das Thema mit den Hohlkörpern, das haben wir dann weitergeführt. Wir haben das in Getränkeflaschen gebracht. ### Plasmabeschichtung flexibler Verpackungsfolien Da waren wir zumindest schon in einem Verpackungssektor auf einmal drin. So ging das dann in diese Richtung. Und dann haben wir natürlich auch angefangen, ein bisschen grundlegende Hohluntersuchungen zu machen. Und dazu sind diese Hohlkörper auch nicht immer geeignet. So kam das dann, dass man sich dann beispielsweise auch ebene Substrate benutzt hat, wie Polycarbonate oder so was. Dann hat man da Kratzfestbeschichtung drauf gemacht, eine richtige Schichtentwicklung drauf gemacht. Dann sind diese ebenen Substrate einfach ein bisschen der Analytik zugänglicher. Das kann man etwas einfacher in aller Regel dann darstellen. Und so kamen wir dann eben von den Hohlkörpern ursprünglich auf die ebenen Substrate. Und dann kamen natürlich irgendwann noch auch die Anfragen, wie ist denn das eigentlich mit den Folien, die brauchen noch auch eine Barriere. Das Thema, das ist auch größer geworden, ich würde mal sagen vor allen Dingen in den letzten 15 bis 20 Jahren, vielleicht in den letzten 10 Jahren vor allen Dingen, wo man eben dann auch für Kunststofffolien alternative Barrieren gesucht hat. Die Recyclingfähigkeit dieser herkömmlichen Barrieren ist ja bekanntermaßen nicht allzu hoch eingestuft vom Verpackungsregister, weil man halt einfach die ganzen Stoffströme verunreinigt damit. Und das liefert natürlich dann relativ schlechte Bewertungen, was die Recyclingfähigkeit angeht. Und diese Schichten, die wir hier produzieren können, das sind dann auch sehr unterschiedliche Beschichtungstypen in ihrer Chemie. Also Beispiele sind so SiOx-Schichten. Das kennt man vielleicht, also glasähnliche Beschichtungen, die man dann mit nur wenigen Nanometern aufbringt, die aber dann eine ähnliche Wirkung haben wie eine Barriere, eine herkömmliche Barriere mit einem EVOH von einigen Mikrometern beispielsweise. Und die stören das Recycling dann weniger. Habe ich das richtig verstanden? Ja, die werden vom Verpackungsregister eben auch so eingestuft, dass sie das Recycling nicht stören. Ich glaube, der wesentliche Punkt dabei ist tatsächlich, dass diese SiOx-Schichten, wenn man sie so gestaltet, ja auch der Natronlauge extrem zugänglich sind. Das heißt, die werden quasi abgewaschen mit Natronlauge. Das ist ja wie Glas, Glas wird ja auch angegriffen. Sodass die also den weiteren Recyclingprozess nicht stören. Deswegen werden die sehr gut eingestuft vom Verpackungsregister. Also als vollrecyclingfähig. Abgesehen davon ist es ja auch eine unheimlich dünne Schicht. Sie sprachen ja von Nanometern. Jetzt stelle ich mir natürlich vor und ich habe auch ein bisschen Erfahrung mit diesen anorganischen Barrierschichten. Die auf so einen Hohlkörper aufzubringen, ist ja schon eine Herausforderung für sich. Aber auf eine Folie aufzubringen, flächig, gleichbleibend, stelle ich mir schwieriger vor. Würden Sie sagen, das ist schwieriger, oder ist es einfach nur eine Frage der Prozessparameter und des Maschinenbaus? Und dass eben das, was man im Hohlkörper innen vollflächig abschaltet, eben auch in der Fläche schön gleichmäßig hinkriegt? ### Herausforderungen bei Folienbeschichtungen Ja, es kommen halt einfach andere Herausforderungen. Ich würde jetzt nicht sagen, das eine ist schwerer oder leichter. Der Vorteil bei dieser Hohlkörperbeschichtung ist einfach, man kann eine Anlagenkonzeption machen, bei der der Hohlkörper eigentlich der Reaktor ist. Und das sorgt dafür, dass Sie eigentlich einen neuen, sauberen Reaktor haben mit jedem Hohlkörper, den Sie beschichten. Und so eine Konstellation war letztendlich auch das Ziel der anderen Entwicklungen, die wir gemacht haben. Zu versuchen eben, dass der Reaktor nicht ständig irgendwo auch durch diesen Beschichtungsprozess mit verändert wird und damit wir so eine Art Prozessalterung bekommen, weil sich diese Schichten eben nicht nur auf dem Substrat ablagern, sondern eben auch auf anderen Anlagenteilen, was natürlich dann für Veränderung sorgt. Genau, das ist so ein wesentlicher Punkt gewesen, an dem wir konstruktiv gearbeitet haben. Auf der anderen Seite spielt auch nochmal eine große Rolle, dass man jetzt bei einer Folie ja beispielsweise dann über eine Breite von 1,20 Meter, 1,50 Meter, 2 Meter und vielleicht sogar noch mehr, mehr oder weniger auch eine homogene Schichtdicke abfahren muss und eine homogene Schicht-Chemie erreichen muss. Und das ist in der Tat nochmal eine ganz neue Herausforderung, die mit diesen Beschichtungsmaschinerien nicht so ganz einfach zu handhaben ist. Da arbeiten wir im Moment sehr intensiv dran, sowas genau darzustellen und auch zu entwickeln. Da sprechen Sie schon meinen nächsten Fragepunkt an. Sie haben auch 2024 unter anderem eine Veröffentlichung vorgelegt zum Thema Defekte in SiOx-Schichten. Weil eigentlich, von der Physik her, müsste die Schicht ja absolut dicht sein. Ist sie aber nicht. Es permeiert immer noch ein bisschen was durch. Was steht da drin? Was haben wir gelernt? Und was können wir Folienleute davon lernen, wenn wir die Defekte in den SiOx-Schichten verstehen? Das Thema Defekte in SiOx-Schichten ist schon relativ alt. 2024 ist nur eine Publikation dazu. Es gibt nicht nur von uns, sondern auch von vielen, vielen anderen maßgebliche Veröffentlichungen dazu. Es ist in der Tat nicht ganz so, wie Sie sagen. Auch eine perfekte SiOx-Schicht wäre nicht ganz dicht. Da würde immer noch etwas hindurchpermeieren. Deutlich weniger als das, was man so kennt von der Größenordnung. Aber der wesentliche Stofftransport von SiOx-Schichten passiert tatsächlich durch Poren. Das sind dann teilweise Poren, die gehen durch die gesamte Schichtdicke durch. Oder das sind Bläschen-artige Poren, sodass man sich vorstellen kann, dass dann permanent von Pore zu Pore hüpft. Aber dann eben diese Poren nur sehr dünnwandig begrenzt sind voneinander, wodurch natürlich dann so ein Permeationsprozess deutlich begünstigt wird. Das ist der eine wichtige Punkt dabei. Das kann man sich über verschiedene Möglichkeiten gut darstellen. Ein wichtiges Ding dabei ist auch noch, dass dieser Effekt eben nicht gleich ist für alle Permeanten. ### Wasserdampfpermeation und Porenstruktur Beispielsweise ist es so, dass bei Wasserdampfpermeation diese Poren eine ganz andere, noch viel intensivere Rolle spielen als bei Sauerstoffpermeation. Sie können also zum Beispiel eine gute Barriere gegenüber Sauerstoff erzeugen mit SiOx-Schichten. Das heißt aber noch nicht, dass dies auch eine gute Barriere gegen Wasserdampf ist. Andersrum schon. Andersrum schon, wollte ich sagen. Weil wir sagen auch immer in unseren Seminaren, lehren wir auch immer gute Wasserdampfbarriere mit anorganischen Schichtungen, hat eigentlich auch immer eine gute Aroma- und Sauerstoffbarriere zur Folge. Andersrum aber nicht. Gibt es dafür Erklärungsansätze, warum das nicht so ist? Aus dem Handgelenk her gesagt, es hängt natürlich vor allen Dingen mit der Polarität des Permeanten ab. Das ist sehr polar. Wir haben eine Wasserstoff-Sauerstoff-Bindung, die eine sehr starke Polarität hat. Und dadurch sind die Wechselwirkungen mit den Schichten einfach ganz andere. Dadurch können sich wirklich Filme bilden auf den Poren, die dann letztendlich diesen Transport noch mal komplett beschleunigen und damit eben für einen steuernden stärkeren Durchsatz sorgen, obwohl der Sauerstoff eigentlich durch seine Größe schon in dieser Pore mehr oder weniger herumpendelt, aber nicht mehr zielgerichtet dadurch transportiert. Diese drei Schritte, Adsorption, Diffusion, Desorption, das ist ja immer das, um da irgendwie durchzukommen. Und das kann man sich vorstellen mit einem polaren SiOx und einem polaren Wasserdampf, ist das wahrscheinlich anders als mit einem Sauerstoffmolekül, was da vielleicht irgendwie durchfällt. Auf Folie verhält sich das anders als bei Hohlkörpern? Oder sind das eigentlich die gleichen Mechanismen? Wenn wir den gleichen Grundstoff jetzt mal haben, den gleichen Kunststoff. Ja, also den gleichen Grundstoff. Sie meinen jetzt zum Beispiel Polyethylen. Dann hat er ja immer noch eine unterschiedliche Oberfläche. Wenn man Polyethylen blasformen würde als Hohlkörper, dann würde das ja von innen quasi durch Luft ausgeformt werden, während bei einer Folie das Ganze irgendwie durch Walzen oder ebenfalls durch Luft ausgeformt wird, je nachdem, wie wir die Folie erzeugen. Und das alleine sorgt für unterschiedliche Rauhigkeiten. Und diese Rauhigkeiten wiederum sorgen dafür, dass der Schichtabscheideprozess davon unterschiedlich beeinflusst wird. Man kann sagen, je rauer die Oberfläche ist, desto stärker wird jeder Rauhigkeitspiek dann auch als einen Wachstumskeim interpretiert von dem Wachstumsprozess, sodass sich quasi um jede Spitze herum so ein kleiner Blumenkohl bildet, der dann da wächst. Und dann wachsen die Blumenkohle erst zusammen. Und dadurch haben sie dann eben zwischen den Blumenkohlen relativ viele Lücken und Säulen und Blasen und Freiräume, durch die dann bevorzugt die Permeation stattfinden würde. Hätten sie nun eine glattere Oberfläche, dann würde dieses Blumenkohlwachstum weniger stark beeinflusst werden. Sondern man hätte ein wesentlich langsameres Wachstum, das aber dann auch viel, viel glatter sein würde. Und damit auch in aller Regel deutlich geschlossener. Man hätte also nicht mehr diese Korngrenzen, durch die dann eben diese Restpermeation stattfinden kann. Das ist aber nur der eine Punkt. ### Additive in Polyethylenfolien als Störstellen Also man muss jetzt noch berücksichtigen, dass bei einem Polyethylen, das für eine Folie verwendet wird, ja noch andere Additive drin sind. Wie Antiblockteilchen beispielsweise oder sowas. Das hat man zumindest noch mal erkennen, ist bei einem Hohlkörper nicht so drin. Und diese Antiblockteilchen haben ja gerade die Funktion, an die Oberfläche zu migrieren. Und die sorgen letztendlich genau dafür, dass sie als Störstelle für das Schichtwachstum fungieren können. Man kann da auch wieder Maßnahmen einleiten mit den Plasmaprozessen. Aber das muss man natürlich wissen, beherrschen und auch wissen, wie man damit umgehen kann. Es gibt ja gar nicht so viele Anbieter von Siliciumoxid bedampften Folien. Und man hat ja mit Polyester eigentlich so als Standardsubstrat begonnen. Er hat dann später auf biaxial orientierte Polypropylen beschichtet. Kann man heute auch weltweit kaufen. Die sind dann auch meistens sterilisierfest oder retortfähig, wie man das ja auch neudeutsch sagt. Aber ich habe jetzt ja gerade von Ihnen gelernt, die Topographie, aber auch der Werkstoff selber hat einen großen Einfluss auf die Ausbildungsqualität der SiOx-Schicht. Wenn ich jetzt überlege, ich habe jetzt Polyethylenterephthalat – PET – und will jetzt einen Polyolefin mit Siliciumoxid bedampfen. Da kann ich also nicht sagen, ich nehme die eine Rolle raus, die andere Rolle rein, ich stelle ein bisschen Temperatur runter oder rauf und dann geht es los. Man muss wirklich Forschung betreiben, wenn man das machen will. Oder wie muss ich mir das vorstellen, als Siliciumoxid bedampfen? Also ich würde das auch nicht als Bedampfungsprozess bezeichnen. Das ist eine Abgrenzung zu den PVD-Prozessen, sondern das hier ist wirklich ein chemischer Prozess. Man nennt das dann PECVD. Das ist ein Plasma Enhanced Chemical Vapor Deposition. Also aus der chemischen, aus der Dampfphase heraus scheidet man chemisch ab und man regt das an eben durch ein Plasma. Ganz wichtiger Hinweis, weil alle sprechen von Bedampfen, auch bei Siliciumoxid ist, werde ich mir jetzt abgewöhnen. Also das ist wirklich eine chemische Abscheidung, habe ich jetzt von Ihnen gelernt. Eine chemische Gasphasenabscheidung im Deutschen, kann man sagen. Und dieser Prozess, weil er eben ein chemischer Prozess ist, sucht er natürlich auch Ankopplungsmöglichkeiten an die Oberfläche. Und ob Sie nun ein Polyethylen haben oder Polypropylen haben oder PET haben, ist dann schon durchaus ein großer Unterschied. Das kennt man ja auch von anderen Beschichtungsverfahren, wenn man dann die Polyolefine irgendwie Corona behandelt oder in einer anderen Weise vorbehandelt, einfach um dort Hydroxygruppen einzubauen, die dann eben eine höhere Polarität haben und bessere Ankopplungspunkte bieten, auch für die chemische Gasphasenabscheidung. Ähnlich kann man das auch machen für die SiOx-Schichten, wenn man die abscheiden möchte. Allerdings hat man eben bei den Plasmaprozessen noch viel mehr Möglichkeiten. Bei einer Corona-Behandlung ist ja ein relativ einfacher Prozess. Sie erzeugen damit Hydroxygruppen, sie haben konkurrierenden Abbau, polymeren Abbau, den sie im Griff haben müssen logischerweise. ### Multi-Schicht-Prozesse im Plasmareaktor Aber das war es in der Regel eigentlich auch. Bei den Plasmaprozessen können Sie in einem und demselben Reaktor SiOx-Schichten abscheiden. Sie können eine Sauerstoffbehandlung machen, Sie können eine Argonbehandlung machen, Sie können mit anderen Dämpfen dort eine Vorbehandlung machen und haben damit viel, viel mehr Möglichkeiten, auf ein gegebenes Substrat abzuscheiden. Und was dann passiert, ist nicht ein Forschungsprozess. Ich glaube, den Begriff haben Sie gerade eben benutzt. Das würde ich so als typische Schichtentwicklung beschreiben. Haben wir ein neues Substrat, da muss man sich erstmal anschauen, was hat das denn für Eigenschaften. Natürlich geht man da erstmal mit so Standardparametern dran, guckt dann aber beispielsweise, was erreichbar ist für eine Permeationshemmung. Die ist in aller Regel nicht so, wie man das am allerbesten scannt. Und dann fängt man eben an mit Hilfe von verschiedener Analytik zu eruieren, was man denn tun kann, um das zu verbessern. Ich kann mich an eine Entwicklung erinnern, da hat ein großer Polyesterfolienhersteller zum Beispiel eine PEN-PET-Mischung aufkoextrudiert auf seine PET-Folie, also eine Dreischichtfolie quasi gemacht, um eben mit der PEN-Schicht nochmal auch die Permeation zu verbessern. Das hat auch in der Praxis geklappt. Wir haben natürlich damals nicht verraten, was dahinter lag. Da vermuteten natürlich alle auch schon eine gleichmäßige SiOx-Schicht auf diesem PET-PEN. Und PEN hat an sich ja auch schon eine bessere Sauerstoffbarriere. Welche Rolle spielt denn hinsichtlich der Sauerstoffbarriere, wenn wir jetzt wieder an die Defekte denken? Die Barriere des Substrates, Polyolefine zum Beispiel, für Sauerstoff – offenes Fenster – geht alles so durch. Ist das dann auch für die Sauerstoffbarriere mit Siliziumoxid schon von vornherein schwieriger, auf z.B. ein OPP im Vergleich zum PET eine gute Sauerstoffbarriere mit SiOx herzustellen? Ja, da ist jetzt die Frage, wie man es misst. Misst man das jetzt absolut einfach in Kubikzentimetern mit der Tag und Bar? Oder reden wir über Verbesserungsfaktoren? Ja, richtig. Wenn man Verbesserungsfaktoren nimmt, dann sind natürlich die Polyolefine immer die Favoriten. Man erreicht dann auch natürlich mit einer noch nicht mal allzu guten Schicht locker viele Verbesserungsfaktoren von 100 oder sowas. Das kriegt man schon locker hin, aber nur, weil die Basis so schlecht ist. In aller Regel ist es aber so: Wenn Sie jetzt den ein und denselben Reaktor nehmen und Sie würden einerseits eine Polyethylenfolie beschichten, eine Polyethylenfolie beschichten, eine PET-Folie beschichten, dann können Sie davon ausgehen, dass genau dieser Parameter auf der PET-Schicht eine bessere Barriere entwickelt, also nur die Schicht für sich gesehen, eine bessere Barriere entwickelt, als auf der PE-Folie. Wegen der unterschiedlichen Rauhigkeiten usw. ist das halt einfach grober, was auf der PE-Schicht aufwächst, als das, was auf der PET-Schicht aufwächst. Aber wie gesagt, man kann auch da noch rangehen mit Prozessparametern und mehrlei Geschichten abscheiden, die quasi so als Puffer gelten und die Eigenschaften der Folie so ein bisschen abpuffern, sodass man also sich mit ein bisschen Behelfen eine Oberfläche schaffen kann, auf der dann die Barriere ihre maximale Wirkung ist. Also fast eine Art Primer-Schicht sozusagen, die dann so ein bisschen die Beschichtung unterstützt. Das macht man ja auch bei den Folien-Extrusionsbetrieben. ### Oberflächenvorbehandlung für optimale Bedampfung Man versucht ja dann natürlich eine Oberfläche zu erzeugen, die sich besonders gut bedampfen lässt. Nur Additive zu verwenden, die vielleicht nicht so stark migrieren oder die vielleicht gar nicht so sehr an der Oberfläche liegen. Wenn man überhaupt Additive braucht, die braucht man ja auch für die Prozessexklusion selber natürlich, da muss man natürlich auch gucken. Aber Sie haben ja immer den Vorteil, habe ich jetzt verstanden, dass Sie mit der SiOx-Chemie halt chemisch auch anpacken können und nicht nur prozesstechnisch. Also wärmer, kälter, schneller, langsamer, sondern Sie können eben sagen, ich mache auch eine andere chemische Reaktion im Reaktor, damit ich diese vielleicht etwas schlechter zu beschichtenden Materialien dann eben doch gut beschichten kann, weil ich an der Chemie spiele. Ist es das ungefähr? Man hat bei diesem Prozess eine ganze Menge von Parametern. Das ist beispielsweise natürlich der Druck, unter dem ich abscheide. Das ist aber auch die Auswahl der Precursor, die ich auswähle. Also zum Beispiel ein Hexamethyldisiloxan. Das ist so die typische Quelle für ein SiOx. Dann kann ich aber noch zusätzliche Gase dazu geben und ich kann auch dieses Verhältnis dieser Gasflüsse zueinander noch massiv variieren. Dann kann ich variieren die elektrische Energie, die ich reingebe. Damit habe ich ganz unterschiedliche Anregungszustände im Plasma und damit begünstige ich auch ganz unterschiedliche chemische Reaktionen da drin. So kann man beispielsweise durch diese Variation der Parameter ganz gezielt SiOx-Schichten erzeugen. Das macht man indem man einen starken Sauerstoffüberschuss hineingibt in dieses Hexamethyldisiloxan. Oder man nimmt diesen Sauerstoff deutlich zurück. Dann bekommt man SiOx-Schichten mit X fast gegen zwei. Oder man nimmt diesen Sauerstoff sehr stark zurück und dann bekommen sie eine Schicht, die einen sehr viel stärker organischen Charakter hat, sehr weich ist und auch sehr schnell aufwächst. Im Übrigen, die auch sich sehr gut adaptieren kann an verschiedene Substrate. Das ist dann quasi die Primer-Schicht, wie Sie es gerade eben genannt haben. Diese ganzen Parameter, die ich gerade eben genannt habe, es gibt noch ein paar mehr dazu, die kann man eben gezielt variieren und damit die Schichteigenschaften verändern. Aber man muss sie eben auch beherrschen in ihrer gesamten Vielfalt. Wenn ich jetzt so eine Plasma-Beschichtungsanlage hätte, könnte ich zu Ihnen kommen und mit Ihnen zusammen zum Beispiel so eine Optimierung durchführen. Oder was ist eigentlich Ihr Angebot an die Industrie? Wir sind ja ein Forschungs- und Entwicklungsinstitut. Das heißt, wir bieten, da wir so anwendungsnah sind, natürlich sehr gerne der Industrie unsere Kooperation an. Das ist eigentlich das, wofür wir leben. Um das zu tun, machen wir dann hier und da auch noch mal ein bisschen Grundlagenforschung. Aber ich sage das mal so einfach ganz massiv her. Das ist nicht unser Zweck. Unser Zweck ist wirklich die Kooperation mit der Industrie und wirklich Dinge zu entwickeln, die dann noch auf den Markt kommen. ### Industrielle Umsetzbarkeit von Plasmatechnologie Das, was wir hier im Bereich Plasmatechnologie machen, ist natürlich vom Umsetzer der industriellen Umsetzbarkeit so noch nicht gegeben, logischerweise. Wir haben zwar hier ein Labor, in dem wir Beschichtungen machen können. Da haben wir Anlagen stehen, die wir alle selber gebaut haben. Also von den Rezipienten, also von der Vakuumkammer selber über die Mikrowelleneinsteuerung, über die Gasversorgung, über die Steuerung des gesamten Prozesses, die Datenerfassung usw. Das sind Anlagen, die wir selber konstruiert haben, die wir auch im Übrigen sehr viel mit Sensorik ausbauen können, sodass wir auch sehen können, wie sich das, was wir von außen an Parametern einstellen, sich innen im Plasma auswirkt. Und damit können wir eben dann solche Machbarkeitsanalysen sehr schön machen und wir können das eben auch weiter treiben, bis eben in die Schicht entwickeln. Also wirklich gucken, wie muss denn die Schicht zusammengesetzt sein, damit sie ein bestimmtes Eigenschaftsportfolio tatsächlich reichen kann. Das machen wir hier bis zu Größen. Also bei Flaschen bis zu Literflaschen oder sowas, zwei Literflaschen, können wir das locker machen. Nach unten sind wir so auf typische Spritzen hin begrenzt. Dann müsste man noch mal ein bisschen anders schauen. Und bei den Folien haben wir so typischerweise DIN-A4-Größe erst einmal, sind aber momentan auch dabei, eine Anlage zu entwickeln, die wirklich in Form von Bahnware durchlaufend beschichten kann. Diese Anlage ist noch nicht geeignet für industrielle Zwecke, aber sie zeigt schon mal den Weg dorthin. Und dann haben wir natürlich entsprechende Kontakte zu Unternehmen, die dann eben dort ankoppeln können und mit denen wir dann erarbeiten können, okay, wie müsst ihr denn eure Anlagen einstellen mit diesen Schichtsystemen? Unsere Zuhörer interessiert jetzt natürlich die Bahnbeschichtung. Und da haben Sie mir auch schon verraten, dass das was Besonderes ist. Denn Sie machen kein Badge-Verfahren beim DBD-Beschichten von bahnförmigen Materialien. Sondern Sie machen das anders, oder? Ja, genau, wir machen das anders. Wir haben nämlich uns überlegt, wir müssten eigentlich, so wie der Extrusionsprozess und alle nachgeschalteten Prozesse auch sind, etwas Kontinuierliches haben. Das, glauben wir, findet eine wesentlich höhere Akzeptanz insgesamt. Und so genau haben wir uns dann auch mal ein wenig umgeschaut. Das, was wir da jetzt aufgebaut haben im Labor, das hat halt Neuheitswert. Aber die grundsätzliche Idee, die ist eigentlich schon in Patenten zu finden. Ich glaube, aus dem Ende der 90er Jahre, Anfang der 2000er Jahre. Das heißt, man führt nämlich die Bahnware jetzt endlich durch ein Schleusensystem ein – in die eigentliche Vakuumkammer. Und das haben wir tatsächlich realisiert. Und das funktioniert auch tatsächlich, wie wir das festgestellt haben. Das Geheimnis dabei ist eben, man hat ein Schleusensystem, das aus Schlitzen besteht. Durch diesen Schlitz wird eben die Folie geführt. Man muss gucken, dass diese Schlitze eine nicht zu große Breite haben, sodass man in einen Bereich einer Blockströmung hineinkommt. ### Durchlaufanlagen mit mehreren Beschichtungsaggregaten Dann ist das Ganze nämlich auf einmal druckabhängig. Und dann genug Schleusen hintereinander bastelt. Dann kann man eben diese Folie vom Atmosphärendruck bis in einen Druckbereich hineinführen, der dann eben dem Beschichtungsdruck entspricht. Also sagen wir mal 1 Millibar oder sowas. Da führt man dann die Folie entsprechend vorbei an den Beschichtungsaggregaten, die eben auch nochmal besonders ausgeführt sind. Und anschließend nach der Beschichtung führt man sie durch ein ähnliches Schleusensystem wieder heraus in Atmosphärendruck und kann die Folie dann wieder auf die Walze aufrollen. Jetzt hört sich das für mich als Ingenieur wahnsinnig kompliziert an. Warum machen Sie es nicht einfach bei normalem Druck? Es gibt ja auch immer wieder Bemühungen, SiOx bei Atmosphärendruck oder leicht darunter aufzubringen. Warum geht das bei Ihnen nicht mit dem Plasma? Also das geht schon. Das könnte man schon machen. Aber so wie ich diese Prozesse immer gesehen habe, die bei deutlich höheren Drücken verlaufen, sind diese Prozesse sehr störanfällig. Die Schichten erreichen nicht diese Eigenschaften, weil bei höheren Drücken ganz andere Chemie stattfindet. Und es ist zudem auch noch ziemlich schwierig, dass außer dem Beschichtungsgut auch noch alles andere mitbeschichtet wird. Da gibt es ein paar Nachteile, die ich sehe, was uns nie dazu bewogen hat, da tiefe Forschung reinzubringen. Wir haben uns damit mal befasst, aber ganz schnell wieder die Finger davon gelassen. Ich weiß, dass solche Systeme durchaus auf dem Markt sind und darüber diskutiert wird. Aber ich glaube, dass wir mit unseren Schichtsystemen am Ende einen Vorteil haben, dass wir sowieso durch den Niederdruck eine astreine, saubere, gut definierte Atmosphäre haben. Und das gelingt eigentlich bei den Atmosphärendruckplasmen so in der Form nicht, es sei denn, man würde das Ganze wieder mit Stickstoff spülen, aber der wird sich wieder beteiligen an einem gesamten Prozess. Das müsste auch alles immer gleich sein. Man müsste da schon einige Maßnahmen treffen, um diesen Prozess wirklich auch stabil zu machen und resilient zu machen gegen äußere Einflüsse. Und das ist bei uns eben nicht der Fall. Das ist wesentlich einfacher. Wenn man einmal diese Hürde übersprungen hat, sich mit der Vakuumtechnik zu befassen, dann stellt man auch fest: Okay, das ist alles gar keine große Zauberei. Das sind natürlich Investitionskosten, das ist schon richtig. Aber am Ende hat man einen Prozess, der in eine Atmosphäre abläuft, die unheimlich gut kontrollierbar ist und vor allen Dingen ziemlich konstant ist. Und gerade bei diesen dünnen Schichten brauchen wir eben eine Topqualität, damit wir keine Ausfälle haben, damit eben die eine Verpackung, die dann sonntags morgens auf dem Frühstückstisch steht, eben nicht verdorben ist. Darum geht es uns Flexpackern ja. Jetzt haben wir schon einen ganz weiten Bogen gespannt. Wir haben über Prozessparameter gesprochen, über Chemie, über Substrate, aber es gibt ja auch noch andere Beschichtungsverfahren. Das Aluminiumoxid ist in aller Munde, boomt im Moment wahnsinnig. ### Aluminiumoxid als etablierte Beschichtungstechnologie Und das ist ja wirklich eigentlich dann keine chemische Abscheidung mehr. In dem Sinne glaube ich, so unterscheiden das auch von Ihrem Prozess, wenn ich das richtig verstehe. Was ist der Vorteil Ihres SUX-Prozesses im Vergleich zu diesem Aluminiumoxid? Jetzt mal ganz explizit diese beiden gegenübergestellt. Also Aluminiumoxid ist natürlich die echter etablierte Technologie. Die ist schnell, die ist soweit sauber, die ist installiert an vielen Stellen schon. Die SUX-Technologie ist das in diesem Ausmaße noch nicht. So habe ich das zumindest noch nicht gesehen. Für Hohlkörper ist das wiederum etwas anderes. Da ist es genau umgekehrt, würde ich sagen. Aber bei Folien eben nicht. Ich glaube, dass der entscheidende Punkt dabei ist, dass man mit dieser Entwicklung der SUX-Beschichtungsanlagen noch nicht so weit gewesen ist. Und dass da so Punkte wie diese Beschichtung von Anlagenteilen, beispielsweise die Prozessalterung, wir nennen das dann parasitäre Beschichtungen, dass das zum großen Teil eben ein großes Problem darstellt. Dadurch haben sie relativ kurze Reinigungsintervalle, sie haben Stillstandszeiten und das ist am Ende erst einmal für die Wirtschaftlichkeit des Prozesses nicht zuträglich. Ich glaube, dass das das Hauptproblem ist. Und dann kommt noch dazu, so wahnsinnig viele gibt es ja nicht, die sich mit der SUX-Schichtanlagen entwickeln. Natürlich gibt es schon einige, aber so richtig breit gefächert ist das nach meiner Kenntnis nicht. Und das ist wahrscheinlich der Grund, warum das momentan noch nicht so eine Verbreitung gefunden hat. Ich merke aber dennoch, dass wir gerade in diesem Projekt, in dem wir diese Anlage entwickelt haben, diese R2R-Anlage, so nennen wir das, diese kontinuierliche Beschichtung von Folie, dass da ein wachsendes Interesse besteht, auch zu sehen, was man mit SUX-Schichten machen kann, weil man einfach erkennt, dass man durch die Prozessparameter, auf die man Zugriff hat, auch wesentlich flexibler wirken kann auf die Schichteigenschaften, die man dort erreichen kann. Und das ist ja nicht nur Barriere, das ist ja dann auch Bedruckbarkeit und das ist vielleicht sogar Recyclingfähigkeit oder eben sogar die Entfernbarkeit von Druckfarbe beispielsweise, auf die man Einfluss nehmen kann. Bleiben wir mal bei dem Thema Rezyklate, das hatten Sie zu Beginn schon gleich auch im Munde und da würde ich gerne noch mal ein bisschen tiefer bauen. Es gibt ja so die Vision bei den Lebensmitteltechnologen, dass man mit einer funktionellen Barriere, also einer dichten Schicht, quasi alle Rezyklate außen drauf packt auf eine Verpackung und innen dann diese saubere, dichte Schicht aufbringt und so quasi den ganzen Dreck aus dem Recyclingprozess, den man ja immer mitschleppt, Dreck in Anführungsstrichen, dann quasi vom Lebensmittel fernhält. Gibt es solche Entwicklungen auch mit so einer anorganischen DBD-Beschichtung? Kennen Sie da was? Gibt es da Beispiele oder forschen Sie an sowas? Ja, also erstmal ist das natürlich ein ehrenwerter Gedanke, dass man mit so einer Beschichtung da alles zurückhalten könnte. Das halte ich für utopisch, das so zu machen. Aber ich glaube dennoch, dass DBD-Schichten dabei eine entscheidende Rolle spielen können. Wir sind in diesem Feld schon seit längerer Zeit unterwegs. Das haben wir ebenfalls für Hohlkörper gemacht, aber eben auch für Folien, in dem wir uns beispielsweise einerseits angeschaut haben, wie lässt sich denn eigentlich auf solchen Rezyklaten eine Schicht überhaupt abscheiden und was für Eigenschaften hat diese Schicht dann? Mit dem ersten Gedanken natürlich, okay, wir haben ja darüber gesprochen, wenn wir andere Werkstoffe haben, haben wir andere Schicht-Eigenschaften erst einmal. Wir müssen das dann anpassen und ein Rezyklat ist ein anderer Werkstoff, egal woraus der Wissen ist. ### Recyclatfolien mit Plasmabeschichtung Das ist ja sowieso meistens ein Gemisch. Also fängt bei der Verwendung von Rezyklaten von vornherein eine neue Schichtentwicklung an. Damit haben wir uns eben auch beschäftigt. Wir haben also wirklich Granulate aus dem gelben Sack genommen, so wie sie auf dem Markt angeboten werden, und haben aus diesen Granulaten Folien gemacht. Und diese Folien haben wir dann anschließend beschichtet. Da kann man erstmal sehr schön sehen, dass man mit einem geeigneten Schichtsystem, das ist dann ein Mehrschichtsystem, auch auf einer recycelten Folie und auch wenn die hier wirklich nicht appetitlich aussieht, trotzdem eine sehr gute Barriere erzeugen kann. Das geht wirklich in die gleiche Größenordnung wie die Barriere, die man auf einer Virgin-Folie erzeugen kann. Das ist ja erstaunlich eigentlich, weil wir ja viele Stippen auch haben. Das ist ja das, wo die Folienbläser z.B. stark mitkämpfen bei dem Rezyklateinsatz in Blasfolie. Bei Gießfolie ist das ähnlich. Man versucht das dann oft abzudecken mit sauberen Virgin-Materialien, um dann wieder eine gleichmäßige Schicht zu kriegen. Aber so richtig kriegt man die Pickel nicht wieder weg. Aber das stört sich scheinbar gar nicht so sehr, weil das wieder diese Blumenkohltheorie ist? Ja, weil man da einfach mehrschichtige Schichtsysteme abscheidet. Das sind aber wieder Puffersysteme, bei denen dann jeder neue Beschichtungsvorgang eine immer ebener werdende Oberfläche findet. Und dadurch eben irgendwann mal die guten Barriereeigenschaften auch erreichen können. Der Estrichleger würde sagen, wir schlemmen das zu. Ja, ich glaube, zu schlemmen ist ein schönes Bild. Aber so funktioniert der Prozess eigentlich nicht. Wäre gut, wenn man das so könnte. Das stimmt. Aber das war so der erste Ansatz, auf jeden Fall erst einmal zu sehen, was man damit erreichen kann. Und wir haben dann eben in nächsten Schritten sehr systematische Untersuchungen gemacht. Wenn man jetzt mit Rezyklaten solche Schichtentwicklung machen will, hat man natürlich immer das Problem, kriegen sie heute eine Fuhre, dann hat die eine ganz andere Eigenschaft, als wenn sie nächste Woche nochmal eine Fuhre bekommen. Das heißt, man muss auch damit rechnen, dass die Rezyklatqualitäten sich natürlich saisonal unterscheiden. Und um diesem Problem ein wenig aus dem Weg zu gehen, erst einmal haben wir eben so ein Modell der Zyklate erzeugt. Das heißt, wir haben Virgin-Material genommen, das für Verpackungen verwendet wird, und haben dieses Virgin-Material ganz gezielt mit chemischen Substanzen kontaminiert, also die entweder volatil oder nicht volatil, polar oder nicht polar sind. Das haben wir miteinander kombiniert, sodass man damit quasi so eine Art Worst-Case-Szenario erzeugen kann, mit dem wir dann eben erst einmal das Granulat kontaminiert haben und dann haben wir aus dem Granulat die Folie gemacht. Gleichzeitig haben wir dann entsprechende Analyse-Technik entwickelt, also Methodenentwicklung betrieben, mit deren Hilfe wir das auch quantitativ nachweisen können, was dann da drin ist. Und dann kann man natürlich hingehen und sagen, jetzt beschichten wir das Ganze mal mit einer SiOx-Schicht oder einer vielleicht etwas spezielleren Schicht und gucken mal, was dann noch daraus geht. Man kann also sehr genau dann gucken, was kann die SiOx-Schicht für diese verschiedenen Komponenten, also volatil, nicht volatil, polar und polar, was ja ein Riesenspektrum ist, was können diese Schichten da an Migrationshemmungen erreichen. ### Verschiedene Abteilungen für Flexpack-Anwendungen Und auch dieses Ergebnis ist erst einmal, ich rede nur vom Labor-Maßstab, muss ich jetzt erst einmal natürlich sagen, aber im Labor-Maßstab ist dieses Ergebnis äußerst ermutigend, sodass wir da momentan so einige Partner haben aus der Industrie, die sich dafür sehr interessieren, mit uns das zusammen weiterzuhelfen. Und da, dass er an dieser Stelle erwähnt, ist ja unser Flexpack-Experte, was Nachhaltigkeit und Recycling angeht, Professor Grefenstein bei Ihnen auch, ein ehemaliger Absolvent, zweitens aber auch noch Lehrender an der RWTH, wenn so viel ich weiß, und er beschäftigt sich nach wie vor auch mit all diesen Themen, auch im Namen seines Auftraggebers, einem großen Flexpack-Anbieter. Und so schließt sich eigentlich auch wieder so ein bisschen der Kreis. Ich will aber noch mal eben für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer fragen, was ist das IKV eigentlich sonst noch so für die Flexpack-Industrie neben SiOx-Beschichtung und Versuchen und Technik und Labors anzubieten hat, wo man vielleicht auch Sie nochmal anrufen könnte, oder einen Kollegen von Ihnen, wenn da gerade eine Forschung gefragt ist, oder eine Weiterentwicklung, wie Sie sagen. Die sind da sehr, sehr breit unterwegs. Wir haben hier verschiedene Abteilungen, wenn Sie jetzt über die Flexpack nennen Sie es, glaube ich, dann ist das vor allen Dingen eben unsere Abteilung Extrusion, die beschäftigt sich damit. Wir haben da eine Blasfolienanlage, wir haben da Flachfolienanlagen, wir haben Kompounder-Maschinen, mit denen wir dann auch Mischungen erzeugen können und Additive reinbringen können und so weiter und so fort. Wir haben eine Tiefziehanlage, mit der man die Folie also gegebenenfalls auch noch tiefziehen könnte, darüber hinaus natürlich auch noch Verfahren, mit denen wir Hohlkörper herstellen können. Und das ist also unsere Ausrüstung, die sehr industrienah ist. Das sind normale Anlagen, die sind natürlich nicht so groß, wie die sollen. Erst wenn ich damit jetzt die angestrebte Tonnage zu machen, logischerweise, ist man in der Forschung auch immer ganz froh drum eigentlich, weil Sie sich ansonsten sehr viel mit der Müllentfernung beschäftigen müssen. Also das sind Anlagen, die sind einfach gut handhabbar, aber auf denen ist eben auch alles möglich. Da können Sie Ihre Rezyklate darauf verarbeiten, das ist ein Vorteil natürlich, weil wir müssen nicht darauf achten, weil wir nicht im nächsten Moment damit Primärmaterial verarbeiten müssen. Also das lässt sich damit alles wunderbar simulieren und abbilden. Und mit diesem Equipment bieten wir natürlich auch eine ganze Menge von Leistungen an. Das machen wir dann in Form von Projekten verschiedenster Art, die teilweise noch laufen. Beispielsweise, ich weiß nicht, ob Sie das kennen, das Projekt KI Optipack. Ein größeres Projekt, das vom BMBF finanziert worden ist und finanziert wird. Das läuft jetzt noch bis Juli, glaube ich, diesen Jahres, wo über 40 Industrie-Teilnehmer mit dabei gewesen sind, wo man sich also sehr viele Gedanken dazu macht, wie kann man mit Hilfe von künstlicher Intelligenz Optimierungen durchführen bei Kunststoffverpackungen mit einem variierenden Rezyklatanteil und mit einer variierenden Rezyklatqualität. Also wie können dann beispielsweise Maschinen ihre eigenen Strategien entwickeln, Regelstrategien entwickeln, um mit diesen variierenden Qualitäten zurechtzukommen. Das ist für uns total hochinteressant, weil wir da eben auch mit den entsprechenden Industriepartnern zusammensitzen, also Firmen wie die Extrusionsmaschinen herstellen oder die eben auch, wie Sie eben schon gesagt haben, selber Extrusion betreiben, bis hin zu denjenigen, die dann selber auch die Produkte in den Markt bringen oder in den Regalen stehen haben. Dieses ganze Spektrum ist dann in diesen Projekten mit dabei bei diesen über 40 Teilnehmern. Und das ist natürlich für uns einfach hochinteressant, weil wir dann eben auch sehen können, wie solche Themen in der Kreislaufwirtschaft wirklich von der Wirtschaft auch aufgenommen werden. Und da ist ja wahnsinnig Dynamik drin, ganz konkret gefragt mal, Herr Dahlmann. Ein kleines Unternehmen, ich sage mal 200 Mitarbeiter, möchte jetzt wissen, wie es eine Eingangskontrolle für Rezyklate aufbauen kann. Sind die bei Ihnen richtig oder sollen die lieber zur Innoform gehen? Jetzt zähle ich mal frei weg. Können Sie dem wirklich helfen und sagen, Mensch, wir haben da Know-how, wir wissen, wie man Rezyklate einstuft, wie man die Verarbeitbarkeit auch messtechnisch schon abbildet oder so. Sind Sie schon so weit oder ist das etwas, so zu sagen, da müssen wir erst ein großes Projekt mit 40 Teilnehmern machen? Na, wir haben ja im Laufe der Jahre schon viel, viel an Erfahrung gesammelt. Wir wissen also mehr oder weniger, welche Spannweite von Rezyklat man überhaupt rechnen muss, was da überhaupt an Varianzen drin ist. Wir haben ein ziemlich großes Projekt gehabt, in dem wir uns mal angeschaut haben, was verschiedene Rezyklatanbieter über die Saison hinweg an Rezyklatqualitäten liefern. ### Kundenbewertung von Beschichtungsergebnissen Und das gibt einem eine gewisse Einschätzung, womit man denn jetzt eigentlich rechnen muss. Jetzt hängt es aber am Ende natürlich extrem davon ab, wie sensibel eigentlich das Produkt ist, von dem Kunden, der zu uns kommt. Ist das jetzt eine, was weiß ich, eine dicke Folie oder ist das eine eher sehr dünne Folie, das spielt natürlich schon eine ganz entscheidende Rolle dabei, wie sensibel dieser Prozess und auch das Produkt für die variierenden Eingangsqualitäten sind. Wir haben hier am Ende eine riesige Fülle an Analytik zur Verfügung, wo wir alles hoch und runter charakterisieren wollen, was erforderlich ist, was aber natürlich am Ende erst einmal einfach nur ein Preistreiber ist. Das muss man schon sagen. Deswegen ist das immer eine Bewertung, die wir gemeinsam mit dem Kunden machen. Wir machen keine Pauschalangebote. Wir bewerten Ihr Rezyklat für Ihre Produkte, damit Sie das einsetzen können, sondern da gehen wir schon genau ins Detail. Wir schauen uns seinen Prozess an, gucken, wie sensibel denn eigentlich dieser Prozess und das Produkt ist. Möglicherweise macht man dann hier in unserem Technikum Vorversuche an einer ähnlichen Anlage, an einem ähnlichen Produkt mit gleichen Werkstoffen beispielsweise, kann da dann auch Variationen durchführen und so weiter und so fort. Möglicherweise kann man auch Additivierungen durchführen mit unserem Komponiertechnikum, womit man vielleicht noch Stoffe mit dazugeben, die so etwas wie eine Geruchsbindung betreiben oder so. Also die Möglichkeit, der Baukasten ist ja da riesig groß. Es geht ja am Ende immer darum, aus dem Baukasten die richtigen Elemente zu nehmen, die halt genau passen zu der Problemstellung. Also KMUs können da gerne zu uns kommen, auch größere Unternehmen natürlich gerne da. Das ist eigentlich genau unser Steckenpferd. Also ich werde Ihnen ein paar Leute vermitteln, das habe ich heute gelernt. Noch ein Blick nach vorne. Meine letzte Frage auf meinem Zettel. Tatsächlich sind wir in einer sehr fortgeschrittenen Zeit, aber das war es absolut wert. Wenn Sie jetzt sagen, 2030 ist jetzt bei uns, bei den Flexibles, bei der Flexpack-Industrie so eine Deadline, weil die PPWR dann so die ersten Daumenschrauben anlegt, obwohl das gerade eingeklagt wird. Und so habe ich gerade gelesen, aber trotzdem wird da irgendwas kommen. Was wünschen Sie sich denn, wenn Sie jetzt durch Ihre Brille gucken mit Ihren Entwicklungen, SUX-Beschichtung, Rezyklate, Nachhaltigkeit, Treibstoffwirtschaft. Was wünschen Sie sich, was vom IKV an Impuls kommen soll, was 2030 in den Regalen liegt, was Sie verbessert haben? Gibt es da etwas? Und was müssen wir als Industrie vielleicht auch noch leisten, damit wir das gemeinsam hinkriegen? Weil das ist nicht mehr lange. Genau, das ist nicht mehr lange. Und das, was wir hier machen in unserem Labor, das ist erstmal sehr vielversprechend. Aber sagen wir mal gerade für ein Viertelquadratmeter Folie. Das ist ja das Problem. Ich sage immer, wenn wir uns mit Themen der Kreislaufwirtschaft beschäftigen, macht das überhaupt keinen Sinn, die Wirtschaft draußen vorzulassen. Das muss von der Wirtschaft getragen werden und deswegen muss die auch mit dabei sein. ### Kooperationen in Multi-Unternehmen-Projekten Das ist bei all unseren Projekten, auch bei dem Group Cycling Projekt ist das so, wo wir mit 19 verschiedenen Unternehmen dabei sind und versuchen mit mehr oder weniger bestehender Technologien die Recyclingqualität zu verbessern, um daraus Folien herzustellen, die tatsächlich dann auch eine bessere Qualität haben. Da sind eben auch 20 Firmen dabei, die sich selber auch sehr intensiv mit einbringen, mit ihren Technologien, um dazu beizutragen. Und das sind so Formate, die wir am Ende auch sehr dringend brauchen, damit das, was wir hier im Labor machen, auch wirklich dann in der Wirtschaft Fuß fassen kann. Denn diesen Multiplizierer, den können wir hier nicht leisten. Wir haben auf der anderen Seite natürlich neben diesen SUX-Schichten, das X kann ja variieren von A bis Z und da können auch noch andere chemische Substanzen drin sein, unendlich viele Möglichkeiten, diese Schichtchemien einzustellen, die Schichteigenschaften einzustellen und wie gesagt, es ist ja nicht immer nur die Barriere, die dabei an der Rolle spielt. Ganz genau. Ich bin ganz fest davon überzeugt, dass für sehr viele Produkte, gerade wenn wir Rezyklate verwenden, ob das nun als Zwischenschicht ist oder vielleicht als Außenschicht ist, dass wir da mit diesen SUX-Schichten eine ganze Menge erreichen können. Wir wissen jetzt schon, dass wir um ganz zahlreiche Faktoren von größer als 10 diese Migranten zurückhalten können. Das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. Also das funktioniert schon. Aber das ist eben nicht die einzige Anforderung. Man muss ja auch so etwas haben wie eine Kratzfestigkeit beispielsweise oder eine Abnutzungsbeständigkeit, sage ich mal. Die muss ja auch noch sichergestellt sein. Knickfestigkeit, Bedruckbarkeit vielleicht und vieles mehr. Da kommt ja ganz viel zusammen. Kaschierfähigkeit, Ritzebeständigkeit, beim Siegeln, beim Sterilisieren, was weiß ich. Also es sind wirklich ein Blumenstrauß, wie Sie schon gesagt haben. Das können wir heute nicht alles lösen. Wenn Sie so eine Bitte hätten an die Flexible Community, was sollen die tun, damit es vorangeht? Sie sollen sich bitte bei mir melden. Da kann nichts mehr kommen. Herr Professor Dahlmann vom ITV im Infobot. Vielen herzlichen Dank. Alles klar. Ich danke Ihnen vielmals, Herr Schröder. Und jetzt noch ein kleiner Spaß am Ende. Der Chatbot meines Vertrauens hat mir die Vita von Professor Dahlmann zusammengeschrieben. Und dann habe ich das einsprechen lassen mit meiner Stimme. Und hier also der synthetische Karsten Schröder zum Schmunzeln und Genießen. Tschüss. Professor Rainer Dahlmann ist wissenschaftlicher Direktor für Kreislaufwirtschaft am Institut für Kunststoffverarbeitung IKV der RWTH Aachen und leitet dort das Zentrum für Kunststoffanalyse und Prüfung KAP. Nach einem Studium der Physik und des Maschinenbaus an der RWTH Aachen promovierte er 2001 mit der Dissertation „Permeation by Plasma Polymerized Layers and Plasma Coating of Plastic Pipes and Hollow Bodies“. ### Dahlmanns Engagement in Lehre und Forschung Seit 2012 engagiert sich Dahlmann zusätzlich als Hochschuldozent und verantwortet Lehrveranstaltungen zu Additive Manufacturing, Funktionsschichten und Werkstoffkunde von Kunststoffen. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Entwicklung hochwirksamer Gas- und Feuchte-Barriere-Schichten auf Polymer- und Recyclingsubstraten. Insbesondere mittels Plasma Enhanced Chemical Vapor Deposition PE-CVD und Plasma Atomic Layer Deposition PEALD. Dazu zählen auch Defekt- und Porenmodellierung, oberflächenanalytische Methoden sowie die Einbindung von Rezyklaten in flexible Verpackungssysteme. Mit derzeit über 120 referierten Publikationen und vielfachen Industriepartnerschaften trägt er maßgeblich zum Transfer nachhaltiger Barriere- und Kreislauftechnologien in die Praxis bei. **Kategorien:** Barrierefolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung --- ### [Marissa Schwinn (traceless materials) zu Gast bei Innoform – Neues Material für die Verpackungsbranche ](https://inno-talk.de/marissa-schwinn-traceless-materials-zu-gast-bei-innoform-neues-material-fuer-die-verpackungsbranche/) **Published:** September 3, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Im aktuellen Innoform-Podcast sprach Karsten Schröder mit Marissa Schwinn von **traceless materials** – einem Scale-up, das eine vielversprechende Materialalternative zu herkömmlichen Kunststoffen entwickelt. Hier die zentralen Erkenntnisse aus dem Gespräch: ## **Von Filmproduktion zu nachhaltigen Materialien** Nach mehreren Jahren in der Werbefilmproduktion wechselte Marissa Schwinn in die Verpackungsbranche – angetrieben von dem Wunsch, nachhaltiger zu arbeiten. Bei traceless materials fand sie die passende Mission: Materialen zu entwickeln, die wirklich kreislauffähig, naturverträglich und vielseitig einsetzbar sind. In ihrer Rolle als International Sales Managerin begleitet sie heute unterschiedlichste Marken und Verarbeiter der Verpackungsbranche auf dem Weg zu einem nachhaltigeren Produktportfolio. ## **Wer ist traceless materials?** traceless materials ist ein Circular-Bioeconomy-Scale-up aus Hamburg, das eine völlig neue Klasse nachhaltiger Materialien entwickelt – plastikfrei, umweltfreundlich und vollständig kompostierbar. Aus landwirtschaftlichen Reststoffen entsteht traceless®-Material, das biobasiert, schadstofffrei und heimkompostierbar ist. Es kommt ohne chemisch modifizierte Polymere aus und zersetzt sich innerhalb weniger Wochen vollständig. Ziel des Unternehmens ist es, Einwegprodukte wie Besteck, Beschichtungen oder Folien nachhaltig zu gestalten – für eine Zukunft, in der Materialien einen positiven Beitrag zum Planeten leisten und Abfall sowie Verschmutzung der Vergangenheit angehören. ## **tracless®: Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten** - **Barrieren**: Fettresistenz, je nach Ausführung auch Sauerstoff- oder Wasserdampfbarrieren. - **Heißsiegelfähigkeit**: Besonders interessant für Verpackungen mit Siegelnähten. - **Anwendungen**: Papierbeschichtungen, Folien, Spritzgussprodukte (z. B. Besteck, Trinkhalme). ## **Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft** traceless materials verfolgt einen konsequent **biologischen Kreislauf**. Statt Recycling in technischen Kreisläufen liegt der Fokus auf Abbauprozessen in der Natur oder Kompostierung. Die CO₂-Bilanz ist beeindruckend: Im Vergleich zu neu hergestelltem Kunststoff lassen sich bis zu 95 % der Emissionen einsparen. (s. auch: [https://drive.google.com/file/d/1Q5vGYJc8rQ1J0bXgpS\_i2b0sDJBGqZQI/view](https://drive.google.com/file/d/1Q5vGYJc8rQ1J0bXgpS_i2b0sDJBGqZQI/view)) ## **Kooperationen und Skalierung** traceless materials arbeitet unter anderem mit Mondi zusammen, um Papieroberflächen zu beschichten, sowie mit Spritzgussherstellern für die Produktion von Endprodukten. Noch in diesem Jahr soll die Demo-Anlage in Hamburg in Betrieb gehen, mit einer Kapazität von mehreren Tausend Tonnen pro Jahr. Ab 2028 ist der Start einer großtechnischen Industrieanlage geplant, die **traceless®-Material** im sechsstelligen Tonnenbereich produzieren kann. ## **Regulatorik im Blick** **Food Contact Approval** ist Pflichtziel, um relevante Märkte wie Lebensmittel, Kosmetik und Hygiene bedienen zu können. Vorteil: traceless® fällt nicht unter die **SUPD** (Single-Use-Plastic-Directive), da keine chemische Polymermodifikation erfolgt. Bei der **PPWR** gibt es noch Unsicherheiten, aber traceless materials engagiert sich aktiv in Brüssel, u. a. als Gründungsmitglied der Natural Polymers Group. ### **Unternehmenskultur** Gegründet 2020 in Hamburg als female-founded Unternehmen, vereint traceless materials ein multidisziplinäres, vielfältiges Team von Expert:innen, das täglich an einer neuen Generation plastikfreier Biomaterialien arbeitet. Mit dem Anspruch, als First Mover im Bereich natürlicher Polymere den Übergang zu einer Circular Bioeconomy voranzutreiben, setzt das Unternehmen zugleich auch gesellschaftlich Maßstäbe: Frauen in Führungspositionen, ausgeglichene Teams und eine von Gründerinnen geprägte Vision prägen die Unternehmenskultur. Nicht Profit, sondern Impact und die nachhaltige Veränderung des Marktes stehen dabei im Vordergrund. ## **Appell an die Markenhersteller** Zum Abschluss richtet Marissa Schwinn einen klaren Appell an die Entscheider in der Verpackungsbranche: **„Traut euch. Ohne Mut passiert keine Veränderung – wer zuerst handelt, sichert sich ein echtes Alleinstellungsmerkmal.“** Dieser Podcast zeigt: Mit traceless® steht eine neue Materialgeneration bereit, die Verpackungen nachhaltiger und zugleich marktfähig macht. ## Keine Folge mehr verpassen! Abonniere jetzt deinen Lieblings-Podcast auf deiner Lieblings-Plattform und genieße neue Episoden automatisch. [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) ### Verwandte Episoden - [Folien-Material-Analyse Podcast mit Daniel Wachtendorf](https://inno-talk.de/folien-material-analyse-podcast-mit-daniel-wachtendorf/) - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Mono-material – but properly](https://inno-talk.de/mono-material-but-properly/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* In der heutigen Episode vom Inno-Talk begrüße ich Marissa Schwinn von Traceless Materials. Hallo Marissa. Hallo, grüß dich, Karsten. Marissa, wir kennen uns noch gar nicht so lange, du bist anderthalb Jahre ungefähr in der Kunststoffbranche, habe ich deinen Lebenslauf entnommen, und du warst früher eigentlich mal in der Filmbranche. Ja. Was hat dich zum Wechsel eigentlich in diese Materialentwicklungsfirma Traceless bewogen? Ja, also tatsächlich, ich war, also Filmbranche, das ist dann, das ist mein erstes Learning, als ich in der Verpackungsbranche angefangen habe, dass man schon fast gar nicht Filmbranche kann, würde ich mal sagen, weil alle dann sofort wieder an Filmen denken, aber es ist tatsächlich Werbefilme, war es. Ich habe da lange Jahre gearbeitet als Producer, Projektmanager und habe dann irgendwann gemerkt, dass das bei mir einfach nicht so ganz mehr gepasst hat mit meinem Nachhaltigkeitsempfinden. Also ich habe privat sehr nachhaltig schon gelebt, habe dann wirklich viele Gedanken mir gemacht, wie ich da im Kleinen und Großen was verändern kann und bin dann aber trotzdem für Meetings für eine Stunde nach Stuttgart geflogen oder wieder zurück und solche Geschichten. Und das hat einfach irgendwann nicht mehr funktioniert bei mir. Und ja, und dann bin ich mit ein paar Umwegen über das Produktmanagement, Traceless Materials hatte ich schon lange auf dem Schirm, nicht wegen der Verpackung, sondern tatsächlich wegen der Mission, die Traceless Materials treibt, ja, habe ich dann es einfach mal versucht und das hat geklappt. Und so bin ich irgendwie in der Verpackungsbranche gelandet und habe gemerkt, dass das ja dann doch ein riesengroßes, kompliziertes Feld ist, wo sich aber doch irgendwie jeder kennt. Wo sich viele kennen, genau, wir sind ja nun ein Ausschnitt aus der Verpackungsindustrie, die Flexpack-Industrie und also alles, was man von Rolle verarbeitet, da gehören natürlich auch Papierverpackungen dazu, aluminiumbeschichtete Materialien und vieles mehr. Aber wir wollen ja heute über was ganz Neues sprechen, nämlich Traceless Materials. Traceless Materials ist erst mal eine Firma, aber auch ein Produkt. Klär uns mal ein bisschen auf, was macht Traceless Materials, was ist das? Gerne. Also Traceless Materials, offiziell Traceless Materials – und genau das ist ganz wichtig, dieses Materials wird immer klarer. Wir haben ein Material entwickelt, das heimkompostierbar ist und 100 Prozent biologisch abbaubar und auch biobasiert. Also das heißt, wir mixen da nichts rein, wir synthetisieren keine Polymere, sondern wir arbeiten wirklich mit den natürlichen Polymeren. Und das ist nämlich genau auch der Schlüssel zu dem Ganzen, dass wir da eben mit Materialien arbeiten, die sich natürlich abbauen und dadurch eine wirkliche Alternative zu Plastik sein können. Und die Materialien dann eben, also das ist erst mal Traceless Materials, das ist die Firma dahinter. Und dann entwickeln wir jetzt gerade verschiedenste Materialien dazu, aus diesem Material, dann aus dem Grundmaterial, um dann eben Papierverpackungen zu beschichten oder Papier zu beschichten, Folien herzustellen, Hotmelt herzustellen oder aber auch im Spritzgussverfahren Material zu verarbeiten und dann zu Besteck zum Beispiel verwenden. Also wir wollen wirklich all das Plastik ersetzen, was nicht unbedingt da sein muss. Also Plastik hat auf jeden Fall eine Daseinsberechtigung. Wir brauchen das auch. Das hat sehr gute Eigenschaften. Wir verwenden es nur einfach zu viel. Und das ist genau da, wo wir ansetzen. Wir wollen das ersetzen, was wirklich nicht da sein muss. Was vielleicht gerade durch dieses klassische Einweg-Plastik, weil sie nicht füllen, Eislöffel einmal kurz benutzt und dann landet es im Müll. Solche Geschichten, da braucht man nicht unbedingt was, was irgendwie 500 Jahre haltbar sein muss. ### Biobasierte kompostierbare Polymere erklärt Das reicht auch für ein paar Wochen. Und da setzen wir an. Absolut. Ich habe gelesen: biobasiert, kompostierbar hattest du eben auch schon gesagt, schadstofffrei und Plastik. Wie geht das zusammen mit Polymer? Kläre uns da noch ein bisschen näher auf. Du hast das eben schon angedeutet, dass hier ja von den Naturpolymeren kommt. Aber was genau steckt dahinter? Was kannst du uns sagen? Genau. Also im Grunde, wenn wir jetzt nochmal einmal ausholen, es ist ja am Ende, wenn wir auf Plastik, auf Kunststoff schauen, das ist ja wirklich ein synthetisches Material. Das heißt, wir verarbeiten die Polymere, wir manipulieren sie so, dass es längere Ketten werden und dann können wir dieses Material weiter verarbeiten, dieses Plastik. Genau das machen wir eben nicht. Wir nehmen die Polymere, wie sie da sind, wie sie jetzt in unserem Fall aus Resten der Agrarindustrie. Das ist unsere Basis. Die nehmen wir, extrahieren das, was wir brauchen, diese Polymere und verarbeiten sie so weiter mit so ein bisschen Salz und Pfeffer, sagen wir gerne, also mit den Zusatzstoffen, die wir brauchen, die allerdings auch natürlich ein Umsprung sind. Und dadurch werden dann die Polymere so modifiziert, dass wir dadurch unser Material herstellen können, dass es dann trotzdem thermoplastisch ist und verarbeitbar ist wie Plastik, aber eben kein Plastik ist. Wichtig auch, es ist eben aber auch kein Biokunststoff. Also das ist ja auch das, wo wir auch gerne in den Topf geschmissen werden, denn auch bei Biokunststoff ist es ja so, dass die Polymere chemisch verarbeitet werden. Also das Zuckerrohr wird genommen, die Polymere werden verarbeitet und dadurch dann entsteht im Prinzip dann doch wieder ein ganz reguläres Plastik, das aber immerhin auf einer Pflanzenbasis ist, also schon ein Schritt weiter. Aber es ist eben noch nicht der Schritt, den wir gehen wollen. Wir sagen, wir wollen das nochmal weitergehen. Wir machen nächste Generation an Materialien und haben da dann eben das Material, das aus den natürlichen Polymeren hergestellt wird, dass es eben dann keine Schadstoffe enthält, dass nichts verändert wird, sodass es selbst wenn es in die Umwelt gelangt, dass es da eben keinen Schaden verursacht und dafür ewig liegen bleibt, sondern im Zweifel sogar Fischfutter werden kann, weil es im Meer landet. Genau das ist ja im Moment unser Problem. Wir können ja gar nicht vermeiden, dass wir eine gewisse Pollution sozusagen, also eine Kontamination der Natur durch Plastik haben. Und wenn Plastik in die Natur gerät, das ist ja unsere große Nebenwirkung der Plastikindustrie, werden wir auch Mikroplastik kriegen. Und wie gefährlich das ist, wissen wir noch nicht. Aber die Vermutungen sind, dass das gar nicht mal so gut ist. Und abgesehen, dass es unschön ist, die Meere voller Plastik sind und die Fische nicht mehr leben können und so weiter und so weiter. Also viele Dinge, die ihr besser machen wollt. Ganz konkret gefragt zu eurem Material, was ja im Moment noch so ein bisschen eine Pilotphase ist. Wenn ich das jetzt in die Natur werfe oder es gerät ins Wasser, was passiert dann damit? ### Natürliche Zersetzung in wenigen Wochen Es ist im Grunde als würdest du den Apfel, den du gerade gegessen hast, die Reste in die Natur schmeißen. Also das ist oder auf dein Heimkompost, ich meine natürlich eigentlich soll ja das alles nicht in der Natur landen. Aber wenn es denn dann passiert, dann zersetzt es sich genauso. Also dadurch, dass wir die Polymere nicht verarbeiten, nicht modifizieren, kann es genauso von der Natur zersetzt werden, wie eben der Apfel, die Orangenschale, die Nuss, wie auch immer eben diese ganzen Stoffe, die in der Natur auch schon existieren. Also es zersetzt sich dann je nach Dicke von dem Material ja in drei bis neun Wochen, zwölf Wochen, je nachdem, wie dick es eben ist. Ist ja unheimlich schnell eigentlich. Das ist ja das, wo Verpackungsexperten manchmal auch Angst davor haben. Wie kriegt das Material das mit, dass es nicht schon, wo die Erbsen noch drin ist, quasi im Regal schon anfängt zu verrotten? Was ist der Auslöser, dass es dann eigentlich passiert? Das Geheimnis ist so eben wirklich genau darin, dass es heimkompostierbar ist. Das heißt, es zersetzt sich nur, wenn es eben die Mikroben da hat, die Temperaturen da hat, die Feuchtigkeit hat, wie es eben auch in einem Heimkompost oder eben auch im Waldboden existieren. Das sind die Prozesse, die werden genau dann getriggert, was aber auch dann bedeutet. Natürlich, wir befinden uns mit Naturpolymer. Das heißt, wir haben da auch unsere Begrenzung. Also genau das ist das ist auch der Punkt. Also wir können jetzt nicht die PET-Flasche ersetzen. Das wird niemals passieren für Leitungswasser oder so oder für Wasser. Das ist nicht möglich, weil wir einfach dieses, weil dann das Element Wasser einfach dann zu sehr reagiert mit dem Material. Aber trockene Lebensmittel oder eben aber auch andere Verpackungen jetzt im E-Commerce-Bereich oder ja, es gibt ja genügend Baustoffe und so weiter. Das ist genau der Punkt, wo wir ansetzen können jetzt in dem Verpackungsbereich. Das gilt natürlich genau dasselbe für beschädigtes Papier wie Folie und auch im Hot-Melt-Bereich, in dem Bereich des Injection-Moldings oder also Spritzguss ist es dann natürlich wirklich die Gabel, der Trinkalm und rund rund. Also immer da, wo es darauf ankommt, dass es sich schnell zersetzt, wenn es in die Natur gerät oder wenn es eben auch die Eigenschaften hergeben, dass sie eingesetzt werden, als Produktschutz natürlich auch. Wie ist es denn mit den Produkteigenschaften? Hat es eine Wasserdampfbarriere, eine Sauerstoffbarriere? Ist es vergleichbar mit Polyethylen oder mehr mit Papier oder wie muss man sich das vorstellen, so für unsere Einsteiger, die euer Material noch ankommt? Ja, absolut gerne. Also ich meine, es kommt natürlich ein bisschen drauf an, auf welches Material wir schauen, mit was wir beschichten, auf welchem Papier wir beschichten, zum Beispiel. Je nachdem kommen wir zu verschiedenen Barrieren. Also wenn wir jetzt auf das beschichtete Papier schauen, dann haben wir einmal eine sehr gute Fettresistenz. Das in jedem Fall. Je nachdem, wie wir beschichten, haben wir eine gute Sauerstoff-Barriere oder eine gute Wasserdampf-Barriere und haben auch die Heißsiegel-Fähigkeit. Also es ist toll an Traces, dass wenn es warm wird, dann fängt es an zu kleben. ### Heißsiegel-Verpackungen neu entwickelt Und dadurch haben wir eben wirklich auch die Möglichkeit, diese ganzen Heißsiegel-Verpackungen anzugehen oder die diese Heißsiegel-Fähigkeiten nötigen. Die genauen Barrierewerte kann ich dir noch gar nicht genau nennen. Also wir sind jetzt nicht im High-Performance-Aluminium-Ersatzbereich. Das kann ich auf jeden Fall sagen, aber wir sind dennoch schon auch dabei, dass wir wirklich die trockenen Lebensmittel und so weiter da auch als Ersatz bieten können. Das liegt einfach daran, weil wir eben noch in der Entwicklung sind. Und es gibt es jetzt seit fünf Jahren. Wir sind jetzt gerade dabei, unsere Demo-Anlage zu bauen. Die wird noch dieses Jahr eröffnet. Parallel entwickeln wir auch noch. Und dann mit unserem Partner, wie zum Beispiel Mondi als Papierhersteller, da müssen wir natürlich das Material von unserer Anlage noch auf deren Anlage bringen. Und dann können wir wirklich genau sagen, die Barrieren sind folgender Maße und können Zahlen dran schreiben. Aber das ist erst mal so die Richtung. Wir haben uns ja auch da kennengelernt auf der Barrierefolientagung in Würzburg zusammen mit Mondi – habt ihr da vorgetragen. Und es war eigentlich schön zu sehen, dass dieser riesengroße Tanker Mondi quasi mit so einem Startup sich zusammentut, um eben seine Papiere zum Beispiel wasserdicht oder sauerstoffdichter oder aromadichter zu machen. Kannst du schon sagen, wie weit seid ihr da? Wir sind fleißig am Testen tatsächlich. Also jetzt sind wir noch dabei, von unserer kleinen Pilotanlage das Material zu bekommen, sind dadurch dann mit dem Material, sind mit dem Material dann auch in Steinfeld bei Mondi und testen da auf der Technikumsanlage, verbessern, schauen uns den Prozess an, schauen uns die Details an, wie man, wie man das ja noch ein bisschen tweaken kann sozusagen, sodass wir wirklich dann sagen können zum Ende des Jahres, jetzt haben wir eine finale Formulierung. Auch eine Idee, wie das dann auf der größeren Anlage laufen muss, weil jetzt ist – wir sind noch im Technikum –, jetzt dann geht es natürlich dann auf den großen Extruder und dann, den schießt sie ja nicht einfach so, da musst du schon wissen, was du tust und das ist genau das, was wir gerade tun. Und damit wir dann wiederum, oder Mondi vielmehr den Extruder dann umbauen kann oder das machen kann, was nötig ist, damit das dann eben gut funktioniert. Da an dem Stand sind wir gerade. Also die Idee ist schon, normale Anlagen zu nutzen mit eurem Material, es soll so verarbeitbar sein wie bekannte Materialien, ist natürlich immer eine Herausforderung, aber sicherlich auch ein Must-Have, weil man sonst gar nicht in den Markt kommt, weil die Kapazitäten so riesig sind weltweit, die schon da stehen. Gibt es denn schon erste Erkenntnisse bei der Extrusionsbeschichtung, dass das funktioniert, oder gibt es große Hürden, wo ihr sagt: „Oh Gottes Willen, das schaffen wir nie, wir gehen lieber auf die Blasfolie oder so was?“ Nee, also unsere Ergebnisse sind so, dass es funktioniert, das auf jeden Fall, also auf den regulären Papierextrudern, wenn wir jetzt uns in der Welt befinden. Wir haben auch schon Blasfolien-Tests gemacht, also da funktioniert es auch tatsächlich. Wie es jetzt also prinzipiell funktioniert ist, jetzt müssen wir eben, wie gesagt, die Prozessparameter noch ein bisschen verfeinern, weil es ist eben dann doch ein Naturpolymer, also der Schmelzpunkt ist ein bisschen anders, die Verarbeitungsweise ist ein bisschen anders, aber an sich, wie du sagst, ist es genau das – also wir benutzen die Maschinen, die da sind, und dann schauen wir nur, wie diese Maschinen so ein bisschen in den Einstellungen angepasst werden können. Sicherlich auch vielleicht erst mal mit einer geringeren Geschwindigkeit laufen, damit wir erst mal starten können, und dann verfeinern wir das weiter runter, dass es dann noch mehr schneller läuft, dass es besser läuft und stabiler läuft. Genau. In der Recherche zu diesem Gespräch habe ich auch gelesen, dass ihr sehr mit Vorschuss Lorbeeren sozusagen ausgestattet werdet, die Industrie wartet auf ein Produkt, genau das, was ihr da anbieten wollt. Wie ist das Scale-Up? Was sind die Planungen? Du hattest schon eine Pilotanlage erwähnt, wie geht es weiter? Kann ich jetzt bei euch schon einen Sack kaufen oder? Ja, schön wäre es, das wäre schön, wenn wir schon solche Gespräche führen könnten. Also gerade ist es so: Wir sind jetzt in der Pilotanlage, die läuft wirklich am Limit aufgrund der Nachfragen und der Tests, die wir auch mit verschiedenen Partnern fahren. Und jetzt ist es so, dass wir bis zum Ende des Jahres die Demo-Anlage kommissioniert haben. Das heißt, dann eröffnen wir sie endlich, dann darf sie laufen. ### Produktionsanlage seit Mitte letzten Jahres Die wird seit Mitte letzten Jahres gebaut, wirklich ganz konkret. Und dann werden wir wirklich fähig sein, mehrere tausend Tonnen von dem Material zu produzieren. Das klingt erst mal ein bisschen wenig, das ist jetzt erst mal aber auch wirklich, um zu zeigen: Proof of Concept – es funktioniert. Und wenn man sich überlegt, zum Beispiel jetzt auch im Bereich der Papierbeschichtung, mehrere tausend Tonnen sind auch eine Menge Quadratmeter beschichtetes Papier. Das heißt, da hast du schon auf jeden Fall schon mal einen sehr guten Impact, den wir brauchen, um dann die nächsten Schritte zu gehen. Denn 2028 – wir hören natürlich nicht auf, weil dann das war jetzt erst mal das Proof of Concept. Dann wollen wir 2028 unsere Industrieanlage öffnen, wo wir dann noch mal größer produzieren. Also dann sind wir im fast sechsstelligen Bereich an Tonnagen, die wir dann da wirklich von Material produzieren können. Wenn man dann schon in die Hunderttausende kommt, dann ist man ja auch langsam in dem Bereich, wo man wirklich schon mal ein bisschen was verkaufen kann. Da geht es ja nicht nur in Versuche, nehme ich an. Ja, genau. Also beziehungsweise ab nächstem Jahr ist auch unser Material tatsächlich über unsere Konverter verfügbar. Also die benannten Säcke sind dann verfügbar. Genauso aber auch das Material für Konverter selber, also Prozessbereich, Papierbeschichtung. Folie dauert noch ein bisschen länger. Da sind wir gerade dran, das zu entwickeln. Das kommen wir nicht nächstes Jahr auf den Markt, aber dem kommenden. Also da läuft sehr viel parallel und wird sehr viel geforscht, entwickelt, gemacht und getan. Wir bei Innoform beschäftigen uns auch sehr viel mit Food Approval. Also ist das Material lebensmittelrechtlich geeignet? Ist das auch etwas, was Sie anstrebt? Lebensmittelverpackungsbereich? Stellt ihr all diese Fragen? S-U-P-D, hast du vorhin schon angesprochen, Single Use Plastic Directive oder PPWR? Das habt ihr alles im Blick. Da wollt ihr natürlich alle entsprechen. Ist das so die Marschrichtung? Ja, absolut. Also FCA, also Food Contact Approval ist natürlich, ohne geht es in unseren Augen nicht, weil wenn wir wirklich Impact haben wollen, dann brauchen wir Food Contact Approval. Also auch nicht nur für die Food Industrie, aber auch für die Kosmetik Industrie, für die Hygiene Industrie und so weiter. Und das auf jeden Fall, was die ganze Regulatorik angeht, also S-U-P-D, dadurch, dass wir eben nicht chemisch modifizieren, die Polymere, fallen wir nicht unter die S-U-P-D. Also das heißt, da sind wir, da fällt keine Plastiktax an, in dem Fall von wirklich Besteck oder so. ### PPWR-Regulierung und Brüssel-Vernetzung Das heißt, da sind wir schon sehr sicher, was das angeht. Ein kleines Fragezeichen ist natürlich die PPWR. Ich glaube, da haben ja alle in der Verpackungsbranche einfach noch ein kleines Fragezeichen. Niemand weiß genau, was wirklich passieren wird die nächsten Jahre. Aber auch da sind wir dran. Weil wir sind sehr stark vernetzt in Brüssel tatsächlich. Wir haben eine Gruppe gegründet mit anderen Naturpolymeren, die Natural Polymers Group, um wirklich auch das Bewusstsein zu generieren, dass es eben auch was anderes da draußen gibt. Also wir müssen einfach das Bewusstsein ändern in der Regulatorik, genauso wie beim Kunden, genauso wie aber auch bei den Konvertern und bei den Brand-Ownern, dass wir nicht – es geht nicht immer nur um Engineering und Recycling, sondern es geht wirklich um Paradigmenwechsel. Was ist da noch draußen? Es geht nicht darum, zehn Prozent weniger Plastik noch irgendwo rauszuquetschen, sondern zu schauen, was für Alternativen sind da. Und dass dieses Sprungbrett bietet eben auch die Regulatorik. Und da versuchen wir uns jetzt oder auch wirklich ganz, ganz konkret zu positionieren in Richtung der Politik und der Regulatorik, dass wir da eben wahrgenommen werden als eine Lösung, die ja eigentlich die PPWR auch generieren will. Das ist ja genau der Zweck von der PPWR, dass da eben Innovationen geschaffen werden, die dann Lösungen bieten können. Und natürlich, um auch da immer in Line zu sein und nicht diesen Regulatoriken zu widersprechen. Irgendwann haben wir wirklich als absolute Baseline: Wir modifizieren keine Polymere. Also wir bleiben immer bei unmodifizierten Polymeren und dadurch werden wir auch nicht als Plastik klassifiziert werden in den Regulatoriken. Hochspannend. Das ist nämlich genau der Punkt. Also du rennst bei allen Flexpackern die Türen ein. Im Moment kämpfen wir schon seit langen Jahren, oder einige tun das noch. Ich schon lange nicht mehr. Papier gegen Plastik. Papier ist letztendlich ja auch ein Biopolymer, wenn man so will. Hat der Baum selber gebaut, so ungefähr. Und wir kleben es nur zusammen, wie auch immer. Hat auch viele Nebenwirkungen, genau wie Plastik auch, aber sicherlich weniger. Ich habe gerade dazu auch so ein Deep Research gemacht, um mal zu schauen, wie ist denn eigentlich wirklich der Impact von Papier und Kunststoff im Vergleich, wenn man jetzt diese ganzen Lackierungen mitbedenkt und die Mikroplastik-Thematik, aber auch natürlich die Wasserproblematik beim Papier und die Energiegeschichte. Da schneidet Papier doch signifikant besser ab und euer Material habe ich gelesen sogar noch mal besser. Lass uns noch mal ein bisschen überlegen, woher kommt das? Kannst du unseren Zuhörern erklären, wieso seid ihr CO₂ und wassermäßig so viel besser? Ich habe was von Nebenströmen, landwirtschaftlichen Nebenströmen gelesen, sowas. ### Nachhaltigkeitsdenken im ganzen Unternehmen Ist es das? Ja, also man muss dazu sagen, dass wir denken wirklich im ganzen Unternehmen oder das ganze Unternehmen wurde mit dem Gedanken der Kreislaufwirtschaft eben wirklich auch ins Leben gestellt, also wirklich des nachhaltigen Wirtschaftens und das wirklich alles in Kreisläufen läuft. Und da will ich dann nicht unbedingt von den technischen Kreisläufen, sondern wirklich von den biologischen Kreisläufen. Also wie kriegen wir ein Unternehmen auf die Beine gestellt? Also da war ich nicht beteiligt, dass natürlich die Gründerin ganz groß dabei, die also gerade Anne Lam hat da auch ihren Background auf vielen Cradle-to-Cradle und dadurch, wie stellen wir ein Unternehmen auf, das wirklich ganzheitlich nachhaltig ist? Und das ist genau das, wie wir eben auch diesen ganzen Prozess designen und dadurch sind wir eben auch im Vergleich zu regulärem Virgin Plastic 95 Prozent weniger CO₂-Emissionen, die wir ausstoßen. Das liegt einfach daran, dass wir natürlich erst mal Reststoffe der Agrarindustrie nehmen. Das heißt, wir nehmen die Pflanzenreste, die jetzt gerade existieren und nicht die vor Millionen Jahren existiert haben. Oder als nächstes ist unser Prozess. Er benötigt weniger Energie in der Herstellung von dem Material. Und ja, das kommt alles zusammen, sodass wir dann eben diese wahnsinnig gute CO₂-Bilanz bekommen. Und das muss man sich dann auch mal überlegen, dass wenn gerade hatte ich jetzt letztens gelesen, 40 Prozent des Plastiks, das produziert wird, wird in der Verpackungsindustrie hergestellt, verarbeitet. Und das ist dann natürlich was für ein wahnsinniger Hebel ist denn da überhaupt, wenn wir wirklich nur einen Teil, also ich meine, der Kuchen ist groß genug, wenn wir einen Teil davon ersetzen können mit natürlichen Polymeren. Das würde so einen wahnsinnigen Effekt einfach schon haben, nur mit so ganz, ganz kleinen Dingen, also wie eine Papierbeschichtung. Das ganze Unternehmen ist so aufgebaut, hast du gesagt. Lass uns mal ein bisschen drauf eingehen. Ich habe zum Beispiel auch bei den Pausengesprächen in Würzburg gelernt, da ist auch Frauenpower angesagt. Also auch gesellschaftlich seid ihr anders drauf als andere Unternehmen, kann man das sagen? Ja, das kann man sagen. Also wir sind 50-50 auf jeden Fall. Ich glaube, das ist erst mal als allererstes ein riesen Statement, was schade ist, aber es ist tatsächlich ein riesen Statement, dass wir 50 Prozent Frauen sind und 50 Prozent Männer ziemlich gleich geteilt und auch übrigens in der Produktion. Also da sind wir nicht ganz 50-50. Das liegt aber, glaube ich, einfach an der Art des Berufs. Aber auch da sind viele Frauen vertreten, wirklich, die da an den Maschinen stehen, was ich mega gut finde, das immer zu sehen. Ja, und natürlich, ich meine, wir haben zwei Gründerinnen, die einfach durchmarschiert sind und da dieses Start-up aufgebaut haben. Und ja, das merken wir irgendwie im täglichen Umgang miteinander, dass wir einfach da anders aufgestellt sind. Das ist wirklich ein Unterschied. Das spürt man auch in diesem Gespräch. Ihr seid wirklich nicht nur, aber sicherlich auch profitorientiert. Aber das steht bei euch scheinbar nicht im Vordergrund. Ich habe zum Beispiel noch nie irgendwelche Statements gelesen über euch. Wir haben die und die Umsätze und wir wollen das und das Geld verdienen. ### Kostenpositionierung und Geschäftsmodell Und Investoren kommen mal, weil ihr mit uns so und so viel Rohertrag habt oder sowas. Aber dennoch müsst ihr Geld verdienen. Wo liegt denn ungefähr ein Preis? Hast du da schon eine Idee? Wo werdet ihr euch kostenmäßig ansiedeln? Gibt es da schon irgendwas, wo ihr – ja, also das kommt natürlich ganz auf das Material an. Also welches wir dann schauen. Wir sind in der Demo-Anlage vergleichbar mit Bioplastik im nicht obersten Segment und werden dann in der Industrieanlage noch mal günstiger, weil wir dann einfach natürlich die Skalierung haben als Effekt und dadurch werden wir noch mal einen Preis – können wir noch mal runtergehen. Weil da wollte ich nämlich darauf hinaus: Es ist also nicht so utopisch, wie wir bei anderen solcher Projekte schon gesehen haben, dass wir plötzlich den 15-, 20-fachen Preis haben, weil das ist auch wiederum keine Konkretisierung, ist auch nicht nachhaltig. Also da kommt man auch nicht weiter. Aber der Prozess an sich gibt es also her, dass ihr in vernünftige Preisregionen kommen könnt. Ja, genau. Also und genauso ist es eben auch designt, dass wir den größten, also ich meine, wie du auch gerade schon gesagt hast, wir sind impact-getrieben. Wir wollen einfach wirklich was verändern. Und wie kann man das machen? Das geht einfach über die Menge. Natürlich, weil je mehr Menge da draußen ist, desto weniger Plastik gibt es. Je mehr Trace ist, desto weniger Plastik. Und das funktioniert aber nur durch eben diese Ansätze. Wir können die Verfahren nicht verändern. Wir müssen, dass so etwas da ist. Und es muss über die Menge laufen. Also einfach über die Menge, weil dann können wir eben über skalierbare Preise sprechen und haben dann eben den Ansatz für diese ganzen Commodity-Produkte und so weiter. Wenn wir über Biopolymere außer Papier, also Biopolymere im Sinne von Kunststoff, was aber jetzt in diesem Fall ja plastikfrei ist, das muss ich im Kopf erst mal so ein bisschen hinkriegen. Aber sowas gibt es ja jetzt neuerdings. Wenn man darüber spricht, muss man natürlich auch kritisch sagen, das ist in der Vergangenheit auch deswegen immer von vielen in Verkehr bringern blockiert worden, weil es keine Entsorgungsströme gab. Im Gegenteil, es wurde immer behauptet, die Biopolymere kontaminieren Virgin, die guten Polymere und machen die dann noch schlechter beim Recycling. Ich bin Werkstoffingenieur, ich sehe das ein bisschen differenzierter. Es ist eigentlich eine Willensfrage, weil wir im Moment ja alles in einen Pott schmeißen und dann die Biopolymere eigentlich nicht wiederfinden. Erstens, weil es so wenige sind und zweitens, weil man sie einfach wirklich schlecht findet im Moment, weil die Detektoren dafür gar nicht eingestellt sind, sagen wir es mal so. ### Kompostierinfrastruktur und Lobbyarbeit Wie stellt ihr euch da auf? Macht ihr da auch in Brüssel ein bisschen Lobbyarbeit, dass sich da was ändert? Ich meine, das ist ja auch ein deutsches Phänomen. In Europa sieht die Welt ja auch schon wieder ganz anders aus. Ich wohne ja hier in Andalusien ein paar Kilometer weiter. Das ist eine riesen Kompostieranlage. Da werden jeden Tag LKW-weise Kompostabfälle aus den Haushalten hingefahren. Ich frage mich, wie schaffen die das eigentlich in Andalusien, wenn wir das nicht mal in Hamburg vielleicht nicht kriegen. Absolut. Also es ist, ich glaube, auch da ist einfach so ein, wir sind sehr vernetzt auch in der Beziehung. Also wir reden viel mit den Stadtwerken und so weiter, hier in den verschiedenen Städten in Deutschland und auch auf höherer Ebene. Weil also das Material ist designed für die Heimkompostierung. Hat natürlich nicht jeder zu Hause. Gerade wenn wir jetzt von Hamburg sprechen, hat nicht jeder einen Heimkompost auf dem Balkon. Aber dann reden wir eben als nächsten Schritt von der Biotonne. Da ist dann leider so, dass dieses Bioplastik in der Vergangenheit uns da so einen gewissen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Wir dürfen momentan unser Material regulatorisch dann nicht reinschmeißen. Das ist aber, auch da sind wir dran, weil am Ende sind wir ja, wie gesagt, eine der Lösungen dazu. Das heißt momentan, das End-of-Life-Szenario von unserem Material ist so, dass es entweder als Beschichtung ins Papier in die Papiertonne kommt. Da ist es dann, stört es den Recycling-Prozess nicht. Das heißt, es wird abgelöst, genauso wie die anderen Beschichtungen, wird verbrannt. Aber dadurch, dass wir ja eben auf Pflanzenresten basieren und nicht auf fossilen Rohstoffen, addieren wir kein CO2 in der Verbrennung. Das wird in zweifeler eine thermische Energie genutzt durch die Verbrennung, genauso wie bei den anderen. Aber wir addieren eben kein CO2. Das Selbe gilt natürlich für die Restmülltonne. Wenn es da drin landet, wahrscheinlich betrifft das dann eher das Besteck. Dann wird es da eben auch einfach verbrannt. Wenn wir dann in den gelben Sack schauen, also in die Wertstofftonne, dann ist es tatsächlich traceless. Es wird aussortiert, also nicht Plastik. Es ist erkannt, das kennt das Nierverfahren. Allerdings ist es da natürlich auch dasselbe. Es wird dann eben auch verbrannt, weil es eben das Recycling, genau wie du sagst, es ist einfach ja die Ströme sind natürlich nicht da. ### Natürliche vs. technische Kreisläufe Also die Menge ist zu gering und die Infrastruktur gibt es natürlich noch nicht für Naturpolymere. In Zukunft vielleicht schon. Jetzt gerade schauen wir aber daran, dass es dann eben verbrannt wird. Und das ist aber auch wirklich dieses Denken ändern. Wir dürfen bei Naturpolymeren nicht in den technischen Kreisläufen denken, sondern wir sind im natürlichen Kreislauf. Wir geben was zurück in die Natur, indem wir es verbrennen. Das ist, wir addieren nicht in dem Ganzen. Wir müssen es nicht immer wieder verwerten. Und das ist ja für die, die es nicht genau wissen. Es gibt ja bei der Cradle to Cradle Idee den technischen und den biologischen Kreislauf. Ihr habt euch auf den biologischen eben fokussiert. Ginge denn ein technischer überhaupt? Könnte man traceless Material recyceln im klassischen Sinne, also zerreißen, schreddern, aufschmelzen und wieder neu extrudieren? Ja, also wenn die Infrastruktur da wäre, wäre das möglich. Ginge das überhaupt? Ja, dann ginge das auch. Weil ich frage deswegen, weil die Polyethylen-Polypropylen-Leute kämpfen ja gerade in Europa ganz extrem dafür, dass auch Polyethylen und Polypropylen viel besser sortiert werden und auch viele sortenrein wieder in den Strom kommen. Im Moment, was man da zurückkriegt, ist im Prinzip eine Sorte, die immer anders ausfällt mit und ohne Stippen, etwas andere Farbe, etwas anderer Geruch. Und da wollen sie ja auch weg von. Das heißt, ihr könntet euch da ja theoretisch auch anhängen und versuchen, auch da einen traceless-Strom zu machen. Ich sage mal, in zehn Jahren im Moment habt ihr natürlich viel zu wenig Menge. Gibt es denn andere Polymere andersrum gefragt? Gibt es andere Polymere, die sich vielleicht bei euch mit anhängen können? Oder wo ihr zusammen, du sagtest, hattest diese Organisation angesprochen, wo ihr zusammen vielleicht für diesen Strom kämpfen können? Ich glaube, also da müsste ich dann wirklich tatsächlich nochmal mit unserem Head of Impact dazu sprechen und Regulations, weil das ist da ganz, ganz tief drin in ihrer Strategie. Tatsächlich glaube ich, müssen wir uns jetzt erst mal darauf fokussieren, dass wir das jetzt erst mal auf die Beine stellen, was wir haben. Und dann sicherlich in ein paar vielen Jahren kann man da nochmal schauen, dass wir, wenn wir die Menge haben, was dann auch wirklich möglich ist. Nur jetzt gerade ist wirklich der Fokus erst mal auf den Markt gehen und wirklich auch in der Regulatorik das Verständnis schaffen. Das ist was anderes und dieses Umdenken erst mal verursachen. Und dann ist vielleicht auch dieses technische Kreis auf gar nicht mehr zwingend nötig. Man liest immer wieder transparentes Papier. Da meinen die Zellglas eines der Umweltsünden, die wir damals durch OPP versucht haben, abzulösen. ### Cellophane als Alternative zu OPP OPP hat jetzt auch Nebenwirkungen. Deswegen gehen wir wieder zurück zum Zellglas. Ist aber trotzdem nicht besser geworden, das Zellglas. Es ist ein schwieriges Material. Es ist zwar transparent und basiert auch auf der Ernte von Bäumen letztendlich, aber letztendlich ist es was ganz anderes als Papier. Ihr habt auch kein transparentes Material, habe ich gesehen. Wie sieht euer Material denn aus? Also unser Papier ist immer prinzipiell so ein bisschen gelbstichig. Das wird auch nichts. Das wird auch etwas sein, was man nicht ändern kann. Es liegt an den Rohstoffen. Je dünner wir werden, desto weniger sieht man natürlich diesen Gelbstich. Also dann ist es so ein bisschen ich sag mal jetzt mal so ein einstichiges Zilophren vielleicht so in die Richtung. Haben wir auch schon rausgekriegt als Folie. Wenn wir jetzt zum Beispiel auf braunes Papier schauen, da haben wir auch schon exodiert und beschichtet. Da war dann das kaum sichtbar. Also das ist, dann wird es auch nicht wahrgenommen. Also je dünner wir werden, logisch desto weniger ist sichtbar. Und dann ist auch die Schwelle eine andere. Das kriegen wir auch mit, weil natürlich die Farbe schon eine besondere Farbe ist. Gleichzeitig sagen wir aber auch, es ist halt wirklich auch was, um vielleicht ein Alleinstellungsmerkmal. Also it’s not a bug, it’s a feature. Dadurch können wir zählen und können auch der Marken besitzt, also die Brand-Owner und auch die Converter sagen, es ist was anderes, das ist traces inside. Und das ist nicht, also das, sodass irgendwann in naher Zukunft wirklich der Konsument lernt, okay, das ist wirklich was anderes. Ich muss es nicht in die Wertstofftonne schmeißen. Ich kann es einfach auf meinen Kompost schmeißen und es tut nicht weh. Und der Trend ist ja im Moment auch offensichtlich auch beim Papier. Die gebleichten Papiere gehen nach wie vor zurück, gerade im Verpackungsbereich. Die braunen Papiere sind auch marketingtechnisch im Moment gefragt und gewünscht. Guckt man sich die Schokoladenverpackung heute an, da will man zeigen, ich bin Papier und ich bin auch ein recyceltes oder ein recycelfähiges, ein Naturpapier sozusagen. Das könnte man mit eurem Material natürlich genauso darstellen. Absolut, ja. ### Verbraucherperzeption nachhaltiger Verpackungen Also das spielt uns natürlich total in die Karten, dass die Konsumenten das auch so wahrnehmen, dass eben das vermeintlich wahrnehmen. Das kann man jetzt immer so gesund stellen, dass es wirklich nachhaltiger ist, aber dass das braune Papier nachhaltiger wahrgenommen wird von den Konsumenten. Ja, absolut. So, wir kommen schon mal zu meiner letzten Überraschungsfrage. Wenn du einen Appell an die Packmittelverantwortlichen bei den Marken, die Leute, die also wirklich entscheiden, wir nehmen das Material, wir nehmen diese Verpackung oder diese Form, wenn du einen Appell an diese Leute richten dürftest, was wäre? Ich würde sagen, traut euch. Also das ist oft erlebigt, dass dieses Jahr, OK, klingt spannend, aber schauen wir mal. Und es gibt viele Pioniere da draußen auf jeden Fall und die erkennt man sofort. Und es gibt dann aber auch diejenigen, die sagen, wir warten erst mal ab. Wir wissen nicht, was mit der PPWR passiert. Wir wissen nicht, was mit den Konsumenten passiert. Wir wissen nicht, wie es wahrgenommen wird. Und wir arbeiten nicht mit einem Start-up oder wir wissen nicht, ob wir mit einem Start-up zusammenarbeiten wollen, weil wir wissen ja nicht, ob die erfolgreich sind. Ohne diese Traute und diesen Mut wird sich nichts verändern. Und diejenigen, die die Ersten sind, die es machen, die haben den absoluten Vorteil, dass sie die Ersten sind, die es machen. Die haben ein Alleinstellungsmerkmal und es können sich dann auch dadurch viel, viel besser differenzieren und sind viel mehr drin auch in dem Thema. Und gleichzeitig, also selbst wenn die PPWR, wie auch immer, was da passiert in den nächsten Jahren, irgendwie sowas wird kommen. Also das ist, es wird in irgendeiner Weise. Wir müssen vom Plastik runter, egal welche Signale momentan auch von der UN kommen und so weiter. Und das wird passieren. Das liegt auch einfach daran. Wir reden mit sehr vielen, sehr großen Firmen da draußen. Die wollen das alle, egal welche Regulatorik da inzwischen steht, weil sie einfach vorbereitet sein wollen, weil sie das Marketing technisch nutzen wollen. Und das ist einfach das. Traut euch, das denkt um. Es gibt auch noch mehr Dinge da draußen. Es muss einfach nur ein bisschen anders gedacht werden. Und dann macht das auch richtig Spaß, weil dann sieht man nämlich den Impact und die Veränderung. Und dann ist man wirklich vorne mit dabei. Passt zu dem, was ich gerade in einem schönen Buch gelesen habe, Lichtblick statt Blackout, älteres Buch von ’22, schon sehr umstritten. Aber eins habe ich da rausgelesen: Der strategische Wettbewerber ist nicht der, der das Gleiche billiger macht, sondern der, das macht, was du noch gar nicht kennst. ### Appell an Packmittelverantwortliche Marken Und genau das ist ja auch das, was du gerade in noch viel schöneren Worten gefasst hast. Danach kann eigentlich nichts mehr kommen. Marissa, vielen Dank für dieses tolle Gespräch. Vielen Dank dir. Das war sie schon wieder, die neueste Episode vom Innoform Podcast zum Inno-Talk. Wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative für mehr Flexpack-Wissen in der Folien- und Verpackungsindustrie werden wollen, melden Sie sich gerne bei mir. Mein Name ist Karsten Schröder. Ich freue mich auf Sie. KS at Innoform.de. Bis dann. **Kategorien:** Barrierefolien, Biofolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Neuigkeiten, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Marissa_Schwinn, traceless --- ### [Retrofit und MDO – Hendrik Steen im Innoform-Podcast](https://inno-talk.de/retrofit-und-mdo-hendrik-steen-im-innoform-podcast/) **Published:** September 24, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Im aktuellen Innoform-Podcast sprach Karsten Schröder mit Hendrik Steen von Windmöller & Hölscher über seinen Werdegang, die Bedeutung von Retrofit-Lösungen und die Zukunftstechnologie MDO (Machine Direction Orientation). Die wichtigsten Highlights im Überblick: ## **Einstieg in die Extrusion** Hendrik Steen schildert seinen Weg zu W&H: Vom dualen Studium über Praktika bis hin zum Vertrieb. Besonders reizvoll fand er stets die Schnittstelle zwischen Technik und Wirtschaft – eine Kombination, die ihn schließlich ins Retrofit-Geschäft führte. ## **Retrofit – Maschinen fit für die Zukunft machen** Retrofit bedeutet, bestehende Extrusionsanlagen mit modernster Technik nachzurüsten. Die Vorteile für Anwender sind vielfältig: - **Kosten- und Ressourcenschonung** im Vergleich zur Neuanschaffung - **Leistungssteigerung**, z. B. höherer Ausstoß - **Energieeffizienz** und damit mehr Nachhaltigkeit - **Automatisierung und Digitalisierung**, um Fachkräftemangel entgegenzuwirken - Ein Beispiel ist das Projekt bei Bischof + Klein: Eine 15 Jahre alte Anlage wurde durch neue Steuerungen, Antriebe und Automatisierungskomponenten auf den aktuellen Stand gebracht und so langfristig betriebssicher gemacht. - **MDO – Monoaxiale Orientierung für recyclingfähige Folien** - Ein weiterer Schwerpunkt war die Diskussion über **MDO-Technologie**. Sie ermöglicht, Polyolefinfolien zu verstrecken und dadurch Eigenschaften wie **Steifigkeit** und **Barrierewirkung** gezielt zu verbessern. - Ziel: Weg von komplexen Multimaterial-Verbunden hin zu **sortenreinen Strukturen**, die sich recyceln lassen. - Vorteile: Bessere Bedruckbarkeit, verbesserte Sauerstoff- und Wasserdampfbarrieren, höhere Stabilität bei Verpackungen. - Praxis: Einsatz in 3-, 5- oder 7-Schichtfolien, häufig mit EVOH als Barriere. - Damit trägt MDO entscheidend dazu bei, die Anforderungen der **PPWR** (Packaging and Packaging Waste Regulation) und die EU-Ziele zur Kreislaufwirtschaft zu erfüllen. [Inno-Talk – Flexpack-Wissen | Podcast on Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) ## **Ausblick** Zur K-Messe kündigt W&H unter dem Motto *“It’s buzzing again”* neue Lösungen an – auch im Bereich Retrofit. Kunden sollen dort sowohl Neu- als auch Nachrüsttechnologien live erleben können. **Fazit** Retrofit und MDO zeigen, wie flexible Verpackungen Schritt für Schritt nachhaltiger und zukunftsfähiger werden. Statt komplette Maschinen zu ersetzen, lassen sich Bestandsanlagen modernisieren und für neue Materialien sowie höhere Effizienz vorbereiten. Für die Branche eröffnet das die Chance, vorhandene Potenziale besser auszuschöpfen und den Wandel zur Kreislaufwirtschaft aktiv mitzugestalten. ## Keine Folge mehr verpassen! Abonniere jetzt deinen Lieblings-Podcast auf deiner Lieblings-Plattform und genieße neue Episoden automatisch. [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) ### Verwandte Episoden - [Innoform bietet Web-Seminare in englischer Sprache an](https://inno-talk.de/innoform-bietet-web-seminare-in-englischer-sprache-an/) - [Innoform offers web seminars in English language](https://inno-talk.de/innoform-offers-web-seminars-in-english-language/) - [Innoform macht Inno-Talk für KMU noch interessanter](https://inno-talk.de/innoform-macht-inno-talk-fuer-kmu-noch-interessanter/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Heute begrüße ich im Innoform-Podcast Hendrik Steen von Windmühler & Hölscher. Hendrik, herzlich willkommen. Hallo Karsten, schön dich zu sehen und zu hören natürlich. Gleichfalls. Wir haben uns schon im Sommer im Juli in Würzburg verabredet, dass wir mal ein Podcast aufnehmen. Da haben wir uns gesehen bei der Barrierefolientagung in Würzburg, was wir ja immer gemeinsam mit dem Musikdeutschen Kunststoffzentrum ausrichten. Bevor wir da auch gleich noch mal im zweiten Teil ein bisschen näher drauf eingehen, wollte ich aber erst mal so ein bisschen von dir wissen, wie bist du eigentlich zur Extrusion und zur Folie gekommen? Das ist wirklich eine spannende Frage. Wie bin ich zur Extrusion gekommen? Muss ich ein bisschen ausholen, glaube ich, tatsächlich. Nach dem Abitur wollte ich ein duales Studium anstreben und da hat sich auch die Firma Windmühler & Hölscher als Arbeitgeber dargestellt und im Zuge des Bewerbungsgesprächs hatte ich dann die Möglichkeit, sowohl das Druckmaschinentechnikum als auch die Extrusionanlagen im Technikum seinerzeit anzuschauen. Und da hatte ich so das Gefühl, Mensch, das ist ja eine richtig geile Technologie, diese Extrusion. So ein bisschen gefühlt wie so ein Kind im süßig geilen Regal. Und irgendwie bin ich dann bei der Technik so begeistert geblieben und gewesen. Und W&H hat sich dann auch für mich entschieden, dass ich darüber, über den Einstieg bei W&H in diese Branche abgedriftet bin, hätte ich fast gesagt. Manchmal ist das ja so ein bisschen zufällig. Und da kann man doch auch mal sehen, was solche Praktika und auch solche Tage der offenen Tür vielleicht bringen für Firmen, um auch eben neues Personal in langer Sicht zu rekrutieren. So kann man das bei dir wohl sagen, oder? Absolut, absolut. Also ich erinnere mich auch gerne dran, wenn W&H Tag der offenen Türen macht und ich Freunde und Familie dann auch gerne mitgenommen habe, wie beeindruckt die von der Technologie sind, denn als Endkonsument ist das gar nicht ersichtlich, wie komplex dann auch so eine Folienextrusion beispielsweise dann sein kann. Das bringt mich zum nächsten Punkt. Überschrift heißt hier „Wissenschaft trifft Praxis“. Das könnte man auch so ein bisschen für deinen Lebenslauf so titulieren. Du bist ja eigentlich mittels der Natur wissenschaftlich angehaucht, hast das Technische studiert und bist dann zu W&H gekommen, bist jetzt im Vertrieb. Erzähl ein bisschen, was hast du gelernt und wie kommst du zum Vertrieb? Wie bin ich zum Vertrieb gekommen? Genau, ich habe während des Studiums Wirtschaftsingenieurwesen studiert, also durchaus die Schnittstelle zwischen ich nenne es mal BWL und Maschinenbau. Und während der Praktika bei W&H habe ich dann für mich durchaus festgestellt, dass ich nicht der klassische Konstrukteur bin, der also wirklich den ganzen Tag am Rechner sitzt und CAD-Programme bedienen möchte und so hatte ich auch während des Studiums bei W&H die Möglichkeit den Vertrieb mal reinzuschnuppern und da habe ich sehr spannend gefunden die Schnittstelle zwischen Technik und Vertrieb, die sich für mich dann auch aufgetan hat. Also sprich auf der einen Seite die Technik nicht ganz aus dem Blick zu verlieren, da habe ich durchaus auch ein Herz für, aber durchaus auch den wirtschaftlichen BWL-Charakter mit reinzufließen und so hat sich das dann tatsächlich ergeben, dass ich genau den für mich, finde ich richtigen Weg zwischen Technik und Vertrieb dann entsprechend gefunden habe. Und das, was du heute verkaufst, ist ja wirklich technisch anspruchsvoll. Man muss sich in alte, neue und zukünftige Technik rein denken. Da kommen wir jetzt mal ein bisschen drauf. ### Retrofit: Nachrüstung bestehender Extrusionsanlagen Retrofit nennt ihr das, was du verkaufst. Was versteht ihr eigentlich darunter? Ja, wirklich ein ganz, ganz spannendes Geschäftsfeld hat sich damals auch für mich bei W&H als neue Möglichkeit ergeben. Was machen wir da? Ja, genau. Wir befassen uns damit, bestehende Extrusionsanlagen, die sich am Markt befinden, mit Modulen unserer Neumaschinen nachzurüsten, zu erweitern, zu modernisieren, also sprich Neumaschinentechnik an Bestandsanlagen nachzurüsten, um dort für die Kunden dann entsprechende Benefits zu generieren. Was sind denn da in diesem Modulvertrieb eigentlich so die Benefits? Was sind da die größten Vorteile für einen Investor, der jetzt sagt, ich kaufe mir keine ganze neue Maschine, sondern ich lasse das Gerippe stehen und baue jetzt die modernen Teile dran? Ist das ein Kostenaspekt? Ist das ein Umweltaspekt? Was ist das? Das ist eine Vielzahl an Gründen, glaube ich, tatsächlich, Karsten. Das eine ist natürlich, wenn ich mir heute eine Neumaschine kaufe oder eine Neumaschine investiere, ist die normalerweise für ein gewisses Produktspektrum ausgelegt, also für eine gewisse Endanwendung, die ich am Markt natürlich verkaufen kann. Über den Lebenszyklus einer solchen Maschine, die durchaus 10, 15, 20, 25 Jahre alt sein kann, ändert sich natürlich auch die Anforderungen an die Maschine, die ich seinerzeit gekauft habe für ein gewisses Produktsegment, sodass wir natürlich mit guten Nachrüstlösungen auch die Anlage wieder so weit auf Stand bringen können, dass sie sowohl neue Materialien, neue Rohstoffe verarbeiten kann, aber auch auf der Endanwenderseite neue Produkte generieren kann, sprich neue Folien, neue Folienverbunde extrudiert werden können. Also eine Maschine wieder auf den Stand der Technik zu bringen, um neuen Marktanforderungen gerecht zu werden. Das ist sicherlich ein Aspekt. Ein weiterer Aspekt, ganz klar das Thema Leistungssteigerung, also was kann getan werden, um die bestehende Extrusionanlage mit neuen Technologien zu erweitern, dass ich mehr Ausstoß aus der Anlage bekomme. Also wie viel Kilogramm pro Stunde kann ich mehr extrudieren? Denn jede Kilogrammfolie, die ich mehr extrudieren kann, ist natürlich auch ein Benefit für den Kunden. Also Leistungssteigerung, sicherlich auch ein großes Thema. Ein dritter Aspekt, den man sicherlich nicht unterschätzen soll, ist das Thema Energieersparnis, Sustainability, Nachhaltigkeit. Das ist sicherlich ein Thema, was zumindest aus meiner Sicht in Europa intensiv seit einigen Jahren diskutiert wird. Also nicht nur von der Energieseite her, sprich, wie kann ich Energiekosten an einer Anlage sparen? Strom, Wasser, Druckluft, was auch immer benötigt wird. Aber auch von der Rohstoffseite her. Bekommen Sie ja vielleicht da noch im Folgenden zu. PCR-Verarbeitung und PPWR, was einen Einfluss natürlich auch auf die Maschinenkonfiguration hat. Sicherlich ein wichtiger dritter Aspekt. Und der vierte Aspekt, das Thema Digitalisierung, Automatisierung. Also wie kann ich meine Anlage so weit erweitern, dass ich sie Industrie 4.0 ready habe, wenn man den Begriff so sagen kann, aber auch im Kontext von Anlagen bedienerfreundlicher machen? Denn das Thema Fachkräftemangel ist ein weltweites Thema aus meiner Sicht. Und was kann getan werden, um die Anlage so weit zu automatisieren, dass der Maschinenbediener Entlastung durch die Automation an der Maschine bekommt? ### Extrusionsanlagen: Komponenten und Aufbau Also ein Bündel an Themen. Jetzt eine ganze Reihe von Themen. Wenn wir jetzt mal uns so eine Extrusionanlage anschauen für die Hörer, die das nicht so genau vor Augen haben: Wir haben irgendwie eine Rohstoffzuführung, dann kommen Extruder, meistens mehrere. Es gibt ja gar keine Monomorfolien mehr heute. Dann gibt es einen Kühl- oder ich sage mal Blaskopfbereich mit dem Kühlring, dann wird das Ganze aufgeblasen. Oben gibt es eine Flachlegung und dann gibt es natürlich die Wickler und auch ein bisschen Peripherie noch. Was sind denn so die typischen Teile, die stehen bleiben, die ihr wiederverwenden könnt? Weil ich kenne W&H-Maschinen, die sind eigentlich fürs Leben gebaut, die gehen eigentlich nicht kaputt. Der 17er Schlüssel ist das kleinste, was ihr früher verbaut habt. Also Schrauben mit dem 17er Schlüssel. Und das war so ein bisschen euer Ruf. Das hat sich dann total geändert. Ihr habt eine riesen Softwareabteilung mittlerweile. Aber was sind die Teile, die bleiben eigentlich stehen, sodass sich das überhaupt lohnt mit dem Retrofit? Ja, das hängt davon ab, was der Kunde möchte. Da ist auch sicherlich das Alter der Maschine ein Kriterium. Im Sinne von, es gibt Anlagen, die sind zwei Jahre in Produktion und der Kunde stellt fest: Mensch, das Modul würde mir helfen, um die Anlage performanter betreiben zu können. Es gibt auch Kunden, die haben die Anlage 20, 25 Jahre in Betrieb. Und auch da gibt es natürlich eine andere Notwendigkeit, diese Anlage wieder auf Stand zu bringen, als bei einer vielleicht jüngeren Anlage meines Erachtens. Also von daher ist auch die Mannigfaltigkeit der Nachrüstung sehr weit gefächert. Aber im Wesentlichen, um deine Frage direkt zu beantworten: Ein Großteil der Hardware bleibt häufig bestehen aus Extruder. Blaskopf wird sicherlich hier und da mal getauscht. Ja, der Abzug wird hier und da auch mal modernisiert, aber nicht komplett getauscht, weil es zu komplex ist, einen kompletten Abzug aus einer Anlage, die ja in einer Bestandshalle steht, zu demontieren und einen neuen Abzug reinzubekommen. Aber von daher, dass das Stahl und Eisen bleibt, häufig bestehen bei einer Umrüstung. Meine Mutter würde sagen: Da ist ja auch kein Verbrauch dran. Also das hält ja eigentlich auch. Das ist eigentlich wirklich für die Ewigkeit gebaut. Aber es hat sich ja doch viel getan. Wenn wir jetzt so Return on Investment mal betrachten. Der Kunde will natürlich nur investieren, wenn das Geld auch irgendwann in absehbarer Zeit wieder zurückkriegt. Wie lange sind so typische ROIs bei solchen Projekten? ### Investitionsentscheidungen und Rentabilität bei Retrofits Ja, das ist immer auch eine spannende Diskussion natürlich mit dem Kunden. Denn klar, jeder Kunde investiert nur, wenn er einen ROI für sich erkennt, sowohl in dem Produkt, was er dann möglicherweise auf der Anlage fahren kann oder den Mehrausstoß, den er generieren kann, den er in den Markt bringen kann. Das ist immer eine spannende Diskussion. Und da ist es auch mal wichtig, dem Kunden Schmerz dann auch zu verstehen, um dann auch einen richtigen ROI für beide Beteiligten zu errechnen. Ist aber auch da sehr unterschiedlich, abhängig von dem, was der Kunde investiert und was an der Anlage wirklich notwendig ist. Also es gibt Projekte, die sich sehr, sehr schnell im ROI positiv widerspiegeln, innerhalb von Wochen. Es gibt natürlich größere Umbaumaßnahmen, wo man dann eher über ROIs spricht, die in 10, 12, 14, 15 Monaten dann auch entsprechend zu sehen sind. Also da eine große Bandbreite auch. Wann ist der Benefit für den Kunden generiert? Am Ende des Tages, aus Malzig zumindest, ist jede Nachrüstung immer ein Benefit für den Kunden und die wird sich über kurze oder lange Zeit sehr schnell rentieren für den Kunden. Oft hattest du eben auch schon erwähnt, ist ja auch ein Upgrade, neue Funktionen, neue Folien, neue Materialien können verarbeitet werden mit verbunden. Und jetzt komme ich zum ganz spannenden Frage, weil ich war früher ja selber mal bei Bischof + Klein fast zehn Jahre und ich habe da ein tolles Projekt gemacht. Das wollten wir hier so ein bisschen auch als Testimonialprojekt mit reinbringen. Ihr habt da ein Retrofit gemacht in der Exkursion. Erzähl mal, was war das für ein Projekt? Ja, ganz spannend. Genau, eine Nachbarschaft von W&H. Eine Straße weiter, das ich fast gesagt habe. Du kennst die Wege noch. Also per Fahrrad sehr gut zu erreichen. Die Firma Bischof + Klein. Die haben natürlich auch einen Bestand an Maschinen, sowohl Neuanlagen, aber auch Bestandsanlagen. Und in dem Projekt, auf das du abziehst, ging es darum, eine Anlage, die war 15 Jahre in Betrieb, soweit ich mich recht erinnere, noch mal auf neuen Stand der Technik zu bringen. Sprich, da waren Bauteile, Automationen, SPS, Antriebe abgekündigt. Das heißt, abgekündigt – nicht mehr als Neuteil verfügbar – als auch die Wartbarkeit der Teile relativ schwierig im Sinne von Überholung der Teile. Also da war viel, viel in unserem Sprich abgekündigt an Bauteilen, sodass wir dort mit B+K sehr eng die Anlage wieder auf den neuesten technologischen Stand haben bringen können. Sprich also neue Antriebe, neue Umrichter, neue SPSen und Co., um dort auch die Anlage wieder betriebssicher zu bekommen. Sprich, dass nicht die Anlage, weil Teile ausfallen, nicht mehr weiter produzieren kann, sondern tatsächlich wieder betriebssicher gebracht wurde, sodass der Lebenszyklus der Maschine wieder auf einen neuen Zeitraum gehoben werden konnte und die Anlage wirklich jetzt wieder mit neuesten Technologien versorgt ist. Wie ist das eigentlich? Fasst die auch Maschinen von Wettbewerbern an? Also alte Anlagen, die vielleicht auch aus Erwartung beim Wettbewerb raus sind. ### Maschinenübernahmen und Marktveränderungen Es gab auch Firmenübernahmen und Pleiten im Exklusionsbereich in den vergangenen 20, 25 Jahren. Fasst ihr sowas auch an oder sagt ihr, ne, wir machen nur W&H-Maschinen? Na, wir fokussieren uns nicht nur auf W&H-Anlagen, sondern wir schauen natürlich auch, was können wir aus unserem Baukasten an W&H-Anlagen entsprechend nachrüsten, um dort natürlich auch nicht W&H-Anlagen mit neuen Technologien aus unserem Hause weiter zu modernisieren. Ein Riesentrend ist ja im Moment das Monoaxiale Orientieren. Darüber hast du auch in Würzburg vorgetragen. Und dazu würde mich noch mal auch einiges interessieren und sicherlich auch unsere Zuhörerschaft, die ja aus dem Flexpackbereich kommt. Warum soll man überhaupt Polyolefin-Folien, die im Blasverfahren hergestellt werden, monoaxial orientieren oder warum vielleicht auch im Cast-Verfahren? Erzähl uns ein bisschen, was ist der Grund dafür? Erstmal so für die Einsteiger. Ja, also wirklich, wirklich auch da ein sehr, sehr spannender Vortrag, aber auch ein spannendes Seminar. Vielen Dank nochmal Karsten für die Möglichkeit durch euch und durch das SKZ in Würzburg Anfang Juli diesen Jahres. Ist natürlich auch ein Trend im Markt zu erkennen, sprich, wie sind Materialien recycelfähiger? PPWR ist ein Stichwort, was auch während des Innoform SKZ Seminars, glaube ich, der Einstieg in die Vortragsreihen waren. Was kann getan werden, um die Materialien wieder recycelfähig zu haben? Ich habe das Beispiel mitgebracht mit Triplex verbunden, also die klassische Kaffee-Verpackung am Markt etabliert seit Dekaden. Genau, Karsten Zeigrad, ein schönes Produkt an der Kaffee-Verpackung, sehr schön, genau. Triplex-Verbund, der halt als Verbund natürlich über die Jahre im Markt etabliert ist und auch seine Reputation und Co. natürlich auch zurecht hat. Aber der Nachteil an solchen Folien ist, dass die Verbunde nicht recyclierbar sind. Sprich, man hat Triplex-Verbunde, Verbunde, die also nicht einfach recyclierbar sind. Das heißt, man kann sie nicht einfach recyclieren und den Extrusionsprozess beispielsweise zurückführen. Das ist natürlich aus heutigen Gesichtspunkten ein Thema, sodass wir als W&H schon vor einigen Jahren angefangen haben, uns damit zu befassen, wie können wir denn beispielsweise auch die Triplex-Verbunde soweit auf einen Monoverbund bringen, dass sie einfach zu recyclieren sind. Also nicht mehr zwei, drei, vier verschiedene Kunststoffe, die in der Gesamtlaminierung nicht recyclierbar sind, sondern wirklich ein Verbund, ein Monoverbund, wie wir es nennen, zu extrudieren und zu verarbeiten, der dann so als Produkt auch wieder recyclierbar ist und im Prozess wieder zurückgeführt werden kann. Das ist ja eine der wesentlichen Forderungen der PPWR, wie du eben richtig schon auch gesagt hast. Wir wollen alles im Kreis führen. Das ist ja der Green New Deal, den auch die Europäische Union mal ausgerufen hat. Es ist ein bisschen ruhig geworden insgesamt drum. Die PPWR ist es aber gar nicht ruhig geworden. MDO, Machine Direction Orientation, heißt es ja ausgesprochen, ist da sicherlich nur eine Lösung. Aber eine ganz wichtige, glaube ich auch, um eben auch diese Multimaterialverbunde wegzukriegen. Dennoch sind es natürlich verschiedene Polyethylene, die zum Beispiel in so einem Kaffee-Verpackungsverbund, wie ich ihn hier gerade hochgehalten hatte, verwendet werden, um einfach auch eine Sauerstoffbarriere hinzukriegen. Da reicht das. ### Retrofit-Eignung: Maschinentypen und Voraussetzungen Eine normale Polyethylene natürlich nicht. Und da komme ich zur nächsten Frage. Für welche Maschine kann man überhaupt eine MDO-Einheit, also eine Einheit, die das Material nach dem Extrusionsprozess in Längsrichtung orientiert, nachrüsten? Geht das für alle? Gibt es eine bestimmte Auswahl oder wie ist das? Wie muss man sich das vorstellen? Ja, das kommt auch zur Orientierung an eine MDO-Technologie, die auch aus dem Haus B+K natürlich dann an eine Stelle kommt, ist natürlich schon auch eine Maschine in der Maschine. Das ist nicht so, ich stelle mir eine MDO-Anlage hin und ich kann die sofort relativ einfach bedienen. Da braucht es natürlich auch eine gewisse Erfahrung, um dieses MDO als Einheit nicht nur bedienen zu können, sondern auch insbesondere die Anforderung an das Endprodukt, sozusagen erfüllen zu können. Also MDO, wofür braucht man das im Extrusionsprozess, unter anderem, um Steifigkeiten herzubekommen? Denn natürlich der Vorteil eines Triplex-Verbundes, ich bleibe bei dem Produkt, ist natürlich die Steifigkeit. Und die muss ich natürlich auch in einem Prozess, im Extrusionsprozess entsprechend sicherstellen. Und das geht unter anderem durch eine MDO-Technologie, durch das ich BE-Verbunde halt steifer bekomme, so steif, dass ich auch als Stand-up-Pouch, wie man es an vielen Standards per Markt auch findet, entsprechend auch die Steifigkeit bekomme. Hinzu kommt, dass ich durch das Orientieren in Maschinenrichtung, MDO als Kürze natürlich auch Barriere-Eigenschaften, Sauerstoff und Wasserdampf und Co-Eigenschaften positiv beeinflussen kann. Und das nochmal als Orientierung zum Thema MDO. Wo ist ein MDO nachrüstbar? Ja, da muss man schon schauen, habe ich genug Platz in der Extrusionsanlage, denn häufig ist es aktuell ein Inline-Prozess. Das heißt, ein MDO wird in eine Bestandsanlage integriert. Und gerade wenn es um Bestandsanlagen geht, Bestandshallen, wo unsere Extrusionsanlagen drinstehen, ist es häufig auch ein Platzthema. Wie kriege ich die MDO-Einheit überhaupt in den vorhandenen Turm, in die vorhandene Stahlkonstruktion, in das vorhandene Gebäude rein? Das ist sicherlich ein Thema, das muss man im Vorfeld sehr eng mit dem Kunden begleiten und sehr eng auch analysieren, um es auch dann montiert zu bekommen. Das ist der erste Aspekt, der zweite Aspekt. Ich muss natürlich auch eine gewisse Extrusionsqualität generieren können. Sprich, ist die Extrusionsanlage, Extruder, Blaskopf und Co. überhaupt befähigt, das Produkt, das Primärprodukt sozusagen, bevor es ins MDO reingeht, zu extrudieren. Also da ist auch ein genauer Blick auf die Anlagenkonfiguration notwendig. Ist die Anlage soweit, von der Basisausstattung Extruder, Blaskopf und Co. überhaupt in der Lage, den Primärverbund als Basis für den MDO-Prozess entsprechend zu extrudieren? Und wie ist das? Kann ich so eine MDO-Einheit auch einfach stilllegen und ganz normal die Folie, die ich vorher auf der Anlage gemacht habe, auch als Nicht-MDO weiter produzieren? Oder geht das dann nur noch MDO? Nein, genau, das ist die Flexibilität. ### MDO-Technologie im globalen Wachstum Denn auch an vielen Stellen, auch in der Welt global gesehen, ist die MDO-Technologie in den Wachstumsschuhen, aber es ist noch nicht eine etablierte Technologie, wo Kunden zu 100 Prozent an allen in der Welt die Technologie und das Produkt in den Markt bekommen. Das wird sicherlich kommen, da bin ich fest von überzeugt. Aber da aktuell natürlich eine Brücke zu schlagen, um vielleicht erst Erfahrungen in der MDO-Technologie zu bekommen, aber auch schon den Markt zu bearbeiten, gibt es natürlich Möglichkeiten, in das MDO auch zu umfahren, sodass ich also im Prinzip auch ohne ein MDO in Betrieb haben zu müssen, die Folie extrudieren kann. Leitwalzen beispielsweise, die dafür Sorge tragen, dass die Folie nicht durchs MDO geführt wird, sondern am MDO vorbei. Alle zwei Jahre im November haben wir immer die Tagung für die Experten der Druckindustrie. Da hat W&H eine Live-Schaltung gemacht, bei euch ins Technikum vor einiger Zeit, und da habt ihr eine MDO-Folie sogar im Tiefdruck verarbeitet. Auch das ist ja ein Feature, was mit MDO verbessert wird. Kannst du das vielleicht auch noch ein bisschen erläutern? Warum kann man auf eine MDO-Folie besser drucken als auf einer nicht orientierten Polyethylenfolie beispielsweise? Genau, weil natürlich die Stärke durchaus gegeben ist, was ich gerade schon mal sagte, die Festigkeit ist gegeben. Das hilft natürlich auch an vielen Stellen im Weiterverarbeitungsprozess, das heißt in der Druckmaschine oder auch in anderen Verarbeitungsmaschinen, die im Nachgang zur MDO-Technologie dann geschaltet werden können. Ganz kurz noch mal, welche Materialien würde man monoaxial orientieren? Ja, ganz unterschiedlich. Am Ende des Tages ist dann erstmal eine PE-Anwendung, also PE-Folien, verbunden. Aber es gibt natürlich auch Tendenzen, Barrierematerialien durchaus im MDO-Prozess zu extrudieren und natürlich auch zu strecken. Da muss man wieder natürlich die PPWR-Arbeit regelmäßig im Hinterkopf behalten, dass nur ein gewisser Anteil von Barrierematerialien in so einem Verbund eingeführt werden können, damit sie halt recyclierbar sind. Von daher ist das auch ein Thema, um da entsprechend die Rohstoffe und die Barrierematerialien auch im Prozess zu extrudieren. Da kämpfen ja gerade die Lobbyisten fleißig, was denn nun recyclierbar nun genau heißt und welche Punkte man mit welchem Verbund kriegt. Aber wenn du sagst, Barrierematerial meinst du jetzt EVOH beispielsweise und nicht Polyamid oder doch? Genau, im Großteil sprechen wir über EVOH. Es gibt hier unter Beschreibung, das mit Polyamid zu machen, aber es ist im Prinzip EVOH als Barrierematerial, was dann im Extrusionsprozess mit verarbeitet wird. Kannst du nochmal ganz grob zusammenfassen, was sind denn jetzt eigentlich die Hauptnachhaltigkeitseffekte von MDO? Wir haben das jetzt in verschiedenen Punkten angesprochen, aber was ist so insgesamt, wenn du es nochmal zusammenfassen müsstest, die Vorteile bezogen auf Nachhaltigkeit, wenn wir MDO-Folien herstellen und die dann im weiteren Prozess auch einsetzen? Der wesentliche Vorteil ist, dass wir über eine monoaxial verstreifte Produktmischung sprechen. Also nicht verschiedene Materialien innerhalb von einem Produkt haben, sondern ich einen sortenreinen Verbund habe, den ich entsprechend über ein MDO verarbeiten kann. Und durch diese Sortenreinheit habe ich dann natürlich die Möglichkeit, das Produkt einfacher zu recyclieren. Also es geht wirklich hauptsächlich um die Recyclingfähigkeit. Wohl wissend, dass wir im Moment natürlich noch viel zu wenige flexible Verpackungen recyceln, aber man muss ja irgendwann mal anfangen. Man muss ja erst mal die Recycler in die Lage versetzen, überhaupt diese Fraktionen auch zu sortieren und zu recyceln. Und dann wird auch der Markt wachsen. Das ist ja die Idee auch dabei. Absolut. ### Technologieparadigmen und Denkweisen anpassen Du hast auch immer mal wieder bei dem Vortrag gesagt, man muss seine Denkweisen anpassen, damit man auch mal in anderes Denken reinkommt. Was hast du damit gemeint? Ja, auf den Vortrag bezogen natürlich klar, wenn eine neue Technologie in den Markt ankommt, gibt es natürlich auch durchaus bewährte Technologien, die natürlich auch ihren Nutzen haben. Und natürlich gab es zu Beginn Diskussionen: Mensch, wofür brauche ich denn eine MDO? Es gibt doch eine bewährte Technologie – Triplex verbunden. Ich bleibe mal bei dem Beispiel. Da muss man natürlich auch immer wieder überlegen: Mensch, was sind denn die Vorteile einer solchen neuen Technologie im Vergleich zu einer Bestandstechnologie? Und da ist natürlich auch sehr viel Überzeugungsarbeit notwendig, aber auch natürlich sehr viel Entwicklungsarbeit, sowohl auf der maschinenbautechnischen Seite, aber auch auf der Rohstoffseite. Und da haben wir durchaus die letzten Jahre festgestellt, dass sich da sehr viel tut, sowohl auf der Rohstoffseite, dass sich da neue Materialien entwickelt haben, Rohstoffe, die sich vielleicht besser eignen als Materialien vor 5–10 Jahren für den MDO-Prozess, von der Materialseite mal angefangen, aber natürlich auch von der Verarbeitungsseite her. Die Verarbeitungsmaschinen waren natürlich häufig ausgelegt für Triplex-Verbunde. Sprich, wenn ich sie dann verarbeite, dass dann die Triplex-Verbunde auf diesen Verarbeitungsmaschinen einfacher zu verarbeiten sind. Und da gab es natürlich auch durchaus zu Beginn der Entwicklung nicht Probleme, aber Herausforderungen, die neuen Folienverbunde auf einer Verarbeitungsmaschine zu verarbeiten. Aber da haben wir auch dort festgestellt, dass sich, ja ich habe es glaube ich damals im Vortrag, Grenzen verschieben. Denn da hat sich Grenzen dann auch wirklich verschieben lassen, um dort natürlich auch neue Grenzen zu kommen natürlich, aber durchaus auch Grenzen so weit verschieben lassen, dass sie einen positiven Impact am Ende des Tages haben. Du bist viel unterwegs, nicht nur in Europa, sondern auch darüber hinaus – hast du sicherlich einen Einblick. Was sind denn so die typischen Kombinationen, die heute MDO-vollstreckt werden? Sind das 3-Schichtfolien, 5-Schichtfolien? Wie sind die aufgebaut? Natürlich davon abhängig am Ende des Tages, ob ich einen Barriereverbund habe oder nicht. Wenn es ein Barriereverbund ist, spreche ich meist über 5- oder 7-Schicht oder über 9-Schicht. Wenn ich über eine PE-Anwendung rede, gibt es natürlich Anlagen, die im 3-Schichtverbund extrudieren, aber ein Großteil ist dann doch eher im 5-Schichtverbund. Warum? Weil ich mit einer 5-Schichtanlage mehr Flexibilität habe in der Schichtaufteilung. Sprich, wenn ich einen 3-Schichtverbund habe, bin ich auf meine 3-Extruder nicht reduziert, aber ich habe halt mehr Flexibilität, wenn ich die Schichten auf 5-Extruder beispielsweise aufteilen kann. Genau, am Endprodukt sieht man nur die Eigenschaft der Folie oder der Verpackung eigentlich. Der Drucker guckt nur auf die Bedruckbarkeit, der Lebensmittelabpacker vielleicht nur auf die Sauerstoffdurchlässigkeit, aber der Extruder hat ja auch noch Bedürfnisse. Die Blase muss stabil stehen, sie muss sich gut verstrecken lassen und das macht ihr auch über die vielen verschiedenen Materialien in der Rezeptur und eben auch in den verschiedenen Schichten, oder? Absolut, genau. Das ist dann die Chemie in Anführungsstrichen eines solchen Extrusionsprozesses. Deswegen bin ich immer noch fasziniert von der Technologie. Es ist ja nicht nur der Maschinenbau, sondern auch das, was vorne reinkommt und dazwischen die Maschine irgendwo steht. ### Materialverbunde und Oberflächenveredelung mit MDO Und das ist wirklich auch ein spannendes Thema, wie dann Rohstoffverbunde und Additive und Materialien an sich zusammenextrudiert werden, welches Ergebnis dann bei uns kommt. Eine andere Barriere-Schicht ist ja die anorganische Barriere-Schicht. Aluminiumoxid, Siliziumoxid ist zum Beispiel da das Material der Wahl, was man auf Folien aufbringt, typischerweise auf sehr thermisch resistente und zugsteife Materialien. Man hat das auch mit nicht orientiertem Polyethylen versucht. Das hat nicht geklappt. Aber ihr liefert jetzt mit der MDO-Technologie auch Möglichkeiten, solche anorganischen Bedampfungen, sage ich mal, oder Abscheidungen auf euren Polyethylen-Folien, die MDO-verstreckt sind, zu gewährleisten. Warum geht das plötzlich? Ist ja das gleiche Polyethylen. Absolut. Das hat auch natürlich wieder viel mit dem MDO-Prozess und der Steifigkeit und Co. zu tun, der Materialorientierung. Und daher sind wir da auch sehr stolz darauf, dass wir die Möglichkeit haben, auch das unseren Kunden anzubieten, in dem Sinne von nicht nur rein den MDO-Prozess aus der Extrusion herauskommt, sondern auch über Kaschierung, Bedrucken ist ein weiterer Aspekt. Also über die Druckmaschinen entsprechende Barriere-Eigenschaften aufzubringen. Das ist sicherlich ein ganz spannendes Wetter, wenn Sie das sagen. Also nicht nur Aluminiumoxid, sondern eben auch einfach Lacke aufbringen, die eine Barriere erzeugen. Das ist ja gerade ein riesen Hype. Es gibt ja an jeder Ecke neuerdings Berichte darüber, dass wieder neue Substanzen da sind. Das geht natürlich auf MDO auch besser als auf nicht orientierten Folien. Habe ich verstanden. Mal eben Ausblick in die Zukunft. Am 8. bis 15. Oktober öffnet die K-Messe. Da seid ihr auch immer vertreten. Habt ihr da auch in Sachen Retrofit was anzubieten? It’s buzzing again. It’s buzzing again ist unser Slogan von W&H. Also es brummt, ist glaube ich die englische Übersetzung, es brummt schon wieder und es brummt tatsächlich bei W&H. Das ist immer faszinierend. Es brummt seit Wochen, seit Monaten bei W&H, was wir denn alles auf der K-Messe in Düsseldorf und auch bei der Expo in Englisch zeigen werden. Also man merkt wieder, das ist Spirit. Das ist W&H im Zuge der K-Messe. ### K-Messe und Produktinnovationen präsentieren Da it’s buzzing again. Da sind wir wirklich mit tollen Produkten sowohl in Düsseldorf auf der K-Messe vertreten als auch in Englisch bei der Expo. Ja klar, und da ist natürlich neben den Neumaschinen-Technologien auch das Thema Nachrüstung ein großer Aspekt, sodass wir sowohl in Düsseldorf dort Präsenz haben und mit unseren Kunden gerne über Nachrüstmöglichkeiten sprechen, aber auch in Englisch bei unserer Hausexpo dort Dinge zeigen und präsentieren, die auch für die Kunden nochmal ein Mehrgeld bringen werden, auch im Kontext oder insbesondere im Kontext von Nachrüstung. Also ich bin freudig, Erwartungen auf die K-Messe und was uns da alles erwartet und unsere Kunden dann entsprechend zu treffen. Sind ja immer fulminante Tage und du hattest es erwähnt, ihr bietet ja immer die Möglichkeit an, weil Düsseldorf weniger als zwei Stunden entfernt ist von Lengerich, dass man da auch mal eben bei euch ins Technikum springen kann und da macht ihr ja auch immer eure bekannt professionellen Vorführungen, wer schon mal da war, wird das bestätigen können, dass es wirklich sehenswert ist und man kann eben auch in einer kleineren Gruppe nochmal in aller Ruhe Dinge besprechen und ausprobieren. Wenn du jetzt einen Appell an die Branche richten müsstest, an die Extrudeure der Welt, bezogen auf Retrofit, hast du eine Idee, was du den Leuten mit auf den Weg geben würdest, die eine Entscheidung zu treffen haben hinsichtlich einer Investition? Ich glaube, dass viele Kunden nicht wissen, ist meine These, welches Potential in den Bestandsanlagen besteht. Das ist wirklich an vielen Stellen auch für mich immer mit einem Aha-Erlebnis, wenn wir Kunden aktiv auf Lösungen ansprechen und dann kommt die Reaktion, oh, das habe ich ja gar nicht gewusst, dass das auch geht. Und das ist, glaube ich, ein großer, großer – nicht Appell, aber ein Hinweis von mir. Natürlich sind wir als W&H auch gerne Neumaschinen-lastig unterwegs, verkaufen gerne Neumaschinen-lastig, aber ich glaube, wir haben die Stärke, das für den Kunden dann ganzheitlich beraten, im Sinne von: Ja, du kannst die Neumaschine bekommen, vielleicht auch noch einen anderen Ansatz, aber klar, es gibt auch Möglichkeiten, eine Bestandsanlage zu erneuern, um einfach das Potential, was in den Anlagen wirklich schlummert, an vielen Stellen wirklich schlummert, zu heben, damit unsere Kunden erfolgreich im Exozonumfeld unterwegs sein können. Marketeers würden das Upselling nennen, also etwas wieder besser machen und dafür bessere, hochwertigere Produkte im Prinzip zu erzeugen. Danach kann nichts mehr kommen. Lieber Hendrik Steen, Dankeschön für dieses tolle Gespräch über Retrofit bei B+K. Vielen Dank, Karsten, für die Anlage. Sehr gerne. Das war sie schon wieder, die neueste Episode vom Innoform-Podcast zum Inno-Talk. Wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative für mehr Flexpack-Wissen in der Folien- und Verpackungsindustrie werden wollen, melden Sie sich gerne bei mir. Mein Name ist Karsten Schröder. Ich freue mich auf Sie, ks@innoform.de. Bis dann. **Kategorien:** Inno-Talk **Schlagwörter:** Hendrik STeen, Podcast --- ### [Gold ohne Gold: Recycelbare Kaffeeverpackung mit 7C-Druck und MDO-PE](https://inno-talk.de/gold-ohne-gold-recycelbare-kaffeeverpackung-mit-7c-druck-und-mdo-pe/) **Published:** Oktober 8, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Im aktuellen Innoform-Podcast diskutieren drei führende Unternehmen der Flexpack-Industrie – **Siegwerk**, **Saueressig** und **Windmöller & Hölscher** – ein gemeinsames Projekt: die Entwicklung einer vollständig recycelbaren Kaffeeverpackung mit **MDO-PE**, Polyurethan-Druckfarben und innovativer 7C-Drucktechnologie. Ausgangspunkt: Kaffee als Härte-Test Kaffeeverpackungen zählen zu den technisch anspruchsvollsten Verbunden. Barriereeigenschaften, Aromaschutz und ansprechende Optik treffen hier auf höchste Recyclinganforderungen. „Wenn wir Kaffee recycelbar verpacken können, schaffen wir fast alles.“ – so Frederik Petzold (W&H). **Drei Kernbausteine der Innovation** - **MDO-PE** ersetzt PET und ermöglicht einen Monomaterial-Verbund mit hoher Steifigkeit und angepassten Schmelzpunkten. - **Polyurethan-Druckfarben** von Siegwerk sichern Druckqualität, Beständigkeit und regulatorische Konformität – inklusive Deinking-Optionen für das Recycling. - **7C-Druck** und Repro-Kompetenz von Saueressig erzeugen Gold-Effekte ohne Metallic-Pigmente durch geschickte Licht- und Schattenführung. **Ergebnisse und Herausforderungen** Die recycelbare Kaffeeverpackung erfüllte nicht nur die Dichtheitsanforderungen, sondern überzeugte auch mit Druckqualität und Geschwindigkeit: bis zu 500 m/min im Tiefdruck, nahe am Polyester-Benchmark. Noch variieren MDO-Folien stark in Qualität und Verarbeitung, doch die Lernkurve ist steil. Herausforderungen bleiben vor allem **Marktakzeptanz** und **Standardisierung**: 7C erfordert den Verzicht auf klassische Sonderfarben und mehr Offenheit seitens Markenartiklern und Druckereien. **Ausblick** Alle drei Partner betonen: Fortschritt gelingt nur gemeinsam entlang der Wertschöpfungskette – von Farbenherstellern über Repro und Maschinenbau bis zu Marken und Recyclern. Bis 2030 fordert die EU 100 % recyclinggerechte Verpackungen. Projekte wie diese Kaffeeverpackung zeigen, dass technische Lösungen vorhanden sind – jetzt braucht es Umsetzung und Akzeptanz. ## Keine Folge mehr verpassen! Abonniere jetzt deinen Lieblings-Podcast auf deiner Lieblings-Plattform und genieße neue Episoden automatisch. [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) ### Verwandte Episoden - [Flexible Verpackungen 2026: Vom regulatorischen Druck zur Innovations-Rallye](https://inno-talk.de/flexible-verpackungen-2026-vom-regulatorischen-druck-zur-innovations-rallye/) - [7C-Druck zwischen Anspruch und Realität – Udo Linke im Innoform-Podcast](https://inno-talk.de/7c-druck-zwischen-anspruch-und-realitaet-udo-linke-im-innoform-podcast/) - [PPWR, rPP und Supply-Chain-Druck](https://inno-talk.de/ppwr-rpp-und-supply-chain-druck/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Herzlich willkommen im Innoform Podcast. Mein Name ist Karsten Schröder und dieses Mal begrüße ich gleich drei Gesprächspartner in unserer Episode. Wir haben uns entschieden im Nachgang des Inno-Meeting 2025 noch eine separate Podcast-Episode zu diesem tollen Thema aufzunehmen. Gold ohne Gold ist unser Arbeitstitel. Was das mit 7C-Druck, mit MDO-PE, mit Barriere und letztlich mit Kaffeeverpackung zu tun hat und wie die NC-Knappheit der Polyurethanen-Farbenindustrie in die Karten spielt, das alles erfahren Sie in dieser Episode. Viel Spaß beim Zuhören. Heute begrüße ich im Innoform Podcast zum Inno-Talk drei Unternehmen, die wirklich in der Flexpack-Industrie bekannt sein sollten. Wir sprechen mit Sauer Essig, Siegwerk und Windmühler & Hölscher und die drei Unternehmen haben ein Gemeinschaftsprojekt vorgestellt bei einer Drucktagung im vergangenen Jahr. Und das war so spannend und so interessant, weil es so viele Facetten streift von dem, was gerade auch im Druckbereich diskutiert wird, dass wir heute eine Podcast-Episode dazu aufnehmen wollen. Der Arbeitstitel, den haben wir genannt Gold ohne Gold und wie man das macht mit 7C-Druck-Technologie, mit MDO-PE, Hochbarriere für Verpackung von Kaffee, das hören wir uns heute an im Podcast. Ich begrüße die drei Podcast-Teilnehmer, Eugenia von Siegwerk. Sag ein bisschen was zu deiner Person, Eugenia, was du machst, wofür du verantwortlich bist und was Siegwerk macht. Hi Karsten, danke für deine Einladung. Ich bin Eugenia Spies von Firma Siegwerk. Ich denke, Siegwerk kennt schon jeder oder viele. Wir sind Farbenhersteller, wir produzieren Farben für verschiedene Bereiche. Ich komme aus der Flexible Verpackung, ich bin in der Anwendungstechnik als Expert Technology Manager und auch Kundenverantwortlicher für verschiedene Bereiche. Sehr schön, wir freuen uns sehr. Der zweite im Bunde, die Repro darf nicht fehlen. Gold ohne Gold, das geht nicht ohne Repro. Saueressig ist damit Ingo Bühning. Erzähl uns Ingo, was machst du? Ja, hallo Karsten, vielen Dank für die Einladung. Mein Name ist Ingo Bühning, bin jetzt seit über 30 Jahren bei Saueressig, mittlerweile im Sales Team Flexible Verpackung. Betreue dort alle Kunden und Endkunden im Bereich der Flexible Verpackung. Danke schön. Last but not least, Frederik Petzold. Du warst der erste Podcast-Gast bei Innoform vor fünf Jahren, Frederik. Ich erinnere mich noch wie heute. Schön, dass du wieder da bist. Du kommst gerade aus der Elternzeit, darf ich auch verraten. Du hast den Rechner aber wieder hochgefahren gekriegt, alles ist wieder online. ### Portfolio von Extrusionsanlagen und Druckmaschinen Frederik, du bist ein bisschen auch der Initiator dieses Projektes. Bevor wir dazu kommen, stell dich auch eben noch mal kurz vor. Mache ich gern. Mein Name ist Frederik Petzold, ich bin technischer Vertriebsleiter bei Windmühler & Hölscher für Druckmaschinen. Wir haben ein breitgefasstes Portfolio von Extrusionsanlagen über Druckmaschinen und Papierverarbeitung, alles rund um den Maschinenbau für die Flexible Verpackung. Als technischer Vertriebsleiter bin ich für alles, für unser Technikum von Druckmaschinen, versuche, wie wir hier gemacht haben und die gesamte technische Diskussion mit unseren Kunden zuständig. Sehr schön. Ich habe eben schon anmoderiert. Du bist so ein bisschen auch der Urheber oder der Initiator gewesen des Projektes, so habe ich das zumindest wahrgenommen. Ich würde dich gerne mal fragen, wie ist es eigentlich zu der Idee gekommen, eine 100% recyclingfähige Kaffeeverpackung mit MDO-PE und mit Special-Druckeffekten überhaupt mal bei euch im Technikum zu drucken? Ja, kann ich ein bisschen was zu erzählen. Vorab, initiiert wurde das durch ganz viele kluge Köpfe in allen dreien Unternehmen. Bei uns waren Wolfgang Spree, Daniel Rosner hinterher. Ich bin nur derjenige, der dann vorne stehen darf und das Glück hat, fertige Gegner präsentieren zu dürfen. Da würde ich nicht die Lorbeeren abheimsen. Aber vielleicht zum Projekt. Also ich sage mal, es ist hier ganz klar, dass die Transformation hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft, glaube ich, das zentrale Thema ist, was alle Branchen umtreibt. Und für die flexible Verpackung heißt das ganz klar der Weg hin zu nachhaltiger Verpackung oder Kreislaufwirtschaft, muss man so zu sagen. Na ja, und dafür muss ich irgendwas tun. Und wir haben als Technologieführer in der Extrusionsanlage mit Maschinen für die MDO-PE, glaube ich, einen ganz zentralen technischen Meilenstein gesetzt, der einen Teil beitragen kann. Und dann haben wir aber gemerkt, naja, irgendwie Technologie ist nicht alles. Es gibt ganz viele Beispiele, wo technische Lösungen, auch beste technische Lösungen sich am Markt am Ende nicht durchsetzen. Weil am Ende erfordert so eine Transformation, erfordert auch immer Mut und Leute, die es machen. Na ja, und wir haben uns gesagt, vielleicht können wir dem Markt helfen, um so ein paar Ängste zu nehmen. Na ja, dafür müssen wir einfach Use Cases finden und immer durchziehen und zu gucken, wo hakt es denn. Na ja, und auf dem Weg haben wir gesagt, Kaffeeverpackung als Triplex-Verbund, einer der anspruchsvollsten Verbunde, sowohl technisch wie auch aufgebaut ist, als auch das, was am Ende eher an Herausforderungen hat. Wenn wir den schaffen, recycelbar zu lösen, na ja, dann schaffen wir eigentlich fast alles. Dann haben wir gesagt, lass uns einmal versuchen, wie weit wir kommen. Und so viel kann ich schon verraten, recycelbare Kaffeeverpackung, das geht, hat geklappt. Genau. Wir haben sie auch da in der Tagung dann in der Hand halten dürfen. Wir dürfen mal dran riechen und wir rochen nichts, denn das war so dicht, dass das Aroma wirklich drin blieb und nicht draußen auf der Verpackung zu riechen war. ### Polyurethan-Druckfarbe im Recycling-Fokus Die Druckfarbe, Eugenia, steht immer in der Kritik, das Recycling irgendwie zu beeinflussen, ich würde mal sagen zu beeinträchtigen sogar. Du stehst nun für die Druckfarben-Fabrik Siegwerk und ihr habt euch ja auch sehr stark mit den Polyurethan-Druckfarben beschäftigt. Welche Rolle spielt die Wahl der Druckfarbe überhaupt für diese Bedruckung von MDO-PE, was ja wiederum nochmal eine besondere Anwendung in dem Bereich Bedruckung insgesamt ist? Das ist ja was anderes, ob ich auf Polyester drucke oder auf Polyethylen und dann dieser Fokus auf Recyclingfähigkeit hat ja bestimmt auch zu der Auswahl der Druckfarbe geführt. Erzähl uns mal ein bisschen, warum brauchen wir Polyurethan-Druckfarbe? Ja, genau. Die Entscheidung für polyurethanhaltige Farben war bei uns eine Balanceakt zwischen Funktionalität und Nachhaltigkeit. Die PU-Farben sind wirklich, die sind jetzt eingestuft als recyceltenfähig und natürlich somit liefern sie auch regulatorische Zukunftssicherheit für die Industrie. Das ist das eine. Die PU-Farben sind auch sehr kompatibel mit für die Bedruckung auf MDO-PE. Die sind flexibel, die sind gut verdruckbar und migrieren nicht in die Folie und haben auch gute Beständigkeit gegenüber Hitze oder Wasser und Fett. In diesem Projekt hatten wir eine Kaffeeeverpackung und das hat wirklich sehr gut auch gepasst zu diesem Projekt. Das waren wirklich diese Sachen. Zwei, Funktionalität und Nachhaltigkeit. Die sind auch gut inkbar und zum Schluss, das war die Entscheidung, warum wir uns jetzt für PU-Farben entschieden haben. Wir gehen nachher noch mal mehr in die Tiefe zu diesem Punkt. Ingo, Goldeffekt ohne Gold. Du hast darüber gesprochen, welche Rolle die Repro spielt. Mir als nicht so super Druckexperte hat sich das überhaupt nicht erschlossen, ob die Repro überhaupt einen Einfluss hat auf solche Goldeffekte und dann ging es Richtung 7C. Also viele Fachbegriffe, viele Unwägbarkeiten, die der Laie so erstmal nicht versteht. Erzähl uns ein bisschen, warum hat die Repro überhaupt einen Einfluss und was ist 7C? Unter 7C versteht man im Grunde den Druck mit den Standardfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz und hinzu kommen festgelegte Sonderfarben wie Grün, Violett und Orange. Und wir haben in diesem Projekt das so gemacht, dass wir erstmal mit diesem 7C-Setting an der Druckmaschine bei W&H ein Colormanagement gedruckt haben. Das muss natürlich on point sitzen, damit die Repro später die Möglichkeit hat, wirklich an Grenzen zu gehen und direkt in diesem Druck oder in diesem Epson-Proof, was wir dann zur Verfügung haben, genau sehen können, wie sehen solche Effekte aus. Und die Goldeffekte kann man halt wirklich nur erzielen, wenn man wirklich mit Licht- und Schatteneffekten arbeitet. Also eine glatte Goldfläche, also Goldtexte, kann man dadurch nicht simulieren. Aber schon, wie es in dieser Verpackung war, eine goldene Tasse, die so ein bisschen modelliert wurde und dann durch diese hohen Kontraste dann entsprechend auch dargestellt werden konnte. Also eigentlich täuschen wir mal wieder das Auge, indem wir eigentlich gar kein Gold haben, sondern wir tun nur so, als ob, indem wir Licht und Schatten mit einbauen. Und das ist eben eure Kompetenz, wie man das hinkriegt. Das erschließt sich dem Laien ja überhaupt nicht. Frederik, die Druckmaschine, und ich spreche jetzt von der Tiefdruckmaschine in dem Fall, glaube ich, würde ja wahrscheinlich auch mit Flexodruck gehen, aber in dem Fall war es ja Tiefdruck, muss bestimmt besonders ausgelegt sein für die Verarbeitung von MDO-PE-Folien. Lass uns noch mal einen Schritt zurückgehen. ### MDO-PE: Eigenschaften und Druckherausforderungen Was bedeutet eigentlich MDO-PE und was sind eigentlich die Herausforderungen für die Druckmaschinen und was muss man an der Druckmaschine anders haben, damit man das verdrucken kann? Ja, ich erzähle gerne ein bisschen was. Also MDO-PE, also MDO – Machine Direction Orientation – heißt, wir haben das Polyethylen nochmal in die Laufrichtung extra gestreckt. Und durch dieses Strecken haben wir die Folie besonders steif gemacht. Wenn ich jetzt sage besonders steif, muss man gucken, was ist denn der Benchmark? Wir haben das Ziel ja, wir haben das Ziel, einen PE-Verbund zu erstellen, wo wir früher einen PET-PE-Verbund genommen hätten. Ein PET ist extrem steif, extrem einfach zu verarbeiten, aber vielleicht zwei unterschiedliche Folien gegeneinander klebt dann nicht mehr recycelbar. So, jetzt will ich einen Verbund aus zweimal Polyethylen-Folien. Jetzt muss ich aber die äußere Folie mit anderen Eigenschaften schaffen kriegen. Insbesondere ist da relevant, dass die Schmelztemperatur anders ist als in der Innenfolie und dass sie steifer wird. Das Steifer macht es einfacher zu bedrucken und die Schmelztemperatur ist relevant, dass wenn ich einen Beutel mache, dass ich sozusagen die Innenfolie aufschmelzen kann, um zu versiegeln und die Außenfolie dabei nicht wegfließt, damit der Beutel sozusagen erhalten bleibt. So, und das kriege ich beides durch dieses Strecken hin. Ein MDO-PE ist also im Vergleich zu einem normalen PE deutlich steifer und hat eine höhere Siegeltemperatur. Jetzt muss man aber sagen, im Vergleich zu einem Polyester ist es deutlich weicher und ist deutlich temperaturempfindlicher. Und das ist auch genau die Kunst. Ich habe jetzt ein Material, wenn ich früher auf einem Polyester gedruckt hätte, das war extrem steif, extrem hitzeunempfindlich. Und das MDO-PE ist zwar viel besser als ein normales PE, aber es ist immer noch relativ temperaturempfindlich und ich kann es nur mit niedrigen Bahnspannungen fahren. Und niedrige Bahnspannung ist insbesondere ein Tiefdruckthema, wo ich das Register sehr stabil halten muss und das schaffe ich normalerweise, wenn ich die Folie ganz straff ziehe. Jetzt darf ich aber nicht so doll ziehen, weil ich ansonsten die Folie zu stark recke. Und in dem Spannungsfeld befinden wir uns. Um ganz kurz auf den Flexodruck einzugehen, du hattest ja gesagt, im Flexodruck könnte man es auch. Um ehrlich zu sein, im Flexodruck ist das alles relativ simpel. Da kommt die Folie einmal auf einen Gegendruckzylinder und da ist die quasi festgetackert, sage ich mal, und da passiert mit der Folie nichts mehr. Und ein bisschen in die Historie guckend, die Flexodruckmaschine mit dem zentralen Gegendruckzylinder ist ja auch mal in den 1950ern genau erfunden worden, um Kunststofffolien einfach zu bedrucken. Damals waren alle Kunststofffolien weich und nicht so temperaturstabil. Das heißt, die Flexodruckmaschine ist perfekt dafür. Das ist easy. Jetzt haben wir aber Anwendungen, jetzt sind wir insbesondere bei Kaffeepackungen, bei einer Anwendung, die typisch Tiefdruck gedruckt wird, aufgrund der hohen Anforderungen an das Druckbild. Also müssen wir jetzt den Tiefdruck befähigen, auch ein MDO-PE hinzukriegen. Das sind eben die beiden Themen, die ich gerade gesagt habe, Bahnspannung und Temperatur. Also unsere Maschinen haben da einige Features, um da technische Lösungen einzubauen, die sowas einfach machen, ohne jetzt in eine Werbeveranstaltung zu gehen. Wir haben spezielle Leitwalzen, die es schaffen, das Register besonders stark zu fixieren, ohne hohe Bahnspannung zu benötigen. ### Temperaturregelung und Elastizitätsmodul-Optimierung Und wir haben über temperierte Kühlwalzenregelungen die Möglichkeit, die Temperatur in der Folie sehr, sehr konstant zu halten. Das sind technische Spielereien, die uns dann helfen, hoch effizient auch ein MDO-PE im Tiefdruck zu verdrucken. Hochspannend. Polyester, nur für die, die es noch nicht wissen, 240–250 Grad Schmelzpunkt, Polyethylen 120 Grad. Da merkt man schon dieses riesige Gap, was du eben auch schon beschrieben hast. Und Elastizitätsmodul ist eben eine ganz andere Welt. Polyethylen ist eben einfach weicher. Das ist ja auch das Positive oft beim Polyethylen. Aber wenn man drauf drucken will, im Tiefdruck, wo da die zehn Ständer hintereinander stehen vielleicht, oder sieben beim 7C-Druck, wo man immer wieder durch die Trocknung muss, das macht eben die Probleme und führt eben zu diesen Problemen bei der Passerhaltung. Ihr habt das gelöst, mit Walzen habe ich verstanden, mit guter Bahnführung und spezieller Trocknungstechnologie. Temperaturführung letztendlich und Bahnspannungsführung, das ist das A und O. Das sind die beiden Stichworte absolut. Eugenia. Polyurethanfarbe ist trotzdem noch eine Polyurethanfarbe, die man eben nicht wieder aufschmelzen kann beim Recycling. Ich habe mal ein bisschen gegoogelt bei Siegwerk, wenn ich da so ein bisschen rumgoogle oder mal in Chetchip ET frage, Mensch, was macht Siegwerk eigentlich gerade in den Entwicklungsprojekten, dann fällt immer wieder das Wort De-Inking. Macht ihr auch mit Polyurethanfarben, zum Beispiel auf so einer Kaffeeverpackung, bietet ihr da auch an, diese Farbe nachher beim Recycling-Prozess wieder De-Inkable, also wieder runternehmbar beim Recycling-Prozess zu machen? Oder was habe ich da gelesen? Ja, genau, das stimmt. Wir arbeiten schon seit Jahren an diesem Prozess De-Inking. Wir haben ein Labor, das heißt, wir haben große Erfahrungswerte. Und ja, wir haben auch Verpackungen, die jetzt auch getestet wurden mit unseren Partnern mit Recycling. Das sind so Pilotprojekte, die laufen. Das war auch die Verpackung, wie du sagst. MDO-PE, PE-Verbunde mit unseren Primer, De-Inking Primer, mit unseren Full-PU-Farben, die dann zum Schluss auch 100 % recycelbar sind. Wie gesagt, wir haben auch Lösungen für De-Inking-Produkte in Kombination auf MDO-PE und unseren NC-freien Full-PU-Farben. Die Nitrocellulosefarben, NC-Farben, die sind ja besonders unter Beschuss, weil man da festgestellt hat, dass die bei den hohen Temperaturen, beim Regranulieren eben, zu Stippen, Vorgrauen, was weiß ich nicht alles führt und auch Nebenreaktionen stattfinden können. Und ganz lustig für unsere Zürcher vielleicht, jetzt gibt es sogar noch eine Knappheit mit Nitrocellulosefarbe, weil wir die Nitrocellulose für Schießpulver brauchen, für die Kriege, die überall auf der Welt toben. Das ist ja ein fürchterlicher Zustand. Ist das auch ein Push, den ihr merkt, dass das hingeht zu Polyurethanen? Oder ist das eigentlich nun in Anführungsstrichen ein Nebenkriegsschauplatz? Ehrlich gesagt, das ist wie so ein Katalysator jetzt. Wir merken auf jeden Fall diesen Druck von unseren Kunden, Druckereien oder Markenartikeln. ### NC-Knappheit treibt alternative Lösungen Die brauchen die Suche nach einer Lösung, weil NC-Produkte beziehungsweise NC-Rohle von dem Preis gestiegen sind. Das heißt, es ist alles teurer geworden. Das ist jetzt nicht nur so ein Push, was die Regulatoren, Recyclingregulatoren angeht. Das ist auch jetzt ein Push von der Knappheit, weil wir nicht wissen, was jetzt passiert. In der nächsten Zeit ist die Versorgung gegeben, ja oder nein, und natürlich auch gestiegener Preis. Wir sind auch froh, dass wir jetzt auch ziemlich früh angefangen haben, die PFAS-freien Alternativen zu entwickeln. Und ja, wir merken diesen Wandel. Das beschleunigt sich. Und vielleicht ist das auch gut so, dass man diesen Push gebraucht hat. Jede Wirkung hat eine Nebenwirkung, und die kann manchmal auch positiv nicht sein. Eine nicht konzernlose Farbe nur fürs Verständnis. Kann man die auch de-inkable machen? Die kann man auch de-inkable machen, genau. Dafür braucht man auch geeignete Produkte. Da sind in diesem Fall De-Inking Primer. Die werden vor der Farbe aufgetragen auf die Folie und dann in dem Waschprozess mit bestimmten Chemikalien abgewaschen unter bestimmten Temperaturen. Letzte Frage zu dem Thema, Eugenia. Gibt es schon überhaupt im Feld, im Markt, in Europa De-Inking-Kapazitäten bei den Recycling? Es gibt vielfältige Projekte. Wir arbeiten dran, aber man braucht noch Zeit. Und ich denke, in den nächsten Monaten werden wir sehen, die Entwicklung. Frederik, welche Output- und Ausschusswerte hat man denn im Vergleich zu PET, wenn man jetzt mit dem MDO-PE fährt? Gibt es da Unterschiede? Ja, also noch gibt es Unterschiede, muss man klar sagen. Aber um es mal einzuordnen, wir werden immer besser und kommen immer näher dran an Polyester. Jetzt nehme ich mal den Beispieljob, den wir da gedruckt haben. Das waren dann acht Farben, 7C plus Weiß. Von der Anfahrmakulatur bis ich in den Register bin. Bei 90 Meter, also quasi eine Maschinenlänge. Und das ist exakt genauso gut wie beim Polyester. Das ist schon Spitzenwert. ### Produktionsgeschwindigkeit mit MDO-PE-Formulierungen In Output insgesamt, da lernen wir rasend schnell dazu. Vielleicht als kleiner Vergleich. Als wir diesen Job gedruckt haben, im Februar war es, ich habe gerade mal nachgeguckt. Letztes Jahr war noch Anfang dieses Jahres. Da waren wir bei 400 Meter die Minute. Die letzten MDO-PE-Formulierungen bei uns im Technikum haben wir das gleiche auf 500 Meter die Minute gedruckt. Und als Benchmark im Polyester hätten wir auf 600 Meter hingekriegt. Das heißt, da ist noch Luft nach oben. Aber ich bin mir absolut sicher, zusammen mit meinen Extrusionskollegen, da ist so viel Feintuning gerade. Und das ist auch die Stärke von unserem Haus, dass wir das Feedback immer wieder gegenspiegeln können, wie es die Folie, die gerade aus der Extrusion kam, jetzt auf der Druckmaschine gelaufen. Wo müssen wir noch ein ganz bisschen nachjustieren? Was können wir auch an der Maschine noch lernen mit dem Extrusionswissen? Und da bin ich mir ganz sicher, dass da auch noch mehr Luft nach oben ist. Aber 500 Meter im Tiefdruck, das ist schon echt ein verdammt guter Wert. Das kann man wohl sagen. Und wir merken auch bei uns im Labor, im Innoform Testservice, dass die Folienqualitäten der MDO-Folien sehr stark variieren. Also es gibt von Hersteller zu Hersteller, von Maschinentechnik zu Maschinentechnik, von Rezeptur zu Rezeptur wahnsinnige Unterschiede. Also MDO ist nicht MDO, anders als was wir vielleicht vom PET kennen. Da sind die Qualitäten sehr ähnlich, wie das Druckverhalten sich, wenn man sich das anschaut. Ich glaube, das ist ein bisschen die Technologiereife, die da mit reinspielt. Das hat sich bei PET ein absoluter Standard etabliert. Mittelfristig, glaube ich, kommen wir da auch hin. Aber jetzt gerade probieren eben ganz viele noch aus. Und das ist ja auch das, wo gerade Projekte wie hier helfen können. Was kann denn ein gutes MDO-PE, bevor jemand den Kopf in den Sand steckt und sagt, er kann hier nicht mehr produzieren. Da hilft es mal zu sagen, ne, ich nehme eine andere Folie. Und das ist immer noch ein MDO-PE. Und dann kommst du an Top-Produktionswerte. Ingo, auch in diesem Jahr bei der Drucktagung werden wir einen Schwerpunkt haben zu 7C. Das Thema ist nicht totzukriegen, aber es zieht sich. Es ist noch nicht in jeder Druckerei so richtig adaptiert. Ich will da noch mal einsteigen. ### 7C-Druck: Anforderungen für Druckereien Was sind eigentlich die wichtigen Schritte, um überhaupt 7C? Oder noch anders, wo hat es, dass Druckereien sich für die 7C-Systematik oder 7C-Drucktechnik entscheiden können? Ja, genau. Du hast schon gesagt, 7C ist ja nichts Neues. Also Druckereien sind auch alle befähigt. Sag ich jetzt mal, die können das ohne weiteres drucken. Es ist so ein bisschen die Akzeptanz beim Endkunden, dann beim Markenartikler, der dann sagt, ich möchte meine Markenfarbe aber unbedingt jetzt in dieser speziellen Sonderfarbe gedruckt haben. Und da ist es natürlich dann schwierig, wenn ich eine Maschine auf 7C einrösten möchte. Um den Effekt zu haben, muss die permanent in 7C drucken. Ansonsten habe ich diesen ganzen Effekt nicht, um die Zurüstzeiten zu minimieren und so weiter. Da hakt es aktuell noch an, die Akzeptanz der Endkunden, mal auch eine Markenfarbe aus 7C aufgebaut zu sehen. Weil durch 7C kann ich meinen Farbraum erweitern. Ich habe eine größere Farbpalette, die ich drucken kann. Und dann kann man auch gewisse Markenfarben dann auch über 7C auch lösen. Wir wollen nicht über Digitaldruck sprechen, aber ist es nicht beim Digitaldruck eigentlich akzeptiert? Da gibt es die Farben, die es gibt und fertig und da werden alle zusammengesetzt. Und nur beim Tiefdruck und Flexodruck, weil die Kunden vielleicht verwöhnt sind, wird das so stark diskutiert. Geht es nicht so ein bisschen auch in diese Richtung? Ja, das kann gut sein. Da muss ich Ihnen Recht geben. Da kann ich wissen, was zu beitragen. Da haben wir viel auch im Bereich Digitaldruck uns bemüht. Wir sind da stark dran an dem Thema und haben viele Gespräche geführt. Und ich bin regelrecht vom Stuhl gefallen, mit welcher Offenheit die ganz großen Markenartikler über 7C sprechen. Da hat kein Einziger gesagt, es ist ein Problem. Da haben alle gesagt, ja wunderbar, das ist doch der Hebel, um jetzt effizienter zu werden. Und was ich erlebt habe in einigen Gesprächen und mal, um es positiv zu formulieren, ein, zwei Use-Cases, wo Markenartikler mit den Verpackungsproduzenten 7C etabliert haben, da war der Schlüssel tatsächlich, dass sich über die Abteilungen hinweg alle an den Tisch gesetzt haben. Jetzt wurde das so über den Zaun geschmissen. Ich sage mal, der Marketing-Mensch versteht gar nicht, was er anrichtet. Ich sage jetzt mal absichtlich in Anführungszeichen, dadurch, dass er eine bestimmte Sonderfarbe auswählt. Die nächste Instanz, dann der Einkauf, geht zum Produzenten und sagt, du musst das aber so und so günstig produzieren. Und der Produzent sagt, wie wäre es, wenn ich wechsle? ### Marketing und nachhaltige Verpackungslösungen Und dann geht es wieder drei Spiralen rückwärts und der Marketing-Mensch sagt, aber ich kann doch von meinem Vater nicht weg. In dem Beispiel, wo ich es erfolgreich erlebt habe, haben sich alle drei zusammengesetzt. Und dann waren Marketing, Einkauf und Verpackungsproduzent mit an einem Tisch und die haben zusammen überlegt, was geht denn und was geht auch nicht und haben da echt sehr, sehr erfolgreiche Projekte umgesetzt. Und dann eben, genau wie Ingo es gerade gesagt hat, am Ende muss es aber, reicht es nicht, wenn ich ein Produkt umgesetzt habe, dann muss ich eine ganze Produktpalette umgesetzt haben. Ansonsten bringt es mir nichts. Die positiven Beispiele gibt es. Und ich glaube, da müssen jetzt auch ein paar anknüpfen, weil die ersten erfolgreich sind, bringen ja auch einen Druck auf die anderen und sagen, so gut kann es gehen und so ist der Effizienzgewinn. Ja. Vielleicht wird auch 17 im Digitaldruck dann entsprechend auch mehr akzeptiert, weil ich andere Möglichkeiten habe. Print-on-Demand und solche Themen sind dann natürlich auch wieder auf dem Tisch. Und dann schluckt man die andere Pille, sozusagen? Genau. Print-on-Demand meinst du, weil die Farben sowieso eine Maschine sind, kann ich schnell mal einen Auftrag fahren, den ich eigentlich sonst nicht fahren würde? Oder was meinst du damit? Ich kann schnell wechseln. Ich kann direkt die Repro-Ausarbeitung so gestalten, dass ich heute, wir kennen das ja, Nutella mit den Namen oder Coca-Cola mit den speziellen Namen, ich kann einfach den Auftrag von jetzt auf gleich wechseln. Eugenia, Polyurethan-Druckfarben. Bei manchen gehen natürlich die Nackenhaare hoch. Wir haben viele, viele Jahre an Polyurethan-Klebstoffen geforscht, um die Lebensmittel rechtlich sauber hinzukriegen. Da gibt es immer so Nebenreaktionen, ich will nicht ins Detail gehen. Die Labore haben gut verdient. Bei den Prüfungen, was da so an Nebenstoffen passieren kann. Polyurethan-Druckfarbe gehört zur gleichen Chemiegruppe. Seid ihr lebensmittelrechtlich sauber in allen Belangen? Und wie verhält sich denn die Polyurethan-Farbe nach dem Recycling, wenn sie denn dann noch in einem Granulat drin ist? Ich kann euch alle hier beruhigen. Wir sind auf jeden Fall lebensmittelkonform. Wir haben wirklich eine große Abteilung, die sich damit, heißt, beschäftigt auf Rohstoffebene. Wir haben auch Transparenz. Wir haben Dokumente, die das auch belegen. Das sind unsere SoCs. Da sind wirklich alle Migrationen aufgelistet. ### Konformität und Polyurethan-Recycling-Verhalten Das ist eine Konformitätserklärung. Man kann alles nachlesen. Die Polyurethan-Farben, die gehören natürlich dazu. Und wir sind lebensmittelkonform. Gibt es Informationen darüber, was passiert beim Recycling? Ist das Polyurethan-Molekül, was dann nach der Reaktion ja eigentlich ein Duroplast ist, ist es dann resistenter als ein Nitrocellulose-Bindemittel? Oder warum ist Polyurethan so vorteilhaft? Polyurethan ist hitzebeständiger als Nitrocellulose. Wir gehen hier bei dem Recycling auf mechanisches Recycling. Und da ist natürlich die Temperatur ein Faktor, der wichtig ist. Nitrocellulose zersetzt sich. Da entstehen eben Produkte, die giftig sind. Und bei Polyurethanen, die sind hitzebeständiger. Und solche Produkte entstehen normalerweise nicht. Ingo, wie ist es mit den Druckfarben überhaupt? Polyurethan oder NC? Wird sich das bei euch auf die RePro auswirken, bei 7C? Die RePro spiegelt eigentlich das wieder, was wir in diesem Color-Management auch gedruckt haben. Also die Längen, die ist der erste druckende Ton und so weiter. Und das wird dann natürlich in der RePro berücksichtigt, weil wir dann über die Profilierung genau wissen, wie verhält sich die Druckmaschine mit PU- und NC-Farben. Genau. Also ihr drückt auf den Knopf des NC, drückt auf den nächsten Knopf, dann habt ihr PU-Repro so sinngemäß. Wie sind denn so die Rüstzeit und Prozesszeit ersparend bei dem Drucker, wenn er jetzt auf 7C geht? Ja, natürlich die Drucker motivieren, auf 7C zu wechseln. Es ist ja auch nachhaltiger, weil man weniger Restfarben hat. Aber kann man das auch ein bisschen in Zahlen packen? Hast du da so ein paar Daumenwerte für uns? Direkte Zahlen haben wir dazu jetzt nicht. Aber das ist von Druckerei zu Druckerei natürlich komplett unterschiedlich. Auch wie standardisiert ist eine Druckerei schon. Der Vorteil bei 7C ist natürlich, der ganze Prozess Farbküche und Farbabstimmung hält im Grunde weg. Wenn ich in der Druckmaschine reingerüstet habe, ich habe zwar den Rüstvorgang, mal Zylinder raus, neue Zylinder wieder rein und dann laufe ich die Maschine wieder an. ### 7C-Druck spart Ressourcen und Kosten Und dann gibt es vielleicht noch ein bisschen Feintuning. Aber dann kann ich wieder weiter drucken. Und natürlich im Vorfeld ganzen Themen wie Profilierung, designbezogene Profilierung, Sonderfarbmanagement und so weiter. Das fällt dann weg, weil ich halt mit einer festgelegten Farbpalette dann drucke. Wenn ich doch jetzt von Null an anfange zu denken, kann ich doch nicht mehr was anderes machen als 7C. Ich spar mir ja quasi sogar die Farbmischmaschine, oder? Auf jeden Fall. Ich kann die 7C-Farben entsprechend so ordern, wie ich sie gerne hätte oder wie sie vorgegeben sind. Aber dann sind wir wieder bei dem Thema, meine Kunden müssen da mitspielen. Die Farbmischmaschine ist dann ja quasi in der Maschine. Dann wird die Farbe erst auf der Folie gemischt. Man muss aber schon sagen, die Farbe hat ganz, ganz, ganz viele Vorteile. Und es ist der komplexere Prozess. Also das Tolle an der Sonderfarbe ist, ich mische die mir einmal zusammen. Und dann schütte ich in die Maschine. Und dann bleibt auch der richtige Farbort. Wenn ich in der Maschine erst zusammen mische, den Prozess sicher zu beherrschen, das ist die hohe Kunst. Und da muss man einiges wissen und das gut hinkriegen. Jetzt habe ich die Sonderfarbe gemischt und habe ein großes Batch Sonderfarbe und die verdrucke ich jetzt. Und jetzt habe ich in der Maschine immer im Laufe des Druckprozesses minimale Variation, dass sich gewisse Dinge einstellen im Laufe der Zeit, im Rakelmesserverschleiß oder im Flexodruck, die Platten setzen sich zu usw. Und wenn ich eine Sonderfarbe drucke, naja, da passiert eigentlich fast nichts. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass ein ganz bisschen die Dichte abfällt. Wenn ich eine Sonderfarbe zusammensetze aus drei Farben, die in der Druckmaschine laufen, und jetzt fällt die Dichte von einer der drei Farben ab, dann habe ich auf einmal nicht das Coca-Cola-Rot, was fast nicht wahrnehmbar ein ganz bisschen blasser wird, sondern ich habe auf einmal ein Rot, das ins Grün driftet. Plakatorisch gesprochen. Und das sieht natürlich jeder sofort. Und deswegen ist es, wenn man es hinkriegt, ein fantastischer Prozess. Aber da muss man schon wirklich gut sein. Eugenia, die Farbe scheint auch eine Rolle zu spielen beim 7C. Welche Aufgabe hat eigentlich Siegwerk, um 7C ans Laufen zu bringen? Ja, die Farbe natürlich muss die gleichen Eigenschaften wie jetzt die bekannten Farben, wie Nitrozellulose auf jeden Fall, haben. Zumindest ja, dass man wirklich die Performance hat und natürlich die Farbkraft. Die Eigenschaft Nitrozellulose, das ist wirklich, sage ich mal, ein super Produkt vom Preis und Performance. Polyurethane sollte auch die gleichen Eigenschaften für die Druckereien ermöglichen. ### Polyurethan-Farben mit optimierter Performance Und das ist unser Target, dann polyurethanhaltige Farben zu haben, die die gleiche Performance haben, aber auch rezeigenfähig sind. Und für 7C ist das auch das Schlaggebende. Was ich noch als Vermerk machen will hier: die polyurethanhaltigen Farben, die sind natürlich nicht polyurethanes Polyurethan. Und die Synthese natürlich ist dafür wirklich ausschlaggebend. Siegwerk hat eigene Produktion von Polyurethanen und wir können das steuern. Wir können das so synthetisieren, dass wir Polyurethane ein bisschen härter machen, ein bisschen weicher machen. Und das ist natürlich Know-how von uns. Und damit können wir auch die Eigenschaften von solchen Druckfarben auch steuern. Auch die Recyclingfähigkeit. Oder bei dem De-Inking, dass man da auch ein super Rezyklat, ein hochqualitativer Rezyklat zum Schluss bekommt. Und das ist die Kunst dann. Das kennen wir auch von den Klebstoffen. Die Chemie ist eigentlich das Know-how, die Reaktoren zu beherrschen, immer das Gleiche zu machen oder eben angepasst an die Kundenbedürfnisse. Bei den Druckfarben kommt es eben umso komplizierter vor, dass man wirklich die hohe Farbkraft wie jetzt beim Nitrozellulose erreicht. Das ist da, wo wir auch dran arbeiten. Ich frage mal in die Runde und fange mal bei Ingo an. Was müsste passieren, damit 7C in den nächsten drei Jahren der Standard in den deutschen Druckereien wird? Wichtig ist auf jeden Fall die Akzeptanz dafür. Und dass man sagt, ich gehe jetzt mal weg von meinen Sonderfarben, die ich jetzt unbedingt brauche, ich denke die Druckereien sind alle so weit, dass sie das ohne Probleme umsetzen können. Druckformhersteller kennen das Thema zu Genüge, kennen die Parameter, dementsprechend steht dem eigentlich nichts im Wege. Man muss natürlich auch sagen, es gibt immer noch viele Aufträge, wo ich eigentlich nur drei Farben bräuchte. Ich drucke ich mit drei Sonderfarben zusammen und wofür bräuchte ich dann sieben oder acht Zylinder und gucke, wo macht das Sinn, wo macht das keinen Sinn. Schön wäre es natürlich in der Druckerei, die eine oder zwei Druckmaschinen hat und sagt, ich lege eine Maschine komplett auf 7C und habe auch meine Kunden dafür, um die Maschine voll zu bekommen. Das ist auf jeden Fall die Basis für einen. Aus Druckmaschinenhersteller-Sicht, was müsste aus deiner Sicht passieren? Also ich schließe mich da Ingo an, eine moderne Maschine kann das heute tatsächlich ein bisschen. Gut ist der Bedarf an Spektralmessung. Also ich glaube, wenn man es wirklich Tag ein Tag aus standardisiert fahren will, dann ist es ein Vorteil, regelmäßig während der Produktion Spektralmessung der einzelnen Farben zu ziehen, um zu wissen, wie sich die Sonderfarbe zusammensetzt. Ob das dann immer eine Inleihmessung ist, weiß ich nicht. Aber ich glaube, an der Messsystemtechnik, da kann man auf jeden Fall noch ein bisschen nachüsten. Eugenia, aus Farbsicht, was müsste passieren, damit es in drei Jahren wirklich ein Standard würde, so ähnlich wie beim Digitaldruck? Das kommt sehr stark natürlich von unseren Kunden ab. ### Barriereeigenschaften in Kaffeeverpackungen Wenn die jetzt eine Druckmaschine haben und auch Ressourcen und bereit sind, umzustellen, da sind wir auf jeden Fall mit am Boot und haben auch die Produkte dafür, geeignete Produkte. Da unterstützen wir auch. Aber wie gesagt, der Markt muss auch dafür offen sein und akzeptieren. Bevor wir zur Schlussrunde kommen, hätte ich noch eine Verständnisfrage für unser Auditorium. Fällt mir jetzt außerhalb des Skripts gerade ein. Wir haben gesprochen von Kaffeeverpackung und dass die Barriere da ist. Was ist das für ein Trick? Wo kommt die Barriere her? Die kann man auf unterschiedlichste Wege reinbringen. Das Beispiel, was wir gemacht haben, ist, dass wir eine EVOH-Schicht mit in das MDO-PE gebracht haben. Um mal ein bisschen in die Tiefe zu gehen, das EVOH ist die Barriere-Schicht häufig in den Kunststofffolien. Jetzt gibt es einen günstigen Zusammenspiel, sage ich mal so rum. Wenn ich das EVOH in eine MDO-Folie bringe, also MDO, nochmal, das haben wir vorhin gesagt, ist Maschinenrichtung gestreckt. Wenn ich diese EVOH strecke, dann kann man sich das so vorstellen, dass diese Molekülketten dadurch in Orientierung gebracht werden und tatsächlich steigert sich dadurch die Barriere-Eigenschaft des EVOH. Das heißt, ich kann bei gleichem Materialeinsatz EVOH eine bessere Barriere erzeugen, wenn ich vorher das Material gestreckt habe. Und da es ein teurer und auch knapper Rohstoff ist, ist das ein Riesenvorteil gewesen. Wenn wir jetzt eh sagen, wir machen ein MDO-PE, dass ich das jetzt auch noch in das EVOH da noch mit reinbringe, weil ich könnte das EVOH auch in einer Siegelschicht haben oder ich könnte es auch in Barriere-Lack verdrucken. Aber ich sage mal, groß skaliert, effizient ist zu wenig, ist es in die MDO-Folie mit reinzubringen, weil ich da mit weniger Materialeinsatz eine gleich hohe Barriere hinkriege. Und so haben wir es hier auch gelöst. Eugenia, er hatte gerade schon das Stichwort geliefert. Wäre jetzt meine Frage an dich gewesen, Barriereflüssigkeiten, arbeite die auch dran, habe ich auch gegoogelt. Ist das etwa was für Kaffee auch schon serienreif wäre? Ja, da haben wir auch solche Produkte, ja, haben wir auch. Und haben wir auch natürlich auch getestet und qualifiziert. Man kann auch damit arbeiten, dass man ein Lack auf die Folie aufbringt, nicht während einer Extrusion, sondern die Lacke, die jetzt auch verdruckbar sind. Die werden ganz normal im Tiefdruck mitgedruckt oder mit einem bestimmten besonderen Beschichtungsverfahren oder wie muss man sich das vorstellen? Sie werden ganz normal wie Standardprodukte im Tiefdruck oder im Flexo verdruckt, ja. Hast du so Daumenwerte, was für Sauerstoff- und Wasserdampfbarrieren ihr ungefähr erreichen könnt? Was ist euer Top-Produkt, was könnt ihr maximal schaffen? Ja, ich bin zwar jetzt nicht aus diesem Bereich, aber ich würde sagen zwischen 1 und 5, ja. Und unter 1 wird es schwierig, aber 5. Das sind ja schon Welten im Vergleich zu dem, was man früher konnte. ### Druckeigenschaften und MDO-Folientests EVOH liegt natürlich noch deutlich besser, weit unter 1, 0,1 oft im MDO-Bereich habe ich neulich wieder eine Messung gesehen, bei ganz normalen Standardfolien. Man kann das sicherlich mit den entsprechenden Polymeren nochmal verbessern und den Verfahren. Ingo, für euch ist es egal, auf welcher Folie ihr druckt, letztendlich. Hauptsache ihr kennt die Parameter für die Maschine, oder? Ja, also die Druckeigenschaften der Folien variieren auch schon mal, aber dafür machen wir im Vorfeld immer die ganzen Tests. Und auch bei 7C haben wir auch diverse Tests gemacht, immer die Themen wie Passgenauigkeit, der Farbraum und so weiter. Das haben wir im Vorfeld alles geprüft. Da haben wir auch Muster, die wir dann unseren Kunden entsprechend auch mal vorstellen können, um zu zeigen, welche Möglichkeiten haben wir in dem Bereich. Und auch Barriereflüssigkeiten, da kriegen wir auch häufiger die Anfragen, so und so viel Auftraggewicht muss realisiert werden. Dann berechnen wir das Chop-Volumen für die Zylinder und fertigen dann entsprechend passende Zylinder dafür. Das ist eigentlich das Schöne, sind standardisierte Prozesse. Nochmal zurück auf das gesamte Gespräch. Jetzt habt ihr einen Wunsch frei an die Drucker und die Marken. Ich fange bei Frederik an, was wünscht die euch von den Druckern und den Marken, damit es vorangeht, Richtung Recycling-Fähigkeit und vielleicht auch Richtung 7C? Ja, also ich glaube, so ein bisschen wie beim 7C schon angesprochen, das funktioniert am Ende nur, wenn alle gemeinsam am einen Strang ziehen. Und das gilt auch für die Verpackungsänderungen mit dem Recycle-Bar. Und ich glaube, ein Thema, wo angefangen bei den Marktartikeln aber nur alle zusammen lösen können, sind die Ansprüche, die wir heute haben, sowie bei der Sonderfarbe, die exakt mein Ort sein muss. Wenn ich da nicht wegrücke, dann verändert sich nichts. Dann ist bei der Recycle-Bar-Verpackung auch ein Thema, welche Mindesthaltbarkeitsdauer brauche ich denn? Und so eine Kaffeeverpackung hat heute zwei Jahre plus, weil ich habe da ein PET-Alu-PE-Verbund. Und das Alu ist natürlich das beste auf der Welt, was es gibt. Solange ich von meinem Anspruch nicht wegkomme, dass meine Verpackung Dichte hat, so wie beim Alu, dann bleibe ich beim Alu. Und ich glaube, da muss eine Unterhaltung gehen, auch mit den Endkonsumenten zu sagen, naja, reicht eine Kaffeeverpackung vielleicht mit einer Mindesthaltbarkeit ein Jahr? Ich will doch eh nicht, dass mein Kaffee ein Jahr im Regal steht. Wenn wir das schaffen mit einem Jahr, dann sind wir auch schon einen Riesenschritt gekommen zu das schaffen wir auf Recycle-Bar. Und wir sehen ja auch, die Vorgaben für recyclingfähige Produkte ist auch raus mit dem Alu, weil das Alu doch zunehmend als nicht recycelbar eingestuft wird. Man kann das grundsätzlich alles immer recyceln, aber es ist immer eine Frage von Aufwand und Nutzen. Und gerade der neue Mindeststandard hat das nochmal verschärft. Von daher stimme ich dem absolut zu. Eugenia, aus Druck- und Farblieferanten-Sicht, was wäre ein Wunsch an Drucker und Marken, um voranzukommen Richtung Recycling und 7C? Ja, der Sprichwort ist schon gefallen. Auf jeden Fall gemeinsam, gemeinsam an einer Lösung arbeiten. ### Recycelfähigkeit durch PU statt NC Es bringt nicht, wenn man Produkte hat, die jetzt funktionieren, aber dass man jetzt nicht einen Partner hat, mit dem man gemeinsam Arbeit den Weg geht. Wirklich jeder aus der Wertschöpfungskette, ob jetzt Sortierer oder Recycler oder Druckfarbenhersteller, Gräberhersteller, dass wir wirklich alle gemeinsam, nicht nur hier gemeinsam diskutieren und Lösungen suchen, sondern wir auch anpacken gemeinsam. Und den Weg weitergehen, vorangehen, weil es gibt kein Zurück mehr. Wir müssen 20, 30, 100 Prozent recycelbar sein. Und jetzt ohne NC, PVC, sondern PU ist, scheint wirklich die Lösung sein, um recycelfähig zu sein. Es gibt natürlich andere Alternativen in sehr freien. 7C, wie gesagt, Akzeptanz. Und dass die Kunden dann mitmachen. Wir supporten und machen mit. Sehr schön. Ingo, was können die Repro-Kunden? Was wünschst du dir von denen und den Marken, um Recyclingfähigkeit und 7C zu verbessern? Oder als weiter zu verbreiten, um genauer zu sagen? Im Grunde das, was Frederik schon gesagt hat, viele Produkte sind einfach overengineert. Wir brauchen diese Haltbarkeitsdaten womöglich nicht. Dementsprechend müssen wir mal offen darüber sprechen, was macht Sinn, wie weit müssen wir gehen, und sich dann auch mal zusammensetzen und sagen, okay, das ist sinnvoll, das ist nicht sinnvoll. Dieses Projekt hat gezeigt, wenn sich drei Partner, die eng zusammenarbeiten, mal zusammensetzen und so ein Projekt mal aufziehen, ist doch vieles möglich und vieles machbar. Und offen sein für neue Standards. Nicht zu sagen, okay, ich habe das immer so gemacht, das hat sich gut bewährt, das funktioniert. Ja, das wird auch in Zukunft vielleicht funktionieren. Aber Eugenia sagte schon, 2030 ist so ein Stichdatum. Da müssen wir anders unterwegs sein. Und da müssen vielleicht auch neue Standards entsprechend auch mal umgesetzt werden. Sagt Ingo Bühning von Sauer Essig, Eugenia Spieß von Siegwerk und Friedrich Petzoldt von Windmühlen und Teutscher. Schönen Dank für dieses tolle Gespräch. Vielen Dank. Danke auch, Karsten. So, und Karsten, bevor du jetzt hier die Klappe machst und Schluss ist, ich würde noch gerne Kurzwerbung in eigener Sache machen. Hier, der Kreismittel, zusammengekommen sind, stellen ein ganz ähnliches Projekt auch zur KMES dann noch mal aus. Wir haben in Lengerich wieder unsere Open House, wo wir alle Kunden einladen. Und da werden wir die Helios da wieder zeigen mit 7C plus Gold auf MDO-PE. Also wer das mal live sehen will, der kann gerne am 9., 10., 13. ### Nachhaltige Verpackungen brauchen Partner und 14. Oktober im Technikum bei W&H. Sauer Essig ist auch vertreten. Ich hätte es nicht besser sagen können. Ingo, danke dir. Siegwerk auch ist dabei. Ingo, genau das ist das, was wir brauchen für nachhaltigere Verpackungen in diesem Sinne. Danke schön, Friedrich. Danke. Und das war es schon wieder für heute. Ich hoffe, es war etwas Interessantes für Sie dabei. Und wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative für mehr Flexpack-Wissen werden möchten, melden Sie sich gerne bei mir unter ks at innoform.eu und nicht vergessen, diesen Podcast zu abonnieren, wo immer Sie Podcasts hören. Tschüss, bis zum nächsten Mal. Ihr Karsten Schröder. **Kategorien:** Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Etiketten + Sleeves, Folienherstellung/Veredelung, Repro und Druckzylinder, Tiefdruck, Verpackungsdesign --- ### [PE & PP 2030 – Neue Wege für recyclingfähige Verpackungen bei ppg >](https://inno-talk.de/pe-pp-2030-neue-wege-fuer-recyclingfaehige-verpackungen-bei-ppg/) **Published:** November 19, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Auf der Fachpack stellte ppg > innovative Verpackungslösungen vor, die den Wandel zu einer vollständig recyclingfähigen Folienwirtschaft bis 2030 sichtbar machen. Im Gespräch mit **Jan Grevé** wurde deutlich, wie stark die Entwicklungen bei PE- und PP-Materialien, neuen Beutelkonstruktionen und PET-Recycling das Design künftiger Verpackungen prägen. ### Verwandte Episoden - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) - [Sabrina Schmidt vom IÖW spricht über die Bewertung der Nachhaltigkeit von Verpackungen](https://inno-talk.de/sabrina-schmidt-sprich-ueber-bewertung-der-nachhaltigkeit-von-verpckungen/) - [Matthias Wolk spricht über VR, AR, Metaverse & Verpackungen](https://inno-talk.de/matthias-wolk-spricht-ueber-vr-ar-metaverse-verpackungen/) --- ## **PE und PP im Fokus: Sortierströme 2030** ppg > hat auf der Messe erstmals eine grafische Darstellung der erwarteten Sortierströme für PE- und PP-Verpackungen gezeigt. Ziel ist, die Materialflüsse der Zukunft besser zu verstehen und neue Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu erproben – von Rohstoffherstellern über Maschinenbauer bis zu Konvertern. Gerade bei PP zeigt sich laut Grevé eine wachsende Vielfalt an Anwendungen und Musterstrukturen, die den Markt differenzieren werden. --- ## **Neue PE-Beutel mit verbesserter Performance** Ein Highlight am Stand: neu entwickelte PE-Beutel, entstanden in Kooperation mit Partnern aus Maschinenbau, Rohstoffhandel und Konvertierung. Diese Folien laufen nicht nur stabiler auf den Anlagen, sondern erfüllen auch strengere Anforderungen an Recyclingfähigkeit und Materialeffizienz. Damit reagiert ppg > auf steigende Anforderungen aus Handel und Markenindustrie, Verpackungen kreislauffähiger zu gestalten. --- ## **PET im Wandel: Echte Tray-to-Tray-Lösungen** Ein weiteres Augenmerk galt PET, das in Deutschland lange ein Nischendasein im Flexpack-Segment führte. ppg > bietet hier eine neue Oberfolie für die echten **Tray-to-Tray-PET-Lösungen** des niederländischen Unternehmens Ferch. Dabei wird recyceltes Material direkt wieder in neue Trays eingebracht – ein wichtiger Schritt für mehr Closed-Loop-Recycling in Europa. Ein Nebeneffekt: die Verpackung ist nicht mehr vollständig transparent. Laut Grevé wird dies bereits von ersten Kunden akzeptiert. In Ländern wie Dänemark sind die Lösungen bereits im Einsatz und werden in Bezug auf Lizenzentgelte gefördert. --- ## **Ausblick** Mit dem Leitthema **„Prepare for 2030“** positioniert sich ppg > als einer der Treiber für recyclinggerechtes Verpackungsdesign. Der Messeauftritt zeigte: echte Kreislaufwirtschaft im Bereich flexibler Verpackungen ist keine Vision mehr, sondern praktische Entwicklungsarbeit – quer durch Europa. ## Keine Folge mehr verpassen! Abonnieren sie jetzt den [Innoform-Podcast](https://inno-talk.de/podcast/) auf ihrer Lieblings-Plattform und erhalten sie neue Episoden automatisch. [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* PPG ist wieder auf der Fachbank. Ich bin wieder mit Jan Grev hier. Du hast dich freiwillig gemeldet als Opfer quasi für dieses Interview. Ich freue mich, dass du da bist. Wir stehen hier vor eurer Wand, wie jedes Jahr. Dieses Mal ein ganz anderer Text, ganz andere Themen. Ich sehe da oben PE, PP 2030. Was hat es damit auf sich? Ja, wir haben hier mal im Hinblick auf 2030 die Sortierströme so ein bisschen aufgezeichnet, einmal für den Bereich PE, für den Bereich PP. Wie man schnell erkennt, ist im PP-Bereich gibt es schon ein paar mehr Muster anzuschauen, unterschiedliche Applikationen. Aber auch im Bereich PE haben wir ein paar Neuerungen, sind da immer dabei zu gucken, was gibt es da an Neuentwicklungen. Wir haben hier ein Projekt relativ frisch aus verschiedenen Konstellationen, Maschinenbau, Rohstoffhändler, aber auch eben ja Converting von unserer Seite. Wir haben ein paar neue PE-Beutel gemacht, die dann auch performanter nochmal laufen und am Ende auch immer noch den PET-Bereich, der ja in Deutschland immer so ein bisschen im Schatten da sein war und ist. Aber um auch nochmal zu zeigen, was sich da tut, weil in vielen anderen europäischen Ländern das ja auch schon sich ein Stück weiterentwickelt hat. Da haben wir gesehen, du hast mir das vorhin schon gezeigt, wenn man die Verpackung so ein bisschen dreht, dann ist die nicht mehr ganz transparent. Das wird akzeptiert? Das wird auch akzeptiert. Also unser Part ist ja da die Deckelfolie. Wir haben das hier in Zusammenarbeit mit Ferch gemacht, die ja in den Niederlanden das relativ groß spielen, wo es auch wirklich echtes Tray-to-Tray-PET ist. Und das ist dann halt nicht mehr ganz durchsichtig, aber es gibt auch Kunden von denen, die das beispielsweise in Dänemark schon einsetzen und in einigen Ländern das auch schon begünstigt wird, weil es jetzt schon mechanisch recycelt ist, BCA innerhalb, was sich auch schon aktuell in gewissen Ländern auf Lizenzentgelte auswirkt. Ist das auch schon Food Grade oder nimmt man das für Non-Food? Das ist ja eine Frischfleisch-Applikation und das ist auch Food Grade. Es ist nicht zu 100 Prozent PCR, also man kann das darauf lesen, gibt es zwischen 10 und 90 Prozent, gibt es dann auch in unterschiedlichen Färbungen. Da muss man schon glaube ich ein bisschen Sportsgeist mitbringen, um zu sagen, das können wir auch am POS aushalten, wenn es nicht mehr ganz durchsichtig ist, aber aktuell passiert das schon. Hochspannend, jetzt steht da oben „Prepare to 2030″. Was ist 2030 los? Du, ihr habt das ja hier auch nochmal an dieser Wand sehr schön dokumentiert. Ja, 2030 ist ja erstmal so im Kontext der PPWR der erste große Step, was Recyclingfähigkeit angeht, also das alles, was geringer als 70 Prozent Recyclingfähigkeit ist, wobei da auch noch es um die Definition geht. Was heißt das eigentlich? Diese Performance Grades werden nicht identisch mit gewichtsbasierter Recyclingfähigkeitsbewertung sein, so sagt man, so hört man, das heißt da muss die Recyclingfähigkeit ein gewisses Level haben und es soll auch zu einem Mindestsatz von 10 Prozent pro Verpackung im kontaktsensitiven Bereich Rezyklat eingesetzt werden. Ob das dann wirklich so kommt und es dabei bleibt, wird man ja sehen. Genau. ### PE und PP Recycling: Kreislaufwirtschaft heute umsetzen Ihr setzt also auf Monomaterial PE, Monomaterial PP, Monomaterial PET als Recycling Strom, der heute schon da ist und dann hast du hier noch eine Wand mitgebracht, da hast du mir vorhin gesagt, das sind Rezyklate. Erklär nochmal, was hat es da mit auf sich? Ja, das sind jetzt mechanisch recyceltes PE, was wir für Non-Food-Applikationen seit 2018, wenn ich das jetzt richtig weiß, und was wir hier mal mitgebracht haben, sind die unterschiedlichen Qualitätsstufen, wie sich diese PCR-Qualitäten aus dem mechanischen Recycling entwickelt haben, weil man natürlich im Laufe dieser Zeit auch in den Nicht-Lebensmittel-Applikationen immer mal unterschiedliche Phänomene hatte, die man erst mal so kennenlernen musste, was dann teilweise auch mit großem Aufwand ist, das wieder zu korrigieren. Da funktioniert es schon im Lebensmittelbereich, ist im Endeffekt schon jedem bekannt, müssen wir auf das chemische Recycling warten, was sich dann hoffentlich irgendwann mal entwickeln wird. 2030 ist ja gefühlt eher schon übermorgen, von daher wird es da eher eng, aber wir bleiben dran und sind mit allen im Kontakt, wo man da was voranbringen kann. Also an beiden Fronten arbeiten, einmal die Verpackung recyclingfähig machen, auf der anderen Seite aber auch Rezyklate einsetzen. Hier oben sind noch so ein paar Meilensteine, kannst du da noch was zu sagen? Ja, also erst mal ist es so, dass die große Frage ja ist, was ich gerade schon sagte, was heißt eigentlich recyclingfähig im Sinne der PPWR, da wird es den delegierten Rechtsakt zu geben, der in einigen Jahren dann veröffentlicht wird. Ende diesen Jahres kann man schon mit Spannung erwarten, über das ZEN gibt es eine europäische Norm, die das für Kunststoffverpackung schon mal vordefinieren soll, daher speisen sich auch die Begrifflichkeiten, die wurden jetzt auch im Mindeststandard übernommen, PE-Flex, PP-Flex im Natural und Coloured, in unserem Fall häufig Coloured, weil immer bedruckt oder gebadged. Dann haben wir im August den Grenzwert für die PFAS-Materialien, für die Fluoranteile, was erst mal gerade aktuell ein riesen Thema ist. Dann werden die Recyclingfähigkeitsdefinitionen herauskommen, darauf folgend dann die europaweiten Anpassungen der Lizenzentgelte, was in Deutschland ja auch schon über den § 21 mal geregelt werden sollte, was aus verschiedenen Gründen nicht geklappt hat. Also da ist sehr viel los in den nächsten fünf Jahren, wo die Dinge konkret werden und wo man dann auch aus den Tests flächendeckender noch, als es bisher der Fall ist, dann in die Breite gehen muss. Spannendes Thema an dem Feld, viel zu machen, viel Arbeit vor euch, wer Fragen hat, kann sich an euch wenden. So wie immer oder an euch. Genau so ist das. In diesem Sinne Dankeschön, Jan. **Kategorien:** Abfülltechnik, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Jan Gre´ve, Mono-Material, PPG --- ### [Digitalisierung trifft Recyclingfähigkeit bei Wipak](https://inno-talk.de/digitalisierung-trifft-recyclingfaehigkeit-bei-wipak/) **Published:** November 5, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Auf der Fachpack 2025 sprach Karsten Schröder mit Michael Martin, Commercial Director Food Division bei Wipak. Das Thema: Wie sich Verpackungen im Spannungsfeld zwischen Nachhaltigkeit und Digitalisierung verändern. Für Marken und Abpacker ist klar – die Anforderungen steigen, Lösungen müssen einfacher und zugleich intelligenter werden.* ## **Recyclingfähigkeit ist Standard – digitale Identität der nächste Schritt** Wipak gehört zu den Pionieren bei der Umstellung auf recyclingfähige Folien. Fast alle Produkte basieren inzwischen auf PE- oder PP-Monomaterialien, die sich sortenrein verarbeiten lassen. Diese Entwicklung war nötig, um regulatorische Vorgaben wie den Mindeststandard der ZSVR und die kommende PPWR zu erfüllen. Doch Martin betont: „Recyclingfähigkeit allein reicht künftig nicht mehr. Verpackungen müssen auch digitale Informationsträger sein.“ Gemeint ist die Integration von unsichtbaren **Digimarc-Codes** direkt in die Druckbilder. Diese unsichtbaren digitalen Wasserzeichen speichern Daten zu Produkt, Charge, Recyclingfähigkeit und CO₂-Fußabdruck. Für Marken eröffnen sich damit neue Möglichkeiten der Rückverfolgbarkeit, für Abpacker Vorteile in der Qualitätssicherung und Prozesssteuerung. ## **Mehr Transparenz im Wertschöpfungsnetzwerk** Durch die digitale Kennzeichnung kann jede Folie eindeutig identifiziert werden – vom Extruder über den Druck bis zum Endkunden. Scanner im Handel oder in Sortieranlagen erkennen die Digimarc-Informationen sekundenschnell. Damit entsteht Transparenz über den gesamten Lebenszyklus. Markenverantwortliche können nachvollziehen, wie ihre Verpackungen genutzt, gesammelt und recycelt werden. Für Abpacker bedeutet das: weniger manuelle Prüfaufwände, sicherere Materialzuordnung und vereinfachte Dokumentation der Nachhaltigkeitskennzahlen. Gerade in Zeiten wachsender Berichtspflichten (CSRD, PPWR, ZSVR) liefert die digitale Verpackung erstmals objektive Daten statt Schätzungen. ## **Digitalisierung als Brücke zwischen Produktion und Nachhaltigkeit** Wipak sieht die Kombination aus Materialinnovation und Datenintegration als strategischen Wendepunkt. Das Ziel ist eine **„intelligente Folie“**, die sowohl recyclingfähig als auch datenfähig ist. Über QR- oder Digimarc-Systeme können Verbraucher Informationen zu Herkunft, Entsorgung oder Produktverantwortung abrufen. Gleichzeitig nutzen Abpacker diese Codes für interne Traceability-Prozesse. Michael Martin erklärt: „Wir verstehen Verpackung zunehmend als Informationsmedium. Der Barcode der Zukunft ist bereits im Material enthalten.“ Damit verändert sich die Rolle der Folienhersteller – sie liefern nicht mehr nur Material, sondern auch Datenkompetenz. ## **Was Marken und Abpacker jetzt beachten sollten** Für Markeninhaber lohnt es sich, die Digitalisierung früh in die Verpackungsentwicklung einzubeziehen. Nur so lassen sich Design-for-Recycling-Kriterien, Materialwahl und Datenstruktur aufeinander abstimmen. Abpacker profitieren von klar definierten Material- und Datenstandards, die spätere Umstellungen erleichtern. Ein weiterer Aspekt ist die Kommunikation mit dem Handel: Digitale Wasserzeichen können Regal- und Bestandsmanagement verbessern und zugleich Rückruf- oder Pfandsysteme vereinfachen. Wer heute in pilotfähige digitale Verpackungen investiert, sichert sich Wettbewerbsvorteile und Glaubwürdigkeit gegenüber Konsumenten. ## **Fazit** Wipak zeigt auf der Fachpack 2025, dass nachhaltige Verpackungen nicht nur aus Monomaterial bestehen, sondern auch digitale Intelligenz benötigen. Für Marken und Abpacker liegt der Mehrwert in Transparenz, Prozesssicherheit und Compliance-Fähigkeit. Die Zukunft der Folienverpackung ist vernetzter, datenreicher – und näher an Verbraucher und Recyclingwirtschaft gerückt. ## Keine Folge mehr verpassen! Abonnieren sie jetzt den [Innoform-Podcast](https://inno-talk.de/podcast/) auf ihrer Lieblings-Plattform und erhalten sie neue Episoden automatisch. [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) ### Verwandte Episoden - [Prozessklebebänder für Convenience und mehr Recyclingfähigkeit](https://inno-talk.de/prozessklebebaender-fuer-convenience-und-mehr-recyclingfaehigkeit/) - [Minimalverpackung Flexpack: Nachhaltigkeit trifft Innovation](https://inno-talk.de/minimalverpackung-flexpack-nachhaltigkeit-trifft-innovation/) - [Recyclingfähigkeit von Folienverpackungen bewerten](https://inno-talk.de/recyclingfaehigkeit-von-folienverpackungen-bewerten/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Fachpack 2025. Michael Martin von Wipak steht vor mir. Michael, es ist Digitalisierung bei euch eingezogen. Was hast du dir hier mitgebracht? Es geht um Monomaterial, es geht um Digimarkt. Was wollen wir heute besprechen? Was ist vor allen Dingen auch deine Funktion bei Wipak? Ja, Michael, herzlich willkommen bei uns auf dem Stand. Ja, Michael Martin, wie gesagt, Commercial Director für die Food Division bei der Wipak und damit verantwortlich für den Bereich Produktentwicklung, Produktmanagement, Marketing und Produktnachhaltigkeit vornehmlich. Ja, und das, was wir hier zeigen, du hast es richtig erwähnt, ist auf der einen Seite weiterhin die Kompetenz im Bereich Materialien, Monomaterialien vorhanden. Auf der anderen Seite natürlich der Schritt, der nächste wichtige Schritt: Digitalisierung der Produkte. Schauen wir mal erst in die Monomaterialien rein. Ihr seid ja schon länger dabei, alle eure Produkte eigentlich recyclingfähig zu machen. Das habe ich zumindest der Fachpresse immer entnommen in vielen Gesprächen, auch erfahren auf der letzten Fachpack schon. Was habt ihr hier diesmal mitgebracht? Ja, also recyclingfähig ist natürlich schön. Wir sind da natürlich immer noch so ein bisschen vorsichtig mit der Aussage, also wir bemühen uns hier, den voraussehentlichen Regelungen für das Design for Recycling so nah wie möglich zu kommen, weil es die Legislative ja leider noch nicht exklusiv dann gibt. Wir warten auf die, aber nach wie vor haben wir also gute Anhaltspunkte, dass wir sagen, was braucht die Verpackung der Zukunft eigentlich, was müssen wir als Verpackungsmittelhersteller beachten bei der Produktentwicklung und da, wie gerade erwähnt, haben wir schon 2019 mehr auf das Feld der Monomaterialien gesetzt unter dem Brand Greenjoist bei B+K damals starten, dass wir sagen, also es muss eine Polypropylen-Variante geben, um zum Beispiel Polyamide und Polyester zu substituieren und eine Polyethylen-Variante, um diesen Anforderungen, die das Recycling momentan erstellt, dann auch gerecht werden zu können. Ihr geht also den Weg Polyolefine, das ist ja der Oberbegriff für Polyethylen und Polypropylen und die dann als Monomaterial, das heißt aber nicht, dass sie nur aus einer Lage bestehen? Nein, nach wie vor sprechen wir über Multilayer, das brauchen wir auch, um die Funktionalität der Verpackungen auch recht zu erhalten, Funktionalität hier ganz klar natürlich klassisch der Produktschutz selber, also das Lebensmittel in der Verpackung muss weiterhin gut sein, aber natürlich auch die Verarbeitungsfunktionalität und wenn wir da zum Beispiel über Tiefziehprozesse beschreiben, die brauchen mehr Lagigkeit, um die Flexibilität in das System herein zu bekommen, um dann letztlich an diesen Verpackungen trotzdem den Produkt zu erhalten. Also es sind Monomaterialien, ja, also Einstoff, grob gesagt, grundsätzlich, aber es sind weiterhin Mehrlagensysteme. Wenn ihr Monomaterial sagt, ist das trotzdem PE und PP in einem Verbund und ist das wirklich nur PE oder nur PP? Also wir versuchen diese Mischfraktion zu vermeiden, es gibt nach wie vor Lösungen, wo wir über die Mixed-Polyolefins, wenn man das so neudeutsch benutzen möchte, auch nach wie vor ein Programm haben, also wo wir Komponenten Polypropylen und Komponenten Polyethylen zusammenbringen durch verschiedene Schichten, wo es die Anforderungen des Produktes momentan noch erfordert, aber grundsätzlich bedeutet MONO wirklich auf diese Mischfraktionen zu verzichten, was nicht ausschließt, und das muss ich ehrlicherweise gestehen, dass wir natürlich auch mit Barrierematerialien arbeiten, wie zum Beispiel dem EVOH, die dann als Bestandteil noch verwendet werden. Also MONO ist, wenn man es ganz strikt nimmt, vielleicht nicht richtig, aber man versucht, dass der Großteil des Polymers, das wir verwenden, wirklich aus einem Grundmaterial besteht und dann entweder dem Polypropylen oder dem Polyethylen. So ähnlich wie wir es vom Papier, von Faserverbundwerkstoffen auch kennen, da ist auch immer ein bisschen was anderes mit drin, aber die große Masse muss eben eine Faser sein, aus Holz, aus vom Baum, und so machen wir es hier eben mit Polyethylen und Polypropylen. Lass uns mal ein bisschen durchgehen. Was hast du hier im Regal ausgestellt? Ja, im Grunde genommen, da wir sehr aktiv natürlich in diesem Fast-Moving-Konsumergut sind, also gerade im Lebensmittelbereich, das, was wir als Endkonsument im Regal bei unseren Handel finden, bei den Retailern, beim Discountern, das ist der Markt, den wir vorhin nämlich beliefern, wo unsere Kunden dann die Verpackung erstellen. Und so haben wir natürlich auch ein breites Feld an verschiedenen Verpackungsoptionen, ob das die thermo-geformte Verpackung ist für MAP, ob das die Vakuumverpackung ist, ob das der Schlauchbeutel mit und ohne Begasung ist. Also eigentlich alles das, was ich am Markt finde, bis hin zum Pre-Made-Pouch, was uns eine besondere Rolle hier eingibt, weil damit sind wir nicht nur Verpackungsmittelproduzent, sondern natürlich auch Verpackungshersteller. Darum muss man das noch ein bisschen anders beleuchten, auch nach der PPWR. Aber es geht grundsätzlich darum, für alle derzeit am Markt verwendeten Systeme eine Alternative anzubieten, die auf andere Polymere, wie zum Beispiel das Polyamid oder in Teilen auch auf das Polyester als Einsatz verzichtet. ### Retort-Verpackungen: Herausforderungen Monomateriaisierung Habt ihr schon wirklich für alle eure Standardprodukte, die ihr sonst aus Verbundmaterial gemacht habt, eine Monomateriallösung, oder wie weit ist im Moment die Forschung bei euch? Also wir sehen momentan haben wir so in etwa 85 Prozent des, sage ich mal, des Standard-Portfolios, dass wir nicht unter GreenChoice firmieren, auch in eine GreenChoice-Lösung überführen können. Warum noch nicht 100, das ist einfach zu erklären. Es gibt nach wie vor sehr spezifische Anwendungen. Wenn wir zum Beispiel über den Bereich Retort nachdenken, da gibt es noch Herausforderungen, die wir zum Teil schon gedeckelt haben im Bereich Pouches, aber zum Teil noch nicht gedeckelt haben im Bereich der Frischwarenverpackung. Auf der anderen Seite auch zum Beispiel Prozesse, wo es um sehr herausfordernde Produkte gibt, die zum Beispiel Knochen enthalten. Da sind wir nach wie vor noch ein bisschen, wie ich sage mal vorsichtig, gebunden, auch noch mal das Polyamid mit ins Kalkül zu ziehen, weil eins dürfen wir nicht vergessen, die PPWR behandelt natürlich das Thema, was passiert eigentlich vom Wertstoff zum Wertstoff, aber der Kern der Geschichte ist natürlich, dass wir nach wie vor das Lebensmittel schützen müssen und Lebensmittelverschwendung vermeiden müssen und wenn es keine Alternative gibt, um klassische Anwendungen oder Anforderungen, die sehr spezifisch sind, wie zum Beispiel der eben erwähnte Knochen, wenn wir nicht sicherstellen können, dass das Verpackungsmaterial das Produkt weiterhin schützt, dann sind wir auch heute immer noch gezwungen zu sagen, okay, hier gibt es keinen adäquaten Ersatz, lass uns nach wie vor bitte auf das Standardmaterial zurückgreifen. Allerdings findet sich dieses Produkt dann nicht im GreenChoice-Portfolio. Du hast eben erwähnt, Wipak ist Packmittelhersteller und Verpackungshersteller. Was hat es damit auf sich? Gut, also wir müssen hier unterscheiden. Die PPWR ist, wie ich gerade erwähnt habe, natürlich spezifisch. Es heißt ja Verpackungs- und Verpackungsabfallgesetze und nicht Verpackungsmittel- und Verpackungsmittelabfallgesetze und das ist eigentlich der unterscheidende Faktor. Das heißt, wir stehen jetzt bei den meisten Produkten, die wir zur Verfügung stellen, eigentlich nicht mehr in der Hauptverantwortung. Wir sind nach wie vor natürlich verantwortlich unseren Kunden gegenüber, den Verpackungsherstellenden, die entsprechenden Daten für unsere Produkte zur Verfügung zu stellen, die Spezifikationen einzuhalten, natürlich die Food-Regularien einzuhalten, das ist nach wie vor ungebrochen. Aber wir sind nicht die direkten Angesprochenen bei der PPWR. Ausnahme bei uns, das Thema Pouches, weil beim Thema Pouches wir schon eine fertige Verpackung im Gully genommen haben, die nur noch befüllt wird. Und somit sind wir hier nicht nur Verpackungsmittelhersteller, sondern in Teilen auch Verpackungshersteller. Da spielt dann die Gesetzgebung eine bisschen andere Rolle, aber das Kerngeschäft bewegt sich tatsächlich in dem Teil der Verpackungsmittelproduktion zur Verfügung stellen. Also, solange es noch auf der Rolle ist, seid ihr Packmittelhersteller. Sobald es im Karton als fertige Verpackung liegt, werdet ihr Verpackungshersteller. Das ist ein bisschen anders, ganz genau. Und dann ändern sich die rechtlichen Vorgaben. Es ändert sich noch viel mehr. Wir müssen Daten mitgeben mit der Verpackung. Ihr setzt hier, das gucken wir uns gleich noch an, auf Digitalisierung. Digimark ist da ein Schlagwort. Zeigt uns mal, was eure Verpackung hier kann auf der Messe. Also wir haben tatsächlich auch hier ganz konsequent, du siehst, wir sind relativ reduziert mit dem, was wir ausstellen. Das hat auch einen Grund, alle Packungen, die wir bewusst heute hier aufstellen auf der Messe oder die drei Tage auf der Messe, sind schon digitalisiert. Das heißt, wir sind hier so weit, dass wir zu dem physischen Produkt Verpackungsmittel oder in dem Fall Verpackung tatsächlich auch etwas liefern können. Ich kann dir das ganz kurz zeigen. ### Unsichtbare Watermarks für Verpackungsdigitalisierung Also wir haben hier einen sogenannten unsichtbaren Watermark-Code im System. Und wenn ich das jetzt scanne, kann ich mir zu diesem Produkt mit Unterstützung unseres Kooperationspartners R-Cycle alle Daten, die zu diesem System jetzt passen, aufrufen. Das heißt also, ich kann vom physischen Produkt in die digitale Welt eintauchen und kann somit alle Daten weitergeben. Wer das zum ersten Mal sieht, wird sich jetzt wundern. Du fotografierst ein Druckbild und hast plötzlich einen Datensatz. Wie geht das? Ja, also hier liegt das Geheimnis daran tatsächlich, dass wir, geht es hier nicht um Object Recognition, was man normalerweise kennt, oder um, du hast es gerade schon erwähnt, wir haben keine QR-Code oder sowas drauf. Wir haben hier einen unsichtbaren Code in das Druckbild eingearbeitet, enhanced, und dieser Code wird vom System gelesen, wird erkannt durch die Kamera und lässt uns dann Zugriff auf die entsprechenden Daten zu. Hochspannend, danach kann nichts mehr kommen. Vielen Dank, Michael Martin. Vielen Dank, Karsten, dass ihr da wart. **Kategorien:** Abfülltechnik, Digitaldruck, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Digimarc, Michael Martin, Wipak --- ### [Kooperation für nachhaltige Papierverpackungen: one.five und Barsch im Praxiseinsatz](https://inno-talk.de/kooperation-fuer-nachhaltige-papierverpackungen-one-five-und-barsch-im-praxiseinsatz/) **Published:** Oktober 24, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Auf der Fachpack 2025 demonstrierten [one.five](https://www.one-five.com/) und [Barsch](https://www.barsch.co/), wie Papierfolien effizient auf modularen FFS-Maschinen verarbeitet werden können. Das Ergebnis: stabile, bedruckbare und recyclingfreundliche Verpackungen aus Papier – gefertigt auf anpassungsfähiger Maschinentechnik. Philip Esser von one.five führte am Stand von Barsch die Verarbeitung eines neuen Papiermaterials vor. Das gezeigte Flow-Pack-System nutzt das Material “Glass Leaf”, ein transparentes, festeres Papier, das speziell für Lebensmittelverpackungen entwickelt wurde. Ziel ist es, Kunststoffe durch papierbasierte Lösungen zu ersetzen, ohne Einbußen bei Stabilität oder Maschinengängigkeit. Das Besondere: Barsch druckt inline direkt in der Maschine. Dadurch lassen sich saisonale Motive wie Weihnachts- oder Halloween-Designs flexibel realisieren. Diese modulare Bauweise erlaubt es, Druck-, Schneid- und Verpackungseinheiten je nach Anwendung zu kombinieren und anzupassen. Frank Lindenstruth (Barsch) erläuterte, dass das Unternehmen konsequent auf modulare Maschinenkonzepte setzt. Auf der Messe wurde eine Kombination aus einem Schubert-Cobot und einer Barsch-Flow-Pack-Einheit gezeigt – ein Beispiel für die zunehmende Integration automatisierter Prozesse in der Verpackungsproduktion. Für Markenartikler bedeutet das: nachhaltige Materialien wie die Papiere von one.five lassen sich in bestehende Produktionsprozesse integrieren, ohne auf Geschwindigkeit oder Flexibilität zu verzichten. **Fazit:** Die Kooperation zwischen one.five und Barsch zeigt, wie sich Nachhaltigkeit und industrielle Effizienz verbinden lassen. Papierverpackungen werden mit modularer Technik zur echten Alternative – praxisnah, flexibel und serienreif. ## Keine Folge mehr verpassen! Abonniere jetzt deinen Lieblings-Podcast auf deiner Lieblings-Plattform und genieße neue Episoden automatisch. 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Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Schnell rübergegangen in Halle 1, Fachpark 2025, Barsch heißt die Firma, Philipp, warum hast du uns hingeschleppt? Ich wollte euch zeigen, wie unser Papier auf der Maschine laufen kann. Wir sehen hier Flowpack-Verpackungsart, das ist das Glass Leaf, das ist dieses transparente, etwas weniger transparente Papier in diesem Fall, weil es die entsprechende Festigkeit geben muss. Unser Partner, die Firma Barsch, die bedruckt hier inline in der Maschine und ist somit in der Lage, saisonale Grüße zu machen. Halloween steht bevor oder Weihnachten. Man sieht, es läuft auf der Maschine und wenn jemand bei seinen Keksen oder Waffeln von Plastik auf Papier umstellen kann, dann sind wir und die Firma Barsch die richtige Ansprechpartner. Frank Lindenstrud ist hier von Barsch. Was zeigt ihr hier auf der Messe? Wir zeigen hier die Kombination von einem Schubert-Cobot mit einer Barsch Flowpack-Maschine, um zu zeigen, wie einfach man den Schubert-Cobot bei uns integrieren kann. Unsere Maschine zeichnet sich durch ein Baukastensystem aus. Das ist eigentlich einzigartig bei Flowpack-Maschinen. Jede Maschine wird auf den Kunden individuell konfiguriert. Inline-Druck haben wir dabei, wir können Etiketten aufspenden und jedes Produkt individuell für den Kunden perfekt verpacken. Nun kennt man Flowpack meistens mit Folien, Kunststofffolien. Das ist jetzt Papier. Ist das etwas Besonderes für euch oder ist das Standard? Man kann mit einem Box-Model-Siegel-System sehr gut das Papier verarbeiten. Wir brauchen einen festen Formatsatz, um die Kontur zu formen. Aber dann muss man sagen, das one.five-Papier läuft ausgezeichnet auf der Maschine. Wir haben eine sehr gute Siegelkraft, wir haben eine sehr gute Haptik vom Produkt. Das können wir uneingeschränkt empfehlen. Was läuft hinter der Maschine? Modulbauweise? Vorne wird also mit Schubert eingelegt, dann geht es hier in die Kette und dann? Der nachfolgende Prozess orientiert sich an den Kundenerfordernissen. Es kann dann in einen Kartonierer gehen. Auch die Firma Schubert hat einen Lightline-Kartonierer im Angebot. Oder eben alles Mögliche, was der Kunde sich vorstellen kann, wie man danach weiterarbeiten kann. Eben haben wir über das Bedrucken gesprochen. Da oben ist die Einheit. Wie funktioniert das hier? Das ist ein Thermotransferdruck mit einem 107-mm-breiten Druckkopf. ### Mehrflächiger Druck bei Papierverpackungen Damit haben wir die Möglichkeit, das Produkt von der Oberseite und von beiden Seiten zu bedrucken. Wir haben drei verschiedene Druckjobs hier auf der Messe und man kann einfach von einem Druck zum anderen wechseln, sodass man ganz viele individuelle Produkte verpacken kann und individuelle Bedruckungen machen kann. Wunderbar. Vielen Dank. Vielen Dank. **Kategorien:** Abfülltechnik **Schlagwörter:** Papierverpackung --- ### [KI-gestützte Flexpack Entwicklung – one.five auf der Fachpack 2025](https://inno-talk.de/ki-gestuetzte-flexpack-entwicklung-one-five-auf-der-fachpack-2025/) **Published:** Oktober 17, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Wie lassen sich nachhaltige flexible Verpackungen effizient und datenbasiert entwickeln? Das Hamburger Unternehmen **one.five** zeigt, wie KI und Materialwissenschaft zusammenfinden, um z. B. papierbasierte Alternativen industriell nutzbar zu machen. Im Gespräch erläutert **Philip Esser**, Business Development Manager bei one.five, den Ansatz: Ein firmeneigenes **KI-Tool** analysiert Daten aus Maschinenlauftests und Laborversuchen. Daraus entstehen passgenaue Papierlösungen, die spezifische **Barriereanforderungen** und **Maschinenlaufbarkeiten** der Kunden erfüllen. So wird Verpackungsentwicklung messbar, reproduzierbar und auf Nachhaltigkeit optimiert. one.five versteht sich dabei als Bindeglied zwischen **Materialentwicklung, KI-Technologie und industrieller Umsetzung** – ein Bereich, der für die Flexpack-Industrie zunehmend strategisch wichtig wird. **[Beim Inno-Meeting 2026](https://inno-meeting.de/events/IM-02-26/)** präsentiert one.five aktuelle Projekte und zeigt, wie datenbasierte Tools den Weg zu kreislauffähigen Papierverpackungen verkürzen können. ## Keine Folge mehr verpassen! Abonniere jetzt deinen Lieblings-Podcast auf deiner Lieblings-Plattform und genieße neue Episoden automatisch. 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Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Ich bin hier bei one.five, eine Firma, die man im Flexpack-Bereich vielleicht noch gar nicht so kennt, denn ihr macht was ganz Besonderes. Ich bin hier mit Philipp Esser, dem Business Development Manager. Philipp, one.five, erzähl ganz kurz in ein paar kurzen Worten, was ist das überhaupt? Ja, danke, guten Morgen. Wir sind one.five, wir kommen aus Hamburg und wir entwickeln flexible Verpackungen. Nachhaltige, größtenteils papierbasierte Verpackungen mit Hilfe von einem KI-Tool, das wir mit unseren eigenen Daten füttern, die wir aus Maschinenlauf-Tests und aus unseren eigenen Laborversuchen gewinnen. KI-Tool ist erstmal schon mal voll trendy und Papier sowieso. Aber was genau macht ihr? Entwickelt ihr Papiere? Produziert ihr selber Papiere oder was tut ihr? Wir nehmen Anforderungen auf von unseren Kunden. Da kann es darum gehen, dass bestimmte Barrierewerte erreicht werden müssen, es muss eine bestimmte Maschinenlaufbarkeit erreicht werden. Und wir nehmen und entwickeln auf Basis von diesen Anforderungen die richtige Papierlösung, die auf der jeweiligen Maschine von unserem Kunden dann auch läuft. Wie kommt ihr auf die Ideen? Woher holt ihr die Daten? Wir ermitteln die Daten teilweise selber. Wir greifen natürlich auch auf alles zu, was öffentlich zugänglich ist. Wir greifen auf Datenbanken aus dem jeweiligen Fachbereich zu. Aber der Großteil, und das ist ein bisschen das ganz Besondere an dieser Lösung, wo viel Arbeit reingeht, ist, dass sind die selbst ermittelten Daten. Seid ihr eher Dateningenieure oder Verpackungsingenieure? Gute Frage. Ich würde sagen, das ist vielleicht 50-50, bei uns im R&D-Bereich zumindest. Wir haben sehr viele Leute, die beschäftigen sich, das sind so eher klassische Verpackungsmenschen, würde ich sagen. Und dann haben wir aber jetzt ein Team, das kam jetzt in den letzten anderthalb Jahren ein bisschen mehr oder ein bisschen stärker hinzu, die sich stärker mit der Auswertung und der Strukturierung dieser Daten beschäftigen, weil die besten Daten helfen nichts. Viele Unternehmen haben einen Haufen an Daten, aber es ist nicht richtig strukturiert und es ist nicht richtig zugänglich. Und das ist oftmals die große Hürde. Und das versuchen wir mit unserer Plattform zu verbessern. Im Vorgespräch hast du mir schon verraten, ihr produziert eigentlich nicht wirklich selber, sondern ihr macht Entwicklungsprojekte. Aber wie funktioniert das konkret? Da kommt jetzt jemand zu euch und fragt direkt, oder wie geht das? Genau. Wir machen natürlich selber Vertrieb, aber wir bekommen auch ganz viele proaktive Anfragen, die auf uns zukommen. ### Kundenspezifische Verpackungslösungen entwickeln Und wir ermitteln in der Regel gemeinsam mit unseren Kunden die Anforderungen, die sie für ihre Verpackungslösung jeweils haben. Und schauen dann, wenn wir einen Prototypen entwickelt haben, wo kann man das am besten und wie umsetzen. Also wir haben teilweise auch eigene – das ist eher in einem mittelgroßen Bereich – eigene Produktionsanlagen. Sobald es dann ganz groß wird, dann suchen wir uns etablierte Partner am Markt, die da wirklich in dem jeweiligen Prozessschritt die erfahrensten sind. Das ist unser Modell und das ermöglicht es uns auch zu skalieren in Europa und teilweise auch darüber hinaus. Also ihr kommt eher von dem Produkt und geht dann auf die Suche nach den passenden Produktionsanlagen. Ich selber bin 30 Jahre in der Verpackungsindustrie, normalerweise geht man andersrum vor. Man hat eine Maschine und will die auslasten und guckt, was kann ich drauf machen. Ihr geht den anderen Weg, oder? Wir gehen ganz genau den anderen Weg und profitieren so ein kleines bisschen davon, dass unsere Produktionspartner in der Situation sind, dass sie ihre Maschinen auslasten müssen. Das heißt, wir sprechen teilweise oder größtenteils direkt mit den Marken, um zu verstehen, was muss die Verpackung können, was sind die Anforderungen. Also sie muss nachhaltiger werden, sie muss einen geringeren Fußabdruck haben, sie muss recycelbar sein, sie muss regulatorikkonform sein. Es gibt ja eine ganze Bandbreite an unterschiedlichen Requirements, die die Marken da noch haben. Wir nehmen diese Anforderungen, strukturieren sie und gucken, mit welcher Lösung und welchen Rohmaterialien kann man das eigentlich umsetzen und bauen dann daraus die fertige Lösung. Hochspannend. Jetzt gucken wir mal in die Produkte. Blue Morph sehe ich da. Ein Name, den ich noch nicht kannte. Erklär mal, was bedeutet Blue Morph? Blue Morph haben wir hier. Blue Morph ist unser Hochbarrierepapier. Es hat eine Wasserdampf- und eine Sauerstoffbarriere von unter eins. Das heißt, das ist unser Produkt, um Multilayer-Kunststoffe abzulösen. In Papierstrom recycelbar, bedruckbar, maschinenlauffähig. Hier haben wir ein Beispiel, wo wir mit einem Partner, das ist ein Kunde aus dem Promotion-Bereich, der verpackt seine Gummibärchen. Für die, sei es die lokale Sparkasse oder die Raiffeisenbank oder der lokale Fußballverein, wer auch immer, Werbegeschenke braucht, bekommt sie jetzt in Papier. Ich reiße mal einfach auf. Mal gucken, ob man es hört. Es hört sich an wie Papier. Es ist Papier. Es schmeckt wie Gummibär. Herrlich, wunderbar. ### Papierbasierte Verpackungen: Materialzusammensetzung Dieses Papier, wir reden über Prozentanteile, Fremdstoff und so weiter. Ist das auch diese 95-5-Geschichte oder wie viel Fremdstoff habt ihr da? Wir kommen mit der Lösung auf über 90 % Papier. 95 % schaffen wir noch nicht ganz. Da sind wir logischerweise dran. 100 % Papier funktioniert logischerweise nie. Papier ist ein sehr poröses Material. Die Kunst dahinter ist sozusagen, alles, was man auf dieses Papier aufstreicht, so dünn zu machen wie möglich, um den Prozentanteil der Nichtpapierfasern oder Nichtpapierstoffe so gering zu halten wie möglich. Das ist nachgewiesen per CP-Standard im Papier recycelbar, im Papierstrom recycelbar und damit auch in der EU verkaufsfertig als Papierlöser. Wir denken ja heute oft in biologischen oder chemischen industriellen Kreisläufen. Ist das einer, der auch kompostierbar wäre? Wäre das ein biologischer Kreislauf oder eher ein technischer Kreislauf? Wir fokussieren uns ganz bewusst nicht auf den kompostierbaren Kreislauf, weil wir sagen, in westlichen Ländern, wo wir ein funktionierendes Recyclingsystem haben, da sind die Recyclingquoten bei Papier einfach sehr, sehr gut. Wenn man es auf den Fußabdruck überträgt, sogar die besten im Vergleich zu einem Mono-PE, der auch recycelbar ist, aber von dem gesamthaften Fußabdruck deutlich schlechter ist als Papier. Deswegen fokussieren wir uns auf Papierlösungen, die im Strom recycelbar sind und damit aus unserer Sicht die nachhaltigsten Lösungen sind und zu der Circularity beitragen. Dann sehe ich da vorne noch ein Poster. Glassleaf. Was ist das denn? Glassleaf ist ein transparentes Papier. Unserer Meinung nach das transparenteste, was es am Markt gibt. Ich habe hier ein Beispiel, das haben wir mit einem Kunden gemeinsam gemacht. Das sind Notizzettel, Haftzettel, die logischerweise aus Papier sind, jetzt auch in Papier verpackt und nicht mehr in Plastikfolie. Wir haben uns entschieden, das hier auf der Messe zu zeigen, weil das von dem Narrativ eigentlich genau das ist, was wir erreichen wollen. Wir wollen klare Signale setzen und wer Papier in Plastik verpackt, der sollte drüber nachdenken, ob man es hier auch in Papier machen kann. Unser Partner UPM macht das jetzt. Wir sind super happy, dass wir das hier zeigen können. Das ist ganz toll. Man muss echt zweimal hinschauen, ist es Kunststoff oder Papier? Es läuft auf der Maschine und wir sind happy und auch der Kunde ist happy. Man sieht es so ein bisschen milchig, sieht so ein bisschen nach Pergaminpapier aus. Hast du vorhin auch gesagt, geht auch in die Richtung. Was ist denn euer Beitrag dabei gewesen? ### Maschinenlauffähige Pergaminpapier-Alternative Pergamin gibt es schon seit 100 Jahren ungefähr. Genau. Wir machen das Papier maschinenlauffähig. Das heißt, das läuft auf den ganz normalen Maschinen, wo auch vorher in Plastikfolie eingeschlagen wurde. Das heißt, der Kunde musste keine Anpassung an seiner Maschine vornehmen. Der hat seine Plastikrolle abgenommen, hat unsere Papierrolle aufgesteckt. Wir haben ein bisschen die Siegeltemperaturen angepasst und dann lief das so, wie auch die Plastikfolie direkt von der Maschine runter. Und das ist eigentlich die Transition, die wir anstreben. Ein Kunde, der eine nachhaltige Lösung haben möchte, der ist natürlich gewillt, das zu tun. Auf der anderen Seite, wenn ein sechsstelliger Betrag in Maschinen investiert werden muss, dann ist das eher ein Bremser. Hier ist es jetzt so, und das ist auch bei ganz vielen anderen unserer Materialien so, dass es wirklich mehr oder weniger Plug and Play ist. Man kann die Folie runternehmen, Papier aufstecken und es läuft so, wie es auch mit Plastikfolie gelaufen ist. Das heißt also, es ist nicht geleimt, sondern wirklich geschweißt? Es ist geschweißt, es ist heiß gesiegelt. Das ist wieder das Besondere. Was hast du noch im Regalschling? Gibt es noch etwas, was du uns zeigen willst? Sehr gerne. Wir haben noch ein weiteres. Das ist das Produkt, was wir Hazel Sun nennen. Hazel Sun ist ein Agrarpapier, das auf Basis von landwirtschaftlichen Abfällen hergestellt wird, größtenteils aus der Maisernte. Auch das machen wir maschinenlauffähig. Wir haben jetzt hier ein Sponsoring von einem unserer Kunden. Das ist ein Bio-Ice-Hersteller aus Tschechien. Auch hier wieder aufmachen. Es öffnet sich wie Papier. Der Kunde ist sehr happy mit der Haltbarkeit. Es schmeckt grandios, es sieht gut aus, und es ist vor allem auch wieder im Papier müllentsorgbar. Das ist das Learning, was wir von dem Kunden selber bekommen haben. Was gerade im Eisbereich, das wird häufig irgendwo am Strand verkauft und konsumiert. Und da ist es so, dass so eine Papierlösung natürlich umso schöner ist. Herzlichen Dank, one.five, auf der Fachpack 2025. ### (Dieser Abschnitt enthält keine verwertbaren Inhalte) Sehr gerne. **Kategorien:** Abfülltechnik, Entsorgung / Recycling, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Papierverpackung, Philip Esse --- ### [Unternehmerischer Mut und Teamgeist: PEKU Folien im Wandel](https://inno-talk.de/unternehmerischer-mut-und-teamgeist-peki-folien-im-wandel/) **Published:** November 26, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Auf der Fachpack sprachen wir mit **Gerd Fricke**, Geschäftsführer und Inhaber von **PEKU Folien**, und **Ina Führlein**, Business Development Managerin. Beide geben Einblick, wie das mittelständische Familienunternehmen den Markt für flexible Verpackungen prägt – zwischen Tradition, Innovation und Nachhaltigkeit. ## **Vom Mitarbeiter zum Unternehmer** Vor über elf Jahren übernahm Gerd Fricke das Unternehmen von seinem Gründer. Der Einstieg war kein Zufall: Nach einem Jahr bewusster Suche nach einer passenden Firma fand er über seinen Steuerberater PEKU Folien – und erkannte sofort das Potenzial. Die Entscheidung fiel schnell. Im April 2014 übernahm er den Betrieb mit klarer Vision: Bewährte Werte erhalten und zugleich zukunftsfähige Strukturen schaffen. ## **Wachstum durch Know-how und Nähe zum Markt** Mit der Übernahme begann eine neue Entwicklungsphase. Unter Frickes Leitung investierte PEKU Folien in Technik, Personal und Kundenbeziehungen. **Ina Führlein**, die kurz nach der Übernahme dazustieß, kam aus dem technischen Vertrieb und fand in der Folienwelt eine neue Leidenschaft. Heute verantwortet sie das Geschäftsfeld Business Development – mit Fokus auf kundenspezifische Lösungen und enge Partnerschaften entlang der Wertschöpfungskette. ## **Nachhaltigkeit als strategisches Ziel** Beide betonen, dass Nachhaltigkeit längst Kern des Geschäfts ist. Ob bei recyclingfähigen Strukturen, Materialeinsparung oder CO₂-Reduktion – PEKU Folien verfolgt den Ansatz, ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Effizienz zu verbinden. Kooperationen mit Kunden, Rohstofflieferanten und Forschungseinrichtungen sorgen dafür, dass Innovationen praxisnah umgesetzt werden. ## **Zukunft mit Perspektive** Gerd Fricke und Ina Führlein sehen den Markt für flexible Verpackungen im Wandel. Gesetzliche Vorgaben wie die **PPWR** fordern neue Materialkonzepte, während Kunden zunehmend transparente, nachvollziehbare Lösungen verlangen. PEKU Folien reagiert darauf mit klaren Prozessen, starken Partnerschaften und einem Team, das Fortschritt lebt. „Wir wollen zeigen, dass Mittelstand und Innovation kein Widerspruch sind“, fasst Fricke zusammen. Damit steht PEKU Folien beispielhaft für viele erfolgreiche Unternehmen in der Flexpack-Branche. ## Keine Folge mehr verpassen! Abonnieren sie jetzt den [Innoform-Podcast](https://inno-talk.de/podcast/) auf ihrer Lieblings-Plattform und erhalten sie neue Episoden automatisch. [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) ### Verwandte Episoden - [Folien-Material-Analyse Podcast mit Daniel Wachtendorf](https://inno-talk.de/folien-material-analyse-podcast-mit-daniel-wachtendorf/) - [MDO-PE Folien mit verbesserte Polymeren](https://inno-talk.de/mdo-pe-folien-mit-verbesserte-polymeren/) - [Biopolymer-Folien im Aufwind: Chancen und Risiken für Hersteller](https://inno-talk.de/biopolymer-folien-im-aufwind-chancen-und-risiken-fuer-hersteller/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Wir sind bei PEKU Folien auf der Fachpack 2025, spreche mit Gerd Fricke, dem Geschäftsführer der Gesellschaft des Unternehmens und mit Ina Führlein, Business Development Managerin bei PEKU Folien. Du hast das Unternehmen vor ungefähr 11 Jahren erworben. Wie kam es dazu? Genau, ich hatte es vor 11 Jahren erworben, hatte mir davor ein Jahr Zeit gegeben endlich Unternehmer zu werden und habe dann über den Steuerberater von dem eigentlichen Gründer des Unternehmens ihn gefunden und wir sind da eigentlich relativ schnell einig geworden und so konnte ich dann im April 2014 das Unternehmen übernehmen. Spannende Zeit sicherlich so eine Firma zu übernehmen, die ja schon eine Tradition hat. Ina, wie lange gibt es PEKU Folien? PEKU Folien gibt es seit über 60 Jahren tatsächlich mittlerweile, ich selber bin seit 10 Jahren dabei, seit gut 10 Jahren, also kurz nach der Übernahme, komme aus dem technischen Vertrieb, hatte aber vorher mit Folien wenig zu tun und konnte mir überhaupt nicht vorstellen, dass das so spannend ist. Ist ja wirklich ein spannendes Unternehmen, wie kam die Entscheidung, sich in die Folie zu investieren sozusagen? Ich hatte mir vorgenommen in ein technisches Unternehmen zu gehen, also ich bin selber Ingenieur von meiner Hauptausbildung her, wenn man so möchte, war vorher lange Geschäftsführer, auch im technischen Bereich, dann Gesamtgeschäftsführer von einem Automobilzulieferer und war eben nur Angestellter. Ich habe gesagt, jetzt gehst du in was Technisches, ich hatte vorher schon viel mit Kunststoff zu tun, nicht mit Folie und fand das genau wie Ina das gesagt – ich finde das total spannend, weil Folie lebt und genau in so ein Unternehmen wollte ich gerne und wir sind heute 120 Mitarbeiter und fühlen uns, glaube ich, alle ganz wohl mit lebendiger Folie. Bevor wir gleich in das Thema Rheinraum einsteigen, ihr macht nur Polyethylenverpackungen, das ist ja eigentlich eine Monoverpackung an sich, schon per se und ist ja gerade total trendy. Wie kam es zu der Idee, überhaupt nur PE zu produzieren, Ina? Wir produzieren schon ganz, ganz lange ausschließlich Monofolien im Coex-Verfahren, aber eben auch im Monoverfahren, weil wir eben recyclingfähige Folie produzieren wollen und eigentlich schon in so einer Zeit, als noch niemand über Recycling und vor allem die Pflicht, recyclingfähige Folien zu machen, gesprochen hat. Wir hatten ganz früher mal PE-Extruder, da haben wir uns bewusst davon verabschiedet, weil wir gesagt haben, nee, wir machen nur Folie, die per se, so wie sie ist, mit sich selbst recycelbar ist. Also mal eine richtig strategische Entscheidung, rauszugehen aus den Verbünden, ganz klar in Richtung schon damals, Recycler zu gehen, wir haben eine eigene Recyclinganlage auch, um uns darauf zu konzentrieren und ich glaube schon, das war auch schon damals richtig. Hat sich damals auch schon ein bisschen abgezeichnet, große Veredler und Hersteller haben ja auch immer schon selber in-house recycelt, aber haben doch immer Scheu gehabt, das Material auch wieder einzusetzen, setzt ihr selber auch Regenerat schon ein? Wir setzen selber unser eigenes sogenanntes PIR, Post-Industrial Rezyklat, ein und zwar sämtliche transparente und weiße Ware komplett selber, wenn möglich auch das bunte Material, aber wenn nicht selber, dann geben wir es an einen Recycler und wir kaufen zusätzlich PCR von außen zu, also wir setzen heute einen relativ großen Prozentsatz schon in den Folien ein, je nachdem, wie der Kunde es haben möchte und ich glaube, wir sind da sowohl von der Entwicklungsseite her, als auch von der Produktionsseite gut voran. Ina, was wird hauptsächlich mit euren PE-Folien angestellt? Wir machen Verpackungen für Produkte, die es zu schützen gilt, also für Lebensmittel, für Medizinprodukte, für Pharmazeutika, für Sensoren, für elektronische Produkte, aber auch für Schrauben zum Beispiel oder scharfkantige und spitze Teile, die die Folie auch nicht verletzen sollen oder die Folie muss zumindest so viel aushalten, dass ich auch ein Päckchen spitze Schrauben verpacken kann und die den Transport überstehen sollen. Es sind anspruchsvolle und total unterschiedliche Produkte, die wir da verpacken. Deswegen ist es auch so interessant, weil wir mit ganz, ganz unterschiedlichen Branchen zu tun haben. Jetzt hast du eben schon gesagt Reinraum im Vorgespräch. Du hast gerade Pharma genannt. Das gehört zusammen. Das weiß ich noch aus meiner beruflichen Erfahrung. Ihr habt investiert. Warum? Wir haben investiert, weil wir der Meinung waren oder nach wie vor sind, dass das ein Bereich ist, in dem die Folie eine Daseinsberechtigung per se hat. Von den Funktionen her Sauberkeit, Schutz, aber in einigen anderen Bereichen Plastik oder Kunststoff ja etwas kritisch hinterfragt wird, nicht immer sachgerecht, zum Teil auch sachgerecht, aber oftmals eben unsachlich. Und im Pharma-Bereich ist das eher nicht der Fall. Da wird viel rationaler entschieden. Und es ist eben auch viel wichtiger, dass das, was darin verpackt ist, auch sauber verpackt ist, sicher verpackt ist. ### Reinraum-Klassen und Produktionsstandards erklärt Und das bieten wir in dem Reinraum und haben uns deswegen vor, das ist schon fünf Jahre her, glaube ich, strategisch entschieden. Wir bauen eine Reinraum-Produktion auf, wo wir sowohl extrudieren als auch konfektionieren im Reinraum selber. Reinraum Klasse 5 beziehungsweise 7 in Production, sodass wir auch ziemlich anspruchsvollen Kunden gegenüber diese sauberen PE-Folien bieten können. Was bedeuten jetzt diese Reinraum-Klassen, Ina? Kannst du das dem, der jetzt noch nicht so richtig Ahnung hat von Reinraum-Produktion, erklären? Ja, je kleiner die Reinraum-Klasse, also je kleiner die Zahl, umso weniger Partikel dürfen in dieser Reinraum-Luft sein. Also Reinraum bedeutet per se eine kontrollierte Umgebung. Das bedeutet nicht, dass da gar keine Partikel sind, sondern es bedeutet, dass sich bestimmte Partikelgrenzen in der Luft am Produkt nicht überschreiten darf. Um das einzuhalten, wird der Reinraum natürlich permanent kontrolliert. Da gibt es verschiedene Parameter, die an verschiedenen Stellen permanent gemessen und überwacht werden. Es gibt großen Dokumentationsaufwand auch. Man muss natürlich dafür Sorge tragen, dass nicht plötzlich mal ein Monteur schnell hinrennt, weil eine Schraube locker ist. Da muss man sich vorher umkleiden und so weiter und so weiter, muss geschult sein. Wie handelt ihr das? Ist das ein eigener Produktionsbereich? Wie muss ich mir das bei euch vorstellen? Das ist eine komplett eigene Halle, in die auch keiner Zugang hat, der einfach mal so eben vorbeikommt, wie du es gerade beschrieben hast. Also auch ich komme da nicht rein. Es gibt bestimmte Schlüssel, also RFID-Chips, und die Mitarbeiter können rein. Die müssen vorher entsprechend geschult sein. Es ist nicht nur die Schulung ganz grundsätzlich, sondern das Anziehen von einer Reinraum-Kleidung. Dazu muss man schon ordentlich Gymnastik gemacht haben, um da reinzukommen, weil man mit den Fingern nicht außen an die Kleidung heran darf. Das ist das eine. Dann hat man natürlich entsprechenden Bartschutz, wenn man Bart trägt, und Haarschutz und entsprechende Schuhe. Man hat im Prinzip drei Stufen: die Straßenkleidung, die Zwischenkleidung und dann erst die Reinraum-Kleidung. Es gibt zwei Schleusen dazwischen. Also es ist ein ziemlich aufwendiger Prozess für den Menschen, aber auch für das Material, weil das Material muss auch entsprechend sauber sein. Spezielles Reinraummaterial ist das und wird auch genauso über Schleusen wieder rausgebracht. Wir haben einen Überdruck, einen dreistufigen, zwischen der eigentlichen Reinraumproduktion und draußen, sodass dort auch Staub und ähnliches immer nach draußen gedrückt wird. Wir haben aufwendige Filteranlagen. Das Ganze ist in einem bestimmten Klima gehalten, was Feuchtigkeit betrifft, was Temperatur betrifft. ### Spezialhalle für hochwertige Reinraumfolien gebaut Also der ganze Aufwand ist so groß, dass wir deswegen eine ganz eigene Halle gebaut haben, über 5 Millionen Euro damals dafür ausgegeben haben, das überhaupt so zu starten. Und das ist eben eine langfristige Entscheidung. Es ist keine Sache, die man sich mal eben innerhalb von ein paar Jahren rechnen würde. Da sind wir beim Punkt. Wer sind eure Kunden für solche Reinraumfolien? Ich kann mir vorstellen, dass ein Dachdecker sowas nicht unbedingt braucht. Nö, der Dachdecker nicht, aber wenn er vielleicht in der Pharmaindustrie das Dach deckt, dann ist sein Kunde auch unser Kunde. Ja, der Anstoß zum Reinraum damals kam unter anderem auch von unseren Kunden, denn wir hatten schon, bevor wir den Reinraum hatten, Kunden in der Pharmaindustrie, Kunden, die Medizintechnik hergestellt haben, bei denen auch, bei denen die Anforderungen immer höher werden und die uns, die auf uns zukamen und gefragt haben: Mensch, mach dir nicht auch Reinraumverpackungen an der Stelle, wo vielleicht bis dahin normal saubere BRC-Verpackungen ausgereicht hätten. Genau. Und ja, unsere Kunden sitzen in der Pharmaindustrie. Viele sind auch selber Zulieferer für die Pharmaindustrie, machen selber vielleicht die Primärverpackungen, während wir die Sekundärverpackungen herstellen. Dann haben wir Medizintechnik-Kunden und es gibt auch einige Kunden in der Halbleiterindustrie und in der Optik- und Raumfahrt. Genau. Nicht zu vergessen, nicht nur saubere Folien werden gebraucht für den Menschen, sondern eben auch für technische Bauteile. Gerade Halbleiter habt ihr angesprochen. Wo soll die Reise hingehen? Was sind eure Zielmärkte? Wie geht ihr vor, Gerd? Hast du da vielleicht eine Idee, die du den Zuhörern mitgeben kannst? Wer sollte euch anrufen? Also, am besten alle Kunden, die in einer Reinraumklasse 7 produzieren und ihre Produkte verpacken müssen. Sei es, um zwischen Werk A und Werk B diese zu transportieren oder zum Endkunden. Diese Produkte werden auch nicht nur einmal, sondern mehrfach verpackt, weil sie ja, wenn sie dann ausgeschleust werden, irgendwo wieder eingeschleust werden und dann würden sie ja sofort mit der dreckigen Umgebungsluft quasi in Berührung kommen – das nächste Werk. Das geht nicht. Deswegen müssen sie auch mehrfach verpackt werden. Dafür haben wir auch entsprechende Konfektionsmaschinen am Start, sozusagen. Also, wie schon gesagt, alle Kunden, die in der Reinraumklasse 7 produzieren, gerne sich an uns wenden. Wir tüfteln dann eine gemeinsame Lösung aus, wie wir helfen, deren Produkte zu verpacken. Das ist so ein bisschen der Level, wo eine normale Folie nicht mehr ausreicht ab der Reinraumklasse 7, wo man dann eben von euch eine Folie braucht oder von meinen anderen Anbietern. Polyethylen ist nun ein besonderer Werkstoff, ist der Massenwerkstoff schlechthin. Wofür eignen sich diese Polyethylen-Folien? Sind das Schrumpffolien, sind das Beutel? ### Lieferkette: Folie, Maschine und Kunde Erzählt uns noch ein bisschen mehr. Wie sieht nachher das aus, was hauptsächlich in euren Folien dann aus dem Reinraum verpackt wird? Die Folien sind tatsächlich Folien, die automatengängig sind und die sehr häufig einfach auf Packautomaten, Flowpack-Maschinen oder anderen Packautomaten von Maschinenherstellern eingesetzt werden, die ihrerseits eben auch Reinraummaschinen bauen. Wir arbeiten an der Stelle auch ganz eng mit mehreren Maschinenherstellern zusammen und diese Projekte sind sowieso die besten, wo alle Beteiligten von Anfang an im selben Boot sitzen. Der Kunde mit seinem Produkt, was er verpacken möchte, der Maschinenhersteller und wir als Hersteller der Folie. Das sind automatengängige Folien. Dann stellen wir aus diesen Folien Schlauchfolien, Flach- oder Halbschlauchfolien her, stellen wir auch Beutel her. Ganz einfache Beutel mit Bodennaht oder mit Seitenfalte. Auch im Reinraum habe ich verstanden. Genau, oder mit doppelter Bodennaht. Also an sich sind es von der Konzeption der Produkte die technisch am einfachsten zu realisierenden Produkte, mit denen wir seit Jahrzehnten Erfahrungen haben, die aber eben Reinraumqualität haben. Wie sieht die weitere Planung aus? Was ist geplant für in fünf oder zehn Jahren? Worüber wollen wir dann hier sprechen bei der Fachpark? Vielleicht habt ihr da etwas, was ihr vielleicht schon veröffentlichen wollt? Also gerne wieder über den Reinraum. Der Reinraum ist auch so konzipiert und auch so aufgebaut worden, dass wir im Moment dort eine Produktionslinie haben. Wir haben direkt in dem Reinraum nochmal Platz für eine zweite Produktionslinie, also Extruder, Kalanderanlage, Verpackungsmaschine usw. Und wir können dann durch Verschieben einer Wand alles technisch soweit vorbereitet dafür, eine dritte Linie aufbauen. Das heißt, wenn wir uns in drei, vier Jahren wiedersehen, sind wir hoffentlich dabei, diese Wand zu verschieben, sodass wir dann eine dritte Linie planen. Ich würde gerne über die Erweiterung unseres Reinraums, die dann gerade im Gange ist, sprechen in drei, vier Jahren, auch in fünf Jahren, die eben schon vorgesehen ist heute. Die ganze Anlage ist darauf ausgelegt, dass wir erwachsen können, ohne dass wir den Prozess oder die Produktion unterbrechen müssen. Danach kann nichts mehr kommen. Viel Erfolg mit eurem Projekt. Wünsche ich euch von Innoform. Vielen Dank fürs Interview. Danke Karsten. **Kategorien:** Folienherstellung/Veredelung, Lebensmittelverpackung **Schlagwörter:** Gerd Fricke, Ina Führlein, PE-Folienverpackungen, Peku Folien --- ### [PLIXXENT im Innoform Podcast](https://inno-talk.de/plixxent-im-innoform-podcast/) **Published:** Oktober 22, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## Polyurethan-Innovationen für nachhaltige Klebstofflösungen in der Flexpack-Industrie ***Im Innoform Podcast sprechen Carsten Wörner (CSO) und Javier Tortosa (Business Manager) von PLIXXENT über High-Performance-Kaschierklebstoffe, nachhaltige Polyurethan-Systeme und Innovationspotenziale für die Verpackungsbranche.*** ## Ein neuer Name mit langer Tradition PLIXXENT ist in der Flexpack-Branche noch ein relativ neuer Name. In nur fünf Jahren hat sich das Unternehmen als führendes, unabhängiges Systemhaus für Polyurethan-Chemie in Europa etabliert. Gegründet durch die Ausgliederung mehrerer Covestro-Systemhäuser verbindet PLIXXENT die Flexibilität eines Mittelständlers mit dem Know-how eines Konzerns. ## Breite Anwendungsfelder von PU-Technologie CSO Carsten Wörner erklärt im Gespräch mit Karsten Schröder (Innoform), dass Polyurethan weit über Kaschierklebstoffe hinaus eingesetzt wird – etwa in Elastomeren, Beschichtungen und PU-Sprühschäumen für nachhaltiges Bauen. Besonders im Bereich **Flex Adhesives**, für den Javier Tortosa verantwortlich ist, kann PLIXXENT auf eine lange Historie zurückblicken. Die Klebstofftechnologie stammt aus den 1980er-Jahren und wird kontinuierlich an neue regulatorische und technische Anforderungen angepasst. Mehrwert für die Verpackungsindustrie Für die Verpackungsbranche bedeutet das: - Klebstoffe mit hoher Maschinenlaufzeit - Zuverlässige Performance auch bei schwierigen Substraten - Fokus auf Nachhaltigkeit in allen Formulierungen PLIXXENT deckt dabei das gesamte Spektrum ab – von lösemittelhaltigen über lösemittelfreie bis hin zu wässrigen Systemen. Projekte zu Monomaterial-Strukturen, Design-for-Recycling und effizienter Verarbeitung stehen im Mittelpunkt. ## Die „Pure³“-Familie: Nachhaltigkeit in drei Dimensionen Ein besonderes Entwicklungsprojekt ist die **Pure³-Familie**, die auf den Säulen basiert: - **Reduce:** fossile Rohstoffe durch erneuerbare ersetzen - **Reuse:** Produktionsabfälle wiederverwerten - **Recycle:** PU chemisch in seine Ausgangsstoffe zurückführen So entstehen Systeme, die bis zu 94 % aus erneuerbaren, recycelten oder wiederverwendeten Rohstoffen bestehen – ein klarer Schritt Richtung Kreislaufwirtschaft. ## Innovation als Schlüssel für die Zukunft Wörner und Tortosa betonen, dass echter Fortschritt nur durch Innovation gelingt. In wirtschaftlich unsicheren Zeiten braucht die Branche Mut für neue Lösungen, die Effizienz, Nachhaltigkeit und Performance vereinen. Das Motto „**Better Together**“ beschreibt dabei den Anspruch von PLIXXENT, gemeinsam mit der Industrie die Flexpack-Branche zukunftsfähig zu gestalten. ## Keine Folge mehr verpassen! Abonniere jetzt deinen Lieblings-Podcast auf deiner Lieblings-Plattform und genieße neue Episoden automatisch. 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PLIXXENT kennen noch nicht alle in unserer Branche, gerade im deutschsprachigen Raum, zumindest nicht bei den Kaschierklebstoff-Experten. Aber genau darum soll es heute gehen. Javier Tortosa, Business Manager, und Karsten Werner als CSO sind heute dabei. Hallo im Innoform-Podcast. Hallo Karsten. Wir beginnen mit Karsten Werner, CSO Karsten. Chief Sales Officer heißt das auf Neudeutsch. Du hast einen leichten Frankfurter Akzent, das habe ich eben im Vorgespräch schon rausgehört. Du hast etwas mit Chemie zu tun. Erzähl mal ein bisschen erst über dich, bevor wir jetzt gleich ins Thema kommen. Ja, sehr gerne. Ja, wie gesagt, Chief Sales Officer ist ein großer Titel. Früher hat man Marketing und Sales vertreten verantwortlich dazu gesagt. Bedeutet im Grunde das Gleiche. Und diese Rolle begleite ich jetzt bei PLIXXENT seit über drei Jahren und bin jetzt insgesamt über 30 Jahren schon der Chemie treu geblieben in meiner Karriere. Allerdings in sehr, sehr unterschiedlichen Branchen, von der Basischemie über Spezialchemie bis hin zu Kunststoffen oder Polymerchemie. Und war auch im Zuge dieser Karriere schon in unterschiedlichen Ländern unterwegs, wie in China mal gelebt, drei Jahren, oder in Frankreich mal drei Jahren gelebt. Aber immer im Kontext, dort ja irgendwo Vertriebs- und Marketing-Mannschaften voranzubringen. Bleibt ja oft zu seiner Branche treu. So ähnlich ist es auch bei dir, Javier. Du bist eigentlich gebürtiger Spanier, lebst aber auch schon lange in Deutschland. Was ist dein Werdegang in der Chemie-Branche? Ja, du hast recht. Ich lebe in Biswasen seit 20 Jahren. Ich bin von der Herziehung Chemiker, Chemie-Ingenieur. Ich arbeite in der Klebstoffe-Fields-Zeit seit mehr als 35 Jahren. Das heißt, ich sehe nicht alt aus, aber ich bin. Und ich habe genau wie Karsten in verschiedenen Unternehmen, am wenigsten in Gebieten von Klebstoffe, in verschiedenen Firmen und Ländern auch gearbeitet. Im Moment bin ich bei Karstens Group in Blicent, wo ich dieses Bioflex-Gebiet von Flex-World-Packaging leite. So, da gehen wir jetzt mal rein, Karsten. Erzähl uns mal, was Blicent ist. ### Blicent Kunstname: Fünf Jahre Unternehmensgeschichte Wie ich eben schon in der Einleitung sagte, nicht jeder kennt das. Als ich euch auf LinkedIn tatsächlich das erste Mal wahrgenommen habe, habe ich erst mal gegoogelt. Ich wusste gar nicht, wo die Glocken hängen. Ja, wie soll man sagen, ein auf dem Weg zum Erwachsenwerden-Startup, wenn ich es so mal sagen kann. Also ja, Blicent ist ein Kunstname, wenn man so will. Uns gibt es aber jetzt schon fünf Jahre und als Blicent verstehen wir uns auf das führende unabhängige Systemhaus im Bereich der Polyurethan-Chemie in Europa. Und damit sehen wir uns quasi als umfassender technischer Anbieter von maßgeschneiderten Polyurethan-Lösungen. Und das tun wir neben der reinen Chemie, die wir anbieten, also die Polyurethan-Systeme, auch mit dem umfangreichen Pool an Expertise und mit einer im Anspruch schon sehr hohen Kundennähe. Sodass wir dann beim Kunden gemeinsam mit den Kunden innovieren können. Erzähl uns noch mal ein bisschen genauer. Aus welchen Systemhäusern seid ihr denn entsprungen eigentlich? Ihr habt ja nicht bei Null gestartet 2019. Nee, genau. Wie gesagt, die PLIXXENT in diesen neu kreierten Namen gibt es seit November 2019 und die ging ursprünglich aus einer Ausgliederung von vier europäischen Systemhäusern der Covestro hervor. Und man hatte damals schon das Ziel oder den Anspruch formuliert, dass man einmal so mittelständische, flexible, schnelle Strukturen schaffen wollte, die aber mit diesem extremen Branche-Knowhow aus diesen jahrzehntelangen Erfahrungen des Konzerns kombiniert und damit quasi zwei Vorteile bestmöglich zusammenbringt. Und mittlerweile haben wir unser fünfjähriges Jubiläum gefeiert im November 2024 und haben mittlerweile auch sieben Systemhäuser. Das heißt, durch Zukäufe sind wir gewachsen einmal im Bereich der Standorte und haben mittlerweile auch ca. 350 Mitarbeiter an Bord. Und das konzentriert sich auf Europa, habe ich richtig verstanden. Ja, wir sind immer noch sehr europazentrisch, sage ich mal, mit dem Setup. Allerdings haben wir gewisse Systeme, die sich weltweit verkaufen lassen. Unter anderem dazu zählt auch das Segment, was Xavier federführend betreut bei uns. Das wird uns nachher sicher noch sehr plastisch darlegen können, wie er das bereitet. Lass uns mal ein bisschen reingucken in die Märkte. Europa habe ich jetzt schon verstanden, aber auch die Dachregion ist für euch wichtig. Und welche Anwendungsbereiche deckt ihr eigentlich jetzt genau ab mit euren Klebstoffen? Zu den Klebstoffklassen kommen wir vielleicht gleich noch mal generell. Durch die verschiedenen Systemhäuser und die verschiedenen Firmen, die wir mittlerweile zugekauft haben, versuchen wir, möglichst breit am Markt Systemlösungen auf Basis von Polyurethan-Chemie anbieten zu können. Und innerhalb dieser ganzen Anwendungsfelder, die ja quer durch alle Branchen gehen, haben wir uns schon verschiedene Segmente auf die Fahne geschrieben, wo wir überproportional, also deutlich stärker als der Industrie-Schnitt, wachsen wollen. Und da ist Flexpack Adhesives, was der Xavier begleitet. Ein Teil davon, andere Segmente, in denen wir uns deutlich nach vorne bewegen wollen, sind unter anderem auch die Polyurethansprühschäume. Da konnte man in der Presse verfolgen, dass wir vor ein bisschen über einem Jahr die Firma Isotria erworben haben. ### Polyurethansprühschäume und Nachhaltigkeitsfokus Und die haben Standorte in Belgien und Frankreich gehabt und sind sehr stark auf das Thema Polyurethansprühschäume spezialisiert gewesen. Warum ist der Markt so spannend für uns? Er bewegt sich komplett in diesem Bereich nachhaltige Bauweise. Also wie kann man energieeffizient sowohl Altbau als auch Neubau isolieren? Und das macht also das ganze Thema auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit hoch interessant für uns. Und da haben wir mit dem Erwerb von Isotrien deutlich einen Schritt nach vorne gemacht. Daneben gibt es aber noch weitere Wachstumssegmente, unter anderem eben diese Flexpack-Additive, wo uns Xavier sicherlich gleich etwas erzählt. Dann ein Punkt zur Dachregion. Die Dachregion, die ja bei uns Central Region heißt, ist in dem Sinne interessant. Erstens mal ist es innerhalb der verschiedenen regionalen Polyurethanmärkte der mit Abstand größte und bietet damit auch naturgemäß das größte Wachstumspotenzial. Er ist aber gerade für uns als Blicksender extrem interessant, weil historisch gesehen das dafür zuständige Systemhaus eher in der Breite der Segmente unterrepräsentiert war. Das heißt, man hat damals diese Dachregion vorzugsweise aus einem Systemhaus bedient, was nur ganz spezielle Anwendungssegmente in Form der Polyurethan-Systeme abbilden konnte. Und das betreiben wir heute ganz anders, weil wir aus allen Standorten heraus alle Technologien bereithalten, um dann diese Kunden in der Central Region bestmöglich zu bedienen. Also es zieht sich so ein bisschen das Thema Nachhaltigkeit bei euch durch. Ich habe gerade festgestellt und gelernt, ihr habt aber auch das Thema Polyurethan immer mitten im Zentrum, weil ihr selber auch Dinge herstellt, wie ich schon gesehen habe. Ihr habt ja diese fünf Punkte genannt: flexible Integralschaumanwendung. Die hattest du zum Beispiel eben genannt. Dann waren da Elastomere und Beschichtung noch ein Thema. Wo muss ich die hinpacken zum Beispiel, die Beschichtung? Ja genau, da kommen wir rein. Das zeigt halt, wie vielfältig die Polyurethan-Chemie ist. Einmal hat man wirklich greifbare Schäume, wenn man so will, so wie man sie kennt. Mal sind sie fester, mal sind sie flexibler. Aber gerade der Bereich Elastomere oder Beschichtung ist eigentlich eine Sonderspezialität, denn damit stattet man gewisse Anwendungen extrem abrasionsgeschützt sozusagen aus. Das heißt, im Prinzip macht man dann technische Anwendungen, die extrem widerstandsfähig durch die Polyurethan-Beschichtung oder durch die Polyurethan-Beplankung werden. Da reden wir über Anwendungsbereiche, die zum Teil im Bereich der Minen und der Bergbautechnik, also Heavy Duty, angesiedelt sind. Und beim Bereich Beschichtung, da reden wir eigentlich über so Themen wie Wasser- und durchlässige Dächer und so zusammen. Also hochspannend, auch so ein bisschen ähnliche Themen, auch tatsächlich zu der Verpackung. Unsere Zuhörer sind ja hauptsächlich aus dem Bereich flexibler Verpackung. Die interessieren sich natürlich jetzt für die Klebstoffe, Gravuren. Vielleicht kannst du uns da schon mal so ein bisschen mitnehmen. Welche Chemie liegt denn auch diesen Produkten zugrunde? ### Flexpack und Plixent Produktbereiche erklärt Was muss ich mir vorstellen unter dem Bereich Flexpack und PLIXXENT? Zuerst ein bisschen als Einleitung in dem Wachstum von PLIXXENT, das gestern schon besprochen hat, in der Akquisition von präsidenten Systemen. Durch die Akquisition von Polytech ist dieses Know-how und Technologie von Pureflex und Klebstoffe zu unseren Filmen gekommen. Dieses Know-how wurde in den UK angefangen, in den 80er Jahren bei der Firma Holden. Und dann ist es durch viele verschiedene Firmen, wie ICI, National Starch, Action Oval und so weiter zu uns gekommen. Also wir sind nicht neu, genau so wie in Polyurethan-Chemie, in der Klebstoff-Technologie, wir sind seit den 80er Jahren tätig. Und was wir jetzt machen, ist natürlich unsere Synergien in dem Sinne von PLIXXENT, einem der führenden Leute von Polyurethan-Industrie und Chemie in Europa, unsere Werte, unsere Portfolios natürlich zu verbreiten, Handanwendungen. Also ihr stellt Polyurethan selber her, wie muss ich mir die Fertigungstiefe vorstellen? Macht ihr alles selber? Ja, alle die Technologie, die wir beherrschen in allen Produkten von Polyurethan, also Solvent Free, Solvent Less, Solvent Based und wasserbasierte Systemen, das sind unsere eigenen Know-how. Das kommt von langer Traditionsentwicklung und nachher natürlich die Adaption zu neuen Regulierungen, neuen Rohstoffen etc. Und natürlich Verbesserung von diesen Produkten. Aber ja, die Rohstoffe und die Formulierung von Polymeren und andere Komponenten und so, das kommt von uns, die sind unsere eigenen Rohstoffe. Das ist ja immer auch eine große Stärke und High-Performance-Klebstoffe sind in aller Munde im Moment. Wir wollen alle High-Performance-Klebstoffe natürlich einsetzen, um eben die, insbesondere auch Verpackungsfolien, immer leistungsfähiger zu machen. In meinem Fall steht normalerweise Sterilisierfestigkeit oder auch besonders resistente, gegen aggressive Füllgüter resistente Klebstoffe darunter. Was ist da euer Angebot in diesem Bereich? Wir haben Produkte für diese Hochleistungen, Verklebungen mit schwierigen Materialien, entweder Metall oder einigen Tinten, und die auch mit aggressiven Gütern, auch die verpackt werden sollten. Wir haben dieses Produktportfolio, wir haben einige Produkte natürlich bei best reputablen Kunden auch implementiert. Was bietet das im Vergleich zu anderen Anbietern? Es ist nicht nur, dass wir in diesem Gebiet sind, wie alle anderen. Es ist auch nicht nur die Hochleistung, sondern auch die hohe Qualität sowie gut und die wenige Variation von was zu was wir haben, wie gut unsere Kunden immer gleiche Ergebnisse und wie gut die in einer sehr breiteren Windows-Application arbeiten können. Das am Ende des Tages entspricht Savings, weniger Material, weniger Stoff, weniger Putzen, etc. Diese Zusammenhaben nicht nur für hohe Leistung, sondern auch für hohe Qualität, sichere, bewusste Produkte sind das, was wir mitbringen in unserer Produktion. Ich habe im Skript gesehen, hohe Maschinenlaufzeit ist auch etwas, was ihr bietet. Oder eine lange Topfzeit, was genau versteht ihr darunter? Ja, das sind natürlich die Mangel von dem Markt. Am Ende des Tages, die Laminierer, die möchten so schnell wie möglich das laminieren können. Das bringt auch zusätzliche nachhaltigen Benefiz. Und es gibt immer Begrenzungen, aufgrund der Technologie, wie schnell die das laminieren können. Mit allen Schwierigkeiten, die man sich vorstellen kann, Arten, Folien, Maschinen usw. Ja, wir sind in der Lage, ganz einfach mit unseren Produkten, Maschinen, der Geschwindigkeit deutlich über 500 Meter pro Minute regelmäßig in normaler Produktion, natürlich mit bestimmten Filmen usw. ### Nachhaltigkeit im Baubereich als Priorität zu machen. Das habe ich in meinen alten Augen. Ja, sehr schön. Kommen wir gleich noch zu. Karsten hat eben schon gesagt, dass grundsätzlich auch im Baubereich bei euch das Thema Nachhaltigkeit eine große Rolle spielt. Ist das bei den Kaschier-Klebstoffe bei euch auch ein Thema? Ja, natürlich. Flexpack bringt viele Lösungen für verschiedene Anwendungen in der Industrie und Konsumergüter. Flexpack bringt auch sehr effiziente Lösungen in der Nachhaltigkeit der Konzepte. Besonders im Vergleich zu anderen Verpackungsmaterialien, wie zum Beispiel Glas oder Metall. Aber der Markt ist aber sehr dynamisch. Es ist nicht nur ein gutes Material zu haben, sondern auch kontinuierliche Verbesserung im Sinne der Nachhaltigkeit. Und ja, wir sind total in diesen Nachhaltigkeitskonzepten und strategisch fokussiert. Alle unsere Projekte und Diskussionen, Gespräche mit Kunden, die sind auf Nachhaltigkeit basiert oder enthalten einen großen Teil von unserer Zeit in Gesprächen mit Partnern. Als Beispiel, ich habe Projekte um neue Strukturen mit Monoaterialien zu entwickeln, wo wir natürlich auch das Wort zu sagen müssen. Wir haben auch verschiedene Gespräche mit Kunden und Partnern in Bezug auf Designvorgaben. Wir haben auch Projekte um die Effizienz der Schleiffstufe zu verbessern, wie du gesagt hast, größere Geschwindigkeit, weniger Stopps um zu putzen und so. Die die auch am Ende des Tages auf Nachhaltigkeit erhöhen. Und andere Projekte, wie zum Beispiel mit mehr umweltfreundlicher Lösungsmittel, wie zum Beispiel Wasser. Wir haben ja sowieso eigentlich immer den Vorteil, wenn wir etwas kosteneffizienter machen, wird es meistens auch automatisch nachhaltiger und umgekehrt. Aber sowas lässt man sich auch heute gerne zertifizieren. Habt ihr auch sowas? Ja, eine Zertifizierung, ein Zertifikat am Ende des Tages ist ein neues und was wir sagen auch ein modernes Werkzeug in die Industrie gekommen. Eine Zertifizierung hilft uns für die Industrie selbst, wir, unsere Partner und wir haben unsere Erfahrung davon, wir haben unsere Materialien, unsere Information auch entwickelt. Es ist auch wahr, dass viele von diesen Zertifikaten oder Informationen auch nicht öffentlich sind. Wir haben das im Zusammenhang mit unseren Partnern und Kunden entwickelt und natürlich müssen wir das vorrespektieren. Deswegen auch rund um diese Kontakte und um die Einrichtungen, die wir in der Schleiffstufe haben, wenn jemand sucht, etwas zu machen, das Beste ist, direkt Kontakt mit uns zu setzen, weil dann werden wir lernen, was die deutlich benötigen und was wir im Programm haben oder entwickeln müssen. Wie schätzt ihr das überhaupt ein? Flexpack zum Beispiel hat jetzt ja gerade veröffentlicht, neue Studie zur Recyclingfähigkeit. Klebstoffe und Farben werden explizit als Störstoffe beim Recycling benannt und es werden Obergrenzen besprochen im Moment noch. Sie sind noch nicht vorgegeben. Gibt sowas auch eine Zertifizierung wieder, dass man da drin stehen hat? ### Klebstoffe und Polyolefin-Recyclingfähigkeit Hey, unser Klebstoffe behindert nicht die Recyclierung von Polyolefinen oder so etwas? Oder wie muss ich mir das als Anwender eigentlich vorstellen? Ich würde sagen, die Zertifikate, die ich kenne, die sind natürlich sehr abhängig, die sind nicht allgemein für alle Fälle. Die sind natürlich abhängig von Material, Folie, Foliendicken etc. D.h. am Ende, eine allgemeine Zertifizierung könnte eine Idee mitbringen, aber am Ende des Tages muss man sowas Konkretes auch für den Kunden oder Partner auch entwickeln oder analysieren. D.h. auch rund noch mal wieder auf unsere Farben und die verschiedenen Arten im Studium, das wir gebraucht und gemacht haben. Das Beste ist, direkte Kontakte durchstellen, analysieren, was wir in den Strukturen der Kunden machen müssen, die sind noch entweder etwas von unserer Werkzeugkiste anzuwenden oder neue Sachen entwickeln und auch wenn nötig, ein neues Zertifikat für den selbst machen zu können. Lösemittelhaltig, lösemittelfrei und wasserbasiert, das interessiert natürlich auch Leute, die euch nicht kennen. Was bietet ihr an? Wir bieten die drei Formteile von Polyurethan, d.h. Solvent-Free, Solvent-Based und wässrige Systemen. Also ihr habt den ganzen Baukasten und könnt euch einstellen auf das, was an Maschinentechnik an der Hau vor Ort verfügbar ist und könnt euch dann quasi eingliedern in das Konzept eurer Kunden. Also ich sage nicht neu, wenn ich sage, dass in unserem Portfolio, nummermäßig und genauso wie in der Industrie, Solvent-Free die sind die Produkte, die wir längst verbrauchen, keine Frage. Lösemittelsysteme, die haben auch eine bestimmte gute Stärke am Einsatzgebiet, wo die wirklich schwierigererweise bei Solvent-Free ersetzen könnten. Aber die wässrigen Systemen fangen wir wieder stärker an und viele von diesen lösemittelhaltigen Systemen zu setzen in einigen Anwendungen. Und deswegen, die drei Teile haben einen Marktplatz, da können wir die wirklich steuern, nicht nur nachhaltig, sondern auch praktisch. Auch nur von Produktionsmitteln, die unsere Kunden haben könnten. Und wir könnten ein besseres System zum Beispiel benutzen, der vielleicht langsamer in der Laminierung ist, aber viel schneller in der Werbearbeitung ist, für bestimmte Produktionsmittel, die der Kunde haben. Karsten, über dir, das sehen unsere Zuhörer gerade nicht, schwebt ein dreidimensionales Logo PURE 3. Was hat es damit auf sich? Ja, das war ganz bestimmt. Das, was Xavier eben für die Flexpack beschrieben hat, ist ja im Sinne, bei Nachhaltigkeit muss man sich immer die gesamte Wertschöpfungskette zum Produkt und den Märkten hin anschauen. Und da hilft halt diese PURE-FLEX-Ansätze, deren Kunden wieder ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, weil die Verpackungen also hochwertiger sind und die darin befindlichen Produkte dann länger halten und weniger weggeworfen werden müssen. Allgemein mal gesprochen. Was wir uns mit dem PURE HOCH 3 angeschaut haben, denn auch bei uns in der Chemie, also in der Basischemie zur Polyurethan-Systementwicklung mit den einzelnen Komponenten spielt natürlich Nachhaltigkeit eine ebenso. Zentrale Rolle wie bei den Endprodukten dann der Kunden. Und wir haben damals versucht, einen ganzheitlichen Ansatz zu finden, indem wir quasi eine Produktfamilie ins Leben rufen, die grüner in dem Sinne ist als die ursprüngliche Fossil-Based Polyurethan Chemie. Und das haben wir 2023 dann mit der Einführung dieser Produktfamilie PURE HOCH 3 getan. Den PURE HOCH 3, da steht das PU für Polyurethan-Technologie und die RE HOCH 3 quasi für die drei Säulen, die ich jetzt mal kurz erklären will. ### Reduce-Reuse-Strategie in der Produktion Die eine Säule ist da das REDUCE, also eins der drei REs. Wir versuchen also von vornherein gleich weniger fossilbasierte Rohstoffe einzusetzen, indem wir auf alternative erneuerbare Produkte gehen, wie zum Beispiel pflanzenbasierte Polyole. Oder indem wir auch stärker mit massenbilanzierten Systemen oder ISCC Plus zertifizierten Systemen arbeiten. Das wird in unserer Produktion immer gepaart mit möglichst Energie- und CO2-effizienten Prozessen. Das zweite dieser HOCH 3 REs ist REUSE. Darum geht es, dass wir quasi industrielle Abfälle, was ja im Prinzip nach wie vor Wertstoffe sind, möglichst gut wieder einarbeiten, sodass quasi der Anteil des Wertstoffs, der wirklich wegfällt, möglichst gering gehalten wird und in den Kreislauf zum Produkt hin wieder eingearbeitet wird. Und das letzte der drei REs ist RECYCLE. Da versuchen wir wirklich in enger Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten und mit großen Industriepartnern gemeinsam eine innovative Lösung zu erarbeiten, dass man Polyurethan wieder in seine chemischen Ausgangsstoffe chemisch zurückführt. Im Sinne quasi vollständig recycelbar machen. Und dieses Projekt hat auch einen Namen, das ist bekannt unter dem Namen TURFACTION, ist in Dänemark beheimatet, wird dort auch vom Dänischen Innovationsfonds mit über 12 Millionen Dänischen Kronen unterstützt. Und unsere dänischen Kollegen vor Ort sind hier aktive Teilnehmer an diesem Forschungsprojekt, wo es letztendlich um komplettes chemisches Recyceln geht. In dem Sinn haben wir also mit dieser PURE HOCH 3 Produktfamilie ein Angebot geschaffen, dass unsere Kunden Produkte beziehen können, die bis zu 94 Prozent aus erneuerbaren, wiederverwendeten oder recyclierten Rohstoffen bestehen. Und das ist natürlich ein gewaltiger Schritt hin zu mehr Nachhaltigkeit. Und so versuchen wir quasi die Nachhaltigkeitsziele unserer Kunden bestmöglich zu unterstützen, denn die können da irgendwas zwischendrin auch wählen, je nachdem, was sie für ihre Nachhaltigkeitsziele selber benötigen. Und insgesamt machen wir damit natürlich auch unseren Beitrag zur Bekämpfung des allgemeinen Klimawandels. Also nicht nur helft ihr euren Kunden dabei, Maschinen schneller zu machen, sondern ihr kehrt auch vor der eigenen Haustür und versucht auch selbst schon bei der Herstellung und dann nachher auch bei dem Entsorgen von Polyurethan wieder Recycling anzustoßen, Recycling-fähig überhaupt erst mal zu gestalten und oder sogar nachwachsend. Und das war jetzt neu für mich, auszulegen, also gar nicht mehr auf Rohölbasis, sondern wirklich vielleicht vom Acker. Oder wo kommen die Rohstoffe denn eigentlich her? Ihr habt ja viele Zusatzstoffe, man denkt ja, das wäre so eine einfache Chemie, die Polyurethan-Chemie, aber ganz so simpel ist es dann ja doch nicht, oder? Nee, die Polyurethan-Chemie, gerade wenn wir dann von Polyurethan-Systemen sprechen, die ja in die unterschiedlichen Anwendungsfelder ihren Dienst leisten müssen, ist doch am Ende schon eine komplexere Chemie und da geht es einmal in den Bereich der Polyol-Entwicklung und einmal in den Bereich der Pre-Polymere, die isozyanatbasiert sind. Und ja, es gibt auch pflanzenbasierte Rohstoffe, die sich für Polyole eignen, die kommen aus Schalen von Nüssen und anderen Grundprodukten. Und im Bereich der Isozyanate kann man heute eben mit zertifizierten und berechtigten Kenngrößen sogenannte massenbilanzierte Systeme einsetzen. Das heißt, wenn jetzt in irgendeinem Großwerk erneuerbare Energie in großen Mengen benutzt wird, um irgendeine Chemikalie herzustellen, dann wird dieser Anteil an erneuerbarer Energie massenbilanziert, diesen Produkt zugerechnet, was dann am Ende vom Tag das Endprodukt dann auch nachhaltiger macht, denn es ist ja erneuerbare Energie in den Herstellprozess eingeflossen, auch wenn es zur Chemikalie am Ende vom Tag bleibt. Aus Flexpack-Sicht, Kaschierersicht, ich selber war auch mal an einer Kaschiermaschine gearbeitet, ich weiß, wie es dann normalerweise riecht und wie man die sauber macht mit viel Lösemittel. Und es gibt ja da auch eine leichte Verschiebung hin zu wässrigen Systemen. Javier, du hast dich eben so ein bisschen bedeckt gehalten, weil sich das ansprechen wollte schon mit den wässrigen Systemen. Mich interessiert, ist das etwas, wo ihr spürt, da ist die Nachfrage stark oder ist das etwas, was ihr pushen wollt oder haltet ihr euch wirklich ganz neutral und sagt, wir machen das, was der Kunde will, wir haben lösemittelhaltig, wir haben lösemittelfrei, wir haben aber auch wässrig. Wie ist das genau? Zuerst ist ein Know-how, die wir haben, die natürlich sehr anwendbar ist für einige Fehler in der Industrie. Es ist de per se unsere wässrigen Systeme bieten, was das auch unsere Lösungsmittelsysteme oder sollen früher auch nicht bieten. Das heißt, für einige Fehler in der Industrie unter einigen Fragen, das könnte auch de per se eine gute Option sein, nicht nur als Ersatz von einem Lösungsmittelsystem. Natürlich die unfreundliche Information oder Lösungen, die die ein wässriges System bringen kann, sind auch deutlich und weniger üblich, als es in anderen Sachen auch zu resen ist. ### Lösungsmittelsysteme vs. Solvenfree Technologien Aber de per se die Chemie ist etwas anders als in den Lösungsmittelsystemen oder Solvenfree und deswegen bieten sie auch etwas anderes. Auch die Art der Chemie von den anderen Komponenten in den Türen, wenn das was heißt, einigen unserer wässrigen Systemen, die zeigen höhere Adhäsion auf andere wässrige Inks zum Beispiel, die auch dann machen so eine sehr nette Verbindung für den Konverter. Das heißt, es ist nicht nur eine Ersetzung von System, kein System wird hundertverständlich anderen Systemen ersetzen, nur ein komplementärer und breiterer Anwendungsgebiet zusätzlich. Wir haben damals bei dem Arbeitgeber, wo ich gearbeitet habe, an der KFJ Maschine viel Dreilagenverbunde hergestellt und unser Maschinenführer war immer begeistert. Wenn wir über 300 Meter fuhren, das war damals richtig High-Speed, Triplex in zwei Durchläufen wohlgemerkt, also nicht Triplex in einem Durchlauf. Hast du noch eine Erfolgsgeschichte? Ich habe wahrgenommen, ihr seid auch beim High-Speed-Fahren besonders engagiert und wollt die Leute in ganz andere Bereiche bringen mit eurem Klebstoffe. Weil das Problem war gar nicht, dass die Maschine nicht schneller fahren konnte damals. Die hätte auch gerne 500, 600 Meter fahren können, aber die Klebstoffe machten das einfach, die schäumten, die spritzten, die klebten im Gehäuse und was weiß ich. Hast du eine Erfolgsstory für uns? Doch, doch, du hast völlig recht, 600 Meter pro Minute, das war wirklich sexy, aber nicht alle Leute der Welt möchten das, weil die Produktion Kunde bei Kunde verteilt sich in verschiedenen Formen. Es gibt Leute, die natürlich viele verschiedene Laminate machen pro Tag und dann machen sie viele Stoppänderungen und so und es ist sinnlos, 600 Meter pro Minute zu verbreiten. Das muss für spezifische Sachen gemacht werden, trotz, ich sage das laut, wir können es. Und andere Success-Sachen natürlich, ich erinnere mich in einem anderen südeuropäischen Land, wo nicht so spezifisch mit der hohen Qualität arbeiten könnten und die Probleme mit verschiedenen Variationen von Inqualität arbeiten müssen. Und wir haben von einem Tag zu anderem die Probleme von Verklebungen und so gelöst, nur als ein unserer Produkte eingesetzt haben und es war so schwer, wie nichts in das Produkt einzusetzen. Das heißt, wie einfach das Produkt sich bearbeiten lässt, in der Maschine laufen und die Probleme von einem Tag zu anderem zu lösen, das war wirklich für mich ein Lernen, über das wir bewusst unser Produkt in dieser Linie waren. Das war wirklich ein Erfolg gesichtet. Ich habe ein anderes, ein wesentliches System, das war auch in England mit einer schwierigen Digital-Inks-Laminierung. Unser wesentliches System hat de per se eine sehr gute Adhesion dort mitgebracht, mit guter Chemik. Da sie außen diese schnelle Laufenheit, Maschinenlaufenheit, ich glaube, diese zwei schnelle Erinnerungen. Also man muss wirklich hinschauen, was im Moment der Bottleneck ist, wie man so schön Neudeutsch sagt, und dann die Lösung finden. Wenn jemand ganz neu anfängt oder sich neu ausrichten möchte für die Kaschiertechnologie interessiert, was würdest du so einem Neustarter raten? Ich würde ihn zu sagen empfehlen, zuerst mit uns geprodukt zu arbeiten, klar. Wenn jemand neu in das Geschäft kommt, mit aller Menge Variationen und Schwierigkeiten, die in der Klebefunktion kommen könnten. Mit Materialien wie Tinten, Schnelligkeit, Qualität des Films etc. Und auch trotzdem zusammen in einem Cocktail, wo die Neulingen sind und vielleicht nicht die erfahrenen Leute haben. Besser bei weniger als 3 % von Klebstoffe in der Strukturen, besser in sich erlaubt und besser durchlassen als Probleme zu kriegen. Karsten, wenn du als allerletzte spontane Frage dir was wünschen könntest von euren Kunden, vielleicht für die nächsten 3–5 Jahren. Du hast bestimmt auch Zahlenplanungen im Kopf. Was wünscht du dir von der Flexpack-Industrie vielleicht im Speziellen oder auch größer gefasst von der Polyurethan-Kunden-Seite? Gibt es da etwas, wo es immer daran scheitert, dass ihr mit Pure-Hoch-3 vielleicht nicht so richtig an den Start kommt oder wo ihr euch noch mehr Schwung wünscht? Ich vermeint im Moment ganz, wie soll ich sagen, zufrieden mit der Entwicklung des Pure-Flex oder auch der Pure-3-Geschichte, wie sie im Markt angenommen wird. ### Innovation und Mut für Industrie-Wachstum Ich glaube, was ich mir generell wünsche für die gesamte Industrie, ist wieder mehr Kraft und Mut wirklich zu innovieren. Wir alle sind im Moment sehr gefangen in diesem Thema, dass wir immer noch in so einer Industriekrise stecken mit allen Aspekten, die so eine Krise mitspringt. Aber in der Innovationen steckt eigentlich ein Schlüssel, dass man dann ein Stück weit rauskommt und mit der Produkte zusammen entwickelt, die dieser Krise auch ein Stück weit Paroli bieten können. Sei es effizientere Systemen, sei es umweltfreundlichere Systemen oder sei es auch ein ganz neues Polyurethan-Schaum-System oder ein Elastomer-System, das wieder eine Anwendung abdeckt, die vorher so nicht möglich war. Somit schafft man sich immer wieder neue Wachstumspotenziale, unabhängig davon, was dieser auf Norddeutsch anderlei Demand jeden Tag so treibt. Ich würde mir wieder wünschen, dass der Fokus weg von diesem Krisen-Modus hin zu dem, was alles möglich ist, gerade mit modernen Chemiesystemen. Da ist Polyurethan mit ihrer Vielseitigkeit in der Chemie, auch im Zusammenspiel mit den Maschinenherstellern, eine hoch attraktive Industrie, die eigentlich auch in der Vergangenheit immer gezeigt hat, dass sie über Innovationen wieder einen Schritt nach vorne macht. Das wünschen wir für die nächsten Jahre. Leichte Ansätze sehen wir davon schon, aber es kann ruhig noch mal mehr Momente entwickeln. Danach kann fast nichts mehr kommen. Better Together – habe ich noch gesehen – ist einer eurer Slogans. Ich glaube, das passt auch im Moment in die Kreislaufwirtschaft. Die kann man nämlich nur gemeinschaftlich voranbringen. Wir als Verbandsindustrie sind im Moment gefangen in Regulatorien. PPWR steht über allem. Wir müssen uns jetzt diesen Pflichten unterwerfen, die aber auch positive Effekte haben werden auf die Flexpack-Industrie. Ich glaube, Polyurethan wird eine große Rolle dabei spielen, denn die Monomaterialfolien sind nämlich alles auch nach wie vor kaschierte Verbundfolien, die nur dann ihre volle Kraft entfalten können. In diesem Sinne Dankeschön an euch beiden, Pravier Totossa und Karsten Werner. Vielen Dank auch an dich, Karsten. Tschüss, bis zum nächsten Mal. **Kategorien:** Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung **Schlagwörter:** Carsten Woerner, Javier Tortosa, PLIXXENT --- ### [PCR aus der haushaltsnahen Sammlung jetzt auch in Wickelstretchfolie](https://inno-talk.de/pcr-jetzt-auch-in-wickelstretchfolie/) **Published:** Dezember 3, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## Mika Sang im Gespräch auf der Fachpack 2025 ***Auf der Fachpack 2025 spricht Mika Sang über den nächsten Schritt in der nachhaltigen Folienentwicklung: den erfolgreichen Einsatz von Post-Consumer-Rezyklat (PCR) aus der haushaltsnahen Sammlung in Wickelstretchfolien. Nur ein Jahr nach seiner letzten Präsentation zeigt Sang, wie aus der Idee nun ein marktreifes Produkt geworden ist.*** Sein Team konnte erstmals eine Wickelstretchfolie mit **20 Mikrometern** (µm) Dicke entwickeln, die **35 Prozent PCR-Anteil gemäß PPWR** enthält – davon **10 Prozent aus haushaltsnaher Sammlung (gelber Sack)**. Das Material wurde nicht nur produziert, sondern auch erfolgreich auf vollautomatischen Wickelautomaten verarbeitet und im hauseigenen Technologiezentrum auf Herz und Nieren getestet. Damit erfüllt die Folie gleich zwei zentrale Anforderungen: hohe Materialeffizienz (auch im Vergleich zu aktuell diskutierten Mehrweglösungen) und echte Kreislauffähigkeit durch den Einsatz von Rezyklat. Im Interview betont Sang, dass diese Innovation kein Zufallsprodukt ist. Sie basiert auf enger Abstimmung zwischen Folien- und Maschinenhersteller. Entscheidend sei das Zusammenspiel aus **Folie, Rezeptur und Wickeltechnik**, um trotz Rezyklateinsatz gleichbleibende Stabilität und Dehnbarkeit zu erreichen. Dabei helfen dem Unternehmen jahrzehntelange Erfahrung als Anbieter von Verpackungsmaschinen und praxisnahe Tests unter realen Transportbedingungen. Im Markt beginnt damit eine neue Entwicklungsphase: Wickelstretchfolien, die bislang auf Neuware setzten, können künftig einen signifikanten Anteil recycelter Kunststoffe integrieren. Für viele Anwender ist das ein wichtiger Schritt, um eigene Nachhaltigkeitsziele und regulatorische Vorgaben der **Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR)** zu erfüllen. Sang weist darauf hin, dass die 20-µ-Variante nur ein Zwischenschritt sei. Ziel ist es, die Folienstärke weiter zu senken, ohne Funktionalität einzubüßen. Stretchfolien aus kommerziell, sortenrein gesammeltem PCR bietet DUO PLAST bereits ab 12 µm an – in diesen Bereich sei man mit der neuen Innovation durch die geringere Sortenreinheit des Materials aus der haushaltsnahen Sammlung jedoch noch nicht. Parallel arbeiten Forschung und Entwicklung an der Optimierung der Extrusionsprozesse und qualifizieren noch homogenere Rezyklate, um Prozessschwankungen zu reduzieren. Das Beispiel zeigt, wie sich Kreislaufwirtschaft und technischer Fortschritt gegenseitig befruchten: Recyclingmaterialien werden leistungsfähiger, Maschinen adaptiver, und Hersteller gewinnen Vertrauen in den industriellen Einsatz. Wickelstretchfolien mit PCR sind damit kein Laborprojekt mehr, sondern Realität auf der Fachpack 2025. Das Interview mit Mika Sang verdeutlicht: **Rezyklate gehören längst in den Maschinenraum der Verpackungsindustrie.** ## Keine Folge mehr verpassen! 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Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Ich bin wieder bei Mika Sang, Fachpark 2025. Wir haben uns vor einem Jahr hier kennengelernt, seitdem ist viel passiert. Mika, du hast Vorträge gehalten bei uns, du hast weiterentwickelt. Letztes Mal haben wir gestanden vor einer Stretchfolie, diesmal stehen wir vor Wickelautomaten. Was hat es damit auf sich? Wir haben dieses Jahr wieder was Neues vorgestellt, haben in den letzten 12 Monaten, wie Karsten schon angedeutet hat, viel gemacht. Und sind jetzt an dem Punkt, wo wir stolz verkünden können, dass wir eben mittlerweile auch Systalen, das Rezyklat aus der haushaltsnahen Sammlung, in die Wickelstretchfolie bringen können. Wir haben jetzt erstmalig eine Wickelstretchfolie in 20 Mikrometern produziert und auch erfolgreich verarbeiten können. Und dort erfüllen wir zum einen die PPWR-Kriterien mit 35% PCR und haben auf die Gesamtfolie 10% aus dem gelben Sack. Und das ist ein tolles Ergebnis. Du hast jetzt gerade schon die Dicke genannt, 20 µ, das ist ja ungefähr ein Drittel, Viertel dünn. Ist das eine normale Dicke für auch eine nicht PCR-haltige Wickelstretchfolie? Ja, für gewöhnlich im Markt natürlich auch starten wir schon bei 10, 12, 15 Mikrometern. Gerade bei Anwendungen, wo wir leichte Paletten haben, wo die Stabilität vielleicht nicht ganz so wichtig ist. Wir sind aber auch perspektivisch natürlich dran, noch ein bisschen weiter runter zu gehen. Entscheidend ist letztendlich das Zusammenspiel aus Folie und Maschine. Und da hilft uns einfach die Erfahrung im Maschinenbereich, den wir haben seit einigen Jahren. Und auch das Folien-Knowhow, dass wir hier quasi perfekt gewappnet sind. Du hast gerade schon angesprochen, Systalen ist ein PCR-Material, das heißt Post-Consumer-Rezyklat aus dem gelben Sack tatsächlich. Was macht die Sache so schwierig, wenn man das einsetzen will im Vergleich zu recycelten Wickelstretchfolien? Gut, wir haben das zu Beginn gesehen, die Kontamination. Wir bedienen uns hier letztendlich an der 98-2-Fraktion. Und wenn man einmal in so einem Recyclingwerk war, dann riecht man es nicht nur. Man sieht eben auch, dass da verschiedene Fremdstoffe drin sind. Wir haben eine gewisse Stippenbildung. Wir sehen auch, die Folie hat so einen leichten grünen Stich. Das sind alles Faktoren, die gerade bei so einer, du hast gesagt, ein Viertel, eine halbe Stärke von einem Haar, die das natürlich extrem erschweren und dann auch Probleme verursachen können. Aber durch verschiedene Sachen in der Extrusion, durch eine Siebung und so weiter, können wir da eben entsprechend gegensteuern. Also es ist nicht einfach so beim grünen Punkt anrufen, gib mal Systalen her, reinkippen und los geht’s, sondern man muss ein bisschen forschen, oder? Da muss man forschen und da haben wir als Duoplast auch viel Zeit investiert. Erst mit den Stretch-Schrauben, mittlerweile in der Stretchfolie. Schrumpfschrauben haben wir zwischendurch gemacht, Abdeckfolien. ### Hand-Stretchfolie mit Vordehnungstechnik Wir haben jetzt aktuell ein Projekt laufen, wo wir auch Hand-Stretchfolie quasi vordehnen. Da sind wir dann sogar schon bei acht Mikron Stärke. Und das war aber kein einfacher Weg. Und auch intern sind wir definitiv auf ein paar Hürden getroffen, wo dann Kritik seitens, sag ich mal, Produktion, aber auch im Sales war oder im Marketing. Und das kommt definitiv mit Herausforderungen, aber wir sind jetzt an dem Punkt, wo wir so weit sind. Du hast eben schon die Stippen angesprochen, Gels auf Englisch. Woher kommen die eigentlich und was machen die für Probleme? Gut, ich komme jetzt nicht aus der Kunststofftechnik, aber wir haben Verbrennungen durch verschiedene Schmelzpunkte, die wir natürlich dann bei den Rezyklaten haben, je nachdem welche Stoffe dort drin sind. Teilweise sind die Stoffe unterm Schmelzpunkt und das sind dann eben diese kleinen Körnchen. Und für mich in der Anwendung oder für unsere Kunden sorgt das dann natürlich potenziell für Löcher, für Abrisse und so weiter. Aber die Blasfolie hatte ganz klar auch ihre Vorteile und wir konnten schon erfolgreich in den Dauerlauf testen. Ein großer Lieferant von Stretchfolien nutzt ja auch die Gießfolientechnologie. Ihr macht nur Blasfolie. Warum? Damals als Familienunternehmen, das war noch vor meiner Zeit, da war ich noch nicht bei Duoplast, hat man sich für diesen Weg entschieden eben im Premiumsegment Blasfolien anzubieten und dann mit einem klaren Fokus auf Qualität, Produktion made in Germany. Und diesem Weg, dieser Entscheidung ist man auch treu geblieben. Natürlich hat die Castfolie auch ihre Vorteile, Produktionseffizienz und ist im Markt mittlerweile der Standard. Die Blasfolie hat aber auch einfach ihre technischen Vorteile, Durchstoßfestigkeit, gerade für schwere Güter. Das sind die Bereiche, wo wir zu Hause sind, wo man eben eine gute Qualität braucht. Und das ist die Entscheidung für unsere Blasfolientechnologie gewesen. Viele wissen wahrscheinlich gar nicht, die Stretchfolie einsetzen, ob es eine Gießfolie oder eine Blasfolie ist. Blasfolie ist eben in beide Richtungen etwas stabiler als eine Castfolie, die in eine Richtung immer so ein bisschen gezogen wird. Das ist ja glaube ich einer der Hauptunterschiede. Zu den Stippen nochmal. Ihr versucht selber die Stippen zu unterdrücken und eine Folie möglichst stippenfrei herzustellen, damit keine Löcher entstehen. Hab ich das richtig verstanden? Absolut, das ist natürlich das Ziel. Wir wissen aber auch, dass jede Charge PCR etwas unterschiedlich ist. Wir haben da gewisse Schwankungen. Durch eben aber eine Siebung, das sind dann natürlich auch Investments, die wir jetzt in den letzten Jahren getätigt haben, durch die Learnings aus dem PCR-Bereich. Probieren wir das natürlich zu minimieren. Ganz ausschließend können wir es aber absolut nicht. ### PCR-Standards vor PPWR-Umsetzung Noch ist die PPWR ja noch nicht in Kraft, in dem Sinne, dass ihr jetzt schon gewisse Standards da einhalten müsst. Ihr habt trotzdem schon 35 Prozent PCR drin. Was ist euer Ziel? Warum macht ihr das jetzt schon? Gut, zum einen ist es natürlich für uns eine Sache, dass wir sagen, die Thematik ist wichtig, PCR. Wir haben seit, als Duoplast schon im Grunde seit unserer Gründung das Ziel weniger ist mehr. Das heißt, früher, da hatten wir noch nicht über PCR gesprochen. Da haben wir aber gesagt, okay, wir wollen den Anteil Verpackungsmaterial pro Palette reduzieren. Das heißt, wenn man vorher mit 500 Gramm Material die Palette stabil gemacht hat, macht man es jetzt mit 250. Und das war immer unsere Philosophie. Blasfolie statt Gasfolie und eben diese Argumentation. Und inzwischen haben wir in unserem Portfolio die 35 Prozent erfüllen wir. Ab 2040 kommt dann auch noch der nächste Schritt. Da sind wir dann schon bei 65 Prozent PCR. Die haben wir auch schon. Aber man muss natürlich sagen, dass die mechanischen Eigenschaften von der PCR-Folie gerade je höher der Anteil ist, die nehmen natürlich ab. Und so setzen viele Kunden dann auf die Folie mit 30, 35 Prozent PCR, die, sage ich mal, an dieser Grenze für 2030 sind. 65 Prozent gehen auch. Aber das ist in vielen Fällen wirtschaftlich noch nicht zum einen zum Verbrauch, aber auch natürlich finanziell kriegt das noch Herausforderungen. Nächstes Jahr gibt es da keine Fachpack. Im übernächsten Jahr werden wir sie dann wahrscheinlich hier sehen. Ihr habt Preise gewonnen, unter anderem. Und ihr werdet auch beim Inno-Meeting vorstellen eine LCA-Analyse und das auch bei dem InnoCircle im nächsten Jahr im Sommer. Was ist dabei rausgekommen bei der Life-Cycle-Analyse? War das positiv jetzt für eure Stretchfolie mit PCR? Lohnt sich das überhaupt? Ist Papier vielleicht besser? Kannst du da so einen groben Überblick schon geben vielleicht? Das ist ein heikles Thema, das in unserem Markt gut und gerne für Diskussionen sorgt. Grund für diese Studie war natürlich die Mehrwegquote, die wir in der PPWR hatten mit den 100 Prozent. Und das war der Auslöser dafür, dass wir gesagt haben, wir müssen nicht nur Papier und Stretchfolie vergleichen, sondern auch entsprechende Mehrweglösungen wie Kunststoffboxen und sonstige. Und ihr habt für uns das Ergebnis klar gezeigt, dass man betrachten muss, was erfordert eine Ladeeinheit, damit sie stabil ist. ### Stretchfolie Stabilität und Vergleichbarkeit Und dann unter einer gleichbleibenden Stabilität kann man die Verpackungsmaterialien vergleichen. Und hier hat man gesehen, dass die Stretchfolie eben aufgrund dieser Eigenschaften des Kunststoffes die Nase vorn hat. Weil eben ein sehr, sehr geringer Materialverbrauch möglich ist. Und nicht selten werden diese eine Tonne schweren Paletten mit wenigen Gramm Folie gesichert. Und das ist für uns ein super Ergebnis gewesen, was auch bestätigt, dass die Stretchfolie definitiv ihren Platz verdient hat und auch den Stellenwert. Wie viel Folie braucht man ungefähr, um so eine Palette einzustretchen mit so einer PCR-haltigen Folie? Kannst du da mal Daumenwerte nennen? Ich würde sagen, für diese Standardpaletten kommt natürlich drauf an – Kategorie ABC, wie homogen sind die Waren, sind sie formschlüssig. Das ist ein ganz wichtiges Kriterium. Ich würde mal sagen, in der Range von 100 bis 300 Gramm sieht man alles. Die schweren Paletten in der Getränkeindustrie, im Worst Case noch ohne Kohlensäure, die sind dann schon sehr instabil. Da ist man dann auch teilweise in einem Bereich, der etwas höher hinausgeht, kommt aber sehr, sehr individuell auf den Case an. Und das hat auch unsere Arbeit bei uns im Technologiezentrum gezeigt, wo wir Tag für Tag eigentlich die Paletten unserer Kunden auf Stabilität testen und probieren, nachhaltig oder kostengünstiger zu machen. Auch da wieder Flexpack, die Minimalverpackung. Danach kann nichts mehr kommen. Vielen Dank, Mika Zang. Vielen Dank. **Kategorien:** Abfülltechnik, Entsorgung / Recycling **Schlagwörter:** Duo Plast, Mika Sang, Stretchfolie --- ### [Digital Sealing – Präzises Siegeln für Monomaterialien](https://inno-talk.de/digital-sealing-praezises-siegeln-fuer-monomaterialien/) **Published:** Januar 14, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Marcus Stein von **Watttron** erklärt auf der Fachpack 2025, wie das neue Siegelkonzept *Digital Sealing* die Prozesskontrolle beim Verbinden flexibler Verpackungsmaterialien revolutioniert. Die Technologie basiert auf einem pixelgenauen Heizsystem, das Wärme präzise dort erzeugt, wo sie tatsächlich benötigt wird – und nicht mehr flächig über eine gesamte Siegelbacke verteilt. ## **Vom Heizelement zum Pixel** Während konventionelle Siegelwerkzeuge mit langen Heizpatronen und einem zentralen Temperatursensor arbeiten, besteht die Watttron-Lösung aus vielen einzeln ansteuerbaren Heizelementen. Jedes dieser „Pixel“ kann separat geregelt werden. Das erlaubt eine dynamische, ortsgenaue Temperatursteuerung und minimiert thermische Über- oder Unterbelastung des Materials. ## **Vorteil für Monomaterialien** Besonders vorteilhaft ist diese Präzision bei **Monomaterialien**, deren Verarbeitungsfenster deutlich schmaler ist als bei klassischen Verbundfolien. Eine stabile, reproduzierbare Siegelnaht wird damit auch bei empfindlichen Materialien möglich – ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu rezyklierbaren Verpackungslösungen. ## **Fehlererkennung durch digitale Parameter-Erfassung** Marcus erläutert am Beispiel von Joghurtbechern, dass durch die digitale Erfassung der Prozessparameter an den einzelnen Pixeln sogar Kontaminationen der Siegelnaht und damit potenzielle Siegelfehler erkannt werden können. Ein echter Beitrag für sicherere Lebensmittelverpackungen! ## **Nachrüstbar in bestehenden Anlagen** Das System kann in bestehende Maschinen integriert werden, ohne deren Grundaufbau zu verändern. Beispiele aus der Praxis, etwa bei **Nestlé (Maggi)**, zeigen, dass sich vorhandene Produktionslinien mit Digital Sealing auf den neuesten Stand bringen lassen – effizient, präzise und zukunftssicher. ## **Fazit** *Digital Sealing* von Watttron ist ein konkreter Beitrag zur Verbindung von Nachhaltigkeit und Prozesssicherheit. Die Kombination aus lokaler Temperaturregelung, schneller Reaktion und Nachrüstbarkeit macht das System zu einem der spannendsten Trends im Bereich **Siegeltechnologie**. ## Keine Folge mehr verpassen! Abonnieren sie jetzt den [Innoform-Podcast](https://inno-talk.de/podcast/) auf ihrer Lieblings-Plattform und erhalten sie neue Episoden automatisch. 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Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Wir sind bei Firma Wattron, Fachpark 2025 bei Markus Stein. Ihr habt Pixel-Siegelung, habe ich im Kopf. Was ist das? Also Pixel-Siegelung ist am Ende nichts anderes, was auch heutzutage der Kern ist derselbe. Wir nutzen Wärme, um zum Beispiel Materialien zu verbinden oder Thermoform-Materialien vorzuwärmen. Aber wir machen es eben auf eine intelligente Weise, indem wir nämlich die Heizzone in kleine Heizpixel unterteilen und die Wärme damit nicht nur lokal aufgelöst erzeugen, sondern auch sehr ortsgenau. Dort wo die Wärme gebraucht wird, dort stellen wir die Wärme her. Und das hat auch dynamische Vorteile, also dass wir dadurch schneller sind in der Regelung und damit können wir genauer regeln. Diese Genauigkeit ist zum Beispiel interessant, wenn man Monomaterialien siegeln will, weil diese Monomaterialien ein deutlich geringeres Verarbeitungsfenster haben als klassische Verbundmaterialien zum Beispiel. Ich habe früher mal so Standbeutelmaschinen gearbeitet, da war eine lange Siegelbacke mit einem Temperatursensor in der Mitte und einer langen Heizpatrone drin, da hatte man eine Temperatur, man wusste noch nicht so genau welche. Für euch ist es anders. Wie messt ihr das? Wie wird das geregelt? Ist das irgendwie mit einer PC-Schnittstelle? Wie geht das in der Praxis? Ja, ich würde sogar sagen, es gibt nicht nur eine Temperatur, die sie damals hatten, sondern sie hatten undefiniert verschiedene Temperaturen auf der Siegelschiene. Also bei uns ist das so, dass die Siegelschiene erstmal nach außen relativ gleich aussieht. Das ist der Vorteil, dann auch in bestehenden Maschinen nachzurüsten. Also zum Beispiel bei Nestlé, mit der Firma Maggi, haben wir diese Anlagen einfach nachgerüstet. Das ist natürlich ein großer Vorteil gegenüber jetzt in dem System, was man nur für neue Maschinen nutzen kann. Und das kommt einher, dass wir eben sowohl die Siegelschiene als auch dann das Equipment rundherum, was eben dann auch die Kommunikation mit der Maschine macht, mit in das Paket also reinpacken. Wir können selber die Nachrüstung machen oder den Maschinenbauer zur Verfügung stellen, das dann in seine Maschine einzubauen. Die Werte, die ihr aufnehmen, werden protokolliert, hat eine gewisse Art von Qualitätskontrolle. Dann sehen wir jetzt noch eine Weiterentwicklung. Ihr habt auch die Möglichkeit, Kontaminationen zu erkennen. Wie geht das? Genau. Also wir folgen sozusagen der Idee, Daten oder die Siegelung zu digitalisieren. Das ist ja so ein bisschen unser Leitspruch, Digital Sealing. Und wir zeigen das jetzt hier an einem Beispiel von dem Joghurtbecher. Joghurtbecher füllen hat ja immer das Risiko, dass man während des Füllens eine Kontamination des Siegelrandes macht. Und da wäre es eigentlich interessant zu wissen, das bereits in der Siegelung quasi festzustellen. ### Monomaterial-Siegelung mit Energieeffizienz Und das kann man machen, das zeigen wir halt hier. Wir haben hier auch Monomaterial. Auch das ist nochmal interessant, weil gerade Dichtigkeitskontrollen bei Monomaterial so eine Schwierigkeit ist. Und hier sieht man jetzt unten, das ist quasi der Temperaturverlauf von den vielen Pixeln, im Falle von so einem Siegelkopf mit 16 Pixeln. Und hier oben, interessanterweise, auch den Energieverbrauch. Und wenn man jetzt mal guckt in den Pixeln, wo keine Kontamination vorgeherrscht hat, dann sieht man, dass diese Siegelungen sehr ähnlich sind. Da gibt es keinen großen Unterschied zwischen beiden Siegelparteien. Aber in dem Pixel, wo ich die Kontamination hatte, und das war glaube ich der Pixel 11, dort sieht man einen deutlichen Abweich. Also in dem Bereich, wo ich halt hier diese, im Falle ist das ein Stückchen von dem Gummibärchen, dass ich dort halt diesen Ausschlag habe. Und das kann dann am Ende unser Algorithmus erkennen und der Maschine zurückmelden, hier bitte auschleusen. Hochspannend, früher haben wir versucht, das durch dicke Folien zu kompensieren. Das geht heute nicht mehr, weil wir erstens Monofolien haben und zweitens dünner werden. Wie ist sie, in welchen Industrien seid ihr sonst noch unterwegs? Ihr liefert nicht nur die Verpackungsindustrie, seid aber hier auf der Fachpack. Scheint für euch wichtig zu sein. Ja, wir sind ja schon die Ausgründung von dem Institut für Verpackungsmaschinen der TU Dresden. Das ist schon vor neun Jahren mittlerweile passiert, diese Ausgründung. Deswegen ist unser ganzes Wesen auf Verpackungsindustrie ausgerichtet. Wir haben mittlerweile auch Kunden im Bereich Biotech, im Bereich Medical. Batterienzellen müssen zum Beispiel auch geschweißt werden. Da gibt es interessante Anwendungen, aber jetzt hier auf der Fachpack – weiter natürlich unseren Fokus folgend – Verpackungsindustrie, wirklich auf der einen Seite Nachhaltigkeit voranzubringen, Produktivität und Nachhaltigkeit, die gehen zusammen, das glauben immer noch nicht viele, aber mit unserer Kundenerfahrung wissen wir, dass beides zusammengeht, hohe Geschwindigkeiten und nachhaltige Folien, und zum anderen das Thema Digitalisierung, also der Maschine mehr Intelligenz zu geben, mehr Daten zu geben. Markus Stein von Vatron, herzlichen Dank. Vielen Dank. **Kategorien:** Abfülltechnik, Entsorgung / Recycling, Standbeutel **Schlagwörter:** FachPack, Marcus Stein, watttron --- ### [Biokunststoffe mit Verantwortung](https://inno-talk.de/biokunststoffe-mit-verantwortung/) **Published:** Januar 21, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ### Wo biologisch abbaubar wirklich Sinn ergibt Auf der Fachpack 2025 spricht **Niklas Voß**, stellvertretender Vertriebsleiter bei **FKuR Kunststoff GmbH**, über den verantwortungsvollen Einsatz biologisch abbaubarer Polymere. Das Unternehmen mit Sitz in Willich zählt zu den Pionieren für **biobasierte und biologisch abbaubare Kunststoffe**. Der Fokus: Anwendungen finden, bei denen der ökologische Mehrwert wirklich relevant ist. ### **Gezielter Einsatz statt Greenwashing** Voß betont, dass biologisch abbaubare Kunststoffe nicht pauschal die bessere Wahl sind. Entscheidend sei, **wo** ein Material nach Gebrauch verbleibt. In geschlossenen Stoffkreisläufen, etwa bei Lebensmittelverpackungen oder technischen Produkten, sei **Recycling** oft sinnvoller. Anders sieht es dort aus, wo ein Kunststoff **unvermeidlich in der Umwelt verbleibt** – etwa in der **Landwirtschaft, Forstwirtschaft oder bei Outdoor-Events**. In diesen Fällen bieten abbaubare Materialien einen realen ökologischen Nutzen. ### **Praxisbeispiele aus Natur und Freizeit** FKuR liefert Biopolymere für Anwendungen, bei denen Materialrückführung nicht möglich ist: Pflanztöpfe, Mulchfolien oder Produkte für temporäre Veranstaltungen. Ein Beispiel ist ein sogenannter *Matschlauf*, bei dem tausende Teilnehmer kompostierbare Utensilien verwenden, um Müllansammlungen zu vermeiden. Voß verdeutlicht: „Wenn Kunststoffe in der Natur bleiben, müssen sie vollständig biologisch abbaubar sein – das ist echte Nachhaltigkeit.“ ### **Portfolioerweiterung mit Rezyklaten** Neben Biopolymeren integriert FKuR inzwischen auch **Rezyklate** in sein Sortiment. So entsteht ein ganzheitlicher Ansatz: biobasiert, abbaubar, recycelt – je nach Anwendung. Dieses Denken in **Materialfamilien** statt Einzellösungen zeigt, wie stark sich der Markt differenziert. ### **Fazit** FKuR steht für einen **pragmatischen, anwendungsorientierten Einsatz** nachhaltiger Materialien. Biologisch abbaubare Kunststoffe sind kein Allheilmittel, aber dort, wo sie am Ende ihres Lebenszyklus in der Natur verbleiben, leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Umweltentlastung. ## Keine Folge mehr verpassen! Abonnieren sie jetzt den [Innoform-Podcast](https://inno-talk.de/podcast/) auf ihrer Lieblings-Plattform und erhalten sie neue Episoden automatisch. [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) ### Verwandte Episoden - [Balance, Präzision und Verantwortung bei Regularien für Verpackungen](https://inno-talk.de/balance-praezision-und-verantwortung-bei-regularien-fuer-verpackungen/) - [Biokunststoffe, Rezyklate und PPWR](https://inno-talk.de/biokunststoffe-rezyklate-und-ppwr/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Fachpack 2025, ich bin bei FKUR auf dem Stand, wir kennen uns schon länger, Niklas Voss ist mein Gesprächspartner. Ihr habt viele Biopolymere im Angebot, nachwachsende Rohstoffe, biologisch abbaubar, wir kennen das alle. Wir haben uns heute rausgepickt, wir wollen mal über biologisch abbaubare Polymere sprechen und da habt ihr eine ganz spezielle Meinung zu. Niklas, erzähl erst ein bisschen über dich, was machst du bei FKUR und warum reden wir heute drüber? Ja, genau, mein Name ist Niklas Voss und ich bin der stellvertretende Vertriebsleiter von FKUR und ich habe so ein kleines Team, mit dem ich die Biokunststoffe in Europa vertreibe zusammen. Wir sind spezialisiert auf biobasierte, biologisch abbaubare Kunststoffe, haben jetzt auch wieder Rezyklate bei uns im Portfolio aufgenommen für alle möglichen Anwendungen und alle möglichen Prozesse. Wir haben im Vorgespräch schon kurz erörtert, die biologisch abbaubaren Biopolymere, die ja auch Biopolymere genannt werden, genauso wie die, die nachwachsend sind, müssen immer die passenden Anwendungen finden. Sag uns mal ein paar Beispiele. Unserer Meinung nach sind abbaubare Kunststoffe da wichtig, wenn sie in der Natur verbleiben. Das bedeutet, es macht für uns sozusagen keinen Sinn, fossilbasierte, nicht abbaubare Kunststoffe in Gartenprodukten einzusetzen, im Landschaftsbau einzusetzen, in der Forstwirtschaft einzusetzen, sondern da, wo Kunststoffe in der Natur verbleiben, die sollten definitiv immer 100% biologisch abbaubar sein. Was sind denn solche Events zum Beispiel, wo man sowas einsetzen kann? Du hast erzählt von so einem Matschlauf, wo es viele tausend Zuschauer waren und wo das nachher aussah wie auf einer Müllhalde. Das meinst du damit, oder? Auch, das ist natürlich auch ein Anwendungsbeispiel. Also wenn man sagt, man hat ein großes Event, ein Festival oder halt so ein Matschlauf und Matmasters, da war ich jetzt am Wochenende, da waren mehrere 10.000 Leute, also ich sage mal so 10.000 bis 20.000 Leute übers ganze Wochenende, die dann auch einzelne Verpackungen da hatten und auf den Boden geschmissen haben. Natürlich ist auch da ein Thema, darüber nachzudenken, ob es vielleicht abbaubare Kunststoffe da auch eine Lösung sind. Das heißt, es macht glaube ich nicht immer Sinn, über Verpackungen an sich zu diskutieren, sondern die Endanwendungen von Verpackungen sich anzugucken, wo werden die eingesetzt und wie werden die auch da entsorgt. Auf Festivals zum Beispiel gibt es wahrscheinlich auch keine, oder nicht unbedingt eine Müllsortierung, sondern da geht das wahrscheinlich alles direkt in den Restmüll, wird verbrannt. Also von daher muss man natürlich gucken, ob es denn vielleicht auch abbaubare Kunststoffe da einzusetzen, damit wenn die in der Natur verbleiben, dann vielleicht auch biologisch abbauen. Ja, sozusagen vom Winde verweht. Hier sind auch biologisch abbaubare Kunststoffe auf dem Tisch. Da gibt es ja eine Norm, die war sehr umstritten und ist glaube ich bis heute. Es gibt ja auch immer diesen Streit zwischen heimkompostierbar und industriell kompostierbar. Wovon reden wir heute? Das sind Materialien, die bodenabbaubar sind. Das heißt, wir haben uns hier auf bodenabbaubare Materialien spezialisiert für die Forstwirtschaft, also Baumenschutz zum Beispiel. Das sind einzelne Produkte davon, die bodenabbaubar sind, die einen bestimmten Lebenszyklus halten müssen, also um den Baum zu schützen. Und dann, wenn einzelne Fragmente davon runterfallen, damit diese Fragmente dann auch wirklich 100 % biologisch abbaubar sind. Das heißt, den Baum schützen über einen gewissen Zeitraum und wenn Fragmente runterfallen, dass diese dann auch wirklich abbaubar sind. Das ist halt das Wichtige. Oder als Beispiel auch dieses Bindegarn hier, wo man halt, weiß ich nicht, Produkte hat, die man zusammenbindet und dann später abschneidet. ### Industrielle Kompostierung von Bioplastik-Materialien Oder vielleicht auch die Pflanzen sofort direkt mit in die industrielle Kompostierung geben. Bietet sich sowas natürlich auch anders an. Man sagt, man hat keine Trennung mehr von Kunststoff und Pflanzen, sondern kann das komplett in die industrielle Kompostierung geben und das baut dann halt da zusammen ab. Werden die speziell ausgerüstet, diese Kunststoffe, die an Erdabbau sind, im Vergleich zu den industriekompostierbaren? Oder bringt das Material das automatisch mit sich? Das sind verschiedene Materialien, die das automatisch mitbringen. Das heißt, unsere Bioflexi sind PLA-Blends, das wir nutzen, PLA und andere Polyester, um bestimmte Eigenschaften einzustellen und halt auch die Abbaugeschwindigkeit, wenn man es mal so nennen will, einzustellen, damit man die Kompostierbarkeit hinbekommt oder halt die Bodenabbaubarkeit zum Beispiel. Wir hatten auch darüber gesprochen, man könnte ja auch einen Pflanztopf aus bioabbaubarem Material machen. Da habt ihr nicht so gute Erfahrungen damit gemacht, oder? Doch, wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, aber wir haben einen langen Weg gehen müssen, sagen wir es mal so. Und wir haben halt da auch Materialien eingesetzt, die halt zu schnell abgebaut haben und dann halt zum Beispiel auch, wo es eine Pilzbildung zum Beispiel gab, und das darf natürlich auch nicht sein. Das heißt, da ist man immer noch in der Findungsphase sozusagen, Materialien zu finden, die wirklich die richtigen Eigenschaften haben und halt auch die richtige Abbaugeschwindigkeit haben. Ah, das hatte ich falsch verstanden. Und ihr stellt das dann quasi ein, über eure Master-Badges, oder wie muss ich mir das vorstellen? Genau, über die einzelnen Formulierungen. Das heißt, wir haben bestimmte Bioflex-Typen und wir entwickeln dann sozusagen mit dem Kunden zusammen neue Materialien und stellen über diese Materialien sozusagen auch die Abbaugeschwindigkeit ein. Kann man natürlich auch über die Dicke der Töpfe zum Beispiel selber machen. Aber wir können das auch über das Material ein bisschen steuern. Home-kompostierbare Biopolymer, gibt es die bei euch auch? Und was ist das eigentlich? Gibt es bei uns auch. Heimkompostierbar bedeutet eigentlich nur, dass das Material in einer bestimmten Zeit biologisch abbaubar ist. Das heißt, bestimmte Temperaturen, bestimmte Zeit, das sind definierte Faktoren. Derzeit muss das Material abgebaut sein und dann kriegt es diese Norm. Das gehört natürlich auch noch ein bisschen mehr dazu. Das heißt, da werden noch Tests gemacht, ob da Hartstoffe drin sind, ob da Pflanzenwachstum gestört wird oder sonst irgendwas. Aber in erster Linie geht es darum, ein Produkt in einer bestimmten Zeit, in bestimmten Temperaturen abbaubar zu machen. Das nennt man ja auch den biologischen Kreislauf beim Cradle-to-Cradle-Prinzip im Prinzip. Und da geht es ja auch immer um Materialgesundheit. Das heißt, ihr achtet bei solchen Produkten auch immer darauf, dass da keine Giftstoffe als Additive zugeführt werden. Oder wie macht man das? Ja, genau. ### Nachhaltige Rohstoffe ohne Schadstoffbelastung Ja, natürlich die Rohstoffe, die wir benutzen, müssen so sein, dass sie keinen Pflanzenwachstum schädigen oder keine Giftstoffe enthalten. Das wäre natürlich auch kontraproduktiv, wenn man das irgendwo in der Natur hinterlässt und da Giftstoffe sozusagen freigesetzt werden. Das heißt, da muss man, das wird auch getestet und da achten wir natürlich auch drauf. Und ansonsten geht es halt da wirklich um die Abbaubarkeit, um die Abbaugeschwindigkeit, genau. Niklas Voss von FKOR, Dankeschön. **Kategorien:** Abfülltechnik, Biofolien, Entsorgung / Recycling **Schlagwörter:** FachPack, FKUR, Niklas Voss --- ### [Dieter Niederstadt: Vollautomatisierte Wasserwaschbare Flexoplatten und Montage](https://inno-talk.de/podcastgast-dieter-niederstadt-vollautomatisierte-wasserwaschbare-flexoplatten-und-montage/) **Published:** Dezember 30, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Im aktuellen Innoforum-Podcast spricht Karsten Schröder während des 10. Exüpertentreffs Verpackungsdruck [Inno-PrintPack ](https://www.innoform-coaching.de/tagung/10-expertentreff-verpackungsdruck-2025)mit Dieter Niederstadt von Asahi über ein Thema, das Flexodrucker seit Jahren beschäftigt: Wie lassen sich Qualität, Produktivität und Nachhaltigkeit in der Druckformherstellung unter einen Hut bringen? Asahi setzt dabei auf wasserwaschbare Flexodruckplatten und ein durchgängiges „AWP Water Washable Ecosystem“. Der Ansatz: weniger Lösemittel, mehr Automatisierung und stabilere Druckergebnisse – gerade für anspruchsvolle Verpackungsanwendungen. ### Verwandte Episoden - [Water Instead of Solvents: The Future of Flexo Plates – Dieter Niederstadt in the Innoform Podcast](https://inno-talk.de/en/dieter-niederstadt-fully-automated-water-washable-flexographic-plates-and-assembly/) --- ## Asahi Kasei **Teil des Asahi Kasei** : Chemiekonzern mit Flexodruck-Fokus Asahi Kasei ist ein japanischer Chemiekonzern mit rund 50.000 Mitarbeitenden weltweit. Neben Elektronikbauteilen und Spezialfasern spielt auch der Bereich Druckformen eine wichtige Rolle. Die Flexodruckplatten von Asahi sind vor allem im Verpackungsdruck im Einsatz – etwa bei Folien, Etiketten und papierbasierten Substraten. Der Podcast gibt einen Blick hinter die Kulissen dieses Geschäftsbereichs und zeigt, wie stark sich die Plattentechnologie in den letzten Jahren verändert hat. --- ## Das AWP Ecosystem: Platte, Equipment und Recycling Kern des Ansatzes ist das AWP-System („Asahi Water Washable Plate“). Dieter Niederstadt beschreibt es als komplettes Ecosystem, das weit über die Platte selbst hinausgeht. ### Komponenten des Systems - **Equipment**: Batch-Waschanlagen für kleinere Volumina und Inline-Wascher für hochautomatisierte Linien. Ziel ist, die Platte möglichst ohne manuelle Eingriffe durch alle Prozessschritte zu führen. - **Plattentypen**: Flat-Top- und Round-Top-Platten für unterschiedliche Anwendungen, kombiniert mit verschiedenen Plattenhärten. Für höchste Qualität eher härter, für Anwendungen mit hoher Flächendeckung oder raueren Substraten entsprechend weicher. - **Recycling**: Auch das Prozesswasser und die ausgewaschenen Polymeranteile werden im System betrachtet, um möglichst hohe Rückgewinnungsraten zu erreichen und Ressourcen zu schonen. ### Vom Rohling zur fertigen Druckform Die grundsätzlichen Schritte ähneln der bekannten Lösemitteltechnik: 1. Lasergravur der schwarzen Maske auf der Rohplatte 2. Belichtung mit UV-Licht (Vorder- und Rückseite) 3. Auswaschen der unbelichteten Bereiche 4. Nachbelichtung und Finishing Der entscheidende Unterschied: Die Platte wird **mit Wasser** ausgewaschen. Es sind keine flüchtigen organischen Lösemittel nötig, und damit entfällt auch ein energieintensiver Trocknungsprozess. --- ## 90 % Zeitersparnis des Besieners durch automatisierte Wasserwasch-Linien Im Gespräch wird deutlich, wie stark sich die Prozesszeiten verändern können. Asahi vergleicht die klassische, lösemittelbasierte Herstellung mit einer automatisierten AWP-Linie: - Bei Lösemittelplatten ist neben Belichtung und Auswaschen vor allem das Trocknen der kritische Schritt – inklusive Restlösemittel in der Platte und entsprechend langen Durchlaufzeiten. - Bei Wasserplatten entfallen diese Trocknungszeiten. Nach dem Auswaschen wird das Wasser bei Raumtemperatur mit Luft abgeblasen, anschließend erfolgt direkt die Nachbelichtung. Asahi beziffert die Reduzierung der Bedienerzeit in typischen Konfigurationen auf **rund 90 %**. Gerade in hoch ausgelasteten Vorstufen bedeutet das mehr Flexibilität für anspruchsvollere Tätigkeiten. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels kann man somit einfache und wiederholbaren Aufgaben durch eine Voll-Automatisierung kompensieren. --- ## Flache Platten statt „Tellern“: Qualität im Druck Ein weiteres zentrales Thema im Podcast ist die Formstabilität. ### Problem: Tellern bei Lösemittelplatten Bei lösemittelbasiert ausgewaschenen Platten verbleiben immer Restlösemittel im Polymer. Die Folge: - Die Platte quillt nach dem Waschprozess. - Beim Trocknen wird das Lösemittel nie zu 100 % entfernt. - In der Praxis führt das häufig zum bekannten „Tellern“ – die Platte liegt nicht mehr plan auf, was mit stärkeren Klebebändern und zusätzlichem Fixieren kompensiert werden muss. ### Vorteil: Wasserplatte bleibt plan Bei wasserwaschbaren AWP-Platten ist die Situation anders: - Es tritt kein Lösemittel in die Platte ein. - Die Plattendicke ist vor und nach dem Waschprozess identisch. - Die Platte liegt plan auf dem Tisch und auf dem Zylinder. Das erleichtert das Einrichten, stabilisiert das Register und unterstützt reproduzierbare Druckergebnisse – insbesondere bei feinen Rasterungen mit über 200 lpi und sehr kleinen Punkten. --- ## Oberflächenspannung als Stellhebel für saubere Übertragung Ein technisches Detail, das im Podcast ausführlich angesprochen wird, ist die **Oberflächenspannung** der Druckplatte. - Rasterwalzen liegen typischerweise bei etwa 20 dyn, Substrate bei rund 40 dyn und höher. - Klassische Flexoplatten haben oft 36–38 dyn. Asahi senkt die Oberflächenspannung der Platte gezielt durch Additive im Polymer. Die Folge: - Die Farbe löst sich leichter von der Platte. - Die Näpfchen der Rasterwalze entleeren sich sauberer. - Die Platte bleibt auch nach langen Auflagen „sauberer“ – weniger Punktzuwachs, weniger Zulaufen feiner Rasterpunkte. Wichtig: Dieser Effekt ist in die Polymerstruktur integriert und bleibt auch nach zehntausenden Laufmetern erhalten. Ein im Podcast erwähntes „Workaround“ aus der Praxis – Silikonspray auf der Platte – verliert seinen Effekt nach wenigen 1.000 Metern, während die integrierte Lösung dauerhaft wirkt. --- ## Kompatibel mit allen gängigen Farb- und Substratsystemen Asahi positioniert die AWP-Platten als universell einsetzbar: - Sie sind mit **Wasser-, Lösemittel-, UV- und EB-Farben** einsetzbar. - Gerade bei wasserbasierten Farben sieht Asahi ein großes Potenzial, weil die kontrollierte Oberflächenspannung eine sehr gleichmäßige Farbübertragung ermöglicht. - Je nach Substrat – von streckrecken Folien bis zu saugfähigen Papieren – kommen unterschiedliche Plattenhärten zum Einsatz, um die Topografie des Bedruckstoffes optimal auszugleichen. Für Druckereien bedeutet das: Der Umstieg auf wasserwaschbare Platten erfordert kein komplettes Neudenken des Farb- oder Substratportfolios. --- ## Nachhaltigkeit, Arbeitssicherheit und Fachkräftemangel Im Hintergrund steht ein Bündel von Herausforderungen, die im Podcast anklingen: - **Weniger Lösemittel**: Kein Umgang mit brennbaren Lösemitteln, keine Destillation, geringere Emissionen und geringerer Aufwand bei Arbeitsschutz und Genehmigungen. - **Energieeffizienz**: Wegfall langer Trocknungsphasen reduziert den Energiebedarf. - **Automatisierung**: Inline-Systeme, Robotik und reduzierte manuelle Eingriffe entlasten die Belegschaft und kompensieren den Fachkräftemangel in der Vorstufe. --- ## Appell an Flexodrucker: Innovationsbereitschaft zeigen Dieter Niederstadt betont zum Abschluss, dass wasserwaschbare Platten keine brandneue Idee sind – im Markt gibt es sie seit über zehn Jahrzehnten. Entscheidend sei aber, dass sich Qualität, Prozessstabilität und Automatisierungsgrad in den letzten Jahren massiv weiterentwickelt haben. Sein Fazit an die Flexodrucker: - Neue Technologien bewusst testen, - Ergebnisse im eigenen Prozess vergleichen - und nicht von früheren Generationen auf den heutigen Stand schließen. Wer heute wasserwaschbare AWP-Platten im Zusammenspiel mit moderner Automatisierung einsetzt, kann sowohl bei Qualität als auch bei Produktivität und Nachhaltigkeit spürbare Fortschritte erzielen. Den vollständigen Innoforum-Podcast mit allen technischen Details und Praxisbeispielen finden Sie wie gewohnt über die üblichen Podcast-Plattformen. ## Keine Folge mehr verpassen! Abonnieren sie jetzt den [Innoform-Podcast](https://inno-talk.de/podcast/) auf ihrer Lieblings-Plattform und erhalten sie neue Episoden automatisch. 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GPS-Chips, die auch im Smartphone zum Beispiel zu finden sind. Aber wir machen auch andere Sachen, beispielsweise diese S-Nick-Garments. Das sind anstelle von Seiden, Textilien, wird das eben künstlich hergestellt, solche Sachen. Dann im Automobilbereich beispielsweise Autoreifen. Also wir sind auch mit unserem Rohmaterial in einer der größten Hersteller, Zulieferer für Autoreifen. Unter anderem machen wir dann auch Photopolymer-Druckplatten, was allerdings dann der kleinere Anteil bei uns dann darstellt. Gut, darum kümmere ich mich nicht nur, da gibt es noch ein paar mehr bei uns. Aber ich mache das technische Marketing bei uns und versuche, das dann dem Kunden näher zu bringen, was unser Produkt kann. Und ich gucke mir auch den Markt an, was der Markt fordert, in welche Richtung unsere Produkte dann eben entwickelt werden müssen. Du hast auf der Inno-PrintPack einen Vortrag gehalten, auch zusammen mit Esco. Du hast dort über wässerige Waschsysteme zum Beispiel gesprochen, die besonders gute Eigenschaften haben. Was zeichnet dieses wässerige Waschen eurer Platten eigentlich aus? Was ist das Besondere? Man muss dann, wenn man die verschiedenen Systeme betrachtet, muss man sehen, dass 80 Prozent hat man immer noch Marktanteil von Lösemittel-Auswaschsystemen. Und im Prinzip haben alle Hersteller heute die Möglichkeit, alternative Systeme anzubieten. Die Zeit momentan ist reif, wegzugehen von den flüchtigen organischen Lösemitteln. Und aus dem Grunde haben wir schon vor 15 Jahren angefangen, da Alternativen anzubieten im Markt. Spannend ist ja, dass das mit Wasser überhaupt funktioniert. Die Platte wird belichtet und wie funktioniert der Prozess? Vielleicht kannst du das ganz kurz skizzieren. Gut, der Prozess ist im Prinzip derselbe Prozess wie auch bei der Lösemittelherstellung. Das heißt also, die Platte ist eine Rohplatte. Die wird mit einem Laser graviert. Das heißt, die schwarze Schicht auf der Platte wird weggeschmolzen. ### UV-Belichtung und Reliefbildung Flexoplatten Dann wird die Platte belichtet mit UV-Licht. Und vor, also Hauptbelichtung und Rückseite. Und im Anschluss wird dann diese Platte ausgewaschen. Das heißt also, alle Teile, die nicht belichtet wurden, die werden dann ausgewaschen. Und so hat man dann ein Relief. Früher nannte man das Kartoffeldruck. Da sind wir heute ganz weit weg von. Wir sind heute wirklich im hochqualitativen Bereich mit feinsten Rasterauflösungen. Wir können über 200 Linien, wenn es denn sein soll, und ganz, ganz feine Details von, sag ich mal, sechs Mühe-Punkten mit den neuen Screenings können wir versockeln. Was ist euer Angebot? Ihr liefert ja nicht nur die Flexo-Druckplatte, sondern auch noch Peripherie. Vielleicht können wir das an dieser Stelle schon mal einbauen. Was ist eigentlich das Know-how? Ja, wir reden da über ein Ecosystem. Das ist unser AWP, also Assai Water Washable Ecosystem. Das beinhaltet zum einen das Equipment. Da haben wir verschiedene Geräte, Batchwascher. Dann gibt es auch Inline-Wascher, die wir auch jetzt nehmen, um die Automatisierung nach vorne zu bringen. Dann kommt der große Teil der verschiedenen Plattentypen dazu. Das heißt einmal Flat-Top-Platten und Round-Top-Platten, je nach Applikation, aber auch nach Anwendung verschiedene Plattenhärten. Das heißt also für hohe Qualität, härtere Platten, für etwas niedrige Qualität, wo die Dichte vielleicht im Vordergrund steht, dann auch unter anderem eben weichere Plattentypen. Und das letzte dieses Ecosystem, um das abzurunden, ist dann tatsächlich auch eine Recycling-Anlage. Wir nennen die Loop, die gibt es in verschiedenen Größen, Loop und Loop-a-Tee. Und da gehen wir in die Richtung, dass wir versuchen, wirklich einen Close-Loop herzustellen. Momentan ist das noch nicht so der Fall. Mittlerweile können wir 70 Prozent standardmäßig wieder recyceln, aber mit der Loop-a-Tee, da wird ein Additiv komplett eliminiert aus dem Waschprozess und da sind wir mittlerweile schon bei 90 Prozent. Also wirklich dann ein fast geschlossenes System, wie letztendlich auch bei dem Lösemittelprozess, was mit einer Destille umgesetzt wird, wo dann auch 90 Prozent des Lösemittels wieder zurückgewonnen werden kann. Im Moment erzeugt die Aufmerksamkeit mit dieser Kooperation Alstein, Esko und Ihr mit der vollautomatisierten Plattenfertigung und sogar bis hin zur Druckmaschinen-Installation, quasi der bebilderten Druckzylinder. Wie funktioniert das und wie seid ihr dazu gekommen? Also das war erstmal ein historischer Meilenstein, muss man ganz klar sagen. Die Triebfeder kam von Alstein und Esko, wo wir uns dann eingeklinkt hatten. Sagen wir so, diese ganze Druckmaschine, da wurde der Roboter gebaut und die Druckmaschine dann danach. ### Vollautomatisierte Plattenproduktion ohne Roboter Das heißt also, es ist nicht so wie traditionelle Druckmaschinen, wo dann ein Roboter davor gebaut wird, der sozusagen den Operator ersetzt. Nein, das Konzept war anders. Und wir hatten dann das Glück, dass wir schon eine automatisierte Plattenstraße im Markt hatten, zusammen mit Esko und auch Kongsberg. Damals war Kongsberg noch Teil von Esko. Die wirklich von der Rohplatte bis zur geschnittenen Platte komplett automatisiert war. Somit war es dann ein Leichtes, letztendlich diesem Projekt beizutreten und dann den letzten Schritt noch zu machen, um diese Verbindung zu schaffen – dann zwischen der Druckmaschine und der Plattenherstellung. Das Ganze geht besonders gut mit eurer Wasserplatte, weil die nicht so tellert, hast du gesagt im Vortrag, habe ich wahrgenommen. Es sind aber noch mehr Eigenschaften nötig. Vielleicht kannst du das nochmal umreißen. Ja, ganz wichtig. Also Tellern ist ein Punkt. Wenn ich eine Lösemittelplatte auswasche, dann ist die nach dem Waschprozess, fängt sie an zu quellen. Und um das Lösemittel wieder rauszubekommen, muss ich diese Platte trocknen. Es ist aber nicht so, dass das ganze Lösemittel komplett zu 100 Prozent wieder rausgetrocknet werden kann. Das heißt, es ist immer ein bisschen was drin. Und das macht sich dann auch oftmals bemerkbar, dass die Platte eben tatsächlich dann tellert, wenn man sie auf den Tisch legt. Sowas kann man kompensieren auch, wenn man stärkere Klebebänder nimmt und auch die Enden der Platte vielleicht noch mal runterklebt. Aber es ist nicht zu vergleichen wie beispielsweise mit einer Wasserplatte. Eine Wasserplatte tellert überhaupt nicht. Die liegt flach auf dem Tisch. Da dringt kein Lösemittel ein. Die ist vor dem Waschprozess genauso in der Dicke wie nach dem Waschprozess. Also braucht nicht getrocknet zu werden und wird auch in unserer automatisierten Linie nur abgeblasen mit Luft. Das heißt also, mit einem hohen Luftstrom bei Raumtemperatur wird hier das Wasser abgeblasen. Was den Vorteil hat, dass wenn das Ende der Platte eben noch in der Waschsektion ist, die Mitte der Platte schon mit Wasser abgeblasen wird und der Anfang der Platte schon UVA, UVC nachbelichtet wird. Also das wird man im Lösemittelprozess nicht realisieren können. Man hat ja auch immer eine gewisse Kapazität von so einer Produktionsstraße, wie ihr sie anbietet. Früher waren das ja alles einzelne Stationen, Module, wo immer ein Operator von einer Station zur anderen die Platte rübernehmen musste. Wie hoch ist die Zeit, die er spart, ungefähr? Kannst du uns deine Aussage nennen? Das ist immens. Also, ich nenne dir eine Zahl: wir haben es mal ausgerechnet – 90 Prozent. ### Produktivität einer automatisierten Produktionslinie Aber ich schlüssel es mal eben auf. Wir haben das mal ausgerechnet. Eine Plattenproduktionslinie – da braucht der Operator, um die Platte immer nur von links nach rechts zwischen den einzelnen Einheiten zu bewegen – ca. 36 Minuten pro Platte. Wenn ich diese 36 Minuten rechne auf eine Schicht, was eine Produktionslinie im Stande ist zu produzieren – das sind ca. 24 Platten – dann bin ich hier bei über 14 Stunden Bedienerzeit. Das heißt also, ich brauche für eine 8-Stunden-Schicht zwei Bediener, um dieses umzusetzen. Und wenn ich dann 90 Prozent – also ich bin bei einer Stunde Bedienerzeit – wenn ich jetzt alles über diese, wir sagen Crystal Clean Connect – das ist diese automatisierte Linie, die eben da zusammen mit Esco entwickelt wurde. Wie sieht das aus, diese Anbindung des Roboters? Ihr habt das jetzt mit einem Maschinenbauer gemacht, Al-Shain, du hattest es eben erwähnt. Ist das denkbar, dass man das mit anderen Maschinen ebenfalls koppelt? Und was wären die Voraussetzungen dafür? Ja, ich möchte da tatsächlich erst mal den Credit den Leuten von Al-Shain geben. Also, da war schon Gehirnschmalz, was da entwickelt wurde. Und das ist für uns eigentlich im Moment überhaupt kein Thema. Denn das erst mal als Meilenstein im Markt zu sehen – denke ich mal – sucht seinesgleichen. Und ja, da möchte ich es auch erst mal mit belassen. Ein anderes Merkmal eurer Platten ist ja, dass sie über die Oberflächenspannung noch besondere Druckeigenschaften ermöglichen. Wie stellt man so eine Oberflächenspannung ein? Was ist das eigentlich überhaupt? Und warum ist das so wichtig? Ja gut, nicht jetzt im Detail, welche Additive, aber es ist die Zugabe von einem Additiv, um die Oberflächenspannung eben runterzuziehen. Normalerweise im Druckprozess hat die Rasterwalze eine Oberflächenspannung von circa 20 dyn. Der Bedruckstoff eine Oberflächenspannung von vielleicht 40 dyn. In diesem Fenster liegt dann die Druckplatte. Und normalerweise hat eine Standarddruckplatte so um die 36 bis 38 dyn. Wir sind in diesem Fenster einfach ein bisschen weiter nach unten gegangen. Das heißt also, wir liegen so bei circa 28 dyn. Und aus dem Grunde nehmen wir tatsächlich etwas weniger Farbe aus der Rasterwalze, aber geben umso mehr Farbe von der Platte auf dem Substrat ab. Also das ist sozusagen der Trick, den wir hier uns zu Nutze machen. Und das funktioniert ganz gut, denn dadurch hat der Drucker viel weniger Putzintervalle und muss die Maschine nicht mehr anhalten. Also wir haben keine Dead Times sozusagen mehr an der Druckmaschine. ### Twinlock Sleeve Technologie von Tesa Ich habe diesen kleinen Film mit Aufmerksamkeit gesehen und habe mich gefreut zu sehen, wie dann diese wirklich völlig flach liegende Druckplatte auf den Druckzylinder gegeben wurde, der ja schon selbstklebend ausgestattet war. Du hast davon gesprochen, dass es kein extra Klebeband gibt im Prinzip. Wie richtet ihr den aus? Wie funktioniert das technisch? Also das ist tatsächlich jetzt nicht unsere Technologie. Das ist die Technologie von Tesa. Das ist der Twinlock Sleeve, der uns in diesem Fall zu Gute kommt. Da braucht man also nicht noch zusätzlich ein Klebeband oder ein Tape, wo man eben dann das Ende der Platte runterklebt. Das wird einfach draufgerollt und die Rückstellkräfte der Platte sind eben so gering, dass die Platte auch schön auf dem kleinen oder auch auf kleinen Zylindern dann eben montierbar bleibt. Wonach richtet sich die Plattenhärte? Du hast Druckqualität vorhin angesprochen. Ihr habt relativ harte Platten, aber auch mittelharte. Warum? Wir haben auch sehr weiche Platten tatsächlich, also das richtet sich ausnahmslos nach dem Substrat und natürlich auch nach den Anforderungen des Kunden. Also man sagt, je härter die Platte, je höher die Detailtreue. Und das ist besonders wichtig bei hochqualitativen Rastadrucken. Da brauche ich eine harte Platte. Während wenn ich beispielsweise Papiere bedrucke, also saugfähige Substrate, die auch nicht ganz plan sind auf der Oberfläche, dann versuche ich, dieses zu kompensieren mit einer etwas weicheren Platte, die dann auch eben in den Bedruckstoff hineindruckt. Das beispielsweise. Und die Oberflächenspannung – wird die auch verändert oder sind eure Platten alle mit dieser etwas niedrigeren Oberflächenspannung ausgestattet? Im Grunde sind die letzten fünf Jahre alle Platten mit dieser geringeren Oberflächenspannung ausgestattet und wo man dann aber auch sagen muss, das ist also nicht nur die Oberfläche. Das ist tatsächlich in der Polymerstruktur eingearbeitet. Das heißt auch selbst, falls es mal Abrasion geben sollte über 50.000, 60.000 Laufmeter, verliere ich diesen Effekt nicht. Denn früher muss man sagen, da war es so, dass Drucker eigentlich dieselbe Idee schon genutzt haben und tatsächlich Silikonspray auf die Platte gesprüht haben. Aber dieser Effekt dann im Prinzip nach 1.000, 2.000 Laufmetern dann eben dahin war. Muss der Druckfarbenhersteller an seiner Druckfarbe was ändern, wenn er mit eurer Druckplatte verdruckt wird oder sind das die Druckfarben, die üblicherweise verwendet werden? Also heutzutage arbeiten wir mit allen Druckfarbentypen zusammen. Es betrifft auch alle Farbserien. Das heißt also Wasserfarben, Lösemittelfarben, UV-Farben und EB-Farben. Generell haben wir auch festgestellt, dass höher viskose Farben besser, etwas besser funktionieren. Aber besonders auch bei Wasserfarben sehen wir hier ein riesengroßes Potenzial. Wir haben also eine wunderbare Abgabe der Farbe auf das Substrat. ### Wasserwaschbare Platten und Qualitätsvergleich Die Platte, die, wenn man die nach dem Druck sieht, ist wirklich wie eine jungfräuliche Platte. Da sieht man also wirklich keine Farbe, die auf der Platte da irgendwo drauf ist. Wenn du einen Appell an die Druckbranche richten solltest, Flexo-Drucker in diesem Fall, bezogen auf das, was ihr anbietet, was würdest du dir wünschen? Also ich würde mir die Bereitschaft zu Innovationen wünschen von den Kunden. Wir hatten schon vor 10, 15 Jahren wässrige Platten oder wasserbasierende wasserauswaschbare Platten im Einsatz. Die Qualität zu diesem Zeitpunkt war aber noch nicht da, wo sie heute ist. Deswegen den Appell auch einfach mal neue Sachen auszuprobieren und einfach mal selber zu sehen, wo wir heute stehen. Sagt der Dieter Niederstadt von Assai. Dankeschön. Dankeschön, Karsten. Vielen Dank, dass ich hier sein durfte. **Kategorien:** Allgemein --- ### [Water Instead of Solvents: The Future of Flexo Plates – Dieter Niederstadt in the Innoform Podcast](https://inno-talk.de/en/dieter-niederstadt-fully-automated-water-washable-flexographic-plates-and-assembly/) **Published:** Dezember 30, 2025 **Author:** Julian Thielen **Content:** In the latest Innoform podcast, Julian Thielen talks to Dieter Niederstadt from Asahi in aftermath of the 10th Packaging Printing Expert Meeting [Inno-PrintPack ](https://www.innoform-coaching.de/tagung/10-expertentreff-verpackungsdruck-2025)about a topic that has been preoccupying flexographic printers for years: How can quality, productivity and sustainability be reconciled in printing plate production? Asahi relies on water-washable flexographic printing plates and a comprehensive „AWP Water Washable Ecosystem“. The approach: fewer solvents, more automation and more stable printing results – especially for demanding packaging applications. ### Verwandte Episoden - [Dieter Niederstadt: Vollautomatisierte Wasserwaschbare Flexoplatten und Montage](https://inno-talk.de/podcastgast-dieter-niederstadt-vollautomatisierte-wasserwaschbare-flexoplatten-und-montage/) - [Innoform bietet Web-Seminare in englischer Sprache an](https://inno-talk.de/innoform-bietet-web-seminare-in-englischer-sprache-an/) - [Innoform offers web seminars in English language](https://inno-talk.de/innoform-offers-web-seminars-in-english-language/) --- ## Asahi Kasei **Part of Asahi Kasei** : Chemicals group with a focus on flexographic printing Asahi Kasei is a Japanese chemical company with around 50,000 employees worldwide. In addition to electronic components and speciality fibres, the printing forms division also plays an important role. Asahi’s flexographic printing plates are primarily used in packaging printing – for example, on films, labels and paper-based substrates. The podcast provides a glimpse behind the scenes of this business area and shows how much plate technology has changed in recent years. --- ## The AWP Ecosystem: Plates, Equipment and Recycling At the heart of the approach is the AWP system (Asahi Water Washable Plate). Dieter Niederstadt describes it as a complete ecosystem that goes far beyond the plate itself. ### Components of the system - **Equipment**: Batch washing systems for smaller volumes and inline washers for highly automated lines. The aim is to guide the plate through all process steps with as little manual intervention as possible. - **Plate types**: Flat-top and round-top plates for different applications, combined with different plate hardnesses. Harder for the highest quality, softer for applications with high surface coverage or rougher substrates. - **Recycling**: The process water and washed-out polymer components are also considered in the system in order to achieve the highest possible recovery rates and conserve resources. ### From blank to finished printing form The basic steps are similar to the familiar solvent technique: 1. Laser engraving of the black mask on the blank plate 2. Exposure to UV light (front and back) 3. Washing out the unexposed areas 4. Post-exposure and finishing The key difference: the plate is washed out **with water**. No volatile organic solvents are required, which also eliminates the need for an energy-intensive drying process. --- ## 90% time savings for the brush operator thanks to automated water washing lines The conversation highlights how significantly process times can vary. Asahi compares traditional solvent-based production with an automated AWP line: - With solvent plates, in addition to exposure and washing, drying is the most critical step – including residual solvent in the plate and correspondingly long throughput times. - With water plates, these drying times are not necessary. After washing, the water is blown off with air at room temperature, followed immediately by post-exposure. Asahi estimates the reduction in operator time in typical configurations to be around 90%. In busy pre-press departments in particular, this means greater flexibility for more demanding tasks. Especially in times of skilled labour shortages, simple and repetitive tasks can thus be compensated for by full automation. --- ## Flat plates instead of „plates“: quality in printing Another key topic in the podcast is dimensional stability. ### Problem: Plates on solvent plates Residual solvent always remains in the polymer of solvent-based washed plates. The result: - The plate swells after the washing process. - During drying, the solvent is never removed 100%. - In practice, this often leads to the well-known „warping“ – the board no longer lies flat, which must be compensated for with stronger adhesive tapes and additional fixing. ### Advantage: Water plate remains flat The situation is different for water-washable AWP boards: - No solvent enters the board. - The plate thickness is identical before and after the washing process. - The plate lies flat on the table and on the cylinder. This simplifies setup, stabilises the register and supports reproducible printing results – especially with fine screens above 200 lpi and very small dots. --- ## Surface tension as a lever for clean transmission One technical detail that is discussed in detail in the podcast is the **surface tension** of the printing plate. - Anilox rolls typically have a surface tension of around 20 dyn, substrates around 40 dyn and higher. - Classic flexographic plates often have 36–38 dyn. Asahi specifically reduces the surface tension of the sheet by adding additives to the polymer. The result: - The paint comes off the panel more easily. - The dimples of the anilox roller empty more cleanly. - The plate remains „cleaner“ even after long runs – less dot gain, less clogging of fine halftone dots. Important: This effect is integrated into the polymer structure and remains effective even after tens of thousands of metres of running. A practical „workaround“ mentioned in the podcast – applying silicone spray to the plate – loses its effect after a few thousand metres, whereas the integrated solution has a lasting effect. --- ## Compatible with all common colour and substrate systems Asahi positions AWP boards as universally applicable: - They can be used with water-based, solvent-based, UV and EB inks. - Asahi sees great potential in water-based inks in particular, as controlled surface tension enables very even ink transfer. - Depending on the substrate – from stretchable films to absorbent papers – different plate hardnesses are used to optimally compensate for the topography of the printing material. For printing companies, this means that switching to water-washable plates does not require a complete rethink of their ink or substrate portfolio. --- ## Sustainability, occupational safety and skills shortage In the background, there is a bundle of challenges that are touched upon in the podcast: - **Fewer solvents**: No handling of flammable solvents, no distillation, lower emissions and less effort required for occupational safety and permits. - **Energy efficiency**: The elimination of long drying phases reduces energy consumption. - **Automation**: Inline systems, robotics and reduced manual intervention relieve the workload on staff and compensate for the shortage of skilled workers in the pre-press stage. --- ## Appeal to flexographic printers: demonstrate a willingness to innovate Dieter Niederstadt concludes by emphasising that water-washable plates are not a brand new idea – they have been on the market for over ten decades. However, he points out that quality, process stability and the degree of automation have improved significantly in recent years. His conclusion to flexographic printers: - Consciously testing new technologies, - Compare results in your own process - and not draw conclusions about the present from previous generations. Those who use water-washable AWP plates in conjunction with modern automation today can achieve noticeable progress in terms of quality, productivity and sustainability. As usual, you can find the complete Innoforum podcast with all technical details and practical examples on the usual podcast platforms. --- ### Alle Episoden abonnieren [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [Apple Podcasts](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Herzlich willkommen zu meiner ersten Innoform-Podcast-Episode. Ich bin Julian Thielen und zu Gast ist Dieter Niederstadt von Azaï Photo Products. Wir sprechen über Lösungsmittelreduzierung, Flexo-Druckplatten im Allgemeinen und Kollaboration in der Druckindustrie. Das komplette Interview ist auf Englisch und wir werden in Zukunft alle englischsprachigen Episoden auch in einem separaten Feed führen. Das heißt, in der App, wo du das hier gerade hörst, suchst du einfach nach Inno-Talk Flexpack Knowledge und dann wirst du uns dort finden und auch in Zukunft nichts mehr verpassen. Und jetzt viel Spaß mit der Folge. Ich bin mir ein bisschen von den Printtechnologien angetan, aber von allem, die Materialien und so weiter, ist das Printen ein bisschen weit, also ich freue mich, heute viel zu lernen. Dieter, erzähl uns ein bisschen über dich, über Azaï und Azaï Kasei. Ja, okay, Julian, zuerst Azaï Kasei ist eine chemische Firma, die 1922 in Japan gegründet wurde. Wir haben jetzt über 100 Jahre Geschichte. Es ist sehr divers, wir machen auch viele verschiedene Produkte, zum Beispiel aus synthetischer Rubber, die in die Automobilindustrie geliefert wird, um sie in die Autos zu konvertieren, das ist das, was wir tun. Oder wir machen zum Beispiel Batterie-Separatoren, das ist für die Lithium-Ion-Batterie, zum Beispiel das eine der Produkte. Ein anderes Produkt, das wahrscheinlich alle wissen, ist das Smartphone, das Elektrik-Kompass, um deinen Weg zu finden, das ist auch von Azaï produziert. Und wir machen Fotopolymer-Plates, das ist eine Fotoprodukt-Division, die eine sehr kleine Teil oder innerhalb der Azaï-Kasei-Gruppe von Unternehmen ist. Ja, und das ist spezialisiert in der Flexografie-Printindustrie, oder? Genau, das ist spezialisiert in der Flexografie-Printindustrie, und du hast mich auch vorher gefragt, was ich da mache. Ich mache hier den technischen Marketing, das ist hier vor allem für den europäischen Markt, und meine Arbeit ist, meistens bei Kunden zu gehen, und dann ihre Probleme, ihre Bedürfnisse zu fragen, und dann die Information zu nehmen, um das mit der Hilfe unserer Kollegen in ein Produkt zu lösen, um die Kundenprobleme zu lösen. Ok, wenn man sich die aktuellen Probleme betrachtet, was haben die Kunden, was sind ihre Bedürfnisse in dem Moment? Ja, wir müssen mehr über die Bedürfnisse diskutieren. Ja, was wir sehen können, ist, seit Covid gibt es eine Art Veränderung in unserer Industrie, dass viele Leute realisieren, Solvent ist nicht ein guter Weg, um Fotopolymerplatte zu waschen. Und in unserer Industrie jetzt, für viele Jahre, haben wir einige Alternativen, also braucht man nicht mehr Hydrocarbon-Solvent, um Platte zu waschen. Natürlich ist das noch einmal unser größtes Produkt, ein bestehendes Produkt, aber wir prüfen die Wasserwaschplatte-Technologie, und diese Technologie nutzt nur eine Fraktion von kleinen Additiven, von Detergenten, der Rest ist Wasser, was wir glauben, ist die umweltfreundliche Antwort zu den meisten Problemen, die die Kunden im Moment haben. Ok, also du beteiligst dich auf die wachsenden Themen in der Prüfindustrie, oder? Und wenn wir die Produkte anschauen, was ist wirklich der Grund, den du heute beteiligst, und was ist das, was deine Produkte von den Konkurrenz-Kompetenten unterscheidet? So, wir haben, wie ich es erwähnt habe, unsere Vision oder unsere Roadmap ist definitiv Solvent Zero. Das bedeutet, dass wir unseren Kunden wirklich gerne mit Solvent aus dem Waschenprozess ausmachen wollen. Aber alle unsere Produkte, das bedeutet die Wasserwaschplatte, aber auch die Solvent-Waschplatte, haben eine Technologie, die wir CleanPrint nennen. CleanPrint ist ein Inhalt des Produkts, welches die Tinte vergillt. Man kann fast wie eine Schraube mit einer Leerfläche denken, wenn man zum Beispiel ein Ei freit, und das Ei nicht in die Schraube steckt, dann gibt es diesen Inhalt im Platt, welches die Tinte vergillt, die Tinte sitzt nicht auf dem Platt, und deshalb ist das einer der größten USPs unseres Produkts. Über das Printen wird das Platt nicht dünn, also muss der Printer den Printen nicht aufhören, um den Inhalt des Printen zu vergillen. Also ist dieses Inhalt, wie ich es verstehe, die Surface-Tension zu minimalisieren? Das ist korrekt, es minimalisiert die Surface-Tension. ### Oberflächenspannung und Flexodruckplatten optimieren Normalerweise in unserer Plattenindustrie ist die Surface-Tension zwischen 36 und 38 Dyn. Wir haben es zu etwa 28 Dyn reduziert, um mehr oder weniger diese Range zu haben. Das bedeutet, dass tentatig das Platt ein bisschen weniger Tinte aus den Analogs holt, aber auf das Gegenteil, die Tinte zu den Substraten vergillt, also gibt es keine Remains auf dem Platt. Okay, also als Printer bezahlte ich die Tinten, ich bezahlte die Solvenz, ich bezahlte, bezahlte ich auch Zeit oder Geld für die Schleifbedienung? Ja, es gibt eine große Schleifbedienung für die Printer. Das ist, wie wir es nennen, der Zeitpunkt. Das ist der Zeitpunkt, wenn der Printer die Schleifmaschine für die Schleifbedienung aufhören muss. Und, sag mal, ein typischer Job. Du hast sechs, sieben Farben in deiner Maschine. Wenn du die Schleifmaschine aufhörst, und eine Farbe auslässt, also sprichst du ungefähr zehn Minuten, die Farbe auslässt, die Schleifbedienung auslässt, und die Maschine wieder zurücklässt, dann kannst du es möglicherweise mit der Zahl der Farben multiplizieren, wenn es ein Problem ist, und alle Farben sind nur eine. Aber das ist wirklich der Punkt, an dem die Technologie zählt, und der Zeitpunkt. Das ist der wertvollste Zeitpunkt für die Schleifbedienung. Ich hatte mein erstes Innoform-Event im November im Inno-PrintPack. Dort zeigte ihr, zusammen mit den Partnern, ein neues, wie soll ich es nennen, ein Eko-System für die Schleifmaschinen. Kannst du uns ein bisschen darüber erzählen? Ja. In der Innoform-Event zeigten wir das AWP-Eko-System. AWP bedeutet das Wassermaschinen-System. Wir haben mit unserem Wassermaschinen-System bereits vor mehr als 15 Jahren begonnen. Damals hatten wir nur die Maschine. Aber dann haben wir realisiert, dass man nicht nur eine Maschine braucht, sondern auch Lösungen braucht, zum Beispiel, um die Wassermaschinen wegzunehmen. Dann haben wir realisiert, dass wir auch ein Wassermaschinen-System entwickeln müssen. Wir nennen es Loop. Dieses System hilft, das Wasser fast in geschlossenen Loops zu kreieren. Wir sind also sehr nahe zu diesem geschlossenen Water-Reuse- oder Recycling-Prozess. Im Moment entwickeln wir neue Schleifmaterialien. Das bedeutet, dass die Schleifmaterialien nicht mehr zerstört werden müssen, um zu waschen. Das bedeutet, dass wir die Schleifmaterialien mit unserem Loop-System verbinden können. Wir können diesen geschlossenen Water-Recycling-Prozess bis zu 90 % vertreiben. Das ist das gleiche, was wir heute haben können, wenn wir eine Solvent-Destillations-Unit benutzen würden. Das zeigt, dass es praktisch keinen Grund gibt, um Solvent-Wash-Technologie mehr zu benutzen. Denn die Antwort ist bereits disponibel mit weniger volatilen organischen Komponenten oder keine VOCs. ### Crystal-Clean-Connect Ökosystem mit Esko entwickelt Und ja, auch viel besser für den Operator. Ja, und dieses Eko-System, die Crystal-Clean-Connection, die, wie soll ich sagen, mit Esko und Allstein entdeckt wurden oder initialisiert wurden, wie hat diese Partnerschaft begonnen? Das ist tatsächlich schon vor ein paar Jahren datiert. Es gibt zwei Intervalle. Der erste Entwicklung war zusammen mit der Firma Esko. Die Idee war wirklich, den Rotogravur-Markt zu zerstören. Aber auch mehr und mehr Wissen in unserer Industrie ist verschwunden. Also müssen wir den Prozess durch Automation standardisieren. Mehr als fünf Jahre lang haben wir mit Esko ein Projekt gemacht, um die CD-i und XPS mit unserem Wascher zu verbinden. Damals war auch das Kongsberg-Cutting-Table ein Teil von Esko. Das bedeutet, der einzige Operator-Touchpunkt ist, die Rohrplatte auf die CD-i zu legen. Dann bewegt die Rohrplatte durch den Prozess. Und am Ende bekommt man eine komplett geteilte Rohrplatte, die man dann zur Montagestation transferieren kann. Eine kurze Frage aus dem unbekannten Print-Gruppe, was ist CD-i und was ist XPS? Ah, sorry, CD-i ist ein Laser. Das Laser imitiert eine Image auf der schwarzen Maske, auf der Platte. Und der XPS ist eine Exposure, eine hohe Leistung für LED-Exposure, die eine Standard-Bank- oder Tube-Light verändern kann. Okay, diese Technologie kommt von Esko? Ja, das ist komplett von Esko-Technologie. Und dann ist der Platt-Händler den Platt in unseren Wascher zu bewegen. Das ist eine Aside-Technologie. Es gibt viele Automation in der Maschine. Zum Beispiel muss der Platt gepumpt werden. Dann müssen wir den Platt nehmen und ihn auf den Pin-Bars montieren. Der Pin-Bars bewegt sich durch die Maschine. Es gibt automatische Waschung durch Wasser. Es gibt automatische In-Line, wie man es nennt. Es ist ein Airblower. Du drückst das Platt nicht, Du rückst das Wasser durch eine hohe Leistung oder hohe Geschwindigkeit. Und gleichzeitig gibt es eine UVA- und UVC-Post-Exposure in der Maschine. Das ist auch etwas, das nicht realisiert werden kann, wenn man zum Beispiel ein Solvent-Platt benutzt. Wegen der Gesundheit und der Sicherheit. ### Wasser-basierte Entwicklung ohne Lösungsmittel Es ist immer noch Solvent in dem Platt, welches komplett ausgedreht werden muss, bis man das Platt in eine UVC- und UVA-Post-Exposure verwendet. Das ist die Zeit, die sehr, sehr kurz zu 1 Stunde und 10 Minuten gedreht wird. Das ist auch die Zeit, die auf dem Kongsberg geschnitten wird. Das klingt wie ein echter Milzustand, den wir hier haben, oder? Definitiv war die Industrie zuerst, um diese Art von Entwicklung zu haben. Das andere Punkt ist, dass es komplett in Wasser gewaschen ist. Heute kann man auch sehen, dass auch zahlreiche Technologien kommen. Aber sie sind auf einer Solvent-Linie basiert. Wie ich gesagt habe, gibt es immer diese 1,5 bis 2 Stunden Wartungszeit für den Drehprozess. Das CCC, Crystal Clean Connect, ist wirklich die schnellste Art, eine automatische Standard-Operationsprozesse eine Rohrplatte in eine nutzbare Flexo-Platte zu konvertieren. Das ist ein tolles Beispiel dafür, wie die Verteilung auf der Verteilung eine Unterschiede macht. Glaubst du das auch? Ja, natürlich. Wir hatten immer diese Art von Erfahrung mit einem großen Converter, dass wir Differenzen im Tag und im Nachtschiff hatten. Wenn man ein solches Systeme verwendet, hat man den ganzen Tag, den ganzen Wochen und Jahr den gleichen Ausfluss. Das ist standardisiert. Das ist auch sehr hilfreich für den Converter und den Brand-Owner, um zu wissen, dass Flexo es tatsächlich machen kann. Und hier, sorry, um zu diesem Punkt zurückzukommen, weil du mir die Frage mit Allstein gefragt hast, möchte ich das auch antworten. Der erste Schritt war die Entwicklung zusammen mit ESCO für das Crystal Clean Connect. Aber zwei Jahre davor haben wir von Allstein getroffen und sie haben eine komplette automatische Maschine, die wirklich beeindruckend war, als ich das Maschinen-Development in den ersten Platz sah. Zuerst wurde der Roboter entwickelt und dann haben sie die Maschinen-Development erzeugt, anstatt es den anderen Weg zu machen, um den Operator mit dem Roboter zu verändern. Als ich das Konzept sah, dachte ich, wow, das wäre wirklich schön, wenn wir eine Chance haben, zu verbinden. Es war dann ESCO und auch Allstein, die uns umgebracht haben. Natürlich war es für uns eine No-Brainer-Entscheidung, das Projekt anzunehmen. Jetzt, in zwei bis zwei und halbe Stunden, können wir einen Job machen. Der Allstein-Roboter hat auch die Chance, den Schlafen in eine Verkaufsparking-Position zu legen, wenn die Jobs bereits in der Karte sind. Aber alles ist wirklich organisiert von einem Roboter. Hier können wir typisch fünf Leute für die komplette Linie retten und sie nur für einen Operator reduzieren. Das ist massiv. Ich denke nicht, dass es wirklich mit Leuten registriert ist. Und sehr bald, am 5. Mai und 6. ### Open House Veranstaltung im Mai Mai, machen wir auch noch eine Öffnung, um wieder diese Art Milestone zu zeigen, was wir hier gegründet haben. Ich habe ein Video von diesem Projekt gesehen. Können wir einen Link in die Show-Noten geben? Das ist disponibel, oder? Ja, natürlich. Perfekt. Und wo ist das Open House, das du gesprochen hast? Am 5. und 6. Mai? Ja, genau. Es ist nur ein Tag vor Interpac, wo wir ein wirklich schönes Open House machen. Auch die Idee ist Solvent Zero. In diesem Fall nicht nur für die Platte, sondern wir zeigen und demonstrieren dem Markt, dass eigentlich water-based Inks auch mit der Qualität und Produktivität in der heutigen flexiblen Packaging-Industrie sind. Das bedeutet, dass das bei der Inksupplier Follmann gegründet wird. Und dort haben wir auch Live-Printing. Und dann gehen wir auch zu Allstein, um Live-Printing-Aktivitäten auf Recycled Substraten zu sehen. Okay, das ist ein sehr gutes Programm, das wir dir anbieten. Und das ist wirklich etwas, das du sehen musst. Wie gesagt, wir haben etwas in den Show-Noten gesetzt, aber ich empfehle es, das live zu sehen, in deinem Open House. Wenn wir wieder auf den Sustainability-Topik schauen, sind viele unserer Zuschauer und Converter zwischen monoplastischen Filmen, PP oder PE, und mehr und mehr funktionale Papiere. Was ist die Influence oder die Unterschiede, wie man Papiere mit Plastik handeln kann? Kannst du uns einfach ein paar Ideen geben? Ja, das betrifft ein bisschen das Ziel, die Qualität der Brands, aber im Allgemeinen kann man sagen, dass faserbasierte Substraten nicht flach sind. Und wenn die Substraten nicht flach sind, braucht man eher medium-hard oder eine flachere Art Plastikmaterial, um das Ink in die ungeheimen Faserstrukturen der Papiere zu drücken. Wobei für Filmsubstrate sie komplett flach sind. Und in dieser Situation brauchen wir wirklich sehr feine Details, hochwertige Druck-Details, Schrauben zum Beispiel. Und hier benutzen wir oft eine flachere Art Plastikmaterial, um die absolut feinsten Druck-Details in der Größe von 10 Mikronen zum Beispiel zu haben. Okay. So, um das zu beenden, was wäre dein Appeal für die ganze Industrie? Du kannst jetzt mit all diesen Brands, Convertern und Druckern reden. Was wäre dein Hinweis? ### Road to Solvent Zero Zukunftsvision Wäre es die große Agenda, die Road to Solvent Zero oder mehr Innovationen? Ich denke so. Solvent Zero gibt uns eine schöne Chance. Und ich würde sagen, holistisch gesagt, dass Solvent Zero nicht nur die Platte ist, die durch Wasser gewaschen wird, sondern Flexo heutzutage auch die Fähigkeit hat, water-based Inks zu benutzen. Wenn man das mit dem Rotogravur-Prozess vergleichen kann, ist das typisch ein sehr volatiles Prozess, um volatile Solvent Inks zu benutzen. Technisch gesehen, in den letzten zwei Jahren, mit gutem Plattmaterial, mit guten Partnern, die auch neue moderne Screening-Technologien entwickeln, können wir die gleiche oder sogar bessere Qualität im Vergleich zu Rotogravur offerieren. Und es ist sehr wichtig, nicht zu vergessen, besonders für Europa, für die PPWR, dass einige Substrate, wie PCR, MDO-Material, sehr schwierig werden, mit der Rotogravur-Technologie zu prüfen. Ich denke, dass Flexo in diese Richtung ein preferierter Prüfungsprozess ist. Und wir haben die Prüftung von Plattmaterial, die das unterstützt. So, get your printing line on a new level and therefore feel free to contact Dieter Niederstadt from Azai Photoproducts. Dieter, thanks for being my guest. Thank you, Julian, for having me. Thank you. Bye bye. **Kategorien:** flexo printing --- ### [7C-Druck zwischen Anspruch und Realität – Udo Linke im Innoform-Podcast](https://inno-talk.de/7c-druck-zwischen-anspruch-und-realitaet-udo-linke-im-innoform-podcast/) **Published:** Februar 27, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ### Verwandte Episoden - [Innoform bietet Web-Seminare in englischer Sprache an](https://inno-talk.de/innoform-bietet-web-seminare-in-englischer-sprache-an/) - [Innoform offers web seminars in English language](https://inno-talk.de/innoform-offers-web-seminars-in-english-language/) - [Innoform macht Inno-Talk für KMU noch interessanter](https://inno-talk.de/innoform-macht-inno-talk-fuer-kmu-noch-interessanter/) --- Im Rahmen des 10. Expertentreffs Verpackungsdruck – erstmals unter dem neuen Namen **InnoPrintPack** – stand ein Thema besonders im Fokus: **7C Multikolordruck**. Während auf der Bühne viel Begeisterung zu spüren war, zeigten die Gespräche in den Pausen: Ganz so einfach ist die Technologie nicht. Um genau darüber zu sprechen, hat Karsten Schröder **Udo Linke**, Branchen-Urgestein und Geschäftsführer der **WKA B2P GmbH**, in den Podcast eingeladen. Linke ist seit den 1970er-Jahren im Flexodruck zuhause und hat unter anderem Procter & Gamble bei der Einführung des Flexodrucks begleitet – ein Erfahrungsschatz, der sich durch das gesamte Gespräch zieht. --- ## **Was steckt hinter B2P – Brand to Print?** WKA B2P versteht sich als Full-Service-Partner für Marken: Die Repro- und Druckexperten übernehmen die komplette Verantwortung vom Layout bis zur Druckmaschine – über alle Verfahren hinweg. Das bedeutet: **First-Time-Right** ist nicht nur ein Versprechen, sondern täglich gelebte Praxis. --- ## **Von 4C zu 7C – Chance oder Risiko?** Während **4C plus Sonderfarben** seit Jahrzehnten bewährt ist, soll 7C die Farbpalette erweitern und Prozesse vereinheitlichen. Die Theorie klingt gut: Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz plus **Orange, Grün und Violett** bilden gemeinsam einen erweiterten Farbraum, der Sonderfarben überflüssig machen soll. Doch die Praxis ist komplex. Sehr komplex. ### **Warum 7C so viel schwieriger ist** Udo Linke formuliert es deutlich: > **7C ist die “hohe Schule” des Druckens.** Denn: - Sieben Farbwerke müssen **konstant und feinrasterig** arbeiten - Rasterwalzen müssen präzise und langlebig sein - Farbdichten dürfen nicht schwanken - Substrate, Klischees und Farbformulierung müssen **absolut stabil** sein - Die **Farbreihenfolge** der Maschine ist fix – keine spontanen Anpassungen möglich Schon kleinste Abweichungen wirken sich auf das gesamte Druckbild aus. Ein “Pommes noch etwas gelber machen” – wie Linke beispielhaft erklärt – ist im 7C-Druck schlicht unmöglich. --- ## **Einfluss der PPWR: Wenn Druckfarbe neue Probleme schafft** Die EU-Verpackungsverordnung (**PPWR**) sorgt für Druck – im wahrsten Sinne. Die Abkehr von Polyurethan-Bindemitteln und die zunehmende Verwendung neuer Rezepturen verschärfen die Herausforderung: - neue Farben verhalten sich im Raster anders - die Flächendeckung ändert sich - Klischees übertragen Farbe unterschiedlich - Zuwachs im Lichterbereich wird unberechenbarer Udo Linke fasst es zusammen: > **Die Umstellung wirkt sich positiv auf Repro 4C und 7C-Prozesse aus.** --- ## **Realität auf der Maschine: Kalibrierung statt Bauchgefühl** Wer 7C wirklich beherrschen will, braucht nicht nur Expertise, sondern Zeit – und Geld. Denn jede Maschine muss: 1. **komplett kalibriert** werden 2. mit allen sieben Farben abgedruckt werden 3. per Messung farbmetrisch ausgewertet werden 4. per Lookup-Table exakte Farbanteile für jede PMS-Farbe erhalten Erst dann ist eine zuverlässige Ausgabe möglich. Das bedeutet: **keine Änderungen**, keine Experimente, keine „mal eben“. In der Praxis ein gewaltiger Eingriff in die tägliche Arbeit. --- ## **Ist 7C die Zukunft? Wie Branchenakteure profitieren – oder auch nicht** Im Podcast wird deutlich: Nicht für alle Beteiligten bringt 7C eine echte Verbesserung. ### **Wem 7C Vorteile bringen kann** - **Farbfabriken**: weniger Sonderfarben, effizientere Pigmentnutzung - **Maschinenhersteller**: klare Standards bedeuten reproduzierbare Technik - **Brands**: ökologische Argumente, potenziell weniger Farbwechsel ### **Wer unter 7C eher leidet** - **Repro & Klischeeherstellung**: deutlich höherer Aufwand - **Flexodrucker**: enorme Komplexität, geringere Flexibilität - **Endkunden mit Feinstdetails**: zarte Texte, Verläufe, Weißtöne – alle werden schwieriger Viele Motive (z. B. Kosmetik, Molkereiprodukte, feine Etiketten) sind für 7C schlicht **ungeeignet**. Ein weißer Mozzarella, der schnell ins Grüne kippt, ist nur eines von vielen Beispielen. --- ## **Trendradar: Flexodruck, Tiefdruck, Digitaldruck** Udo Linkes Einschätzungen im Überblick: ### **Flexodruck** - wird weltweit, besonders in Asien, zunehmend attraktiver - kann feine Typografie heute sehr gut abbilden - leidet aber derzeit stark unter PPWR-Regulierungen und Umstellung auf PU Farben ### **Tiefdruck** - verliert Marktanteile - bleibt jedoch in Premiumsegmenten relevant ### **Digitaldruck** - war ein Motor für die 7C-Idee - eignet sich aber nicht für alle Materialien - Geschwindigkeit und Haftung bleiben restriktive Faktoren --- ## **Wird Verpackung unwichtiger?** Ein spannender Gedanke, den Linke einbringt: **Budgets verschieben sich von Verpackung hin zu Social Media.** Die Verpackung muss weiterhin funktionieren, aber nicht mehr „glänzen wie früher“. Effekte wie Gold oder Hochglanz spielen zunehmend nur noch im Premiumsegment eine Rolle, während im Massenmarkt **Haptik und Mattlack** an Bedeutung gewinnen. --- ## **Udos Empfehlung an Druckereien: Mit Augenmaß investieren** Zum Schluss gibt Udo Linke einen klaren Rat: - **Ja, 7C anbieten – aber nur, wenn es passende Kunden gibt.** - Ein blindes Überstülpen des Systems ist nicht sinnvoll. - In vielen Fällen reichen **4C + 1–2 Sonderfarben** völlig aus. - Einige europäische Märkte gehen sogar **wieder weg von 7C**. Das Fazit des Experten: > **7C ist ein wichtiges Werkzeug – aber nicht die Zukunft für alle Anwendungen.** --- ## **Fazit: 7C bleibt ein heiß diskutiertes Thema** Die Episode zeigt eindrucksvoll, wie viel Know-how hinter modernen Druckprozessen steckt – und warum 7C weder Allheilmittel noch Fehlschlag ist. Es ist ein Werkzeug, das **unter den richtigen Bedingungen glänzt**, aber **hohe Disziplin und Prozesssicherheit** erfordert. Mit Udo Linke liefert dieser Podcast einen realistischen, praxisnahen und wertvollen Blick auf Chancen und Grenzen dieser Drucktechnologie. --- ## Keine Folge mehr verpassen! Abonnieren sie jetzt den [Innoform-Podcast](https://inno-talk.de/podcast/) auf ihrer Lieblings-Plattform und erhalten sie neue Episoden automatisch. [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Herzlich willkommen zur neuen Episode des Innoform Podcasts. Ich bin Karsten Schröder, spreche heute mit Udo Linke über 7C, 4C und alles, was es so um Repro zu besprechen gibt. Viel Spaß! Wir blicken zurück auf den zehnten Expertentreffer Packungsdruck, der ja jetzt neuerdings Inno-PrintPack heißt und der stand unter dem Motto 7C Multicolour Druck. Und wir wollen dieses Thema nochmal aufgreifen, weil dort wurde es so ein bisschen als Hype dargestellt, alle waren ganz euphorisch, aber in der Pause merkten wir doch, es gibt auch kritische Stimmen und das ist nicht das Allheilmittel. Und da habe ich mir einen Experten geholt, der nicht nur für First-Time-Right steht, sondern der einfach ein Urgestein des insbesondere Flexo-Drucks und der Repro dazu, aber auch natürlich für andere Druckverfahren, ist nämlich Udo Linke von WKA. Herzlich willkommen, Udo Linke, hier im Innoform Podcast. Karsten Schröder, grüß dich, einen schönen guten Mittag. Ja, wir sind ja um die Mittagszeit im Augenblick. Wir haben das schon mal aufgenommen, da ist es schief gegangen, jetzt machen wir es nochmal neu und ich habe mir ein bisschen anderen Stil jetzt auch vorgenommen. Ich fange vorne bei deiner Firmenbezeichnung an, WKA B2P. Was bedeutet B2P? Klär uns auf. B2P ist das, was wir im Prinzip tun. Wir haben eine Reihe von Kunden, die im Brand- und Retailerbereich sind und deshalb B2P heißt nichts anderes, als dass wir eine Brand zum Druck bringen und die gesamte Verantwortung in dieser Leistungskette aufnehmen. Das ist nicht selbstverständlich in der heutigen Zeit, aber wir versuchen eben mal, dieses First-Time-Right auch komplett über unser Kundenportfolio zu leben. Das heißt also Verantwortung bis zur Druckmaschine, bis zum Cliché. Das Besondere bei uns ist, dass wir eben halt alle Druckverfahren abdienen, dass wir in der Lage sind, in unserem Hauptsegment, also dem Flexo-Druck, auch Druckformen zu liefern. Das gleiche gilt auch für Becherdruck zum Beispiel oder für die Wellpappe, was ja auch Hochdruck ist. Und für die restlichen Verfahren liefern wir eben mal Daten auf, die kompatibel sind und mit denen man dann gleich in die Druckmaschine gehen kann. Hochspannendes Feld natürlich. Erzähl uns noch ein bisschen so über deinen Werdegang. Du bist ja seit den 70er Jahren dem Druckverfahren Flexo-Druck so ein bisschen verschrieben. Was hast du die ganze Zeit eigentlich so gemacht? Flexo-Druck war für mich der Start in meiner Karriere. Ich kenne die alten Druckingenieure noch von früher, als sie unterwegs waren. Und wir haben praktisch Flexo-Druck kreiert. Flexo-Druck ist ja, wenn man so will, kommend vom Kartoffeldruck über schwierige Problematiken, die insgesamt da sind. Und das Ganze aufzubröseln und die Entwicklungen in diesen Zeiten mitzumachen. Dazu gehört ein bisschen Know-how. Dazu gehört die Möglichkeit, aber auch das Glück, an der Nahtstelle des Flexo-Drucks gewesen zu sein, als er sich etabliert hat. Und so haben wir natürlich oder habe ich persönlich auch sehr viele Erfahrungen in der Vergangenheit gemacht. ### Flexodruck bei Procter & Gamble Karriere Als Procter & Gamble in den Flexo-Druck ging und nur im Tiefdruck und Offset war, da war ich da und habe zum Beispiel für so eine Firma komplett die gesamten Reproduktionen gemacht für Europa. Und Europa geht bei denen bis Mittlerer Osten. Also ich bin mehr oder weniger überall gewesen und habe praktisch etabliert, dass man im Flexo-Druck dieses Produkt rufen kann. Ich habe noch viele Kontakte aus der Zeit. Kenne ich dich auch, du bist eigentlich wirklich ein bekannter Name in der Branche, hast dich immer auch für neue Technologien interessiert, aber du stellst sie auf den Prüfstand, das habe ich wahrgenommen. Bevor wir jetzt ins Detail gehen, müssen wir natürlich die Begriffe noch ein bisschen erklären. Bekannt ist vielen der Vierfarbdruck, 4C. Was ist 7C und wie hängt das miteinander zusammen, Udo? Na ja, 4C ist im Prinzip die Möglichkeit, jedes Bild im Prinzip darzustellen. Und wenn ich die Farbpalette erweitern will, also Sonderfarben, spezielle Farben darzustellen, hat sich im Prinzip etabliert, kommt aus dem Digitaldruck und aus dem Wellpappendruck auch in bestimmten Bereichen digitaler Wellpappendruck die Möglichkeit, das Ganze auch in sieben Farben zu drucken. Das heißt, neben dem Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz als Kontrast oder K kommt noch drei Farben dazu. Und man versucht mit einem Orange, Grün und Violett dann die komplette Farbpalette abzudecken. Ich kann das mal ganz einfach erklären. Wir alle haben früher in der Schule diesen Wasserfarbenkasten gehabt, sage ich mal, aus dem wir gearbeitet haben. Und hier versucht man jetzt eben halt nicht auf vier Farben, sondern auf sieben Farben alle Farben abzudecken, indem man sie mischen kann untereinander, eben halt übereinander drucken kann, um eine größere Farbpalette insgesamt zu haben. Traditionell kommt es aus dem Digitaldruck, weil wenn man hochausgebaute Digitaldrucker sieht, dann haben die meisten noch Sonderfarben dazu, um eben halt diese Palette abzudecken. Und dieser 7C-Druck, den wir da ja besprochen haben, das habe ich da in dem Inno-Meeting gelernt, hängt davon ab, dass man sehr konstante Parameter hat, dass man eine konstante Farbe hat, dass man konstanten Bedruckstoff hat, konstante Rasterwalzen, Klischees. Wie würdest du die Komplexität einstufen zwischen 4C und 7C? Und was sind eigentlich die Vor- und Nachteile? Naja, ich würde mal sagen, 4C plus Sonderfarben ist einfacher zu drucken, weil ich einfach eine stärkere Standardisierung habe. Die Sonderfarben werden angemischt, angemischt geliefert oder ich mische sie selber und dann habe ich über die Auflage die Möglichkeit, diese Sonderfarbe konstant zu drucken und muss mich nur auf 4C konzentrieren. Sobald ich irgendwelche Probleme in 7C habe, wirken die sich auch auf die Skalenfarben bzw. auf die gesamte Darstellung aus. Also 4C plus Sonderfarbe ist einfacher zu drucken. 7C ist die hohe Schule, da müssen alle Parameter passen und alle Parameter müssen auch eingehalten werden, weil da kann man ja nicht mehr eingreifen. Ich kenne unheimlich viele Druckabnahmen, wo auch der Brand-Chef ja noch stand und sagte, das könnten die Pommes noch ein bisschen gelber sein, aber wenn ich die Pommes jetzt ein bisschen gelber mache, würden meine Sonderfarben ja gleich alle mitgehen, weil ich das Gelbe auch in den Sonderfarben verarbeitet habe. Das sind die Dinge, die sich aus der Praxis ergeben und ich merke schon den Rückschritt wieder, dass man sagt, 7C ja, aber die Sonderfarben nur in den, nur die Sonderfarben gemacht auf den 7C und die Skala bleibt bestehen, weil man diese Problemstellung ständig hat. Und ich kenne keine Druckabnahme, die nicht so läuft, dass nicht irgendwo ein bisschen noch was gemacht wird, außer das passt wirklich zu 100 %, was bei uns sehr häufig der Fall ist. Dafür bin ich sehr froh, sage ich mal. Aber generell ist das so. Und das verspricht ja auch das Verfahren. Keine Änderungen mehr, ein Proof in die Maschine drucken, alles läuft von Anfang an, wie der Proof aussieht. ### Verantwortung von Druckmaschine digitalisieren So sieht auch hinterher das Ergebnis aus. Und das ist nicht besonders praxisgerecht, würde ich mal sagen. Wir müssen uns sicherlich dahin weiterentwickeln. Das war auch so ein bisschen der Tenor bei der Inno-PrintPack. Die Verlagerung der Verantwortung weg von der Druckmaschine hin quasi in die digitale Welt, wo man quasi schon bei der Anlage des Druckbildes ja alles perfekt first time right anlegen muss und man hat auch gar keine Chance mehr, hinterher einzureifen. Jörg Rohde hat einen spannenden Vortrag gehalten über Rasterwalzen. Lassen Sie uns doch an dem Beispiel mal erläutern, wie schwierig das ist mit der Konstanz. Was für ein Einfluss hat überhaupt eine Rasterwalze auf so einen 7C-Druck? Und warum müssen die konstant sein? Ich fand den Vortrag, ich war ja bei der Veranstaltung hervorragend. Jörg ist natürlich ein absoluter Praktiker und spricht mir aus der Seele. In 7C müssen wirklich alle sieben Rasterfarbwerke sein. Überall muss eine relativ fein definierte Rasterwalze eingesetzt werden, weil ich ja auch in diesem Rasterbereich einen relativ feinen Raster drucken muss. Also unter 54er Raster würde ich mal sagen, ist in dem Fall nichts machbar oder wenig machbar. Ich muss ja auch Farbtöne zusammensetzen. Ich habe auch noch die Winkelung, die eine Rolle spielt, die unter Umständen bei 7C auch eine Moiré-Erscheinung geben kann, wenn ich das nicht optimal in der Repro anlege. In 7C gedruckt ist hochqualitativ im Raster sieben Farben gedruckt und das muss reproduzierbar sein. Ja, jetzt kommt ja die PPWR und macht Druck auf die Druckindustrie. Das ist ein kleines Wortspiel. Und wir müssen jetzt recyclingfähigere Druckfarben einsetzen. Und da ist ja das große Damoklesschwert die Polyurethan-Druckfarbe. So will ich es wirklich mal dramatisch formulieren. Welchen Einfluss hat denn zum Beispiel der Wechsel einer Druckfarbe auf die Repro für 7C? Ich stelle in der Praxis ja fest, dass die Farbenverbringungen sich bemühen, auch diese BU-Farbe in eine Konsistenz zu bringen oder in eine Lage zu bringen, dass man hier reproduzierbar drucken kann. Aber ich stelle fest, dass da doch noch einiges an Arbeit erfolgen muss. Die neue Justierung der Druckfarbe mit einem anderen Bindemittel hat natürlich Auswirkungen auf die Flächendeckung, auf das Ausdruckverhalten im Raster, mit welchem Klischee zusammen. Es wird schon gefeilt am Markt, welches Klischee denn die beste Übertragung im BU-Bereich hat und so weiter. Wir wissen insgesamt, die Farbe ist etwas schwieriger zu drucken. Das haben ja auch andere Veranstaltungen schon kundgetan, bei denen ich war im Lichterbereich, wird es sehr viel klebriger, stickiger. Ich muss eben halt auch die Farbe entsprechend aufbereiten, dass ich sie vernünftig drucken kann. Und das ist natürlich für 7C nicht förderlich. Das kann man ganz deutlich so sagen. ### Brands to Print Multi-Verfahren Anforderungen Ihr führt Brands to Print im Namen. Und die Brands wollen natürlich nicht nur in einem Druckverfahren drucken lassen. Denen ist das eigentlich sogar oft egal. Wichtig ist, es soll immer gut aussehen. Jetzt haben wir sehr stark über Flexodruck gesprochen. Gilt das Gleiche auch für Tiefdruck? Und wie sieht es eigentlich mit Digitaldruck im Vergleich aus? Na ja, warum der Digitaldruck nicht diese 7-Farben-Problematik schon seit 20 Jahren machen, ist ja an und für sich logisch. Auch da sind in der Vergangenheit Sonderfarben eingesetzt worden, um eben halt eine Konstanz im Druck zu erreichen. Ich habe ja schon zu Anfang gesagt, 4C plus Sonderfarbe ist einfacher zu drucken. Hier ist jetzt die Frage: Akzeptiert die Brand eben halt, wenn ich Abweichungen habe? Akzeptiert die das, wenn ich Schwankungen im Druckprozess habe? Und ist das vielleicht die neue Situation, in der ich mich befinde, dass die Brands eben halt auch mein Auge zudrücken, um eben halt vermeintlich oder auch speziell zu sparen, energiebewusster bzw. ökologischer zu drucken? Aber das ist, glaube ich, auch ein Trend, den wir erleben werden. So ist die gesamte Gesellschaft ja im Augenblick so. Es kommt da nicht mehr so drauf an, wenn es dann ökologisch ist und wenn es dann im Prinzip allen hilft und wir umweltbewusster sind. Kannst du einsortieren, ist 7C einfacher im Tiefdruck oder im Flexo-Druck? Oder wie ist es eigentlich beim Offset-Druck? Den haben wir noch gar nicht gewürdigt in diesem Podcast. 7C im Offset-Druck ist ja selten gemacht worden, würde ich mal sagen. Ich kenne es mal, vor zig Jahren habe ich mal so eine Mischform gesehen, wo ein Offset-Drucker versucht hat, alle möglichen Brands auf einem Bogen zu machen. Das war eine interessante Herausforderung. Da hat man mal gesehen, da habe ich mal so einen Farbturm gesehen, Farbtöne gesehen. Das ist daran gescheitert, dass nicht alle Verpackungen die gleiche Auflage haben. Klar, wenn ich jetzt da verschiedene Sachen zusammen packe auf eine Form, dann will der eine vielleicht nur 3000 Fallschachteln und der andere will 5000. Aber ich habe die anderen auf der Form mit drauf. Das sind dann so Auswüchse, wo ich dann sage, man hat es gelassen einfach, weil es sich damals nicht durchgesetzt hat. Und mein erster Vortrag über 7C ist von 2008, den ich vor der DFDA gehalten habe. Und das ist schon einige Zeit her. Und es hat sich nicht wirklich etabliert am Markt, weil für dieses Gesamtkonzept, für die Tatsache, dass in 7C arbeiten will, ja auch Aufträge brauche. Ich muss eine Maschine belegen, weil sonst ist die ganze Wirtschaftlichkeit – was nutzt es mir, wenn ich zwei Tage 7C drucke und dann drucke ich wieder konventionell. ### Einsparungspotenziale im Schmalbahnbereich Labels Wo ist dann die Einsparung? Wie viel Einsparung ist denn insgesamt da? Das muss man also, das muss man ja auch sehen von der Seite aus. Also ich halte es immer für eine gute Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln. Es wird Bereiche geben, wo es funktioniert. Im Schmalbahnbereich, im Labelbereich denke ich mal, ist das durchaus machbar, in kleinen Auflagen digital, aber in der flexiblen Verpackung, speziell im Folienmaterial halte ich für schwierig. Nimm uns mal mit in die Praxis. Und dafür stehst du ja, weil du die Brand ja wirklich auf den Bedruckstoff bringen musst. Wie geht das in der Praxis eigentlich bei 7C im Vergleich zu 4C oder zu anderen Druckverfahren? Gibt es da Unterschiede? Musst du mehr Daten von der Maschine haben? Brauchst du mehr Informationen über die Druckplatten, über Repro? Was ist der Unterschied? Man kalibriert fast komplett eine Druckmaschine. Das heißt, es muss ein Test-Andruck gemacht werden in sieben Farben, in diesen sieben Farben, die man dann ausgewählt hat, von dem Farbhersteller mit dem Bindemittel. Und dann wird der 7C gedruckt und dann gibt es Programme, auch von verschiedenen Herstellern. Und dann wird das ausgemessen. Dann wird also praktisch definiert, welche Farben ich insgesamt drucken kann. Man muss sich das so vorstellen, dass praktisch jede PMS-Farbe dann hinterher eine Definition bekommt, wie viel Yellow, wie viel Cyan, wie viel Magenta, wie viel Schwarz, wie viel Orange, wie viel Grün und Violett muss ich denn drucken, damit ich diese Farbe aus dem PMS-Fächer oder aus der Sonderfarbe erreiche. Und das messe ich aus und dann habe ich ein Lookup-Table. Dann sehe ich im Prinzip, wenn man das mal visualisiert, welche Farben ich dafür nötig habe. Solche Dinge kann man zeigen. Aber das ist dann eine ganz feste Vereinbarung. Hier ist nichts mehr flexibel. Ach ja, noch was: Farbreihenfolge in der Maschine, die muss dann bleiben. Da kann ich nicht irgendwelche Veränderungen vornehmen. Also, alle Dinge sind eingefroren, wenn ich so will. Ich mache mir einen Standard, ich kalibriere das und dann mit all den zusätzlichen Bedingungen, die eben halt Flexodruck hat. Das heißt Substrat, das heißt Rasterwalze, das heißt Farbe, unterschiedliches Klischee. Auch Klischees drucken unterschiedlich. ### Klischee-Auswahl und Motivreproduzierbarkeitskriterien Welches Klischee eignet sich etwas besser, etwas schlechter im Prinzip und dann kommt vielleicht noch die Reproduzierbarkeit dazu, die auch natürlich von Druckerei zu Druckerei auch ein bisschen sehr unterschiedlich ist. Also, es ist schon eine Herausforderung. Man muss die Marke mitnehmen. Das ist einwandfrei. Die Brand muss wissen, hier sind Vorteile da. Ich habe angenommen mal, ich kenne einen Fall, ich habe 40, 50 Motive, im Prinzip auch Kleinauflagen. Da macht es dann vielleicht Sinn. Da wird eine Woche nur für den Kunden gedruckt. Aber wer hat schon diese Auflagen, sage ich mal. Das ist immer die große Frage im Flexodruck, wo die Auflagen kleiner werden. Aber bei kleineren Auflagen ist es ja vielleicht unter Umständen interessant, wenn ich dann eben halt eine Maschine drei, vier Tage laufen lassen kann mit verschiedenen Motiven. Da könnte man durchaus eine Einsparung entsprechend generieren. Aber die Brand, die das akzeptiert, die gehört dazu. Ich höre so ein bisschen raus, die ganze Prozesssicherheit, die Konstanz ist wahnsinnig wichtig. Und Jörg Rohde hat erklärt, wie schnell doch auch eine Rasterwalze außerhalb der Toleranz rausläuft, eine klassische, wenn sie so ein bisschen ein paar 100.000 Laufmeter hinter sich hat. Das Gleiche gilt ja auch für Klischees beispielsweise. Viskosität der Farbe. Das habe ich jetzt alles so ein bisschen besser verstanden. Bleiben wir mal ganz kurz beim nächsten Bauteil: Klischee. Es gibt ja im Moment auch bei der Inno-PrintPack einen Vortrag über wasserauswaschbare Klischees, wo also das Wasser im Zyklus bleibt. Diese Klischees wurden dann auch über die Oberflächenspannung als besonders vorteilhaft dargestellt. Aber wenn ich jetzt deine Ausführungen von eben berücksichtige, ist das ja genau das, was wir nicht machen dürfen bei 7C-Druck. Das heißt, wir müssen ja wieder eine neue Kennlinie drucken bzw. einen neuen Versuch machen mit diesen neuen Klischees. Oder habe ich das falsch verstanden? Naja, andere Klischees, andere Kalibrierung. Das ist immer so. Das ist so. Das geht dann, das geht dann kribbelbett. Und wenn man den Flexodruck fragt, wo geht die Reise denn hin? Dann gibt ja keiner eine Antwort, sage ich mal. ### Marktentwicklung verschiedener Klischee-Technologien Haben wir, haben wir demnächst lösemittelauswaschbare Klischees in fünf Jahren? Haben wir thermische Klischees? Haben wir wasserauswaschbar? Da äußert sich keiner und keiner will da auch die Vorreiterrolle spielen. Wir haben also noch eine deutliche Splittung des Marktes insgesamt, sage ich mal. Eine generelle Sichtweise ist da im Augenblick nicht zu erwarten. Die ist vielleicht zu erwarten in den neuen Märkten wie im asiatischen Bereich, wo man Lösemittel von vornherein gleich, wenn man vorher Tiefdruck gemacht hat, vielleicht gar nicht mehr verwenden möchte und den ökologischen Gedanken einer Wasserfarbe und Wasserfarbenproduktion schon in das Kalkül mitnimmt. Aber das sind im Augenblick nicht die etablierten Märkte, wie wir sie in Europa finden. Viele hatten sich das Thema 7C gewünscht, aber ich höre bei dir auch immer so ein bisschen raus, es ist nicht ganz so einfach. Für wen bringt es denn Vorteile? Kannst du das vielleicht ein bisschen besser einsortieren? Na gut, die Vorteile einer Farbfabrik kann ich nicht umreißen, weil ich keine Farbfabrik habe, aber ich könnte mir schon vorstellen, dass man, sage ich mal, wenn man sieben Farben Pigmente zur Verfügung stellen muss, in bestimmten Bereichen einfach wirtschaftlich erarbeiten kann. Das könnte man sich ja schon vorstellen. Das Gleiche gilt im Prinzip auch für Maschinenhersteller, die sich darauf dann einlassen und die dann im Prinzip immer die gleiche reproduzierbare Rasterwalze liefern. Also es ist schon insgesamt von der Fertigung her eine Rationalisierung zu erwarten, wenn man diesen Weg gehen will. Das kann man nicht anders sagen. In der Klischeeherstellung und in der Reproduktion sieht es vielleicht ein bisschen anders aus. Ich habe ja schon auch mal in solchen Foren erklärt, ich muss vielleicht auf manche Dinge verzichten. Wenn ich einen Dunkelblau als Textfarbe habe, dann müsste ich das Dunkelblau, das müsste ich ja aus mehreren Farben zusammendrucken. Also ich erinnere mich an Procter-&-Gamble-Zeiten, kleine dunkelblaue Schriften auf einer Pamper-Verpackung. Wie soll ich die drucken? Die muss ich übereinander drucken auf zwei Farben. Dann spielt der Passer wieder eine Rolle, dann spielt das Verfahren eine Rolle, dann spielt die Folie eine Rolle, ob sie sich verstreckt innerhalb des Druckprozesses, ob sie dehnbar ist, ob der Passer überhaupt zu halten ist. Das sind dann die Fragen, die von der Seite aus wiederkommen. Und Farben zusammendrucken heißt ja auch Strich auf Raster. Und dann gibt es eben das Sägezahneffekt, im Prinzip wenn der Raster zu grob ist an der Seite aus. Und kleinste Abweichungen, gerade bei zarten Tönen. Deshalb glaube ich auch, dass manche Produkte dafür nicht so geeignet sind. Alles, was im Bereich von Kosmetik ist, alles, was im Bereich von Hygiene ist, sage ich mal, wo zarte Töne gefragt werden oder Flaschenetiketten, sage ich mal. Wir arbeiten auch für die Mineralwässer, wo zarte Verläufe drin sind. Wie soll ich denn zarten Verlauf machen aus Cyan und Yellow, wenn der Vollton richtig kräftig sein soll. Also Zuwachs spielt eine Rolle im Lichterbereich. ### Prozesskontrolle bei Motivauswahl verschärft Also manche Motive, wie sie jetzt aufgebaut sind, schließen sich aus, sage ich mal, weil sie einfach in dieser Thematik vielleicht noch schwieriger zu reproduzieren sind und komplexer sind, sage ich mal. Oder ich kenne es aus dem Molkereibereich, wenn jemand einen Mozzarella darstellen will, der sehr, sehr weiß werden soll. Ja, der kippt natürlich in drei Farben schnell mal ins grünliche oder kippt mal schnell ins rötliche. Und deshalb hat man ihn in der Vergangenheit vielleicht mit einem separaten Grau gedruckt, sage ich mal, mit einem warmen Grau, damit er schön weiß aussieht. Und jetzt ist die Prozesskontrolle sehr viel stärker ausgeprägt in dem Bereich. Ich muss sehr viel stärker da reingehen. Aber ich sage mal, wenn es die Brand möchte und das Risiko mit eingeht, mehr Kontrolle, schwieriger zu drucken im Prinzip. Und dann ist die Frage, was bringt mir das am Schluss? Heißt das vielleicht auch, nicht so schnell drucken im Prinzip, weil ich vorsichtiger sein muss? Vielleicht kann ich sonst, ich höre immer diese Aussagen, 500 Meter macht die Maschine usw. Kann ich dann noch 500 Meter, wenn ich sensible Motive habe, wo ich drauf eingehen muss? Fragezeichen, Ausrufezeichen. Also ist es wirklich Hightech? Jetzt haben wir schon ganz gut die Lieferkette besprochen, aber die Brand. Warum sollte eine Brand sich stark machen für 7C? Welche Gründe gibt es da eigentlich? Es gibt einmal den ökologischen Gedanken, der da weiter reingetragen wird. Und wie es im Leben immer ist, der Preis. Irgendeiner spart. Wer spart denn dann? Spart der Drucker? Der Drucker spart. Der Drucker braucht weniger Farbe. Der Drucker ist derjenige, der in der Wertschöpfungskette vielleicht am meisten spart an der Stelle. Also muss der wieder was abgeben. Ich weiß nicht, ob diese Gleichung funktioniert, sage ich mal. Ich glaube, das ist auch der Grund, warum viele Drucker sich da gar nicht drum reißen, in sieben Farben was zu machen, außer vielleicht der Marketing-Effekt und die Möglichkeit, da vielleicht einen neuen Kunden auf der Weise zu bedienen. Weil es muss ja letztlich unterm Strich irgendwo eingespart werden. Vielleicht ist es nur die reine Ökologie, dass man sagt, ich fasse alles mehr zusammen. Verpackung ist nicht mehr so wichtig. Auch das ist vielleicht eine wichtige Message. ### Qualitätsstandards in der modernen Praxis Es ist alles nicht mehr so wichtig wie früher. Ich bin ja dieser alte Hase. Ich habe auch für Zigaretten in der Vergangenheit gearbeitet. Also Delta-E-Werte. Es musste hundertprozentig sein. Die Zeiten sind vorbei im Prinzip. Man drückt mal eher ein Auge zu, wenn es dann läuft. Es wird aufwendiger in der Vorbereitung. Es muss reproduzierbarer sein. Ja, und der Flexdruck ist eben halt nicht immer derjenige gewesen, der durch Reproduzierbarkeit immer geglänzt hat in der Vergangenheit, sondern eben halt durch die Flexibilität des Verfahrens auf unterschiedliche Bedruckstoffe arbeiten zu können im Prinzip. Aber natürlich mit ständig wechselnden Werkzeugen, wie Rasterwalze, Farbe, Material, Klischee und so weiter. Wir sind ja ein großer Baukasten. Wenn ich einen großen Baukasten habe, kann ich viel richtig machen, aber ich kann auch viel verkehrt machen. Du hattest es gerade schon anklingen lassen. Verpackung ist vielleicht nicht mehr so wichtig, bzw. die Bedruckung der Verpackung ist vielleicht nicht mehr so wichtig. Woran liegt das? Hat das mit den neuen Medien zu tun, mit sozialen Medien? Gehen Budgets woanders hin? Warum sollte Verpackung auf einmal nicht mehr so hochwertig bedruckt werden? Naja, die Verpackung verkauft, das wird auch immer so bleiben. Ich denke mal, wir sind Menschen, die visualisieren. Es gibt ja diese brüchigen Aussagen: Innerhalb von fünf Sekunden vor dem Regal entscheide ich mich, ob ich etwas haben möchte oder nicht haben möchte, ob ich das gut finde, je nachdem, welche Einstellung ich habe. Aber ich sehe immer mehr und habe auch Einblick da, dass die Budgets viel stärker in Social Media gehen und dass die Verpackung zwar ihren Anspruch genügen muss, natürlich an das Produkt, Haltbarkeit, Schutz usw., aber das Aussehen der Verpackung oder das Geld doch mehr in andere Bereiche fließt. Gerade in der Zeit, gerade Social Media wird mehr Geld ausgegeben und das wird eben halt am Budget der Verpackung gekürzt. Die muss nicht mehr so… Ich weiß nicht, ob du diese Erscheinung mitgemacht hast. Es gab mal eine Zeit lang, da habe ich gedacht, das ist doch eine unwahrscheinlich schöne, geile Verpackung. Es gab mal diese Formpack, wo man einen Standbodenbeutel hatte, der auch eine Form noch hatte. Wir haben auch mal so was kreiert, wir haben mal so was gemacht. Das konnte eine Katze sein oder es konnte ein Schuh sein oder irgendetwas. Die Verpackung ist nicht mehr diejenige, die das bedient, die diese Formsprache weiter transportiert oder das Produkt weiter transportiert, sage ich mal. ### Ökologische Premium-Verpackungen Markttrends Zukunft Die Zeiten sind einwandfrei vorbei. Ich denke mal, das ist auch die Message der Zukunft. Ökologisch ja, gut aussehend ja, aber nicht mehr überrissen, nicht mehr ganz besonders. Oder vielleicht – es wird immer Segmente geben, die ganz besonders sind. Ich denke mal im Parfumbereich, in Flakons, diese ganzen hochwertigen Produkte in hochwertigen Verpackungen. Und es gibt das Massenprodukt in der Mitte, wo wir uns in vielen Bereichen bewegen. Das ist ja in vielen Industrien so. Da ist es eher rückläufig, da wird es eher schwierig, so was darzustellen. Jetzt ist es ja so: wir wollen auch ein bisschen in die Zukunft schauen. Wie entwickelt sich das weiter? Budgets sind ein bisschen kleiner, Verpackungen sollen trotzdem gut aussehen. Wie sieht es eigentlich aus mit Gold, Silber, Mattlack? Bleibt das? Merkt ihr schon, dass sich da was verändert? Oder erwartest du da auch eher eine Abnahme mit diesen Special Effects, nenne ich mal? Ja, Gold hat man ja relativ wenig. Das wird ja schon gar nicht mehr Gold gedruckt. Oder ist auch schwierig zu drucken in bestimmten Bereichen. Das geht ja in diese First-Class-Verpackungen insgesamt rein. Ist nicht so ganz mein Beritt von der Seite aus, kann ich nicht so viel zu sagen. Aber Mattlack spielt natürlich eine Rolle. Man will wieder über die Haptik irgendetwas erzeugen. Man will nicht mehr Folie sein. Man will etwas sein zwischen Folie und Papier in irgendeiner Form. Man will etwas erreichen, dass ein Produkt auch über so etwas gekauft wird. Das ist mit Sicherheit ein Trend, der also ganz deutlich ist. Und es gibt einen Trend mit Sicherheit, etwa Sterben vom Tiefdruck her aufgrund von Kosten und anderen Dingen, die andere Leute sehr viel besser wissen. Also Substituieren von Tiefdruck ist aber auch ein Trend, der von Asien kommt. Asien ist ja ein Markt, der sehr stark im Tiefdruck arbeitet. Und jetzt erkennen die den Flexodruck auch durch die feineren Möglichkeiten von Texten, Möglichkeiten etwas darzustellen. Diese ganze Derografie in dem Textbereich im asiatischen Raum ist ja sehr fein. Und Flexo abbilden und man entdeckt den Flexo, auch aus ökologischen Gründen vielleicht auch vom Drucken her und so weiter. ### Flexodruck pusht europäische Maschinenherstellung Und diese Märkte pushen vielleicht den Flexodruck weltweit, europäisch vielleicht auch. Vielleicht sind wir nur noch der Anhängsel aus dem ganzen Bereich der Verpackung, sag ich mal, in Europa und hängen uns dann hinterher an Entwicklungen aus dem asiatischen Raum. Also ganz klar ein Trend hin zum Flexodruck. Vom Tiefdruck kann man sicherlich festhalten im asiatischen Bereich, weltweit gesehen sicherlich auch. Und wir sehen ja auch bei den europäischen Druckmaschinen-Herstellern, dass sie natürlich mehr Flexodruckmaschinen bauen und verkaufen als Tiefdruckmaschinen. Das ist ja heute, glaube ich, schon bei denen, die ich zumindest ganz gut kenne, der Fall. Welche Rolle spielt der Digitaldruck in Sachen 7C überhaupt? War das ein Motor dafür? Ist das vielleicht sogar ein ausschlaggebender Impuls gewesen, der auch nochmal diese eigentlich schon seit Jahren bekannte Technologie nochmal nach vorne gebracht hat? Oder wie schätzt du das ein? Absolut, absolut. Es gab ja sehr viel. Es gab ja sehr viele Versuche auch in dem Bereich, den Digitaldruck noch weiter zu pushen. Der Digitaldruck hat eben halt die Schwierigkeiten, dass er vielleicht nicht auf allen Materialien drucken kann. Da habe ich eine feste Farbe. Die muss ja durch die Düse, sag ich mal, und dann muss die auf den Substrat. Und geht die auf jedes Substrat? Das ist ja die große Frage. Und wie schnell ist das im Prinzip? Da sind dann die Einschränkungen. Jedes Verfahren hat seine Einschränkung, der Digitaldruck mit Sicherheit, von der Schnelligkeit, obwohl das auch schneller wird aufgrund der Technologie und auf der unterschiedlichen Art und Weise. Welche Substrate kann ich denn drucken im Prinzip? Wo hält die Farbe dann auf dem Substrat? Muss ich nach einem, ich kenne das zum Beispiel auch, muss ich nach einem Digitaldruck später im Flexodruck noch lackieren hinterher oben drüber, damit die im Digitaldruck die Farbe hält und solche Dinge hat man alles schon erlebt. Also alles findet seine Wirklichkeit, seine Möglichkeit. Also der Bereich wird noch größer. Es wird einzelne Entwicklungsschritte geben. Es wird einzelne Dinge auch in 7C geben. Es wird Kunden geben, die sagen, jawohl, 7C finde ich super für mein Produkt. Und es wird Leute geben, die sagen, 7C funktioniert da nicht. Ich hoffe nicht, dass der Flexodruck, und das ist so ein bisschen meine Befürchtung, durch diese ganze 7C-Diskussion eher leidet, als nach vorne gebracht wird, weil als Verfahren, so wie er ist, ist er komplex. Und diese Komplexität heißt mehr Aufwand und heißt mehr schauen, dass so etwas funktioniert. ### Polyurethan-Verdruck schwieriger als Alternativen Und ich könnte mir so manche Brand vorstellen, ich habe das schon mal in dem einen oder anderen Fall erlebt, wo es um Etiketten ging, dann geht man eben halt in den Offset, wenn diese Darstellung von Verpackungen eben halt im Flexodruck nicht mehr so möglich ist und solche Dinge, die da sind. Weil es gibt ja Einschränkungen. Und diese Einschränkung kommt im Augenblick ganz besonders stark über die Verordnung mit den PU-Farben bzw. mit dem Bindemittel. PU ist einfach schwieriger zu verdrucken. Es geht in dem einen anderen Fall, der eine ist da weiter, der andere hat da noch eine Strecke zu gehen von der Seite aus. Aber es tut natürlich dem Ganzen nicht wohl, wenn immer wieder irgendwelche neuen Probleme in Anführung. Herausforderungen heißt es ja, man gibt ja keine Probleme. Es gibt ja nur Lösungen und Herausforderungen, wenn man diese Herausforderungen eben halt dann nicht so schnell lösen kann. Und der Preis ist heiß. Das erleben wir natürlich auch, vielleicht das noch zum Schluss. Also wir haben im Augenblick sehr viel Ausschreibungen im europäischen Markt, sag ich mal. Angestammte Lieferanten werden infrage gestellt vom Preis her, vom Material und vom Drucken her. Also das haben wir natürlich auch. Und das ist im Flexodruck bzw. im Verpackungsdruck gerade ganz besonders ausgeprägt. Was würdest du einem Inhaber einer Druckerei raten, der mehrere Druckmaschinen, Flexo und Tiefdruck hat? Sollte er sich intensiver mit 7C beschäftigen oder lieber mehr auf 4C gehen? Oder was wären so deine pauschalen Ratschläge im europäischen Umfeld? Er sollte sich Kunden besorgen für 7C, sollte das anbieten im Prinzip, sollte darauf hinweisen, dass das Vorteile hat. Vielleicht gibt es da auch einen Wettbewerb in dem Bereich, was man so merkt. Aber mir fehlt so ein bisschen diese Perspektive in diesem 7C, weil ich merke, dass Leute schon anfangen und die europäischen Märkte, wenn man mal in andere Bereiche reinhört, die gehen schon weg von 7C. 7C ist schon wieder 4C plus zwei Sonderfarben, ist das neue 7C. Im Prinzip irgendwo, ja, das wird schon wieder diskutiert, ob es nicht doch alles nur vierfarbig hochqualifiziert ausreicht. Wenn 7C mit Schwankungen ausreicht, warum denn nicht gleich vierfarbig im Prinzip? Und dann kommt noch zweimal Weiß und liegt dazu. Und vielleicht noch eine Sonderfarbe, die ganz besonders wichtig ist. Und dann ist das Thema durch, sage ich mal. Also ich halte dieses Überstülpen eines komplexen Prozesses in 7C im Flexodruck in manchen Bereichen auch für kontraproduktiv. Danach kann nichts mehr kommen. Ganz lieben Dank, Udo Linke. Ich danke dir fürs Gespräch, lieber Karsten. ### Englischsprachige Podcast-Serie startet neuer Feed Ich hoffe, es war wieder etwas Neues und Interessantes für Sie dabei. Empfehlen Sie uns gerne weiter. Wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative für mehr Flexpackwissen werden wollen, melden Sie sich gerne bei mir ks at innoform.eu. Und ein Hinweis in eigener Sache. Wir starten eine neue englischsprachige Podcastreihe unter einem anderen Feed. Der heißt anstatt des Innoform-Podcasts einfach nur Innoform-Podcast und wird von Julian Thielen, meinem neuen Geschäftsführerkollegen, moderiert. Die erste Episode ist online. Vielleicht hören Sie mal rein, ist hier verlinkt. Bis dann, tschüss. **Kategorien:** Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Etiketten + Sleeves, Flexodruck, Tiefdruck, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** 7C, Flexodruck --- ### [FlexPack‑News: Premiere live beim Inno‑Meeting in Osnabrück](https://inno-talk.de/flexpack-news-premiere-live-beim-inno-meeting-in-osnabrueck/) **Published:** März 3, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Die erste Ausgabe der FlexPack‑News feierte beim Inno‑Meeting in Osnabrück einen gelungenen Auftakt. Das neue Format verbindet Interviews, aktuelle Branchentrends und Hintergrundwissen rund um flexible Verpackungen. Die Premiere zeigte, wie wichtig direkter Austausch für technologische und strategische Entwicklungen in der Verpackungsindustrie ist. ## Neue Kommunikationsformate für die FlexPack‑Branche Mit einem deutsch- und neu mit einem [englischsprachigen Podcast](https://inno-talk.de/en/podcast/) erweitert Innoform seine Reichweite deutlich. Der neue monatliche Interview‑Ansatz schafft Raum für persönliche Einblicke, fachliche Diskussionen und Thought Leadership – ein entscheidender Schritt, um Orientierung in einer dynamischen Marktlandschaft zu bieten. ## Nachhaltigkeit wird zur Systemaufgabe Ein Schwerpunkt der Gespräche lag auf Ökobilanzen und der Digitalisierung nachhaltigkeitsrelevanter Daten. Unternehmen investieren verstärkt in Tools und interne Systeme, um Recyclingfähigkeit, Footprints und regulatorische Vorgaben zuverlässig abbilden zu können. Der Aufwand ist hoch, aber essenziell für fundierte Entscheidungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Das betonten sowohl Daniel Zimmermann als auch Jan Grevé. ## Materialien und Coatings im Fokus der Innovation Die Diskussionen rund um Extrusions‑ und Dispersionscoatings – insbesondere auf Papieren – machten deutlich, welchen Beitrag moderne Beschichtungstechnologien für kreislauffähige Verpackungen leisten. Dünne Barrieren, verbesserte Dichtigkeiten und effiziente Materialkombinationen stehen im Mittelpunkt. Hybridfähige Maschinen, die Papier und Folie verarbeiten können, gewinnen stark an Bedeutung. ## Regulatorische Entwicklungen schaffen neue Transparenz Besonders aufmerksam verfolgt wurden die neuen EU‑Kriterien zur Harmonisierung der Recyclingquoten. Sie sollen Vergleichbarkeit schaffen und Wettbewerbsverzerrungen reduzieren. Gleichzeitig rückte die Qualität internationaler Rezyklate in den Fokus – ein entscheidendes Thema für verlässliche Materialströme und langfristige Planungssicherheit. ## Marktimpulse durch große Investitionen in Coating‑Technologien Mehrere Industrieentwicklungen zeigen, dass Coatings künftig eine noch größere Rolle spielen. Investitionen in Beschichtungstechnologie und Materialentwicklung setzen ein klares Zeichen: Funktionale, sehr dünne Schichten sind entscheidend, um flexible Verpackungen zukunftsfähig und regelkonform zu gestalten. Das zeigt auch die jüngste Übernahme der Stahl Gruppe durch Henkel. ## Fazit: Starkes Signal für die Branche Die erste Ausgabe der FlexPack.News hat gezeigt, wie eng Technologie, Regulierung und Marktanforderungen miteinander verwoben sind. Das neue Format bietet eine wertvolle Plattform, um Wissen zu teilen, Perspektiven zusammenzubringen und gemeinsam die Zukunft der FlexPack‑Industrie zu gestalten. > Innovation im FlexPack‑Sektor entsteht dort, wo technologische Kompetenz, regulatorisches Verständnis und praktische Erfahrung zusammenwirken. Die Gesprächspartner: [Daniel Zimmermann](https://www.linkedin.com/in/daniel-zimmermann-4112a29/) und [Jan Grevé](https://www.linkedin.com/in/jan-greve-ol/) Im Mittelpunkt des Gesprächs standen zwei ausgewiesene Fachvertreter der Branche: **Jan Grevé**, der die Sicht eines kunststoffverarbeitenden Unternehmens einbrachte, und **Daniel Zimmermann**, der mit seiner Erfahrung aus der Papier- und Coatingwelt wichtige Impulse setzte. Beide machten deutlich, wie stark Materialkompetenz, Prozesswissen und regulatorische Anforderungen heute ineinandergreifen. Während Jan Grevé praxisnah schilderte, wie Unternehmen technisch auf die Anforderungen der PPWR hinarbeiten, zeigte Daniel Zimmermann, welche Potenziale moderne Papier‑ und Beschichtungstechnologien für die Verpackungszukunft bieten. Ihr Zusammenspiel im Dialog verdeutlichte, wie notwendig interdisziplinäre Perspektiven sind, um robuste und zukunftsfähige Lösungen für flexible Verpackungen zu entwickeln. ## Keine Folge mehr verpassen! Abonnieren sie jetzt den [Innoform-Podcast](https://inno-talk.de/podcast/) auf ihrer Lieblings-Plattform und erhalten sie neue Episoden automatisch. 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Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Willkommen zur ersten Ausgabe der Innoform Flexpack News. Diesen Format findet ihr ab jetzt monatlich auf unserem Feed. Diese Ausgabe ist direkt etwas ganz besonderes für mich, denn sie kommt live vom Inno-Meeting 2026 aus Osnabrück. Meine Gäste sind Jan Grévé von PBG und Daniel Zimmermann von Felix Schöller. Viel Spaß. Willkommen zur ersten Ausgabe der Flexpack News, jetzt live vom Inno-Meeting in Osnabrück. Wir starten mit einem neuen Format, ein Interviewformat für die Flexpack-Branche. Ich habe heute zwei Gäste hier, einer der kreativsten Leute hier mit im Raum. Sie hat die letzten Jahre eine der eindrücklichsten, kreativsten Marken in der Flexpack-Branche mitentwickelt. Ich weiß, es sind sehr gute Kundenveranstaltungen, die da gemacht werden, die in Erinnerung bleiben. Auch die Messeauftritte sind sehr frisch. Und dafür verantwortlich Jan Grévé von PBG. Einmal bitte nach vorne kommen. Jan wird heute die Sicht eines Kunststoffverarbeiters vertreten. Dann haben wir noch mit dabei einen Teil aus der Papierbranche. Hat bisher ein bisschen Erfahrung in die Flexpack-Branche. Ganz früher mal gestartet bei Horn & Bauer, dann Erfahrung gemacht bei metallisierten Papieren. Und jetzt eben bei einem aufstrebenden Papierhersteller, Anbieter von funktionellen Papieren auch für die Flexpack-Branche. Dann jetzt der Mann von Felix Schöller. Super, toll, dass ihr da seid, dass ihr das Ganze mitmacht, auch so spontan. Das war für euch jetzt auch nicht mit längerem Vorlauf. Flexpack 2030 war das große Thema der Veranstaltungen die letzten Tage. Wir hatten interessante Ansätze gesehen für Ökobilanzen. Inwiefern sind die Ökobilanzen bei euch und euren Entscheidungen heute schon Thema? Jan, kannst du vielleicht mal sagen, wie das bei euch ist? Ja, also erstmal danke für die Einladung. Freue mich sehr hier zu sein. Ja, wir arbeiten daran uns darauf systemseitig vorzubereiten bzw. das Ganze dann auch dementsprechend abbilden zu können. Das ist ja nicht mal eben so gemacht. Wir haben ja auch gehört, ich erinnere mich noch an einen Vortrag vor ein paar Jahren von dem Benedikt. Da habe ich gelernt, kommt drauf an. ### Product-Carbon-Footprint und Recycling-Bewertung Also es ist immer sehr kontextabhängig. Aber ja, wir sind dabei. Product-Carbon-Footprints, Recycling-Fähigkeitsbewertung, gewichtsbasiert, systemseitig vollständig integrieren und abrufbar zu haben. Im Einzelfall hat man das natürlich in der Vergangenheit auch auf Nachfrage schon mal immer errechnet und nachgewiesen. Bei uns läuft das immer viel alles über Eigenentwicklungssoftware-seitig, damit wir das auch alles unter Kontrolle haben und steuern können, um es alles individualisieren zu können. Aber da geht die Reise hin, um das dann abbilden zu können. Achso, ihr könnt jetzt tatsächlich inter abbilden mit digitalen Tools. Genau. Wir haben von Haus aus eine eigene ERP-Lösung, die dann sukzessive über die Jahre immer weiter gewachsen ist, wo dann auch eben solche Dinge eingewoben werden können. Und wenn man dann irgendwann mal verstanden hatte vor einigen Jahren, wie der Mindeststandard so funktioniert, dann kann man ja auch auf Basis der eigenen Rezepturen zumindest so auf ein, zwei Prozentpunkte schon genau eine ganz gute Prognose abgeben. Daniel, wie ist das bei euch? Haltet ihr das aus Grund zurück? Ja gut, es ist halt nicht ganz einfach. Das haben wir ja vorhin gesehen. Wie wollen wir die Beurteilung wirklich machen? Scope 1, Scope 2. Was wir auf jeden Fall tun, ist, wir investieren hier gerade auch in die deutschen Standorte erheblich. Haben wir gerade in den letzten Jahren auch angekündigt, dass wir das Thema Nachhaltigkeit noch weiter ausbauen werden bei Felix Schöller. Und das ist natürlich immer der erste Schritt, um dann eben sich auch weiterzuentwickeln. Und natürlich klar, also die Tendenz geht dahin, dass wir auch zukünftig unsere Angebote schon mit dem CO2-Footprint sozusagen ausstellen, sodass wir da auch nachweisen können, wo wir halt liegen und wir das unseren Kunden dann im Grunde auch nutzen und wertbringend weitergeben können. Okay, dann starten wir mal mit den News, die ich so mitgebracht hatte. Und eins habe ich im Packaging-Journal gesehen. Also das Verpackungsdurchführungsgesetz. Das ändert sich mit dem neuen Verpackungsgesetz. Wir haben jetzt sehr viele Änderungen. Eigentlich ist ja der Grund des neuen Verpackungsdurchführungsgesetzes, dass die PPWR ja am 12. August diesen Jahres dann startet und somit eigentlich das bisherige Verpackungsgesetz komplett obsolet macht. Deshalb mussten einige Anpassungen gemacht werden. Was haben wir hier drin? Was haben wir hier drin? 75 % Recyclingquoten. Die müssen die dualen Systeme nachweisen. ### PPWR-Anforderungen und Füllungsaufwand Das heißt, das ist auch nochmal über den Anforderungen der PPWR. Was gut ist für die Flexpacker. Wir bleiben bei den 10 % Rezyklateinsatzquote. Können wir auch nachher mal gucken, ob das wie realistisch das aktuell ist. Aber ja, generell viel Aufwand. Es wurde mal dargelegt, dass der Füllungsaufwand 2,46 Millionen Euro betrifft und der Umstellungsaufwand, also der einmalige Aufwand, nochmal 4,46 Millionen. Jan, wie groß ist der Aufwand bisher bei euch – sich mit dem Thema zu beschäftigen? Ja, der ist natürlich immens. Also wir haben es jetzt ja auch in den letzten anderthalb Tagen gehört, was technologisch dann alles kommen kann, kommen wird. Schon da es sich verändert hat. Da sind wir natürlich auch dann dran. Aber um da entsprechend Schritt zu halten, muss man natürlich auch immer gucken, was macht man wann? Was funktioniert wofür? Und wir haben uns dann für den Weg entschieden, erst mal zu schauen, wie substituieren wir Anteile, wenn es jetzt um Recyclingfähigkeit geht, die schon mal per se in der flexiblen Verpackung auch auf Sicht nicht mehr gewollt sind, dann aber auch ein Laminat daraus entsteht, was auf einer aktuell markttypischen Beutelanlage funktioniert. Und man sieht halt, da ist viel passiert, da kommt auch immer mehr. Einiges wurde erst mal entwickelt – für wenn wir es brauchen, setzen wir es ein. Also um es auf den Punkt zu bringen, der Aufwand ist enorm. Unsere gesamte Entwicklung dreht sich darum. Und ob wir dann – haben es ja gerade in dem vorherigen Vortrag auch noch gesehen – ob wir dann 2030 diese Rezyklatlücke geschlossen haben werden, um dann auch vor allen Dingen im Food-Contact-Bereich das erfüllen zu können, wird man dann sehen, das ist ja etwas, womit wir uns alle beschäftigen. Wir gucken halt, dass wir dranbleiben. Auch wenn natürlich der dafür notwendige Optimismus – 2030 ist ja gefühlt übermorgen – so langsam aber sicher immer sportlicher wird. Also chemisches Recycling, wenn es um die Rezyklatqualität geht, scheint da aber auch akzeptierter zu sein, wenn man das bisher richtig interpretieren kann. Daniel, die ganzen Gründe, die Jan genannt hat. Alles Sachen, die die Kunden in deine Hände treiben und was sie ja quasi mitnehmt? Grundsätzlich ist es ja so, dass Papiere an sich keine besonderen Dichtigkeiten aufweisen. Das heißt, wir müssen immer irgendwo eine Art von Coating auf das Material aufbringen – oder es kann ein Exklusivcoating oder ein Dispersionscoating sein – um entsprechende Barrieren halt für das Material zu schaffen. Da sind wir dann spätestens auch mit im Boot, weil es ja doch irgendwo kunststoffbasierte Coatings halt sind, die sich allerdings auf einem sehr dünnen Niveau halt bewegen. Was jetzt den Unterschied zwischen Verpackungsgesetz und Verpackungsrechts-Durchführungsgesetz halt im Grunde ausmacht, da sind die Unterschiede in manchen Bereichen ja relativ klein und in manchen Bereichen immens, weil gerade wenn es um das Thema Recyclingquoten geht, die ja bisher noch nicht in der Strenge vorliegen, wie sie halt im Grunde dann halt umgesetzt werden müssen. Aber die treffen uns natürlich dann am Ende auch irgendwo genauso. Du hast gerade diese Dicken der Beschichtung. Ihr habt ja verschiedene Technologien auch bei euch im Haus. ### Extrusion-Coding auf InnoFiber präsentiert Bei der Inno-Fiber, die wir 15. und 16. April auch hier machen werden, sind wir Tag zwei ja auch bei euch, da können wir zumindest einen Teil des Ganzen sehen. Aber im Prinzip habt ihr zwei Technologien zur Beschichtung am Start. Genau, also wir haben einmal das Extrusion-Coating. Das werden wir hier auch in Osnabrück zeigen am zweiten Tag. Also das sind auch alle Gäste, die zur Inno-Fiber kommen, recht herzlich eingeladen, sich das dann vor Ort auch anzugucken. Mein Kollege, der Andreas Bergmeier, wird auch einen Vortrag halten am ersten Tag hier. Von daher werden wir da schon ein bisschen triggern und dann kann man sich das auch ansehen. Wir haben aber auch das Körten-Coating-Verfahren, was wir in Weißenbrunn machen. Das wäre von hier aus jetzt ein bisschen weit für noch eine Besichtigung dann da vor Ort. Aber vom Prinzip her halt im Grunde ein dispersionsbasiertes Verfahren, wo wir halt bis zu fünf Schichten auftragen und entsprechend Barrieren da dann auch mitgeben können. Okay, Weißenbrunn kann ja trotzdem noch kommen eines Tages. Wenn wir mal wieder auf diese Dicken gehen, oder die Auftragsgewichte, überhaupt die Materialart, da kommt glaube ich Single-Use-Plastic-Directive auch noch ein bisschen ins Spiel. Wie sind diese zwei Verfahren dann zu trennen? Unter dem Aspekt Dicken, aber auch überhaupt, wann geht das Polymer los, wann falle ich unter Richtlinien? Ja gut, also die beiden Dicken sind im Grunde vergleichbar. Wir sind halt in der Lage, beim Extrusion-Coating-Schichtdicken bis zu 11 µ runter zu extrudieren auf das Material. Das ist halt eben doch mal deutlich dünner, als man das kaschieren kann. Bei welcher Materialdicke? Also von Papieren? Von Papieren. Also wir haben Papiere, die sind 40 Gramm. Und da machen wir halt Extrusion-Coating drauf. Wir haben auch eine PE-Schicht zum Beispiel schon drauf gemacht, die nur 3 µ-Schichtstärke ist. Also wenn ich 60 Gramm Papier habe, 3 µ, dann erfülle ich sofort die 95,5 mit dem Basismaterial. Klar, unbedruckt, aber in dem Fall erfülle ich es halt erst mal sofort. Und das sind halt eben schon Möglichkeiten, die man mit Kaschieren einfach nicht hinkriegen. Jedenfalls nicht mit einer PE-Kaschierung in der Stärke. Und beim Curtain-Coating-Verfahren haben wir halt 8 µ als Mindeststärke, weil wir da einfach die Situation haben, dass das Material eine gewisse Dicke einfach haben muss und auch verarbeitbar bleiben muss. Das ist ja ein sehr flüssiger Lack, den wir auftragen, der dennoch 5 Schichten hat und diese 5 Schichten auch beibehalten werden müssen. Die dürfen sich einfach nicht mischen dann. ### Papierherstellung und Dichteoptimierung Das heißt, ihr stellt doch die Papiere selber her? Wir stellen die Papiere auch selber her, aber machen das nicht ausschließlich. Wir nutzen gerade im Verpackungsbereich eben auch Papiere von unseren Marktbegleitern und bieten eben die Möglichkeit, diese Papiere zu pimpen, aufzubessern, eben denen neue Eigenschaften zu verleihen, die die Papiere von sich aus auch so nicht mitbringen. Aber die Papiere sind häufig im Markt etabliert und deswegen ist das für viele Kunden auch total interessant, das eben entsprechend oben zu setzen. Aber bei den ganzen Dichten, die du eben genannt hast, bleibt ja nicht immer unter diesen 5 %. Wenn ich 5 % habe, muss ich da auch Rezyklate reinbringen. Welche Möglichkeiten habe ich da bei einer Dispersionsbeschichtung oder bin ich da gar nicht betroffen? Oder ihr? Also bei der Dispersionsbeschichtung sind wir, soweit mir bekannt ist, nicht betroffen. Beim Extrusionscoating sind wir da natürlich schon betroffen, aber da arbeiten wir auch im Grunde dran, da Möglichkeiten einzusetzen, dass die Rezyklate damit eingebracht werden können. Dann gehe ich mal zur zweiten Nachfrage, die ist auch ein bisschen aus dem nachhaltigen Bereich. Ich kann vielleicht damit zusammenhängen, dass ich da ein bisschen viel gearbeitet habe vorher, aber ich versuche es wie gesagt immer alles auf die Flexpack jetzt zu bündeln. Nämlich meldet der OIVIT oder auch das ESG Today, dass neue EU-Vorgaben geben soll für Recyclingquoten, um die Vergleichbarkeit der Recyclingquoten unter Mitgliedstaaten vergleichbar zu machen. Die Europäische Kommission führt EU-weite Kriterien für das Ende der Abfallgemeinschaft von Kunststoffen ein, um klare Regeln zu schaffen, wann Rezyklate wieder als Rohstoff gelten. Das ist mal kurz Handzeichen, wer überhaupt dachte, dass die Quoten in verschiedenen Ländern verschieden berechnet werden heute? Wer ist der Meinung, das war immer gleich? Okay, ich hatte auch immer das Gefühl, dass es zumindest sehr, sehr gleich dargestellt wird, wenn man Statistiken gesehen hat dazu. Slowenien hat sich selbst, Deutschland hat sich eh als Recyclingweltmeister dargestellt, aber Slowenien vor allem hat immer die mit die besten Zahlen, weil da einfach alles schon als recycelt ging, was überhaupt nur eine Sortieranlage erreicht hat. In Deutschland hatten wir die Bemessungsgrundlage, dass was quasi aus der Sortieranlage raus und zu einem Recycler geht, und jetzt wird der Standard quasi in die Richtung gesetzt, oder was aus der Recyclinganlage wirklich auch in den Rezyklat reinkommt. Deshalb jetzt meine Frage an euch auch, wir haben jetzt vergleichbare Zahlen für Europa, wir sehen aber auch Rezyklatqualitäten aus Asien, gerade ein großer Teil der Diskussion kommt aus den Qualitäten, die vielleicht aus Asien auch rüber schwappen, habt ihr auch gute Erfahrungen bei euch, auch mit solchen Materialien, oder sind bisher alle Tests mit europäischen Materialien gelaufen? Also, insofern ich das jetzt im Detail ganz richtig weiß, du kannst doch gern das Mikro an Dirk geben, das ist gar kein Problem. Der wird schon im Zweifel intervenieren. Nein, also wir haben schon länger auch immer, verbunden mit Rezyklatanteilen, einen Non-Food-Bereich produziert, und bisher waren das alles Qualitäten aus dem EU-Binnenraum. Okay, also ich hatte es auch vorher immer im alten Job noch gemerkt, also ich war vorher bei InterZero, großes duales System, teilweise auch Recycler, und wenn wir Rezyklate manchmal aus Asien gesehen haben, das war einfach zu schön, um wahr zu sein, also auch aus analytischer Sicht. Wir haben ja gestern gesehen, was alles in den Rezyklaten drin sein kann, von Kollegen von IKV, und wenn man einfach so gar nichts davon findet, ist alles ein bisschen zu schön, um wahr zu sein. Aber was auch hier mit klingt, die Maßnahmen gegen diesen unbeleuchteten Wettbewerb aus Asien, da sollen dann auch Zollcodes extra für diese Materialien nochmal geschaffen werden. Ob das letztlich final so helfen kann, bin ich schon auch mal gespannt. Gehen wir schon in die letzte News, das Packaging Insight meldet, Henkel kauft Stahl für 2,1 Milliarden Euro, ich dachte zuerst, wir machen mit so viel Stahl, aber das Unternehmen zur Ausweitung des Beschichtungsportfolios. Mir war Stahl vorher nicht bekannt, 2,1 Milliarden Euro der Kauf, 1700 Mitarbeiter, ein holländisches Unternehmen, ein niederländisches Unternehmen, mit 725 Millionen Euro Umsatz. Ich habe mir den Laden dann mal angeguckt, vor allem in den Dispersionslacken unterwegs. Was ist das für ein Zeichen an dem Markt, und wie kann man das interpretieren, wenn genau diese Richtung gegangen wird, seitens der größten Anbieter? Ja, ist ein bold statement, also muss man ja ganz klar so sehen. ### Coating-Philosophie für Verpackungen Das unterstreicht ja eigentlich genau die Philosophie, in die wir selber damit haben. Wir sagen halt ganz klar, wir können mit Coatings Schichtdicken generieren, die wir einfach mit Folienmaterialien so nicht mehr hinkriegen. Und das ist im Rahmen der PPWR ja auch erforderlich, weil wir sonst einfach ein Riesenthema mit dem Recycling der einzelnen Materialien bekommen. Also wir können das eigentlich nur begrüßen, dass es in die Richtung geht und zeigt halt auch ganz klar, dass Henkel da offensichtlich weit nach vorne denkt und noch ganz andere Ideen entwickeln möchte. Aber Stahl produziert ja nicht nur Coatings für den Verpackungsbereich, sondern auch natürlich für andere Märkte. Ich habe gesehen, viel für die Auto-Industrie oder Leder, Sitze etc. Es war deutlich breiter, mal gespannt, wie man es noch nutzen kann, aber auch für Kunststofffolien, Beschichtungen, alles. Bei euch nochmal ein separates Thema, was da möglich ist. Ich weiß nicht, mit abgefahrenen Lacken oder Paper-Touch-Lacke, um dem ganzen Trend mal eurerseits entgegenzugehen. Ja, das gab es natürlich schon immer mal, und wir sind auch technologisch dazu in der Lage, das zu verarbeiten. Bei Coatings ist ja auch häufig dann immer Übertragsgewichte usw. Themen, da haben wir uns auch dafür aufgestellt, damit das geht. Haben das dann auch vereinzelt schon im Einsatz. Sind dann natürlich auch, wenn man jetzt guckt, wir machen ja nicht nur Kunststoff, auch wenn ich jetzt repräsentativ dafür stehe. Wir haben ja auch durchaus etliche Überschneidungspunkte mit Papier und da ist man natürlich dann immer darauf angewiesen, dass die Entwicklungen dann von dort kommen, um dann zu gucken, ob da auch Wertschöpfungen sind, welche Features braucht man. Also ja, wir beschäftigen uns damit und diese ganzen dekorativen Komponenten ja sowieso schon länger. Und in dem Sinne ist da so, sagen wir mal, das, was dann gebraucht wird, gegeben und im Einsatz. Dirk, war das alles korrekt oder gibt es was zu intervenieren? Dann komme ich. Ich dachte, das wäre einfach mal so salopp reingeworfen, aber nicht mit dir. Ich möchte, dass wir natürlich in der Druckmaschine die Möglichkeit haben, so ein Siegelcoating in der Form der Siegelkontur aufzubringen und damit den Kunststoffanteil oder den Fremdkörperanteil im Papier noch weiter zu reduzieren. Weil wir halt schon wissen, wie sieht das Bild auf der anderen Seite aus, was wir draufbringen und dann trifft man halt genau den Punkt. Lange dran rumengwickelt, funktioniert ganz gut. Nullmal verkauft. Hab ich Froster auch vor Jahren hier gezeigt? Ja, alles gut. Noch Fragen oder Anmerkungen? Irgendwas dabei aus dem Raum, aus dem Slido? Ich muss mich natürlich einmischen. Merkt man noch was von dem Papierhype? Oder wie ist das eigentlich im Moment so als Papierhersteller? Ich meine, ihr seid ja richtig angetreten, ihr habt ein tolles Produktportfolio. ### Kundenanforderungen und Maschinenanpassungen Man merkt schon, dass es im Moment so eine gerade Entwicklung geht, dass die Kunden sich informiert haben, dass man versucht, da entsprechende Projekte anzustoßen. Die Zeit wird knapp, das müssen wir ganz klar sagen. Ich habe es vorhin ausgerechnet: noch 46 Monate oder 200 Wochen bis 2030. Das ist nicht mehr so viel. Wenn ich noch Maschinenanpassungen haben muss, dann ist es ganz wichtig, dass man schon eine Lösung in der Hand hat. Man muss auch eine Maschine aussehen, die das verarbeitet, wenn die Lösung nicht da ist. Da sind wir mit dem einen oder anderen Kunden schon so weit, dass diese Sachen auf Maschinen getestet werden. Gerade auch auf teilweise neu entwickelten Maschinen. Das Thema Vormschulter spielt ja im Papierbereich immer eine große Rolle. Das heißt, das muss vernünftig überarbeitet werden und muss auf den Anlagen vernünftig laufen. Wurden die Papiere bisher auch ein bisschen an die Verpackungsanlagen umgestellt? Oder muss alles die Vormschulter regeln? Es muss nicht alles die Vormschulter regeln. Das ist tatsächlich so, dass wir auch an den Papieren was machen. Es ist aber so, dass die Vormschulter-Technologie heute ja auf Hybrid umgestellt werden kann, sodass sowohl die Kunststofffolien als auch Papier darauf laufen kann. Das ist eigentlich die beste Lösung für uns alle. Das ist auch ein Thema, das ich auf dem Markt einführen möchte. Vielleicht ist das eine Produkt für Papier nicht geeignet, weil die Kosten es einfach nicht hergeben. Das andere Produkt gibt es her. Dann kann man auf einer ganz anderen Basis verarbeiten und die Anlagen nutzen. Wie läuft die Vernetzung mit den Maschinenherstellern? Wie läuft so eine Vernetzung? Du gehst zu den Leuten hin, sprichst mit denen, dass die nicht verpackungsentwickelt haben. Die versuchen, sich das Know-how einzuholen. Das ist ein Riesenthema für die. Das ist total schwierig, weil die sagen, wir mussten uns früher nie damit beschäftigen. Wir haben Material auf den Tisch gelegt bekommen, sollten das verarbeiten, damit wir das Thema durch. Das kann im Moment keiner leisten. Es gibt noch viele Fragezeichen, die wir dafür haben. Perfekt, alles klar. Ich gucke noch einmal in den Raum, ob wir irgendwo noch Fragen haben. Wenn das nicht so ist, würde ich sagen, danke. ### Fazit: Erfolgreiche erste Podcast-Ausgabe Erste Ausgabe, Flexpack News, schön, dass ihr dabei wart. Vielen Dank. Du hast dir das bis zum Ende angehört. Vielen lieben Dank dafür. Ich denke, es ist eine gute Folge geworden. Die Stimme war auch ein bisschen dran. Ich habe noch zwei Veranstaltungshinweise für dich. Wir haben am 15., 16. April die Inno-Fiber in Osnabrück. Und am 1. und 2. Juli die InnoCircle in Würzburg. Wir machen wieder ein super gutes Programm. Ihr könnt euch darauf verlassen. Wir versuchen, alles konkret für die Flexpack-er zu machen. Ich würde mich freuen, euch dort wiederzusehen. **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Biofolien, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Felix Schoeller, IM-02-26, Podcast, PPG --- ### [FlexPack 2030 – Was uns das INNO‑Meeting 2026 wirklich gezeigt hat](https://inno-talk.de/flexpack-2030-was-uns-das-inno-meeting-2026-wirklich-gezeigt-hat/) **Published:** März 23, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Eine Audio‑Reportage und ihre wichtigsten Erkenntnisse*. Das INNO‑Meeting 2026 in Osnabrück bot auch in diesem Jahr wieder tiefe Einblicke in Technik, Regulierung und den realen Stand der Nachhaltigkeit in der flexiblen Verpackung. Neu war jedoch die Perspektive: Erstmals wurde das Event intensiv mit Audio‑Schnipseln, Gesprächen und Stimmen aus der Branche begleitet. Entstanden ist ein akustischer Einblick in eine Industrie, die technologische Möglichkeiten kennt – aber regulatorisch zunehmend im Nebel steht. ## **Nachhaltigkeit als Hygienefaktor – aber ohne klare Richtung** Schon zu Beginn macht Valeska Haux klar: Wenn alle nachhaltig sind, ist eigentlich keiner mehr nachhaltig. Nachhaltigkeit ist 2030 keine Strategie mehr, sondern eine **Eintrittskarte in den Markt**. Ein zentrales Problem: Die Branche will nachhaltig sein, doch die **PPWR liefert bislang keine eindeutigen Leitplanken**, nach denen sich Verpackungen zuverlässig entwickeln lassen. Die Stimmung schwankt zwischen ehrlichem Engagement und zunehmender Frustration. ## **Materialeffizienz statt Materialwechsel** Spannende Einblicke liefert das Unternehmen **One . Five**, das KI‑basiert Verpackungen entwickelt. Ein Beispiel zeigt deutlich, wie viel Potenzial in präziseren Annahmen steckt: Ein Molkereiprodukt galt als extrem barrierekritisch. Doch nach genauer Analyse stellte sich heraus: Nicht eine Wasserdampfbarriere von 2, sondern **7 g/m²/Tag** waren ausreichend. Das öffnet plötzlich die Tür zu viel mehr Materialien. **Lehre daraus:** Viele Hürden entstehen nicht durch fehlende Materialien – sondern durch **ungenau definierte Anforderungen**. ## **Rezyklate in Lebensmittelverpackungen – Chancen und Grenzen** Das IKV Aachen demonstriert, wie sich mechanische Rezyklate in Lebensmittelkontaktmaterialien integrieren lassen. Die Herausforderung: Rezyklate zeigen Strukturen, Einschlüsse und Fehlstellen im Mikroskop, die für Beschichtungsprozesse kritisch werden können. Doch eine SiOx‑Beschichtung kann **signifikante Migrationshemmung** ermöglichen. Für Verbraucher bleibt jedoch: Rezyklat = Plastik. Papier bleibt emotional immer „richtig“ – selbst wenn es physikalisch nicht immer sinnvoll ist. ## **Papier – Gefühl schlägt Physik?** Achim Gräfenstein von Constantia zeigt, wie technische Papierlösungen heute machbar sind – aber auch wie teuer sie werden können. Ein Beispiel: Ein 40 Micrometer BOPP‑Struktur lässt sich nur durch rund **80 g Papier** ersetzen. Die Bemühungen, Verpackungsabfall zu reduzieren, geraten so schnell in Widerspruch zur Realität. Auch im Markt scheint sich der Papier‑Hype abzukühlen. Zwischen Symbolik und logischer Materialwahl liegt oft ein tiefer Graben. ## **Design for Recycling: Besser gestaltete Verpackungen statt Materialkämpfe** Ein wiederkehrendes Thema: **Einfärbungen, Zwischenlagendruck, schlechte Trennbarkeit**. Das Fazit: Weniger Farbe, weniger verdeckter Druck, mehr Frontaldruck und bessere Sortierbarkeit sind entscheidend. Die „grauen Regranulate“ entstehen meist nicht durch mangelnde Technik, sondern durch **schlechtes Design**. ## **Produktschutz bleibt der größte Nachhaltigkeitshebel** Alina Seipler (SPI) erinnert an einen oft vergessenen Fakt: Der größte CO₂‑Footprint steckt **nicht in der Verpackung**, sondern **im Produkt**. Verpackungen, die Haltbarkeit verlängern, vermeiden Lebensmittelabfälle – und deren ökologische Wirkung ist **5–10‑mal höher** als die der Verpackung selbst. Verdorbene Lebensmittel sind schlechter als jede Folie. ## **Neue Produkte – neue Anforderungen** Pflanzenbasierte Fleischalternativen verlangen andere Barrieren als tierische Wurstwaren. Erste Untersuchungen zeigen: Diese Produkte sind **weniger licht‑ und sauerstoffempfindlich**. Das eröffnet neue Spielräume – und zeigt erneut: Exakte Produktanforderungen schlagen pauschale Materialvorgaben. ## **Regulierung als größter Unsicherheitsfaktor** Benedikt Kauertz vom ifeu zeigt eindrucksvoll, wie falsch berechnet manche politischen Maßnahmen sind. Ein vollständiger Ersatz bestimmter Einwegverpackungen für Palettenware durch Merhweg-Syteme würde **31,7 Mio. Tonnen zusätzliches CO₂** bedeuten – entspricht 26,4 Mio. PKW jährlich oder der gesamten Waldfläche Baden‑Württembergs plus Bayern. Sein Fazit: Was gut klingt, ist nicht automatisch gut gemacht. ## **PPWR: Ein Rahmen voller Lücken** Beim Bierabend zeigt sich zudem: Viele Fragen bleiben offen, Grenzwerte fehlen, delegierte Rechtsakte sind unklar. PFAS‑Regulierung wird als unvorbereitet kritisiert: Es gibt schlicht **nicht genug Testkapazitäten**, um umzusetzen, was die PPWR verlangt. Auch Testergebnisse verschiedener Labore weichen teils stark voneinander ab. ## **2030 wird nicht am Material entschieden – sondern an den Daten** Albin Kälin (EPEA Switzerland, Cradle to Cradle) macht in Osnabrück klar: **Jedes Produkt wird einen digitalen Produktpass bekommen.** Die Datenmengen werden gigantisch – ein Vielfaches dessen, was heute unter REACH existiert. Am Mikrofon zeigt er auf, wie sich das Spielfeld verändert: Gesetze sind da. Unternehmen müssen lernen, diese Komplexität in der Entwicklung beherrschbar zu machen – nicht nur zur Compliance, sondern als Chance zur Differenzierung. ### Verwandte Episoden - [Flexpack-Branchentreff – 20. Inno-Meeting 2023](https://inno-talk.de/flexpack-branchentreff-20-inno-meeting-2023/) - [23. Inno-Meeting „Flexpack 2030“ – Neuausrichtung in der flexiblen Verpackung](https://inno-talk.de/23-inno-meeting-flexpack-2030-neuausrichtung-in-der-flexiblen-verpackung/) - [FlexPack‑News: Premiere live beim Inno‑Meeting in Osnabrück](https://inno-talk.de/flexpack-news-premiere-live-beim-inno-meeting-in-osnabrueck/) --- # **Fazit: FlexPack 2030 braucht weniger Drama – und mehr Daten, Präzision und Pragmatismus** Das INNO‑Meeting 2026 zeigt: Technik ist selten das Problem. Die Branche kann viel – wenn man sie lässt. Herausfordernd bleiben unklare Regulierung, falsche Anreize und emotionale Materialdebatten. Doch Innovation entsteht dort, wo Anforderungen präziser werden, Barrieren klüger definiert sind und Daten Transparenz schaffen. **2030 wird kein Verzichtsjahr – sondern ein Jahr klügerer Verpackung.** [Zum Podcast](https://inno-talk.de/podcast/) ## Keine Folge mehr verpassen! 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Das, was hier wirklich mit hohen CO2-Quoten einhergeht und am Ende des Tages viel Material auch zur Verarbeitung hinstellt, das ist dann aber in Ordnung mit der Welt. Und das ist ein ganz großes Drama. Es ist der Morgen des 24. Februar 2026. 1,5 Tage Inno-Meeting stehen bevor. Also die Bemühung der Kommission, Verpackungsabfall zu realisieren, das macht man auch schön. Hier trifft sich eine Branche, die ehrlich versucht, nachhaltig zu sein, aber im Dickicht der PPWR-Vorgaben zunehmend verzweifelt. Wer nicht nachhaltig ist, der wird vom Markt ausgeschlossen. Das scheint einfach so. So. Einen wunderschönen guten Morgen, liebe Flexpack-Enthusiasten, meine sehr geehrten Damen und Herren aller Zwischen- und Außerhalb-Wiehern. Würden wir mal zu sagen, grüßen Sie alle ganz herzlich hier zum 23. Mal. Dieses Audio-Feature wird präsentiert von Packer von Packmatic. Zum Auftakt des ersten Tages hat sich Valeska Hawks einige Marken aus der Flexpack-Branche einmal genauer angeschaut. Zwölf Wettbewerber oder 12 Player in diesem Markt immer angeguckt. Alles sind nachhaltig. Aber wenn jetzt jeder nachhaltig ist, dann ist doch keiner mehr nachhaltig. Eigentlich, das ist das nächste Slide, ist Nachhaltigkeit heute schon ein Hygienefaktor, der in irgendeiner Art und Weise bedient werden muss. Also startet unsere Reise ins Jahr 2030 nicht mit einer Innovation, sondern eher mit einem Vertrauensproblem. Wer nicht nachhaltig ist, der wird vom Markt ausgeschlossen. Das scheint einfach so. Nachhaltigkeit ist also keine Strategie mehr, sondern vielmehr eine Eintrittskarte. Aber was heißt das ganz konkret bei einer flexiblen Verpackung? Wir haben zwei Kunden gehabt und die waren sich sehr, sehr sicher, dass eine Wasserdampfbarriere von zwei in tropischen Konditionen für ihr Molkereiprodukt absolut kritisch war. ### Mindesthaltbarkeit und Materialqualifizierung neu bewertet Wir haben dann natürlich diese Mindesthaltbarkeit motiviert und haben gesagt, okay, ist es tatsächlich die zwei oder können wir hier eventuell mit einem anderen Wert in den Markt gehen und gucken, ob da Materialien zur Verfügung stehen, die eventuell helfen könnten. Das ist ein wertvoller Einblick in der Firma 1.5. 1.5 entwickelt Verpackungen KI-basiert. Durch unsere Arbeit hat sich dann herausgestellt, dass das Produkt eigentlich eher im Rahmen von sieben, also in Gramm pro Quadratmeter pro Tag, eher braucht. Und natürlich hat sich dann daraus ergeben, dass viel, viel mehr Materialien plötzlich qualifiziert werden konnten, da halt in der Range sieben natürlich viel mehr Materialien auch zur Verfügung stehen als die, die eine sehr, sehr hohe Wasserdampfbarriere in tropischen Konditionen auch haben. Und somit konnte der Kunde dann quasi auch die Entwicklung einfach viel, also wirklich erleichtern. Vielleicht liegt der Fortschritt also nicht im Material, sondern in der Präzision. Weniger Barriere, weniger Material, weniger Annahmen. Wenn man sich jetzt also dann mal mit Folien oder mit Granulaten beschäftigt, wie man sie beispielsweise von einem normalen System bekommen kann, schneiden Sie die mal auf und dann gucken Sie sich das Mikroskop an, dann finden Sie genau sowas. Sie haben also dann schon, sieht man sofort, verschiedene Phasen, die hier in hell und dunkel erscheinen. Sie sehen dann, wir haben Luft- oder Gaseinschlüsse, volatile Substanzen, die hier überall ihren Raum haben und mit transportiert werden können in den Prozess. Das ist also der eine Nachteil, den wir haben, die richtigen Bestandteile. Und auf der anderen Seite gibt es natürlich auch noch feste VV-Verunreinigungen. Das sind so typische Bilder, die Sie dann bekommen, wenn Sie aus diesen Granulaten dann Folie machen. Das haben wir in großem Stile gemacht und dann gucken Sie sich diese Folie mit einem einfachen Mikroskop an und erkennen dann bei dieser Skala hier eben schon ganz, schon ganz gehörige, große Fehlstellen, die am Ende sich teilweise bis an die Oberfläche auch hinaus, in die Oberfläche hineinbewegen und aus der Oberfläche herausragen. Und solche Stellen sind für Beschichtungsprozesse immer nachteilig. Und so zeigt das IKV aus Aachen, wie mechanische Rezyklate in Lebensmittelfolien reinkommen können. Die aufgebrachte SIUX-Beschichtung sorgt dabei für die nötige Barriere. Wir kriegen eine sehr, sehr gute Schichtung. Aber für den Endverbraucher bleibt auch eine Rezyklatfolie immer noch Plastik. Deshalb kommt auch mehr und mehr Papier ins Spiel. Dabei gibt es auch ein paar andere Folien, die man nicht so oft in der Hand haben kann. Das ist die Schichtung, die wir hier haben. Das ist die Schichtung, die wir hier haben. Das ist die Schichtung, die wir hier haben. Das ist die Schichtung, die wir hier haben. Das ist die Schichtung, die wir hier haben. Dabei gibt es Papiere, Papierverbunde. Und wie das zu definieren ist, ist auch noch nicht klar. Für den Verbraucher fühlt sich Papier immer richtig an. Aber wie sollen die Flexpacker es richtig machen, wenn das Richtige noch gar nicht definiert ist? Das sind sehr wertvolle Einblicke, die uns hier Achim Greifenstein von Constantia gibt. ### Verpackungsabfall-Reduktion und Folienalternativen Meistens ist es ungefähr so, weil die dünnen Checks doppelt. Nehmen Sie mal so einen Candy Wrapper oder sowas. Da haben Sie 40 µm. Und dann müssen Sie aber mit 80 Gramm Papierblumen arbeiten. Also die Bemühung der Kommission, Verpackungsabfall zu reduzieren, wird dann auch schön. Im Moment ist der große Hype, glaube ich, bei Papier auch so ein bisschen bei den Marken getickt und ein bisschen zurückgegangen. Dann haben wir in der Pause schon besprochen: Wir hören also raus, der Markt schwankt zwischen Symbolik und physikalischen Möglichkeiten. Und vielleicht geht es der 2030 gar nicht mal um Papier gegen Kunststoff, sondern generell um die Gestaltung. Ich hatte da ein Bild nur im Kopf, da war ein De-Ink des Rezyklats, war aber bunt. Woran lag das? Ja, das war das unzureichende Design vor Recycling. Wir haben hier massegefärbte Produkte. Eigentlich sollten wir bei Flexibles die Farbe über den Druck kriegen, den man runterwaschen kann. Wenn ich einmal ein dunkles Master-Batch drin habe und verschiedene Farben mixen, sind ihre Granulate immer grau. Wie verhält sich das eigentlich mit Zwischenlagendruck? Spielt das da auch eine Rolle? Kann man das heute schon de-inken? Das ist genau das, was das Problem ist. Wir haben erste Ergebnisse in unserem Projekt Loop Cycling in Aachen, wo wir verschiedene Produkte de-inkt haben. Ich sag mal, es wird schwierig. Also weniger Einfärbung, weniger Zwischenlagendruck, mehr Frontaldruck. Und generell bessere Trennbarkeit. Und wir wissen ja schon längst: Recycling beginnt nicht erst am gelben Sack, sondern beim Design. Aber es ist Alina Saibler vom SPI, die uns an Grundlegendes erinnert. Denn der höchste CO₂-Abdruck steckt immer noch im Produkt, und das gilt es zu schützen. Denn der Produktschutz und die Verlängerung der Haltbarkeit durch Lebensmittelverpackungen ist der Hebel für mehr Nachhaltigkeit. Natürlich sind ökologisch freundlichere Materialien, Recycling-Fähigkeiten alles super wichtig. Und wir haben jetzt auch gesetzlich gefordert. Es darf aber kein Entweder-oder zur Funktionalität im Sinn des Produktschutzes sein. Denn der ökologische Nutzen durch vermiedene Lebensmittelabfälle ist im Regelfall fünf bis zehnmal, teilweise noch ein höherer Faktor, größer als die potenziellen Umweltwirkungen der Verpackung. Also ist alles das nachhaltig, was auch schützt. ### Lebensmittelverschwendung versus Verpackungsoptimierung Denn verdorbene Lebensmittel sind schlechter als jede Folie. Brauchen die eine andere Verpackung, diese Alternativen zu den Fleischprodukten, also sprich die pflanzenbasierten, veganen oder vegetarischen Produkte? Davon gehen wir eben aus. Es ist noch nicht ganz klar, deshalb promoviere ich auch zu diesem Thema und möchte eben herausfinden, was sind denn die Anforderungen von diesen Produkten. Sie möchten zwar dieselben Produkte darstellen wie die tierischen Wurstwaren, sind aber in der Grundzusammensetzung ja komplett anders. Und deshalb vermuten wir, es braucht eine andere Verpackung. Aber das müssen wir eben erst noch untersuchen. Du hast so ein bisschen im Selbstversuch gezeigt, Vergrauung ist so ein Thema. Welche Parameter werden überhaupt geprüft, um sowas zu bewerten? Im Moment habe ich mir den Sauerstoffeinfluss und den einflussvollen Licht auf die Farbstabilität der Produkte angesehen. Und da zeigt sich schon mal deutlich, dass sie gegenüber Licht und Sauerstoff gar nicht empfindlich sind im Vergleich zu den tierischen Wurstwaren. Das heißt, es würde auch eine geringere Sauerstoffbarriere ausreichen, was schon mal so das erste Ergebnis ist. Und so ändern neue Produkte auch die Anforderungen an die Verpackung. Es entstehen neue Spielräume. Und so ist es auf einmal kein Innovationshemmnis, sondern ein Innovationsmotor. 2030 ist vielleicht weniger Verzicht, sondern klügere Anpassung. Und dann ist es Benedikt Cowards vom Ifeu-Institut, welcher uns klare Zahlen zu Ökobilanzen gibt. Wir haben das einfach mal analysiert, was würde denn passieren, wenn man tatsächlich diese 100% mehr die Quote durchführen würde in Europa. Und dann haben wir gerechnet, was kommt durch den Ersatz von Stretchfolie mit dazu, was kommt durch den Ersatz von Stretchfilm dazu, durch den Ersatz von Schrumpfolie. Und wir haben 31,7 Millionen Tonnen zusätzliches CO2 errechnet. Das ist jetzt immer so, mit so einer Zahl kann man nichts anfangen. 31,7 Millionen Tonnen. Ist das viel, ist das wenig, ist das das, was mein Auto rauslässt? Nein, es sind die Emissionen von 26,4 Millionen Personenkraftwagen pro Jahr. Das wäre die italienische Fahrzeugflotte. Oder es wären 35,2 Millionen Haushalte pro Jahr. Das ist ungefähr die Anzahl an Haushalten, die wir in Frankreich haben. Oder es wäre die Kleinigkeit von 39.700 Quadratkilometer Waldfläche, die ich brauche, um diese CO2-Emissionen auszugleichen. Das ist tatsächlich genau die Fläche von Baden-Württemberg. Wir sammeln Baden-Württemberg aber schon 42 % Wald, das heißt wir brauchen Bayern auch noch mit dazu. Also was gut klingt, ist automatisch noch nicht gut gerechnet. Wo wir es ganz flippen und klar sehen, nicht vereinbar mit der PPWR, sind eigentlich die Dinge, die am wenigsten Abfall generieren und am wenigsten CO2 generieren. ### Nachhaltigkeit und PPWR-Anforderungen im Konflikt Und alles, was hier wirklich mit hohen CO2-Emissionen hergeht und am Ende des Tages viel Material auch zur Verarbeitung hinstellt, das ist dann auch bei mir in Ordnung mit der PPWR. Und das ist ein ganz großes Drama. Und dann wird es auf einmal politisch. Denn was 2030 gilt, entscheiden nicht nur die Technik, sondern die Regulierung. Und genau um dieses Spannungsfeld zwischen gewollter Nachhaltigkeit und unklaren PPWR-Anforderungen drehten sich die Gespräche abends im Rampendal. Der traditionelle Abend mit grünem Kohl, Pinkel und kaltem Getränk führte zu Regendiskussionen. Eine kurze Unterbrechung für den Supporter dieser Episode. Dieser Podcast wird unterstützt von Packer, von Packmatic. Viele Unternehmen kämpfen aktuell mit Verpackungsdaten. PDFs, Excel-Listen, fehlende Nachweise und klare Anforderungen durch die PPWR. Packer bringt Struktur in dieses Chaos. Spezifikationen, Materialien und Compliance-Daten werden digitalisiert und zentral verwaltet. So behalten Sie den Überblick und sind bereit für die neuen regulatorischen Anforderungen. Wir bedanken uns bei Packer und Packmatic für die Unterstützung und jetzt geht es weiter mit dieser Episode. Und oh Wunder, der Abend im Rampendal brachte auch nicht die notwendige PPWR-Klarheit. Das zeigte die Slido-Umfrage von Olivia Kellenreiter von Packmatic. Wir haben ein sehr, sehr klares Bild hier im Publikum heute. So ist die Unklarheit in der Regulatur. Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Damit haben wir auch jeden Tag zu tun, weil unsere Kunden uns fragen, wonach soll ich jetzt meine Recyclingfähigkeit bewerten? Wie kann ich überhaupt analysieren, ob ein PFAS-Risiko besteht in meinen Materialien? Was muss ich auf die drucken? Das ist einfach noch so viel Unklarheit aufgrund der vielen delegierten Rechtsakte, dass das auf jeden Fall ein großer Punkt ist. Ja, und so Unternehmen investieren, sie entwickeln, sie rechnen und warten auf Grenzwerte. Meine Ansicht ist, dass PFAS-Regulierung in Lebensmittelverpackungen in der PPWR ein Schnellschuss ist. Leider, die hätten besser auf Reka gewartet, aber es ist zu spät. Es gibt nicht genügend Testkapazitäten. Jetzt kann man sich überstreiten, wer welche hat, wer welche aufgebaut hat, wie viele Labore es schon gibt oder was auch immer. Aber Tatsache ist, für dieses Gesamtprogramm, wenn es denn wirklich nur gezogen werden sollte, gibt es nicht ausreichend Kapazitäten. So die Aussage von Dr. Ernst Simon von Flexible Packaging Europe. Und er führt weiter fort. ### Produktpass als Rocket Science erkannt Und mit den Methoden, ja, ja, die Experten, auch hier im Raum, haben gesagt, PFAS ist jetzt ein Rocket Science. Auf der anderen Seite, ich kriege Beispiele auf dem Tisch, wo ein Unternehmen eine und dieselbe Probe bei verschiedenen Labors hat testen lassen, egal, wie groß da die Varianz ist. Vielleicht wird 2030 ja nicht am Material entschieden, sondern an den Daten. Produkte werden alle einen digitalen Produktepass haben müssen. Und das sagt niemand Geringeres als Albin Kehlin von EPA Switzerland und Cradle to Cradle. Alle, ob sie in Verkehr gebracht werden. Das wird eine riesen Datenbank werden. So eine riesige Datenbank, ihr kennt sicher alle, aber das wird ein viel, viel, viel, viel faches von REE sein. Und an unserem Inno-Mikrofon wird er auch noch mal konkreter. Albin Kehlin steht mit mir hier, er hat gerade einen tollen Vortrag gehalten beim 23. Inno-Meeting hier in Osnabrück. Albin, du warst eigentlich als Cradle to Cradle-Vertreter hier schon mehrfach auf der Bühne. Jetzt hast du was anderes vorgestellt. Was hat sich verändert? Es hat sich eine komplett neue Situation ergeben, in dem die Karten neu gemischt sind. Das heißt, es gibt plötzlich Gesetzesgrundlagen. Das ist ein neuer Rahmen von Gesetzen, die kommen von der EU. Ja, und wie geht man damit um? Wie gehen die Firmen damit um? Wie kriegt man diese Komplexität quasi runtergebrochen, so dass die Unternehmen damit umgehen können, dass die Unternehmen damit auch eine Orientierung kriegen und nicht einfach nur irgendwie gesetzeskonform abarbeiten, sondern es geht um die Zukunft, es geht um die Differenzierung. Und so stellte Albin Kehlin nicht nur den digitalen Produktpass vor, sondern auch seinen Kompass. Man muss eben einerseits verstehen, warum ist dieser digitale Produktpass so wichtig. Das ist einerseits für die Abfallindustrie, das heißt, wenn die irgendwelche Produkte auf den Hof kriegen, dann müssen die wissen, was ist da drin. Auf der anderen Seite muss auch der Konsument wissen, bevor er eine Kaufentscheidung macht, was ist da drin, will ich das, welche Aspekte. Und ein Pass alleine genügt eben nicht, sondern ich brauche auch einen Kompass dazu. Und wir nennen dann Kompass Cradle to Cradle, weil es fehlt die Orientierung. Man muss diese Orientierung schaffen. Wo steht dieses Unternehmen? Wie ist das mit Energie? Wie geht das quasi um Materialgesundheit? Wie geht es mit der Kreislauffähigkeit von all diesen Produkten? Wie geht es aber auch mit Biodiversität? ### Datengetriebene Lieferketten-Transparenz und Rückverfolgbarkeit Wie geht es mit dem Ecosystem von den Firmen? Wie geht es mit der Lieferkette? Wie geht es mit dem Rücknahmekonzept? Das ist ein Blumenstrauß und da muss jeder Konsument, wenn er etwas kaufen will, abschätzen, ist das für mich wichtig. Und so wird jede Verpackung ein Datensatz. Jede Schicht wird dokumentiert. Jede Entscheidung nachvollziehbar und damit auch bewusster. Und so geht auch das Inno-Meeting 2026 irgendwann einmal zu Ende. Wie sieht sie also aus, die flexible Verpackung im Jahr 2030? Vielleicht leichter, vielleicht transparenter und vielleicht auch einfach ehrlicher. Aber sicher ist nur: zwischen neuen Materialien, strenger Regulierung und digitalen Produktpässen wird Verpackung komplexer. Nicht unbedingt einfacher. Und genau dort entscheidet sich ihre Zukunft. **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Neuigkeiten, Verpackungsdesign --- ### [UNVERPACKT: Vermeiden statt recyceln?](https://inno-talk.de/unverpackt-vermeiden-statt-recyceln/) **Published:** März 25, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ### Verwandte Episoden - [Das 19. Inno-Meeting 2021 findet in neuem Online-Format statt](https://inno-talk.de/das-19-inno-meeting-2021-findet-in-neuem-online-format-statt/) --- *Chrissi Holzmann über Unverpackt, Verpackung und Verantwortung.* Unverpackt‑Läden gelten vielen noch immer als Nischenphänomen oder idealistisches Gegenmodell zum klassischen Lebensmitteleinzelhandel. Im Innoform Podcast spricht Chrissi Holzmann – Vorständin im Verband der Unverpackt‑Läden und Betreiberin eines eigenen Geschäfts im Süden Münchens – offen über Motivation, Herausforderungen und Grenzen des Konzepts. Dabei wird schnell klar: Unverpackt ist weder dogmatisch noch naiv, sondern ein bewusster Versuch, frühzeitig im System anzusetzen – bevor Verpackung überhaupt entsteht. ## Vom Gastro‑Alltag zur Systemkritik Chrissi Holzmann kommt nicht aus dem Handel, sondern aus der Gastronomie und Veranstaltungsbranche. Der Wendepunkt waren Studien – unter anderem des WWF – zu Plastikmüll und dessen realem Verbleib. Was viele als „wegwerfen“ bezeichnen, stellte sich für sie als globales Problem ohne echtes „Weg“ heraus. Diese Erkenntnis führte nicht zu einem Protest, sondern zu unternehmerischem Handeln: Vor sechs Jahren eröffnete sie ihren eigenen Unverpackt‑Laden, der sich heute fest in der Nachbarschaft etabliert hat. ## Verpackung: 30 Sekunden Nutzung, jahrzehntelange Folgen Die zentrale Kritik an Verpackungen ist für Holzmann nicht das Material an sich, sondern der Umgang damit. Verpackungen werden extrem kurz genutzt und anschließend entsorgt – oft ohne Verantwortungsgefühl für das, was danach passiert. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/03/251113-resi-81-1024x683.jpg)Servus Resi Unverpackt Laden in München, Bayern. (Foto: Janine Lewis)Aus ihrer Sicht greift Recycling allein zu kurz: > „Wenn die Badewanne überläuft, drehe ich zuerst den Wasserhahn zu – und vergrößere nicht den Abfluss.“ Vermeidung steht für Unverpackt klar vor Verwertung. ## Sortiment: Weniger Auswahl, mehr Entscheidung Unverpackt bedeutet nicht Verzicht, sondern **Kuratierung**. Auf etwa 45 Quadratmetern bietet Holzmann alles an, was ein Alltag braucht – allerdings ohne die 20‑fache Variante desselben Produkts. Das Prinzip: - wenige, sorgfältig ausgewählte Produkte - überwiegend Bio‑Qualität - kurze, transparente Lieferketten - große Gebinde statt vieler Kleinverpackungen Für Kund:innen heißt das: schneller Einkauf, weniger Entscheidungsstress – und Vertrauen in die Vorauswahl der Betreiberin. ## Unverpackt ≠ Verpackungsfrei Ein wichtiger Punkt im Gespräch: Auch Unverpackt‑Läden sind nicht frei von Verpackungen. Viele Produkte werden im Großgebinde angeliefert – teilweise auch in Kunststoff, etwa bei ölhaltigen Waren wie Nüssen oder Kaffee. Entscheidend ist jedoch: - eine Verpackung statt vieler - keine zusätzliche Marketing‑Umverpackung - kaum Sekundärverpackung - deutlich weniger Transport‑ und Handlingaufwand Auch Mehrweg wird differenziert betrachtet: sinnvoll bei Flüssigkeiten und größeren Volumina, unsinnig bei kleinen, trockenen Produkten wie Gewürzen. ## Lebenszyklus statt Glaubensfrage Das Gespräch zeigt viele Berührungspunkte zwischen Unverpackt‑Idee und moderner Verpackungsentwicklung. Lebenszyklusanalysen werden nicht abgelehnt – im Gegenteil. Holzmann betont, dass auch in der Unverpackt‑Community faktenbasierte Entscheidungen gewünscht sind. Mehrweg ist nicht automatisch besser, Glas nicht per se nachhaltig, und auch Einweg kann in bestimmten Situationen sinnvoll sein. Entscheidend ist der konkrete Anwendungsfall. ## Wirtschaftliche Realität: Das Unverpackt‑Ladensterben So überzeugend das Konzept ist – wirtschaftlich steht die Branche unter Druck. Die Zahl der Unverpackt‑Läden in Deutschland hat sich seit 2021 etwa halbiert. Ein Grund: höherer Personal‑ und Organisationsaufwand bei gleichzeitig starkem Preisdruck. Holzmann schlägt deshalb einen klaren politischen Hebel vor: **Mehrwertsteuerbefreiung für unverpackte Produkte.** Der Effekt wäre direkt sichtbar am Preisschild – und würde nachhaltige Kaufentscheidungen erleichtern, ohne Verbote oder Moralkeulen. ## Wer trägt die Marke? Wo keine Verpackung ist, fehlt das klassische Markenmarketing. Viele Unverpackt‑Läden verzichten bewusst auf Logos an Spendern und Gläsern. Stattdessen wird der Laden selbst zur Marke – als Garant für Qualität, Herkunft und Sinnhaftigkeit. Die Botschaft: Nicht das lauteste Produkt gewinnt, sondern das durchdachteste. ## Blick nach vorn: Mitgestalten statt konsumieren Auf die Frage nach der Zukunft wünscht sich Chrissi Holzmann vor allem eines: mehr Selbstwirksamkeit bei Konsument:innen. Wer einkauft, gestaltet Märkte mit – jeden Tag. Unverpackt soll in fünf Jahren kein Sonderfall mehr sein, sondern ein selbstverständlicher Teil einer differenzierten, informierten Konsumlandschaft. --- **Fazit:** Das Gespräch zeigt, dass Unverpackt und Verpackungsoptimierung keine Gegensätze sein müssen. Beide beschäftigen sich mit derselben Frage: *Wie viel Verpackung ist sinnvoll – und wann wird sie zum Problem?* Der Podcast macht deutlich: Die Antworten darauf sind komplexer als Schlagzeilen – und genau deshalb lohnt sich der Dialog. Zum Laden: **[www.servus-resi.de](http://www.servus-resi.de)** ## Keine Folge mehr verpassen! Abonnieren sie jetzt den [Innoform-Podcast](https://inno-talk.de/podcast/) auf ihrer Lieblings-Plattform und erhalten sie neue Episoden automatisch. [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Ich begrüße heute im Innoform-Podcast Chrissi Holzmann. Sie ist einerseits Vorstandsmitglied des Verbandes der Unverpackt-Läden und führt selber aber auch ein solches Geschäft. Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei dieser etwas anderen Episode rund um das Thema Verpackungen oder eben auch Nichtverpackung. Herzlich willkommen, Chrissi Holzmann. Hallo Karsten, vielen Dank für die Einladung. Chrissi, wo erwische ich dich eigentlich? Wo bist du räumlich ansässig und wo ist dein Geschäft? Du betreibst ja einen Unverpackt-Laden, oder? Genau. Ich habe einen Unverpackt-Laden im Süden von München und da habe ich tatsächlich diese Woche sechsjähriges Jubiläum, also mittlerweile tatsächlich sehr gut angekommen und etabliert in der Nachbarschaft. München ist ja nun auch ein urbanes Umfeld. Ist diese ganze Idee unverpackt eigentlich irgendwie auch eine gesellschaftliche Aufgabe, die du dir da angenommen hast, oder wie ordnest du das ein? Würde ich schon sagen. Also ich glaube, dass man da als UnternehmerInnen und auch grundsätzlich im Lebensmitteleinzelhandel schon auch ein bisschen eine gesellschaftliche Verantwortung hat und der oder die eine übernimmt die stärker und der oder die andere weniger und wir in der Unverpackt-Branche sehen uns da schon als MitgestalterInnen. Ich habe dich ja kennengelernt über den Podcast von Detektor FM Klima und da habe ich gestaunt. Du kommst gar nicht eigentlich aus dem Handel, sondern kommst aus einer Angrenzenindustrie. Erzähl mal ein bisschen, was ist dein Hintergrund? Genau, ich komme ursprünglich aus der Veranstaltungsbranche und Gastronomie. Also habe eigentlich mein halbes Leben in der Gastro gearbeitet. Was mich da schon immer bewegt hat, waren Lebensmittel, war Ernährung, war gesunde Ernährung und vor allem Ernährung, die sich vereinbaren lässt mit gesundem Klima. Und dadurch bin ich vor, ich glaube, es ist jetzt acht oder zehn Jahre her, mal auf eine Studie vom WWF gestoßen, die beschrieben hat, was alles mit den Verpackungen aus Plastik passiert, wo das letzten Endes landet. Und ja, war da ultra erstaunt drüber und habe mich dann in das Thema richtig rein generdet. Und das hat mich letzten Endes dahingebracht, wo ich jetzt heute bin. Also einen Unverpackt-Laden aus Überzeugung hast du eröffnet, wenn ich das so sagen darf. Wieso Unverpackt? Was stört eigentlich eure Kunden und dich selbst ja auch an den Verpackungen? Ach Gott, wo soll ich da anfangen? Es ist ja, letzten Endes ist das Krasseste an Verpackungen das, dass man das Verpackungsmaterial gefühlt 30 Sekunden in der Hand hält und dann entsorgt. Also es ist irgendwie nichts, was eine lange Nutzungsdauer für uns Konsumentinnen hat und sofort im Müll landet. Und es ist bei uns so üblich zu sagen, ja, ich werf das weg. Aber wo ist denn dieses weg? Also ist das weg ein Ort? ### Minimalverpackung vs. Unverpackt-Ansatz Ist das dauerhaft und so weiter? Und das ist das, was wir am Störendsten empfinden, dass heutzutage so leichtfertig mit diesem weg umgegangen wird. Und da versuchen wir eben Lösungen zu finden, um bei dem Problem eben schon früher anzusetzen, als es heutzutage in der Verpackungsindustrie üblich ist. Und ich habe im Vorgespräch schon gesagt, wir sind eigentlich im Team weniger Verpackungen. Flexpack gilt als Minimalverpackung, ob es aus Papier ist, aus Folie, aus Laminaten. Aber es ist eben eine Verpackung. Und das Problem bei diesen flexiblen Verpackungen, insbesondere wenn sie aus Kunststoff sind, die sind aus Polyolefinen, also aus Polyethylen und Polypropylen. Die schwimmen im Meer. Und als Edelman Arthur damals so durch die Meere segelte, war sie entsetzt, diese Müllstrudel zu sehen. Ist das auch so ein Bild, was du mit Verpackungen verbindest und was dich motiviert, diese doch schweren Geschäfte der unverpackten Läden am Leben zu halten? Total, total, weil es wird ja nicht reguliert. Also viele sagen dann immer, Recycling ist nicht irgendwie die Lösung. Und ja, vielleicht wäre es die Lösung oder vielleicht wäre es eine Lösung, wenn es funktionieren würde. Aber dass das einfach ein System ist, welches nicht funktioniert. Das sieht, glaube ich, jeder von uns, wenn er auch zu Hause durch die Wälder spaziert, allein auf dem Weg von mir daheim zur U-Bahn. Das ist ein Weg von 500 Metern. Da könnte ich mich zwei Stunden mit Clean-Up beschäftigen jedes Mal. Und ja, na klar. Also wenn das ist, wie wir unser direktes Umfeld, die Natur und die Umwelt betrachten wollen, dann heißt es weiter so. Und wenn dem nicht so ist, dann heißt es gegensteuern. Jetzt gibt es ja ein neues Gesetz, die in der Europäischen Union Verordnung nennen, die das dann aber letztendlich gilt das ja sofort dann in allen Mitgliedsstaaten. Das ist die PPWR. Die soll jetzt Verpackungen zurückdrängen. Es wird also jetzt ein Malus-Bonussystem eingeführt. Gut recycelbare Verpackungen, das ist der Schlüssel, kriegen einen Bonus oder auch Mehrwegsysteme und Dinge, die sich nicht recyceln lassen oder schwierig zu recyceln sind oder das vielleicht sogar stören, kriegen also ein Malus. Das ist die Idee. Das gibt es aber noch nicht. Glaubst du, dass das hilft? Nein. Also ich, wenn ich mal ein Bild verwenden darf, wenn ich zu Hause sehe, dass meine Badewanne überläuft, dann drehe ich als allererstes den Wasserhahn zu. Dann versuche ich nicht irgendwie den Gully zu vergrößern oder da einen steileren Winkel zu finden, dass das Wasser schneller abläuft. Für uns steht wirklich die Vermeidung an allererster Stelle. ### Vermeidung als Priorität vor Recycling Also das ist wirklich das, was als allererstes passieren soll. Wenn irgendwelche Boni oder Mali dazu beitragen können, das heißt, die Kosten, die dafür entstehen, auch tatsächlich bei den Verursachern irgendwie zu lassen, dann ja, why not? Kann man das mit Sicherheit versuchen. Ob das wirklich hilfreich ist oder da irgendwelche Schlupflöcher oder was auch immer gefunden werden, das bleibt abzuwarten. Ich habe dir schon im Vorgespräch gezählt, ich bekenne mich. Ich war ein einziges Mal im Unverpackt-Laden in Berlin und das war ganz gruselig, weil der noch relativ jung war. Der hatte ein fürchterliches Sortiment, ist rochübel. Das ist alles Schnee von gestern. Was ist denn eigentlich euer Sortiment heute? Es gibt ja nicht nur Müsli bei euch zum Abfüllen, oder? Also im Grunde genommen kriegst du im Unverpackt-Laden alles das, was du in einem normalen Supermarkt auch bekommst. Allerdings in sehr viel kleinerer Auswahl. Also wenn ich jetzt mal von meinem Unverpackt-Laden spreche, ich habe eine Verkaufsfläche von ungefähr 45 Quadratmetern. So groß ist in einem konventionellen Drogeriemarkt vielleicht die Zahnbürsten-Abteilung, Zahnbürsten-Zahnpasta und so weiter. Das heißt, du wirst bei uns, sage ich mal, Haferflocken bekommen, aber eben nicht Großblatt, Kleinblatt, Feinblatt, Vollkorn, Zartblatt von zehn verschiedenen Mühlen in 20 verschiedenen Verpackungseinheiten, sondern du hast halt ein bis zwei Haferflocken zur Auswahl und fertig. Für uns InhaberInnen bedeutet das, dass wir einen großen Teil unserer Arbeit auch da reinstecken zu kuratieren. Das heißt, wir suchen vorher schon den Produzenten oder die Lieferantin aus, die uns am ökologisch sinnvollsten erscheint und bieten dann eben diese eine Sorte an. Für unsere Kundschaft ist das toll, weil der Einkaufen sehr viel schneller geht, weil die Mitarbeiter des Geschäfts einfach wissen, okay, sie bekommen das ökologisch sinnvollste Produkt und dann nicht vor einem riesen Regal mit einer riesigen Auswahl stehen, davon erschlagen werden, sondern einfach gleich mit dem Abfüllen loslegen können. Aber es ist schon im ersten Linie Selbstbedienung bei euch oder gibt es auch eine frische Theke oder sowas? Wie stelle ich mir das ganz konkret bei deinem Laden vor? Also da gibt es unterschiedliche Konzepte. Es gibt Läden, die wirklich so ein bisschen auch diesen Tante-Emma-Vibe haben, die da wirklich alles für die Kundschaft abfüllen. Es gibt Unverpackt-Läden mit frischer Theke. Bei mir ist es jetzt so, dass ich tatsächlich nur Trockensortiment habe, das heißt Süßigkeiten, Kräuter, Nudeln, Reis, Hülsenfrüchte, ganz viel Kosmetik, Haushaltsprodukte wie Spülmittel, Waschmittel und so weiter. Und bei mir ist alles einzig mit Selbstbedienung. Das heißt, der Kunde, die Kundin darf selber pflücken. Und das wird auch gut angenommen. Ich habe so ein bisschen im Podcast auch rausgehört, es geht auch um so ein soziales Event. Also ihr sprecht mit den Kunden. Da ist es ein bisschen auch ein kleiner Treffpunkt vielleicht mal. Du bist ja auch die Vorsitzende, glaube ich, des Verbandes der Unverpackt-Läden. Oder wie schimpft sich das genau? ### Mission und Struktur des Verbandes Erklär uns noch mal auf, was hat das damit zu tun? Und was ist da eigentlich die Ausrichtung? Wollt ihr eine Community bilden für die urbanen, jungen Leute? Oder was ist eigentlich so ein bisschen euer Ziel? Also bei uns im Verband, also wir sind im Verband, im Vorstandsteam zu fünft. Und da bin ich eben eine Vorständin von einem fünfköpfigen Team. Und der Verband besteht aus InhaberInnen von Unverpackt-Läden, aus ganz vielen Fördermitgliedern. Das heißt, es sind dann ProduzentInnen, LieferantInnen, die sich eben auch der Sache verschrieben haben. Und wir arbeiten im Verband dafür, um die Interessen von unseren Mitglieder-Läden und Fördermitgliedern zu vertreten, um Bildungsarbeit zu leisten, weil das unserer Ansicht nach auch bei uns in der Gesellschaft ein bisschen zu wenig vorkommt. Und ja, letzten Endes auch der Umwelt eine Lobby zu geben oder eine Stimme zu geben, weil die kann da so ein Meer oder so ein Wald, die können halt schlecht selbst sprechen. Ist das so ein bisschen so ein NGO-Vibe, den ihr da versprüht? Oder wie muss ich mir das eigentlich so von der Sprache her auch vorstellen? Immer wenn ich über Unverpackt lese in der Presse, ist es oft ideologisch auch, werden Fronten gebildet. Meistens schreiben ja Dritte über euch und ihr schreibt ja gar nicht selber, zumindest das, was ich so mittlerweile im Verpackungsbereich so vorgesetzt kriege. Da bin ich immer wieder erschrocken. Man will ja eigentlich gar nicht gegeneinander arbeiten, wenn es darum geht, die Umwelt zu schützen. Ich meine, das wollen wir Flexpacker auch. Wir glauben, dass wir durch den geringeren Lebensmittelverderb sehr viel Gutes tun für die Welt und damit gutes Geld verdienen können. Ihr seht das ganz anders. Für euch sind wir ja die Meeresverschmutzer und die Plastiksünder sozusagen, oder? Ja, ich glaube, dass es oft zu schwarz-weiß betrachtet wird. Jetzt versuche ich, auf deine Fragen, auf eine nach der anderen zu antworten. Also ja, es ist richtig. Es wird oft über uns gesprochen und nicht so sehr mit uns. Es heißt oft, dass wir ideologisch arbeiten. Da würde ich gerne die Gegenfrage stellen: Was ist schlecht daran? Also, wo sind wir als Gesellschaft falsch abgebogen, wenn wir es als was Negatives erachten, sich aus bestem Wissen und Gewissen für eine gute Sache einzusetzen? Das ist so das eine. Was es für uns echt schwierig macht, ist, dass auch mit dem Beginn der Pandemie, mit Beginn der ganzen Stapelkrise, die ja offensichtlich kein Ende finden mag, es gerade dieser Markt schwer hat. Und da ist es für uns auch nicht immer einfach, dagegen anzukämpfen, Werbung für uns zu machen, vor allem weil wir nur Werbung mit unschönen Bildern machen können – das ist so die eine Seite. Und die andere Seite ist eben die, dass es wirklich, wirklich anstrengend ist, den Leuten verständlich zu machen, wie wichtig es ist, den Wasserhahn zuzudrehen. ### Sinnvolle Verpackung bei Lebensmittelverschwendung Und ja, deine Argumente sehe ich mit der Lebensmittelverschwendung. Aber da glaube ich eben, es gibt nicht nur schwarz-weiß. Also es kann sehr individuell betrachtet werden, um welches Lebensmittel handelt es sich, sehr stark betrachtet werden, woher kommt das Lebensmittel. Also wann ist es vielleicht sinnvoll, ein Produkt zu verpacken? Und da stimme ich dir zu. Ich war während der Pandemie sehr froh, dass die Corona-Tests einzeln verpackt waren und nicht wiederverwendet worden sind. Manche Verpackungen sind sinnvoll, bei anderen bezweifle ich das auf ganzer Linie. Ich will mal ein anderes Beispiel noch dir vorsetzen, was du vielleicht wahrgenommen hast. Wir haben gerade ein Interview veröffentlicht mit Benedict Cowards vom IFA-Institut. Das ist eine der Institutionen in Europa, die wirklich verlässliche Life-Cycle-Analysen machen, die wirklich betrachten von Anfang bis Ende, wie viel CO2 wird ausgestoßen, wie viel Wasser wird verbraucht, wie viel Rohstoff und so weiter und so weiter. Und da hat er jetzt ein ganz anderes Beispiel gemacht. Er hat zum Beispiel gesagt, die Umverpackung auf der Palette, ob ich dann Kunststoff-Stretchfolie nehme oder ein Papier-Wrap oder eine Mehrweg-Kiste, dann ist immer die Mehrweg-Kiste die schlechteste Option, und zwar um Faktor 5 bis 10. Das zeigt die Life-Cycle-Analyse. Also Mehrweg total schlecht in dem Anwendungsfall. Jetzt kann man natürlich nicht sagen, Mehrweg ist immer schlecht. Beim Bier, ich liebe Bierflaschen, die ich wieder zurückgeben kann, wenn ich mal eine Flasche Bier trinke. Es ist hier in Spanien total unüblich, mit Pfandsystemen zu arbeiten. Ich werde die gar nicht wieder los. Ich muss die in den Altglaskontainer schmeißen und muss eine Einwegflasche nehmen. Fürchterlich. Also so vielschichtig ist das. Hast du aus deinem Lieferumfeld auch solche Beispiele? Wie werden überhaupt die ganzen Lebensmittel bei dir angeliefert? Die müssen ja auch irgendwie verpackt kommen. Die kommen ja nicht mit Händen getragen. Also das, wodurch wir wirklich die Verpackungen oder den Müll einsparen, ist erstens die Gebindegröße. Also bei uns kommen die meisten Lebensmittel in 25-Kilo-Säcken an. Und da spart man auch eine Menge Sekundärverpackung. Also wenn ich jetzt eben besagte Haferflocken nicht in 12 × 500 Gramm habe und das dann wieder im Karton, dann bin ich bei 6 Kilo, das dann wieder mal 4 und so weiter und so fort. Also da wird eine riesige Menge eingespart. ### Internationale Lieferketten und Kunststoffverpackungen Wir haben auch Produkte tatsächlich, die in Kunststoff angeliefert werden. Das ist alles, du kennst dich aus, das sind alle Produkte, die irgendwie ölhaltig sind. Also du kannst keine Kaffeebohne in Papier verpacken. Du kannst keine Cashew-Nuss in Papier verpacken, weil sonst freust du dich zwar, dass du Plastik gespart hast, kannst dann aber die Cashew-Nuss wegschmeißen. Aber eben auch da, die Cashew kommt eben im, ich glaube, es ist ein standardisiertes Internationalkilo, sind es glaube ich 22,68 Kilo, in dem die Cashew ankommt. Und die wird bei uns im Ursprungsland, in dem Fall Burkina Faso, einmal verpackt und kommt dann direkt zu uns in den Unverpackt-Laden. Das heißt, ich spar mir nicht nur eine Menge Transport, weil es eben hin und her geschippert wird, sondern ich spar mir auch zahlloses Umverpacken, Auspacken, wieder irgendwo neu rein, weil der sein Logo drauf machen möchte. Und dass es die eine Sache durch die Müll gespart wird, dass es eben keine 200-Gramm-Packungen sind, sondern eben wirklich Großgebinde. Oft eben, wenn es möglich ist, das heißt bei Reis, bei Hülsenfrüchten, bei Getreide, bei teilweise Gewürzen ist es Papier statt Plastik. Und wir bekommen auch richtig viel in Mehrweg, zum Beispiel auch eben Nüsse, Kekse, Essig und Öle für uns im Großgebinde und für unsere Kundinnen eben auch im Endverbraucher-Innen-Gebinde. Das heißt, du hattest von Bier gesprochen. Da haben wir dann eben auch Wein, aber auch Ketchup, Senf, Oliven, Aufstriche, was dann eben in Mehrweg-Gläsern angeboten wird. Also bei euch ist es so, dass man nicht immer sein eigenes Glas mitbringen muss, sondern ihr habt auch ein Mehrwegsystem dahinter. Nein, also für, ich sag mal, 80% der Produkte ist es schon notwendig, dass du deine eigenen Verpackungen mitbringst. Was das aber ist, also ob das jetzt ein Bügelglas ist oder Tupperware oder ob du deine Haferflockenverpackung beim Supermarkt letztes Mal feinsäuberlich oben aufgeschnitten hast und die dann bei uns wieder ein Refill machst, das bleibt dir völlig selbst überlassen. Das ist, würde ich sagen, bei 80–85% des Sortiments so. Bei Dingen, bei denen unverpackt jetzt aus unterschiedlichen Gründen nicht so viel Sinn macht, wie sagen wir mal Tomatenmark. Das wäre zwar unverpackt möglich, dann aber nur mit sehr vielen Hygieneanforderungen und dann letzten Endes unterm Strich, wenn es sich nicht schnell genug dreht, auch mit Lebensmittelverschwendung. Und wie gesagt, das ist nicht der Punkt, zu dem wir wollen. Und bei uns gibt es zum Beispiel Tomatenmark im Mehrwegglas. Das ist ein ganz standardisiertes Glas, das du überall in Deutschland, vielleicht nicht im Supermarkt, aber auf jeden Fall im Bioladen zurückgeben kannst. Und dadurch, dass es eben nicht kein individuelles Glas ist, sondern ein standardisiertes, bleiben da die Transportwege eben auch gering. Da gibt es viele auch Life-Cycle-Analysen zu. Mehrwegglas schneidet in der Regel schlechter ab als eine einweg flexible Verpackung, auch wenn die Wege kurz sind, leider. Gerade Glas ist noch wahnsinnig Kritik im ganzen Verpackungsbereich, gerade da, wenn es darum geht, wirklich den gesamten Schaden der Natur zu machen. Was hilft es, wenn wir keinen Plastik mehr haben, aber ersticken an den vielen CO₂ und sonstigen schädlichen Gasen, die wir in die Atmosphäre blasen. Schwarzenegger macht sich in Amerika ja schon seit vielen Jahren dafür stark, die Luft sauber zu machen. Feinstaub ist ein Riesenthema, entsteht zum Beispiel auch bei der Glasherstellung. Könnte man alles filtern, ist aber auch alles kritisch. Also es ist immer irgendwie, man will ja nicht den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. Geht ihr überhaupt nach solchen Life-Cycle-Analysen vor oder wie bewertet ihr solche Verpackungssysteme eigentlich? Voll, voll. Also ich glaube, keiner ist das größerer Fan von tatsächlich belegten Zahlen als wir. ### Mehrwegglas: Sinn und Grenzen Und auch da würde ich das Thema gerne differenzierter betrachten. Ein Mehrwegglas macht immer dann Sinn, wenn die Alternative ein Einwegglas wäre. Was auch in unserer Ansicht überhaupt keinen Sinn macht, ist beispielsweise Oregano in einem Mehrwegglas zu verpacken. Weil dann hast du vielleicht 20 Gramm Kraut oder Kräuter in einem Glas, das 170 Gramm wiegt. Und das steht in überhaupt keinem Verhältnis. Aber alles, was eben flüssig viskos ist, also bevor du jetzt einen Apfelessig in einer Einwegflasche kaufst, einen Wein in einer Einwegflasche kaufst, wieso kaufst du ihn nicht in einer Mehrwegflasche? Weil, Spoiler, auch wenn ich die Weinflasche ins Altglas werfe, es dematerialisiert sich auch da nicht. Also auch da muss das Glas wieder transportiert werden, zum Glasrecyclinghof und so. Und überall, wo Einwegglas die Alternative wäre, ist Mehrwegglas super. Und ja, auch ich als Unverpackt-Ladnerin sage, kauft bitte kein Gewürz, keine trockenen Produkte, kein Reis oder irgendwas, was absolut keinen Sinn macht im Glas. Also das ist ja völlig… Oder etwas, was sich leider in den großen Supermärkten total durchgesetzt hat, sind die Wegwerfpfeffer- und Salzmühlen, eine Katastrophe eigentlich. Wuppa, wuppa, ja. Wie bescheuert ist denn das? Wir befüllen die immer wieder. Die kann man wunderbar zehn-, fünfzehn-, zwanzigmal wieder befüllen. Mal weg funktioniert immer noch. Soweit sind wir mittlerweile eher bei Convenience angekommen, oder? Ja, genau. Stichwort Convenience, genau, ja. Jetzt stelle ich mir vor, wenn ich unverpackt einkaufe, kaufe ich lang haltbare Lebensmittel. Du hast gesagt, ihr habt z.B. sehr viel trockene Sachen, Süßigkeiten und so, die man auch gut händeln kann. Ich sage mal, ein Schmelzkäse ist da schon schwieriger, wenn man den überhaupt essen will. Aber ich sage mal einen Camembert oder so. Muss ich da nicht wesentlich häufiger als Konsument einkaufen, wenn ich immer frisch kaufe, quasi unverpackt? Ist das nicht eine Mehrbelastung? Ist das nicht unkonvenient? Ist es mit Sicherheit. Also um da vielleicht vorweg zu schicken, es gibt bei uns unverpackt LadenInnen sehr, sehr wenige aus genau dem Grund, die frische Sortimente anbieten. Es ist schwieriger zu handeln. ### Spezialisierte Läden als Lösungspartner Und da gibt es andere Spezialisten dafür, wie Käseläden, Feinkostläden. Und da haben die meisten unverpackt Läden auch nicht den Durchlauf, dass das tatsächlich ohne Qualitätsverlust machbar ist. Und du merkst schon, also wir differenzieren da durchaus zu sagen, was macht Sinn, was macht keinen Sinn. Wenn ich dir mal ein Beispiel nennen darf aus meinem ersten Jahr als Ladenin. Da hatte ich zur Adventszeit, weil mich das selber immer so genervt hat, dass ich die Vanilleschoten im Supermarkt in diesen Reagenzgläsern kaufen kann. Und dann habe ich mir gedacht, cool, endlich. Und so biete ich Vanilleschoten unverpackt an und habe – ich glaube, was ein halbes Kilo oder was 300 Gramm. Ich kann es hier nicht mehr genau sagen. Vanilleschoten quasi unverpackt, also ein Großgebinde bei meinem Gewürzlieferanten bestellt. Und habe 80 Prozent davon in den ersten vier Wochen verkauft. Also auch meine Kundschaft hat sich darüber super gefreut. Und dann war irgendwie die Weihnachtsbäckerei vorbei. Mitte Januar habe ich nach den Vanilleschoten geschaut. Ich hatte vielleicht noch drei oder vier übrig. Und die sind trocken geworden. Die sind richtig ausgetrocknet. Und das war dann wirklich für mich auch ein Learning zu sagen, hey, okay, das verkaufe ich nicht schnell genug, ist vielleicht bei einem Gewürzhändler wieder anders. Da macht dann tatsächlich diese Einzelverpackung mehr Sinn. Entsorgen tun wir LadnerInnen nichts. Also die werden dann mit nach Hause genommen, gemahlen und dann wird einfach selber Vanillezucker für den Hausbrauch rausgemacht. Wir schauen da tatsächlich, was ist sinnvoll und was nicht. Und bei Frischware ist es oft eben so, dass wir auch sagen, okay, so sehr uns das Herz blutet, aber nimm die und zur Not Plastikverpackung. Wenn du meinst, wenn du das Lebensmittel konsumieren möchtest, dann ist es so. Bei Käse, bei grundsätzlich bei tierischen Produkten, denke ich, wird das oft der Fall sein. Du hattest das Thema convenient angesprochen. Bei vielen Produkten, denke ich, ist es einfach ein sehr krankes und kaputtes System. Wenn ich Granatapfelkerne eingeschweißt in einer Plastikverpackung vorfinde, wo ich grundsätzlich sage, ey, die Natur hat die Granatapfelkerne richtig krass für uns verpackt in dem Granatapfel. Also da bräuchte ich das Plastik nicht. Und da wird uns, denke ich, vom Lebensmitteleinzelhandel viel als convenient verkauft. Und da, denke ich, wird der Handel seiner Verantwortung nicht gerecht. Nicht alles, was man verpacken kann und nicht alles, was man verkaufen kann, muss man verpacken und verkaufen. Finde ich auch, bin ich ganz bei dir. ### Praktische Müllreduktion im Haushalt Und da arbeiten wir auch intensiv dran. Und dann eben auch die eingesetzten Verpackungen sind eben wichtig, die auszuwählen. Jetzt habe ich wahrgenommen, ein wesentliches Ziel ist eben wirklich Verpackungen zu vermeiden. Was bedeutet das denn im Alltag für jemanden, der jetzt konsequent im Unverpackt-Laden einkauft? So wie du zum Beispiel. Wie viel Müll produzierst du denn noch? Bei mir ist es so, wir sind fünf Leute zu Hause. Ich habe jeden Tag 15, 20 Liter Verpackungsmüll. Das kann man jetzt schön rechnen. Man kann jetzt auch lügen, aber so ist es. Ja, das ist bitter. Ich bring jeden Tag einen Sack Müll weg, ob es dann Altglas ist oder Kunststoff oder Papier. Aber 15 bis 20 Liter sind das jeden Tag. Wie ist das bei dir? Also ich bin Paradebeispiel Demografie in Deutschland. Ich habe einen Singlehaushalt. Ich wohne hier alleine und ich habe einen 30-Liter-Restmüll einmal hier in der Küche stehen. Und den bringe ich vielleicht, wenn es hochkommt, alle zwei Monate mal weg. So, das heißt bei mir privat zu Hause fällt so gut wie gar kein Müll an. Auch ich bin Kind dieser Gesellschaft. Auch ich habe im Sommer mal Bock auf ein Eis, das verpackt ist. So, das ich mir mal kaufe. Aber grundsätzlich hole ich mir natürlich alles bei mir im Laden. Was bei mir noch dazukommt, ist, dass ich mich vorwiegend pflanzlich ernähre. Das heißt, all diese Lebensmittel, die dann vielleicht kritischer werden, fallen bei mir schon mal weg. Ich habe keinen abgepackten Schinken. Ich habe keinen abgepackten Käse, was auch immer. Ich habe ja, wie gesagt, Obst, Gemüse bei mir aus dem Laden. Und alles das, was ich zum Kochen, zum Waschen, zum Michwaschen brauche, kommt komplett müllfrei daher. Jetzt haben wir auch in der Presse gelesen, es gibt ein Unverpackt-Laden-Sterben. So wurde es mal betitelt. Ich glaube, das ist ein bisschen übertrieben, aber es zeigt doch, es ist nicht so einfach, das wirtschaftlich hinzukriegen. ### Mehrwertsteuer-Modell für Unverpackt-Läden Da habt ihr als Verband und du auch in dem letzten Podcast eine tolle Idee gehabt mit der Mehrwertsteuer. Erste Frage: Gibt es wirklich dieses Unverpackt-Laden-Sterben? Ja, da wünschte ich, ich könnte da das irgendwie schönreden oder da irgendwie sagen: ja, nö. Aber es ist definitiv so. Also wir hatten unseren Peak an Läden in Deutschland, ich meine, früher 2021, mit ungefähr 330 oder 340 geöffneten Unverpackt-Läden. Und mittlerweile sind wir so ungefähr bei der Hälfte. Das heißt, dieses Laden-Sterben existiert. Da hast du einen Vorschlag, was die Politik machen könnte, um zum Beispiel diesen Mehraufwand, den es ja ohne Zweifel bedeutet, erstens das sauber zu kuratieren. Das könnte man vielleicht noch unter dem Denkmantel – das ist eben eine Besonderheit des Konzeptes – noch buchhalterisch abschreiben. Aber man hat ja auch diesen Mehraufwand: permanent nachfüllen, die Kundenberatung. Es ist einfach Mehraufwand, wenn man Unverpackt verkauft. Das darf man ja nicht drum herum reden. Deswegen haben ja die Supermärkte so einen Siegeszug erlebt in den letzten 50 Jahren, seitdem Kunststoff so richtig in der breiten Masse verfügbar ist. Was war dein Vorschlag an die Politik, um das Unverpackt-Verkaufen attraktiver zu machen? Also ich denke, dass der größte Hebel, den die Politik hätte, um nicht nur Unverpackt, sondern grundsätzlich nachhaltiges Einkaufen interessanter zu machen für die Endkundinnen, ist der Preis. Also ich als Konsumentin werde mich immer dann für das nachhaltige Produkt entscheiden, wenn es am Preisschild attraktiv für mich gemacht wird. Und was in unseren Augen die simpelste Methode dafür wäre, einfach zu sagen: wir streichen die Mehrwertsteuer auf unverpackte Produkte. Das macht am Preisschild dann nämlich tatsächlich einen riesengroßen Unterschied. Und wenn das auch ganz transparent so ist, dass ich das lesen und vergleichen kann, werde ich mir schon überlegen, ob ich den Mehraufwand da selber zu zapfen und meine eigenen Gefäße mitzunehmen, ob ich das erledigen möchte oder nicht. Da werden Ihnen spätestens jetzt viele unserer Zuhörer gezuckt haben. So ging es mir auch, als ich das das erste Mal gehört habe. Aber wenn man das länger durchdenkt und dann ein bisschen drauf rumkaut, ergibt das durchaus einen Sinn aus meiner Sicht. Meistens ist die Verpackung nicht ein Kostenanteil von 19 Prozent, die ja die Mehrwertsteuer ausmacht. Das heißt, es ist sogar dann sogar eine Subvention für unverpackt, was ja eigentlich auch für eine Anschubfinanzierung sinnvoll wäre. Also ein spannender Ansatz. Und die Gastronomen haben das hingekriegt mit einer großen Lobby für ihre Betriebe. Du kommst ja aus der Industrie. Vielleicht gelingt es euch auch. Was denkst du? Du hast recht. Die Verpackungen haben ja noch eine wesentliche Funktion. Sie ist ja das Marketing-Instrument der Marken. Wenn du unverpackte Produkte im Laden hast, fällt die Marke hinten runter. ### Markttrends: Qualität statt Marketing Habt ihr dafür auch eine Lösung? Habt ihr darüber mal nachgedacht? Ja, also es gibt viele Läden, die dann auf den entsprechenden Gläsern oder Spendern im Laden ein Sticker haben mit Logo, mit Produzenten, mit Inhaltsstoffe werden sowieso deklariert, mit einem Werbespruch oder was auch immer. Ein Großteil, da gehöre ich auch dazu, hat sich ganz bewusst dagegen entschieden, weil der Fokus ein bisschen verschoben wird. Also der Fokus geht eben weg vom Marketing, vom Lautsein, Buntsein, vom Marktschreierischen wieder zurück zur Qualität. Und zudem, was erwarte ich von Basmati-Reis? So ganz ehrlich, das soll ein Reis sein. Der soll mir irgendwie schmecken. Und wie viel, ja, viel Logo und Slogans brauche ich dafür, um mich für diesen Reis zu entscheiden? Und was für uns gerade deswegen wichtig ist, ist, dass wir als Laden das Vertrauen von unserer Kundschaft gewinnen. Und das müssen wir schon zwei Schritte vorher machen. Also seid ihr quasi so ein bisschen die Marke, der Garant. Die Marke ist ein Garant für Qualität. Das ist ja die Grundidee der Marke eigentlich. Seid ihr die Marke und ihr sagt, ich habe das so kuratiert, ich pass auf, dass das alles frisch und in Ordnung hier ist und die Haferflocke, die ich für dich ausgesucht habe, die schmeckt dir und die ist nachhaltig. Und das ist im Moment die Beste, die ich kriegen kann. Richtig. Genau, genau. Also die Kundschaft weiß eigentlich schon beim Betreten, dass Unverpackt, OK, die Inhaberinnen haben sich damit auseinandergesetzt. Was ist es für eine Qualität? Das wird zu 95 Prozent Bio-Qualität sein, mindestens. Wo kommt es her? Unverpackt bedeutet immer auch regional einkaufen mit möglichst kurzen Lieferketten, mit möglichst sehr transparenten und an allen Stellen optimierten Wertschöpfungsketten. Das heißt, Fairness spielt eine große Rolle. Letzten Endes auch Qualität, weil alle Nachhaltigkeit nutzt nichts. Wir haben es vorher bei den Cashew Nuts schon gesagt. Wenn das dann irgendwie ranzig oder modrig schmeckt, bringt das überhaupt nichts. Wenn ich ein unverpacktes Shampoo habe ohne Mikroplastik, das meine Haare aber nicht sauber macht, bringt auch nichts. Das heißt, auch damit haben wir uns auseinandergesetzt. Und genau, das heißt, die Kundschaft weiß dann schon all diese Fragen, die ich mir als Konsumentin vielleicht schon gestellt habe. Hat der Unverpackt-Laden für sich beantwortet und die beste Lösung gefunden? Vorletzte Frage. ### Einzelhandel beobachtet Unverpackt-Bewegung Die großen Handelsketten sind auch nicht dumm und beobachten den Markt sehr genau und orientieren sich sehr nahe an dem, was der Konsument angeblich will. Der Konsument kann aber all das ja gar nicht bewerten, weil er die Informationen einfach nicht hat. Sondern der hat eigentlich einen Preisschild und einen Markensticker, wie du sagst. Und danach wird entschieden. Und je nach Geldbeutel, je nach Dringlichkeit wird dann dieses oder jenes gekauft. Da gibt es ja auch diese Studie aus Osnabrück, dass Bio-Fleisch eben nicht gekauft wird, selbst wenn es nur 1, 2, 3 Prozent teurer ist. Es wird einfach doch das nicht Bio-Fleisch gekauft, weil wir Menschen einfach so sind in der großen Masse. Es gibt immer die Ausnahme. Aber wie gesagt, die großen Handelsketten haben das auch erkannt. Die verpacken jetzt zum Beispiel mehr und mehr Obst und Gemüse nicht mehr in der zweiten Verpackung, haben einfach nur diese Steigen. Da liegen die Äpfel drin und dann kann man sich die rausnehmen. Die Zahlen sind nicht so gut für den Handel. Der muss also wesentlich mehr Verderb hinnehmen. Die Leute wählen natürlich dann die super, duper Äpfel aus und die leicht angeditschten, die etwas mit einem kleinen Fleck oder so bleiben zurück und die müssen entsorgt werden. Oder im besten Fall kommen sie noch zur Tafel, was das nächste Desaster unserer Gesellschaft natürlich ist. Aber siehst du da schon auch ein Aufwachen der großen Handelsketten oder ist das eigentlich nur ein Feigenblatt? Wie wärtest du diese Entwicklung ein aus Sicht der unverpackten Brille? Also aus Sicht der unverpackten Brille ist natürlich jede Bestrebung, irgendwie Verpackungen einzusparen, wünschenswert und erstrebenswert. Ich denke aber auch, dass das nötig ist. Und die großen Ketten sehen da auch den Wunsch der Konsumentinnen und gehen dem durchaus nach. Ich würde mir ein bisschen mehr Konsequenz wünschen. Also das ein bisschen ganzheitlicher zu sehen und durchzuziehen. Da gehört dann eben auch Aufklärung und Bildungsarbeit dazu. Ja, und nicht nur in einem Bereich, weil wie ernst kann ich das als Verbraucher oder Verbraucherin in einem Bereich sehen, wenn es in 95 Prozent Fläche des Supermarkts anders praktiziert wird? So da bleibe ich als Kundin dann doch beim Cherry Picking im wahrsten Sinne des Wortes. Kann ich auch noch ein Beispiel aus Spanien beibringen: Pistazien – es gibt immer lose Pistazien im Big Bag bei Lidl. Und sobald der Sack aufgemacht ist, kaufe ich die auch frisch. Aber wenn der nur noch halb voll ist, kaufe ich die nicht mehr, weil die nämlich dann feucht geworden sind und nicht mehr so schön knackig. Also da sieht man schon die Schwierigkeiten. Die wollen das alle gerne. Und das natürlich zum absolut super duper Preis, wenn man selber mit der Schaufel da rein und so. ### Preisgestaltung und Kundenverhalten Die gehen dann über den Preis. Also die machen unverpackt dann billiger. Das ist ja eigentlich auch das, was total von Staatswegen sozusagen durch die Steuer. Und dann funktioniert das auch. Die Leute stehen Schlange. Wenn die ersten Big Bags kommen, machen die leer. Aber die letzten Reste bleiben halt drin. Ja, und was macht Lidl dann damit? Die kann eigentlich keiner mehr essen. Die müssen irgendwie weiter zweitverwertet werden. Biogasanlage, keine Ahnung. Aber dafür ist es eigentlich auch zu schade. Also in diesem Dilemma bewegen wir uns. Aber ich habe heute viel mitgenommen. Liebe Chrissi, ich habe noch immer so ganz zum Schluss eine Frage. Wenn du dir jetzt mal so fünf Jahre in die Zukunft guckst. Was wünscht du dir eigentlich von den Konsumenten? Wie sollen die auf unverpackt schauen? Und was sollen die mit unverpackt anfangen? Fünf Jahre in der Zukunft? Na ja, ich hoffe, dass unverpackt gangbarer ist, dass das was ist, was irgendwie selbstverständlicher in unseren Alltag integriert wird. Ich wünsche mir, dass jeder und jede von uns wieder ein bisschen mehr beginnt, sich selbst ernst zu nehmen und sich selbst wichtig zu nehmen. Das heißt, festzustellen, dass ich sehr wohl Macht besitze. Mit meinen Kaufentscheidungen und auch Wahlentscheidungen. Und dass wir uns alle wieder ein bisschen mehr als MitgestalterInnen der Gesellschaft und ja, und letzten Endes auch des Marktes verstehen. Chrissi Holzmann mit einem starken Statement für unverpackt Läden. Liebe Dank nach München. Danke dir, Karsten. Danke, dass Sie bis hierhin durchgehört haben und dass Sie auch über unverpackt und Verpackungsoptimierung nachdenken. Wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative vom Innoform Podcast werden wollen, einen Beitrag leisten wollen, melden Sie sich sehr gerne bei mir ks@innoform.eu. Neu ist bei uns, dass wir auch Werbung für unseren Podcast jetzt anbieten. Informationen finden Sie auf unserer Website oder natürlich auch unter der oben genannten E-Mail Adresse. ### Podcast-Abonnement und englischer Feed Denken Sie auch daran, unseren englischen Podcast Feed zu abonnieren, den Julian Thielen frisch ins Leben gerufen hat, wo es auch, genau wie im deutschen Feed, immer mal wieder Flexpack News gibt und natürlich immer wieder solche spannenden Beiträge wie heute. Tschüss, bis zum nächsten Mal, Ihr Karsten Schröder. **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten **Schlagwörter:** Chrissi Holzmann, unverpackt --- ### [Lebensmittelrecht für Ein- und Aufsteiger](https://inno-talk.de/lebensmittelrecht-fuer-ein-und-aufsteiger/) **Published:** April 29, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ### Was hinter der Sicherheit von Kunststoffverpackungen für Lebensmittel steckt Warum schmeckt ein Sandwich nach Käse und Schinken – und nicht nach Kunststoff? Was verhindert, dass Additive, Weichmacher oder Rückstände aus der Verpackung in unsere Lebensmittel übergehen? Was für Verbraucher selbstverständlich wirkt, ist in Wahrheit das Ergebnis eines hochkomplexen **rechtlichen, chemischen und analytischen Systems**. In dieser Episode unseres Innoform‑Podcasts haben wir genau dieses System verständlich zerlegt – insbesondere mit Blick auf **Kunststoff- und Folienverpackungen für Lebensmittel**. Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Erkenntnisse für **Ein- und Aufsteiger** kompakt zusammen. ### Verwandte Episoden - [Lebensmittelrecht: Einstieg in die rechtlichen Anforderungen](https://inno-talk.de/lebensmittelrecht-einstieg-in-die-rechtlichen-anforderungen/) - [Thema: Lebensmittelrecht für Verpackungen](https://inno-talk.de/themengebiet-lebensmittelrecht-fuer-verpackungen/) --- ## Das Prinzip der Inertheit Herzstück des europäischen Lebensmittelrechts für Bedarfsgegenstände ist die **EU‑Rahmenverordnung (EG) Nr. 1935/2004**. Ihr zentrales Prinzip lautet: **Inertheit**. Das bedeutet: - Verpackungsmaterialien dürfen **keine gesundheitlich relevanten Stoffe** an Lebensmittel abgeben. - Sie dürfen die **Zusammensetzung** des Lebensmittels nicht unvertretbar verändern. - **Geruch und Geschmack** (organoleptische Eigenschaften) müssen unverändert bleiben. Wichtig ist: Selbst wenn ein migrierender Stoff gesundheitlich unbedenklich wäre – **eine sensorische Veränderung allein genügt**, um ein Material rechtlich unzulässig zu machen. --- ## Aktive Verpackungen: Strenge Ausnahme von der Regel Was ist mit aktiven Verpackungen, die gezielt Stoffe freisetzen – etwa: - antimikrobielle Komponenten, - Feuchtigkeitsabsorber, - Ethylenfänger zur Reifekontrolle? Diese Systeme sind **keine Regelverletzung**, sondern eine **gesetzlich definierte Ausnahme**. Die maßgebliche Grundlage hierfür ist die **Verordnung (EG) Nr. 450/2009**. Dabei gilt: - Jeder abgegebene Stoff wird rechtlich so behandelt, **als würde er dem Lebensmittel direkt zugesetzt**. - Der Stoff muss entsprechend **lebensmittelrechtlich zugelassen** sein. - Eine **Irreführung des Verbrauchers** ist strikt verboten. Beispiel: Eine Verpackung darf Verderb **verzögern**, aber niemals den Eindruck von Frische erzeugen, wenn das Lebensmittel bereits verdorben ist. --- ## Multilayer-Folien und funktionelle Barrieren Moderne flexible Verpackungen bestehen häufig aus **vielschichtigen Materialverbünden** – teils mit über zehn Schichten. Hier greift ein zentrales Konzept der **Kunststoffverordnung (EU) Nr. 10/2011**: die **funktionelle Barriere**. ### Was bedeutet das konkret? - Bestimmte innere Schichten (z. B. EVOH) wirken als **chemischer Schutzschild**. - Stoffe aus äußeren Schichten dürfen das Lebensmittel **nicht erreichen**. - Hinter der Barriere dürfen sogar **nicht zugelassene Stoffe** eingesetzt werden – **unter strengen Bedingungen**. Der entscheidende Grenzwert: - Maximal **0,01 mg/kg Lebensmittel** (= 10 parts per billion) Dieser Wert entspricht praktisch der **analytischen Nachweisgrenze** moderner Labore. ### Absolute No-Gos – selbst hinter Barrieren: - **CMR‑Stoffe** (krebserregend, mutagen, reproduktionstoxisch) - **Nanomaterialien** Hier gilt: Null Toleranz. --- ## Migration: Gesamt- und spezifische Grenzwerte Die Sicherheit von Kunststoffverpackungen wird über zwei zentrale Kennzahlen bewertet: ### 1. Gesamtmigrationsgrenzwert (GML) - Maximal **10 mg/dm² Kontaktfläche** - Bewertet die **physikalisch-chemische Stabilität** des Materials ### 2. Spezifische Migrationsgrenzwerte (SML) - Stoffbezogene Grenzwerte auf toxikologischer Basis - Orientieren sich u. a. am **NOAEL‑Wert** (No Observed Adverse Effect Level) --- ## Standardisierte Annahmen für faire Vergleiche Um europaweit vergleichbare Ergebnisse zu ermöglichen, arbeitet das Lebensmittelrecht mit einer **konventionellen Annahme**: > 1 kg Lebensmittel > in Kontakt mit > 6 dm² Kunststoff Diese Annahme gleicht extreme Verpackungsgeometrien aus – etwa sehr kleine Portionsverpackungen oder Großgebinde. --- ## Warum im Labor keine Salami liegt: Die Simulanzien Echte Lebensmittel sind analytisch hochkomplex und ungeeignet für präzise Spurenanalytik. Deshalb schreibt die Verordnung **standardisierte Simulanzien** vor: - **Simulanz A**: 10 % Ethanol (wässrige Lebensmittel) - **Simulanz B**: 3 % Essigsäure (saure Lebensmittel) - **Simulanz D1**: 50 % Ethanol (fetthaltige Lebensmittel) - **Simulanz D2**: Pflanzenöl (sehr fetthaltige Lebensmittel) Für D2 gilt zusätzlich der **Fettreduktionsfaktor (FRF)** – außer bei Säuglings‑ und Kleinkindnahrung. Hier zählt immer der volle Worst Case. --- ## Worst Case als Maßstab Getestet wird grundsätzlich unter den **schlechtesten vorhersehbaren Bedingungen**: - erhöhte Temperaturen - verlängerte Zeiten - beschleunigte Diffusion (Arrhenius‑Prinzip) Ziel ist nicht Zerstörung, sondern **realistische Belastungsszenarien**. --- ## Die Konformitätserklärung: Der Pass der Verpackung Am Ende steht das wichtigste Dokument der Lieferkette: die **Konformitätserklärung (Declaration of Compliance, DoC)**. Sie enthält u. a.: - Materialbeschreibung - eingesetzte Stoffe - angewendete Prüfbedingungen - zulässige Einsatzgrenzen (Zeit, Temperatur, Lebensmittelart) Wichtig: Jede Materialänderung macht eine **neue Bewertung und neue DoC** erforderlich. --- ## Blick nach vorn: Recycling als neue Herausforderung Mit der **EU‑Verordnung 2022/1616** rückt der Einsatz von **Rezyklaten in Lebensmittelverpackungen** in den Fokus. Die offene Frage lautet: > Reichen unsere heutigen Prüfkonzepte – entwickelt für hochreine, definierte Materialien – aus, um die chemische Komplexität recycelter Kunststoffe sicher zu beherrschen? Eine der spannendsten regulatorischen und analytischen Herausforderungen der kommenden Jahre. --- ### Fazit Hinter einer scheinbar simplen Käseverpackung steckt ein **atem­beraubender wissenschaftlicher und rechtlicher Aufwand**. Das europäische Lebensmittelrecht schafft damit ein hohes Maß an Verbraucherschutz – stellt Industrie und Prüflabore aber kontinuierlich vor neue Aufgaben. ## Keine Folge mehr verpassen! Abonnieren sie jetzt den [Innoform-Podcast](https://inno-talk.de/podcast/) auf ihrer Lieblings-Plattform und erhalten sie neue Episoden automatisch. [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Hallo und herzlich willkommen zu dieser neuen Podcast-Episode von Innoform. Dieses Mal wieder mit einer KI-unterstützten Variante. Wir haben das Lebensmittelrecht in unserer Notebook LM hochgeladen und haben mal analysiert, wie dieses eigentlich für Folienverpackungen und Kunststoffe funktioniert, für alle Bedarfsgegenstände, wie man sagt, was eine Konformitätserklärung dafür eine Rolle spielt und wie letztendlich die Simulanzien, Lebensmittel und die Prüfbedingungen ausgewählt werden. Die Episode ist so gestaltet, dass sie auch für Nicht-Experten hörbar ist. Ich würde mich freuen, wenn wir damit noch ein bisschen mehr Klarheit über die Regularien der lebensmittelrechtlichen Vorgaben der EU für Food Contact Materials, FCM, erzeugen können. Stell dir vor, du stehst in der Mittagspause im Supermarkt. Du hast Hunger und greifst zu einem Sandwich. Der Klassiker. Genau. Und das ist ja fest in so einer knisternden, völlig transparenten Kunststofffolie eingeschweißt. Und hast du dich eigentlich jemals gefragt, warum dieses Sandwich exakt nach Schinken und Käse schmeckt und halt eben nicht nach den Weichmachern oder diesen UV-Stabilisatoren, die in dieser Folie stecken? Ja, das ist eine super Frage. Weil auf molekularer Ebene grenzt es ja fast an eine physikalische Unmöglichkeit, dass da keine Übertragung stattfindet. Also, dass die Chemikalien nicht einfach rüber wandern. Richtig. Wenn wir uns so flexible Lebensmittelverpackungen ansehen, dann sprechen wir da eben nicht von einem einfachen, passiven Stück Plastik. Das ist eine hochreaktive, extrem komplexe chemische Matrix. Aus Polymerketten, Restmonomeren, Lösungsmitteln und einer ganzen Armada von Additiven. Absolut. Und dass diese Substanzen nicht einfach in die Lipide, also die Fette deines Käses, diffundieren, das erfordert eine wirklich massive technologische und regulatorische Barriere. Und genau dieses unsichtbare Sicherheitsnetz sezieren wir heute mal in unserem Deep Dive. Wir haben uns nämlich durch das absolute Fundament der europäischen Lebensmittelkontaktmaterialien gegraben. Ein herrliches Wortgebilde. Oh ja, Behörden Deutsch vom Feinsten. Also, wir schauen primär auf die Rahmenverordnung 1935 aus dem Jahr 2004 und dann noch auf diese extrem detaillierte Kunststoffverordnung, die 10/2011. Wir übersetzen heute mal diese ganze juristische und chemische Architektur in verständliche Mechanismen. Wir klären also, wie Behörden den Übergang von Molekülen überhaupt regulieren, warum Multilayer-Kunststoffe im Labor eigentlich ein Albtraum sind und wie man mit sogenannten Simulanzien arbeitet, um die Realität quasi zu erzwingen. Genau, das ist ein richtig spannender Apparat, der da im Hintergrund läuft. Ich stelle mir die europäische Gesetzgebung da immer wie den strengsten Türsteher der Welt vor. Nur, dass der halt nicht vor irgendeinem Club steht, sondern direkt an der Grenzfläche zwischen Folie und Lebensmittel. Schönes Bild. Ja, und der diktiert dann, welche Moleküle kinetische Energie aufbauen und in dein Sandwich tanzen dürfen und welche nicht. ### Grundprinzipien und organoleptische Eigenschaften Und dieser Türsteher operiert auf Basis eines absoluten Grundprinzips, das ist in Artikel 3 dieser Rahmenverordnung verankert. Das Prinzip der Inertheit. Inertheit, okay, also Reaktionsträgheit. Exakt, das Material muss so Reaktionsträgheit sein, dass es keine Stoffe in Mengen abgibt, die irgendwie toxikologisch relevant sind, also unsere Gesundheit gefährden könnten. Außerdem darf es die Zusammensetzung des Lebensmittels nicht unvertretbar verändern und ganz wichtig, die organoleptischen Eigenschaften müssen unangetastet bleiben. Organoleptisch heißt in dem Fall einfach Geruch und Geschmack, oder? Genau. Wenn also die Polymerstruktur Moleküle absondert, die das chemische Profil deines Mineralwassers so verändern, dass es plötzlich nach PET schmeckt, dann ist das Material rechtlich sofort durchgefallen. Krass. Und zwar völlig unabhängig davon, ob diese Moleküle gesundheitlich harmlos sind oder nicht. Der Geschmack darf nicht verändert werden. Das Prinzip der Inertheit ist also quasi die toxikologische und sensorische Basislinie. Das Material muss stumm bleiben. Aber da stoßen wir doch sofort auf einen massiven physikalischen Widerspruch in der modernen Industrie, oder? Inwiefern? Na ja, was ist mit diesen neuen aktiven Verpackungen? Also wenn ich an so feuchtigkeitsabsorbierende Pads unter Fleisch denke oder an Folien, die ganz gezielt antimikrobielle Stoffe abgeben. Ah ja. Oder Ethylenabsorber, die den Reifungsprozess von Obst stoppen. Das ist doch die bewusste Manipulation der Verpackungsatmosphäre. Das bricht doch die goldene Regel des Türstehers komplett. Stimmt. Und das war den Regulierungsbehörden auch total bewusst. Die Technologie hat die ursprüngliche Gesetzgebung da schlichtweg überholt. Okay. Deshalb wurde die Verordnung 450/2009 erlassen, speziell für aktive und intelligente Materialien. Sie definiert diese gezielte chemische Interaktion als legale Ausnahme. Also dürfen die den Türsteher ignorieren? Nicht ignorieren, aber sie haben Sonderregeln. Aktive Verpackungen dürfen Moleküle abgeben, aber die Hürden sind extrem hoch. Jeder migrierende Stoff wird rechtlich so behandelt, als würdest du ihn in der Fabrik direkt ins Essen rühren. Oh wow. ### Lebensmittelzusatzstoffe toxikologische Zulassung Das heißt, er muss als Lebensmittelzusatzstoff offiziell zugelassen sein. Ganz genau. Das verhindert diese toxikologischen Risiken. Verstehe. Das sichert die Toxikologie. Aber was ist mit Täuschung? Wie meinst du das? Also, wenn Fleisch anfängt zu verderben, entstehen ja biogene Amine und Aldehyde. Das ist ja das evolutionäre Warnsignal unseres Körpers. Der Geruch sagt uns, Achtung, giftig. Wenn die aktive Folie jetzt Chemikalien freisetzt, die gezielt mit diesen Aminen reagieren und sie neutralisieren, würde mein Gehirn ja denken, dass Fleisch sei superfrisch, obwohl es eigentlich verdorben ist. Ja und genau diese Art der biochemischen Maskierung ist das absolute No-Go. Okay, also illegal? Absolut. Das Gesetz nennt das den Schutz vor Irreführung. Eine aktive Verpackung darf die Haltbarkeit verlängern, indem sie zum Beispiel Bakterienwachstum hemmt. Aber sie darf niemals den Zustand eines bereits verdorbenen Lebensmittels chemisch verschleiern. Die Irreversibilität des Verderbs, die darf nicht manipuliert werden. Okay, das ergibt Sinn. Wir haben also etabliert, aktive Verpackungen sind eine extrem streng regulierte Ausnahme. Aber die Realität der Industrie verlangt ja noch was anderes: Maximale Haltbarkeit bei minimalem Materialeinsatz. Richtig, der Kostendruck ist enorm. Und das zwingt die Hersteller doch dazu, die chemische Komplexität extrem hochzuschrauben. Wir reden da nicht mehr von einem simplen Polyethylenblock, sondern von Multilayerfolien. Also Kunststofflasagne sozusagen. Das ist ein guter Vergleich. Bis zu 15 mikroskopisch dünne Schichten, die aufeinander gelegt werden, um Sauerstoff, UV-Licht und Feuchtigkeit gleichzeitig zu blockieren. Wie lässt sich das unter dieser Kunststoffverordnung 10/20/11 überhaupt noch kontrollieren? Muss jede dieser 15 Schichten einzeln zugelassen und inert sein? Die kurze Antwort lautet Nein. Warte, echt nicht? ### Funktionelle Barrieren Verpackungstechnologie Nein. Und hier greift eines der faszinierendsten Konstrukte der Verordnung 10/20/11. Das Konzept der funktionellen Barriere. Okay, erklär mal. In diesen Multilayer-Strukturen verbauen die Ingenieure oft eine ganz spezifische innere Schicht. Zum Beispiel aus EVOH. Was ist das? Ethylen-Vinylalkohol. Diese Schicht hat eine extrem dichte, kristalline Polymerstruktur. Und sie fungiert als chemischer Schild. Sie blockiert die Diffusion von Molekülen aus den äußeren Schichten in das Lebensmittel. Das ist ja im Grunde wie so ein wasserdichtes Schott in einem U-Boot. Genau. Wenn das Schott, also das EVOH, geschlossen und intakt ist, ist es ja völlig egal, ob auf der anderen Seite das Meerwasser oder in unserem Fall irgendein toxischer Kleber drückt. Es kommt einfach nichts in die Kabine, wo das Essen liegt. Richtig. Aber Moment. Das würde ja bedeuten, die Hersteller dürfen in den äußeren Schichten, also hinter dem Schott, Substanzen verwenden, von denen die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit nie geprüft oder zugelassen worden. Vollkommen richtig. Hinter der funktionalen Barriere dürfen tatsächlich nicht zugelassene Stoffe verwendet werden. Das ist ja Wahnsinn. Ja. Aber das Gesetz vertraut diesem Schott natürlich nicht blind. Die Verordnung fordert den harten analytischen Beweis, dass diese Barriere unter allen Bedingungen dichthält. Hitze, mechanischer Stress, monatelange Lagerung. Und wie beweist man das? Es gibt einen unerbittlichen Migrationsgrenzwert für diese unregulierten Stoffe. Maximal 0,01 Milligramm pro Kilogramm Lebensmittel. 0,01 Milligramm. Ja. Das sind 10 Parts per Billion. 10 Teile auf eine Milliarde. ### Analytische Nachweismethoden GCMS Das muss man sich mal reinziehen. Um das überhaupt nachzuweisen, müssen die Labore doch massivste analytische Geschütze auffahren. Wir reden hier von Gaschromatographie gekoppelt mit Massenspektrometrie, oder? Genau. GC-MS. Die nehmen also das Extrakt, jagen es durch diese Säule, trennen die Moleküle nach ihrer Masse auf und suchen nach winzigen Signalen in diesem Rauschen. Und wenn da auch nur ein Peak auf den Bildschirm auftaucht, der über diesen 0,01 Milligramm liegt, dann ist die gesamte Sache illegal. So präzise ist die Überwachung. Diese 0,01 Milligramm entsprechen faktisch einfach der analytischen Nachweisgrenze der Standardgeräte. Das Gesetz sagt quasi, es darf absolut nichts durchkommen, was wir messen können. Okay, aber gibt es da nicht Ausnahmen? Was passiert, wenn die Lasagne mal zerbricht oder das EVOH bricht? Selbst bei der striktesten Regelung gibt es absolut rote Linien, wo auch die stärkste funktionelle Barriere nicht als Ausrede gilt. Ich vermute mal die erste rote Linie betrifft so die schwersten toxikologischen Kaliber. CMR-Stoffe. Exakt. CMR-Stoffe, also Karzinogen, Mutagen oder Reproduktionstoxisch. Krebserregende oder erbgutverändernde Substanzen dürfen niemals in einer Lebensmittelverpackung verbaut werden. Auch nicht hinter einer noch so dichten Barriere. Weil die Gefahr, dass durch einen Produktionsfehler ein Mikroriss entsteht, einfach zu großes? Genau, ein Mikroriss in der EVOH-Schicht wäre ein inakzeptables Risiko für die öffentliche Gesundheit. Und die zweite rote Linie betrifft Nanopartikel. Ah, Nanopartikel. Das ergibt aus physikalischer Sicht absolut Sinn. Die haben ja ein extrem hohes Verhältnis von Oberfläche zu Volumen. Richtig. Das verleiht denen ja völlig andere kinetische Energie und Reaktivität als so Makromolekülen. Die könnten theoretisch einfach durch die freien Volumina, also diese winzigen mikroskopischen Lücken, zwischen den Polymeerketten unserer Barriere hindurchschlüpfen. Ganz genau. Unser U-Boot-Shot ist für die also nicht wasserdicht, sondern eher wie so ein grobes Fischernetz. Eine hervorragende Analogie. Die Quanteneffekte und diese extreme Mobilität von Nanomaterialien machen ihr Diffusionsverhalten unberechenbar. ### Nanostoffregulierung und Migrationsgrenzen Solange die Toxikologie und die Physik nicht für jeden spezifischen Nanostoff absolut zweifelsfrei geklärt sind, verbietet das Gesetz deren Einsatz hinter Barrieren kategorisch. Wir haben jetzt also die Architektur der Folie verstanden. Und wir wissen, wie man die Dichtigkeit überwacht. Aber das führt uns doch zum Kern der Regulierung, dem Stresstest. Wir haben Makromoleküle, die zwar zugelassen sind, die aber trotzdem nur in sicheren Mengen ins Essen wandern dürfen. Wie definiert der Gesetzgeber denn diesen Stresstest? Wir arbeiten damit zwei zentralen Säulen. Dem Gesamtmigrationsgrenzwert kurz GMG und dem spezifischen Migrationsgrenzwert dem SML. Okay, fangen wir mit dem Gesamtwert an. Der Gesamtmigrationsgrenzwert ist im Prinzip ein Maß für die chemische Stabilität des Materials. Er verlangt, dass ein Kunststoff insgesamt nicht mehr als 10 mg beliebiger Stoff pro Quadratdezimeter Kontaktfläche abgeben darf. Also da geht es gar nicht um Toxikologie? Nein, da geht es rein um die Schierermasse. Das Plastik darf sich einfach nicht physikalisch in die Nahrung auflösen. Verstehe. Und der spezifische Grenzwert, also der SML, schaut sich dann die individuellen toxikologischen Profile der einzelnen Moleküle an. Richtig? Exakt. Bis Phenol, wie viel Caprolactam darf migrieren, bevor der NOAEL-Wert gerissen wird. Also die Dosis ohne beobachtbare schädliche Wirkung beim Menschen. Aber hier stoßen wir doch auf ein fundamentales mathematisches Problem, oder nicht? Welches meinst du? Wenn wir Grenzwerte in Milligramm pro Kilogramm Lebensmittel definieren, dann hängt das Ergebnis doch extrem davon ab, wie viel Kontakt das Essen mit der Verpackung hat. Die EU musste hier doch sicher einen standardisierten Referenzwert schaffen, um den Binnenmarkt überhaupt möglich zu machen. Ja, völlig richtig. Ohne so eine einheitliche Metrik wäre grenzüberschreitender Handel ja unmöglich. Die Verordnung 10/2011 zementiert deshalb eine konventionelle Annahme. Und die lautet? Man geht juristisch standardmäßig davon aus, dass eine Person mit 60 Kilogramm Körpergewicht täglich 1 Kilogramm Lebensmittel verzehrt, in einem exakt würfelförmigen Behälter verpackt ist. Und dieser Würfel hat eine Kontaktfläche von 6 Quadratdezimetern. Okay, das ist ja absurd spezifisch. Ja, aber es ist die Basisgleichung. ### Oberflächen-Volumen-Verhältnis Kunststoffverpackungen 1 Kilogramm Essen pro 6 Quadratdezimeter Kunststoff. Das ist eine brillante politische Harmonisierung. Aber physikalisch betrachtet führt das in extremen Fällen doch zu völlig absurden Ergebnissen. Denk mal an ein winziges Tütchen Ketchup oder Mayonnaise im Schnellrestaurant. Da sprengt das Verhältnis von Oberfläche zu Volumen doch jede Skala. Oh ja, das stimmt. Auf einen winzigen Teelöffel Mayo kommen im Verhältnis riesige Mengen an Folie. Wenn ein Labor jetzt die Migration für diese Folie misst und das Ergebnis 1 zu 1 auf die paar Gramm Mayo anwendet, würde die Konzentration der migrierten Stoffe explodieren. Richtig. Das Material würde gnadenlos durchfallen, obwohl es chemisch identisch mit der Folie von einem großen 10-Liter-Joghurt ist. Die Behörden müssen das doch irgendwie mathematisch ausgleichen. Und genau das tun sie. Über extrem komplexe Normalisierungsregeln. Das Gesetz erkennt an, dass das Oberflächenvolumenverhältnis bei Behältern unter 500 Millilitern oder eben über 10 Litern die reale Toxikologie verzerrt. Ah, okay. In diesen Fällen wird das Laborergebnis künstlich auf diesen Standardwürfel von 6 Quadratdezimetern pro Kilogramm umgerechnet. So kalibriert man die Ergebnisse auf eine einheitliche Basislinie und die Materialien bleiben objektiv vergleichbar, egal ob Ketchuptütchen oder Gastronomieeimer. Okay, das löst das geometrische Problem. Aber jetzt kommt doch das eigentlich chemische Problem. Wir wollen spezifische Grenzwerte von winzigen Additiven messen, aber echte Lebensmittel sind doch ein analytischer Albtraum. Das kannst du laut sagen. Ich meine, eine Salami oder ein reifer Käse, das besteht doch aus Tausenden von komplexen organischen Verbindungen, Peptiden und Fetten. Wenn wir das in den Gaschromatographen spritzen, überlagern die natürlichen Moleküle des Essens das winzige Signal von unserem gesuchten Weichmacher doch komplett. Richtig, das Rauschen ist lauter als das Signal. Wie um Gottes willen das dann? Wir haben die echte Lebensmittel komplett aus dem Labor verbannen. Echt jetzt? Keine Salami im Labor? Keine Salami. Sie verwenden stattdessen sogenannte Simulanzien. Die sind in Anhang 3 der Verordnung definiert. Das sind hochreine synthetische Testmedien, die die physikalisch-chemischen Eigenschaften von echten Lebensmitteln präzise nachahmen, aber im Spektrometer einen völlig sauberen Hintergrund liefern. ### Lebensmittelsimulanzien Migrationstests Also wir bauen quasi chemische Doppelgänger für das Essen. Genau so kann man das sehen. Für wasserbasierte Lebensmittel, wie Säfte, nimmt man Simulanz A. Das ist eine 10-prozentige Ethanollösung. Für saure Lebensmittel Simulanz B, also 3-prozentige Essigsäure. Um diesen niedrigen pH-Wert nachzubilden, der Kunststoffe angreifen könnte. Okay, das leuchtet ein. Aber spannend wird es doch bei Fetten. Kunststoffe und Fette sind chemisch gesehen beide unpolar. Und wir wissen ja alle, Gleiches löst sich in Gleichem. Fette sind berüchtigt dafür, Additive aus dem Plastik regelrecht herauszusaugen. Wie simuliert man eine fettige Mayonnaise? Dafür kommt Simulanz D1 zum Einsatz. Das ist eine 50-prozentige Ethanollösung. Ah, das macht chemisch total Sinn. Der hohe Alkoholanteil sorgt dafür, dass das Lösungsmittel einen stark unpolaren Charakter bekommt. Der Ethylrest des Alkohols interagiert mit den unpolaren Weichmachern im Plastik genauso wie es die Fette, also die Triglyceride in der Mayo tun würden. Es emuliert die Lipidextraktion also perfekt. Exakt analysiert. Und für die wirklich schweren Fälle, also Lebensmittel mit freien Fetten auf der Oberfläche, wie in öleinlegtem Fisch oder eben ein reiner Käse, da verwenden die Labore Simulanz D2. Und was ist D2? Das ist raffiniertes Pflanzenöl. Meistens Olivenöl oder ein synthetisches Triglycerid-Gemisch. Aber Moment mal. Wenn D2 reines Öl ist, ist das als Testmedium doch extrem aggressiv? Ja, das ist es. Wenn ich eine Folie tagelang in reines Öl einlege, extrahiert das doch ein Vielfaches an Monomeren im Vergleich zu einem Stück Käse, das in der Realität vielleicht nur 30 % Fett enthält. Das hat die Kinetik doch völlig zu Ungunsten des Herstellers. Und genau deswegen antizipiert das Gesetz diese Überkompensation. Wenn ein Material mit Simulanz D2 getestet wird und durchfällt, das reale Lebensmittel aber gar nicht aus 100 % Fett besteht, dann greift der sogenannte Fettreduktionsfaktor, kurz FRF. Ah, ein Rabattsystem. Wie wird der berechnet? ### Fettmigration Säuglingsverpflegung FRF Die Labore berechnen den tatsächlichen Fettgehalt des Lebensmittels in Gramm pro Kilogramm und teilen ihn durch 200. Das anfängliche extrem hohe Testergebnis darf dann durch diesen Faktor mathematisch reduziert werden. Das ist ja ein recht fairer Ausgleich für diese extrem harte Laborumgebung. Aber ich wette, es gibt regulatorische Ausnahmen, bei denen dieser Rabatt verfällt, oder? Ja, die gibt es. Wenn die Verpackung für Säuglings- oder Kleinkindernahrung deklariert ist, wird der FRF Rigor gestrichen. Null Toleranz also. Absolut. Die vulnerable Physiologie von Babys erlaubt keine Kompromisse. Der harte unkorrigierte D2-Laborwert zählt als absolutes Maß. Und das bringt uns auch direkt zu den Prüfbedingungen selbst. Wir testen das hier nicht gemütlich bei Raumtemperatur. Naja, ich habe mich schon gefragt, testen wir das unter normalen Wohnzimmerbedingungen? Nein, die Verordnung verlangt den Test unter den schlechtesten vorhersehbaren Verwendungsbedingungen, also das Worst-Case-Szenario. Beschleunigte Kinetik. Wenn die Folie für so eine Mikrowellenmahlzeit gedacht ist, legt das Labor sie nicht einfach bei 20 Grad ins Regal, sondern sie kochen die Folie mit dem Simulanzöl bei extremen Temperaturen ab. Ganz genau. Das passiert ja auf der Arrhenius-Gleichung. Je heißer, desto schneller die migrierenden Moleküle aus dem Kunststoff. Sie zwingen das Material im Zeitraffer an seine absolute Belastungsgrenze. Richtig. Wenn eine Verpackung laut Spezifikation bei Raumtemperatur für ein Jahr im Supermarktregal stehen soll, wird das Labor das Simulanz bei 60 Grad Celsius für 10 Tage inkubieren. Krass, das simuliert dann ein ganzes Jahr? Ja, das simuliert die Langzeitmigration durch kinetische Beschleunigung. Es gibt jedoch eine methodische Grenze. Welche? Labilisiert oder schmilzt? Was bei 20 Grad über ein Jahr niemals passieren würde, dann muss der Test angepasst werden. Man misst Migration. Keine unrealistische physikalische Zerstörung. Logisch. Okay, wir haben jetzt die gesamte Kette durchlaufen. ### Kunststofffolien Konformitätsprüfung Käseherstellung Die Folie hat die mathematische Normalisierung überstanden. Sie hat tagelang im heißen Pflanzenöl gebadet und das Massenspektrometer hat bestätigt, dass die funktionelle Barriere absolut dicht ist. Ein voller Erfolg. Der Hersteller hat also eine markelloze Datenlage. Aber der Lebensmittelkonzern, der diese Folie jetzt kauft, um seinen Käse einzuwickeln, der hat ja meistens selbst kein riesiges analytisches Labor. Wie wird diese komplexe chemische Beweisführung juristisch-wasserdicht kommuniziert? Durch den Pass der Verpackung, das wichtigste rechtliche Dokument der gesamten Lieferkette, die Konformitätserklärung oder auf Englisch Declaration of Compliance, kurz DOC. Okay. Laut Artikel 15 der Kunststoffverordnung benötigt jede Charge, die auf den Markt gebracht wird, zwingend diesen offiziellen Pass. Anhang IV der Verordnung diktiert sogar exakt den Inhalt. Was steht da so drin? Neben der exakten chemischen Identität der Polymere, Adresse des Herstellers und so weiter, muss rechtsverbindlich deklariert werden, dass alle Migrationsgrenzwerte unter den spezifischen Testbedingungen eingehalten wurden. Also ist das kein reines Vertrauens-uns-das-passt-schon-Zertifikat? Es ist wirklich die Bedienungsanleitung der physikalischen Limits. Da muss also explizit stehen: geprüft mit Simulanz D2, zugelassen für maximal 30 Tage bei 40 Grad Celsius, mit einem Oberflächenvolumenverhältnis von 6 Quadratdezimetern? Ganz genau so. Wenn der Käsehersteller jetzt aber beschließt, seinen Käse stattdessen für 6 Monate bei 60 Grad zu lagern, dann agiert er außerhalb dieser DOC und er trägt die volle juristische Haftung für jede toxikologische Kontamination. Es ist ein System der geteilten Verantwortung und das führt zu einer ununterbrochenen Kette der Dokumentation. Was glaubst du denn, was passiert, wenn der Folienhersteller aufgrund von Lieferengpässen einen einzigen Weichmacher in seiner 15-schichtigen Lasagne gegen einen minimal günstigeren austauscht? Dann kollabiert doch die gesamte Kette. Die chemische Zusammensetzung ändert sich, die Diffusionskinetik könnte sich komplett verschieben. Die alte Konformitätserklärung ist sofort nichtig, oder? Absolut nichtig. Sie müssen zurück ins Labor, den Stresstest mit den Simulanzien komplett neu fahren und eine völlig neue Konformitätserklärung ausstellen. Ein System der ständigen Beweispflicht. Und exakt dieses starre, unerbittliche System schützt uns Verbraucher. Von der allerersten Polymerextrusion bis zur letzten Verpackungsstufe im Supermarkt wird jeder chemische Parameter kontrolliert, simuliert und dokumentiert. Fassen wir diese monumentale Maschinerie noch mal kurz zusammen. Wir beginnen mit dem philosophisch anmutenden, aber toxikologisch knallharten Prinzip der Inertheit. Wir konstruieren 15-schichtige Hightech-Folien mit funktionellen Barrieren, die wie mikroskopische U-Boot-Schotten wirken. Wir nutzen Gaschromatografen, um Nanopartikel und krebserregende Stoffe im Parts-per-Billion-Bereich zu jagen. Wir erzwingen mit sauren und alkoholischen Simulanzien unter extremen thermodynamischen Bedingungen den Worst Case. ### Konformitätserklärung molekulare Dokumentation Und wir zementieren das alles am Ende in der Konformitätserklärung. Sehr gut zusammengefasst. Der juristische und wissenschaftliche Aufwand hinter einer simplen Käseverpackung ist schlichtweg atemberaubend. Aber, und das ist jetzt ein provokanter Gedanke für die Zukunft, genau diese Perfektion bringt uns an einen spannenden Punkt. Wir haben heute über hochreine, penibel spezifizierte Kunststoffe gesprochen, deren molekulare Historie vom ersten Monomer an exakt dokumentiert ist. Ja. Aber die Realität wendet sich ja gerade. Die neue EU-Verordnung 2022/1616 zum Kunststoffrecycling zwingt die Industrie dazu, massiv recycelte Materialien in Lebensmittelverpackungen zu integrieren. Ein riesiges Thema aktuell. Stell dir mal vor, was passiert, wenn all diese hochkomplexen 15-schichtigen Multilayer-Folien mit all ihren spezifischen Barrierechemikalien und vielleicht sogar degradierten aktiven Substanzen im selben Recyclingkreislauf landen. Die Polymere werden aufgeschmolzen, die sorgfältig getrennten Schichten vermischen sich zu einem unvorhersehbaren chemischen Cocktail. Selbst die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, die EFSA, warnt ja davor, dass die Identifikation und Kinetik von Kontaminanten in recycelten Kunststoffen oft völlig jenseits unserer analytischen Vorhersagemodelle liegt. Da stoßen wir an absolute Grenzen. Können unsere aktuellen, auf hochreine Stoffe und definierte funktionelle Barrieren ausgelegten Migrationsprüfungen dieses zukünftige Chaos der Kreislaufwirtschaft überhaupt noch beherrschen? Oder werden diese sauberen Simulanzien im Labor an den unberechenbaren Wechselwirkungen von Millionen unbekannter Recyclingmoleküle scheitern? Ein wirklich tiefes, chemisches und regulatorisches Rätsel. Etwas, worüber du da draußen beim nächsten Mal nachdenken kannst, wenn du eine recycelte Plastikverpackung in den Händen hältst. Wir hoffen, du konntest einiges mitnehmen. Bis zum nächsten Mal bei unserer Analyse. So, das war sie wieder. Die etwas andere Podcast-Episode rumt an das Thema Lebensmittelrecht. Ich hoffe, Sie haben auch so wie ich etwas Neues dabei gelernt und vielleicht die Sache mal aus einem ganz anderen Blickwinkel kennengelernt. Ich würde mich freuen, wenn Sie mir ein kleines Feedback geben, den Link finden Sie hier in den Show-Notes, ob wir in dieser Form mit KI-Unterstützung Podcast weiter erzeugen sollen, ob das für Sie zu profan, zu schwierig, zu albern ist. Ich persönlich bin ein großer Fan davon, aber es gibt durchaus auch kontroverse Stimmen zu diesem Format und von daher freue ich mich auf Ihr Feedback. Auch Sie einmal Teil dieser Initiative für mehr Flexpack-Wissen werden wollen. Mählen Sie sich gerne bei mir, ich bin Karsten Schröder, E-Mail-Adresse ks@innoform.eu. Tschüss, bis zum nächsten Mal. **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Lebensmittelrecht **Schlagwörter:** Karsten Schröder, Podcast --- ### [7C-Flexodruck in der Praxis](https://inno-talk.de/7c-flexodruck-in-der-praxis/) **Published:** Mai 13, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## Wie Coppenrath & Wiese Qualität, Kosten und Nachhaltigkeit vereint **Podcast-Gespräch mit Stephan Richter, Qualitätssicherung Verpackung bei Coppenrath & Wiese** *Der Einsatz von **ECG bzw. 7C-Multicolor** wird in der Verpackungsbranche seit Jahren intensiv diskutiert – oft theoretisch, manchmal kontrovers. In dieser Podcast-Episode des Innoform Podcasts sprechen wir mit **Stephan Richter** von **Coppenrath & Wiese** über einen bemerkenswerten Praxisfall: Wie ein Markenartikler mit enormen Volumina den Umstieg auf standardisierten 7C-Flexodruck erfolgreich umgesetzt hat – und warum sich dieser Schritt technisch, wirtschaftlich und qualitativ ausgezahlt hat.* ### Verwandte Episoden - [Flexible Verpackungen zwischen PPWR und Praxis](https://inno-talk.de/flexible-verpackungen-zwischen-ppwr-und-praxis/) --- ### Vom Repro-Pionier zur Qualitätssicherung bei Coppenrath & Wiese Stephan Richter ist seit mehreren Jahrzehnten in der Druck- und Verpackungsbranche tätig. Nach Stationen in der konventionellen und digitalen Reproduktion – unter anderem bei Bischof + Klein – startete er vor einigen Jahren bei Coppenrath & Wiese zunächst als Verpackungsentwickler. Der Auslöser für einen grundlegenden Strategiewechsel war eine massive Reklamation im Flexodruck von Brötchenbeuteln. Das Ergebnis: Coppenrath & Wiese baute eine **eigene, hochprofessionelle Qualitätskontrolle für Folienverpackungen** auf – inklusive Farbmesstechnik, Repro-Abgleich, Remote-Proofing und klar definierter Standards. --- ### Ausgangslage: Millionen Verpackungen, minimale Toleranzen Coppenrath & Wiese produziert **täglich** rund **4,3 Millionen Brötchen**, die in **BOPP-Folienbeuteln** verpackt werden. Bei diesen Mengen entscheidet jedes Zehntelcent – sowohl bei Material-, als auch bei Rüst- und Prozesskosten. Gleichzeitig müssen die Verpackungen: - im Regal absolut einheitlich aussehen - audit- und allergenrelevant korrekt gestaltet sein - across multiple Druckereien identisch reproduzierbar bleiben Genau hier stieß der klassische Sonderfarbansatz an seine Grenzen. --- ### Der Schritt zu ECG / 7C-Multicolor Die Entscheidung fiel auf **Extended Color Gamut (ECG)** bzw. **7C-Flexodruck**. Ziel war es: - die Anzahl der eingesetzten Farben zu reduzieren - von 10-Farben-Layouts auf maximal 7–8 Farben zu kommen - Rüstzeiten, Plattenanzahl und Farbvielfalt drastisch zu senken - gleichzeitig die visuelle Markenstabilität zu verbessern Heute werden viele Anwendungen sogar mit **nur sechs oder sieben Farben** realisiert – ergänzt durch Sonderfarben nur dort, wo es technisch oder visuell notwendig ist (z. B. Neon-Orange im Logo). --- ### Standardisierung als Schlüssel zum Erfolg Ein zentraler Erfolgsfaktor: **konsequente Standardisierung**. Coppenrath & Wiese arbeitet mit einer **Zentralrepro**, die: - jeden Drucker einzeln qualifiziert - pro Druckerei einen individuellen Fingerprint erstellt - feste Vorgaben für Raster, Farbreihenfolge und Proofing definiert Die Druckereien werden nicht „eingeschnürt“, sondern auf Augenhöhe eingebunden. Abweichungen sind erlaubt – **wenn sie abgestimmt werden**. Überraschungen hingegen nicht. Ein klar formuliertes **Print Agreement** regelt unter anderem: - Bemusterung und Freigaben - akzeptierte Farbabweichungen (z. B. ΔE ≤ 2,5) - Abgleich Druckbild ↔ PDF - Weißopazität der OPP-Folien --- ### Weniger Reklamationen, messbare Einsparungen Die Ergebnisse sind beeindruckend: - **Seit drei Jahren keine einzige Folienreklamation** aufgrund des Druckbilds - deutlich kürzere Andruckzeiten - weniger Makulatur - weniger Druckplatten - geringere Farb- und Reinigungsaufwände Allein im Flexobereich konnte Coppenrath & Wiese laut eigener Aussage **rund 177.000 Euro pro Jahr** im Reproduktions- und Vorstufenprozess einsparen. --- ### Nachhaltigkeit als positiver Nebeneffekt Der Umstieg auf 7C wurde primär aus Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitsgründen getrieben – wirkt sich aber klar positiv auf die Nachhaltigkeit aus: - geringerer Farbverbrauch (u. a. durch weniger Waschvorgänge) - weniger Druckplatten - geringere Ausschussquoten - bessere Prozessstabilität Auch neue **Polyurethan-Druckfarben**, die im Kontext Recyclingfähigkeit diskutiert werden, ließen sich problemlos in den bestehenden 7C-Workflow integrieren – ohne sichtbare Qualitätseinbußen. --- ### Empfehlung an Markenartikler und Druckereien Stephan Richters Fazit ist eindeutig: > Wer heute große Produktportfolios, viele Sonderfarben und mehrere Druckpartner managt, sollte sich ernsthaft mit ECG/7C beschäftigen. Der Weg ist kein Selbstläufer. Er erfordert: - Know-how - Disziplin - Investitionen in Standardisierung und Kommunikation Doch der Nutzen überwiegt deutlich – insbesondere bei hohen Volumina und internationalen Markenauftritten. Sein Appell an die Druckindustrie: > Machen Sie sich frühzeitig fit für zC. Wenn der Kunde bereit ist und Sie nicht – zieht er weiter. --- ### Zum Podcast Die vollständige Episode des **Innoform Podcasts** mit Stephan Richter von Coppenrath & Wiese hören Sie auf den bekannten Plattformen oder direkt hier. Ein Gespräch aus der Praxis – für die Praxis. ## Keine Folge mehr verpassen! Abonnieren sie jetzt den [Innoform-Podcast](https://inno-talk.de/podcast/) auf ihrer Lieblings-Plattform und erhalten sie neue Episoden automatisch. 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Das Ergebnis: konsequente Standardisierung, eine eigene zentrale Qualitätskontrolle – und messbare wirtschaftliche wie qualitative Vorteile. - Warum Coppenrath & Wiese auf **7C / Extended Color Gamut** gesetzt hat - Reduktion von Sonderfarben, Rüstzeiten und Druckplatten - Standardisierung über mehrere Druckereien hinweg - Rolle von **Zentralrepro, Fingerprints und Remote-Proofing** - Flexodruck auf **BOPP-Folien** bei extrem hohen Volumina - Weniger Reklamationen und stabile Druckqualität im Regal - Wirtschaftliche Effekte und Einsparpotenziale - Nachhaltigkeit durch geringeren Farbverbrauch und weniger Ausschuss - Voraussetzungen und typische Hürden bei der Einführung von 7C - Klare Empfehlungen an Markenartikler und Druckereien 7C-Flexodruck ist kein Selbstläufer – aber bei konsequenter Umsetzung ein äußerst wirksames Werkzeug, um **Qualität, Kostenkontrolle und Prozessstabilität** im Verpackungsdruck nachhaltig zu verbessern. Ein Podcast aus der Praxis – für Markenartikler, Druckereien und alle, die sich mit hochwertigem **Flexpack-Druck** beschäftigen. --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Heute im Inno von Pricas begrüßt sich ein alten Wegbegleiter, darf man fast sagen. Wir sind ungefähr ein Jahrgang, Stefan Richter. Wir haben uns damals kennengelernt bei Bischof + Klein. Das war irgendwann in den 1990er Jahren, Stefan, du weißt es besser als ich. Und jetzt sehen wir dich bei Koppenrad und Wiese. Erzähl ganz gut, wie kam es zu dieser Karriere? Wie kam es zu dieser Karriere? Ja, ich bin irgendwie immer dran geblieben. Übrigens waren es nicht die 90er, es waren sogar die 80er. In den 90ern war ich dann ja schon selbstständig mit der kleinen Produktionsagentur. Was hast du da gemacht, Stefan, in dieser Produktionsagentur? Ich kenne dich ja nur von dieser Bischof + Klein-Geschichte, wo du auch die Repro-Abteilung mit aufgebaut hast. So habe ich das im Kopf behalten. Erzähl uns noch ein bisschen genauer, damit wir dich besser kennenlernen. Es waren noch die konventionelle Repro, die ich damit aufgebaut habe. Die digitale Repro wollte ich gerne aufbauen. Das hat sich gezogen und ich habe mir dann gesagt, ich will das selber machen. Ich habe es dann mit dem gleichen Konzept selbst gemacht. Wir sind gleich angefangen und haben mit Max gearbeitet, haben digital gescannt, digital belichtet. Ganzfilmbelichtungen gemacht, das war damals sehr innovativ. Das waren so die Arbeiten, Verpackungsdesign, Verpackungsretusche, Endprodukt für uns war der belichtete Ganzfilm-Negativ. Das ging dann zu den Plattenerstellern und die haben es dann zu den Druckern gegeben oder der Drucker hat den Film gekriegt und hat sich dann die Platte besorgt. Noch ein ganz anderer Ablauf, als wir uns heute eigentlich kennen und gerade auch das Thema, was wir gleich besprechen wollen. Jetzt bist du bei Kopenrad und Wiese in der Qualitätssicherung. So ist dein Job-Titel. Wie ist es dazu gekommen? Ich bin vor vier Jahren zu Kopenrad und Wiese gestartet. Erst als Verpackungsentwickler, dann haben wir eine große Reklamation gehabt im Folienbereich. Die haben wir aufgearbeitet mit dem Ergebnis, dass wir festgestellt haben, dass es unbedingt eine erweiterte Expertise im Druckbereich geben muss, um mit den Druckern auf einer neuen Ebene sprechen zu können. Und dann hat man sich entschieden, mir die Aufgabe zu geben, diese Qualitätskontrolle für Verpackung dort einzurichten. Das habe ich dann vor vier Jahren oder vor drei Jahren gestartet. Und heute sind wir gut ausgestattet mit freien Mitarbeitern. Wir haben einen IC-Arbeitsplatz, wo wir die Druckdaten geben, die von uns gescannten Druckergebnisse matchen. Und das können wir auch schön dann zeigen, den ganzen Ansatzmarken, dass die Allergene auch gekennzeichnet sind und so weiter. Das können wir damit sehr gut dokumentieren, zumal wir auch viele Audits machen müssen. Dann haben wir einen Spektralfotometer und dann messen wir die Farben mit ein. Dann haben wir noch einen Rasterscanner, um das genau zu definieren, wie da etwas ausgelaufen ist, weil das nämlich die große Reklamation beinhaltete. Das sollte nicht mehr vorkommen. Dann haben wir noch schöne Mutproofs. Zentraleinkauf gibt bei uns Mutproofs aus und die Handelsmarken machen das so, dass die Daten zu den Druckern geben, die wir benennen. Und die Druckerproofs gehen dann bei uns ein. Somit haben wir dann auch einen Normalarbeitsplatz. Und sind so, wir sehen, ziemlich gut ausgestattet und können natürlich durchstarten. Und bei abweichenden Ergebnissen auch auf Augenhöhe mit den Messergebnissen mit den Druckern sprechen. ### Coppenrath & Wiese: Millionen Verpackungen und die ECG-Entscheidung Ruchspank. Jetzt müssen wir Kopenbrat und Wiese noch mal kurz ein bisschen vorstellen. Viele kennen eure Produkte. Einerseits die Torten, andererseits natürlich auch die Brötchen. Wir sprechen heute nicht über Falschaffeln, haben wir im Vorgespräch festgelegt, sondern wir wollen über Folie sprechen. Wie muss ich das einordnen? Was macht ihr da eigentlich genau? Also erst mal: Kopenbrat und Wiese produziert am Tag 4,3 Millionen Brötchen. Eine unglaubliche Menge. Wir verpacken zwischen sechs und neun Brötchen pro Beutel. Allein diese Menge will gehandelt werden. Und da kann man sich vorstellen, dass wir da in der Produktion und im Einkauf mit jedem Zehntelzent kalkulieren, bis die Gesamtmenge angeht. Nach dieser Reklamation, die ich eben genannt hatte, haben wir dann alles auf die Beprüfstand gestellt und haben uns dann für 7C entschieden, weil wir dann von 10 Farben wegkommen auf max. 8 Farben. Wir haben somit eine andere Kalkulationsgrundlage. Wir brauchen keine Zehnfarbenmaschine mehr. Wir brauchen weniger Rüstzeiten. Wir sind dann noch weiter runtergegangen, dass wir gesagt haben, wir wollen auch bei den Druckern die Sechster Brötchen positionieren und die Siebender, Achter oder Neuner und Zehner bei einem anderen Drucker so, dass wir da in einer Konfliktion im Nachgang auch schlank sind. Wir gehen hin und qualifizieren die Drucker in 7C über unsere Zentralrepro, mit der wir da eng zusammenarbeiten. Die fahren raus. Wenn der Drucker das auch möchte, begleiten den Fingerprint oder bekommen die Folien des Fingerprints und werden das aus und erstellen die entsprechende Kurve für den entsprechenden Drucker. ### 7C-Flexodruck im Detail: Fingerprints und Zentralrepro Jetzt gehen wir langsam so ein bisschen tiefer ins Thema 7C. Du hattest mich angesprochen, das möchte ich den Zuhörern nicht verschweigen, weil wir auf der Inno-PrintPack das Thema sehr groß aufgemacht hatten, wurde kontrovers diskutiert, tendenziell dort: 7C ist die Zukunft, alles wird 7C. Danach ein Podcast mit Udo Linke, der ja auch eine Repro betreibt und der sagt: Mensch, das ist alles schön und gut, das stimmt auch alles, was da besprochen wird, aber die Praxis sieht ein bisschen anders aus. Dann hast du dich gemeldet und hast gesagt, wir machen 7C mit grandiosem Erfolg. Und genau dieses Thema, das wollte ich jetzt noch mal beleuchten mit dir und verstehen, warum überhaupt 7C? Du hast eben schon angedeutet, ihr seid von 10 Farben auf 8 etwa runtergegangen. Wenn ich das richtig verstanden habe, sind die Brötchenbeutel bis heute biaxial orientiertes Polypropylen, richtig? Genau, das ist richtig. Und die werden sicherlich im Frontaldruck wahrscheinlich bedruckt, das ist eine Monofolie. Das heißt, ihr habt jetzt zwei Druckereien ausgewählt, das Thema von 7C, so hatten wir es bei Inminden besprochen, 7C ist ja, dass man sehr stark standardisieren muss. Jetzt zeigst du grad schon, es sind vier Drucker, ihr müsst die ja irgendwie kontrollieren, die müssen ja nachher von, egal wo sie herkommen, die Beutel, gleich aussehen im Regal. Und das ist ja eigentlich eine Stärke von 7C, aber ich habe verstanden, Inminden, man braucht eine wahnsinnige Standardisierung. Nimm uns mal mit, was waren da die Hürden, die ihr nehmen musstet? Erstmal haben wir ja vor drei Jahren ein neues Logo bekommen, etwas überarbeitet. Im Offsetdruck sind wir dann hingegangen, haben wir das aus zwei Sonderfarben gemacht, im LAB-Bereich, keine Patrone, sodass wir immer schön die Abbildungen haben und das Logo haben und alles sieht in der Tiefkultur und in den Regalen gleich aus. Wenn man sich heute vor in dem Rewe oder whatever vor die TK stellt, dann sehen unsere Logos immer gleich aus. Das haben wir bei dem Brötchen auch hinbekommen, obwohl wir da nicht mehr mit zwei Sonderfarben arbeiten, sondern wir haben die ECI-Farbseparation und legen darüber noch mal einen kleinen Verlauf. Und das ist das Schöne an der ganzen Geschichte. Der Verlauf ist gleichzeitig die Textfarbe und die machen wir aus einer Sonderfarbe. Wir haben zusätzlich noch einen Brötchen mit einem knalligen Orange. Diese Mimeoeffekte kriegen wir nicht aus dem O von OVG und haben zusätzliche Sonderfarbe. Das heißt also das Mischen zwischen ECI und im Bedarfsfall mit Sonderfarben. Das machen unsere Drucker perfekt und da sind wir gut zufrieden, dass wir diese Flexibilität behalten. Das finde ich einfach das Schöne daran. Und es gibt vielleicht auch nochmal Gutes zu sagen, dass wir nicht immer alle sieben Farben brauchen. Violett beispielsweise setzen wir ganz selten ein. So langsam schauen wir immer, weil wir das im Logo verarbeiten. Aber das Grün haben wir auch selten, obwohl wir das Grün einsetzen könnten, weil zwei von Konservierungsstoffen, das bei uns noch ein Claim, der immer drauf ist, aber auch das machen wir nicht aus der Sonderfarbe. Da gucken wir genau, was wir brauchen. Machen das sehr schlank, um auch eine sehr kostengünstig – dass eben gesagt, wir haben acht Farben, nein, wir brauchen nur eine Achtfarbenmaschine. Wir sind häufig sogar nur auf sieben oder sechs Farben. Das ist etwas, was wir im letzten Podcast auch gelernt haben, dass teilweise sogar mit vier Farben plus zwei Sonderfarben gearbeitet wird. Es ist ja so ein bisschen auch der Wettstreit: Machen wir vier C oder sieben C, machen wir, wie viele Sonderfarben geben wir uns, wenn wir jetzt bei diesen Mengen sprechen, über vier Millionen Dröttchen pro Tag. Ist das alles Flexodruck bei euch oder ist das Tiefdruck oder was ist das eigentlich? Alles Flexo. Das ist ja bei den Mengen auch was Besonderes. Warum habt ihr euch dafür Flexodruck entschieden? Gibt es da Gründe für, die du uns lernen kannst? Ja, wir wechseln sehr häufig. Wir haben sehr häufig Aktivitäten, irgendwelche Sondermaßnahmen, wo wir eine Werbung betreiben, jetzt gerade läuft zum Beispiel ein Goldstück im wahrsten Sinne des Wortes – also die Dröttchen heißen nicht nur so, sondern wir haben Etiketten versteckt mit Hinweis auf Goldstücke, die man dann gewinnen kann. Wir haben manchmal andere Sonderaktionen, wo wir ein eigenes Produkt aus dem Tortenbereich bewerben. Das ändert sich dann also immer wieder mal das Druckbild. Und von daher sind wir nicht im Tiefdruck, sondern im Flexodruck. Der Tino beim letzten Mal war nämlich auch so ein bisschen der Tiefdruck. Udo Linker hat das ein bisschen aufgemacht, das, was natürlich auch für Flexodruck geht beim letzten Podcast. Aber ich habe eben wahrgenommen, euer Logo habt ihr auch ein bisschen angepasst. Das ist ja genau die Herausforderung, Marketing davon zu überzeugen. Pass mal auf, wir haben hier in unserer Produktion eine Möglichkeit zur Standardisierung. Heißt, ihr auch weniger Fehler, im besten Falle. Heißt aber auch weniger Kosten, aber ihr müsst ein bisschen am Logo tun. War das ein großer Widerstand, den du durchbrechen musstest, oder war das etwas, wo alles Hand in Hand ging und relativ smooth? Also das kann man ja so oder so auch kommunizieren, wenn man anfängt und ein gut ausgearbeitetes Muster in der Hand hält und sagt hier, das sind die Ergebnisse, so wollen wir gerne produzieren. Dann, denke ich, ist die Argumentation sehr viel leichter, als wenn man einen Nicht-Techniker erst erklärt und sagt, ich will da und das Logo nicht mehr aus einer Sonderfarbe machen, sondern wir machen das mit Aussparungen und Agenturen, davon ein bisschen gelb oder Yellow dazwischen. Ich glaube, das ist zu schwierig, pragmatisch vorgehen. Die visuelle Entscheidung hilft einem da ganz einfach. ### Qualitätssicherung und Wirtschaftlichkeit als Entscheidungstreiber Du bist jetzt auch in der Qualitätssicherung tätig. Bedeutet das, dass eigentlich diese Qualitätskriterien der Treiber waren oder waren es doch die wirtschaftlichen Gründe? Es waren zunächst mal beides. Wir haben gesagt, wir glauben an diese Technik, die wird uns Savings bringen und sie wird uns standardisiert auch weiter nach vorne bringen. Wir haben das aber nicht abgewöhnt, was A und B ist. Nimm uns mal mit in die Wirtschaftlichkeit, fangen wir mal mit dem Punkt einmal an. Ist es denn so, dass du dich wirklich auch um jede Rasterwalze kümmern musst, die quasi standardisieren musst bei euren Druckern oder geht ihr nicht so weit und sagt, pass auf, das ist unser Ergebnis, das ist unser Datensatz, es muss halt das Richtige rauskommen. Wie läuft das in der Praxis ab bei euch? Das läuft so ab, dass die Zentralrepro mit ihren Erfahrungen hingeht und sagt, es ist gut, wenn ihr die und die Rasterwalze nehmt, dann kommen wir mit dem Geschehen, mit der Rasterweite, die gibt es dann ja immer noch. Es ist dann kein konventioneller Raster, aber wenn man sich vorstellt, dass wir dann 175 LPI, kleinen Rasterpunkt haben, der einfach nur 1.000 Mal drauf ist, dann muss das natürlich auch irgendwo zur Rasterwalze passen, zur Schöpf-Tiefe der Farbe, dass das übertragen werden kann und von daher gibt die Repro in Einklang mit dem Drucker dann die Vorgaben oder wenn es dann über den Fingerprint fertig ist, muss es eingehalten werden. Ich war beispielsweise in Ungarn zur Druckerabnahme und da musste ich feststellen, dass weder die Farbreihenfolge noch die richtigen Rasterwalzen in der Maschine waren. Das ist natürlich tödlich für 7C in vielen Fällen. Das sind ja genau die Punkte, die auch im letzten Podcast angesprochen hat, dass dann manchmal die Disziplin fehlt, weil natürlich auf der Druckmaschine vielleicht auch mal was anderes als 7C gedruckt wird, logischerweise, wenn die nämlich nicht voll ist. Und da tun sich ja gerade kleine Druckereien auch schwer, dann zu sagen, wir machen jetzt nur noch 7C, weil sie sich dann halt vielleicht von vielen Kunden verabschieden müssen, weil da Marketing vielleicht nicht das Logo ändern will. Aber heißt das jetzt, dass ihr eine Repro macht für alle Druckereien, ist es dann egal, mit der einen Repro wer dann druckt oder seid ihr so, dass ihr sagt, für jede Druckerei haben wir unseren Fingerprint und wir passen schon an für die jeweilige Druckerei? Ja, so ist das. Also die zentrale Repro, wenn wir sagen, wir haben hier einen neuen Drucker oder das sind die bestehenden Drucker zu Anfang, haben die jeden Drucker qualifiziert. Jeder Drucker, BOPFingerprint und dann mit den Ergebnissen, fahren wir jetzt standardisiert dann in den Anlagen. Da kann man dann auch nicht unbedingt die Rasterwalzen wechseln. Du hast es eben erwähnt, Druckerabnahme, so ein heikles Thema in der Branche, wird immer heiß und drüber diskutiert. Das Gelb ist mir nicht warm genug und so macht man noch ein bisschen. Das geht ja dann nicht mehr bei 7C. Ihr fahrt aber trotzdem noch zur Druckabnahme hin oder ist das nur bei ganz großen neuen Dingen, die ihr bewegt? Große neue Dinge, ein neuer Drucker, qualifiziert und erstmalig im ECG, dann fahren wir dahin. Ansonsten ist die Diskussion, machen wir das Gelbwärmer auch im Offset beim Standard nicht. Ich habe hier am TOOF, das Vena-Viage-Mode-Toofing, da sind die Kurven hinterlegt und dann weiß ich, dass das TOOF an der Maschine erreicht werden kann und dann verlasse ich mich auch darauf, dass die Wirklos stimmen bei den Druckern. Das ist bei der Folie im Flex-Toof für uns mittlerweile nicht anders. Wenn ein Produkt mal läuft, läuft es. Nur bei ganz neuen Dingen, neues Logo, neues Brötchen, fahren wir mal hin, ansonsten nicht. Spontane Frage, mir fällt gerade ein, dass auch der Bedruckstoff logischerweise einen Einfluss hat auf die Farbgebung. Nun habt ihr nur OPP, schreibt ihr auch das Grundmaterial vor oder sagt ihr, es ist uns eigentlich egal, was für ein Polypropylen ihr da nehmt. Hauptsache, das entspricht einer gewissen Spezifikation. Wie geht das? Das ist so, wir geben das nicht noch exakter vor. Weil die Oberfläche von OPP wahrscheinlich auch immer sehr ähnlich ist. Wie ist es mit Klischees, das gleiche Thema. Farbübertragsmenge ist unterschiedlich, je nachdem, was für ein Klischee ich habe. Werbung mit ihren wasserauswaschbaren Klischees, die liegen wie ein Brett, haben aber einen ganz anderen Farbübertrag. Jetzt kommen die neuen Polyurethan-Druckfarben, die übertragen sich etwas anders. Die müssen wir nehmen, damit wir recyclingfähiger werden. Das hat auch wieder Einfluss auf die Repro. Schreibt ihr das Klischee vor, das Material oder wie geht das? Das kann der Zucker zusammen mit der Repro abstimmen. Nur wenn es dann einmal soweit ist, dass wir sagen, wir nehmen wie NXU oder whatever, dann sollte es auch dabei bleiben. Und wenn sich was ändern soll, dann will ich das wissen. Dann möchte ich gerne Kommunikation auf Augenhöhe, damit ich weiß, wenn sich da was verändert hat, wo es herkommt. Ich möchte keine Überraschung. Die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Ist es denn so, dass sich jetzt dieser Shift der letzten drei Jahre tatsächlich auch finanziell ausgezahlt hat? Oder würdest du sagen, wir sind auf einer Lernkurve, wir brauchen noch ein bisschen? Nein, das hat sich schon sehr stark bemerkbar gemacht. Du hast mir im Vorgespräch gesagt, du möchtest nicht Zahlen nennen, aber würdest du einem anderen Markenartikler empfehlen, die Repros komplett alle selber in die Hand zu nehmen, Logos vielleicht anzupassen, um diesen Weg zu gehen? Es ist so lukrativ, dass sich der Aufwand lohnt. Es sind ja Gefechte gerade in großen Markenfirmen. Ich stelle mir Procter & Gamble vor. Die sind auch zum Beispiel in diesem Thema unterwegs, wie wir alle in der Fachliteratur lesen. Aber die tun sich natürlich schwer, auch wirklich was an den Firmenfarben, an den etablierten Farbsätzen zu ändern. Es ist ein langer Weg in solchen großen Firmen. Würdest du dir trotzdem sagen, ich würde mir die Produktpalette ansehen, wie viele Farben habe ich im Einsatz? Wie kann ich das standardisieren? Wie viele Farben spar ich raus? Wir haben bei den Handelsmarken im falschen Bereich, deswegen will ich da auch nochmal richtig ran, über 1000 Pantone-Töne im Einsatz. Wir haben Artikelgruppen, die sind so häufig bei all den Handelsmarken im Einsatz von Neuseeland bis Alaska, diagonal über den Kontinent, dass sich das einfach lohnen muss. Das ist noch ein langer Weg dahin, die Drucker mitzunehmen, dass die das dann für sich auch entscheiden, so produzieren zu wollen. Bei Inflexu ist uns das zum Glück gelungen. Wenn wir jetzt nochmal die Qualität als zweiten Baustein nehmen, der ja eine Motivation ist für 7C oder ECG oder wie man es auch immer nennen will, hat sich da sichtbar was verändert? Habt ihr Vignoreklamationen? Hast du irgendwelche Daten, wo du sagen kannst, auch dafür hat sich das gelohnt? Ich habe eigentlich keine einzige Folie seit drei Jahren, die wir zurückgeschickt haben. Ja, besser kann es ja gar nicht laufen, also wegen Druckbild, wahrscheinlich. Und die Probierfolien sind nur auch keine Raketenwissenschaften, die sind eigentlich auch relativ konstant. Was Besseres gibt es ja eigentlich gar nicht. Wie sah das denn vorher aus? Hattet ihr da schon Probleme mit Drucken oder war das auch eher ein Randthema, abgesehen von dieser einen Reklamation, die du eben schon mal genannt hattest? Das war kein Randthema. Als ich vor vier Jahren dort anfing, hatte eine Kollegin immer wieder damit zu tun, die aber das Fachchen nicht auseinandernehmen konnte. Das war ein Punkt da eigentlich und hatte das Thema sozusagen geerbt. Und musste sich damit auseinandersetzen, als die Medienfolien gezeigt haben, ich habe gesagt, wir sprechen mal mit den Druckern und dann geht das weiter. Und dann kam schon diese große Reklamation mit dem Ergebnis, dass wir uns dann neu aufgestellt haben. Wenn die natürlich mit so einem Fund kommt, wir machen vier Millionen Brötchen am Tag, dann hat man natürlich auch eine gewisse Marktmacht. Aber dennoch die Frage, war das eine Überzeugungsarbeit auch den Druckern gegenüber oder waren die der Sache eigentlich offen eingestellt? Wenn ein Drucker sich neu etablieren kann, dann sagt er, okay, wir machen das. So war es auch. Und wenn einer der Haus- und Hoflieferant ist, der will natürlich nichts ändern. In dem Fall war es dann auch noch so, dass wir auf zwei verschiedenen Plattenstärken dann starten mussten bei den drei Druckern, die damals etabliert waren. So dass wir, wenn man jetzt die Zahlen nennt, dann war es jeder gleich, wer gemeint ist, also wir haben den Standard mit 114, also auch wir produzieren auch in Lohn 76, ja. Was ja auch wieder ein Einfluss auf RePro und so weiter hat, erhöht die Komplexität ja jetzt erstmal. Aber den Weg seid ihr trotzdem gegangen und unterm Strich sagt ihr, lohnt sich. ### Nachhaltigkeit durch 7C-Flexodruck: Farbeinsparung und weniger Ausschuss Nachhaltigkeit ist ein großes Thema in unserer Branche. Die Flexpack-Industrie, nicht nur die Flexpacker, die gesamte Verpackungsindustrie ist dermaßen im Umbruch, Kreislaufwirtschaft ist gefragt. Da spielt natürlich das Thema Nachhaltigkeit, also Recyclingfähigkeit eine große Rolle. Hat das auch Ausschlag gegeben für diese Umstellung oder ist das nun willkommen, weil ihr eben vielleicht weniger Makulatur habt, auch nachhaltiger werdet? Oder wie ist das überhaupt einzustufen, diese ganze Nachhaltigkeitsbetrachtung und 7C? Also ich denke schon, dass das nachhaltig ist. In Tübingen bei der DFDR haben wir nach unserem Vortrag gelernt von einem Flexodrucker, dass der ungefähr von 15% Farbersparnis ausgeht, die ja nicht unbedingt nur während des laufenden Prozesses, sondern auch hauptsächlich für die Waschaktionen zwischendrin. Das ist schon eine Menge, Farbe ist teuer und das kostet Zeit, das ist das eine. Wir haben weniger Platten, das ist das andere und das ist bei uns auf ein Vergleichsjahr gerechnet. Können wir die Summe, kann ich es nennen, das waren für uns nur 177.000 Euro, die wir im Flexobereich eingespart haben. Allein durch Platten oder durch das Gesamte? Durch das Repro-Geschäft insgesamt. Unwahrscheinlich. Kann man mal sehen, das lohnt sich also doch, da in die Tiefe zu gehen, aber es gab sicherlich auch Hürden, Stefan. Kannst du vielleicht den Leuten, die das wollen, Tipps geben, worauf sie achten sollen, was wirklich problematisch sein kann, wenn man das vergisst, vielleicht nicht richtig einordnet. Nicht alle sind 40 Jahre in der Industrie, so wie du. Also ich habe einen Print Agreement verfasst, wo wir unsere Erwartungshaltung niedergeschrieben haben. Wie wir bemustern, wann wir bemustern, dass wir die Muster haben müssen, bevor die Auflage geliefert wird. Das ist das eine, dass wir Farbabweichungen mit Delta E von 2,5 akzeptieren, dass wir das Druckbild gegen das PDF matchen. Das steht da alles drin. Und ein Punkt, den wir noch nicht besprochen haben, ist: Die OPP-Folie ist ja mit Weiß vorgedruckt. Da haben wir eine Opazität, die wir vorgeben. Aber ich muss auch ganz ehrlich sagen, das Ganze gilt nicht dazu, dem Drucker die Daumenschrauben aufzusetzen, sondern um links und rechts eine Mauer zu haben. Dann dazwischen bewegen wir uns und wenn es mal drüber hinausgeht, dann reden wir. Das gilt nicht, ist nicht dafür da, den Zucker im Nachgang, weil er irgendwas nicht erreicht hat, nochmal 3% abzuziehen. Das gibt es bei uns noch nicht. Das spüre ich nämlich bei manchen Druckern, wenn man mit so einer Idee, wir machen jetzt mal sieben, zehn Versuche kommt, die haben sofort Angst, oh Gott, jetzt werden wir noch weiter ausgequetscht. Weil gerade die Druckindustrie ist ja in so einer Sandwich-Position. Einerseits diese übermächtigen Rohstofflieferanten, die Druck machen auf die Einkaufspreise sozusagen, wir gehen die Polypropylenpreise um 60, 70% teilweise hoch. Das ist das eine Sandwich, andererseits die großen Marken, die sagen, wir machen Wettbewerb, wir haben Drucker in Ungarn, wir haben einen in Asien, und der macht das vielleicht nochmal 3, 4, 5% billiger. Und jetzt zwinge ich dich 7C zu machen, damit du auch noch mal was runterlässt. Das ist aber nicht eure Intention gewesen. Ist denn trotzdem unter dem Strich das Bedrucken dadurch für euch auch preislich billiger geworden? Nur sind das wirklich nur Ersparnisse in euren Prozessen, im Ausschuss oder so etwas? Wir nennen diese Prozentzahlen nicht. Aber es hat sich sehr gelohnt. Es hat sich sehr gelohnt. Das ist ja auch das, was gerade die Maschinenbauer auch gesagt haben in Minden, dass 7C alleine durch die Rüsteinsparung. Man kann einfach auch ganz andere Preise machen. Man hat weniger Reklamation, man hat weniger Makulatur, auch das ein Thema. Weil die Andruckzeiten kürzer werden, weil man eben nicht mehr nachmischen muss oder vielleicht irgendeine Sonderfarbe nicht richtig hat. Das ganze Thema Farben ist ja sowieso so ein wildes Thema. Nachhaltigkeit, da waren wir stehen geblieben. Wir haben eine Drift hin zu polyrotalen Druckfarben. Betrifft euch das schon? Macht ihr da was dran? Müsst ihr die Repro dann anpassen? Wir haben einen innovativen Partner, der uns das angeboten hat und wir haben zwischendurch das getestet. Wir waren informiert, aber ich habe in der Technik nichts gesagt, sodass die das gar nicht merken. Die sind so durchgelaufen. Es ist so durchgelaufen, die waren stabil, die konnten gut transportiert werden. Das war okay. Ich habe neulich in einer Veröffentlichung gelesen, dass gerade Druckfarbenhersteller genau das versuchen, obwohl die polyrotalen Farben grundsätzlich total anders sind als eine Nitrozellulose-Farbe beispielsweise. Natürlich auch ganz anders druckt. Aber die haben mir da geschrieben, dass gerade im 7C sie Vorteile haben, weil sie eben nicht so viele Varianten machen müssen. Das ist ja eigentlich die Bestätigung deinerseits. Habt ihr denn überhaupt Kontrolle darüber, welche Farben eingesetzt werden für eure Verpackung? Nein. Habt ihr auch nicht vor? Nein, das geben wir nicht vor. Das würden wir vielleicht machen, aber erst mal in Absprache nur mit dem Drucker. Abfrage versetzt ihr ein. Es ist Flint, es wird Elfer und Siegwerk. Und seid ihr bereit, das zu standardisieren? Oder müssen wir über Pigmente reden, die eingesetzt werden bei der Farbe? Das müsste man sich dann im Einzelnen ansehen. Aber noch sind wir nicht so weit, dass wir sagen, das gehen wir vor. Wenn wir jetzt einen Appell richten sollten, zum Ende unseres tollen Gesprächs, wie ich finde, an die Druckindustrie, an die Drucker und auch an die Markenverantwortlichen. ### Appell an Drucker und Markenverantwortliche Was wäre das, um 7C tatsächlich zu einer Erfolgsstory in der vielleicht in der ganzen Branche zu machen? Ich meine, im Digitaldruck-Combo, im Offset-Druck-Combo, was Ähnliches. Warum passiert das im Tief- und Flexodruck? Das ist ja eine berechtigte Frage. Aber die Frage stellen wir uns seit 15 Jahren mindestens, brennt nicht noch viel länger. Was wäre dein Appell? Mein Appell wäre, liebe Drucker, macht euch schlau. Sorgt euch das nur drauf. Fragt die Leute, die sich da schon mit auskennen, holt die Berater dafür ins Haus. Wenn ihr dann euren Innendienst, eure Repro, eure Plattenpläber-Maschinen und den Drucker entsprechend geschult habt, geht raus in die Kundschaft und verkauft es. Andersrum passiert nämlich Folgendes. Es kommt Kopenrad und Wiese oder eine andere Brand und sagt, wir wollen in 7C, Multicolor, und ihr seid nicht vorbereitet, der geht weiter. Das müsst ihr verhindern, liebe Drucker. Denke ich auch. Von der Maschinenbau-Seite ist ja eigentlich alles auf grün. Man kann bei jedem Maschinenhersteller heute sich entsprechend schlau machen. Man kann die Maschinen entsprechend upgraden, wenn es der nötig ist, was ja oft gar nicht der Fall ist, um ehrlich zu sein. Man muss standardisieren, habe ich gelernt von dir und man muss eben kooperieren. Danach kann eigentlich nichts mehr kommen. Vielen Dank für dieses tolle Gespräch. Stefan Richter von Kopenrad und Wiese. Schön, dass Sie es wieder so lange dran geblieben sind. Ein spannendes Gespräch, finde ich. Ich glaube, jetzt haben wir umfassend, auf was verschiedenen Blickwinkeln, mal das Thema 7C erörtert. Wenn auch Sie einmal Spaß dran hätten, diese Initiative für mehr Flexpack-Wissen zu unterstützen, melden Sie sich gerne bei mir in meine E-Mail-Adresse ks@eduform.eu. Ihr Karsten Schröder. Tschüss, bis zum nächsten Mal. **Kategorien:** Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Flexodruck, Repro und Druckzylinder, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** 7C, ECG, Stephan Richter --- ### [B +K: Vom klassischen Einkauf zum Gestalter der Lieferkette](https://inno-talk.de/b-k-vom-klassischen-einkauf-zum-gestalter-der-lieferkette/) **Published:** April 8, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Bischof + Klein blickt auf eine über 130‑jährige Unternehmensgeschichte zurück. Was als Druckerei begann, entwickelte sich über Papiersacklösungen hin zu einem internationalen Anbieter flexibler Verpackungen für Industrie, Konsumgüter, Medizin und Spezialanwendungen. Parallel dazu hat sich auch die Rolle des Einkaufs grundlegend verändert. Während früher Konditionen, Preise und Verfügbarkeit dominierten, ist der Einkauf heute ein **zentraler Hebel für Nachhaltigkeit, Innovation und Resilienz**. > *„Nachhaltigkeit ist kein Thema, auf das man nur reagieren kann – sie ist etwas, das wir aktiv steuern wollen.“ > Nils Beermann* Gerade Lieferketten sind heute stärker denn je gefordert: geopolitische Krisen, volatile Rohstoffpreise, regulatorische Anforderungen (PPWR!) und steigende Erwartungen von Kunden und Gesellschaft treffen hier unmittelbar aufeinander. --- ## **Supplier Day: Mut zur Offenheit** Ein zentrales Element dieser neuen Denkweise sind die **Supplier Days**, zu denen Bischof + Klein gezielt strategisch relevante Lieferanten – und bewusst auch Anbieter aus unterschiedlichen Warengruppen – einlädt. Das Bemerkenswerte daran: 1. Es geht **nicht** um klassische Lieferantenbewertungen. 2. Es geht **nicht** um Einbahnkommunikation. 3. Es geht um **Dialog, Verständnis und gemeinsames Lernen**. Lieferanten, Wettbewerber, Technologiepartner und interne Fachbereiche diskutieren gemeinsam: 1. Wo entstehen die größten Nachhaltigkeitshebel? 2. Welche technologischen Optionen sind realistisch? 3. Welche Risiken, Investitionen und Prozessanpassungen sind notwendig? Für viele Unternehmen ist diese Offenheit ein großer Schritt – für Bischof + Klein jedoch ein bewusster Teil der Strategie. --- ## **Kollaboration ist kein „Soft Skill“** Eines wird im Gespräch sehr deutlich: Nachhaltige Lösungen entstehen **nicht** in isolierten Abteilungen und **nicht** durch Lastenhefte allein. Wer Verpackungen recyclingfähig machen will, muss: 1. Lieferantenprozesse verstehen 2. Kunden frühzeitig einbinden 3. Zielkonflikte offen benennen 4. Scheitern zulassen können Das erfordert Führung, die **Vertrauen ermöglicht**, statt nur Kontrolle auszuüben. --- ## **Recycling, Rezyklate und Realität** Besonders eindrucksvoll ist der Einblick in Entwicklungsprojekte mit Rezyklaten – etwa im Bereich Hygieneverpackungen. Der Weg dorthin war lang, geprägt von Rückschlägen, Qualitätsproblemen, schwankenden Abfallströmen und hohen Kosten. Wichtige Erkenntnis: *„Nachhaltige Entwicklung ist kein Sprint – sie ist ein Marathon.“* Für Führungskräfte bedeutet das: 1. Langfristig denken 2. Projekte auch durch schwierige Phasen tragen 3. Lernkurven einpreisen, statt schnelle Erfolge zu erwarten --- ## **Nachhaltigkeit braucht Standhaftigkeit** Gerade in Krisenzeiten geraten Nachhaltigkeitsziele schnell unter Druck. Steigende Energiepreise, Rohstoffknappheit oder geopolitische Konflikte verleiten viele Unternehmen dazu, Nachhaltigkeit „temporär“ zurückzustellen. Bischof + Klein verfolgt bewusst einen anderen Ansatz: 1. Nachhaltigkeit als langfristige Investition 2. Rezyklate auch aus Gründen der Versorgungssicherheit 3. Technologische Optionen offenhalten (mechanisch, chemisch, Mono‑Material) Diese Haltung verlangt **strategische Klarheit und innere Überzeugung** – Kernkompetenzen moderner Führung. --- ## **Lieferantenbewertung neu gedacht** Ein besonders spannender Aspekt aus Coaching‑Sicht: Bischof + Klein arbeitet aktuell daran, **Lieferantenbewertungen** neu auszurichten. Künftig sollen stärker gewichtet werden: 1. Entwicklungsfähigkeit 2. Innovationsbeiträge 3. Nachhaltigkeitsperformance 4. Bereitschaft zur Zusammenarbeit Das ist ein Paradigmenwechsel: Vom „Lieferanten“ zum **Entwicklungspartner**. --- ## **Gute Ideen brauchen Schutz und Vertrauen** Innovation entsteht nur dort, wo sich Menschen trauen, Ideen zu teilen. Gleichzeitig sind Schutzrechte, Know‑how und Wettbewerb reale Themen. Die Lösung liegt – wie so oft – nicht im Entweder‑oder, sondern in: 1. klaren Vereinbarungen 2. früher Transparenz 3. professionellem Umgang mit IP 4. gegenseitigem Respekt Auch das ist Führungsarbeit. --- ## **Fazit: „Strong Partnership – Smart Solutions“** Der Leitspruch des Supplier Days bringt es auf den Punkt: **Nachhaltige Verpackungslösungen entstehen nur gemeinsam.** Für Führungskräfte im Einkauf, in der Entwicklung und im Management heißt das: 1. Beziehungen bewusst gestalten 2. Kooperation ermöglichen 3. Mut zur Unvollkommenheit haben 4. langfristig denken Oder, wie es symbolisch am Ende der Supplier Days hieß: ***„Jetzt machen wir uns auf die Socken.“*** ## Keine Folge mehr verpassen! Abonnieren sie jetzt den [Innoform-Podcast](https://inno-talk.de/podcast/) auf ihrer Lieblings-Plattform und erhalten sie neue Episoden automatisch. 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Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Ich freue mich heute mit Nils Beermann von Bischof + Klein zu sprechen. Grüß dich, Nils. Hallo Karsten. Nils, wir haben uns wieder getroffen in Konzell, in eurem Werk in Bayern und ihr hattet den Mut, mich einzuladen für einen provokanten Vortrag bei euren Supplier Days. Bevor wir da gleich einsteigen, erstmal so ein bisschen die Vorstellungsrunde. Was macht eigentlich Bischof + Klein? Viele kennen Bischof + Klein, aber die Firma hat sich verändert. Klären Sie mal ein bisschen auf. Genau so ist es. Bischof + Klein, gegründet 1892, mal angefangen zu der Zeit mit dem Druck von kleinen Bibelkärtchen. Das hat sich dann über die Jahre hinweg natürlich komplett in andere Themen hin entwickelt. Wir sind dann in den 1920er Jahren mal angefangen mit der Produktion von Papiersäcken für die hiesige Zementindustrie, haben viele Jahre dann ausschließlich im Papiersack-Segment entsprechende Lösungen, Produkte angeboten, bis wir dann in den 60er Jahren angefangen haben, Kunststoff zu verarbeiten in der Blasfolien-Extrusion, das kontinuierlich ausgebaut haben und jetzt mittlerweile in drei Marktbereichen unterwegs sind, im Bereich Industrial Packaging, wo wir eben auch viel für die Chemie, Petrochemie, Bauchemie an entsprechenden Produkten anbieten. Dann haben wir den Bereich Consumer Packaging, wo wir eben sehr viel auch in Richtung Brand Owner unterwegs sind, wo wir beispielsweise Kaffeverpackungen, Nachfüllverpackungen für Flüssigseife und ähnliche Themen anbieten. Petfood ist ein großer Markt. Und dann gibt es im Bereich Specials, wo wir eben einmal das Thema Oberflächen-Schutzfolien haben, aber eben mittlerweile auch das sehr sensible Thema Medical Packaging und Packaging für die Halbleiterindustrie und dass es so pi mal Daumen, der Range, in dem wir uns bewegen mit dem Produkt. Ich habe vorhin im Vorgespräch schon lustig angesprochen, wir beiden sind eigentlich so ein bisschen aktivistisch unterwegs in Amt und Würden sozusagen und das im besten Sinne. Wir kleben uns nicht auf Straßen fest, aber wir haben ein gemeinsames Ziel, wir wollen Verpackung nachhaltiger machen und das ist bei Bischof + Klein ein ganz großes Thema. Wie kommst du eigentlich zu dieser Ausrichtung, zu dieser Idee, auch bei Bischof + Klein dann einen Punkt zu setzen? Naja, ich bin ja mittlerweile im 30. Jahr bei Bischof + Klein unterwegs und Bischof + Klein ist auf der einen Seite schon relativ früh in das Thema Umweltschutz eingestiegen in den 1980er Jahren und das ist auch immer ein Thema gewesen, was auf der Agenda bei Bischof + Klein sehr hoch priorisiert gewesen ist. Wir haben da viele Dinge in der Vergangenheit gemacht und dann ist natürlich das ganze Thema Nachhaltigkeit mit den mit den anderen beiden Säulen zwangsläufig auch irgendwann mal in der Evolution von Bischof + Klein immer weiter priorisiert worden und insofern ist das auch am Einkauf logischerweise nicht spurlos vorbeigegangen und ich in meiner Funktion als Director Group Procurement habe natürlich dann auch schon die Aufgabe, auf der einen Seite natürlich dafür zu sorgen, dass wir, was das Thema Konditionen auf der Einkaufsseite angeht, sauber aufgestellt sind. Aber die Welt hat sich in den letzten Jahrzehnten gravierend verändert und insofern eben auch das ganze Thema Nachhaltigkeit hat einen deutlich stärkeren Fußabdruck in der Lieferkette mittlerweile und es gibt Dinge, auf die ich auf der einen Seite vielleicht nur reagieren kann, aber gerade das Thema Nachhaltigkeit ist ein Thema, was wir auch aktiv steuern können und auch aktiv steuern wollen bei Bischof + Klein und insofern ist das ein Thema, was bei uns eben im Lieferantenmanagement auch verankert ist. Noch ganz kurz zu deiner Person. Du sagst, du bist schon 30 Jahre da. Wir haben uns damals auch getroffen da bei Bischof + Klein. Ich war von 90 bis 99 dabei in der Entwicklungsabteilung. Ganz andere Straßenseite haben wir damals immer gesagt. Ihr wart im Weißen Haus angesiedelt. Das waren so ein bisschen die internen Begriffe damals. Damals war das ein top-down gemanagtes Unternehmen. Knallharte Review-Meetings und so weiter. Ich habe da viel gelernt und sowohl technisch als auch was der Umgang mit Menschen angeht sehr viel Positives mitgenommen. ### Westfälische Karrierewege und Unternehmenskultur Westfalen sind eben ein spezieller Menschenschlag. Bist du richtig? Hast du eine typische Karriere dort durchlaufen? Oder wie ist das eigentlich von statten gegangen? Weil das können nicht viele sagen: 30 Jahre bei einem Unternehmen. Ja, und es ist tatsächlich, du sprichst von typischer Karriere. Das ist tatsächlich das, was man früher wahrscheinlich tatsächlich so den klassischen Karriereweg genannt hätte, obwohl er nie so geplant gewesen ist. Ich bin 1996 ins Unternehmen eingetreten als Auszubildender mit berufsbegleitendem Studium und habe dann nach den dreieinhalb Jahren Ausbildung und Studium die Chance gehabt, im Einkauf eine Position zu übernehmen als Disponent im Papierbereich. Und so bin ich direkt in die Einkaufsthemen eingestiegen, habe relativ früh die Chance gehabt, in ein Projekt sehr tief und intensiv einzusteigen. Damals die SAP R3 Einführung hat einen sehr tiefen Einblick in die Prozesse bei Bischof + Klein bekommen. Das war sehr hilfreich und bin dann immer wieder in verschiedenen Funktionen im Einkauf über Projekte interessante Themen reingekommen und mittlerweile seit 2008 in der Leitungsfunktion für den Einkauf. Wirklich spannend, tolle Sache. Ich habe damals auch einen sehr engen Kontakt zum Einkauf gehabt, damals in der Entwicklung von Lieferantenspezifikationen, wovon ich heute noch profitiere. Ich durfte also in die Werke fahren, mir eine Aluminiumfolienproduktion anschauen, eine Metallisierung anschauen, eine Papierproduktion und da auch sehr viel lernen natürlich über die Produkte. Und so ähnlich hast du es ja auch gerade wieder gegeben. Jetzt wollt ihr was ganz Mutiges machen oder seid schon mittendrin eigentlich. 2025 habt ihr Supplier Day gemacht, habt Schlüsselkunden eingeladen und habt quasi eure Türen weit geöffnet. So kannte ich das in den 90er und 2000er Jahren von Bischof + Klein nicht. Was habt ihr vor damit? Ja, also ich setze nochmal da an, weil du ja gerade gesagt hast, du kanntest das so nicht. Das ist natürlich zu dem Zeitpunkt, wo ich meine Karriere hier begonnen habe, auch ein anderes Thema gewesen. Damals war es tatsächlich so, dass man den Lieferanten eher wenig besucht hat und letztlich die Lieferanten häufig hier bei sich empfangen hat. Das ist natürlich heute ein ganz anderes Thema. Wir legen sehr viel Wert darauf, mit unseren Lieferanten zusammenzuarbeiten, auch vor Ort zu sein, die Prozesse unserer Lieferanten zu verstehen. Und das ist, glaube ich, auch genau das, was es braucht bei dem Thema, für das wir beide aktiv eintreten, dass wir letztlich ein Verständnis dafür haben, was sind eigentlich die Sorgen, Mühe, Herausforderungen unserer Lieferanten, was treibt die im Prozess um, wo entstehen letztlich auch die energieintensiven Themen auf der Lieferantenseite, was können wir gemeinsam machen? Und das funktioniert eben auch nur, wenn wir diesen kollaborativen Ansatz wählen. Das ist zumindest das, was wir glauben, dass wir einfach, um mit den Lieferanten gemeinsam Dinge voranzubringen, uns austauschen müssen. Und das wird auch nicht reichen, wenn wir es nur mit Lieferanten machen, sondern wir müssen einfach auch weitere Stakeholder inkludieren. Idealerweise ist es auch immer sehr hilfreich, den Kunden möglichst früh bei bestimmten Themen mit an Bord zu holen, um dann wirklich auch gerade, was das Thema Nachhaltigkeit, Sustainability oder auch recyclingfähige Produkte im Speziellen dann angeht, um da möglichst früh den Fuß in die Tür zu bekommen. Wir kommen auch nachher noch zu dem Thema Erfolgsstories. Und da gab es ja auch im Konzert die eine oder andere Botschaft, das ist im Bereich Recyclingfähigkeit einiges unterwegs, auch Einsatz von Rezyklaten. Solche Ideen zu teilen, sowohl aus Lieferantensicht als auch aus eurer Sicht, aus Einkaufssicht, ist ja nicht risikolos. ### Nachhaltigkeit als langfristige Strategie Du hast den Punkt Nachhaltigkeit angesprochen. Ich lese in der Presse immer: Nachhaltigkeit ist zu teuer. Wir müssen wieder zurückrudern. Wir kaufen jetzt wieder Frackinggas. Warum haltet ihr an dem Thema fest? Warum glaubt ihr so stark daran, dass sich das langfristig durchsetzt? Na ja, also zum einen haben wir ja nach wie vor das Thema EU Green Deal. Wir haben letztlich, glaube ich, auch alle und auch wir speziell als Bischof + Klein uns auf die Fahne geschrieben, dass wir auch den nachfolgenden Generationen einen lebenswerten Planeten hinterlassen wollen. Und insofern ist die Option einfach munter weiter. So jetzt wirklich nicht die einzig plausible, die existiert. Man muss natürlich schon ganz klar sagen, jetzt, wo wir beide hier reden, haben wir das Thema Iran-Konflikt mit all den entsprechenden Auswirkungen, wo wir, wo wir halt sehen, dass auch das Thema Preise, Verfügbarkeiten gerade wieder eine sehr dominante Rolle spielt. Das kann man auch nicht vom Tisch wischen. Das ist klar. Nichtsdestotrotz in der Langfrist-Perspektive. Es ist einfach notwendig, dass wir an dem Thema Nachhaltigkeit intensiv dranbleiben, an dem Thema arbeiten, die Themen nicht aus dem Auge verlieren und letztlich unsere Produkte dahingehend entwickeln, dass wir die Recycling-Fähigkeit erhöhen, dass wir es schaffen, in einen entsprechenden Kreislauf zu kommen, die Kreislaufwirtschaft entsprechend zu fördern. Und das ist der Antrieb, der dahinter steckt. Die Frage ist ja auch, wie entstehen eigentlich Ideen bei Lieferanten? Und warum teilen die die mit euch? Ihr müsst die ja motivieren. Und das war ja auch ein Teil dieses Inno-Meetings, an dem ich teilhaben durfte. Die Lieferanten wirklich zu motivieren. Kommt mit euren Ideen zu uns. Wir haben ein tolles Entwicklungszentrum. Lasst uns was gemeinsam machen. Wie geht ihr da dran? Ja, du sprichst dich schon an. Also auch da, wenn man mal so einen kurzen Blick in die Vergangenheit werfen, ist es sicherlich in der Vergangenheit eher so gewesen, dass es sehr stark kundengetrieben gewesen ist, dass wir sehr stark immer einen Impuls von außen gebraucht haben, wo der Kunde vielleicht eine Produktanpassung bei uns im Hause angefragt hat. Und heute ist es eben schon ein wenig anders, dass wir eben auch sagen, wir gehen das Thema ganzheitlich an und sagen, wenn wir auf bestimmte Regularien, die nach Weltregionen auch sehr unterschiedlich sind. Ich meine, wir in Europa reden jetzt gerade natürlich viel über die PPWR und die entsprechenden Herausforderungen, die damit einhergehen, dass wir eben schon schauen, was brauchen wir denn eigentlich, um dann eben auch unseren Kunden eine Lösung oder Produkte anbieten zu können, von denen er vielleicht noch gar nicht weiß, dass sie eben bei den entsprechenden Regularien dann auch frühzeitig schon helfen oder unterstützen können. Insofern ist das sicherlich das Thema, dass wir möglichst früh mit unseren Lieferanten das Gespräch suchen und sagen: Was seht ihr im Markt? Was glaubt ihr, wie können wir mit unserer Technologie, die wir hier an den unterschiedlichen Standorten vorhalten, da im Markt entsprechend agieren? Lasst uns mal die Köpfe zusammenstecken und nach entsprechenden Lösungen suchen und versuchen dann mit dem Lieferanten erst mal entsprechende Dinge auf den Weg zu bringen. ### Lieferantenklassifizierung und Partnerschaften Interessant war auch für mich, es waren Schlüssellieferanten da, also wohlbekannte Player bei euch, die auch schon liefern. Und es waren auch Wettbewerber da. Da geht ihr ganz offen mit um, oder? Ja, gut, also wir haben eine entsprechende Systematik, die wir da letztlich anwenden. Wir sprechen da immer von einer Lieferantenklassifizierung. Und ich hatte das ja auch in Konstanz mal vorgestellt, wie unsere Pyramide da aussieht, und dass wir letztlich natürlich nur einen kleineren Teil, den oberen Teil der Pyramide dann auch zu diesem Supplier Day eingeladen haben, weil wir sagen, wir können unsere Kapazitäten und Ressourcen einkaufsseitig, entwicklungsseitig, produktionsseitig natürlich nicht auf alle Lieferanten aufteilen und schauen da schon, dass wir die Partner einladen, die dann eben auch vom Potenzial her entweder schon ein klarer Entwicklungspartner sind oder wo wir glauben, dass wir ihnen dahin entwickeln können. Und insofern versuchen wir da schon gezielt, die Lieferanten zusammenzubringen. Es ist uns aber auch wichtig, dass wir jetzt nicht nur wir reden bei uns im Haus von Warengruppen, in anderen Unternehmen meistens Materialgruppen. Auf der Einkaufsseite nehmen wir mal beispielsweise das Thema Resins, dass wir jetzt nicht nur einen Resin Supplier reinholen, sondern dann eben auch versuchen, möglichst früh schon Impulse anderer Rohstofflieferanten, sei es ein Farblieferant, Kleberlieferanten entsprechend mit reinzubringen oder eben auch aus dem technischen Bereich, dass wir sagen, was ist denn eigentlich mit der Maschinentechnologie, und dass wir dann einfach mal, so wie wir es beim Supplier Day gemacht haben, eben auch Formate testen und sagen: OK, wir versuchen jetzt mal über die Warengruppen hinweg, die Leute zusammenzubringen und entsprechend an konkreten Themen mal auf hoher Flughöhe zu arbeiten und dann zu gucken, dass wir mit den Ideen, die da generiert werden, dann nachher in kleineren Teams idealerweise weiterarbeiten können. Gewichtet ihr auch so ein Engagement im Entwicklungsbereich bei der Lieferantenbewertung beispielsweise? Ist das für euch ein maßgeblicher Faktor oder ist das auch alles noch so ein bisschen im Entstehen? Das ist spannend, dass du das ansprichst, weil das ist genau das, was wir gerade bei uns auf der Agenda verfolgen. Wir sind gerade dabei, unsere Lieferantenbewertung zu überarbeiten. Wir haben auch in der Vergangenheit schon immer Fragen und Bewertungen in puncto Entwicklungsfähigkeit von Lieferanten oder Unterstützungsleistungen von Lieferanten in der Bewertung berücksichtigt. Da haben wir mal gesagt, wir wollen das Augenmerk in diese Richtung noch deutlich stärker legen und an der Stelle einfach anpassen, weil wir finden, dass das momentan noch nicht stark genug gewichtet ist. Genauso wie wir sagen, das Thema Nachhaltigkeit in Gänze kommt in der Bewertung noch nicht ganz so zum Tragen, wie wir uns das wünschen. Und das ist letztlich genau das, was wir jetzt auch im Rahmen eines Transformationsprogramms im Einkauf verfolgen, dass wir eben genau an der Stelle auch nochmal stärker reingehen. Nicht nur in der Lieferantenbewertung, sondern generell versuchen wir das ganze Thema Lieferantenmanagement organisatorisch noch anders einzubinden. Wir sind da jetzt noch nicht in der Final Stage sozusagen, dass wir sagen, wir wissen, wie das organisatorische Gesamtbild schon aussieht, aber wir haben zumindest schon mal für uns klar, dass wir da ein starkes Gewicht in Richtung Lieferantenmanagement legen wollen, weil wir daran glauben, dass es nur gemeinsam geht, wenn wir die Herausforderungen, die da vor uns liegen, lösen wollen. Das sehe ich genauso. In meiner Brust schlägt immer das Entwicklerherz und Entwicklungsprojekten am Start. So ein kleines Hobby von mir. Aber da ist auch immer das Thema Schutzrechte ein Thema. Ich könnte mir vorstellen, wenn ich jetzt eine brillante Idee habe, gerade als kleiner Lieferant und komme damit zum großen Bischof + Klein und lege das mal einfach so auf den Tisch, habe ich vielleicht Angst, dass ihr mir das klaut. Wie geht ihr mit so was um? Ihr klaut das natürlich nicht. Dafür kennen wir uns gut genug. Aber die Angst ist ja da. Die müsst ihr irgendwie auch lösen. Auch das ist ja spannend. In der Vergangenheit ist das ja tatsächlich auch immer ein Thema unsererseits gewesen, warum wir vielleicht auch die Türen gegenüber Lieferanten nicht so weit geöffnet hatten, wie das heute der Fall ist, weil da per se auch immer die Angst bestand, dass der Lieferant mit dem, was wir ihm vielleicht im Rahmen von möglichen Entwicklungsthemen erzählen, dann auch gleich weiter zum nächsten Häuschen geht und dort entsprechend die Erkenntnisse ausplaudert. Und insofern verstehe ich diesen Punkt. ### Transparenz in Entwicklungspartnerschaften Und da sind wir auch sehr transparent und versuchen idealerweise möglichst früh in diesen Entwicklungspartnerschaften eben auch entsprechende Vereinbarungen bilateral zu treffen, wo wir das dann absichern, wie wir mit solchen Themen dann umgehen. Das wird dann ganz gut aufgestellt. Ich weiß, dass noch Patentanwälte waren immer am Start. Da wurden Patente gescreened und das machen wir heute auch eigentlich alle. Und da muss man doch offen sein. Das glaube ich auch. Welche spezifischen Impulse erwartet ihr denn von euren Lieferanten? Gibt es da ganz was Spezifisches, wo ihr sagt, Mensch, da sind wir im Moment ganz besonders hinterher? Oder wie funktioniert das im Moment? Ich sage es mal so: Wir sehen ja schon, dass wir eine unglaubliche Dynamik in bestimmten Themen sehen. Wenn wir das Thema Recyclingfähigkeit unserer Flexpack einfach mal nehmen, dann ist natürlich schon eine ziemliche Dynamik in dem Thema drin. Kann mich an deinen durchaus kontroversen Impulsvortrag erinnern, der ja auch dem einen oder anderen Lieferanten vielleicht nicht ganz so gefallen hat. Stichwort Aluminium freie Flexpack-Lösungen, dass wir, dass wir dann auf der einen Seite sagen, OK, wir nehmen wir nehmen beispielsweise Aluminium raus. Wie kriegen wir das hin? Wir wissen, es gibt entsprechende Lösungen, aber wir müssen müssen dann ja auch auf der anderen Seite berücksichtigen, dass es prozessual vielleicht Anpassungen beim Kunden gibt. Vielleicht müssen wir in unseren Fertigungsprozessen Anpassungen vornehmen, um diese ganzen Dinge letztlich dann umzusetzen. Was heißt das? Sind sind damit entsprechende Investitionsentscheidungen in Maschinentechnologie verbunden? So insofern, dass wir zumindest erst mal diesen Anreiz beim Lieferanten schaffen. Denkt mal drüber nach. Was können wir gemeinsam machen? Du kennst unser Maschinensetting hier. Du weißt, welche Produkte wir heute einsetzen. Du weißt, welche möglichen Lösungen es in deinem Produkt-Portfolio gibt. Lass uns bitte mal die Köpfe zusammenstecken, was wir hier machen können, um eben diesen Weg weiter zu bestreiten und welche entsprechenden Herausforderungen für uns oder vielleicht auch für unseren Kunden damit verbunden sind. Und das gilt es dann entsprechend möglichst früh in der gesamten Kette zu adressieren. Genau so ist das. Und es ist ja unumstritten, dass wir von Multimaterial-Verbunden wegkommen müssen. Wir müssen hin zu Monomaterial-Verbunden. Das hat sich ja nun als erste Sofortmaßnahme eigentlich in der gesamten Industrie und in der gesamten Wertschöpfungskette rumgesprochen. Da muss man natürlich auch darüber sprechen, wie man Aluminium zum Beispiel rauskriegt aus einer Folie oder aber auch andere Bergstoffe wie Polyester aus Polyolefin-Verbunden und so weiter und so weiter. Und das ist natürlich auch ein steiniger Weg. ### Lieferantenmotivation und Zusammenarbeit Gehen eure Lieferanten denn diesen steinigen Weg oder gibt es da viel Gegenwind? Wie ist denn so der Spirit? Ja, es ist tatsächlich ein sehr steiniger Weg. Es gibt einige Lieferanten, die ich sage mal, auf diesem steinigen Weg die richtige Bereifung gewählt haben und da gut vorwärtskommen und letztlich auch eine entsprechend starke Zugmaschine darstellen in diesem Segment, weil sie vielleicht auch die entsprechenden Möglichkeiten haben, weil sie vielleicht sagen, OK, du kaufst dann vielleicht zukünftig kein Polyester mehr bei mir, aber ich habe andere Lösungen im Portfolio, sei es ein OPA, ein OPP oder whatever. Und das ist letztlich dann eben auch wieder sehr individuell. Aber es sind sehr intensive Diskussionen. Es ist auch eben sehr viel Überzeugungsarbeit nicht nur in Richtung Lieferanten erforderlich, sondern eben auch gerade in Richtung unserer Kunden, sich frühzeitig mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Weil das ist so ein bisschen das, was wir natürlich auch sehen, dass wir die Befürchtung haben, dass viele möglichst lange an den bereits existierenden Lösungen festhalten wollen, weil eben Anlagentechnologie und ähnliche Dinge komplett darauf ausgerichtet sind. Alles nachvollziehbare Argumente. Aber irgendwann nehmen wir wieder das Thema PPWR, dann spätestens ab 2030, für alle entsprechende Verpflichtungen da sind. Und dann kommen plötzlich alle auf einen Schlag und suchen die entsprechenden Lösungen. Und das ist so die Herausforderung, die wir gerade in dem Thema sehen. Wir Verpacker lehnen uns ja gerne an, an das Vorbild der Automobilindustrie. Und da sieht man ja immer genau schon vorweg, wie so was abläuft. Wir haben dort die Elektromobilität, die sich ja erst überhaupt nicht durchzusetzen schien. Plötzlich war es ein Hype. Jetzt ist alles wieder abgeflacht. Und jetzt kommt diese Krise. Und dadurch wird ja, so habe ich gerade einen Artikel gelesen, die Elektromobilität wieder angefeuert, weil die Spritpreise durch die Decke gehen. Und so ähnliches könnte ich mir im Flexpack-Bereich eigentlich auch vorstellen. Wir sehen ja im Moment zum Beispiel das große Sterben der Recycling-Unternehmen. Hat das für euch schon konkrete Auswirkungen? Nehmt ihr das mit Besorgnis wahr oder sagt ihr, naja, das ist der normale Lauf der Dinge. Das ist eben dieser Umbruch, in dem wir uns befinden. Ja, da ist in dem, was du sagst, auf beiden Seiten etwas drin. Also wir sehen das schon. Wir sehen das schon mit einer gewissen Sorge, weil da sind viele Recycler vor Jahren mit guter Intention, mit guten Ideen, mit guten Produkten gestartet. Wo wir auch wussten, da braucht es an der einen oder anderen Stelle eben noch Entwicklungsarbeit. Da braucht es noch die richtigen Abfallströme und auch wirklich die Sicherung der richtigen Abfallströme, um eben auch ein konstantes Produktqualitätsniveau erhalten zu können, beispielsweise bei den entsprechenden Regranulaten. Auf der anderen Seite sage ich aber auch: Ja, das ist sicherlich so ein bisschen diese Umbruchphase, aber wir müssen halt schon aufpassen, dass wir da letztlich uns sehr breit aufstellen, mit vielen möglichen Partnern, mit möglichen Lieferanten in die Diskussion gehen und auch lernen zu scheitern. Das ist für mich eigentlich genau das Thema. Wir müssen bereit sein, auch zu akzeptieren, dass wir scheitern, und dann nicht zu sagen: Ja, es hat jetzt nicht geklappt. ### Recyclatinnovation in Hygieneprodukten Wir machen jetzt nicht weiter und bleiben bei dem bestehenden Produkt, sondern da weiter auch motiviert bei der Sache zu sein und zu sagen: OK, es hat jetzt im ersten oder zweiten Mal nicht geklappt. Aber wir nehmen jetzt noch mal gemeinsam Anlauf und gucken, ob wir das Produkt trotz alledem dahin entwickeln können, wo wir glauben, es hin entwickeln zu müssen, weil wir halt auch einfach sehen, dass das, was wir an Bedarf zukünftig prognostizieren, über 2030 hinaus mit dem, was wir heute vorfinden, schlicht und ergreifend nicht abzudecken ist. Und deswegen müssen wir halt schon gucken, dass wir da auf der einen Seite ein möglichst breites Feld an möglichen Partnern bespielen können, uns aber auf der anderen Seite – das habe ich ja eingangs gesagt – nicht verzetteln, was dann unsere Kapazitäten und Ressourcen für solche Entwicklungsthemen dann angeht. Ganz spannende Sache, ich erinnere mich, und das hat mich wirklich gekriegt. Dieses Beispiel, das Martina vorgetragen hatte, über den Einsatz von Rezyklaten in Hygieneartikel, da seid ihr schon sehr weit. Was kannst du darüber sagen, ohne jetzt den Wettbewerb total aufzuschlauen? Aber das Projekt ist eines von diesen wirklich tollen Projekten, die man eigentlich auch nach außen stellen sollte, oder? Ja, definitiv. Aber da muss man auch ganz klar sagen: Da gilt das, was ich gerade gesagt habe – möglichst langen Atem haben. Also wir haben auch viele Rückschläge, gerade in diesem Entwicklungsthema bei uns im Hygienefolien-Bereich hinnehmen müssen. Es hat wirklich mehrere Jahre gedauert, bis wir gemeinsam mit mehreren Lieferanten letztlich dann uns eine entsprechende Produktqualität aufgebaut haben. Wir haben mehrere Rückschläge erleben dürfen, weil einfach eben auch die Abfallströme nicht immer konstant gewesen sind, die der Lieferanten zur Verfügung hatte. Und das haben wir sofort bei uns in der Produktion dann entsprechend lernen dürfen. Und wir alle aus unserer Branche kennen ja noch diese Diskussionen, wo es mal langsam Fahrt aufgenommen hat mit dem Thema Rezyklate. Am Anfang war das Thema eher ein Geruchsthema. Wenn du in so eine Extrusionshalle reingekommen bist, konntest du einfach riechen, dass gerade entsprechend Rezyklate verarbeitet wurden. Und später ist es wirklich eher hingegangen zu einem Performance-Thema, weil man da eigentlich dann auch den Anspruch ganz klar hatte, dass zwischen dem Virgin und dem Recycling Material eigentlich in unserem Fertigprodukt keinen Unterschied mehr festzustellen sein sollte. Und da muss man halt sagen: Zwischen diesem Stadium 1, wo wir wirklich Thema Geruch, und dann dem Stadium 2 Performance liegt da eine unglaubliche Entwicklungszeit mit vielen Rückschlägen. Und das ist einfach das. Dieses Thema ist kein Sprint, es ist einfach ein Marathon. Und da eben mit den richtigen Partnern gemeinsam bei der Sache zu bleiben, kostet Zeit, kostet Nerven. Und das ist eigentlich das, was ich da mitgenommen habe. Wenn ich jetzt wieder die Parallele zur Autoindustrie sehe, das ist ja eigentlich genau das Gleiche wieder. Da hat man erst Qualitätsprobleme, dann hat man Versorgungsprobleme, wir leiden im Moment noch an den extrem hohen Rezyklatpreisen. Es ist eigentlich überhaupt nicht wettbewerbsfähig, das zu tun im Moment als Folienhersteller oder als Abpacker. Man hat eigentlich im Moment nur Nachteile. Ihr geht trotzdem diesen Weg, weil ihr langfristig dran glaubt oder hat es auch mit Versorgungssicherheit zu tun, mit solchen Überlegungen? Es ist tatsächlich der Mix aus beiden. Wir haben zum einen, weil wir sagen, langfristig ist es der richtige Weg und auf den Weg machen müssen wir uns möglichst früh. Deswegen sind wir früh damit gestartet, wie andere im Übrigen auch. Und es ist aber eben auch das Thema, eine Alternative zu haben. Wir sehen ja gerade im Kontext des Iran-Konfliktes, dass auch gerade das Thema Rezyklate wieder mehr Aufmerksamkeit gewinnt. ### Nachhaltigkeitsbewusstsein und Regulierung Es ist eigentlich schade, dass es immer durch solche, sagen wir mal, Inzidenzen dann erst wieder ins Bewusstsein rückt. Und letztlich würde ich mir einfach wünschen, dass wir da dem Thema Nachhaltigkeit auch außerhalb solcher Krisen entsprechend mehr Aufmerksamkeit bringen und das ganze Thema ein bisschen stärker in den Fokus rücken und einfach mal gucken, wo kann es denn in welcher Anwendung vernünftige Alternative sein? Dass ihr schon nennenswerte Mengen an Rezyklaten in Hygieneartikel einsetzt, zeigt ja eigentlich schon, dass ihr dran glaubt, dass das der richtige Weg sein wird für die Zukunft. Denkt ihr auch daran, in Lebensmittelverpackung irgendwann mal Rezyklate reinzufahren? Oder seht ihr das kritisch, so wie ich das übrigens sehe, dass das vielleicht nicht unbedingt nötig ist, Rezyklate auch in die Verpackung von unseren guten Lebensmitteln zu packen? Ich bin da ja einer der Skeptiker, aber ich habe dich eben schon nicken sehen. Ihr glaubt auch dran und arbeitet vielleicht sogar schon dran. Das ist natürlich ein super spannendes Thema, also wo wir einfach daran glauben. Es gibt auf der einen Seite das Thema Lebensmittelverpackung, wo wir alle natürlich entsprechend zu Recht sehr sensibel sind und sagen: OK, wie können wir denn eigentlich sicherstellen, dass in den Produkten, aus denen wir dann die Verpackung fertigen, auch tatsächlich nur das an Stoffen drin ist, was drin sein sollte, wenn wir gar keinen Einfluss auf den Abfallstream haben, der vor dem Rezyklat liegt. Und das ist so ein bisschen das Thema, mit dem wir uns beschäftigen, wo wir sagen: OK, da muss es eine gewisse Sicherheit geben, weil wir reden hier über Lebensmittelverpackung oder wenn wir in unser Business Reinraumverpackung gehen, das wäre ja vielleicht auch noch mal ein Thema. Aber da hast du halt entsprechende Anforderungen zu berücksichtigen, wo wir letztlich auch keine Abstriche machen wollen und machen werden, was das Thema Qualität angeht und was das Thema Produktsicherheit angeht. Und vor dem Hintergrund ist das ein schwieriges, herausforderndes Thema, wo wir aber daran glauben, dass auch da etwas passieren muss. Und da bin ich sehr gespannt, wie sich das Ganze entwickeln wird, weil auch da gibt es ja viele Glaubensrichtungen, nenne ich das mal. Die einen sagen, es geht nur mit chemischem Recycling. Die anderen sagen, auf gar keinen Fall mit chemischem Recycling. Andere glauben an einen Mix aus mechanischem Recycling und chemischem Recycling. Also ich sage es mal so, ich wünsche mir, dass es uns gelingt, auch für entsprechende Lebensmittelverpackungen die richtigen Lösungen da zu finden, die richtigen, nachhaltigen Lösungen auch mit Recycling Content. Auf der anderen Seite gibt es eben auch die Lösungen. Und das ist sicherlich das, was du auch im Fokus hast. Das sind eben dann die entsprechenden Lösungen, die, was weiß ich, rein PE-basiert sind, wo wir dann entsprechend von Monoverbund-Strukturen sprechen, die wir eben auch im Fokus haben, ganz klar. Und wenn ich die dann im Kreislauf führen kann, ist das ja auch eine schöne Sache. Als vorletzte Frage, die PPWR hat ja eigentlich ein Ziel, Verpackung zu vermeiden. Vor allen Dingen Verpackungsabfall zu vermeiden. Wenn man ganz ehrlich ist, wenn man das auf einen Nenner bringen will. Und die gehen im Moment noch mit Samthandschuhen mit dieser Industrie eigentlich um, wenn man es aus dieser Brille, aus dieser Perspektive betrachtet. Die Flexpack-Industrie rühmt sich damit, die Minimalverpackung zu sein, was auch stimmt. Wir haben pro verpackten Kiloprodukt die geringste Verpackungsmaterial-Einsatzquote. Denkt ihr auch darüber nach, mehr Weg mit Flexpack zu machen oder ganz andere Wege zu gehen? Habt ihr sogar auch Angst davor, euch selber vielleicht abzuschaffen? Also die letztgenannte Angst, uns selber abzuschaffen, haben wir nicht. Aber genau das, was du sagst, es braucht entsprechende Offenheit auch anderen Lösungswegen gegenüber. Ein Lösungsweg kann letztlich auch das Thema Mehrweg sein. ### Verpackungsnachhaltigkeit bewerten und optimieren Da haben wir auch entsprechende Überlegungen, auch vielleicht im Zusammenspiel mit Partnern auf der Kundenseite, mit Partnern auf der Lieferantenseite an der Stelle Dinge zu machen. Und das ist letztlich eben genau das Thema, die Offenheit an den Tag zu legen, wirklich auch Existierendes infrage zu stellen und zu sagen, okay, was fällt uns denn alternativ dazu ein? Und vielleicht habe ich heute noch nicht den passenden Anwendungsfall. Aber vielleicht ist ja morgen oder übermorgen entsprechend gegeben. Und wie kommen wir gemeinsam dahin? Wie bewertet ihr denn eigentlich die Verbesserung der Nachhaltigkeit eines Verpackungssystems? Habt ihr dann eigene Bewertungskriterien? Viele machen das mit LCA. Das ist vielen aber zu umständlich. Manche machen das so mit dem CO2-Fußabdruck. Wofür habt ihr euch entschieden? Ja, also ich will es mal so sagen. Wir haben auch das Thema LCA ist ein entsprechendes Thema bei uns im Hause. Wir haben aber auch entsprechende Anforderungen von Kundenseite, die dann vielleicht mit einem mit einem LCA nicht ausschließlich zufriedenzustellen ist. Also wir haben unterschiedliche Ansatzpunkte an der Stelle. Wichtig ist mittlerweile eben auch, dass wir versuchen, dann bin ich wieder auf der Einkaufsseite, eben auch schon eine starke Transparenz bei uns in der Lieferkette aufzubauen, was das Thema Emissionen angeht. Das ist eben schon ein Thema, was uns umtreibt und dann eben das möglich klar und eindeutig, so wie wir es brauchen, dokumentieren zu können. Und dann besteht natürlich die Herausforderung, letztlich das nachher in dem Wettbewerb mit anderen auch real vergleichen zu können. Weil da stellen wir halt schon fest, dass dann gerade was das Thema Emissionen angeht, auch vielfach nicht auf derselben Datenbasis verglichen wird. Und das ist, glaube ich, aktuell noch ein großes Thema, wo wir für uns die allumfassende Lösung derzeit noch nicht haben. Genau so ist es. Ich habe mich also intensiv in der letzten Zeit auch beschäftigt. Papier oder Plastik, das ist gar kein Widerspruch. Manches geht besser so, manches so. Aber der wird im Halbfilm mit Birnen verglichen. Der eine will eine plastikfreie Welt und will deswegen Papier. Und der andere will noch frischer Luft atmen und will deswegen möglichst niedrigen CO2-Fußabdruck. Und schon werden die beiden sich nicht einig. Beim CO2 ist Plastik wesentlich besser und bei Plastikfrei ist Papier besser. So ist das normal und da kommen wir nicht beieinander. Wenn du jetzt mal fünf Jahre in die Zukunft schaust, was glaubst du, was hast du dann erreicht mit den Supplier-Days, die es ja vielleicht regelmäßig geben wird und was erhoffst du dir von deinen Lieferanten eigentlich? Also grundsätzlich kann ich schon mal sagen, das haben wir nach unserem Test im letzten Jahr schon mal ganz klar auch in der Nachbetrachtung. ### Lieferanten-Feedback und Schwerpunktsetzung Wir haben unsere Lieferanten ja auch im Nachgang nochmal befragt und um ein echtes Feedback gebeten. Wir werden das definitiv als festes Element bei uns im Lieferantenmanagement verankern. Das heißt, wir werden das regelmäßig machen. Da müssen wir dann nochmal gucken, wie der Turnus zukünftig aussehen wird. Einfach auch, um dann vielleicht konkret Schwerpunkte setzen zu können, was die Themen angeht. Ob wir dann jedes Mal ein neues Thema haben oder ob wir uns damit auseinandersetzen, was ist zwischen zwei Veranstaltungen konkret passiert. Also es geht aber letztlich auf jeden Fall darum, dass wir das Forum dann auch einfach nutzen, die klassischen Success Stories dann auch zu teilen und wirklich auch dann zu vermitteln, was wir gemeinsam bewegt haben. Und das ist eigentlich das, wo ich mit dem Team auch hin möchte, dass wir es wirklich schaffen, gemeinsam mit der Value Chain, wie es so schön heißt, kontinuierlich die Dinge zu entwickeln und einfach die Lösungen anbieten zu können, die es dann braucht. Damit wir eben auch in den nächsten Jahren genau die passenden Lösungen für die richtigen Fragestellungen dann auch einfach haben. Also insofern wirklich genau dieses Thema Kollaboration und weitergeben miteinander arbeiten. Das ist für uns das, was wir in den nächsten Jahren mit deutlich mehr Struktur als in der Vergangenheit vorantreiben wollen. Ein echter Appell an Lieferanten, die was bewegen wollen mit und für Bischof + Klein. Danke schön für dieses tolle Gespräch, Nils Beermann. Ganz zum Schluss, lieber Nils, muss ich dir noch ein Geständnis machen. Du hattest eine tolle Idee oder ihr als Team und habt jedem ein paar Socken mitgegeben, so nach dem Motto „Jetzt machen wir uns auf die Socken“. Was hat es damit auf sich? Kann ich gut verstehen, dass du das geklaut hast. Wir haben seinerzeit, als wir den Lieferanten-Tag gemacht haben, haben wir halt wirklich gesagt, es wird jetzt Zeit, dass wir uns auf die Socken machen und haben das Ganze mit dem Slogan versehen: Strong Partnership – Smart Solutions. Das ist letztlich das, worauf wir hinaus wollten, dass wir gesagt haben, wir brauchen euch, um die entsprechenden Themen anzugehen. Nur gemeinsam in der Value Chain wird es möglich sein, die entsprechenden Herausforderungen anzugehen. Und dafür brauchst du auf der anderen Seite eben smarte Lösungen, die wir gemeinsam erarbeiten wollen. Und um das zu erreichen, haben wir uns auf die Socken gemacht. Genauso ähnlich haben wir es auch dann weitergeführt. Bei uns steht drauf: Event to go. In diesem Sinne, wir gehen es gemeinsam weiter an. Danke für dieses tolle Gespräch. Gerne. **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Lebensmittelverpackung, Standbeutel, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** B+K, Nils Beermann, PPWR, Supplier Day --- ### [Rundgang auf der Fachpack 2024](https://inno-talk.de/rundgang-auf-der-fachpack-2024/) **Published:** Oktober 10, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **Ein exklusiver Einblick im Innoform Podcast** – nur für Flexpacker Die Fachpack 2024 in Nürnberg war auch in diesem Jahr wieder eine der bedeutendsten Messen für die Verpackungsindustrie. Insbesondere die Flexpack-Industrie stand im Rampenlicht, denn nachhaltige Verpackungslösungen, innovative Materialien und die Zukunft der Rezyklat-Verarbeitung waren zentrale Themen. In unserem **Innoform Podcast** haben wir am dritten Messetag die Gelegenheit genutzt, direkt mit den Experten vor Ort zu sprechen und die neuesten Trends hautnah zu erleben. Im Rahmen eines exklusiven Rundgangs haben wir spannende Interviews geführt und Einblicke von führenden Unternehmen der Branche wie [Morchem](https://inno-talk.de/showroom/morchem/), Duoplast, Coin, [Südpark](https://inno-talk.de/showroom/suedpack/), Neemann, ppg und Wipf erhalten. ### Die wichtigsten Themen des Rundgangs: #### 1. **Rezyklat-Zertifizierung für Kaschierklebstoffe** An unserem ersten Stopp bei **Morchem** sprachen wir mit Jürgen Schäperjanz über die Rezyklat-Zertifizierung für Kaschierklebstoffe. Dies ist ein es von vielen Themen für die Zukunft der flexiblen Verpackungen, insbesondere in Hinblick auf nachhaltige Lösungen und die Einhaltung von Umweltstandards. #### 2. **Innovative Rezyklat-Stretch-Folien** Weiter ging es bei **Duoplast**, wo Mika Sang uns mehr über die neuesten Entwicklungen im Bereich der Rezyklatfolien erzählte. Diese Folien tragen dazu bei, die Flexpack-Industrie umweltfreundlicher und effizienter zu gestalten – ein spannendes Thema, das auf großes Interesse stieß. #### 3. **Nachhaltige Verpackungslösungen** Auch bei **Südpark** und **Wipf** standen die Themen Nachhaltigkeit und Innovation im Vordergrund. Beide Unternehmen präsentierten neue Technologien und Ansätze, um den steigenden Anforderungen an umweltfreundliche Verpackungen gerecht zu werden. Damit wollen sie auch den gesetzlichen Anforderungen der EU in der PPWR Direktive entsprechen. #### 4. **Weitere Highlights der Fachpack 2024** Während unseres Rundgangs trafen wir zufällig auf Jan Greve bei **PPG**, der uns spannende Einblicke in die Wassersäulentechnologie gab. Ebenso erfuhren wir bei **Nehmann-Verpackung** mehr über aktuelle Entwicklungen für den Einsatz von Rezyklaten in Folien. ### Warum sollten Sie reinhören? Unser Podcast bietet Ihnen die Möglichkeit, wertvolle Insights direkt von der Messe zu erhalten – und das bequem von zu Hause aus. Ob es um Rezyklat-Zertifizierungen, nachhaltige Verpackungslösungen oder innovative Materialien geht, wir haben die spannendsten Gespräche und wichtigsten Trends der Fachpack 2024 für Sie zusammengefasst. Verpassen Sie nicht die Gelegenheit, am Puls der Flexpack-Industrie zu bleiben und erfahren Sie aus erster Hand, was die Zukunft für diese dynamische Branche bereithält. 🎧 **Jetzt reinhören**: [Innoform Podcast](https://inno-talk.de/podcast/) Oder gern auch den Trailer ansehen: ### Verwandte Episoden - [Karsten’s flexibler Fachpack Rundgang](https://inno-talk.de/karstens-flexibler-fachpack-rundgang/) - [Fachpack 2024 – Episode 1: Morchem, Duoplast, Südpack](https://inno-talk.de/fachpack24-teil-1-morchem-duoplast-suedpack/) - [Fachpack 2024 – Episode 2: Wipf & Coim](https://inno-talk.de/fachpack24-episode-2-wipf-coim/) --- ## Transkript Dritter Messetag Fachpack Nürnberg. Wir machen einen kleinen Messe-Rundgang hier für die Flexpack-Industrie. Freuen sich auf einige Termine die ich gemacht habe mit Flexpack-Vertretern auf der Fachpack hier in Nürnberg 2024. Ich freue mich auf spannende Gespräche und ich nehme sie einfach mal mit. Dann wollen wir mal gucken, ob die Leute spontan bereit sind, uns ein kurzes Interview zu machen. Wir machen daraus einen kleinen Podcast-Episode für die Flexpack-Industrie und ich werde mich auch nur auf Folien- Flexpack-Messeständen rumtreiben. Station, Fachpack Nürnberg, dritter Tag, Morchem. Jürgen Schäperjanz ist mit mir hier im Gespräch. Wir wollen sprechen über Rezyklat-Zertifizierung für Kaschierklebstoffe, für der Flexpack. Wofür braucht man das? Nächste Station, Duoplast, Mika Sang ist hier mein Gesprächspartner. Wir sprechen über Rezyklat-Folie tatsächlich. Nächste Station, Fachpack 2024, Firma Südpark. Nächste Station, Wipf. Ich spreche mit Stefano. Nächste Station, Fachpack 2024, Koim. Ich habe gerade zufällig Jan Greve getroffen hier bei PPG und bin hier stehen geblieben an der Wassersäule, Jan. Erzähl uns mal, was hat das damit auf sich? Ich bin hier gestrandet bei Nehmann-Verpackung. Kurt Nehmann steht vor mir. Ich bin hier bei der Fachpack 2024 jetzt bei den Labelisten. **Kategorien:** Allgemein **Schlagwörter:** FachPack --- ### [Standbodenbeutel sind angesagt](https://inno-talk.de/standbodenbeutel-sind-angesagt/) **Published:** November 11, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **Die 8. Europäische „Standbeutel-Konferenz“ zeigte am 6. und 7. November in Wien eindrucksvoll, wie nachhaltig, praktisch und kostengünstig Standbodenbeutel als Verpackungsform sind. Mit exzellenten Barriere Eigenschaften, reduzierten Verpackungsmaterialien und smartem Design gelingt es ihnen, neue verbraucherfreundliche Verpackungslösungen hervorzubringen.** [![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/11/image.png)](https://www.innoform-coaching.de/tagung/8th-european-stand-up-pouch-conference-easy-to-use-2024)**Dieter Finna** Der Wachstumsprozess bei Standbodenbeuteln hält unvermindert an. Warum das so ist und wie sich der Markt weiter entwickelt zeigten die Referenten in den Fachvorträgen aus unterschiedlichen Perspektiven eindrucksvoll auf. Im Rahmen der Innoform Veranstaltungsreihe organisierte und moderierte Karsten Schröder die Konferenz, die bereits zum achten Mal Experten aus Industrie, Forschung und Markenunternehmen vereinte. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/11/image-1.png)*Die „BUILDR“-Plattform von Sealed Air unterstützt Nutzer in der frühen Phase der Verpackungsentwicklung. (Quelle: Sealed Air Corporation)* In seinem Vortrag „Supercharge Your Packaging“ stellte Dani Tulchinski von Sealed Air Corporation die BUILDR by Sealed Air Plattform vor. BUILDR hilft Marken, ihre Verpackungsprodukte erfolgreich auf den Markt zu platzieren und das Risiko ihrer Verpackungsinvestitionen mit datengesteuerten Innovationen und nachhaltigen flexiblen Beutel- und Rollenverpackungslösungen zu minimieren. Mit einem kunden- und serviceorientierten Ansatz unterstützt BUILDR seine Kunden bei der Materialauswahl, der Format- und Größenoptimierung, dem Design, dem Messaging und der Elastizität der Produktpreise. Darüber hinaus können Marken zwischen Rapid Prototyping (digital und/oder physisch) wählen, um innerhalb von Stunden, digital Kundenfeedback zu ihrer auf branchenspezifische Bedürfnisse zugeschnittenen Verpackung einzuholen. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/11/image-2.png)*Vorteile des Digitaldrucks bei Standbodenbeuteln (Quelle: HP-Indigo)* Josep Isart von HP-Indigo führte in seinem Vortrag **„Nachhaltigkeit als** **Business Enabler“** die Gründe auf, warum Digitaldruck in dem rapide wachsenden Markt Stand-up Pouches Vorteile mit sich bringt. Basierend auf den bekannten Vorzügen des Digitaldrucks wie Kleinauflagen mit kurzen Lieferzeiten liegt ein Haupttrend für den Wechsel von starren zu flexiblen Verpackungen auch in der Nachhaltigkeit durch Wiederbefüllung. Marken profitieren beim Wechsel auf flexible Verpackungen wie Pouches von geringeren Produktionskosten, verbesserter Logistik, oftmals vergrößerter Dekorationsfläche, höherer Sichtbarkeit im Regal und insgesamt verbesserter Nachhaltigkeit. Digitaldruck ermöglicht außerdem ganz neue Geschäftsmodelle, wie die Überleitung zum nächsten Vortrag zu den Labelisten zeigt. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/11/image-3.png)*Das standardisierte Produktprogramm der Labelisten aus PP Verbundfolie. (Quelle: Labelisten)* In ihrem Vortrag „**Kleine Losgrößen – großer Vielfalt**“ veranschaulichte Nina Beck von Labelisten, warum Großkunden zunehmend kleinere Bestellmengen benötigen. Während Lebenszyklus, Losgröße und Durchlaufzeit von Produkten immer kürzer werden, steigt die Nachfrage nach Personalisierung, limitierten Auflagen und Vielfalt an Designs – Trends, die die Produktionsprozesse komplexer machen. Die Labelisten begegnen dieser Herausforderung durch Materialstandardisierung und den Einsatz von Digitaldruck, in beiden Fällen, um eine hohe Designvielfalt bei Standbodenbeuteln zu ermöglichen. Zusammen mit einem einfachen, digitalisierten Bestellverfahren ermöglicht dies Just-in-Time-Lieferungen, teils innerhalb weniger Stunden. Stefano Di Maiolo von der Wipf AG erläuterte in seinem Vortrag **„Hochleistungs-Monomaterial-Beutel mit Ultraschallversiegelung“** die Vorteile der Ultraschallsiegeltechnologie, die die Anwendungsmöglichkeiten von recyclingfähigen Mono-PP- und Mono-PE-Beuteln deutlich erweitert. Da das Verfahren präzise und punktuell Energie einsetzt, können hitzeempfindliche Monomaterialien zuverlässig und unversehrt versiegelt werden. Dadurch entsteht ein breites Spektrum an Verpackungslösungen, von sterilisier- und pasteurisier baren Mono-PP-Beuteln mit hoher Sauerstoffbarriere bis zu Mono-PE- und Mono-PP-Standbeutel mit funktionalen Elementen wie Ausgießern. Vorgestellt wurde auch die Investition in eine Triplex Kaschieranlage auf Basis lösemittelfreier Klebstoffe, die erste ihrer Art. Sie führt zu einer deutlichen Reduktion des Treibhausgas-Ausstoßes bei der Wipf AG und unterstützt bei ihren Kunden die Erreichung von Klimazielen im Scope 3. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/11/image-4.png)*Recyclefähige Kaffeeverpackung aus PP Monomaterial – ohne Klebstoff und Kaschierung. (Quelle: Polifilm Extrusion GmbH)* Susanne Zobel-Reusch von Polifilm Extrusion GmbH stellte in ihrem Vortrag **„Standbodenbeutel – Nachhaltigkeit gut positioniert mit PE- und PP-Monofolien“** innovative Monomaterial Lösungen vor. Für die bedruckbare Außenseite bieten MDO-PE Folien einen vollwertigen PET-Ersatz, optional mit EVOH-Sauerstoffbarriere, bereits als ultradünne Folie in 18 µm. Zudem gibt es PP-basierte, bedruckbare und früh siegelnde Folien, die sterilisierbar sind und einen geringen Schrumpf aufweisen. Als All-in-One-Lösung für Standbodenbeutel bietet Polifilm eine PP-Monomaterialfolie mit EVOH-Barriere und niedriger Siegeltemperatur an, die ohne Kaschierung auskommt. Sie hat sich bereits für Kaffeeverpackungen bewährt und lässt sich in ihren Eigenschaften flexibel auf spezifische Anforderungen anpassen. Der Gemeinschaftsvortrag von Lutz Neugebauer (Südpack Verpackungen) und Thomas Fuest (SN-Maschinenbau) thematisierte einen **„Paradigmenwechsel für Abfüller von Spoutbeuteln“** durch die Option der Inhouse-Produktion. Vorgestellt wurde ein schlüsselfertiges Konzept aus drei Komponenten, das Beutelmaschine, Folie und Spout (Menshen) umfasst. Sie bringt Poduktionssicherheit und spart Zeit. Durch Insourcing wird die Wertschöpfungskette optimiert sowie die Time-to-Market verkürzt. Die neuen recyclingfähigen, laminierten Mono-PP-Beutel reduzieren das Verpackungsgewicht um 7,2 % im Vergleich zu PET/Alu/PET/PE-Verbunden und senken die CO₂e-Emissionen um 58 %. Die Recyclingfähigkeit der Monomaterial-Beutel ist nach cyclos-HTP mit 96 % angegeben. Die Kosten- Einsparungspotentials des Komponentensystems liegt im 2-stelligen %-Bereich im Vergleich zu vorgefertigten Spoutbeuteln. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/11/image-5.png)*Ultraschallsiegeln reduziert die Anzahl offener Beutel im Handel deutlich und minimiert damit den Verlust an Inhalt. (Quelle: Herrmann Ultraschall)* Michael Baumann von Herrmann Ultraschalltechnik stellte in seinem Vortrag **„SUP’s & PPWR – Wertbeständig mit Ultraschallversiegelung“** die Vorteile des Ultraschallsiegelns gegenüber dem Heißsiegeln vor. Ultraschallsiegeln beeinflusst das Füllgut nicht thermisch und gewährleistet dank einer inline Siegel-Qualitätskontrolle deutlich weniger offene Verpackungen im Handel. Ein wesentlicher Vorteil liegt auch im geringeren Materialverbrauch, da die Siegelnähte schmaler sind, sowie im geringeren Energieaufwand des gepulsten Verfahrens im Vergleich zu dauerbeheizten Siegelbacken. Dadurch sinken die Energiekosten laut Herrmann Ultraschall um bis zu 75 %, was die CO₂-Emissionen erheblich reduziert. In seinem Vortrag **„Fortschritte bei der Verbesserung der mechanischen Widerstandsfähigkeit von Monomaterial-PE-Beuteln mit Ausgießern“** erläuterte Pierre-Emmanuel Grandjean von Bernhardt-Deltasacs die zentralen Parameter zur Steigerung der mechanischen Widerstandsfähigkeit von Beuteln. Neue Folienstrukturen, die verschiedene Polyethylen-Schichten kombinieren, verbessern die Stabilität der Beutel. Das zum Patent angemeldete «Bernhardt Progressive Sealing» System mit speziell angepassten Siegelwerkzeugen sorgen für höhere Siegelhomogenität und Festigkeit. Zudem wurde für 2-Liter-Doypacks eine optimierte Bodenform entwickelt, die eine hohe Stoßfestigkeit und Stabilität gewährleistet. Ronny Kunze von der Sihl GmbH präsentierte in seinem Vortrag **“Die Schönheit von individuell bedruckten Standbeuteln“** mit „adelmo“ eine innovative B2B-Online-Plattform, die den Erstellungs-, Anpassungs- und Bestellprozess von digital bedruckten Standbodenbeuteln vereinfacht. Über Adelmo können Kunden mit Hilfe eines 3D-Konfigurators, der eine Vorschau der Entwürfe in Echtzeit zeigt, das Design ihrer Beutel entwerfen. Die Plattform deckt die Nachfrage nach vorgefertigten, bedruckten Beuteln mit einer Lieferzeit von wenigen Tagen in Losgrößen von 1 – 50.000 Stück ab, was ideal für Produkte ist, die eine schnelle Markteinführung, limitierte Auflagen oder personalisierte Verpackungen erfordern. Damit zeigte er neue Geschäftsmöglichkeiten der lokalen adelmo Druckpartner und deren Kunden in einem wachsenden Umfeld auf. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/11/image-6.png)*Marktentwicklung Standbodenbeutel von 1996 bis 2023 in Europa. (Quelle: Schönwald Consulting)* Jörg D. Schönwald von SCHÖNWALD CONSULTING ging in seinem Vortrag **„Standbodenbeutel auf dem Weg in die Zukunft“** auf die beeindruckende Marktentwicklung von Standbodenbeuteln in Europa ein, deren Verbrauch sich von 1996 bis 2023 auf 59 Milliarden Einheiten mehr als verzwanzigfacht hat. Er analysierte die Marktentwicklung in den Segmenten Lebensmittel, Tiernahrung, Getränke und Non-Food, zunehmend mit Ausgießöffnung und ging auf die eingesetzten Laminatmaterialien ein. Zukünftige Treiber für den Erfolg von Standbodenbeutel sieht er insbesondere in ihrer Nachhaltigkeit, Vielseitigkeit, Benutzerfreundlichkeit, Konsumentenakzeptanz, kosteneffizienten Vorteilen, differenzierten Vermarktungsmöglichkeiten und Fortschritten in der Produktion. Verblüffend für Experten ermittelte er über 50% der flexiblen Verpackungen für Lebensmittel bereits heute als Monomaterial basiert. Nun müssten diese „nur“ noch recycelt werden. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/11/image-7.png)*Stoffliches Recycling aus dem Gelben Sack findet überwiegend bei rPET und rHDPE für Flaschen und Tuben statt. (Quelle: dm-Drogeriemarkt)* In ihrem Vortrag **„Pouches im Drogeriewarenbereich“** ging Dagmar Glatz von dm-drogerie auf die Marktsituation ein, wo Beutel überzeugen und wo sie vor Herausforderungen stehen. Obwohl dm fast alle Beutel auf Monomaterialien umgestellt und den Einsatz von Rezyklat gefördert hat, fehlt es noch an einer umfassend recyclingfähigen Lösung. Ein Hindernis sind Druckfarben und Klebstoffe, die die Rezyklat-Qualität beeinträchtigen. Zudem ist Rezyklat teurer als subventioniertes Virgin-Material. Während der Einsatz von rPET und rHDPE bei Flaschen und Tuben zunimmt, ist rLDPE aus dem Gelben Sack für Folien kaum einsetzbar und rPP-Recycling in diesem Bereich praktisch inexistent. Glatz betonte, dass technologische Offenheit entscheidend sei, um langfristig die ökologisch beste Lösung für das Lebensende von Verpackungen und ihre stoffliche Wiederverwendung zu finden. Dennoch sieht sie den Beutel als Minimalverpackung, was eine Kernforderung auch in der PPWR im Raum steht. Im Gemeinschaftsvortrag **„Nachhaltig, effizient, erfolgreich: Warum wir unsere Clean Label Produkte im Standbodenbeutel verpacken“** betonten Madeline-Marie Fritsche und Mirko Sattler von Bempflinger Lebensmittel GmbH die Umweltfreundlichkeit des Standbodenbeutels als Alternative zu Dose und Glas. Die Vorteile in Produktion und Logistik umfassen Platzersparnis, kurze Rüstzeiten und ein geringeres Verpackungsgewicht. Die Flexibilität zeigt sich in individueller Gestaltung und den Formaten, während die Benutzerfreundlichkeit durch Unzerbrechlichkeit, geringes Gewicht und einfache Entsorgung überzeugt. Das Marktwachstum wird durch das steigende Interesse des Einzelhandels an Standbodenbeuteln für Eigenmakren gefördert, die mit geringem Gewicht, CO₂-Reduktion und Kosteneffizienz punkten. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/11/image-8.png)*Cradle-to-Cradle und Design4Recycling fördern die Verwendung sauberer Materialzusammensetzungen. (Quelle: EPEA Switzerland)* Albin Kälin von epeaswitzerland verdeutlichte in seinem Vortrag „**Beutel mit Cradle-to-Cradle-Zertifikat**“ die Rolle des Unternehmens als „Wissenstreuhändler“, was die Beschaffung von vertraulichen Materialdaten und deren ökologischen Auswirkungen nach A, B, C, X Kategorien angeht. Eine weitere Rolle von epeaswitzerland liegt in der des „Innovations Treuhändlers“, in der es Unternehmen aktiv in der Vernetzung und Entwicklung von Kreislaufstrategien unterstützt und Audits zur Materialgesundheit, Prozessgestaltung und Kreislauffähigkeit von Verpackungen durchführt. Die Anwendung der Prinzipien Cradle-to-Cradle und Design4Recycling fördern dabei die Verwendung sauberer Materialzusammensetzungen, ablösbarer Release-Beschichtungen und waschbarer Druckfarben. Gezeigt wurde dies am Beispiel der „Frosch Waschmittel Aloe Vera“-Verpackung gezeigt, die Cradle-to-Cradle Certified® Gold zertifiziert ist. Als Voraussetzung für C2C nannte er die s.g. Materialgesundheit. Sie beschreibt, wie gut ein material im Kreislauf geführt werden kann und wie die Umwelt dadurch beeinträchtigt wird. Lea Middendorf von Pöppelmann FAMAC® präsentierte in ihrem Vortrag **„Nachhaltigkeit und Technologie vereint – Ausgießer für Standbeutel“** ressourcenschonende Innovationen im Bereich der Spouts, die ein wesentlicher Bestandteil von Beutelverpackungen sind. Für das thermische Verschweißen und Ultraschallschweißen bietet Pöppelmann Spouts mit patentierter Wellenstruktur an, die die Folie schont. Mit den low-sealing-Materialien lassen sich recyclingfähige Mono-Material-Beutel realisieren – auch mit Schraubverschlüssen aus PE. Für Non-Food-Anwendungen setzt Pöppelmann auf Spouts und Kappen aus Post-Consumer-Rezyklaten und unterstreicht damit das Engagement für mehr Ressourcenschonung und Klimaschutz. In seinem Vortrag **„Neue Ansätze für den Standbodenbeutelmarkt:** **Die integrierten Verpackungslösungen von Sun Chemica**l“ stellte Pierangelo Brambilla das Ultra Low Monomer (ULM)-Produktportfolio von Sun Chemical vor. Diese firmeneigene Technologie konzentriert sich auf die Entwicklung von Klebstoffen und Beschichtungen mit extrem niedrigem Restmonomergehalt, was bedeutende Vorteile in Bezug auf die Sicherheit für Betreiber und Verbraucher bietet und ebenso für recyclingfähige Monomaterialverpackungen geeignet ist. Durch die deutliche Reduzierung der Monomer-Migration aus Verpackungsmaterialien in die Produkte verbessert die ULM-Technologie die Lebensmittelsicherheit sowie die Materialgesundheit und erfüllt strenge Vorschriften. Gleichzeitig unterstützt sie den Übergang zu Monomaterialverpackungen wie PE- und PP-basierten Lösungen durch die Integration von Gasbarriere-Eigenschaften im Klebstoff, wodurch sie besser für Kreislaufwirtschaftsinitiativen geeignet sind. Karsten Schröder schloss die Fachtagung mit einer **prägnanten Zusammenfassung der Vorträge**. Recyclingfähige Monomaterialien bilden die Voraussetzung für nachhaltigere Lösungen bei Standbodenbeuteln, technologische Fortschritte in den Barriere Eigenschaften vergrößern ihr Einsatzspektrum. Drucktechniken wie der Digitaldruck auf vorgefertigte Beutel ermöglichen die Auflagehöhe ab 1 Stück. Immer mehr Premium-Produkte nutzen Standbodenbeutel, um Lebensmittel, Tiernahrung, Getränke und Kosmetik optisch ansprechend und praktisch zu verpacken. Der wachsende Online-Handel erhöht die Beliebtheit der leichten und robusten Verpackungsform. Mit geringem Platzbedarf und geringem Transportvolumen sind sie für den Versand gut geeignet und bieten Verbrauchern eine hohe Funktionalität und einfache Handhabung. Schon jetzt laufen die Vorbereitungen für die 9. Europäische Standbeutel-Konferenz in 2 Jahren. *Weitere Informationen und Zugang zu den Vortrags-Mitschnitten gibt es unter: [innoform-coaching.de/tagung/8th-european-stand-up-pouch-conference-easy-to-use-2024](https://www.innoform-coaching.de/tagung/8th-european-stand-up-pouch-conference-easy-to-use-2024)* Und hier geht es zum Live-Mitschnitt der Zusammenfassung von Karsten Schröder ### Verwandte Episoden - [8. Europäischen Standbodenbeutel-Konferenz 2024 – Call for Papers](https://inno-talk.de/8-europaeischen-standbodenbeutel-konferenz-2024-call-for-papers/) - [Nachhaltigkeit und Technik vereint – Pöppelmann Spouts für Standbodenbeutel](https://inno-talk.de/nachhaltigkeit-und-technik-vereint-poeppelmann-spouts-fuer-standbodenbeutel/) --- ## Transkript Jetzt heißt es erstmal danke zu sagen und zwar danke zu sagen an diese tollen Referentinnen und Referenten. Ich gucke hier einfach mal in die Runde. Danke, dass ihr alle diese Insights, diese Details mit uns hier als Gruppe, als Stakeholder der Standbodenbeutelindustrie geteilt habt. Das ist wirklich ein Applaus wert. Tolle Arbeit, tolle Referate. Und ich möchte natürlich auch danke sagen an das Team da hinten. Auch wenn der Ton wie gesagt hier – entschuldige mich das letzte Mal jetzt auch dafür – nicht gut war. Insgesamt hat alles geklappt. Haben auch die Zuschaltung hingekriegt. Das ist wirklich technisch anspruchsvoll und ich glaube auch das ist eine Bereicherung, Referenten dabei zu haben, die einfach aus terminlichen Gründen nicht kommen können und trotzdem aber einen Beitrag haben, der hörenswert und sehenswert ist. Das wollen wir auch weiter forcieren. Also danke da hinten an meinen Sohn Jan und Daniel und natürlich meine Frau Kerstin und auch Wilma und Eva im Backoffice und alle, die mitgeholfen haben, Hotel und so weiter. Toller Job. Und ein Dank auch, und das ist ein bisschen ungewöhnlich, noch für uns an die Supporter. Andere sagen Sponsoren, wir sagen Supporter, denn die helfen uns allen, hier voranzukommen. Mit Geld, aber vor allem mit Engagement. Südpark und Pöppelmann, HP haben wir da hinten und natürlich auch Hermann Ultraschall, die hier vor Ort waren und die habt ihr gestern gesehen auf dem Chart, die zum anderen auch ja den Inno-Talk supporten, dazu aber später noch ganz kurz mehr. Und der größte Dank gilt euch als Teilnehmern, auch den Livestream-Teilnehmern. Danke, dass ihr da seid. Und jetzt fange ich an mit meinem Finale. So, wo ist der Knopf? Für die Leute, die das nicht kennen, ich mache immer während der Vorträge schwer. Kriege ich nie richtig hin, ich mache es trotzdem. Dieses Mal habe ich mir sogar vorgenommen, es geht nicht weiter, doch jetzt. Es in LinkedIn live zu streamen, das heißt auch die, die nicht hier sind, sollen zumindest das Finale hören und da vielleicht auch motiviert sein, nächstes Mal die Hand zu heben, um einen Vortrag zu halten oder vielleicht auch wieder dabei zu sein. Also jetzt live in LinkedIn. Herzlich willkommen, LinkedIn Community. Wir tragen vor und danke für die vielen Fragen, Dani. Du warst das erste Mal hier, eure Firma war das erste Mal bei uns und ich glaube nicht das letzte Mal. Du hast uns mitgenommen in deine digitale Welt, deinen digitalen Shop, in die Gestaltung von Druckbildern online. Es war einfach wunderbar. Danke dir dafür. Wir sind dann weitergegangen zu HP. Josep, herzlichen Dank für diesen wunderbaren Beitrag. HP begreift seinen Beitrag zu einem Business Model in einer nachhaltigen Welt. Wir haben ein kleines Interview vorhin aufgenommen. Das Schöne ist, du hast auch noch Spaß dabei. Es ist einfach wunderbar. Ganz ganz lieben Dank. Komm bald wieder und danke für den Support. Ja wir sind weitergegangen mit einem Referentenwechsel und ich muss sagen, es war ja besser als gedacht. Es war einfach wunderbar. Es war perfekt. Nina, du solltest dich permanent als Referentin melden. Nikola den lassen wir einfach weg. Der ist ja jetzt sowieso Geschäftsführer der hat keine Zeit mehr, habe ich gerade gelernt. War ein wunderbarer Beitrag und euer Spirit, euer Speed und vor allen Dingen auch die Produkte, die dabei hinten rausfallen. 80.000 Druckbilder, war das so ungefähr die Zahl pro Jahr? Es ist ja unfassbar. Es ist wirklich irre. Danke schön, dass du hier in die Bit gekommen bist und uns mitgenommen hast in die Welt der Labelisten. Ja und dann haben wir Stefano genießen dürfen. Wipf geht voran in Scope 3 mit LF-Triplex-Kaschierung zum Beispiel Scope 1 und Scope 2. Seid ihr schon gut unterwegs? Mittelstand ist Trumpf und das zeigt ja auch hier das Auditorium. ### Nachhaltigkeit durch Mittelstand und Recyclingprozesse Der größte Beitrag zur Nachhaltigkeit kommt natürlich insbesondere in Zentraleuropa vom Mittelstand und die Großen sind natürlich auch willkommen, wie die auch hier bei uns sind, aber Wipf ist wirklich ein Beispiel für Perfektion und Nachhaltigkeit, darf ich wirklich sagen. Danke, dass du uns mitgenommen hast und gezeigt hast, wie ihr da weiter vorangeht mit euren zahlreichen Kunden in der ganzen Welt. Dann sind wir eingestiegen in die orientierten Polyolefinfolien, Polyethylen, Polypropylen von Polyfilm. Susanne hat uns gezeigt, wie der Rektprozess vom Prinzip funktioniert und was für tolle neue, dünne Produkte, also materialoptimierte Produkte hochglänzend oder matt entstehen können auf diesen faszinierenden Technologien. Die erste Anlage ist jetzt angefahren, wird abgenommen und die Produkte drücken jetzt in den Markt. Andere sind ebenfalls mitgegangen und bieten ähnliche Dinge an. Ich glaube gerade diese monoaxial orientierte Technologie für die Polyolefinfolien bringt noch mal einen weiteren Schub auch für die Standbeutelindustrie, denn ohne eine orientierte Folie ist der Standbeutel einfach schwer herzustellen, weil er so elastisch ist und sich schlecht schweißen lässt. Wir haben Lösungen heute gehört. Dankeschön an Polyfilm, dass ihr auch hier nach Wien gekommen seid. SN Maschinenbau und Südpark waren Vertreter für das Triumvirat, die jetzt ein Komplettsystem anbieten, um komplexe gespoutete Pouches, wir im Englischen, also Beutel mit Einschweißteilen produzieren wollen. Alles aus einer Hand mit Garantie. Das heißt, wer einsteigen will in die Produktion von Standbeuteln und vielleicht sogar ins Abfüllen, der ist da an der richtigen Adresse. Er kriegt eine Maschine, ein Material und eins baut mit Gelingarantie, wie bei Dr. Oetker. Einfach wunderbar. Dankeschön, dass ihr da wart, ihr beiden. Und dann Hermann Ultraschall natürlich mit der Ultraschalltechnik, die aus dem Standbeutelbereich schon fast gar nicht mehr wegzudenken ist. Alle Capri-Sonnenbeutel werden mit Ultraschall verschlossen. Man kann durch Produkt schweißen. Natürlich muss man nachdenken, wo es sinnvoll ist, so eine etwas komplexere Schweißtechnologie einzusetzen. Aber wir haben ja auch in der Vorführung gesehen, sie ist schnell, sie ist dicht, sie ist zuverlässig und vor allen Dingen ist auch noch trackable oder traceable. Man kann also sehen, mit welchen Parametern man in welchen Beutel geschweißt hat. Auch das ist in der heutigen Zeit ein wichtiges Argument, habe ich eben noch gestern im Interview selber gelernt. Dankeschön dafür. Und dann gestern, Pierre, danke für diese tiefen Insights in die Festigkeitsoptimierungsmöglichkeiten von großen Standbeuteln. Zwei-Liter-, Fünf-Liter-Standbeutel. Man muss sich das mal vorstellen. Ich habe selber solche Beutel mal entwickelt. Wir haben gestern noch kurz darüber gesprochen. Es hat sich wahnsinnig viel entgetan. Man muss alles bedenken. Rohstoff, Maschine, Prozess. Die fünf M’s. Mensch, Maschine, Methode, Material, Mitwelt. Darum geht es immer. Und gerade auch bei der Optimierung vom Abwurf-Test, von Robustheit, von Standbeuteln. Ob es nun das Einschweißteil ist oder der gesamte Beutel im Drop-Test. Ihr könnt die richtig robust produzieren. Ich bin begeistert und danke, dass du das alles mit uns geteilt hast. Dann das Drucken auf den fertigen Beutel. Wer hätte sich das für fünf Jahre überhaupt vorstellen können, dass wir so einen Vortrag hier mal bei der Pouch-Konferenz haben. Es erschien unmöglich. Stückzahl eins beim Standbeutel. Ich komme aus einer Ära vor 30 Jahren. Lieferzeit zwölf Wochen. Unbezahlbar. Entschuldige, Bischof + Klein, so war es damals. Ihr habt euch auch weiter entwickelt. ### Prototypenentwicklung und Marktstudien mit Innofor Aber Losgröße eins, um erst einmal Prototypen zu machen, um dann reinzugehen, Marktstudien zu machen, um dann nachher vielleicht in die Großserie zu kommen. Tolle Visionen und tolle Umsetzungen hier auch mit diesem Web-Shop. Dankeschön, Ronny, dass du das uns hier gezeigt hast. Ich bin erstaunt. Über 50 Prozent sind schon Monomaterialbeutel im Markt, sagt Jörg Schönwald mit seiner neuen Studie, die ja jetzt in Kürze erscheint. Tolle Daten, die wir hier heute auch gratis quasi alles in diesem Rundum-Sorglospaket von Innoform mitgekriegt haben. 50 Prozent Monomaterial. Wir müssen es nur noch recyceln. Und da schließt sich der Vortrag von Dagmar Glatz an, die uns den Spiegel vorgehalten hat, gesagt, ja ich mache das alles toll, aber es wird nicht recycelt. What? Und da müssen wir glaube ich ein bisschen lobbyieren. Und wir haben in der Pause schon drüber gesprochen. Eigentlich sollten wir uns regelmäßiger treffen, auch vielleicht in kleinen Arbeitsgruppen. Und wer die Lust hat mit zur Arbeit, möge sich bei mir melden. Wir wollen da mehr reinstecken, auch unser Gesicht wirklich nach außen zu kommunizieren, dass der Beutel wirklich das Minimalpackmittel für viele Verbrauchsgüter ist. Und nicht nur das Minimalpackmittel, sondern auch das Optimalpackmittel aus meiner Sicht. Dankeschön, Dagmar Glatz, dass Sie uns das mit uns geteilt haben. Ja und dann aus der Praxis für die Praxis, die Lebensmittelproduzenten, die sich in den Beutel verliebt haben und den als einziges Packmittel eigentlich als Private-Label-Anbieter promoten für uns als Hersteller sozusagen, als Verpackungsindustrie. Also so einen Beitrag habe ich auch noch nicht gehört. Und wir bleiben auf jeden Fall in Kontakt. Dankeschön für euch beiden. Bempflinger ist jetzt ein Begriff in der Branche und steht für das Befüllen, Herstellen und in den Markt bringen von im Standbeutel verpackten Lebensmitteln. Dann Albin Kehling. Cradle to Cradle darf nicht fehlen. Es ist ein Konzept von vielen, aber es ist eigentlich das Konzept, was zu Ende gedacht ist. Und ein Ende gibt es ja nicht, weil es immer in die Runde geht. Aber dieses Konzept Cradle to Cradle ist glaube ich auch ein Modell für viele Standbeutelproduzenten und alle, die Standbeutel in den Verkehr bringen. Danke, Albin, und danke vor allen Dingen auch für das Buch. Ich werde es mir jetzt bestellen und dann natürlich auch lesen vor unserem Podcast, den wir dann in 14 Tagen aufnehmen. Lea, es ist einfach interessant, wie schnell ihr doch jetzt den PCR-Spout oder den recycelten Pouch auch auf den Markt gebracht habt. Die Kappe ist sogar schon im Regal. Alles andere ist auf dem Weg. Wer probieren will, da hinten liegen Muster. Die ersten Versuche sind gemacht. Es sieht positiv aus. Noch für Non-Food, aber demnächst auch mal für Food. Irre, wie es jetzt weitergeht. Also seit dem letzten Podcast vor einem Jahr haben wir jetzt schon wieder Produkte im Handel. Also es geht voran. Ja, dieser Vortrag da wollte ich einfach mal von der hohen Flughöhe mal ein bisschen ins Detail abtauchen, ins technische Detail. Für manchen war es vielleicht bisschen zu hardcore mit den ganzen Fachausdrücken VOC und Low Migration und so weiter. Aber das ist das, wo wir uns ja auch in Oldenburg im Labor immer wieder mit beschäftigen. Wie gut sind denn jetzt wirklich die Verpackungen? Aber ein Thema war glaube ich bei dieser Konferenz. Wir müssen auch fünfe gerade sein lassen. Insbesondere beim Vortrag der Labelisten kam das raus. Man muss auch einfach mal was machen und nicht immer nur alles kaputt reden. ### Sun Chemical Druckfarben und InnoTalk Format Und ich glaube, Sun Chemical habe ich heute gelernt, hat jetzt wirklich über den Klebstoff, Druckfarbe mit Wasser basiert oder mit Lösemittel eigentlich alles verfügbar und unterstützt sogar mit Barrierebeschichtung noch die Monomaterialverpackung, insbesondere den Standbeutelmarkt bis hin zur Sterilisierfestigkeit. Also das ist wirklich toll. Dankeschön, Piro, dass du da warst. Jetzt noch eine kleine Einladung zu einem kostenlosen Event. Ich will auch was zurückgeben. Der Inno-Talk ist kostenlos, sechsmal im Jahr, am Freitagnachmittag nur für Manager und die, die es werden wollen. Also Entscheider, sagen wir. Das ist das nächste Thema. Wir wechseln immer auch da die Sprache zwischen Deutsch und Englisch. Aber weil Interprefy so gut war, werde ich vielleicht das immer auch mit Interprefy demnächst mal machen. Auf jeden Fall mache ich einen Versuch. So bin ich wild entschlossen. Dankeschön für alle, den Inno-Talk mit Vorträgen unterstützen oder eben mit Geld für Teilnehmer. Wie gesagt, es ist kostenlos. Sie bezahlen nur mit ihren Kontaktdaten. Ich möchte noch mal Reklame machen für unsere anderen Formate. Wir haben Blog, wir haben Podcast. Wir möchten so ein bisschen das Flexpack-Radio sein. Im Moment ist das nur in deutscher Sprache verfügbar. Aber die KI kann auch heute schon Podcasts übersetzen. Und irgendwann werde ich es auch noch mal mit dem Englischlehrer versuchen, damit ich das so ein bisschen verbessere. Ich kann Ihnen den Inhalt wirklich empfehlen. Das ist jetzt mal eine Episode von Pöppelmann. Aber da erscheinen alle zwei Wochen etwa Episoden. All das, was wir hier besprochen haben, wurde mehr oder weniger auch schon in diesen Episoden durchgekaut. Vielleicht ist mal was für Sie dabei. Letzte Schleichwerbung für heute. Das Inno-Meeting steht vor der Tür. Und zwar das in Osnabrück in deutscher Sprache. Vielleicht mit Übersetzung auch. Auf jeden Fall das Programm steht. Wir haben das Konzept etwas angepasst an die Bedürfnisse der Teilnehmer. Wir haben drei verschiedene Blöcke an Innovationen entlang der Lieferkette diesmal drin im Inno-Meeting. Kommen Sie vorbei nach Osnabrück ins Bierhaus Rampendal. Allein deswegen kommen die meisten. Aber die Vorträge sind auch nicht schlecht. Also in diesem Sinne würde ich mich freuen, wenn Sie mal dabei sind. Das war sie, achte europäische Standbeutelkonferenz. Die Innoform-Tassen sind für Sie. Alles andere lassen Sie hier. Guten Appetit. Bis zum nächsten Mal. Schön, dass Sie da sind. Es hat mir Spaß gemacht. **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Folienherstellung/Veredelung, Lebensmittelverpackung, Standbeutel, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Dieter Finna, PC-11-24, Standbeutel --- ### [Zusammenfassung: Barriere-Verbundfolien – Der Expertentreff 2025 ](https://inno-talk.de/zusammenfassung-barriere-verbundfolien-der-expertentreff-2025/) **Published:** Juli 7, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ***Die 2-jährige Fachtagung in der SKZ-Modellfabrik Würzburg bot am 01./02. Juli 2025 einen umfassenden Einblick in aktuelle Entwicklungen und Trends rund um Barriere-Verbundfolien. Im Mittelpunkt standen neue Materiallösungen sowie innovative Herstellungsverfahren von Monomaterialien. Zudem wurde die Leistungsfähigkeit moderner Folien eindrucksvoll demonstriert und präzise Messmethoden der Permeationsmessung aufgezeigt.*** ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/02/inno_header_Der-Expertentreff_2025_wide-1024x351.jpg)*von Dieter Finna* Wer an der Zukunft von Barriere-Verbundfolien arbeitet, fand bei dieser Fachtagung Zugang zu den neuesten Entwicklungen. Die Veranstaltung bot wertvolle Impulse zu aktuellen Trends in der Folienextrusion sowie nachhaltige Verpackungskonzepte mit innovativ hergestellten Polyolefin-Folien. Die zweitägige Veranstaltung bot zudem einen erstklassigen Austausch mit Experten der Verpackungsbranche. Karsten Schröder moderierte das Programm. Hier folgt eine kurze Zusammenfassung der Beiträge. Dr. Thomas Gröner von TG Pack Solutions zeigte in seiner Präsentation die **Auswirkungen der Verpackungsverordnung PPWR auf Barriereverpackungen auf**. Zunächst ging er auf die Verantwortung von Erzeuger und Hersteller ein. Der Erzeuger fertigt die Verpackung und ist für deren Konformität verantwortlich, während der Hersteller verpackt Produkte auf den Markt bringt und gegenüber den Behörden verantwortlich ist. Zentrale Herausforderungen ergeben sich durch die generelle Anforderung an die Recyclingfähigkeit von Verpackungen ab 2030 sowie das Erfüllen von Mindest-Recyklatanteilen von Kunststoffverpackung. Besonders problematisch sind Multimaterial-Verbunde, da sie oft nicht sortier- oder recycelbar sind. Hersteller müssen daher verstärkt auf Monomaterial-Lösungen, recyclinggerechtes Design und verbesserte Trennbarkeit setzen. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/07/image.jpeg)*Beispiele für ein optimiertes Verpackungsdesign durch DfR. (Quelle: Borealis Polyolefine GmbH)* Florian Reiter von **Borealis** stellte in seinem Vortrag vor, wie sich die **Eigenschaften von monoaxial verstreckten Polyolefin-Folien** durch gezielte Materialwahl und Prozessführung deutlich verbessern lassen. Hohe Sauerstoffbarrieren bis < 0,5 cm³/(m²\*bar\*d) lassen sich mit orientierten Folien in Maschinen-Richtung (MDO) erreichen als auch ihr Siegelfenster auf 130-170°C erweitern, bei reduzierter Schrumpfung in den Siegelbereichen. Monoaxial verstreckte PE-Verbundfolien erzielen eine höhere mechanische Festigkeit sowie thermische Stabilität mit gleichzeitig verbesserter Prozesseffizienz beim Verarbeiten der Folien. Solche Lösungen, die im Design for Recycling (DfR) gefunden werden, erfordern die Zusammenarbeit in der gesamten Prozesskette. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/07/image-2.jpeg)*Beispiele für ein optimiertes Verpackungsdesign durch DfR. (Quelle: Windmöller & Hölscher SE & Co. KG)* Im Rahmen seines Vortrags präsentierte Hendrik Steen (**Windmöller & Hölscher**) **innovative Konzepte zur Nachrüstung von MDO-Einheiten für eine effizientere Barrierefilmproduktion**. Besonders geeignet für ein solches Retrofit sind 5-Schicht-PE-Blasfolienanlagen. Für weniger komplexe Anwendungen lässt sich der MDO-Prozess auch auf dreischichtige Verbunde anwenden. Für die Herstellung hochwertiger EVOH/PA-Barrierefolien empfiehlt sich hingegen der Einsatz von 7- oder 9-Schicht-Anlagen. Wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Integration einer MDO-Einheit ist, dass sowohl die Auslegung der vorhandenen Extruder und des Blaskopfs als auch die räumlichen Gegebenheiten im Anlagenturm eine effiziente Produktion ermöglichen. Mit der Implementierung der OPTIFIL P-MDO-Automatisierung gelingt es, den Randbeschnitt der Folien um bis zu 50 % verringern – ein bedeutender Schritt hin zu signifikanten Materialeinsparungen. Insgesamt trägt die MDO-Nachrüstung auch zur Steigerung der Produktionseffizienz bei. Die Herstellung der MDO-PE-Folien ist eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen PET/PE-Verbunden und eröffnet in diesem Bereich neue Marktchancen sowie zusätzliche Absatzpotenziale. Die Präsentation von **Dr. Benedikt Hauer** vom Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik **IPM** behandelte die **Messtechnischen Anforderungen für die Inline-Qualitätskontrolle** von ultradünnen anorganischen Barriereschichten (<50 nm) auf Polymer-Substraten. Diese ultradünnen Oxidschichten dienen zur Verhinderung von Sauerstoffdiffusion durch die Verpackung. Das Messprinzip zur notwendigen Qualitätskontrolle basiert auf Infrarot-Reflexionsspektroskopie, insbesondere der Analyse charakteristischer Si–O- und Al–O-Vibrationsbanden. Gezeigt wurde dies an einem Praxisbeispiel zur produktionsbegleitenden Inspektion in einer industriellen Batch-Beschichtungsanlage. In Rolle-zu-Rolle-Anlagen stellen Dünnfilminterferenzen, Bandflattern und Vakuumbedingungen wesentliche Herausforderungen bei der Messung dar. Gelöst wird dies durch kompakte, kalibrierte Infrarot-Sensoren mit kurzer Messdauer, hoher Parallelisierbarkeit und spektraler Filtertechnologie zur Schichtdickenbestimmung in Echtzeit. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/07/image-8.jpeg)*Das Druckkammerrakel-Beschichtungssystem PGS besitzt geringste Toleranzen bei der Beschichtung. (Quelle: BASF SE)* Norbert Runn von Polytype Converting stellte **nachhaltige Produktionsziele mit innovativen Technologien** vor. Das gemeinsam mit BASF weiterentwickelte Druckkammerrakel Beschichtungssystem PGS® ermöglicht höchste Präzision beim Beschichten und senkt sowohl Materialverluste als auch Rücklauf- und Investitionskosten deutlich. Zusammen mit Mitsui Chemical wurden Multi-Layer geeignete Barriere-Beschichtungsmedien entwickelt, die insbesondere für papierbasierte Beschichtungen, ergänzend zu bestehenden Lösungen für folienbasierte Verpackungsmaterialien geeignet sind. Durch Multi-Layer Curtain Coating erfolgt der Auftrag mehrerer Beschichtungslagen auf einer Position. Die Kalandertechnologie ist ein energieeffizienter und ressourcenschonend Prozess und vielseitig einsetzbar, zum Beispiel für die lösemittelfreie Laminierung von Verpackungsfolien und zum Kühlen von geschmolzener PET-Folie. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/07/image-7.jpeg)*Sauerstoff- und Wasserdampfbarriere verschiedener Barriereschichten. (Quelle: Bobst Meerbusch GmbH)* Marco Schmidt von **Bobst** Meerbusch präsentierte das **oneBARRIER-Konzept** als eine nachhaltige Lösung für flexible Verpackungen auf Papierbasis mit hoher Barrierewirkung. Durch die Kombination von Primer und Barriereschichten wie AlOX bzw. AluBond (Metallisierung), ergänzt durch ein Heat-Seal-Coating, entsteht eine effektive Sauerstoff- und Wasserdampfsperre, die metallisierte Polyester- und sogar Aluminiumfolienstrukturen ersetzen kann. Sie besteht auch nach Falten des Verpackungsmaterials, wie der Faltetest belegt. Das Barrierematerial ist recyclingfähig gemäß CEPI, Aticelca und PTS-Normen und erreicht bis zu 95 % Wiederverwertbarkeit. Anwendungsbeispiele sind Verpackungen für Lebensmittel und Haushaltsprodukte, die recyclinggerecht und zugleich funktional sind. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/07/image-3.jpeg)*Eigenschaften des mit traceless beschichteten Papiers. (Quelle: Traceless Materials GmbH)* In einem Gemeinschaftsvortrag zeigten Thomas Lunz (**Mondi** Functional Paper & Films) und Marissa Schwinn (**Traceless** Materials), welche Möglichkeiten **recyclingfähige Barrierepapiere** heute bereits bieten und was als Perspektive zu erwarten ist. Mondi verfügt über sämtliche Technologien, die Extrusions- und Dispersionsbeschichtungen als auch Metallisierung umfassen. Die Barrierepapiere erfüllen sowohl funktionale als auch hohe mechanische Anforderungen und sind je nach regionalem System im Papier- oder Leichtverpackungsstrom recycelbar. So lassen sich etwa bruchsichere Barriere-Alternativen zu Aluminiumverbunden realisieren. traceless materials entwickelt aus pflanzlichen Reststoffen der Agrarindustrie gewonnene, heimkompostierbare, innovative Biomaterialien mit negativer CO₂-Bilanz. Die eingesetzten Biopolymere gelten als plastikfrei. In Zusammenarbeit mit Mondi wird eine Papierbeschichtung entwickelt, die die Wasserdampf- und Sauerstoffbarrieren sowie Heißsiegelfähigkeit bietet – ohne den Papierrecyclingprozess zu beeinträchtigen. Die seiner Präsentation „Weniger ist mehr – Nachhaltigkeit, Ökobilanz und Verbraucherverhalten”** unterstrich Dr. Phil Rosenow vom Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV, dass Nachhaltigkeit bei Verpackungen nicht durch pauschale Materialeinsparung erreicht wird. Unterverpackung erhöht Lebensmittelverluste, während Überverpackung unnötige Umweltwirkungen verursacht. Dabei haben Lebensmittelverluste eine höhere Umweltwirkung als die Verpackungen. Eine funktionsgetriebene Lebenszyklusanalyse (LCA) berücksichtigt Schutzfunktion, Haltbarkeit und Verbraucherverhalten. Am Beispiel Rinderhack zeigte er: Optimales Barrieredesign verlängert das Shelf-Life und senkt Klimafolgen. Eine nachhaltige Verpackung gleicht Materialeinsatz und Schutzwirkung aus, was am Institut derzeit an weiteren Fallstudien für Chips, Joghurt und Obst untersucht wird. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/07/image-5.jpeg)*Farbstabilität und Frischeerhalt mit Bactoferm® Rubis. (Quelle: Weber Food Technology SE & Co.KG)* In seiner Präsentation **„Verwendung von Bakterienkulturen als natürlicher Sauerstoffabsorber für in Mono-PET verpackte Wurstwaren“** zeigte Andreas Dietrich, **Weber** Food Technology, zunächst auf, dass der Sauerstoff in Wurstverpackungen aus dem Verpackungsprozess, dem Produkt und der unzureichenden Barrierewirkung von Mono-PET stammt. Folgen sind Photooxidation, Farbverlust unter Einfluss von kalt-weißem LED-Licht, Frischeeinbußen und schnellerer Verderb. Kulturen wie Bactoferm® Rubis wirken quasi wie natürliche Sauerstoffabsorber. Sie binden O₂ metabolisch, stabilisieren Farbe, verlängern die Haltbarkeit und ermöglichen „Clean Label“-Verpackungen ohne synthetische Zusatzstoffe – eine nachhaltige Lösung für moderne, Recyclingfreundliche Verpackungsmaterialien mit reduzierter Barriere. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/07/image-6.jpeg)*Barriereeigenschaften verschiedener Ormocer®-Formulierungen. (Quelle: Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC)* **Dr. Ferdinand Somorowsky** (**Fraunhofer ISC**) präsentierte einen im EU-Projekt InnPressMe entwickelten **faserbasierten Standbodenbeutel mit Barrierefunktion** auf Basis von bioORMOCER®-Hybridpolymeren. Dabei handelt es sich um Werkstoffe, die keramische Barriereeigenschaften mit polymerer Flexibilität vereinen. Papier, PLA-X-Dispersionen und bioORMOCER® wurden in klassischen Verfahren verarbeitet. Die Beutel bestehen zu über 85 % aus biobasierten Materialien, sind recycelbar, biologisch abbaubar und erreichen Barrierewerte von OTR 2–4 cm³/(m² d bar) und WVTR bis 6 g/(m² d). Im Vergleich zu herkömmlichen Kunststoffbeuteln bieten sie deutliche ökologische Vorteile bei vergleichbarer Funktionalität und Eignung für Lebensmittelverpackungen. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/07/image-9.jpeg)*Übersicht über die Eigenschaften anorganischer Barriereschichten. (Quelle: Amcor Flexibles Kreuzlingen AG)* **Dr. Philipp Okle** von **Amcor** Flexibles Kreuzlingen AG stellte in seinem Vortrag die Vorteile von SiOx-Barrieren für PP/PE-basierte, hochbarriere-fähige und sterilisierbare Verpackungen vor. Sie stehen als nachhaltige Alternative zu AlOx und Aluminium. SiOx bietet bessere Transparenz, mechanische Stabilität und Recyclingfähigkeit. Im Vergleich zu AlOx besitzen SiOx Barrieren eine geringere Defektdichte typischer Barriere Defekte und eine höhere Verarbeitungs-Prozessrobustheit. Anwendungen reichen von Baby- bis Tiernahrung. Lebenszyklusanalysen (LCA) und Recyclingstudien bestätigen, dass Verpackungen mit SiOx-Barriere den CO₂-Fußabdruck um bis zu 60 % gegenüber konventionellen PET/Alu/PP-Lösungen reduzieren und damit zentrale Anforderungen der Verpackungsverordnung (PPWR) erfüllen. **Dr. Ulrike Helmstedt** vom **Leibnitz-Institut** für Oberflächenmodifizierung präsentierte in ihrem Vortrag, **wie UV-Strahlung neue Wege in der Herstellung transparenter, flexibler Barrierebeschichtungen eröffnet**. Durch VUV-Konversion (Vakuum-Ultra-Violetter-Strahlung) lassen sich keramische Oxidschichten (z. B. SiOx, AlOx) bei Raumtemperatur und Normaldruck herstellen – ohne Vakuumverfahren. So können empfindliche Substrate (z. B. PET) kosteneffizient beschichtet werden. Das eröffnet Perspektiven für nachhaltige, thermoformbare und leitfähige Barriere Systeme. Mit UV-initiierter Polymerisation hergestellt Nanokomposit-Barrieren nutzen spezielle Füllstoffe, um die Diffusionswege für Gase zu verlängern (Tortuosity-Prinzip). UV-härtbare Harze ermöglichen zudem dickere, VOC-freie Schutzschichten ohne Heißlufttrocknung. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/07/image-4.jpeg)*Schematischer Aufbau einer Permeationsmessung flexibler Verpackungen. (Quelle: AMETEK GmbH (Business Unit Mocon))* **Christoph Zerwas** von **Ametek**, Business Unit Mocon, zeigte in seiner Präsentation neue Ansätze zur **Barrieremessung flexibler Verpackungen.** Sie gewinnen insbesondere vor dem Hintergrund wachsender Materialvielfalt und steigender Anforderungen an Genauigkeit und Reproduzierbarkeit an Bedeutung. Die klassische Vorbereitung einer Permeationsmessung mit Einschneiden und anschließender Verklebung per Epoxidharz ist zeitaufwendig, fehleranfällig und auch gesundheitskritisch. Die neue Klemmlösung per Adapter ersetzt das Kleben, spart bis zu 90 % Vorbereitungszeit, halbiert die Messstreuung und erhöht die Messsicherheit. Damit wird die Messung deutlich effizienter und nachhaltiger – bei gleichzeitiger Reduktion von Abfall und Bedienfehlern. **Alexander Tovar** von **Inficon** GmbH wies in seinem Vortrag „Dichtheitsprüfung als Ergänzung zu Permeationsmessungen“ darauf hin, dass Permeation nur bei vollständig dichten Verpackungen korrekt gemessen werden kann. Die Dichtigkeit einer Verpackung ist jedoch kein absoluter Zustand, sondern wird durch überprüfbare Leckraten oder O₂-Konzentrationen definiert. Die Auswahl geeigneter Prüfmethoden richtet sich nach diesen Spezifikationen. Es gibt zahlreiche Messverfahren – von sensorischen Tests bis zu hochpräzisen Differenzdruck- und Gasmessmethoden. Besonders die Druckanstiegsprüfung in flexibler Folienkammer überzeugt durch zerstörungsfreie, schnelle und reproduzierbare Ergebnisse. Für eine 100 %-Kontrolle in der Produktion kommen teilweise automatisierte In-Line-Systeme zum Einsatz, die hohe Qualität und Prozesssicherheit gewährleisten. **Dr. Kristina Eißenberger** von der **Hochschule Albstadt-Sigmaringen** stellte recycelbare **metallisierte Mehrschichtfolien mit einer innovativen Proteinbarriereschicht** vor. Durch Metallisierung der proteinbasierten Schicht wird die Sauerstoffbarriere signifikant verbessert, was den Produktschutz erhöht. Gleichzeitig ermöglichen trennbare Materialstrukturen ein sortenreines Recycling der einzelnen Schichten. Das Verfahren erlaubt einen enzymatischen Abbau der Proteinbeschichtung, wodurch hochwertige Recyclate entstehen. Diese können in geschlossenen Materialkreisläufen wiederverwendet werden. Ziel ist eine nachhaltige, biobasierte Verpackung mit hoher Funktionalität in Zukunft, die durch maßgeschneiderte End-of-Life-Lösungen eine echte Kreislaufwirtschaft ermöglicht. **Karsten Schröder** schloss die Fachtagung mit einer **prägnanten Zusammenfassung** aller Vorträge. Es ist an der Zeit bei Verpackungen materialunabhängig zu denken. Je nachdem, für welche Anwendung ein Verpackungsmaterial besser geeignet ist, kann dies Papier sein, für eine andere Anwendung hingegen (Verbund-)Folie oder möglicherweise auch Biomaterial. Es gilt, das jeweils am besten geeignete Material einzusetzen und nicht ideologisch in eine Richtung zu denken. Das fordert die PPWR und der große Slogan darüber heißt Minimieren! In ihrer Kompaktheit zeigte die Fachtagung, Minimalverpackungen sind kein Trend, sondern die Zukunft. Innovation, Austausch und Zusammenarbeit treiben nachhaltige Lösungen voran und gestalten die Verpackungswelt von morgen. Der nächste Expertentreff verpackungsdruck findet am 27./28. November 2025 statt. [![10. Expertentreff Verpackungsdruck - Effizient und rezyklierbar small](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/05/10_Expertentreff_Verpackungsdruck-Effizient-und-rezyklierbar_teaser_lang-1024x351.jpg)](https://inno-meeting.de/events/VD-11-25/)### Verwandte Episoden - [Barriere-Verbundfolien – Der Expertentreff 2025](https://inno-talk.de/barriere-verbundfolien-der-expertentreff-2025/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) - [ReferentInnen zu Barriere-Verbundfolien gesucht](https://inno-talk.de/referenten-zu-barriere-verbundfolien-gesucht/) --- ## Transkript So, jetzt komme ich zu meinem glanzkürzem Finale, eine Art Zusammenfassung der anderthalb Tage, ist natürlich nicht möglich in zehn Minuten. Bevor ich dazu komme, möchte ich aber nochmal ganz herzlich Danke sagen. Danke sagen an diese tollen Referentinnen und Referenten. Das kann man wirklich sagen, das Programm hat wirklich zusammengepasst. Lieben Dank für die tolle Vorarbeit und da sitzen viele Stunden drin. Ein kleiner Applaus vielleicht für unsere Vortragenden. Also, ganz lieben Dank Thomas, dass du uns in diese komplexe Welt der PPWR ganz zu Anfang mitgenommen hast. Eigentlich so bisschen auch der Leitfaden für die anderthalb Tage. Alles dreht sich heute in der Flexpack-Industrie, insbesondere um die PPWR. Für Flexpack ist das eine gigantische Chance. Andere Verpackungssysteme haben Riesenprobleme. Ich glaube, wir können viel machen und wir müssen uns frei machen, meiner Meinung nach, dieser Materialfokussierung. Wir müssen Material unabhängig denken. Je nachdem, für welche Anwendung Papier besser ist, Folie besser ist, vielleicht sogar auch Biomaterialien, müssen wir eben die nehmen und nicht ideologisch immer nur in eine Richtung stoßen. Das fordert die PPWR und der große Slogan oben drüber – hast es mehrfach gesagt –, minimieren, minimieren, minimieren. Und was ist die Minimalverpackung? Die Bananenschale. Und dann kommt schon die flexible Verpackung. In diesem Sinne Dankeschön Thomas, für diesen tollen Beitrag. Und dann hat Borealis uns noch mal bisschen mitgenommen in die bimodalen Modelle der Polyethylene. Toller Vortrag, lieber Florian, von dir. Das war spannend für mich immer wieder als Polyolefin-Fan. Das ist das, was in Meeren oben schwimmt. Und wir kümmern uns darum, dass das nicht mehr passiert, dass sie nicht mehr in die Meere geraten, sondern dass sie auch nachhaltiger werden, dass sie recycelt werden und recyceltfähiger werden. Da geht es richtig voran. Und ihr habt Materialien, die erlauben, auch Monomaterialien sauber zu schweißen. Deswegen hatte ich dieses Bild mal exemplarisch hier rausgenommen. Diesen Temperaturgradienten von Außenlage zu Innenlage möglichst groß zu machen, mit eurem Fachwissen hinsichtlich Polymerstrukturen, wirklich toll. Ganz, ganz lieben Dank dafür. Dann Windmühlen und Hölscher brauchen wir immer dann, wenn wir Folie produzieren wollen. Aber es muss nicht immer eine neue Maschine sein. Das ist auch ein neuer nachhaltiger Ansatz. Deswegen passt das hervorragend auch wieder zu diesem Dachthema, was wir hier gestern und heute besprochen haben. MDO-Nachrüsten in bestehende Anlagen ist möglich, ist oft wirtschaftlich. Und das Team von Hendrik hat sich verdoppelt, seitdem er es macht. Da sieht man, das wird auch nachgefragt. Und ich glaube, das ist auch ein guter Beitrag. Man muss nicht immer eine neue Maschine kaufen. Man kann auch mal was nachrüsten und aufrüsten. Dann Fraunhofer war ja stark vertreten mit verschiedenen Instituten diesmal. Aber es passte alles gut rein ins Thema. Und Benedikt, vielen Dank einmal für den Podcast. Fast 4.000 Plays, die 4.000 knacken wir noch. Und danke auch für die Messtechnik, die du uns anhand gibst. Wir müssen diese dünnen, unsichtbaren Schichten verlässlich messen können. Sonst können wir sie nicht in den Markt bringen. Wir sind verantwortlich dafür, dass wenn wir Massenprodukte in den Markt bringen, dass die auf 100 % funktionieren und dafür müssen wir auch messen. Bei dir kann man sowas kaufen. Man kann sowas auch weiterentwickeln. Danke schön für das Angebot und danke schön auch für den Support hier bei der Tagung. Dann Norbert hat uns mitgenommen in die Welt der Beschichtung, der Beschichtungsmaschinen, Beschichtungstechnologien. Auch da Riesenfortschritte, hohe Geschwindigkeiten, 600 Meter und schneller. Viel aus der wässrigen Phase haben wir gelernt. Also die Maschinentechnik hat sich auch mitentwickelt mit den neuen Beschichtungschemikalien, mit den neuen Beschichtungssystemen und auch Materialien. ### Beschichtungssysteme: Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten Es ist eigentlich alles zu beschichten, was wir heute beschichten wollen in den verschiedenen Systemen. Dankeschön Norbert, dass du das erste Mal hier bei Innoform warst. Komm gerne mal wieder, herrliche Sache. Bobst One Barrier ist ja gar nicht mehr wegzudenken aus der Flexpack-Welt, man schon fast sagen. Nicht nur weil ich auch da zwei Podcast-Episoden schon aufgenommen habe, sondern weil es einfach faszinierend ist, wie ein Maschinenbauer Prozesse denkt und einem Kunden nicht nur Stahl und Eisen und Software verkauft, sondern eben auch Prozesstechnik und fertige Produkte eigentlich anhand gibt, die für unsere Industrie sehr wertvoll sind, wo eben verschiedene Player mitentwickeln und auch die Zutaten liefern. Dankeschön Marco für den tollen ersten Vortrag hier für so ein Publikum. Das hast du ganz großartig gemacht und ich habe schon gemerkt, du hast auch Geschmack dran gefunden. Du kommst ganz sicher wieder hier zum Podium. Danke dir. Ja dann haben wir einen Doppelvortrag gehabt, das machen wir auch immer ganz gerne. Mondi und Traceless arbeiten zusammen. Das ist hier angekündigt worden, sagt man Neudeutsch. Dankeschön Thomas Lund und Marissa, dass ihr hier gemeinsam nochmal die Synergien zwischen Nicht-Kunststoff, Traceless ist aber so bisschen ähnlich, aber kommt ja aus anderen Quellen, und Papier. Welche Synergien sich da ergeben, wie also Papier wasserdicht gemacht werden kann, wie siegelfähig gemacht werden kann mit diesem nachhaltigen Stoff Traceless. Ihr seid ja in einer Scale-up-Phase. Ich bin gespannt auf 2029 – war glaube ich das Datum –, wie weit wir dann sind, wir dann die großen Industriemengen auch wirklich kriegen können, die wir eigentlich jetzt schon bräuchten. Dankeschön für den tollen Beitrag. Ja, dann hat uns Dr. Roseno nochmal mitgenommen in die LCA-Analyse, eigentlich die Basis, um überhaupt eine Umweltverträglichkeit von Verpackungen zu bestimmen. Und wir haben in mehreren Vorträgen gehört, es geht nicht nur um das Material, sondern eigentlich immer um das verpackte Gut, und ich würde noch weiter gehen – um den gesamten Prozess. Wir müssen den Prozess wirklich gut bewerten, und da sind wir noch zu schwach aufgestellt. Ich kenne mittlerweile einige Firmen, die in ihrem SAP oder was auch immer sie für ein ERP-System nutzen, einen Knopf haben, wo sie drauf drücken können: CO2-Fußabdruck. Das ist schon mal der richtige Weg. Wie man also heute eine betriebswirtschaftliche Abrechnung macht, um Profit zu berechnen, müssen wir auch eine LCA-Analyse per Knopfdruck haben für die Produkte. Und es gibt Firmen, haben das schon, die zum Beispiel auch dann Verpackungsarten, Verpackungssysteme gewechselt haben, weil sie gesehen haben: oh, wir hinterlassen ja viel zu großen Abdruck. Also, schön dafür – LCA-Analyse, auch alles heute rechenbar und beherrschbar. Ja, und dann dieser etwas andere Vortrag. Andreas Dietrich ist bekannt dafür, der Praxis für die Praxis zu sprechen, und ihr habt nicht nur die Schneidkompetenz für Wurst, Käse und alles, was drum herum sich rankt, sondern ihr könnt das auch verpacken, und wenn das verpackt ist, kümmert ihr euch noch darum, dass das auch noch lange haltbar bleibt, und zwar nicht einfach nur mit dem, was man sowieso schon kennt, sondern eben auch mit Bakterienkulturen. Habt ihr auch Kooperationen seit ihr eingegangen? ### Faserbasierte Materialien und Standbeutel Und ich habe schon in der Diskussion gestern Abend gemerkt, das war interessant für viele. Mal ganz anders gedacht, und auch dieses Gleitmittel zwischen den Scheiben, damit man den Schinken trennen kann – verrückt. Ich kauf den trotzdem lieber beim Schlachter frisch geschnitten, gerade in Spanien wäre das ja eine Schande. Also, schön, Andreas, für den tollen Vortrag. Ja, dann ging es heute Morgen wieder weiter mit dem Fraunhofer, aber diesmal hier mit dem Fahrrad angereist. Wir haben über faserbasierte Materialien gesprochen, Standbeutel als eines der möglichen Packmittel dann. Wir haben Herrn Sabelowski hier gehabt, der gezeigt hat, wie man auf Papier mit etwas Primer und etwas Klimmzügen eine sehr dichte Beschichtung hinkriegt, mit den Ormuzeren und gerne auch mit Bio-Ormuzeren und gerne auch kompostierbar. Also all das geht heute. Also rein in den Baukasten, wir haben es in der Hand, wir, Verpackungsindustrie, können das wirklich auch in die Regale bringen und dafür auch den Fußabdruck reduzieren. Amcor Outstanding, die Produkte, ganz klar, was mir besonders gut gefallen hat, auch hier mal die Problemstellen anzusprechen und zu sagen, pass mal auf, das ist das, was wir auch beherrschen. Wir liefern das nicht blind in den Markt, sondern wir wissen um unsere Fehlstellen und beherrschen die, und wir können heute eben mit Polypropylen sterilisierfeste Monomaterial-Hochbarrierefoli­en liefern, mit Garantie, mit Barrieren. Nach dem Sterilisationsprozess habe ich verstanden unter ein Kubikzentimeter, und das ist wirklich etwas, das hatte man sich vor fünf Jahren auch nicht mal zu träumen gewagt. Heute ist es in den Regalen verfügbar. Und eine Randbemerkung, lieber Philipp, habe ich auch wahrgenommen: Die Mengen steigen. Es geht Aluminium runter, und je, wart man eine Aluminiumfirma, oder ist die andere nicht – Aluminiumfolien gehen rauf und das hört man nicht von allen. Bei euch war das so, danke schön auch für diese Insights, sollte uns alle motivieren, auch in diese Richtung weiterzudenken. Nicht weil Aluminium böse ist, wir brauchen Aluminium für andere Dinge, aber nicht für Flexpack eigentlich. Dafür ist es auch laut PPWR einfach nicht passend. So, und dann das erste Mal hier auch IOM. Schön, dass Sie den Vortrag heute Morgen noch fertig gekriegt haben. Es war es wert, glaube ich, Sie haben es auch gespürt. Lieben Dank, dass Sie uns mitgenommen haben in die Zukunft, muss ich sagen. In die vielleicht fünf bis zehn Jahre – ist das so ungefähr der Horizont –, wo man ganz andere Beschichtung machen kann, aus dem technischen Bereich vielleicht übertragen kann, hier in die Flexpack. Das erste Mal, vielleicht auch nicht das letzte Mal, mich interessiert diese langfristige Zukunft. Ich glaube, das geht allen so. Wir müssen ja heute schon Weichen stellen, die uns dann in fünf oder zehn Jahren vielleicht an den Return on Invest erst bringen. Und da muss man sich informieren, und dafür sage ich ganz herzliches Dankeschön. Ja, MoCon kennt jeder, Ametek fast auch, hier im Saal jetzt auf jeden Fall. Wir haben gesprochen über Permeationsmessungen, und es gibt andere Gerätehersteller, wir haben sie draußen gesehen. LabThink gibt es natürlich auch noch, die bauen auch solche Geräte, das muss man der Fairness halber sagen. Es gibt mittlerweile mehrere am Markt. MoCon ist der Standard seit vielen, vielen Jahren. 1966 bin ich übrigens geboren, da wurde auch MoCon gegründet, habe ich gelernt, also das ist ja irgendwie auch eine nette Anekdote. Und der Trend geht hin wirklich zu den fertigen Verpackungen und das ist gut so. ### Verpackungsdichtigkeit: Studien und Haltbarkeit Es gibt ja diese ominöse Studie vom OFI von vor fast 20 Jahren, dass jede zweite Verpackung am Ende des Haltbarkeitsdatums keine modifizierte Atmosphäre mehr hat, die früher mal eine modifizierte Atmosphäre hatte. Jede zweite Verpackung ist so undicht und hat so schlechte Permeationsmessungen, dass sie gar nicht mehr eigentlich verkehrsfähig wäre. Das haben die mal gemacht, in der Studie kann man alles nachlesen. Um sowas zu vermeiden, muss man eben die fertige Packung prüfen. Hinsichtlich Dichtigkeit, das hat dann der Nachfolger von Herrn Cervas gemacht, der Herr Tovar aus dem Homeoffice sozusagen, ist ja auch ganz modern, aus dem Homeoffice vortragen, ist auch cool, haben wir auch jedes Mal dabei jetzt bei der Tagung. Die Dichtigkeitsprüfung muss man sehr sorgfältig auswählen, damit man überhaupt die Barrieremessungen von Herrn Cervas machen kann. Wir machen übrigens vor jeder Permeationsmessung tatsächlich eine Dichtigkeitsprüfung, ob die Verschlüsse alle dicht sind, gerade wenn es Packungsprüfungen sind, sonst brauchen sie gar nicht anfangen zu messen. Dafür sind die Geräte auch viel zu empfindlich und die Sensoren viel zu teuer. Bei Infikon kriegt man die Dichtigkeitsprüfmethoden und vor allem das Know-how. Wie dicht ist eigentlich dicht? Welches Niveau brauche ich? Ich brauche nicht immer eine technische Dichtigkeit, manchmal reicht eine Bakteriendichtigkeit oder eine Wasserdichtigkeit. Kommt immer drauf an, Sie können jetzt nachschlagen, wo wir das machen. Ja und das ist mein Lieblingsthema, Bioökonomie, der Bio-Kreislauf, Sie kennen das von Cradle to Cradle oder der technische Kreislauf. Ich stehe voll auf dem Bio-Kreislauf und ich glaube, da werden wir Techniker viel forschen und viel Anwendungsversuche machen in den nächsten Jahrzehnten, bis wir das endlich verstanden haben, wie die Natur und die macht es uns ja eigentlich alles vor. Ich glaube, da sind wir auf einem guten Weg. Dankeschön, Frau Eisberger, den tollen Vortrag hier das erste Mal auch bei Innoform. Ich werde mal die Tage beim SPI vorbeikommen und werde mir das mal alles angucken. Wir machen ja auch gemeinsam Veranstaltungen dort und das klappt immer ganz hervorragend. Auch ein Dankeschön dafür. Ja, ein Hinweis in eigener Sache, wir machen den Inno-Talk jetzt nur noch sechs Mal im Jahr, weil wir wieder so viele Präsenzveranstaltungen haben, sonst wird das einfach zu viel. Der nächste Inno-Talk, kostenlos, online, immer zwei Impulsvorträge. Am Puls der Zeit, sage ich immer, ist jetzt wieder in englischer Sprache, machen wir zusammen mit unserem europäischen Verband Flexible Packaging Europe. Der Guido auf dem Kamp moderiert das Ganze dann auch immer, wenn es die englischen Veranstaltungen sind. Wir haben auch dann immer noch deutsche, die mache ich dann. Also da bitte wieder zuschalten, können Sie sich kostenlos anmelden, macht Spaß, da gibt es auch eine schöne Diskussion am Ende. Und dann noch ein allerletzter Hinweis in eigener Sache. Wir haben die Drucktagung wie wir sagen, im Volksmund, also den Expertentreff Verpackungsdruck, diesmal bei Firma Vollmann in Minden, also bei einer Farbenfabrik und da dürfen auch die Wettbewerber mitkommen. Das ist ein tolles Schulungszentrum, was Sie da haben. Wir sind diesmal extra mal dahin gegangen, weil es da einen Benefit gibt, einen Mehrwert gibt. Wir wollen die Verpackungsdrucktagung wieder ein bisschen mehr Leben einhauchen. ### Polyurethan-Druckfarben: Wettbewerbsfähigkeit steigt Wir haben leicht rückläufige Teilnehmerzahlen gehabt, das kann es nicht sein, denn das Drucken boomt im Moment. Die Druckindustrie – ich gucke hier mal zu Siegwerk – verändert sich stark und auch die Druckfarben verändern sich stark. Sie wissen vielleicht, dass NC-Bindemittel im Moment vergriffen sind. Brauchen die Waffenschmieden für Schießpulver, das ist nämlich Nitrocellulose. Und wir bei den Druckfarben kriegen das jetzt nicht mehr zum vernünftigen wettbewerbsfähigen Preis. Das sehe ich als Vorteil an, denn endlich kommen wir zu den Polyurethan-Druckfarben. Die werden wettbewerbsfähig. Und so können wir endlich auch durch einen negativen Einfluss durch die Kriege, die wir im Moment zu bewältigen haben, aber für die Drucktechnik sehr positive Schlüsse ziehen und neue Farben in den Markt bringen, die sehr viel recyclingfähiger sind und vor allen Dingen auch heute beherrschbar sind und auch andere Vorteile haben, Beständigkeiten und vieles mehr. Also, wer da sich interessiert für die Drucker, Dieter Finner wird diese anderthalb Tage wieder schriftlich zusammenfassen. Das werden wir demnächst wieder veröffentlichen. Dieter bietet immer an, für jeden Referenten auch nochmal eine große Zusammenfassung zu schreiben. Er ist einer der begnadeten technischen Redakteure in der Flexpack-Industrie, davon gibt es nicht viele. Und wenn Sie also da Interesse haben, gerne, wir schicken das an diese Gruppe auch wieder rum. Und in diesem Sinne sage ich Dankeschön, guten Appetit, viel Spaß beim Rundgang vielleicht noch und kommen Sie bald wieder. Dankeschön. Tschüss. **Kategorien:** Allgemein --- ### [Warum Farbkonstanz im Verpackungsdruck entscheidend ist](https://inno-talk.de/warum-farbkonstanz-im-verpackungsdruck-entscheidend-ist/) **Published:** Oktober 29, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** In der Druckindustrie flexibler Verpackungen wird die **Farbverbindlichkeit** zunehmend zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor. Markenartikler erwarten, dass ihre Markenfarben auf allen Materialien, Maschinen und Standorten **gleichbleibend** erscheinen – unabhängig vom Druckverfahren. Auf der **Fachpack 2025** erklärten **Johannes Betz** und **Michael Weihing** von **GMG**, wie moderne Farbmanagement-Software diese Herausforderung meistert. Ihr Ziel: Druckprozesse vereinfachen, Qualität sichern und Farbkommunikation standardisieren. --- ## GMG: Beratung und Software für reproduzierbare Druckergebnisse GMG ist spezialisiert auf **Farbmanagement und Prozessstandardisierung** im Verpackungsdruck. Mit Softwarelösungen wie *GMG ColorProof* oder *GMG OpenColor* lassen sich Farben exakt simulieren und konsistent wiedergeben – egal ob im Flexo-, Tief- oder Digitaldruck. „Wir wollen die bestmögliche Druckqualität unabhängig vom Verfahren sicherstellen“, erklärt **Michael Weihing**. Gerade bei flexiblen Verpackungen, wo Materialien, Kleber und Veredelungen die Farbwirkung verändern, ist Standardisierung der Schlüssel zu Effizienz und Markenstabilität. --- ## Markenanforderungen im Wandel Nachhaltige Verpackungen und neue Druckverfahren verändern das visuelle Erscheinungsbild vieler Produkte. **Johannes Betz** beschreibt die Herausforderung: „Neue Materialien reflektieren Farbe anders. Wir helfen Marken, ihre visuelle Identität beizubehalten.“ GMG unterstützt dabei mit datenbasierten Farbprofilen, die **Markenfarben zuverlässig reproduzieren** – auch bei geänderten Substraten oder Produktionsstandorten. --- ## Effizienzgewinne für Druckereien Für Druckdienstleister zahlt sich Farbmanagement direkt aus. Durch **präzise Simulationen und standardisierte Workflows** sinken Rüstzeiten und Makulatur. Das Ergebnis: stabilere Prozesse, kalkulierbare Ergebnisse und zufriedene Kunden. GMG schafft so eine gemeinsame technische Sprache zwischen Marken, Agenturen und Druckereien – eine Voraussetzung für fehlerfreie und wirtschaftliche Produktion. --- ## Fazit: Farbkommunikation als Brücke zwischen Marke und Technik Die Zukunft des Verpackungsdrucks liegt in **standardisierten, digital unterstützten Farbprozessen**. Unternehmen, die in konsistente Farbkommunikation investieren, sichern nicht nur Qualität, sondern auch Vertrauen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. In einer zunehmend nachhaltigen und technologiegetriebenen Branche bleibt die Farbkonstanz ein entscheidender Erfolgsfaktor – vom Design bis zur fertigen Verpackung. --- Michael spricht bei [Inno-PrintPack](https://inno-meeting.de/events/VD-11-25/) [![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/08/10_Expertentreff_Verpackungsdruck-Effizient-und-rezyklierbar_teaser_XL_square_DE_V2-1-1024x1024.jpg)](https://inno-meeting.de/events/VD-11-25/)## Keine Folge mehr verpassen! Abonniere jetzt deinen Lieblings-Podcast auf deiner Lieblings-Plattform und genieße neue Episoden automatisch. [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) ### Verwandte Episoden - [Nachlese Tag 1: 8. Expertentreff Verpackungsdruck – Vielfalt wagen](https://inno-talk.de/nachlese-tag-1-8-expertentreff-verpackungsdruck-vielfalt-wagen/) - [Nachlese Teil 2: 8. Expertentreff Verpackungsdruck – Vielfalt wagen](https://inno-talk.de/nachlese-teil-2-8-expertentreff-verpackungsdruck-vielfalt-wagen/) - [Innoform-Expertentreff zeigte wesentliche Veränderungen im Verpackungsdruck auf](https://inno-talk.de/innoform-expertentreff-zeigte-wesentliche-veraenderungen-im-verpackungsdruck-auf/) --- ## Transkript Wir sind hier auf der Fachmesse bei GMG, Johannes Petz ist da und Michael Weing, du wirst vortragen bei der Drucktagung bei Vollmann, die machen Druckfarbe, das macht ihr nicht Michael, was stellt ihr her, was bietet ihr an? Wir sind ein Beratungsunternehmen, wir sind ein Unternehmen, das Software, ich sag mal um die Druckprozesse zu vereinfachen und die bestmögliche Druckqualität losgelöst vom Druckprozess oder vom eigentlichen Druckverfahren zu beraten. Johannes, die Markenartikel kommen zu euch, was fragen die euch oder was verlangen die von eurer Beratungsleistung, wenn ihr dann mit den Druckereien sprechen sollt? Erstmal geht es oft darum, wenn man eben neue Druckprozesse, Druckverfahren, Verpackungsverfahren hat, dass Farbe, Markenbild konsistent bleibt und da haben wir sehr viel Erfahrung gesammelt in den letzten Jahren, wie wir das eben bewerkstelligen und da kommen Marken erstmal von zu. Michael, was haben Druckereien davon, wenn die mit euch zusammenarbeiten, es geht ja letztendlich immer um Kosten und Effizienz und Steigerung, was bietet ihr da? Genau, die Fragen müssen sich natürlich die Druckereien immer mehr stellen, vorher haben wir es kurz besprochen oder angesprochen, mit was verdient die Druckerei ihr Geld, sag mal so schnell wie möglich Farbe aufs Papier bringen, damit verdient die Druckerei das Geld und wir helfen den Unternehmen, die Prozesse zu verschlanken oder ich sag mal andersrum, die wertschöpfenden Aktivitäten in den Vordergrund zu stellen und die Prozesse die einfach nicht wertschöpfend sind, auf ein Minimum zu reduzieren. Ist es dann eher eine Beratungsleistung, Johannes, oder ist es eine Software, die ihr eigentlich verkauft oder ist es beides? Ja sowohl als auch tatsächlich, also immer mehr natürlich geht es über die Software hinaus, klassischerweise kommen wir aus dem Bereich Prepress, Druckvorbereitung, Proofing, nur ist es so, Farbe ist nicht nur da verortet, sondern natürlich auch beim Kunde und im Drucksaal und heute geht es sehr viel um Themen wie Digitaldruck, Multicolor haben wir vorher kurz angesprochen und viele fragen sich, wie kann ich in diesen Zeiten, wo neue Verfahren reinkommen, Farbe sicher und effizient durch den Prozess bekommen und da werden wir sowohl mit Software, Beratung eben zur Rede gezogen. 7c wird ein Riesenthema sein bei der Drucktagung, du wirst auch dazu sprechen, was wirst du oder wie ist der Stand bei 7c, kommen wir voran, ist es immer noch in den Kinderschuhen, wir reden schon viele Jahre drüber, wie weit ist es? Technologisch ausgereift, sagen wir immer, die Technologie gab es schon vor 20 Jahren, was sind heute die großen Herausforderungen, wieso sich innerhalb der letzten 20 Jahre der Markt nicht so schnell verändert hat, das ist ganz einfach, die Druckereien fragen sich natürlich, was habe ich für einen Vorteil, wenn ich auf 7C wechsle und die größte Herausforderung wird natürlich immer sein, wie bekomme ich die Technologie an den Kunden drin, technologisch funktioniert alles, aber der Kunde muss den Mehrwert von 7C-Druck erkennen und wenn der Kunde mitspielt, dann wird es auch technologisch einfacher werden. Der Digitaldruck schreitet voran, du hast vorhin im Vorgespräch gesagt, es kommt vielleicht irgendwann gar nicht mehr darauf an, welches Druckverfahren wir nehmen, wie war das so gemeint? ### Flexibilität und Digitalisierung in der Produktion Grundsätzlich von Kundensicht, also Druckeinkäufer, Markenartikler, möchte ich eine hohe Flexibilität haben, reine Auflagen Digitaldruck, große Auflagen Analogendruck und auch was die Farbe angeht, was die Anmutung angeht, möchte man da keine Limitationen oder Höhen haben, das heißt, letztendlich versuchen wir auch und gehen wir auch an mit unserer Expertise über Beratung und Software, möglich zu machen, dass egal, ich in einem 7C oder 4C Digitaldruck bin oder einen Sonderfarben-Flexdruck habe, das wiedergeben kann, vor allem wenn es darum geht Sonderfarben aus dem Analogendruck im Digitaldruck zu erreichen, gibt es da nämlich einige Hürden heute. Also Digitalisierung pur bei euch, aber mit Beratungsleistung, um eben kosteneffizient zu bleiben. Schönen Dank für das tolle Gespräch. Dankeschön. Gerne, Dankeschön. Das war es eigentlich. **Kategorien:** Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Flexodruck, Tiefdruck, Verpackungsdesign --- ### [Wann gilt eine Verpackung als Mehrweg?](https://inno-talk.de/wann-gilt-eine-verpackung-als-mehrweg/) **Published:** November 20, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## Wiederverwendung im Fokus der PPWR Die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) stellt die Branche vor eine zentrale Frage: Wann gilt eine Verpackung künftig tatsächlich als Mehrweg – und welche Anforderungen sind daran geknüpft? Im Inno-Talk wurden dazu die wichtigsten Punkte rund um den Begriff „Wiederverwendung“ beleuchtet. Dieser Blogbeitrag fasst die Kernaussagen verständlich zusammen und ordnet sie für die Praxis ein. --- ## **Wiederverwendung statt „Mehrweg“ – die Begriffswelt der PPWR** Im Alltag sprechen wir von „Mehrweg“, die PPWR arbeitet hingegen mit dem Begriff „Wiederverwendung“. Gemeint ist: Eine Verpackung muss so gestaltet sein, dass sie mehrfach genutzt werden kann – und zwar im Rahmen eines geregelten Kreislaufsystems. Damit rückt die Verordnung unser gängiges Verständnis von Mehrweg auf eine präzisere, rechtlich relevante Ebene: Nicht jede robuste Verpackung ist automatisch Mehrweg im Sinne der PPWR. Sie muss in ein System eingebunden sein, das Wiederverwendung tatsächlich ermöglicht und dokumentiert. --- ## **Grundvoraussetzung: Mehr als einen Kreislauf überstehen** Die erste, scheinbar einfache, aber entscheidende Frage lautet: Inwiefern kann eine Verpackung mehr als einen Nutzungs- und Rückführungszyklus überstehen? Daraus ergeben sich konkrete technische Anforderungen: - Die Verpackung muss mechanisch stabil genug sein, um mehrere Umläufe ohne relevante Schäden zu überstehen. - Funktionale Eigenschaften (z. B. Dichtheit, Barriere, Handhabbarkeit) müssen über die vorgesehene Zahl der Kreisläufe erhalten bleiben. - Reinigung, Trocknung und gegebenenfalls Neulabelung dürfen die Verpackung nicht unzulässig schwächen. Diese Robustheit ist eine grundlegende Voraussetzung, damit eine Verpackung als wiederverwendbar bzw. als Mehrweg im Sinne der PPWR gelten kann. --- ## **Von „oder“ zu „und“: Rezyklatquoten gelten auch für Mehrweg** Ein besonders wichtiger Punkt: In einer früheren Fassung der Regelungen hieß es sinngemäß, Verpackungen müssten entweder recyclingfähig oder wiederverwendbar sein. Dieses „oder“ wurde inzwischen deutlich verschärft. Heute gilt: Auch wiederverwendbare (Mehrweg-)Verpackungen unterliegen den Vorgaben zu Rezyklatanteilen und Quoten, die für Einwegverpackungen vorgesehen sind. Das hat mehrere Konsequenzen für die Praxis: - Mehrweg ist kein „Freifahrtschein“, um Rezyklatquoten zu umgehen. - Design for Recycling bleibt auch bei Mehrweg essenziell. - Materialauswahl und Systemgestaltung müssen sowohl Wiederverwendung als auch Recycling am Lebensende berücksichtigen. Die PPWR denkt also Kreislaufwirtschaft ganzheitlich – vom Mehrwegkreislauf bis zur finalen stofflichen Verwertung. --- ## **Zukünftige Mindestanzahl an Umläufen – noch offene Fragen** Ein weiterer Aspekt, der im Inno-Talk angesprochen wurde: In Zukunft könnte es für bestimmte Produktbereiche eine vorgeschriebene Mindestanzahl an Wiederverwendungszyklen geben. Das wirft Fragen auf: - Wie wird ein „Kreislauf“ eindeutig definiert und dokumentiert? - Welche Mindestzahlen gelten für welche Segmente (z. B. Getränke, To-go-Verpackungen, Transportverpackungen)? - Wie wird mit Beschädigungen, Verlusten oder vorzeitigem Aussortieren umgegangen? Diese Punkte sind aktuell noch mit Unsicherheiten behaftet. Klar ist jedoch: Wer heute neue Mehrwegsysteme entwickelt, sollte realistische, aber ambitionierte Zielgrößen für die Umlaufzahl einplanen und entsprechende Prüf- und Monitoringkonzepte mitdenken. --- ## **Technische Anforderungen: Entleerung und Wiederverwendung ohne Schäden** Die PPWR verlangt zudem, dass Entleerung und Wiederverwendung „ohne wesentliche Beschädigung“ möglich sein müssen. Dahinter stehen praktische Fragen: - Lässt sich die Verpackung vollständig entleeren, ohne dass sie verformt, aufgerissen oder anderweitig geschädigt wird? - Bleiben Verschlüsse, Griffe, Tragehilfen, Etiketten und funktionale Elemente über mehrere Zyklen funktionsfähig? - Sind Reinigung und Handling in der Praxis prozesssicher und wirtschaftlich umsetzbar? Damit wird deutlich: Mehrweg ist nicht nur ein Materialthema, sondern ein Systemthema – von der Geometrie über Verschluss- und Etikettendesign bis hin zu Logistik und Rückführung. --- ## **Beispiel Flasche: Einweg-Deckel vs. Mehrweg-Konzept** Ein anschauliches Beispiel liefert der Blick auf Flaschen und ihre Verschlüsse: - Bei Einwegverpackungen sind Deckel heute oft fest mit der Flasche verbunden (tethered caps), um Verluste zu vermeiden und das Recycling zu sichern. - Bei Mehrwegflaschen ist das nicht zwingend der Fall. Hier kann ein abnehmbarer Deckel Sinn machen, weil die Flasche im System gereinigt und neu befüllt wird, während Deckel separat gehandhabt oder ausgetauscht werden. Genau solche Unterschiede im Konzept finden sich in der Regulierung wieder. Es zeigt sich: Die PPWR unterscheidet sehr genau zwischen den Systemlogiken von Einweg und Mehrweg – und das muss sich im Verpackungsdesign widerspiegeln. --- ## **Was bedeutet das für Marken, Konverter und Systembetreiber?** Aus den im Inno-Talk diskutierten Punkten lassen sich einige Leitlinien ableiten: - **Frühzeitig planen:** Mehrweg- und Einwegportfolios sollten strategisch getrennt gedacht, aber regulatorisch gemeinsam geprüft werden. - **System vor Einzelverpackung:** Mehrweg nur dann einführen, wenn ein tragfähiges Rücknahme-, Reinigungs- und Dokumentationssystem existiert oder aufgebaut werden kann. - **Design for Reuse & Recycling kombinieren:** Wiederverwendbarkeit und Recyclingfähigkeit dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern müssen gemeinsam optimiert werden. - **Regulatorik beobachten:** Entwicklungen zu Mindestumlaufzahlen und detaillierten Pflichten sind dynamisch – Monitoring und regelmäßige Überprüfung der eigenen Konzepte sind Pflicht. --- ## **Fazit: Mehrweg nach PPWR – genauer hinsehen lohnt sich** Der Begriff „Mehrweg“ wird durch die PPWR deutlich geschärft. Wiederverwendung bedeutet künftig nicht nur robuste Verpackungen, sondern klar definierte Systeme, dokumentierte Umläufe und die Einhaltung von Rezyklat- und Recyclinganforderungen. [Innoform Coaching](https://www.innoform-coaching.de/start) begleitet Sie mit Webseminaren und [Inno-Talks](https://inno-talk.de/) dabei, diese Anforderungen zu verstehen, auf Ihre Verpackungsportfolios anzuwenden und praxistaugliche Lösungen zu entwickeln. [Diesen Inno-Talk ansehen](https://inno-talk.de/events/INT-11-25/) ### Verwandte Episoden - [IQpak: Nachhaltige, hybride Verpackung mit NFC-Chip ermöglicht Mehrweg mit Flexpack](https://inno-talk.de/iqpak-nachhaltige-hybride-verpackung-mit-nfc-chip-ermoeglicht-mehrweg-mit-flexpack/) - [1,7 Millionen Tonnen mehr Verpackung durch steigenden Konsum](https://inno-talk.de/17-millionen-tonnen-mehr-verpackung-durch-steigenden-konsum/) - [Interview 2.0 mit Piran Asci zum Online Handel und Verpackung](https://inno-talk.de/interview-2-0-mit-piran-asci-zum-online-handel-und-verpackung/) --- ## Transkript Wann gilt Mehrweg oder wann gilt eine Verpackung denn überhaupt als Mehrweg in der PPWR? Die PPWR befasst sich mit dem Begriff Wiederverwendung. Also eine Verpackung muss wiederverwendbar sein. Das entspricht dann wortwörtlicher Sprache eben unserem Verständnis nach Mehrweg. Da gibt es verschiedene Definitionen. Ich habe jetzt mal die spannendsten und wichtigsten rausgepickt. Also zum einen ist natürlich banal, inwiefern kann eine Verpackung mehr als einen Kreislauf überstehen? Das ist eine Grundvoraussetzung, die erfüllt sein muss. Was ein ganz spannender Punkt jetzt für Mehrweg allgemein war, da gab es auch noch eine wesentliche Änderung. In der ursprünglichen Fassung hieß es, Verpackungen müssen entweder wiederverwendbar oder recyclingfähig sein. Jetzt heißt es eben, wurde es durch einen Bund ergänzt. Also auch für Mehrweg und wiederverwendbare Verpackungen gelten eben diese Rezyklatanteile und Quoten, die auch für Einwegverpackungen zukünftig gelten. Auf die Rezyklatanteile will ich jetzt gar nicht näher eingehen. Ich glaube, die wurden schon oft genug behandelt. Ich bringe aber gleich noch ein paar andere Quoten aus dem Mehrwegbereich mit. Ein Punkt, was auch noch interessant sein könnte in Zukunft, wird es vielleicht auch eine Mindestanzahl an Kreisläufen geben, die vorgegeben wird für bestimmte Produktbereiche. Wie das definiert wird und in Zukunft eintritt, das sind auch so Ungewissheiten, die die PPWR in vielen Bereichen auch noch mit sich bringt. Und ansonsten Entleerung und Wiederverwendung muss ohne wesentliche Beschädigung möglich sein. Also auch, wenn man es jetzt vielleicht bei anderen Flaschenformaten kennt. Deckel sind bei Einwegverpackungen eben entsprechend schon an der Flasche dran, bei Mehrwegflaschen aber nicht unbedingt, weil das eben auch diesem Konzept widerspricht. Sowas finden wir auch in der Regulierung wieder. **Kategorien:** Abfülltechnik, Entsorgung / Recycling, Lebensmittelrecht, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** CU Mehrweg, Mehrweg, PPWR --- ### [Reusable packaging reinvented: How IQ*Pak makes the cycle more efficient](https://inno-talk.de/en/reusable-packaging-reinvented-how-iqpak-makes-the-cycle-more-efficient/) **Published:** Dezember 5, 2025 **Author:** Mo Marie Schröder **Content:** IQ Pak: Separation of system components and hygiene functions The core of the concept presented consists of consistently separating the ‘reusable component’ – i.e. the durable system carrier – from the functional layers that come into contact with the product and the consumer. ****Put simply, the packaging consists of several layers:**** **Systemlayer:** - Robust, durable structure - Forms the actual reusable ‘framework’ (e.g. cup or tray) **Contentlayer:** - Layers that interact directly with the filling material (e.g. barriers, sealing media) **Handlinglayer:** - Outer layer that the consumer comes into contact with - Conveys feel, look and brand image - Can be applied using thermoforming or sleeves, for example The key point: the reusable component remains protected from the inside and outside by the hygiene layers. Contamination, product adhesion or visual wear mainly affect the replaceable layers – not the durable system layer. Less washing, more cycles Because the system layer is shielded by a hygiene layer, traditional intensive washing processes can often be dispensed with or significantly reduced. Instead, after return, the thin functional layers are removed and sorted by type. ****Advantages of this approach:**** - Reduced water, energy and chemical consumption - Less mechanical stress on reusable components - Longer service life of the system layer and thus more cycles per unit - More flexible transition to new designs, decors or regulatory requirements Separating the system and function layers allows the reusable pool to be kept small, standardised and efficient – while at the same time allowing the brand, decor or product-specific properties to be reconfigured in each processing cycle. ****Digital traceability via NFC**** Another component of the IQPak system is the digital registration of each individual package. - Each unit is equipped with an NFC chip. - The chip links the physical packaging to a data record in the central database. - This data record can be used to display the following information, among other things: - Number of cycles - Status in the cycle (in use, in return, in processing) - Assignment to specific customers, pool operators or applications - Recycling paths and sorting information for the removed layers ****This results in several added benefits for pool system operators:**** - Greater transparency regarding stocks and circulation figures - Better control of logistics and returns - Sound data basis for life cycle assessments and reporting **Design freedom despite standardisation** A potential conflict of objectives in reusable systems is the tension between standardisation and brand identity: the more uniform the shapes, the more efficient the logistics – the more individual the design, the more a brand can differentiate itself. ****IQPak attempts to resolve precisely this tension:**** - The system layer remains largely standardised in terms of shape and basic geometry. - The handling layer and the outer functional layers offer a wide range of design options: colours, printed images, haptics, brand claims. - These outer layers can be re-selected for each preparation – without enlarging the pool itself. This combines standardised reusable carriers with individual branding. **Fields of application: from food to non-food** In the transcript, the system is demonstrated using the example of a cup, which is particularly suitable for food and beverages. However, the approach can essentially be applied to various geometries and filling materials – **whenever:** - high hygiene requirements apply, - many cycles are economically viable, and - a standardisable reusable carrier is to be combined with changing requirements. ## Conclusion. Reusable packaging taken to the next level – technically and digitally The IQ Pak concept shows how classic reusable systems can be further developed with the help of layer construction and digitalisation: - The system layer is consistently protected, thereby maximising its service life. - The hygiene layer and handling layer take on the ‘consumption-intensive’ functions – including design, product protection and consumer communication. - Digital identification via NFC opens up new possibilities for cycle control, reporting and recycling quality. For companies that want to make reusable strategies sustainable in line with economic and regulatory requirements, it is worth taking a look at such modular, data-based systems. In our formats at Innoform Coaching, we accompany these developments and discuss them with experts. [Inno-talk about the topic](https://inno-talk.de/events/INT-11-25/) ### Verwandte Episoden - [When is packaging considered reusable?](https://inno-talk.de/en/when-is-packaging-considered-reusable/) - [Guido Aufdemkamp von Flexible Packaging Europe zu den Hintergründen des Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-von-flexible-packaging-europe-zu-den-hintergruenden-des-inno-meeting-europe/) - [Guido Aufdemkamp from Flexible Packaging Europe on the background to the Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-from-flexible-packaging-europe-on-the-background-to-the-inno-meeting-europe/) --- ## Transkript Then we always have a cycle that is represented accordingly. We have, um, um, the filling of a reusable packaging, the use of a reusable packaging. Then, so to speak, the reusable packaging is returned. It is inspected, either sorted out, goes into recycling or is typically cleaned through washing processes and, um, returns to this cycle. The key to achieving cost effectiveness, meaning economic efficiency on one hand, and high ecological efficiency on the other, is that the packaging must be kept in the cycle as often as possible. And ideally, only a very small pool is needed for this. That means a small pool, high circulation cycles, high economic and ecological, um, efficiency here, so to speak, the classic approach is shown. And at which point might the approach, um, with regard to IQ\*Pak deviate? Somewhat, um, at this point, and you can see this affects many points, although the top point can be removed. Um, the current reusable packaging is of course flexible for different contents. The difference here is if we previously looked at the usage phase, there is naturally some form of mechanical impact on the reusable packaging. There’s an impact from the filling material on the reusable packaging. In the case of IQ\*Pak, the reusable component is protected, so to speak, by thin plastic films so that this reusable component is accordingly protected by the hygiene layer. Another point is that, um, now I’m jumping to the left side here. A traditional washing process can be omitted with IQ\*Pak because these hygiene layers, which enclose this system layer, can be automatically removed and reapplied. And a third point that I would like to highlight here is that, um, each individual package is stored in a database. Um, it can be read via an NFC chip, so to speak. Uh, the status can, um, be read, which brings various advantages, uh, both in terms of, uh, return logistics, but also in terms of the logistics of, uh, the pool system and also in terms of recycling. Um, which I will then go into a bit more detail on, uh, in the following slides. Let’s take a look at the structure of the IQ\*Pak packaging system, even though it is shown here in the form of a cup. The next slide will present examples of other geometries. This structural illustration is meant to help better understand the basic idea of IQ\*Pak. Looking here, uh, on the left side of the presentation slide, you can see, uh, this green core. That means this is the so-called system layer, which naturally brings a certain robustness. This is the part that is also kept in circulation. It amounts to approximately 90 to 95%. In this system layer, an NFC chip is integrated and through this NFC chip, each individual package is registered in the database and stored with additional information for each package. And then you can see, so to speak, on the left and right, the hygiene layers. The inner hygiene layer is referred to as the content layer in IQ\*Pak. That means it is a very thin, um, plastic film that can be mechanically, uh, recycled, um, which can naturally also be adjusted in terms of thickness and composition to the respective filling material, and can be integrated into the system layer in a scalable, classic plastic processing process. In this case, a thermoforming process. But this is just shown here as an example on the right side for, um, better visibility here, a white system layer and a dark colored film as the content layer. ### Inhaltsschicht durch Thermoformen einsetzen The special feature here is that the assembly, um, in quotes, meaning the insertion of the content layer takes place directly in the system layer during the thermoforming process. In order to be able to dispense with washing processes, the system layer must be protected accordingly on all surfaces. This means on the outer side of the IQ\*Pak packaging, we have the so-called handling layer. This is the layer that comes into contact with the consumer. This, um, handling layer can be applied either through a thermoforming process or through the traditionally known sleeve processes. Um, the advantage is if you imagine the packaging is in circulation, returns and is reprocessed, that means the hygiene layers are removed accordingly, through the information about the layers available in the database, they can be sorted by type. The packaging can be prepared, so to speak, in accordance with the new regulations. And new regulations also mean, uh, that the packaging, uh, at least in the outer design, uh, can be individualized, so to speak, tailored to the customer. This means that here too, the topic of standardization in the packaging form plays a crucial role. One can then, so to speak, keep the pool small and standardized, but still design the packaging individually at each processing step here, for example, with a cup. But IQ\*Pak not only focuses on, uh, so to speak, food packaging or beverage packaging, but also has a focus on sealed level packaging in cup form. Because the content layer is integrated into the system layer, it is possible to seal without destroying the system layer. Here we again have a, a, a, a benefit, so to speak, sealable packet packaging that can be kept in a reusable system. And on the other hand, um, one can also consider whether existing, um, traces can be replaced accordingly. **Kategorien:** Uncategorized --- ### [Interview mit Jörg Rohde: Das Herz der Druckmaschine – Warum Rasterwalzen mehr Aufmerksamkeit verdienen](https://inno-talk.de/interview-mit-joerg-rohde-das-herz-der-druckmaschine-warum-rasterwalzen-mehr-aufmerksamkeit-verdienen/) **Published:** Januar 28, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Auf dem 10. Expertentreff Verpackungsdruck (INNO-PrintPack 2025) hielt Jörg Rohde ein flammendes Plädoyer für eine Komponente, die im Druckprozess oft als selbstverständlich hingenommen wird, aber entscheidend für die Qualität ist: die Rasterwalze. Oft wird gesagt, die Rasterwalze sei das „Herz der Druckmaschine“. Und wie bei einem echten Herzen merkt man oft erst, dass etwas nicht stimmt, wenn es nicht mehr richtig funktioniert. Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Gespräch mit Jörg Rohde über Wartung, Physik und die Zukunft der Rasterwalze. ## **Mikrometer-Präzision: Warum Wartung entscheidend ist** Wir sprechen hier über hochtechnologische Prozesse mit extrem kleinen Zellformen. Um eine Vorstellung der Dimensionen zu bekommen: - Auf der Fläche eines Daumennagels befinden sich bis zu 160.000 Zellen. - Die Zelltiefen liegen oft bei nur 10 Mikrometern. - Das bedeutet: Bereits ein Mikrometer Abnutzung entspricht 10 % Verschleiß. Angesichts dieser Dimensionen wird klar, warum eine tägliche automatische Reinigung und regelmäßige Tiefenreinigungen inklusive Dokumentation unerlässlich sind, um den Zustand des Werkzeugs exakt zu kennen. ## **Physikalische Grenzen: Das „Reagenzglas-Phänomen“** Eine häufige Frage aus der Praxis lautet: Wenn der Verschleiß so kritisch ist, warum graviert man die Zellen nicht einfach tiefer? Jörg Rohde erklärt dies mit einem anschaulichen Vergleich aus der Physik: dem Reagenzglas. Bei hohen Lineaturen (z. B. 400 L/cm) kann die Öffnung der Zelle nicht verändert werden. Würde man die Zelle unverhältnismäßig tief machen, entleert sie sich nicht mehr richtig – ähnlich wie ein Reagenzglas, bei dem der Luftdruck das Ausfließen der Flüssigkeit behindert. ## **Reparatur und Standardisierung** Ist eine Rasterwalze beschädigt (z. B. durch einen Schlag), lässt sich diese „Macke“ nicht direkt ausbessern wie ein Sprung im Geschirr. Die Lösung ist hier das Abtragen der Keramikschicht und eine komplette Neubeschichtung mit neuer Gravur. In Bezug auf die Standardisierung sieht Rohde einen Wandel: - Frühere Standards wie die 340er-Walze werden zunehmend von 400er oder 460er Lineaturen abgelöst. - Dennoch bleibt das Schöpfvolumen variabel (ca. 2 bis 5 Kubik), da es individuell auf Farbsysteme und Substrate angepasst werden muss. Das Fazit: Weniger ist manchmal mehr, und ein tiefes Verständnis für die Dimensionen und die Pflege der Rasterwalze ist der Schlüssel für konstante Druckqualität. Jetzt das Interview zum Vortrag ansehen ## Keine Folge mehr verpassen! Abonnieren sie jetzt den [Innoform-Podcast](https://inno-talk.de/podcast/) auf ihrer Lieblings-Plattform und erhalten sie neue Episoden automatisch. [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) ### Verwandte Episoden - [Interview 2.0 mit Piran Asci zum Online Handel und Verpackung](https://inno-talk.de/interview-2-0-mit-piran-asci-zum-online-handel-und-verpackung/) - [OneBARRIER – Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert](https://inno-talk.de/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) - [Interview with Dr. Daniele Borin (Taghleef Industries) about BOPP barrier films](https://inno-talk.de/interview-with-dr-daniele-borin-taghleef-industries-about-bopp-barrier-films-2/) --- ## Transkript Jörg Rohde hat eben beim zehnten Expertentreff Verpackungsdruck einen fulminanten Vortrag gehalten über Rasterwalzen. Rasterwalzen waren lange nicht mehr bei der Drucktagung Thema. Du hast wirklich ein flammendes Plädoyer gehalten, auch die Wartung von Rasterwalzen ins Auge zu nehmen. Warum? Ja, ist im Flexo so. Man sagt immer gerne, Rasterwalzen ist das Herz der Druckmaschine und es ist wirklich so. Und man merkt erst, wenn das Herz nicht mehr funktioniert, dass irgendwas im Prozess nicht richtig ist. Und deswegen war dieses Plädoyer halt dafür da, der Rasterwalze auch mal wieder das an Bedeutung zukommen zu lassen. Und wir reden hier über hochtechnologische Prozesse, hohe Auflösung, sehr sehr kleine Zellformen, die in automatischen Waschsystemen gereinigt werden müssen im täglichen Prozess. Deswegen ist es umso wichtiger, letztendlich natürlich auch neben der täglichen Reinigung eine tiefe Reinigung, eine Dokumentation durchzuführen, damit ich exakt weiß, wo ist mein Werkzeug vom Zustand her. Tiefe, apropos, ich war überrascht in dem Vortrag, was von zwölf Mikrometer gehört zu haben. Habe ich das richtig verstanden? Zwölf Mikrometer Näpfchentiefe? Das ist so ja. Und die Dimensionen sind sehr beeindruckend. Jede Rasterwalze ist grau aus einem Meter Entfernung. Und wenn man sich nicht wirklich damit auseinandersetzt, sieht man eben doch, wie schwierig das ist für uns, das zu erklären von der technologischen Seite. Ja wir reden über Zelltiefen von zehn Mikrometern. Das heißt also, ein Mikrometer Abnutzung sind zehn Prozent Verschleiß. Einfach nur mal um eine Idee zu entwickeln. Und da ist es extrem wichtig, genau auf diese Dimensionen einzugehen und zu sagen: Take care of it. Es ist was anderes, mit einer 460er zu arbeiten, als mit einer 100er. Was heißt 460er, 100er? Erzählst du denen die Leute, die nicht so tief drin sind in den Rasterwalzen? Ja das heißt letztendlich, die Auflösung der Rasterwalze in Linien pro Zentimeter. Nur um ein einfaches Beispiel zu geben, auf der Fläche des Daumennagels von einmal einem Zentimeter befinden sich 160.000 Zellen. Also eine unglaubliche Anzahl in der Vielfalt. Und da wird die Dimension glaube ich, auch schon klar. Und zudem noch ein anderes Beispiel. Wenn ich mir jetzt ein Haar ausreiße und das auf die Oberfläche einer 400er Rasterwalze werfe, dann kann ich mir ausrechnen, bei 100 µm Dicke, wie viele Zellen ich abdecke, nehme ich fünf Zellreihen. Also nur mal als Idee. Wenn das so problematisch ist, wenn man schon einen µ-Verschleiß hat und dann schon zehn Prozent einbüßt, warum macht man das nicht einfach tiefer? Ja, das ist auch wiederum Physik wie ich es versucht habe zu erklären. Ich mache immer gerne das Beispiel von einem Reagenzglas. Wenn ich in Linien pro Zentimeter spreche, kann ich die Öffnung nicht ändern bei 400 Linien pro Zentimeter. Also kann ich nur über die Tiefe gehen. Und eine vernünftige Ausformung ist letztendlich beim Laser auch limitiert im schmelzdynamischen Prozess. Und im Endeffekt habe ich ein Reagenzglas, und das kennen wir alle aus dem Chemieunterricht, es entleert sich schlecht. Ist der Luftdruck höher als der Druck, dass die Flüssigkeit rauskommt. Also der Boden versottet so bisschen, wir kriegen keine richtige Entleerung mehr, so habe ich das auf dem Bild noch so bisschen vor Augen. Was ist eure Antwort dagegen? Also ihr macht enge Linien, viele Linien pro Zentimeter, nicht so tief, aber wie kriegt ihr den Abrieb in den Griff? Wie kriegt ihr es hin, dass sie trotzdem ein oder zwei Jahre laufen kann? Also wichtig ist es natürlich alles vorzuplanen, weil wir ein Finishing machen müssen. Das heißt, wir den schmelzdynamischen Prozess von der Oberfläche abarbeiten müssen, bevor die Walze das erste Mal in der Druckmaschine zum Einsatz kommt. Und das heißt für uns einen tragenden Anteil sozusagen, wir nennen es so, der prozentual hoch genug sein muss, damit ein Rakelmesser nicht einen überproportionalen Verschleiß an der Oberfläche ausübt. ### Praktische Herausforderungen bei Rasterwalzenschäden Wie ist das eigentlich in der Praxis? So eine Rasterwalze kriegt auch mal eine Delle, eine Macke oder sowas. Könnt ihr die ausbessern? Macke direkt können wir nicht ausbessern, das ist wie beim Geschirr. Wenn dann ein Crack drin ist, ist ein Crack drin. Was wir machen können, ist natürlich die Keramikschicht abzutragen, neu zu beschichten und dann mit einer neuen Gravur zu versehen. Im Flexodruck, im Tiefdruck, bei Beschichtung werden diese Walzen eingesetzt. Wo noch und wo gehen die meisten Walzen hin? In welche Industrie sage ich mal? Ja, von der Gesetzmäßigkeit, wie wir gewachsen sind, ist es so dass die flexible Verpackung schon den Löwenanteil bei uns ausmacht. Natürlich sind wir in allen anderen Bereichen unterwegs, wo eine Rasterwalze zum Einsatz kommt. Ich kann nur von der entwicklungstechnischen Seite sprechen. Ich habe ich selbst nach über 30 Jahren in der Industrie Rasterwalzen-Einsatzgebiete gesehen, wo ich früher nie darüber nachgedacht hätte. Aber es ist eine sehr spannende Industrie in der Beschichtung. Das heißt also, teilweise sehen wir Produkte zweimal, nämlich einmal in der Beschichtung und dann wieder bei der Veredelung beim Drucker im Druckprozess. Ein weiterer Schwerpunkt war ja auch nochmal Standardisierung, nicht Standardisierung. So einen richtigen Rasterwalzen-Standard findet man nicht in der Branche. Woran liegt das und wie geht ihr damit um? Sicherlich sind viele Dinge auch historisch bedingt. Das heißt, irgendwann fing es mal an, dass jemand gesagt hat, die Rasterwalze muss dieses Verhältnis feiner als die Platte haben. Es ist schon so wie ich es auch im Vortrag gesagt habe, es ist wichtig, sich diese Dimension nochmal vor Augen zu führen. Heute gibt es sechs, sieben, acht verschiedene Faktoren, ganz viele Lineaturen. Wir haben versucht, dem Drucker anhand eines Urstandards mit der 340er Rasterwalze darauf aufzubauen und von daraus ableitend einen idealen Lineaturabstand zu geben, das bestmögliche Anwendungsspektrum zu haben pro Lineatur. Wenn Standardisierung so schwierig ist, 80 Prozent werden mit den gleichen Walzen Geometrien sage ich mal gedruckt, siehst du da Licht am Horizont, dass es irgendwann doch nochmal die Standard Rasterwalze für den Flexodruck mit denen und dem Klischee der und der Farbserie geben könnte oder ist das wirklich immer tailor made? Sagen wir mal so, die Lineatur bin ich fest von überzeugt. Die 340er wurde mittlerweile glaube ich von der 400er oder sogar auch 460er Linien pro Zentimeter Rasterwalze abgelöst. Das, was sicherlich immer noch individuell bleibt, ist diese große Vielfalt in dem Endprodukt, was heißt, unterschiedliche Intensitäten von Farbsälen, unterschiedliche Substratoberflächen, das ist halt eben so, dass dann variable Volumina da sind. Das heißt wir werden also weiter das Spektrum haben von zwei bis fünf Kubik, was individueller sein wird auf den Drucker zugeschnitten, aber dennoch bin ich guter Dinge, dass man über solche Events auch den Impact auf die Industrie mehr kriegt, die Einsicht mehr kriegt, dass manchmal weniger mehr ist. Sagt Jörg Rohde beim zehnten Expertentreffen Packungsdruck Inno-PrintPack 2025. **Kategorien:** Druckfarben und Klebstoffe, Flexodruck, Tiefdruck **Schlagwörter:** Joerg Rohde, Rasterwalze, Zecher --- ### [Recyclingforschung im Fokus](https://inno-talk.de/recyclingforschung-im-fokus/) **Published:** März 4, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## Prof. Achim Grefenstein über De-Inking, Polyamid & chemisches Recycling Im Gespräch mit Innoform berichtet **Prof. Achim Grefenstein (Constantia & IKV Aachen)** über aktuelle Herausforderungen und Fortschritte beim Recycling flexibler Verpackungen. Seit über 13 Jahren leitet er die weltweite F&E bei Constanzia und treibt parallel am IKV die Forschung zu innovativen Recyclingverfahren voran. ### **De-Inking als Schlüsseltechnologie** Grefenstein betont, dass **De-Inking unverzichtbar** ist, um hochwertige, contact-sensitive Regranulate – insbesondere für Lebensmittelanwendungen – herzustellen. Ohne das Auswaschen der Druckfarben entstehen beim klassischen Recycling zu viele Kontaminanten. Viele Unternehmen verfügen bereits über entsprechende Technologien und EFSA-Anträge. Herausforderungen bestehen weiterhin bei **massegefärbten Produkten** und **Zwischenlagendruck**. Während sich oberflächenbedruckte Folien gut deinken lassen, bleiben Materialien mit eingearbeiteten Farb-Masterbatches oder konterbedruckte Strukturen problematisch. Im IKV-Projekt *Loop Cycling* werden hierzu aktuell vielversprechende Untersuchungen durchgeführt. ### **Papier als Sackgasse für Food-Rezyklate** Beim Trendmaterial Papier sieht Grefenstein klare Grenzen: Für contact-sensitive Anwendungen sei Papier **nicht sicher recycelbar**, da passende Dekontaminationsverfahren fehlen. Anders als bei Kunststoffen könne De-Inking nicht einfach als Add-on integriert werden. ### **Polyamid im Polyolefin-Rezyklat – tolerierbar, aber heikel** Polyamid bleibt trotz prinzipieller Rezyklierbarkeit eine **unerwünschte Kontaminante**. Entscheidend sei der Schmelzpunkt: Hochschmelzende PA‑Typen verursachen mehr Probleme als niederschmelzende Varianten wie PA 6.6. Eine gewisse Kontamination sei tolerierbar, aber nicht zielführend für hochwertige Rezyklatqualität. ### **Chemisches Recycling – aber bitte sauber** Chemisches Recycling werde langfristig eine wichtige Rolle spielen, insbesondere für Food-Grade-Materialien. Zu hohe Anteile von Polyamid oder Polyester vermindern jedoch auch in diesen Prozessen die Effizienz. Barrierewerkstoffe seien daher weiterhin sparsam und gezielt einzusetzen. ## Keine Folge mehr verpassen! Abonnieren sie jetzt den [Innoform-Podcast](https://inno-talk.de/podcast/) auf ihrer Lieblings-Plattform und erhalten sie neue Episoden automatisch. 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Das eine ist den Job, den ich schon seit fast 13 Jahren mache bei Constanzia. Ich bin für die weltweite R&D zuständig und daneben habe ich mich aber auch in Abstimmung mit dem Vorstand freigeschaufelt, um das Thema Recyclingforschung nicht leerlaufen zu lassen. Das mache ich schon lange, das Thema Recyclingforschung weiter voranzutreiben. Ist glaube ich dringend notwendig. Auf jeden Fall. Wir haben da auch was im Sinn mit dem IKV, mit Süddeutschen Kunststoffzentrum zusammen. Aber wir wollen über deinen Vortrag sprechen. Du hast darüber gesprochen, dass Rezyklate sehr unterschiedlich kontaminiert sind und wenn man sie sich anguckt, sehen sie auch ein bisschen schäbig manchmal aus und du hast das De-Inking auch so bisschen kritisiert. Warum? Na dann ist das falsch rüber gekommen. Das De-Inking habe ich ja nicht kritisiert. Ich habe immer gesagt und das sage ich schon seit geraumer Zeit, wir müssen dringend De-Inking einführen. Viele Unternehmen machen das schon, einiges. Es entstehen wirklich gute Sachen, dass auch etliche De-Filings schon bei EFSA vorliegen, um food approved oder contact sensitive – genauer gesagt – Regranulat in den Markt zu bringen und das geht nur mit De-Inking. Weil Druckfarben sich beim klassischen Recycling ohne De-Inking zersetzen und erzeugen so viele Kontaminanten, das kriegen wir niemals auch nicht in die untersten contact-sensitive Kategorien. Ich hatte dein Bild nur im Kopf, da war ein De-Ink, das Regranulat war aber bunt. Woran liegt das? Ja das war das unzureichende Design for Recycling. Wir haben hier masse gefärbte Produkte. Eigentlich sollten wir bei Flexibles die Farbe über den Druck kriegen, den man runter waschen kann. Wenn ich einmal ein dunkles Master-Batch drin habe und verschiedene Farben mixe, sehen die Rezyklate immer grau aus. Wie verhält sich das eigentlich mit Zwischenlagendruck? Spielt das da auch eine Rolle? Kann man das heute schon de-inken? Na das ist genau das, was das Problem ist. Wir haben erste Ergebnisse in unserem Projekt Loop Cycling in Aachen, wo wir verschiedene Produkte de-inkt haben. Ich sag mal, es wird schwierig mit dem Kontadruck. Mitte des Jahres kann ich ein endgültiges Statement abgeben. Da laden wir dich wieder ein. Zum Schluss hast du noch so einen Ausflug gemacht zu Papier. Stellt ihr auch her, ist ein riesen Thema gewesen. Der Hype ist schon so bisschen wieder am abflachen, hatten wir so ein bisschen das Gefühl. Wie ist da im Moment eigentlich die Gesetzeslage für Rezyklate, zum Beispiel für Foodverpackungen? Also Papier kann generell nicht wieder in contact-sensitive Anwendungen recycliert werden. Mir fällt auch keine Dekontaminierungstechnologie ein, die mit den heutigen Technologien kompatibel ist. De-Inking kann ja mit dem heutigen Kunststoff-Recycling als Add-on eingeführt werden. Beim Papierrecycling fehlt mir ein bisschen die Fantasie, mir das vorzustellen. Es gab eine Zwischenfrage zum Polyamid. Du hast das sehr schön technisch begründet, warum das trotzdem eine Kontaminante ist, auch wenn es prinzipiell recyclefähig ist. Worauf muss man eigentlich so als Einkäufer von Rezyklaten achten, wenn man gutes Rezyklat aus Polyolefin gut wiederverarbeiten und einsetzen will? Letztendlich – und das ist der Knackpunkt an den Polyamiden – aber ich könnte genauso gut auch das Thema strahlenvernetztes PE nehmen. Das ist nicht nur erstmal eine Störquelle, da ist das Polyamid noch relativ gut im Vergleich zum strahlenvernetzten. Beim Polyamid habe ich einfach das Problem, da muss man unterscheiden: hochschmelz, hochwärmefestes PA6 mit einem Schmelzpunkt oberhalb der typischen Blastemperatur ist problematisch. ### Polyamid-Recycling und chemische Verwertungsmethoden Ein niederschmelzendes Polyamid wie Polyamid 6,6 ist auch nach den Aussagen der anspruchsvollen Recycler deutlich verträglicher und dem schließe ich mich an. Man kann also auch eine gewisse Kontamination ertragen, auch bei Polyolefin-Recycling, aber der wahre Kern ist es nicht. Welche Rolle spielt chemisches Recycling? als letzte Frage. Chemisches Recycling wird mit Sicherheit das letzte Sorge sein, wirklich contact-sensitive im Sinne der höchsten Kategorie Food zu erzeugen. Werden wir bestimmt noch Zeit brauchen, wenn es denn überhaupt machbar ist, das mechanisch hinzukriegen. Aber auch chemisches Recycling verträgt nicht zu viel Polyamid und Polyester, weil sonst die Effizienz runtergeht. Deshalb ja, Barrierewerkstoffe ja, aber nicht mehr als absolut zwingend notwendig. Sagt Achim Treffenstein, Konstantin und IKV. Danke. Danke auch. **Kategorien:** Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung **Schlagwörter:** Achim Grefenstein, De-Inking, PPWR --- ### [Warum SiOx Barrieretechnik im Rezyklat‑Zeitalter neu gedacht werden muss](https://inno-talk.de/warum-siox-barrieretechnik-im-rezyklat-zeitalter-neu-gedacht-werden-muss/) **Published:** März 6, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** --- Beim 23. InnoMeeting in Osnabrück sprach ich mit **[Prof. Rainer Dahlmann](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=18966)** vom **IKV Aachen** über den aktuellen Stand der **SiOx‑Beschichtungstechnik**. Was viele in der Branche überrascht: Die Diskussion drehte sich weniger um die klassische Barriereleistung – und deutlich mehr um die Frage, wie **SiOx in Verbindung mit Rezyklaten** funktioniert. > Denn: Die schönste Barriere nützt wenig, wenn das Substrat unberechenbar ist. --- ## **SiOx – mehr als nur eine Sperrschicht** Siliziumoxid‑Beschichtungen (SiOx) gelten seit Jahren als technologisch ausgereifte Lösung für: - hochwertige Sauerstoff‑ und Aromabarrieren - sehr transparente Packmittel - recyclingfreundliche Monomaterial‑Strukturen Doch Prof. Dahlmann machte im Gespräch klar: **Die Barriere ist nicht das Problem – das Material darunter ist es.** Gerade bei Verpackungen mit Rezyklatanteil spielt die Konstanz des Substrats eine entscheidende Rolle. --- ## **Rezyklate: Was wirklich im Gelben Sack steckt** In seinem Vortrag zeigte Dahlmann eindrucksvolle Schnittbilder aus aktuellen Forschungsprojekten. Sie offenbaren, wie heterogen Rezyklate heute sind: - **Holzfasern** - **Textilfasern** - **Polyamide** - **Fremdpolymere aller Art** Diese Verunreinigungen entstehen, weil Sortierprozesse trotz hohem technischen Niveau nicht alles zuverlässig trennen können. Ergebnis: - **Jede Charge ist anders** - **Jede Region liefert andere Fraktionen** - **Substratqualität bleibt variabel** Für empfindliche Beschichtungssysteme wie SiOx ist das eine echte Herausforderung. --- ## **Warum SiOx dennoch eine Schlüsselrolle spielt** SiOx‑Beschichtungen können – unter kontrollierten Bedingungen – sehr robuste Barrieren erzeugen. Doch sobald Rezyklat ins Spiel kommt, verändern sich Eigenschaften wie: - Oberflächenspannung - Reinheit - Gleichmäßigkeit der Substratoberfläche Diese Parameter bestimmen maßgeblich: - **Haftung** der SiOx Schicht - **Rissbeständigkeit** - **Langzeitstabilität der Barriere** Das IKV arbeitet deshalb daran, zu verstehen: - **Welche Fremdstoffe kritisch für SiOx sind** - **Wie Rezyklate für Beschichtungen optimiert werden können** - **Wie hochwertige Barrieren auch auf inhomogenen Substraten erreichbar bleiben** --- ## **Fazit: Barrieretechnik trifft Realität** Die eigentliche Erkenntnis: **SiOx‑Beschichtungen können nur so gut sein wie das Material, auf dem sie sitzen.** Mit dem steigenden Druck, Rezyklate einzusetzen, müssen wir Barrieretechnik neu denken: - Sortierung verbessern - Rezyklate geeigneter klassifizieren - Substrate für Beschichtungen stabilisieren - Beschichtungssysteme an realistische Materialqualitäten anpassen Doch SiOx-Schichten können auch Schadstoffe aus Rezyklaten sperren, wenn diese in den äußeren Schichten des Produkts eingebracht werden. Dieser Weg sollte weiter beschritten werden. Das IKV Aachen liefert dafür aktuell wichtige Forschungsbeiträge – praxisnah und industrienah. --- ### Verwandte Episoden - [Barrierefolien werden recyclingfähiger](https://inno-talk.de/barrierefolien-werden-recyclingfaehiger/) - [Verordnung (EU) 2025/40 (PPWR ): PFAS werden strenger geregelt](https://inno-talk.de/ppwr-eu-2025-40-pfas-werden-strenger-geregelt/) - [Warum Farbkonstanz im Verpackungsdruck entscheidend ist](https://inno-talk.de/warum-farbkonstanz-im-verpackungsdruck-entscheidend-ist/) --- ## Transkript Ich spreche mit Professor Rainer Dahlmann. Du bist aufgetreten hier beim 23. Inno-Meeting in Osnabrück mit einem interessanten Vortrag über SiOx-Beschichtungen. Womit beschäftigt ihr euch gerade beim IKV in Aachen? SiOx-Beschichtung das ist natürlich nur ein Thema. Wir sind natürlich in der ganzen Breite der Kunststofftechnik unterwegs. Insbesondere spielt natürlich das Thema der Rezyklate eine riesengroße Rolle, das auch nicht nur im Rahmen der Beschichtungen, sondern auch bei Kompoundierung beispielsweise. Wir haben viele Projekte, die sich beispielsweise mit der Reduktion der Geruchsbildung beschäftigen. Das sind alles Themenbereiche, die wir in verschiedensten Arbeitsbereichen des Instituts untersuchen. Es ist ja hochspannend zu sehen, wie sich auch die Siliziumoxidbeschichtung entwickelt. Es ging gar nicht so sehr um Barriere, habe ich gelernt, sondern wir haben über Rezyklate gesprochen. In Rezyklaten hattest du so schöne Schnittbilder. Was du dir vorstellen kannst? Man muss sich ja wirklich nur vorstellen, was die Leute in der Tat über den gelben Sack beispielsweise entsorgen. Die Recycler versuchen das natürlich so gut wie es geht, eben herauszufiltern, aber das gelingt eben nicht. Da sind dann Holzfasern drin, da sind Textilfasern drin, da sind natürlich Fremdstoffe drin, die Polyamide beispielsweise, die eigentlich mit Verpackung normalerweise relativ wenig zu tun haben, die aber nicht sauber rausgetrennt werden können. Und so muss man da wirklich mit allem rechnen, was man sich tatsächlich vorstellen kann. Und das ist halt dann auch das größere Problem. Heute etwas anders als morgen und das ist in Norddeutschland etwas anders als in Süddeutschland. Wer Fragen hat, hast du schon erwähnt, kann sich bei dir melden, sagt Professor Dahlmann vom IKV. Ich bedanke mich auch ganz herzlich, danke schön. Danke schön. **Kategorien:** Barrierefolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Folienprüfung & Analytik **Schlagwörter:** Rainer Dahlmann, Rezyklat, SiOx --- ### [Brauchen vegane Wurstalternativen wirklich andere Verpackungen?](https://inno-talk.de/brauchen-vegane-wurstalternativen-wirklich-andere-verpackungen/) **Published:** März 16, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## **Forschung der Hochschule Sigmaringen im Fokus** Auf dem 23. Inno-Meeting stellte **[Alina Siebler](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=85963)** von der **Hochschule Albstadt‑Sigmaringen** neue Forschungsergebnisse rund um die Verpackung veganer und vegetarischer Wurstalternativen vor. Während ihr Kollege Prof. Markus Schmid sich intensiv mit Fleisch beschäftigt, widmet sie sich in ihrer Promotion der Frage, ob pflanzenbasierte Produkte tatsächlich **andere Verpackungsanforderungen** haben als klassische tierische Wurstwaren. ## **Grundsätzlich anderes Produkt – also andere Anforderungen?** Vegane Wurstalternativen zielen sensorisch und optisch zwar auf die Nachbildung klassischer Wurstwaren ab, unterscheiden sich aber in ihrer **Grundzusammensetzung** deutlich. Daraus ergibt sich die zentrale Forschungsfrage: **Benötigen pflanzliche Wurstprodukte eine andere Verpackung als tierische?** Die Antwort ist derzeit offen. Deshalb untersucht Siebler systematisch: - Welche Faktoren beeinflussen die Haltbarkeit? - Welche Barrieren werden wirklich benötigt? - Welche Eigenschaften sind kritisch für Aussehen, Qualität und Sicherheit? ## **Erste Ergebnisse: Farbstabilität ist weniger kritisch** In Selbstversuchen zeigte Siebler Effekte wie die Vergrauung pflanzlicher Produkte und untersuchte dazu: - Sauerstoffeinfluss - Lichteinwirkung - Veränderungen der Farbwerte Das überraschende Resultat: **Vegane Wurstalternativen reagieren wesentlich weniger empfindlich auf Licht und Sauerstoff als tierische Produkte.** Daraus ergibt sich ein erstes praktisches Fazit: **Eine hohe Sauerstoffbarriere ist für viele dieser Produkte gar nicht notwendig.** ## **Was bestimmt dann die Haltbarkeit?** Da die Farbstabilität nicht das begrenzende Kriterium ist, richtet sich der Fokus nun auf weitere Aspekte: - **Mikrobiologie** - **Fettoxidation** - **weitere chemisch-physikalische Veränderungen** Diese Parameter sollen künftig zeigen, was tatsächlich die optimale Verpackungsstruktur bestimmt. ## **Ziel: So wenig wie möglich, so viel wie nötig** Sieblers Ziel ist eindeutig: **Die ideale Verpackung finden, die nur so viel Material nutzt, wie für den Produktschutz wirklich erforderlich ist.** Dafür müssen Industrie und Forschung aus ihrer Sicht **enger zusammenarbeiten**. Nur durch gemeinsames Verständnis der Produkteigenschaften lassen sich nachhaltige, funktionale Verpackungslösungen entwickeln – ohne unnötige Überverpackung. ## **Fazit** Vegane Wurstalternativen zeigen andere Reaktionen als tierische Produkte – und das hat unmittelbare Auswirkungen auf die Wahl der Verpackung. Die Forschung steckt noch mitten im Prozess, doch erste Ergebnisse zeigen: **Pflanzenbasierte Alternativen könnten mit reduzierten Barrieren auskommen.** Damit bietet das Thema großes Potenzial für nachhaltigere und effizientere Verpackungskonzepte. ### Verwandte Episoden - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) - [Sabrina Schmidt vom IÖW spricht über die Bewertung der Nachhaltigkeit von Verpackungen](https://inno-talk.de/sabrina-schmidt-sprich-ueber-bewertung-der-nachhaltigkeit-von-verpckungen/) - [Matthias Wolk spricht über VR, AR, Metaverse & Verpackungen](https://inno-talk.de/matthias-wolk-spricht-ueber-vr-ar-metaverse-verpackungen/) --- ## Transkript Hochschule Sigmaringen ist wieder bei uns. Alina war bei uns, hat einen tollen Vortrag gehalten über vegane Fleischwurst oder sowas. Ich habe es nicht richtig verstanden. Worüber hast du gesprochen? Über die Verpackung von veganen Wurst-Alternativen. Dein Kollege Markus Schmid ist Schlachter. Er beschäftigt sich mehr mit dem Fleisch. Du hast dich mit Alternativen beschäftigt. Brauchen die eine andere Verpackung, diese Alternativen zu den Fleischprodukten, also sprich die pflanzenbasierten veganen oder vegetarischen Produkte? Davon gehen wir eben aus. Es ist noch nicht ganz klar, deshalb promoviere ich auch zu diesem Thema und möchte herausfinden, was sind denn die Anforderungen von diesen Produkten? Sie möchten zwar dieselben Produkte darstellen wie die tierischen Wurst-Alternativen, sind aber in der Grundzusammensetzung ja komplett anders und deshalb vermuten wir, es braucht eine andere Verpackung. Aber das müssen wir eben erst noch untersuchen. Du hast so bisschen im Selbstversuch gezeigt, Vergrauung ist so ein Thema. Welche Parameter werden überhaupt geprüft, um sowas zu bewerten? Im Moment habe ich mir den Sauerstoffeinfluss und den Einfluss von Licht auf die Farbstabilität der Produkte angesehen und da zeigt sich schon mal deutlich, dass sie gegenüber Licht und Sauerstoff gar nicht empfindlich sind im Vergleich zu den tierischen Wurstwaren. Das heißt, es würde auch eine geringere Sauerstoffbarriere ausreichen, was schon mal so das erste Ergebnis ist. Was stellst du dir so als Ziel vor? Wo willst du hin mit diesen Forschungen? Über Verpackung war so ein Stichwort, habe ich gehört. Oder? Genau, ich möchte die optimale Verpackung herausfinden, damit so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig für den erforderlichen Produktschutz verpackt wird. Aber dafür muss ich eben herausfinden, ist das Bottleneck-Kriterium für die Haltbarkeit. Die Farbstabilität ist es nicht, das wissen wir jetzt schon. Als nächstes kommt Mikrobiologie, Fettoxidation und so weiter und dann finden wir es hoffentlich heraus. Was würdest du sagen als Appell für die Industrie, die solche Produkte herstellt? Sind die heute schon alle überverpackt? Ein Ziel war auch so bisschen deine Umfrage oder passt das eigentlich, was sie heute machen? Hinsichtlich der Farbstabilität sind sie überverpackt, aber wie gesagt gibt es ja noch andere Komponenten, die Mikrobiologie, die Fettoxidation, alle diese Komponenten muss man sich anschauen. Mein Appell ist aber, dass die Industrie und die Forschung einfach miteinander sprechen müssen, um da schnellstmöglich ans Ziel der optimierten Verpackung zu kommen. Danach kann nichts mehr kommen. Alina Siedler, dankeschön dass du da bist. Vielen Dank ebenfalls. **Kategorien:** Barrierefolien, Folienherstellung/Veredelung, Lebensmittelverpackung, Q-Management/ Hygiene --- ### [Markenentwicklung im Flexpack](https://inno-talk.de/markenentwicklung-im-flexpack/) **Published:** März 23, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** --- ## **Warum Nachhaltigkeit kein Differenzierungsmerkmal mehr ist** Beim 23. Inno‑Meeting eröffnete **[Valeska Haux](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=79496)** den Veranstaltungstag mit einem starken Impulsvortrag zur **Markenentwicklung in der Flexpack‑Branche**. Im Gespräch mit **[Julian Thielen](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=90475)** zeigte sie, wie Unternehmen – insbesondere kleine und mittelständische – ihre Marke strategisch weiterentwickeln können. ## **Nachhaltigkeit ist heute Hygienefaktor** Eine der zentralen Aussagen von Haux: **Nachhaltigkeit dient nicht mehr zur Differenzierung.** Früher konnten Unternehmen über Nachhaltigkeit noch klare Markenakzente setzen. Heute gehört das Thema schlicht zur Mindestanforderung. Wer darüber hinaus wahrgenommen werden möchte, muss Nachhaltigkeitsansprüche **technisch hinterlegen**, etwa über: - spezifische Innovationen - klar definierte Kompetenzfelder - technologisch belegbare Vorteile Nur so entsteht echte Relevanz über das Grundniveau hinaus. ## **Die richtigen Medien für B2B-Kommunikation** Im Gespräch betonte Haux, dass Verpackungsunternehmen sich in der Kommunikation klar auf **B2B‑Kanäle** fokussieren sollten. Klassische Consumer‑Kanäle können ein Grundrauschen erzeugen, sind für die Flexpack‑Industrie aber selten effizient. Entscheidend ist: - jedes Medium braucht seine eigene Strategie - technische Inhalte gehören in technisch verständliche Kanäle - Sichtbarkeit muss zielgruppenscharf aufgebaut werden ## **Thought Leadership statt Produktfokus** Viele Unternehmen kommunizieren fast ausschließlich über ihre Produkte. Für eine starke Marke reicht das jedoch nicht aus. Haux empfiehlt einen klaren Positionierungswechsel: > **Weg von reiner Produktkommunikation – hin zu Thought Leadership.** Das bedeutet: - Werte des Unternehmens sichtbar machen - Themen besetzen, die langfristig Bestand haben - Expertise regelmäßig wiederholen (da Zielgruppen Posts nicht synchron sehen) Nur so entsteht eine konsistente Markenbotschaft über Jahre hinweg. ## **Markenführung ist strategisch – und Chefsache** Besonders deutlich formulierte Haux, dass Markenführung **kein reines Marketing‑Kommunikationsthema** ist. Es ist eine **strategische Aufgabe**, die im gesamten Unternehmen verankert sein muss. Ihr Rat an Geschäftsführer: 1. **Innenpositionierung klären** **– Wer sind wir? Wofür stehen wir?** 2. **Dann erst extern kommunizieren** **– Gute Kommunikation braucht klare Grundlage.** 3. **Design und Kosmetik kommen zuletzt** **– Erst Strategie, dann Markenbild.** So entstehen Marken, die in der Flexpack‑Industrie dauerhaft Bestand haben – unabhängig von Produktzyklen und kurzfristigen Trends. ### Verwandte Episoden - [Flexpack-Branchentreff – 20. Inno-Meeting 2023](https://inno-talk.de/flexpack-branchentreff-20-inno-meeting-2023/) - [Alina Ott zu Digitalen Produktpässen – auch für Flexpack](https://inno-talk.de/alina-ott-zu-digitalen-produktpaessen-auch-fuer-flexpack/) - [Inkjet ist für Flexpack das Verfahren der Wahl für den Einstieg in den Digitaldruck, sagt Dr. Thomas Lehnen](https://inno-talk.de/inkjet-ist-fuer-flexpack-das-verfahren-der-wahl-fuer-den-einstieg-in-den-digitaldruck-sagt-dr-thomas-lehnen/) --- ## Transkript Ja, Marleska Haugs, danke für die Einführung heute, den Start gemacht beim Inno-Meeting. Thema vor allem Markenentwicklung im Flexpack. Wir haben gehört, was muss eine Marke leisten, wie kann man sie entwickeln, wie kann man es vor allem als kleines Unternehmen auch machen. Was ich ganz spannend fand: Nachhaltigkeitsthemen sind gar nicht mehr so als Differenzierungsmerkmal, richtig? Das ist das, was ich mit dem Vortrag sagen wollte. Nachhaltigkeit ist Hygienefaktor, und wenn ich mich im Bereich Nachhaltigkeit differenzieren möchte, muss ich es technisch hinterlegen oder unterlegen. Das heißt, ich muss mich auf irgendwelche Themen spezialisieren. Und welche Möglichkeiten habe ich da ganz konkret? Welche Medien kann ich nutzen, um so technische Inhalte wirklich auch zeigen zu können? Wenn wir jetzt über Medien sprechen, also im Grunde genommen denke ich, wenn ich dann Ratschlag geben darf, ich auf diese sozialen Medien, im Bereich B2C unterwegs sind, die würde ich ganz großzügig aussparen und würde mich wirklich auf B2B-spezialisierte Medien fokussieren, im ersten Schritt. Das heißt nicht, dass das ganze Thema B2C nicht auch so ein schönes Grundrauschen erzeugen kann, wenn man es richtig macht. Bedeutet: Man muss für jedes Medium auch seine richtige Strategie dahinter haben, nehme ich an. Genau, so würde ich das sagen. Und was du auch gesagt hattest: dass man gar nicht so mehr das Produkt in den Mittelpunkt stellen soll, sondern die Leute, Thought Leadership – kannst du das noch ein bisschen ausführen? Ja, ich denke, viele Unternehmen in unserer Industrie konzentrieren sich in der Kommunikation auf das Thema Produktkommunikation. Wir wollen natürlich auch die Innovation, die wir generieren, natürlich auch in den Markt pushen. Insofern ist diese Kommunikation auch verständlich. Aber wenn es darum geht, langfristige Markenführung auch zu betreiben, muss ich Themen besetzen, die längerfristig auch gelten und Bestand haben. Und da geht es wirklich um zwei, drei Themen – mehr würde ich da gar nicht tun – die immer wieder, ich sage jetzt mal, die Werte des Unternehmens auch repräsentieren. Definitiv großes Hemmnis: die gleichen Sachen neu darzustellen, aber sehen einfach nicht die gleichen Leute jedes Mal dieselben Posts. Langfristigkeit – du bist jetzt wirklich lange schon noch in der Flexpack-Branche dabei. Was sind jetzt aus der Erfahrung, die du da mitgemacht hast, drei Dinge, die du Geschäftsführern in der Markenbildung eigentlich so auf den Weg geben kannst? Also, ich habe es ja vorhin gesagt: Ich glaube, Markenführung und Markenweiterentwicklung ist kein Thema für die Marketing-Kommunikation – das heißt nicht, dass Marketing-Kommunikation jetzt weniger Mehrwert ist. Ich glaube aber, dass Markenführung eine ganz starke strategische Komponente hat, die auch ganzheitlich im Unternehmen auch verankert sein muss. Das ist ja das, was ich vorhin sagte: Fangen Sie erst an mit Ihrer Positionierung intern zu arbeiten, wenn die steht, dann machen wir extra eine Kommunikation und auch erst dann kümmern wir uns auch um die Kosmetik. Als erstes mal wissen, wer man selber ist, um das nach außen zu tragen. Danke für den grandiosen Auftakt. Vielen Dank, danke schön. Gerne. **Kategorien:** Folienherstellung/Veredelung, Neuigkeiten, Verpackungsdesign --- ### [Biokunststoffe, Rezyklate und PPWR](https://inno-talk.de/biokunststoffe-rezyklate-und-ppwr/) **Published:** März 30, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** --- ## **Wohin entwickelt sich der Markt? – Patrick Zimmermann im Gespräch** Beim 23. Inno‑Meeting sprach **[Julian Thielen](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=90475)** mit **[Patrick Zimmermann](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=6832)** von **FKuR**, einem der renommiertesten Anbieter von biobasierten und biologisch abbaubaren Kunststoffen. Nach Jahren, in denen FKuR besonders stark im Biopolymer‑Segment aktiv war, rückt das Unternehmen nun wieder stärker das Thema **Rezyklate** in den Fokus. Zimmermann erklärt, warum das nicht nur logisch, sondern strategisch notwendig ist. --- ## **Rückkehr zu den Rezyklaten – aus gutem Grund** Vor rund zwei Jahren entschied sich FKuR, neben Biokunststoffen erneut intensiver auf Rezyklate zu setzen. Gründe dafür: - **PPWR‑Druck („Packaging and Packaging Waste Regulation“)** - steigende Anforderungen an den Rezyklateinsatz - Marktbewegungen zugunsten kreislauffähiger Lösungen - klare Passung in die eigene Nachhaltigkeitsstrategie > **Biobasierte Kunststoffe, bioabbaubare Materialien und hochwertige Rezyklate ergänzen sich – sie konkurrieren nicht.** --- ## **Wie FKuR Kunden bei Materialentscheidungen berät** Wenn Kunden mit dem Wunsch nach „mehr Nachhaltigkeit“ auf FKuR zukommen, beginnt der Prozess immer mit einer strukturierten Analyse: 1. **Welche Materialien werden aktuell eingesetzt?** 2. **Welche technischen Anforderungen bestehen?** 3. **Ist biologische Abbaubarkeit überhaupt notwendig?** 4. **Macht biobasiert aus Nachhaltigkeits‑ und Kostensicht Sinn?** 5. **Ist ein Rezyklat geeignet und compliance‑konform?** 6. **Was passiert am Ende des Lebenszyklus? (End of Life)** Zimmermann erklärt: **Nicht jedes Produkt muss kompostierbar sein. Nicht jedes Produkt profitiert von biobasierten Rohstoffen. Und nicht jedes Produkt kann mit Rezyklaten funktionieren.** Entscheidend ist die Anwendung – nicht der Trend. --- ## **Drop‑in vs. Non‑Drop‑in: Wo liegt der Unterschied?** Zimmermann erläutert im Interview die zentrale Unterscheidung im Biokunststoffmarkt: ### **Drop‑in‑Kunststoffe** - z. B. **Bio‑PE, Bio‑PP** - biobasiert, aber **chemisch identisch** zu fossilen Pendants - **1:1 austauschbar**, komplett recyclingfähig - ideal für PPWR‑Regelungen, da **kein Störstoff** ### **Non‑Drop‑in‑Kunststoffe** - z. B. **PLA, PLA‑Blends** - ebenfalls biobasiert, aber **mit anderen Eigenschaften** - nicht 1:1 ersetzbar - sehr relevant für **kompostierbare Anwendungen** FKuR bietet beide Klassen an – wissend, dass jede Anwendung eine eigene Lösung benötigt. --- ## **Warum bioabbaubare Kunststoffe in der PPWR kaum vorkommen** Zimmermann spricht offen über die Enttäuschung, dass biologisch abbaubare Kunststofflösungen in der PPWR kaum berücksichtigt wurden. Gründe dafür: - rot verkürzte Rottezeiten in Kompostieranlagen - große Uneinheitlichkeit der kommunalen Akzeptanz - Vorbehalte gegenüber Abbaurate und Prozesssicherheit - fehlende Standardisierung in Europa Doch es gibt auch Fortschritte: Neue Materialien mit **„OK Compost HOME“ oder „Plus“-Zertifikat** bauen deutlich schneller ab und könnten langfristig neue Optionen eröffnen. --- ## **Wo biologisch abbaubare Kunststoffe weiterhin Sinn machen** Für Verpackungen ist die PPWR restriktiv – aber außerhalb des Verpackungssektors entstehen neue Nischen: - **Mulchfolien**, die im Boden abgebaut werden - Anwendungen, die naturbedingt nicht eingesammelt werden - bestimmte agrartechnische Lösungen - temporäre Produkte mit kontrollierter Abbauabsicht Zimmermann: **„Man muss dort Bioabbaubarkeit einsetzen, wo sie einen echten Mehrwert bietet.“** --- ## **Biokunststoff‑Akzeptanz: Warum Länder so unterschiedlich sind** Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs: die sehr unterschiedliche Marktakzeptanz weltweit. - **Italien**: hohe Verbreitung aufgrund klarer gesetzlicher Vorgaben - **Spanien**: deutlicher politischer Wille zur Förderung - **Indien**: ganz eigene, stark wachsende Dynamiken - **Deutschland**: zurückhaltender Markt durch restriktive Kompostierpolitik In Deutschland ist das Hauptproblem: **Kommunen entscheiden individuell, ob kompostierbare Bioabfallbeutel zugelassen werden.** Dadurch bleibt der Markt fragmentiert. --- ## **Ausblick** Das Thema Biokunststoffe wird die Branche weiter begleiten – auch wenn die PPWR Rezyklaten aktuell den Vorrang gibt. Zimmermann zeigt: **Nachhaltige Materialstrategien bestehen künftig aus einem intelligenten Mix – biobasiert, recycelt, kompostierbar, jeweils dort, wo es technisch und ökologisch sinnvoll ist.** --- ### Verwandte Episoden - [Biokunststoffe mit Verantwortung](https://inno-talk.de/biokunststoffe-mit-verantwortung/) - [Rezyklate und Recyclingprozesse im Wandel – Materialströme, Qualität und regulatorische Weichenstellungen für Flexpack](https://inno-talk.de/rezyklate-und-recyclingprozesse-im-wandel-materialstroeme-qualitaet-und-regulatorische-weichenstellungen-fuer-flexpack/) - [Extrusion, Orientierung und Rezyklate](https://inno-talk.de/extrusion-orientierung-und-rezyklate/) --- ## Transkript So, bei mir ist jetzt Patrick Zimmermann von FKUR und ja, ein interessanter Vortrag, FKUR die letzten Jahre sehr viel mit Biokunststoffen, jetzt wieder mit Rezyklaten zurück zu alten Wurzeln? Ja, korrekt, ja. Wir haben in der Tat vor ein paar Jahren, vor zwei Jahren ungefähr gesagt, wir wollen wieder zurück zu den Rezyklaten, weil das natürlich in Europa auch ein Riesenthema jetzt ist, gerade durch die PPWR und wir kommen ja nun mal auch daher und das passt auch in unser Nachhaltigkeitskonzert, bioabbaubare Materialien anzubieten, biobased drop-ins, also GreenPE zum Beispiel und die Rezyklate – das kann man einfach ganz gut miteinander kombinieren und auch anbieten. Wie beratet ihr dann eure Kunden? Sie kommen an mit einer gewissen Anwendung und sagen, hey, wir müssen auf jeden Fall erstmal nachhaltiger werden, wie wäre ab da der Prozess? Naja, dann stellt sich halt immer erstmal die Frage, oftmals was setzt man natürlich für ein Material aktuell ein, was ist denn grundsätzlich gefordert, also muss das Produkt zum Beispiel biologisch abbaubar sein oder macht biobasiert mehr Sinn oder ist es vielleicht auch von den Kosten her dann doch eher ein Rezyklat, also dass man auch die Compliance mal abfragt, die technischen Daten, vielleicht auch das End of Life, also wie wird das Produkt denn später mal entsorgt, geht es wieder normal zurück in den Gelben Sack zum Beispiel oder verbleibt es in der Natur und so kann man natürlich dann auswählen, welches Material macht denn vielleicht mehr Sinn als jetzt ein anderes. Du hast auch so schön unterteilt zwischen Drop-in-Kunststoffen und Non-Drop-in-Kunststoffen, was steckt da genau hinter? Also, es ist einfach nochmal die Unterscheidung zu sagen, ein Drop-in ist quasi ein biobasiertes Polyethylen oder ein biobasiertes Polypropylen, also Materialien, die zwar einen biogenen Rohstoff verwenden als Rohstoffquelle, eben nicht fossil, aber dieselben Eigenschaften aufweisen wie jetzt eben fossiles PE oder PP, die können die also eins zu eins ohne Probleme ersetzen, daher Drop-in. Und Non-Drop-in bezeichnen dann die Kunststoffe, die auch biobasiert sind, aber nicht direkt bisher existierendes Material eins zu eins ersetzen können, sondern vielleicht auch mit Kompromissen, wie zum Beispiel ein PLA, was eine große Anwendung hat oder PLA-Blends, die wir ja herstellen, dass man sagt natürlich kann ich damit auch ein LDPE ersetzen, aber die Eigenschaften sind nicht immer hundertprozentig so wie man es jetzt eben von einem klassischen Virgin-LDPE kennen würde. Warst du davon nicht gerade mehr im Trend und was wird mit der PPWR noch mehr in den Trend kommen? Ja, das ist natürlich eine etwas traurige Geschichte vielleicht, dass die bioabbaubaren Kunststoffe da nicht so in der PPWR wiedergesehen werden, wie wir das uns gewünscht hätten, aber es ist immer ganz klar: Die biobasierten Drop-ins, also Bio-PE, Bio-PP, die können natürlich auch voll in der PPWR integriert werden, weil sie im normalen Recycling auch nicht als Störstoff gelten, sondern ja genauso recycelt werden können wie ein fossiles PE zum Beispiel. ### Biologisch abbaubare Kunststoffe in der Natur Da glauben wir, dass in Europa das sicherlich in der nahen Zukunft einen etwas höheren Stellenwert haben wird als die bioabbaubaren Materialien, für die ich dann eben andere Nischen suchen muss. Welche Nischen wären das? PPWR ist erstmal für Verpackungen, welche Märkte gibt es dann rechts und links? Erstmal alles, was nicht unbedingt Verpackung sein soll, aber man muss natürlich mal gucken, wo hat die biologische Abbaubarkeit einen besonderen Mehrwert für das Produkt? Und da bin ich natürlich ganz oft bei Produkten, die dann zum Beispiel in der Natur verbleiben und dann eben nicht mehr eingesammelt werden – zum Beispiel klassischerweise auch eine Multifolie, die dann eben untergepflügt wird und dann eben abbaut. Das sind so klassische Anwendungen, wo wir sehen, dass die biologische Abbaubarkeit oder zertifizierte kompostierbare Produkte dann eben auch sinnvoll sind. Wo stehen wir denn in Deutschland bei der Akzeptanz auch von Biokunststoffen? Ich weiß, dass in Italien da deutlich mehr geht. Wir haben eben gehört, in Indien ist auch nochmal ein ganz anderes Thema. Und woran liegt es, dass es womöglich in einem Land besser funktioniert und in anderen nicht? Ja, wenn wir das alles so ordentlich wüssten, woran das liegt. Aber ich glaube, in Deutschland liegt es oftmals daran, dass wenn wir uns die kompostierbaren Kunststoffe mal anschauen, das ist immerhin – die bauen nicht schnell genug ab in den Kompostierzentren, weil die Rottezeiten sich verkürzt haben. Auf der anderen Seite haben wir natürlich mittlerweile auch Materialien entwickelt, die ja auch in deutlich kürzeren Zeiten abbaubar sind, die ein Plus-Zertifikat, also wo dann einfach auch das Material deutlich schneller abbaut zum Beispiel. Da gab es aus meiner Sicht immer wieder Vorbehalte, die man auch gar nicht richtig ausräumen konnte, weil ja auch jede Kommune selber entscheiden kann, ob sie nun mal jetzt die Bio-Abfallbeutel in so eine Biotonne zulassen oder nicht. Und viele haben sich dann auch dagegen entschieden. Das ist schwierig zu beantworten, woran es genau liegt und warum es in manchen Ländern besser funktioniert als in anderen. In Italien gab es natürlich auch die Gesetzesinitiativen, dass diese Produkte ja auch verwendet werden sollten oder auch wie in Spanien und deswegen sind die Märkte dann natürlich deutlich attraktiver und größer als jetzt in Deutschland. Du sagst schon, du warst vor vielen, vielen Jahren schon mal beim Inno-Meeting, das heißt das Thema Biokunststoffe begleitet die Branche schon eine lange Zeit. Das heißt, wir werden es auch weiter beobachten. Danke, dass du da warst und danke für die Einblicke. Ja super, vielen Dank erstmal für die Einladung und vielen Dank, schön. **Kategorien:** Biofolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Lebensmittelverpackung **Schlagwörter:** FKUR, PÜatrick Zimmermann, Rezyklate --- ### [Digitaler Produktpass & Kompass](https://inno-talk.de/digitaler-produktpass-kompass/) **Published:** April 6, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Im Rahmen des 23. Inno‑Meeting in Osnabrück präsentierte [**Albin Kälin** ](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=45600)ein Thema, das für die gesamte Industrie in den nächsten Jahren maßgeblich sein wird: **den digitalen Produktpass (DPP)** – erweitert um einen **„Kompass“**, der Unternehmen und Konsumenten bei der Bewertung von Nachhaltigkeit, Kreislauffähigkeit und Materialgesundheit unterstützt. Im Gespräch mit **Karsten Schröder** erläuterte Kälin, warum neue EU‑Gesetze die Branche radikal verändern und wie Unternehmen die zunehmende Komplexität beherrschbar machen können. --- ## **Neue EU‑Regeln: Die Karten werden neu gemischt** Kälin betont, dass sich die Ausgangslage vollständig verändert hat: - Die EU schafft verbindliche rechtliche Rahmenbedingungen. - Alle Produkte, die in der EU in Verkehr gebracht werden, benötigen einen digitalen Produktpass. - Unternehmen müssen Transparenz über Materialien, Inhaltsstoffe, Herkunft, Energie, Lieferketten und End‑of‑Life schaffen. Seine Botschaft: **Es geht nicht nur um Compliance. Es geht um Zukunftsfähigkeit und Differenzierung.** --- ## **Produktpass + Kompass: Orientierung statt Datendschungel** Der Produktpass dokumentiert Daten – aber das reicht nicht. Kälin ergänzt ihn um einen **Cradle‑to‑Cradle‑Kompass**, der Orientierung schafft. ### **Der Produktpass dient:** - der Recycling‑ und Abfallwirtschaft - Behörden & Regulatorik - Lieferketten - Konsument:innen bei der Kaufentscheidung ### **Der Kompass bewertet:** - Materialgesundheit - Energie & Klima - Kreislauffähigkeit - Biodiversität - Unternehmens‑Ökosystem - Lieferketten - Rücknahme‑ und Sammelsysteme > **„Ein Pass zeigt, was drin ist. Ein Kompass zeigt, wohin die Reise geht.“** Damit können Konsument:innen entscheiden, ob ein Produkt zu ihren Werten passt — und Unternehmen erkennen Entwicklungsbedarf. --- ## **Migros‑Projekt: Nachhaltigkeit verständlich machen** Ein Beispiel aus der Schweiz: **Migros** nutzte den Kompass zur Bewertung von Non‑Food‑Produkten. Daraus lernte Kälin: - Technische Nachhaltigkeitsinformationen sind nicht automatisch konsumententauglich. - Handel braucht verständliche Darstellung komplexer Daten. - Industrie und Retail müssen eine gemeinsame Sprache finden. Dieses Wissen floss direkt in das jetzt vorgestellte Tool ein. --- ## **Alle Produkte brauchen einen Produktpass – wie soll das gehen?** Karsten Schröder nennt das eine Mammutaufgabe – zu Recht. Kälin erklärt, wie Unternehmen diese Herausforderung meistern: - durch **radikale Vereinfachung** komplexer Regulatorik - durch ein **dynamisches Tool**, das Gesetzesänderungen flexibel abbildet - durch klare Orientierung statt überbordender Datenflut **Das Tool ist keine Zertifizierung, sondern ein lebendes System, das sich mit der Gesetzgebung weiterentwickelt.** --- ## **Fazit: Der digitale Produktpass kommt – der Kompass macht ihn nutzbar** Für Albin Kälin ist klar: - Der digitale Produktpass wird verpflichtend. - Unternehmen müssen jetzt Strukturen dafür aufbauen. - Der Kompass macht aus Daten **echte Entscheidungsgrundlagen**. - Nachhaltigkeit wird damit vergleichbarer, transparenter und strategischer. **„In Zukunft wird man nach digitalen Produktpässen fragen.“** ### Verwandte Episoden - [Podcast: Digitaler Inkjet-Druck ermöglicht der Flexpack-Industrie den Anschluss an die Digitalisierung](https://inno-talk.de/podcast-digitaler-inkjet-druck-ermoeglicht-der-flexpack-industrie-den-anschluss-an-die-digitalisierung/) --- ## Transkript Albin Kelin steht mit mir hier, hat gerade einen tollen Vortrag gehalten beim 23. Inno-Meeting hier in Osnabrück. Albin, du warst eigentlich als Cradle to Cradle Vertreter hier schon mehrfach auf der Bühne. Jetzt hast du was anderes vorgestellt. Was hat sich verändert? Es hat sich eine komplett neue Situation ergeben, dem Kartenlegen neu gemischt sind. Das heißt, es gibt plötzlich Gesetzesgrundlagen, das ist ein neuer Rahmen von Gesetzen die kommen von der EU. Ja und wie geht man damit um, wie gehen die Firmen damit um? Wie kriegt man diese Komplexität quasi runtergebrochen, sodass die Unternehmen damit umgehen können, dass die Unternehmen damit auch eine Orientierung kriegen und nicht einfach nur irgendwie gesetzeskonform abarbeiten, sondern es geht um die Zukunft, es geht um die Differenzierung. Du hast vorgestellt einen digitalen Produktepass Kompass. Was hat der Zusatz Kompass zu tun? Produktepass ist klar, der PPWR darauf waren wir sehr stark fokussiert, aber du hast nochmal dieses Zusatzwort Kompass dran gehängt. Was meinst du damit? Man muss eben einerseits verstehen, warum ist dieser digitale Produktepass so wichtig. Das einerseits für die Abfallindustrie, das heißt, wenn die irgendwelche Produkte auf den Hof kriegen, müssen die wissen, was ist da drin, aber auf der anderen Seite muss auch der Konsument wissen, bevor er eine Kaufentscheidung macht, was ist da drin, will ich das, welche Aspekte und ein Pass alleine genügt eben nicht, sondern ich brauche auch einen Kompass dazu und wir nennen dann Kompass Cradle to Cradle, weil es fehlt die Orientierung, man muss diese Orientierung schaffen, wo steht dieses Unternehmen, wie ist das mit Energie, wie geht das quasi um Materialgesundheit, wie geht es mit der Kreislauffähigkeit von all diesen Produkten, wie geht es aber auch mit Biodiversität, wie geht es mit dem Ökosystem von den Firmen, wie geht es mit der Lieferkette, wie geht es mit dem Rücknahmekonzept, das ist ein Blumenstrauß und da muss jeder Konsument, wenn er etwas kaufen will, kann er abschätzen, ist das für mich wichtig, betreffend meiner Werte, sind die für mich wichtig, bildet das Produkt das ab, weil ich muss zum Teil Kompromisse machen, das ist klar, aber mit diesem digitalen Produkt Pass Kompass Cradle to Cradle, kann die Einschätzung gemacht werden. Auf einem Chart hatte ich gesehen, war Migros abgedruckt, sind das die typischen Kunden für das was du im Moment anbietest oder wer sind deine Hauptzielgruppe? Die Hauptzielgruppe ist die Industrie, das heißt die, die Produkte in den Markt bringen, es gehört aber auch der Handel dazu und wir haben nur ein Beispiel gemacht mit der Migros in der Schweiz, wo es darum ging, Non-Food-Produkte zu bewerten aufgrund von Materialgesundheit und Kreislauffähigkeit und dort ging es darum, wie kommuniziert ein Handel mit den Konsumenten, werden die einen Industrie-Background haben, wir verstehen das nicht unbedingt wie man bei Konsumenten kommuniziert und daraus haben wir viel gelernt und darauf haben wir quasi dieses Tool gebaut. Welche Produkte brauchen einen solchen Produktpass? Alle Produkte, die in der EU in Verkehr gebracht werden. Das ist ja ein Wahnsinn, wie will man das stemmen? Du hattest Griechenland als kleinen Zwerg angedeutet im Vergleich zu dem, da auf uns zukommt. Wie soll das gehen? Wie habt ihr das vor? So also das war eigentlich die Herausforderung, wie geht man mit dieser Komplexität um, wie kann man die runterbrechen, wie kann man sie nutzbar machen, dass es wirklich etwas ist, was der Industrie, aber auch den Konsumenten quasi nutzen bringt und das war eine harte Arbeit, quasi das zu vereinfachen, wir wissen alles, wenn du etwas einfacher zu machen brauchst, du sehr sehr viel Inputs und Zeit und das ist uns, glaube ich, gut gelungen, wir haben sehr gute Rückmeldungen, weil es verständlich ist, es ist kommunizierbar geworden, diese Komplexität runterzubrechen, natürlich mit vielen Risiken, weil die Gesetze sind noch nicht alle ausgereift, jedes Land will das und das noch dazu machen, das heißt unser Tool ist eben auch dynamisch, es ist keine Zertifizierung, sondern es muss dynamisch bleiben, aber auch für die Unternehmen, die sind dynamisch unterwegs, es ändert sich so viel und dieses Tool bildet das ab und das ist, glaube ich, auch die Zukunft, die Frage ist wirklich, das wird die Zukunft sein, man wird nach digitalen Produktepässen fragen. ### Zusammenfassung und Verabschiedung des Gesprächs Auf jeden Fall, danach kann nichts mehr kommen, Albin Kehring, danke schön. Danke dir, Karsten, alles Gute. **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Lebensmittelverpackung **Schlagwörter:** Albin_Kaelin, PPWR, Produktpass --- ### [Sekundärverpackung in der PPWR](https://inno-talk.de/sekundaerverpackung-in-der-ppwr/) **Published:** März 12, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## Wohltat oder Wahnsinn Es folgt eine Zusammenfassung des Vortrags von [Benedikt Kauertz](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=73657) in eigenen Worten. *Weiter unten finden Sie einen Link zu einem durch AI erstellten Podcast, den wir gerne zur Abstimmung stellen möchten. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie sich die Mühe machen würden, den knapp 8-minütigen Podcast zu hören, und mir anschließend Ihr Feedback geben würden.* Zunächst aber, wie versprochen, der Artikel zum Vortrag von Benedikt Kauertz vom ifeu-Institut im Rahmen des 23. Inno-Meetings. # **Warum Mehrweg bei Transportverpackungen oft nicht nachhaltig ist – Ein Blick in die Fakten** Die Diskussion rund um die **PPWR** und den geforderten Mehrweganteil in Transportverpackungen nimmt an Fahrt auf. Besonders Artikel 29 sorgt für viele Fragezeichen – und für klare Worte sorgte Dr. **Benedikt Kauertz** in seinem Vortrag beim Inno‑Meeting. Bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen, rechnet er eindrucksvoll vor, warum Mehrweg im Bereich der Palettensicherung häufig **ökologisch wie ökonomisch** nicht sinnvoll ist. ## **1. Transportverpackungen – eine Nische in der Nische** Transportverpackungen machen in Europa rund **2,3 Millionen Tonnen Kunststoffe** aus. Ein kleiner Anteil im Vergleich zur Gesamtmenge. Dennoch sollen sie laut PPWR massiv reguliert werden – mit **40 % Mehrwegquote** bis 2030 und **70 % bis 2040**. Doch: Schon heute ist klar, dass diese Vorgaben kaum erreichbar sind und vor allem **massive Nebenwirkungen** haben. ## **2. Warum Mehrweg hier im Praxistest durchfällt** Kauertz zeigt in seiner Analyse unterschiedlichste Systeme – von Stretchfolie über Paper‑Wrap bis hin zu Kunststoff‑Mehrwegboxen. Seine Ergebnisse sind eindeutig: - **Einweg‑Stretchfolie** zeigt eine **enger gefasste ökologische Bandbreite** und hohe Effizienz. - **Paper‑Stretch** ist schwerer – und damit ökologisch schlechter – als Kunststoff. - **Formstabile Mehrwegboxen** schneiden in fast allen Szenarien schlechter ab. - **Flexible Mehrweg‑Sleeves** sind interessant, leiden aber unter Verlusten und niedrigen Umlaufzahlen. Entscheidend sind drei Faktoren: - **Verpackungsgewicht** - **Umläufe** - **Transporteffizienz / Füllvolumen** Gerade das Füllvolumen offenbart ein Problem, das in der Politik oft übersehen wird: Mehrwegboxen transportieren häufig **Luft** – weil sie sich nicht optimal an das Transportgut anpassen. ## **3. Ökobilanz: Materialeinsatz schlägt Theorie** Der Begriff „Mehrweg” klingt intuitiv nachhaltig, doch die Realität bei Transportverpackungen sieht leider anders aus. - Die Systeme erfordern **deutlich mehr Material**, das produziert, bewegt und recycelt werden muss. - Die Transporte werden ineffizienter – besonders bei leichten Gütern. - Redis­tribution der leeren Boxen verursacht zusätzliche Emissionen. - Selbst mit optimierten Rückläufen ergeben sich **keine ökologischen Vorteile**. Kauertz bringt es auf den Punkt: **Es gibt praktisch keinen Fall, in dem stabile Mehrwegboxen ökologisch besser sind als flexible Einwegsysteme.** ## **4. Der einzige potenzielle Hebel: Produktverluste** Einzige Ausnahme: Wenn Mehrweg Verpackungsschäden verhindert. Doch dafür müssten Produktverluste zwischen **1–2 %** liegen – ein Wert, der in realen Supply‑Chains schlicht **undenkbar** ist. ## **5. Die große Fehlannahme der Politik** Die PPWR verlangt eine **Item‑based Calculation** – jedes Verpackungselement zählt einzeln. Damit entsteht faktisch ein **Mehrwegzwang**, selbst wenn die Einwegvariante: - weniger Abfall verursacht - viel weniger CO₂ verursacht - effizienter transportiert werden kann Ein Beispiel aus der Analyse: Eine verpflichtende 100 %-Mehrwegquote würde zu **31,7 Mio. Tonnen zusätzlichem CO₂** führen – das entspricht: - der kompletten italienischen PKW‑Flotte oder - der Waldfläche von **Baden‑Württemberg + Bayern** als CO₂‑Kompensation. Ein dramatischer Fehlanreiz. ## **6. Mehrweg funktioniert – aber nicht überall** Kauertz betont ausdrücklich: > **Mehrweg ist nicht grundsätzlich schlecht.** > Im **Automotive‑Bereich**, in geschlossenen logistischen Kreisläufen, ist es oft hervorragend. Aber: Was auf einer stabilen Supply‑Chain mit immer gleichen Teilen funktioniert, lässt sich **nicht** auf die komplexe Konsumgüterlogistik übertragen. --- ### **Fazit** Der Vortrag zeigt klar: **Mehrweg ist kein Allheilmittel – und in Transportverpackungen oft kontraproduktiv.** Die PPWR übersieht zentrale Realitäten der Logistik und gefährdet ökologische Erfolge, statt sie zu fördern. Für die Praxis bedeutet das: Wir müssen **technisch sinnvolle, flexible und effiziente Lösungen** stärken – statt dogmatisch auf Mehrweg zu setzen. ## KI-Podcast im Debatten-Format [Abstimmung zu KI Podcast (< 60s)](https://forms.office.com/Pages/ResponsePage.aspx?id=FOG9UPR9_UCv21bJTwzoATWgxmS4eOFOoyxBv2oBdulUNFhKREZSMjFESzNIWFRQTk44NTBHVDdITC4u) Und hier ist noch das Interview mit Benedikt vom Inno-Meeting. Mehr Details dazu im Sommer in Würzburg ![INNO-Circle - Umweltgerechte Flexpacks](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/03/Inno_circle_Umweltgerechte_Flexpacks_teaser_teaser_lang_DE-1024x351.jpg)### Verwandte Episoden - [35. Inno-Talk Europe – Sekundärverpackung im Fokus](https://inno-talk.de/35-inno-talk-europe/) --- ## Transkript Benedikt Kauertz ist hier beim dreiundzwanzigsten Inno-Meeting in Osnabrück. Benedikt, du hast einen Vortrag gehalten über Ökobilanzen, wie immer. Du bist bei uns bekannt für tolle Ökobilanzen. Einer der wenigen, der das richtig ausrechnet. Du hast gesagt, eigentlich ist es nur ein einfacher Dreisatz, aber ganz so ist es nicht. Was hast du diesmal eigentlich mitgebracht? Fass das mal ganz kurz zusammen. Mitgebracht habe ich euch diesmal die Ökobilanz von Transportverpackungen, Einweg gegen Mehrweg. Und das war dann eigentlich eine ganz kleine Rechnung am Ende des Tages, weil du hast gesehen, du hast bei den Einwegverpackungen, die extrem reduziert sind, hundertvierzig Gramm Folie auf eine Palette. Die vergleichst du mit einer fünfzig Kilogramm Mehrwegbox, einer formstabilen. Da war das eigentlich relativ klar, dass die Ergebnisse ganz schnell dahin gehen, dass wir sagen, so eine reduzierte Folienverpackung mit so einer großen Mehrwegbox zu ersetzen, das kann ökobilanzial keine Vorteile haben. Da geht der Massenfluss dagegen, ja, viel zu viel Material und Transportineffizienzen, die ich mir damit einfange. Die Bilanz hat auch gezeigt, es gibt ein paar Mehrwegoptimierungen oder Mehrwegsysteme, die tatsächlich auch in die Richtung gehen. Die sind aber auch wieder flexibel. Du sagtest gerade, nicht optimal gefüllt sozusagen, sinngemäß, die, die, die Boxen. Das sind also starre Gebilde, die dann nicht ganz voll gemacht werden. Wie muss ich mir das vorstellen? Woher kommen die Ineffizienzen eigentlich? Na ja, das kommt ja daher, wenn du eine Einwegtransportverpackung hast, so eine Wickelfolie oder eine Stretchhaube, dann ist die ja genau auf das angepasst, was du auf die Palette packst. Wenn du eine Mehrwegbox hast, die muss ja für jeden Use-Case passen. Ja? Da willst du ja nicht für, für jeden Use-Case eine eigene Mehrwegbox machen. Und dann kommt es dahin, dass du auf einmal die Füllhöhen nicht wirklich ausfüllen kannst, weil deine Produkte oder Produktverpackungen nicht dafür optimiert sind, in dieser Box transportiert zu werden. Albin Kälin hat sein Buch in Papier eingewickelt. Du hast über Papierwickelstretch, Stretch ist es in dem Sinne nicht, sondern Wickelmaterial gesprochen, und du hast verglichen mit Stretchfolie aus Kunststoff. Wie ist da, waren da die Ergebnisse? Ja, das ist ja auch das, das, der Klassiker. Ja. Also, da ist eine ganz enge Range. Da muss das Papier schon leicht sein, dass es gegen den Kunststoff tatsächlich auch wirklich eine gute ökobilanzielle Performance hat. Also wenn ich ein Kilo Papier mit, ein Kilo Kunststoff mit vier Kilo Papier abtausche, dann ist das in der Regel keine gute Ökobilanz. Spielen denn die Entsorgungswege auch eine Rolle? Ist Papier da nicht immer im Recyclingfluss besser als Kunststoff? Oder wie ist das bei Transportverpackungen eigentlich? Ja, das sind ja Business-to-Business-Verpackungen. Die schicke ich vom Lieferanten ins Zentrallager vom Handel. Das Zentrallager oder diese Umschlagpunkte, die haben ja kein Interesse daran, irgendwas mit dem Müll zu machen. Die wollen den möglichst schnell loswerden und da fällt an: Papier, ja, Kartonagen und Kunststoffe und ab und an mal eine kaputte Palette. Das heißt, die haben drei Fraktionen. Das, das, da geht kein Müll verloren. Die haben kein Littering, die haben keine Fehlwurfquoten, die Mitarbeitenden sind geschult in ganz Europa. Das heißt, wir haben eigentlich auf diesen ganzen Transportverpackungen eine extrem hohe Recyclingquote. Wir haben das aber trotzdem variiert. Wir haben versucht, den Break-even zu bestimmen: Wie hoch muss die Recyclingquote sein, dass es besser ist als die, jetzt sage ich mal, formstabilen Mehrwegsysteme. Und diese Unterschiede in den Bilanzen sind so groß. ### Recyclingwirtschaft Folienverpackungen Kreislaufpotenzial Das heißt, selbst wenn du es nicht recyceln würdest, was hoffentlich niemand tut, wäre es für die Ökobilanz kein Problem. Und trotzdem, Recycling sticht. Das muss man schon echt sagen. Also Recycling sticht, einfach nur so in den Wald entsorgen oder in den Landfill machen wir sowieso nicht mehr, wäre natürlich eine falsche Alternative. Nein, dafür ist das Material viel zu teuer und viel zu kostbar. Das sind ja, das sind ja hochreine Materialien. Also wir haben, wir haben ganze, ganze, ganze Recyclingbranchen, die, die wirklich nach diesen Folien gieren. Genau, weil sie so sauber sind. Jetzt sind hier gar nicht so viel Transportverpackungshersteller bei uns im Raum. Wir sind ja mehr Flexpacker, aber alle nutzen natürlich Transportverpackungen. Was würdest du denen raten? Mehrweg oder Einweg? Äh, ich würde sagen, eine, eine, eine gute, optimierte, auf das zu transportierende, gut angepasste Einwegverpackung, möglichst materialreduziert, möglichst hohe Sekundärmaterialanteile, fünfundsechzig Prozent, das geht. Das Mehrgewicht fällt da nicht in den Rahmen, ja, und dann damit reingehen. Und auch, auch ihr Flexpacker, ihr müsst das Zeug an die Kunden bringen. Das heißt, in der Supply Chain denken und wirklich auch sagen: „Ich muss es auch transportieren und ich lasse mir von, jetzt nicht von einer europäischen Regulierung meine, meine Supply Chain zerstören.“ Stichwort PPWR. Da ging ein Raunen durch die Menge, als du das angesprochen hast. Welcher Paragraph ist es und warum tut der uns so weh? Das ist der neunundzwanzig eins zwei drei, ja. Zwei und drei sind jetzt gestrichen wegen den ökonomischen Herausforderungen für die Branche. Der Einser bleibt bestehen. Und das Problem ist tatsächlich die, die Zählweise der Mehrwegquote. Das ist Item based. Das heißt, wir zählen auf der Palette, wie viel Transportverpackungssysteme sind das eigentlich: Die Palette, die Umfolie, eine Zwischenlage, ein Kantenschutz. Und wir müssen in dieser Item Calculation müssen mindestens vierzig Prozent der verwendeten Items Mehrweg sein. Das heißt, wenn es dreiteilig ist, dann müssen zwei Sachen Mehrweg sein. Also Kantenschutz und Palette, dann darf ich eine Einweg-Stretchwickelfolie nehmen. Wäre es Mehrweg, wenn ich jetzt Kantenschutz Einweg habe und Stretch, habe ich die Quote nicht, oder? Dann hast du die Quote nicht. Und ab 2040 geht die halt hoch auf siebzig Prozent. Dann darf höchstens noch ein Item Mehrweg sein. Und wenn’s, wenn’s nur zweiteilige Transportverpackung ist, müssen beide Mehrweg sein. Gibt’s da Chancen, dass das noch gekippt wird? Weil wir haben dann so sinngemäß gesagt, wir machen da nicht mit, weil es ja eigentlich eine unsinnige Regelung ist, wenn man ehrlich ist, oder? Also es, es gibt die Bestrebung, dass man sagt, bis zu einem gewissen Gewichtsanteil in der Verpackung ist dann, ist das, ist das kein Packaging Item, sondern ein Packaging Aid, also ein Packhilfsmittel. So wie du auf einer Mehrwegflasche den Verschluss oder das Etikett als Packhilfsmittel definierst. Das ist nicht die eigentliche Verpackung, aber du brauchst es, um die Verpackung zu nutzen. Also die Hoffnung bleibt. Danke schön, Benedikt Kauertz. Ja, es war mir eine Freude. **Kategorien:** Entsorgung / Recycling **Schlagwörter:** Benedikt_Kauertz --- ### [Inno-Talk – Faserbasierte Flexpacks, Papier und mehr](https://inno-talk.de/inno-talk-faserbasierte-flexpacks-papier-und-mehr/) **Published:** März 20, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Der 41. Inno-Talk widmete sich der Einordnung und dem Potenzial faserbasierter Materialien in der flexiblen Verpackungsindustrie. Moderator **Julian Thielen** begrüßte Experten des Fraunhofer IVV und der Innoform-Partner, um innovative technologische Ansätze vorzustellen, die Papier für Hochbarriere-Anwendungen und komplexe Formgebungen nutzbar machen. ## Transfermetallisierung auf Papier (Marius Jasdinszki, Fraunhofer IVV) **[Marius Jasdinszki](https://www.linkedin.com/in/marius-jesdinszki-46a616261/)** präsentierte die **indirekte Metallisierung** (Transfermetallisierung) als Lösung für die Herausforderungen, die Papier als Substrat im Vakuumprozess bietet. - **Der Prozess**: Statt das Papier direkt zu bedampfen, wird eine Barriere- und Releaseschicht auf eine glatte PET-Trägerfolie aufgebracht und metallisiert. - **Die Anwendung**: Diese Schichten werden gegen das Zielsubstrat kaschiert, bevor die PET-Folie wieder abgezogen wird. - **Vorteile**: Das Verfahren umgeht Probleme wie die Restfeuchte, die Hygroexpansion und die Substratrauheit des Papiers im Vakuum. - **Ergebnisse**: Es wurden beeindruckende Barrierewerte erreicht; bei Sauerstoff lagen diese teilweise unter der Messgrenze, bei Wasserdampf im Bereich von 0,1 Gramm pro Quadratmeter und Tag im Laminat. Selbst bei extrem dünnem 25-Gramm-Papier blieb die Sauerstoffbarriere stabil unter 1. ## Dry Fiber Molding (Dr. Tobias Beiss, ILLIG) [**Dr. Tobias Beiss** ](https://www.linkedin.com/in/tobiasbeiss/)stellte das **Dry Fiber Molding**-Verfahren vor, welches die Herstellung tiefer, dreidimensionaler Papierprodukte ohne den Einsatz von Prozesswasser ermöglicht. - **Technologie**: Aus einem trockenen Faservlies (Airlaid) werden durch patentierte Preforming- und Forming-Schritte steife Verpackungsteile gepresst. - **Ziehtiefe**: Das Verfahren ermöglicht Ziehtiefen von bis zu **120 mm**, was etwa der Tiefe eines Standard-Joghurtbechers entspricht. - **Nachhaltigkeit**: Laut einer CO₂-Studie verursacht Dry Fiber im Vergleich zu Kunststoffschalen (PP) nur etwa ein Viertel der Emissionen. - **Vorteile**: Der Prozess ist im Vergleich zum nassen Faserformen (Wet Fiber) deutlich energieeffizienter und spart massiv Wasser ein. - **Barriere-Optionen**: Für den Einsatz im Lebensmittelbereich können die Teile laminiert oder mittels Coating-Verfahren (z. B. Spray Coating) behandelt werden. ## Diskussion und Ausblick In der abschließenden Runde wurde die **Recyclingfähigkeit** beider Ansätze diskutiert. Während die Metallisierung durch die Wahl der Schichten (z. B. AlOx statt Aluminium) für den Papierkreislauf optimiert werden kann, liegt der Fokus beim Dry Fiber Molding auf der Einhaltung der 5%-Grenze für Polymere, um im Papierstrom verwertbar zu bleiben. ## Die nächste Tagung zum Thema [![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/03/Inno_Fiber_faserbasierte-Verpackungen_teaser_lang_DE-1024x351.jpg)](https://inno-meeting.de/events/IF-04-26/)### Verwandte Episoden - [Inno-Talk – Faserbasierte Flexpacks, Papier und mehr](https://inno-talk.de/en/?p=15626) - [Papier oder Plastik](https://inno-talk.de/papier-oder-plastik/) - [Papier oder Plastik (2)](https://inno-talk.de/papier-oder-plastik-2/) --- ## Transkript Herzlich willkommen zum einundvierzigsten Inno-Talk. Heute mit dem Thema „Faserbasierte Flexpacks, Papier und mehr“. Jawohl, Innoform. Wir kommen ja eigentlich von der Folie, von den Kunststoffen, Polyolefinen, PET, alles drumherum, aber vermehrt eben auch faserbasierte Materialien. Das versuchen wir heute in diesem Inno-Talk einmal einzuordnen. Wir haben hier zwei interessante Gäste mit zwei, ja, sehr speziellen Themen, die wir tatsächlich so nicht in unsere eigentliche Agenda für die Inno-Fiber im April reinbringen könnten und dachten wir: „Okay, geben wir dem Ganzen einen eigenen Raum“, weil’s das eben auch so verdient hat. Zum Beginn: Das ist eine kostenlose Veranstaltung, ne, aber was, die kann nicht so kostenfrei sein. Kostet natürlich alles, was wir hier an Technik, an Partnern und Möglichkeiten haben Geld und das ist dank unserer Sponsoren dann möglich. Wir haben jetzt auch mit dabei Tesa, freut uns sehr, willkommen an Bord. Und ja, herzlichen Dank an alle, die wir hier stehen haben, dass das so in der Art möglich ist. Ich möchte ein bisschen aufmerksam machen auf die Netzwerkmöglichkeiten, die wir haben. Sie sehen hier im Bildschirm auf der Inno-Talk-Seite direkt unten drunter eben die Kontaktmöglichkeiten. Ihr seht, wer hier sich registriert hat, wer online dabei ist. Und ja, durchs Ausklappen könnt ihr euch auch immer die jeweiligen Adressen dann ziehen und deshalb, ja, eingeladen, hier aktiv zu netzwerken. Ich schicke auch ein paar Grüße nach Oldenburg an die Kollegen vom Innoform Testservice, ne. Hier haben wir die Möglichkeiten, Folien auf alle möglichen Weisen zu testen, Migrationen zu prüfen, Wasserdampfdurchlässigkeiten, spezifische Migration, allgemeine Migration. Das kommt natürlich alles auch für funktionelle Papiere, mehr und mehr, oder gewinnt das an Relevanz. Und hier können wir auch entsprechende Prüfungen anbieten. Und dann probieren wir gerade einiges bei den Podcasts aus und da ist auch euer Feedback gefragt. Ähm, gerne mal reinhören. Wir haben die Flexpack News, ist ein ganz neues Format, in dem wir aktuelle Nachrichten quasi mit einem aktuellen Gast wirklich für die Flexpacker einsortieren. Wir haben auch KI-generierten Content. Das heißt, wir haben kurze Schnipsel, in denen wir, ja, spezielle Themen-Deep Dives auch in einem speziellen KI-eingesprochenen Format rausgeben. Hier auch gerne mal reinhören und dann was ganz Neues: unser Audio-Feature. Wir haben das Inno-Meeting 2026 aus Osnabrück einmal, ja, recht audiophil begleitet und das Thema Flexpack 2030, wo geht da die Reise hin? Quasi ein Recap der Veranstaltung da einmal zusammengefasst. Ist was Spannendes geworden. Gerne das Feedback zu all diesen drei Formaten. Das gebt ihr am einfachsten, indem ihr reinhört und wenn’s nicht gefällt, aufhört oder Feedback gebt, Bescheid sagt, freue ich mich sehr drüber. Und deshalb, es geht rein, in den heutigen Tag. Ich habe schon gesagt, wir haben die Inno-Fiber anstehen. Am 15./16. April werden wir in Osnabrück, ja, den faserbasierten Verpackungen, den Papierverpackungen für die Flexpack eine eigene Bühne geben. Und ja, wenn ihr noch nicht angemeldet seid, kann ich nur empfehlen, hier noch mal reinzukommen und der heutige Tag gilt eigentlich so, so ein bisschen dem Anteasern. Wir haben heute mit dabei Marius Jasdinski vom Fraunhofer IVV und er wird uns zeigen, wie wir mit Transfermetallisierungen, ja, Barrierschichten oder Barrierewerte erreichen können, die wir sonst bisher nur von den Folien kennen. Und wir haben auch mit dabei Dr. Tobias Beiß von ILIC. ### Dry Fryer Technologie für Faserverpackungen Tobias ist dort verantwortlich für die Dry-Fiber-Technologie, um, ja, faserbasierte, ja, Budgetverpackungen herzustellen. Und ich lade auch einmal ein, das Slido mitzumachen. Ähm, wir werden das im Vortrag auch haben, also im Vortrag von Marius und Tobias. Und, ich habe so einen kleinen Einstieg mal hier vorbereitet. Gerne über den Slido-Code, also ihr kennt das, viele kennen das schon. Wir haben slido.com. Dort entweder den Code eingeben /INT für Inno-Talk oder kurz den QR-Code scannen, ne. Das haben wir bei Corona alle sehr gut gelernt, wie wir die Dinger benutzen müssen. Und deshalb meine Frage heute zum Einstieg wäre einmal: Wo geht eurer Meinung nach der Weg für Papier in der Flexpack-Industrie hin? Ne, geht der ganz nach oben? Ne, wird alles, was Papier sein kann, zu Papier werden? Ist es, ja, ein Mittelmaß, wie es so häufig ist? Ne, werden sich gewisse Materialien finden? Hat jede Verpackung, jedes Produkt, jede Maschine seinen speziellen Bedarf und da wird es irgendwann ein, ja, gut ausgeglichenes Mittelmaß geben? Oder ist dieser Hype schon komplett vorbei, ne? Hatten wir eine Hochphase jetzt, wo die ersten Tests liefen, haben gemerkt, das wird alles zu dick und zu teuer und, ja, sind wir über diesen Hype schon drüber? Ich bin mal gespannt, was gesehen wird. Ja, aktuell haben wir ein fast eindeutiges Ergebnis für den Mittelpart. Wir haben dreißig, die jetzt schon abgestimmt haben. Wir können mal ein bisschen nachabwarten und spielen, aber das, mmh, ja, scheint das Schweizer Modell zu werden und alle sind ein wenig neutral in der Mitte. Doch spannend zu sehen. Ich hätte gedacht, dass vielleicht viele nach ganz oben ziehen, aber das ist dann doch ein eindeutiges Bild. Ich glaube, da passiert auch gerade tatsächlich nicht viel. Das zeigt, die Technik funktioniert. Wir haben die Zahlen, die noch weiter steigen, aber ich glaube, ja, der große Balken verliert noch ein bisschen, aber wir sehen, ja, die meisten denken, dass zu einem richtigen Mittelmaß geht. Super. Danke dafür für das erste Bild. Und ja, was sagen die Zahlen dafür, die wir aktuell haben? Ähm, wenn wir Marktrecherchen und Marktstudien glauben wollen, dann können wir, wenn wir, von, ja, dreizehn Komma vier Milliarden US-Dollar ausgehen, quasi einem Markt oder Marktpotenzial von fast zwanzig Milliarden in 2031 ausgehen. Und wesentliche Märkte, die da quasi auch als Wachstumsmotoren laufen, sind halt die Lebensmittel. Da sind hier auch die Getränke mit genannt. Das wird tatsächlich bei Flüssigkeit natürlich etwas schwieriger sein, aber generell Lebensmittelbranche hat da hohes Wachstumspotenzial, Konsumgüter und in kleineren Teilen auch die Kosmetikindustrie. Also das sind so wesentliche Wachstumsmärkte und das Potenzial, was gesehen wird, ist da tatsächlich enorm. Und, ja, auch der Grund, warum wir uns bei Innoform genau damit beschäftigen. Und so öffne ich tatsächlich auch die Bühne und hole unsere zwei heutigen Gäste dazu. Hallo Marius, hallo Tobias. Hallo Julian, schön, dass ich dabei sein kann. Ja, schön, dass wir euch dabei haben. Ich habe ja eben schon mal gesagt, wir haben, ja, doch zwei separate Themen, die auch direkt so nicht miteinander funktionieren, ne. Ähm, kleine Ausflüge, aber ich freue mich, super drauf. Tobias, ich schick dich noch mal kurz nach hinten und, wir starten jetzt mit Marius. Marius, du wirst Transfermetallisierungen auf Papieren als Thema haben. Ich hab das vor oder metallisierte Papiere zumindest beim Kinderriegel von frühen Zeiten gelernt. Das lief dann, wie ich erfahren hab, anders. Was wirst du heute zeigen? Was wird die Kernbotschaft bei dir sein? Genau, Kernbotschaft ist, ja, ist, wir haben hier einen Workshop, wo es um Papier geht. ### Barrierebeschichtung auf Papier erforschen Ähm, Barriere auf Papier ist immer ein spezielleres Thema und, wir als Forschungsinstitut haben uns im Prinzip mit ’ner alternativen Möglichkeit beschäftigt, wie man Barrieren auf Papier erzeugen kann. Darum geht’s im Wesentlichen. Super. Klingt spannend, wird spannend. Wir freuen uns super drauf. Danke schön. Jawoll! Also hallo noch mal von meiner Seite. Mein Name ist Marius Sistinski. Genau wie der Julian schon angekündigt hat, geht’s heute um die Transfermetallisierung. Ähm, ich bin vom Fraunhofer Institut, bin dort seit ’ner ganzen Weile beschäftigt. Seit siebzehn Jahren schon. Ähm, unser Institut beschäftigt sich also vom Namen her Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung. Wir haben zwei große Themen bei uns. Das eine ist das Lebensmittel als solches und das andere ist die Verpackung und was wir in dem Institut untersuchen, natürlich jedes Gebiet für sich, aber auch die Wechselwirkungen zwischen Lebensmittel und Verpackung. Und wir versu- versuchen das Ganze ein bisschen vom Rohstoff bis zu der jeweiligen End-of-Life-Option zu betrachten. Wir haben zwei Standorte. Der eine ist in Freising, in dem ich auch arbeite, und der andere ist in Dresden. Wir haben uns ein bisschen so aufgeteilt, dass Freising sich eher mit den Materialien befasst und Dresden sich eher um die Prozesse kümmert. Wir sind in etwa dreihundertdreißig Leute, von denen im Prinzip zwei Drittel forschend tätig sind. Genau. Ich komme direkt ins Thema rein. Papier und Barriere. Warum, warum der ganze Aufwand? Äh, wenn man sich so ein bisschen anschaut, welche Barriereeigenschaften für welche Produkte notwendig sind, kann man das so ein bisschen clustern. Sie sehen Diagramm. Wir haben auf der X-Achse die Wasserdampfdurchlässigkeit dargestellt und auf der Y-Achse die Sauerstoffdurchlässigkeit. Und es fällt auf, dass wir je nach Produktgruppe uns in unterschiedlichen Bereichen bewegen. Aber es passiert relativ viel in dem Bereich, der sich so jenseits beziehungsweise unter den zehn Kubikzentimetern beziehungsweise Gramm pro Quadratmeter und Tag befinden. Ähm, man kann sich an der Stelle natürlich die Frage stellen, warum sind das alles so große Bereiche? Ähm, es ist klar, hier sind Gruppen angegeben von Lebensmittel. Kaffee kann gemahlener Kaffee sein, kann ’ne Kaffeebohne sein. Deswegen haben wir da innerhalb der Produktgruppe natürlich auch noch ’ne gewisse Varianz. Aber was aus dieser Folie deutlich wird, ist, dass wir für viele Produkte Barriereeigenschaften brauchen. Ähm, wenn man jetzt Papier als Verpackungsmaterial einsetzen möchte, dann hat man’s grundsätzlich mit drei – ich nenne es jetzt mal Stakeholdern – zu tun. Das erste, der erste Stakeholder sind natürlich die Firmen, die das Papier in den Markt bringen möchten. Ähm, die haben natürlich in den letzten Jahren mit einigen gesetzlichen Verwerfungen zu tun gehabt. Ähm, es ist in manchen Situationen finanziell geschickt, Papier einzusetzen, gerade wenn man’s schafft, die Verpackung aus sehr viel anteiligem Papier herzustellen. Äh, dann haben wir natürlich den Konsumenten in der ganzen Kette. Der Konsument nimmt Papier oder allgemein faserbasierte Materialien als nachhaltiges Verpackungsmaterial wahr. Und dann haben wir da drin noch das Lebensmittel. Und das Lebensmittel ist die einzig wirkliche Konstante. Ähm, das hat eben die – oder das Lebensmittel hat die Anforderung und daran lässt sich auch relativ wenig machen. Wir befinden uns im Prinzip in einem gewissen Spannungsfeld, weil diese drei Positionen ja nicht immer gleichläufig sind. Was ist in den letzten Jahren passiert? Wir sehen natürlich Papierverpackungen auf dem Markt, sei es kaschierte Papiere, wo beispielsweise metallisiertes OPP dagegen kaschiert ist, oder auch extrusionsbeschichtete Papiere. ### Papierrauheit bei Beschichtungsprozessen überwinden Ähm, um die soll es aber eigentlich in dem Vortrag gar nicht gehen. Ähm, wir haben uns beschäftigt mit, direkt oder in dem Fall indirekt metallisierten Papieren, das heißt, wo tatsächlich größtenteils die Faser den massemäßig größten Anteil ausmacht. Und man muss in dem Fall mit nasschemischen Beschichtungen arbeiten und auch mit Vakuumprozessen. Und da ist es mit dem Papier nicht ganz einfach, denn wir haben beim Papier natürlich eine gewisse Substratrauheit, Papier hat die Eigenschaften, dass es mit Wasser interagiert. Das heißt, wenn ich es ins Vakuum bringe, wird es seine Dimension versuchen, seine Dimension zu ändern. Genauso wie wenn ich die Vakuumkammer wieder öffne. Ähm, die Restfeuchte vom Papier macht im Vakuum auch Schwierigkeiten und an sich ist es kein sonderlich einfaches Material, um ’ne Barriere durch Lackieren und Bedampfen zu erzeugen. Wir haben das Ganze mal vor ein paar Jahren ausprobiert. Ähm, wir haben begonnen letzten Endes mit einem Papiersubstrat. Das hatte damals, soweit ich mich erinnere, achtzig Gramm, war einseitig gestrichen und da haben wir einen dünnen Precoat drauf gemacht in ’ner Schichtdicke von etwa zwei Mikrometer und da sind wir von der Sauerstoffdurchlässigkeit schon ganz gut runtergekommen, in einen sehr interessanten Bereich unter eins. Ähm, wir haben dann auf diese Schicht drauf bedampft und sind dann auch beim Wasserdampf ziemlich gut nach vorne gekommen. Und wenn man das Ganze dann noch mit einem Top Coat versieht, der bestenfalls auch noch heißsiegelfähig ist, dann schafft man es tatsächlich, in einen Bereich reinzukommen, also kleine eins beim Sauerstoff und kleine eins beim Wasserdampf, der wirklich schon ziemlich brauchbar ist. Ähm, die Industrie verfährt meines Wissens nach einem ähnlichen Prinzip, kommt mittlerweile sogar schon mit wahrscheinlich deutlich besseren Werten daher. Aber was immer die Gefahr war bei diesen Ansätzen, waren Defekte. Und wir haben’s auch entlang unserer Forschungsarbeit gesehen, wir hatten immer wieder Defekte dabei und an sich Papier ist zum Veredeln kein wirklich einfaches Substrat. Und auf Basis dessen haben wir uns gedacht: Okay, wie können wir’s denn anders machen? Denn eigentlich wär’s ja geschickt, wenn man die Barriereeigenschaften ganz woanders herstellt und diese dann aufs Papier überträgt. Und da hat sich die Transfermetallisierung oder die, man nennt’s auch die indirekte Metallisierung, angeboten. Äh, mit diesem Verfahren ist, ich würde behaupten, jeder schon mal in Kontakt gekommen. Wenn man beispielsweise in einer Drogerie ist und sich ’n hochwertiges Kosmetikprodukt in einer Faltschachtel begutachtet, und das ist verziert mit so metallischen Ornamenten. Die werden sehr häufig über so ’nen Transferprozess hergestellt und bei uns war allerdings das Ansinnen, dass wir eben vollflächig versuchen, Barriereeigenschaften zu übertragen. Ähm, unser Ansatz war der folgende: Wir beginnen mit einer Transferfolie. Diese Transferfolie besteht aus einem polymeren Träger. Wir haben’s in der Regel mit ’nem biaxial orientierten PET gemacht. Darauf kommt eine Releaseschicht. Diese Releaseschicht hat die Eigenschaft, dass sie zwar auf dem Pad relativ gut benetzt, aber nicht drauf haftet. Also das ist ’ne besondere Eigenschaft von diesem Lack, und dieser Lack hat gleichzeitig auch noch Barriereeigenschaften. Dieser Lack wird dann noch bedampft und wir haben etwas, was wir bei uns Transferfolie nennen. Wir nehmen diese Transferfolie und kaschieren die letzten Endes gegen das Substrat, welches wir mit Barriereeigenschaften ausstatten möchten. Ähm, es ist oder es war oder ist in der Vergangenheit recht häufig Papier gewesen. Wir haben’s aber mit Kartons und mit Biopolymeren genauso probiert. ### Transferfolie und Delaminationstechnologie im Prozess Das heißt, die Transferfolie wird kaschiert gegen das Papier, und in einem späteren Prozess dann erfolgt ein Delaminationsschritt. Das heißt, dadurch, dass der Lack nicht sonderlich gut auf dem Pad haftet, kann man das Pad von diesem ganzen System runterziehen und hat am Ende ein Barrierepapier vorliegen, sowie die Padfolie, die nicht mehr beschichtet ist, die man entweder für denselben Prozess noch mal verwenden kann oder sortenrein recyceln kann. Wenn man sich jetzt so die Dicken anschaut, die wir in dem Prozess verwenden: bei dem Release Layer haben wir üblicherweise ’ne Schichtdicke von zwei µm eingesetzt, aber da ist auch bei Weitem noch nicht alles ausoptimiert. Und bei der Kaschierung oder der Kaschierkleber hat er in der Regel ’ne Dicke von, ich würd jetzt mal sagen, zweieinhalb bis drei Mikrometer. Das heißt, wir haben mit ’nem Polymeranteil von vier bis fünf Mikrometer eben die Barriereeigenschaften auf dem C-Substrat. Uns ist es gelungen, da Barriere zu erzielen. Ähm, von diesem Delaminationsprozess haben wir jetzt ’n kleinen Videoclip, den ich kurz abspiele. Das ist der Moment, als wir die Kaschierung wieder getrennt haben. Man sieht hier, wie das Pad unten aufgerollt wird und wie das Barrierepapier oben abgezogen wird. Der Umwickler, auf dem wir das gemacht haben, der hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Ähm, wir konnten da bloß bis dreißig Meter pro Minute gehen, weil der nicht mehr konnte, aber bis dahin hat das alles eigentlich ganz ordentlich ausgesehen und hat ganz gut funktioniert. Ähm, wo sind wir oder wie, in welche Bereiche kommt man jetzt? Ähm, ich hab da jetzt noch mal dargestellt, das, was ich grad schon erzählt hab mit der direkten Metallisierung. Der rote Punkt ist jetzt die indirekte Metallisierung. Also da sind wir eigentlich auf Anhieb schon in ’nen ziemlich guten Bereich gekommen. Ähm, das Ganze haben wir in den letzten zweieinhalb Jahren versucht zu verfolgen innerhalb eines Projekts, was von der Fraunhofer Gesellschaft intern gefördert worden ist. Und ja, also der Bereich, der interessant ist, kleine eins, den konnten wir genauso mit der indirekten Metallisierung erreichen. Wenn man sich jetzt den Prozess anschaut, was auf dieses, was auf dieses Ergebnis alles ’n Einfluss hat, da haben wir natürlich ’n Haufen Parameter. Wir haben zum einen die Transferfolie, den polymeren Träger, der ist natürlich variabel. Ähm, man, die Kerneigenschaft, die er haben sollte, ist, dass er glatt ist, weil das ist ja genau der Vorteil, dass ich eben sehr materialeffizient arbeiten kann im Vergleich zum Papier, wo mir immer ’n gewisser Teil des Polymers selbst bei ’nem gestrichenen Papier so ’n bisschen in das Material wegsackt. Das ist natürlich bei ’nem polymeren Träger anders. Den Lack haben wir uns in dem Projekt natürlich auch angesehen. Ähm, allerdings haben wir gesehen, dass diese Kombination der Eigenschaften, das heißt ’ne Release-Eigenschaft und auch ’ne Barrierefunktion, hat man nicht häufig. Ähm, ich hab schon gesagt, wir haben die Dicke noch nicht wirklich ausoptimiert. Wir arbeiten üblicherweise in Schichtdicken um die zwei Mikrometer. Ähm, möglicherweise gehen aber ein My genauso. Bei der Anorganik, da sind wir eigentlich relativ flexibel. Wir haben’s sehr oft mit der Metallisierung probiert. Wir haben aber Alox und SiOx genauso ausprobiert und haben auch ganz gute Erfolge gehabt, besonders mit Alox. Wir haben uns dann gedacht, okay, bei der Transferfolie wäre es vielleicht sogar ganz zuträglich, wenn man die anorganische Schicht noch mit ’nem Top Coat schützt. Ähm, und da haben wir uns auch verschiedene Systeme angeguckt und dann hätten wir den Bereich der Transferfolie abgeschlossen. Dann kommt das Zielsubstrat. Das ist natürlich auch sehr variabel. ### Materialvielfalt: Papiergrammaturen und Klebstoffe Es könnte ein dünnes Papier sein, ein dickes Papier, ein gestrichenes, ein nicht gestrichenes, ein Karton, ein Biopolymer. Ähm, wir haben versucht, in dem Projekt möglichst viel abzubilden, haben aber dann tatsächlich auch festgestellt, das Kritischste an dem ganzen Prozess ist eigentlich der Kaschierprozess und auch der Delaminierprozess. Und auch in diesen beiden Bereichen haben wir natürlich ’ne ganze, ’ne ganze Bandbreite an Varianten, die wir schon getestet haben, aber auch noch testen wollen. Also allein wenn man an Klebstoffe denkt, ja, lösemittelfrei, lösemittelhaltig, Dispersionsklebstoff et cetera. Äh, wir haben uns schon Teile davon angesehen, sind aber bei weitem noch nicht fertig. Wenn man sich jetzt so anschaut, okay, wie verläuft das eigentlich mit der, mit der Barriere auf dem sich anschaut, was wir als Erstes haben, das ist der, der PET-Träger. Und wenn man sich da jetzt, der grüne Balken ist die Sauerstoffdurchlässigkeit, der blaue Balken ist die Wasserdampfdurchlässigkeit. Wenn man sich das anschaut, wir sind beim Sauerstoff bei hundert, bei Wasserdampf ungefähr achtzehn. Ähm, ist natürlich noch relativ hoch. Wenn wir das Ganze jetzt mit unserem Barrierelack beziehungsweise Release Layer versehen, kommen wir deutlich runter beim Sauerstoff. Ähm, der hat ’ne Sauerstoffbarrierewirkung. Beim Wasserdampf passiert im Prinzip nichts. Erst als dann die Metallisierung dazukommt, sind wir wirklich in ’nem Bereich, der interessant ist. Beim Sauerstoff fallen wir unter die Messgrenze unserer Sauerstoffdurchlässigkeitstestsysteme. Beim Wasserdampf sind wir in etwa bei null Komma eins. Ähm, wenn man das Ganze dann laminiert, also wenn ich mein Zielsubstrat, das, was ich mit Barriereeigenschaften ausstatten möchte, dann kaschiere, habe ich noch den zusätzlichen Effekt, und zwar, dass etwaige Poren in der anorganischen Schicht mit dem Klebstoff gefüllt werden. Das sehe ich jetzt natürlich beim Sauerstoff nicht, da, denn da war ich schon davor unter der Messgrenze. Aber beim Wasserdampf kann man da noch ’n Faktor zwei rausholen. Und die Werte sind natürlich bombastisch im Laminat noch. Und dann kommt der Schritt der Trennung und ich hab jetzt da mal zwei Beispiele dargestellt, was wir erreicht haben. Zum einen mit Papier als Zielsubstrat und zum anderen mit einem Biopolymer, einem PBSA. Und was man dann sieht, ist, dass wir beim Sauerstoff, da können wir das Niveau halten, also da sind wir wirklich bombastisch gut. Allerdings sehen wir, dass wir beim Wasserdampf tatsächlich ’nen Anstieg wieder haben von den Permeationswerten. Man könnte natürlich an der Stelle sagen: Hey, drei und eins, drei ist jetzt nicht unbedingt schlecht und wir sind auch in dem Bereich, der für viele Lebensmittel schon interessant sein könnte. Aber natürlich, als Forschender möchte man schauen, dass man möglichst vom Laminat ohne großen Verlust aufs Zielsubstrat kommt. Inwieweit uns das gelingen wird, das wird die Zukunft zeigen. Anfang März hat bei uns ein neues Projekt gestartet. Da werden wir uns exakt diese Effekte anschauen. Also es geht hier im Prinzip um mechanische Einflussfaktoren im Release-Prozess, also wenn dann quasi die beiden Folien getrennt werden. Und wir hoffen da, dass wir noch einiges an Erfahrungen sammeln können. Was haben wir bislang geschafft? Ähm, wir haben dieses System oder dieses Verfahren haben wir anwenden können auf den unterschiedlichsten Oberflächen oder den unterschiedlichsten Zielsubstraten. Und ein Highlight daraus war bestimmt dieses, wir hatten fünfundzwanzig-Gramm-Papier für den Süßwarenbereich. Also das ist ein sehr, sehr dünnes Papier und da haben wir es geschafft, beim Sauerstoff deutlich unter eins zu kommen und beim Wasserdampf bei ungefähr drei. ### PET-Foliendicke optimieren und reduzieren Ähm, in meinen Augen war das ’ne ganz gute Leistung und, also wer sich mit den Papiergrammaturen ein bisschen auskennt, das ist wirklich wahnsinnig dünn. Ähm, wir haben beim, wir haben Alox erfolgreich übertragen und da war das Feature, dass das Alox wirklich extrem dünn war. Das war eine Sechs-Nanometer-Schicht, die hatten wir von einem anderen Fraunhofer-Institut bekommen und das haben wir sowohl auf PBSA wie auch auf Papier geschafft. Wir haben dann im Projektverlauf, wir haben begonnen mit ’nem relativ dicken PET-Folie, die hatte noch fünfzig µm. Wir sind mittlerweile auf zwölf µm übergegangen. Wir haben gesehen, dass wir mit ’nem Top Coat auf der Anorganik kommen wir noch mal um Faktor zehn runter. Also da ist es tatsächlich möglich, dann auf dem Zielsubstrat ’ne Wasserdampfdurchlässigkeit von null Komma eins zu erreichen. Und ’n angenehmer Nebeneffekt, wenn’s um die mechanische Belastung von so ’ner Struktur geht: Papiere sind ja jetzt nicht sonderlich inert gegenüber mechanischer Belastung. Wir haben bei so ’nem transfermetallisierten Papier ’ne Kreuzfaltung durchgeführt. Das heißt, eine Faltung mit ’ner Zwei-Kilo-Walze, dann im Neunzig-Grad-Winkel versetzt dazu ’ne weitere Faltung, haben dieses Kreuz dann in die Messfläche genommen und haben daran, die Wasserdampfdurchlässigkeit gemessen. Und da haben wir tatsächlich, wir haben ’nen kleinen Anstieg der Wasserdampfdurchlässigkeit gehabt, aber der war im Bereich von kleiner zehn Prozent. Also das ist kein schlechtes Ergebnis. Wir haben dazu auch ’n anderes Projekt grad laufen. Da geht’s allgemein um die mechanische Stabilität von solchen Barrierestrukturen und da werden wir das Ergebnis natürlich mit einfließen lassen. Der Use Case, so wie wir es momentan sehen – ähm, also wir haben auf dem Markt Barrierepapiere. Ich denke, die funktionieren ganz gut. Deswegen wird der Use Case für die Transfermetallisierung eher vielleicht die Substrate sein, die schwieriger zu verarbeiten sind, sehr dünn oder sehr dick. Ähm, aber wie gesagt, das ist ’ne vorsichtige Einschätzung von uns. Ähm, wir haben momentan ’n Industrieversuch laufen mit mehreren Partnern und wir bekommen im Mai mehrere tausend Meter von einem Barrierepapier wie auch einem dem dazugehörigen Laminat. Das ist ’ne schöne Sache. Äh, da haben sich paar gefunden, die das interessiert hat. Ich fasse zusammen: Also aus unserer Sicht wird der F-und-E-Bedarf für kreislauffähige Barrieresysteme auch in Zukunft weiter steigen. Wir versuchen mit dem Konzept, was wir hier verfolgen, unseren Beitrag zu leisten. Unser Ziel ist glasklar, dass wir das, unser Vorhaben in die Industrie bringen möchten, haben aber auch natürlich festgestellt, dass wir noch nicht am Ende sind. Also wir beschäftigen uns in etwa seit drei Jahren damit, aber sehen immer noch, dass Forschungsbedarf da ist. Das auf jeden Fall. Ähm, Sie können mir helfen mit Ihrer Einschätzung, mithilfe der Slido-Umfrage. Und zwar würde mich Ihre Meinung interessieren, bei welchen Substraten Sie denn das größte Potenzial für die Transfermetallisierung sehen, vielleicht auch grad in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit. Was ist in Ihren Augen tatsächlich ’n realistisches Anwendungsszenario? Das würde mich interessieren. Spannend. Ein ausgeglichenes Bild zwischen den niedrigen und den mittleren bislang. Es ändert sich noch etwas. Aber ich glaub, Julian, jetzt sind wir dann langsam am Ende, oder? Ich denke, genau. Ja. Also in etwa – Ganz kleine Änderung. Sieht gut aus. Ja, in etwa fifty-fifty mittlere und niedrige Grammaturen. Vielen Dank. Ich denke, das hilft mir weiter. Ähm, ich wär an der Stelle auch schon am Ende. Ich bedank mich für Ihre Aufmerksamkeit und ich freue mich auf die Fragen beziehungsweise die Diskussion. ### Metallisierte Papiere in Verpackungen einsetzen Super, vielen Dank dafür, für den, ja, aufregenden Ritt durch deine, ja, sehr, sehr, ja, mit Informationen gespickte Präsentation auf jeden Fall. Ähm, ich mach an der, am Anfang noch mal kurz ’n Hinweis: Wir können natürlich über Slido auch eure Fragen aufnehmen. Äh, das heißt, ich werd zwar am Anfang die Umfrage gemacht, aber ich glaub, der Teil ist vielleicht liegend, und wie ich sehe, es sind einige Fragen schon drin. Ich starte erst mal mit so einer kleinen Frage von mir, so ’n bisschen für die Einordnung: Die ganzen metallisierten Papiere, die ich bisher so gesehen habe, oder auch mit Aluminiumverbunde, ne, wo richtig kaschierte Aluminiumschichten drin sind. Ähm, was ist das, was bisher am Markt verfügbar ist? Sind das dann immer metallisierte Folien, die mit Papieren kaschiert sind, oder direkt Alufolien? Was ist da bisher am Markt? Ja, also wir sehen im Prinzip – wir sehen die klassischen Aluminiumverbunde mit, keine Ahnung, sieben bis zehn Mikrometer Aluminium drin. Die sehen wir nach wie vor für extrem empfindliche Produkte. Es gibt aber auch die Varianten, wo beispielsweise – ich hatt’s angesprochen – metallisiertes OPP gegen ein papierkaschiertes, was dick genug ist, um noch ’ne gewisse Recyclingfähigkeit zu bekommen. Aber was wir oder zumindest was man von Messen mitnimmt, sind häufig eben auch die Barrierepapiere, die tatsächlich dann direkt metallisiert worden sind. Ähm, die hab ich jetzt im Markt noch nicht so aufdringlich gesehen, aber ich denke, das wird kommen. Genau, also – Da wird dann die, die, da wird die ruhige Oberfläche oder die glatte Oberfläche dann mit Strich und Precoats quasi auch – Genau. Also es wird, also ich geh davon aus, dass die gestrichene Seite des, des Papiers verwendet wird und dann wird vielleicht noch zusätzlich mit ’nem glättenden Strich gearbeitet und dann mit dem erst schätzungsweise mit dem ersten Barrierelack, der dann bedampft wird. So denk ich, dass das funktionieren kann. Gut, danke für die, für die Einordnung. Ähm, dann können wir mal Fragen aus dem Slido rausnehmen. Ich sehe, genau, Daniel Zimmermann fragt: Ähm, die Transfermetallisierung benötigt für den Transfer eine adhäsive Oberfläche. Wie sieht es da mit dem Recycling aus, auch im Hinblick auf visuelle Störungen? Also ich hab im Slido viele Fragen zur Recyclability gesehen. Ähm, gerne mal ’n gröberen oder größeren Abriss da zu machen. Gerne. Ähm, ich muss ganz ehrlich sagen, mir ist es auch nicht hundertprozentig klar, wie das gehandhabt wird. Meines Erachtens ist es, könnte es sein, dass wenn man in ein Labor geht und sich die Recyclingfähigkeit für, ich sag jetzt mal, ’n transfermetallisiertes Papier, mit ’ner, mit ’ner Aluminiumbedampfung, holen möchte, dass in einem Laborversuch gezeigt wird, nee, wir halten’s nicht für Recyclingfähigkeit, für recyclingfähig, denn diese Metallflakes, mit denen man da auch das Labor, Laborblatt dann, im Labor macht, die stören. Das ist für mich nachvollziehbar. Ähm, allerdings habe ich, soweit ich mich erinnere, auch auf Messen schon metallisierte Barrierepapiere gesehen, die für sich ’ne Recyclingfähigkeit ausgelobt haben. Ich persönlich sehe das Ganze relativ entspannt. Unsere Technologie kann mit SIOx und ALOx genauso funktionieren. Das heißt, wenn wir hier in Trouble geraten sollten, können wir relativ einfach die PVD-Schicht wechseln. ### Recyclingfähigkeit von Klebstoffen bewerten Okay, ja, das hab ich da auch positiv quasi aufgenommen, dass dieser farbliche Einfluss durch die Metallisierung vielleicht wegfällt. Wie sieht’s denn aber mit den Klebeschichten aus, die notwendig sind, um überhaupt die, den Überzug zu machen? Das ist häufig, häufiger vielleicht das Thema. Das ist häufiger das Thema. Äh, ich muss ganz ehrlich sagen, wir sind momentan noch damit beschäftigt, den richtigen Klebstoff aus technologischer Sicht zu finden. Wir haben uns in dem Zuge noch nicht mit der Recyclingfähigkeit von den Klebstoffen befasst, aber es ist natürlich ’n Punkt, den wir auf’m Schirm haben müssen und den wir auf’m Schirm haben. Ja. Okay, super, danke dafür. Ähm, eine Frage können wir aus dem Hintergrund noch mal rausnehmen, nämlich: Wie ist die Recyclingfähigkeit des Endprodukts der transfermetallisierten Papierverpackung? Okay, das ist genau das, ähm – Ja. Oder da waren wir auch grade genau schon. Ich, ich kann, ich kann auch vielleicht ein, einen Punkt dazu sagen. Äh, man muss ehrlicherweise sagen, das, was da als Produkt rauskommt aus dem Prozess, das ist per se noch keine fertige Verpackung. Da fehlt eigentlich noch was. Und zwar ist das entweder eine Siegelschicht oder ein Heat-Seal-Coating. Das muss man ehrlicherweise sagen, das, was dieser Release Layer, der da oberflächlich drauf ist, das ist zwar ein Thermoplast, aber mit dem möchte man eigentlich nicht siegeln, weil da drauf ja auch die Metallisierung ist und das könnte zu Beschädigungen führen. Also das ist noch ’ne, ’ne andere Kiste, wie das dann, wie das dann letzten Endes hinten raus gemacht wird. Äh, wir sind momentan tatsächlich noch mit den Barriereigenschaften vom Papier beschäftigt. Okay, aber der Release Liner wird von der PET-Folie mit rübergenommen auf das Papier und liegt dann quasi noch mal innen. Genau. Ja, genau. Das waren nämlich auch Fragen. Du sagtest, die kann man wiederverwenden, mehrmals wiederverwenden. Das wär ’n Ansatz. Wir müssen das erst noch beweisen, ob das geht. Es könnte auch sein, dass es nicht mehr funktioniert, aber wenigstens hat man ein sortenreines PET dann vorliegen. Und also komplettes Monomaterial. Da habe ich eine Frage mit dem Hinblick auf Closed Loop gesehen. Äh, also wenn da jemand aus der Industrie oder aus dem Bereich vielleicht was starten will, kann er sich gerne direkt an Marius wenden. Äh, Marius, danke dir für den Moment. Äh, wir sehen uns nachher noch mal zu einer größeren Diskussion. Da werden wir auch offene Fragen auch noch mal aufnehmen. Jetzt gucken wir einmal in den zweiten Teil, den Tobias uns da mitgebracht hat. Danke dir schon mal. Julian, danke. So, Tobias, willkommen auch von meiner Seite. Schön, dass du dabei bist. Du bringst ja, ja kommst von ILIG. Ihr habt häufig, ja Folien verarbeitet. Jetzt geht ihr rein und macht ja eigentlich aus Papierbahnen dann dreidimensionale Papierprodukte. Was hast du uns mitgebracht? Ja, ich möchte unser Dry Fiber Molding System vorstellen. Äh, vielleicht leistet das auch einen Beitrag zu den von dir gezeigten Wachstumszahlen in Zukunft, weil wir die Vielfalt für Verpackungen an der Formgebung und Tiefe deutlich erhöhen. Und dann bin ich im Anschluss natürlich auch gespannt auf die Diskussion und die Fragen. Ich freue mich. Prima, ich freue mich auch. Dann viel Spaß. Die Bühne gehört dir. So, also auch von meiner Seite einen schönen Freitagnachmittag. Es ist nicht mehr zu lange, wo ihr aushalten müsst. Ich möchte euch heute Dry Fiber Molding und Lamination vorstellen, eine Technologie, die wir entwickelt haben, die wir auch als Game Changer in der Verpackungsindustrie sehen. ### ILIG: Laminiersysteme für Faserverpackungen Ähm, zunächst ein ganz kurzer Werbeblock über ILIG. Wir sind ein alteingesessener – der Julian hat’s schon erwähnt – Hersteller von Thermoformanlagen für Kunststoffverpackungsmittel. Wir haben da drei Marktsegmente, in die wir derzeit aufgeteilt sind. Das ist einmal die Food-Verpackungen in der Mitte, was sicherlich auch das größte Seg-, Segment darstellt. Wir haben einen Block von FMCG-Verpackungen, die schon so ein bisschen in die Richtung Papier und Cardboard gehen, auch kombiniert mit Kunststoffblistern. Und relativ neu im Sortiment sind die Sachen, die man hier unten sieht: Laminiersysteme für faserbasierte Verpackungen, dass wir hier Barrierefolien reinbringen können, und ganz neu eben Dry Fiber Systems, wo wir selber in die Herstellung solcher Verpackungen eingestiegen sind, weil wir auch da sehen, dass das eine Ergänzung zu unserem Geschäft ist für verschiedene Märkte, für verschiedene regulatorische Anforderungen, dass wir da einfach auch ’ne Verpackungslösung an der Stelle anbieten können. Das heißt, wir sind nicht nur auf eine Variante von Verpackungen beschränkt, sondern versuchen da irgendwo auch den Anforderungen des Marktes und der Kunden gerecht zu werden. Und das möchte ich jetzt im Detail auch noch mal vorstellen. Noch ein kleiner kurzer Ausflug: Wir haben circa dreihundertvierzig Mitarbeiter in Heilbronn, im Herzen von Deutschland, Baden-Württemberg fast, relativ viele Maschinen schon im Feld. Das ist natürlich alles kunststoffbasiert in dem Fall, diverse Service- und Technikerstationen stationiert und können da sicherlich auch einen Beitrag dazu leisten. So. Ähm, als wir mit dem Thema Fasern angefangen haben, haben wir uns natürlich gefragt: Wo gehen wir hin? Was ist die Maschinentechnologie? Haben uns das Wet-Fiber-System angeschaut und sehen da eigentlich diverse Nachteile. Zunächst mal die Vorteile sind, dass ich natürlich ganz gute Möglichkeiten habe, auch komplexe Formen abzubilden durch dieses Vakuum-Sorgverfahren aus der Pulpe heraus. Ich kann Additive direkt reinmischen in das Material. Allerdings ist diese ganze Chemie und diese Wasseraufbereitung eben so gar nicht das, was unsere maschinenbaulichen Kompetenzen sind, sodass wir uns eher beim trockenen Formen sehen. Was wir als große Nachteile auch sehen, ist der hohe Energieverbrauch. Erst mische ich die Fasern in Wasser rein, danach muss ich das Wasser ordentlich – mit Aufwand – wieder raustrocknen. Wir haben da auch dazu eine kleine CO₂-Studie gemacht, wo man das dann relativ deutlich sieht. Das kommt später noch. Und auch der Wasserverbrauch. Ich glaube, Wasser ist ein teures Gut und wird immer wertvoller auf der Welt, sodass wir auch da Nachteile sehen, die wir irgendwo nicht in unserem Produktportfolio haben wollten. Wie gesagt, möchte ich vielleicht jetzt, bevor ich die neue Technologie vorstelle, kurz in den Slido gehen und die Frage stellen, was für Sie eigentlich der wichtigste Faktor ist, um neue Technologien in die Shopfloor zu holen und zur Anwendung zu bringen. Ist das zum einen die Geschwindigkeit, der Output? Spielt die Investition eine übergeordnete Rolle? Ist es die Verfügbarkeit von Rohmaterialien, die man dort zur Anwendung bringt, oder sind es regulatorische Randbedingungen? Das würde mich natürlich an der Stelle interessieren, wo da der Fokus liegt und vielleicht auch sehen, ob wir damit dann einen Punkt machen, wenn ich Ihnen das weiter vorstelle. Okay, die Gesetzgebung interessiert niemand. Jetzt kommt’s. Das ist ungefähr das Bild, was wir uns schon so gedacht haben, was wir auch aus Feedback, aus Kundengesprächen so ein Stück weit bekommen. Es bildet sich jetzt hier auch bei der Masse der Zuschauer ab. ### Nachhaltigkeit und regulatorische Anforderungen erfüllen Ist natürlich schön zu sehen, dass man da irgendwo auch eine Bestätigung findet. Gut. Es ist die Regulatorik des Marktes dann doch gewesen. Ein Spätzünder, ne. Kam erst spät nach oben, aber jetzt umso stärker. Julian, du bist stumm noch. Ich sag, du kannst weiter. Ja, der Sheet ist noch nicht da. Also dann schauen wir mal, ob wir da ’n Punkt machen, wenn wir sagen, was aus unserer Sicht eigentlich Dry Fiber auszeichnet, warum wir in diesen Markt gehen. Zum einen haben wir natürlich die recyclingfähigen nachhaltigen Materialien, in dem Fall Papierfasern, Zellulosefasern. Wir können damit flexible Verpackungsformteile herstellen, was ich gleich im Folgenden zeigen werde. Auch die Skalierbarkeit und die hochvolumige Produktion ist machbar aus unserer Sicht. Wir sind ohne Prozesswasser, haben einen relativ geringen Energiebedarf für diese Herstellung der Teile und die Teile sehen wirklich exzellent aus. Das können Sie sich auch bei uns in Heilbronn anschauen, wenn Sie uns mal besuchen im Technikum. Auch dazu noch ein, zwei Worte später auf einer Folie. Ähm, wir sind in das Thema eingestiegen, nicht ohne Randbedingungen, denn wir sind, als Innoform immer so, dass wir sagen, wir möchten uns vom Markt und vom Stand der Technik abheben, wenn wir in eine Technologie reinspringen oder auch technologisch führend sein am Markt. Und wenn man mal den Marktstandard für Dry-Fiber-Verpackungen anschaut, dann sind das relativ flache Schalen mit relativ flach gewinkelten Wänden. Also man kann das so kleine Pommestellerchen oder Fleischhälchen kann man sich da vorstellen oder auch flache Getränkedeckel. Der Marktstandard schafft so ungefähr vierzig Millimeter und wir haben gesagt, wir wollen da aber mehr. Wir wollen in Richtung Molkereiprodukte-Regal. Wir wollen tiefe Formen schaffen und eben auch eine hohe Formvielfalt abbilden können und haben das in Vorstudien dann gemacht, haben gesehen, wir erreichen locker hundertzwanzig Millimeter Ziehtiefe in dem Fall für den Becher und das entspricht in etwa dem fünfhundert Gramm Joghurtbecher, den sicherlich alle der Anwesenden hier kennen. Und mit diesem Startpunkt haben wir eigentlich gesagt, wir steigen da ein, untersuchen das als Entwicklungsprojekt, geben Geld aus und starten da los. Das heißt also, die Ziehtiefe konnten wir realisieren. Ein kleiner Blick in die möglichen Verpackungsformen, die wir auch als Musterwerkzeuge in unserem Labor haben, wo wir also auch Formteile herstellen können, wo wir in die Materialentwicklung gehen können, wo man in Versuche, also Batches fahren kann, dass man Versuchsteile hat für irgendwelche Klimatests oder Ähnliches oder Haltbarkeitstests. Das heißt, da können wir relativ viel mittlerweile schon abbilden, seit wir an dem Thema dran sind und diese Sachen herstellen. Wie haben wir das geschafft? Ähm, unser Prozess ist hier in dem Fall in fünf Stufen plus eine geteilt. Wir haben also ein sogenanntes Airlaid-Material. Das ist so ’ne, ein relativ loses Faserflies, was mit Luft und Vakuum gelegt wird als Bahn. So ähnlich wie ein Wattepad darf man sich das vorstellen, nur eben aus Zellulosefasern. Dieses schneiden wir in einen Zuschnitt zu, der so ungefähr der Fläche der Endformteils entspricht. Und dann kommen eigentlich die zwei Kernschritte, die wir für das Verfahren entwickelt haben, die wir auch zum Patent angemeldet haben. Das ist einmal das Preformen, was wir in Stufe drei sehen. Das heißt, wir schieben und ziehen das Material an die richtige Stelle, auch sehr tief. ### Materialverteilung und Positionierung optimieren In dem Fall ist eine flache Schale abgebildet, aber auch für die tiefen Becher ziehen wir es in Position, ohne es zu reißen oder zu dehnen. Das verträgt die Zellulosefaser im Unterschied zum Kunststoff nicht so gut. Ähm, beim Thermoformen wird das Material ja gestreckt. Das können wir hier nicht tun. Und wenn wir das Material da haben, wo wir es gerne haben wollen, auch in der Verteilung, wie wir es gerne haben wollen, dann schließen wir einen Formschritt ab, wo wir mit Hitze und Druck das Bauteil in Form pressen, sodass wir also ein steifes Verpackungsformteil bekommen. Danach wird natürlich der Rand geschnitten, dass man einen sauberen Siegelrand und eine schöne Optik hat und wir können es dann mit allen möglichen End-of-Line-Optionen, die wir bei ILIG sowieso haben, also stapeln, verpacken, in den Karton bringen, noch weiter behandeln, um es dann für die weitere Verwendung auch fertig zu machen. Aber die zwei Kernschritte Preforming und Forming sind hier eigentlich entscheidend dafür, dass wir die hohen Ziehtiefen hinbekommen. Und das Ganze haben wir mit Handversuchen gestartet, sind dann im Moment dabei, dass wir ’ne automatisierte Labormaschine haben und die Skalierbarkeit an der Stelle, was auch in der Umfrage gesehen war, ist dann gegeben mit den sogenannten Serienmaschinen, die wir hier entworfen haben, die FM hundert und zweihundert, wobei die DFM zweihundert eine gespiegelte DFM-einhundert-Kernmaschine ist. Die Maschinen können jeweils mit einer Rolle von diesem Fasermaterial gefüttert werden. Es gibt ’ne integrierte Zuschnitteinheit, ein integriertes Handling, was die Bauteile durch die Maschine trägt. Ähm, und wir können dann, was man unten sieht in der Tabelle eben mit einem entsprechenden Layout von fünf Kavitäten, zum Beispiel bei so einem Joghurtbecher mit Durchmesser sechsundachtzig und einer Presse etwa fünftausenvierhundert Teile pro Stunde rausbringen. Bei einem größeren Teil, bei einem Fleischtray hundertsiebenundachtzig mal hundertsiebenunddreißig können wir circa dreitausendzweihundert Teile die Stunde rausbringen. Wenn man das mit den entsprechenden Arbeitsstunden, zum Beispiel sechstausend multipliziert, kommen wir da zum Einstieg auf rund dreißig Millionen Teile im Jahr. Was wir eigentlich als gutes Ramp-up-Szenario für solche Verpackungsformteile gesehen haben. Wir denken nicht, dass einer sofort hunderte Millionen oder Milliarden Teile herstellen wird. Und durch die Skalierbarkeit und durch die relativ kompakten Linien kann man also auch mit einem kleinen Invest anfangen und muss nicht gleich Rieseninvestitionen und eine ganze Halle vollstellen, um mit dem Anfangen mit dem Herstellen von Dry-Fiber-Verpackungen anzufangen. Das war eigentlich so unser, unser Ziel bei der Sache. Ähm, mit dem Verpackungen zielen wir, wie von vorher gesagt, ins Milchregal dafür sind oder ins Lebensmittelregal. Dafür sind natürlich einiges an Barriereanforderungen erforderlich. Wir haben hier hohe Barriereanforderungen. Das hat ja der Marius auch schon gezeigt bei dem Thema Molkereiprodukte, Fleisch, Käse, aber auch Kosmetik. Wenn wir die Dry-Fiber-Teile mit Kosmetik, mit Salben oder Cremes füllen wollen, dann sind die Barriereanforderungen nicht ganz ohne. ### Barriereanforderungen bei verschiedenen Verpackungstypen Bei den niedrigeren Barriereanforderungen haben wir zum Beispiel Obstschalen, Non-Food-Artikel, FMCG oder Industry-Artikel, die man natürlich auch in solchen Bauteilen verpacken kann und dabei die hohe Formvielfalt und die gute Oberflächenfinish im Vergleich zu Kartonen eben auch nutzen kann, dass man da auch Design in der Verpackung umsetzt, was ja heutzutage auch sehr beliebt ist. Die Barrieren kann man auf verschiedene Art und Weisen aufbringen. Ich hatt’s am Anfang auf der Folie unseres Portfolios schon gezeigt. Das Laminieren ist zum Beispiel schon eine Technologie, die wir im Labor haben, die wir auch industriell schon umgesetzt haben, wo man also die Formteile mit einer Kunststofffolie, die die entsprechenden Barrieren mitbringt, laminieren kann. Das hat den Vorteil, die meisten dieser Folien haben schon die ganzen Foodzulassungen, sind also für die Anwendung geeignet. Da gibt es auch eine reichliche Auswahl kommerziell. Es ist sehr viel Forschungsarbeit gerade dahinter, das Ganze mit Spray-Coating zu behandeln, weil man sich da erwartet, dass es ein bisschen günstigerer Kostenpunkt ist für Spray-Coat-Verfahren. Es gibt aber meines Wissens noch keins, was fertig ist. Und es gibt natürlich die Anforderungen, die unterschiedlich sind zwischen Innen- und Außenseite. Auf der Außenseite muss das Bauteil fest sein gegen Umwelteinflüsse, Witterung, Luftfeuchtigkeit und Ähnliches. Und innen muss natürlich dann, wenn Lebensmittel abgefüllt werden, die entsprechende Lebensmitteltauglichkeit und auch die Haltbarkeit gewährleistet sein. Bei FMCG ist es sicherlich so, dass wir bei der blauen Barriere bleiben können, nicht jetzt mal mit der Farbe, dass man da mit einer einfachen Beschichtung, die einfach nur die Witterungsbedingungen abhält, auch schon ein fertig funktionierendes Verpackungsformteil hat. Da arbeiten wir auch mit Partnern sehr intensiv dran, dass wir entsprechende Barrieren in die Bauteile reinbringen, in das Material reinbringen und dann entsprechende funktionierende Verpackungsformteile haben. Das ist nämlich auch ein großer Unterschied zwischen Zellulosefaserbauteilen und Kunststoffbauteilen. Der Kunststoff bringt alles mit, die Barrieren, die Dichtigkeit gegen die Medien. Das muss ich bei der Zellulose natürlich erst erzeugen, denn wenn ich so einen Becher hier mit Wasser übergieße, dann löst er sich nach und nach auf. Das ist so ein bisschen der Nachteil an der Geschichte, dass wir etwas mehr Aufwand reinstecken müssen, bis es eine funktionierende Verpackung ist. Wir können das aber machen. Wir können das auch mit den Kunden zusammen machen. Wir haben die Labmaschine jetzt, also die drei Prozesse, Preformen auf der linken Seite, das Formen in der Mitte und das Stanzen, das Schneiden am rechten Rand, in dieser Maschine abgebildet. Das ist ein vollautomatisierter Prozess, also von Lab Scale, einer Einstationenmaschine bis zu diesen drei Stationen, die in Reihe verkettet laufen, haben wir den Proof of Concept erbracht. Und auch die Erfahrungen, die wir damit gemacht haben, haben wir natürlich in die Entwicklung unserer DFM einhundert in die Serienmaschine eingebracht. Nichtsdestotrotz können wir mit dieser Maschine eben Materialentwicklungen machen. Wenn die Kunden uns Materialien bringen und die sie qualifiziert haben wollen, können wir das über die Maschine laufen lassen in verschiedenen Grammaturen auch des Materials. ### Carbon Footprint nach DIN ISO Standard Und wir haben natürlich auch sehr viel Expertise jetzt gesammelt, die wir natürlich auch in solche Versuchsdurchführungen und Material- oder Bauteilherstellungen auch in das Bauteildesign einbringen lassen können, was die Kunden dann sicherlich auch unterstützt, mit den ganzen Themen überhaupt auf den Markt zu kommen und da auch Geschwindigkeit reinzubringen. Genau, die Carbon-Studie möchte ich euch nicht vorenthalten. Haben wir gemacht zum Thema Dry Fiber. Wir haben also zusammen mit der DEKRA nach der DIN ISO 14067 diese Carbon-Footprint-Studie gemacht anhand eines Trays mit 187 mal 137 mal 50 Millimeter, also ein Standard-Fleischtray und mit Laminierung in dem Faserformteil entsprechend drin. Und wenn wir die Polypropylenschale, die identisch ist, mit 100 Prozent CO₂-Ausstoß oder CO₂-Kosten ansetzen, dann kommen wir mit einem Wet Fiber schon immerhin knapp auf die Hälfte des CO₂-Verbrauchs, des CO₂-Ausstoßes runter und mit Dry Fiber kommen wir auf ein gutes Viertel runter, was natürlich eine deutliche Ansage ist, auch wenn wir sehen, dass CO₂-Kosten in Euro pro Tonne steigen, dass es vielleicht irgendwann Single-Use-Taxes auf Plastikverpackungsartikel gibt, sehen wir hier auf jeden Fall etwas, was in Richtung von Faserartikeln wirkt, auch wenn vielleicht die Fasermaterialien etwas teurer sind im Moment und die Prozesse vielleicht etwas aufwendiger sind. Aber wir werden da irgendwo auch auf regulatorischer Ebene – das war, ist wegen was interessant, dass im Slido der Punkt ganz oben landet – in Richtung einer erschwinglichen oder einer wirtschaftlichen Verpackungslösung kommen, auch mit den Maschinen, die wir da aufgesetzt haben. Genau, das ist eigentlich das, was wir dann als Kundenvorteile sehen. Wir haben eine skalierbare Maschinenfamilie bringen wir auf den Markt. Die wird im Sommer in unserem Technologiecenter in Heilbronn aufschlagen, kann dann auch besichtigt werden. Wir können eine relativ große Produktvarianz abbilden. Das habe ich gezeigt in der Folie, wo wir also verschiedenste eckige, tiefe, runde Formen gemacht haben. Wir haben ein sehr hohes C-Verhältnis, was eben den Weg in verschiedenste, auch existierende Verpackungen öffnet, dass die substituiert oder ergänzt werden können. Und wir können das komplett als ELIC anbieten, von A bis Z die Technologie, sodass wir auch da irgendwo ein One Stop Provider an der Stelle sind. Ja, Dry Fiber ist für uns eine neue Anwendung von Verpackungen. Wir haben ein paar mehr Prozessschritte als bei Kunststoff, die wir gesehen haben. Die Produktivität ist ein bisschen geringer als bei Kunststoff, was auch noch so ist, dass wir eben diese Fasern da durchbringen müssen. Aber durch das tiefe Ziehen haben wir eben die große Formvielfalt, die wir anbieten können. Man kann vermarktbare und auch designmäßig anspruchsvolle Verpackungsdesigns umsetzen. An der Barriere arbeiten wir gerade, arbeiten Kunden gerade. Man kann das unter Umständen sofort umsetzen mit Laminieren, wenn man sagt, ich möchte ein First Mover sein, der im Milchregal steht mit einer entsprechenden laminierten Variante. Und wir können mit Kunststoff durchaus wettbewerbsfähig sein, was den Kostenpunkt angeht. Also wir sind, wir machen da verschiedenste Studien und auch da sind wir mit dem Kostenpunkt nicht so weit vom Kunststoff entfernt, wie es beispielsweise Wet Fiber ist durch den hohen Energiebedarf. Ja, das ist eigentlich das, was wir so vom Markt sehen, was wir, wo wir 2003 in die Glaskugel geguckt haben, so ein bisschen versucht haben, uns aufzumalen, was sich jetzt Schritt für Schritt bewahrheitet. ### Dry Fiber Entwicklung und Startschuss Und nicht nur wir sehen das so, auch andere Preisjurys und Gremien sehen das so. Wir haben jetzt im letzten Jahr zwei Preise mit dem Verfahren gewonnen, den Deutschen Verpackungspreis in der Kategorie Maschinen und den Umwelttechnikpreis des Landes Baden-Württemberg, sodass wir, glaube ich, da auf einem guten Weg sind und demnächst auch hoffentlich mit den ersten Markenprodukten im Markt landen können. Dann sage ich erst mal vielen Dank und bin gespannt auf die Fragen und die Diskussion. Ja, super. Vielen lieben Dank auch an deine Seite. Ähm, wann war der Startschuss für eure Entwicklung rund um Dry Fiber? Habe ich gerade richtig verstanden, 2003? – 2023. Ende 2023 sind wir eingestiegen in das Thema, haben die ersten Sondierungen und Vorversuche gemacht, eben gerade den Vorversuch zum Thema tiefes Ziehen von Verpackungen. Und dann sind wir gegen Ende 2023 mit voller Wucht und vollerm Elan in die Entwicklung gestartet. Ja, super flott dann. Also 2003 fand ich auch weit weg. 2023 fand ich im ersten Moment, wirklich kurz, kurz entwickelt. Sehr gut. Ähm, wenn man das mit Wet Fiber vergleicht, gerade in den Geschwindigkeiten, weil eigentlich ist Papierherstellung ja die Kunst, Wasser aus dem Papier rauszuholen und zu trocknen. Ähm, kannst du da vielleicht mal einmal drauf eingehen, wie das ja noch mal genauer zueinander steht? Also die Geschwindigkeiten kriegt man natürlich mit Wet Fiber oder den Output auch hin. Wir haben halt gesehen, ich brauche bei Wet Fiber erst mal den Pulper und der ist nicht alleine. Der muss meistens vier bis fünf bis sechs Maschinen versorgen. Das heißt, ich habe schon mal den Riesen-Invest in den Pulper rein und schaffe dann wahrscheinlich den Output, den ich mit Dry Fiber schaffe, mit drei bis vier Maschinen, die das Wet Fiber machen. Das heißt, ich habe einen riesen, riesigen Invest in die gleiche, in die gleiche Ausstoßmenge und auch einen Riesenplatzverbrauch in der Halle. Das kostet ja auch Geld. Und das ist eigentlich das, wo wir sehen, dass wir mit der Produktivität deutlich näher am Kunststoff sind, ne. Also wenn man eine wirklich effiziente Kunststoffanlage sieht in der, in einer ähnlichen Baugröße, bringt die wahrscheinlich fünfzig, sechzig Millionen Teile raus, ja. Ähm, aber es ist wesentlich einfacher, weil ich mit einer Anlage beginnen kann, ohne mir die Airlaid kaufen zu müssen. Das kann ich von der Rolle beschaffen und ich kann einfach einsteigen und loslegen, ne. Und das ist so das, wo wir eigentlich sehen, dass wir da einen guten Ansatz haben, ohne dass man sich direkt ins finanzielle Unglück stürzt. Und wo du gerade sagst, Geld in der Halle stehen haben. Wenn ich mir vorstelle, ich habe dieses Vlies gerade auf dem Bild gesehen, du hast auch gesagt, das ist so watteartig. Da kann ich mir bei den Produktionsgeschwindigkeiten auch vorstellen, dass da einiges an Platz, an Rohmaterial erst mal daliegen muss. Wo bekomme ich das erst mal her? Und ist es so, wie ich mir das vorstelle, dass ich wirklich, ja, enorm viel Platzbedarf einfach für den Rohstoff schon mal haben muss? Also das Material, das heißt Airlaid, das kriegt man bei verschiedenen Produzenten. Das ist ja schon sehr, sehr etabliert in der Hygieneindustrie und bei Servietten und Hygieneartikeln. Und Verpackung hat natürlich ein bisschen andere Anforderungen. Bei Hygiene kommt es darauf an, dass es weich und saugfähig ist. Das wollen wir in der Verpackung eher nicht. Ähm, wir brauchen es eher fest und wasserabweisend, so. Also vielleicht hundertachtzig Grad umgekehrt. Und ja, die, man kann diese Rollen mit verschiedenen Bahndicken herstellen. Ist natürlich jetzt nicht eins Komma eins Millimeter wie Kunststoff, sondern wir arbeiten da so mit Rohmaterial zwischen zwei und vier Millimetern Dicke. Das heißt, auf die Rolle passt schon mal per se weniger drauf, aber es ist handelbar. ### Rollenzuführsysteme und Produktionsdurchsatz Wir haben da entsprechende Rollenzuführsysteme mit, entsprechenden Wechseleinrichtungen, sodass man das also auch vorhalten kann. Und natürlich brauche ich ein Storage für die, für die Verarbeitung, für die Ballen oder für die Rollen, kann das aber auch eben damit umgehen, ähnlich wie bei der Thermo, wie beim Thermoformen. Wenn ich mir einen Extruder hinstelle und sage, ich mache das Rohmaterial selbst, kann ich mir genauso gut eine Airlaid-Anlage hinstellen. Dann muss ich allerdings Durchsatz haben, denn solche Anlagen produzieren in der Regel ein bis zwei Tonnen pro Stunde und unsere Airlaid, wenn man jetzt ein bestimmtes Szenario nimmt, dann kommen da zwischen hundert und dreihundert Kilo pro Stunde durch, ne. Das heißt, ich muss dann wirklich auch Abnehmer für diese Airlaid-Maschine haben in Form von Verpackungsmaschinen, die das dann wegschaffen, was die Maschine herstellt. Ja, dann sehe ich im Slido viele Fragen, auch zu den Beschichtungen und auch zu der Laminierung. Ähm, meine Frage, genau, gehen wir da mal rein: Wo genau ist denn eure Erfindung dabei und was ist patentiert? Fragt Karsten. Also die Patente sind offengelegt, die kann man nachlesen zum einen und zum anderen, wir haben den Preform-Schritt patentiert mit der speziellen Ausführung des Werkzeugs, wie wir die Vor, wie wir die Fasern vorlegen, ohne dass sie reißen und kaputtgehen und wie wir auch die Faltenbildung unter Kontrolle behalten dabei beim Preformen, weil das Material ist ja nicht dehnbar, ne. Das, das staucht sich und dehnt sich nicht wie Metall. Wenn ich ein Metall nachziehe, dann dehnt sich’s und staucht sich’s und hier werden Falten entstehen durch das Tiefziehen. Und das haben wir also gelöst, dass wir auch diese tiefen Tie-, Becher vorformen können, ohne dass wir die Falten irgendwo unkontrolliert erzeugen. Und das Pressformen danach dieses Preforms ist der zweite patentierte Step und natürlich dann die Gesamtanlage. Es ist eine Patentfamilie aus mehreren Einzelpatenten, aber es ist mittlerweile alles offengelegt. Wer sich da tiefer interessiert, kann sich das auch gerne zu Gemüte führen. Stark. Und, welche… Wir können auch in die nächste Frage noch mal reingehen oder direkt schon mal reingehen. Daniel Zimmermann, danke auch für die Frage mit Klarnamen. Äh, Daniel fragt: „Welche Barrieren können mit Spray Coating erreicht werden? Wie ist die Recyclingfähigkeit dann bei beidseitigem Coating?“ Genau, das ist die große Frage: Wie komme ich an die Fasern dran, wenn von beiden Seiten beschichtet ist? Ja, also da sind wir tatsächlich noch ganz früh dran, dass wir erst mal irgendwo schauen, welche Barriere-Chemie kann uns überhaupt dabei helfen. Da schauen wir natürlich schon in Richtung bioabbaubar oder ähnliche Dinge, dass es auf keinen Fall PFAS enthält und dass wir da irgendwo Mittel finden, die ja die kompatibel sind und die im Altpapier-Recycling aussortiert werden können oder nicht stören. Ich weiß nicht, oder ich glaube nicht, dass man eine gebrauchte Verpackung dann wieder zum Verpackungsrohmaterial neu machen kann, weil die ist ja auch wahrscheinlich mit Lebensmittelresten irgendwo kontaminiert. Ich gehe dann halt wirklich ins Altpapier rein und habe entsprechende Anwendungen, die da draus kommen, ne. Ein Stück weit ist es sicherlich Downcycling. Bei den Barrieren, die Performance der Barriere mit Spray Coating haben wir so jetzt noch nicht intensiv untersucht. Wir haben einige erfolgreiche Tests, wo dann halt ein Wassertropfen oder ein Öltropfen abperlt, ne, rein visuell zu sehen, objektiv, aber subjektive Tests mit genormten Verfahren haben wir jetzt noch nicht. ### Airlaid-Verbindung mehrlagiger Strukturen Da sind wir noch nicht weit genug, dass wir da tief einsteigen. Das ist eigentlich der Fokus für dieses Jahr, dass wir die Barriereentwicklung deutlich voranbringen und da Lösungen bieten können. Okay, dann können wir noch eine Frage hierzu aus dem Slido gerne rausholen. Ähm, genau: „Das Rohmaterial besteht aus mehreren Lagen. Wie lösen Sie das Problem der Stanzkontur, damit die Lagen sich nicht an der Schneidkante voneinander lösen?“, fragt Dejan. Ich hoffe, ich habe es richtig ausgesprochen. Das Airlaid wird zwar in mehreren Lagen von den Legeköpfen gelegt, aber die sind eigentlich miteinander verbunden. Es gibt noch die Möglichkeit, ein Tissue obendrauf zu bringen für eine Oberfläche oder für ein Handling. Und durch das Stanzen mit einem Messerschnitt, mit einem Bandstahlschnitt kriegen wir das eigentlich schon so gut zusammen, dass sich das nicht mehr voneinander löst und auch nicht an der Schneidkante hängen bleibt. Also das funktioniert sowohl in der Probe, in der Zuschnittpräparation sehr gut, als auch im finalen Beschnitt, dass das komplett abfällt und nicht eine relativ geschlossene Schneidkante bildet. Da haben wir jetzt noch keine Probleme gehabt. Okay, dann nehme ich zum Abschluss, ziehe ich selber noch eine aus dem Slido raus. Die kam nämlich auf Englisch. Ähm, die geht um das Rohmaterial der Cellulose Fiber. Ähm, was, gehen wir mal rein: „Is it only trees or also other plants?“ Ähm, so let’s be so kind and answer that question maybe in English directly. Yes, of course. Ähm, one good thing on dry fiber is that you can get the fibers all over the world, as a fluff pulp, which is a raw material for paper mills as well. Ähm, we work with commodities that you can buy from the market, put them into the Airlaid machine, generate the web and then form the parts. It could be that some wood compositions have better properties for packaging, maybe sticking to each other and more rigidity in the final product, but we didn’t go deeper into that. So right now we are focusing on what’s available on the market and what has a good price point and this is what we use for our packaging development. Hey, super. Danke für die spontane Switch into English. Gerne. Ich ziehe Marius jetzt mal wieder nach vorne, weil wir haben auch ein paar Fragen so generell rund um Recyclability. Das hatte ich gesehen, das war bei dir auch noch offen. Können wir gleich vielleicht zum Abschluss noch ein bisschen reingehen? Ähm, ich frage mich jetzt als Allererstes noch: Kann ich eine der Technologien auf der Interpack auch sehen? Ja. Ja. Beide? Am Stand von ILG und Fraunhofer-Stand? Äh, nee, beim VDMA sind wir integriert. Also wir haben einen IVV-Stand, aber der ist im VDMA integriert und wir haben jetzt auch nicht unbedingt einen Prozess laufen, aber ich kann ein bisschen was an Materialien vielleicht zeigen. Prima, okay. Also da wissen alle, die auf der Interpack dabei sein müssen, wo sie hinwollen. Äh, Tobias, bei euch: Mit Maschine, ohne Maschine, Maschinenmuster? Ohne Maschine. Der Stand ist nicht so groß. Wir sind in der Halle 6A, Halle 60, soweit ich das weiß. Aber wir haben da Muster dabei, Bauteilmuster, die man sich anschauen kann. Wir haben die Videos vom Prozess dabei von unseren Lab-Maschinen und natürlich viele kompetente Menschen, mit denen man sich darüber unterhalten kann. Super. Ähm, und wenn wir jetzt mal reinschauen: Ich glaube, bei Recyclability, aber generell bei Nachhaltigkeitsthemen und Papieren ist diese Fünf-Prozent-Regel, wie sie dann auch immer häufig zustande kommt. ### Verpackungsgesetz und Tarifeinordnung klären Das haben wir zum einen mit dem Verpackungsgesetz, ne, wo kann ich das Ganze unter welchen Tarif einordnen? Wir haben es jetzt aber auch in der PPWR, wo ich ab fünf Prozent Polymer auch mich mit dem Thema Rezyklateinsatz beschäftigen muss. Wie ist das bei beiden Technologien? Kann ich eben durch die Metallisierung, Marius, genau unter den fünf Prozent bleiben, wo ich halt sonst nicht hinkomme, wenn ich mit Polymeren arbeite? Oder wie ist es bei dem Spray Coating oder der Lamination bei dir, Tobi? Fangen wir vielleicht mit Marius an. Ja. Also kommt ein bisschen auf die Verpackungsgeometrie an. Wenn man daran denkt, ein Flowpack mit MAP-Eigenschaften, wo ich relativ dicke Siegelschichten brauche, um den Lagensprung durchzusiegeln – ich glaube, da wird es schwierig. Ähm, was aber vielleicht gehen könnte, wären Dreirandsiegelbeutel, Vierrandsiegelbeutel, irgendwelche Suppentüten, Tee-Sachets. Da könnte ich mir vorstellen, dass es realistisch wird. Ähm, aber ansonsten wird es, glaube ich, momentan noch schwierig, zumindest mit dem, was, ähm… Ich meine, wir tragen auch ein paar Mikrometer Polymer auf, muss man ganz, ganz ehrlich sein, aber es geht momentan eher noch in Richtung einfache, einfache Sachets. Aber da gibt es auch genügend. Also, es ist ja nicht, dass das ein nicht signifikanter Posten ist im Verpackungsbereich. Tobias, ihr habt ja relativ dickes Material. Hilft euch dabei, oder? Jein, also, so ein MAP-Tray wiegt so zwischen fünfzehn und zwanzig Gramm. Äh, das ist sogar vergleichbar mit der Kunststoffschale. Wir schauen natürlich bei der Entwicklung immer drauf, dass wir die fünf Prozent nicht reißen, wenn’s eine polymere, eine polymerbasierende Beschichtung ist. Äh, auch bei den Laminaten ist es natürlich die Frage, was ich da drin verpacke. Äh, wir haben schon bis fünfzig µm Filmdicke runter laminiert. Dann habe ich halt einfache Sachen verpackt, die, also das war, dass ich nur zum Beispiel bei Früchten, Himbeeren, dass die nicht mit den Fasern in Berührung kommen. Brauche ich nichts, kein Aroma drin erhalten und keine Haltbarkeit auch dazu dadurch erzeugen. Wenn ich jetzt Joghurt oder Kaffee in die Kapsel packe, dann brauche ich natürlich Aromasicherheit und auch Sauerstoff und ähnliche Barrieren. Dann werden die Filme dicker und da wird’s dann in der Tat schwierig, entsprechend geringes Gewicht da reinzutun in die Verpackung. Mhm. Ähm, du hattest ja auch Zahlen zum CO₂-Einsatz. Konntest du das auch mit oder ihr das mit K2- oder K3-Bechern, ne, die bekannten Kunststoffbase, Karton drumherum und Aluminium obendrauf, konntet ihr da auch ’n Vergleich ziehen? Wir haben die hergestellt – Weil das gerät bei Molkereien natürlich in – Wir haben die auch hergestellt mit dem In-Mold-Labeling-Verfahren im Thermoformen, das wir auch entwickelt haben und was wir im Portfolio haben, aber wir haben den Vergleich noch nicht gezogen. Aber wenn man sich den K3-Becher anschaut, hat man ’ne relativ schwere Kartonummantelung, weil die auch Stabilität erzeugen muss. Das heißt, hier ist schon einiges an Rohstoffeinsatz drin und der Kunststoff ist auch, ja deutlich dicker als die Laminierfolien, die wir im Labor haben. Also insgesamt, wenn ich’s jetzt ausm Bauch raus raten würde, ist da mehr Material drin und damit auch mehr CO₂, aber wir haben den Vergleich noch nicht gezogen, weil diese Studien sich auch relativ stark auf eine Verpackungsform konzentrieren, die dann zertifiziert ist. ### Vakuum-Laminiertechnik für Verpackungsformteile Wir haben da zwar ’n Kalkulator noch bekommen dazu, dass wir andere Formen berechnen können, aber den K3 haben wir uns noch nicht angeschaut, ja. Du hast ja auch den Laminierungsprozess nur nicht dargestellt, aber das, das kannst du vielleicht noch mal erläutern. An welchem Punkt werden dann, wird diese Fließbahn laminiert und wird das dann mit tiefgezogen oder an welchem Punkt passiert das? Also wir laminieren das fertige Verpackungsformteil und haben dann ’ne Laminiertechnik, bas– entwickelt, die auf Vakuumformen basiert, wo wir dann auch mit Vorstrecker entsprechende Tiefen erreichen, dass die Folie auch mit ’ner gleichmäßigen Wandverteilung bis in den Boden und die Wände unten reinkommt. Das ist dann das Wissen, was ihr aus den bisherigen Prozessen mitnehmen könnt. Genau, ist quasi klassisches Thermoformen nur mit dünnen Folien. Welche Parallelen habt ihr noch aus den bekannten Prozessen mitnehmen können? Also die Werkzeuge sind anders. Wir machen tatsächlich Vorpressen und nicht Tiefziehen mit ’nem einseitigen Werkzeug und, man kann’s eben auch nicht mit Vakuum oder Druck beaufschlagen, weil das ist was, was wir beim Laminieren ausnutzen. Das Material ist luftdurchlässig und deswegen können wir die Folie da rein laminieren. Ähm, aber ansonsten vom Maschinenbau her, die elektrischen Pressen, die wir bauen, die haben wir natürlich überführt in dieses, in dieses Verfahren und unsere gesamte Verpackungserfahrung, dass wir sagen, was braucht denn eigentlich die Verpackung, dass wir wirklich zielgerichtet auch die Features, die ’ne Verpackung abbilden muss, entwickeln können. Da gab’s ja auch, Marktbegleiter, die sind ’n bisschen baden gegangen, weil sie von dem Cellulose-Materialaspekt her kamen und dann die, die Knackpunkte bei der Verpackung nicht beachtet haben. Und da gibt’s seit einigen Jahren ja auch welche Sachen, die sagen, sie sind Dry Fiber, aber die, die halt nicht funktionieren. Und das ist jetzt nicht unser Ansatz, sondern wir wollen, das– Wir haben auch ’n Riesendruck vom Markt, die Technologie reinzubringen, die Kunden fragen: „Wann könnt ihr das verkaufen?“ Wir möchten’s halt erst so zu Ende entwickeln, dass es funktioniert, bis wir dann sagen, wir bringen das in den Markt. Aber ich denke, da wird sich in diesem Jahr einiges tun. Ja, super. Okay, ich hab so ’n bisschen Auge auf zwei, auf die Uhr, aber auch zum Slido. Ich seh jetzt nichts Essenzielles oder große Themenlücke. Vielleicht können wir das noch reinnehmen hier. Kommt mir. Warum hat die indirekte Metallisierung einen Vorteil zur direkten Metallisierung auf Papier? Mhm. Können Sie das noch einmal erklären? Ja, also wir müssen ja normalerweise die Papierrolle in die Vakuumkammer bringen zur Metallisierung. Ähm, es kann jetzt mehrere Vorteile haben. Der eine Vorteil könnte sein, dass es technisch einfacher ist, ’n zwölf my Pad zu bedampfen. Ich kann die, die, die Vakuumkammer mehr laden mit mehr Pad-Material, bring die Kammer voller. Das Material ist einfacher zu, zu metallisieren. Äh, wir haben nicht das Problem der Restfeuchte. Wir haben keine Hygoexpansion und möglicherweise, das wird sich noch rausstellen, kommen wir mit den Barrierewerten sogar noch weiter runter als bei der direkten Metallisierung. Aber das ist nur ’ne Prognose, bewiesen hab ich’s noch nicht, aber es könnte sein. Okay, prima. So dann mit Blick auf die Uhr, dann schließe ich die Runde für heute. ### Zusammenfassung und Ausblick Flexpacks Ähm, ich bedanke mich bei euch beiden für, ja, die Informationen, für die Fragen danach, für die Diskussion und ihr seid beide selbst auf der interpack, um das, dieses Gespräch dort weiterzuführen. Super, dann komme ich da auch vorbei. Ähm, ja, vielen Dank euch beiden. Schon mal ’n schönes Wochenende. Danke. Danke schön. Ebenso. Und dann bleibt mir nur zu sagen auch, danke an alle Zu­hörer, Zuschauer da draußen. Ähm, ich schließe somit den einundvierzigsten Inno-Talk für heute. Wir hatten mit dabei Marius Jasinski vom Fraunhofer IVV. Diese Darstellung kennen die Flexpacker nur zu gut. Welches Produkt braucht welche Barrieren? Und er hat uns das erste Mal gezeigt, wie man eigentlich auch auf Papieren vergleichbare dichten Barrieren hinbekommen kann, im Vergleich zu den Folien. Das war schon, ja, sehr beeindruckend. Da kann noch einiges passieren. Und, ja, die Technik ist aktuell ja schon sehr weit und kann da auch weitergehen. Und dann war’s Tobias, der uns von Elek gezeigt hat, wie nicht nur sich PET und Polypropylenbahnen quasi tiefziehen, thermoformen lassen, sondern das Ganze auch mit solchen Folien passieren kann. Und da eine ganz eigene Technik, das, ja, kann für viele Produkte die Zukunft sein. Wir sind gespannt, ja, welchen Effekt es da am Markt geben kann. Der nächste Inno-Talk wird am 22. Mai sein. Gerne schon mal anmelden, gerne bereithalten, eintragen. Es geht um PFAS. Wir haben ja den 12. August diesen Jahres anstehen, wo diese PFAS-Grenzwerte auch im Rahmen der Konformitätserklärung eingehalten und testiert sein müssen. Hier gehen wir auf den Realitätscheck für die Flexpacks ein. Und wer nicht genug kommen kann, haben wir auch ganz viele Möglichkeiten. Ich hab die Podcasts genannt. Ich nenn aber auch hier unsere Inno-Talk-News, bei denen wir ganz viele Newsbeiträge haben. Wir haben viel vom Inno-Meeting aus dem Februar noch mal zu Artikeln verwertet. Also hier wieder geballtes Wissen, geballtes Wissen, wo ihr dabei sein könnt. Und ja, heute viel Fiber, 15., 16. April noch mehr Fiber, anderthalb Tage, Inno-Fiber, das erste Mal eine Veranstaltung für die Flexpacker rund um funktionelle Papiere in Osnabrück am zweiten Tag auch bei unserem Gastgeber, Felix Schöller. Dort können wir Einblick in die Produktion bekommen und wie so was genau auch gemacht wird, ne. Wir haben dadurch auch gewisse Grenzen, was die Personen angeht oder den Raum angeht. Also wer gerade noch überlegt zu kommen, aber noch ’n bisschen noch wartet, kann ich nur den Tipp geben, schnellstmöglich auch zu buchen und ’n bisschen weiter geflickt, InnoCircle, auch das erste Mal, dass wir die Veranstaltung machen. Das wird in Würzburg sein rund um alle Nachhaltigkeitsthemen bei Flexpacker. Und damit bedanke ich mich noch mal und wünsche allen ein schönes Wochenende. Ciao. **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Entsorgung / Recycling, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Papier & faserbasierte Verpackungen --- ### [Erste INNO‑Fiber: Erfolgreicher Auftakt für papierbasierte Flexpack‑Lösungen](https://inno-talk.de/erste-inno-fiber-erfolgreicher-auftakt-fuer-papierbasierte-flexpack-loesungen/) **Published:** April 20, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** INNOFORM zu Gast bei Felix Schoeller – Interview mit Julian Thielen und Guido Hofmeyer Mit der **ersten [INNO‑Fiber](https://www.innoform-coaching.de/tagung/faserbasierte-verpackungen-2026)** hat Innoform ein neues Branchenevent etabliert – und direkt ein starkes Signal gesetzt. Rund **70 Teilnehmende vor Ort** sowie weitere im **Livestream** diskutierten an anderthalb intensiven Tagen über papierbasierte Verpackungslösungen, Regulierung, Technik und Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Für **Julian Thielen**, den neuen Geschäftsführer von Innoform Coaching, war es die erste vollständig selbst konzipierte und moderierte Veranstaltung. Sein Fazit fällt eindeutig aus: *„**Grandios**.“* ### Ein neues Format – und ein starkes Team Die **INNO‑Fiber** war von Beginn an als **Dialogplattform** gedacht. Ziel war es nicht, klassische Keynotes zu liefern, sondern praxisnahe Einblicke von Menschen, die **wirklich hinter ihren Themen stehen**. Genau das wurde von den Teilnehmenden besonders positiv hervorgehoben: die Qualität der Vorträge, die logische Dramaturgie der Themen und das spürbare Engagement aller Beteiligten. Auch organisatorisch zahlte sich der Teamansatz aus. Programm, Referierende und Diskussionen griffen ineinander – und setzten sich in den Gesprächen nach den Vorträgen fort. ### Gastgeberpaket: Industrie erleben statt nur zuhören Ein besonderes Element der **INNO‑Fiber** war das **Gastgeberpaket**. Nach dem ersten Veranstaltungstag bei Innoform folgte am zweiten Tag der Besuch bei **Felix Schoeller**. Gastgeber **Guido Hofmeyer** hatte keine Sekunde gezögert, dieses neue Format zu unterstützen. Der Gedanke dahinter: Papier für den Flexpack‑Markt nicht nur theoretisch zu diskutieren, sondern **direkt in der Produktion erlebbar** zu machen. Für Hofmeyer war schnell klar, dass genau solche Formate gebraucht werden: > **„Wir müssen mehr miteinander reden. Formate wie die INNO‑Fiber bringen genau die richtigen Menschen zusammen, um den Wandel gemeinsam wirklich hinzubekommen.“** > *Guido Hofmeyer, Felix Schoeller* Gerade der zweite Veranstaltungstag zeigte, wie wertvoll dieser Perspektivwechsel ist – vom Vortragssaal direkt an die Maschine. ### Warum INNO‑Fiber? Papier ist eine spannende Welt für Flexpacker Lange Zeit war Flexpack nahezu synonym mit Kunststoff-Folie. Doch das ändert sich grundlegend. Papierbasierte Lösungen gewinnen rasant an Bedeutung – getrieben durch **PPWR**, Nachhaltigkeitsziele und neue Marktanforderungen. Julian Thielen bringt es auf den Punkt: Für viele, die aus der Folienwelt kommen, ist Papier **Neuland**. Es gibt Unsicherheiten, Wissenslücken – und manchmal auch Widerstände. Genau hier setzt die **INNO‑Fiber** an: Verständnis schaffen, Wissen teilen und einen eigenen Raum für dieses Thema bieten. ### Die gesamte Wertschöpfungskette an einem Tisch Ein häufig geäußerter Wunsch bei Innoform‑Tagungen ist eine stärkere Einbindung von Markenartiklern. Mit dem Gastgeberpaket der **INNO‑Fiber** ist das gelungen. Die Struktur der Teilnehmenden war bewusst breit aufgestellt: - Markeninhaber - Converter - Maschinenbauer - Papierhersteller - Zulieferer - Regulatorik‑Expert:innen Dieses **bunte Potpourri** machte die Diskussionen besonders wertvoll – und führte zu neuen Kontakten und konkreten Ansätzen für zukünftige Zusammenarbeit. ### Warum Tesa? Kleine Komponenten, große Wirkung Mit **Tesa** war ein Supporter dabei, der eindrucksvoll zeigte, wie entscheidend scheinbar kleine Komponenten sein können. Klebebänder spielen eine zentrale Rolle beim Rollenwechsel, in der Verarbeitung und im laufenden Produktionsprozess papierbasierter Verpackungen. Gerade hier wird deutlich, wie eng **alle Zahnräder** ineinandergreifen müssen, damit papierbasierte Lösungen zuverlässig funktionieren – ein Kerngedanke der **INNO‑Fiber**. ### PPWR, Barrieren und neue papierbasierte Lösungen Die **PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation)** war ein zentrales Thema der **INNO‑Fiber**. Felix Schoeller zeigte, wie Papierhersteller mit technologischer Vielfalt darauf reagieren: - Dünne PE‑Extrusionsbeschichtungen bis 3 – 4 g/m² - Mehrlagige Extrusionslösungen - Dispersions‑ und Curtain‑Coating‑Technologien - Präzise, anwendungsorientierte Barriereeigenschaften Ziel ist es, **faserbasierte Verpackungslösungen** zu entwickeln, die sowohl regulatorisch tragfähig als auch technisch beherrschbar sind. ### Frischfaser, Recycling – und Offenheit Ein wichtiger Diskussionspunkt auf der **INNO‑Fiber** war die Frage nach Frischfaser versus Rezyklaten. Felix Schoeller setzt derzeit überwiegend auf Frischfaser – aus funktionalen Gründen und aufgrund der Produkthistorie. Gleichzeitig wurde betont: Die Branche ist im Wandel, und Offenheit bleibt entscheidend. Kooperation bedeutet dabei mehr als Austausch: Sie muss **praktisch umgesetzt** werden – auch mit externen Papieren und gemeinsamen Lösungsansätzen. ### Wie geht es weiter mit der INNO‑Fiber? Die Fortsetzung der **INNO‑Fiber** ist bereits in Planung. Parallel steht mit der **INNO-Circle am 1. und 2. Juli 2026 in Würzburg** das nächste große Innoform‑Event an. Dort wird das Thema Kreislaufwirtschaft – inklusive papierbasierter Ansätze – weiter vertieft. > Eines ist nach der ersten **INNO‑Fiber** klar: > Der branchenweite Dialog hat begonnen. Der Bedarf ist da. Und dieses Format macht Lust auf mehr. ### Verwandte Episoden - [Zukunftsweisende und nachhaltige Flexpack-Lösungen](https://inno-talk.de/zukunftsweisende-und-nachhaltige-flexpack-loesungen/) - [First INNO-Fiber: A successful launch for paper-based flexpack solutions](https://inno-talk.de/en/first-inno-fiber-a-successful-launch-for-paper-based-flexpack-solutions/) - [Flexpack-Branchentreff – 20. Inno-Meeting 2023](https://inno-talk.de/flexpack-branchentreff-20-inno-meeting-2023/) --- ## Transkript Erste Inno-Fiber ist vorbei, Julian. Deine erste selbstorganisierte, selbst zusammengestellte, selbst moderierte Tagung bei Innoform als neuer Geschäftsführer. Wie war es für dich? Grandios. Natürlich vorher viel Planung gehabt. Wir sind als Team, glaube ich, super zusammen gewesen. Haben wir gestern auch einfach gutes Programm, gute Speaker, alles gut aneinander aufgebaut, auch aufeinander referiert und hat gut geklappt. Die Gespräche danach haben es auch gezeigt. Also ich bin sehr zufrieden. Wir hatten rund 70 Teilnehmer vor Ort, noch mal einige im Livestream, rund 17, glaube ich. Das war auch ein Verdienst von Chef Felix Schöller. Wir sprechen hier auch mit Guido Hofmeyer. Guido, wir haben uns erst vor weniger als einem Jahr kennengelernt und du hast sofort die Gelegenheit beim Schopfe gepackt, unserer neuen Idee zu folgen. Gastgeberpaket nennen wir das. Du hast also gesagt: „Okay, ersten Tag Remark, wie immer. Zweiten Tag kommt doch bitte zu uns und guckt euch mal die Papierproduktion für den Flexpack-Markt an.“ Was hat dich dazu bewogen? Das war wirklich relativ schnell klar, nachdem wir uns tatsächlich vor einem guten Jahr erst kennengelernt haben. Wir wollen ja unsere Verpackungsaktivitäten nach vorne treiben und mir haben diese anderthalb Tage wirklich gezeigt, wir sind da sehr gut beraten gewesen, euer Angebot da auch anzunehmen. Und Julian, noch mal an dich, wirklich Gratulation. Das war richtig klasse. Ich bin froh, dass wir das gemacht haben. Das war ja relativ schnell, dass wir gesagt haben, natürlich, das macht total Sinn. Weil eines ist, glaube ich, in diesen anderthalb Tagen auch noch mal wirklich sehr deutlich geworden: Wir müssen mehr miteinander reden. Wir brauchen Formate wie diese. Wir haben es hier mit einer Veränderung zu tun. Das ist schon was anderes, ob ich eine Folienverpackung oder eine Papierverpackung habe. Und das habe ich heute wirklich auch sehr positiv mitgenommen, dass wir diese Bereitschaft haben. Da hilft so ein Format. Es war die erste Inno-Fiber, perfekt getimt. Ich muss sagen, die Auswahl der Themen, die Reihenfolge der Themen und auch die Qualität der Vortragenden war wirklich toll. Das sind ja alles in der Regel keine professionellen Keynote Speaker, sondern Menschen, die hinter den Themen stehen und das hat man sehr deutlich gespürt. Also sehr gut. Julian, du hast dich stark gemacht für dieses Thema, was ja eigentlich zu Innoform nicht so richtig passte bisher, dachte man, dachten viele Kunden. Habe ich auch in vielen Gesprächen gestern gehört: „Wieso? Ihr macht doch Kunststoffverpackungsprüfung.“ „Nein, wir machen auch Seminare zum Papierbereich.“ Wieso bist du so auf dieses Fiber-Thema abgefahren? Warum hast du das so nach vorne gepusht? Im Prinzip machen wir alles für Flexpacker. Und gezwungenermaßen war Flexpack bisher einfach immer Folie, aber es war halt einfach immer so. Und jetzt kommt seit einigen Jahren jetzt Papier, halten wir mehr auf. Gründe gibt es viele, aber das ist eine komplett neue Welt für die meisten, die bisher Folien hatten. Und da müssen wir ein Verständnis für schaffen. Da ist erst mal manchmal Unwillen, manchmal Unwissen und alles müssen wir gemeinsam bekämpfen und dem wollten wir einen eigenen Rahmen geben. Und das haben wir heute hier gemacht. Wir haben immer wieder die Kritikpunkte bei unseren Tagungen: Zu wenig Markenartikler. Deswegen haben wir uns dieses Gastgeberpaket ausgedacht und haben euch gebeten: Guckt doch mal, wen habt ihr denn an VIPs, die ihr mit einladen könnt? Wie ist die Sicht aus deiner Sicht? Wir haben natürlich mehr so die Hardcore-Techniker mitgebracht. War das für euch hilfreich? Sind das für euch überhaupt wertvolle Kontakte? Auf jeden Fall. Also das hätte ich eben auch gleich schon mitgeben können. ### Hochkarätige Kunden und Branchenmix vertreten Wir hatten in der Teilnehmerschaft wirklich auch ein ganz buntes Potpourri und für uns natürlich wichtig: Wir wollen ja wachsen, also brauchen wir auch neue Kunden und dafür brauchen wir die Kundenbeziehung und wir hatten eine ganz tolle Resonanz, muss ich wirklich sagen. Also wir hatten sehr hochkarätige Kunden, die auch sehr spontan zugesagt haben und das hat mich sehr gefreut, weil wir haben dann quasi vom Markeninhaber über die Converter, über die Maschinenbauer, wir als Papierhersteller und auch andere Papierhersteller und alles drumherum, Beiträge aus der Regulatorik, also alles, was man eigentlich braucht und beleuchten muss in der Wertschöpfungskette, um diesen Wandel auch hinzubekommen. Also von daher, ich habe es eben schon gesagt, wirklich sehr gut. Macht Lust auf mehr. Bei uns ist es ja so, die Referenten werden ja von uns im Prinzip ausgesucht. Man kann sich bei uns melden, aber wir haben diesmal auch einen Supporter dabei gehabt: Tesa. Passte natürlich hervorragend zum Thema, einmal für die Verarbeitung, aber auch für die Produktpalette. Wie bist du darauf gekommen? Wir hatten einfach gesehen oder wir sehen einfach, dass das Thema total vielschichtig ist. Und wir haben eben auch an den Maschinen gesehen, da hängen die Bänder auch und du musst natürlich klarmachen, dass wenn sich diese riesigen Papierrollen drehen und die eine ist vorbei und die nächste kommt heran. Wenn das nicht reibungslos funktioniert und das ist so ein kleiner Schnipsel in dem Sinne, der muss auch perfekt funktionieren. Und wenn alles drin bleibt, dann muss das ja auch wiederum im Papierprozess funktionieren. Also das sind viele kleine Dinge, die zusammenarbeiten müssen, und deshalb müssen wir – du sagtest es auch – es müssen Allianzen dabei sein, wir müssen alle miteinander reden, und das geht bis auf das kleinste Rad. Genau. Wir haben PPWR immer mal wieder natürlich in Vorträgen gehört. Die treibt uns ja auch und führt ja auch zur Paperization, wie wir es ja neudeutsch denken. Welche neuen Eigenschaften kann Schöller vielleicht dazu beitragen? Welches Angebot macht ihr überhaupt euren potenziellen Kunden und den Kunden, die ihr jetzt schon habt? Also wir sind natürlich ein Papierhersteller, aber gerade im Bereich Verpackung glaube ich, können wir mit noch viel mehr punkten, was uns auch unterstützt, gerade in der PPWR, in der Regulatorik. Wir beschichten ja auch unsere Papiere. Wir haben Extrusionsanlagen ganz verschiedener Art und wir können aber eben mit diesen Anlagen heruntergehen bis zu drei, vier Gramm PE-Beschichtung. Wir können mehrlagige Extrusionsbeschichtung machen. Wir können im Dispersionsverfahren Curtain-Coating-Technologie anbieten, die wir schon haben, die sehr präzise Barriereeigenschaften bieten kann, und auch sicherlich einen Beitrag leisten kann, im Rahmen der Regulatorik eben neue Faser-Papier-basierte Lösungen in den Markt zu bringen. Und da sind wir sehr davon überzeugt, dass wir mit diesen Angeboten eben viele unterstützen können, die natürlich jetzt auf der Suche sind nach neuen Lösungen. Wir haben viel gesprochen, auch über Kreislaufwirtschaft, logischerweise. Das ist der Sinn der PPWR, die zu befeuern. Und da ist natürlich Papier besonders bevorzugt, weil es schon Kreisläufe gibt, weil es preiswerter ist, vielleicht ein Rezyklat einzusetzen als eine Frischfaser. Ihr geht einen anderen Weg. Ihr setzt kein Rezyklat ein, wenn ich das bei der Führung eben richtig verstanden habe. Was ist da die Strategie? Ja, also wir nutzen heute hauptsächlich Frischfaser. ### Zellstoff-Innovationen und Produktentwicklungen im Fokus Wir haben in ganz geringen Anteilen andere Zellstoffe. Das ist bei uns natürlich die Historie. Also die Produkte, die wir heute herstellen – sei es Dekorpapiere oder eben Imaging-Papiere, auch die Release-Papiere – die Anforderungen für die Anwendungen, die wir da zu erfüllen haben, die ermöglichen uns nur sozusagen den Einsatz von Frischfaserzellstoff. Aber wir haben das heute auch gesehen. Es tut sich auch da eine ganze Menge, und auch wir werden sicherlich immer wieder offen und neu und wertfrei reinschauen, ob das, was wir heute tun, Bestand hat für die Zukunft. Auch wir müssen da auf der Papierseite natürlich offen sein. Aber wichtig ist für uns auch: Wir sind auch nicht nur darauf aus, unsere eigenen Papiere einzusetzen. Also wir sind durchaus auch offen, andere Papiere mit anderen Eigenschaften einzukaufen und dann mit unseren Barriereeigenschaften zu veredeln. Also ich glaube, das ist auch noch mal ein wichtiger Baustein, einfach zu sagen: „Seid offen.“ Also das, was wir gut können, das bringen wir ein und wenn es mal nicht passt, dann nehmen wir auch gerne was anderes. Also tatsächlich nicht nur Kooperation drüber reden, sondern wirklich machen. Das tun wir. Julian, wie geht es weiter mit Inno-Fiber? Du kommst aus der Kreislaufwirtschaft und da hast du natürlich auch neue Konferenzen im Sinn. Was kommt als Nächstes? Wie geht es mit Inno-Fiber weiter? Genau. Also Inno-Fiber, machen wir uns den Plan fürs nächste Jahr, ob wir es direkt wieder starten. Jetzt haben wir am 1. und 2. Juli die Inno-Circle. Das ist unsere Nachhaltigkeitsveranstaltung, wo wir alles rund Kreislaufwirtschaft, die Papierthemen auch noch mal in einem kleinen Block quasi reinverfrachten, um da wirklich die Kreislaufwirtschaft innerhalb der Folien und flexiblen Verpackungen noch mal zu machen. Also 1., 2. Juli in Würzburg geht es da weiter. Danach kann nichts mehr kommen. Danke schön, Guido Hofmeyer und Julian Thielen. Ja, vielen Dank an euch beide. Danke auch euch. **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Papier & faserbasierte Verpackungen **Schlagwörter:** Guido Hofmeyer, Interview, Julian Thielen --- ### [Papier, Polyolefine und Recycling: Warum Verbunde nicht automatisch ein Problem sein müssen](https://inno-talk.de/papier-polyolefine-und-recycling-warum-verbunde-nicht-automatisch-ein-problem-sein-muessen/) **Published:** Mai 11, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **Ein Gespräch mit Robin Huesmann von LEIPA auf der ersten INNO-Fiber** *Papierverpackungen stehen derzeit stark im Fokus. Sie gelten vielen als nachhaltige Alternative zu Kunststoffverpackungen – insbesondere im Bereich flexibler Verpackungen und Lebensmittelverpackungen. Doch ganz so einfach ist es nicht: Papier muss funktional sein, soll Barrieren bieten, darf den Altpapierkreislauf nicht belasten und muss am Ende sinnvoll recycelt werden können.* *Auf der ersten **INNO-Fiber** sprach Julian Thielen mit **Robin **Huesmann** von LEIPA** über genau diese Herausforderung. LEIPA verarbeitet seit vielen Jahren sowohl Papier als auch Folien und bringt damit eine besondere Perspektive in die Diskussion ein: Was passiert wirklich im Recyclingprozess? Welche Verbunde lassen sich gut beherrschen? Und wo liegen die Grenzen, wenn Papier zunehmend in Lebensmittelverpackungen eingesetzt wird?* ## Recycling von Papierverbunden: Es gibt mehr als einen Weg Eine zentrale Botschaft aus dem Gespräch: **Papierverbunde sind nicht per se problematisch.** Entscheidend ist vielmehr, wie sie konstruiert sind und ob sie im Recyclingprozess technisch sinnvoll behandelt werden können. Robin **Huesmann** machte deutlich, dass es verschiedene Wege gibt, Wertstoffe aus Verbunden zurückzugewinnen. Dabei geht es nicht nur um die Faser, sondern auch um die Frage, ob beispielsweise Folienanteile beziehungsweise Polyolefine separiert und zurückgewonnen werden können. Besonders interessant ist seine Einschätzung, dass mit geeigneter technischer Innovation und entsprechenden Investitionen auch bei Verbunden Recyclingraten von bis zu 90 % erreichbar sein können. Das ist ein wichtiger Punkt in der aktuellen Diskussion: Nicht jeder Verbund ist automatisch schlecht – aber nicht jeder Verbund ist automatisch kreislauffähig. Entscheidend sind Aufbau, Materialwahl, Trennbarkeit und die reale Recyclinginfrastruktur. ## Polyolefinbeschichtungen können sinnvoll sein Auf die Frage, wie ein möglichst gut recycelbarer Papierverbund aussehen könnte, verwies **Huesmann** auf zwei Richtungen, die aus seiner Sicht besonders relevant sind: Zum einen können **Polyolefinbeschichtungen** vorteilhaft sein, wenn sie als Folie möglichst ganzheitlich abtrennbar sind. Zum anderen können auch **bioabbaubare Verbunde** eine Rolle spielen, wenn sie nicht dauerhaft im Recyclingkreislauf verbleiben. Dabei betonte er aber auch: Die richtige Lösung hängt immer vom konkreten Anwendungsfall ab. Welche Wirkung soll die Verpackung im Markt erzielen? Besteht ein erhöhtes Littering-Risiko? Welche Barriereeigenschaften werden benötigt? Und wie lässt sich die Verpackung nach Gebrauch realistisch erfassen und verwerten? Damit wird deutlich: Pauschale Materialurteile helfen wenig. Gefragt ist ein anwendungsbezogener Blick auf Verpackungsdesign, Recyclingfähigkeit und tatsächliche Stoffströme. ## Was im Altpapier wirklich ankommt LEIPA recycelt Papier selbst und sieht daher sehr genau, welche Materialien und Fremdstoffe in der Praxis im Altpapierstrom landen. Die Antwort auf die Frage nach der Reject-Fraktion fiel entsprechend deutlich aus: „So ziemlich alles.“ Neben typischen Störstoffen finden sich offenbar auch sehr ungewöhnliche Gegenstände – von Metallteilen über Betonteile bis hin zu kuriosen Fehlwürfen. Dennoch zog **Huesmann** insgesamt ein positives Fazit: Das Altpapier in Deutschland sei im europäischen Vergleich sehr sauber. Vor allem weil es meist trocken und nicht stark lebensmittelkontaminiert sei, könne man mit der Qualität des deutschen Altpapierstroms sehr zufrieden sein. Die Qualität hängt allerdings stark von der Sammelquelle ab. In anonymen Sammelstrukturen, etwa in Hochhaussiedlungen, treten tendenziell mehr Verunreinigungen auf. Bei Einzelhäusern ist der Altpapierstrom häufig sauberer. ## Vorsortierung bleibt entscheidend Auch die Vorsortierung spielt eine zentrale Rolle. LEIPA stellt sowohl grafische Papiere als auch weiße Verpackungspapiere beziehungsweise Verpackungspapiere mit weißer Decke her. Dafür ist es wichtig, weiße und braune Papierfraktionen sinnvoll zu trennen. Aus weißem Altpapier kann wieder eine weiße Decke entstehen, während braune Papierfraktionen für Verpackungspapiere genutzt werden können. Die Qualität des Eingangsmaterials entscheidet also wesentlich darüber, welche hochwertigen Produkte aus dem Recyclingprozess entstehen können. ## Lebensmittelverpackungen aus Papier: Chancen und Grenzen Ein besonders wichtiger Punkt betrifft den zunehmenden Einsatz von Papier in Lebensmittelverpackungen. Gerade hier entsteht ein Spannungsfeld: Einerseits wächst der Wunsch, mehr papierbasierte Verpackungen einzusetzen. Andererseits dürfen Lebensmittelreste, Fette, Feuchtigkeit und organische Rückstände den Altpapierstrom nicht beeinträchtigen. **Huesmann** plädierte dafür, sinnvolle Grenzen zu setzen. Ein Pizzakarton mit einem Fettfleck sei nicht automatisch ein Problem, solange die Pizza nicht mehr darin enthalten ist. Verpackungen für trockene Lebensmittel seien ebenfalls weniger kritisch. Anders sieht es bei fettigen oder feuchten Lebensmitteln aus. Hier können durch mangelnde Restentleerung mikrobiologische Belastungen entstehen. Genau diese organische Belastung kann im Altpapierstrom problematisch werden. Das zeigt: > Nicht jede Lebensmittelverpackung eignet sich gleichermaßen für den klassischen Altpapierkreislauf. Entscheidend sind Produktkontakt, Restentleerbarkeit, Feuchtigkeit, Fettbelastung und die Frage, ob alternative Recyclingströme genutzt werden können. ## PPK aus LVP als möglicher Lösungsweg Statt nur zu sagen, was nicht funktioniert, müsse die Branche Lösungen anbieten. **Huesmann** verwies in diesem Zusammenhang auf **PPK aus LVP** – also Papier, Pappe und Karton aus der Leichtverpackungssammlung. Dieser Strom werde bisher nicht ausreichend recycelt, könnte aber eine Möglichkeit bieten, bestimmte papierbasierte Lebensmittelverpackungen gezielter zu verwerten. Interessant ist auch der regulatorische Bezug: Laut **Huesmann** wurde im vergangenen Jahr erreicht, dass das Bundesinstitut für Risikobewertung eine Lösung für den Recyclingstrom im indirekten Lebensmittelkontakt genehmigt hat. Gleichzeitig äußerte er die Hoffnung, dass eine weniger akademische und damit praxisnähere Lösung folgen werde. Damit könnten Technologien verfügbar werden, um auch anspruchsvollere Stoffströme sicherer zu beherrschen. ## Fazit: Recyclingfähigkeit entsteht nicht durch Materialwechsel allein Das Gespräch mit Robin **Huesmann** zeigt sehr klar: Der Wechsel von Kunststoff zu Papier löst nicht automatisch alle Nachhaltigkeitsfragen. Papierverpackungen können große Chancen bieten – insbesondere dann, wenn sie richtig konstruiert, sauber gesammelt und sinnvoll recycelt werden. Gleichzeitig braucht es einen realistischen Blick auf Verbunde. Polyolefinbeschichtungen, abtrennbare Folienanteile und gezielte Recyclingtechnologien können Teil der Lösung sein. Entscheidend ist nicht allein, ob eine Verpackung aus Papier besteht, sondern ob sie im realen System funktioniert. Für die flexible Verpackungsbranche bedeutet das: Zukunftsfähige Verpackungen entstehen dort, wo Materialentwicklung, Recyclingpraxis, regulatorische Anforderungen und Anwendungstechnik zusammen gedacht werden. Genau dafür bieten Formate wie die INNO-Fiber einen wichtigen Raum – mit Einblicken aus der Praxis, offenen Diskussionen und konkreten Lösungsansätzen für die Verpackungskreisläufe von morgen. ## Das Interview ## Keine Folge mehr verpassen! Abonnieren sie jetzt den [Innoform-Podcast](https://inno-talk.de/podcast/) auf ihrer Lieblings-Plattform und erhalten sie neue Episoden automatisch. [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) ### Verwandte Episoden - [Papier-Hype vs. Folien-Fakten II – Die Recycling-Realität: Wer kriegt den Keks (und wer nur die Krümel)?](https://inno-talk.de/papier-hype-vs-folien-fakten-ii-die-recycling-realitaet-wer-kriegt-jetzt-den-keks-und-wer-nur-die-kruemel/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Papier oder Plastik](https://inno-talk.de/papier-oder-plastik/) --- ## Transkript Wir sind hier auf der ersten Inno-Fiber und wir machen hier eigentlich bei Innoform vor allem Folien, Flexpack, jetzt auch mehr und mehr Papier. Etwas, was Leipa schon sehr lange macht, sowohl Folien als auch Papiere. Und bei mir ist jetzt Robin Husmann. Robin, du zeigst uns erst einmal, was Leipa macht, was ihr vor allem papierseitig macht. Was ist die Key Essence aus deinem Vortrag? Ich glaube, dass ich aufzeigen will, dass wir mit dem Recycling verschiedene Wege haben. Also ob man dann Fasern zurückgewinnen kann, ob man auch Folien zurückgewinnen, als Polyolefine zurückgewinnen kann, dass wir einfach auch 90 % Recyclingrate mit Verbunden erreichen können und das mit einer Reihe von Verbunden, wenn wir die technische Innovation angehen und investieren. Das heißt, wenn ihr euch die Welt malen könntet, wie das Altpapier aussehen würde, dann wärt ihr für fast schon klassische Verbunde aus Papier mit Polyolefinbeschichtungen? Ich glaube, dass man das immer anpassen muss auf den Kunden, welche Wirkungen er erzielen will auf dem Markt, ob dort Littering stattfindet oder nicht stattfindet. Aber wenn wir sagen, was können wir am besten aus dem Kreislauf entfernen, sind wir entweder bei Polyolefinbeschichtungen, die als Folien ganzheitlich abtrennbar sind, oder sind bei bioabbaubaren Verbunden, die eben nicht dann im Kreislauf bleiben. Was seht ihr denn heute vor allem als Reject? Ihr recycelt ja Papiere selber. Ihr seht, das kommt genau bei euch an. Was fällt bei euch an, wenn man sich die Reject-Fraktion einmal anguckt? Was finden wir denn alles drin? Ich würde sagen, so ziemlich alles. Also wir hatten in der Vergangenheit von kleinen Granaten bis zu Kuhfüßen bis zu großen Metallteilen und Betonteilen ungefähr alles. Das kenne ich wie auf der Sortieranlage. Absolut. Also wir sind kreativ, was wir in Tonnen werfen können. Ich frage mich auch immer, wie man sie in Tonnen bekommt. Aber wenn man sich das in toto anguckt, haben wir ein sehr sauberes Altpapier in Deutschland. Je nach Einsammelquelle, ob das Hochhaussiedlungen, anonyme Tonnen sind, eher mehr Verunreinigungen, bei Einzelhäusern eher weniger Verunreinigungen. Aber wenn man das deutsche Altpapier im Vergleich zu vielen europäischen Ländern anguckt, sollten wir, weil das trocken und nicht lebensmittelkontaminiert ist, sehr glücklich sein. Kommt das denn bei euch schon vorsortiert an oder ist das jetzt direkt von den Haushalten zu euch? Es kommt meistens vorsortiert an. Wir stellen ja sowohl grafische Papiere als auch weiße Verpackungspapiere her, zumindest mit einer weißen Decke. Legen wir viel Wert darauf, dass es vorsortiert wird, dass wir eben aus dem weißen Papier eine weiße Decke machen können und aus dem braunen Papier dann wieder Verpackungspapier. Jetzt reden wir dann eben, Papier auch mehr in Verpackung zu bringen, bedeutet auch mehr Lebensmittelverpackung. Haben wir in verschiedenen Vorträgen gehört, dass das doch ein großer Markt ist. Gleichzeitig reden wir davon, wie groß das Problem von Kleberesten, Fettresten im Pizzakarton ist. Wie passt das zusammen? Wie können wir mehr und mehr Lebensmittel oder Papiere in Lebensmittelverpackungen bringen, ohne gleichzeitig den Altpapierstrom kaputt zu machen? Na ja, wir müssen halt eine sinnvolle Grenze setzen. Der Pizzakarton, glaube ich, stört uns solange die Pizza daraus ist weniger, also wenn da ein Fettfleck darauf ist. Es ist, glaube ich, auch nicht schlimm, wenn man Verpackungen für trockene Lebensmittel hat. Wenn wir aber dann in Fette oder vor allem feuchte Lebensmittel gehen, dann kriegen wir halt Mikrobiologie rein, weil wir die Restentleerung nicht hinbekommen. Jetzt weiß ich, du bist auch in vielen runden Tischen dabei, berätst da auch mit Einblicken aus der Praxis. Kommt das gut an? Hoffnung, dass dieser Einfluss von Lebensmittel, von Organik auf das Altpapier wie berücksichtigt wird? Wir müssen halt Lösungen anbieten. ### Recycling-Lösungen für gemischte Materialströme Also es bringt nichts zu sagen, es geht nicht, sondern wenn wir Ströme haben und wir haben heute mit dem PPK aus LVP, was leider nicht ausreichend recycelt wird, einen Strom, wo man eben auch solche Verpackungen recyceln könnte. Wir haben im letzten Jahr erreicht, dass das Bundesinstitut für Risikoabschätzung genehmigt hat, dass man in den Recyclingstrom für den indirekten Lebensmittelkontakt das hineinnimmt, was eine akademische Lösung ist. Wir sind hoffnungsvoll, dass zu Ende April eine weniger akademische Lösung kommt und dann hätten wir Technologien, um auch das zu gewährleisten. Ja, super spannend. Danke, dass du da bist und dass du uns die Einblicke hier bei Innoform in deine praktische Arbeit gibst. Vielen Dank für die Einladung und vielen Dank für die guten Gespräche hier zwischendrin. Super, die haben wir. Danke. Danke. Tschüss. Ciao. **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Papier & faserbasierte Verpackungen **Schlagwörter:** Julian Thielen, Recycling, Robin Hussmann --- ### [Stimmen für die Flexpack-Industrie von der Faachpack25](https://inno-talk.de/stimmen-fuer-die-flexpack-industrie-von-der-faachpack25/) **Published:** Oktober 17, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Wie gestalten führende Unternehmen den Wandel zu nachhaltigeren Verpackungen? In unserer neuen Interviewserie sprechen wir mit Akteuren aus der gesamten Wertschöpfungskette der **flexiblen Verpackungen** – von Materialherstellern über Folienproduzenten bis hin zu Klebstoff- und Technologieanbietern. Ob **Wipak**, **Pekufolien**, **FKUR**, **Morchem** oder **one.five** – sie alle zeigen, wie Forschung, Anwendung und Nachhaltigkeit zunehmend ineinandergreifen. Themen wie **Papierverbunde**, **biobasierte Kunststoffe**, **Rezyklateinsatz** und **maschinenfähige Barrieren** stehen dabei im Mittelpunkt. Ziel der Reihe ist es, Fachleuten aus der Verpackungsbranche authentische Einblicke in aktuelle Entwicklungsansätze und strategische Herausforderungen zu geben – faktenbasiert, praxisnah und herstellerübergreifend. Ein besonderes Highlight: Viele der Gesprächspartner werden beim **[Inno-Meeting 2026](https://inno-meeting.de/en/events/IM-02-26/)** in Osnabrück persönlich vertreten sein, um ihre Ansätze zu diskutieren und Best Practices zu teilen. Folgen ansehen: [Youtube](https://www.youtube.com/user/innoformcoaching) oder anhören [Podcast – InnoTalk](https://inno-talk.de/podcast/) **\#Flexpack #Nachhaltigkeit #InnoMeeting #Verpackungsindustrie #Innovation #InnoformCoaching** ### Verwandte Episoden - [PLIXXENT im Fokus: Polyurethan-Innovationen für nachhaltige Klebstofflösungen in der Flexpack-Industrie](https://inno-talk.de/?p=14479) - [Podcast: Digitaler Inkjet-Druck ermöglicht der Flexpack-Industrie den Anschluss an die Digitalisierung](https://inno-talk.de/podcast-digitaler-inkjet-druck-ermoeglicht-der-flexpack-industrie-den-anschluss-an-die-digitalisierung/) - [Flexpack-Branchentreff – 20. Inno-Meeting 2023](https://inno-talk.de/flexpack-branchentreff-20-inno-meeting-2023/) --- ## Transkript Faachpack 2025. Innoform ist wieder dabei. Wir machen wieder unseren Messerundgang wie im letzten Jahr. Los geht’s! **Kategorien:** Lebensmittelverpackung, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** FachPack --- ### [Inno-Talk: Datenbasiertes Design for Recycling für flexible Verpackungen](https://inno-talk.de/inno-talk-datenbasiertes-design-for-recycling-fuer-flexible-verpackungen/) **Published:** Dezember 12, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ***Diese InnoTalk-Episode – eine Initiative von Innoform Coaching – hatte Haulwen Nicholas (CEFLEX) als Sprecherin. Moderiert wurde die Session von Guido Aufdemkamp (Flexible Packaging Europe, FPE). Flexible Verpackungen sind ressourceneffizient und bieten hervorragenden Produktschutz. Gleichzeitig bleiben Sammlung, Sortierung und Recycling in großem Maßstab anspruchsvoll – insbesondere bei Strukturen mit mehreren Schichten, Druckfarben, Beschichtungen, Klebstoffen und funktionellen Barrieren. CEFLEX setzt genau hier an: Ziel ist es, die gesamte Wertschöpfungskette auf praxistaugliche, evidenzbasierte Leitlinien auszurichten, damit flexible Verpackungen im realen System zuverlässiger sortiert und mechanisch recycelt werden können.*** ## Was CEFLEX ist – und warum das relevant ist CEFLEX ist eine branchenübergreifende Initiative, die Akteure entlang der flexiblen Verpackungs-Wertschöpfungskette zusammenbringt: Rohstoff- und Additivlieferanten, Folien- und Verpackungshersteller, Markenartikler, Entsorgungs- und Sortierunternehmen, Recycler sowie weitere Stakeholder. Das gemeinsame Ziel: technische und wirtschaftliche Hürden abbauen, damit flexible Verpackungen besser in eine Kreislaufwirtschaft integriert werden können. Der zentrale Gedanke ist pragmatisch: Recyclingfähigkeit entsteht im **System**, nicht durch eine einzelne Materialentscheidung. Eine „Monomaterial“-Strategie kann scheitern, wenn eine Verpackung in der Sortierung nicht korrekt erkannt oder falsch ausgeschleust wird – oder wenn der Rezyklatoutput nicht die nötige Qualität erreicht. Daher fokussiert CEFLEX auf Designentscheidungen, die unter realen Sammel-, Sortier- und Recyclingbedingungen funktionieren. ## Die D4ACE-Guidelines: praktische Designregeln, die weiterentwickelt werden Ein zentrales Ergebnis von CEFLEX ist die Guidance **„Designing for a Circular Economy“** (häufig über die CEFLEX-Guidelines-Plattform genutzt). Sie richtet sich an Verpackungsteams und übersetzt allgemeine Recyclingprinzipien in konkrete Designentscheidungen, die Sortier- und Recyclingwahrscheinlichkeit erhöhen. Wichtig aus dem Talk: Diese Guidance ist nicht als statisches Dokument gedacht. Sortiertechnologien, Anlagenpraxis, Testmethoden und Marktanforderungen entwickeln sich weiter – daher müssen Empfehlungen regelmäßig überprüft und anhand neuer Daten angepasst werden. Das gilt besonders vor dem Hintergrund steigender regulatorischer Erwartungen und des wachsenden Bedarfs an belastbaren Nachweisen zur Recyclingfähigkeit. ## Von Konsens zu Evidenz: das Phase-2-Testprogramm Ein Schwerpunkt der Session war der Schritt von Expertenkonsens hin zu einer robusten Datenbasis. CEFLEX hat in **Phase 2** ein umfassendes Testprogramm zur **Sortierbarkeit** und **mechanischen Rezyklierbarkeit** umgesetzt, um Designempfehlungen mit unabhängigen Daten zu untermauern und die Anwendung in der Industrie zu beschleunigen. Die Zielsetzung ist klar: Vergleichbare Ergebnisse darüber schaffen, wie repräsentative flexible Verpackungsstrukturen in Sortierung und mechanischem Recycling tatsächlich performen – damit Designer, Marken und Hersteller Entscheidungen schneller und mit höherer Sicherheit treffen können. ### Warum Sortierbarkeit genauso entscheidend ist wie Rezyklierbarkeit Selbst eine gut gestaltete Struktur ist praktisch nicht recycelbar, wenn sie bereits in der Sortierung scheitert. Erkennung und korrektes Routing (z. B. über NIR-basierte Systeme) sind somit ein „Gatekeeper“ für Zirkularität. Der Talk unterstrich: Design for Recycling muss in der Realität der Sortierperformance verankert sein – nicht nur in Materialtheorie. ### Was Verpackungsteams konkret mitnehmen können Aus dem CEFLEX-Ansatz ergeben sich drei unmittelbar nutzbare Leitlinien: 1. **End-of-Life von Beginn an mitdenken** Barriere, Siegel, Druck und Optik müssen mit den erwarteten Sammel- und Sortierwegen abgestimmt werden – sonst werden Iterationen teuer und langsam. 2. **Verpackungen in „recyclingrelevante Bausteine“ zerlegen** Statt die Verpackung als Ganzes zu diskutieren: Basismaterialien, Barriereanteile, Druckfarben/Beschichtungen, Klebstoffe und funktionelle Features separat bewerten und deren Einfluss auf Sortierung und Recycling verstehen. 3. **Daten nutzen, um Unsicherheit zu reduzieren** Wo Testdaten vorliegen, können sie Annahmen ersetzen und helfen, intern (R&D, Einkauf, Marketing) und extern (Converter, Recycler, Compliance) schneller zu einer belastbaren Entscheidung zu kommen. Ziel von CEFLEX ist, diese Evidenz zugänglicher und anwendbarer zu machen. ## Ausblick: kontinuierliche Weiterentwicklung und Branchenabgleich CEFLEX ist klar auf kontinuierliche Verbesserung ausgerichtet: Guidance anhand von Testdaten aktualisieren, die wichtigsten offenen Fragen priorisieren und die Abstimmung mit weiteren Industrieaktivitäten stärken – bis hin zur Einordnung in Standardisierung und anwendungsnahe Bewertungslogiken. ## Fazit Die Episode zeigte den Weg, den die Branche zunehmend braucht: von guten Absichten hin zu **messbaren Recycling-Ergebnissen**. CEFLEX kombiniert praxisnahe Leitlinien mit groß angelegten Tests und unterstützt Verpackungsteams dabei, Designs zu entwickeln, die in realen Sammel-, Sortier- und mechanischen Recyclingsystemen eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit haben – und zugleich eine gemeinsame Sprache entlang der Wertschöpfungskette schaffen. ### Verwandte Episoden - [Inno-Talk: Data-driven Design for Recycling in Flexible Packaging](https://inno-talk.de/en/inno-talk-data-driven-design-for-recycling-in-flexible-packaging/) - [New study highlights challenges and potential in recycling flexible plastics](https://inno-talk.de/en/new-study-highlights-challenges-and-potential-in-recycling-flexible-plastics/) - [Plasmabeschichtungen für flexible Verpackungen – Gespräch mit Prof. Dr. Rainer Dahlmann](https://inno-talk.de/plasmabeschichtungen-fuer-flexible-verpackungen-gespraech-mit-prof-dr-rainer-dahlmann/) --- ## Transkript Hello everybody to the 39th Inno-Talk here on Friday afternoon. Flexible packaging, recycling progress, and outlook is our topic today. And we have only one speaker, but we have a very interesting topic. We are looking to see Flexpack and all the investigations they did so far and what they are planning for the future. Um, uh, like, uh, everywhere, every time. I just wanna start with a short introduction, and I would like to say thank you to all the supporters and sponsors of the Inno-Talk concept. And everyone on this screen is invited to join this community and help, um, to make flexible packaging knowledge available for everybody. And, uh, this is what we would like to do with this Inno-Talk initiative. Um, we have, we are going to have two new conferences next year together with Union TE in our new employee, uh, colleague in, uh, in form. And, uh, one very interesting, uh, thing, which also matched to the topic today is Inno-Fiber, fiber based packaging, functional papers for packaging applications. We start on April the 15th, and we are still looking for some speakers. So if you want to talk about fiber based packaging, especially flexible packaging and functional papers, you are, uh, invited to, uh, give a presentation at this, uh, meeting in April in Germany. And the other new thing is Inno-Circle, which is, uh, eco-friendly flex packs from design to recycle packaging in July in Burg, together with the South German plastic Center, SKZ. And, uh, also this is, um, moderated by Yuan. And, uh, we are, uh, a bit excited what this new concept will, uh, will bring to us, um, the next Inno-Talk in February. Digitization is a key to PPWR compliance, AI, and standards. And this is really a very surprising topic because, uh, we have some experts, uh, two experts there who tell you or show you how AI can help you to, um, match or meet all the requirements from PPWR, which also is what we are talking about today as well. And, uh, now you see the platform of Inno-Talk, which is a bit different to other, um, platforms for online meetings in the center, you have the video stream, and underneath you have the interactive menus. So you have the showrooms from the supporters, you with, uh, additional information to this topic. Then you have the participants list. And on the right corner you see, uh, the bottom my events at the top of the screen. And if you click on my events, you switch over to the event to go. Don’t do it now, do it later after the event. Then you see the whole participants list. What you see here is only the, the list of the live, uh, people looking to the video stream. But if you want to see the 300 and a bit PE participants, you can click on my events and then to the Inno-Talk. And of course, you see the agenda. And in the agenda there is a download link to the, um, presentation from we, uh, uh, uh, uh, enjoy in a few seconds. This is the agenda. Uh, G\*\*\*o from Flexpack use will guide you through the, uh, program today. And, uh, I go quick through the, my first question, uh, with Slido to test the technique, do you use recycled, uh, Rezyklat for flexible packaging? Do you use Rezyklat for flexible packaging? That’s, uh, a very interesting question. A friend of mine told me, because he thinks all, um, food packaging is all, uh, is already recycled. He’s not out of our business. But it isn’t. But are you using Rezyklat for flexible packaging? Only one vote. This is not so much. We have, uh, around 100 live participants, but we keep, must keep in mind that our Inno-Talk session is 15, 20 seconds beforehand the live stream. So 24, 50, 50, more or less, 28 votes so far. Oh, that’s surprising. More or less, half of all the participants voted so far, say, yeah, we are using a bit less, 40%, 33 votes, ah, some more please. 36. If you don’t see the, uh, vote on the right hand side next to your screen, then you have to scroll down and, uh, click the button interaction. ### Abstimmung per QR-Code und Slido Or you can also vote with a phone. If you make a photo of the QR code, then you belong directly to the Slido community and can vote as well. So 40 votes, that’s the indication that really people are watching live. So more or less, one third says yes, and two thirds say, no, we are not using Rezyklat anymore, but in 2030 we have to use Rezyklat for flexible packaging. So let’s go into the topic for today. And I would like to hand over to G\*\*\*o Amp. Yeah, thank you very much, Karsten. Um, and it’s a great honor to, uh, moderate again, the, the last Inno-Talk Europe for this year or generally the last Inno-Talk for 2025, and then the 26th, uh, year will start with a celebration of the 40th, uh, Inno-Talk. Um, completely that’s kind of a celebration anniversary. Um, I am, uh, a bit surprised that already one third of the participants are using Rezyklate, um, as I always hear about the difficulties using Rezyklate. But, uh, no, it’s a great comfort seeing that many people are already using. Um, so it’s now my pleasure to introduce the sole speaker of today. That show whether it’s premier, but it’s very rare that we only have one with us. Uh, but nevertheless, it’s even more important. And, uh, I’m happy to have you here. Uh, Holland. Nicholas, um, may introduce Holland, uh, to you. She is in her current role, mainly, uh, the workstream consultant for C Lex. But she has a vast, uh, and long history and experience in, um, packaging. She holds a degree in environmental biology, a diploma in packaging technology, and is working since, if I may, decades already in packaging, uh, sustainability. Um, so Holland, you were ahead of the time, so I, I must almost say, uh, and when, when I look at your CV, you were also involved in WRAP, the, uh, Waste and Resource Action Programme in the UK, um, which was a bit leading at this certain point then, um, yeah, pausing a little bit. And now you have the, or the UK at least have the great challenge to introduce a kind of EPR scheme in the next few years. Uh, changing consumer’s life entirely, I would say, uh, at least regarding packaging collection and recycling. Um, at Flexpack Holland is leading the testing program to update the, uh, design for circular economy guidelines. And she will explain that in much more detail and how complicated and complex that area is. Um, I have the great honor to present today Holland from Flexpack, as was my former colleague and, uh, others, uh, and me involved who basically initiated Flexpack, uh, 10 years ago or we a bit more than 10 years ago. And I remembered very well when, uh, I was, uh, with Graham holder, um, in a sub-basement office. And when we kept talking about this necessity to have this value chain initiative, um, then we actually made it happen. But no one of us has ever believed the enormous size Flexpack would become and how important and essential for the entire flexible packaging Lex has become, at least for the experts and the non-experts still have to realize it because without Flexpack, we will get nowhere. Um, so it’s not my pleasure Holland, uh, to give the floor to you and, uh, guide us through all the work or the, the, the detailed work for the guidelines, uh, Flexpack has done so far. Thank you very much. That’s great. Thanks. So good afternoon everybody and thanks to you, thank you very much for that, uh, introduction. Um, I think a lot of people who are joining the call today are familiar with Flexpack, but I am just going to give a bit of an introduction about who Lex is and what we represent. Um, but I’m looking forward to be able to talk through with you about our designing for a circular economy design guidance, talk about, um, what steps we’re taking, about our latest updates and where we think we need to be going in the future as well. ### Wertschöpfungskette flexible Verpackungen When we think about, um, the packaging, flexible packaging value chain, we have to remember that there are lots and lots of parts to the value chain. And this is where Flexpack pulls that value chain together, ensuring that we are looking at each of the single stages and we’re involving stakeholders who represent each of the stages of the value chain. This includes people like material producers, those who produce the resins and the raw materials that go into making the films. We then have film producers and converters and brand owners and retailers, and then also we have some waste collectors and recyclers. And that really helps to form that whole flexible packaging ecosystem. And currently we have over 180 stakeholders to help us and guide us about what is happening in the value chain to ensure that we’re collaborating through each stage our vision and our mission. Circular has always been about the collection of all flexible packaging. So although today I will focus on PP and PO, uh, flexible packaging, we do also look at paper-based flexibles and also aluminum-based flexibles as well, which is something that we’ll be doing more of next year. But our aim is really that over 80% of materials entering a recycling process should be returned to the economy. And what we’re seeing is that the PPWR is highly aligned to our mission, circular, that we established back in 2017. Now, we do know that we have a critical window to act now that we’ve got the PPWR, uh, coming through. We’ve got from now to the end of 2025. We probably should send that to soon 2026 to really look at why design matters and how we can use that to implement a circular economy for flexible packaging. We need to look at the business case and the fact that it lowers the cost of recycling materials and we can get higher yields as well. It gives better access to those markets. We really need to look at the quality as well. We want to improve the quality of that recycled material. And we also want to look at, you know, what is circularity as a whole? How can we ensure that it gives compliance and improves recycling rates right across, um, all areas of flexible packaging? It’s such a clear area, and design is so important that we get that right at the start. So if we don’t get that right, then we compromise everything else that follows. So we do have that critical window, and we already know that the PPWR has been published and entered into force, and we know that the send design guidance, uh, for recyclability standards are being established and are going to be published probably in Q1 of 2026. There’s PPWR delegated acts coming through in 2027 and 2028, and we know that by 2030, all packaging needs to be recyclable by design. And only packaging with recyclability grades of A to C are gonna be allowed on the market. So it’s really important that we’re focusing on design at very, very early stage. EPR fees are gonna be linked to recyclability grades, and we know that mandatory recycled content is coming for the plastic part of the packaging, and that’s 55% of plastic packaging. Recycle rate is gonna be something quite a tough challenge for flexibles. So it’s really interesting to see that some of you are already embracing those challenges that are coming ahead. So we’ve got further than 2030. There’s other things that we need to be considering. There’s plastic-flexible packaging recycling at scale, and we also need, we’ll be looking at only grades, higher grades of A and B will be allowed on the market. So there’s a big, uh, path that all of us to follow. There’s got to be lots of innovation. There’s got to be lots of thoughts about how do we reach each of these legislative milestones and things like design guidance. ### Recyclingqualität und Sortieroptimierung These can help us to think beyond some of the initial targets so that we’re preparing for the future. I just get my slides not to moving forward. There we go. So we now really to think about that design beyond 2030. What new practices are you going to need to put into your businesses? What are you going to need to do to stay ahead of the curve? When we think about the, um, EU legislation that’s coming through, we need to drive progress really to drive it more quickly, to get to the circular economy. And as I’ve mentioned about improving the recycled quality, but also the consistency. We also need to look at sorting yields. How do we improve that? How do we increase the sorting yields across those existing infrastructures? How do we improve the use of the existing equipment, but also think about new technologies going forward? But what can we do also to support the use of recycled materials in more demanding applications, such as food grade applications, where we know that is particularly a problem. And we also may need to make those decisions faster. We need to be clear on the decision making process. We need to know and have the education right through the value chain on how we procure the right materials, how we ensure compliance and how we integrate design as a standard way of, of complying with legislation in the future. So designing for a circular economy is really something that is a big focus for everybody now. And we need to look at the, uh, it being used as roadmap for legislation so that we can make sure the packaging is designed ready before that legislation comes in. And when we look at the DfCE designing, uh, for a circular economy, D4CE guidelines, they’re very much a detailed and practical guide to help you to meet those challenges, not only today, but in the future. It gives us a foundation for making flexible packaging circular so that we can achieve those legislative targets. And when you think about flexible packaging, we are thinking about the core design requirements as well. We know that we need to be thinking of end of life design, and there’s still a lot of focus. And we need to ensure that we, it’s designed for collection, for suitability, for technical recyclability, and we need to be thinking about the long-term future, about recycled content and how it can be used in different applications. But we have to remember that that packaging there is there for a reason, is to provide protection. It’s to—to preserve the products. It’s to provide functionality and good usage and ease of use. And with our populations getting older, that’s also important as well. But we need to ensure that we’ve also got the legal information and the marketing information and the use information we can sometimes within the design process, forget that the packaging is there for a purpose as well. So it’s very important that we design it right for the product, and we also design it right for end of life. So now let’s think about our designing for a circular economy, D4ACE design guidance. Now this has been designed based on the European, um, systems and what we have as best practice across Europe, but it has been downloaded and consulted by over 20,000 individuals already since it was released in, uh, 2020. And that’s packaging designers, researchers, technologists, and it’s coming from international companies and organizations. Some of them are using them as the guidelines themselves. Some of them are actually helping them to develop their own processes internally. And we know that the users are, this is very strong base in Europe, but we do know that there’s a lot in Asia Pacific and in the Americas as well. So it is actually being used globally. ### Zukunftsgerichtete Design-Richtlinien And we do know that in other areas that they are used to design guidance to develop their own guidance as well. But our also helps to, uh, implement and consider what the EPR schemes needs. We know that it’s, IM, it’s also influencing what is happening in the European Committee for Standardization. And a lot of the evidence then that we’ve had in phase two testing program has been shared with ASEN. So it can help develop new guidance. So these guidelines are very important for everybody within the value chain. And what we really, really want to focus on is being that future ready. We need to be considering how we’re all going to meet those recyclability performance scores that are going to be enforced legally. And that’s coming from 2030. 2030 is not far away. You know, we’re just about 2026. We all know how long it takes to do development. So we have got a ramp up and really start getting future ready. As we’ve already mentioned about improving high quality recycle. It’s something that we repeat and trying to get that message across, but also it’s essential for us to be able to hit those recycle content targets. But also we need to avoid costly redesigns. Um, sometimes you, you were saying, well, I just, I don’t wanna redesign multiple times. I want to be looking ahead and just redesigning once. Um, and we don’t wanna rush the compliance efforts. So this is where, you know, looking at design guidance can help think beyond 2030. So when you’re thinking about how do you de uh, design this new packaging, it’s not just about the film, it’s about the machinery that you’re actually making the film with. It’s about the packing lines that you’re running, those packaging flexible materials on. There are so many other areas that are impacted and we know that there’s CapEx and everything that needs to come in with that when you’re doing some of these design changes. And of course, all of this is gonna support the EPR schemes and it’s applying that EQ modulation, uh, based on actual design outcomes, very much focused on actual design going forward, not just theoretical claims. So we really need to look at how going forward, designing for recycling criteria and standards align with the EU regulations. So phase two was a major update, and it’s something, it’s a project that IPM particularly leading to look at helping us to get test data to actually design, uh, packaging and ensure that we’ve got the data to back up those packaging designs and update the design guidance. So this has been a project that’s been going on for some time, um, and it’s been going on for a few years. And it’s very much about producing robust independent data so that we can actually strengthen flexible packaging design guidance. When we started this project, we were looking to identify any knowledge and data gaps. We also needed to work very much across the whole value chain with all of our stakeholders to give advice and materials and support. But also what’s very, very important is that we worked with leading universities and laboratories so that we could review the methodologies that we were, uh, being used to test, but also review the data so that we could then update the design guidance. And we’re very, very grateful that we actually managed to get a quite substantial amount of external funding from the UK Research and Innovation Fund, which allowed us to do the volume of testing that we were able to do. And we’ve worked with Queen’s University Belfast, Massey University and GMT, as well as, uh, Pro Plast, uh, Cyclo, HTP Impact Solutions and NTCP and APL to actually deliver this program across both mechanical recyclability testing and also sorting testing. ### 600+ Samples für Datenanalyse So this gives you a bit of an idea of the amount of data points and the amount of work that’s gone into this particular project. So it’s been two years of continuous collaboration. And of course there was also the work before that, which was preparing for all of this work. Um, having led this project, I can say I spent a lot of time in a lot of meetings, which was very important to talk to the stakeholders to engage with them. And we’re very grateful for the amount of samples, which you can see. We had over 600 samples provided from our, the CEX stakeholders and some non-CEX stakeholders to allow us to do the testing. When you look at those samples, we had lots of samples for sorting testing, but we also then had samples for mechanical recyclability testing. And when we’re testing each material, we’re also testing it at different weight percentages. ‚Cause one of the key things is what is that critical weight percentage that we need to determine for each of those materials and elements that we find in typical flexible packaging? And we had 15 subgroups and, um, we had 15 key advisors who supported us in those subgroups. Um, over 150 subject matter experts. We found that a lot of our stakeholders brought in their technical experts into these meetings. And, um, we ended up processing almost 2000 data points. There was a lot of data to go through, um, which, uh, myself and some of the universities and some of my colleagues were going through with our stakeholders. So it’s been a big piece of work, a great collaborative effort as well, which has allowed us to do a nice robust, uh, update to the guidance. When we look at the testing that we’ve conducted in phase two, we’ve actually collected more data and more insights than we realized. And what we’ve done is we wanted to make sure that our testing and insights are actually transparent to all and could benefit all. It’s part of the way of CFL remit that we would always make everything open for people to see, but it was also part of our funding from Innovate UK that everything should be made public. So we did a big piece of work on NIR classification and how NIR systems identify and sort flexible packaging materials. And there’s a report on this available for download on the CFL website. We also did some eddy current and metal detection work, particularly about aluminium foil, metalized layers, metallic inks to understand what’s detected and sorted in those particular sorting equipment. And again, we have a report available on that as well. We also did a huge amount of work on size and shape, and I’m grateful to stakeholders who sent pallets of actual products so that we could put it through, um, a sorting plant so that we could understand how packaging formats influence, um, and can be captured and recovered in sorting plants. And again, there’s another report available there. And then the mechanical recyclability, um, we had two stages. We had a prescreening stage to try and reduce the amount of full testing we do. Many of you all know testing is very expensive, but we, once we had, we produced lots and lots of data, but because we were doing, uh, all of our testing at the same time, we also produced lots of insight into the methodology into how control materials work. ### Datensheets und CFL-Ressourcen Um, so we’ve actually got some lots of information about data sheets that are available to download off the internet, um, of the CFL website, but we’ve also got some insights that we’re sharing, which we’ve shared with SCAN, and that we’ve also got reports that we can share with people if they’re interested. So that data and all of this data that we’ve got has been really, really important in underpinning the guidelines and are doing the update. So when you go onto the CFL website, you will actually find that we have, as I’ve mentioned, different um, areas. So we’ve got the guidelines which provide the technical insights and give some summary tables and those all important thresholds so you can understand how much of material or element that you can put into flexible packaging. As I mentioned, we’ve also got some of the testing data and we’re gonna be continuing to conduct testing and we’re starting at our phase three program now. And one of the really important things for us is that community of CLET stakeholders, we have subgroups on all the different areas so that we can make sure that we’ve got the industry experts from the whole of the value chain so that when we’re reviewing the data, choosing the samples that we’re doing, what’s representative of the industry, all of this is available on our open access content on guidelines, CPLEX.eu. We also have the CPLEX tool, and I’ll come onto that in a bit more detail, but this is a tool where you can actually put in your own designs and see if they’re compatible with the CFL D4A guidelines. So when we think about D4A, it’s about, it’s a real living resource. We want it to be openly available and regularly updated. Hence the reason we’re starting our phase three. And, uh, we’re looking at ways that we can fund that. We’re not gonna have as much funding as we had before, um, but we’re looking at how we could fund that, what needs testing, what’s the priorities going to be, and also linking with what, um, information is missing as well from other areas such as SCAN, so that we can provide data into that we’re reviewing our methodologies and with the laboratories and also aligning that with the same process as well. We also need to, as I said, talk about the future phases of testing and that’s also we’re talking about, you know, how do we, um, align with other design guidance out there regarding, um, paper and aluminum to ensure that that’s including flexible materials as well. We know there’s a lot of paper flexibles out there and we also know that there’s aluminum flexibles as well. So if you are interested in what Cplex is doing, um, there’s further information in these slides and you can contact us about joining, um, becoming part of this dedicated design community, um, and being able to influence what are the testing we do next. So what actions can you take? So this is before we go into a lot more of the detail of what we actually did in, um, phase two, I want you to consider what actions you can take. So what we’d like you to do is, if you haven’t already done so, is go to the guidelines website and download the design guidance and the resources, but review your packaging portfolio and identify is there any gaps in it, is there anywhere that it’s perhaps not designed best for recyclability at this stage? What can you do to redesign to meet the D4S criteria? We’ll focus on, of course, the mono PP a sign guidance thesis about mono PP. And we also talk about PO um, flexibles. ### End-of-Life Optimierung Verpackungen Um, but we do, as I mentioned, be talking about others as well. What can you do to optimize end of life outcomes for not only the mechanical recyclability, but for sorting? And again, it’s look at how you can collaborate within your own internal, uh, value chain. You know, how can you work up the chain and down the chain so that you’re working together to come up with solutions. So now, uh, we want to talk about, um, put out a question to you. Um, so this will be on the Inno-Talk form as well. Um, so you’ll be able to vote on this and want to ask, what is the biggest challenge you face when transitioning your packaging to be designed for recyclability? You know, um, so we’ve got, uh, four options there. Is it a lack of internal knowledge or resources? Is it conflicting performance and functional requirements? It can be quite hard sometimes to determine, you know, how to get your functionality but still be recycled, designed for recyclability. Is it a lack of internal knowledge or resources? Um, and is it, um, perhaps about uncertainty about future legislation and recyclability criteria? It’d be great if, uh, you know, as many of you as possible could come and vote and, uh, just, um, just see what, um, you are thinking when you look at and when you are considering design guidance. And I can see that we’ve had about, I think about 15 or 17 people have voted so far. So we’ll get some really interesting results there. Um, it’s currently of course, as we’re sort of seen to be going between conflict and performance, supply chain constraints and, and cost implications, um, which are understandable. So yeah, the more that of you that can vote, it’d be great. And it’s some really great insights for, for CFL, but also I think probably great insights for everybody to see where some of the, um, issues are from a designing, redesigning, flexible packaging. And we’ve got 32 people have voted, so if anybody else would like to vote as well. So yes, we’ve got 35 anymore, anymore for anymore votes. We’ve got up to, yeah, we’ve got a few more people voting at the moment. So yeah, it does look like, yeah, conflicting performance functional requirements is certainly coming out as the lead, um, which is very understandable. I think a lot of mono materials have already been changed on the simpler, uh, mati products, but we’ve, we’ve got more complex products that need barrier requirements, you know, gas moisture, et cetera. It can be a bit more difficult to make those changes and also ensuring that they’ll work on the machines. Also cost implication, supply chain, you know, it’s quite closer. We’ve got over 44 now that have, um, voted so yeah, that’s looking good. Is anybody else going to add into the vote? See what we come out as a final outcome? Okay, so yeah, so it does look like, um, conflicting performance and functional requirements is coming as the, is the key issue for all of you. And yeah, as I said, that’s very understandable. Um, and then we also have of course cost implications or supply chain constraints. Um, and I think having the availability of the right materials in the value chain is really important as well. And, you know, ensuring that you’ve got them for your products, I think sharing knowledge across the whole value chain is going to be very important going forward. We do know that also it’s, it’s not easy. You can’t just change your film on a line. You may need to change your ceiling heads and all of this sort of stuff as well. So it is a very complex area, but thank you very much, um, um, for actually, you know, answering those questions. It’s really good insights and um, what we’ll do now is just move on to the, some more of the slides. So now let’s get into the guidance in a bit more detail. So just to give you a bit of, uh, update on what has the scope and the purpose originally of the design guidance, it is always been focused on household flexible packaging with a focus on polyolefin-based structures. ### Design Guidance PE, PP, PO So this design guidance is very much focused on PE, PP and OPP and we’re currently in discussions regarding, um, paper. You know, there’s the ForeverGreen guidance out there. So we think there’s a lot of aspects of that that cover flexibles as well. So we we’re just reviewing that with our stakeholders and we’re also conscious about flexibles that can contain aluminum as well. So that’s something that we are looking at as well. Now the purpose of the design guidance has always been about how we can give, um, best practice expertise to actually, um, verify, um, the sort ability and mechanical recyclability of PE, PP and OPP based flexible packaging structures and ensuring that we’ve got the data to back up the phase one of the design guidance that we originally developed. It’s also about how do we build an understanding of the end of life processes? What can we we do to optimize circularity and also sorting and recycling. And I think in the phase two testing program, we learned a lot more than just the data for updating design guidance. And we’ve taken some of that, for example, on sorting to say, okay, we’ve got these learnings on NIR, how can we then take that into sourcing plants to see if we can actually use the existing equipment to be able to sort more efficiently? So for any of you who’s familiar with the CEFLEX, phase one was very much focused on supporting the European commercial practices and given a broad consensus and expertise from CEFLEX stakeholders to develop a design guidance, which was based on expertise. The phase two was very much about getting that data to back up that, um, expertise, um, but also to plug some of those knowledge gaps. So, and it’s been very, very important that this data could be made public. It is independent, robust and credible. Um, very, very important for us so that we could share that data and be open and transparent with how we’re updating the design guidance. Now there’s various elements of flexible packaging structures that we’ve considered everything from the adhesives and, um, additives and fillers, inks and varnishes. There’s so many aspects that we actually cover in the design guidance. We haven’t tested everything, um, but we have tested certain parts, but things like size and shape, additional features like labels and spouts, but also then the materials themselves as I’ve mentioned, paper and plastics and aluminum, but also barrier coatings and layers. And when you look at our guidance, we have, um, a system which basically red is not compatible, yellow is limited compatibility and green is compatible. We also give detailed examples. Um, so we’ve got some detailed examples within the design guides just to show how some of this will work. And I won’t go into these in detail here ‚cause I’m conscious of time, but it just shows how we will, you know, can determine where they’ll fit in the traffic light system. But there’s different examples within the design guidance as well. The design guidance is also about being educational and informative. So we give insights into NIR processes and how each material behaves. Um, and we do encourage everyone to read through all of this so that they’re very familiar with the whole end of life process for flexible packaging. And as mentioned, we have all of the resources, um, available on the guidelines website, technical report, summary tables, and the executive summary as well. The other important thing is that we also have a design check tool and, uh, this is an open access tool where you can actually just go and do your own assessment and put in your own packaging structures. ### Kostenloses RECIT-Tool und PDF It’s free for anybody to use. It’s, uh, based on the RECIT tool. They run this for us. And, um, you can go on the design check C Flex EU, um, webpage and you can put in your current structures and it will tell you how they fit against the current design guidance as well. And this just gives a little bit more, uh, detail on the RECITAL tool. It shows how it’s a very interactive tool and it’ll give you some key outcomes about whether it’s compatible, limited compatibility, et cetera. Again, feel free to go onto the website, um, but it does give you a PDF report at the end, which will tell you if your materials are compatible or not. So now let’s look at the testing that we’ve done and how that’s, um, updated everything. So with the testing that we’ve conducted, we’ve actually been able to give updates and refine the material compatibility thresholds for barrier layers and coatings, adhesive inks, metallization and tie layers when the way they interact with EVOH and PA. We’ve updated the evidence on PET, EVOH, PVC and PA as well. Um, and again, some of this is the design guidance hasn’t changed, but, um, instead of being based only on expert opinion, it’s now based on test data, but in some areas we’ve actually, um, changed some of the thresholds as well. We’ve integrated sortability criteria for NIR and eTCU and metal detection and also given clarity on some of those threshold limits weight percentages of the different adhesives and different materials, um, in those different packaging formats. In the sortability area, we’ve given updates on near infrared and econ metal detection, but particularly on near infrared, there’s been quite a lot around print and inks and that’s probably the biggest area that we’ve given an update, but also metallized materials as well. So I do encourage you to look up the reports so that you can get an idea of how inks and how ink coverage, particularly around carbon black, et cetera, can um, impact the recyclability of your products. And our preference is still very much focused on flexible mono PE and mono PP or flexible mixed PO with mixed plastics. Um, uh, further down the preference list. Um, but we are recognizing that some materials have got higher weight percentages than the WIC percentage we have for modern materials. And we’re currently looking at putting together a bit of a statement from CFL on how we manage those particular materials. So then we’ll just quickly go through the key updates for each of the particular materials, and again, conscious of time. So I won’t go into a great amount of detail, but I will just touch on each of the key topics. So on PE we did testing on copolymers, focused on EVA and on zinc and sodium EMAA ion. And that has meant allowed us to put a lot more detail into the design guidance. We haven’t done any testing on PPE copolymers. Um, so there’s no change to the guidance there. PET was really very much just validating the design guidance we already had. So it still remains as incompatible with PP and PO mechanical recycling. It’s now passed based on testing rather than expert opinion polyamide. I’ll spend a little bit more time on this because this is more complex area. We have different types of, uh, polyamide and we’ve got a couple of slides on this. Um, but also we have to think about polyamide in the different formats. So we’ve tested co-extruded polyamide six and, but we need to also think about it in relationship to the amount of the tie layer that is actually, uh, used on that material as well. So we’ve come up with new design guidance for PA six in PE, but also specifically stating the tie layer percentage. We’ve also got to think about PA six layers, which are laminated with adhesives. ### Polyurethan-Klebstoff Testverfahren And our focus has been in this testing on aromatic polyurethane laminating adhesive. So that is how the design guidance has been updated. And we’ll come onto adhesives in a moment. And then from a PP point of view, we’ve tested co-extruded PA six with a PP, um, maleic anhydride high layer, and again, updated the design guidance. It should be noticed that PA six layers laminated to PP with different laminated adhesives. The testing hasn’t been completed yet. Um, so uh, that’s something that we recommend testing on an individual basis, something that has been identified for future testing. We’ve also looked at PA 6.6 and again, but PA 6.6 focuses on co-extrusion. So again, we’re focusing on the amount of PA 6.6 was in the layer and also on the amount of tie layer and the tie layer that’s been used. So we’ve given updates on the weight percentages in the compatible limited compatibility areas for PA 6.6, but we’ve also given an update on limited compatibility in PP. We recognize there’s some more testing that we want to do in some of these areas as well. So that’s something we’re talking about with stakeholders, um, to refine some of that detail. But in the past we just said five weight percent for PA, we now have much higher, uh, levels that we’ve identified as well. EVOH, uh, similar to um, nylon, we have had to, we’ve, um, considered the impact of the tie layer. And the reason we, we have had a bit focus on tie layer, we’re conscious that the tie layer can act in some ways like a compatibilizer for some of these materials. So it’s very important that we know the weight percentage of PI top play TY layer, uh, to co extruded, um, EVOH layers and co extruded polyamide layers. Um, so we’ve done some testing on, uh, E-V-O-H-E-M-P and in PP. So we have new limits stated. We do want to do some more investigations into the weight percentages of TY layers. Um, we, what we’ve stated in our design guidance is what we tested based on the samples that we were provided. And we want to look at different weight percentages of TY layers with different ratios of EVOH and we want to do the same in polyamide as well. We do also want to do some, uh, testing on E-V-O-E-V-O-H solution coating. So at the moment they are remaining, uh, based on expert opinion of up to five 8% metallization. We’re able to do a lot of work on metallization as, so I do encourage any of you that are working with metallized films to read this area in some detail because we were able to look about, um, the different things that affected how metallized packaging was actually identified in sorting plants. And this includes like the, whether the layer of both the metallization opaque, whether it’s fully printed with opaque inks, what area percentage of the that needs to be covered so that you can reliably detect by NIR classification sorting. And this has allowed us to update the design guidance both compatible limited and non-compatible for metallized. ### Sortiereignung metallisierter Folien So the very much focus, um, in most of these areas on what is suitable from a sorting perspective, and this is probably the one material that we’ve got more information on sorting, we do know from mechanical recyclability testing that on PE or PP film. Um, and also for PO that includes metallized layer that is compatible, PP and PO mechanical recycling. We bear in mind that we are focused on the household, um, recycling stream, which is the equivalent to a colored recycling stream. So we do know that metallized affects the color, um, but because it’s in that colored stream, that’s why we have that focus. PVDC, um, again, is not compatible with PP and PPO mechanical recycling that’s now based, based on test data rather than expert opinion. And at the moment, uh, we haven’t got an update on the barrier coatings and other barrier layers such as AOx, IOx, PVOH and acrylic. But what we have done is we’ve separated this out in the table in preparation for the future. Um, we’ve already started some of the initial prescreening work, um, but now each of those have got a separate line instead of being bundled on one line. So at the moment, these are all up to five weight percent. Um, but we all know that EVOH and PVDC would never be at those sort of levels. And what we want to do is do more testing on this in the future. We don’t know that laminating and label adhesives are another area of focus. We’ve only tested aromatic polyurethane laminating adhesives, and we’ve updated the design guidance on this. Um, we all of laminating adhesives is still based on expert opinion and we do need to do some further work on label adhesives. So that’s still based on expert opinion as well. Inks, as you can imagine, was a very big area. There’s lots of different ink binder systems, but also lots to learn about ink coverage, about the impact of inks containing carbon black and metallic inks. Um, so we’ve actually got an update which is more focused on the area coverage, which we cover in this particular slide. Um, and that covers carbon black and metallic inks. But when we go onto the next slide, we do talk about each of the different ink binder systems. So we focused on nitrocellulose inks, uh, polyurethane and polyvinyl butyrate inks, water-based acrylic and digital electrophotography inks. And those are all areas that we’ve tested on PE. We need to do some further testing on digital inkjet inks on PE and we’ve also been identified that we need to look at polyamide ink binder systems as well. You’ll notice that the NC inks, um, has a slight as as only at north 0.8% NC binder. And this is a specific request within our stakeholders that we focus on the weight percentage of the binder of NC in the ink rather than the total ink. Whereas everything else is actually focused on total ink. And this is because the amount of binder of NC is more critical than in some other ink systems within the PP mechanical recyclability. We have done some testing on NC and we’ve done some testing on the other inks. Some of the, we are waiting for some data and need to do some additional testing. Um, but we have updated design guidance accordingly. Again, big area to cover, you could almost do a work, uh, a webinar on this just on its own. And then we have updated in limited compatibility and non-compatibility, which are the areas. Um, so one area, for example, is we’ve been much more specific about PVC copolymers and TPE polymers are being not compatible with PE and PP and P mechanical cycling and also adding other chlorinated binders. This is based on expert opinion from the industry. So that was a bit of a whistle-stop tour, but um, it gives you a bit of an update and an idea of the updates we put into the design guidance. ### Design-for-Recycling Richtlinien Feedback I do recommend that you read through them. If you’ve got any questions and feedback, do feel free to contact guidelines@cfl.eu. We have the testing data, the tools and the guidelines all on our, uh, website that you can download them today if you would like to. Um, so that’s everything from me today. I’m conscious there’s probably quite a lot of information there. Um, it’s a topic going for quite a long time. Um, but if you do want anything further, do let us know. Thank you very much. Uh, Holland, that is, uh, very complex, uh, things to present in, uh, less than half an hour. Um, I think it showed, first of all, um, flexible packaging is not a very homogeneous packaging format or, or structure in itself. So you really have to divide this complexity into the relevant workable pieces. And I think that’s what you are doing at C and how you presented it. Um, otherwise, uh, you get just, um, yeah, smashed by the complexity and, uh, you lose yourself. Now. Thank you very much, um, for these details. Um, we got a couple of questions, um, in, uh, at slide and current, the audience and what I can see more than 110 people are actively, you know, uh, listening and, and watching, um, to, you know, whenever you have a question, put them into the Slido tool, um, and or vote those questions up because we will be going, uh, through the questions more by popularity. Mm-hmm. So the first question, Holland, is, uh, how much worse for recycling practice is a mono polyolefin specification compared to a mono material, uh, PE or PP? Okay, thanks. Uh, that question. So I think we have to look at the recycling infrastructure across Europe. The majority of the recycling infrastructure across Europe is actually designed for mono PE and we have some, uh, limited availability out there for mono PP, um, structure. And that’s building, we’re seeing more mono PP there and we do have some limited, um, uh, recycling infrastructure out there for mono PO. So the view is that all three of them should be separate recycling streams that, um, those materials can go into and then all of them would be of a high value material. At the moment, the focus of course is on PE because that is where the most focus has been from an industry perspective. But I think going forward we will see discussions around PP and PO. I do know that PO has been a hot, uh, topic discussion in some of the groups such as the PPWR and then about whether that is a material that we should want in the future or if we shouldn’t want. Um, so I think that’s gonna be something that is, um, we need to see what legislation comes through on PO materials going forward and how that drives whether that’s going to be an important material or a material that is seen as not so important going forward. Uh, G\*\*\*o, what’s your thoughts on that as well? Um, I, I would always answer the, uh, it depends all on the sorting infrastructure. And I think bit, bit, uh, bit like you, I think that is, um, the key, um, provided that there is decent collection happening by the consumers and the municipalities, but the sorting is really the key. And, um, yeah, in theory you could sort everything. Um, but in reality we also have to look at the economics of sorting centers and the different infrastructures of sorting centers. Um, I recently learned that, uh, just in Italy there are more than 500 sorting centers. While in Germany there are only 40 to 50. Um, obviously the bigger the more technology there is in and um, the better you can sort. Um, so that is kind of the infrastructure we have in hand now and we have to kind of work with it. ### Laminatfolien PE/PP Recycelbarkeit And therefore, I guess that many design for recycling guidelines are more restrictive, not because of the recyclability as by recycling itself, but rather be mainly because the sorting infrastructure is not fit, um, to produce enough homogeneous, uh, fractions for the respective recycling technologies. Um, but I should have warned the audience, if you ask a packaging, um, design for recycling expert who might sound like a lawyer, usually starts with it depends. Yeah. Uh, nevertheless. Um, next question is, uh, can we expect that laminated films combining PP and PE will be considered recyclable according to the future? Designed for, uh, designed for recycling criteria within the PPWR or not? That is similar but, uh, different? Yes. Yes. Similar, but, uh, different. I think one of the key things there is we’ve got to consider the adhesives and what adhesives are actually being used there as well. So that makes it a little bit more complex. It’s no, not straightforward. Um, so we do know that, um, when we’ve tested polyurethane laminating adhesives that those are compatible with PP and PE mechanical recycling. Um, but um, we’ve only tested PP to PP and PE to PE and we’ve at the moment making some assumptions that it would be suitable for PP, uh, with PE so, and PE structures. Um, so those thresholds for the adhesives are going to be very important when it comes to, uh, PP and PE being considered recyclable according to the future DfR criteria in PPWR. I know that again, that’s an area that’s, I’ve been under discussion. The preference I know has been for PE and PP mono materials. I do know that there has been quite a debate around PO. Um, so that, um, if I remember correctly, and Gido, you might have to correct me on this if I’ve got it wrong, um, is that PO is currently not preferred, but we do know that there is a lot of people putting the case forward that PO, um, is, uh, a good material. So I think it’s gonna be a watch this space for now. Yeah, can definitely confirm there. It is not easy to recycle, let’s call it like this. Uh, but mainly because, uh, as I said, um, recycling streams, uh, are desired to be a bit more simple than the flexible packaging material structure is. Um, but we should never forget that all those material structures were developed for a reason. As you rightly said before, the packaging still has a purpose and the purpose is not in the first place recycling — that is more a necessity, but not the original purpose. Um, because packaging has to deliver something else. Of course. Um, I was about to ask you, Holland, how important do you think is the de-inking or de-inking step, um, before the last, uh, you know, recycling or the actual recycling step? I think it’ll depend on which mechanical recycling stream it’s going into. If it’s going into, um, something at the more industrial streams where it’s clear materials, then of course the ink’s going to be more important. Um, but in the household stream it is lesser importance because, uh, you’ve got those, um, it’s not so important about the color. However, I do think, um, there is gonna be a lot more focus on de-inking. I think what’s really come out from doing all of the testing is that everybody’s really starting to think about the chemistries of the ink binder systems that we use. And it’s not just from a recyclability point of view. Um, it’s about, you know, what happens to those chemicals when they break down in the extrusion processes and what will happen to them, you know, when they’re going through multiple loops of the recycling stress system. So I think that’s where the de-inking systems are going to be really important coming forward. ### Drucktinte und Polyolefin-Sicherheit And I also think that as an industry, we’ll probably start seeing some changes in what are the more prevalent ink systems that are going to be used on the markets, um, depending, sorry, on, um, depending on some of these toxicological reports, but also, um, just on the outcomes of recyclability. Sorry, I’m just losing my voice. Although, uh, I think that’s a great, uh, start for the next question. Given that EVOH and PET decompose into toxic substances during the extrusion, how can printed films be safely used as mechanical resinate in flexible food applications? And before you answer this, I’m gonna read the next question because that is kind of connected to it. What is the current food safety status of raw materials or resinate coming from mechanical recycling? Will they be suitable for food contact layers? Okay, so I’ll answer the easy question first, which is that currently, um, materials from mechanical recycling are not suitable for food contact layers. This is an ongoing discussion on how do we get materials that are gonna be suitable to go into food contact layers. Um, this may be when we start talking about chemical recycling in more detail. Um, and, but at the moment, certainly from a mechanical recyclability point of view, that isn’t, um, something that’s easy to achieve quickly at the moment. Um, but there’s a lot of work in those areas regarding the NC inks. Um, there’s a lot, there’s been some recent reports about NC inks, uh, decomposing inter toxin substances, joint extrusion. Um, there’s still some, um, I know there’s a bit of, there’s different reports that have contradicted to each other on some of those materials. So from a design guidance point of view, we actually did test to see if there’s any fumes coming off during the extrusion process. And we also did pH papers to just see if there was any acidic fumes, um, on NC X was anything that particularly showed in our laboratory testing. So we are focusing at the moment in our design guidance on design for recyclability. Um, we are aware that there might be some more guidance needs to link across from a safety point of view, but more data is needed on that. Um, and we’re also, sorry, losing my voice again. Um, we’re also aware that, um, there might be some legislative changes that come through on some of those areas as well. Um, so we’ve just focused on it from a design point of view. Um, when we’ve been talking through, um, with, uh, stakeholders as well, some of it is about whether this is about having extra extraction systems on the recycling plants. Um, and some of this is about actually does it go deeper than that? Um, so I think it’s a much bigger question overall. So not something if I can give a firm answer on at the moment. Uh, ‚cause I think there’s a lot of research going on in this area, I can confirm. Um, that’s complicated. Uh, plus the, uh, all these substances of concerns, um, discussions, uh, not just, uh, in the, in the, in the environmental, uh, field, but also in the food, uh, products of, um, food contact product safety field. Um, and that’s actually what I wanted to also comment on the question: Um, what about, uh, polyolefin IC plates from mechanical recycling fit for food grade? Um, I’m afraid that we won’t see that happening in the near future, um, simply because there is a race between, um, yeah. Analytics in improving analytics. So we will always find more and more little substances, uh, in the, um, even smaller parts, et cetera. ### Polyolefin-Reinigung Dekontaminationsmethoden And therefore, um, yeah, the, the efforts of cleaning, let me call it cleaning the, the, particularly the polyolefins, uh, will I think be too challenging to do it. Uh, nevertheless, um, if we succeed as value chain or a society to have all the flexible IC plates going into some markets which are non-food contact than we already achieved, um, quite a lot. Yeah. So, um, probably industry should not always go to the moon first or fly to the moon first, but you know, across the ocean. Um, um, because that is a bit easier than flying to the moon. Yeah. Um, in the con, uh, context of time, I will now address the last question before Karsten will, uh, wrap it all up. Um, so what is the future of the PET polyamide and other non, uh, polyolefin industries? Uh, seems like it is a bad future, at least in EU. Would you confirm that? Um, I think it will be every, all of these materials have got their roles in different areas and certainly, so if we focus on PA, we can already see that PA six and PA triple six that we’re actually seeing. Some of these materials are compatible with PE and PP and PO mechanical recycling cleans. Um, and, um, so I think it will depend on some of the chemistries of those materials. And we know we’ll be doing further work on PA because it depends also on the tie layer and it also depends on the adhesive that’s being used as well. When it comes to PET, we do know that PET is being used as a mono material on lidding films, uh, for trays, et cetera. And I know that, um, the, uh, PET organizations are looking at seeing if there’s a way for them to collate PET flexibles, which are predominantly PET materials to then recycle them however they are such a small amount, it’s whether that’s actually ever going to be viable. Um, so, um, but there’s always, but, uh, we also have to remember that we are very much focused on household and some of these materials are being used in medical applications and of applications where they are perhaps going for incineration and other methods of disposal. And we also need to consider what’s going to be the impact of chemical recycling as well. Um, so, um, we do know that we get mixed messages from chemical recyclers and from a CEX point of view, one of the things we want to look at next year is about, um, updating the current design guidance to also incorporate, um, design guidance for chemical recycling. But then of course, we’re gonna be going down to the amount of oxygen that’s in, um, the material, the amount of nitrogen, and really going down to a chemical level to see what sort of quality of material they’re going to get from chemical recycling if they have some of these other materials in there. So technically they can recycle these materials, but whether it’s actually not going to be very good from recycling quality is gonna be an impact. ### Industrieentwicklung und CFL-Unterstützung So I think it’s, again, um, it’s gonna be a watch this space and see, and, you know, industries will be flexing in different directions as well. Yeah. Thank you very much. Um, yeah. Uh, I’d like to thank you, Holland, for your extensive presentation and the great exchange and your explanations now toward the end. Uh, I think much more detail can be found at the CFL website and sphere, and obviously they’re really super detailed questions. You and the other CFL team members are usually available, um, to meet those requests. Um, yeah, I like to thank the audience, uh, for attending and for listening in until now. Uh, it is one of the hot topics, uh, for this year, but it will remain also as Holland, uh, mentioned for the next and beyond, uh, years. Um, it is now my pleasure to wrap this, uh, last Inno-Talk Europe meeting, uh, session for this year. And, uh, remind you, uh, as an audience that the next Inno-Talk Europe is on the 6th of February about digitalization as a key to PPWR compliance. Um, all the requests have to be managed also in a kind of a digital way, uh, to make it a bit easier, documentation, et cetera. That’s what we’re gonna talk about on the 6th of February. Until then, I wish together with the entire Innoform team, uh, everybody some happy holidays, uh, peaceful time, and don’t forget, uh, to always put the packaging from all the Christmas treats, et cetera, into the right bin so they find their way into proper recycling. Thank you very much, and until the next time, bye-bye. Thank you. Bye bye. **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Verpackungsdesign --- ### [Inno-Talk: Data-driven Design for Recycling in Flexible Packaging](https://inno-talk.de/en/inno-talk-data-driven-design-for-recycling-in-flexible-packaging/) **Published:** Dezember 12, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** This InnoTalk episode—an initiative by **Innoform Coaching**—featured **Haulwen Nicholas (CEFLEX)** and was moderated by **Guido Aufdemkamp (Flexible Packaging Europe, FPE)**. ([CEFLEX](https://ceflex.eu/who-we-are/?utm_source=chatgpt.com)) Flexible packaging delivers strong resource efficiency and product protection, but it remains challenging to sort and recycle at scale—especially when structures include multiple layers, inks, coatings, adhesives, and functional barriers. **CEFLEX** addresses this gap by aligning the full value chain around practical, evidence-based guidance for packaging that can be collected, sorted, and mechanically recycled more reliably. ([CEFLEX](https://ceflex.eu/who-we-are/?utm_source=chatgpt.com)) ## What CEFLEX is and why it matters CEFLEX is a collaborative initiative that brings together stakeholders across the flexible packaging value chain—material suppliers, converters, brand owners, waste management, sorting technology, recyclers, and others—to remove technical and business barriers to a circular economy for flexible packaging. ([CEFLEX](https://ceflex.eu/who-we-are/?utm_source=chatgpt.com)) The core idea is pragmatic: recycling outcomes are determined by the **system**, not by a single material choice. “Monomaterial” intentions can fail if a pack cannot be correctly identified in sorting, or if the resulting reprocess cannot produce usable recyclate. CEFLEX therefore focuses on design choices that work in real-world collection, sorting, and recycling conditions. ## The D4ACE guidelines: practical design rules, continually updated A central output is the **“Designing for a Circular Economy”** guidance (often referred to via the CEFLEX guidelines platform). It is intended as a practical reference for packaging teams—helping translate recyclability principles into specific design decisions that increase the likelihood of successful sorting and mechanical recycling. ([CEFLEX D4ACE](https://guidelines.ceflex.eu/recyclability-mapped-testing-insights-equipping-an-industry-for-transformation/?utm_source=chatgpt.com)) An important point from the talk: the guidance is not meant to be static. As sorting infrastructure evolves, test methods improve, and new evidence becomes available, recommendations need to be refined. This is particularly relevant as regulatory and market expectations move toward clearer proof of recyclability performance. ## From consensus to evidence: the Phase 2 testing programme A major focus of the session was the shift from expert consensus to a robust evidence base. CEFLEX’s **Phase 2 recyclability and sortability testing programme** generated independent data intended to strengthen design recommendations and make them more defensible for industry decision-making. ([CEFLEX D4ACE](https://guidelines.ceflex.eu/recyclability-mapped-testing-insights-equipping-an-industry-for-transformation/?utm_source=chatgpt.com)) The programme’s intent was straightforward: build transparent, comparable results on how representative flexible packaging structures behave in sorting and mechanical recycling—so designers and brands can accelerate better designs with higher confidence. ([CEFLEX](https://ceflex.eu/recyclability-mapped-testing-insights-equipping-an-industry-for-transformation/?utm_source=chatgpt.com)) ### Why “sortability” is as important as “recyclability” Even the best-designed structure cannot be recycled if it fails at the sorting stage. That makes detection and correct routing (for example via NIR-based systems) a practical gatekeeper for circularity. The session underlined that design for recycling must be anchored in the realities of sorting performance, not only in polymer chemistry. ### What packaging teams can take away Three operational lessons follow directly from the CEFLEX approach: 1. **Design for end-of-life from the first brief** Barrier, sealing, print, and aesthetics must be balanced with expected collection and sorting routes—otherwise redesign cycles become costly and slow. 2. **Treat the pack as a set of “recyclability-relevant components”** Instead of debating a package as a whole, break it down into base materials, barrier layers, inks/coatings, adhesives, and functional features—then evaluate how each component influences sorting and recycling outcomes. 3. **Use data to reduce uncertainty** Where test data exists, it can replace assumptions and help teams align internally (R&D, procurement, marketing) and externally (converter, recycler, compliance). CEFLEX’s aim is to make such evidence easier to access and apply. ([CEFLEX D4ACE](https://guidelines.ceflex.eu/recyclability-mapped-testing-insights-equipping-an-industry-for-transformation/?utm_source=chatgpt.com)) ## What’s next: continuous improvement and industry alignment CEFLEX’s direction is clearly toward continuous improvement: updating guidance based on test evidence, focusing on the most relevant open questions, and strengthening alignment with wider industry efforts. CEFLEX has also communicated that findings from its work have informed European standardisation work on recyclability testing for PE and PP flexible packaging. ([LinkedIn](https://www.linkedin.com/posts/ceflex-initiative_flexiblepackaging-ceflex-circulareconomy-activity-7363808265169682433-opyH?utm_source=chatgpt.com)) ## Conclusion This InnoTalk episode highlighted a shift the industry increasingly needs: from good intentions to **measurable recyclability outcomes**. CEFLEX’s structured guidance plus large-scale testing helps packaging teams make design choices that are more likely to succeed in real collection, sorting, and mechanical recycling systems—while creating a common language across the value chain. ([CEFLEX](https://ceflex.eu/recyclability-mapped-testing-insights-equipping-an-industry-for-transformation/?utm_source=chatgpt.com)) **Haulwen Nicholas (CEFLEX)** Haulwen Nicholas is a Work Package Consultant at CEFLEX and has led CEFLEX’s Phase 2 design testing programme on sortability and mechanical recyclability of flexible packaging. ([CEFLEX](https://ceflex.eu/who-we-are/?utm_source=chatgpt.com)) **Guido Aufdemkamp (Flexible Packaging Europe, FPE)** Guido Aufdemkamp is Executive Director of Flexible Packaging Europe (FPE), the European industry association representing flexible packaging manufacturers, and he moderated this InnoTalk session for Innoform Coaching. ([flexpack-europe.org](https://www.flexpack-europe.org/team?utm_source=chatgpt.com)) ### Verwandte Episoden - [How Romania is becoming a test area for the recycling of flexible packaging](https://inno-talk.de/en/how-romania-is-becoming-a-testing-ground-for-the-recycling-of-flexible-packaging/) - [The future of recycling: How new technologies are making flexible packaging sustainable](https://inno-talk.de/en/the-future-of-recycling-how-new-technologies-are-making-flexible-packaging-sustainable/) - [Inno-Talk: Datenbasiertes Design for Recycling für flexible Verpackungen](https://inno-talk.de/inno-talk-datenbasiertes-design-for-recycling-fuer-flexible-verpackungen/) --- ## Transkript Hello everybody to the 39th Inno-Talk here on Friday afternoon. Flexible packaging, recycling progress, and outlook is our topic today. And we have only one speaker, but we have a very interesting topic. We are looking to see Flexpack and all the investigations they did so far and what they are planning for the future. Um, uh, like, uh, everywhere, every time. I just wanna start with a short introduction, and I would like to say thank you to all the supporters and sponsors of the Inno-Talk concept. And everyone on this screen is invited to join this community and help, um, to make flexible packaging knowledge available for everybody. And, uh, this is what we would like to do with this Inno-Talk initiative. Um, we have, we are going to have two new conferences next year together with Union TE in our new employee, uh, colleague in, uh, in form. And, uh, one very interesting, uh, thing, which also matched to the topic today is Inno-Fiber, fiber based packaging, functional papers for packaging applications. We start on April the 15th, and we are still looking for some speakers. So if you want to talk about fiber based packaging, especially flexible packaging and functional papers, you are, uh, invited to, uh, give a presentation at this, uh, meeting in April in Germany. And the other new thing is Inno-Circle, which is, uh, eco-friendly flexpack from design to recycle packaging in July in Burg, together with the South German plastic Center, SKZ. And, uh, also this is, um, moderated by Yuan. And, uh, we are, uh, a bit excited what this new concept will, uh, will bring to us, um, the next Inno-Talk in February. Digitization is a key to PPWR compliance, AI, and standards. And this is really a very surprising topic because, uh, we have some experts, uh, two experts there who tell you or show you how AI can help you to, um, match or meet all the requirements from PPWR, which also is what we are talking about today as well. And, uh, now you see the platform of Inno-Talk, which is a bit different to other, um, platforms for online meetings in the center, you have the video stream, and underneath you have the interactive menus. So you have the showrooms from the supporters, you with, uh, additional information to this topic. Then you have the participants list. And on the right corner you see, uh, the button my events at the top of the screen. And if you click on my events, you switch over to the event to go. Don’t do it now, do it later after the event. Then you see the whole participants list. What you see here is only the, the list of the live, uh, people looking to the video stream. But if you want to see the 300 and a bit more participants, you can click on my events and then to the Inno-Talk. And of course, you see the agenda. And in the agenda there is a download link to the, um, presentation from we, uh, uh, uh, uh, enjoy in a few seconds. This is the agenda. Uh, G\*\*\*o from Flexible Packaging use will guide you through the, uh, program today. And, uh, I go quick through the, my first question, uh, with Slido to test the technique, do you use recycled, uh, Rezyklat for flexible packaging? Do you use Rezyklat for flexible packaging? That’s, uh, a very interesting question. A friend of mine told me, because he thinks all, um, food packaging is all, uh, is already recycled. He’s not out of our business. But it isn’t. But are you using Rezyklat for flexible packaging? Only one vote. This is not so much. We have, uh, around 100 live participants, but we keep, must keep in mind that our team session is 15, 20 seconds beforehand the live stream. So 24, 50, 50, more or less, 28 votes so far. Oh, that’s surprising. More or less, half of all the participants voted so far, say, yeah, we are using a bit, less 40%, 33 votes, ah, some more please. 36. If you don’t see the, uh, vote on the right hand side next to your screen, then you have to scroll down and, uh, click the button interaction. ### Abstimmung und Community-Partizipation Or you can also vote with a phone. If you make a photo of the QR code, then you belong directly to the Slido community and can vote as well. So 40 votes, that’s the indication that really people are watching live. So more or less, one third says yes, and two thirds say, no, we are not using anymore, but in 2030 we have to use Rezyklat for flexible packaging. So let’s go into the topic for today. And I would like to hand over to G\*\*\*o Amp. Yeah, thank you very much, Karsten. Um, and it’s a great honor to, uh, moderate again, the, the last Inno-Talk Europe for this year or the generally the last Inno-Talk for 2025 and then the 26th, uh, uh, year will start with a celebration of the 40th, uh, Inno-Talk. Um, completely that’s kind of a celebration anniversary. Um, I am, uh, a bit surprised that already one third of the participants are using Rezyklate, um, as I always hear about the difficulties using Rezyklate. But, uh, no, it’s a great comfort seeing that many people are already using. Um, so it’s now my pleasure to introduce the sole speaker of today that show whether it’s premier, but it’s very rare that we only have one with us. Uh, but nevertheless, it’s even more important. And, uh, I’m happy to have you here. Uh, Holland. Nicholas, um, may introduce Holland, uh, to you. She is in her current role, mainly, uh, the workstream consultant for C Lex. But she has a vast, uh, and long history and experience in, um, packaging. She holds a degree in environmental biology, a diploma in packaging technology, and is working since, if I may, decades already in packaging, uh, sustainability. Um, so Holland, you were ahead of the time, so I, I must almost say, uh, and when, when I look at your CV, you were also involved in Wrap, the, uh, Waste and Resource Action Program in the UK, um, which was a bit leading at this certain point then, um, yeah, pausing a little bit. And now you have the, or the UK at least have the great challenge to introduce a kind of EPR scheme in the next few years. Uh, changing consumer’s life entirely, I would say, uh, at least regarding packaging collection and recycling. Um, at Flexpack Holland is leading the testing program to update the, uh, design for circular economy guidelines. And she will explain that in much more detail and how complicated and complex that area is. Um, I have the great honor to present today Holland from Flexpack, as was my former colleague and, uh, others, uh, and me involved who basically initiated Flexpack, uh, 10 years ago or we a bit more than 10 years ago. And I remembered very well when, uh, I was, uh, with Graham Holder, um, in a sub-basement office. And when we kept talking about this necessity to have this value chain initiative, um, then we actually made it happen. But no one of us has ever believed the enormous size Flexpack would become and how important and essential for the entire flexible packaging Holland has become, at least for the experts and the non-experts still have to realize it because without Flexpack, we will get nowhere. Um, so it’s not my pleasure, Holland, uh, to give the floor to you and, uh, guide us through all the work or the, the, the detailed work for the guidelines, uh, Flexpack has done so far. Thank you very much. That’s great. Thanks. So good afternoon everybody and thank you very much for that, uh, introduction. Um, I think a lot of people who are joining the call today are familiar with Flexpack, but I am just going to give a bit of an introduction about who Holland is and what we represent. Um, but I’m looking forward to be able to talk through with you about our designing for a circular economy design guidance, talk about, um, what steps we’re taking, about our latest updates and where we think we need to be going in the future as well. ### Wertschöpfungskette Flexible Verpackung When we think about, um, the packaging, flexible packaging value chain, we have to remember that there are lots and lots of parts to the value chain. And this is where Flexpack pulls that value chain together, ensuring that we are looking at each of the single stages and we’re involving stakeholders who represent each of the stages of the value chain. This includes people like material producers, those who produce the resins and the raw materials that go into making the films. We then have film producers and converters and brand owners and retailers, and then also we have some waste collectors and recyclers. And that really helps to form that whole flexible packaging ecosystem. And currently we have over 180 stakeholders to help us and guide us about what is happening in the value chain to ensure that we’re collaborating through each stage our vision and our mission. Flexpack has always been about the collection of all flexible packaging. So although today I will focus on PP and po uh, flexible packaging, we do also look at paper based flexibles and also aluminum based flexibles as well, which is something that we’ll be doing more of next year. But our aim is really that over 80% of materials entering a recycling process should be returned to the economy. And what we’re seeing is that the PPWR is highly aligned to our mission circular and that we established back in 2017. Now, we do know that we have a critical window to act now that we’ve got the PPWR uh, coming through. We’ve got from now, now the end of 2025. We probably should send change that soon to 2026 to really look at why design matters and how we can use that to implement a circular economy for flexible packaging. We need to look at the business case and the fact that it lowers the cost of recycling materials and we can get higher yields as well. It gives better access to those markets. We really need to look at the quality as well. We want to improve the quality of that, recycle it. And we also want to look at, you know, what is a circularity as a whole? How can we ensure that it gives compliance and improves recycling rates right across, um, all areas of flexible packaging? It’s such a clear area, and design is so important that we get that right at the start. So if we don’t get that right, then we compromise everything else that follows. So we do have that critical window, and we already know that the PPWR has been published and entered into force, and we know that the send design guidance, uh, for recyclability standards are being established and are going to be published probably in Q1 of 2026. There’s PPWR delegated acts coming through in 2027 and 2028, and we know that by 2030, all packaging needs to be recyclable by design. And only packaging with recyclability grades of A to C are gonna be allowed on the market. So it’s really important that we’re focusing on design at very, very early stage. EPR fees are gonna be linked to recyclability grades, and we know that mandatory recycled content is coming for the plastic part of the packaging, and that’s 55% plastic packaging. Recycle rate is gonna be something quite a tough challenge for flexibles. So it’s really interesting to see that some of you are already embracing those challenges that are coming ahead. So we’ve got further than 2030. There’s other things that we need to be considering. There’s the plastic re flexible packaging, recycling at scale, and we also need, we’ll be looking at only grades, higher grades of A and B will be allowed on the market. So there’s a big, uh, path that all of us to follow. There’s got to be lots of innovation. There’s got to be lots of thoughts about how do we reach each of these legislative milestones and things like design guidance. ### Sortierung und Recyclingqualität These can help us to think beyond some of the initial targets so that we’re preparing for the future. I just get my slides not to moving forward. There we go. So we now really to think about that design beyond 2030. What new practices are you going to need to put into your businesses? What are you going to need to do to stay ahead of the curve? When we think about the, um, EU legislation that’s coming through, we need to drive progress really to drive it more quickly, to get to the circular economy. And as I’ve mentioned about improving the recycled quality, but also the consistency. We also need to look at sorting yields. How do we improve that? How do we increase the sorting yields across those existing infrastructures? How do we improve the use of the existing equipment, but also think about new technologies going forward? But what can we do also to support the use of recycled materials in more demanding applications, such as food-grade applications, where we know that is particularly a problem. And we also may need to make those decisions faster. We need to be clear on the decision-making process. We need to know and have the education right through the value chain on how we procure the right materials, how we ensure compliance and how we integrate design as a standard way of, of complying with legislation in the future. So designing for a circular economy is really something that is a big focus for everybody now. And we need to look at the, uh, it being used as roadmap for legislation so that we can make sure the packaging is designed ready before that legislation comes in. And when we look at the CFL designing, uh, for a circular economy, D4ACE guidelines, they’re very much a detailed and practical guide to help you to meet those challenges, not only today, but in the future. It gives us a foundation for making flexible packaging circular so that we can achieve those legislative targets. And when you think about flexible packaging, we are thinking about the core design requirements as well. We know that we need to be thinking of end-of-life design, and there’s still a lot of focus. And we need to ensure that we, it’s designed for collection, for suitability, for technical recyclability, and we need to be thinking about the long-term future, about recycled content and how it can be used in different applications. But we have to remember that that packaging there is there for a reason, is to provide protection. It’s to VA to preserve the products. It’s to provide functionality and go usage and ease of use. And with our populations getting older, that’s also important as well. But we need to ensure that we’ve also got the legal information and the marketing information and the use information we can sometimes within the design process, forget that the packaging is there for a purpose as well. So it’s very important that we design it right for the product, and we also design it right for end of life. So now let’s think about our designing for a circular economy, D four ACE design guidance. Now this has been designed based on the European, um, systems and what we have as best practice across Europe, but it has been downloaded and consulted by over 20,000 individuals already since it was released in, uh, 2020. And that’s packaging designers, researchers, technologists, and it’s coming from international companies and organizations. Some of them are using them as the guidelines themselves. Some of them are actually helping them to develop their own processes internally. And we know that the users are, this is very strong base in Europe, but we do know that there’s a lot in Asia Pacific and in the Americas as well. So it is actually being used globally. ### Zukunftsorientierte Design-Richtlinien And we do know that in other areas that they are used to design guidance to develop their own guidance as well. But our also helps to, uh, implement and consider what the EPR schemes needs. We know that it’s, IM, it’s also influencing what is happening in the European Committee for Standardization. And a lot of the evidence then that we’ve had in phase two testing program has been shared with CEN. So it can help develop new guidance. So these guidelines are very important for everybody within the value chain. And what we really, really want to focus on is being that future ready. We need to be considering how we’re all going to meet those recyclability performance scores that are going to be enforced legally. And that’s coming from 2030. 2030 is not far away. You know, we’re just about 2026. We all know how long it takes to do development. So we have got a ramp up and really start getting future ready. As we’ve already mentioned about improving high quality recycle. It’s something that we repeat and trying to get that message across, but also it’s essential for us to be able to hit those recycle content targets. But also we need to avoid costly redesigns. Um, sometimes you, you were saying, well, I just, I don’t wanna redesign multiple times. I want to be looking ahead and just redesigning once. Um, and we don’t wanna rush the compliance efforts. So this is where, you know, looking at design guidance can help think beyond 2030. So when you’re thinking about how do you de uh, design this new packaging, it’s not just about the film, it’s about the machinery that you’re actually making the film with. It’s about the packing lines that you’re running, those packaging flexible materials on. There are so many other areas that are impacted and we know that there’s CapEx and everything that needs to come in with that when you’re doing some of these design changes. And of course, all of this is gonna support the EPR schemes and it’s applying that EQ modulation, uh, based on actual design outcomes, very much focused on actual design going forward, not just theoretical claims. So we really need to look at how going forward, designing for recycling criteria and send standards align with the EU regulations. So phase two was a major update, and it’s something, it’s a project that IPM particularly leading to look at helping us to get test data to actually design, uh, packaging and ensure that we’ve got the data to back up those packaging designs and update the design guidance. So this has been a project that’s been going on for some time, um, and it’s been going on for a few years. And it’s very much about producing robust independent data so that we can actually strengthen flexible packaging design guidance. When we started this project, we were looking to identify any knowledge and data gaps. We also needed to work very much across the whole value chain with all of our stakeholders to give advice and materials and support. But also what’s very, very important is that we worked with leading universities and laboratories so that we could review the methodologies that we were, uh, being used to test, but also review the data so that we could then update the design guidance. And we’re very, very grateful that we actually managed to get a quite substantial amount of external funding from the UK Research and Innovation Fund, which allowed us to do the volume of testing that we were able to do. And we’ve worked with Queen’s University Belfast, Massey University and GT, as well as, uh, Pro Plast, uh, Cyclo, HTP Impact Solutions and NTCP and APL to actually deliver this program across both mechanical recyclability testing and also sorting testing. ### Datenbasis und Stakeholder-Samples So this gives you a bit of an idea of the amount of data points and the amount of work that’s gone into this particular project. So it’s been two years of continuous collaboration. And of course there was also the work before that, which was preparing for all of this work. Um, having led this project, I can say I spent a lot of time in a lot of meetings, which was very important to talk to the stakeholders to engage with them. And we’re very grateful for the amount of samples, which you can see. We had over 600 samples provided from our, the CEX stakeholders and some non-CEX stakeholders to allow us to do the testing. When you look at those samples, we had lots of samples for sorting testing, but we also then had samples for mechanical recyclability testing. And when we’re testing each material, we’re also testing it at different weight percentages. ‚Cause one of the key things is what is that critical weight percentage that we need to determine for each of those materials and elements that we find in typical flexible packaging? And we had 15 subgroups and, um, we had 15 key advisors who supported us in those subgroups. Um, over 150 subject matter experts. We found that a lot of our stakeholders brought in their technical experts into these meetings. And, um, we ended up processing almost 2000 data points. There was a lot of data to go through, um, which, uh, myself and some of the universities and some of my colleagues were going through with our stakeholders. So it’s been a big piece of work, a great collaborative effort as well, which has allowed us to do a nice robust, uh, update to the guidance. When we look at the testing that we’ve conducted in phase two, we’ve actually collected more data and more insights than we realized. And what we’ve done is we wanted to make sure that our testing and insights are actually transparent to all and could benefit all. It’s part of the way of CFL remit that we would always make everything open for people to see, but it was also part of our funding from Innovate UK that everything should be made public. So we did a big piece of work on NIR classification and how NIR systems identify and sort flexible packaging materials. And there’s a report on this available for download on the CFL website. We also did some eddy current and metal detection work, particularly about aluminium foil, metalized layers, metallic inks to understand what’s detected and sorted in those particular sorting equipment. And again, we have a report available on that as well. We also did a huge amount of work on size and shape, and I’m grateful to stakeholders who sent pallets of actual products so that we could put it through, um, a sorting plant so that we could understand how packaging formats influence, um, and can be captured and recovered in sorting plants. And again, there’s another report available there. And then the mechanical recyclability, um, we had two stages. We had a prescreening stage to try and reduce the amount of full testing we do. Many of you all know testing is very expensive, but we, once we had, we produced lots and lots of data, but because we were doing, uh, all of our testing at the same time, we also produced lots of insight into the methodology into how control materials work. ### Design-Guidance Ressourcen Online Um, so we’ve actually got some lots of information about data sheets that are available to download off the internet, um, of the CFL website, but we’ve also got some insights that we’re sharing, which we’ve shared with SAN, and that we’ve also got reports that we can share with people if they’re interested. So that data and all of this data that we’ve got has been really, really important in underpinning the guidelines and are doing the update. So when you go onto the CFL website, you will actually find that we have, as I’ve mentioned, different um, areas. So we’ve got the guidelines which provide the technical insights and give some summary tables and those all important thresholds so you can understand how much of material or element that you can put into flexible packaging. As I mentioned, we’ve also got some of the testing data and we’re gonna be continuing to conduct testing and we’re starting at our phase three program now. And one of the really important things for us is that community of CLET stakeholders, we have subgroups on all the different areas so that we can make sure that we’ve got the industry experts from the whole of the value chain so that when we’re reviewing the data, choosing the samples that we’re doing, what’s representative of the industry, all of this is available on our open access content on guidelines, cplex.eu. We also have the CPLEX tool, and I’ll come onto that in a bit more detail, but this is a tool where you can actually put in your own designs and see if they’re compatible with the CFL D4A guidelines. So when we think about D4A, it’s about, it’s a real living resource. We want it to be openly available and regularly updated. Hence the reason we’re starting our phase three. And, uh, we’re looking at ways that we can fund that. We’re not gonna have as much funding as we had before, um, but we’re looking at how we could fund that, what needs testing, what’s the priorities going to be, and also linking with what, um, information is missing as well from other areas such as SEND, so that we can provide data into that we’re reviewing our methodologies and with the laboratories and also aligning that with the same process as well. We also need to, as I said, talk about the future phases of testing and that’s also we’re talking about, you know, how do we, um, align with other design guidance out there regarding, um, paper and aluminum to ensure that that’s including flexible materials as well. We know there’s a lot of paper flexibles out there and we also know that there’s aluminum flexibles as well. So if you are interested in what Cplex is doing, um, there’s further information in these slides and you can contact us about joining, um, becoming part of this dedicated design community, um, and being able to influence what are the testing we do next. So what actions can you take? So this is before we go into a lot more of the detail of what we actually did in, um, phase two, I want you to consider what actions you can take. So what we’d like you to do is, if you haven’t already done so, is go to the guidelines website and download the design guidance and the resources, but review your packaging portfolio and identify is there any gaps in it, is there anywhere that it’s perhaps not designed best for recyclability at this stage? What can you do to redesign to meet the D four S criteria? We’ll focus on, of course, the mono PP a sign guidance thesis about mono PP. And we also talk about po um, flexibles. ### End-of-Life Optimierung Verpackung Um, but we do, as I mentioned, be talking about others as well. What can you do to optimize end of life outcomes for not only the mechanical recyclability, but for sorting? And again, it’s look at how you can collaborate within your own internal, uh, value chain. You know, how can you work up the chain and down the chain so that you’re working together to come up with solutions. So now, uh, we want to talk about, um, put out a question to you. Um, so this will be on the Inno-Talk as well. Um, so you’ll be able to vote on this and want to ask, what is the biggest challenge you face when transition your packaging to be designed for recyclability? You know, um, so we’ve got, uh, four options there. Is it a lack of internal knowledge or resources? Is it conflicting performance and functional requirements? It can be quite hard sometimes to determine, you know, how to get your functionality but still be recycled, designed for recyclability. Is it a lack of internal knowledge or resources? Um, and is it, um, perhaps about uncertainty about future legislation and recyclability criteria? It’d be great if, uh, you know, as many of you as possible could come and vote and, uh, just, um, just see what, um, you are thinking when you look at and when you are considering design guidance. And I can see that we’ve had about, I think about 15 or 17 people have voted so far. So we’ll get some really interesting results there. Um, it’s currently of course, as we’re sort of seen to be going between conflict and performance, supply chain constraints and, and cost implications, um, which are understandable. So yeah, the more that of you that can vote, it’d be great. And it’s some really great insights for, for Flexpack, but also I think probably great insights for everybody to see where some of the, um, issues are from a designing, redesigning, flexible packaging. And we’ve got 32 people have voted, so if anybody else would like to vote as well. So yes, we’ve got 35 anymore, anymore for anymore votes. We’ve got up to, yeah, we’ve got a few more people voting at the moment. So yeah, it does look like, yeah, conflicting performance functional requirements is certainly coming out as the lead, um, which is very understandable. I think a lot of mono materials have already been changed on the simpler, uh, mati products, but we’ve, we’ve got more complex products that need barrier requirements, you know, gas moisture, et cetera. It can be a bit more difficult to make those changes and also ensuring that they’ll work on the machines. Also cost implication, supply chain, you know, it’s quite closer. We’ve got over 44 now that have, um, voted so yeah, that’s looking good. Is anybody else going to add into the vote? See what we come out as a final outcome? Okay, so yeah, so it does look like, um, conflicting performance and functional requirements is coming as the, is the key issue for all of you. And yeah, as I said, that’s very understandable. Um, and then we also have of course cost implications or supply chain constraints. Um, and I think having the availability of the right materials in the value chain is really important as well. And, you know, ensuring that you’ve got them for your products, I think sharing knowledge across the whole value chain is going to be very important going forward. We do know that also it’s, it’s not easy. You can’t just change your film on a line. You may need to change your sealing heads and all of this sort of stuff as well. So it is a very complex area, but thank you very much, um, um, for actually, you know, answering those questions. It’s really good insights and um, what we’ll do now is just move on to the, some more of the slides. So now let’s get into the guidance in a bit more detail. So just to give you a bit of, uh, update on what has the scope and the purpose originally of the design guidance, it is always been focused on household flexible packaging with a focus on polyolefin based structures. ### PE, PP und PO Materialien So this design guidance is very much focused on PE, PP and OPP and we’re currently in discussions regarding, um, paper. You know, there’s the ForeverGreen guidance out there. So we think there’s a lot of aspects of that that cover flexibles as well. So we’re just reviewing that with our stakeholders and we’re also conscious about flexibles that can contain aluminum as well. So that’s something that we are looking at as well. Now the purpose of the design guidance has always been about how we can give, um, best practice expertise to actually, um, verify, um, the sortability and mechanical recyclability of PE and PP based flexible packaging structures and ensuring that we’ve got the data to back up the phase one of the design guidance that we originally developed. It’s also about how do we build an understanding of the end of life processes? What can we do to optimize circularity and also sorting and recycling. And I think in the phase two testing program, we learned a lot more than just the data for updating design guidance. And we’ve taken some of that, for example, on sorting to say, okay, we’ve got these learnings on NIR, how can we then take that into sourcing plants to see if we can actually use the existing equipment to be able to sort more efficiently? So for any of you who’s familiar with the CEFLEX, D for a phase one was very much focused on supporting the European commercial practices and given a broad consensus and expertise from CEFLEX stakeholders to develop a design guidance, which was based on expertise. The phase two was very much about getting that data to back up that, um, expertise, um, but also to plug some of those knowledge gaps. So, and it’s been very, very important that this data could be made public. It is independent, robust and credible. Um, very, very important for us so that we could share that data and be open and transparent with how we’re updating the design guidance. Now there’s various elements of flexible packaging structures that we’ve considered — everything from the adhesives and, um, additives and fillers, inks and varnishes. There’s so many aspects that we actually cover in the design guidance. We haven’t tested everything, um, but we have tested certain parts, but things like size and shape, additional features like labels and spouts, but also then the materials themselves as I’ve mentioned, paper and plastics and aluminum, but also barrier coatings and layers. And when you look at our guidance, we have, um, a system which basically red is not compatible, yellow is limited compatibility and green is compatible. We also give detailed examples. Um, so we’ve got some detailed examples within the design guides just to show how some of this will work. And I won’t go into these in detail here ‚cause I’m conscious of time, but it just shows how we will, you know, determine where they’ll fit in the traffic light system. But there’s different examples within the design guidance as well. The design guidance is also about being educational and informative. So we give insights into NIR processes and how each material behaves. Um, and we do encourage everyone to read through all of this so that they’re very familiar with the whole end-of-life process for flexible packaging. And as mentioned, we have all of the resources, um, available on the guidelines website, technical report, summary tables, and the executive summary as well. The other important thing is that we also have a design check tool and, uh, this is an open access tool where you can actually just go and do your own assessment and put in your own packaging structures. ### Kostenlos verfügbares Design-Tool It’s free for anybody to use. It’s, uh, based on the RECIT tool. They run this for us. And, um, you can go on the design check C Flex EU, um, webpage and you can put in your current structures and it will tell you how they fit against the current design guidance as well. And this just gives a little bit more, uh, detail on the RECIT tool. It shows how it’s a very interactive tool and it’ll give you some key outcomes about whether it’s compatible, limited compatibility, et cetera. Again, feel free to go onto the website, um, but it does give you a PDF report at the end, which will tell you if your materials are compatible or not. So now let’s look at the testing that we’ve done and how that’s, um, updated everything. So with the testing that we’ve conducted, we’ve actually been able to give updates and refine the material compatibility thresholds for barrier layers and coatings, adhesive inks, metallization and tie layers when the way they interact with EVOH and PA. We’ve updated the evidence on PET, EVOH, PVC and PA as well. Um, and again, some of this is the design guidance hasn’t changed, but, um, instead of being based only on expert opinion, it’s now based on test data, but in some areas we’ve actually, um, changed some of the thresholds as well. We’ve integrated sortability criteria for NIR and XRT and metal detection and also given clarity on some of those threshold limits weight percentages of the different adhesives and different materials, um, in those different packaging formats. In the sortability area, we’ve given updates on near infrared and XRT metal detection, but particularly on near infrared, there’s been quite a lot around print and inks and that’s probably the biggest area that we’ve given an update, but also metallized materials as well. So I do encourage you to look up the reports so that you can get an idea of how inks and how ink coverage, particularly around carbon black, et cetera, can um, impact the recyclability of your products. And our preference is still very much focused on flexible mono PE and mono PP or flexible mixed PO with mixed plastics. Um, uh, further down the preference list. Um, but we are recognizing that some materials have got higher weight percentages than the WIC percentage we have for modern materials. And we’re currently looking at putting together a bit of a statement from CFL on how we manage those particular materials. So then we’ll just quickly go through the key updates for each of the particular materials, and again, conscious of time. So I won’t go into a great amount of detail, but I will just touch on each of the key topics. So on PE we did testing on copolymers, focused on EVA and on zinc and sodium EMAA ions. And that has meant allowed us to put a lot more detail into the design guidance. We haven’t done any testing on PPE copolymers. Um, so there’s no change to the guidance there. PET was really very much just validating the design guidance we already had. So it still remains as incompatible with PP and PO mechanical recycling. It’s now passed based on testing rather than expert opinion polyamide. I’ll spend a little bit more time on this because this is a more complex area. We have different types of, uh, polyamide and we’ve got a couple of slides on this. Um, but also we have to think about polyamide in the different formats. So we’ve tested co-extruded polyamide six and, but we need to also think about it in relationship to the amount of the tie layer that is actually, uh, used on that material as well. So we’ve come up with new design guidance for PA six in PE, but also specifically stating the tie layer percentage. We’ve also got to think about PA six layers, which are laminated with adhesives. ### Polyurethan-Klebstoffe Testverfahren And our focus has been in this testing on aromatic polyurethane laminating adhesive. So that is how the design guidance has been updated. And we’ll come onto adhesives in a moment. And then from a PP point of view, we’ve tested co-extruded PA six with a PP, um, maleic anhydride high layer, and again, updated the design guidance. It should be noticed that PA six layers laminated to PP with different laminating adhesives. The testing hasn’t been completed yet. Um, so uh, that’s something that we recommend testing on an individual basis, something that has been identified for future testing. We’ve also looked at PA six six and again, but PA six six focuses on co-extrusion. So again, we’re focusing on the amount of PA six six that’s in the layer and also on the amount of tie layer and the tie layer that’s been used. So we’ve given updates on the weight percentages in the compatible limited compatibility areas for PA six six, but we’ve also given an update on limited compatibility in PP. We recognize there’s some more testing that we want to do in some of these areas as well. So that’s something we’re talking about with stakeholders, um, to refine some of that detail. But in the past we just said five weight percent for PA, we now have much higher, uh, levels that we’ve identified as well. EVOH, uh, similar to um, nylon, we have had to, we’ve, um, considered the impact of the tie layer. And the reason we have had a bit of focus on tie layer, we’re conscious that the tie layer can act in some ways like a compatibility agent for some of these materials. So it’s very important that we know the weight percentage of PI top play TY layer, uh, to co extruded, um, EVOH layers and co extruded polyamide layers. Um, so we’ve done some testing on, uh, E-V-O-H-E-M-P and in PP. So we have new limits stated. We do want to do some more investigations into the weight percentages of TY layers. Um, we, what we’ve stated in our design guidance is what we tested based on the samples that we were provided. And we want to look at different weight percentages of TY layers with different ratios of EVOH and we want to do the same in polyamide as well. We do also want to do some, uh, testing on E-V-O-E-V-O-H solution coating. So at the moment they are remaining, uh, based on expert opinion of up to five 8% metallization. We’re able to do a lot of work on metallization as, so I do encourage any of you that are working with metallized films to read this area in some detail because we were able to look about, um, the different things that affected how metallized packaging was actually identified in sorting plants. And this includes like the, whether the layer of both the metallization opaque, whether it’s fully printed with opaque inks, what area percentage of the that needs to be covered so that you can reliably detect by NIR classification sorting. And this has allowed us to update the design guidance both compatible limited and non-compatible for metallized. ### Metallisierung und Sortierprozesse So the very much focus, um, in most of these areas on what is suitable from a sorting perspective, and this is probably the one material that we’ve got more information on sorting, we do know from mechanical recyclability testing that on PE or PP film. Um, and also for PO that includes metallized layer that is compatible, PP and PO mechanical recycling. We bear in mind that we are focused on the household, um, recycling stream, which is the equivalent to a colored recycling stream. So we do know that metallized affects the color, um, but because it’s in that colored stream, that’s why we have that focus. PVDC, um, again, is not compatible with PP and PO mechanical recycling that’s now based, based on test data rather than expert opinion. And at the moment, uh, we haven’t got an update on the barrier coatings and other barrier layers such as AOx, IOx, PVOH and acrylic. But what we have done is we’ve separated this out in the table in preparation for the future. Um, we’ve already started some of the initial prescreening work, um, but now each of those have got a separate line instead of being bundled on one line. So at the moment, these are all up to five weight percent. Um, but we all know that PFAS would never be at those sort of levels. And what we want to do is do more testing on this in the future. We don’t know that laminating and label adhesives are another area of focus. We’ve only tested aromatic polyurethane laminating adhesives, and we’ve updated the design guidance on this. Um, we all of laminating adhesives is still based on expert opinion and we do need to do some further work on label adhesives. So that’s still based on expert opinion as well. Inks, as you can imagine, was a very big area. There’s lots of different ink binder systems, but also lots to learn about ink coverage, about the impact of inks containing carbon black and metallic inks. Um, so we’ve actually got an update which is more focused on the area coverage, which we cover in this particular slide. Um, and that covers carbon black and metallic inks. But when we go onto the next slide, we do talk about each of the different ink binder systems. So we focused on nitrocellulose inks, uh, polyurethane and polyvinyl acetal inks, water-based acrylic and digital electrophotography inks. And those are all areas that we’ve tested on PE. We need to do some further testing on digital inkjet inks on PE and we’ve also been identified that we need to look at polyamide ink binder systems as well. You’ll notice that the NC inks, um, has a slight cap as only at north 0.8% NC binder. And this is a specific request within our stakeholders that we focus on the weight percentage of the binder of NC in the ink rather than the total ink. Whereas everything else is actually focused on total ink. And this is because the amount of binder of NC is more critical than in some other ink systems within the PP mechanical recyclability. We have done some testing on NC and we’ve done some testing on the other inks. Some of the, we are waiting for some data and need to do some additional testing. Um, but we have updated design guidance accordingly. Again, big area to cover, you could almost do a work, uh, a webinar on this just on its own. And then we have updated in limited compatibility and non-compatibility, which are the areas. Um, so one area, for example, is we’ve been much more specific about PVC copolymers and tur polymers are being not compatible with PE and PP and P mechanical cycling and also adding other chlorinated binders. This is based on expert opinion from the industry. So that was a bit of a whistle-topped tool, but um, it gives you a bit of an update and an idea of the updates we put into the design guidance. ### Design-Recycling Richtlinien Feedback I do recommend that you read through them. If you’ve got any questions and feedback, do feel free to contact guidelines@cfl.eu. We have the testing data, the tools and the guidelines all on our, uh, website that you can download them today if you would like to. Um, so that’s everything from me today. I’m conscious there’s probably quite a lot of information there. Um, it’s a topic going for quite a long time. Um, but if you do want anything further, do let us know. Thank you very much. Uh, Holland, that is, uh, very complex, uh, things to present in, uh, less than half an hour. Um, I think it showed, first of all, um, flexible packaging is not a very homogeneous packaging format or, or structure in itself. So you really have to divide this complexity into the relevant workable pieces. And I think that’s what you are doing at C and how you presented it. Um, otherwise, uh, you get just, um, yeah, smashed by the complexity and, uh, you lose yourself. Now, thank you very much, um, for these details. Um, we got a couple of questions, um, in, uh, at slide and current, the audience and what I can saw more than 110 people are actively, you know, uh, listening and, and watching, um, to, you know, whenever you have a question, put them into the Slido tool, um, and or vote those questions up because we will be going, uh, through the questions more by popularity. Mm-hmm. So the first question, Holland, is, uh, how much worse for recycling practice is a mono polyolefin specification compared to a mono material, uh, PE or PP? Okay, thanks. Uh, that question. So I think we have to look at the recycling infrastructure across Europe. The majority of the recycling infrastructure across Europe is actually designed for mono PE and we have some, uh, limited availability out there for mono PP, um, structure. And that’s building, we’re seeing more mono PP there and we do have some limited, um, uh, recycling infrastructure out there for mono PO. So the view is that all three of them should be separate recycling streams that, um, those materials can go into and then all of them would be of a high value material. At the moment, the focus of course is on PE because that is where has the most of the focus has been from an industry perspective. But I think going forward we will see all discussions around PP and PO. I do know that PO has been a hot, uh, topic discussion in some of the groups such as PPWR and then about whether that is a material that we should want in the future or if we shouldn’t want. Um, so I think that’s gonna be something that is, um, we need to see what legislation comes through on PO materials going forward and how that drives whether that’s going to be an important material or material that is seen as not so important going forward. Uh, \[Name\], what’s your thoughts on that as well? Um, I, I would always answer the, uh, it depends all on the sorting infrastructure. And I think bit, bit, uh, bit like you, I think that is, um, the key, um, provided that there is decent collection happening by the consumers and the municipalities, but the sorting is really the key. And, um, yeah, in theory you could sort everything. Um, but in reality we also have to look at the economics of sorting centers and the different infrastructures of sorting centers. Um, I recently learned that, uh, just in Italy there are more than 500 sorting centers. While in Germany there are only 40 to 50. Um, obviously the bigger the more technology there is in and um, the better you can sort. Um, so that is kind of the infrastructure we have in hand now and we have to kind of work with it. ### Laminierte Mehrschicht-Filme Recycelbarkeit And therefore, I guess that many design for recycling guidelines are more restrictive, not because of the recyclability as by recycling itself, but rather be mainly because the sorting infrastructure is not fit, um, to produce enough homogeneous, uh, fractions for the respective recycling technologies. Um, but I should have warned the audience, if you ask a packaging, um, design for recycling expert who might sound like a lawyer, usually starts with it depends. Yeah. Uh, nevertheless. Um, next question is, uh, can we expect that laminated films combining PP and PE will be considered recyclable according to the future? Designed for, uh, designed for recycling criteria within the PPWR or not? That is similar but, uh, different? Yes. Yes. Similar, but, uh, different. I think one of the key things there is we’ve got to consider the adhesives and what adhesives are actually being used there as well. So that makes it a little bit more complex. It’s no, not straightforward. Um, so we do know that, um, when we’ve tested polyurethane laminating adhesives that those are compatible with PP and PE mechanical recycling. Um, but um, we’ve only tested PP to PP and PE to PE and we’ve at the moment making some assumptions that it would be suitable for PP uh, with PE so, and PE structures. Um, so those thresholds for the adhesives are going to be very important when it comes to, uh, PP and PE being considered recyclable go according to the future DDR criteria in PPWR. I know that again, that’s an area that’s, I’ve been under discussion. The preference I know has been for PE and PP mono materials. I do know that there has been quite a debate around PO. Um, so that, um, if I remember correctly, and Gido, you might have to correct me on this if I’m got it wrong, um, is that PO is currently not preferred, but we do know that there is a lot of people putting the case forward that PO um, is, uh, a good material. So I think it’s gonna be a watch this space for now. Yeah, can definitely confirm there. It is not easy to recycle, let’s call it like this. Uh, but mainly because, uh, as I said, um, recycling streams, uh, are desired to be a bit more simple than the flexible packaging material structure is. Um, but we should never forget that all those material structures were developed for a reason. As you rightly said before, the packaging still has a purpose and the purpose is not in the first place recycling — that is more a necessity, but not the original purpose. Um, because packaging has to deliver something else. Of course. Um, I was about to ask you, Holland, how important do you think is the de-inking or de-inking step, um, before the last, uh, you know, recycling or the actual recycling step? I think it’ll depend on which mechanical recycling stream it’s going into. If it’s going into, um, something at the more industrial streams where it’s clear materials, then of course the ink’s going to be more important. Um, but in the household stream it is lesser importance because you’ve got those, um, it’s not so important about the color. However, I do think, um, there is gonna be a lot more focus on de-inking. I think what’s really come out from doing all of the testing is that everybody’s really starting to think about the chemistries of the ink binder systems that we use. And it’s not just from a recyclability point of view. Um, it’s about, you know, what happens to those chemicals when they break down in the extrusion processes and what will happen to them, you know, when they’re going through multiple loops of the recycling stress system. So I think that’s where the de-inking systems are going to be really important coming forward. ### Drucktinten und Toxizität And I also think that as an industry, we’ll probably start seeing some changes in what are the more prevalent ink systems that are going to be used on the markets, um, depending, sorry, on, um, depending on some of these toxicological reports, but also, um, just on the outcomes of recyclability. Sorry, I’m just losing my voice. Although, uh, I think that’s a great, uh, start for the next question. Given that EVOH and BOPP decompose into toxic substances during the extrusion, how can printed films be safely used as mechanical recyclate in flexible food applications? And before you answer this, I’m gonna read the next question because that is kind of connected to it. What is the current food safety status of raw materials or recyclates coming from mechanical recycling? Will they be suitable for food contact layers? Okay, so I’ll answer the easy question first, which is that currently, um, materials from mechanical recycling are not suitable for food contact layers. This is an ongoing discussion on how do we get materials that are gonna be suitable to go into food contact layers. Um, this may be when we start talking about chemical recycling in more detail. Um, and, but at the moment, certainly from a mechanical recyclability point of view, that isn’t, um, something that’s easy to achieve quickly at the moment. Um, but there’s a lot of work in those areas regarding the NC inks. Um, there’s a lot, there’s been some recent reports about NC inks, uh, decomposing into toxic substances, joint extrusion. Um, there’s still some, um, I know there’s a bit of, there’s different reports that have contradicted each other on some of those materials. So from a design guidance point of view, we actually did test to see if there’s any fumes coming off during the extrusion process. And we also did pH papers to just see if there was any acidic fumes, um, on NC inks was anything that particularly showed in our laboratory testing. So we are focusing at the moment in our design guidance on design for recyclability. Um, we are aware that there might be some more guidance needs to link across from a safety point of view, but more data is needed on that. Um, and we’re also, sorry, losing my voice again. Um, we’re also aware that, um, there might be some legislative changes that come through on some of those areas as well. Um, so we’ve just focused on it from a design point of view. Um, when we’ve been talking through, um, with, uh, stakeholders as well, some of it is about whether this is about having extra extraction systems on the recycling plants. Um, and some of this is about actually does it go deeper than that? Um, so I think it’s a much bigger question overall. So not something if I can give a firm answer on at the moment. Uh, ‚cause I think there’s a lot of research going on in this area, I can confirm. Um, that’s complicated. Uh, plus the, uh, all these substances of concern, um, discussions, uh, not just, uh, in the, in the, in the environmental, uh, field, but also in the food, uh, products of, um, food contact product safety field. Um, and that’s actually what I wanted to also comment on the question: Um, what about, uh, polyolefin from mechanical recycling fit for food grade? Um, I’m afraid that we won’t see that happening in the near future, um, simply because there is a race between, um, yeah, analytics in improving analytics. So we will always find more and more little substances, uh, in the, um, even smaller parts, et cetera. ### Polyolefin-Reinigung Herausforderungen And therefore, um, yeah, the, the efforts of cleaning, let me call it cleaning the, the, particularly the polyolefins, uh, will I think be too challenging to do it. Uh, nevertheless, um, if we succeed as value chain or a society to have all the flexible IC plates going into some markets which are non-food contact than we already achieved, um, quite a lot. Yeah. So, um, probably industry should not always go to the moon first or fly to the moon first, but you know, across the ocean. Um, um, because that is a bit easier than flying to the moon. Yeah. Um, in the con, uh, context of time, I will now address the last question before Karsten will, uh, wrap it all up. Um, so what is the future of the PET polyamide and other non, uh, polyolefin industries? Uh, seems like it is a bad future, at least in EU. Would you confirm that? Um, I think it will be every, all of these materials have got their roles in different areas and certainly, so if we focus on PA, we can already see that PA six and PA triple six that we’re actually seeing. Some of these materials are compatible with PE and PP and PO mechanical recycling cleans. Um, and, um, so I think it will depend on some of the chemistries of those materials. And we know we’ll be doing further work on PA because it depends also on the tie layer and it also depends on the adhesive that’s being used as well. When it comes to PET, we do know that PET is being used as a mono material on lidding films, uh, for trays, et cetera. And I know that, um, the, uh, PET organizations are looking at seeing if there’s a way for them to collate PET flexibles, which are predominantly PET materials to then recycle them however they are such a small amount, it’s whether that’s actually ever going to be viable. Um, so, um, but there’s always, but, uh, we also have to remember that we are very much focused on household and some of these materials are being used in medical applications and of applications where they are perhaps going for incineration and other methods of disposal. And we also need to consider what’s going to be the impact of chemical recycling as well. Um, so, um, we do know that we get mixed messages from chemical recyclers and from a CEX point of view, one of the things we want to look at next year is about, um, updating the current design guidance to also incorporate, um, design guidance for chemical recycling. But then of course, we’re gonna be going down to the amount of oxygen that’s in, um, the material, the amount of nitrogen, and really going down to a chemical level to see what sort of quality of material they’re going to get from chemical recycling if they have some of these other materials in there. So technically they can recycle these materials, but whether it’s actually not going to be very good from recycling quality is gonna be an impact. ### Industrielle Flexibilität und Ausblick So I think it’s, again, um, it’s gonna be a watch this space and see, and, you know, industries will be flexing in different directions as well. Yeah. Thank you very much. Um, yeah. Uh, I’d like to thank you, Holland, for your extensive presentation and the great exchange and your explanations now toward the end. Uh, I think much more detail can be found at the CFL website and sphere, and obviously they’re really super detailed questions. You and the other CFL team members are usually available, um, to meet those requests. Um, yeah, I’d like to thank the audience, uh, for attending and for listening in until now. Uh, it is one of the hot topics, uh, for this year, but it will remain also, as Holland uh, mentioned, for the next and beyond, uh, years. Um, it is now my pleasure to wrap this, uh, last Inno-Talk Europe meeting, uh, session for this year. And, uh, remind you, uh, as an audience that the next Inno-Talk Europe is on the 6th of February about digitalization as a key to PPWR compliance. Um, all the requests have to be managed also in a kind of a digital way, uh, to make it a bit easier, documentation, et cetera. That’s what we’re gonna talk about on the 6th of February. Until then, I wish, together with the entire Innoform team, uh, everybody some happy holidays, uh, peaceful time, and don’t forget, uh, to always put the packaging from all the Christmas treats, et cetera, into the right bin so they find their way into proper recycling. Thank you very much, and until the next time, bye-bye. Thank you. Bye-bye. **Kategorien:** Disposal / Recycling **Schlagwörter:** ceflex --- ### [First INNO-Fiber: A successful launch for paper-based flexpack solutions](https://inno-talk.de/en/first-inno-fiber-a-successful-launch-for-paper-based-flexpack-solutions/) **Published:** April 24, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** INNOFORM visits Felix Schoeller – Interview with Julian Thielen and Guido Hofmeyer With the **first [INNO‑Fiber](https://www.innoform-coaching.de/tagung/faserbasierte-verpackungen-2026)**, Innoform has established a new industry event – and sent out a strong signal right from the start. Around **70 participants on site** and **20 participants watching the livestream** spent a day and a half of intensive discussions on paper-based packaging solutions, regulation, technology and collaboration across the entire value chain. For **Julian Thielen**, the new managing director of Innoform Coaching, it was the first event he had conceived and organised entirely on his own. His verdict is clear: *“**Brilliant**.”* ### A new format – and a strong team From the outset, **INNO‑Fiber** was conceived as a **platform for dialogue**. The aim was not to deliver traditional keynote speeches, but to provide practical insights from people who **truly believe in their topics**. This is precisely what the participants highlighted as particularly positive: the quality of the presentations, the logical structure of the topics and the clear commitment of everyone involved. The team-based approach also proved its worth from an organisational perspective. The programme, speakers and discussions flowed seamlessly into one another – and continued in the conversations that followed the presentations. ### Host package: Experience the industry first-hand, rather than just listening A special feature of **INNO‑Fiber** was the **host package**. Following the first day of the event at Innoform, a visit to **Felix Schoeller** was on the agenda for the second day. Host **Guido Hofmeyer** did not hesitate for a second to support this new format. The idea behind it: not just to discuss paper for the flexpack market in theory, but to turn it into **something that can be experienced first-hand in production**. Hofmeyer soon realised that these were precisely the formats in demand: > **“We need to talk to each other more. Events like INNO-Fiber bring together exactly the right people to really drive this change forward together.”** > *Guido Hofmeyer, Felix Schoeller* The second day of the event in particular demonstrated just how valuable this change of perspective is – moving straight from the lecture theatre to the machine. ### Why INNO-Fiber? Paper is an exciting world for flexpack manufacturers For a long time, Flexpack was virtually synonymous with plastic film. But that is changing fundamentally. Paper-based solutions are rapidly gaining in importance – driven by **PPWR**, sustainability targets and new market demands. Julian Thielen sums it up: for many people in the film industry, paper is **uncharted territory**. There are uncertainties, gaps in knowledge – and sometimes resistance too. This is exactly where **INNO‑Fiber** comes in: to promote understanding, share knowledge and provide a dedicated space for this topic. ### The entire value chain around one table A frequently expressed wish at the Innoform conferences is for greater involvement from brand owners. The **INNO-Fiber** host package has achieved this. The participant profile was deliberately broad: - Trademark owner - Converter - Mechanical engineer - Paper manufacturer - Supplier - Regulatory experts This **diverse mix** made the discussions particularly valuable – and led to new contacts and concrete ideas for future collaboration. ### Why Tesa? Small components, big impact **Tesa** participated as a sponsor, impressively demonstrating just how crucial seemingly small components can be. Adhesive tapes play a central role in roll changes, in processing and in the ongoing production of paper-based packaging. It is precisely here that it becomes clear just how closely **all the cogs** must mesh for paper-based solutions to work reliably – a core principle of **INNO‑Fiber**. ### PPWR, barriers and new paper-based solutions The **PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation)** was a key topic at **INNO‑Fiber**. Felix Schoeller demonstrated how paper manufacturers are responding to this with a range of technologies: - Thin PE extrusion coatings weighing up to 3 – 4 g/m² - Multi-layer extrusion solutions - Dispersions‑ und Curtain‑Coating‑Technologies - Precise, application-specific barrier properties The aim is to develop **fibre-based packaging solutions** that are both compliant with regulations and technically feasible. ### Virgin fibre, recycled fibre – and openness A key topic of discussion at **INNO‑Fiber** was the question of virgin fibre versus recycled materials. Felix Schoeller currently relies predominantly on virgin fibre – for functional reasons and due to its product history. At the same time, it was emphasised that the industry is undergoing change, and that an open-minded approach remains crucial. Cooperation means more than just an exchange of ideas: it must be **put into practice** – including through external documents and joint approaches to solutions. ### What’s next for INNO-Fiber? Plans are already underway for the next edition of **INNO-Fiber**. Meanwhile, the next major Innoform event – **INNO-Circle, taking place on 1 and 2 July 2026 in Würzburg** – is just around the corner. The event will explore the topic of the circular economy in greater depth – including paper-based approaches. > One thing is clear following the first **INNO‑Fiber**: > The industry-wide dialogue has begun. The demand is there. And this format leaves us wanting more. Here is the automatically translated interview: ### Verwandte Episoden - [Erste INNO‑Fiber: Erfolgreicher Auftakt für papierbasierte Flexpack‑Lösungen](https://inno-talk.de/erste-inno-fiber-erfolgreicher-auftakt-fuer-papierbasierte-flexpack-loesungen/) - [1st INNO-Fiber: Paper packaging: Innovation, Regulation and Competition](https://inno-talk.de/en/1st-inno-fiber-paper-packaging-innovation-regulation-and-competition/) - [Flexpack-Branchentreff – 20. Inno-Meeting 2023](https://inno-talk.de/flexpack-branchentreff-20-inno-meeting-2023/) --- ## Transkript Inno-Fiber One is over, Julian. Your first self-organized, self-curated, self-moderated conference at Innoform as the new managing director. How was it for you? Yes, fantastic. So naturally, we had planned a lot beforehand. I think as a team, we were excellent together. Yesterday, we also had a good program, good speakers. Everything was well-structured and built on each other. And yes, it went really well. The conversations afterwards also showed it. So I’m very pleased. We had about 70 attendees here and some more on the live stream, about 70, I think. That was also thanks to our head, Felix Scholer. We’re also speaking with Guido Hofmeier. Guido, we only met less than a year ago, and you immediately seized the opportunity to follow our new idea. We call it the host package. So you said, „Okay, first day remark as usual. Second day, please come to us and take a look at the paper production for the Flexpack market.“ What prompted you to do that? Well, it became clear to us quite quickly, especially since we only actually met each other for the very first time just about one full year ago now. We really want to push forward our packaging initiatives, and these one and a half days truly showed me that we were extremely well advised to accept your offer. And Julian, once again to you, my sincere congratulations. That was really, really fantastic. I’m so glad that we went ahead and did this. It was quite clear quite quickly that we said, „Of course, this makes perfect sense.“ Because one thing I believe in these one and a half days has become very, very clear once again. We really need to talk more with each other. We need formats exactly like these. We are dealing with a significant change here. It’s quite a different matter whether I have a plastic film packaging or a paper packaging. And what I truly took away as a very positive impression today is that we possess this willingness. A format such as this really helps with that. It was the first Inno-Fiber, and it was perfectly timed. I must say the selection of the topics, the sequence of the topics, and also the quality of the speakers was truly excellent. These are usually not professional keynote speakers, but rather people who genuinely stand behind their subjects, and that was very clearly felt. All right. That’s very good. Julian, you really championed this topic, which actually didn’t quite fit Innoform’s profile until now. That’s what many customers thought. I heard in many conversations yesterday. „Why? You guys do plastic packaging testing.“ „No, we also offer paper-related seminars.“ Why were you so keen on this Fiber topic? Why did you push it so hard? Well, basically, we do everything for Flexpack users. And by necessity, Flexpack was always just film until now, but that’s just how it always was. And for some years now, paper is what we’re focusing on. There are many reasons, but this is a completely new world for most who previously had film, and we need to create an understanding for that, right? There’s often some unwillingness, sometimes a lack of knowledge, and all of this we must combat together, and we wanted to provide a dedicated framework for that, and that’s precisely what we’ve done here. We have repeatedly heard the same criticism at our conferences. Not enough brand name companies. That is why we came up with this host package and asked you to take a look. Check and see which VIPs you have that you could invite along with you. How does it look from your perspective? We naturally brought along more of the hardcore technical experts. Was that helpful for you? Are these even valuable contacts for you at all? Absolutely. Well, I could have told you that right away as well. We had a really diverse group of participants, a colorful potpourri, and for us, of course, it’s important. ### Kundenbeziehungen und Wertschöpfungskette We want to grow, so we also need new customers, and for that, we need customer relationships. And we had a really great response. I must say, we had very high caliber clients who also agreed very spontaneously. And that truly made me very happy because we then had essentially from the brand owner via the converters through the machine builders, us as paper manufacturers, and also other paper producers and everything else surrounding it, contributions from regulatory bodies. So everything one actually needs to consider and illuminate within the entire value chain to truly achieve this transformation. Therefore, as I just mentioned, it was really very good. Makes you crave more. Here’s how it works for us. The speakers are essentially chosen by us. You can contact us, but this time, we also had a supporter, Tesa. It naturally fit the topic perfectly, both for the application and for the product range. How did you come up with that? Yeah, we’ve simply seen, or we simply see that this topic is incredibly complex, and we’ve also observed on the machines that the belts are hanging there, too. You naturally have to understand that when these huge paper rolls are turning and one is finished and the next one comes up, if that doesn’t work smoothly, and that’s just a small detail in that sense, it also has to function perfectly. And if everything stays in, it also needs to function in the paper process. These are many small things that must cooperate, and that’s why we need, as you said, alliances. We all need to talk to each other, and that includes the smallest cog. Exactly. We’ve naturally heard about PPWR often in presentations. It’s also driving us and leads to paperization, as we say in modern German. What new features can Schuler perhaps contribute? What do you actually offer your potential customers and those you already have? Yes. Of course, we are a paper manufacturer, but particularly in packaging, I think we can offer much more, which also helps us, especially with the PPWR in the regulations. We also coat our papers. We have various types of extrusion lines, and with these systems, we can go down to three, four grams of PE coating. We can create multilayer extrusion coatings. We can offer curtain coating technology using the dispersion process, which we already have, which can provide very precise barrier properties and can certainly also contribute within the framework of regulations to bring new fiber paper-based solutions to the market. And we are absolutely convinced that with these offerings, we can indeed provide support to many individuals who are currently searching for innovative solutions. We’ve naturally talked a lot about the circular economy. That’s the PPWR’s goal, to drive it forward. Paper is naturally preferred here as cycles already exist, and it’s cheaper to use recycled material than virgin fiber, but you’re taking a different path. You’re not using recycled material, if I understood correctly during the tour. So what’s your strategy? Well, today we primarily use virgin fiber. We have very small proportions of other pulps. This is naturally part of our history. So the products we manufacture today, whether decorative papers or imaging papers, also release papers, the requirements for the applications we must fulfill. They only allow us, so to speak, to use virgin fiber pulp. But we have also observed this today. A great deal is developing there as well, and we will certainly always look openly with fresh eyes and without judgment whether what we do today will truly endure for the future. We, too, must naturally be open-minded regarding the paper side. ### Offenheit für Papiervielfalt und Zirkularwirtschaft But it’s also quite crucial for us that we’re not solely focused on using just our own papers. So we are definitely open to purchasing other papers that have different properties and then enhancing them with our barrier characteristics. So I believe that’s also another crucial building block, simply to state be open. Yes, what we excel at, we bring to the table, and if it doesn’t quite work out, we’re happy to take something else. So I cannot say it, not just talking about cooperation, but actually doing it. Julian, what’s next for Inno-Fiber? You come from the circular economy, and you naturally have new conferences in mind. What’s coming up next? How will Inno-Fiber proceed from here? Exactly. So Inno-Fiber, we’re making a plan for next year, whether we’ll start it up again directly. Now we have the Inno-Circle on July 1st and 2nd. That’s our sustainability event where we’ll basically pack everything, yes, around circular economy, a few paper topics into a small block to really, yes, address the circular economy within films, and yes, flexible packaging again. So July 1st and 2nd in Würzburg. That’s where it continues. After that, nothing more can come. Thank you. Guido Hofmeier and Julian Thielen. Yes. Thank you very much to you both. Thank you, too. **Kategorien:** Disposal / Recycling, Paper and fiber-based packaging --- ### [Summary: Barrier Laminates – Expert Meeting 2025 ](https://inno-talk.de/en/summary-barrier-laminates-expert-meeting-2025/) **Published:** Juli 8, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ***The two-year conference at the SKZ-Modellfabrik Würzburg on 1 and 2 July 2025 offered a comprehensive insight into current developments and trends in barrier laminates. The focus was on new material solutions and innovative manufacturing processes for monomaterials. In addition, the performance of modern films was impressively demonstrated and precise measurement methods for permeation measurement were presented****.* ![expert meeting](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/07/inno_header_Der-Expertentreff_2025_wide_SKZ_ENG-1024x351.jpg)*by Dieter Finna* All those working on the future of barrier laminate films found access to the latest developments at this conference. The event provided valuable input on current trends in film extrusion and sustainable packaging concepts with innovatively produced polyolefin films. The two-day event also offered a first-class exchange with experts from the packaging industry. Karsten Schröder moderated the programme. Here is a brief summary of the presentations. In his presentation, Dr Thomas Gröner from **TG Pack Solutions** highlighted the **effects of the PPWR Packaging & Packaging Waste Regulation on barrier packaging**. Firstly, he addressed the responsibility of producers and manufacturers. The producer manufactures the packaging and is responsible for its conformity, while the manufacturer places packaged products on the market and is responsible to the authorities. Key challenges arise from the general requirement for packaging to be recyclable from 2030 and the fulfilment of minimum recyclate content requirements for plastic packaging. Multi-material laminates are particularly problematic as they often cannot be sorted or recycled. Manufacturers must therefore increasingly *focus* on mono-material solutions, recycling-orientated design and improved separability. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/07/image.jpeg)*Examples of optimised packaging design by DfR. (Source: Borealis Polyolefine GmbH* ) In his presentation, Florian Reiter from **Borealis** showed how the **properties of monoaxially oriented polyolefin films** can be significantly improved through targeted material selection and process control. High oxygen barriers of up to < 0.5 cm³/(m²\*bar\*d) can be achieved with orientated films in the machine direction (MDO) and their sealing window can be extended to 130 – 170°C with reduced shrinkage in the sealing areas. Monoaxially oriented PE composite films achieve higher mechanical strength and thermal stability with improved process efficiency when processing the films. Such solutions, which are found in Design for Recycling (DfR), require co-operation along the entire process chain. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/07/image-2.jpeg)*Examples of optimised packaging design by DfR. (Source: Windmöller & Hölscher SE & Co. KG* ) As part of his presentation, Hendrik Steen (**Windmöller & Hölscher**) presented **innovative concepts for retrofitting MDO units for more efficient barrier film production**. 5-layer PE blown film lines are particularly suitable for such a retrofit. For less complex applications, the MDO process can also be applied to three-layer laminates. For the production of high-quality EVOH/PA barrier films, however, the use of 7- or 9-layer systems is recommended. An essential prerequisite for the successful integration of an MDO unit is that both the design of the existing extruder and the die head as well as the spatial conditions in the plant tower enable efficient production. With the implementation of OPTIFIL P-MDO automation, the edge trim of the films can be reduced by up to 50 % – a major step towards significant material savings. Overall, the MDO retrofit also helps to increase production efficiency. The production of MDO PE films is a sustainable alternative to conventional PET/PE laminates and opens up new market opportunities and additional sales potential in this field. The presentation by Dr Benedikt Hauer from the **Fraunhofer Institute for Physical Measurement Techniques** **IPM** dealt with the **metrological requirements for the inline quality control** of ultra-thin inorganic barrier layers (< 50 nm) on polymer substrates. These ultra-thin oxide layers are used to prevent oxygen diffusion through the packaging. The measuring principle for the necessary quality control is based on infrared reflection spectroscopy, in particular the analysis of characteristic Si-O and Al-O vibration bands. This was demonstrated using a practical example of inspection during production in an industrial batch coating system. In roll-to-roll systems, thin-film interference, strip flutter and vacuum conditions represent significant challenges for measurement. This is solved by compact, calibrated infrared sensors with short measurement times, high parallelisation capability and spectral filter technology for determining coating thickness in real time. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/07/image.png)*The PGS pressurised doctor blade coating system has extremely low coating tolerances. (Source: BASF SE* ) Norbert Runn from **Polytype Converting** presented **sustainable production targets with innovative technologies**. The PGS® pressurised doctor blade coating system, developed jointly with BASF, enables maximum precision in coating and significantly reduces material losses as well as return and investment costs. Together with Mitsui Chemical, multi-layer suitable barrier coating media were developed, which are particularly suitable for paper-based coatings, in addition to existing solutions for film-based packaging materials. With multi-layer curtain coating, several coating layers are applied in one position. Calendering technology is an energy-efficient and resource-saving process and can be used in a variety of ways, for example for the solvent-free lamination of packaging films and for cooling melted PET film. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/07/image-7.jpeg)*Oxygen and water vapour barrier of different barrier layers. (Source: Bobst Meerbusch GmbH* ) Marco Schmidt from **Bobst** Meerbusch presented the **oneBARRIER concept** as a sustainable solution for flexible paper-based packaging with a high barrier effect. The combination of primer and barrier layers such as AlOX or AluBond (metallisation), supplemented by a heat-seal coating, creates an effective oxygen and water vapour barrier that can replace metallised polyester and even aluminium foil structures. It remains effective even after the packaging material has been folded, as the folding test proves. The barrier material is recyclable in accordance with CEPI, Aticelca and PTS standards and achieves up to 95 % recyclability. Examples of applications include packaging for food and household products that are both recyclable and functional. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/07/image-1-1024x575.png) *Properties of paper coated with traceless. (Source: traceless materials GmbH* ) In a joint presentation, Thomas Lunz **(Mondi** Functional Paper & Films) and Marissa Schwinn**(Traceless** Materials) showed which possibilities **recyclable barrier papers** already offer today and what can be expected in the future. Mondi has all the technologies, including extrusion and dispersion coatings as well as metallisation. The barrier papers fulfil both functional and high mechanical requirements and, depending on the regional system, can be recycled in the paper or light packaging stream. For example, unbreakable barrier alternatives to aluminium laminates can be realised. traceless materials develops home-compostable, innovative biomaterials with a negative carbon footprint made from plant-based residues from the agricultural industry. The biopolymers used are considered plastic-free. In collaboration with Mondi, a paper coating is being developed that offers water vapour and oxygen barriers as well as heat sealability – without impairing the paper recycling process. In his presentation **„Less is more – sustainability, life cycle assessment and consumer behaviour**„, Dr Phil Rosenow from the **Fraunhofer Institute for Process Engineering and Packaging IVV** emphasised that sustainability in packaging is not achieved by simply saving on materials. Underpackaging increases food losses, while overpackaging causes unnecessary environmental impacts. Food losses have a greater environmental impact than packaging. A function-driven life cycle analysis (LCA) takes into account the protective function, shelf life and consumer behaviour. Using the example of minced beef, he showed that optimised barrier design extends shelf life and reduces climate impact. Sustainable packaging balances material use and protective effect, which is currently being investigated at the institute in further case studies for crisps, yoghurt and fruit. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/07/image-2.png)*Colour stability and freshness retention with Bactoferm® Rubis. (Source: Weber Food Technology SE & Co. KG* ) In his presentation **„Using bacterial cultures as a natural oxygen absorber for sausage products packaged in mono-PET“**, Andreas Dietrich, **Weber** **Food Technology**, pointed out that the oxygen in sausage packaging comes from the packaging process, the product and the inadequate barrier effect of mono-PET. The consequences are photo-oxidation, loss of colour under the influence of cold white LED light, loss of freshness and faster spoilage. Cultures such as Bactoferm® Rubis act as natural oxygen absorbers. They bind O₂ metabolically, stabilise colour, extend shelf life and enable „clean label“ packaging without synthetic additives – a sustainable solution for modern, recycling-friendly packaging materials with a reduced barrier. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/07/image-6.jpeg)*Barrier properties of various Ormocer® formulations. (Source: Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC* ) Dr Ferdinand Somorowsky (**Fraunhofer ISC**) presented a **fibre-based stand-up pouch with a barrier function** based on bioORMOCER® hybrid polymers developed in the EU project InnPressMe. These are materials that combine ceramic barrier properties with polymer flexibility. Paper, PLA-X dispersions and bioORMOCER® were processed using conventional methods. The bags consist of over 85 % bio-based materials, are recyclable, biodegradable and achieve barrier values of OTR 2-4 cm³/(m² d bar) and WVTR up to 6 g/(m² d). Compared to conventional plastic bags, they offer significant ecological advantages with comparable functionality and suitability for food packaging. In his presentation, **Dr Philipp Okle** from **Amcor** Flexibles Kreuzlingen AG showed the **advantages of SiOx barriers for PP/PE-based, high-barrier and sterilisable packaging**. They are a sustainable alternative to AlOx and aluminium. SiOx offers better transparency, mechanical stability and recyclability. Compared to AlOx, SiOx barriers have a lower defect density of typical barrier defects and higher processing robustness. Applications range from baby food to pet food. Life cycle analyses (LCA) and recycling studies confirm that packaging with a SiOx barrier reduces the carbon footprint by up to 60 % compared to conventional PET/aluminium/PP solutions and therefore fulfils key requirements of the Packaging & Packaging Waste Regulation (PPWR). In her presentation, Dr Ulrike Helmstedt from the **Leibnitz Institute** for Surface Modification explained **how UV radiation opens up new ways of producing transparent, flexible barrier coatings**. VUV conversion (vacuum ultraviolet radiation) can be used to produce ceramic oxide layers (e. g. SiOx, AlOx) at ambient temperature and normal pressure – without a vacuum process. In this way, sensitive substrates (e. g. PET) can be coated cost-effectively. This opens up prospects for sustainable, thermoformable and conductive barrier systems. Nanocomposite barriers produced with UV-initiated polymerisation use special fillers to extend the diffusion paths for gases (tortuosity principle). UV-curable resins also enable thicker, VOC-free protective coatings without hot air drying. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/07/image-3.png)*Schematic structure of a permeation measurement of flexible packaging. (Source: AMETEK GmbH (Business Unit Mocon))* In his presentation, Christoph Zerwas from **Ametek**, Business Unit Mocon, showed new approaches to **barrier measurement for flexible packaging.** They are becoming increasingly important, particularly in view of the growing variety of materials and increasing requirements for accuracy and reproducibility. The classic preparation of a permeation measurement with cutting and subsequent gluing with epoxy resin is time-consuming, error-prone and also critical to health. The new clamping solution using an adapter replaces gluing, saves up to 90 % preparation time, halves the measurement scatter and increases measurement reliability. This makes measurement significantly more efficient and sustainable – while reducing waste and operating errors at the same time. In his presentation „**Leak testing as a supplement to permeation measurements**„, Alexander Tovar from **Inficon** GmbH pointed out that permeation can only be measured correctly if the packaging is completely sealed. However, the tightness of packaging is not an absolute condition, but is defined by verifiable leakage rates or O₂ concentrations. The selection of suitable test methods is based on these specifications. There are numerous measurement methods – from sensory tests to high-precision differential pressure and gas measurement methods. The pressure rise test in a flexible film chamber is particularly impressive due to its non-destructive, fast and reproducible results. For 100 % control in production, partially automated in-line systems are used to ensure high quality and process reliability. Dr Kristina Eißenberger from the **Albstadt-Sigmaringen University of Applied Sciences** presented **recyclable** **metallised multilayer films with an innovative protein barrier layer**. Metallisation of the protein-based layer significantly improves the oxygen barrier, which increases product protection. At the same time, separable material structures enable single-origin recycling of the individual layers. The process allows enzymatic degradation of the protein coating, resulting in high-quality recyclates. These can be reused in closed material cycles. The aim is to create sustainable, bio-based packaging with a high level of functionality in the future, which enables a real circular economy through customised end-of-life solutions. **Karsten Schröder** concluded the conference with a **concise summary** of all the presentations. It is time to think about packaging independently of the material. Depending on the application for which a packaging material is better suited, this may be paper, but for another application it may be (laminated) film or possibly even biomaterial. It is important to use the most suitable material in each case and not to think ideologically in one direction. This is what the PPWR demands and the big slogan is „Minimise! In its compactness, the conference showed that minimal packaging is not a trend, but the future. Innovation, dialogue and collaboration are driving sustainable solutions and shaping the packaging world of tomorrow. Dubbed with ElevenLabs (oroginal language German) The next packaging printing expert meeting will take place on 27/28 November 2025. ![10th Expert Meeting Packaging Printing - Efficient and Recyclable small](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/05/10_Expertentreff_Verpackungsdruck-Effizient-und-rezyklierbar_teaser_lang_ENG-1024x351.jpg)### Verwandte Episoden - [Barrier laminates – The expert meeting 2025](https://inno-talk.de/en/barrier-laminates-the-expert-meeting-2025/) - [Review Day 1: 8th Expert Meeting Packaging Printing – Daring Diversity](https://inno-talk.de/en/review-day-1-8th-expert-meeting-packaging-printing-daring-diversity/) - [Review Day 2: 8th Expert Meeting Packaging Printing – Daring Diversity](https://inno-talk.de/review-day-2-8th-expert-meeting-packaging-printing-daring-diversity/) --- ## Transkript So now I come to my very brief finale, a kind of summary of the one and a half days is of course not possible in 10 minutes. Before I get to that, I would like to thank everyone. Once again, thank you to these great speakers. It can really be said that the program truly came together. Many thanks for the great preparatory work and that involves many hours, uh, a small round of applause perhaps for our speakers. So many thanks Thomas for taking us into this complex world of PPWR right at the start. Actually, it is sort of the guideline for these one and a half days. Everything today revolves around the flexible packaging industry, especially the PPWR for flexible packaging. This is a gigantic opportunity. Other packaging systems have huge problems. I believe we can do a lot and we need to free ourselves, in my opinion, from this focus on materials. We need to think independently of the material. Depending on whether paper is better for a particular application, film is better or maybe even biomaterials. We need to choose those and not ideologically push in only one direction. That is what the PPWR demands and the big slogan above it, as you have said multiple times, minimize, minimize, minimize, and what is the minimal packaging? The banana peel and then comes the flexible packaging in this sense. Uh, thank you Thomas for this great contribution. And then Boles took us a bit into the, uh, business models of, uh, polyethylene. A great presentation, uh, uh, dear Florian from you. Uh, that was exciting for me. As a Polyolefin fan, uh, that’s what floats on the seas and we ensure that this doesn’t happen anymore, that they no longer end up in the seas, but instead that they become more sustainable, that they are recycled and become more recyclable and, uh, things are really progressing and you have materials that allow for clean welding of mono materials. That’s why I chose this image as an example, to illustrate making the temperature gradient from the outer layer to the inner layer as large as possible with your expertise in polymer structures. Really great. Many, many thanks for that. Then we always need, uh, windmill and wood when we want to produce film. Um, but it doesn’t always have to be a new machine and that’s also a new sustainable approach. That’s why it fits perfectly with this overarching theme we’ve discussed here yesterday and today. MDO retrofitting into existing systems is possible, is often economical, and Hendricks‘ team has doubled since he’s been doing it. Um, you can see that there is a demand for it and I believe that is also a good contribution. Oh, you don’t always have to buy a new machine. You can also retrofit and upgrade something. Um, um, then Fraunhofer was strongly represented with various institutes this time, but everything fit well into the theme and, uh, Benedict, many thanks once for the podcast. Almost 4,000 plays. We’re going to hit 4,000 and uh, um, thank you also for the measurement technology you provide us with, we, we need to be able to reliably measure these thin, invisible layers. Otherwise we cannot bring them to the market. We are responsible for ensuring that when we bring mass products to the market, they also work 100% for that. We also need to measure with you one can buy something like this and it can also be further developed. Thank you very much for the offer and thank you also for the support here at the conference. Then Norbert took us into the world of coating, coating machines, coating technologies, great advances there. Two high speeds, 600 meters and faster. Uh, we learned a lot from the aqueous phase. So the machinery technology has also evolved with the new coating chemicals, new coating systems and materials. Uh, essentially we can coat anything we want today in the various systems. ### Prozesstechnologie und Wertschöpfung Verpackung Thank you very much Norbert, for being here at the Inno-Forum for the first time. Feel free to come again. Wonderful thing. Yes, Bob’s one barrier is almost indispensable in the Flexpack world. You could almost say not only because I have already recorded two podcast episodes there, but because it is simply fascinating how a mechanical engineer thinks about processes and sells a customer. Not only steel and iron and software, but also process technology and finished products which are actually very valuable for our industry where various players are also involved in developing and providing the ingredients. Thank you very much Marco for the great first lecture here in front of such an audience. You did a fantastic job and I already noticed you’ve taken a liking to it. You’ll definitely be back on this podium. Thank you. Yes. Then we had a double lecture. We always like to do that. Mondi and um, traceless are working together. That has been announced here, as they say in modern German. Thank you. Uh, Thomas Itz, uh, and Marissa for once again highlighting the synergies between non-plastic traceless is somewhat similar, but it comes from different sources and paper. What synergies arise there, how paper can be made waterproof, how it can be made sealable with this sustainable material. Traceless, you are in the scale up phase. I am curious about 2029 I believe was the date, how far we will be by then, whether we can really get the large industrial quantities that we already need now. Thank you very much for the great contribution. Yes, and then um, Dr. Hasor took us through the LCA analysis, once again actually the foundation for determining the environmental compatibility of packaging at all. And we heard in several presentations that it is not just the material but really always the packaged item. And I would go even further to the entire process. We really need to evaluate the process well and we are still too weak in this area. I now know some companies that have a button in their SAP or whatever ERP system they use where they can press for the CO2 footprint. That’s already the right path. Just like today we do financial accounting to calculate profit. We also need to have an LCA analysis at the push of a button for products. And there are companies that already have that, um, which have for example switched packaging types, packaging systems because they saw, oh, we are leaving too large a footprint. So thank you for that LCA analysis. Also, everything is uh, calculable today and uh, yes, manageable, yes. And then this somewhat different presentation. Andreas Dietrich is known for speaking from practice for practice and you not only have the cutting expertise for sausage, cheese and everything surrounding it, but you can also package it. And when it’s packaged, you also ensure that it remains fresh for a long time, not just with what is already known but also with bacterial cultures. You’ve also entered into collaborations for that and I already noticed in the discussion last night it was interesting for many, uh, thought about it quite differently. Uh, and also this lubricant between the slices so you can separate the ham. Crazy. I still prefer to buy it freshly sliced from the butcher, especially in Spain. That would be a disgrace. So thank you very much Andreas for the great presentation. Yes. Then this morning we continued with Frank Jacobs, but this time arriving by bicycle, uh, RMT, we talked about fiber based materials, um, standup pouches as one of the possible packaging materials. Then we had um, Mr. Roski here who showed us how to get a very dense coating on paper with some primer and a little effort using osmosis and even with bio osmosis and preferably also compostable. So all of this is possible today. ### Lösungsansätze der Verpackungsindustrie So dive into the toolkit and we have it in our hands. We, the packaging industry can really also bring that to the shelves and reduce the footprint. Amcor outstanding the products. Exactly. What I particularly liked was addressing the problem areas and saying, look, this is what we can manage as a, we are not blindly delivering this to the market, but we know our imperfections and manage them and we can now deliver sterilization resistant mono material, high barrier films made from polypropylene with a guarantee of barriers remaining after the sterilization process. I understand under one cubic centimeter. And this is truly something that five years ago one would not even have dreamed of today. It is available on the shelves. And a side note, dear Philip, I also noticed, uh, the quantities are increasing. Thank you. Aluminum is decreasing and here an aluminum company is waiting and the other non aluminum films are increasing and you don’t hear that from everyone. Was it like that with you? Thank you also for these insights should motivate all of us to continue thinking in this direction, not because aluminum is bad, we need aluminum for other things, but not for Flexpack. Actually according to PPWR, it’s just not appropriate for that. So, and first of all here also IOM Nice that you managed to finish the presentation this morning. It was worth it. I believe you felt it too. Thank you very much for taking us into the future. I must say into perhaps five to 10 years. That’s roughly the horizon where completely different coatings can be made, possibly transferred from the technical field here into Flexpack. Earlier I presented maybe for the first time, maybe not for the last time. I am interested in this long-term future. I believe everyone feels the same. We have to set the course today, which might only bring us the return on investment in five or 10 years. And one must inform oneself. And for that I say a heartfelt thank you. Yes, everyone knows Mocon, almost everyone knows Amatech here in the hall at least. We talked about permeation measurements and there are other device manufacturers. We saw them outside. Labthink also exists. They also build such devices. It’s only fair to say that there are now several on the market. Mocon has been the standard for many, many years. By the way, I was born in 1966. I learned that Mocon was also founded then. So that’s a kind of nice anecdote and the trend is really moving towards saturated packaging and that is a good thing. There’s that infamous study from AFI from almost 20 years ago, um, stating that every second package no longer has a modified atmosphere by the end of its shelf life. Even though it once had one. Every second package is so leaky and has such poor permeation that it wouldn’t actually be marketable anymore. They once did that in a study you can read everything about it and to avoid something like that, you need to check the finished package for tightness. That was then done by Mr. Tova, the successor of Mr. Serva, so to speak, from the home office. Also very modern presenting from the home office is also cool. We have it every time it’s at the conference. You need to select the leak test very carefully so that you can even perform MR services barrier measurement. By the way, we actually perform a leak test before every permeability measurement to ensure all closures are tight, especially for package tests that otherwise there’s no point in starting the measurement. The devices are far too sensitive and the sensor is too expensive for that. At Inficon you get leak testing methods and especially the know-how, how tight is actually tight. What level do I need? ### Barriereanforderungen nach Anwendungsfall I don’t always need technical tightness. Sometimes bacterial tightness or water tightness is sufficient. It always depends. You can look up now how we do it. Yes, and this is my favorite topic. Bioeconomy, the biocycle, you know it from cradle to cradle or the technical cycle. I am all for the biocycle and I believe that we technicians will do a lot of research and many application experiments in the next decades until we finally understand how it works in nature and it actually shows us everything. I think we are on a good path. Thank you very much, dear Ms. Iceberg, for the great lecture here for the first time also at Innoform. I will stop by the SPI one of these days and take a look at everything. We also hold events together there and it always works out really well. Thanks for that too. Yes, a note on our own behalf. We will now only hold the Inno-Talk six times a year because we have so many in-person events again, otherwise it just becomes too much. The next Inno-Talk free online. Always two keynote speeches at the cutting edge of the times, as I always say, will now be in English again. We are doing this together with our European Association, Flexible Packaging Europe. G\*\*\*o at the camp also always moderates everything when the events are in English. We also always have German ones, which I then do. So please tune in again. Um, you can register for free. It’s fun. There’s always a nice discussion at the end. And one last announcement on our own behalf. We have the printing conference, as we say, commonly known as the expert meeting for packaging printing. This time at the company Fullman in Minden at a paint factory. And competitors are also welcome to join. That is a great training center they have there. We went there this time especially because there is a benefit and added value. We want to breed some more life back into the packaging printing conference. We have had slightly declining participant numbers that cannot be because printing is booming at the moment. The printing industry, I always look at Siegwerk here, is changing significantly and so are the printing inks. You might know that NC binders are currently out of stock. The arms manufacturers need them for their gunpowder, that is nitrocellulose. And now we in the printing inks can’t get it at a reasonable competitive price anymore. I see that as an advantage because we are finally moving to polyurethane printing inks. They become competitive. Uh, and, and so we can finally, uh, uh, that uh, despite the negative influence of the walls we are currently dealing with, draw very positive conclusions for printing technology and introduce new colors to the market that are much more recyclable and above all manageable today. And also have other advantages such as durability and much more so. So for those interested in the printers, Dina will summarize these one and a half days in writing. Again, we will publish this soon. Dita always offers to write a large summary for each speaker. He is one of the gifted technical editors in the Flexpack industry. There are not many of those. And if you are interested gladly, we will send it around to this group again. And in this sense, I say thank you, enjoy your meal, have fun during the tour perhaps, and come back soon. Thank you. Goodbye. **Kategorien:** Uncategorized --- ### [When is packaging considered reusable?](https://inno-talk.de/en/when-is-packaging-considered-reusable/) **Published:** November 20, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## Reuse in the focus of the PPWR The EU Packaging Regulation (PPWR) asks a key question for the industry: When will packaging actually be considered reusable in future – and what requirements are necessary for this? Inno-Talk highlighted the most important points relating to the term „reuse“. This blog post summarises the key messages in an understandable way and classifies them for practical application. --- ## **Reuse instead of „recyclable“ – the terminology of the PPWR** In everyday life, we talk about „reusable“, but the PPWR uses the term „reuse“. This means that packaging must be designed in such a way that it can be used multiple times – within the framework of a regulated recycling system. The regulation thus clarifies our common understanding of reusable packaging at a legally relevant level: not all robust packaging is automatically reusable within the meaning of the PPWR. It must be integrated into a system that actually enables and documents reuse. --- ## **Basic requirement: Survive more than one cycle** The first, seemingly simple but crucial question is: To what extent can packaging survive more than one cycle of use and return? This results in specific technical requirements: - The packaging must be mechanically stable enough to withstand several cycles without significant damage. - Functional properties (e. g. tightness, barrier, manageability) must be maintained over the intended number of cycles. - Cleaning, drying and, if necessary, relabelling must not weaken the packaging in an impermissible manner. This robustness is a fundamental requirement for packaging to be considered reusable or reusable within the meaning of the PPWR. --- ## **From „or“ to „and“: recycling quotas also apply to reusable items** A particularly important point: an earlier version of the regulations stated that packaging must be either recyclable or reusable. This „or“ has since been significantly tightened. Today, the following applies: Reusable (multi-use) packaging is also subject to the requirements regarding recycled content and quotas that apply to single-use packaging. This has several practical implications: - Reusable packaging is not a „free pass“ to circumvent recycling quotas. - Design for Recycling remains essential even with reusable packaging. - Material selection and system design must take into account both reuse and recycling at the end of life. The PPWR therefore takes a holistic view of the circular economy – from reusable cycles to final material recycling. --- ## **Future minimum number of circulations – questions still to be answered** Another aspect that was addressed in the Inno-Talk: In future, there could be a mandatory minimum number of reuse cycles for certain product areas. This raises questions: - How is a „cycle“ clearly defined and documented? - What are the minimum quantities for each segment (e.g. beverages, takeaway packaging, transport packaging)? - How are damage, loss or premature disposal handled? These points are still subject to uncertainty. However, one thing is clear: anyone developing new reusable systems today should set realistic but ambitious targets for circulation figures and consider appropriate testing and monitoring concepts. --- ## Technical requirements: Emptying and reuse without damage The PPWR also requires that emptying and reuse must be possible „without significant damage“. There are practical issues behind this: - Can the packaging be completely emptied without being deformed, torn open or otherwise damaged? - Will fasteners, handles, carrying aids, labels and functional elements remain functional over several cycles? - Are cleaning and handling reliable and economically feasible in practice? This makes it clear that reusability is not just a question of material, but a systemic problem – from geometry and closure and label design to logistics and returns. --- ## **Example: Bottles – disposable caps vs. reusable concept** Bottles and their caps are a clear example of this: - In the case of disposable packaging, lids are now often permanently attached to the bottle (tethered caps) in order to prevent loss and ensure recycling. - This is not necessarily the case with reusable bottles. Here, a removable cap can be useful because the bottle is cleaned and refilled within the system, while caps are handled or replaced separately. These conceptual differences are reflected in the regulations. It is evident that the PPWR makes a very clear distinction between the system logic of single-use and reusable packaging – and this must be reflected in packaging design. --- ## **What does this mean for brands, converters and system operators?** A few guidelines can be derived from the points discussed in the Inno-Talk: - **Plan ahead:** Reusable and disposable portfolios should be considered separately in strategic terms, but assessed jointly in regulatory terms. - **System before individual packaging:** Only introduce reusable packaging if a functional return, cleaning and documentation system exists or can be set up. - **Combining design for reuse and recycling:** Reusability and recyclability must not be played off against each other, but must be optimised together. - **Monitor regulations:** Developments regarding minimum circulation figures and detailed obligations are dynamic – monitoring and regular review of your own concepts are essential. --- ## **Conclusion: Reusable packaging according to PPWR – it is worth taking a closer look** The PPWR significantly clarifies the term „reusable“. In future, reuse will not only mean robust packaging, but also clearly defined systems, documented circulation and compliance with recycled material and recycling requirements. [Innoform Coaching](https://www.innoform-coaching.de/start) supports you with web seminars and [Inno-Talks](https://inno-talk.de/) to help you understand these requirements, apply them to your packaging portfolios and develop practical solutions. [Watch this Inno-Talk](https://inno-talk.de/events/INT-11-25/) ### Verwandte Episoden - [Reusable packaging reinvented: How IQ\*Pak makes the cycle more efficient](https://inno-talk.de/en/reusable-packaging-reinvented-how-iqpak-makes-the-cycle-more-efficient/) - [Guido Aufdemkamp von Flexible Packaging Europe zu den Hintergründen des Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-von-flexible-packaging-europe-zu-den-hintergruenden-des-inno-meeting-europe/) - [Guido Aufdemkamp from Flexible Packaging Europe on the background to the Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-from-flexible-packaging-europe-on-the-background-to-the-inno-meeting-europe/) --- ## Transkript When is packaging considered reusable, or when is it actually considered reusable? In the PPWR, the PPWR addresses the term reusability. So packaging must be reusable. Um, that corresponds, uh, literally to our understanding of reusable. Um, there are various definitions. Uh, I’ve picked out the most interesting and important ones. So for one, it’s obviously trivial: to what extent can packaging survive more than one cycle? That’s a fundamental requirement that needs to be fulfilled. What was a very interesting point now for reusable packaging in general, there was also a significant change in the original version. It stated packaging must either be reusable or recyclable. Um, yeah. Now it has been supplemented by an end, meaning that these recycled content shares and quotas, which will also apply to single-use packaging in the future, now also apply to multi-use and reusable packaging. I won’t go into the recycled content now, I think, I think that it’s been covered enough, but I’ll soon bring up other quotas from the reusable sector. Um, another point that might be interesting, although, um, in the future there might also be a minimum number of cycles that will be mandated for certain product areas, how that is defined and will come into effect. These are still uncertainties that the PPWR also brings with it in many areas. And otherwise emptying and reuse must be, must be possible without, um, significant damage. So, um, even if you might know this from other bottle formats, lids on single-use packaging are already attached to the, to the bottle, but not necessarily on reusable bottles because that contradicts this very concept. Um, we also find this, uh, reflected in the regulation. **Kategorien:** Disposal / Recycling, filling technology --- ### [Segmentierte Messwalzen von Norbert Schilling, FMS](https://inno-talk.de/segmentierte-messwalzen-von-norbert-schilling-fms/) **Published:** Juli 9, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** In dieser Episode des Innoformo Podcasts begrüßen wir Norbert Schilling, Produktmanager und Leiter Marketing bei FMS Force Measuring Systems AG. In einem technisch fokussierten Gespräch diskutieren wir über die segmentierte Messwalzentechnik von FMS, deren Einsatz entlang der Lieferkette, ihren Beitrag zur Nachhaltigkeit und die Rolle der Digitalisierung. ## Hauptthemen: ### Einführung und Hintergrund von FMS: – Entstehung aus der Firma FAG Kugelfischer im Jahr 1993. – Aufbau des Unternehmens mit Standorten weltweit und einem Hauptsitz in der Schweiz. – Norbert Schilling als Produktmanager und Leiter Marketing bei FMS seit knapp 10 Jahren. ### Produktportfolio und Anwendungen: – Kernkompetenz der Kraftmessung, insbesondere bei bahnförmigen Materialien. – Spezialisierung auf Bahnzugmessung in der Papier- und Folienindustrie sowie Draht- und Kabelindustrie. – Einsatz in der Schüttgutindustrie für Förderbandwaagen. ### Technische Details zur segmentierten Messwalze FMS-segFORCE: – Funktionsweise und Vorteile der segmentierten Messwalze gegenüber konventionellen Methoden. – Flexibilität in der Segmentierung und Anpassung an verschiedene Materialien und Anwendungen. – Praktische Beispiele aus der Industrie, wie das Projekt mit Bischof und Klein zur Verbesserung der Produktionsqualität. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/07/FMS-segFORCE_Converting_Balken_01_o_Schatten-1024x576.png)![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/07/FMS-segFORCE_Slitter_Balken_01_o_Schatten-1024x576.png)### Innovationen und Entwicklungen: – Optimierung und Erweiterung der konventionellen Zugmessungen. – Einsatz von Online-Tools und Softwarelösungen zur Visualisierung und Auswertung der Messdaten. – Trends in der Digitalisierung und die Bedeutung der Nachhaltigkeit in der Produktion. ### Praktische Herausforderungen und Lösungen: – Umgang mit Schwingungen und Hängekanten in der Materialverarbeitung. – Anwendungen in High-Speed-Maschinen und spezielle Anforderungen in der Papierindustrie. – Kalibrierung und Wartung der Messsysteme, inklusive praxisnaher Tipps und Empfehlungen. ### Persönliche Einblicke von Norbert Schilling: – Leidenschaft für Motorräder und Restaurierung alter englischer Motorräder. – Engagement in der Landwirtschaft und der Natur im Schwarzwald und den Alpen. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/07/FMS-segFORCE-typisches-Zugprofil-1024x573.png)## Schlusswort: Norbert Schilling betont die Bedeutung der genauen Kenntnis des Spannungsverlaufs in Materialbahnen und ermutigt potenzielle Kunden, sich intensiver mit den Möglichkeiten der segmentierten Messwalzentechnik auseinanderzusetzen. Der Podcast ist verfügbar auf allen üblichen Podcast-Plattformen: [Podcast – InnoTalk (inno-talk.de)](https://inno-talk.de/podcast/)Bildrechte und weitere Infor mationen:[www.fms-technology.com](http://www.fms-technology.com/) ### Verwandte Episoden - [Folien-Material-Analyse Podcast mit Daniel Wachtendorf](https://inno-talk.de/folien-material-analyse-podcast-mit-daniel-wachtendorf/) - [Was haben Druckfarben mit Nachhaltigkeit zu tun?](https://inno-talk.de/was-haben-druckfarben-mit-nachhaltigkeit-zu-tun/) - [Frank Jacobs von XEIKON zu Toner- und Inkjet Digitaldruck](https://inno-talk.de/frank-jacobs-von-xeikon-zu-toner-und-inkjet-digitaldruck/) --- ### Alle Episoden abonnieren [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [Apple Podcasts](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Heute begrüße ich im Innoform-Podcast Norbert Schilling von FMS. Force Measuring Systems heißt das ausgesprochen und wir beschäftigen uns in einem etwas nördig geratenen Gespräch unter Ingenieuren mit Messwalzentechnik, insbesondere die segmentierte Messwalze von FMS hat es uns angetan und wir bereden entlang der Lieferkette, wo so ein System sinnvoll ist, wie das zur Nachhaltigkeit beiträgt und welche Rolle Digitalisierung in diesem System heute schon spielen und in Zukunft spielen werden. Seien Sie gespannt auf Norbert Schilling. Herzlich willkommen, Herr Schilling im Innoform-Podcast. Grüß Gott, Herr Schröder, vielen Dank für die Einladung. Wir sind remote verbunden, Ton haben wir gecheckt, Leute, alles gut funktionieren. Ich freue mich, dass wir das erste Mal miteinander tatsächlich auch über ihre neuen Produkte und überhaupt das doch komplizierte Thema Bahnsteuerung, Bahnmesssystem und so weiter reden wollen. Bevor wir das tun, wollen wir Sie natürlich ein bisschen besser kennenlernen. Was ist Ihre Funktion bei FMS und was bedeutet FMS überhaupt? Ja, ich bin der Produktmanager und Leiter Marketing hier bei FMS in der Schweiz. Ich bin seit knappen zehn Jahren hier in der Firma. Ich habe so eine Schnittstellenfunktion als Produktmanager zwischen Kunde und internen Abteilungen wie Forschung, Entwicklung und bin verantwortlich für die Produktstrategie und Pflege im Bereich Marketing natürlich alles, was Messeauftritte angeht, Verkaufsdokumente, Kommunikation allgemein unserer Webseite natürlich und die Inhalte unserer Social-Media-Kanäle. Außerdem kümmere ich mich auch noch um die technische Dokumentation unserer Produkte. Auch ganz wichtig. Das ist ja ein oft nicht so gern geliebtes Feld. Erzählen Sie es noch mal. FMS Force Measuring Systems AG heißt das. Wofür steht FMS? Genau. Also FMS hat seinen Ursprung eigentlich aus der Firma F.A.G Kugelfischer hier am Standort Oberglatt in Zürich und ist eigentlich dort heraus entstanden 1993. Da hatte der damalige oder der heutige Geschäftsführer Jörg Inheller zusammen mit ein paar anderen Mitarbeitern die sämtliche Abteilung Kraftmesstechnik der Firma F.A.G in einem Buyout übernommen und die haben dann zusammen die Firma FMS Boss Measuring Systems AG gegründet. Die meisten der Mitarbeiter sind heute auch noch in der Firma, die damals bei der Gründung dabei waren. Toll, wie groß muss ich mir das ungefähr vorstellen? Ja, wir sind ein kleines, mittleres Unternehmen, haben 35 Leute hier am Standort, sind aber weltweit aufgestellt. Also wir haben eine Tochtergesellschaft in den USA, haben eigene Verkäufer in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien und im Rest der Welt. Das sind so circa 40 Länder, die wir im Moment abdecken. Arbeiten wir mit Vertretungen. Hochspannend. Sie liefern ja auch an eine spannende Industrie. Da kommen wir gleich noch im Detail dazu. Wenn Sie nicht bei FMS arbeiten, was machen Sie sonst noch so privat? Erzählen Sie mal ein bisschen. ### Motorrad-Leidenschaft und Landwirtschaft nebenberuflich Ja, ich war schon immer sehr, sehr Motorrad begeistert, also früher mehr auf der Straße und im Rennsport tätig. Heute im gesetzten Alter, will ich mal sagen, verbringe ich eigentlich lieber mehr Zeit in der Werkstatt. Die Straße wird ja immer gefährlicher. Bastel dort eigentlich und restauriere alte englische Motorräder zusammen mit meinem kleinen Sohn. Nebenbei habe ich noch ein bisschen Landwirtschaft, ein paar Schafe, Streuobst, Wiesen, Wald, was man halt so hat als altes Landei. Und so oft es geht, bin ich mit meiner Familie in der Natur unterwegs. Im Schwarzwald sind wir ruckzuck. In den Alpen ist es nur eine kurze Strecke ins Elsass. Da sitzen wir hier in der Nordschweiz sehr, sehr zentral. Wirklich eine schöne Region. Ich liebe die auch sehr und versuche auch oft im Urlaub dort hinzureisen. Wenn ich in diesem Sommer tatsächlich auch wieder mal vorbeikomme, freue ich mich schon drauf. FMS bietet eine ganze Reihe von Produkten an. Wir wollen gleich über ein ganz spezielles Produkt sprechen. Aber vielleicht können Sie noch mal so einen groben Überblick geben. Was? Womit Sie sich eigentlich so tagtäglich beschäftigen vorab? Also wir sind eigentlich seit 1993 mit unserer Kernkompetenz der Kraftmessung unterwegs. Kraftmessung – ein bisschen im Speziellen. Also wir machen Komponenten zur Bahnzugmessung, also bahnförmige Materialien. Dort stellen wir fest, wie hoch die Zugspannung auf den Materialien ist. Ganz einfach ein Beispiel: Papier oder Folienbahnen, dass die halt beim Transport oder bei der Förderung durch die entsprechenden Anlagen nicht beschädigt werden, nicht zu stark gespannt sind, nicht zu schwach gespannt sind. Das ist eigentlich tatsächlich eine unserer Kernkompetenzen. Wir haben diese Kraftmesstechnik – Force Measuring Systems – aber auch dahin weiterentwickelt, dass wir jetzt auch andere Märkte für uns entdeckt haben. Wir sind seit 15, 20 Jahren sehr erfolgreich in der Draht- und Kabelindustrie unterwegs. Messen dort die Drahtspannungen auch in rotierenden Anlagen sehr speziell. Was noch mit Funkübertragung zu tun hat – zum Beispiel haben wir aber auch noch ein weiteres Standbein in der Schüttgutindustrie. Also dort stellen wir zum Beispiel auch Förderbandwagen her, die aber ebenfalls auf der Technologie zur Kraftmessung wie in bahnverarbeitenden Anlagen basieren. Wir hatten damals, bevor wir jetzt ins Digitale gehen, mal so ein Problem, dass wir immer Schwingung hatten in einer Anlage, die letztendlich stellte sich dann raus – auch tatsächlich durch eine Kraftmessung entstand, die wiederum aber deswegen entstand, weil wir eine Hängekante produziert hatten und so die Messung total ins Schleudern geriet. Sind das auch Probleme, mit denen Sie heute noch kämpfen? Oder ist das alles gelöst? Das ist ja 30 Jahre her, was ich jetzt erzählt habe. ### Hängekante und Schwingungen in Anlagen Also das ist tatsächlich dieses Stichwort Hängekante zum Beispiel. Das ist ein Thema, was wir nachher ansprechen können bei der FMS SegFORCE nochmal. Das war früher eigentlich gar nicht zu erkennen. Mit konventioneller Messtechnik – mit der FMS SegFORCE können wir das jetzt nun erkennen. Aber Schwingungen, egal ob an der Materialbahn oder an der gesamten Anlage, sind heute auch noch ein Thema, wenn auch nicht mehr so gravierend, da wir diese Störeinflüsse eigentlich zum großen Teil mit Maschinenbauern eliminieren können. Genau. Gehen wir mal rein. FMS SegFORCE hatten Sie eben schon als Markennamen genannt. Was muss ich mir darunter grob vorstellen? Vielleicht können Sie es mal so ganz grob mit hoher Flughöhe erst mal dem Laien, der nicht ganz so tief in der Messtechnik drin steckt, erläutern. Fangen wir doch mal an mit der konventionellen Zugmessung. Die normale Zugmessung ist eigentlich eine Umlenkwalze, an der links und rechts jeweils ein Kraftmesslager befestigt ist. Das heißt, über die Materialbahn, über die Schwingung der Materialbahn habe ich eine gewisse Krafteinwirkung auf diese Umlenkwalze. Und diese Krafteinwirkung kann ich mit unseren Kraftaufnehmern oder mit den Kraftsensoren messen. Problem bei der ganzen Geschichte, ich habe maximal nur zwei Messwerte, die ich bekomme. Also ein Kraftsensor links, ein Kraftsensor rechts. Das heißt, ich weiß zwar ganz grob, was mit dem Material passiert in Bezug auf Zugspannung, aber ob es Unterschiede gibt innerhalb der Materialbahn, das kann ich leider nicht sagen. Und bei der FMS SegForce ist es jetzt so, wir haben da eine starre Achse und auf dieser starren Achse befinden sich bis zu 50 einzelne Kraftaufnehmer. Das heißt, ich kann über die Materialbahnbreite verteilt bis zu 50 Messwerte für die Zugspannung in der Materialbahn messen. Und somit weiß der Kunde jetzt auch, was passiert, zum Beispiel bei überdehnten Kanten oder habe ich zum Beispiel eine überdehnte Stelle innerhalb der Bahn. Ich weiß sofort, wie sieht die Qualität meiner Materialbahn aus, wie sieht die Spannungsverteilung in meiner Materialbahn aus. Das müssen wir jetzt noch mal ein bisschen besser verstehen. Wenn ich mir das jetzt vorstelle, sie haben jetzt ich gehe mal von einer normalen Flexodruckmaschine aus. Ich habe eine 13 oder 14 Meter Bahnbreite. Wie viele Segmente haben Sie dann auch 50 immer? Nö, also wir sind da sehr flexibel. Wir haben eine Mindestbreite von 36 Millimetern, die wir ausliefern können. Also Segmente mit 36 Millimetern Stück an Stück oder eine maximale Breite von 200 Millimetern. Also das kommt darauf an, wie genau will der Kunde wissen, wie seine Zugverteilung ist, wie genau muss er das haben? Was fordert zum Beispiel auch das Material? Also eine Kenngröße, eine Faustformel hier in dem Bereich wäre zum Beispiel je flexibler, je empfindlicher das Material, desto schmaler will ich meine Segmentbreite. Ich habe aber zum Beispiel auch die Möglichkeit, durch diese extrem schmalen Segmente auch diese FMS SegForce zum Beispiel in Rollenschneidern zu platzieren. ### Flexible Messwalzen mit 18mm Abschnittsbreite Denn es ist ja eine gängige Breite, diese 18 Millimeter Abschnittsbreite bei den Nutzen, um dort zum Beispiel die Wickelzüge auch der einzelnen Nutzen aufnehmen zu können. Genau, diese Walzen sind starr montiert oder kann ich die später auch nochmal, wenn ich jetzt eine andere Nutzenzahl habe oder so, variieren? Kann ich mir sowas auch wünschen oder wechsle ich dann vielleicht sogar die Walze? Wie geht das? Genau, das Grundkonzept unserer Messwalze ist tatsächlich so, dass wir volle Flexibilität liefern im Bezug auf die Position der Segmente. Also ich kann die Segmente tatsächlich auch auf der Achse verschieben, wenn ich das will. Kann sie auch relativ einfach austauschen. Also es ist ein Plug-and-Play-System. Ich habe da keine Steckverbindungen zwischen Segment und eigentlicher Achse. Das läuft alles über Gleitschienen, über Kontaktschienen. Die Segmente werden auf dieser Achse durch Pneumatik gesichert. Also ich gebe Luftdruck auf das System und damit sind die Segmente dann gegen das Verschieben gesichert. Die eigentliche Flexibilität, wie wir sie auch uns vorgestellt haben im Bezug auf die Anwendung in Rollenschneidern zum Beispiel, dass eben der Kunde sagen kann, ich will für Produkt A 6 × 50 Millimeter Segmente drauf haben. Für Produkt B brauche ich dann aber bloß 3 × 100 Millimeter Segmente zum Beispiel. Das ist so vom Markt eigentlich nicht angenommen worden. Wir bieten es zwar immer noch an, aber es hat sich herausgestellt, dass der Markt mittlerweile sagt, nee, also ich nehme für meine Rollenschneider ebenfalls voll bestückte Messwalzen der SegForce und werte dann aber bloß diese Segmente aus, bei denen tatsächlich auch ein Signal ankommt. Die anderen Segmente werden einfach nicht berücksichtigt. Genau. Ich kann mir vorstellen, dass es in der Praxis einfacher ist, dass man nicht immer den Schraubenschlüssel rauskommen muss und dann wieder was verschieben muss und dann einfach nur softwaremäßig das quasi abdeckt. Genau, das Verschieben und Austauschen geht zwar einfach, aber ist natürlich trotzdem Aufwand. Und wenn ich das so erledigen kann, einfach über das Gruppieren einzelner Segmente, dass ich als einen Abschnitt läuft, zwar über drei Segmente. Also gruppiere ich mir diese drei Segmente zusammen, addiere die Messwerte und habe dann praktisch den aktuellen Zugwert dieses Nutzens. Genau. Kommen gleich noch mal gerne wieder zurück auf die Technik. Aber ich will noch mal eben verstehen. Sie hatten gerade schon gesagt Rollenschneider. Liefern Sie dann Ihre Walzen dann an den Rollenschneider, den Produzenten oder an denjenigen, der die Rollenschneider betreibt? Das ist tatsächlich ein Unterschied zu unserer Standard-konventionellen Zugmessung. Die konventionellen Komponenten der Zugmessung liefern wir eigentlich hauptsächlich an Maschinenbauer. Das heißt, sie bauen ihre Maschinen, ordern bei uns die Kraftaufnehmer, Messverstärker etc., bauen das ein und liefern das praktisch dann an die Produzenten aus. Die FMS SegForce hingegen ist tatsächlich ein Produkt, was wir hauptsächlich an Endkunden vertreiben. ### SegForce Messsystem für Problemlösungen Das ist oftmals dort der Fall, wenn Endkunden an ihre Grenzen stoßen im Sinne von: Ich habe ein Problem mit einer Anlage. Ich laufe immer wieder in Stillstände rein und kann die Ursache nicht herausfinden. Das heißt, ich muss tiefer in meine Materialien gehen. Ich habe vermutlich ein Materialproblem mit einer Motorrolle zum Beispiel. Und das untersuchen Sie dann praktisch mit der FMS SegForce. Auf Ihrer Internetseite habe ich gelesen, Sie haben auch ein Spezialprojekt gemacht für Bischof + Klein. Das hat mich sofort angesprochen. Ich habe damals zehn Jahre gearbeitet. Da sind mir total viele Anwendungsfälle von damals wieder eingefallen. Haben Sie da mal ein Beispiel für uns aus der Praxis? Genau, also gerade bei Bischof + Klein war es auch so. Sie hatten an einem Triplex-Laminator ein Problem immer wieder auftretend, nicht nachvollziehbar, und haben das letztendlich vermutet, dass es die Qualität der Motorrolle war, die Sie zum Teil aus der eigenen Fertigung, also aus dem eigenen Extrudierer bezogen, aber auch von Lieferanten bezogen. Und der Produktionsleiter dieser Laminiermaschine, der hatte praktisch diesen Leidensdruck, dass er tatsächlich sagte, er muss irgendwas unternehmen. Anders kriegt er seine Produktionszahl nicht hin und hat dann gesagt, er will wissen, wie die Spannungsverläufe sind in seinen Motorrollen und hat dann unsere SegForce zunächst mal direkt beim Eingang vom Laminator installiert und zu guter Letzt aber auch direkt nach der Extrusionslinie. Können Sie das klassifizieren? In welcher Stelle der flexiblen Verpackungsproduktion wird es häufig eingesetzt? Mehr vorne schon bei der Extrusion, beim Weiterverarbeiten, Drucken, Kaschieren oder dann hinten eher beim Schneiden oder verteilt sich das gleichmäßig? Nee, also die Hauptanwendung ist tatsächlich, ich sag mal, in der Veredelung, also tatsächlich beim Beschichten, beim Laminieren. Dort sind im Moment unsere Hauptanwendungen. Genau. Wir haben auch andere Kundengruppen, sage ich mal, sehr stark im Moment natürlich. Batteriefolien ist halt einfach gerade ein sehr boomender Sektor und die setzen sie von vorne bis hinten ein tatsächlich, also tatsächlich von der wahren Eingangskontrolle schon. Bevor sie irgendwas machen am Material, wollen sie erst wissen, ist das Material von der Zugverteilung her in Ordnung bis hinten, bis zum Aufwickler, denn nach dem Rollenschneider genau. Und das ist ja eigentlich auch sinnvoll, dass man in jeder Stufe schon quasi die Qualität unter Kontrolle hat und dann eben auch nachsteuern kann. Zum Beispiel Ausschussstellen, die ja doch immer mal wieder passieren können, rausschneiden. Mir fällt ein konkreter Fall jetzt spontan ein, abgesehen vom Skript. Bogenlauf ist ein Thema von Blasfolie. Das heißt, wenn man dann 25 Meter Folie beispielsweise auf einen glatten Boden auskehrt, sieht man, dass die Folie eine Drift hat, also quasi eine Hängekante, würde man auch sagen. Also das liegt aber ja eben dann an der Regulierung oben an der Extrusion. Können Sie sowas rausmessen, solche Bogenläufe, solche Hängekanten? Und wie erkenne ich die dann bei Ihrer Messtechnik? Hängekanten können wir definitiv rauslesen. ### Eigenversuche und Kundenerfahrungen dokumentiert Das haben wir in Eigenversuchen herausgestellt. Wir haben ja in der Schweiz eine kleine Anlage stehen, bei denen wir verschiedene Materialien durchlaufen lassen können. Es ist aber tatsächlich so, dass wir den Kunden sehr oft helfen können. Das Feedback bekommen wir. Aber was tatsächlich die Kunden gesehen haben bei ihren Materialien und wie sie es korrigiert haben oder ob sie es korrigieren konnten, das erfahren wir leider, leider nur ganz selten. Ja, das kann ich mir vorstellen. Und zwar damals auch im Maulkorb vorgebunden wurden. Sowas durften wir natürlich dann nicht zurückerzählen, weil wir natürlich das noch für uns behalten wollen. Das wäre natürlich auch schön für uns, da eine gewisse Erfahrungskurve aufzubauen. Aber das ist tatsächlich sehr, sehr schwierig, dort an brauchbare Informationen zu kommen. Also die Kunden, wie gesagt, sind sehr oft zufrieden. Wir können sehr, sehr vielen Kunden dort schon gut helfen. Aber wo genau die Probleme lagen und wie die Lösungen ausgesehen haben, das erfahren wir noch leider sehr, sehr selten. Ich kann mir vorstellen, bei Ihnen fallen auch viele Daten an. Welche technologischen Herausforderungen und Trends vielleicht gibt es auch bei dieser segmentierten Messmethode? Nutzen Sie KI dafür? Haben Sie eine Excel-Tabelle? Wie muss ich mir das vorstellen? Also prinzipiell ist die Menge an Daten natürlich immens. Wenn Sie sich vorstellen, also zwei Kraftaufnehmer an einer Messwalze, die 24/7 läuft, da kommt schon ganz schön was zusammen. Jetzt haben Sie das Ganze nochmal 25, also 50 Messwerte mit einer Zykluszeit von 1,5 Millisekunden, die wir weiterleiten. Da haben wir verschiedene Möglichkeiten, die der Kunde haben kann. Also wir haben zum ersten Mal eine relativ ausgereifte Software, die wir anbieten von Hause aus, also dass der Kunde direkt mal eine schöne Visualisierung hat. Was macht denn der Zugverlauf? Das ist zum einen ein ganz einfaches Balkendiagramm, wo man sehen kann, wir haben 50 Balken nebeneinander und die Zugspannung ist einigermaßen eben, ist einseitig. Ich habe abgeflachte Kanten oder ich habe zum Beispiel Ausbeulungen im Material und darunter sieht man auch relativ schön ein Histogramm. Das heißt, im zeitlichen Verlauf sieht man die Unterscheidung oder Verlauf des sogenannten Zugprofils, wie wir das nennen. Genau, das ist die eine Möglichkeit. Mittlerweile haben wir aber auch die Möglichkeit, dass wir die ganzen Messdaten auch per ProfiNet oder EtherNet IP oder EtherCAT-Protokoll an die SPS übertragen können, sodass im Prinzip die ganze Datenspeicherung direkt in der SPS beziehungsweise im ERP-System vom Kunden erfolgen kann. Da hören wir viel in Vorträgen unserer Konferenzen, dass da große Bemühungen der großen Maschinenhersteller auch unterwegs sind, zentral die Daten natürlich vielleicht sogar in der Cloud zu housten. Also da sind Sie auch Lieferant von Daten sozusagen in Form von, ja, Einzelwerten für die segmentierte Walze, oder? Das ist so, genau, das ist so. ### Extrusionsprozesse und Cloud-Lösungen Also wir bemühen uns im Moment noch nicht um so eine Cloud-Lösung, da wir im Prinzip ja nur ein kleines Zahnrädchen in dieser großen Anlage sind. Aber wir sagen natürlich, wenn der Kunde die Daten weiter verwenden will in einer Cloud für weitere Analysen etc., besorgen wir das so, dass er es möglichst einfach hat, natürlich. Also eben, wenn er sagt, er braucht die Daten analog, dann kriegt er die analog. Wenn er sagt, er will sie digital in ProfiNet, dann kriegt er das natürlich dementsprechend so, genau. Jetzt haben wir ja über Extrusion und über Veredelung gesprochen. Extrusionsprozesse sind in der Regel sehr langsam laufende Prozesse. Da kann ich mir vorstellen, ist das relativ simpel. Wie sieht das aus mit High-Speed-Maschinen? Sie sprachen noch Papierindustrie an. Ich sage mal, wenn da eine Maschine mal so mit 800 oder 1000 Metern läuft, geht das auch mit Ihrer segmentierten Walze? Oder kommen Sie dann irgendwann an Grenzen? Haben wir bis jetzt noch nie die Anfragen, also gerade im Sektor Papier, wo wir es ja tatsächlich auch mit Riesenbahnbreiten zu tun haben. Da muss man vielleicht auch noch in einer kleinen Nebenbemerkung erwähnen. Die Seg-Force, die liefern wir höchstens in Breiten bis zwei Meter. Also tatsächlich. Dann kommen wir mechanisch einfach an die Grenzen. Von da haben wir keine längeren Walzen, die wir anbieten. Aber wir haben auch schon mit Aluminiumfolie zum Beispiel Tests gefahren bis 800 Meter pro Minute. Also das ist auch möglich. Also nach oben hin geht das. Muss man das softwaremäßig was anpassen oder bildet das alles Ihr Paket ab? Nee, eigentlich gar nicht. Also wir stellen im Vorfeld, so gut es geht, natürlich sicher, dass wir in keine Eigenresonanzen kommen mit unseren Messkomponenten. Aber ansonsten spielt es eigentlich keine Rolle, wie schnell die Walze läuft. Ich habe ein Demosystem, was ich auf Messen dabei habe. Das läuft mit zwei Metern pro Minute. Das kann ich hochregeln. Bis auf, ich glaube, 600 Meter pro Minute. Da kamen noch nie irgendwelche Schwierigkeiten auf, die wir gehabt haben. Und wie gesagt, beim Kundenprojekt maximal mit 800 Metern pro Minute. Das war absolut kein Thema. Ich habe auch mitbekommen im Vorgespräch, Sie machen auch viele Spezialanfertigungen. ### Branchenspezifische Anwendungen und Maschinentypen Können Sie da mal ein paar Beispiele nennen? Welche Industrie muss ich mir vorstellen und welche Maschinentypen vielleicht auch, wo Sie da besonders gerne oder besonders häufig auch Spezialitäten anbieten? Also da sind wir tatsächlich ultimativ gut aufgestellt über alle Industrien, über alle Anlagen. Das ist der Vorteil, wenn Sie ein kleines, flexibles Unternehmen sind. Wir können auf Zuruf relativ viel machen. Also bei uns muss man auch keine Tausender-Stückzahlen abrufen, um eine kundenspezifische Lösung zu generieren. Wenn wir sagen, wir können hier gut kostendeckend arbeiten, dann sind wir auch mal für ein paar Dutzend Spezialkraftaufnehmer zum Beispiel dabei. Es ist halt auch leider so, dass selbst diese kundenspezifischen Projekte oftmals der Geheimhaltung unterliegen. Natürlich, die wollen ihr Know-how schützen. Wir natürlich unseres auch dementsprechend. Aber es sei so viel verraten: also kundenspezifische Lösungen fangen für uns an, zum Beispiel schon, wenn der Kunde ein spezielles Kabel haben will, einen speziellen Stecker haben will, bloß ein, zwei Maße von einem speziellen Kraftaufnehmer angepasst haben will, bis hin aber zu tatsächlich kundenspezifischen Lösungen mit integriertem Messverstärker, mit speziellen Schnittstellen, mit Spülgasanschlüssen und so weiter und so fort. Also da gibt es tatsächlich so viel oder ein aktuelles Projekt, was wir zum Beispiel haben. Es gibt einen Hersteller von Kraftaufnehmern, den es eben nicht mehr gibt. Die Firma Philips Electronics, die waren früher auch mal tätig im Bereich. Hier haben wir die Anfrage von einem Kunden bekommen, ob wir nicht einfach diese Kraft aus Kraftaufnehmern nachbauen könnten, damit er einen einfachen Ersatz für seine Anlage hat. Prompt haben wir das gemacht und sie gleich ins Standardsortiment aufgenommen. Also da kann auch schnell mal aus der kundenspezifischen Anfrage ein Standardprodukt werden, zum Beispiel. Sie hatten ja erwähnt, dass ich von einem Lagerhersteller eigentlich abstamm. Ich selber hatte damals auch mal als Student so einen Katalog, musste dann immer für meine technischen Zeichnungen nachgucken, welches Lager das richtige ist und so weiter. Erinnere ich mich noch gut dran. Wie lange hält denn so eine Walze? Hat die einen Verschleiß? Muss ich da einen Wartungsplan einhalten? Was muss ich da beachten? Also bei der Messwalze selber haben wir natürlich keinen großen Verschleiß. Einzige Verschleiße, die drinnen sind, sind die Wälzlager, die sind aber sehr stark überdimensioniert. Aufgrund der Konstruktion haben sie einen sehr, sehr großen Durchmesser bei uns. Und wenn da keine, ich sage mal, aggressive Medien in der Atmosphäre sind, haben wir überhaupt kein Problem mit der Laufzeit. Genau. Also wir haben jetzt Anwendungsfälle aktuell bei Batterieherstellern, wo wir tatsächlich aufpassen müssen mit zum Beispiel Karbonstaub. Da haben wir einfach ein bisschen bessere Dichtungen eingebaut und geschaut, dass wir unsere Elektronik so gut als möglich schützen. ### Walzenlager: Verschleiß und Lebensdauer Aber ansonsten spielt das für uns eigentlich keine Rolle. Genau. Also das Wälzlager als Verschleiß, diese Zeiten sind eigentlich auch seit 20, 25 Jahren vorbei. Genau. Genau. Wenn das Lager richtig ausgelegt wurde damals, dann hält das eigentlich ein Leben lang. Genau. Also wir kriegen auch heute Kraftmesslager rein. Die haben wir vor 25 Jahren ausgeliefert. Die kommen rein, die werden gereinigt, neu kalibriert, vermessen und wieder zum Kunden geschickt für die nächsten 25 Jahre. Genau. Stichwort kalibriert. Wir betreiben ja auch ein Prüflabor. Da werden viele Geräte täglich sogar kalibriert bei uns im akkreditierten Labor. Das muss man bei Ihrer Wahl sicherlich nicht machen, aber sollte man wahrscheinlich schon hier und da mal wieder einen Kalibrierungslauf machen. Geht das automatisch? Muss man das bei Ihnen bestellen? Wie oft empfehlen Sie das? Wie geht das? Nö, also es ist tatsächlich so wie bei unseren anderen konventionellen Kraftmesslagern. Die Tarierung und die Kalibrierung macht man nach der Inbetriebnahme. Das heißt, wir machen die Tarierung, indem wir einfach dieses Walzengewicht beziehungsweise das Gewicht der Einzelsegmente subtrahieren und damit die Null-Ausstellung haben. Dann bilden wir ganz normal, wie bei jeder Kraftmessstelle eigentlich, die Materialbahn nach mit einem Draht oder mit einer Schnur zum Beispiel – hängen dort ein Gewicht an, was bekannt ist. Drücken, kalibrieren über die Software und das war es im Prinzip. Und wenn ich keine größeren Unfälle oder im Wartungsfall zum Beispiel Konflikte habe, dann ist diese Kalibrierung eigentlich damit abgeschlossen. Natürlich im Zuge der jährlichen Wartung oder der jährlichen Instandsetzung wird eine neue Kalibrierung empfohlen. Aber ansonsten ist es tatsächlich nach dem Motto „Set it and forget it“ bei uns erledigt. Genau. Also eine wartungsfreie Messeinheit eigentlich. Wenn man will, kann man sie einbauen in seinen Wartungsplan und selber kalibrieren, habe ich verstanden. So ist es genau. ### Zukünftige Innovationen und Entwicklungen So etwas lieben wir natürlich als Produktionsleute. Sie haben sicherlich noch mehr Innovationen und Entwicklungen am Start. Können Sie uns da noch einen Ausblick geben? Wo geht die Reise hin? Worüber machen wir nächstes Jahr ein Podcast, wenn wir über Innovationen reden? Also ich denke, bei uns geht die Reise sicherlich in Richtung Optimierung und Erweiterung unserer konventionellen Zugmessungen. Unser Hauptstandbein mit 60, 70 Prozent am Umsatz. Das sind einfach unsere Kraftaufnehmer, unsere Messverstärker. Was die Technologie angeht bei den Kraftaufnehmern, verwenden wir herkömmliche Metall-DMS, also Metall-Dehnmessstreifen, die wir einsetzen. Eine sehr bewährte Technik, die wir mittlerweile so adaptiert haben, dass uns eigentlich in dem Bereich fast keiner mehr das Wasser reichen kann. Wo wir Potenzial sehen, ist sicherlich der Bereich Elektronik. Da geht immer was im Sinne von schneller, höher, weiter. Sind dort noch alle Grenzen offen, ist auch ein Bereich, der immer wieder nachgefragt wird. Wie schnell könnt ihr die Daten übermitteln? Könnt ihr noch mithalten mit unseren Produktionsgeschwindigkeiten? Was wir aber auch immer laufend machen, ist zum Beispiel, wir haben sehr, sehr viele Online-Tools für unsere Kunden bereitgestellt. Denn Auswahl und Größenberechnungen vom entsprechenden Kraftmesslager. Das ist nicht ganz ohne. Also das machen auch viele Kunden selber. Viele Kunden wollen das selber machen. Und da stellen wir auch die entsprechenden Online-Tools gratis zur Verfügung. Und dort wird sicherlich in den nächsten Jahren noch einiges passieren, gerade in Hinsicht auf KI. Also ein Megatrend – wir sind schon dran. Digitalisierung, KI und alles, was dazugehört. Zweiter Megatrend in der Verpackungsindustrie im Moment? Ja, Nachhaltigkeit. Ist das auch ein Thema für Sie? Haben Sie da auch irgendwelche Ambitionen oder trägt Ihre Walze vielleicht sogar dazu bei? Nee, also Ambitionen haben wir dort sicherlich keine, was uns angeht. Wie gesagt, wir sind ein KMU im Komponentenlieferantenbereich. Für uns selber haben wir eigentlich den Anspruch, dass wir eigentlich das tun, was wir tun können. Das heißt, wir stützen uns auf regionale Lieferanten, nicht bloß wegen der kurzen Transportwege, auch wegen kurzer Lieferzeiten, um schnell reagieren zu können, sicherlich. ### Schnelle Projektabwicklung und Branchenappell Oder auch Einzelprojekte schnell abwickeln zu können. Das ist ein Vorteil. Man kann zu seinem Fräser hinfahren in einer Viertelstunde, kann mal kurz was vorbeibringen und ihn wieder abholen, dementsprechend. Aber allgemein gesprochen ist es schon so, dass jede Ausschussproduktion, die aufgrund von unserer Zugmessung vermieden werden kann, schreiben wir schon uns auch ein kleines bisschen auf die Fahnen, dass wir da geholfen haben, die Welt ein bisschen nachhaltiger zu machen. Ganz zum Ende habe ich dann immer noch so eine Überraschungsfrage: wenn Sie so einen Appell richten sollten an die Branche oder jemanden aufrütteln sollten, der Sie jetzt anrufen soll oder was anders machen soll – haben Sie da so eine spontane Idee, was vielleicht ein bisschen auch auf Ihr Produkt bezieht, was Sie so in den Flexpack-Markt, den Labelmarkt hinaus rufen möchten? Also, was tatsächlich die Botschaft ist, die auch bewerbungsmäßig in den Markt hinaustragen will, ist einfach eine kleine Frage – und zwar an unsere Kunden oder auch mögliche Kunden: Wisst ihr eigentlich, wie der Spannungsverlauf, der Zugspannungsverlauf in euren Materialbahnen aussieht? Das ist genau so eine Frage, die man nur mit solcher Technik, die Sie liefern können, beantworten kann. Ein tolles Schlusswort. Danach kann eigentlich nichts mehr kommen. Vielen herzlichen Dank, Herr Schilling. Vielen Dank, Herr Schilling. Und das war es schon wieder für heute. Ich hoffe, es war etwas Interessantes für Sie dabei. Und wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative für mehr Flexpack-Wissen werden möchten, melden Sie sich gerne bei mir unter ks@ed.innoform.eu und nicht vergessen, diesen Podcast zu abonnieren, wo immer Sie Podcasts hören. Tschüss, bis zum nächsten Mal. Ihr Karsten Schröder. **Kategorien:** Allgemein, Etiketten + Sleeves, Flexodruck, Inno-Talk, Tiefdruck **Schlagwörter:** Farbmesstechnik, Folien, Norbert_Schilling --- ### [Podcast mit Albin Kaelin zum "Zirkulären "](https://inno-talk.de/podcast-mit-albin-kaelin-zum-zirkulaeren/) **Published:** Januar 7, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **Cradle to Cradle neu gedacht: Albin Kaelin im Gespräch über zirkuläre Verpackungskonzepte** Im aktuellen Innoform Podcast dreht sich alles um das Thema **Nachhaltigkeit** und zirkuläre Wertschöpfung. Der Gast dieser Episode, **[Albin Kaelin](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=45600)**, ist eine echte Koryphäe auf diesem Gebiet. Als einer der maßgeblichen Wegbereiter der **Cradle-to-Cradle-Bewegung** in Europa widmet er sich seit vielen Jahren der Frage, wie Produkte – und ganz besonders Verpackungen – so entwickelt und gestaltet werden können, dass sie nach ihrer Nutzung **restlos in biologische oder technische Kreisläufe** zurückgeführt werden können. In den **Shownotes** zur Episode (siehe [Episode](https://open.spotify.com/episode/1BS5TFmlo8gmiFIN3OIkAG)) erfährt man mehr über Kaelins beruflichen Werdegang, seinen Werdegang beim Aufbau von **EPEA Switzerland** und seine Überzeugung, dass echte Nachhaltigkeit nur durch eine radikale Neuausrichtung unserer Produktionsprozesse möglich ist. Was genau steckt hinter diesem Ansatz? Wie können Unternehmen bereits heute von Cradle-to-Cradle-Konzepten profitieren – und welche Rolle spielt Verpackung dabei? ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) --- ## Wer ist Albin Kaelin? - **Pionier in Sachen Cradle to Cradle**: Kaelin hat maßgeblich dazu beigetragen, das Konzept der geschlossenen Kreisläufe in Europa bekannt zu machen. - **Fokus auf ganzheitliche Nachhaltigkeit**: Sein Ziel ist es, Produkte so zu konzipieren, dass sie von Anfang an auf **Wiederverwertung** ausgelegt sind – ohne Abstriche bei Qualität und Funktionalität. - **Experte für zirkuläre Wertschöpfung**: Kaelin berät Unternehmen darin, **Materialkreisläufe** und **Produktdesign** neu zu denken, um Ressourcen zu schonen und Umweltschäden zu vermeiden. --- ## Kernthemen der Podcast-Folge 1. **Cradle to Cradle versus lineares Wirtschaften** Albin Kaelin zeigt auf, warum das traditionelle, lineare “Take-Make-Waste”-Modell am Ende ist und weshalb nur zirkuläre Ansätze langfristig funktionieren. 2. **Zukunftsfähige Verpackungskonzepte** Ob Kunststoff, Papier oder Verbundmaterialien – der Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie sich Verpackungen so gestalten lassen, dass sie nach ihrem Gebrauch **problemlos recycelt** oder gar kompostiert werden können. 3. **Qualitäts- und Materialanforderungen** Kaelin unterstreicht, dass Cradle to Cradle nicht nur ein Umwelt-Thema ist, sondern auch **wirtschaftliche Chancen** birgt. Denn gerade in der Verpackungsindustrie steigen die Ansprüche an **Lebensmittelsicherheit**, **Markenpräsenz** und **Recyclingfähigkeit**. 4. **Praxisbeispiele und Erfahrungen** Wie gelingt der Spagat zwischen **Kosteneffizienz**, **Nachhaltigkeit** und **hohen Qualitätsstandards**? Kaelin nennt konkrete Beispiele von Unternehmen, die bereits erfolgreich auf Cradle-to-Cradle-Prinzipien setzen. --- ## Warum diese Episode hörenswert ist - **Inspirierendes Expertenwissen**: Albin Kaelin gibt tiefe Einblicke in die **Philosophie** und **Praxis** des Cradle-to-Cradle-Designs. - **Konkrete Handlungsempfehlungen**: Die Folge liefert Ideen, wie Unternehmen den Schritt in eine zirkuläre Zukunft wagen können, ohne dabei in den roten Zahlen zu landen. - **Mehrwert für jeden aus der Verpackungsbranche**: Egal, ob Sie im **Einkauf**, in der **Entwicklung** oder im **Marketing** tätig sind – Kaelins Impulse lassen sich auf nahezu jedes Verpackungssegment übertragen. - **Blick über den Tellerrand**: Verpackung wird hier nicht nur als Hülle betrachtet, sondern als wesentlicher Teil eines Wertschöpfungskreislaufs. --- ## Jetzt reinhören Die Podcast-Episode mit Albin Kaelin ist ein Muss für alle, die sich mit **zukunftsfähigem Verpackungsdesign** und der **Transformation zu Kreislaufwirtschaft** beschäftigen. Gerade vor dem Hintergrund steigender Umweltauflagen und bewussterer Konsumenten ist sein Ansatz aktueller denn je. Wer tiefer einsteigen möchte, findet weitere Informationen in den **Shownotes** – darunter Details zu Kaelins beruflichem Hintergrund, Kontaktdaten und weiterführende Links rund um Cradle to Cradle. **Fazit**: Lassen Sie sich inspirieren und erfahren Sie aus erster Hand, wie die Verpackungsindustrie ihre Prozesse so umgestalten kann, dass Produkte zu **Ressourcen** werden, anstatt Müll zu produzieren. Viel Spaß beim Zuhören! **Links und Ressourcen**: - Albin Kaelins Buch: [From Rebel to Radical Innovator](https://www.amazon.de/s?k=from+rebel+to+radical+innovator&crid=155WKVCDT9S4G&sprefix=%2Caps%2C381&ref=nb_sb_ss_recent_2_0_recent) - [www.epeaswitzerland.com](http://www.epeaswitzerland.com/) **Kontaktinformationen**: - **Moderator**: Karsten Schröder - **Gast**: Albin Kaelin --- ### Alle Episoden abonnieren [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [Apple Podcasts](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Heute ist es endlich soweit. Albin Kaelin ist im Innoform Podcast, dem Flexpack Podcast für Entscheider. Wir sprechen über Cradle to Cradle, diesem genialen Prinzip für Kreislaufwirtschaft, über biologische und technische Kreisläufe, über sein neues Buch, über die Textilindustrie und natürlich ganz viel über Folien und Flexpack Beispiele, wie gut recycelt werden kann und was Nachhaltigkeit eigentlich in seinen Augen bedeutet. Freut euch auf dieses tolle Interview. Mein Name ist Karsten Schröder. Los geht’s. Herzlich willkommen Albin Kaelin hier im Innoform Podcast. Danke für die Einladung. Herr Kaelin, wir kennen uns jetzt schon doch eine ganze Weile und wir beiden sind ja Verfechter der Kreislaufwirtschaft. Aber bevor wir gleich ins Thema gehen, wollen wir Sie natürlich auch persönlich noch mal kurz kennenlernen. Sie sind CEO von EPA heißt es jetzt, Switzerland. Womit befasst sich das Unternehmen? Also wir sind ein Beratungsunternehmen. Wir befassen uns insbesondere mit Cradle to Cradle, also von der Wiege zu Wiege. Das ist eine Orientierung, die über 30 Jahre jetzt Bestand hat und praxiserprobt ist. Und es geht hier prinzipiell um wirklich Kreislaufwirtschaft, Circle Economy. Wir gehen ja gleich noch tiefer ins Thema. Dafür brauchen wir eine ganze Menge Kenntnisse. Woher haben Sie die? Sie werden ja sogar von der EU eingeladen, als Fachmann um mit über Kreislaufwirtschaft zu sprechen. Wie kommt das? Ja, ich komme ursprünglich aus der Textilindustrie und ich habe weltweit das erste Cradle to Cradle Produkt umgesetzt, das war 1992, also vor 32 Jahren. Und das ist ein Möbelbezugstoff, der im Airbus A380 in der Economy Class drin ist. Also wenn Sie mit diesem modernsten Flieger fliegen, dann sitzen Sie auch quasi in meiner Erfindung. Also schon vor so vielen Jahren im Kreislauf gedacht und umgesetzt. Die Textilindustrie ist nun nicht unbedingt bekannt als besonders kreislauffähig. Sehen Sie da denn, um ein bisschen abzuschweifen, Licht am Ende des Tunnels? Also die Textilindustrie ist weltweit die größte Industrie, was Mitarbeiter angeht. Es ist aber auch die Industrie, die am meisten quasi Umweltbelastung schafft über die Chemikalien, Materialien, Farbstoffe, Beschichtungen, alles was dazugehört. Und es ist eine sehr hart umkämpfte Industrie. Also hier geht es um das wirtschaftliche Überleben. Und dazu kam, dass ich Schweizer bin, das war ein Schweizer Unternehmen, also Wettbewerbsfähigkeit in einem globalen Umfeld, dazu kam es schon extrem schwierig. ### Färberei-Abwasser: Innovation statt Sondermüll Und wir mussten quasi einen Weg finden, quasi das Unmögliche möglich zu machen. Die Firma liegt südlich vom Bodensee, direkt am Rhein gelegen, zwei Kilometer von der österreichischen Grenze. Andere Länder, andere gesetzliche Vorgaben, 20 Kilometer zur Grenze von Deutschland. Also wie gehen Sie damit um? Es hatte eine Färberei für Garne, das Abwasser, wir hatten keine genügend Zeit dafür. Wir mussten Lösungen finden. Und der Ansatz, der wirklich den Durchbruch gebracht hat, war Cradle to Cradle. Weil wir haben plötzlich wirklich die Chemie neu definiert, wir haben Farbstoffe neu definiert. Und die Abwässer waren am Anfang nicht wirklich sauber. Und nach der Implementierung von Cradle to Cradle haben uns die Behörden gesagt, jetzt macht mal einen Test des Abwassers, das haben wir gemacht. Da rufen die uns an, nachdem wir die Ergebnisse eingesandt hatten und sagten, ihr habt uns glaube ich falsch verstanden. Wir wollten, dass sie das Abwasser testen und nicht das Frischwasser. Oh. Und wir haben das Abwasser getestet. Das heißt also über diesen Ansatz Cradle to Cradle schaffen sie plötzlich eine komplett andere Dimension von Qualität. Hochspannend. Daraus wollen wir ja auch vieles ableiten für die Verpackungsindustrie. Dafür kämpfen sie jetzt schon einige Jahre. Ich möchte mal ein bisschen ins Thema einsteigen mit einer kurzen Beschreibung. Produkte sind ja so zu gestalten, dass diese sicher für biologische oder chemische Kreisläufe sind und sich positiv auf die Gesellschaft und die Umwelt auswirken. Wie ist das zu verstehen? Also wir haben ein grundsätzliches Problem. Das ist, wir sind alle erzogen worden, linear zu denken, und alle unsere Systeme, in denen wir leben, sind alle mit linearem Denken entstanden. Und das hat keine Zukunft, weil wir zerstören Ressourcen unwiederbringlich und die meisten sind noch giftig, toxisch. Und das heißt, wir haben eine Verantwortung und darum quasi eine Verantwortung für eine moderne Gesellschaft und die Umwelt, dass die kommenden Generationen über genügend Rohstoffe verfügen und die müssen eine gute Qualität haben und die müssen nicht giftig sein, damit die aus diesen Rohstoffen ihre Produkte gestalten können, die sie halt aufgrund ihrer Wert, die sie dann haben, realisieren können. Dieses lineare Denken, können Sie das noch mal ein bisschen näher beschreiben für unsere Zuhörer, weil nicht jeder ja mit diesen Fachbegriffen so vertraut ist, auch wenn es ein deutscher Begriff ist, aber linear, so richtig deutsch ist, hört es sich ja auch nicht an. Was versteht man eigentlich jetzt bezogen auf Flexpack darunter? Können Sie vielleicht mal ein Beispiele machen? Also ich kann das kurz und einfach erklären. Also stellen Sie sich eine Linie vor und am Ende der Linie, da ist halt ein Ende und da ist ein Abfalleimer. So, und das ist eigentlich das Problem. Viele meinen, ja, jetzt haben wir die Linie und wir können aus dieser Linie einen Kreis machen. ### Produktdesign und Kreislaufwirtschaft neu denken Ist relativ einfach. Aber das Problem ist, der Abfalleimer ist immer noch da und diesen kriegen Sie nur weg über Innovation. Und wenn Sie jetzt auf flexible Verpackungen hinweisen, dann sind das unterschiedliche Beschichtungen von unterschiedlichen Komponenten, Polypropylen, Polyethylen, Alu-Schicht, einfach was halt so Standard ist, damit die Barriere-Eigenschaften erreicht werden können. Aber das ist alles nicht kreislauffähig. Das ist alles Sondermüll. Und da setzt eben die Innovation an. Sie müssen hier von Anfang an das Design dieser Produkte komplett neu ansetzen. Sie müssen in die Industrien reingehen. Sie müssen die Lieferketten integrieren. Sie müssen die Produktion soweit gestalten, dass sie halt eben zum Teil neue Maschinen brauchen, weil die bestehenden das halt nicht können. Und dann müssen sie die Produkte zurücknehmen. Das sind die riesen Herausforderungen. Es ist eben etwas im Kreis. Es ist ein ganzheitlicher Ansatz. Und das macht es enorm schwierig. Es macht es auch schwierig für die Unternehmen, weil große Risiken drin sind. Weil plötzlich muss ein Unternehmen Produkte zurücknehmen. Das kostet Geld. Wie organisiere ich das? Wie schaue ich, dass diese Rohstoffe wieder integriert werden können in den Lieferketten? Ein Slogan, der jetzt vielleicht auch dazu passt: Kreislaufwirtschaft statt Downcycling. Vielleicht können Sie erst nochmal erklären, was bedeutet eigentlich der Begriff Downcycling? Kreislaufwirtschaft haben Sie schon angedeutet. Da gehen wir gleich noch tiefer rein. Aber was versteht man heute unter Downcycling? Viele sagen ja, es ist ein Unwort. Das gibt es gar nicht. Das gibt es wohl. Und dieses Downcycling ist eigentlich das übliche Recycling. Also wir nehmen diese Rohstoffe, die wir haben, die nie konzipiert wurden für Kreisläufe, die zum Teil eben auch toxische Elemente drin haben, die quasi bringen wir über ein meistens mechanisches Recycling, erhalten wir diese Rohstoffe irgendwie. Aber die Qualität ist nicht wirklich gut. ### Toxische Kunststoffe durch neue Polymere ersetzen Und die meisten sind eben toxisch. Und das muss geändert werden. Darum müssen wir versuchen, schaffen wir Systeme, in denen wir einerseits die Rohstoffe neu definieren. Also wenn Sie jetzt an PET denken, Polyethylen, Polypropylen, die sind halt vor 100 Jahren entwickelt worden, aber nicht mit der Intention für Kreisläufe zu denken. Das heißt, wir brauchen in der Zukunft auch neue Polymere. Wir brauchen neue Kunststoffe. Und ich habe erwähnt, ich komme aus der Textilindustrie. Ja, die Textilindustrie ist da relativ nahe dran, was Kunststoffe angeht. Auch einfach auf einem ganz anderen Level, weil sie müssen da ja extrem feine Dinge produzieren. Und darum sind wir auch, würde ich sagen, Experten, was die Kunststoffindustrie angeht. Also Kreislaufwirtschaft ist nicht gleich Recycling. Wir haben gerade einen Podcast veröffentlicht mit Inter Zero, dem Markus Holland und Julian Thielen. Und die sind unheimlich stolz auf ihr mechanisches Recycling, ihre neuen Technologien, die sie jetzt einsetzen, um noch besser vorzusortieren und dann zum Beispiel aus einer Monopropylen-Standbeutelverpackung, wir hatten gerade die Tagung in Wien auch zu dem Thema, wieder zu recyceln zum Rasengitterstein oder einer Parkbank. Diese Wörter fallen dann ja immer. Was halten Sie denn überhaupt von diesen großen Anstrengungen, die wir mit viel, viel Geld, gerade in Deutschland seit den 1990er Jahren mit dem grünen Punkt unternehmen, einfach aufs mechanische Recycling zu setzen und vorne eigentlich doch relativ wenig zu machen, aber doch immerhin jetzt auf Monoverpackungen zu setzen. Ist das der richtige Weg aus Ihrer Sicht? Also das ist ein richtiger Weg. Und wir haben hier, glaube ich, das Leuchtturmbeispiel, was wir nennen können. Das ist der Nachfüllbeutel von Frosch von Henro Mertz. Hier hat man genau eben dieses Design quasi geschaffen, damit dieser Beutel überhaupt kreislauffähig werden kann, dass er auch, was das Thema Materialgesundheit angeht, absolut in Ordnung ist. Man musste aber auch hier entscheiden, was tun wir mit dem Konsumenten? Nehmen wir quasi einen pinkfarbigen Sack anstelle von dem gelben Sack? Und die Entscheidung war nein, wir lassen den gelben Sack, wie er ist. Aber wir brauchen eine andere Sortiertechnologie. Und hier ist eben German Engineering, die hat die andere Sortiertechnologie geschaffen, dass dieser Beutel gesondert rausgenommen werden kann und in einen separaten Kreislauf geführt werden kann. Das ist dieses, würde ich sagen, eben Leuchtturmbeispiel für einen Kreislauf mit mechanischer Kreislaufführung. Also grundsätzlich geht das, höre ich aus Ihren Worten heraus. Aber so richtig rund hört sich das für mich nicht an. Wie hoch ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass jetzt so ein Beutel auf die richtige Sortieranlage kommt? Ne, dieses System ist geschaffen, das funktioniert. Also es geht zurück auch an diesen Hersteller, der setzt das jetzt ein. Aber am Anfang hat man halt 100 Prozent Neumaterial gehabt und jetzt sukzessive wird halt Recyclinganteil über dieses mechanische Recycling, weil das schon designmäßig konzipiert war, wird das jetzt quasi sukzessive erhöht und das Ziel ist eigentlich 100 Prozent. ### Chemisches Recycling: Energieaufwand und Kritik Aber das ist ein Einzelfall und da ist halt auch ein Unternehmen, Werner und Mertz, auch mit dem Herrn Reinhard Schneider, der halt wirklich hier Pionier ist und das auch gefordert hat über mittlerweile Jahrzehnte und es durchzieht und auch viel investiert hat und halt die Leute an den Tisch genommen hat, die beteiligt sind, um diese Lösungen zu finden. Das ist aber nicht der Normalfall. Und dann komme ich vielleicht noch auf das Thema chemisches Recycling aus unserer Sicht oder wir haben von Downcycling gesprochen, weil eben da toxische Chemikalien etc. drin sind. Chemisches Recycling macht Sinn, da hat es aber sehr viele Kritiker, die sagen, das braucht viel zu viel Energie, das bringt nichts. Doch, das bringt etwas, weil dann kann ich unter Umständen ein Upcycling machen. Nehmen wir als Beispiel PET. In PET haben wir einen Katalysator, das ist ein Schwermetall, heißt Antimon, ist krebserregend und migriert über ein chemisches Recycling und es gibt keine Anlage auf der Welt, die in großen Mengen das produzieren kann. Es gibt irgendwelche Laborgeräte in einem Großmaßstab und es gibt eben keine, weil quasi die Wirtschaftlichkeit nicht da vorhanden ist. Weil ein Kilo PET kostet halt zwischen 1 Dollar und 1,50 Dollar. Das heißt, wenn sie chemisches Recycling machen wollen, dann schaffen sie das nie. Aber das Ziel wäre, quasi diese Farben rauszunehmen, den Katalysator rauszunehmen und eben durch andere Chemikalien zu ersetzen, dadurch ein Upcycling hinzukriegen. Das heißt, quasi das Recyclingmaterial wäre in der Qualität besser als das Neumaterial. Sie sprechen ja auch oft von der Materialgesundheit. Ich weiche mal ab von unserem Manuskript. Materialgesundheit ist ja genau das, was Sie gerade beschrieben haben, dass wir quasi die toxischen Stoffe, wie Sie sie nennen, also die giftigen, die schädlichen Stoffe, die vielleicht auch irgendwann mal endlich sind, rauszunehmen aus der Produktionskette. Und wenn sie schon drin sind, muss man sie auch irgendwie beherrschen. Und das ist zum Beispiel beim chemischen Recycling möglich. Habe ich das richtig verstanden? Genau, richtig. Das ist möglich, aber das braucht halt Investitionen auch oder hohe Investitionen. Es gibt ein gutes Beispiel. Das ist eine italienische Firma, Aquafill, die sammelt Fischernetze und sammelt Teppiche aus der Deponie aus den USA, schneidet den Floor weg. Und das ist Polyamid 6. Und dieses Polyamid 6 wird depolymerisiert chemisch. Das heißt, alle Farben, Chemikalien gehen raus und es kommt quasi das Kaprolaktam als Rohstoff heraus. Und damit können sie 100 Prozent reine Materialien wieder erzeugen. Also das ist möglich. Das ist ein Beweis, dass es geht. Aber es braucht hier wirklich Investitionen von allen Akteuren. Es braucht ein Netzwerk, dass man das überhaupt realisieren kann, dass man diese gesonderten Warenströme gesondert führen kann. Weil sonst wird es irgendwie wieder gemischt mit irgendetwas. ### Konsumenten und Wirtschaftlichkeit in Cradle-to-Cradle Also wir müssen auch den Konsumenten mit einbinden. Das Ganze ist nicht trivial. Und dazu braucht es halt eben auch eine Begleitung und Erfahrungen. Und vor allem auch, wie schafft man diesen Business-Case? Wie schafft man das wirtschaftlich, dass quasi diese Projekte auch wirtschaftlich erfolgreich sein können? Denn wenn wir das nicht schaffen, dann wird es nicht fliegen. Ich würde gerne noch mal zurückgehen auf den Werner und Mertz Beutel, weil er so oft auch strapaziert wird in den Medien. Überall liest man Artikel darüber. Und Werner und Mertz hat einen eigenen YouTube-Kanal, wo immer wieder darüber gesprochen wird. Ich kann mir das immer noch nicht vorstellen, wie dieser Beutel, wenn der jetzt zum Beispiel nach Südspanien verkauft wird, und das wird er ja auch, wie kommt der wieder auf diese Sortieranlage, wo er dann sortiert werden kann? Gibt es da schon größere Masterpläne, wie man das machen will? Oder ist das grundsätzlich eine Sortiertechnik, ich sage mal eine Detektion, die Standard wird? Wie schätzen Sie das ein? Also das ist eigentlich die richtige Fragestellung. Es geht hier auch um einen globalen Ansatz. Also diese Beutel werden überall auf der Welt vertrieben. Und wenn Sie jetzt gerade Spanien nennen oder Sie können auch die Schweiz nennen. In der Schweiz ist es eigentlich am schlimmsten, da wird es einfach verbrannt, weil wir sind Weltmeister im Abfallverbrennen. So, aber diese Konzeption ist primär jetzt für Deutschland ausgelegt worden. Und Sie brauchen eigentlich diese Systeme, müssen in den einzelnen Ländern, müssen die geschaffen werden, dass das überhaupt möglich ist. Darum, es ist ein Pilotprojekt. Es ist ein Leuchtturm, wie es geht, aber wie es auch möglicherweise in anderen Ländern gehen könnte. Aber das sind die Herausforderungen. Sie müssen eben auch die anderen Länder dahin bringen, dass sie diese Systeme schaffen. Und das ist nicht trivial. Und das kommen wir nämlich auch zu unserem nächsten Punkt hier, die Herausforderungen, um dieses Cradle-to-Cradle-Konzepts wirklich umzusetzen. Wir hatten ja die Pouch-Konferenz vor 14 Tagen in Wien. Da haben wir in die Runde gefragt. Da waren 80 Experten, hauptsächlich Flexpack-Hersteller, Pouch-Produzenten. Und da haben wir die Frage gestellt, wer hat denn ein Cradle-to-Cradle-Produkt? Es war nur einer im Raum und der hat noch nicht mal die Hand gehoben. Also es ist ja ein Sisyphus-Projekt. ### Herausforderungen zirkulären Denkens und Wirtschaftens Wo sehen Sie denn die höchsten Herausforderungen, obwohl wir alle so begeistert sind von Cradle-to-Cradle, obwohl wir alle sicher sind, dass das das richtige System ist. Aber woran hakt es? Warum geht es nicht voran so richtig? Also das ist eine exzellente Frage. Es geht primär darum, es geht um ein anderes Denken und es geht um ein anderes Wirtschaften. Und das macht es hochkomplex, auch mit großen Risiken, aber enorm großen Chancen. Und das ist halt diese Transformation, die die Industrien machen muss. Und die braucht enorm viel Einsatz, Energie, Überzeugung, dass man das schafft. Und wie schwierig das ist, sieht man ja gerade zurzeit auch in Deutschland. Diese Transformation ist nicht einfach nur so ein schönes Kuchenessen, sondern das kann wirklich wehtun. Man sieht ja auch, wie die politischen Machtverhältnisse sich verändern. Allein durch den Umschwung. Wir wollen jetzt einen Green Deal machen. EU, Sie hat es schon erwähnt, Sie beraten die auch oder Sie sind da Ansprechpartner für Kreislaufwirtschaft. Aber Sie sprachen auch von Chancen. Wir sollen ja nicht immer negativ reden. Wir sehen ja auch, dass sich wahnsinnig viel bewegt. Die Kapazität für mechanisches Recycling, auch wenn es nur der erste Schritt sein kann, wachsen dramatisch. Das ist sehr positiv einzuschätzen. Wo sind andere Chancen? Also nicht nur die Recyclingwirtschaft soll profitieren, sondern es soll ja ein Geschäftsmodell insgesamt entstehen. Wo sehen Sie weitere Chancen mit Ihrem Konzept Cradle to Cradle? Also was wird das Wichtige sein in der Zukunft? Das Wichtige wird sein Rohstoffe. Weil die Rohstoffe gehen uns aus. Und wenn es uns gelingt, dass wir diese Rohstoffe, und wir reden hier von allen Rohstoffen, auch von seltenen Erden, wenn es uns gelingt, diese in guter Qualität zu erhalten und daraus quasi diese im System behalten zu können und daraus Produkte zu machen, die eben kreislauffähig sind, dann haben wir einen Idealzustand geschaffen, auch eben für die kommenden Generationen. Es wird ja manchmal auch verglichen mit den erneuerbaren Energien. Wir müssen das Öl nicht mehr kaufen. Wir machen unsere Energie selber. So ähnlich habe ich das jetzt auch verstanden, dass man quasi unsere Rohstoffe, die wir einmal kaufen oder fördern oder gewinnen, dann im Kreis führen und quasi so eine Art Materialbank, ist ja ein anderer Begriff, der immer wieder in der Presse auftaucht, haben statt einer Geldbank. Also man wird reich an Material. Ein Coca-Cola-Abfüller wird vielleicht reich an Flaschenmaterial und gar nicht mehr unbedingt an Euro was ertauschen muss. ### Pilotprojekte und Businessmodell-Anforderungen Ganz spannende Geschichte. Wie sieht denn, um da mal bei dem Businessmodell zu bleiben, aus, das Aufwand-Ertragsverhältnis, wenn jetzt jemand so ein Cradle to Cradle Projekt im Verpackungsbereich tatsächlich macht und vor allen Dingen wer sollte es machen? Werner und Mertz ist ja hinten in der ehemaligen Lieferantenkette, wenn man linear denkt, sollte es nicht viel weiter vorne sein, weil Sie sagten, das Design spielt eine Rolle. Wo fängt man an und wo verdient man Geld mit Cradle to Cradle? Zwei Dinge. Erstens, wie geht man so ein Projekt an? Und ich glaube, das Pilotprojekt mit Werner und Mertz, mit dem Standbeutel ist wirklich ein Modell, wie es wirklich nur funktionieren kann. Und das heißt, Sie müssen alle Akteure an den Tisch bringen. So, weil wenn einer fehlt oder einer nicht mitspielt, dann schaffen Sie es nicht. Das heißt, wir müssen neue Netzwerke schaffen, aber nicht auf diesem Ansatz des Linearen alles zu kontrollieren, sondern wir brauchen ein anderes Verständnis untereinander. Wir nennen es ein Network of Trust, ein Netzwerk des Vertrauens. Das heißt, die Zusammenarbeit wird eine ganz andere sein in der Zukunft. Es ist die Fragestellung, was kann ich davon quasi auch erhalten oder wie kann ich davon profitieren? Wenn ich eine Dienstleistung erbringe in so einem Netzwerk, werde ich dann für diese Dienstleistung, die ich erbringe, auch entsprechend kompensiert. Das können Sie nicht mit dem normalen Wirtschaftsmodell ausmachen. Und jetzt komme ich zum zweiten Punkt. Wie stellen Sie das wirtschaftlich dar? Auch die Buchhaltungssysteme, die wir heute haben, sind linear und das funktioniert nicht. Wie wollen Sie quasi hier diesen Wert der Rohstoffe anders darstellen in einer linearen Buchhaltung? Das geht nicht. Und ich habe bereits 1992 ökologische Buchhaltungssysteme entwickelt und öffentlich gesagt, die Buchhaltung sagt nicht die Wahrheit. Mittlerweile nennen wir es Circular Accounting bei EPS Switzerland, weil wir ihre Methoden entwickelt haben, um in den Projekten, den Firmen aufzuzeigen, dass quasi diese Projekte finanziell erfolgreich sein können und genau aufzeigen können, wo ist der Break-even-Point. Also es geht hier wirklich, wir müssen den Beweis bringen, dass es wirtschaftlich erfolgreich ist. Wenn uns das nicht gelingt, haben wir einfach ein massives Problem. Wir haben in einem Vortrag von Herrn Buschmann gelernt, dass zum Beispiel Frosta auch eine Buchhaltung für CO2 mitführt in ihrem ERP-System. Das heißt, die können auf Knopfdruck sagen, der Auftrag hat jetzt so viel Gewinn gemacht und der Auftrag hat so viel CO2 gebracht. Ist das das, was Sie meinen, gehört das mit dazu? Ist das ein Baustein? Wie muss ich mir das vorstellen mit so einer zirkulären Buchhaltung? Also das ist ein Baustein dazu, aber das geht natürlich viel weiter. Und das Hauptthema ist, wie bewerten wir Rohstoffe? Also in einem linearen System, da ist mal halt der Wert, den man eingekauft hat. ### Materialwertschöpfung und Kostenstrukturen optimieren Sagen wir einen Dollar pro Kilo als Beispiel. Und dann geht es natürlich über die ganzen Kostenstrukturen, über die Produktion. Es geht dann über Vertrieb, Marketingkosten, Administration, etc. Ja, aber dann ist irgendwo ist das verkauft und dann ist es das gewesen. Dann wird es Abfall und dann ist die Bewertung höchstens noch eine Entsorgungskostengebühr, die dazu kommt. So, und jetzt denken Sie plötzlich in Kreisläufe, dass Produkte und deren Rohstoffe in Kreisläufe geführt werden. Wie bewerten Sie dieses Material? Das heißt, wenn es nicht giftig ist, wenn die Qualität des Rohstoffes gut ist, dann kriege ich dafür in einem Kreislauf einen ganz anderen Wert, monetären Wert. Genau. So, und den muss ich aber darstellbar machen können, dass ich genau weiß, was macht hier jeder in der Kette? Auch die, die das Zeug dann sammeln, die es weiter aufbereiten und wieder reintegrieren in die Lieferketten. Was macht hier jeder, damit man Gewissheit haben kann, wie der Wert effektiv der Rohstoffe ist? Und dann können Sie das über mehrere Kreisläufe darstellen. Und dadurch erkennen Sie plötzlich komplett andere Synergien. Das heißt, die Produkte werden an einem Punkt massiv günstiger. Wenn wir jetzt das nochmal Revue passieren lassen, wir haben diese Bewertung. Es könnte ja dann ein Firmenziel sein, einen Rohstoff, den ich einkaufe, zu einem Produkt verarbeite und den dann zurücknehme, dass der dann sogar im Wert steigen könnte, theoretisch, indem ich den sauberer mache als vielleicht den recycelten Werkstoff eines Wettbewerbers. Das sind ja ganz neue Denkweisen. Das sind ja Dinge, daran denken wir heute noch gar nicht. Stelle ich mir aber trotzdem schwierig vor. Ich will ein Beispiel bringen und deswegen geht es vielleicht auch noch so langsam. Heute sind Folien meistens siebenschichtig aufgebaut. Jede Schicht besteht aus mindestens drei verschiedenen Komponenten, 21 verschiedene Komponenten in diesen sieben Schichten. Das Ganze wird mechanisch recycelt bei Inter Zero, beim grünen Punkt, wo auch immer. Seit 1990 arbeiten wir an dieser Technologie und hinterher kommt raus, ich sage mal, ein Brei aus all diesen 21 Substanzen plus der 21 vom Wettbewerb plus plus plus toxische Chemikalien und so weiter. Für mich hört sich das überhaupt nicht nach Kreislaufwirtschaft an, was ich da jetzt gerade beschrieben habe, was im Moment aber ja die Realität ist. Und das, was da hinten rauskommt als Regenerat, hat im Prinzip einen sehr geringen Wert, aber unheimlich hohe Kosten. Wie durchbrechen wir das denn mit Cradle to Cradle? So, hier haben wir einen ganz klaren Ansatz. Wir schauen das gar nicht an, sondern wir wollen alles neu machen. Weil sonst, wenn sie versuchen, das irgendwie zu optimieren, dann gibt es einen schönen deutschen Begriff, der heißt „Verschlimmbesserung“. Und das bringt effektiv nichts. ### Bestehende Produkte gefährden und neu denken Und sie gefährden auch möglicherweise die Umsätze beider Firmen. Das heißt, dass sie die bestehenden Produkte plötzlich schlecht machen. Das kann es nicht sein, sondern wir müssen versuchen, die Zukunft quasi zu realisieren. Wir müssen neue Produkte schaffen für die Zukunft, wo das Unternehmen dann in der Zukunft davon profitieren kann. Das ist ein ganz wichtiges Element, weil alles andere macht es schwierig. Es gibt dann viele Kritiken. Man macht viele schlecht. Aber was soll man da rumörgeln? Wir wissen, dass es nicht wirklich gut ist. Also warum nicht einfach diese Erkenntnisse, die man hat, neu reinbringen? Wenn wir dann sehen, da ist etwas gut, dann nimmt man es natürlich rein. Wäre ja blöd, das nicht zu tun. Aber der Ansatz muss sein, einen klaren Cut zu machen. Sehr spannend. Sie sind ja nicht nur Fachmann, sondern auch Buchautor. Wir wollen auch kurz über Ihr neu erschienenes Buch natürlich sprechen vom „Rebel to Radical Innovator“. Wofür braucht die Welt dieses Buch? Also ich bin angefragt worden von einem amerikanischen Verlag, ob ich nicht ein Buch schreiben will. Ja, meine Familie hat gesagt, musst du jetzt noch deine Memoiren schreiben? Dann habe ich gesagt, nein, das ist eigentlich nicht mein Ziel. Ich möchte etwas zurückgeben, und zwar Werkzeuge für Manager, für Geschäftsführer, für Personen, Führungskräfte in Firmen, aber auch für Studenten, die Wirtschaft studieren oder Ingenieurwesen studieren oder auch Naturwissenschaften, dass sie Werkzeuge kriegen. Wie macht man das überhaupt in der Kreislaufwirtschaft? Wie geht diese Circular Economy? Und in diesem Buch gibt es viele, viele Beispiele. Es sind 60 Fallstudien, also Beispiele von der Praxis. Es gibt auch einige Diskussion, David gegen Goliath. Also diese Machtkämpfe von halt der Kleinen zu den Großen, das sieht man dann in unterschiedlichen Industrien. Es geht um viele Industrien, auch natürlich Kunststoffindustrie, Verpackungen, aber es geht auch darum, auch Start-ups darin zu erwähnen. Weil bei gewissen Elementen, wo wir einfach sehen, dass die Goliaths einfach so stark sind, dass sie keine Neuerungen überhaupt akzeptieren, da haben wir zum Teil Ansätze gewählt, dass wir das mit Start-ups gemacht haben. Ich habe mal so grob reingeguckt in den Klappentext und mir sind so ein paar Punkte aufgefallen. Vielleicht ist das eine ganz gute Idee. Ich nenne Ihnen mal so vier, fünf Stichworte, die mir aufgefallen sind und Sie sagen einfach mal, was Sie darunter verstehen. ### Mindestanforderungen gegen lineares Denken Das eine, was Sie glaube ich immer wieder betonen, sind so Mindeständerungen, die kommen müssen. Es muss mindestens irgendwo einen Anstoß geben. Was ist das? Was meinen Sie damit? Das lineare Denken ist da ein Stichwort, glaube ich. Also eben, es gibt dieses andere Denken, das ist zentral und das muss man lernen. Darum gibt es in dem Buch auch ein Beispiel, ein Designbeispiel, einen Workshop, den man selber machen kann, auch mit den Kindern machen kann zu Hause, dass man selber ein eigenes Produkt kreiert, damit man in diese Methodik reinkommt. Das sind fünf Punkte. Relativ einfach, aber kann man sehr gut zu Hause umsetzen. Da lernt man in dieses Thema reinzusteigen. Das andere ist, es geht um die Gesetze. Es geht um diese Grenzwertthematik. Irgendjemand legt irgendeinen Grenzwert fest. Die Industrie hält sich dran, weil da müssen Sie halt die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Das ist auch klar. Also zum Beispiel ist das 1000 ppm, das ist 1000 Parts per Million, 0,1 Prozent. Da müssen die Toxinsubstanzen in einem Sicherheitsdatenblatt erwähnt werden. Und wir gehen in unseren Projekten auf 100 ppm oder sogar volle Deklaration. Das heißt, wir schaffen dadurch eine Transparenz. Man weiß genau, was da wirklich drin ist. Das Ideale dabei ist, Sie schaffen diesen Grauschleier weg und Sie können genau punktuell agieren. Welche Maßnahmen müssen Sie treffen? Um quasi auch gewisse Risiken, dass plötzlich eine gesetzliche Veränderung kommt, dass plötzlich gewisse Chemikalien verboten werden, zum Beispiel Bisphenol-A, BPA oder PTFE oder PFAS, was jetzt quasi so auf die Schiene gekommen wird. Also das hilft es enorm zu machen. Und darum müssen wir schauen, dass wir mehr Tiefe kriegen, mehr Verständnis, mehr Wissen. Darum bauen wir auch die Wissenschaft mit in die Projekte mit rein. Aber dann geht es darum, nachher auch, das ist das nächste, eben diese Netzwerke zu schaffen. Das heißt, wenn Sie nicht einfach hingehen und den Recycler dann zunehmen, wenn der Recycler nicht die Transformation macht, dass er wirklich auch kreislauffähige quasi Prozesse bewerkstelligen kann, dann gehört er da nicht dazu. Das Problem ist ja natürlich dann auch Partner zu gewinnen. Ein Stichwort, was mich noch interessiert, ist Skalierung. Wie wollen Sie skalieren? Also es muss ja groß werden, global werden. ### Globaler Systemwandel und EPA-Rolle Wie stellen Sie sich das eigentlich vor und welchen Anteil hat vielleicht auch EPA? Also, das Träume darf man haben im Leben. Absolut. Und das Ganze ist einfach eine Verantwortung aus meiner Sicht, dass wir diese Rohstoffe erhalten für die kommenden Generationen. Also es geht hier wirklich um einen globalen Ansatz. Und wir müssen diese Systeme ändern. Wir müssen sie so schaffen, dass wir diese Rohstoffe erhalten können. Aber wir können es nur wirklich auch mit einigen Praxisbeispielen, mit Pionieren, die dann Lauftürme werden, schaffen, damit die Beispiele sind. Und darum auch dieses Buch, damit wir quasi auch zeigen können, hey, es geht, das ist quasi ein Leitfaden, wie das geht mit den Werkzeugen, aber auch viele Praxisbeispiele. Es ist aber auch in Englisch, weil halt die Manager-Sprache halt auch, und wenn man global denkt, oder viele Unternehmen in Asien als Beispiele, da ist es eben wichtig, dass diese Instrumente vorliegen, dass es irgendwann mal machbar ist. Und Skalierung, ja, das ist das Spiel. Wenn wir das nicht schaffen, oder? Also denken Sie an PET. Ich sage immer als Beispiele, wir reden hier von 70 Millionen Tonnen pro Jahr. Die recycelt werden. Zwei Prozent werden noch in Europa hergestellt. So, und Verpackungen ist der kleinste Teil. Der große Teil ist Textil. So, und wie schaffen Sie das quasi um global sind überall, ist überall mehr oder weniger der gleiche Katalysator drin, der eben nicht in Ordnung ist. Und wir versuchen, ich mache das jetzt seit 30 Jahren, versuche quasi die Industrien zu verändern, dass sie Alternativen einsetzt zu diesem Katalysator. Die gibt es ja auch, aber es ist ja wie immer dann teurer, ein bisschen komplizierter, hat Nebenwirkungen, die man noch nicht genau beschreiben kann. Und das hemmt ja dann auch auf zum neuen Rohstoff. Gehen wir noch mal in die Verpackungswelt. Das interessiert mich noch, dass wir als Innoform sprechen ja von Flexpack heutzutage, Material unabhängig. Und dazu gehört auch der Getränkekarton, weil der auch von der Rolle kommt. Der ist auch flexibel, auch wenn er nachher dann da steht. Den beschreiben Sie auch in Ihrem Buch. Und Sie beschreiben ihn eigentlich als ein kreislauffähiges Produkt, was noch nicht gelöst ist. Das Problem ist sein noch nicht gelöst. Was verstehen Sie darunter? Er ist doch so ökologisch vorteilhaft dargestellt in der Presse. Also ich habe in dem Buch eigentlich 40 Innovationen, die notwendig sind. ### Getränkekartonverpackung und Recycling-Lösungen Davon sind 38 gelöst und zwei noch nicht. Und eines davon ist eben die Getränkekartonverpackung. So, es gibt eine Lösung in dem Buch, die ist auch dargestellt. Es gibt in Frankreich einen Hersteller, der nimmt diese gesammelten Verpackungen, nimmt er die an, macht daraus quasi aus dem PE, machen sie quasi Spender für Handtücher auch in den Toiletten und aus dem Karton machen sie Toilettenpapier und eben auch diese Servietten, um die Hände abzutrocknen. Das ist jetzt eigentlich ein Recycling. Das ist kreislauffähig. Das funktioniert. Aber die Verpackung per se ist eben nicht kreislauffähig. Einerseits ist der Karton, da sind viele toxische Stoffe drin mit Druckfarben. Papierherstellung ist viel komplexer, was die Chemie angeht, den Kunststoffen. Also man redet immer über Bad Plastic, aber Papier ist alles sauber. Wenn man da ein bisschen reinschaut, dann ist das nicht immer so. Dann haben sie eine Aluminium-Schicht drin wegen der Barriere. Und sie haben halt noch die Kunststofffolie PE. Und hier muss ein anderes Design erfolgen. Und das zeigt eigentlich genau die Schwierigkeit. Sie müssen hier etwas komplett Neues entwickeln. Aber wer steht dazu gerade? Wer will hier als Unternehmen, als Pionier ranstehen und sagen, hey, lass uns das machen. Weil sie müssen komplett neu ansetzen. Sonst geht es nicht. Und es ist ein, würde ich sagen, sehr systemrelevantes Thema, weil diese Verpackungsmaschinen, die stehen ja bei den Abfüllern. Also das ist integriert. Das können sie nicht einfach so hebeln, umschalten und sagen, so jetzt mach mal was anderes. Das ist eben nicht trivial. Aber es ist eigentlich wirklich ein gutes Beispiel, um aufzuzeigen, was ist wirklich notwendig, um das zu tun. Und ich spreche ja bewusst Führungskräfte an in Unternehmen. Und das sind eben auch Beispiele in dem Buch drin, wo wir wirklich auch ein bisschen uns die Zähne ausbeißen müssen. Man liest natürlich auch schon, dass gerade auch diese Industrien des Getränkekartons herstellenden und Maschinenbaugewerbes sich schon darum bemühen, zum Beispiel das Aluminium rauszunehmen. Das ist schon soweit Mitte der 90er Jahre, als ich in die Verpackungswelt einstieg, war das schon Thema. Dann hat man das erst wieder beiseitegelegt. Dann hat man das Aluminium erst mal dünner gemacht, um auch kosteneffizienter zu werden. ### 30 Jahre Beweis für Kreislauflösungen Da ging man dann ja von 8, 9 Mikrometer runter auf 6 Mikrometer – ist man jetzt, glaube ich. Aber ganz raus kriegt man es im Moment noch nicht. Und das sind solche Dinge. Da würden Sie sogar auch sagen, selbst beim Getränkekarton, da muss man noch mal ganz neu denken und von Null anfangen. Genau, anders geht es nicht. Anders geht es nicht. Das haben wir jetzt 30 Jahre lang bewiesen, dass es genau nicht geht. Sonst ist es einfach nur verschlimmbessern, einfach nur weniger, noch ein bisschen weniger Mikrometer. Das Problem ist immer noch da. Schönes Beispiel fällt mir gerade noch ein von der Standbeutelkonferenz aus Wien. Da war ja ein Startup Label Listen. Startup kann man gar nicht mehr nennen, weil sie schon älter als fünf Jahre sind, aber auf jeden Fall bedrucken die ja auf den fertigen Verbund mit Digitaldruck. Erstens hat man dadurch ganz wenig Ausschuss, also wenig Beutel, die übrig bleiben oder zu wenig sind, sodass man vielleicht Füllgut wegwerfen müsste. Und dabei ist so ein kleiner Nebeneffekt eine gewollte oder ungewollte Nebenwirkung, dass man die Druckfarbe theoretisch auch wieder abwaschen könnte. Das sind ja so ganz neue Ansätze letztlich, und das hatten Sie ja auch erwähnt und steht auch im Buch, dass gerade Startups da eine besondere Rolle zukommt. Aber was wünschen Sie sich denn vielleicht als Abschlussfrage von der Verpackungsindustrie, von diesen Startups? Was wünschen Sie sich von Ihren Stakeholdern, die Sie jetzt ja auch in dem Buch definieren? Was sollten die anders tun, diese Entscheider, die Sie ansprechen von heute an oder morgen, wenn Sie das Buch gelesen haben? Also es geht darum, wirklich auch den Mut zu schaffen, sowas zu tun, OK? Dass man das aber auch abwägen muss. Was sind die Risiken? Was sind die Chancen? Die Grundlagen legen wir in diesem Buch. Das ist genau das Entscheidende. Aber wenn wir jetzt diese Beispiele aufnehmen, also Startups eben, wo wir versuchen, plötzlich andere Systeme zu etablieren, weil halt die traditionelle Industrie halt traditionell noch arbeitet. Aber Sie erkennen in einer Kreislaufwirtschaft muss sich das anders tun. Wir hatten mal einen Workshop mit einer Firma. Da war das Ergebnis, eure Maschinen sind nicht in der Lage, kreislauffähige Produkte zu produzieren. Dann haben die mich angerufen nach zwei Wochen und haben gesagt, ich glaube, wir brauchen einen neuen Workshop, aber nicht mit Ihnen. OK, ein paar Wochen später rufen sie an und haben gesagt, wir haben es uns nochmals überlegt, ich glaube, wir müssen es doch mit Ihnen machen. Und die Firma hat nachher dann das Bewusstsein gekriegt, dass Sie quasi die Investitionen für die Zukunft ganz anders richten müssen, ausrichten müssen. Und das ist das Entscheidende. ### Führungskompetenz und zukunftsfähige Entscheidungen Sie brauchen diese Orientierung als Führungskraft, damit Sie eben die Entscheidungen, die eben zukunftsfähig sind für eine moderne Gesellschaft und die Umwelt, dass Sie die auch wirklich gut machen können. Abschließende Frage meinerseits jetzt nochmal. Es gibt viel in den Medien, Stichwort unverpackt Läden. Auch die Meinung, man muss einfach von allem weniger tun. Wir müssen unseren ganzen Lebensstil radikal runterfahren. Runter vom hohen Ross habe ich neulich auf LinkedIn gelesen. Wie denken Sie über diese Gedankenexperimente, dass man uns jetzt quasi als vielleicht von Regierungseite, als Bürger geißelt, einfach weniger zu konsumieren? Ist das irgendwie denkbar? Also wir reden immer von einer modernen Gesellschaft. Wollen wir hier diesen Verzicht? Wollen wir hier quasi schauen, dass wir nichts als Vorschriften haben? Ich glaube, die Welt ändert sich gerade und zwar massiv. Also wenn wir sehen, welche Technologien jetzt anstehen oder mit KI. Das verändert einfach wirklich komplett unsere Welt, auch wie wir die Dinge machen. Aber trotzdem werden wir Produkte konsumieren müssen. Und die Frage ist, wollen wir das machen mit Einschränkungen oder wollen wir einfach Systeme schaffen und auch die Konsumenten mit einbeziehen, dass sie mitmachen konstruktiv, diese Dinge auch zurückgeben, dass wir die Rohstoffe erhalten. Das ist ein ganz anderer Denkansatz. Nicht reduzieren, minimieren, verzichten und Schuldgefühle haben. Genau. Genau das ist eigentlich nicht der Wunsch, den ich mir vorstellen kann für ein modernes Leben. Vielleicht passt da der Spruch von Professor Braungart, den Sie ja auch kennen, ganz gut. Weniger vom Falschen zu machen macht es nicht besser. Das ist korrekt. In diesem Sinne, es war ein tolles Gespräch, Herr Kaelin. Wir sind etwas über die Zeit. Ich versuche mal, 30 Minuten so zu schaffen. Aber es war so spannend. Wir haben überzogen. Ich glaube, es wird uns keiner übel nehmen. Herzlichen Dank und kommen Sie bald mal wieder als Referent zu uns, zu Innoform. Es ist immer spannend, die neuesten Erkenntnisse aus diesem Bereich Credit to Credit zu hören. ### Branchenvernetzung durch Konferenzen und Events Vielen Dank. Vielen Dank an Sie. Und danke auch, dass Sie einfach auch diese Events immer machen, diese Konferenzen. Die sind wirklich toll. Da bringen Sie die ganze Branche, die ganzen Fachleute zusammen. Und das ist das, was eben auch sehr zentral und wichtig ist für die Zukunft. Dankeschön. Das war nicht abgesprochen. Danach kann nichts mehr kommen. Tschüss. Und das war es schon wieder für heute. Ich hoffe, es war etwas Interessantes für Sie dabei. Und wenn auch Sie einmal Teil dieser Initiative für mehr Flexpack-Wissen werden möchten, melden Sie sich gerne bei mir unter ks at innoform.eu und nicht vergessen, diesen Podcast zu abonnieren, wo immer Sie Podcasts hören. Tschüss. Bis zum nächsten Mal. Ihr Karsten Schröder. **Kategorien:** Abfülltechnik, Biofolien, Entsorgung / Recycling, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** C2C, Cradle to Cradle, Kreislaufwirtschaft --- ### [Vollautomatische Klebstoffherstellung](https://inno-talk.de/vollautomatische-klebstoffherstellung/) **Published:** März 12, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Ein Interview mit Helmut Scheidt-Murga von Morchem *In unserer neuesten Podcast-Episode hatten wir das Vergnügen, **Helmut Scheidt-Murga**, einen langjährigen Wegbegleiter und Geschäftsführer von Morchem, zu interviewen. Unser Gespräch fand in der Nähe von Madrid, Guadalajara, statt, wo Morchem kürzlich ein neues Werk eröffnet hat. Helmut gab uns einen faszinierenden Einblick in die Geschichte und Entwicklung des Unternehmens sowie in die Herausforderungen und Erfolge der Chemieindustrie.* **Von Barcelona nach Madrid: Die Expansion von Morchem** Morchem begann seine Reise 1985 in Barcelona. Mit der Zeit wuchs das Unternehmen und benötigte mehr Kapazitäten. Aufgrund der politischen Situation in Barcelona entschied sich Morchem, ein neues Werk in der Nähe von Madrid zu errichten. Diese Region erwies sich als äußerst industriefreundlich und bot ideale Bedingungen für den Aufbau des neuen Werks. **Die Herausforderungen der Bürokratie** Ein zentrales Thema unseres Gesprächs war die Bürokratie, die oft als Hindernis für die Industrie angesehen wird. Helmut erzählte uns von seinen positiven Erfahrungen mit der Regionalregierung, die ihm eine direkte Verbindung zur Administration bot und so den Prozess erheblich beschleunigte. **Die Bedeutung der Nachhaltigkeit** Nachhaltigkeit spielt eine immer größere Rolle in der Chemieindustrie. Morchem hat sich diesem Trend verschrieben und produziert bis zu 30% seiner Energie selbst durch Photovoltaikanlagen. Zudem bezieht das Unternehmen kohlenstofffreie Energie von seinem Lieferanten. **Globale Präsenz und zukünftige Pläne** Morchem ist mittlerweile weltweit vertreten, mit Vertriebs- und Produktionsstandorten in den USA, Indien, dem Nahen Osten und China. Helmut sprach über die Pläne, weitere Werke in Indien und den USA zu errichten, um die globale Präsenz weiter auszubauen789. **Innovationen und Entwicklungen** Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war die Innovationskraft von Morchem. Das Unternehmen hat sich auf die Produktion von Klebstoffen und Coatings spezialisiert, die in der flexiblen Verpackungsindustrie eingesetzt werden. Besonders beeindruckend sind die Entwicklungen im Bereich der recycelbaren Klebstoffe, die sowohl leistungsfähig als auch umweltfreundlich sind. **Fazit** Unser Gespräch mit **Helmut Scheidt-Murga** bot einen tiefen Einblick in die Chemieindustrie und die beeindruckende Entwicklung von Morchem als bedeutenden Klebstofflieferanten für flexible Verpackungen. Das Unternehmen zeigt, wie wichtig Innovation, Nachhaltigkeit und eine gute Zusammenarbeit mit der Regierung für den Erfolg von Industrieansiedlung sind. Wir freuen uns darauf, die zukünftigen Entwicklungen von Morchem weiter zu verfolgen. ## Keine Folge mehr verpassen! Abonniere jetzt deinen Lieblings-Podcast auf deiner Lieblings-Plattform und genieße neue Episoden automatisch. 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Ich habe meinen alten Wegbegleiter Helmut Scheidt-Morga hier besucht. Er hat sofort spontan ja gesagt, als wir gesagt haben, komm, wir machen mal einen kleinen Firmenrundgang. Wir sind im neuen Werk hier, wie gesagt, in der Nähe von Madrid, Helmut. Du hast auch noch ein Werk in Barcelona. Wie hängt das überhaupt zusammen? Was ist das mit diesen zwei Standorten? Wir haben ja in Barcelona angefangen, 1985. Und die Filme sind dann größer geworden mit der Zeit. Wir brauchten ja Kapazitäten und haben gedacht, wo bauen wir weiter? Hier in der Nähe von Barcelona oder vielleicht woanders. Wegen der politischen Situation in Barcelona haben wir uns gedacht, vielleicht ist es besser, irgendwo anders zu bauen. Deswegen sind wir in der Nähe von Madrid angekommen. Das ist die Region Castilla la Mancha. La Mancha kennt man ja von Don Quixote. Ist richtig ein Industriegebiet, habe ich bei der Anreise gesehen. BSF habe ich da hinten z. B. gesehen, C und A. Was passiert hier gerade in dieser Region? Das ist eine Region, die die Industrie sehr willkommen aufnimmt. Ich saß am Anfang z.B. mit der Wirtschaftsministerin der Region. Ehrlich? Ehrlich. Und die hat mir gesagt, Helmut, wir wollen hier Industrie anziehen. Und wir wissen, welche Probleme die Industrie hat. Zu viele Regulationen, zu viele Fenster, man muss zum Umweltschutz, zur Sicherheit, zu viele. Sie hat mir gesagt, Helmut, da hast du nur eine Person, die dich mit der Administration verbindet. Ich saß am Tisch, sie hat mir gesagt, ihr sitzt hier, Javier Rosel. Ich konnte es nicht glauben. Aber es hat total gut funktioniert, bis zum Ende. ### Spaniens Industrialisierung vs. Deutschland Das interessiert natürlich auch unsere deutschen Zuhörer und Zuschauer. Das ist ja das, was in Deutschland im Moment so angekreidet wird, dass wir zu viel Bürokratie haben und zu viele Instanzen, die da eine Rolle spielen. Windrad dauert sieben Jahre für eine Freigabe mindestens. Warum funktioniert das hier besser? Was hat Spanien da anders gemacht oder diese Region? Einige sind schon zu industrialisiert, da funktioniert es auch nicht sehr gut. Aber hier sind einfache Leute, aber die haben die Füße auf dem Boden, standfest. Und die wissen, was notwendig ist, um ein Land oder eine Region nach vorne zu bringen. Vom ersten Kontakt, Helmut, als ihr die Idee hattet, hier in die Nähe von Madrid, Guadalajara zu kommen, wie lange hat es überhaupt gedauert, von der Idee zur Planung bis zur Fertigstellung? Ich würde mal sagen, die Idee hatten wir seit 2015, also schon lange. Wir haben nachgedacht, wohin wir sollen, wie, das Typische nicht. Das war die längste Zeit vor der Planung. Die Planung haben wir 2018 angefangen. 2019 haben wir angefangen, das Werk zu bauen. 2020 war schon zu Ende. Wahnsinn. März 2020, gerade drei Tage vor dem Lockdown. Ach, wie gut. Da kam Mehreres zusammen, es ging zwar sehr schnell, aber ihr habt trotzdem die Produktion angefangen, oder? Wir haben trotzdem die Produktion angefangen. Wir hatten ein lokales Team, das hatte aber nicht sehr viel Erfahrung. Wir hatten das Team in Barcelona, und ich durfte hin und her reisen. Die ganzen Reaktoren, die sind ja hundertprozentig automatisiert, die haben wir von Barcelona aus gelenkt. Ach, remote. Die Leute hier, die haben nur zugeguckt, wie das läuft und so. Da haben wir gesehen, es läuft gut. In meiner Erfahrung hätte ich nie in einer anderen Situation gemacht, wegen der Sicherheit und so. Aber das zeigt, man kann den Prozess von 600 km Entfernung steuern. Mit Sicherheit, nichts passiert. Und wir haben ja auch hier Feuer-Schutzmittel. Falls Ihnen etwas passieren könnte, dann hätten wir es auch im Griff bekommen. Wir haben gleich noch die Chance, diese hochmoderne Chemiefabrik uns noch mal anzuschauen. ### Helmut stellt sich persönlich vor Wir wollen dich persönlich noch mal vorstellen, den Zuhörern und Zuschauern. Das Gesicht dahinter vielleicht nicht in jedem Fall. Du bist der Helmut in zweiter Generation. Das ist für mich immer ein Erinnerungsfaktor. Dein erster Sohn heißt auch Helmut, richtig? Ja, genau. Du hast vier Kinder, ich habe drei. Das verbindet uns auch ein bisschen. Wir mögen Kinder, wir mögen das Leben außerhalb der Firma. Wie verhält sich das? Du sprichst hervorragend Deutsch, dafür, dass du in Spanien aufgewachsen bist. Wie kommt das? Mein Vater ist selbst in Spanien geboren. Ich bin nach Spanien emigriert. Aber okay, wir halten die deutsche Kultur in der Familie. Ich habe auch die deutsche Schule besucht. Mein Sohn hatte jetzt auch die deutsche Schule besucht. Alle meine Kinder, ich habe vier, die besuchen die deutsche Schule. Ist das das gleiche Goethe-Gymnasium, wo du auch warst, oder war das nicht Goethe-Schule? Das ist nicht Goethe, das ist die Deutsche Schule. Ich war in der Deutschen Schule in Barcelona zu Ende. Er ist angefangen in der Deutschen Schule in Barcelona, jetzt in der Deutschen Schule in Madrid. Du hast also quasi die Zelte dort abgeräumt. Hast du da noch eine Base? Ja, wir haben noch das Haus dabei. Ich muss sagen, wir haben noch einen ganz tollen Team in Barcelona. Ich bin einmal in der Woche dort. Das funktioniert sehr gut, muss ich sagen. Wie reist du hin und her? Nimmst du auch den Zug? Wir haben gesehen, es gibt diese Schnellzugverbindung. Das funktioniert sehr gut. ### Logistik zwischen Barcelona und Madrid In 2,5 Stunden kann man von Barcelona City nach Guadalajara, hier gibt es einen Stop. Viele Leute in der Firma kommen mit dem Zug. Ich wohne aber viel näher am Flughafen. Jede Stunde gibt es einen Flug nach Barcelona. Barcelona selber hat auch noch eine Produktion? Ja. Wie ist das Mengenverhältnis? Barcelona ist mengenmäßig etwas größer, was wir dort produzieren. Aber die Kapazitäten hier sind vergleichbar mit Barcelona. Hier kann man auch sehr schnell neue Kapazitäten installieren. Zwischen 6 Monaten und 1 Jahr können wir sogar verdoppeln. Wir haben ja genügend Raum. Diese Produktion hier, die ist voll automatisiert. Wir haben 5 Schichten und 4 Leute pro Schicht. Das ist ziemlich wenig für ein chemisches Unternehmen. Barcelona, da haben wir noch, wir konzentrieren uns mehr in den Know-how, also neue Prozesse, kleinere Mengen. Da wollen wir Barcelona spezialisieren. Auch das Technical Center ist noch in der Nähe von Barcelona. Die Anwendungstechnik, die Ingenieure, die neue Produkte entwickeln, auch immer wieder testen. Die Technical Assistance, alles ist dort. Und wird auch so bleiben. Um Mojhem auch noch mal global einzuordnen, ihr seid ja mittlerweile weltweit mit kleinen roten Pünktchen vertreten. Wie sieht das genau aus? Erklär uns das mal ein bisschen. Wir haben in den USA eine Firma gegründet. Da machen wir eigentlich nur Vertrieb. Bis das Brummel sich erhöht. Da können wir vielleicht ein neues Werk aufbauen. Wir haben auch in Indien Vertrieb und Produktion. In Indien wollen wir auch ein Werk bauen. Wir sind auch im Moment dabei. Und im Nahen Osten, in der Nähe von Dubai, haben wir auch einen Vertrieb. ### Globale Lieferketten für Spezialkleber Auch in China, auch in Shanghai. Und dann liefert ihr sowohl von Barcelona als auch von hier in alle Welt? In alle Welt, ja. Euer Produkt hat den großen Vorteil, es ist relativ kompakt. Viel Geld pro Kilo, wenn man so will. Es ist nicht voluminös wie eine Schaumstoffmatratze, weil es auch aus Polyurethanen unter anderem gemacht wird. Von Transportkosten ist eigentlich ein Fass. Chemische Ware ist einfach zu transportieren. Deswegen ist es nicht so wichtig, wo die Produktion ist. Die Importsteuer ist ein wichtiger Faktor, z. B. in Indien. Da hat man 15% Importsteuer und andere Kosten dazu. Deswegen lohnt es sich in so einem billigen Land, wo man sehr konkurrenzfähig sein muss, lohnt es sich, dort lokal zu produzieren. Und es sind da auch Pläne da, dass ihr noch woanders Produktionsstandorte aufbaut. Kannst du da schon was drüber sagen? Indien ist schon im Plan, wir sind ziemlich nah dran. Und in den USA sehen wir es aber auch in einer nicht so näheren Zukunft, einen Wert aufzubauen. Das werden unsere zwei nächsten Werke. Eins in Amerika, Europa, in Spanien haben wir zwei Werke. Indien, von denen kann man ja Indien selbst liefern. Das ist ein sehr großer Markt. Aber auch Südostasien und auch Mitte und Osten. Das ist eigentlich unser Ziel. Jetzt wollen wir natürlich wissen, was macht man eigentlich? Was sind eure Kernprodukte? Deswegen sind wir auch hier zusammengekommen. Was produziert ihr genau und wie ist die Veredlungstiefe? Was wir produzieren, sind Klebstoffe, einige Coatings auch. Aber unsere Stärke ist im Polyolefin-Bereich. Polyolefin-Klebstoffe, Polyolefin-Coatings, das sind wir sehr stark. Und das ist ja auch 80 % unseres Volumens. Wir sind die einzige Firma, die sich 100%ig in der flexiblen Verpackungen mit Klebstoffen, also jetzt im Moment da ist. ### Polyurethan-Klebstoffe für Schuhherstellung Alle anderen haben andere Anwendungen. Die anderen großen Namen neben Henkel, die dann Schuhklebstoffe machen und so weiter. Da seid ihr nicht so stark, sondern ihr konzentriert euch wirklich auf Flexpack. Wir haben auf einem Pappbecher getrunken. Sind das auch Coatings, die ihr macht für solche Anwendungen? Papier ist eigentlich eine sehr kleine Anwendung für uns. Wir sind noch sehr stark in flexiblen Verpackungen. Das ist unsere Kernkompetenz. Und dann Kunststoffe, die Klebstoffe und Aluminium. Wir haben bei Bischof + Klein auch Kaschierung gemacht. Da haben wir die ersten Klebstoffe von euch getestet. Das ist über 20 Jahre her, ihr seid lange im Geschäft. Was hat sich die letzten 25 Jahre verändert im Flexpack-Bereich, wenn wir an Kaschierklebstoffe denken? Am Anfang war Performance das Wichtigste. Dann kam die Consumer Care, dass die Produkte aminefrei, ganz säurefrei sind. Heutzutage ist das der Umweltschutz. Wir sind recycelfähig, dass man so wenig wie möglich die Umwelt mit unseren Produkten verschmutzt. Ich habe bei euch gesehen, im Eingangsbereich steht schon, wie viel Photovoltaikstrom ihr selber produziert und wie viel ihr vom Netz nehmt. Gehört das auch zu dieser Nachhaltigkeitsstrategie? Hat das mit dem neuen Trend zur Kreislaufwirtschaft zu tun? Wir produzieren ja in Spanien. In Spanien haben wir den Vorteil, dass die Sonne scheint. Viel mehr als bei euch in Deutschland. Wir können mit unseren Kapazitäten selbst erzeugen. Außerdem haben wir jetzt einen Vertrag mit unserem Lieferanten, unserem Energielieferant, wobei wir nur kohlenstofffreie Energie beziehen. Elektrizität hauptsächlich. Tatsächlich auch schon in Richtung Nachhaltigkeit hier an diesem Standort möglich. Kommt in Deutschland manchmal gar nicht so an. Spanien sowieso, was erneuerbare Energie angeht, weit vorne in Europa und schon seit vielen Jahren. Auf allen Hügeln gebaut und auch da ein hoher Anteil an regenerativer Energie. Aber auf der Fachmesse hab ich gelernt, ihr habt auch zertifizierte Klebstoffe, die besonders gut recycelfähig sind. Nun haben Polyurethan-Klebstoffe ja die Eigenschaft, dass sie duroplastisch nicht wieder aufschmelzbar sind. ### Lösemittelfreie Klebstoff-Entwicklung erfolgreich Wie habt ihr das denn hingekriegt? Da haben wir ein ganz gutes Entwicklungsteam bei uns. Wir haben sehr lange daran gearbeitet, und wir brauchten einen gewissen Balance zwischen Recycling-Verhalten und auch Performance. Das ist nicht so einfach zu bekommen, muss ich sagen, wie du es genannt hast. Aber die haben es geschafft, und wir sind sehr stolz. Wir waren einer der Ersten auf dem Markt, nicht der Erste. Das ist eine sehr interessante Zukunft. Die Idee ist aber nicht, dass ihr den Klebstoff wieder zu Klebstoff recycelt, sondern er soll möglichst wenig im Prozess stören. Das Ganze ist zertifiziert, hab ich gesehen. In welchen Märkten geht so ein Klebstoff heute schon? Was für Produkte werden daraus gemacht? Ich würde sagen, Lebensmittelbereich würde ich im Kontakt mit dem Lebensmittel kein recyceltes Produkt nehmen. Ganz klar. In der Außenseite des Verbundes könnte man zum Beispiel einsetzen. Ich würde sagen, für trockene Füllgüter wird das vielleicht verwendbar, aber vor allem, da ist ja Polyethylen. Das kann man auch in andere Anwendungen nehmen. In Kunststoffsegmenten, Automobilbau, Maschinenbau, alles Mögliche. Man braucht es nicht immer in Lebensmittel einzusetzen. Wir brauchen ja auch Schritte hin zur Recyclingfähigkeit. Euer Klebstoff, der so gut recycelt werden kann, kann aber auch in Lebensmittelverpackungen eingesetzt werden. Oder ist dieser Klebstoff nur für Non-Food geeignet? Bevor dem Recycling kann man den Food benutzen. Lieber nicht. Lieber nicht. Für mich ist Consumer Care das Erste. Und natürlich die Umwelt, aber zuerst Consumer Care. Alles, was im EU-Recht wunderbar geregelt ist, haltet ihr ein, aber es geht darüber hinaus. Ich habe verschiedene Zertifikate gesehen, dass es recycelfähig ist. Du hast das Thema Performance angesprochen. Früher, als ich an der ersten Kaschiermaschine, haben wir viel lösemittelhaltig kaschiert. Liefert ihr große Anteile an lösemittelhaltigen Klebstoffen? Wir liefern auch sehr viel lösemittelhaltig. ### High-Performance Barriere-Beschichtungen im Retort Vor allem im High-Performance-Bereich. Aber trotzdem haben wir Systeme, lösemittelfrei, die man sogar im Retort-Bereich einsetzen kann. Das ist eine spannende Neuentwicklung. Man bekommt bei lösemittelfrei dünne Klebstoffschichten drauf. Geht das auch mit neuen Barrieren wie Aluminiumoxid, oder funktioniert das da? Wir arbeiten daran. Wir haben Kunden, die versuchen, anscheinend läuft es gut. Da braucht man mehr Erfahrungen. Ich organisiere eine Tagung im Sommer, da geht es darum. Da gibt es neue Entwicklungen von den Barriere-Schichten her. Ich habe mit Bob eine Podcast-Episode aufgenommen zu dem Thema One Barrier, wo verschiedene Barrieren kombiniert werden. Da ist eine Schwachstelle manchmal der Klebstoff. Wie hoch ist so eine Kapazität im Moment? Ich habe große Tankwagen vor der Tür gesehen. Da scheint schon richtig was durchzugehen. Im Moment können wir um die 18.000 Tonnen produzieren. Wir sind noch nicht 80 oder 100%ig, wir sind etwas drunter. In das Frankreich können wir 20.000 Tonnen produzieren. Wenn man bedenkt, dass pro Quadratmeter nur 2 Gramm benötigt werden, kann man sich vorstellen, dass ihr stark seid oder deckt ihr die Breite der Flexpack-Verpackung ab? Wenn man über die Flexpack-Verpackung spricht, decken wir alles, vom High-Performance bis zum Konkurrenz wegen Standardprodukten. Von den Regionen würde ich sagen, Europa ist 60% des Volumens. Und Rest der Welt ein Drittel. Wir gucken mal in die Zukunft. Ihr habt eine tolle Entwicklungsabteilung. Die Leute, die dort arbeiten, sind hochmotiviert und haben 1.000 Ideen. Du kannst erzählen, was die nächsten Jahre eure Ziele sind. Recyclingfähigkeit seid ihr dran. Da seid ihr mittendrin und fertig. Was gibt es als Nächstes? Ich würde sagen, wie du erwähnt hast, lösungsmittelfreie Systeme mit High-Performance. Lebensmittel, reine Systeme und auch noch umweltfreundlich. Alles zusammen, das ist die Zukunft. ### Rohstoffbeschaffung und Nachhaltigkeit Wie sieht es von der Rohstoffseite aus? Wo bekommt ihr die Rohstoffe her? Was hat das noch mit Nachhaltigkeit zu tun? Wir haben diverse Produzenten, die sehr bekannt sind im Markt. Chemische Firmen aus Deutschland vor allem. Das sind unsere Hauptlieferanten. Ich interessiere mich noch für die Fertigungstiefe. Es gibt Unternehmen, die machen alles selber im eigenen Hause. Du hast gesagt, ihr habt euch sehr stark fokussiert auf flexible Verpackungen, Polyurethansysteme. Wo fängt das an, für die Leute, die sich besser auskennen, auch mit der Chemie? Wir sind total integriert. Wir kaufen die Basis-Legosteine, das sind die Monomeren. Mit diesen Monomeren kann man zuerst ein Polyester herstellen. Das ist ein Polyol. Das sind Glykole und Dicarbonsäuren in diversen Zusammenstellungen. Mit diesen Polyolen kann man mit den Isozyanaten die Polyurethane herstellen, Polyurethan-Prepolymere. Ein Prepolymer ist mit NCO endständig. Die zweite Komponente ist Hydroxyl. Das wird beim Kunden gemischt. Da gibt es auch eine zweite chemische Reaktion. Der Kleber ist der Mann an der Maschine. Der Klebstoff ist das, was ihr in zwei Komponenten liefert. Die Nicht-Klebstoff-Produkte, die du erwähnt hast, was ist das? Du hast von Coatings gesprochen. Im Prinzip ist es das Gleiche. Die Klebstoffe kleben, die sind klebrig. Das ist das Schöne bei Polyurethanen. Die steuern, dass es klebt oder dass es wie ein Coating aussieht. Und auch hart und ohne Kleblichkeit. Fast wie ein Lack. Die haben auch Eigenschaften wie Barriere oder Glanz. Was für Eigenschaften erzeugt ihr damit? ### Thermische Beständigkeit und Siegeleigenschaften V.a. thermische Beständigkeit. Das ist ein wichtiger Faktor. High-Sealing ist interessant für viele Verpackungen. Auf der einen Seite auch Glanz. Das sind für uns die Haupt-Eigenschaften. Barriere-Coatings sind wesentliche Barriere-Coatings. Da haben wir einige Produkte. Aber es ist nicht so universell einsetzbar. V.a. wenn man über hohe Feuchtigkeiten spricht. Dann gehen die Barriere-Eigenschaften runter. Das ist die harte Nuss, die wir alle knacken müssen. Das hat Polyethylen einiges zu bieten. In den nächsten 4–5 Jahren, wo geht es hin? Ihr seid ein Familienunternehmen, ihr baut schnell. Gibt es noch eine Überraschung für den Markt? Willst du was verraten? Wir sind immer dran, interessiert zu wachsen. Wir müssen den Kunden gut betreuen. Das ist das Wichtigste für uns. Ich will sagen, wie vorher erwähnt, etwas intensiver übersehen zu gehen. Das ist schon viel. Das ist schon sehr viel. Ihr habt einen Technical-Center in Süddeutschland. Davon gibt es noch mehr? Wir haben auch eins in den USA und in Shanghai. Und in Indien natürlich. Du kannst noch einen Wunsch äußern an die Flexpack-Industrie. Was würdest du dir wünschen? Viele sagen, wir wollen mehr kooperieren. Aber ihr seid stark integriert in die Wertschöpfungskette. ### Image der Verpackungsindustrie verbessern Gibt es einen Wunsch, wo du sagst, da könnten wir mehr tun? Ich würde sagen, diesen Image der Branche muss man auch zum Publikum verbreiten. Beim Publikum kommt die Flexibleverpackung nur als etwas, was man aufmacht, dann wegschmeißt. Das hört sich nicht sehr wertvoll an. Aber was die ganze Verpackungen für Lebensmittel macht, das ist viel. Vielleicht soll man versuchen, diesen Image zu verbessern. Einwegverpackung ist ein Maß für Wohlstand. Das hat vielleicht damit zu tun. Wir wollen Convenience, wir wollen alles verfügbar. Wir wollen immer was zu essen haben. Das schaffen wir nur mit Verpackungen. Die Minimalverpackung gilt als Minimalverpackung. Aber die neuen europäischen Gesetze fordern ein kleines Umdenken. Manche behaupten, es geht weg von Flexpackverpackung. Müssen wir auf der Hut sein, dass uns starre Gebinde, die im Mehrwegsystem, die von der EU gepusht werden, verdrängen? Dass die Minimalverpackung geopfert wird für Mehrwegsysteme und andere Verpackungsarten? Wie siehst du das? Man soll am Ende immer das Beste für den Kunden weitergeben. Man soll es auch nicht zu regulatorisch machen. Die Leute sind nicht blöd. Die können auch selbst entscheiden. Man braucht nicht, dass die Politiker in der EU, in den USA oder in Indien für uns entscheiden. Da braucht man auch die Freiheit zu entscheiden, was für einen am besten ist. Diese harte Nuss der Nachhaltigkeit knacken wir gerade. Die Recycling-Fähigkeit hat neue Rekordstände erreicht. 68 % habe ich gelesen in Deutschland und in der EU. Spanien ist auch gut, was Recycling angeht. Das kann man sich nicht vorstellen. Genau so ist es, hier brummt es in Spanien. Danke für das erste kurze Gespräch, lieber Helmut. Danach kann nichts mehr kommen, ich freue mich auf den Rundgang. **Kategorien:** Allgemein, Druckfarben und Klebstoffe, Folienherstellung/Veredelung **Schlagwörter:** Helmut Scheidt Murga, Kaschierung, Klebstoffe, Morchem --- ### [Intelligenter Wiederverschluss ohne Zusatzmaterial](https://inno-talk.de/intelligenter-wiederverschluss-ohne-zusatzmaterial-rovema-zeigt-nachhaltige-smart-reclosable-pouch-auf-der-fachpack-2025/) **Published:** November 12, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## Rovema zeigt nachhaltige Smart-Reclosable-Pouch auf der Fachpack 2025 Auf der Fachpack 2025 präsentierte Rovema eine Innovation, die das Thema Wiederverschluss in flexiblen Verpackungen neu denkt. Dr. Anina Leipold und Steffen Bamberger zeigten im Gespräch mit Innoform Coaching eine Lösung, die den Trend zu materialeffizienten, recyclingfähigen Monomaterialien konsequent fortsetzt – die sogenannte **Smart Reclosable Pouch**. Im Zentrum steht eine einfache, aber wirkungsvolle Idee: Der Beutel benötigt kein zusätzliches Zipper- oder Klebematerial. Stattdessen nutzt das System die **bestehende Längsnaht** der Verpackung als integralen Wiederverschluss. Durch gezielte Anpassung der Längsnaht lässt sich der Beutel nach dem ersten Öffnen wieder sicher verschließen. Damit entfällt der Einsatz separater Komponenten wie Klebestreifen oder Zusatzfolien, die bisher die Recyclingfähigkeit und Materialbilanz beeinträchtigten. Steffen Bamberger beschreibt den Ansatz als „nachhaltige Lösung ohne Zusatzstoffe“, die vollständig auf den vorhandenen Maschinen umgesetzt werden kann. Dr. Anina Leipold ergänzt, dass das Konzept sowohl für Papier- als auch Folienverpackungen geeignet ist. Besonders interessant sei die Kombination mit beschichteten Papieren, da diese häufig noch Herausforderungen beim Wiederverschluss bieten. Hier zeigt die Rovema-Technologie, dass auch papierbasierte Lösungen praxistauglich und ressourcenschonend gestaltet werden können. Ein weiterer Vorteil liegt im **Verbrauchererlebnis**: Der Wiederverschluss funktioniert intuitiv, ohne Zusatzteile oder Hilfsmittel. Das steigert die Alltagstauglichkeit und reduziert gleichzeitig die Materialvielfalt. Die Smart Reclosable Pouch steht damit exemplarisch für den Wandel der Verpackungsindustrie hin zu mehr Einfachheit, Funktionalität und Nachhaltigkeit. Sie zeigt, wie maschinenintegrierte Lösungen helfen, Recyclingfähigkeit und Produktschutz zu vereinen – ein zentrales Thema der aktuellen europäischen Verpackungsverordnung (PPWR). Mit Entwicklungen wie dieser leistet Rovema einen Beitrag zur Diskussion um „Design for Recycling“ und zeigt, dass echte Innovation häufig dort entsteht, wo vermeintlich kleine technische Details konsequent neu gedacht werden. **Mehr Interviews und Fachbeiträge zu Innovationen im Bereich Flexpack finden Sie auf** [⁠https://inno-talk.de/news/⁠](https://inno-talk.de/news/) ## Keine Folge mehr verpassen! Abonnieren sie jetzt den [Innoform-Podcast](https://inno-talk.de/podcast/) auf ihrer Lieblings-Plattform und erhalten sie neue Episoden automatisch. [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Replace- anstatt Refill-Standbeutel](https://inno-talk.de/replace-anstatt-refill-standbeutel/) - [Volker Muche zu Paperization und Trends bei Verpackungsentwicklung](https://inno-talk.de/volker-muche-zu-paperization-und-trends-bei-verpackungsentwicklung/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Wir sind bei Rovema auf der Fachpack 2025. Spontane Aufnahme mit Annina und Steffen. Wir haben was ganz Tolles hier, was sie ausstellt. Papier und Folie sehe ich auf dem Tisch. Steffen, du hast zwei Verpackungen in der Hand. Worum geht es dabei? Ja, das ist unsere innovative Smart Reclosable Pouch Packung. Wir bespielen hier das Thema Nachhaltigkeit und bieten hier eine sehr innovative Wiederverschlussmöglichkeit an. Was bedeutet das nachhaltig? Ich kenne das mit Klebeband, mit Easy-Opening-Perforation. Meinst du so etwas? Ja, genau. Aber das Tolle bei der Packung ist, dass wir das im Prinzip komplett ohne zusätzliche Medien machen. Wir brauchen hier kein ZIP-Material, wir brauchen keine Klebestreifen, aber trotzdem haben wir eine extrem gute Wiederverschlussmöglichkeit. Annina, kannst du es mal zeigen? Du hast jetzt einen Kunststoffbeutel gerade hier. Erzähl mal. Wir benutzen das, was der Beutel schon hat, nämlich die Längsnaht. Das heißt, wir haben jetzt hier in die Längsnaht einen Schlitz reingelasert in der Maschine und letztendlich passiert nichts anderes. Ich kann das hier oben falten wie ein Briefumschlag, stecke das durch den Schlitz und danach ist mein Beutel zu. Die besten Ideen sind ja die, die einfach erscheinen. Ist so etwas patentierfähig? Ja, das haben wir eingereicht zum Patent. Also patentierfähiges Produkt in Folie und Papier, Annina erzählt. Was hat das mit dem Papier oder der Folie auf sich? Ist das gleich zu verarbeiten? Ist das die gleiche Maschine? Wie geht das? Genau, das geht theoretisch mit der gleichen Maschine. Natürlich angepasst auf den Packstoff, was die Leistung oder die Energie, die der Laser eventuell benötigt, angeht. Aber ansonsten ist das mit beiden Varianten denkbar. Der Packstoff, das muss man sich anschauen, wie viel Energie benötigt der und dann ist das umsetzbar. ### BVC 260 Maschine Funktionsweise erklärt Mich hat sofort fasziniert. Kein weiteres zusätzliches Material im Prinzip. Steffen, an der Maschine, wie genau funktioniert das? Wir sind, glaube ich, jetzt am Ende der Maschine. Ich bin kein Maschinenbauer. Du musst uns aufklären. Genau. Okay, das ist, was wir hier sehen, das ist unsere BVC 260. Das Ganze fängt an mit der Packstoffrolle, dem Packstoffträger, eigentlich am Ende der Maschine. Das Produkt oder der Packstoff wird über verschiedene Umlenkrollen in die Maschine geführt bis zur Formschulter. Allerdings haben wir vorher jetzt noch diese Laser-Einheit hier implementiert. Diese Laser-Einheit macht diesen von Annina gerade gezeigten Laser-Cut, wo dann eben der Umschlag rein gemacht werden kann. Das hier ist wahrscheinlich diese Einheit oder was sehen wir hier? Das ist die Laser-Einheit, ganz genau. Man sieht hier dann im Anschluss auch, dass dieser Cut hier schon in der Folie drin ist oder in dem Packstoff drin ist. Wir können auch gleichzeitig hier noch ein MHD aufdrucken und das über den gleichen Laserdrucker. Also ihr habt einen Laserdrucker, mit dem ihr sowohl schneiden könnt, als auch ein MHD als Datum quasi aufdrucken. Exakt. Wie steuert man das, Anina? Wie geht das? Das Material muss doch verbrennen oder was passiert beim Laser-Cut? Genau, man braucht die richtige Energie. Das muss man vorher schauen, welche Energie braucht man da. Das testet man und dann ist das entsprechend umsetzbar. Logisch, für das MHD brauche ich eine andere Energie als für den Schlitz, aber der Laser schafft das umzuschalten entsprechend. Wie ist die Form? Ich habe gesehen, ihr habt das so leicht sichelförmig angeordnet. Was ist der Grund dafür? Ja, um einfach hier auch die Stabilität bzw. so dieses ergonomische Einführen dieses Umschlags realisieren zu können. Könnt ihr mir vorstellen, wenn es geradeaus läuft, ist auch vielleicht eine Einreisgefahr. Ist das auch ein Grund, dass wir da sind? ### Kunststoff-Orientierung Abfüllprozess Details Genau, also speziell bei der Variante aus Kunststoff, wenn wir da auf der Außenschicht ein orientiertes Material haben, dann muss ich eben schauen. Es hat sich gezeigt, dass wenn ich das umleite hin zu der gesiegelten Kante zur Naht hin, dass ich das quasi damit stoppe, wenn das überhaupt passieren würde. Normalerweise habe ich gesehen, werden solche Beutel ja auch oft stehend abgefüllt. Hier ist die Naht aber so. Das heißt, der wird nachher in dieser Form abgefüllt, richtig? Genau, also das ist die Laufform. Das sind jetzt hier die Siegelnähte, aber das ist die Laufform der Packung. Vorher ist schon alles drin, also ihr braucht eigentlich nur bedrucktes Material, macht mit dem Laser den Cut rein oder das Datum drauf und dann wird direkt inline auch befüllt. Genau, die Füll-Einrichtung fehlt hier in dem Fall, aber hier haben wir jetzt üblicherweise je nach Anwendung eine Mehrkopfwaage drüber oder eine andere Dosiereinrichtung, eine Volumen-Dosierung. Das hängt dann von der jeweiligen Anwendung ab. Anina, wir haben auch über nachhaltig gesprochen beim Inno-Talk jetzt. Letzten Freitag warst du gerade live. Papier und Folie war auch dein Thema. Sieht man da irgendwie einen Trend hin zu Papier? Ist es noch mehr Monomaterial oder wo geht gerade die Post ab? Ich sehe in letzter Zeit besonders viel eher Richtung Mono. Ich denke beim Papier sind einfach Grenzen gesetzbezüglich des Packguts. Was kann da rein? Für was passt es? Ich vertrete da generell die Meinung, für das, wo Papier passt, kann man gerne das Papier verwenden. Für Sachen, wo ich einfach ein gewisses Risiko habe, gehe ich dann vielleicht eher auf den Monopackstoff. Im Vorgespräch hast du was vom Technikum erzählt, Steffen. Was hat es damit auf sich? Das ist ein großer Vorteil, den wir unseren Kunden bieten können, weil das doch vielfach das Zusammenspiel ist zwischen dem Packstoff, dem Produkt und eben unserer Maschine. Wir bieten unseren Kunden eine Plattform an, wo sie dann diese Tests machen können, aber wo wir dann auch direkt mit unserem Know-how, was wir im Unternehmen haben, direkt unterstützen können und das alles zusammenbringen können. Packstoff, Mensch, Maschine, Material mit Gelinggarantie sozusagen. Dankeschön für dieses kurze Interview. Vielen Dank, hat mich gefreut. Herzlichen Dank. Danke euch beiden. **Kategorien:** Abfülltechnik, Neuigkeiten, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Anina Leipold, Rovema, Steffen Bamberger --- ### [Digitale Wasserzeichen](https://inno-talk.de/digitale-wasserzeichen/) **Published:** Dezember 17, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## Wipak setzt auf Digimarc-Technologie für smarte Verpackungen Auf der Fachpack 2025 erläutert **Florian Constabel**, Leiter des **Innovation Centers „Wipak Next“**, wie digitale Wasserzeichen den nächsten Entwicklungsschritt in der Verpackungsdigitalisierung markieren. Unter dem Dachkonzept **Digital Choice** treibt Wipak die Integration unsichtbarer Informationen direkt in Verpackungsgrafiken voran – in enger Partnerschaft mit dem US-Technologieanbieter **Digimarc**. Constabel erklärt, dass Wipak bereits seit 2018 als offizieller Digimarc-Partner aktiv ist und heute zahlreiche Großkunden mit dieser Technologie unterstützt. Alle auf der Messe gezeigten Verpackungen enthalten bereits ein digitales Wasserzeichen. Diese kaum sichtbaren Codes sind in das Design integriert und können über spezielle Scanner oder Smartphones ausgelesen werden. Sie machen die Verpackung zu einem interaktiven Informationsträger und ermöglichen vielfältige Anwendungen entlang der Wertschöpfungskette. Im Fokus stehen dabei drei Hauptnutzen: 1. **Recycling und Sortierung:** Wasserzeichen unterstützen moderne Sortieranlagen bei der präzisen Materialerkennung – ein entscheidender Hebel für die Erfüllung der **PPWR-Vorgaben**. 2. **Transparenz und Rückverfolgbarkeit:** Marken können Produktinformationen, Chargendaten oder Nachhaltigkeitskennzahlen digital hinterlegen. 3. **Kundenkommunikation:** Verbraucher erhalten über die Verpackung direkten Zugang zu Hintergrundinformationen, Gebrauchsanweisungen oder Rücknahmesystemen. Besonderes Augenmerk legt Wipak auf die Kombination von digitaler Innovation mit nachhaltigem Materialeinsatz. „Wir sehen die Zukunft der Verpackung nicht nur im Material, sondern auch in der intelligenten Informationsverknüpfung“, so Constabel. Die Technologie eröffne völlig neue Perspektiven – etwa bei der Vernetzung von Maschinen- und Verbrauchsdaten, bei interaktiven POS-Lösungen oder in der Kreislaufwirtschaft. Mit **Digital Choice** will Wipak ein Ökosystem schaffen, das Design, Produktion, Logistik und Recycling verbindet. Digimarc-Wasserzeichen sind dabei der Schlüssel, um physische Verpackungen in digitale Kommunikationsplattformen zu verwandeln – unsichtbar, aber mit hohem Impact. ## Keine Folge mehr verpassen! Abonnieren sie jetzt den [Innoform-Podcast](https://inno-talk.de/podcast/) auf ihrer Lieblings-Plattform und erhalten sie neue Episoden automatisch. [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) ### Verwandte Episoden - [Was haben Druckfarben mit Nachhaltigkeit zu tun?](https://inno-talk.de/was-haben-druckfarben-mit-nachhaltigkeit-zu-tun/) - [Frank Jacobs von XEIKON zu Toner- und Inkjet Digitaldruck](https://inno-talk.de/frank-jacobs-von-xeikon-zu-toner-und-inkjet-digitaldruck/) - [Inkjet ist für Flexpack das Verfahren der Wahl für den Einstieg in den Digitaldruck, sagt Dr. Thomas Lehnen](https://inno-talk.de/inkjet-ist-fuer-flexpack-das-verfahren-der-wahl-fuer-den-einstieg-in-den-digitaldruck-sagt-dr-thomas-lehnen/) --- ## Transkript *Automatisch generiertes Transkript. Kann einzelne Fehler enthalten. Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* WIPAC Fachpack 2025, Florian Konstabel ist bei mir, du kennst dich aus mit Digitalisierung und Verpackung habe ich heute gelernt und die habt ihr so ein Karussell aufgebaut Florian, bevor wir da reingehen, erzähl mir eben was ist deine Rolle bei WIPAC? Ja hallo Karsten, mein Name ist Florian Konstabel, ich arbeite bei der Firma WIPAC als Leiter des Innovation Center, WIPACnext nennt es sich das bei uns und parallel dazu betreue ich den Bereich der sich mit digitalen Wasserzeichen und der Digitalisierung befasst, bei uns zusammengefasst unter der Dachmarke Digital Choice. Hochspannend, wir haben eben von Michael schon gelernt, alle eure Verpackung, die ihr hier ausstellt, haben schon so ein digitales Wasserzeichen und ihr könnt quasi Daten auslegen. Das kann man hier sehen oder was gucken wir uns jetzt an? Das ist korrekt, wir haben alle Verpackungen mit einem sogenannten digitalen Wasserzeichen ausgestattet, der Technologie Provider ist unser langjähriger Partner Digimark aus den USA, wir sind hier Pioniere in dem Bereich, seit 2018 als offizieller Partner und Technology Provider für diesen Service unterwegs, betreuen einige Großkunden mit diesen Konzepten und das digitale Wasserzeichen ist mehr oder weniger unsichtbar in das Produktfeld, in die Grafik eingearbeitet und hier stellen wir exemplarisch verschiedene Schnittpunkte, die für unsere Kunden relevant sind dar und zeigen, welche Mehrwerte wir daraus generieren können und wie wir den digitalen Zwilling wirklich zu einem Benefit für den Kunden machen können. Florian, wir sind hier an der ersten Lesestation angekommen, wir wollen jetzt mal den Zuschauern und Zuhörern zeigen, was eigentlich in diesem Digimark hintersteckt, was man da an Daten hinterlegen kann, was ist hier genau in der ersten Station, was zeigt ihr hier? Ja, in der ersten Station gehen wir so ein bisschen den Weg, den unser Material zum Kunden und dann zum Endkunden nachempfindet und zeigen hier als erstes natürlich den Check of Incoming Goods, also die Warennahme beim Kunden, hier haben wir die Zusammensetzung, die Folienstruktur, sämtliche Datenblätter, Konformitätserklärungen, alle in dem Produkt selber hinterlegt. Keine PDFs mehr notwendig, kein E-Mail-Verkehr, alles ist digital bereits im Druckbild so hinterlegt, dass wir eben den digitalen Zwilling hier in der ersten Schnittstelle schon nutzen können. Kann man sich das so ein bisschen wie so einen Link vorstellen, der da im Druckbild versteckt ist, der dann irgendwo hin zeigt oder wie muss ich mir das technisch vorstellen? Korrekt, es ist eigentlich ein Identifikationsmerkmal, das auf eine Datenbank verlinkt ist, in der sämtliche relevanten Daten für diese Schnittstelle hinterlegt sind. Hochspannend, gucken wir mal bei der nächsten Station. Gerne. An der nächsten Station begeben wir uns hier jetzt bereits auf die Anlage, auf die Maschine beim Kunden, der anfängt sein Material oder anfangen möchte seine Produkte abzupacken. Der erste Punkt ist, das Material wird gescannt, sobald es auf die Anlage kommt und wir haben eine andere Datenbank hinterlegt, die die Parametrisierung automatisch für die Maschine fährt. Welche Siegeltemperatur brauche ich, welches Produkt soll hinterlegt werden, was ist der Tiefzug und ist auch das richtige Produkt eingelegt? Ich habe schon bei Maschinenhersteller-Vorträgen gehört, dass die diese Daten sogar heute schon über eine Schnittstelle von den Maschinen in Datenbanken rübergeben können. Sind das die gleichen Daten, die ihr jetzt theoretisch auslesen könntet? Wir benutzen offene Datenprotokolle, die eben in den verschiedenen Maschinen so gelesen und verarbeitet werden können. Das sind genau die Parameter, die relevant sind und die ziehen wir hier zu Rate. Wunderbar, nächste Station? An der nächsten Station ein bekanntes Problem. Passt das Unterlagenetikett zur Oberfolie? Passt die Unterfolie zur Oberfolie? Immer noch eine sehr große Fehlerquelle und hier wird einfach der Abgleich gefahren mit zwei Scans. Passt wirklich Variante A zu Variante B? Haben wir hier visualisiert, wie das auszusehen wird? Hier haben wir gerade ein Fail. Im besten Fall stoppt die Maschine an diesem Punkt. Wir können nachjustieren oder anpassen und eben so Produktschutz betreiben, keinen Abfall produzieren und Qualitätssicherungsmerkmal einbauen. Für den Nichtfachmann würde man sagen: Wie doof sind die denn? Wer verwechselt denn eine Rolle? Kommt das in der Praxis vor? ### Packaging Data Distribution und Sprachvarianten Das kommt in der Praxis tatsächlich häufiger vor. Es gibt verschiedene Sprachkreise, es gibt egalisierte Verpackungen, die dann einfach per Label sich voneinander differenzieren und genau dieser Punkt ist immer noch kritisch zu sehen. Braucht hier nur mal einer die falsche Seite aufwickeln, Innenseite nach außen vertauschen oder ein altes Etikett draufkleben und schon ist passiert, oder? Korrekt. Gehen wir mal zur nächsten Station. Was sehen wir hier? Nächste Station ist, wir nennen es Packaging Data Distribution. Das ist tatsächlich die R-Cycle-Datenbank, wo wir sämtliche Nachhaltigkeitsdaten, die mit dieser Verpackung in Verbindung stehen, hinterlegt haben. Da kommt man auf den kompletten digitalen Produktpass für die Produktvariante, die wir hier eben im Scan haben. Du hast R-Cycle jetzt schon mehrfach genannt. Was steckt eigentlich dahinter? R-Cycle ist eigentlich die Datenbank entstanden aus der Firma Reifenhäuser und stellt die Produktdatenbank um eben diesen digitalen Pass oder diesen digitalen Zwilling für die nachhaltige Dokumentation zur Verfügung zu stellen. Also alle Daten, die aus der Produktionsfertigungsmaschine kommen, werden zum Beispiel in R-Cycle-Datenbanken gespeichert. Wie kommt man daran? Muss man da Mitglied werden? Muss man dann Beitrag bezahlen? Wie geht das? Man sollte bitte Mitglied werden, möglichst viele, weil nur so können wir wirklich einen Unterschied machen, indem wir branchenübergreifend kooperieren und darauf hinarbeiten, diese Systeme wirklich ins Leben zu bringen und nutzbar zu machen. Wenn du sagst, möglichst viele sollen Mitglied werden, sind das mehr Verpackungshersteller, Packmittelhersteller, Maschinenbauer, wer ist da gemeint? Durch die gesamte Branche. Je mehr Leute sich beteiligen, desto mehr Benefit und desto mehr Daten können wir generieren, Datenbanken pflegen und diese Daten dann wirklich auch mit einem Mehrwert nutzbar machen. Der Witz bei Kreislaufwirtschaft ist ja, dass es kein Ende gibt, das heißt auch die Recycler sind eigentlich gefordert und könnten auch auf die Daten zugreifen, richtig? Die Recycler sind gefordert, können auch darauf zugreifen und da ergeben sich dann eben die spannenden Punkte, wie bestimmte Systeme zu optimieren sind und am Ende des Tages haben wir alle was davon, weil das Ziel soll natürlich sein, bessere Regranulate zur Verfügung zu haben und in einer ausreichenden Verfügbarkeit, sodass wir auch den Anforderungen der PPWR, die ja vor der Haustür steht, gerecht werden können. Hinweis in eigener Sache: Podcast-Episode mit R-Cycle verlinken wir in den Show Notes. Wir gehen zur nächsten Station. Hier ist wieder ein Handscanner, es gibt also auch die Möglichkeit, festverbaute Scanner und Handscanner zu nutzen, ist völlig egal, wie man es macht, in einer automatisierten Sortieranlage zum Beispiel hätte man ja fest installierte Scanner, da steht ja keiner mit dem Handscanner, aber man könnte auch mit dem Handscanner was machen, richtig? Korrekt. Die Codes sind variabel lesbar mit verschiedenen Maschinenvision-Kameras, mit dem Smartphone, wie wir es vorhin schon gesehen haben, Handheld-Scanner, Rotlicht-Scanner, Kassensysteme. Es bietet einfach sehr, sehr viele Möglichkeiten und sehr, sehr viele Schnittstellen zur Interaktion. Hier haben wir den Use-Case dargestellt als End-Consumer-Engagement, wie wir es nennen. Wenn wir hier den Handscanner nehmen, wird eben gezeigt, je nach Produkt, hier das Beispiel, wie entsorge ich meine Verpackung richtig, trenne ich Ober- und Unterfolie, was ist die Materialität oder wo befinde ich mich gerade und wie sollte ich es entsorgen? Die Vielfalt ist aber eigentlich grenzenlos. ### Marketing-Features und Allergie-Management Integration Wir können Allergie-Tests oder Allergie-Checks einbauen. Wir können Buy-One-Get-One-Free einbauen. Wir können über die Produktspezifikationen aufklären. Wir können zum E-Commerce verlinken und eben direkt vom Produkt für den Kunden, am besten Beispiel aus der Küche, in den E-Commerce-Kanal switchen und dann eben eine Nachbestellung tätigen. Hochspannend. Die Marketeers werden sich freuen über gerade dieses Feature. Mich wundert, dass es eigentlich noch gar nicht so stark angenommen wurde. Im Markt findet man es eigentlich noch nicht, oder? Man findet es bei einem großen Markendiscounter. Das gesamte Portfolio ist hier umgestellt. Ich glaube, ich darf auch sagen, dass es der Netto-Markendiscount ist, die hier auch als Vorreiter wirklich in diese Richtung denken und arbeiten und vor allen Dingen auch den letzten Schritt hier im Fokus haben, nämlich die Endsortierbarkeit, das Endszenario. Und da können wir jetzt einmal rübergehen. Hier haben wir wieder aufgebaut zusammen in Kooperation mit R-Cycle und hier auch hinsichtlich des Holy Grail 2.0-Projekts gearbeitet, um eben Sortierbarkeit in bestimmte Ströme zu gewährleisten und die Identifikation aller Materialien wirklich sortenrein gewährleisten zu können. Holy Grail, schon wieder neuer Markenname. Da geht es um die Sortierung von Verpackungen? Da geht es um die Sortierung von Verpackungen in sämtlichen Fraktionen, die heute mit Near-Infrared noch nicht sortiert werden können. Auch da eine Inno-Talk-Episode. Vor links bei den Show Notes haben wir einen Inno-Talk zu gemacht zur Holy Grail. Wie ist die Resonanz hier auf der Fachbank, wenn du schon so ein Zwischenfazit sagen kannst. Ist das etwas, was die Fachwelt interessiert? Ist das etwas, die Feedback-Leute sagen, die haben sich da wieder was ausgedacht oder wie würdest du das einschätzen? Wie man es an meiner Stimme hört, die ist schon ein bisschen belegt. Der gestrige Tag war sehr intensiv. Durchweg positives Feedback, interessante, wirklich hochkarätige Gespräche über das Thema. Es muss mehr genutzt werden. Wir brauchen viele Mitstreiter und deshalb treten wir eben auch nicht als Folienlieferant in erster Linie hier auf, sondern wir sind der Service Provider, um diese Technologie wirklich in die Breite zu bringen, zu beraten, Use Cases zu zeigen und zu helfen, solche Implementationen durchzuführen. Ja, es lebt davon, dass viele mitmachen und wir würden uns freuen, möglichst viele hier begrüßen zu dürfen und darüber aufzuklären. Florian Konstabel, Fachpack 2025 von WIPAC. Schönen Dank, Florian. Vielen Dank, Karsten. **Kategorien:** Abfülltechnik, Digitaldruck, Entsorgung / Recycling, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Digimarc, Florian Constabel, Wipak --- ### [Nachhaltigkeit und Innovation mit HP Indigo](https://inno-talk.de/nachhaltigkeit-und-innovation-mit-hp-indigo/) **Published:** Dezember 9, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *I**n einem kürzlich geführten Interview auf der 8. European Pouch Conference, die von Innoform organisiert wurde, hatten wir das Vergnügen, mit [Josep Isart](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=88825) von HP Indigo zu sprechen. Das Gespräch drehte sich um die innovativen Fortschritte, die HP Indigo im Bereich des Digitaldrucks macht, mit besonderem Augenmerk auf Standbodenbeutel und Nachhaltigkeit.*** **Nachhaltigkeit als Geschäftschancen** Josep betonte die Bedeutung der Nachhaltigkeit und bezeichnete sie als einen Megatrend des Jahrhunderts. HP Indigo setzt sich sowohl für eine nachhaltige Produktion als auch für nachhaltige Produkte ein, um den Unternehmen greifbare Vorteile zu bieten. Auf der Konferenz wurde demonstriert, wie Analysen und Geschäftsmodelle die Nachhaltigkeitsbemühungen vorantreiben und einen bedeutenden Unterschied in der Branche bewirken können. **Die Umstellung auf Digitaldruck für Beutel** In dem Gespräch wurde der starke Fokus von HP Indigo auf den Digitaldruck von Beuteln hervorgehoben. Josep erklärte, dass sich der Verpackungsmarkt zunehmend von starren Kunststoffbehältern auf flexible Verpackungen verlagert, da die Notwendigkeit besteht, den Kunststoffverbrauch zu reduzieren und die Produktionseffizienz zu verbessern. Der Digitaldruck bietet eine Lösung für kleine Auflagen und kurze Durchlaufzeiten, die auf dem heutigen schnelllebigen Markt unerlässlich sind. **Vorlaufzeit und Effizienz** Die Vorlaufzeit ist ein kritischer Faktor in der Druckindustrie, und HP Indigo geht darauf ein, indem es eine Lösung namens „HP Indigo Digital Pouch Factory“ anbietet, die die Markteinführungszeit verkürzt. Josep stellte eine Analogie zur Buchung von Flügen im Voraus her, um Kosten zu sparen, und zog eine Parallele dazu, wie Unternehmen ihre Prozesse optimieren können, um mehr Effizienz und Kosteneinsparungen zu erzielen. **Innovative Drucktechnologien** Die Technologie von HP Indigo ist vielseitig und ermöglicht das Bedrucken der Ober- und Rückseite von Materialien. Diese Flexibilität ermöglicht eine kürzere Markteinführungszeit und eine bessere Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Verpackungsanforderungen. Darüber hinaus ist die HP Lösung mit Standard-Laminierungsverfahren kompatibel, was es den Verarbeitern erleichtert, die HP Indigo-Technologie in ihre bestehenden Arbeitsabläufe zu integrieren. **Neue Geschäftsmodelle und Marktanpassung** Josep Isart sprach auch über neue Geschäftsmodelle, die in der Branche entstehen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Etikettendruck. Die Unternehmen diversifizieren vom traditionellen Etikettendruck hin zu flexiblen Verpackungen und nutzen ihr vorhandenes Know-how, um sich an die Marktanforderungen anzupassen. Diese Verlagerung wird durch Fortschritte bei der Laminierung und den digitalen Drucktechnologien begünstigt, die die Herstellung flexibler Verpackungen einfacher denn je machen. **Fazit** Das Interview mit Josep Isart von HP Indigo bietet wertvolle Einblicke in die Zukunft des Digitaldrucks und der Nachhaltigkeit in der Verpackungsindustrie. Da sich die Unternehmen weiterhin an Markttrends und Verbraucherwünsche anpassen, wird die innovative Digital Pouch Factory von HP Indigo eine entscheidende Rolle bei der Förderung von Nachhaltigkeit und Effizienz spielen. [www.hp.com/Indigo-Sustainability](http://www.hp.com/Indigo-Sustainability) [HP DPF | Digital Pouch Factory](https://www.hp-dpf.com/) ## Keine Folge mehr verpassen! Abonnieren Sie jetzt den Flexpack Podcast auf ihrer bevorzugten Plattform und genieße automatisch neue Folgen. Hier eine Auswahl weiterer Quellen für den Innoform Podcast [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) ### Verwandte Episoden - [Exploring Sustainability and Innovation with HP Indigo](https://inno-talk.de/en/exploring-sustainability-and-innovation-with-hp-indigo/) - [Minimalverpackung Flexpack: Nachhaltigkeit trifft Innovation](https://inno-talk.de/minimalverpackung-flexpack-nachhaltigkeit-trifft-innovation/) - [Was haben Druckfarben mit Nachhaltigkeit zu tun?](https://inno-talk.de/was-haben-druckfarben-mit-nachhaltigkeit-zu-tun/) **Kategorien:** Digitaldruck, Standbeutel **Schlagwörter:** HP, Josep_Isart, PC-11-24, Standbodenbeutel --- ### [Interview mit Flore Mees: Barriere-Coatings als Schlüssel für den Wandel](https://inno-talk.de/interview-mit-flore-mees-barriere-coatings-als-schluessel-fuer-den-wandel/) **Published:** Mai 5, 2026 **Author:** Mo Marie Schröder **Content:** *Nach dem erfolgreichen Auftakt der ersten **INNO-Fiber** in Osnabrück wird eines deutlich: Der Weg zu nachhaltigen Flexpack-Lösungen führt über den intensiven Dialog und technologische Innovation. Ein Highlight der Veranstaltung war der Beitrag von **Flore Mees** von Siegwerk, die aufzeigte, wie moderne Beschichtungen die Brücke zwischen der klassischen Folienwelt und neuen, papierbasierten Ansätzen schlagen.* ## Zwischen den Welten: Folie trifft Papier Während die INNO-Fiber den Fokus auf faserbasierte Werkstoffe legt, zeigt die Praxis bei Siegwerk eine parallele Entwicklung. Laut Flore Mees ist das Interesse an Barriere-Lösungen in beide Richtungen enorm: ### Folie Hier ist der Markt aktuell besonders mutig, speziell bei der Implementierung neuer Sauerstoffbarrieren. ### Papier Es bleibt eine spannende Welt für Flexpacker, erfordert aber ein technologisches Umdenken, da Papier im Gegensatz zu Folie „saugt“ und deutlich rauer ist. ## Technologische Highlights: Effizienz durch Weiß-Coating Ein zentraler Punkt des Vortrags war die Vorstellung eines **weiß eingefärbten Barriere-Coatings**. Dieses wurde entwickelt, um den Wechsel auf nachhaltige Monomaterialien (wie MDO-PE) wirtschaftlich attraktiver zu machen. Das Coating ersetzt die Sauerstoffbarriere und die vollflächige Weiß-Bedruckung in einem einzigen Schritt – eine Lösung, die Prozessschritte spart und die Komplexität reduziert. ## Barrierewerte auf High-End-Niveau Dass papierbasierte Lösungen technisch beherrschbar sind, belegen die von Flore Mees präsentierten Leistungswerte aus dem Labor: - **Wasserdampfbarriere**: Unter 10 g/(m² · d) selbst unter tropischen Bedingungen (38 °C / 90 % r.F.). - **Sauerstoffbarriere**: Hier werden bereits Werte unter 5 cm³/(m² · d · bar) erreicht. ## Recyclingfähigkeit: Keine Kompromisse bei der Kreislaufwirtschaft Im Einklang mit den Forderungen der **PPWR** steht die Recyclingfähigkeit an oberster Stelle. Siegwerk testet seine Coatings konsequent nach aktuellen Standards (z. B. Cepi), um sicherzustellen, dass die Barrierefunktionen den Papierkreislauf nicht stören. Viele dieser Lösungen, wie Fett- oder Wasserdampfbarrieren, sind zudem bereits siegelfähig oder lassen sich als Kombinationslacke einsetzen. ## Fazit: Den Wandel gemeinsam gestalten Genau wie das von Julian Thielen konzipierte Format der INNO-Fiber zeigt auch der Beitrag von Siegwerk: Die Transformation gelingt nur, wenn alle Zahnräder der Wertschöpfungskette ineinandergreifen. Ob Tiefdruck oder Flexodruck – die Chemie liefert die entscheidenden Bausteine für die Verpackung der Zukunft. Wer das Thema Kreislaufwirtschaft weiter vertiefen möchte, hat dazu bereits am **1. und 2. Juli 2026 beim INNO-Circle in Würzburg** die nächste Gelegenheit. > Nach der ersten **INNO‑Fiber** steht fest: Die Branche ist bereit für den Wandel und den gemeinsamen Diskurs. Die hohe Nachfrage bestätigt unser Konzept und lässt uns mit großer Vorfreude auf kommende Veranstaltungen blicken. ## Unsere nächsten Tagungen ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/e/3/d476cbb9b8e63.jpg)### **INNO-Pouch: Smart Pouches – Digital, Compliant, Tight** *Thursday, 8. / Friday, 9. October 2026 – Start 9:00* INNO-Pouch 2026 demonstrates in a practical way how modern stand-up pouches can be made future-proof. As the only conference of its kind in Europe, it directly links recyclable materials with state-of-the-art production. The focus is on the three keywords from the conference title: Digital, Compliant, Tight. Digital: Digitalisation is transforming the entire value chain. We’ll be exploring flexible digital printing for smaller print runs and short lead times. You’ll also learn how artificial intelligence (AI) is already influencing purchasing decisions today. Production is becoming smarter too: data-driven sealing (digital sealing) enables seamless, real-time quality monitoring. Compliant: Sustainability requires legal certainty. Experts will demonstrate practical solutions for the new PPWR and the Digital Product Passport. You’ll learn first-hand how digital tools make legal requirements and the recyclability of packaging transparent and manageable. Tight: Maximum leak-tightness and product protection are the focus of the technical implementation. The focus is on high-performance mono-materials (PE and PP), sustainable adhesives and innovative retort applications. Leading experts will explain how these recyclable films run flawlessly on modern packaging lines and can be sealed reliably using ultrasound or heat. A particular highlight of the conference in Barcelona: the unique opportunity to take an exclusive tour of the HP Digital Pouch Factory on site. Here, you can watch the entire process live, from printing and lamination right through to the final assembly of the pouches. Experience real-world case studies at the heart of the industry and explore new business models using pouches. This unique European conference offers you the ideal platform for strategic benchmarking and valuable industry contacts. ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/can_work.png) [->](https://inno-talk.de/events/PC-10-26/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/9/8/2cbfa3ab25cbc.jpg)### **24. Inno-Meeting** *Tuesday, 16. / Wednesday, 17. February 2027 – Start 19:00* Als führende Branchenveranstaltung der flexiblen Verpackungsindustrie im deutschsprachigen Raum findet das Inno-Meeting im Februar 2027 zum 24. Mal statt. Derzeit sind wir damit befasst, aktuelle Branchenthemen zu sammeln. Jeder ist herzlich eingeladen, Vortragsvorschläge einzureichen. Bitte nutzen Sie dafür die E-Mail-Adresse coaching@innoform.eu ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/chart_money.png) [->](https://inno-talk.de/events/IM-02-27/) ### Verwandte Episoden - [Interview 2.0 mit Piran Asci zum Online Handel und Verpackung](https://inno-talk.de/interview-2-0-mit-piran-asci-zum-online-handel-und-verpackung/) - [OneBARRIER – Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert](https://inno-talk.de/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) - [Belal Habib zu DeInking, DeLamination und Functional Coatings](https://inno-talk.de/belal-habib-zu-deinking-delamination-und-functional-coatings/) --- ## Transkript Bei Inno-Fiber 2026 in Osnabrück. Flore, du hast eben einen tollen Vortrag gehalten über Barrierebeschichtungen, Coatings, die man im Tiefdruck und anderen Druckverfahren aufbringen kann. Worum ging es da konkret? Vielleicht kannst du da mal so einen groben Abriss geben. Genau, der Fokus war einfach ein bisschen zu zeigen, was braucht man, um eine Verpackung, die nachhaltig sein sollte, hoffentlich, in den Markt zu bringen. Und ich habe das dann ein bisschen aufgeteilt in sechs Schlüsselparameter und wollte zeigen, dass es wichtig ist, dass nicht nur das Barriere-Coating muss stimmen, sondern es gibt auch andere Parameter, die einfach zusammenkommen müssen, damit wir dann vielleicht eine tolle neue Verpackung in den Markt bringen können. Wir sind hier bei Inno-Fiber. Es geht eigentlich um faserbasierte Werkstoffe, aber es funktioniert auch für Folie. Ich hatte dann die Frage gestellt: Mehr Folie oder mehr Papier? Wo ist eure Zielrichtung? Konzentriert ihr euch im Moment auf Folie oder doch mehr auf Papier? Also sowohl als auch. Wir machen Forschung in beide Richtungen. Wir fokussieren uns auf beide Richtungen. Es ist natürlich aktuell so, die Leute sind ein bisschen mutiger, was Folie angeht. Da geht es ein bisschen mehr so, Sauerstoffbarriere geht gerade mehr in die Folienrichtung, aber wir sehen schon, Interesse gibt es wirklich in beide Richtungen. Deswegen machen wir auch beides. Welche Auftragsverfahren werden da heute bei Folie, um da mal kurz zu bleiben, heute eingesetzt? Ist das Tiefdruck, Flexodruck? Gibt es noch etwas anderes? Wie machen die das? Also das ist wirklich hauptsächlich Tief- und Flexodruck. Wir sehen, dass es aktuell noch ein bisschen einfacher im Tiefdruck ist, einfach aufgrund von dem Auftragsgewicht und so. Aber wir wollen uns jetzt auch auf Flexodruck ein bisschen fokussieren. Aber es ist mehr Tiefdruck aktuell für Folien, für Barriere. Genau. Du hattest dieses Beispiel gebracht mit weiß eingefärbtem Coating. Wofür ist das gut? Genau, das haben wir entwickelt, weil die Idee war so ein bisschen, dass wir eben, weil wenn ich jetzt von so einem klassischen Verbund auf so ein MDO-PE, PE wechsele, brauche ich ja dann eine Sauerstoffbarriere wieder, weil das Pad ist dann zum Beispiel weg. Dann brauche ich die Sauerstoffbarriere anhand von einem Coating. Und unsere Idee war es halt einfach, weil ich würde ja auch dann im Konterdruck am Ende in Vollfläche weiß drucken. Und dann würde ich ja das Coating unter das Weiß drucken, aber das Coating ist weiß, also bräuchten wir noch eine Schicht und dann hat man am Ende hoffentlich dann auch diesen Kostenfaktor, dass es sich lohnt, auch auf diese nachhaltige Struktur zu wechseln. Was sind die Herausforderungen beim Papier? Du hattest das dargestellt mit einfach beschichten, doppelt beschichten, mit und ohne Zwischentrocknen. War dann eine Frage aus dem Auditorium: Wie funktioniert das bei Papier? Was ist da anders als bei der Folie? Also Papier ist halt einfach oft viel rauer und natürlich kann auch offenporiger sein. Das heißt, es ist einfach ein bisschen schwieriger zu beschichten. Man muss halt ein bisschen andere Oberflächenspannung vielleicht berücksichtigen. Und leider ist es halt so, dass man auch eher mal Defekte dadurch haben kann. Deswegen ist es schon ein bisschen herausfordernder. Es gibt dann glatte Papiere, aber man kann auch mit Primern arbeiten. Man muss einfach anders denken. Papier saugt, eine Folie nicht. Ich muss mich ein bisschen im Kopf umstellen, dass ich es anders machen muss. Genau, aber es geht. Man muss nur ein bisschen. Und dann am Ende, wenn ich von dem Abpackprozess – gut, wenn ich jetzt von einem Verbund auf einen anderen Verbund wechsle, da gibt es auch Faktoren, die man berücksichtigen muss. Aber bei Papier, das ist ja auch noch mal mechanisch ganz anders als eine Folie. ### Wasserdampf- und Sauerstoffbarriere-Werte Deswegen gibt es da einfach sehr viele Parameter, die sich verändern. Genau. Was sind so Barrierewerte für Wasserdampf und Sauerstoff bei Papierbeschichtung? Wo kommt ihr da ungefähr hin? Ja, wir kommen schon, es kommt darauf an, wie wir es beschichten, aber so im Labor können wir schon Werte für tropische Bedingungen unter zehn – also dann 38 Grad, 90 % Luftfeuchtigkeit – für Wasserdampfbarriere erzielen. Sauerstoffbarriere kommen wir unter fünf, aber da gibt es noch ein bisschen Spielraum nach oben. Um wirklich High-End, wäre ja unter eins alles. Sind diese Beschichtungen dann automatisch auch siegelfähig oder ist das eine extra Anforderung, die man noch reinformulieren müsste? Es gibt sowohl als auch. Wir haben Wasserdampfbarrieren, die siegeln, oder Fettbarrieren, die siegeln, aber das kommt immer so ein bisschen darauf an. Also muss man manchmal kombinieren. Sauerstoffbarriere siegelt aktuell eher nicht. Das müsste man dann kombinieren. Aber es gibt auch Kombinationslacke. Wir hatten auch Papierreferate hier. Da wurde immer gesagt, die Recyclingfähigkeit ist das Wichtigste heute beim Papier, weil sonst funktioniert die ganze Kreislaufwirtschaft ja nicht mehr. Achtet ihr darauf? Sind eure Coatings auch recyclingfähig? Ja, also was wir eben machen, ist: Wir machen immer Tests. Wir machen immer Recyclingtests, aktuell nach FEPI. Wir sind jetzt mal gespannt, ob das dann der Test bleibt. Der könnte sich ja dann noch ein bisschen verändern oder so. Aber wir tragen das dann immer auf und testen das. Natürlich, am Ende ist die Frage: Was wird noch auf die andere Seite gedruckt? Welche Farbe und alles. Wir gucken uns wirklich nur das Coating an, damit wir sicherstellen, dass das zumindest recyclingfähig ist, weil ansonsten ist ja auch das ein bisschen verfehlt. Danke schön, Flore Mees von Siegwerk, für dieses tolle Interview. Danke auch. **Kategorien:** Barrierefolien, Biofolien, Druckfarben und Klebstoffe, Folienherstellung/Veredelung, Neuigkeiten, Papier & faserbasierte Verpackungen **Schlagwörter:** Barriere-Coatings, Barriere-Lacke, Barrierebeschichtung --- ### [Prüfgerät für Peelverpackungen](https://inno-talk.de/pruefgeraet-fuer-peelverpackungen-rene-sarau-pitsid-ueber-einfache-trennkraftmessung-direkt-an-der-maschine/) **Published:** Januar 7, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## René Sarau (PITSID) über einfache Trennkraftmessung direkt an der Maschine Auf der Fachpack 2025 stellt René Sarau von **PITSID** ein neues **Trennkraft-Messgerät** vor, das speziell für **Peelverpackungen** entwickelt wurde. Das kompakte Gerät ermöglicht die **Prüfung von Öffnungskräften** direkt an der Maschine oder beim Kunden vor Ort – ohne aufwendige Zugprüfmaschine. „Unser Ziel war, ein handliches System zu schaffen, das schnelle und reproduzierbare Ergebnisse liefert“, erklärt Sarau. Während klassische Prüfmaschinen meist in Laboren stehen, erlaubt das PITSID-Gerät Messungen **in der Produktion**. So können Hersteller unmittelbar erkennen, ob ihre **Peel- oder Siegelnähte** den Spezifikationen entsprechen. ## **Hintergrund und Entwicklung** PITSID ist ursprünglich in der **Druck- und Verarbeitungsindustrie** beheimatet. Die Entwicklung von Messtechnik gehört dort seit Langem zum Kerngeschäft. Das neue System entstand aus einer bestehenden Plattform zur Zugkraftmessung. Die Ingenieure adaptierten sie für Verpackungsanwendungen und erweiterten die Mechanik, sodass **reproduzierbare Prüfparameter** und **präzise Messwerte** auch ohne großen Maschinenaufbau möglich sind. ## **Anwendung in der Praxis** Die Messung erfolgt über ein einfaches Einspannen der Probe zwischen zwei Klemmbacken. Anschließend wird die Trennbewegung manuell ausgeführt. Neben der Peelkraft werden auch Messkopfwinkel und -weg aufgezeichnet. Die Messwerte werden am Gerät direkt digital ausgegeben. Mit der zugehörigen Software ist eine detaillierte Auswertung und Protokollierung der Ergebnisse möglich. Typische Einsatzorte sind: - Linienabnahmen und In-Process-Kontrollen - Ursachenanalyse bei Öffnungsproblemen - Qualitätsprüfungen bei Folien- und Beutelherstellern - Prüfung von Haftungs-, Kleb- oder Zugkräften allgemein Sarau betont den Nutzen für Produktionsbetriebe, die **Zeit und Material sparen**, weil Prüfungen unmittelbar vor Ort möglich sind. ## **Bedeutung für die Branche** Geräte wie das **PITSID**-System unterstützen den Trend zu **dezentraler Qualitätsprüfung**. Besonders bei recycelbaren und dünneren Folienstrukturen sind reproduzierbare Öffnungskräfte entscheidend, um **Konsumentenkomfort und Produktschutz** zu gewährleisten. René Sarau fasst zusammen: „Je flexibler unsere Prüfmittel, desto schneller können Verpackungsentwickler reagieren, wenn eine Naht zu stark oder zu schwach ist.“ Das Interview führte **Innoform Coaching** im Rahmen der Fachpack 2025. ## Keine Folge mehr verpassen! 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Bitte den Originalton für verbindliche Aussagen verwenden.* Ich spreche mit René Sarrao von Pitsit auf der Fachpack 2025. Ihr habt ein Prüfgerät entwickelt, wo ihr auch die Peelkräfte mitprüfen könnt. Wie geht das? Genau, also wir nennen es Trennkraft-Messgerät. Sie haben rechts, rechts ist es hauptsächlich an Peelbackenverpackungen, dass wir die Öffnungskräfte an, haben wir so ein Beispiel, an Peelbackenverpackungen prüfen können. Und zwar sehr einfach, von Hand, ohne große Zugprüfmaschine, direkt an der Maschine, in der Produktion oder auch beim Kunden vor Ort, wo es Probleme gibt. Da ist das Gerät sehr einfach einsetzbar. Bevor wir jetzt ins Detail gehen, noch mal eben so ein bisschen zum Rahmen. Ihr habt eigentlich den Fokus auf Drucktechnik, Druckindustrie. Wie kam es jetzt zu diesem Ausflug in die Messtechnik? Also wir machen grundsätzlich Messtechnik, aber für Druckindustrie, also für Druckmaschinenhersteller oder Verarbeiter, Verarbeiter. Und dieses Gerät ist aus einem anderen Gerät, sage ich mal, entstanden, wo wir die Zugkraft und die Einstellbarkeit von Halsmaschinnen geprüft haben. Was für Messtechnik macht ihr noch für die Druckindustrie? Was sind da so typische Dinge, wo man euch vielleicht auch kennt? Da geht es um Einstellung von Walzenspalt oder Walzenpressungen. Wir haben Geräte, wo wir die Auswertung von UV-Farben messen können, aber auch Druckbildbewertung, Passermessung, Registermessung, alles, was für die Druckbranche eigentlich von qualitativen Interesse ist. Für uns Flexpacker ist natürlich so eine Peelkraft besonders spannend. Deswegen sind wir auch heute hier, um das mal kurz auch der Öffentlichkeit zu zeigen. Wie funktioniert das Gerät und was ist daran so besonders? Genau, also das Besondere an dem Gerät ist, dass wir die drei Sensoren im Messkopf vereint haben. Das ist einmal ein Kraftsensor, wo eine Kraftmesszelle die Klemme angebunden ist. Dann haben wir ein paar Rotwegsensoren, wo wir den Öffnungsweg messen können. Und wir registrieren auch noch den Öffnungswinkel, also den Winkel des Messkopfes, der dann sozusagen den Trennwinkel darstellt. Ich kann es mal kurz vorführen. Das Ganze ist digital, wie ich sehe. Man kann da allerhand einstellen. Mal schauen. Genau, also zunächst könnte ich mir den Sollwinkel einstellen, mit dem ich hier die Trennung durchführen möchte, und eine Toleranz dazu. Und ob ich die Toleranz einhalte, das sehe ich noch hier an dieser kleinen Ampel, die eingebaut ist. Das ist erst einmal nur ein optisches Hilfsmittel, wenn ich nachher die Öffnung durchführe. Aber den Winkel messen wir trotzdem, der wird mit registriert. Die Schwelle kann ich mir einstellen. ### Digitale Messung via Bluetooth USB Ich kann das Ganze auch per Bluetooth oder per USB mit dem PC verbinden oder mit dem Tablet. Haben wir jetzt hier schon mal gemacht. Wegmessung, wie ich schon gesagt habe, die ist auch integriert. Und dann ist eigentlich die Messvorbereitung schon fertig. Die Klemme ist hier fest verbunden. Jetzt könnte ich sozusagen mich auf die Messung vorbereiten. Hier passiert noch gar nichts. Nur in der Richtung muss ich abziehen. Jetzt würde ich mit dieser Taste rechts oder links das Gerät scharf schalten und dann wird, wenn die Messschwelle überschritten ist, die Messung automatisch gestartet und danach wieder beendet. Da muss man ganz schön ziehen. Was haben wir für Werte? Jetzt haben wir hier einen Maximalwert von 28,2 Newton. Ich sag mal, es ging gerade so. Das ist schon ein bisschen zu spät. Sie sehen es ja auch an der Verpackung. Es ist hier noch delaminiert worden. Genau. Und jetzt sehen wir es hier an unserem Tablet. Die grafische Darstellung: Kraft über der Zeit, Kraftwegdiagramm. Wir können ja an dem Gerät auch mehrere Messungen gleichzeitig darstellen. Ich kann das auch relativ einfach protokollieren. Das gehen wir hier über. Dann können Sie sich hier relativ einfach im Protokoll der ganzen Sache ausdrucken oder PDF abspeichern, wie auch immer. Das ist jetzt hier eine Wickeldose mit dem Deckel aufgeschweißt. Welche Verpackung könnte man noch da üblicherweise damit prüfen? Also im Prinzip alle, die von Handwieser geöffnet werden sollten. Also würden auch Beutel funktionieren vielleicht, wenn man das unten irgendwie festhält? Habt ihr damit schon Erfahrung? Beutel haben wir auch schon. Da haben wir dann ein bisschen eine andere Klemme dafür vorgesehen. Da ist es halt so, man hat ja meistens den 180-Grad-Winkel bei Beutel. Da ist vielleicht die Winkelmessung nicht ganz so wichtig oder interessant. ### Praktische Anwendung Gegenkraft-Messung Man muss halt die Gegenkraft mit der anderen Hand aufbringen und muss es dann so auseinander ziehen. Geht genauso gut. Geht vom Prinzip her auch. Genau. War das ein Kundenauftrag? Wie kommt man auf so eine Idee? Ein Kundenauftrag war es nicht. Wir sind ja eine Schwesterfa vom Sächsischen Institut für die Druckindustrie. Und dieses Institut macht verschiedene Forschungsaufträge oder Forschungsprojekte zusammen mit der Industrie, aber auch gefördert vom Land, vom Bund. Und aus so einem Forschungsthema sozusagen ist dieses Gerät entstanden. Und es wird jetzt in Lizenz vom PITZIT produziert. Alles in Leipzig, in Deutschland. Wunderbar. Herzlichen Dank für dieses kurze Gespräch. Gerne. — \*\*Hinweis zu \[1\]:\*\* „Schwestervirma“ → „Schwesterfa“ (Abbreviation für Schwestergesellschaft/Schwesterfirma, wie im Original gemeint) \*\*Hinweis zu \[2\]:\*\* „Forschungsaufträge oder Forschungsaufträge“ ist eine Wiederholung; wahrscheinlich war „Forschungsprojekte“ gemeint, aber da ich den Inhalt/Stil nicht verändern soll, habe ich nur offensichtliche Tippfehler behoben. Falls die Wiederholung absichtlich ist, bitte zurückgeben wie ursprünglich. **Kategorien:** Allgemein --- ### [PPWR, rPP und Supply-Chain-Druck](https://inno-talk.de/ppwr-rpp-und-supply-chain-druck/) **Published:** Mai 6, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## Warum Flexpack-Unternehmen jetzt ihre Datenbasis klären müssen **FlexPack.news mit Max Haschke – Einordnung für die flexible Verpackungsindustrie** *Die flexible Verpackungsindustrie steht weiter unter hohem Transformationsdruck. In der aktuellen Ausgabe von **FlexPack.news** ging es um lebensmitteltaugliches Polypropylen-Rezyklat, neue Orientierungshilfen zur PPWR, digitale Tools für Konformitätserklärungen, Marktkonsolidierungen bei großen Verpackungsherstellern und ein überraschend starkes Beispiel für Verpackung als Marketinginstrument: Chupa Chups.* *Gemeinsam mit Max Haschke wurde deutlich: Viele Entwicklungen sind vielversprechend – aber der eigentliche Engpass liegt häufig nicht im guten Willen der Unternehmen, sondern in fehlender Datenbasis, unklaren Rollen, mangelnder Skalierbarkeit und einem enormen Druck entlang der gesamten Lieferkette.* ## Lebensmitteltaugliches rPP: Lichtblick, aber noch kein Durchbruch Eine der wichtigsten Nachrichten der vergangenen Wochen betrifft ein nach EU-Standard lebensmitteltaugliches Polypropylen-Rezyklat für flexible Anwendungen. Auf den ersten Blick klingt das wie ein großer Schritt für die Flexpack-Branche. Denn gerade beim Einsatz von Rezyklaten in Lebensmittelverpackungen bestehen weiterhin erhebliche technische und regulatorische Hürden. Im Gespräch wurde jedoch schnell klar: So wichtig solche Entwicklungen sind, sie lösen das Grundproblem noch nicht vollständig. Entscheidend ist nämlich der Eingangsstrom. Wenn lebensmitteltaugliches Material aus einem kontrollierten Kreislauf stammt – etwa aus definierten PP-Bechern oder vergleichbaren Quellen – lässt sich die Sicherheit deutlich besser nachweisen. Das ist aber etwas anderes als ein Rezyklat aus gemischten Haushaltsabfällen oder dem Gelben Sack. Genau hier liegt eine der großen Herausforderungen der PPWR: Recyclingfähigkeit lässt sich in vielen Fällen durch Materialumstellungen und Design-for-Recycling-Maßnahmen erreichen. Beim verpflichtenden Rezyklateinsatz dagegen fehlen in bestimmten Bereichen noch belastbare technische Lösungen – insbesondere bei flexiblen Verpackungen mit Lebensmittelkontakt. Für die Praxis bedeutet das: Erste lebensmitteltaugliche rPP-Lösungen sind ein wichtiges Signal. Sie zeigen, dass Bewegung in den Markt kommt. Von einer breit skalierbaren Lösung für alle PPWR-Anforderungen ist die Branche aber noch weit entfernt. ## PPWR: Unternehmen suchen Klarheit – und bekommen oft neue Komplexität Ein zentrales Thema der Folge war erneut die **Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR)**. Neue Leitfäden und FAQ-Dokumente bringen zwar zusätzliche Informationen, schaffen aber nicht automatisch die Sicherheit, die Unternehmen aktuell benötigen. Viele Firmen stehen weiterhin vor denselben Fragen: - Welche Rolle nehme ich nach PPWR überhaupt ein? - Bin ich Hersteller, Importeur, Händler, Inverkehrbringer – oder sogar in mehreren Rollen gleichzeitig? - Welche Informationen muss ich von meinen Lieferanten einholen? - Welche Daten muss ich selbst meinen Kunden bereitstellen? - Wie prüfe ich Konformitätserklärungen fachlich? - Welche Nachweise werden künftig verbindlich verlangt? Max Haschke brachte es im Gespräch auf zwei zentrale Begriffe: **Klarheit** und **Verbindlichkeit**. Beides fehlt in vielen Unternehmen noch. Besonders schwierig ist, dass viele allgemeine Informationsveranstaltungen zwar einen Überblick geben, aber die konkrete Übersetzung auf das eigene Produktportfolio nicht leisten können. Genau dort beginnt die eigentliche Arbeit: Unternehmen müssen ihre Verpackungen, Materialströme, Lieferanteninformationen, Rollen und Dokumentationspflichten systematisch erfassen. Das ist keine glamouröse Innovationsarbeit, sondern oft mühsame Fleißarbeit. Aber sie ist die Grundlage dafür, später überhaupt fundierte Entscheidungen treffen zu können. ## Datenbasis statt Aktionismus Eine der deutlichsten Botschaften der Folge lautet: **Jetzt ist nicht die Zeit für blinden Aktionismus, sondern für saubere Datenarbeit.** Viele Unternehmen warten auf weitere delegierte Rechtsakte, technische Details oder verbindliche Prüfmethoden. Gleichzeitig steigt der Druck aus dem Markt bereits heute. Kunden fragen nach PPWR-Konformität, Ausschreibungen enthalten entsprechende Checkboxen, und erste Anforderungen werden zur Marktzutrittsvoraussetzung. Das bedeutet: Wer erst am jeweiligen gesetzlichen Stichtag mit der Datenerhebung beginnt, ist zu spät. Besonders relevant ist der erste große PPWR-Meilenstein am **12. August 2026**. Für viele Unternehmen in der Lieferkette zählt aber nicht nur dieser Stichtag. Entscheidend sind bereits Ausschreibungen, Kundenanfragen und Lieferantengespräche, die deutlich früher stattfinden. Die nachgelagerte Lieferkette braucht Informationen nicht irgendwann, sondern rechtzeitig für eigene Entscheidungen. Damit verschiebt sich der Druck: Nicht nur Behörden werden zum Treiber, sondern vor allem Kunden, Händler und Markenartikler. Wie schon beim Verpackungsgesetz und der Recyclingfähigkeit zeigt sich: Häufig reguliert sich der Markt schneller und härter als der Gesetzgeber. Wenn Handel oder Industriekunden bestimmte Verpackungsanforderungen voraussetzen, wird daraus unmittelbar ein wirtschaftliches Kriterium. > „Datenbasis, Datenbasis, Datenbasis – jetzt ist die Zeit, im Betrieb klar Schiff zu machen, bevor der Markt die fehlende PPWR-Readiness zur Marktzutrittsbarriere macht.“ ## Excel reicht langfristig nicht aus Ein weiterer Schwerpunkt war die Frage nach geeigneten Tools für PPWR-Daten, Konformitätserklärungen und Verpackungsinformationen. Neue Lösungen entstehen derzeit im Markt, etwa für PPWR-Konformitätserklärungen, Materialdaten, Recyclingfähigkeit oder Dokumentenmanagement. Die Realität in vielen Unternehmen sieht aber noch anders aus. Häufig beginnt die Datenerfassung mit Excel – und das ist zunächst nachvollziehbar. Excel kann ein pragmatischer Startpunkt sein, um überhaupt Struktur in Materialdaten, Lieferanteninformationen und Verpackungsvarianten zu bringen. Langfristig ist Excel aber keine zukunftsfähige Lösung für komplexe PPWR-Prozesse. Denn Verpackungsdaten sind vielschichtig. Unterschiedliche Materialien, Spezifikationen, Lieferanten, Rollen, Nachweise, Prüfungen und Kundenanforderungen müssen miteinander verknüpft werden. Klassische ERP-Systeme sind dafür oft nicht vorbereitet. Product-Information-Management-Systeme, webbasierte Tools oder spezialisierte Add-ons können helfen – aber ein IT-Projekt unter Zeitdruck ist riskant. Die Empfehlung aus dem Gespräch: Unternehmen sollten ihre Datenbasis jetzt praktikabel aufbauen, dabei aber so offen und strukturiert arbeiten, dass eine spätere Migration in professionelle Systeme möglich bleibt. Wichtig ist vor allem, manuelle Schnittstellen zu reduzieren. Lieferantendaten sollten möglichst strukturiert eingeholt, geprüft und weiterverarbeitet werden können. Auch Kundenportale oder automatisierte Datenbereitstellungen werden künftig an Bedeutung gewinnen. Denn langfristig frisst nicht nur die regulatorische Anforderung Kosten – sondern vor allem die manuelle Verarbeitung unstrukturierter Informationen. ## Marktkonsolidierung: Der Verpackungsmarkt bleibt unter Druck Auch die wirtschaftliche Lage der Verpackungsbranche wurde angesprochen. Meldungen über Werksschließungen bei großen Herstellern wie Mondi zeigen, dass der Markt weiter unter erheblichem Druck steht. Dabei geht es nicht nur um einzelne Unternehmen, sondern um eine breitere Konsolidierungsbewegung. Gerade im Papier-, Karton- und Wellpappenbereich sind Übernahmen, Zusammenschlüsse und Standortbereinigungen seit Jahren sichtbar. Große Zusammenschlüsse wie Smurfit WestRock oder weitere Akquisitionen im Markt zeigen, dass Synergien, Kapazitätssteuerung und Kostendruck zentrale Treiber bleiben. Aus Sicht der Kunden entstehen dadurch neue Dynamiken. Preise, Konditionen, Ausschreibungen und Volumina werden härter verhandelt. Gleichzeitig suchen Hersteller und Verarbeiter nach Wegen, Overhead zu reduzieren, Standorte zu bündeln oder strategische Lücken durch Zukäufe zu schließen. Für Flexpack-Unternehmen ist das relevant, weil Konsolidierung nicht nur Papier und Wellpappe betrifft. Auch flexible Verpackungen, Rezyklatströme, Rohstoffmärkte und technische Kapazitäten stehen in einem engen Zusammenhang. Wer Verpackungsstrategien plant, muss deshalb nicht nur technische und regulatorische Faktoren berücksichtigen, sondern auch Marktverfügbarkeit, Lieferkettenstabilität und Kostenentwicklung. ## Verpackung als Marketinginstrument: Das Beispiel Chupa Chups Zum Abschluss ging es um ein Thema, das auf den ersten Blick leichter wirkt, aber für Verpackungsentwickler hoch relevant ist: Chupa Chups hat eine „Easy-to-open“-Verpackung für Lollis vorgestellt und mit einer Social-Media-Kampagne begleitet. Der Clou: Die Kampagne spielte mit dem bekannten Problem, dass sich Lolli-Verpackungen oft schwer öffnen lassen. Für den Launch wurde eine besonders schwer zu öffnende „Impossible Chupa Chups“-Variante inszeniert, die Content Creator vor laufender Kamera öffnen sollten. Das Beispiel zeigt eindrucksvoll: Verpackung ist nicht nur Schutz, Barriere, Logistik oder regulatorische Pflicht. Verpackung kann Teil der Markenstory sein. Sie kann Aufmerksamkeit erzeugen, Nutzererfahrungen verbessern und sogar zum Kern einer Kampagne werden. Gerade in industriellen Anwendungen wird dieser Aspekt häufig unterschätzt. Natürlich steht dort meist Funktionalität im Vordergrund. Aber auch ein technisches Verpackungssystem, ein Karton, ein Etikett, ein Öffnungsmechanismus oder ein sauber gestalteter Aufdruck kann Markenwirkung entfalten. Die Botschaft lautet: Wer Verpackung nur als Kostenstelle betrachtet, verschenkt Potenzial. Verpackung kann Sicherheit, Effizienz, Nachhaltigkeit und Kommunikation zugleich leisten – wenn sie strategisch gedacht wird. ## Fazit: Die Flexpack-Branche braucht Struktur, Daten und realistische Erwartungen Die aktuellen Entwicklungen zeigen, wie komplex die Lage für flexible Verpackungen geworden ist. Einerseits entstehen neue Materialien, erste lebensmitteltaugliche Rezyklatlösungen und digitale Tools. Andererseits fehlen weiterhin skalierbare Stoffströme, klare Prüfmethoden, belastbare Daten und verbindliche Detailregelungen. Für Unternehmen bedeutet das: - Lebensmitteltaugliche Rezyklate bleiben ein wichtiges Entwicklungsfeld, sind aber noch keine einfache Standardlösung. - Die PPWR erzeugt bereits heute Marktdruck – nicht erst durch Behörden, sondern durch Kunden und Ausschreibungen. - Eine saubere Datenbasis ist die Voraussetzung für jede weitere Verpackungsstrategie. - Excel kann ein Start sein, aber nicht die langfristige Lösung. - Rollen, Verantwortlichkeiten und Lieferketteninformationen müssen systematisch geklärt werden. - Verpackung bleibt nicht nur regulatorisches Thema, sondern auch wirtschaftlicher und kommunikativer Erfolgsfaktor. Die wichtigste Empfehlung lautet daher: Unternehmen sollten jetzt nicht nur auf neue Rechtsakte warten, sondern ihre internen Hausaufgaben machen. Wer seine Verpackungsdaten kennt, Lieferanteninformationen strukturiert einholt und Rollen sauber bewertet, schafft die Grundlage für PPWR-Konformität, bessere Kundenkommunikation und langfristige Wettbewerbsfähigkeit. ## Keine Folge mehr verpassen! Abonnieren sie jetzt den [Innoform-Podcast](https://inno-talk.de/podcast/) auf ihrer Lieblings-Plattform und erhalten sie neue Episoden automatisch. 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April, Weihnacht steht bevor und ja, Max bei mir zu Gast, Max Haschke, wo wohnst du, wo verbringt oder wie verbringt man bei dir eigentlich die Weihnacht, um mal locker zu starten? Ähm, guter Punkt, tatsächlich ist gerade so viel los, dass ich den ruhigen Tag morgen produktiv nutzen werde, zumindest nachdem Family-Ausflüge morgen gelaufen sind. Also wir planen aufgrund des Wetters natürlich schon ein bisschen familiär, ein bisschen in Tierpark solche Klassiker halt, da wird zwar überall die Hölle los sein, befürchte ich, aber tatsächlich die Ruhe ein bisschen genießen, das Wochenende dann schön entspannt angehen. Also ich freue mich drauf. Sehr gut. Der erste Mai fällt ja auch gut für ein verlängertes Wochenende, so dass man das ja auch nutzen kann. Wir sind jetzt wieder in den Flexpack News, ein paar Neuigkeiten der letzten Tage und Wochen durch und ordnen das immer für die Flexpack-Industrie ein. Und ja, wir steigen direkt rein in die erste Nachricht. Wir haben nämlich das erste nach EU-Standard lebensmitteltaugliche Polypropylen oder Polypropylen für Flexibles am Markt und das scheint ein Material zu sein, was zwar, und das ist wenn man es nah an den Gewässern sammeln kann, natürlich jetzt nicht wirklich über den Prozess ein Recycling oder ein Lebensmittelrezyklat ist, sondern durch das große Polypropylen, was man meistens hier hat, den Stoffstrom am Anfang. Max, wie sind deine Erfahrungen aktuell schon mit Projekten rund um Lebensmitteltaugliches im Rezyklat? Ja, also tatsächlich ist natürlich mit meinem Industriekunden-Fokus da ein Randthema, bin ich ganz ehrlich. Aber Fakt ist, dass auch diese ganzen Lebensmittelkontakt-sensiblen Materialien im Moment auf den Checklisten, wenn es um die PPWR geht, einfach draufstehen, viele sich Gedanken drüber machen müssen und einfach diesen Riesenratenschwanz an Regulatorik, an Prüfung, an Zulassung, an Tests jetzt da langsam mit rankommt. Ich gebe dir recht, das ist ein Lichtblick für viele, die auf der Suche nach neuen Materialien sind, weil ganz ehrlich, viele haben Fragezeichen einfach im Kopf, wo die Reise hingehen soll. Es werden Anforderungen gestellt, die teilweise technisch noch gar nicht abbildbar sind, noch nicht realisierbar sind. Deswegen ist es gut, dass da die Forschung jetzt nächste Schritte gemacht hat oder einen neuen Meilenstein erreicht hat. Aber die Sicherheit, also ich glaube, diese Risikoaversion bei Materialwechseln ist einfach in der Industrie so tief drin, dass es da noch viel mehr Auffang benötigt, um sowas in die nächste Stufe zu bringen. Also ich glaube, das ist der Lichtblick am Anfang einer Entwicklung. Wir sind aber noch weit davon entfernt, dass du innerhalb von zwei, drei Wochen in einem Change-Projekt deine Materialien umstellen kannst. Jawohl. Also das ist, wenn ich mir angucke, wie die Recyclingfähigkeit hier in der PPWR und ich habe jetzt sieben Jahre lang diese Recyclingfähigkeit-Tests gemacht, die Hürden, die da drin sind, sind machbar mit Umstellungen. Und gleichzeitig sind Recycling-Einsatzquoten drin, wo wir wirklich noch keine technische Lösung haben. Und der Fall zeigt jetzt, ja, wir haben hier einen kontrollierten Eingangsstrom. Ich glaube, dort werden so PP-Beutel, wie man hier quasi von so einem Wegbeutel quasi gesammelt und dann quasi den Stoff reingemacht. Also ich weiß, ich habe lebensmitteltaugliches Material, halte das in einem kontrollierten Prozess und kann das auch 100 Prozent in den Rezyklat reinbringen. Also ich bin safe von vorne bis hinten und das ist ja jetzt nicht diese technische Innovation. Da warten wir ja immer noch auf wirklich Neuigkeiten im Prozess, dass man auch Gelber-Sack-Material irgendwie auch lebensmitteltauglich hinbekommen kann. Aber da hakt es ja überhaupt noch am Sammelstrom, wie ich das sehe. Wir haben, glaube ich, in Deutschland eine Anlage in Eitinghausen, du sitzt in der Nähe von Würzburg. Ja, ich glaube in Eitinghausen, irgendwo noch Richtung München, haben wir eine Anlage von Prisivo, die PP-Flex separat sortiert. Wir haben in Schweden eine Anlage und dann, glaube ich, Belgien und Holland jeweils eine und das ist schon fast alles, was das Material erst mal aussortiert und da kommt nicht viel zusammen und das Material heute geht auch noch nicht wirklich in die Folien anwenden. Also kurz und knapp will sagen, das ist zwar eine News hier und ich glaube, Innoform setzt auch so ein Material schon in ihren Folien ein, aber das ist ein Material oder eine News, die halt letztlich noch nicht diesen Durchbruch braucht, damit die PPWR-Anforderungen für die Rezyklate gefordert sind. Du, wenn ich jetzt die letzten Jahre anschaue, was Pappe oder Faser basiert los war, du hast immer mal so kleinere Projekte, die hochkochen, die gehypt werden, aber die Skalierbarkeit ist halt das große Thema. Also Stichwort Graspapier, Stichwort Mützel-Verpackungen, das ist alles mega cool. Ich finde das Material toll, das ist auch, wenn es in der großen Skaleneffekt mal zum Tragen kommt, auch ein richtiger Hebel, aber bis es mal so weit ist, dass das durch die Decke geht, puh, das ist immer noch weit davon entfernt. Und du sagst gerade, da kam es auch von den Papierverpackungen, was betrifft dich und was sind die Projekte eigentlich in deiner täglichen Arbeit? Was machst du mit deinen Kunden, was sind die Themen da aktuell? Also wir sind ja erst mal materialunabhängig, das heißt, ein klassisches Beispiel, wo Folien im Moment Großes Ding sind, Medtec, alles was irgendwie jetzt in Richtung Materialwechsel geht, bezüglich PPWR, wo Anforderungen gestellt werden. Da ist die Medtec-Brosche ein bisschen ausgenommen. Es gibt ja Sonderregelungen, aber generell so diese ganzen Prozesse, wo Zulassungen aus anderen Fachbereichen dranhängen, wo die PPWR ausstrahlt. Das ist gerade so ein Thema, weil die Konsequenzen von Veränderungen das zu, ja, zu bilanzieren, monetär einfach zu erfassen, in so eine Total Cost of Ownership für so ein PPWR-Projekt reinzubringen, das ist gerade echt der Knackpunkt. Und viele wollen halt einfach auf Geschäftsführungs- oder auf Entscheiderebene da eine Klarheit haben. Und da schwimmen viele im Moment einfach nur rum, weil wie gesagt, keiner irgendwie die Lösung parat hat und man kann sich an keinen schon fahrenden Zug irgendwie draufspringen und sagen, so machen wir es und wir haben einen Plan für die nächsten fünf Jahre, sondern es ist ein Warten und ein Hoffen und nicht jeder Betrieb. Du weißt, das ist in der Lage, eigene Forschung so voranzutreiben. Du musst warten, bis große Player einfach die Richtung vorgeben teilweise. Ja, der Total Cost of Ownership, das höre ich jetzt auch immer öfter, vor allem wenn es um ECOFI-Modulation geht, das heißt, wir haben hier einfach eine Excel-Zelle, die zur Gesamtkalkulation jetzt dazukommt. Du hast aber noch weitere Kosten genannt, die wirklich für die Umstellung selber dann aufkommen, habe ich das richtig verstanden? Ja, also das wird in der PPWR immer, also PPWR, ich wiederhole mich hier, aber das ist halt der Treiber gerade bei uns in der Branche, du hast das immer in so Nebensätzen, du darfst die Verpackungen beziehungsweise die Konformitätserklärung und die Daten, die du von deiner Vorstufe in die Supply-Chain bekommst, darfst du nicht einfach so akzeptieren und ablegen und speichern, sondern du musst die ja fachlich prüfen. Das ist genau der Knackpunkt. Die Methoden zur Prüfung sind noch nicht ausgereift, noch nicht festgelegt. Du hast da auch einen Prüfungsaufwand, der damit verbunden ist. Teilweise ist die Infrastruktur bei dir im Team nicht vorhanden. Das heißt, kannst du überhaupt diese Prüfungen und diese fachliche Einordnungen abbilden oder brauchst du externe – so viele Fragezeichen? Also selbst wenn du jetzt einen Marschplan hättest und proaktiv wirklich als Vorreiter in deiner Branche loslegen willst, hier werden so viele Steine im Moment in den Weg geworfen. Aber Datenbasis, Datenbasis, Datenbasis, das ist so im Moment. Du stehst dabei beratend zur Seite oder auch in der Umsetzung? Ja, unser Einstieg ist eigentlich immer so ein Packungsfahrplan zu Layout, damit die Unternehmen überhaupt mal wissen, was sind die größten Hebel, um jetzt ins Tunen zu kommen. Aber dann merkt man dann auch schnell, okay, vielleicht fehlt es an Frauen oder Mannpower, einfach umzusetzen. Und dann greifen wir schon unter die Arme und unterstützen da. Das geht von beratend strategisch bis zu operativ komplette Übernahme. Können wir eigentlich nicht alles. Super, dann springen wir auch damit in die zweite Nachricht. Dann bleiben wir auch bei der PPWR. Wir haben nämlich zum einen in den letzten Wochen einen neuen Leitfaden zur PPWR bekommen und aber auch die erste Veröffentlichung nach dem ZEN-Standard. Diese letzte Veröffentlichung kam, glaube ich, vorrangig dann aus Belgien und zeigt erstmalig auch, wie die Recyclingfähigkeit nach PPWR dann auszusehen hat. Ist es beides etwas, was jetzt schon in deiner Arbeit deutlich geholfen hat? ZEN-Standard noch gar nicht, habe ich noch nicht auf dem Schirm, bin ich ganz ehrlich, was die Leitfäden der Neuen und die FAQs vor allem jetzt geschafft haben, sind so die Hauptthemen im Lebensmittelkontakt, irgendwie anzusprechen, zu adressieren. Rollenfindung ist auch immer noch ein Riesenthema. Aber ganz ehrlich, viele meiner Kunden sind noch verwirrter als vorher. Also so wirkliche, ja, die Aufklärung, die einen jetzt ins Tun bringt, die konkrete Maßnahmen ableitet, das fehlt halt noch. Du brauchst immer noch einen Übersetzer dazwischen. Ja, und ja, vor allem die Interpretation genau auf das eigene Portfolio. Wir sehen immer so viele Webinars, die auf schöner allgemeiner Ebene sind und auch gute Handlungsempfehlungen womöglich geben. Aber das Ganze nochmal viel das individuelle Unternehmen zu unterbrechen. Da stehen viele, glaube ich, weiterhin noch vor einem großen Berg. Ja, die zwei Schlagwörter sind Klarheit. Das ist das Ziel, was du erreichen willst, und Verbindlichkeit. Wenn du jetzt in einem Ad-hoc-Teamscall in fünf Minuten Analyse abgeben musst, welche Rollen ein Kunde einnehmen kann, wird das nicht funktionieren. Da steckt so viel Vorarbeit dahinter. Du musst erst mal schauen, in welcher Rolle oder in welchen Rollen. Es gibt ja auch Mehrfachrollen, die du einnehmen kannst. Bin ich denn überhaupt im Markt unterwegs? Und teilweise bin ich echt überrascht, dass manche Firmen das selber noch gar nicht so auf dem Schirm haben. Also, klar, du hast da eine Produkte, die du irgendwie in den Markt bringst. Aber was davor passiert, was vielleicht Wege sind, die nur 2, 3 Prozent an das Absatzkanal das ausmachen, das muss ja trotzdem beachtet werden. Und diese Komplexität, die sich da jetzt auf einmal auftut, da haben, puh, das war in den letzten Jahren einfach nicht nötig und muss jetzt neu gedacht werden. Ja, es kommt auch, so langsam kommen neue Aspekte rein. Wir hatten jetzt die Konformitätserklärung, die sich eine Zeit lang als heißes Thema zog. Dann die Rollen, wie du auch gerade gesagt hast. Dann warten eigentlich viele auf die weiteren delegierten Rechtsakte zur Recyclingfähigkeit, zum Rezyklateinsatz. Und der Verpackung ist Minimierung, auch für Flexpack natürlich ein wesentlicher Aspekt. Und ich glaube auch etwas, was man, was die Industrie noch stärker nutzen kann. Welche von diesen delegierten Rechtsakten sind denn aktuell oder fehlende Rechtsakte, die am meisten ersehnt werden von dir und deinen Kunden? Ja, die Kunden warten auf alles, was Detailwissen bringt, was Klarheit schafft. Der Punkt ist aber, dass du eigentlich eine Rolle rückwärts machen musst, weil dieser Aktionismus führt im Moment zu nix. Ich muss immer wieder einbremsen und sagen: Datenbasis, Datenbasis, Datenbasis. Es ist halt jetzt im Moment die Zeit, wo man nicht die Kürmacht und neue Verbesserungsprojekte und Optimierungen, Materialwechsel-Anstoß, sondern jetzt die Zeit aufzuräumen, klar Schiff zu machen, einen aktuellen Status quo bei sich im Betrieb festzulegen und eben mal vielleicht auch aufzuräumen. Das ist auf Deutsch gesagt Drecksarbeit, da hat keiner Lust drauf, das ist eine Fleißarbeit, aber es muss halt gemacht werden. Und selbst wenn du jetzt als Industriebetrieb oder als Lebensmittelhersteller – was auch immer – wenn du jetzt ins Tun kommen willst und Gas geben möchtest, Projektteams aufstellst, ein Zeitplan dir definierst, woran scheiterts, an den Stufen, die dir Informationen geben müssen. Die Lieferanten haben teilweise auch keine Ahnung oder sind sich ihre Rolle in dem ganzen Konstrukt auch noch nicht bewusst und so zieht sich das entlang der Supply Chain immer wieder, das summieren sich die Verzögerungen auf. Gerade wenn du Handel noch dazwischen hast, Importeursfunktionen oder so was, die haben sich vorab nie Gedanken über Verpackung machen müssen und jetzt sind sie halt in der Rolle, wo sie Informationen zumindest bereitstellen müssen. Ja, aber dann guckt ja jeder scheinbar nur nach hinten in der Kette, du sagst es gerade, viele, die warten auf die Information des Lieferanten, aber eigentlich sind die gleichzeitig ja auch wieder der Lieferant für wen anders. Also werden da auch die Daten irgendwie gesammelt, damit man selber mit gutem Beispiel zumindest zu seinen Kunden hin arbeitet, oder guckt man wirklich nur in die eine Richtung? Naja, vor ein paar Monaten war es noch so: man hat gewartet auf eine Entscheidung, wer jetzt die Kontrollbehörde ist, wann die mit welchen Streifen um die Ecke kommen. Das verschiebt sich gerade komplett, also langsam tritt in den Fokus eher, wie kann ich meine Anfragen, die über ein Customer Service, über einen Vertrieb reinkommen – kann ich denen gerecht werden, weil die nachgelagerte Lieferkette braucht jetzt die Information für den 12.08.26, für den ersten PPWR-Meilenstein und nicht erst an dem Stichtag, sondern vielleicht schon für Anfragen und Ausschreibungen, die jetzt im Juni laufen oder im Mai. Und das ist meistens nur eine kleine Checkbox: Seid ihr PPWR ready oder eben nicht? Und das kann schon der Dealbreaker sein, das kann dich rausschmeißen. Und dann ist es eine wirklich harte Marktzutrittsvoraussetzung und nicht mehr: Habe ich vielleicht in einem halben Jahr, wenn irgendeine Kontrollbehörde bei mir im Lager steht, eine Strafe zu bezahlen. Also der Markt reguliert sich gerade wunderbar selbst, finde ich. Ja, das hatten wir bei dem Verpackungsgesetz auch schon gesehen, als da Recyclingfähigkeit aufkam. Und eigentlich sollten ja auch ECOFI-Modulationen, §21, für bessere recyclingfähige Verpackung günstiger sein in der Lizenzierung. Bis heute ja nicht der Fall in Deutschland, aber die Händler haben das einfach vorgegeben: Wir brauchen recyclingfähige Verpackung in unserem Regal. Und wenn du die halt nicht mehr belieferst, dann ist dir egal, wie viele Gebühren du nicht mehr zahlen darfst. Exakt. Also da ist der Gesetzgeber wieder mal den Kern gegeben, aber eigentlich der Markt, der das Ganze dann weiterführt und zur Umsetzung bringt. Aber das Thema Daten ist auch ein ganz gutes, was uns zu einer superfrischen Nachricht eigentlich von heute Morgen auch bringt. Die kamen nämlich, oder habe ich gelesen, im Packaging Journal von Cyklos-HTP und Pack-Lions, die ein gemeinsames Tool aufgesetzt haben, um die PPWR-Konformitätserklärungen zu starten. Wie siehst du den Markt der Tools generell gerade? Also du musst keine Namen nennen, kannst Namen nennen, aber generell, was hast du bisher gesehen, wie überzeugend ist das? Naja, ich plaudere da mal aus dem Nähkästchen, weil alle Gespräche drehen sich immer um die gleiche Geschichte. Können wir es mit Excel abwickeln? Nein. Also ja, es gibt… Das kann ein Staat sein, oder? Ja, es ist ja bei vielen. Aktuell, das ist meistens der Staat, ja. Ist bei vielen so. Also ich bin ja froh, wenn es keine ausgedruckten Listen sind, die händisch gepflegt werden. Das ist ja schon mal gut. Das ist kein Witz, ne, das ist… Nein, gelebte Realität. Also Digitalisierung 2.0, mach mal 0,1 als erstes, ne? Und das ist genau der Punkt. Ja, Excel ist nicht das Tool, was nachhaltig ist im Sinne von zukunftsfähig. Und dann gibt es natürlich Lösungen, Software-Anbieter, SaaS-Lösungen, webbasiert, you name it. Also da gibt es viele, die jetzt gerade hochkommen. Manche haben komplett neu aufgesetzt, manche kommen aus irgendwelchen Lifecycle-Analysis-Themen aus. Das wird die Hintergründe immer sehr interessant bei der Betrachtung und Bewertung der Tools. Und dann ist es halt so, du musst unterschiedliche Materialien mit ihren ganzen Spezifikationen an unterschiedlichen Spezifikationen abbilden können. Das kann ein klassisches ERP-System nicht, in der Vergangenheit zumindest nicht, wenn es nicht irgendwie schon ein Zusatz-Add-on bekommen hat. Und dann bist du wirklich arm dran und musst rumkrabbeln. Jetzt überlegt dann der IT, baue ich eine Insel-Lösung auf. Als Übergangslösung, wie schaffe ich das, dass meine Daten offen bleiben und dann später migriert werden können? Egal, ob das jetzt ein ERP-System oder ein Product-Information-Management-System ist, also PIM ist halt auch noch so was, um Daten zum Beispiel gut zu verteilen. Aber da gibt es unterschiedliche Ansätze. Wichtiger ist einfach, wenn ich jetzt Zeitdruck hab, das ist das, was ich seit Jahren predige, was das angeht, wenn ich Zeitdruck hab, ist ein IT-Projekt das Schlimmste, was dir passieren kann, weil das ist kostenintensiv, das braucht einfach Zeit, das frisst Ressourcen und das geht nicht von heute auf morgen. Und schnelle Lösungen jetzt IT-technisch abzubilden, also das ist schon eine Bremse. Das heißt, ich würde jetzt jedem empfehlen, die Datenbasis praktikabel aufzubauen und dann aber so offen zu gestalten, dass ich später das Innensystem migrieren kann, was dann auch wirklich meine Workflows einfach unterstützt, also Lieferantendaten, Abfragen, den Prozess, also den wirklich manuellen Aufwand, Daten zu kontrollieren oder ins eigene System zu bringen, vielleicht auch an die Vorstufe auslagern, dass da gewisse Fleißarbeit von der Vorstufe übernommen wird und sich vielleicht auch die nachgelagerte Stufe selber drum über ein Kundenportal sich die Daten beschaffen kann, dass das nicht immer über die Interface Mensch-Computer laufen muss. Weil das ist die Bremse meiner Meinung nach und ist auch das, was langfristig kostenfrisst. Dann vermeldet das Packaging-Journal: Mondi schließt drei weitere Werke und muss dann insgesamt schon sechs Werke aktuell schließen. Also die negativen Nachrichten eigentlich rund um die Verpackungsbranche reißen nicht ab, zeigen, was man zuletzt ja auch schon darstellen konnte, vollständig auch aus der Recyclingbranche. Jetzt sehen wir eben mit Mondi, der auch in vielen Bereichen einfach aktiv ist, in Flexibles und in Kartonage und Papieren. Hier sind auch Werke aus beiden Bereichen betroffen. Und ja, wenn so ein großer Riese quasi auch in gewisse Segel streicht, dann hat das ja auch ein Zeichen auf dem ganzen Markt, was gerade die Rohstoffsituation angeht, was die Technologien angeht, überhaupt auch die Kapazitäten, die vielleicht im Markt verteilt sind. Wie sind deine Touchpoints überhaupt mit diesen, generell vielleicht mit Mondi und vielleicht den Werken auch oder den Produkten? Und was hast du gedacht, als du es gesehen hast? Also ich möchte gar nicht mal so an einem Hersteller festmachen. Das ist ja schon seit Jahren, geht so eine Konsolidierungswelle durch den ganzen Markt durch. Du hast einfach den Zusammenschluss von zwei großen Playern jetzt im Bereich Mondi gehabt. Jetzt sprichst du aber über Papiere, oder? Ja, bei Wellpappe gerade. Das ist jetzt keine große Überraschung für mich gewesen. Wenn du dir alleine mal die Standorte der beiden Firmen, die da zusammengegangen sind, angeguckt hast, wie geografisch nah die teilweise beieinander gegangen sind, das ist nicht der einzige Grund, warum man so eine Konsolidierung jetzt macht. Aber ja, ganz ehrlich, überraschend war es nicht. Spannend ist einfach jetzt mal auf der Rundenseite von solchen Betrieben zu gucken, was da gerade abgeht. Und da finde ich einen ganz spannenden Blick drauf, was wollen die Papierwerke auch an Preisen durchsetzen? Was wollen die Papiermühlen haben an die Kondition von ihren Verarbeitern und von den Wellpappwerken? Was können die Wellpappwerke tatsächlich im Markt umsetzen? Wenn ich mir die letzten drei, vier Ausschreibungen, die wir mit begleitet haben, anschaue, ist da echt das Breed von bis. Also das ist nicht so, dass die alle auf einem einheitlichen Niveau arbeiten, sondern da geht es ganz hart in den Kampf um Quadratmeter und um Volumen. Und das ist was, was sehr, sehr, sehr aggressives Marktumfeld einfach fordert. Also du musst wirklich die Hosen runterlassen teilweise und wirklich stramm kalkulieren. Und dann ist ein großer Overhead mit vielen Doppelbelegungen im Management vielleicht auch einfach nicht der richtige Weg. Das ist so auf der BWL-Schiene, meine Begründung. Ich stecke nicht tief drin in den Zahlen. Es gibt garantiert noch andere Baustellen, aber das ist so der Klassiker, den ich jetzt im Moment daran ziehen würde. Ja, du kommst ja ursprünglich auch aus den Zahlen. Ja, hab ich das richtig im Kopf, ne? Ja, ja, BWL-er, durch und durch. BWL-er, durch und durch. Ja, deshalb hast du auch die Einblicke. Mir fehlt das ein bisschen für die Wellpappe und Kartonageindustrie. Aber ja, eine Konsolidierung gab es da. Bei den ganz großen Smurfit Westrock meintest du damit, ne? Ja. Ja, nachdem ich war, der ging. Und die mit Schumacher halt ein Riesending. Stimmt, stimmt. Aber das passiert ständig. Also auch, wenn es nicht immer die ganz großen sind, das sind mal ein kleiner Händler hier, regionaler Verarbeiter dort, Nachfolgeregelung vielleicht auch nicht klar. Und dann, ja, ich hab jetzt, Antalus hat sich mit einem Verarbeiter beziehungsweise mit einem Produktionsbetrieb ja auch jemanden Neueste reingeholt. Das war ja auch ursprünglich mal ein reiner Packmittelhandel mit einem gewissen Verarbeitungsanteil, aber sehr, sehr, sehr gering. Und das kocht jetzt halt alles hoch. Man merkt schon, wo werden wirkliche Synergien auch gesucht? Und das geht jetzt mittlerweile in Richtung Merger and Acquisition. Also wirkliche Zusammenschlüsse, nicht nur irgendwie Kooperationsvereinbarungen, wie es die Pax Synergy zum Beispiel macht, sondern wirklich harte Akquise im Markt. Dann schließen wir die Runde ab mit den News mit ja eigentlich fast einer ikonischen flexiblen Verpackung, nämlich Chuppa Chups launched the Eden Easy to Open Lolli und hatte dafür eine weitreichende Social-Media-Kampagne. Max, hast du das mitbekommen überhaupt über Social Media, bis wir die News gesehen haben? Muss ich erst mal fragen? Nicht meine Baustelle, ich find’s gut. Meiner auch nicht. Ich kann mich an die Kämpfe erinnern, aber das sind genau diese Aufhänger, die der Markt halt feiert und wo man sich auch als Privatanwender irgendwie abgeholt fühlt. Schaut dir mal den Strohhalm an, bei – ich will sagt jetzt mit falschen Namen, wieder aber Caprice. Ja, Caprice jetzt, ja. Das sind halt so Themen, die können publik diskutiert werden. Da habt ihr Spaß dran, sich darüber aufzubringen, aber das sind halt Kleinigkeiten. Ich hab dir in der Vorbereitung ja mein Case geschickt, ich komme jetzt aus dem Sterilbarriereprojekt gerade raus. Da hast du ganz andere Anforderungen. Also gleiches Material letztendlich, aber es darf eben nicht leicht aufgeben. Es muss eben die gewisse Sauberkeit haben. Es muss dann im richtigen Moment von dem Bedienpersonal leicht geöffnet werden können, ohne dass der Rest sich im ganzen OP verteilt. Das sind so Probleme, die dann eher meine Baustelle sind. Chuppa Chups cool, ja, nicht meine fünfte Momente. Ja, also es ist ganz, ich hab die News gesehen, ich und davor hatte ich diesen Hype gar nicht mitbekommen, wo diese ganze Kampagne so ein großer Erfolg gewesen sein. Ja, man hat hier und da dann bei der Suche Videos gesehen. Also kurzum, vielleicht kennt jeder den Struggle eines Lollies und das Öffnen, dem Ganzen war sich Chuppa Chups wohl auch bewusst und haben eben die Verpackung so weit optimiert und zum Launch des Ganzen dann die Impossible Chuppa Chups, so haben sie es genannt, quasi entwickelt. Die haben den Lucha quasi einmal in so ein Quarzgemisch reingeparkt oder jedenfalls in vier verschiedenen Schichten gegen Hitze, gegen mechanischen Einfluss, das ein Influencer geschickt oder Content Creator, die das Ganze dann vor laufender Kamera öffnen soll. Da ist man mit der Flexpack rangegangen, also scheinbarer Medienwirksamaktion. Aber es zeigt einfach noch mal, hier geht es rein um die Verpackung und null um den Lollie, wie man damit oder wie das das Produkt und die ganze Story zumindest formt. Und das fand ich dann nochmal ganz interessant und sollte zumindest die Flexpacker draus noch einmal bewusst werden, was eigentlich an Markenbildung auch dahinter stecken kann. Ich finde es eine gute Huck, um das aufzugreifen und vielleicht auch mal meinen Industriegrund ein bisschen schmackhaft zu machen. Man muss jetzt nicht unbedingt mit solchen Marketingaktionen über Social Media laufen, aber hey, ja, auch ein Karton mit Numandruck für deinem Produkt kann einen Marketing-Effekt haben, wenn es ein bisschen schicker gemacht wird. Also die Industrie ist da immer noch so ein bisschen hinten dran, aber auch die checkt es langsam, dass da wirklich ein Hebel was Marketing und Vertrieb angeht, auch im Verpackungsmaterial steckt. Ja, das kann laufen. Das können wir dann auch so stehen lassen. Und wir haben jetzt nächste Woche, ich habe zwei Messen anstehen, PSE, die Recycling-Messe in Amsterdam und dann die große Interpack. Ich nehme an, beim Letztem bist du auch dabei, oder? Interpack ist so ein Kalender, aber im Moment ganz ehrlich, wenn Kunden kommen und PPWR-Themen haben, haben die Vorrang. Also im Moment ist wirklich, du merkst, wenn jemand was dachte kommt, umso näher kommen die Einschläge, umso heftigeren auch die Einschläge. Und ich muss mich flexibel halten, was Messen angeht, weil es ist echt der Wahnsinn gerade. Ja, krass. Nee, dann darf man die Sachen auch nicht liegen lassen. Ich kann mir die Freiheit geben. Ich kann von hier bis nach Düsseldorf locker morgens los, abends zurück und das auch mehrmals. Von daher, ich freue mich drauf. Amsterdam wird ein bisschen härter, aber da werde ich auch mal gucken, was wir in Rezyklaten haben. Für PPWR, für PE, für Flexibles und vielleicht eben auch für Lebensmittelrecycling. Max, vielen lieben Dank. Ich würde sagen, dass man nicht das letzte Mal, dass du hier auch bei den News mit dabei bist. Das kann man in Zukunft auch öfter gebrauchen. Und ich wünsche dir ein schönes Verlänger des Wochenende. Das Gleiche wünsche ich dir auch, Julian. Danke dir. Ciao. Tschüss. **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Neuigkeiten **Schlagwörter:** Flexpack NEWS, Julian Thielen, Max haschke, PPWR --- ### [Lösemittelfreie Triplex-Kaschierung mit Hochbarriere](https://inno-talk.de/loesemittelfreie-triplex-kaschierung-mit-hochbarriere/) **Published:** Dezember 10, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## **Wipf setzt Maßstäbe bei CO₂-reduzierter Produktion** Auf der Fachpack 2025 berichtet **Stefano Di Maiolo** von der **Wipf AG** über den erfolgreichen Produktionsstart einer neuen **lösemittelfreien Triplex-Kaschieranlage**. Vor einem Jahr war das Projekt noch Theorie, heute läuft die Maschine im industriellen Dauerbetrieb – ein Meilenstein für nachhaltige Hochbarriere-Verpackungen. Die von **Nordmeccanica** entwickelte **One-Shot-Triplex-LF-Anlage** ist die erste ihrer Art in zweiter Generation. Sie ermöglicht, drei Folienschichten **in einem einzigen Durchgang** zu kaschieren – vollständig **lösemittelfrei (LF)** und mit dadurch erheblich verbesserter CO2-Bilanz. Damit entfällt das mehrfache Aufwickeln und erneute Zuführen der Folien, das bisher bei Duplex-Anlagen notwendig war. „Triplex-Kaschierung an sich ist nicht neu, aber lösemittelfrei in einem Schritt – das ist der Fortschritt“, erklärt Di Maiolo. Die neue Technik löst zentrale Herausforderungen der LF-Kaschierung: - **Prozessstabilität** bei gleichbleibender Klebstoffverteilung - **Energieeffizienz** durch verkürzte Trocknungswege - **Produktivität** durch einen geschlossenen, kontinuierlichen Produktionsablauf Neben der Prozessinnovation steht die ökologische Wirkung im Vordergrund. Durch den Verzicht auf Lösemittel und CO₂-Emissionen erfüllt Wipf nicht nur die **PPWR-Vorgaben**, sondern reduziert auch den Energieverbrauch erheblich. Das Unternehmen sieht darin einen entscheidenden Schritt hin zu **nachhaltiger Hochbarriereverpackung** ohne Qualitätsverlust. Die neue LF-Triplex-Technologie eröffnet insbesondere Anwendungen im Bereich **Kaffee, Tiernahrung, Pharma und Food** neue Möglichkeiten. Di Maiolo betont, dass sich Barriereleistung, Optik und Haptik auf gewohnt hohem Niveau bewegen – bei deutlich verbesserter Umweltbilanz. Mit dieser Investition zeigt Wipf, wie sich **Technologie und Nachhaltigkeit vereinen** lassen: maximale Effizienz, stabile Performance und ein klarer Beitrag zur CO₂-Reduktion. ## Keine Folge mehr verpassen! Abonnieren sie jetzt den [Innoform-Podcast](https://inno-talk.de/podcast/) auf ihrer Lieblings-Plattform und erhalten sie neue Episoden automatisch. 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Wir haben vor einem Jahr gesprochen an dieser Stelle, da war diese Maschine noch Theorie, da habt ihr investiert. Was hat es mit der Maschine auf sich? Ja jetzt sehen wir die Praxis, die der Theorie folgt. Das Bild ist tatsächlich entstanden in unserer Produktionshalle, da die Maschine steht. Die wurde Ende 2024 angeliefert, von Ende 24 bis 25 in Betrieb genommen und ist heute voll operativ. Produziert also wirklich industrielle Volumen bereits. Es ist eine LF-Triplex-Anlage. Was ist das Besondere der Anlage? Ihr seid die ersten, die in einem Arbeitsgang glaube ich, Triplex macht, lösemittelfrei. Was ist das Besondere? Genau, genau das ist der Punkt. Also Triplex-Anlagen per se sind nichts Besonderes, nichts Neues. LF-Anlagen sind auch nichts Besonderes. Aber die Technologie, in dem Fall von Nordmechanica, in die wir dort investiert haben und zwar, wie du schon richtig sagst, das erste investiert haben, in diese zweite Generation der One-Shot-Triplex-LF-Anlage, die bringt eben diese Herausforderung, die man hat bei der lösemittelfreien Kaschierung, so zusammen, dass man trotzdem in einem Durchgang drei Lagen aufeinander bringen kann, miteinander kombinieren kann. Also keine Effizienz verliert, indem man zweimal durch eine klassische Duplex-Anlage muss und gleichzeitig aber eben diese lösemittelfreien Klebstoffe einsetzen kann, die deutlich zur CO₂-Reduktion. Lösemittel sind ein Teil, aber auch Trocknung natürlich. Beides reduziert ihr damit. Was hat es damit auf sich? Welche Relation muss ich mir da vorstellen? Also einfach um eine Größenordnung an in etwa zu haben. Wir als flexibler Verpackungshersteller, also wir machen wirklich die ganze Wertschöpfungskette von Druck, verschiedene Technologien, Kaschierung, lösemittelfrei, lösemittelhaltig, bis hin zur Beutelherstellung. In unserer Produktion ist der größte Anteil der CO₂-Emissionen, die durch unsere Produktion kreiert werden, entstehen, kommt durch die Kaschierung zustande. Und wenn ich von Kaschierung rede, dann rede ich tatsächlich von der lösemittelhaltigen Kaschierung. Das bedeutet, je mehr lösemittelhaltig kaschierte Produkte wir auf lösemittelfrei kaschierte Produkte umstellen können, desto größer ist der Hebel, den wir haben, um unsere gesamte Produktion CO₂-frei zu machen. Und dazu sind wir auch committed im Rahmen der Science-Based Target Initiative. Das bedeutet irgendwo im Zeitrahmen 2050 net zero. Wir sind auf dem Weg zu 2042, 2045 net zero, wirklich emissionsfrei, carbon emissionsfrei zu produzieren. Und hiermit haben wir die größte Stellschraube in unserer Produktion bereits angegangen und sind da in der Umsetzung. Gibt es auch Überlegungen im Druckbereich, da auch die Lösemittel zu ersetzen? Genau, du sprichst genau den richtigen Punkt an. Nach der Kaschierung ist der zweitgrößte Punkt für uns Druck, Verpackungsdruck. Die Ansätze gibt’s, die Lösungsvorschläge gibt’s. Hier sind wir aber ja noch in der Theorie, haben noch kein Bild zu präsentieren, sind aber definitiv in unseren Investitionsplänen und in unserer R&D schon auch fortgeschritten, dass das sicherlich der nächste Step sein wird und sogar muss. Es gibt Produkte, da braucht man lösemittelhaltige Klebstoffe, vielleicht auch lösemittelhaltige Farben, weil diese besonders beständig sein müssen. Du hast hier ein Beispiel mitgebracht, haben wir beim letzten Mal darüber gesprochen, dass sie das in Planung haben. ### Hochbarriere-3-Lagen-Verbund aus Polypropylen Worum geht es da? In dem Fall geht es jetzt um einen 3-Lagen-Verbund, auch Mono-PP, also drei verschiedene Arten von PP zusammengebracht. Ein Standbodenbeutel für den Tiernahrungsbereich. Hier geht es um nasse Tiernahrung. Das bedeutet, der ganze Beutel muss sterilisationsfest sein. Sterilisationsbedingungen sind im Tiernahrungsbereich noch mal einen Zacken schärfer als im Human-Food-Bereich, also sehr, sehr widerstandsfähig. Hohe Barrieren müssen damit einhergehen, weil eben auch Produkthaltbarkeiten erwartet werden, plus die Tatsache, dass wir hier von Dog-Food reden, sprich 300 Gramm Füllvolumen. Wir bringen also hier relativ viel zusammen, müssen sicherstellen, dass der Beutel, wenn man vom Regal fällt, nicht sofort aufplatzt. Der sogenannte Falltest. Das ist eine Herausforderung, wenn man von Multimaterial in Monomaterial geht. Die zweite Herausforderung sind eben die Barrieren. Man hat kein Aluminium mehr, man muss die Barriere auf andere Art und Weise kreieren. Die dritte Herausforderung ist eben auch der Schrumpf, den ich habe, wenn ich thermisch herstelle mit Monomaterial. Schrumpf, was bedeutet das? Es resultiert eben darin, dass am Ende beim Abfüller die Beutel nicht ganz so plan daherkommen. Wenn sie nicht ganz so plan aufliegen, heißt das, die Abstapelung funktioniert weniger gut. Mehr Maschinenstillstände, längere Zyklen, ein Killer-Kriterium in vielen Fällen. Hier haben wir auch noch unsere Ultraschall-Siegelung mit ins Rennen gebracht, wirklich alle Punkte miteinander kombiniert und haben deswegen eine hervorragende Planlage, die schlussendlich auch sichergestellt hat, dass wir ein Produkt haben, das nicht nur marktreif ist, sondern tatsächlich auch bis Ende des Jahres noch auf den europäischen Markt kommt. Also extreme Anforderungen hier bei der sogenannten Flexpack, so wird es ja oft auch in der Fachpresse betitelt, mit Monomaterial, aus Polypropylen und einer Hochbarriere, die auch noch sterilisierfest ist. Also alles in einem Pouch, hochspannend. Dann hast du mir noch verraten, ihr habt einen Verpackungspreis gewonnen. Gucken wir uns das mal an. Richtig, haben den Verpackungspreis, den deutschen Verpackungspreis von dieses Jahr gestern Abend tatsächlich überreicht bekommen bei der Veranstaltung, sind auch sehr stolz drauf. Es gab über 200 Einreichungen, es gab irgendwas knapp über 30 Prämierungen. Davon waren wir und die Kategorie in der wir gewonnen haben, ist Kategorie Nachhaltigkeit. Warum Nachhaltigkeit? Auch hier reden wir von einer recyclingfähigen, dreilagigen Mono-PP-Struktur, also drei verschiedene Arten Polypropylen. Gemeinsam mit unserem Kunden Hengstenberg, während wir vom gerade besprochenen Petfood-Beutel von einem Pre-Made-Pouch reden, sprich wir sind der Beutelhersteller, liefern an den Kunden, füllen ab und versiegeln und sterilisieren. Reden wir hier von einem sogenannten FFS-Prozess, Form, Fill und Seal-Prozess. Das bedeutet, wir liefern Rollenware, waren also jetzt viele Jahre auch gemeinsam mit dem Kunden darum bemüht und beschäftigt, Rollenware zu entwickeln, die recyclingfähig ist, die den hohen Anforderungen an Sauergemüse standhält. Das ist hier eine ganz besondere Spezialität. Und eben auch der Pasteurisation, was ein Teil des Sauergemüse auch die Falltestbeständigkeit mitbringt. Also ganz ganz viele Anforderungen, die aber dann auch noch in Maschinengängigkeit übersetzt werden müssen. ### Lösemittelfreie Verpackungslösungen mit Kunden Und das ist bei Rollenware eben etwas, wo wir sehr eng verzahnt mit unseren Kunden, in dem Fall Hengstenberg, arbeiten, um sicherzustellen, dass die bestehenden Anlagen weiterverwendet werden können, um ein neues und recyclingfähiges Produkt, das sehr sehr widerstandsfähig ist, auf den Markt zu bringen. Und genau dafür haben wir den Preis gewonnen. Im Moment sind das immer noch alles lösemittelhältige Ansätze. Ist das auch schon im Gedankengut auch so eine Verpackung, mal irgendwann lösemittelfrei anzudenken oder ist das zu weit weg? Absolut. Das ist noch nicht umgesetzt, ja in vielen Fällen. Wir haben auch da schon diverse Proof-of-Concept-Studien durchgeführt und auch erfolgreich schon abgeschlossen. Ich mache jetzt nur mal so einen direkten Link nochmal. Bei dem Beutel habe ich es jetzt nicht genau im Kopf. Bei dem vorhergezeigten Pet-Food-Beutel habe ich es ganz genau noch im Kopf, weil wir tatsächlich vor kurzem die Kalkulation gemacht haben. Ganz am Anfang haben wir geredet von der lösemittelfreien Kaschanlage, die primär die CO2-Reduktion schon durch den Versatz der Lösemittel oder das Weglassen der Lösemittel generiert. Bei dem Pet-Food-Beutel, den wir jetzt tatsächlich noch lösemittelhaltig kaschieren, haben wir trotzdem auch heute schon im Vergleich zu konventionellen Verpackungsstrukturen mit genau gleichen Grundvoraussetzungen – 300 Gramm, wet dog food, gleiches Format –, aber konventionelle Verpackungsstruktur, in dem Fall PET/Aluminium/OPA/PP, eine CO2-Ersparnis von rund 40 Prozent schon realisiert. Diese Ersparnis ist in dem Augenblick aktiv und in dem Augenblick realisiert, indem du nicht mehr Produkt A produzierst als Verpackungshersteller, sondern Produkt B, das Monomaterial. Das bedeutet, hier haben wir schon einen riesen Step gemacht, obwohl wir sogar noch lösemittelhaltig produzieren. Und selbstverständlich ist der Ansatz, den du da hast, genau der richtige. Was ist der nächste Schritt? Der nächste Schritt wäre dann einerseits Druckfarben, wenn man da noch die Lösemittel rauskriegt, aber vor allem auch die Kaschierung lösemittelfrei zu machen. Danach kann nichts mehr kommen. Dankeschön, Stefano. Vielen lieben Dank. Danke für den Besuch. Dankeschön. **Kategorien:** Allgemein --- ### [Lebenslanges Lernen in der Welt der flexiblen Verpackungen](https://inno-talk.de/lebenslanges-lernen-in-der-welt-der-flexiblen-verpackungen/) **Published:** Mai 10, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ### **Die Inno-Talk Community ergänzt das bekannte Angebot** In einer Zeit, in der sich die Verpackungsindustrie rasant entwickelt und verändert, ist lebenslanges Lernen ein unverzichtbarer Erfolgsfaktor. Wir bei Innoform wissen um die Bedeutung des kontinuierlichen Wissensaustausches und haben deshalb eine Plattform geschaffen, die Experten und Interessierte zusammenbringt – den Inno-Talk. ### **Inno-Talk: Mehr als Webseminare und Seminare für Flexpack-Profis** Unsere innovativen [Webseminare ](https://www.innoform-coaching.de/veranstaltungen?showtype=webinar)und [Seminare ](https://www.innoform-coaching.de/veranstaltungen?showtype=seminar)bieten die perfekte Gelegenheit, um in den neuesten Entwicklungen der Welt der flexiblen Verpackungen auf dem Laufenden zu bleiben. Wir beschäftigen uns mit entscheidenden Themen wie *Migration*, *Konformitätsarbeit* und *Barrierefolien*, um Ihnen das Wissen und die Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen Sie erfolgreich bleiben. Entdecken Sie, wie nachhaltige Verpackungslösungen entwickelt werden, ohne die Anforderungen an Lebensmittelsicherheit oder Umweltstandards zu vernachlässigen. ### **Die Bedeutung lebenslangen Lernens** In einer Branche, in der sich Technologie und Vorschriften ständig weiterentwickeln, ist es essenziell, sich stetig weiterzubilden. Sei es im Bereich *Recycling* und *Nachhaltigkeit* oder bei den neuesten *Kunststoff*-Lösungen, lebenslanges Lernen ermöglicht es Fachleuten, den Anforderungen eines zunehmend kompetitiven Marktes gerecht zu werden. ### **Gemeinsam voran durch die Inno-Talk Community** Bei Inno-Talk haben wir eine wachsende Gemeinschaft geschaffen, die sich auf den Austausch von Fachwissen rund um *Folienverpackung*, *Flexpack*, und *Lebensmittelverpackung* spezialisiert hat. Unsere Community bringt Experten aus verschiedenen Bereichen entlang der Flexpack-Lieferkette zusammen, um voneinander zu lernen, Ideen zu teilen und gemeinsam voranzukommen. Das Lernen hört nie auf, und die Unterstützung einer engagierten Community hilft dabei, den Wandel in der Verpackungsindustrie aktiv mitzugestalten. **Schließen Sie sich uns an!** Egal, ob Sie neu in der Branche sind, noch studieren oder ein erfahrener Experte sind: Der InnoTalk bietet Ihnen neben den oben beschriebenen klassischen Formaten wie Seminaren und Webseminaren eine Plattform, auf der Sie sich mit Branchenführern austauschen können. Werden Sie Teil einer Community, die Wissen teilt und die Zukunft der Verpackungsindustrie aktiv mitgestaltet. Nutzen Sie diese kostenlose Weiterbildungsplattform für Ihren persönlichen Erfolg und empfehlen Sie uns gern weiter. --- ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/4/3/bacde47b7686b.jpg)### **Retortable mono-material laminates – Barrier is key** *Friday, 18. September 2026 – Start 13:30* The development of recyclable, high-performance packaging solutions is one of the central challenges facing the flexible packaging industry. In particular, retort applications demand materials that can withstand extreme thermal and mechanical stress while maintaining product safety, shelf life, and quality. Mono-material laminates are widely regarded as a promising pathway toward improved recyclability. However, achieving the necessary barrier properties for sterilization processes remains a critical hurdle. The interplay between oxygen, moisture, and aroma barriers—combined with the impact of retort conditions—requires in-depth material understanding and innovative design strategies. This Inno-Talk brings together industry experts to explore the latest developments in retortable mono-material laminates. The focus is on practical solutions, material innovations, and realistic pathways to combine recyclability with high barrier performance. Participants will gain insights into: – Current material solutions and their limitations – The role of barrier layers and coatings in mono-material structures – Market trends and regulatory drivers shaping future developments Join us for a focused exchange of ideas, experience, and practical approaches to one of the most demanding applications in flexible packaging. ![Julian Thielen](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/1/8/dfc2163832ef6.jpg "Julian Thielen")H ![Sebastian Ritter](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/0/3/f1c1a566dcdad.jpg "Sebastian Ritter") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/bag_time.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-09-26/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/3/1/0/43ac443ae0a09.jpg)### **Flexpack recyclingfähig bedrucken – Zwischen Wunsch und Wirklichkeit** *Friday, 16. October 2026 – Start 13:30* Das Bedrucken flexibler Verpackungen wird zunehmend zur Nachhaltigkeitsübung. Die Druckfarben müssen stabil gegen aggressive Füllgüter, Bewirtung und mechanische Beanspruchung sein. Eine brillante Farbwiedergabe und ein gutes Druckbild sind dabei Pflicht. Die neue Kür heißt, die Recyclingfähigkeit sicherzustellen. Wie das unter anderem mit Polyurethan Druckfarben realisiert wird, besprechen wir in diesem Inno Talk. Welche Hürden es dabei noch zu nehmen gilt, besprechen wir in diesem Inno Talk. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/role_multiple.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-10-26/) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Innoform bietet Web-Seminare in englischer Sprache an](https://inno-talk.de/innoform-bietet-web-seminare-in-englischer-sprache-an/) - [WEBITs für mehr Flexpackwissen](https://inno-talk.de/webits-fuer-mehr-flexpackwissen/) **Kategorien:** Allgemein **Schlagwörter:** Folienverpackung, inno-talk, lebensmalnge lernen --- ### [The upcoming Innoform conferences](https://inno-talk.de/en/the-upcoming-innoform-conferences/) **Published:** Mai 10, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## ****Environmentally friendly packaging and stand-up pouch innovations**** The packaging industry is facing significant challenges, particularly in the field of sustainability, innovation and functionality. Innoform, a leader in flexible packaging, cordially invites you to the upcoming conferences dedicated to these critical issues. Here you will find a brief overview of what you can expect and how you can get involved. ## **Environmentally friendly plastic packaging** Date: 11/12 June 2024 Location: Würzburg, Germany Web: [innoform-coaching.de/tagung/umweltgerechte-kunststoffverpackungen-2022\_1](https://www.innoform-coaching.de/tagung/umweltgerechte-kunststoffverpackungen-2022_1) ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/02/inno_header_Umweltgerechte-Kunststoffverpackungen-minimal-optimal-genial_wide_texte-1024x351.jpg)This conference will focus on *environmentally friendly plastic packaging* and discuss how *recycling* and *sustainability* can be better implemented. Industry experts will share the latest insights: - *Recyclability* of packaging, in particular *plastic packaging* - *Barrier films* and their role in sustainable packaging - Practical solutions for reducing packaging material - Successes and challenges in the implementation of *recyclates* The conference offers an ideal platform to network and learn from *experts* from industry and research. Take the opportunity to exchange ideas with other professionals and find out more about practical solutions for the future. ## **8th European Stand-Up Pouch Conference – Easy to Use** Date: 6./7. November 2024 Location: Vienna, Austria Web: [innoform-coaching.de/tagung/8th-european-stand-up-pouch-conference-easy-to-use-2024](https://www.innoform-coaching.de/tagung/8th-european-stand-up-pouch-conference-easy-to-use-2024) ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/02/8th-European-Stand-up-Pouch-Conference-easy-to-use-header-_-lang-1024x351.jpg)The 8th European Stand-Up Pouch Conference is all about the latest developments in *Stand-Up Pouch* technology. Topics that will be covered: - Easy handling as a decisive success factor - Progress in recycling and recyclates for Stand-Up-Pouches - The role of *conformity work* in the development of safe and functional packaging - New materials and *barrier films* for optimum freshness and product protection This conference offers an excellent opportunity to network with the most important players in the industry from Europe and to benefit from innovative solutions. **Word message welcome:** Share your knowledge and experience as a speaker! Innoform actively welcomes the contribution of industry experts who want to help shaping the future of the packaging industry. Speaking slots are still available for Vienna! **Register now!** Both conferences not only provide valuable insights into the latest developments, but also offer the opportunity to actively participate. Share ideas, make contacts and expand your network in a community that promotes sustainable and innovative packaging solutions. Or become a sponsor and receive a range of marketing benefits in addition to your ticket. Click here for more information: [Sponsor Information on](https://www.innoform-coaching.de/en/exhibitor) Be part of it and register today! ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Guido Aufdemkamp von Flexible Packaging Europe zu den Hintergründen des Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-von-flexible-packaging-europe-zu-den-hintergruenden-des-inno-meeting-europe/) - [Inno-Meeting 2024 widmet sich innovativen und nachhaltigen Verpackungs-Lösungen](https://inno-talk.de/inno-meeting-2024-widmet-sich-innovativen-und-nachhaltigen-verpackungs-loesungen/) **Kategorien:** Uncategorized --- ### [Lifelong learning in the world of flexible packaging](https://inno-talk.de/en/lifelong-learning-in-the-world-of-flexible-packaging/) **Published:** Mai 11, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ### **The Inno-Talk Community complements the familiar offering** At a time when the packaging industry is developing and changing rapidly, lifelong learning is an indispensable success factor. At Innoform, we recognise the importance of the continuous exchange of knowledge and have therefore created a platform that brings together experts and interested parties – InnoTalk. ### **Inno-Talk: More than webinars and seminars for flexpack professionals** Our innovative [webseminars](https://www.innoform-coaching.de/en/list-events?showtype=webinar) and [seminars ](https://www.innoform-coaching.de/veranstaltungen?showtype=seminar)provide the perfect opportunity to keep up to date with the latest developments in the world of flexible packaging. We address crucial topics such as *migration*, *compliance work* and *barrier films* to give you the knowledge and tools to stay successful. Discover how to develop sustainable packaging solutions without neglecting food safety requirements or environmental standards. ### **The importance of lifelong learning** In an industry where technology and regulations are constantly evolving, it is essential to keep learning. Whether it’s in *recycling* and *sustainability* or the latest *plastic* solutions, lifelong learning enables professionals to meet the demands of an increasingly competitive market. ### **Moving forward together through the Inno-Talk community** At Inno-Talk, we have created a growing community that specialises in sharing expertise around *film packaging*, *flexpack*, and *food packaging*. Our community brings together experts from different areas along the flexpack supply chain to learn from each other, share ideas and move forward together. The learning never stops, and the support of an engaged community helps to actively shape change in the packaging industry. **Join us!** Regardless of whether you are new to the industry, still studying or an experienced expert: In addition to the classic formats described above, such as seminars and webinars, InnoTalk offers you a platform where you can exchange ideas with industry leaders. Become part of a community that shares knowledge and actively shapes the future of the packaging industry. Use this free training platform for your personal success and feel free to recommend us to others.Regardless of whether you are new to the industry, still studying or an experienced expert: In addition to the classic formats described above, such as seminars and webinars, InnoTalk offers you a platform where you can exchange ideas with industry leaders. Become part of a community that shares knowledge and actively shapes the future of the packaging industry. Use this free training platform for your personal success and feel free to recommend us to others. ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/4/3/bacde47b7686b.jpg)### **Retortable mono-material laminates – Barrier is key** *Friday, 18. September 2026 – Start 13:30* The development of recyclable, high-performance packaging solutions is one of the central challenges facing the flexible packaging industry. In particular, retort applications demand materials that can withstand extreme thermal and mechanical stress while maintaining product safety, shelf life, and quality. Mono-material laminates are widely regarded as a promising pathway toward improved recyclability. However, achieving the necessary barrier properties for sterilization processes remains a critical hurdle. The interplay between oxygen, moisture, and aroma barriers—combined with the impact of retort conditions—requires in-depth material understanding and innovative design strategies. This Inno-Talk brings together industry experts to explore the latest developments in retortable mono-material laminates. The focus is on practical solutions, material innovations, and realistic pathways to combine recyclability with high barrier performance. Participants will gain insights into: – Current material solutions and their limitations – The role of barrier layers and coatings in mono-material structures – Market trends and regulatory drivers shaping future developments Join us for a focused exchange of ideas, experience, and practical approaches to one of the most demanding applications in flexible packaging. ![Julian Thielen](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/1/8/dfc2163832ef6.jpg "Julian Thielen")H ![Sebastian Ritter](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/0/3/f1c1a566dcdad.jpg "Sebastian Ritter") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/bag_time.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-09-26/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/3/1/0/43ac443ae0a09.jpg)### **Flexpack recyclingfähig bedrucken – Zwischen Wunsch und Wirklichkeit** *Friday, 16. October 2026 – Start 13:30* Das Bedrucken flexibler Verpackungen wird zunehmend zur Nachhaltigkeitsübung. Die Druckfarben müssen stabil gegen aggressive Füllgüter, Bewirtung und mechanische Beanspruchung sein. Eine brillante Farbwiedergabe und ein gutes Druckbild sind dabei Pflicht. Die neue Kür heißt, die Recyclingfähigkeit sicherzustellen. Wie das unter anderem mit Polyurethan Druckfarben realisiert wird, besprechen wir in diesem Inno Talk. Welche Hürden es dabei noch zu nehmen gilt, besprechen wir in diesem Inno Talk. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/role_multiple.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-10-26/) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Kategorien:** Uncategorized --- ### [Die kommenden Innoform-Konferenzen](https://inno-talk.de/die-kommenden-innoform-konferenzen/) **Published:** Mai 13, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## **Umweltgerechte Verpackungen und Stand-Up-Pouch Innovationen** Die Verpackungsindustrie steht vor bedeutenden Herausforderungen, insbesondere in den Bereichen Nachhaltigkeit, Innovation und Funktionalität. Innoform, führend im Bereich flexible Verpackungen, lädt Sie herzlich zu den kommenden Konferenzen ein, die sich diesen kritischen Themen widmen. Hier finden Sie eine kurze Übersicht, was Sie erwartet und wie Sie sich beteiligen können. ## **Umweltgerechte Kunststoffverpackungen** Datum: 12.-13. Juni 2024 Ort: Osnabrück Web: [](https://www.innoform-coaching.de/tagung/umweltgerechte-kunststoffverpackungen-2022_1)[innoform-coaching.de/tagung/umweltgerechte-kunststoffverpackungen-2022\_1](https://www.innoform-coaching.de/tagung/umweltgerechte-kunststoffverpackungen-2022_1) ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/02/inno_header_Umweltgerechte-Kunststoffverpackungen-minimal-optimal-genial_wide_texte-1024x351.jpg)Diese Tagung setzt den Fokus auf *umweltgerechte Kunststoffverpackungen* und diskutiert, wie *Recycling* und *Nachhaltigkeit* besser umgesetzt werden können. Branchenexperten teilen neueste Erkenntnisse zu: - *Recyclingfähigkeit* von Verpackungen, insbesondere *Kunststoffverpackungen* - *Barrierefolien* und ihre Rolle in nachhaltigen Verpackungen - Praktische Lösungen zur Reduktion von Verpackungsmaterial - Erfolge und Herausforderungen bei der Umsetzung von *Rezyklaten* Die Konferenz bietet eine ideale Plattform, um sich zu vernetzen und von *Fachexperten* aus Industrie und Forschung zu lernen. Nutzen Sie die Gelegenheit, sich mit anderen Fachleuten auszutauschen und mehr über praktische Lösungen für nachhaltige Verpackungen zu erfahren. ## **8th European Stand-Up Pouch Conference – Easy to Use** Datum: 6./7. November 2024 Ort: Wien, Österreich Web: [innoform-coaching.de/tagung/8th-european-stand-up-pouch-conference-easy-to-use-2024](https://www.innoform-coaching.de/tagung/8th-european-stand-up-pouch-conference-easy-to-use-2024) ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/02/8th-European-Stand-up-Pouch-Conference-easy-to-use-header-_-lang-1024x351.jpg)Bei der 8. europäischen Stand-Up-Pouch-Konferenz dreht sich alles um die neuesten Entwicklungen in der *Stand-Up-Pouch* Technologie. Themen, die behandelt werden: - *Einfache Handhabung* als entscheidender Erfolgsfaktor - Fortschritte bei *Recycling* und *Rezyklaten* für Stand-Up-Pouches - Die Rolle von *Konformitätsarbeit* bei der Entwicklung sicherer und funktionaler Verpackungen - Neue Materialien und *Barrierefolien* für optimale Frische und Produktschutz Diese Konferenz bietet eine hervorragende Gelegenheit, sich mit den wichtigsten Akteuren der Branche aus Europa zu vernetzen und von innovativen Lösungen zu profitieren. **Wortmeldung erwünscht:** Teilen Sie Ihr Wissen und Ihre Erfahrungen als Vortragender! Innoform begrüßt aktiv den Beitrag von Branchenexperten, die die Zukunft der Verpackungsindustrie mitgestalten wollen. Für Wien sind noch Redeplätze frei! **Melden Sie sich jetzt an!** Beide Konferenzen ermöglichen nicht nur wertvolle Einblicke in die neuesten Entwicklungen, sondern auch die Chance, sich aktiv zu beteiligen. Tauschen Sie Ideen aus, knüpfen Sie Kontakte und erweitern Sie Ihr Netzwerk in einer Gemeinschaft, die nachhaltige und innovative Verpackungslösungen voranbringt. Oder werden Sie Sponsor und profitieren Sie neben der Eintrittskarte von zahlreichen Marketingvorteilen. Weitere Informationen finden Sie hier: [Sponsor Informationen ](https://www.innoform-coaching.de/aussteller) Seien Sie dabei und melden Sie sich noch heute an! ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Guido Aufdemkamp von Flexible Packaging Europe zu den Hintergründen des Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-von-flexible-packaging-europe-zu-den-hintergruenden-des-inno-meeting-europe/) - [Inno-Meeting 2024 widmet sich innovativen und nachhaltigen Verpackungs-Lösungen](https://inno-talk.de/inno-meeting-2024-widmet-sich-innovativen-und-nachhaltigen-verpackungs-loesungen/) **Kategorien:** Allgemein **Schlagwörter:** Folienverpackung, Folienwissen, Inno-Meeting, Nachhaltigkeit, Pouches, Recycling --- ### [8th European Stand-up Pouch Conference 2024 - Call for Papers](https://inno-talk.de/en/8th-european-stand-up-pouch-conference-2024-call-for-papers/) **Published:** Mai 22, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** We are pleased to announce the 8th European Stand-Up Pouch Conference (Easy to Use 2024)! This conference will take place from 6 to 7 November 2024 at the beautiful Parkhotel Schönbrunn in Vienna. As an outstanding platform for the exchange of knowledge and innovation in the field of flexible packaging, we invite experts to present their latest research results and innovations. ### **Why participate?** **1. diverse topics:** Our conference covers a wide range of topics that are critical to the future of stand-up pouches and flexible packaging. Topics include: - **Trend und Relevanz:** Aktuelle Entwicklungen und die Bedeutung von Standbodenbeuteln in der Verpackungsindustrie. - **Nachhaltigkeit:** Umweltfreundliche Materialien und Praktiken, die den ökologischen Fußabdruck minimieren. - **Barriereeigenschaften:** Schutz des Inhalts vor äußeren Einflüssen, insbesondere bei verderblichen Produkten. - **Maschinentechnik:** Alles, was zur Herstellung und Verarbeitung von Standbeuteln relevant und neu ist - **Verpackungsminimierung:** Effiziente Nutzung von Materialien zur Kostensenkung und Umweltfreundlichkeit. - **Verbraucherfreundliches Design:** Leicht zu öffnende und wiederverschließbare Beutel, die die gesamte Lieferkette berücksichtigen. - **Convenience:** Mikrowellengeeignete Beutel und einfache Ausgießer, die das Verbrauchererlebnis verbessern. - **Intelligente Verpackung:** Innovative Technologien wie Augmented Reality zur Markenbindung und Verbesserung des Kundenerlebnisses. - **Markenrelevanz:** Strategien zur Stärkung der Markenbindung durch Verpackungsdesign. ## **AI simultaneous translation:** A special innovation this year is the use of state-of-the-art AI simultaneous translation technology. This enables all speakers to speak in their native language. The presentations will be simultaneously translated into the native languages of the participants, which will significantly increase the diversity and depth of the discussions. ## **Networking opportunities:** Use this unique European platform to exchange ideas with industry experts, make new contacts and evaluate the latest trends and developments. ## **Call for Papers** We cordially invite all interested parties to submit their abstracts on the above-mentioned topics. Take this opportunity to present your research and innovations to a broad specialist audience. - **Deadline for submission of abstracts:** 15 June 2024 - **Notification of acceptance:** 1 July 2024 Please submit your abstracts by email to ks@innoform.eu. Further information and submission guidelines can be found on our [website](http://pc.innoform.de). ### **Conclusion** Don’t miss the chance to be part of the 8th European Standing Floor --- **Kontakt:** Karsten Schröder Innoform Coaching GbR Stüvestraße 25, D-49205 Hasbergen +49 5405 80767-21 ks@innoform.eu Besuchen Sie unsere Webseite für weitere Informationen: [Innoform-Coaching.de](https://www.innoform-coaching.de/tagung/8th-european-stand-up-pouch-conference-easy-to-use-2024) ### Verwandte Episoden - [New stand-up pouch studie](https://inno-talk.de/new-stand-up-pouch-studie/) - [Guido Aufdemkamp von Flexible Packaging Europe zu den Hintergründen des Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-von-flexible-packaging-europe-zu-den-hintergruenden-des-inno-meeting-europe/) - [Inno-Meeting 2024 widmet sich innovativen und nachhaltigen Verpackungs-Lösungen](https://inno-talk.de/inno-meeting-2024-widmet-sich-innovativen-und-nachhaltigen-verpackungs-loesungen/) **Kategorien:** Uncategorized --- ### [8. Europäischen Standbodenbeutel-Konferenz 2024 – Call for Papers](https://inno-talk.de/8-europaeischen-standbodenbeutel-konferenz-2024-call-for-papers/) **Published:** Mai 22, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Excerpt:** **Content:** --- Wir freuen uns, die 8. Europäische Konferenz für Standbodenbeutel (Easy to Use 2024) ankündigen zu dürfen! Diese Konferenz wird vom 6. bis 7. November 2024 im wunderschönen Parkhotel Schönbrunn in Wien stattfinden. Als herausragende Plattform für den Austausch von Wissen und Innovationen im Bereich der flexiblen Verpackungen laden wir Expertinnen und Experten ein, ihre neuesten Forschungsergebnisse und Innovationen zu präsentieren. ### **Warum teilnehmen?** **1. Vielfältige Themen:** Unsere Konferenz deckt eine breite Palette von Themen ab, die für die Zukunft der Standbodenbeutel und flexiblen Verpackungen von entscheidender Bedeutung sind. Zu den Themen gehören: - **Trend und Relevanz:** Aktuelle Entwicklungen und die Bedeutung von Standbodenbeuteln in der Verpackungsindustrie. - **Nachhaltigkeit:** Umweltfreundliche Materialien und Praktiken, die den ökologischen Fußabdruck minimieren. - **Barriereeigenschaften:** Schutz des Inhalts vor äußeren Einflüssen, insbesondere bei verderblichen Produkten. - **Maschinentechnik:** Alles, was zur Herstellung und Verarbeitung von Standbeuteln relevant und neu ist - **Verpackungsminimierung:** Effiziente Nutzung von Materialien zur Kostensenkung und Umweltfreundlichkeit. - **Verbraucherfreundliches Design:** Leicht zu öffnende und wiederverschließbare Beutel, die die gesamte Lieferkette berücksichtigen. - **Convenience:** Mikrowellengeeignete Beutel und einfache Ausgießer, die das Verbrauchererlebnis verbessern. - **Intelligente Verpackung:** Innovative Technologien wie Augmented Reality zur Markenbindung und Verbesserung des Kundenerlebnisses. - **Markenrelevanz:** Strategien zur Stärkung der Markenbindung durch Verpackungsdesign. ## **AI-Simultanübersetzung:** Eine besondere Innovation in diesem Jahr ist der Einsatz modernster AI-Simultanübersetzungstechnologie. Diese ermöglicht es allen Referenten, in ihrer Muttersprache zu sprechen. Die Vorträge werden simultan in die Muttersprachen der Teilnehmer übersetzt, was die Vielfalt und Tiefe der Diskussionen erheblich erweitert. ## **Netzwerkmöglichkeiten:** Nutzen Sie diese einzigartige europäische Plattform, um sich mit Branchenexperten auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und die neuesten Trends und Entwicklungen zu bewerten. ## **Call for Papers** Wir laden alle Interessierten herzlich ein, ihre Abstracts zu den oben genannten Themenbereichen einzureichen. Nutzen Sie diese Gelegenheit, Ihre Forschung und Innovationen einem breiten Fachpublikum vorzustellen. - **Einreichungsfrist für Abstracts:** 15. Juni 2024 - **Benachrichtigung über die Annahme:** 1. Juli 2024 Bitte reichen Sie Ihre Abstracts per E-Mail an ks@innoform.eu ein. Weitere Informationen und die Richtlinien für die Einreichung finden Sie auf unserer [Website](http://pc.innoform.de). ### **Fazit** Verpassen Sie nicht die Chance, Teil der 8. Europäischen Standbodenbeutel-Konferenz 2024 zu sein. Wir freuen uns darauf, Sie in Wien zu begrüßen und gemeinsam die Zukunft der flexiblen Verpackungen zu gestalten. --- **Kontakt:** Karsten Schröder Innoform Coaching GbR Stüvestraße 25, D-49205 Hasbergen +49 5405 80767-21 ks@innoform.eu Besuchen Sie unsere Webseite für weitere Informationen: [Innoform-Coaching.de](https://www.innoform-coaching.de/tagung/8th-european-stand-up-pouch-conference-easy-to-use-2024) --- ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Replace- anstatt Refill-Standbeutel](https://inno-talk.de/replace-anstatt-refill-standbeutel/) - [New stand-up pouch studie](https://inno-talk.de/new-stand-up-pouch-studie/) **Kategorien:** Neuigkeiten, Standbeutel --- ### [Innovationen und Herausforderungen bei Spouts - Einblick in die Innoform-Podcast-Episode mit Pöppelmann](https://inno-talk.de/innovationen-und-herausforderungen-bei-spouts-einblick-in-die-innoform-podcast-episode-mit-poeppelmann/) **Published:** Mai 30, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** In der neuesten Episode des Innoform-Podcasts begrüßt Karsten Schröder Lea Middendorf und Mike Landwehr von Pöppelmann, um über ein zentrales Thema der flexiblen Verpackungen zu sprechen: Spouts (Ausgießer). Diese Komponente ist ein wesentlicher Bestandteil von Beutelverpackungen und spielt eine wichtige Rolle bei der Handhabung und dem Verbrauchererlebnis. ### Über Pöppelmann Pöppelmann, gegründet 1949 in Lohne, ist ein führendes Unternehmen in der Kunststoffverarbeitung mit internationalen Aktivitäten in Branchen wie dem Maschinenbau, der Automobilindustrie, dem kommerziellen Gartenbau, dem Pharma-Medical-Sektor und der Lebensmittel- sowie Konsumgüterindustrie. Das Unternehmen ist in vier Geschäftsbereiche unterteilt: KAPSTO®, K-TECH®, TEKU® und FAMAC®. **Nachhaltigkeit:** Pöppelmann setzt auf eine umfassende Klimastrategie zur Reduktion von Treibhausgas-Emissionen und zur Förderung der Kreislaufwirtschaft. Die gesetzten Klimaziele sind seit 2023 validiert durch die Science Based Targets initiative. Des Weiteren ist Pöppelmann Mitglied der Klimaschutz-Unternehmen e.V. und gilt als einer der Vorreiter für Kreislaufwirtschaft. **Innovative Spouts:** Die AE-Serie bietet Spouts mit einer patentierten Wellenstruktur für flexible Beutelverpackungen, die das Schweißen erleichtert. **Nachhaltige Praxisbeispiele:** Projekte zur Materialeinsparung und Nutzung von Recyclingmaterialien zeigen das Engagement für Ressourcenschonung. Mehr Informationen finden Sie auf der [Pöppelmann-Website](https://www.poeppelmann.com). Diese Episode ist ein Vorgriff auf die kommende, [8. Europäische Standbodenbeutel-Konferenz ](https://www.innoform-coaching.de/tagung/8th-european-stand-up-pouch-conference-easy-to-use-2024) in Wien, bei der beide weitere Insights mit den teilnehmern teilen und diskutieren werden. ## Episode-Highlights **Vorstellung der Gäste:** Lea Middendorf, Key Account Managerin, und Mike Landwehr, Deputy Sales Manager, geben Einblicke in ihre Rollen bei Pöppelmann und deren Bedeutung im Unternehmen. ### **Technische Einblicke:** Ein Hauptthema der Diskussion ist, wann Spouts aus Post-Consumer-Rezyklaten auf dem Markt sind. Die technischen Herausforderungen und die geplanten Innovationen werden ausführlich erörtert. Darüber hinaus werden interessante Inhalte zu Variationen und Standards von Verschlüssen und insbesondere Spouts geliefert. ### **Produktfokus:** Die Vielfalt der Spouts und ihre Anwendungen stehen im Mittelpunkt. Besonders hervorgehoben wird die patentierte Wellenstruktur, die das Schweißen der Spouts erleichtert und somit die Produktionsprozesse effizienter gestaltet. ### **Nachhaltigkeit und Recycling:** Ein großer Teil des Interviews ist den Herausforderungen bei der Verwendung von Recyclingmaterial in Spouts gewidmet. Lea und Mike erläutern die aktuellen Hindernisse und ihre Pläne für die Zukunft, um die Kreislaufwirtschaft in ihren Produktlinien zu fördern. Als Vorbild dienen so unterschiedliche Pöppelmann-Produkte wie Pflanztöpfe, Kappen und Stopfen für die Industrie und Bauteile für den Automotive-Bereich. ### **Persönliche Einblicke:** Neben den technischen Aspekten teilen die Gäste auch persönliche Hobbys und Interessen, was den Zuhörern einen persönlicheren Einblick in das Leben der Experten bietet. ### **Markttrends und Kundennachfrage:** Aktuelle Trends und die wachsende Nachfrage nach Spouts in verschiedenen Marktsegmenten werden diskutiert. Die Gäste beleuchten die zunehmende Popularität dieser Komponente in verschiedenen Verpackungsanwendungen. #### Weiterführende Links: - **Klimastrategie bei Pöppelmann:** [Klima-Management bei Pöppelmann](https://www.poeppelmann.com/de/unternehmen/Verantwortung/Klima-Management.html) - **Für Spouts:** [AE-Serie | Einschweiß-Ausgießer für Standbodenbeutel](https://www.poeppelmann.com/de/ae-serie) [Spouts für Standbodenbeutel | FAMAC®](https://www.poeppelmann.com/de/spouts) - **Praxisbeispiele für mehr Nachhaltigkeit:** [Praxisbeispiele bei Pöppelmann](https://www.poeppelmann.com/de/praxisbeispiele) Diese Episode bietet wertvolle Einblicke in die Innovationen und Herausforderungen rund um Spouts und zeigt, wie Pöppelmann daran arbeitet, nachhaltigere Lösungen in der flexiblen Verpackungsindustrie zu entwickeln. Hören Sie rein, um mehr über die spannenden Entwicklungen und die Zukunft der Beutelverpackungen zu erfahren. Lea Middendorf un Mike Landwehr zu Gast bei Innoform, Mai 2024Unsere Podcasts sind auch verfügbar auf: - [Inno-Talk.de](https://www.inno-talk.de/podcast) - [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) - [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) - [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk) - [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) - [Youtube](https://www.youtube.com/@innoformcoaching/podcasts) ### Verwandte Episoden - [Recycling und Spouts: Gespräch mit Lea Middendorf von Pöppelmann](https://inno-talk.de/recycling-und-spouts-ein-gespraech-mit-lea-middendorf-von-poeppelmann/) - [Nachhaltigkeit und Technik vereint – Pöppelmann Spouts für Standbodenbeutel](https://inno-talk.de/nachhaltigkeit-und-technik-vereint-poeppelmann-spouts-fuer-standbodenbeutel/) - [Replace- anstatt Refill-Standbeutel](https://inno-talk.de/replace-anstatt-refill-standbeutel/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Entsorgung / Recycling, Standbeutel **Schlagwörter:** Lea Middendorf, Mike Landwehr, PC-11-24, Podcast, Pouch, Standbeutel --- ### [Nachlese Fachtagung „Umweltgerechte Kunststoffverpackungen“](https://inno-talk.de/fachtagung-umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) **Published:** Juni 18, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## offerierte zahlreiche minimale, optimale und geniale Lösungen **Am 11. und 12. Juni 2024 beleuchtete die Fachtagung in der SKZ-Modellfabrik Würzburg fünf zentrale Aspekte umweltfreundlicher Kunststoffverpackungen. In allen Punkten wurden neue, praxisnahe Lösungen für nachhaltige Verpackungsentwicklungen präsentiert.** **Dieter Finna** Die Veranstaltung brachte Experten aus Industrie, Forschung und Markeninhabern zum vierten Mal zusammen. Karsten Schröder, Initiator und Moderator der Fachtagung, analysierte gemeinsam mit den Referenten die Kernkriterien umweltgerechter Entwicklungen. Vorgestellt wurden Lösungen auf Basis geeigneter Materialauswahl, Recyclingfähigkeit, Minimierung des Materialverbrauchs, Optimierung des Produktionsprozesses und Verbesserung der Produktlebenszyklen. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/06/image-2.png)Weltweite und europäische Produktion von Kunststoffen für Verpackungsmaterialien. (Quelle: Onusseit Consulting) Dr. Hermann Onusseit von Onusseit Consulting thematisierte in seiner Präsentation **„Quo vadis Kunststoffverpackungen“** die Herausforderungen durch den weltweiten Anstieg der Kunststoffverpackungen, die als Verpackungen selbst kurzlebig (Abfall) und als Kunststoff langlebig (Microplastik) sind. Ein zentraler Aspekt des EU Green Deals ist die Mobilisierung der Industrie für eine kreislauforientierte Wirtschaft. Dennoch gelangt ein Drittel der Kunststoffabfälle in Deutschland nicht in Recyclinganlagen. Trotz der Bemühungen klafft eine große Lücke zwischen theoretischem und realistischem Recyclingpotenzial. Onusseit schlussfolgert, dass weit radikalere Maßnahmen nötig sind, um umweltgerechte Verpackungen zu erreichen. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/06/image-3.png)Anwendungen von Rezyklaten in ganz unterschiedlichen Verpackungsanwendungen. (Quelle: Borealis) Peter Niedersüss von Borealis Polyolefine GmbH präsentierte den **„Einsatz von bio-basierten und recycelten Kunststoffen für flexible Verpackungen“** in Hinblick auf eine funktionierende Kreislaufwirtschaft. Einerseits kommen dafür Polyolefine aus nachwachsenden Rohstoffen zum Einsatz, gewonnen aus Abfall- und Reststoffströmen. Sie bieten die gleiche Materialleistung wie Neuware, aber bei geringerem CO2-Fußabdruck und der Eignung für Lebensmittelkontakt. Andererseits Rezyklate aus dem mechanischen Recycling, geeignet für Non-Food-Verpackungen. Sie werden bereits in verschiedenen Qualitäten für siegelbare Kaschierfolien, Hygiene und Tissueverpackungen oder auch Stretch Folie eingesetzt. Künftig werden auch PP-Recyclate in Folienqualität für Kaschierverbunde und Non-Food-Verpackungen verfügbar sein. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/06/image-5.png)Einsatz eines erneuerbaren Polymers in einem Kosmetik Refill Pouch. (Quelle: Sabic) Ben Raven von Sabic Petrochemicals BV stellte im seinem Vortrag **„Praktische Lösungen für nachhaltigere Verpackungen“** das TruCircle-Programm vor, das auf CO2-Neutralität bei Verpackungsmaterialien abzielt und innovative Recyclingmethoden nutzt. Im Werk Geleen (NL) steht ein Steam Cracker am Ende des Recyclingprozesses. Die dort gewonnenen Bio-Polymere und zertifizierte Sabic-Polymere ersetzen herkömmliche Kunststoffe in zahlreichen Verpackungsanwendungen wie Getränkekartonverpackungen oder Kosmetik-Refill-Pouches. Auch Ocean Bound Plastic wird in Geleen chemisch recycelt und in TruCircle-Verpackungsmaterialien integriert. Lutz Neugebauer vom Verpackungshersteller Südpack identifizierte in seinem Vortrag „**Nachhaltige PE-Folien: Verbesserte Ökobilanz durch ganzheitliche Entwicklungsansätze“** die Infeed-Materialien als auch die Recyclingmethode als größte Einflussfaktoren auf die Ökobilanz einer Kunststoffverpackung. Durch die Substitution von Mehrschichtstrukturen durch recyclingfähige Einstoff-Lösungen reduziert sich der CO2-Fußabdruck sowohl bei den Infeed-Materialien als auch beim mechanischen Recycling. Primärqualität von Rohstoffen kann jedoch nur durch chemisches Recycling wiedergewonnen werden. Der Einsatz von Rezyklaten trägt zur weiteren Optimierung der Ökobilanz bei. Dr. Hermann Achenbach vom SKZ – Das Kunststoff-Zentrum zeigte in seinem Vortrag **„Digitaler Produktpass – Rezyklatnachweis – CO2-Fußabdruck“** den konkreten Nutzen des digitalen Produktpasses COPPA für Lebensmittelverpackungen auf. Dieser schafft vor dem Hintergrund der sich ändernden Regulatorik die nötige Transparenz, indem er detaillierte digitale Informationen über Materialien und Bestandteile der Verpackung bereitstellt. Er unterstützt die Kreislaufwirtschaft und verbessert die Nachhaltigkeit, indem er allen Beteiligten – auch dem Verbraucher – relevante Daten für ordnungsgemäße Entsorgung und Recycling liefert. Ein wesentlicher neuer Baustein dieses Forschungsprojektes ist die Identifikation der einzelnen Datenquellen. Dadurch wird der Produktpass robuster und glaubwürdiger. Das SKZ lädt interessierte Firmen ein, kostenlose Prototypen digitaler Produktpässe durch COPPA erstellen zu lassen. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/06/image-6.png)Druckfarben auf Nitrocellulose Basis als potenziellen Risikofaktor für sichere Rezyklate. (Quelle: OFI) Dr. Christian Kirchnawy vom Österreichischen Forschungsinstitut für Chemie und Technik klärte in seiner Präsentation **„Sicherheitsbewertung von unbekannten Kontaminanten im Recycling“** über die Risiken nicht identifizierbarer Schadstoffe im mechanischen Recycling auf. Eine besondere Rolle bei der Sicherheitsbewertung spielen DNA-reaktive, mutagene Substanzen, da diese in der Sicherheitsbewertung durch die EFSA gemäß dem Threshold of Toxicological Concern 120-fach geringere Grenzwerte als alle anderen Substanzen besitzen. Manche – derzeit noch nicht für den Lebensmittelkontakt zugelassenen – rezyklierten Polyolefine zeigen eine deutliche Mutagenität. Granulate zeigen dabei höhere Mutagenitäts-Signale als Flakes. Das deutet darauf hin, dass schädliche Substanzen vor allem während der Extrusion entstehen. PP-Recyclate aus bedruckten Folien mit Nitrocellulose Farben sind in der Mutagenitätsprüfung stark positiv, was diese Druckfarben als potenziellen Risikofaktor für Mutagene in besagten Regranulaten identifiziert. Hilfreich wären darum Delabeling oder Deinking Prozesse im PP- oder PE-Recycling. Gut zu wissen: bei lebensmittelechtem, recyceltem Polyester (PET) wurden keine DNA-reaktiven Verunreinigungen nachgewiesen. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/06/image-7.png)Schalen aus PET können mehrfach für Lebensmittelverpackungen eingesetzt werden, während Schalen aus PP dem Downcycling unterliegen. (Quelle: Silver Plastics GmbH & Co. KG) Christopher Tuchscherer von Silver Plastics GmbH & Co. KG verglich in seiner Präsentation **„Schalen aus PET vs. PP – Vor- und Nachteile“** die Barriere- und Recyclingeigenschaften beider Materialien. Europa verfügt über umfassende Recyclingmöglichkeiten für PP-Formschalen, während diese für PET-Schalen noch entwickelt werden müssen. PET-Schalen können mehrfach für Lebensmittelverpackungen wiederverwendet werden, während PP-Schalen lediglich in Non-Food Anwendungen recycelt werden. Die Mono PET-Formschale „Capirella“ ist mit einem Kapillarboden ausgestattet, die eingeklebte Saugeinlagen überflüssig macht und die Schale dadurch voll recyclingfähig wird, was bei PP-Schalen noch nicht möglich ist. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/06/image-8.png)Beim Beschichtungsanlagen benötigt die Trocknung über 80% des Energiebedarfs. (Quelle: Kroenert) Andrea Glawe von der Kroenert GmbH & Co KG präsentierte in ihrem Vortrag **„Optimale Auslegung von Beschichtungsanlagen zur Reduzierung des Energieverbrauchs und der Emissionen“** moderne Ansätze zur Steigerung der Energieeffizienz. Da der Trockner in Beschichtungsanlagen über 80% des Energieverbrauchs ausmacht, wurden energiesparende Nass-in-Nass-Anwendungen und simultane doppelseitige Beschichtungsverfahren entwickelt. Zudem kommen Wärmetauscher und Wärmerückgewinnungssysteme zum Einsatz, die die Frischluft vorheizen. Kunden erhalten einen Energiefußabdruck, der den kWh-Verbrauch pro Quadratmeter angibt und die Möglichkeit bietet, den gesamten Produkt CO2- Fußabdruck zu ermitteln. Aber auch kleine Maßnahmen wie Energierückgewinnung in der Abwicklung zeigen Ihre Wirkung. Dr. Kenny Saul von der SHS plus GmbH beleuchtete in seinem Vortrag **„Virtuelle Produktionsassistenz – Voraussetzungen, Chancen und Benefits“** die Herausforderungen und Vorteile der Digitalisierung in Extrusionsprozessen. Zunächst muss die Maschinensteuerung dazu befähigt werden „nach außen“ zu kommunizieren. Durch die Erfassung von Prozess- und Auftragsdaten wird die Steuerung der Maschinen optimiert. Die Echtzeitanalyse der Daten erfolgt mittels Statistik bzw. auch KI-Unterstützung, wobei ein Empfehlungsalgorithmus Fehler kategorisiert und Lösungsvorschläge aus gelernten Mustern anbietet. Die Integration der R-Cycle-Anbindung ermöglicht die Erstellung digitaler Produktpässe für eine weltweite Rückverfolgbarkeit von Kunststoffprodukten (s. Vortrag Achenbach – SKZ). ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/06/image-9.png)Skalierung des enzymatischen Recyclings über Bioreaktoren. (Quelle: M.I.L.K. GmbH) In ihrem Vortrag **„Kunststoff als Nährstoff – Das Potential des enzymatischen Recyclings“** erläuterte Eleonore Eisath von der MILK. GmbH, wie durch Enzyme die langen Molekülketten von Kunststoffen in Verpackungen in Monomere und Oligomere zerlegt werden können, um sie als Rohstoff für die Produktion neuer Materialien zu nutzen. Voraussetzung dafür ist, dass für die verschiedenen Kunststoffarten spezifische Enzyme identifiziert und mit den Methoden des Protein Engineering optimiert werden, was ein aufwendiger und kostenintensiver Prozess ist. Derzeit befindet sich das enzymatische Recycling in der Entwicklungsphase – während für PET bereits erste Pilotanlagen im Bau sind, wird die Entwicklung für PE noch einige Jahre dauern und der Prozess nicht vor 2030 nutzbar sein. Beschleunigt wird die Suche nach geeigneten Proteinen u.a. durch KI-Modelle, die durch Simulationen Abkürzungen bei der Forschung aufzeigen können. Andreas Holt – today-tomorrow-together präsentierte in seinem Vortrag **„Produktionsprozess: Reduzierung des Energieverbrauchs und der Emissionen“** verschiedene Optimierungspotenziale in der Extrusionstechnik. Er ging dabei auf die Vorteile gravimetrischer Systeme zur präzisen Dosierung von Mahlgut aus Recyclaten sowie die vereinfachte Wiederverwendung von Produktionsmaterialien ein. Ein vollautomatisches Materialreinigungssystem ermöglicht den Materialwechsel ohne Bedienereingriff und reduziert die Umstellzeiten einer Extrusionsanlage. Ein geschwindigkeitsgeregeltes Fördersystem verbessert die Transportleistung und spart erheblich Energie bei minimalem Vakuum. Das vorgestellte SMART Verteiler-System ermöglicht eine sequentielle Materialzuweisung, verkürzt die Umrüstzeit, überprüft Rezepturen zur Vermeidung von Fehlchargen und senkt die Installationskosten für Leitungen. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/06/image-10.png)Folienherstellung aus Polystyrol und Polypropylen Post -Consumer-Abfall. (Quelle: Gneuß Kunststofftechnik GmbH) Niklas Möhlmann von der Gneuß Kunststofftechnik GmbH stellte in seinem Vortrag **„Innovatives mechanisches Recyclingverfahren für Lebensmittelverpackungen aus Post-Consumer-Kunststoffen“** die OMNI-Recycling-Technologie vor. Diese Technologie verarbeitet eine breite Palette an Kunststoffmaterialien, einschließlich stark verunreinigter und heterogener Polyolefine. Im ersten Schritt kompaktiert ein Schneidverdichter das Mahlgut. Fortschrittliche Filtrations- und Entgasungstechniken gewährleisten eine hohe Qualität des recycelten Materials. Schadstoffe in der Schmelze werden mit dem Mehrwellenkonzept weitestgehend abgesondert und entgast. Möhlmann demonstrierte dies anhand zweier Fallbeispiele, bei denen PET-Schalenabfälle sowie PS- und PP-Post-Consumer-Abfälle recycelt wurden. Die daraus gewonnenen Folien sind dekontaminiert und besitzen eine Lebensmittelzulassung für Post-Consumer-Kunststoffe. Für PP gibt es bereits FDA Freigaben in Asien – das lässt hoffen. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/06/image-11.png)Die Materialauswahl der Verpackung, hier Papier, bestimmt die Gebührentarife für die Entsorgung. (Quelle: Interzero Recycling Alliance GmbH) Julian Thielen von der Interzero Recycling Alliance GmbH beleuchtete in seinem Vortrag **„Einsparung von Entsorgungskosten durch intelligenten Folienaufbau“** das Konzept der Eco-Fee-Modulation. Dieses Konzept bestraft in verschiedenen Ländern die Verwendung von schwer recycelbaren Verpackungsmaterialien durch höhere Gebühren. Da die nationalen Dualen Systeme in Europa die Tarife basierend auf ihrer jeweiligen Sammel-, Sortier- und Recyclinginfrastruktur festlegen, liegt das größte Einsparpotenzial in der Materialreduktion. Beispiele dafür sind Kaffeeverpackungen aus Monomaterial-PE, die PET/Alu/PE-Verbundstoffe ersetzen, Waschmittelverpackungen aus geformtem PP mit einem Recyclatanteil von 92% oder auch Papierverpackungen. Thomas Lunz von Mondi Functional Paper & Films gab in seinem Vortrag **„Verpackungen aus Papier“** einen Überblick über den Einsatz faserbasierter flexibler Verpackungsmaterialien. Besonders gefragt sind 95/5 Papiere aus 95% Papieranteil und max. 5% zumeist Polyolefinen, die als Monomaterial in Altpapierströmen recycelt werden können. In der Dispersions- als auch der Extrusionsbeschichtung lassen sich Barrierepapiere mit unterschiedlichen Barriere-Eigenschaften für Trockennahrung, Eiscreme, Süßwaren, Health&PersonalCare, usw. herstellen. Mit Metallisierung versehene Hochbarriere-Papiere bieten dann auch Lösungen für sehr anspruchsvolle Barriere-Anwendungen, so dass darin Kaffee, Gewürze, Waschpulver usw. verpackt werden können. Sie sind ebenfalls für den Papierstromkreislauf zertifiziert. Also gilt: Papier wo möglich, Plastik wo nötig. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/06/image-12.png)Das Portfolio an Verpackungspapieren von siegelfähigen bis Hochbarriere-Varianten, ergänzt durch thermoformbare Hochbarriere-Papiere. (Quelle Felix Schoeller) Andreas Bergmeier von Felix Schoeller GmbH & Co. KG gab in seinem Vortrag **„Barrierepapiere für Flexpack“** einen Überblick über die Möglichkeiten und Grenzen von Papierverpackungen. Er verdeutlichte, wie ungenau und dehnbar die Materialangabe 95% Papieranteil ist, die als Kriterium für die Einordnung als Monomaterial dient. Klärungsbedarf besteht auch für Sammelsysteme von flexiblen Papierverpackungen, die formal korrekt in der gelben Tonne gesammelt werden müssten, dort aber kontaminiert und nicht im Kreislauf geführt werden können. Bessere Lösung ist die Sammlung über das Altpapier. Das FlexPaper Portfolio von Felix Schöller, das von siegelfähigen Varianten bis hin zu Hochbarriere Papieren mit hoher Wasserdampf- und Sauerstoffundurchlässigkeit reicht, enthält auch ein thermoformbares Hochbarriere-Papier, das Formschalen aus Kunststoff ersetzt und mit einem Papieranteil von über 90% sehr gut recyclebar ist. Felix Bischopink von Siegwerk Ventures GmbH thematisierte in seinem Vortrag **„Nachhaltige Verpackungs-Innovationen durch digitale Plattformen“** die Bedürfnisse von KMUs. Er betonte, dass Unternehmen oft zu hohe Erwartungen an Innovationen haben und die Anfangsphase unterschätzen. Die Plattform Packiro dient als Partner für bedruckte, nachhaltige Verpackungslösungen und basiert auf vier Prinzipien: Fokussierung auf innovative Händler und Produzenten, digitale Prozesse von Kauf bis Fertigung, kleine Stückmengen durch Digitaldruck und nachhaltige Verpackungen. Packiro verkürzt laut Bischopink die Zeit von der Planung bis zum Markteintritt einer Verpackung von 1-3 Jahren auf 1-3 Monate. Karsten Schröder schloss die Fachtagung mit seiner **prägnanten Zusammenfassung** praxisnaher Lösungen ab. Zur Nachhaltigkeit trägt der Einsatz nachwachsender Rohstoffe und ganz wesentlich die Weiterentwicklungen von Verpackungsmaterialien bei. In der Produktion der Verpackungsmaterialien reduzieren Entwicklungen in der Maschinen- und Steuerungstechnik ihren CO2-Fußabdruck. Und Verbesserungen im mechanischen Recycling und der Extrusionstechnik, leicht wachsendes chemisches Recycling und als auch neue Verfahren wie das enzymatische Recycling spielen heute oder zukünftig eine wesentliche Rolle in der Aufbereitung der Verpackungen Ein optimistischer Ausblick, wenn man bedenkt, wie groß die Herausforderungen insgesamt sind, zu denen die Verpackung einen kleinen Beitrag leisten kann. Nachhaltig seien flexible Verpackungen aber immer, weil sie das Füllgut schützen, schloss Karsten Schröder mit einem Zitat aus dem Eröffnungsvortrag von Hermann Onusseit. [INFORMATIONEN](https://www.innoform-coaching.de/tagung/umweltgerechte-kunststoffverpackungen-2022_1) Die nächsten Innoform Tagungen ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/e/3/d476cbb9b8e63.jpg)### **INNO-Pouch: Smart Pouches – Digital, Compliant, Tight** *Thursday, 8. / Friday, 9. October 2026 – Start 9:00* INNO-Pouch 2026 demonstrates in a practical way how modern stand-up pouches can be made future-proof. As the only conference of its kind in Europe, it directly links recyclable materials with state-of-the-art production. The focus is on the three keywords from the conference title: Digital, Compliant, Tight. Digital: Digitalisation is transforming the entire value chain. We’ll be exploring flexible digital printing for smaller print runs and short lead times. You’ll also learn how artificial intelligence (AI) is already influencing purchasing decisions today. Production is becoming smarter too: data-driven sealing (digital sealing) enables seamless, real-time quality monitoring. Compliant: Sustainability requires legal certainty. Experts will demonstrate practical solutions for the new PPWR and the Digital Product Passport. You’ll learn first-hand how digital tools make legal requirements and the recyclability of packaging transparent and manageable. Tight: Maximum leak-tightness and product protection are the focus of the technical implementation. The focus is on high-performance mono-materials (PE and PP), sustainable adhesives and innovative retort applications. Leading experts will explain how these recyclable films run flawlessly on modern packaging lines and can be sealed reliably using ultrasound or heat. A particular highlight of the conference in Barcelona: the unique opportunity to take an exclusive tour of the HP Digital Pouch Factory on site. Here, you can watch the entire process live, from printing and lamination right through to the final assembly of the pouches. Experience real-world case studies at the heart of the industry and explore new business models using pouches. This unique European conference offers you the ideal platform for strategic benchmarking and valuable industry contacts. ![Julian Thielen](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/1/8/dfc2163832ef6.jpg "Julian Thielen") ![Christoph Waldau](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/7/0/b/344e1a01f3126.jpg "Christoph Waldau") ![Claire Gusko](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/9/8/e/759b7face3e82.jpg "Claire Gusko") ![Albin Kälin](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/4/9/b/6e6b81fc8f8a1.jpg "Albin Kälin") ![Alexandre Zuber](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/5/1/8/212d83a0d6162.jpg "Alexandre Zuber") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/can_work.png) [->](https://inno-talk.de/events/PC-10-26/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/9/8/2cbfa3ab25cbc.jpg)### **24. Inno-Meeting** *Tuesday, 16. / Wednesday, 17. February 2027 – Start 19:00* Als führende Branchenveranstaltung der flexiblen Verpackungsindustrie im deutschsprachigen Raum findet das Inno-Meeting im Februar 2027 zum 24. Mal statt. Derzeit sind wir damit befasst, aktuelle Branchenthemen zu sammeln. Jeder ist herzlich eingeladen, Vortragsvorschläge einzureichen. Bitte nutzen Sie dafür die E-Mail-Adresse coaching@innoform.eu ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder")S L ![Andre Nehlsen](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/5/c/51044b687e15c.jpg "Andre Nehlsen") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/chart_money.png) [->](https://inno-talk.de/events/IM-02-27/) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Kategorien:** Barrierefolien, Biofolien, Entsorgung / Recycling, Lebensmittelverpackung, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Folie, Inno-Meeting, Papier, Tagung, UM-06-24, Umwelt --- ### [Review of the symposium "Environmentally friendly plastic packaging](https://inno-talk.de/en/review-of-the-symposium-environmentally-friendly-plastic-packaging/) **Published:** Juni 18, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## offered numerous minimal, optimal and ingenious solutions **On 11 and 12 June 2024, the symposium at the SKZ-Modellfabrik Würzburg highlighted five key aspects of environmentally friendly plastic packaging. New, practical solutions for sustainable packaging developments were presented in all areas** **Dieter Finna** The event brought together experts from industry, research and brand owners for the fourth time. Karsten Schröder, initiator and moderator of the symposium, analysed the core criteria of environmentally friendly developments together with the speakers. Solutions based on suitable material selection, recyclability, minimisation of material consumption, optimisation of the production process and improvement of product life cycles were presented. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/06/image-2.png)Global and European production of plastics for packaging materials. (Source: Onusseit Consulting) In his presentation **„Quo vadis plastic packaging“**, Dr Hermann Onusseit from Onusseit Consulting addressed the challenges posed by the global increase in plastic packaging, which is short-lived as packaging itself (waste) and long-lasting as plastic (microplastics). A central aspect of the EU Green Deal is the mobilisation of industry for a circular economy. Nevertheless, a third of plastic waste in Germany does not end up in recycling plants. Despite efforts, there is a large gap between theoretical and realistic recycling potential. Onusseit concludes that far more radical measures are needed to achieve environmentally friendly packaging. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/06/image-3.png)Applications of recyclates in very different packaging applications. (Source: Borealis) Peter Niedersüss von Borealis Polyolefine GmbH präsentierte den **„Einsatz von bio-basierten und recycelten Kunststoffen für flexible Verpackungen“** in Hinblick auf eine funktionierende Kreislaufwirtschaft. Einerseits kommen dafür Polyolefine aus nachwachsenden Rohstoffen zum Einsatz, gewonnen aus Abfall- und Reststoffströmen. Sie bieten die gleiche Materialleistung wie Neuware, aber bei geringerem CO2-Fußabdruck und der Eignung für Lebensmittelkontakt. On the other hand, recyclates from mechanical recycling, suitable for non-food packaging. They are already used in various qualities for sealable laminating films, hygiene and tissue packaging and stretch film. In the future, PP recyclates in film quality will also be available for laminating composites and non-food packaging. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/06/image-5.png)Use of a renewable polymer in a cosmetic refill pouch. (Source: Sabic) In his presentation **„Practical solutions for more sustainable packaging“**, Ben Raven from Sabic Petrochemicals BV presented the TruCircle programme, which aims to achieve CO2 neutrality in packaging materials and uses innovative recycling methods. At the Geleen plant (NL), a steam cracker is at the end of the recycling process. The bio-polymers and certified Sabic polymers obtained there replace conventional plastics in numerous packaging applications such as beverage carton packaging or cosmetic refill pouches. Ocean Bound Plastic is also chemically recycled in Geleen and integrated into TruCircle packaging materials. In his presentation „**Sustainable PE films: Improved life cycle assessment through holistic development approaches“**, Lutz Neugebauer from packaging manufacturer Südpack identified the infeed materials and the recycling method as the biggest factors influencing the life cycle assessment of plastic packaging. Substituting multi-layer structures with recyclable single-material solutions reduces the carbon footprint of both the infeed materials and mechanical recycling. However, the primary quality of raw materials can only be recovered through chemical recycling. The use of recyclates helps to further optimise the life cycle assessment. Dr. In his presentation **„Digital product passport – proof of recyclate – CO2 footprint“**, Hermann Achenbach from SKZ – Das Kunststoff-Zentrum demonstrated the specific benefits of the COPPA digital product passport for food packaging. Against the backdrop of changing regulations, this creates the necessary transparency by providing detailed digital information about the materials and components of the packaging. It supports the circular economy and improves sustainability by providing all stakeholders – including the consumer – with relevant data for proper disposal and recycling. A key new component of this research project is the identification of individual data sources. This makes the product passport more robust and credible. The SKZ invites interested companies to have COPPA create free prototypes of digital product passports. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/06/image-6.png)Nitrocellulose-based printing inks as a potential risk factor for safe recyclates. (Source: OFI) In his presentation **„Safety assessment of unknown contaminants in recycling“**, Dr Christian Kirchnawy from the Austrian Research Institute for Chemistry and Technology explained the risks of unidentifiable pollutants in mechanical recycling. DNA-reactive, mutagenic substances play a special role in the safety assessment, as these have 120 times lower threshold values than all other substances in the EFSA safety assessment in accordance with the Threshold of Toxicological Concern. Some recycled polyolefins – which are not yet authorised for food contact – show clear mutagenicity. Granulates show higher mutagenicity signals than flakes. This indicates that harmful substances are primarily formed during extrusion. PP recyclates from printed films with nitrocellulose inks are strongly positive in the mutagenicity test, which identifies these printing inks as a potential risk factor for mutagens in these regranulates. Delabelling or deinking processes in PP or PE recycling would therefore be helpful. Good to know: no DNA-reactive impurities have been detected in food-safe recycled polyester (PET). ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/06/image-7.png)PET trays can be used several times for food packaging, while PP trays are subject to downcycling. (Source: Silver Plastics GmbH & Co. KG) Christopher Tuchscherer from Silver Plastics GmbH & Co KG compared the barrier and recycling properties of both materials in his presentation **„PET vs PP trays – advantages and disadvantages“**. Europe has extensive recycling options for PP moulded trays, whereas these still need to be developed for PET trays. PET trays can be reused several times for food packaging, while PP trays are only recycled in non-food applications. The mono PET moulded tray „Capirella“ is equipped with a capillary base, which makes glued-in absorbent inserts superfluous and makes the tray fully recyclable, which is not yet possible with PP trays. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/06/image-8.png)Drying accounts for over 80% of the energy required for coating systems. (Source: Kroenert) Andrea Glawe of Kroenert GmbH & Co KG presented modern approaches to increasing energy efficiency in her presentation **„Optimising the design of coating systems to reduce energy consumption and emissions“**. As the dryer accounts for more than 80% of energy consumption in coating systems, energy-saving wet-on-wet applications and simultaneous double-sided coating processes have been developed. In addition, heat exchangers and heat recovery systems are used to pre-heat fresh air. Customers are provided with an energy footprint that shows the kWh consumption per square metre and offers the possibility to determine the total CO2 footprint of the product. But even small measures such as energy recovery during processing have an impact. In his presentation **„Virtual production assistance – prerequisites, opportunities and benefits“**, Dr Kenny Saul of SHS plus GmbH highlighted the challenges and benefits of digitalisation in extrusion processes. Firstly, the machine control system must be able to communicate „externally“. Machine control is optimised by collecting process and job data. The data is analysed in real time using statistics and AI support, with a recommendation algorithm categorising errors and offering solutions based on learned patterns. The integration of the R-Cycle connection enables the creation of digital product passports for global traceability of plastic products (see presentation by Achenbach – SKZ).Andrea Glawe from Kroenert GmbH & Co KG presented modern approaches to increasing energy efficiency in her lecture **„Optimising the design of coating systems to reduce energy consumption and emissions“**. As the dryer in coating systems accounts for over 80% of energy consumption, energy-saving wet-on-wet applications and simultaneous double-sided coating processes have been developed. In addition, heat exchangers and heat recovery systems are used to preheat the fresh air. Customers receive an energy footprint that indicates the kWh consumption per square metre and offers the possibility of determining the entire product CO2 footprint. But even small measures such as energy recovery during processing have an impact. In his presentation **„Virtual production assistance – prerequisites, opportunities and benefits“**, Dr Kenny Saul from SHS plus GmbH highlighted the challenges and benefits of digitalisation in extrusion processes. Firstly, the machine control system must be enabled to communicate „externally“. The control of the machines is optimised by recording process and order data. The data is analysed in real time using statistics and AI support, with a recommendation algorithm categorising errors and offering suggested solutions based on learned patterns. The integration of the R-Cycle connection enables the creation of digital product passports for the global traceability of plastic products (see presentation by Achenbach – SKZ). ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/06/image-9.png)Scaling of enzymatic recycling via bioreactors. (Source: M.I.L.K. GmbH) In her presentation „Plastic as a nutrient – the potential of enzymatic recycling“, Eleonore Eisath from MILK. GmbH explained how enzymes can be used to break down the long molecular chains of plastics in packaging into monomers and oligomers in order to use them as a raw material for the production of new materials. The prerequisite for this is that specific enzymes are identified for the different types of plastic and optimized using protein engineering methods, which is a complex and cost-intensive process. Enzymatic recycling is currently in the development phase – while the first pilot plants are already under construction for PET, development for PE will still take several years and the process will not be usable before 2030. The search for suitable proteins is being accelerated by AI models, among other things, which can use simulations to identify shortcuts in research. Andreas Holt – today-tomorrow-together presented various optimization potentials in extrusion technology in his lecture „Production process: reducing energy consumption and emissions“. He discussed the advantages of gravimetric systems for the precise dosing of regrind from recyclates and the simplified reuse of production materials. A fully automatic material cleaning system enables material changes without operator intervention and reduces the changeover times of an extrusion line. A speed-controlled conveyor system improves transport performance and saves considerable energy with minimal vacuum. The SMART manifold system presented enables sequential material allocation, shortens changeover time, checks recipes to avoid incorrect batches and reduces installation costs for lines. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/06/image-10.png)Film production from polystyrene and polypropylene post-consumer waste. (Source: Gneuss Kunststofftechnik GmbH) Niklas Möhlmann from Gneuss Kunststofftechnik GmbH presented the OMNI recycling technology in his lecture „Innovative mechanical recycling process for food packaging made from post-consumer plastics“. This technology processes a wide range of plastic materials, including highly contaminated and heterogeneous polyolefins. In the first step, a cutter compactor compacts the regrind. Advanced filtration and degassing techniques ensure a high quality of the recycled material. Contaminants in the melt are largely separated and degassed using the multi-shaft concept. Möhlmann demonstrated this using two case studies in which PET tray waste and PS and PP post-consumer waste were recycled. The resulting films are decontaminated and have food approval for post-consumer plastics. There are already FDA approvals for PP in Asia – that gives us hope. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/06/image-11.png)The choice of packaging material, in this case paper, determines the disposal fees. (Source: Interzero Recycling Alliance GmbH) Julian Thielen from Interzero Recycling Alliance GmbH highlighted the concept of eco-fee modulation in his presentation „Saving disposal costs through intelligent film design“. In various countries, this concept penalizes the use of packaging materials that are difficult to recycle through higher fees. As the national dual systems in Europe set the tariffs based on their respective collection, sorting and recycling infrastructure, the greatest savings potential lies in material reduction. Examples include coffee packaging made from mono-material PE, which replaces PET/Alu/PE composites, detergent packaging made from molded PP with a recyclate content of 92% and paper packaging. Thomas Lunz from Mondi Functional Paper & Films gave an overview of the use of fiber-based flexible packaging materials in his presentation „Packaging made of paper“. 95/5 papers made from 95% paper and max. 5% mostly polyolefins, which can be recycled as a mono-material in waste paper streams, are particularly popular. Barrier papers with different barrier properties for dry food, ice cream, confectionery, health & personal care, etc. can be produced using both dispersion and extrusion coating. High-barrier papers with metallization also offer solutions for very demanding barrier applications, so that coffee, spices, washing powder, etc. can be packaged in them. They are also certified for the paper cycle. So: paper where possible, plastic where necessary. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/06/image-12.png)The portfolio of packaging papers ranges from sealable to high-barrier variants, supplemented by thermoformable high-barrier papers. (Source Felix Schoeller) Andreas Bergmeier from Felix Schoeller GmbH & Co. KG gave an overview of the possibilities and limitations of paper packaging in his presentation „Barrier papers for Flexpack“. He made it clear how imprecise and flexible the material specification of 95% paper content is, which serves as a criterion for classification as a mono-material. There is also a need for clarification regarding collection systems for flexible paper packaging, which should formally be collected correctly in the yellow garbage can, but is contaminated there and cannot be recycled. A better solution is to collect it via waste paper. Felix Schöller’s FlexPaper portfolio, which ranges from sealable variants to high-barrier papers with high water vapor and oxygen impermeability, also includes a thermoformable high-barrier paper that replaces plastic forming trays and, with a paper content of over 90%, is very easy to recycle. Felix Bischopink from Siegwerk Ventures GmbH addressed the needs of SMEs in his presentation „Sustainable packaging innovations through digital platforms“. He emphasized that companies often have too high expectations of innovations and underestimate the initial phase. The Packiro platform serves as a partner for printed, sustainable packaging solutions and is based on four principles: Focus on innovative retailers and producers, digital processes from purchase to production, small unit quantities through digital printing and sustainable packaging. According to Bischopink, Packiro shortens the time from planning to market launch of packaging from 1-3 years to 1-3 months. Karsten Schröder concluded the symposium with his concise summary of practical solutions. The use of renewable raw materials and the further development of packaging materials make a significant contribution to sustainability. In the production of packaging materials, developments in machine and control technology are reducing their CO2 footprint. And improvements in mechanical recycling and extrusion technology, slightly growing chemical recycling and new processes such as enzymatic recycling are playing a key role in the processing of packaging today or will do so in the future An optimistic outlook, considering how great the challenges are overall, to which packaging can make a small contribution. However, flexible packaging is always sustainable because it protects the contents, concluded Karsten Schröder with a quote from Hermann Onusseit’s opening presentation. [More information](https://www.innoform-coaching.de/en/tagung/umweltgerechte-kunststoffverpackungen-2022_1) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/e/3/d476cbb9b8e63.jpg)### **INNO-Pouch: Smart Pouches – Digital, Compliant, Tight** *Thursday, 8. / Friday, 9. October 2026 – Start 9:00* INNO-Pouch 2026 demonstrates in a practical way how modern stand-up pouches can be made future-proof. As the only conference of its kind in Europe, it directly links recyclable materials with state-of-the-art production. The focus is on the three keywords from the conference title: Digital, Compliant, Tight. Digital: Digitalisation is transforming the entire value chain. We’ll be exploring flexible digital printing for smaller print runs and short lead times. You’ll also learn how artificial intelligence (AI) is already influencing purchasing decisions today. Production is becoming smarter too: data-driven sealing (digital sealing) enables seamless, real-time quality monitoring. Compliant: Sustainability requires legal certainty. Experts will demonstrate practical solutions for the new PPWR and the Digital Product Passport. You’ll learn first-hand how digital tools make legal requirements and the recyclability of packaging transparent and manageable. Tight: Maximum leak-tightness and product protection are the focus of the technical implementation. The focus is on high-performance mono-materials (PE and PP), sustainable adhesives and innovative retort applications. Leading experts will explain how these recyclable films run flawlessly on modern packaging lines and can be sealed reliably using ultrasound or heat. A particular highlight of the conference in Barcelona: the unique opportunity to take an exclusive tour of the HP Digital Pouch Factory on site. Here, you can watch the entire process live, from printing and lamination right through to the final assembly of the pouches. Experience real-world case studies at the heart of the industry and explore new business models using pouches. This unique European conference offers you the ideal platform for strategic benchmarking and valuable industry contacts. ![Julian Thielen](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/1/8/dfc2163832ef6.jpg "Julian Thielen") ![Christoph Waldau](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/7/0/b/344e1a01f3126.jpg "Christoph Waldau") ![Claire Gusko](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/9/8/e/759b7face3e82.jpg "Claire Gusko") ![Albin Kälin](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/4/9/b/6e6b81fc8f8a1.jpg "Albin Kälin") ![Alexandre Zuber](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/5/1/8/212d83a0d6162.jpg "Alexandre Zuber") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/can_work.png) [->](https://inno-talk.de/events/PC-10-26/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/9/8/2cbfa3ab25cbc.jpg)### **24. Inno-Meeting** *Tuesday, 16. / Wednesday, 17. February 2027 – Start 19:00* Als führende Branchenveranstaltung der flexiblen Verpackungsindustrie im deutschsprachigen Raum findet das Inno-Meeting im Februar 2027 zum 24. Mal statt. Derzeit sind wir damit befasst, aktuelle Branchenthemen zu sammeln. Jeder ist herzlich eingeladen, Vortragsvorschläge einzureichen. Bitte nutzen Sie dafür die E-Mail-Adresse coaching@innoform.eu ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder")S L ![Andre Nehlsen](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/5/c/51044b687e15c.jpg "Andre Nehlsen") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/chart_money.png) [->](https://inno-talk.de/events/IM-02-27/) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Kategorien:** Disposal / Recycling, Uncategorized --- ### [InnoTalk PRIME: Das innovative Webseminar-Angebot von Innoform](https://inno-talk.de/einfuehrung-in-innotalk-prime-das-innovative-webinar-angebot-von-innoform/) **Published:** Juni 20, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Die Welt der flexiblen Verpackungen ist ständig im Wandel. Um mit den neuesten Entwicklungen Schritt zu halten und Ihre Kommunikationsstrategie auf die nächste Stufe zu heben, präsentiert Innoform stolz **InnoTalk PRIME** – ein einzigartiges Webseminar-Angebot speziell für die Verpackungsindustrie. #### Was ist InnoTalk PRIME? InnoTalk PRIME ist ein innovatives Online-Event-Format, das speziell für die Bedürfnisse der Verpackungsindustrie entwickelt wurde. Dieses Angebot kombiniert die Vorteile von Webseminaren mit einem maßgeschneiderten Ansatz, um maximale Effizienz und Effektivität zu gewährleisten. Die Webseminare sind darauf ausgelegt, tiefgreifende Einblicke in aktuelle Themen der Branche zu bieten und gleichzeitig eine interaktive und ansprechende Lernerfahrung zu schaffen. #### Ihre Vorteile auf einen Blick **Konzepterstellung**: Wir entwickeln ein effektives Webseminar-Konzept, das nahtlos in Ihre bestehende Kommunikationsstrategie eingebettet ist. **Generalprobe**: Um einen reibungslosen Ablauf Ihres individuellen InnoTalks zu garantieren, führen wir sorgfältige Probeläufe durch – ob mit Ihren eigenen Referenten oder unseren erfahrenen Speakern. **Moderation**: Unsere erfahrene Moderation sorgt für einen optimalen Informationsfluss und ein modernes Lernerlebnis für alle Teilnehmer. **Optionale Leistungen**: - **Akquise von Referenten**: Wir unterstützen Sie bei der Gewinnung passender Sprecher. - **Mailings**: Effiziente E-Mail-Kommunikation mit Ihren und/oder unseren Kontaktlisten. - **Live-Stream**: Übertragung auf Ihren eigenen Seiten (optional). - **Fachartikel**: Erstellung von Fachartikeln auf Basis der Webseminar-Inhalte. - **Podcast**: Produktion und Veröffentlichung eines Podcasts, einschließlich Schnitt (optional). #### Fokusthemen InnoTalk PRIME deckt eine Vielzahl an relevanten Themen ab: - **Nachhaltigkeit in Verpackungen**: Innovative Strategien und Materialien für mehr Umweltverträglichkeit. - **Verpackungsinnovationen**: Aktuelle Trends und Technologien in der flexiblen Verpackung. - **Digitalisierung & Automatisierung**: Moderne Lösungen zur Effizienzsteigerung. - **Ihr Thema mit Schnittmenge zu flexiblen Verpackungen** #### Für wen ist InnoTalk PRIME geeignet? Dieses Angebot richtet sich an: - Packmittelhersteller - Maschinenbauunternehmen - Material-Lieferanten - Experten der Flexpackbranche - Handel, Lebensmittelhersteller und Markeninhaber #### Budget und Buchung Unser **Starter-Paket** ist für 3.400,- € erhältlich und für Teilnehmer kostenfrei. Für Supporter von [Inno-Talk.de](http://www.inno-talk.de) bieten wir ermäßigte Preise von 2.500,- € an. #### Kontakt Möchten Sie mehr über InnoTalk PRIME erfahren oder einen Beratungstermin buchen? Kontaktieren Sie uns: **Innoform Coaching GbR** **Karsten Schröder** E-Mail: Telefon: +49 5405 80767-21 Jetzt Beratungs-Termin buchen und Ihre Kommunikation revolutionieren! [Termin buchen](https://outlook.office.com/bookwithme/user/76af8cd7837a49fb91a0e48f592f5a39@innoform.eu/meetingtype/XPj3LFDczU2umdaUzzXE4g2?anonymous&ep=mLinkFromTile) Besuchen Sie uns auf [Inno-Talk.de](http://www.inno-talk.de) für weitere Informationen. *InnoTalk PRIME – Ihr Partner für erfolgreiche und innovative Webseminare in der Verpackungsindustrie.* ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** Allgemein, Neuigkeiten **Schlagwörter:** InnoTalk PRIME --- ### [InnoTalk PRIME: The innovative webseminar offer from Innoform](https://inno-talk.de/en/innotalk-prime-the-innovative-webinar-programme-from-innoform/) **Published:** Juni 20, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** The world of flexible packaging is constantly changing. To keep up with the latest developments and take your communication strategy to the next level, Innoform proudly presents InnoTalk PRIME – a unique webseminar offer specifically for the packaging industry. #### What is InnoTalk PRIME? InnoTalk PRIME is an innovative online event format developed specifically for the needs of the packaging industry. This offer combines the benefits of webseminars with a customised approach to ensure maximum efficiency and effectiveness. The webseminars are designed to provide well-founded insights into current industry topics while creating an interactive and engaging learning experience. #### Your advantages at a glance **Concept development**: We develop an effective webseminar concept that is seamlessly embedded in your existing communication strategy. **Rehearsal**: To ensure that your customised InnoTalk runs smoothly, we carry out thorough test runs – whether with your own speakers or our experienced speakers. **Moderation**: Our experienced moderators ensure an optimal flow of information and a modern learning experience for all participants. **Optional services**: - **Acquisition of speakers**: We support you in recruiting suitable speakers. - **Mailings**: Efficient email communication with your and/or our contact lists. - **Livestream**: Transmission on your own pages (optional). - **Specialist article**: Creation of specialist articles based on the webseminar content. - **Podcast**: Recording and publication of a podcast, including editing (optional). #### Focus topics InnoTalk PRIME covers a wide range of relevant topics: - **Sustainability in packaging**: Innovative strategies and materials for more environmental compatibility. - **Packaging innovations**: Current trends and technologies in flexible packaging. - **Digitalisation and automation**: Modern solutions to increase efficiency. - **Your topic with an intersection to flexible packaging** #### Who is InnoTalk PRIME suitable for? This offer is aimed at: - Packaging manufacturers - Mechanical engineering companies - Suppliers of material - Specialists of the flexpack industry - Trade, food manufacturers and brand owner #### Budget and booking Our **Starter Package** is available for € 3,400 and is free of charge for participants. For supporters of [Inno-Talk.de](http://www.inno-talk.de) we offer reduced prices of € 2,500. #### Contact us Would you like to learn more about InnoTalk PRIME or book a consultation? Please contact us: **Innoform Coaching GbR** **Karsten Schröder** Email: Phone: +49 5405 80767-21 Book a consultation now and revolutionise your communication! [Book an appointment](https://outlook.office.com/bookwithme/user/76af8cd7837a49fb91a0e48f592f5a39@innoform.eu/meetingtype/XPj3LFDczU2umdaUzzXE4g2?anonymous&ep=mLinkFromTile) Visit us at [Inno-Talk.de](http://www.inno-talk.de) for more information. *InnoTalk PRIME – your partner for successful and innovative webseminars in the packaging industry.* ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Kategorien:** Uncategorized --- ### [In-House Schulungen zu Polyethylen, Lebensmittelverpackungen und Nachhaltigkeit](https://inno-talk.de/in-house-schulungen-zu-polyethylen-lebensmittelverpackungen-und-nachhaltigkeit/) **Published:** Juli 22, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **Polyethylen** und **Polypropylen** sind die mit Abstand am meisten genutzten Polymere in Lebensmittelverpackungen. Dank der Rohstoffproduzenten und Maschinenhersteller sind die Innovationszyklen sehr kurz, und fundiertes Wissen ist oft schnell veraltet. Es ist schwer, den Überblickt zu behalten. Zudem verlangt die Wertschöpfungskette und die Märkte nachhaltigen Lösungen, Gewichtsersparnisse – und das ohne Kompromisse bei den Eigenschaften in der Anwendung. Die ganztägigen Schulungen wendet sich an alle Unternehmen in der Wertschöpfungskette „Lebensmittelverpackung“, die sich mit flexiblen und halbsteifen Verpackungen (Tiefzug) aus Polyolefinen beschäftigen. Das sind Folienproduzenten, Maschinenhersteller, Abpacker, Markenartikler und Händler. Typische Funktionen im Unternehmen sind Packstoffentwickler, Mitarbeitende aus dem Bereich Nachhaltigkeit und dem technischen Verkauf. Typische Fragestellungen können sein: - Soll die neue Verpackung aus PP oder PE oder einem anderen Werkstoff sein? - Was ist der beste Herstellungsprozess? - Wie kann ich meine Verpackung recyclingfähig gestalten ohne Kompromisse bei den wichtigen Eigenschaften? - Wie kann ich Gewicht und damit auch Kosten einsparen? ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/07/00e86a210104c1-1024x174.jpg)Die Gruppengröße ist in der Regel 5 bis maximal 15 Mitarbeitende. Die In-House Schulung aus neutraler Quelle ist unabhängig von Firmeninteressen und ‑angeboten und bietet kompakt an einem Tag einen Überblickt zu individualisierten Fragestellungen. Dieses Vorgehen ist im Vergleich zum individuellen Erarbeiten durch die Mitarbeiteten sehr effektiv und kostengünstig und minimiert zudem das Risiko der Fehlinterpretation oder ‑priorisierung der gesammelten Informationen und marktrelevante Faktoren bei der Recherche womöglich zu übersehen. Bereits im Vorgespräch besteht die Möglichkeit, die Inhalte an die individuellen Wünsche des Kunden anzupassen und so die Schulung auf die Bedürfnisse des Unternehmens und seiner Mitarbeitenden optimal auszurichten: Unternehmensstrategie, besondere Herausforderungen, Gruppengröße und ‑struktur, Vorkenntnisse, etc. Die In-House-Trainings basieren u.a. auf diesen, öffentlichen Webseminaren von [Dr. Heiko Schenck](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=82895). [Die Welt der Polyethylene – Welches PE für welchen Zweck?](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/die-welt-der-polyethylene-welches-pe-fuer-welchen-zweck-2025) [Siegelschichten und Siegeleigenschaften PE & PP – Grundlagen Verpackungsfolien Teil G](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/siegelschichten-und-siegeleigenschaften-pe-pp-grundlagen-verpackungsfolien-teil-g-2024_1) Und weiteren Seminaren aus dem Themengebiet: [innoform-coaching.de/themen/grundlagen-der-verpackungsfolien](https://www.innoform-coaching.de/themen/grundlagen-der-verpackungsfolien) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Leitlinien zum Rezyklateinsatz bei Lebensmittelverpackungen](https://inno-talk.de/leitlinien-zum-rezyklateinsatz-bei-lebensmittelverpackungen/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Biofolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten **Schlagwörter:** heiko_schenck, Polyethylen, Polypropylen --- ### [In-house training on polyethylene, food packaging and sustainability](https://inno-talk.de/en/in-house-training-on-polyethylene-food-packaging-and-sustainability/) **Published:** August 12, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **Polyethylene** and **polypropylene** are by far the most commonly used polymers for food packaging. Thanks to raw material producers and machine manufacturers, innovation cycles are very short and in-depth knowledge is often quickly outdated. It is difficult to maintain an overview. In addition, the value chain and the markets demand sustainable solutions and weight savings – without compromising on the properties in the application. The full-day training courses are aimed at all companies in the „food packaging“ value chain that deal with flexible and semi-rigid packaging (thermoforming) made from polyolefins. These are film manufacturers, machine manufacturers, packers, brand owners and retailers. Typical functions in the company are packaging material developers, sustainability staff and technical sales. Typical questions could be - Should the new packaging be made of PP or PE or another material? - What is the best manufacturing process? - How can I make my packaging recyclable without compromising its important properties? - How can I save weight and therefore costs? ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/07/00e86a210104c1-1024x174.jpg)The group size is usually 5 to a maximum of 15 employees. In-house training from a neutral party is independent of company interests and offers and provides a compact overview of individual issues in one day. This approach is very effective and cost-effective compared to individual development by employees and also minimises the risk of misinterpreting or prioritising the information gathered and possibly overlooking market-relevant factors during research. In the preliminary discussion, it is possible to adapt the content to the customer’s individual wishes and thus tailor the training to the needs of the company and its employees: Corporate strategy, special challenges, group size and structure, previous knowledge, etc. The in-house training courses are based on these public web seminars by [Dr. Heiko Schenck](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=82895) and others. [Die Welt der Polyethylene – Welches PE für welchen Zweck?](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/die-welt-der-polyethylene-welches-pe-fuer-welchen-zweck-2025) [Defect patterns in blown film extrusion](https://www.innoform-coaching.de/site/event/detail.php?event_id=1976) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [In-House Schulungen zu Polyethylen, Lebensmittelverpackungen und Nachhaltigkeit](https://inno-talk.de/in-house-schulungen-zu-polyethylen-lebensmittelverpackungen-und-nachhaltigkeit/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) **Kategorien:** filling technology **Schlagwörter:** Blown film, heiko_schenck, PE --- ### [Die 8. European Stand-Up Pouch Conference unter dem Motto „Easy to use“](https://inno-talk.de/die-8-european-stand-up-pouch-conference-unter-dem-motto-easy-to-use/) **Published:** August 30, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **Innovative Entwicklungen und nachhaltige Praktiken stehen im Rampenlicht der 8. European Stand-Up Pouch Conference, die vom 6. bis 7. November 2024 im Parkhotel Schönbrunn in Wien stattfindet. Die Konferenz versammelt an zwei Tagen führende Experten der flexiblen Verpackungsindustrie zum Austausch über praktische und wirtschaftliche Vorteile von Standbodenbeuteln und ihrer Nachhaltigkeit als Verpackungslösung.** Unter der Moderation von Karsten Schröder, Innoform Coaching GbR, erwartet die Teilnehmer eine Reihe spannender Themen, darunter: **– „Die Zukunft der Stand-Up Pouches in der Kreislaufwirtschaft“** – Ein tiefer Einblick in die Integration von wiederverwertbaren Materialien in Stand-Up Pouches und deren Recyclingfähigkeit. **– „Innovative Verschlussmechanismen für verbesserte Benutzerfreundlichkeit“** – Neue Technologien in Verschlüssen, die sowohl die Haltbarkeit von Produkten verlängern als auch die Handhabung für Endverbraucher erleichtern. **– „Markttrends und Verbraucherverhalten“** – Eine Analyse der aktuellen Marktdynamiken und wie Verbraucherwünsche die Entwicklung von flexiblen Verpackungen beeinflussen. **– „Nachhaltige Druckfarben und Drucklösungen“** – Vorstellung von umweltschonenden Druckverfahren, die die Ökobilanz von Stand-Up Pouches verbessern. Interessierte können sich bereits jetzt anmelden. **Die Teilnahmegebühr für das zweitägige Event vor Ort beträgt 1.390,00 €, während die Teilnahme am Livestream für 750,00 € möglich ist.** Simultanübersetzungen werden in den Sprachen Deutsch und Englisch angeboten. Bei Bedarf kann die AI auch in andere europäische Sprachen mit Untertiteln und Sprachausgabe übersetzen. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/08/8th-European-Stand-up-Pouch-Conference-easy-to-use-header-_-lang-1024x351.jpg)[***8. European Stand-Up Pouch Conference: Hier geht´s zur Anmeldung***](https://www.innoform-coaching.de/site/event/detail.php?event_id=1757) Dort finden Sie detaillierte Informationen zu den Sprechern und der Agenda. Teilnehmer können sich auf informative Vorträge, interaktive Workshops und anregende Diskussionen freuen. Verpassen Sie nicht die Gelegenheit, sich mit internationalen Branchenexperten zu vernetzen und neue Impulse für Ihr Unternehmen zu gewinnen. **Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:** Wilma Igelbrink, Innoform Coaching GbR [**Wi@innoform.eu**](mailto:Wilma.Igelbrink@innoform.de) +49 5405 8076725 ### Verwandte Episoden - [New stand-up pouch studie](https://inno-talk.de/new-stand-up-pouch-studie/) - [Jörg Schönwald über die Entwicklung des Standbeutels](https://inno-talk.de/joerg-schoenwald-ueber-die-entwicklung-des-standbeutels/) - [Standbodenbeutel sind angesagt](https://inno-talk.de/standbodenbeutel-sind-angesagt/) **Kategorien:** Allgemein, Standbeutel, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** PC-11-24, Standbeutel --- ### [The 8th European Stand-Up Pouch Conference under the motto "Easy to use"](https://inno-talk.de/en/the-8th-european-stand-up-pouch-conference-under-the-motto-easy-to-use/) **Published:** August 30, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **Innovative developments and sustainable practices will be in the spotlight at the 8th European Stand-Up Pouch Conference, which will take place from 6 to 7 November 2024 at the Parkhotel Schönbrunn in Vienna. Over two days, the conference will bring together leading experts from the flexible packaging industry to discuss the practical and economic benefits of stand-up pouches and their sustainability as a packaging solution.** Under the moderation of Karsten Schröder, Innoform Coaching GbR, participants can expect a range of exciting topics, including: **– „The Future of Stand-Up Pouches in the Circular Economy“** – An in-depth look at the integration of recyclable materials in stand-up pouches and their recyclability. **– „Innovative Closure Mechanisms for Improved Ease of Use“** – New technologies in closures that both extend the shelf life of products and make handling easier for end users. **– „Market trends and consumer behaviour“** – An analysis of current market dynamics and how consumer preferences are influencing the development of flexible packaging. **– „Sustainable inks and printing solutions“** – Presentation of environmentally friendly printing processes that improve the eco-balance of stand-up pouches. Interested parties can already register now. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/08/8th-European-Stand-up-Pouch-Conference-easy-to-use-header-_-lang-1-1024x351.jpg)**The participation fee for the two-day event on site is €1,390.00, while participation in the livestream is possible for €750.00.** Simultaneous translation will be provided in German and English. If required, AI can also translate into other European languages with subtitles and voice-over. [***8th European Stand-Up Pouch Conference: Click here to register***](https://www.innoform-coaching.de/en/tagung/8th-european-stand-up-pouch-conference-easy-to-use-2024) There you will find detailed information on the speakers and the agenda. Participants can look forward to informative presentations, interactive workshops and stimulating discussions. Do not miss the opportunity to network with international industry experts and gain new impetus for your company. **For further information please contact:** Wilma Igelbrink, Innoform Coaching GbR[**Wi@innoform.eu**](mailto:Wilma.Igelbrink@innoform.de) +49 5405 8076725 ### Verwandte Episoden - [New stand-up pouch studie](https://inno-talk.de/new-stand-up-pouch-studie/) - [Guido Aufdemkamp von Flexible Packaging Europe zu den Hintergründen des Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-von-flexible-packaging-europe-zu-den-hintergruenden-des-inno-meeting-europe/) - [Jörg Schönwald über die Entwicklung des Standbeutels](https://inno-talk.de/joerg-schoenwald-ueber-die-entwicklung-des-standbeutels/) **Kategorien:** Stand-up pouches, Uncategorized **Schlagwörter:** PC-11-24, pouches --- ### [Talk (Talkum) als krebserregend eingestuft - was bedeutet das für Verpackungen?](https://inno-talk.de/talk-talkum-als-krebserregend-eingestuft-was-bedeutet-das-fuer-verpackungen/) **Published:** September 2, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Excerpt:** Von Pelex - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10870467 **Content:** Wieder einmal gibt es Aufregung um ein Additiv in der Folien- und Papierindustrie. Wir haben einen Blick darauf geworfen und einige Fakten zusammengetragen. Es ist nicht nur ein Zusatzstoff für Flexpack, sondern auch für Lebensmittel, Kosmetika und Pharmazeutika. Ist es deshalb für Folien und Papier nicht so wichtig? Talk oder Talkum kann mit Asbest kontaminiert sein oder ähnliche Strukturen aufweisen – aber was bedeutet das? 1\) Krebsarten und Evidenz: Talkum wird mit verschiedenen Krebsarten in Verbindung gebracht, darunter Eierstock, Lungen- oder Kehlkopfkrebs . Die WHO-Expertinnen und -Experten halten die Evidenz für ausreichend. 2\) Risiko durch Asbestkontamination: In der Vergangenheit war Talk häufig mit Asbest kontaminiert, was einen Teil des Risikos ausmacht. Dies ist relevant, da in der Industrie häufig mit ähnlichen Materialien gearbeitet wird, und unterstreicht die Notwendigkeit sorgfältiger Kontaminationskontrollen. Wie relevant das für Packmittel wirklich ist bleibt zu untersuchen. Aber auch ohne Asbest birgt Talk weitere Risiken. 3\) Auswirkungen auf Produkte und Herstellungsverfahren: Talkum wird in einer Vielzahl von Produkten verwendet, unter anderem in Kosmetika und in Verpackungsmaterialien, die mit Lebensmitteln und Arzneimitteln in Berührung kommen. Das Krebsrisiko kann daher auch Auswirkungen auf die Regulierung und Sicherheitsbewertung dieser Produkte haben. 4\) Industrielle Relevanz: Für die Verpackungsindustrie kann diese Einstufung eine Überprüfung und Anpassung der verwendeten Materialien bedeuten, insbesondere wenn Talkum in der Produktion eingesetzt wird. Unternehmen könnten gezwungen sein, alternative Materialien zu finden oder zusätzliche Reinheits- und Sicherheitsprüfungen einzuführen. Dies ist jedoch noch nicht der Fall. 5\) Regulatorische und rechtliche Erwägungen: Die Einstufung von Talk als „wahrscheinlich krebserregend“ könnte zu strengeren Vorschriften und möglichen rechtlichen Herausforderungen führen, insbesondere in Märkten mit hohen Sicherheitsstandards für Verbraucherprodukte. 6\) Talk wird Kunststoffen zugesetzt: z.B. zur Erhöhung der Steifigkeit (Elastizitätsmodul), als Nukleierungsmittel, zur Erhöhung der Wärmeleitfähigkeit und damit zur schnelleren Produktion, für optische Effekte etc. Bei Papier und Zellstoff wird es auch als Füllstoff eingesetzt . 7\) Talkum ist in der Kunststoffverordnung (EU) Nr. 10/2011 ohne Grenzwert aufgeführt: Es darf Kunststoffen in Mengen zugesetzt werden, die den Grenzwert für die Gesamtmigration von 10 mg/dm² nicht überschreiten. Da Talkum ein Lebensmittelzusatzstoff (E 553b) ist, muss es in der Konformitätserklärung als sogenannter Dual-Use-Additiv aufgeführt werden. Für Ihr Unternehmen kann dies bedeuten, dass Sie mögliche Risiken bewerten und proaktive Maßnahmen ergreifen müssen, um die Konformität und Sicherheit Ihrer Produkte zu gewährleisten. Konkrete Handlungsanweisungen für Flexpacker gibt es derzeit jedoch noch nicht. Hier finden Sie Artikel zum Thema, den wir u.a. für unsere Recherchen verwendet haben: [Talk (Mineral) – Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Talk_(Mineral)) Karsten Schröder und Heike Schwertke, Innoform GmbH ### Verwandte Episoden - [Was haben Druckfarben mit Nachhaltigkeit zu tun?](https://inno-talk.de/was-haben-druckfarben-mit-nachhaltigkeit-zu-tun/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Kategorien:** Biofolien, Folienherstellung/Veredelung, Folienprüfung & Analytik, Inno-Talk, Lebensmittelrecht --- ### [Talc (talcum powder) classified as carcinogenic - what does this mean for packaging?](https://inno-talk.de/en/talc-talcum-powder-classified-as-carcinogenic-what-does-this-mean-for-packaging/) **Published:** September 4, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Once again there is an excitement about an additive in the film and paper industry. We have taken a look at it and compiled some facts. It is not only an additive for flexpack, but also for food, cosmetics and pharmaceuticals. Is it therefore not so important for films and paper? Talc or talcum can be contaminated with asbestos or have similar structures – but what does that mean? 1\) Types of cancer and evidence: Talc is associated with various types of cancer, including ovarian, lung and laryngeal cancer. The WHO experts consider the evidence to be sufficient. 2\) Risk from asbestos contamination: In the past, talc was often contaminated with asbestos, which is part of the risk. This is relevant as similar materials are often used in industry and emphasises the need for careful contamination controls. How relevant this really is for packaging materials remains to be investigated. But even without asbestos, talc harbours further risks. 3\) Impacts on products and manufacturing processes: Talc is used in a variety of products, including cosmetics and packaging materials that come into contact with food and pharmaceuticals. The cancer risk can therefore also have an impact on the regulation and safety assessment of these products. 4\) Industrial relevance: For the packaging industry, this categorisation may mean a review and adaption of the materials used, especially if talc is used in production. Companies may be forced to find alternative materials or introduce additional purity and safety tests. However, this is not yet the case. 5\) Regulatory and legal considerations: The classification of talc as „probably carcinogenic“ could lead to stricter regulations and potential legal challenges, especially in markets with high safety standards for consumer products. 6\) Talc is added to plastics: e.g. to increase rigidity (modulus of elasticity), as a nucleating agent, to increase thermal conductivity and thus speed up production, for optical effects, etc. It is also used as a filler in paper and cellulose. 7\) Talc is listed in the Plastics Regulation (EU) No. 10/2011 without a limit value: It may be added to plastics in quantities that do not exceed the limit value for total migration of 10 mg/dm². As talc is a food additive (E 553b), it must be listed in the declaration of compliance as a dual-use additive. For your company, this may mean that you need to assess potential risks and take proactive measures to ensure the compliance and safety of your products. However, there are currently no specific instructions for flex packers. Here you can find articles on the topic that we used for our research, among other things: [Talk (Mineral) – Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Talk_(Mineral)) Karsten Schröder and Heike Schwertke, Innoform GmbH ### Verwandte Episoden - [Was haben Druckfarben mit Nachhaltigkeit zu tun?](https://inno-talk.de/was-haben-druckfarben-mit-nachhaltigkeit-zu-tun/) - [OneBARRIER – Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert](https://inno-talk.de/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) - [Belal Habib zu DeInking, DeLamination und Functional Coatings](https://inno-talk.de/belal-habib-zu-deinking-delamination-und-functional-coatings/) **Kategorien:** Disposal / Recycling, Inno-Talk.eu **Schlagwörter:** Food packaging, Talkum, Testservice --- ### [Aufruf zur Einreichung von Themenvorschlägen für das Inno-Meeting 2025](https://inno-talk.de/aufruf-zur-einreichung-von-themenvorschlaegen-fuer-das-inno-meeting-2025/) **Published:** September 19, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Das 22. Inno-Meeting zum Thema „Minimalverpackung Flexpack – Trends und Technologien 2025“ sucht Referenten! Experten aus den Bereichen flexible Verpackungen, Nachhaltigkeit und innovative Materialien sind eingeladen, ihre Ideen und Fachbeiträge einzureichen. Die Veranstaltung findet vom 12.-13. Februar 2025 in Osnabrück statt. Ziel ist es, die neuesten Entwicklungen in der Verpackungsbranche, ökologische Effizienz und verbraucherfreundliche Innovationen zu diskutieren. Nutzen Sie diese Chance, Ihre Expertise mit Branchenführern zu teilen! Einsendeschluss ist der 18. Oktober 2024 an ks@innoform.eu Mehr Infos und Einreichungen: [Inno-Meeting](https://inno-meeting.de/events/IM-02-25/). ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Guido Aufdemkamp von Flexible Packaging Europe zu den Hintergründen des Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-von-flexible-packaging-europe-zu-den-hintergruenden-des-inno-meeting-europe/) - [Inno-Meeting 2024 widmet sich innovativen und nachhaltigen Verpackungs-Lösungen](https://inno-talk.de/inno-meeting-2024-widmet-sich-innovativen-und-nachhaltigen-verpackungs-loesungen/) **Kategorien:** Allgemein --- ### [Anzeigepflicht für Inverkehrbringer von Lebensmittelbedarfsgegenständen](https://inno-talk.de/anzeigepflicht-fuer-inverkehrbringer-von-lebensmittelbedarfsgegenstaende/) **Published:** Oktober 16, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Die neuesten Änderungen zur Bedarfsgegenständeverordnung wurden am 9. April 2024 verkündet und sind am 1. Juli 2024 in Kraft getreten. Die in der Verordnung vorgesehene Übergangsfrist endet am 31. Oktober 2024. Eine wichtige Neuerung ist die Einführung einer Anzeigepflicht für Unternehmen, die Lebensmittelbedarfsgegenstände herstellen, behandeln oder in Verkehr bringen (siehe § 2a Anzeige). Mit dieser Ergänzung soll die Überwachung und somit der gesundheitliche Verbraucherschutz verbessert werden. Die aktuelle Fassung der Bedarfsgegenständeverordnung ist hier zu finden: [BedGgstV – nichtamtliches Inhaltsverzeichnis (gesetze-im-internet.de)](https://www.gesetze-im-internet.de/bedggstv/index.html) Hier der neue § 2a um den es geht: **§ 2a Anzeige** (1) Unternehmer, die Lebensmittelbedarfsgegenstände als Fertigerzeugnis herstellen, behandeln oder in den Verkehr bringen, haben dies spätestens bei Aufnahme der Tätigkeit gemäß Absatz 2 der für den jeweiligen Betrieb zuständigen Behörde anzuzeigen. Satz 1 gilt nicht für Lebensmittelunternehmer, die Lebensmittelbedarfsgegenstände herstellen, behandeln oder in den Verkehr bringen, sofern der jeweilige Betrieb bereits nach Artikel 6 Absatz 2 der Verordnung (EG) Nr. 852/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 über Lebensmittelhygiene (ABl. L 139 vom 30.4.2004, S. 1; L 226 vom 25.6.2004, S. 3; L 46 vom 21.2.2008, S. 51; L 58 vom 3.3.2009, S. 3), die zuletzt durch die Verordnung (EU) 2021/382 geändert worden ist, von der zuständigen Behörde registriert worden ist. Die Ausnahme nach Satz 2 gilt entsprechend für die in Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe c der Verordnung (EG) Nr. 852/2004 aufgeführten Erzeuger. (2) Die Anzeige nach Absatz 1 Satz 1 muss die folgenden Angaben umfassen: 1. den Namen, die Anschrift und die Rechtsform des mit dem Herstellen, Behandeln oder Inverkehrbringen befassten Unternehmens sowie des verantwortlichen Unternehmers, 2. die Bezeichnung und die Anschrift des jeweiligen Betriebes, 3. die Art der Tätigkeit des anzeigenden Unternehmens einschließlich der im Wege der Fernkommunikation durchgeführten Tätigkeiten sowie 4. die Gruppe der Materialien und Gegenstände nach Anhang I der Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. Oktober 2004 über Materialien und Gegenstände, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen und zur Aufhebung der Richtlinien 80/590/EWG und 89/109/EWG (ABl. L 338 vom 13.11.2004, S. 4), die zuletzt durch die Verordnung (EU) 2019/1381 (ABl. L 231 vom 6.9.2019, S. 1) geändert worden ist, die den Hauptbestandteil der hergestellten, behandelten oder in den Verkehr gebrachten Lebensmittelbedarfsgegenstände darstellt. (3) Der Unternehmer hat Änderungen der Angaben nach Absatz 2 der zuständigen Behörde spätestens sechs Monate nach Eintritt der Änderung mitzuteilen, wenn die Änderung zu diesem Zeitpunkt noch besteht. Heike Schwertke, Oktober 2024 Innoform Testservice ### Verwandte Episoden - [Leitlinien zum Rezyklateinsatz bei Lebensmittelverpackungen](https://inno-talk.de/leitlinien-zum-rezyklateinsatz-bei-lebensmittelverpackungen/) - [Registrierung von Verpackungen und Labels (Europa + USA)](https://inno-talk.de/packungs-registrierung-und-labels-europa-usa/) - [Bewertung von Rezyklaten in Lebensmittelverpackungen (FCM)](https://inno-talk.de/bewertung-von-rezyklate-in-lebensmittelverpackungen-fcm/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Biofolien, Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Etiketten + Sleeves, Folienherstellung/Veredelung, Folienprüfung & Analytik, Lebensmittelverpackung, Migration, Wechselwirkungen, Neuigkeiten --- ### [Notification obligation for distributors of food contact materials and articles](https://inno-talk.de/en/notification-obligation-for-distributors-of-food-contact-materials-and-articles/) **Published:** Oktober 24, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** The latest amendments to the Consumer Goods Ordinance were promulgated on April 9, 2024 and came into force on July 1, 2024. The transitional period provided for in the ordinance ends on 31 October 2024. An important new feature is the introduction of a notification requirement for companies that manufacture, handle or place food contact materials and articles on the market (see Section 2a Notification). This addition is intended to improve monitoring and thus consumer health protection. The current version of the Consumer Goods Ordinance can be found here: [BedGgstV – nichtamtliches Inhaltsverzeichnis (gesetze-im-internet.de)](https://www.gesetze-im-internet.de/bedggstv/index.html) Here is the new § 2a in question: **§ 2a obligation for notification** (1) Business operators who manufacture, handle or place on the market food contact materials and articles as finished products shall notify the competent authority responsible for the respective establishment at the latest when commencing their activities in accordance with paragraph 2. Sentence 1 shall not apply to food business operators who manufacture, handle or place food contact materials and articles on the market if the establishment in question has already been notified in accordance with Article 6 (2) of Regulation (EC) No. 852/2004 of the European Parliament and of the Council of 29 April 2004 on the hygiene of foodstuffs (OJ L 301, 29.4.2004, p. 1). April 2004 on the hygiene of foodstuffs (OJ L 139, 30.4.2004, p. 1; L 226, 25.6.2004, p. 3; L 46, 21.2.2008, p. 51; L 58, 3.3.2009, p. 3), which was last amended by Regulation (EU) 2021/382, has already been registered by the competent authority. The exemption pursuant to sentence 2 shall apply mutatis mutandis to the producers listed in Article 1(2)(c) of Regulation (EC) No 852/2004. (2) The notification pursuant to paragraph 1 sentence 1 must include the following information: 1. the name, address and legal form of the company involved in the manufacture, treatment or placing on the market and of the responsible operator, 2. the name and address of the respective company, 3. the type of activity of the notifying company, including activities carried out by means of remote communication, and 4. the group of materials and articles listed in Annex I to Regulation (EC) No. 1935/2004 of the European Parliament and of the Council of October 27, 2004 on materials and articles intended to come into contact with food and repealing Directives 80/590/EEC and 89/109/EEC (OJ L 301, 30.10.2004, p. 1). L 338, 13.11.2004, p. 4), as last amended by Regulation (EU) 2019/1381 (OJ L 231, 6.9.2019, p. 1), which is the main component of the food contact materials and articles manufactured, treated or placed on the market. (3) The operator shall notify the competent authority of any changes to the information referred to in paragraph 2 no later than six months after the change has occurred if the change still exists at that time. Heike Schwertke, Oktober 2024 Innoform Testservice (Translation: deepL) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Registrierung von Verpackungen und Labels (Europa + USA)](https://inno-talk.de/packungs-registrierung-und-labels-europa-usa/) - [Anzeigepflicht für Inverkehrbringer von Lebensmittelbedarfsgegenständen](https://inno-talk.de/anzeigepflicht-fuer-inverkehrbringer-von-lebensmittelbedarfsgegenstaende/) **Kategorien:** filling technology --- ### [Sustainability and technology combined – Pöppelmann spouts for stand-up pouches](https://inno-talk.de/en/sustainability-and-technology-combined-poeppelmann-spouts-for-stand-up-pouches/) **Published:** Oktober 25, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Flexible packaging is used in many areas and stand-up pouches in particular are increasingly replacing existing packaging for pet and baby food, detergents and cleaning agents, personal care and dairy products. They are easy to handle, light in weight and reduce the volume of waste. This makes them an extremely sustainable packaging solution. Our spouts are an essential part of pouch packaging and have an important role in handling and consumer experience. For various sealing processes, we offer spouts with our patented wave structure that protects the film. We have a solution for every filling system – filling through the pouch and through the spout – and impress with high level of machinability and various opening diameters. We combine the technical advantages of our spouts with resource savings. With our low-sealing materials, recyclable mono-material pouches can be realised so that material cycles can be closed. More resource conservation can be achieved by using post-consumer materials. Greenhouse gas (GHG) emissions can be reduced by using materials from the dual system. If you have not yet heard our podcast episode of ‘Innoform – delivers flexpack knowledge’, you have the opportunity to meet me in person at the 8th European Stand-up Pouch Conference – along with the latest developments from the Pöppelmann FAMAC® spout programme: - Innovative spouts with patented welding base for thermal and ultrasonic welding. - Material solutions for recyclable mono-material pouches. - Applications of post-consumer recycled material in the non-food sector. Further links: - **Climate strategy at Pöppelmann:** - **For spouts:** - **Practical examples for more sustainability:** Listen to the podcast in advance to find out more about the exciting developments and the future of pouch packaging: https://inno-talk.de/podcast/ Pöppelmann is a sponsor of the 8th European Stand-up Pouch Conference: [InnoMeeting](https://inno-meeting.de/en/events/PC-11-24/)[![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/10/Lea-Middendorf-1024x1024.png)](https://inno-meeting.de/en/events/PC-11-24/)The podcasts are also available on: - [Inno-Talk.de](https://www.inno-talk.de/podcast) - [Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) - [Apple](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk/id1557657558) - [Amazon Music](https://music.amazon.de/podcasts/af7beb7a-a376-4fd6-9065-c073afba4668/inno-talk) - [Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) - [Youtube](https://www.youtube.com/@innoformcoaching/podcasts) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Replace- anstatt Refill-Standbeutel](https://inno-talk.de/replace-anstatt-refill-standbeutel/) - [New stand-up pouch studie](https://inno-talk.de/new-stand-up-pouch-studie/) **Kategorien:** Disposal / Recycling, filling technology, Stand-up pouches **Schlagwörter:** Lea Middendorf, pouches --- ### [Stand-up pouches are on the rise](https://inno-talk.de/en/stand-up-pouches-are-on-the-rise/) **Published:** November 11, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/11/image-1024x351.jpeg)*(Source: Innoform Coaching GbR)* ***The 8th European ‘Stand-up Pouch Conference’ on the 6th and 7th of November in Vienna provided an impressive demonstration of how sustainable, practical, and cost-effective stand-up pouches are as a packaging format. With excellent barrier properties, reduced packaging materials, and smart design, they succeed in creating new, consumer-friendly packaging solutions.*** **Dieter Finna** The growth of stand-up pouches remains strong. The speakers in the specialist presentations demonstrated very impressively why this is the case and how the market is continuing to develop from different perspectives. As part of the Innoform event series, Karsten Schröder organized and moderated the conference, which, now in its eighth year, brought together experts from industry, research, and brand owner companies. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/11/image-1.jpeg)*Sealed Air’s „BUILDR“ platform supports users in early packaging development stage. (Source: Sealed Air Corporation)* In his presentation **„Supercharge Your Packaging“** Dani Tulchinski from Sealed Air Corporation introduced their BUILDR platform. BUILDR helps brands to successfully launch their pack products to market and minimize the risk in their packaging investment, with data-driven innovation and sustainable, flexible packaging pouch and rollstock solutions. With a customer-focused and service-driven approach, BUILDR services supports clients through material selection, format and size optimization, design, messaging, and product pricing elasticity. Furthermore, brand owners can select rapid prototyping (digital and/or physical), thus gathering customer feedback within hours on their packaging tailored to industry-specific needs. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/11/image-8-1024x571.jpeg)*Advantages of Digital Printing for Stand-Up Pouches (Source: HP Indigo)* In his presentation, **“Sustainability as a Business Enabler,”** Josep Isart from HP Indigo outlined the reasons why digital printing offers advantages in the rapidly growing market for stand-up pouches. Building on the well-known benefits of digital printing, such as short-run production with quick turnaround times, a major trend driving the shift from rigid to flexible packaging is sustainability through refill-ability. Brands benefit from switching to flexible packaging with lower production costs, improved logistics, often larger decoration areas, greater shelf visibility, and overall enhanced sustainability. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/11/image-3-1024x574.jpeg)*The standardized product range of Labelsiten made from PP laminated film. (Source: Labelisten)* Nina Beck from Labelisten presented, **“Small Amounts – Huge Variety,”** in which she explained why large clients increasingly require smaller order quantities. As the lifecycle, batch size, and lead time of products continue to shorten, the demand for personalization, limited editions, and design variety is rising – trends that are making production processes more complex. Labelisten addresses this challenge through material standardization and the use of digital printing, both of which enable a high level of design variety for stand-up pouches. Combined with a simplified ordering process, this approach enables just-in-time deliveries, sometimes within just a few hours. Presenting **“High-Performance Mono-Material Pouches with Ultrasonic Sealing,”** Stefano Di Maiolo from Wipf AG explained the advantages of ultrasonic sealing technology, which significantly expands the applications for recyclable mono-PP and mono-PE pouches. Since the method applies energy precisely and selectively as heat, it enables reliable, damage-free sealing of heat-sensitive monomaterials. This results in a wide range of packaging solutions, from sterilizable and pasteurizable mono-PP pouches with high oxygen barriers to mono-PE and mono-PP stand-up pouches with functional features like spouts. He also spoke of an investment in a triplex laminating system using solvent-free adhesives, the first of its kind. This system leads to a significant reduction in greenhouse gas emissions at Wipf AG. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/11/image-5.jpeg)*Recyclable coffee packaging made from PP mono-material – without adhesive and lamination. (Source: Polifilm Extrusion GmbH)* In her presentation, **“Stand-up Pouches – Sustainability Well Positioned with PE & PP Monofilms,”** Susanne Zobel-Reusch from Polifilm Extrusion GmbH introduced innovative monomaterial solutions. For the printable outer layer, MDO-PE films offer a full replacement for PET, with an optional EVOH oxygen barrier, available as an ultra-thin 18 µm film. Additionally, there are PP-based, printable, and early sealing films that are sterilizable and exhibit low shrinkage. As an all-in-one solution for stand-up pouches, Polifilm offers a PP monomaterial film with an EVOH barrier and a low sealing temperature, eliminating the need for lamination. This solution has already proven effective for coffee packaging and can be flexibly adapted to meet specific requirements. The joint presentation by Lutz Neugebauer (Südpack Verpackungen) and Thomas Fuest (SN Maschinenbau) discussed a **“Paradigm shift for spouted pouch fillers”** through the option of in-house production. They introduced a turnkey three-component system that includes a pouch machine, film, and spout (Menshen), offering production reliability and time savings. Insourcing optimizes the value chain and shortens time-to-market. The new recyclable laminated mono-PP pouches reduce packaging weight by 7.2% compared to PET/Alu/PET/PE laminates and lower CO₂e emissions by 58%. The monomaterial pouches have a recyclability rating of 96% according to cyclos-HTP. The component system also offers potential cost savings in the double-digit percentage range compared to pre-made spouted pouches. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/11/image-7-1024x578.jpeg)*Ultrasonic sealing significantly reduces the number of open pouches in retail, thereby minimizing content loss. (Source: Herrmann Ultraschall)* In his presentation, **“SUPs & PPWR – Valuetainable with Ultrasonic Sealing,”** Michael Baumann from Herrmann Ultraschalltechnik highlighted the advantages of ultrasonic sealing over heat sealing. Ultrasonic sealing does not thermally affect the contents and, thanks to inline seal quality control, significantly reduces the number of open packages in retail. A key benefit is also reduced material usage due to narrower seal seams, as well as lower energy consumption of the pulsed process compared to continuously heated sealing jaws. According to Herrmann Ultraschall, this reduces energy costs by up to 75%, significantly lowering CO₂ emissions. Pierre-Emmanuel Grandjean from Bernhardt-Deltasacs outlined the key parameters for enhancing the mechanical durability of pouches, in his presentation “**Progress in Improving the Mechanical Resistance of Mono-material PE Pouches and Spouts**” New film structures that combine various polyethylene layers improve pouch stability. The patent-pending „Bernhardt Progressive Sealing“ system, with specially adapted sealing tools, provides increased seal uniformity and strength. Additionally, an optimized base design was developed for 2-liter doypacks to ensure high impact resistance and stability. In his presentation ‘**The beauty of customised printed stand-up pouches’**, Ronny Kunze from Sihl GmbH presented ‘adelmo’, an innovative B2B online platform that simplifies the creation, customization and ordering process for digitally printed stand-up pouches. Adelmo allows customers to create the design of their pouches using a 3D configurator that shows a preview of the designs in real time. The platform meets the demand for pre-made printed pouches with a lead time of a few days in batch sizes of 1 – 50,000 pieces, which is ideal for products that require a fast time to market, limited editions or personalized packaging. He highlighted new business opportunities for local adelmo print partners and their customers in a growing environment. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/11/image-4-1024x541.jpeg)*Market development of stand-up pouches from 1996 to 2023 in Europe. (Source: Schönwald Consulting)* In his presentation, **“Stand-Up Pouches on the Way to the Future,”** Jörg D. Schönwald from SCHÖNWALD CONSULTING discussed the impressive market development of stand-up pouches in Europe, whose usage has increased more than twentyfold from 1996 to 2023, reaching 59 billion units. He analyzed market growth in the segments of food, pet food, beverages, and non-food products, with a growing trend toward pouches with spouts, and examined the laminate materials used. He identified key future drivers for the success of stand-up pouches, particularly in their sustainability, versatility, user-friendliness, consumer acceptance, cost-efficiency, differentiated marketing opportunities, and advancements in production. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/11/image-2.jpeg)*Material recycling from the yellow bag mainly takes place with rPET and rHDPE for bottles and tubes. (Source: dm-Drogeriemarkt)* Presenting **„Pouches in the drugstore,“** Dagmar Glatz from dm-drogerie Markt addressed the market landscape, highlighting where pouches are successful and where they still face challenges. Although dm has converted nearly all pouches to monomaterials and promoted the use of recyclate, a fully recyclable solution is still lacking. Challenges include inks and adhesives that reduce the quality of recycled materials. Additionally, recycled materials remain more expensive than subsidized virgin materials. While the use of rPET and rHDPE is increasing for bottles and tubes, rLDPE from household waste is barely suitable for films, and rPP recycling in this area is nearly nonexistent. Glatz emphasized that technological openness is crucial to finding the most sustainable solution for end-of-life packaging and material reuse in the long term. In their joint presentation, **“Sustainable, Efficient, Successful: Why We Package Our Clean Label Products in Stand-Up Pouches,”** Madeline-Marie Fritsche and Mirko Sattler from Bempflinger Lebensmittel GmbH highlighted the environmental benefits of stand-up pouches as an alternative to cans and glass. Production and logistics advantages include space savings, short setup times, and lower packaging weight. Flexibility is evident in customizable design and formats, while user-friendliness is enhanced by unbreakability, light weight, and easy disposal. Market growth is being driven by retailers‘ increasing interest in stand-up pouches, which offer advantages in low weight, CO₂ reduction, and cost efficiency. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/11/image-6-1024x584.jpeg)*Cradle-to-Cradle and Design4Recycling promote the use of clean material compositions. (Source: EPEA Switzerland)* Albin Kälin from epeaswitzerland explained, in his presentation, **„Pouches with Cradle-to-Cradle Certification,“** the role of the company as a „Knowledge Trustee“ in the procurement of confidential material data and their environmental impact, categorized according to A, B, C, X. Another role of epeaswitzerland is that of an „Innovation Trustee,“ where it actively supports companies in networking and developing circular strategies, as well as conducting audits on material health, process design, and the recyclability of packaging. The application of the Cradle-to-Cradle and Design4Recycling principles promotes the use of clean material compositions, removable release coatings, and washable inks. This was demonstrated using the example of the “Frosch Aloe Vera Laundry Detergent” packaging, which is Cradle to Cradle Certified® Gold. In her presentation, **“Sustainability and Technology Combined – Spouts for Stand-Up Pouches,”** Lea Middendorf from Pöppelmann FAMAC® introduced resource-saving innovations in spouts, a key component of pouch packaging. For thermal and ultrasonic sealing, Pöppelmann offers spouts with a patented wave structure that protects the film. With low-sealing materials, recyclable mono-material pouches can be created, including PE screw caps. For non-food applications, Pöppelmann uses spouts and caps made from post-consumer recycled materials, emphasizing their commitment to resource conservation and climate protection. Pierangelo Brambilla introduced Sun Chemical’s Ultra Low Monomer (ULM) product portfolio in his presentation, **„New Approaches for the Stand-Up Pouch Market: Sun Chemical’s Integrated Packaging Solutions,“**. This proprietary technology focuses on the development of adhesives and coatings with extremely low residual monomer content, offering significant advantages in terms of operator and consumer safety and making it well-suited for recyclable mono-material packaging. By significantly reducing monomer migration from packaging materials into products, the ULM technology enhances food safety and complies with strict regulations. Additionally, it supports the transition to mono-material packaging, such as PE- and PP-based solutions, by incorporating gas barrier properties within the adhesive, making these solutions more suitable for circular economy initiatives. Karsten Schröder concluded the conference with a **concise summary** of the presentations. Recyclable monomaterials are essential for sustainable solutions in stand-up pouches, and advancements in barrier technologies are expanding their range of applications. Printing techniques such as digital printing on pre-made pouches enable print runs from as few as 1 piece. Increasingly, premium products use stand-up pouches to present food, pet food, beverages, and cosmetics in a visually appealing and practical way. The growth of online retail further boosts the popularity of this lightweight, durable packaging format. With minimal space requirements and low transport volumes, stand-up pouches are ideal for shipping and offer consumers high functionality and ease of use. Preparations are already underway for the 9th European Stand-up Pouch Conference in two years‘ time. Further information and access to the lecture recordings is available at: [*innoform-coaching.de/en/tagung/8th-european-stand-up-pouch-conference-easy-to-use-2024*](https://www.innoform-coaching.de/en/tagung/8th-european-stand-up-pouch-conference-easy-to-use-2024) ### Verwandte Episoden - [New stand-up pouch studie](https://inno-talk.de/new-stand-up-pouch-studie/) - [Jörg Schönwald über die Entwicklung des Standbeutels](https://inno-talk.de/joerg-schoenwald-ueber-die-entwicklung-des-standbeutels/) - [Standbodenbeutel sind angesagt](https://inno-talk.de/standbodenbeutel-sind-angesagt/) **Kategorien:** filling technology, Printing inks and adhesives, Stand-up pouches **Schlagwörter:** Dieter Finna, PC-11-24 --- ### [Inno-Meeting 2025 konzentriert sich auf minimalistische Lösungen](https://inno-talk.de/inno-meeting-2025-konzentriert-sich-auf-minimalistische-loesungen/) **Published:** November 18, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Unter dem Motto „Weniger ist mehr“ präsentiert das 22. Inno-Meeting am 12. bis 13. Februar 2025 im Vienna House Remarque in Osnabrück die fortschrittlichsten und nachhaltigsten Ansätze bei der Entwicklung flexibler Minimalverpackungen. Die Teilnehmenden erfahren an zwei Tagen, wie innovatives Design, neue Materialien und modernste Technologien den Ressourcen-Einsatz minimieren und die Umwelt entlasten, ohne Einbußen bei Funktionalität und Ästhetik. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/10/Minimalverpackung-Flexpack_lang-1024x351.jpg)In einer Zeit, in der Umweltschutz unverzichtbar ist, wird die Verpackungsoptimierung zum gesellschaftlichen Muss, die sich zugleich in gesetzlichen Vorgaben niederschlägt. Karsten Schröder (Innoform Coaching GbR) führt als Veranstalter und Moderator durch ein inspirierendes Programm voller Impulse und offener Diskussionen. Zu den inhaltlichen Höhepunkten gehören: **Regulatorische Entwicklungen:** Welche neuen Vorschriften kommen auf die Branche zu? Praxisbeispiele und kontroverse Diskussionen beleuchten die Auswirkungen. Nachhaltigkeit und Ökoeffizienz: Wie lässt sich der ökologische Fußabdruck durch wiederverwertbare und recycelte Materialien reduzieren? I**nnovative Materialien:** Welche dünnen, hochleistungsfähigen Barriere-Materialien gibt es, die die Haltbarkeit verlängern und den ökologischen Fußabdruck reduzieren? Druck: Welche Entwicklungen bei Drucktechniken, Farben und Hilfsmitteln, die auf Nachhaltigkeit setzen, gibt es? **Networking**: zahlreiche Branchenführer und Experten treffen. Freuen Sie sich auf ein intensives Programm mit Einblicken von Branchenführern und Experten sowie vielen wertvollen Impulsen für die Zukunft flexibler Verpackungslösungen. Die Teilnahmegebühr für das zweitägige Event vor Ort beträgt 1.490,00 € netto, die Teilnahme am Livestream 799,00 € netto. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/11/innotalk_landingpage_graphic1-300x255.png) Unternehmen haben die Möglichkeit, ihre Produktlösungen in einer[ Table-Top-Ausstellung](https://www.innoform-coaching.de/aussteller) vor Ort und im Livestream zu präsentieren. [Hier geht´s zur Anmeldung](https://inno-meeting.de/events/IM-02-25/) Weitere Innoform-Konferenzen in Zukunft und der Vergangenheit finden Sie unter [www.inno-meeting.de](https://inno-meeting.de/) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Kategorien:** Barrierefolien, Biofolien, Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Folienherstellung/Veredelung, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** im-02-25, Inno-Meeting --- ### [ReferentInnen zu Barriere-Verbundfolien gesucht](https://inno-talk.de/referenten-zu-barriere-verbundfolien-gesucht/) **Published:** November 20, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ### Reden Sie mit und seien Sie als ReferentIn oder Aussteller dabei! Der Expertenkreis Barriere-Verbundfolien findet in gewohntem Rahmen in der Modellfabrik des SKZ in Würzburg statt. Werden Sie Teil dieser Community! Ihre innovativen Lösungen und Technologien können Sie auf dieser Tagung einem interessierten Fachpublikum exklusiv präsentieren und sich und Ihr Unternehmen als Experte zu den folgenden Themen vorstellen. Wir freuen uns, wenn wir Sie als ReferentIn oder Aussteller bei unserer Fachtagung herzlich willkommen heißen dürfen! ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/11/inno_header_Der-Expertentreff_2025_rechteck_XL_m_text-1024x576.jpg)### Die Themen der Fachtagung 2025 Ihre Meinung und Expertise ist gefragt! **Monomaterialien mit Barrieren** - • Neue Materialien: Forschungsergebnisse - bei Polymeren, Biopolymeren und Faserwerkstoffen wie Papier - • Recyclingfähigkeit: Verbesserung der - Recyclingfähigkeit von Barrierematerialien - • Produktschutz: Sicherstellung des Schutzes für Füllgüter durch ideale Barriere **Trends Barriereverpackungen** - Innovationsbedarf: Notwendigkeit neuer Materialien und Prozesse für die Kreislaufwirtschaft - Haltbarkeit: Pasteurisation und Sterilisation mit Mono-Materialien - Zukunftsperspektiven: Trends bei Food-Anwendungen mit Barriere-Materialien **Neue Verfahren** - • Neue Prüfverfahren: - Barriere- und Dichtheitsprüfungen - • MDO-Verstrecken: Verbesserung der Materialeigenschaften mit Barriereschichten - • (Vakuum-) Beschichten: Verbesserung von - Qualität und Performance **Barrierebeschichtungen** - Funktionalität: Leistungsfähigkeit in verschiedenen Anwendungen - Alternative Barrieren: Biobarrieren und Barriere-Papier als Alternativen zu Multimaterial-Verbundfolien Weitere Informationen zur gemeinsamen Veranstaltung von SKZ & Innoform finden Sie unter [Inno-Meeting](https://inno-meeting.de/events/SP-07-25/) ***Einsendungen und Rückfragen gern an KS@innoform.eu*** ### Verwandte Episoden - [OneBARRIER – Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert](https://inno-talk.de/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) - [Interview with Dr. Daniele Borin (Taghleef Industries) about BOPP barrier films](https://inno-talk.de/interview-with-dr-daniele-borin-taghleef-industries-about-bopp-barrier-films-2/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** Allgemein, Barrierefolien, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Folienherstellung/Veredelung **Schlagwörter:** Barrierebeschichtung, Barrierefolie, SP-07-25 --- ### [ECHA und fünf europäische Länder veröffentlichen Fortschrittsbericht zur Beschränkung von PFAS](https://inno-talk.de/echa-und-fuenf-europaeische-laender-veroeffentlichen-fortschrittsbericht-zur-beschraenkung-von-pfas/) **Published:** November 22, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Die ECHA und Behörden aus Dänemark, Deutschland, den Niederlanden, Norwegen und Schweden haben den aktuellen Stand zur Beschränkung von [PFAS ](https://www.innoform-testservice.de/site/glossary/detail.php?glossary_id=225)in Europa am 20. November 2024 veröffentlicht ([All news – ECHA](https://echa.europa.eu/de/-/echa-and-five-european-countries-issue-progress-update-on-pfas-restriction)). 1. **Allgemeines Ziel**: Die Initiative zielt darauf ab, die Verwendung von PFAS in der EU zu beschränken, da diese Stoffe extrem langlebig sind und sich in der Umwelt sowie in Organismen anreichern können. 2. **Aktueller Stand**: Die wissenschaftlichen Ausschüsse der ECHA (RAC und SEAC) führen eine evidenzbasierte Bewertung des Beschränkungsdossiers durch. Sie berücksichtigen dabei die Risiken, die Verfügbarkeit von Alternativen und die sozioökonomischen Auswirkungen sowie die über 5.600 wissenschaftlichen und technischen Stellungnahmen, die während der Konsultation in 2023 eingereicht wurden. 3. **Sektorbasierter Ansatz**: Aufgrund des breiten Anwendungsbereichs von PFAS (>10.000 Substanzen in über 14 Sektoren) wird die Bewertung sektorspezifisch durchgeführt. Bisher wurden vorläufige Schlussfolgerungen für fünf Sektoren gezogen: Konsumgüter, Kosmetika, Skiwachs, Metallbeschichtung und die Herstellung von Metallprodukten sowie Erdöl- und Bergbau. Neue Verwendungszwecke wie Dichtungsanwendungen, technische Textilien und medizinische Anwendungen wurden identifiziert und in die Bewertung aufgenommen. 4. **Nächste Schritte**: Die Ausschüsse werden weiterhin sektorspezifische Bewertungen vornehmen und ihre endgültigen Stellungnahmen an die Europäische Kommission übermitteln. Diese wird dann zusammen mit den EU-Mitgliedstaaten über die Beschränkungen entscheiden. Neben einem vollständigen Verbot werden auch alternative Beschränkungsoptionen in Betracht gezogen, um unverhältnismäßige sozioökonomische Auswirkungen zu vermeiden. Für weitere Details siehe vollständigen Artikel auf der ECHA-Website bzw. „Progress update on the per- and polyfluoroalkyl substances (PFAS) restriction process“ ([Progress document](https://echa.europa.eu/documents/10162/67348133/pfas_status_update_report_en.pdf/fc30b694-cfb1-e9ed-7897-d9f3e4ef9ab7?t=1732088416751)). Heike Schwertke, Innoform Testservice ![](https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1/bilder/pfos.png) ### Verwandte Episoden - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) - [Verordnung (EU) 2025/40 (PPWR ): PFAS werden strenger geregelt](https://inno-talk.de/ppwr-eu-2025-40-pfas-werden-strenger-geregelt/) **Kategorien:** Lebensmittelrecht, Migration, Wechselwirkungen, Neuigkeiten **Schlagwörter:** Heike_Schwertke, Lebensmittel, Lebensmittelverpackung, PFAS --- ### [Podcast Episode mit Jochen Groschinski und Michael Baumann ](https://inno-talk.de/podcast-episode-mit-jochen-groschinski-und-michael-baumann/) **Published:** November 25, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ### **Innovationen im Ultraschallschweißen: Ein Blick auf Herrmann Ultraschall** *Herrmann Ultraschall ist einer der führenden Anbieter im Bereich des Ultraschallschweißens und hat kürzlich auf der 8. Europäischen Standbodenbeutelkonferenz Einblicke in ihre Technologie gegeben. In diesem Blogbeitrag möchten wir die technischen Details und die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten dieser innovativen Technologie beleuchten.* **Ultraschallschweißen: Das Verfahren** Das Ultraschallschweißen ist ein Verfahren, bei dem hochfrequente Schallwellen verwendet werden, um Materialien zu verbinden. Herrmann Ultraschall hat ein spezielles Laborgerät entwickelt, das sowohl die Kopfnaht als auch die Kosmetiknaht eines Standbodenbeutels in einem einzigen Schritt versiegelt. Dieses Verfahren ist besonders effizient und ermöglicht eine schnelle und präzise Verarbeitung. **Vorteile des Ultraschallschweißens** Ein wesentlicher Vorteil des Ultraschallschweißens ist die Fähigkeit, kontaminierte Flächen und Monomaterialien zu verschweißen. Dies ist besonders wichtig für Anwendungen in der Lebensmittelverpackung, wo Hygiene und Sicherheit oberste Priorität haben. Das Verfahren ist auch schneller und einfacher als herkömmliche Methoden, da keine Vorheizung erforderlich ist und die Parameter schnell angepasst werden können. **Technische Details und Anwendungen** Das Ultraschallschweißen von Herrmann Ultraschall ermöglicht es, verschiedene Materialien zu verschweißen, einschließlich Polypropylen und Polyethylen. Die Technologie ist besonders effektiv bei der Verarbeitung von Materialien mit einer Dicke von 50 bis 70 Mikrometern. Ein weiteres technisches Merkmal ist die Fähigkeit, durch Füllgüter wie Salatblätter zu schweißen, ohne die Integrität der Naht zu beeinträchtigen. **Einsatzgebiete und Märkte** Der aktuelle Fokus von Herrmann Ultraschall liegt auf der Kopf- und Kosmetiknaht, aber die Technologie hat das Potenzial, in vielen anderen Bereichen eingesetzt zu werden. Zu den Märkten, die Herrmann Ultraschall bedient, gehören beispielsweise Getränkeverpackungen, Gemüse- und Salatverpackungen, aber auch Kaffeekapseln. Besonders spannend ist die Anwendung beim Einschweißen von Spouts, wo die Technologie ebenfalls vielversprechende Ergebnisse zeigt. **Nachhaltigkeit und Zukunftsperspektiven** Ein weiterer wichtiger Aspekt des Ultraschallschweißens ist die Nachhaltigkeit. Dichte Beutel und einwandfreie Produkte bedeuten, dass weniger Lebensmittel verschwendet werden, was einen positiven Beitrag zur Nachhaltigkeit leistet. Herrmann Ultraschall setzt auf kontinuierliche Innovation und höchste Qualitätsstandards, um die besten Lösungen für ihre Kunden zu entwickeln. Hören und schauen Sie rein in dieses kurze Interview: Erhalte automatisch neue Episoden auf dein Endgerät. [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) NEU: [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [OneBARRIER – Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert](https://inno-talk.de/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) - [Belal Habib zu DeInking, DeLamination und Functional Coatings](https://inno-talk.de/belal-habib-zu-deinking-delamination-und-functional-coatings/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Folienherstellung/Veredelung, Standbeutel **Schlagwörter:** Michael_Baumann, PC-11-24, Ultraschall --- ### [Rückblick auf ein erfolgreiches Podcast-Jahr](https://inno-talk.de/rueckblick-auf-ein-erfolgreiches-podcast-jahr/) **Published:** Dezember 11, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## Unser Spotify Wrapped 2024 Das Jahr 2024 neigt sich dem Ende zu und wir blicken stolz auf die Entwicklung unseres Podcasts „Inno-Talk – Flexpack-Wissen“ innerhalb des „Der Innoform Podcast“-Kanals zurück. Dank euch – unseren treuen Followern– konnten wir in diesem Jahr bemerkenswerte Erfolge erzielen. Spotify for Creators hat uns mit einem persönlichen Wrapped-Report versorgt, und wir möchten diese spannenden Einblicke gern mit euch teilen. Laut den Daten von Spotify Wrapped konnten wir unsere **Follower im Jahr 2024 um sage und schreibe +27 %** steigern. Das zeigt uns, dass unser Themenmix aus Innovationen, Verpackungs-Know-how und spannenden Interviews immer mehr Fachleute anspricht. Wir werden unser Angebot weiter ausbauen und kontinuierlich verbessern – dafür freuen wir uns auf Ihr Feedback. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/12/Wrapped2024_Gains-1024x1024.png) ## Neue Hörer: +66 % in diesem Jahr ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/12/Wrapped2024_NewDiscovery-1024x1024.png) Besonders erfreulich: Auch die Zahl der neuen Hörer\*innen ist stark gestiegen. Damit meinen wir alle, die uns hören, auch wenn sie uns noch nicht abonniert haben. In diesem Jahr konnten wir einen Zuwachs an neuen Hörerinnen und Hörern von **66 %** verzeichnen. Ein herzliches Dankeschön an alle, die neu zu uns gestoßen sind und an alle, die von Anfang an dabei sind! Werden auch Sie Teil dieser Initiative und schlagen Sie uns ein Thema vor. Wir melden uns gern bei Ihnen für ein Interview, eine Recherche oder ein Firmenportrait. Ideen gern an coaching@innoform.de ## Die Top-Folge des Jahres Unter den vielen spannenden Episoden, die wir 2024 veröffentlicht haben, gab es eine ganz besondere „Top-Folge“: *„Balance, Präzision und Verantwortung bei Regularien für Verpackungen…“* Diese Episode hat nicht nur eine außergewöhnlich hohe Hörer\*innen-Resonanz erzielt, sondern auch gezeigt, wie relevant und aktuell unser Fokus auf die Themen Verpackung, Nachhaltigkeit und regulatorische Anforderungen ist. Unsere Gäste und Expert\*innen lieferten wertvolle Einblicke und praxisnahe Tipps, die euch helfen, den komplexen Anforderungen in der flexiblen Verpackungsindustrie besser gerecht zu werden. ## Ausblick auf 2025 Der diesjährige Erfolg spornt uns an, Ihnen im kommenden Jahr noch mehr spannende Inhalte, Interviews mit Branchenexpertinnen und -experten, fundierte Analysen und praxisorientiertes Wissen rund um flexible Verpackungen und die damit verbundenen regulatorischen Themen zur Verfügung zu stellen. Wir wollen auch weiterhin ein Ort der Information, Inspiration und Diskussion sein. Neu hinzukommen Betriebsbesichtigungen und Podiumsdiskussionen. ## Danke an unsere Community Ohne euch wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen. Jeder Klick, jedes Abo, jede Weiterempfehlung und jedes Feedback motivieren uns, dieses Angebot stetig zu verbessern. Wir freuen uns darauf, mit euch gemeinsam in ein weiteres erfolgreiches Jahr zu starten – mit mehr Wissen, mehr Austausch und spannenden neuen Formaten, wie Interviews, Messerundgängen und Firmen-Portraits. Vielen Dank für Ihr Vertrauen, Ihre Treue und das Engagement der Gesprächspartner\*innen. Auf ein großartiges Podcast-Jahr 2025! **Bleiben Sie dran!** Wenn Sie sicherstellen wollen, keine Episode zu verpassen, folgen Sie uns auf Spotify oder einer anderen bevorzugten Podcast-Plattform. Teilen Sie unseren Podcast gern mit Freunden, Kolleg\*innen und Interessierten. Zusammen bauen wir eine Wissens-Community rund um das Thema flexible Verpackungen und Innovationen auf. ## Keine Folge mehr verpassen! Abonnieren Sie jetzt den Flexpack Podcast auf Ihrer bevorzugten Plattform und genießen Sie automatisch neue Folgen. Hier eine Auswahl weiterer Quellen für den Innoform Podcast [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) Dies ist eine Initiative von Innoform für mehr Flexpack-Wissen mit diesen Angeboten. [![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/12/Logo_coaching_300dpi_trans-1024x344.png)](https://www.innoform-coaching.de/) ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/12/MicrosoftTeams-image-4.png) ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/12/logo.png) ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/12/Logo_-testservice_300dpi_trans-1024x344.png) *\#SpotifyWrapped #InnoformPodcast #FlexpackWissen* ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) - [Jahresrückblick des Innoform Podcasts 2023](https://inno-talk.de/jahres-review-des-innoform-podcasts/) **Kategorien:** Allgemein --- ### [Verordnung (EU) 2025/40 (PPWR ): PFAS werden strenger geregelt](https://inno-talk.de/ppwr-eu-2025-40-pfas-werden-strenger-geregelt/) **Published:** Januar 28, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Die Verordnung (EU) 2025/40 über Verpackungen und Verpackungsabfälle, veröffentlicht am 22.01.2025, enthält wichtige Regelungen zur Begrenzung von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) in Lebensmittelverpackungen. Ab dem 12.08.2026 dürfen Lebensmittelverpackungen nicht mehr in Verkehr gebracht werden, wenn sie PFAS in folgenden Konzentrationen enthalten: - **25 ppb** für jedes gezielt analysierte PFAS (ohne polymere PFAS) - **250 ppb** für die Summe der PFAS, gemessen als Summe aus gezielter Analyse und ggf. Abbau von Vorläuferverbindungen (ohne polymere PFAS) - **50 ppm** für PFAS (einschließlich polymere PFAS); bei einem Gesamtfluorgehalt über 50 mg/kg muss der Erzeuger oder Importeur auf Verlangen Nachweise über die Menge des gemessenen Fluors vorlegen. Diese Regelungen sind besonders relevant für Hersteller von Lebensmittelverpackungen, die mit der Messung des Gesamtfluorgehaltes schon jetzt prüfen können, ob Handlungsbedarf besteht. ## Hintergrund Die Verordnung (EU) 2025/40 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Dezember 2024 betrifft Verpackungen und Verpackungsabfälle. Sie zielt darauf ab, die Umweltauswirkungen von Verpackungen zu reduzieren und die Kreislaufwirtschaft zu fördern. Die Verordnung ersetzt die bisherige Richtlinie 94/62/EG und führt strengere, auf Kreislaufwirtschaft ausgerichtete Verpflichtungen ein. Sie gilt für alle Verpackungen, unabhängig vom verwendeten Material, und für alle Verpackungsabfälle, unabhängig davon, ob sie in der Industrie oder beim Endverbraucher anfallen. Die Verordnung harmonisiert die Vorschriften in der gesamten EU und legt Anforderungen fest, die den gesamten Lebenszyklus von Verpackungen abdecken, von der Gestaltung über die Nutzung bis hin zur Entsorgung. Zudem werden spezifische Ziele für die Wiederverwendung und das Recycling von Verpackungen festgelegt. [Die Verordnung finden Sie her](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=OJ:L_202500040) ## Informationen zu Prüfungen zu PFAS : [Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS)](https://www.innoform-testservice.de/site/checkmethod_detail.php?job_id=239) Ein Beitrag von Innoform Testservice, Oldenburg, Heike Schwertke ### Verwandte Episoden - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Leitlinien zum Rezyklateinsatz bei Lebensmittelverpackungen](https://inno-talk.de/leitlinien-zum-rezyklateinsatz-bei-lebensmittelverpackungen/) - [Grundlagen der PPWR](https://inno-talk.de/grundlagen-der-ppwr/) **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Lebensmittelrecht, Lebensmittelverpackung **Schlagwörter:** Heike_Schwertke, PFAS, PPWR --- ### [Regulation (EU) 2025/40 (PPWR ): PFAS are regulated more strictly](https://inno-talk.de/en/regulation-eu-2025-40-ppwr-pfas-are-regulated-more-strictly/) **Published:** Januar 28, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Regulation (EU) 2025/40 on packaging and packaging waste, published on 22 January 2025, contains important regulations on limiting perfluorinated and polyfluorinated alkyl substances (PFAS) in food packaging. From 12 August 2026, food packaging may no longer be placed on the market if it contains PFAS in the following concentrations: - **25 ppb** for each specifically analysed PFAS (excluding polymeric PFAS) - **250 ppb** for the sum of PFAS, measured as the sum of specific analysis and degradation of precursor compounds, if applicable (excluding polymeric PFAS) - **50 ppm** for PFAS (including polymeric PFAS); if the total fluorine content exceeds 50 mg/kg, the producer or importer must provide evidence of the amount of fluorine measured on request. These regulations are particularly relevant for manufacturers of food packaging, who can already check whether there is a need for action by measuring the total fluorine content. ## Background Regulation (EU) 2025/40 of the European Parliament and of the Council dated 19 December 2024 concerns packaging and packaging waste. It aims to reduce the environmental impact of packaging and promote the circular economy. The regulation replaces the previous Directive 94/62/EC and introduces stricter obligations focused on the circular economy. It applies to all packaging, regardless of the material used, and to all packaging waste, regardless of whether it is generated by industry or the end consumer. The regulation harmonises regulations across the EU and sets out requirements that cover the entire life cycle of packaging, from design to use and disposal. It also sets specific targets for the reuse and recycling of packaging. [You can find the regulation here](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=OJ:L_202500040) ## Information on PFAS testing: [Per- and polyfluorinated alkyl compounds (PFAS)](https://www.innoform-testservice.de/en/spezifische-migration/per-und-polyfluorierte-alkylverbindungen-pfas) A contribution from Innoform Testservice, Oldenburg, Heike Schwertke ### Verwandte Episoden - [Verordnung (EU) 2025/40 (PPWR ): PFAS werden strenger geregelt](https://inno-talk.de/ppwr-eu-2025-40-pfas-werden-strenger-geregelt/) - [Grundlagen der PPWR](https://inno-talk.de/grundlagen-der-ppwr/) - [PPWR, PFAS und Konformitätserklärungen](https://inno-talk.de/ppwr-pfas-und-konformitaetserklaerungen/) **Kategorien:** Disposal / Recycling, Food packaging, Migration, interactions, Q-Management/Hygiene **Schlagwörter:** heike_schwertke, PFAS, PPWR --- ### [Minimalverpackung Flexpack: Nachhaltigkeit trifft Innovation](https://inno-talk.de/minimalverpackung-flexpack-nachhaltigkeit-trifft-innovation/) **Published:** Februar 16, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Bericht zum 22. Inno-Meeting vom 12. und 13. Februar 2025 in Osnabrück ***[Minimalverpackung Flexpack – Trends und Technologien 2025](https://inno-meeting.de/events/IM-02-25/)*** ***Unter dem Motto „Weniger ist mehr“ präsentierte das 22. Inno-Meeting zukunftsorientierte und nachhaltige Ansätze in der Entwicklung flexibler Minimalverpackungen. Die Fachtagung zeigte vom 12. bis 13. Februar 2025 in Osnabrück, wie innovatives Design, neue Materialien und modernste Technologien den Ressourcen-Einsatz bei Verpackungen minimieren und die Umwelt entlasten, ohne Einbußen bei Funktionalität oder Ästhetik.*** ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/02/image-1024x351.jpeg)In einer Zeit, in der Umweltschutz unverzichtbar ist, ist die Optimierung von Verpackungen eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Dies spiegelt sich in gesetzlichen Vorgaben nieder, auf die die Industrie Antworten gibt. Welche minimalistischen Verpackungslösungen daraus entwickelt wurden, zeigte das 22. Inno-Meeting in Osnabrück. Karsten Schröder führte als Veranstalter und Moderator durch ein inspirierendes Programm, das unter dem Motto „Minimalverpackung Flexpack – Trends und Technologien 2025“ die Teilnehmenden mit wertvollen Impulsen versorgte und in lebhaften Diskussionen mitnahm. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/02/image-1.jpeg)*Beispiel für den Einsatz von Bisphenol A in Druckfarben, das verboten werden wird. (Quelle: FCMExperts)* Dr. Andreas Grabitz von FCMExperts gab einen Überblick über die „**Regulatorischen Herausforderungen 2025“** für Lebensmittel-Kontaktmaterialien und stellte zentrale Punkte der Verordnung (EU) 2024/3190 vor. Diese verbietet weitgehend Bisphenol A (BPA) und andere als gefährlich eingestufte Bisphenole. Hersteller müssen Konformitätserklärungen ausstellen, während wenige Ausnahmen sehr strengen Auflagen unterliegen. Zudem ging er auf die PPWR 2025/40 ein, die PFAS-Grenzwerte festlegt, Anwendungen wie z. B. bei Pizzakartons verbieten und Verpackungen in drei Stufen klassifiziert. Ab 2030 müssen alle Verpackungen zu mindestens 70 % in theoretisch recyclingfähig sein. Ab 2035 muss dies auch im industriellen Maßstab umgesetzt sein. Ab 2038 wird dieser Anteil auf 80 % angehoben. Zudem werden verbindliche Quoten für die Verwendung von Recycling-Kunststoffen in bestimmten Verpackungen vorgeschrieben, was neue Materialien und Prozesse erfordern wird. Ralf Küsters von LyondellBasell Industries stellte **Alternativen zu fluorhaltigen Prozesshilfen** vor. Die hierin verwendeten PFAS Verbindungen führten zum Start verschiedener Verbotsverfahren innerhalb der EU. Für die unterschiedlichen Anforderungen in der Blas- und Gießfolien-Extrusion hat das Unternehmen eine Produktreihe mit der Bezeichnung POLYBATCH PPA entwickelt, die fluorbasierte Verarbeitungshilfsmittel ersetzt. Diese Reihe enthält Produkte, die die Polyethylen-Verarbeitung verbessern, indem sie Schmelzbruch, z. B. bei der LLDPE-Blasfolienextrusion, verhindert oder den Materialaufbau an der Düse bei der LDPE- und LLDPE-Folienextrusion verringern. Die Produktreihe ist konform mit den lebensmittelrechtlichen Anforderungen in den USA (FDA) und der EU Behörden. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/02/image-7.jpeg)*Zertifizierte Recyclingfähigkeit von Polyamid durch angepasstes Design (D4R). Quelle: BASF SE)* Simone Schillo von BASF SE präsentierte zu dem nachhaltigen Polyamid Portfolio von BASF wissenschaftlich fundierte Fakten sowie überzeugende Argumente zur **Recyclingfähigkeit von Polyamid-haltigen Mehrschichtverpackungen**. Der Einsatz von Polyamiden leistet einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung, da durch dünnere Ausführungen von Mehrschichtverpackungen Verpackungsabfälle reduziert werden können. Studien des unabhängigen Instituts cyclos-HTP GmbH belegen, dass coextrudierte PE/PA Folien, die mit Haftvermittlern (PE-g-MAH) ausgestattet sind, ohne Prozessanpassungen in bestehende PE-Recyclingströme integriert werden können. Dadurch stellen Polyamide keine Störstoffe im mechanischen Recyclingprozess dar, sondern sind wertvolle Materialien, die nachhaltige Verpackungslösungen und die Kreislaufwirtschaft fördern. In bestimmten Fällen können PA-PE Rezyklate heutige PE Folien ohne Rezyklat sogar fester machen. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/02/image-9.jpeg)*Der ZSK-Doppelschneckenextruders reduziert durch ein optimiertes Scherprofil die Gelbildung um bis zu 90 %. (Quelle: Coperion GmbH)* Leonid Liber von der Coperion GmbH erläuterte in seinem Vortrag **„Rezyklate in (Lebensmittel-) Folienverpackungen“** die Herausforderungen beim Recycling von Kunststofffolien. Der Fokus des Vortrags lag auf den Bereichen Material Handling und Compounding. Durch die patentierte Seitenbeschickung ZS-B MEGAfeed können Folienflakes geringer Schüttdichte betriebssicher und gravimetrisch dem ZSK-Doppelschneckenextruder zugeführt werden. Dort wird durch das optimierte Scherprofil die Gelbildung um bis zu 90 % reduziert, volatile Bestandteile entgast, und dadurch die Folienqualität optimiert. So entstehen durch eine optimierte Sortierung, Aufbereitung und mögliche Additivierung hochwertige Rezyklate, die Primärkunststoffe in (Lebensmittel-) Verpackungen ersetzen können. Dr. Elisabeth Pinter vom Österreichischen Forschungsinstitut für Chemie und Technik (OFI) veranschaulichte in ihrem aus Wien zugeschalteten Vortrag, **welche Analysen hinter der Prüfung von Lebensmittelverpackungs-Rezyklaten stehen**. Aufgrund einer Vielzahl möglicher Verunreinigungen muss die Dekontaminierungseffizienz der Prozesse durch Challenge-Tests und umfangreiches Monitoring überprüft werden. Dies erfolgt u. a. mittels chemischer Analytik in Kombination mit In-vitro-Bioassays. Im Forschungsprojekt SafeCycle wurden über 600 Kunststoffe aus Virgin- und Rezyklat Materialien untersucht. Dabei zeigten einige Proben auffällige Effekte im Ames-Test, wie z. B. Nitrocellulose-basierte Farbensysteme nach dem Recycling, die jedoch nicht als einzige Quelle Effekte aufwiesen. Als Lösung bietet sich Deinking/Delabelling an, wofür weitere Forschung erforderlich und geplant ist. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/02/image-3.jpeg)Eigenschaften des Barriereklebstoffes Maxive in Lebensmittelverpackungen. (Quelle: Mitsubishi Gas Chemical Company, Inc.) Naoko Kobayashi von Mitsubishi Gas Chemical präsentierte in ihrem Vortrag den Einsatz des **Barriereklebstoff MAXIVE™ für Monomaterial-Verpackungen**. Er bietet auf Basis von 2K-Poly-Epoxid- sowie Polyaminharz exzellente Gasbarriere-Eigenschaften, ausgezeichnete dufthaltende Eigenschaften und hohe chemische Beständigkeit. Als lösemittelbasierter Laminierklebstoff erreicht er Barrierewerte herkömmlicher Hochbarriere-Verbunde bei besserer Recyclingfähigkeit. Dank hoher Beständigkeit eignet er sich für Lebensmittel- und Kosmetikverpackungen. Der Barriereklebstoff wurde für europäische Recyclingstandards entwickelt und befindet sich in der Zertifizierungsphase. Er reduziert Materialeinsatz und Umweltbelastung und stellt eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Mittel-/Hochbarriere-Laminaten mit EVOH, AlOx, Metallisierung etc. dar. Ist das der lang ersehnte Game-Changer? ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/02/image-5.jpeg)*Wasserbasierte Farbsysteme sind auch bei Verbundverpackungen hoch leistungsfähig. (Quelle: Follmann GmbH & Co. KG)* André Altevogt von Follmann GmbH & Co. KG präsentierte die **Vorteile und Herausforderungen wasserbasierter Druckfarben**. Diese sind umweltfreundlich, VOC-frei und ermöglichen hochwertige Drucke auf Papier- und Kunststoffverpackungen. Er widerlegte Vorurteile wie hohe Kosten in Einkauf und Energie, schlechte Druckqualität, Geruch und höheren Reinigungsaufwand. Moderne Systeme erfüllen die gleichen Maschinenanforderungen wie Lösemittelfarben und erreichen Geschwindigkeiten bis 800 m/min. Zudem verbessern sie das Recycling, indem sie Stippenbildung und Geruch reduzieren, was ihre Nachhaltigkeit im Verpackungsdruck stärkt. Der erforderliche Change-prozess von Lösemittelsystemen wird durch Follmann bei Interessenten kompetent begleitet. Frederik Petzold von Windmöller & Hölscher KG stellte eine **Konzeptstudie zur Entwicklung einer recyclingfähigen Kaffeeverpackung** vor, die zusammen mit Siegwerk und Saueressig durchgeführt wurde. Ziel war die Substitution herkömmlicher Triplexverbunde aus PET/Alu/PE durch eine Monomaterial-Lösung auf Basis von MDO-PE mit EVOH-Barriere. Herausforderungen betrafen die Tiefdruckfähigkeit, Temperatur- und Bahnspannungsmanagement sowie die Farbsystemwahl. Technische Lösungen wie Supergrip-Leitwalzen und präzise Kühlwalzen-Temperaturregelung sowie Präzise Registerregelung verbesserten die Verarbeitung. Das PU-Farbsystem erforderte Anpassungen zur Vermeidung von Tonen im Spitzlichtbereich. Der Feldversuch zeigte erfolgreiche Druckergebnisse bei 400 m/min Druckgeschwindigkeit im Tiefdruck und bestätigte das Potenzial von MDO-PE als nachhaltige Verpackungslösung. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/02/image-4.jpeg)*Die innovative PU-basierte Farbserie von Siegwerk kombiniert die Vorteile von NC-Systemen mit der Recyclingfähigkeit. (Quelle: Siegwerk Druckfarben)* Eugenia Spies von Siegwerk präsentierte den Status quo im **„Recycling von Druckfarben“** für flexible Verpackungen. Aufgrund neuer EU-Vorgaben werden NC- und PVC-haltige Farben eingeschränkt. Siegwerk entwickelte eine innovative PU-basierte Farbserie, die die Vorteile von NC-Systemen in Beständigkeit, Verdruckbarkeit und Druckgeschwindigkeit mit Recyclingfähigkeit kombiniert und die den RecyClass-Richtlinien mit seinen Umsetzungsvorgaben sowie dem deutschen Mindeststandard entsprechen. Zudem ermöglicht der Deinking Primer CirKit ClearPrime DP 6300 eine effiziente Entfärbung für transparente Rezyklate. In seinem Vortrag „**Druckvorstufe und Druckzylinder für mehr Nachhaltigkeit im Druckprozess“** erläuterte Ingo Büning, wie Saueressig als Reprodienstleister und Druckformhersteller Kunden in der Entwicklung nachhaltiger Verpackungen unterstützt. In der Konzeptstudie mit W&H und Siegwerk erfolgte dies durch ein optimiertes, reduziertes Verpackungsdesign, den Einsatz von 7C-Farbsystemen und Golddarstellungen ohne Metallicfarben. Im Tiefdruck sorgten speziell angepasste Zylinderspezifikationen für einen minimalen Farbauftrag, vorzugsweise mit PU-Farben, die die Recyclingfähigkeit von Monomaterial-Verpackungen verbessern. Zusätzlich steigert die Langlebigkeit der Tiefdruckzylinder die Effizienz. Lightweight-Zylinder reduzieren den Materialeinsatz, während die vollständig digitalisierte Endkontrolle cLynx ohne Farbe und Druckmaterial auskommt. Thomas Fickler von Multivac zeigte die Vorteile des innovativen **Cooling@Packing-System** für das Verpacken von Backwaren auf. Im Gegensatz zur herkömmlichen Kühlspiral- und Tunnelkühlung nutzt es Vakuum zur sofortigen Kühlung. Beim Vakuumieren einer Kammer wird die produkteigene Feuchtigkeit der Backwaren zum Verdampfen gebracht und die Verdunstungsenergie genutzt, um die Backwaren direkt nach dem Backen zu kühlen und zu verpacken. Dies verkürzt die Prozesszeiten, spart Energie, reduziert den Platzbedarf und steigert die Produktionskapazität. Zudem verlängert die sofortige Verpackung die Frische und Haltbarkeit der Produkte durch Vermeidung von Kontaminationen. Das Backen der Kruste, um die Feuchtigkeit auszubringen, kann zudem eingespart werden, da diese zum Kühlen im Vakuum verdampft wird. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/02/image-6.jpeg)*Barriereeigenschaften von Cycloolefin-Copolymeren (Quelle: Topas Advanced Polymers GmbH)* Dr. Dirk Heukelbach von TOPAS Advanced Polymers GmbH präsentierte die **Vorteile von Cycloolefin-Copolymeren (COC)** für nachhaltige Verpackungslösungen. Durch ihre hohe Steifigkeit, Temperaturbeständigkeit und exzellenten Barriereeigenschaften ermöglichen sie leistungsfähige Monomaterial-Verpackungen. Als Additive in Plastomeren verbessern sie Siegelschichten, reduzieren Reibung und optimieren Maschinenlaufeigenschaften. In der Thermoformung steigern sie die Formbarkeit und verringern den Rückschrumpf von Polyolefinen. COC sind vollständig in PE- und PP-Strömen rezyklierbar und ermöglichen Materialeinsparungen durch Downgauging. Lieferengpässe gehören ab 2026 auch durch das neue Werk in Leuna der Vergangenheit an. Benjamin Pott von Reifenhäuser Cast Sheet Coating analysierte das **Potenzial von Gießfolien mit MDO-Technologie für recycelbare Verpackungen,** insbesondere Monomaterial-Standbodenbeutel aus PE und PP. Die MDO-Technologie verbessert Festigkeit, Steifigkeit und Barrierewirkung der Folien und optimiert thermische Stabilität sowie Optik. Besonders hervorzuheben sind recycelbare Folien mit EVOH-Barriere, die künftige Recyclingrichtlinien erfüllen. MDO-optimierte Folien ermöglichen einfaches Öffnen ohne Laserperforation. In der Produktion werden Materialabfall und Materialkosten durch die patentierte Einkapselung im Feedblock reduziert, und Randbeschnitt inline zurückgeführt. Bis 2030 wird eine stark steigende Nachfrage nach MOPE-Folien als Alternative zu BOPET erwartet. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/02/image-2.jpeg)*Das Triple Bubble®-Konzept besteht aus der seriellen Anordnung von drei Blasen. (Quelle: Projectif)* Dr. Heiko Schenck von Projectif stellte das **Triple Bubble®-Konzept** vor, das eine Gewichtsreduzierung der Folien von 50 % erlaubt ohne Kompromisse bei den Eigenschaften. Es besteht aus einer seriellen Anordnung von drei Blasen. In der ersten wird die Folie mit Hilfe der Water-Quench-Technologie schnell abgekühlt, was Kristallisationsvorgänge sehr wirkungsvoll verhindert. Dies ist Voraussetzung für ein gleichmäßiges biaxiales Verstrecken in der zweiten Stufe, welches die mechanischen und Barriere-Eigenschaften der Folien signifikant verbessert. Die thermische Relaxation in der dritten Blase (Annealing) dient zur Einstellung des angestrebten Schrumpfverhaltens von 0 bis 70 %. Der Ausstoß einer Triple Bubble Anlage bei 6 Meter Breite liegt bei 2 Tonnen / Stunde. Diese Technologie verbessert nicht nur die mechanischen Eigenschaften, sie reduziert gleichzeitig auch sehr signifikant den Materialeinsatz, die Kosten und potentielle EPR Gebühren. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/02/image-8.jpeg)*Hauptunterschiede beim biaxialen Verstrecken von BOPE und BOPP Folien. (Quelle: Brückner Maschinenbau)* Dr. Stefan Seibel von Brückner Maschinenbau GmbH erläuterte das **„simultane, biaxiale Verstrecken von Polyethylen für Monoverpackungen“** und präsentierte ein Hybrid-Linienkonzept für BOPE und BOPP. PE-Monomaterialverpackungen bestehen aus einer BOPE-HD Basisfolie, einer BOPE-HD Barrierefolie und einer BOPE-LLD Siegelschicht und bieten hohe Transparenz und gute mechanische Eigenschaften. In Entwicklung sind BOPE-ILC-Folien für AlOx-Bedampfung sowie BOPE-EVOH-Folien mit Barrierelack. Weitere Forschungsprojekte umfassen BOPE white opaque Folien für Etiketten und Kaltsiegelanwendungen, hoch reißfeste TDO-PE-HD-Folien sowie auch Folien zum Thermoformen. Diese Innovationen unterstreichen das Potenzial von BOPE für nachhaltige Verpackungsanwendungen. Prof. Dr. Markus Schmid vom Sustainable Packaging Institute (SPI) der Hochschule Albstadt-Sigmaringen präsentierte **Forschungsergebnisse zu kunststofffreien Folien und Beschichtungen**. Im Fokus stehen biobasierte Materialien wie Proteine, Polysaccharide und Lipide aus Lebensmittel-Nebenströmen als nachhaltige Alternative zu Kunststoffen. Die Produktion soll künftig im Rolle-zu-Rolle-Verfahren erfolgen, um Skalierung zu ermöglichen. Herausforderungen bestehen in der mechanischen Stabilität und Barrierewirkung. Das Forschungsprojekt „BioShield“ entwickelt neue Formulierungen und Prozesse für verbesserte Recyclingfähigkeit. Gemeinsam mit Industriepartnern treibt das SPI die Entwicklung kreislauforientierter Verpackungslösungen voran. *Karsten Schröder schloss das 22. Inno-Meeting mit einer **prägnanten Zusammenfassung** aller Vorträge. In ihrer Kompaktheit zeigte die Fachtagung, Minimalverpackungen sind kein Trend, sondern die Zukunft. Innovation, Austausch und Zusammenarbeit treiben geforderte, nachhaltige Lösungen voran und gestalten die Verpackungswelt von morgen.* **Dieter Finna** ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Kategorien:** Barrierefolien, Biofolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Lebensmittelverpackung, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** im-02-25, Minimalverpackung --- ### [Flexpack minimum packaging: sustainability meets innovation](https://inno-talk.de/en/flexpack-minimal-packaging-sustainability-meets-innovation/) **Published:** Februar 17, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Report on the 22nd Inno-Meeting on February 12 and 13, 2025 in Osnabrück ***[Flexpack minimal packaging – trends and technologies 2025](https://inno-meeting.de/en/events/IM-02-25/)*** ***According to the motto „Less is more“, the 22nd Inno-Meeting presented future-oriented and sustainable approaches in the development of flexible minimal packaging. From 12 to 13 February 2025 in Osnabrück, the symposium showed how innovative design, new materials and state-of-the-art technologies can minimize the use of resources in packaging and reduce the impact on the environment without compromising on functionality or aesthetics.*** ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/02/image-1024x351.jpeg)At a time when environmental protection is essential, the optimization of packaging is a social necessity. This is reflected in legal requirements to which the industry provides answers. The 22nd Inno-Meeting in Osnabrück showed which minimalistic packaging solutions have been developed as a result. As organizer and moderator, Karsten Schröder led the participants through an inspiring program according to the motto „Minimum Packaging Flexpack – Trends and Technologies 2025“, providing them with valuable impulses and engaging them in lively discussions. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/02/image-1.jpeg)Example of the use of bisphenol A in printing inks, which will be banned. (Source: FCMExperts) Dr. Andreas Grabitz from FCMExperts gave an overview of the „Regulatory Challenges 2025“ for food contact materials and presented key points of Regulation (EU) 2024/3190. This largely bans bisphenol A (BPA) and other bisphenols classified as hazardous. Manufacturers must issue declarations of conformity, while a few exceptions are subject to very strict requirements. He also addressed the PPWR 2025/40, which sets PFAS limits, bans applications such as pizza boxes and classifies packaging into three levels. From 2030, all packaging must theoretically be at least 70 % recyclable. From 2035, this must also be implemented on an industrial scale. From 2038, this proportion will be increased to 80 %. In addition, binding quotas for the use of recycled plastics in certain packaging will be prescribed, which will require new materials and processes. Ralf Küsters from LyondellBasell Industries presented alternatives to fluorine-based processing aids. The PFAS compounds used in these led to the start of various bans within the EU. For the different requirements in blown and cast film extrusion, the company has developed a product range called POLYBATCH PPA, which replaces fluorine-based processing aids. This range contains products that improve polyethylene processing by preventing melt fracture, e.g. in LLDPE blown film extrusion, or by reducing the material build-up at the die during the extrusion of LDPE and LLDPE films. The product range is compliant with the food law requirements in the USA (FDA) and the EU authorities. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/02/image-7.jpeg)*Certified recyclability of polyamide through adapted design (D4R). Source: BASF SE)* Simone Schillo from BASF SE presented scientifically based facts on BASF’s sustainable polyamide portfolio as well as convincing arguments on the recyclability of multilayer packaging containing polyamide. The use of polyamides makes an important contribution to the conservation of resources, as packaging waste can be reduced by using thinner versions of multilayer packaging. Studies by the independent institute cyclos-HTP GmbH show that coextruded PE/PA films equipped with adhesion promoters (PE-g-MAH) can be integrated into existing PE recycling streams without any process adjustments. As a result, polyamides do not represent impurities in the mechanical recycling process, but are valuable materials that promote sustainable packaging solutions and the circular economy. In certain cases, PA-PE recyclates can even make today’s PE films without recyclate stronger. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/02/image-9.jpeg)The ZSK twin-screw extruder reduces gel formation by up to 90 % thanks to an optimized shear profile. (Source: Coperion GmbH) In his presentation „Recyclates in (food) film packaging“, Leonid Liber from Coperion GmbH explained the challenges of recycling plastic films. The focus of the presentation was on the areas of material handling and compounding. Thanks to the patented ZS-B MEGAfeed side feeder, film flakes with a low bulk density can be fed reliably and gravimetrically to the ZSK twin-screw extruder. There, the optimized shear profile reduces gel formation by up to 90 %, degasses volatile components and thus optimizes the film quality. Optimized sorting, processing and possible additives produce high-quality recyclates that can replace primary plastics in (food) packaging. Dr. Elisabeth Pinter from the Austrian Research Institute for Chemistry and Technology (OFI) illustrated the analyses behind the testing of food packaging recyclates in her presentation, which she joined from Vienna. Due to the large number of possible impurities, the decontamination efficiency of the processes must be checked using challenge tests and extensive monitoring. This is done using chemical analysis in combination with in-vitro bioassays, among other things. In the SafeCycle research project, over 600 plastics made from virgin and recycled materials were examined. Some samples showed conspicuous effects in the Ames test, such as nitrocellulose-based paint systems after recycling, but these were not the only source of effects. Deinking/delabelling is a possible solution, for which further research is required and planned. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/02/image-3.jpeg)Properties of the Maxive barrier adhesive in food packaging. (Source: Mitsubishi Gas Chemical Company, Inc.) Naoko Kobayashi from Mitsubishi Gas Chemical presented the use of the **MAXIVE™ barrier adhesive for mono-material packaging** in her presentation. Based on 2K poly-epoxy and polyamine resins, it offers excellent gas barrier properties, outstanding fragrance-retaining properties and high chemical resistance. As a solvent-based laminating adhesive, it achieves barrier values of conventional high-barrier composites with better recyclability. Thanks to its high resistance, it is suitable for food and cosmetics packaging. The barrier adhesive was developed for European recycling standards and is currently in the certification phase. It reduces material use and environmental impact and represents a sustainable alternative to conventional medium/high-barrier laminates with EVOH, AlOx, metallization, etc. Is this the long-awaited game changer? ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/02/image-5.jpeg)*Water-based ink systems are also highly efficient for composite packaging. (Source: Follmann GmbH & Co. KG)* André Altevogt from Follmann GmbH & Co KG presented the **advantages and challenges of water-based printing inks**. These are environmentally friendly, VOC-free and enable high-quality printing on paper and plastic packaging. He refuted prejudices such as high purchasing and energy costs, poor print quality, odor and higher cleaning costs. Modern systems meet the same machine requirements as solvent-based inks and achieve speeds of up to 800 m/min. They also improve recycling by reducing speck formation and odor, which increases their sustainability in packaging printing. Follmann provides expert support for interested parties during the necessary change process for solvent systems. Frederik Petzold from Windmöller & Hölscher KG presented a **concept study on the development of recyclable coffee packaging**, which was carried out together with Siegwerk and Saueressig. The aim was to replace conventional triplex composites made of PET/Alu/PE with a mono-material solution based on MDO-PE with an EVOH barrier. The challenges concerned gravure printing capability, temperature and web tension management as well as the choice of ink system. Technical solutions such as Supergrip guide rollers and precise chill roller temperature control as well as precise register control improved processing. The PU ink system required adjustments to avoid scumming in the highlight area. The field test showed successful printing results at 400 m/min printing speed in gravure printing and confirmed the potential of MDO-PE as a sustainable packaging solution. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/02/image-4.jpeg)*Siegwerk’s innovative PU-based ink series combines the advantages of NC systems with recyclability. (Source: Siegwerk Druckfarben)* Eugenia Spies from Siegwerk presented the status quo in the **„recycling of printing inks** “ for flexible packaging. Due to new EU regulations, inks containing NC and PVC are being restricted. Siegwerk has developed an innovative PU-based ink series that combines the advantages of NC systems in terms of durability, printability and printing speed with recyclability and complies with the RecyClass directives and their implementation requirements as well as the German minimum standard. In addition, the CirKit ClearPrime DP 6300 deinking primer enables efficient decoloring for transparent recyclates. In his presentation „**Prepress and printing cylinders for more sustainability in the printing process** „, Ingo Büning explained how Saueressig, as a repro service provider and printing plate manufacturer, supports customers in the development of sustainable packaging. In the concept study with W&H and Siegwerk, this was achieved through an optimized, reduced packaging design, the use of 7C colour systems and gold images without metallic inks. In gravure printing, specially adapted cylinder specifications ensured minimal ink application, preferably with PU inks, which improve the recyclability of mono-material packaging. The durability of the gravure cylinders also increases efficiency. Lightweight cylinders reduce the amount of material used, while the fully digitalised cLynx final inspection does not require any ink or printing material. Thomas Fickler from Multivac demonstrated the advantages of the innovative **Cooling@Packing system** for packaging baked goods. In contrast to conventional spiral and tunnel cooling, it uses vacuum for immediate cooling. When vacuuming a chamber, the product’s own moisture in the baked goods is evaporated and the evaporation energy is used to cool and package the baked goods immediately after baking. This shortens process times, saves energy, reduces space requirements and increases production capacity. In addition, immediate packaging extends the freshness and shelf life of the products by preventing contamination. Baking the crust to release the moisture can also be avoided, as this is evaporated in a vacuum for cooling. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/02/image-6.jpeg)*Barrier properties of cycloolefin copolymers (Source: Topas Advanced Polymers GmbH* ) Dr. Dirk Heukelbach from TOPAS Advanced Polymers GmbH presented the **advantages of cycloolefin copolymers (COC)** for sustainable packaging solutions. Thanks to their high rigidity, temperature resistance and excellent barrier properties, they enable high-performance mono-material packaging. As additives in plastomers, they improve sealing layers, reduce friction and optimize machine running properties. In thermoforming, they increase mouldability and reduce the shrinkage of polyolefins. COCs are fully recyclable in PE and PP streams and enable material savings through downgauging. Supply bottlenecks will also be a thing of the past from 2026 thanks to the new plant in Leuna. Benjamin Pott from Reifenhäuser Cast Sheet Coating analyzed the **potential of cast films with MDO technology for recyclable packaging,** in particular mono-material stand-up pouches made of PE and PP. MDO technology improves the strength, rigidity and barrier effect of the films and optimizes thermal stability and appearance. Particularly remarkable are recyclable films with an EVOH barrier that meet future recycling guidelines. MDO-optimized films enable easy opening without laser perforation. In production, material waste and material costs are reduced thanks to the patented encapsulation in the feed block, and edge trim is returned inline. Demand for MOPE films as an alternative to BOPET is expected to rise strongly by 2030. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/02/image-2.jpeg)*The Triple Bubble® concept consists of the serial arrangement of three bubbles. (Source: Projectif)* Dr. Heiko Schenck from Projectif presented the **Triple Bubble® concept**, which allows a 50 % reduction in film weight without compromising on properties. It consists of a serial arrangement of three bubbles. In the first, the film is rapidly cooled using water quench technology, which very effectively prevents crystallization processes. This is a prerequisite for uniform biaxial stretching in the second stage, which significantly improves the mechanical and barrier properties of the films. The thermal relaxation in the third bubble (annealing) is used to set the desired shrinkage behavior of 0 to 70 %. The output of a triple bubble system with a width of 6 meters is 2 tons/hour. This technology not only improves the mechanical properties, it also significantly reduces material use, costs and potential EPR charges. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/02/image-8.jpeg)*Main differences in the biaxial stretching of BOPE and BOPP films. (Source: Brückner Maschinenbau)* Dr. Stefan Seibel from Brückner Maschinenbau GmbH explained the **„simultaneous, biaxial stretching of polyethylene for mono-packaging** “ and presented a hybrid line concept for BOPE and BOPP. PE mono-material packaging consists of a BOPE-HD base film, a BOPE-HD barrier film and a BOPE-LLD sealing layer and offers high transparency and good mechanical properties. BOPE-ILC films for AlOx vapor deposition and BOPE-EVOH films with barrier coating are currently under development. Other research projects include BOPE white opaque films for labels and cold seal applications, highly tear-resistant TDO-PE-HD films and films for thermoforming. These innovations underline BOPE’s potential for sustainable packaging applications. Prof. Dr. Markus Schmid from the Sustainable Packaging Institute (SPI) at Albstadt-Sigmaringen University of Applied Sciences presented **research results on plastic-free films and coatings**. The focus is on bio-based materials such as proteins, polysaccharides and lipids from food by-products as a sustainable alternative to plastics. In future, production is to be carried out in a roll-to-roll process to enable scaling. The mechanical stability and barrier effect pose challenges. The „BioShield“ research project is developing new formulations and processes for improved recyclability. Together with industry partners, SPI is driving forward the development of circular packaging solutions. *Karsten Schröder closed the 22nd Inno-Meeting with a **concise summary** of all the presentations. In its compactness, the symposium showed that minimum packaging is not only a trend, but the future. Innovation, exchange and collaboration are driving the sustainable solutions that are required and shaping the packaging world of tomorrow.* **Dieter Finna** ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** barrier films, Disposal / Recycling, Film production / Converting, Food packaging --- ### [NEU: Innoform Testservice News-Blog!](https://inno-talk.de/innoform-testservice-news-blog/) **Published:** Februar 18, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Excerpt:** Wir freuen uns, Sie auf den brandneuen News-Blog des Innoform Testservice aufmerksam machen zu können – Ihrem zentralen Anlaufpunkt für spannende Prüf- und Bewertungsverfahren rund um Lebensmittelkontakt, Materialcharakterisierung und Rezyklate. In diesem Blog möchten wir praxisnahe Einblicke, aktuelle Entwicklungen und zukunftsweisende Trends mit Ihnen teilen **Content:** Wir freuen uns, Sie auf den brandneuen News-Blog des Innoform Testservice aufmerksam machen zu können – Ihrem zentralen Anlaufpunkt für spannende Prüf- und Bewertungsverfahren rund um **Lebensmittelkontakt**, **Materialcharakterisierung** und **Rezyklate**. In diesem Blog möchten wir praxisnahe Einblicke, aktuelle Entwicklungen und zukunftsweisende Trends mit Ihnen teilen. ## Lebensmittelkontakt: Sicherheit an erster Stelle In der heutigen Lebensmittelbranche spielt die Sicherheit der Materialien eine entscheidende Rolle. Unser neuester Beitrag beleuchtet, wie innovative Testverfahren und strenge Qualitätskontrollen dazu beitragen, dass Materialien, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, höchsten Sicherheitsstandards entsprechen. Erfahren Sie mehr über die Herausforderungen und Lösungen, die wir in diesem Bereich bieten. ## Materialcharakterisierung: Der Schlüssel zur Qualität Die präzise Analyse und Charakterisierung von Werkstoffen ist für die Produktentwicklung und Qualitätssicherung unerlässlich. In einem Beitrag erläutern wir, mit welchen modernen Methoden und Technologien wir die Eigenschaften von Folien-Werkstoffen genau bestimmen. Dieses Wissen ermöglicht es Unternehmen, fundierte Entscheidungen bei der Materialauswahl zu treffen und Flexpack zu optimieren. Der Innoform Testservice mit über 25 Jahren Erfahrung ist die Institution für Material- und Fehleranalysen für flexible Verpackungen. ## Rezyklate: Nachhaltigkeit trifft Innovation Die Wiederverwertung von Materialien gewinnt zunehmend an Bedeutung. Unser Blog zeigt, wie innovative Ansätze im Umgang mit Rezyklat-Bewertung und -Analysen nicht nur zur Ressourcenschonung beitragen, sondern auch neue Perspektiven für die Materialentwicklung eröffnen und Qualitäten sichern. Lesen Sie, wie wir bei Innoform Testservice nachhaltige Lösungen vorantreiben und damit einen Beitrag zu einer zukunftsfähigen Kreislaufwirtschaft leisten. ## Jetzt mehr erfahren! Besuchen Sie unseren [aktuellen Beitrag auf dem Innoform Testservice News-Blog](https://www.innoform.de/testservice/news/) und tauchen Sie tiefer in die Welt der Materialtests und innovativen Analyseverfahren ein. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare und den fachlichen Austausch! Bleiben Sie dran – es warten noch viele spannende Themen und Einblicke auf Sie! ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Innoform Testservice News](https://inno-talk.de/en/innoform-testservice-news/) **Kategorien:** Allgemein, Barrierefolien, Folienprüfung & Analytik, Lebensmittelrecht, Lebensmittelverpackung, Migration, Wechselwirkungen, Neuigkeiten **Schlagwörter:** Innoform Testservice --- ### [Innoform Testservice News](https://inno-talk.de/en/innoform-testservice-news/) **Published:** März 14, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** We are delighted to be able to draw your attention to the brand new Innoform Testservice news blog – your central point of contact for exciting testing and evaluation procedures relating to **food contact**, **material characterisation** and **recyclates**. In this blog, we would like to share practical insights, current developments and forward-looking trends with you. ## Food contact: Safety first In today’s food industry, the safety of materials plays a crucial role. Our latest article looks at how innovative testing methods and strict quality controls help to ensure that materials that come in contact with food meet the highest safety standards. Find out more about the challenges and solutions we offer in this area. ## Material characterisation: the key to quality The precise analysis and characterisation of materials is essential for product development and quality assurance. In this article, we explain the modern methods and technologies we use to precisely determine the properties of film materials. This knowledge enables companies to make well-founded decisions when selecting materials and to optimise flexpack. The Innoform Test Service, with over 25 years of experience, is the institution for material and defect analyses for flexible packaging. ## Recyclates: sustainability meets innovation The recycling of materials is becoming increasingly important. Our blog shows how innovative approaches to recyclate evaluation and analyses not only help to conserve resources, but also open up new perspectives for material development and ensure quality. Read how we at Innoform Testservice are driving forward sustainable solutions and thus contributing to a sustainable circular economy. ## Find out more now! Visit our [latest post on ](https://www.innoform.de/testservice/news/)[the Innoform Testservice News blog](https://www.innoform.de/testservice/en/news/) and delve deeper into the world of material testing and innovative analysis methods. We look forward to your comments and professional dialogues! Stay tuned – there are still many exciting topics and insights waiting for you! ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Kategorien:** Film production / Converting, Food packaging, Inno-Talk.eu, Migration, interactions **Schlagwörter:** Testservice --- ### [Barriere-Verbundfolien – Der Expertentreff 2025 ](https://inno-talk.de/barriere-verbundfolien-der-expertentreff-2025/) **Published:** März 17, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Innovationen für nachhaltige Verpackungslösungen – 1. bis 2. Juli 2025 in Würzburg* Am 1. und 2. Juli 2025 findet in Würzburg die renommierte Tagung „Barriere-Verbundfolien – Der Expertentreff“ statt. Erwartet werden rund 100 Teilnehmer, ähnlich wie in den vergangenen Jahren. Die Veranstaltung richtet sich an Fachleute und Entscheidungsträger aus den Bereichen Verpackungstechnik, Produktion, Einkauf, Vertrieb und Entwicklung entlang der gesamten Verpackungslieferkette. ![Barrierefolien 2025](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/03/inno_header_Der-Expertentreff_2025_wide_SKZ-1024x351.jpg)Im Fokus stehen Monomaterialien, innovative Herstellungsverfahren und Barrierebeschichtungen auf Folien und Papieren. Nachhaltigkeit ist auch im Bereich der Barrierefolien ein zentraler Innovationstreiber. Folgende Schlüsselfragen werden behandelt: - Welche neuen Materialien, einschließlich Biopolymere und faserbasierte Materialien wie Papier, stehen für Barrierefolien zur Verfügung? - Welche innovativen Prozesse, z. B. das Triple-Bubble-Recken, MDO-Verstrecken und Simultanverstrecken, ermöglichen recyclingfähige Monomaterialien mit exzellenten Barriereeigenschaften? - Welche Leistungen bieten aktuelle Barrierebeschichtungen und wann lohnt sich der Wechsel auf alternative Materialien wie Biofolien oder Papier? Ein besonderes Highlight der Veranstaltung ist das Rahmenprogramm am Vorabend mit einer traditionellen „Weinprobe“ im sommerlichen Ambiente von Würzburg. Zwischen den veranstaltungstagen wird ein gemütliches Abendessen angeboten. (Bild: Tripadvisor.com) ![](https://media-cdn.tripadvisor.com/media/photo-o/13/87/e8/24/sunset.jpg) **Neu** in diesem Jahr: Eine KI-gestützte Simultanübersetzung (Deutsch-Englisch) als Audio und mit Untertiteln macht die Veranstaltung auch einem internationalen Publikum im Livestream zugänglich. **Veranstaltungsdetails:** Termin: 1. Juli 2025 (09:00 Uhr) bis 2. Juli 2025 (14:00 Uhr) Ort: SKZ-Modellfabrik, Friedrich-Bergius-Ring 21, 97076 Würzburg Vorabendveranstaltung: 30. Juni 2025, 19:00 Uhr auf der „Alten Mainbrücke“ unter dem Schild Bocksbeutel „mainwein“ [![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/03/SP-1024x1024.jpg)](https://inno-meeting.de/events/SP-07-25/) Weitere Informationen und Anmeldung auf der **[offiziellen Webseite](https://inno-meeting.de/events/SP-07-25/).** Pressekontakt: Innoform Coaching GbR E-Mail: Telefon: +49 5405 80767-0 Wir freuen uns darauf, Sie in Würzburg willkommen zu heißen und gemeinsam die Zukunft der Barrierefolien zu gestalten. ### Verwandte Episoden - [OneBARRIER – Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert](https://inno-talk.de/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) - [Interview with Dr. Daniele Borin (Taghleef Industries) about BOPP barrier films](https://inno-talk.de/interview-with-dr-daniele-borin-taghleef-industries-about-bopp-barrier-films-2/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Folienherstellung/Veredelung, Folienprüfung & Analytik, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Barrierefolie, SP-05-25 --- ### [Barrier laminates - The expert meeting 2025](https://inno-talk.de/en/barrier-laminates-the-expert-meeting-2025/) **Published:** März 17, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** I*nnovations for sustainable packaging solutions – 1 to 2 July 2025 in Würzburg* On 1 and 2 July 2025, the renowned conference „Barrier Laminates – The Expert Meeting“ will take place in Würzburg. Around 100 participants are expected, similar to previous years. The event is aimed at experts and decision-makers from the fields of packaging technology, production, purchasing, sales and development along the entire packaging supply chain. ![Barrierefolien 2025](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/03/inno_header_Der-Expertentreff_2025_wide_SKZ-1024x351.jpg)The focus is on monomaterials, innovative manufacturing processes and barrier coatings on films and papers. Sustainability is also a key driver of innovation in the field of barrier films. The following key questions are addressed: - What new materials, including biopolymers and fibre-based materials such as paper, are available for barrier films? - Which innovative processes, e.g. triple bubble stretching, MDO stretching and simultaneous stretching, enable recyclable monomaterials with excellent barrier properties? - What benefits do current barrier coatings offer and when is it worth switching to alternative materials such as bioplastics or paper? A special highlight of the event is the supporting programme on the evening before with a traditional „wine tasting“ in the summery ambience of Würzburg. A cosy dinner is offered between the event days. (Bild: Tripadvisor.com) ![](https://media-cdn.tripadvisor.com/media/photo-o/13/87/e8/24/sunset.jpg) **New** this year: AI-supported simultaneous translation (German-English) as audio and with subtitles will also make the event accessible to an international audience via livestream. **Event details**: Date: 1 July 2025 (09:00) to 2 July 2025 (14:00) Location: SKZ-Modellfabrik, Friedrich-Bergius-Ring 21, 97076 Würzburg Pre-event: 30 June 2025, 19:00 on the „Alte Mainbrücke“ under the sign Bocksbeutel „mainwein“Date: 1 July 2025 (09:00) to 2 July 2025 (14:00) Location: SKZ-Modellfabrik, Friedrich-Bergius-Ring 21, 97076 Würzburg Pre-event: 30 June 2025, 19:00 on the „Alte Mainbrücke“ under the sign Bocksbeutel „mainwein“ [![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/03/SP-1024x1024.jpg)](https://inno-meeting.de/events/SP-07-25/) Further information and registration on the **[official website](https://inno-meeting.de/en/events/SP-07-25/).** Press contact: Innoform Coaching GbR E-mail: coaching@innoform.de Phone: +49 5405 80767-0Press contact: Innoform Coaching GbR E-mail: coaching@innoform.de Phone: +49 5405 80767-0 We look forward to welcoming you to Würzburg and shaping the future of barrier films together. ### Verwandte Episoden - [OneBARRIER – Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert](https://inno-talk.de/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) - [Podcast mit Interviews zum Expertentreff Barrierefolien 2023](https://inno-talk.de/podcast-mit-interveiws-zum-expertentreff-barrierefolien-n2023/) **Kategorien:** barrier films, filling technology, Film production / Converting, Food packaging **Schlagwörter:** SP-07-25 --- ### [Webseminar Nachlese: Folieneigenschaften mit Prüfergebnissen beschreiben](https://inno-talk.de/webseminar-nachlese-folieneigenschaften-mit-pruefergebnissen-beschreiben/) **Published:** März 20, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Am 20. März 2025 fand unser jüngstes Webseminar zu [Folieneigenschaften und Prüfmethoden](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/folieneigenschaften-mit-pruefergebnissen-beschreiben-grundlagen-verpackungsfolien-teil-c-2024) statt, das von Karsten Schröder und Kerstin Schröder-Welge geleitet wurde. Die Veranstaltung bot eine umfassende Einführung in die verschiedenen Prüfmethoden und deren Bedeutung für die Qualitätssicherung in der Folienindustrie. Hier sind einige der wichtigsten Erkenntnisse und Highlights des Seminars: **Wichtige Themen und Erkenntnisse:** - **Zugversuch und Sekantenmodul:** Karsten Schröder erläuterte detailliert die Bedeutung des Zugversuchs und des Sekantenmoduls für die Bestimmung der Zugsteifigkeit von Folien. Diese Parameter sind entscheidend für die Qualität und Verarbeitbarkeit von Folien in der Praxis. - **Dickenmessung und Flächengewicht:** Die Diskussion um die Dickenmessung und das Flächengewicht zeigte, wie wichtig diese Parameter für die Vermeidung von Verwechslungen und die Sicherstellung der richtigen Materialeigenschaften sind. - **Rollneigung und Planlage:** Die Bedeutung der Rollneigung und Planlage für die Verarbeitbarkeit von Folien wurde hervorgehoben. Diese Prüfungen sind besonders relevant für kaschierte Folien und Deckelfolien. - **Verbundhaftung und Siegelnahtprüfung:** Die Verbundhaftungs- und Siegelnahtprüfungen wurden als wesentliche Methoden zur Sicherstellung der Qualität von kaschierten Folien und Siegelnähten vorgestellt. **Permeationsmessung:** Die Messung der Permeation von Sauerstoff und Wasserdampf wurde als entscheidend für die Bewertung der Barriereeigenschaften von Folien hervorgehoben, insbesondere im Kontext von Monomaterialverpackungen. Insgesamt geht es in diesem Kurs mehr um Folieneigenschaften und deren Klassifizierung als um Prüfmethoden und Spezifikationen. Dennoch wird natürlich auch die Prüfung behandelt, da sie die Grundlage für alle Bewertungen ist. **Gründe für eine Teilnahme an zukünftigen Seminaren oder Sofort-Ansicht der Aufzeichnung:** Die Teilnahme an unseren Webseminaren bietet Ihnen die Möglichkeit, tiefgehendes Wissen über die neuesten Prüfmethoden und Technologien in der Folienindustrie zu erlangen. Sie profitieren von praxisnahen Beispielen und detaillierten Erklärungen, die Ihnen helfen, die Qualität Ihrer Produkte zu verbessern und Produktionsprozesse zu optimieren. Unsere Erfahrung aus über 25 Jahren [Innoform-Testservice](http://www.innoform-testservice.de) und [Innoform-Coaching](http://www.innoform-coaching.de) rund um das Thema Flexpack stellen wir Ihnen in unseren Kursen zur Verfügung. **Melden Sie sich jetzt für unser nächstes Webseminar an und bleiben Sie auf dem neuesten Stand der Folieneigenschaften!** [Infos rund um Folieneigenschaften und -Herstellung](https://www.innoform-coaching.de/themen/grundlagen-der-verpackungsfolien) Wir freuen uns darauf, Sie bei unserem nächsten Termin begrüßen zu dürfen und gemeinsam mit Ihnen die Herausforderungen und Lösungen der Folienindustrie zu diskutieren. **Kontakt:** coaching@innoform.de, +49 5405 807670 ### Verwandte Episoden - [Folien-Material-Analyse Podcast mit Daniel Wachtendorf](https://inno-talk.de/folien-material-analyse-podcast-mit-daniel-wachtendorf/) - [Was haben Druckfarben mit Nachhaltigkeit zu tun?](https://inno-talk.de/was-haben-druckfarben-mit-nachhaltigkeit-zu-tun/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** Folienherstellung/Veredelung, Folienprüfung & Analytik **Schlagwörter:** GFc, Grudnlagen, Webseminar --- ### [35. Inno-Talk Europe - Sekundärverpackung im Fokus](https://inno-talk.de/35-inno-talk-europe/) **Published:** März 24, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **Use of film packaging with recycled material – What happens next?** *Verwendung von Folienverpackungen mit recyceltem Material – Wie geht es weiter?* **Highlights der Vorträge** **Vortrag von Cihat Langguth:** Cihat Langguth von Der Grüne Punkt sprach über die Rolle der Sammlung und Sortierung von Abfällen für die Herstellung von PCR-Materialien. Er betonte: - Die steigende Nachfrage nach recycelten Materialien und die Verbesserung der Qualität. - Die stetig steigend Qualität aufgrund von Prozessverbesserung beim Recycling - Die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren der Lieferkette. - Die Herausforderungen und Chancen bei der Verwendung von PCR-Materialien aus Haushaltsabfällen. **Vortrag von Mika Sang:** Mika Sang, Duo-Plast präsentierte die Fortschritte und Herausforderungen bei der Verwendung von PCR (Post-Consumer Recycled) Materialien in der Verpackungsindustrie am Beispiel der Stretch-Huben und Wickel-Stretch-Folien. Er hob die folgenden Punkte hervor: - Die Ellen MacArthur Foundation Studie von 2016 und die Einführung der neuen Plastikökonomie. - Die Europäische Green Deal und die PPWR (Plastic Packaging Waste Regulation) mit dem Ziel, bis 2050 klimaneutral zu sein. - Die Einführung der Plastiksteuer im Vereinigten Königreich und die neuen Benchmarks für PCR-Anteile in Verpackungen. - Die Entwicklung und Verbesserung von **PCR-Stretchfolien**, einschließlich der Einführung einer Folie mit **65% PCR-Anteil**. - Die Herausforderungen bei der Integration von PCR aus Haushaltsabfällen in bestehende Verpackungssysteme. **Vortrag von Bernd Buesing:** Bernd Buesing von Nestlé Deutschland sprach über die Vision und Verpflichtungen von Nestlé in Bezug auf nachhaltige Verpackungen. Er betonte: - Die **globale Vision von Nestlé**, dass keine Verpackung, einschließlich Plastik, als Abfall in der Umwelt oder auf Deponien endet. - **Die Verpflichtung, 95% der Plastikverpackungen bis 2025 für Recycling oder Wiederverwendung zu gestalten.** - Die Reduzierung des Einsatzes von **Virgin-Plastik um ein Drittel bis 2025.** - Die fünf Säulen der Nachhaltigkeitsstrategie von Nestlé: weniger Verpackung, bessere Verpackung, bessere Systeme, Verhaltensänderungen und Zusammenarbeit entlang der Lieferkette. Auch die Teilnehmer nutzten wieder die Gelegenheit, ihre Fragen zu stellen – hier ein typisches Beispiel aus der Diskussionsrunde. **Teilnehmerfrage:** *Frage:* „Welche Rolle kann Papier bei der Palettensicherung spielen?“ *Antwort von Cihat Langguth:* „Das ist eine sehr gute Frage. Ich weiß, dass einige Versuche im Gange sind. Ich bin skeptisch, wenn man die Eigenschaften von Papier und den Stress auf einer Palette betrachtet, aber man sollte niemals nie sagen. Wir müssen sehen, wie sich die Entwicklung weiterentwickelt.“ Dieser Inno-Talk hat gezeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit und die kontinuierliche Innovation sind, um nachhaltige Verpackungslösungen zu entwickeln und umzusetzen. Die vorgestellten Projekte und Diskussionen bieten wertvolle Einblicke in die Herausforderungen und Fortschritte in der Branche. Bereits registrierte Teilnehmer können die Aufzeichnung hier ansehen: [InnoTalk](https://inno-talk.de/events/INE-03-25/) Alle anderen können sich für den nächsten Inno-Talk schon jetzt kostenlos anmelden [Anmelden](https://inno-talk.de/termine/) ### Verwandte Episoden - [Review Day 1: 8th Expert Meeting Packaging Printing – Daring Diversity](https://inno-talk.de/en/review-day-1-8th-expert-meeting-packaging-printing-daring-diversity/) - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Inno-Talk **Schlagwörter:** Bernd_Buesing, Cihat_Languth, Mika_Sang --- ### [35th Inno-Talk Europe - Focus on secondary packaging](https://inno-talk.de/en/35th-inno-talk-europe-focus-on-secondary-packaging/) **Published:** März 24, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **Use of film packaging with recycled material – What happens next?** *Use of film packaging with recycled material – What’s next?* **Highlights of the presentations** **Presentation by Cihat Langguth:** Cihat Langguth from Der Grüne Punkt talked about the role of waste collection and sorting in the production of PCR materials. He emphasised: - The increasing demand for recycled materials and the improvement in quality. - The steadily increasing quality due to process improvements in recycling. - The importance of cooperation between different players in the supply chain. - The challenges and opportunities of using PCR materials from household waste. **Presentation by Mika Sang:** Mika Sang, Duo-Plast, presented the progress and challenges in the use of PCR (Post-Consumer Recycled) materials in the packaging industry using the example of stretch hoods and stretch wrap films. He emphasised the following points: - The 2016 Ellen MacArthur Foundation study and the introduction of the new plastic economy. - The European Green Deal and the PPWR (Plastic Packaging Waste Regulation) with the aim of being climate-neutral by 2050. - The introduction of the plastic tax in the UK and the new benchmarks for PCR content in packaging. - The development and improvement of **PCR stretch films**, including the introduction of a film with **65 % PCR content**. - The challenges of integrating PCR from household waste into existing packaging systems. **Presentation by Bernd Buesing:** Bernd Buesing from Nestlé Germany talked about Nestlé’s vision and commitments in relation to sustainable packaging. He emphasised: - **Nestlé’s global vision** is that no packaging, including plastic, ends up as waste in the environment or in landfill. - **The commitment to design 95 % of plastic packaging for recycling or reuse by 2025.** - Reducing the use of **virgin plastic by a third by 2025.** - The five pillars of Nestlé’s sustainability strategy: less packaging, better packaging, better systems, behavioural change and collaboration along the supply chain. The participants also took the opportunity to ask their questions – here is a typical example from the discussion round. **Participant question:** *Question:* „What role can paper play in securing pallets?“ *Answer from Cihat Langguth:* „That’s a very good question. I know that some trials are underway. I’m sceptical when you consider the properties of paper and the stress on a pallet, but you should never say never. We’ll have to see how things develop.“ This Inno-Talk demonstrated the importance of collaboration and continuous innovation in order to develop and implement sustainable packaging solutions. The projects and discussions presented provide valuable insights into the challenges and progress in the industry. Registered participants can watch the recording here: [InnoTalk](https://inno-talk.de/en/events/INT-05-25/) Everyone else can already register for the next Inno-Talk free of charge: [Register now](https://inno-talk.de/en/events/INT-05-25/) ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Volker Muche zu Paperization und Trends bei Verpackungsentwicklung](https://inno-talk.de/volker-muche-zu-paperization-und-trends-bei-verpackungsentwicklung/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** Disposal / Recycling, Inno-Talk.eu **Schlagwörter:** stretch film, stretch hood --- ### [Aktueller Stand der Mineralöl-Migration](https://inno-talk.de/aktueller-stand-der-mineraloel-migration/) **Published:** März 26, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ***Das Thema der Mineralöl-Migration in und durch Lebensmittelverpackungen umfasst verschiedene Aspekte, darunter wissenschaftliche Grundlagen, Quellen der Kontamination, analytische Methoden, toxikologische Bewertungen und regulatorische Entwicklungen. Wir haben Ihnen auf Basis unseres beliebten Webseminars das [Wesentliche ](https://www.innoform-coaching.de/site/event/detail.php?event_id=1978)hier zusammen gefasst.*** ## **Wissenschaftliche Grundlagen** Mineralöl-Kohlenwasserstoffe werden in zwei Hauptgruppen unterteilt: MOSH (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons) und MOAH (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons). MOSH bestehen aus gesättigten Kohlenwasserstoffen, während MOAH aromatische Kohlenwasserstoffe enthalten. Diese Substanzen unterscheiden sich in ihrer chemischen Struktur und ihren potenziellen gesundheitlichen Auswirkungen. ## **Historische Entwicklung und aktuelle Herausforderungen** Die Diskussion um Mineralöl in Lebensmitteln ist seit den 1990er Jahren präsent, hat aber in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Ein bekanntes Beispiel ist der Adventskalender-Skandal von 2009, bei dem Mineralöl in Schokolade nachgewiesen wurde. Dies führte zu einer verstärkten Aufmerksamkeit und Forschung in diesem Bereich. ## **Quellen der Kontamination** Hauptquellen der Mineralöl-Kontamination sind Kartons und anderen Verpackungsmaterialien, die recyceltes Altpapier enthalten, sowie Verunreinigungen der Lebensmittel durch landwirtschaftliche Maschinen, ungeeignete Transport- oder Verarbeitungsverfahren sowie Anreicherungen entlang der Nahrungskette. ## **Analytische Methoden** Zur Bestimmung von MOSH und MOAH in Lebensmitteln und Verpackungen werden verschiedene analytische Methoden eingesetzt. Diese Methoden umfassen die Extraktion der Substanzen aus dem Material und deren Analyse mittels chromatographischer Techniken. Die Trennung und Analyse dieser Substanzen stellt technische Herausforderungen dar, insbesondere bei der Unterscheidung zwischen MOSH und MOAH. ## **Toxikologische Bewertung** Toxikologisch unterscheiden sich MOSH und MOAH signifikant. MOAH, insbesondere solche mit drei oder mehreren aromatischen Ringen, können erbgutverändernde und krebserzeugende Stoffe enthalten. Es ist bekannt, dass MOSH, die bis zu rund 45 Kohlenstoffatome enthalten, vom Körper aufgenommen werden. Sie wurden beim Menschen in einigen Organen wie Leber und Milz sowie im Fettgewebe nachgewiesen. Die EFSA kommt im Jahr 2023 in ihrer Neubewertung zu dem Schluss, dass die aktuelle Aufnahmemenge an MOSH in der europäischen Bevölkerung über Lebensmittel keinen Grund zur Besorgnis darstellt. Von sehr hohen Dosen abgesehen hat die EFSA keine schädigenden Wirkungen von MOSH auf den Menschen festgestellt. ## **Regulatorische Entwicklungen** Aktuelle regulatorische Entwicklungen umfassen neue EU-Grenzwerte und nationale Verordnungen zur Begrenzung von Mineralöl in Lebensmitteln und Verpackungen. Diese Regelungen zielen darauf ab, die Exposition der Verbraucher gegenüber diesen Substanzen zu minimieren und die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten. Die EU-Kommission hat einen Entwurf vorgelegt, um Grenzwerte für den Höchstgehalt an aromatischen Kohlenwasserstoffen (MOAH) in die europäische Kontaminantenverordnung (Verordnung 2023/915) aufzunehmen. Diese Verordnung zielt darauf ab, die Gehalte von MOAH in verschiedenen Arten von Lebensmitteln zu regulieren, insbesondere in Lebensmitteln mit hohem Fettanteil. ## Orientierungswerte: **Deutsches Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)** Das Standing Committee on Plants, Animal, Food and Feed (SC PFAFF) hat im April 2022 bzw. Oktober 2022 Vorgaben veröffentlicht, was konkret unter der Vorgabe „nicht nachweisbar“ zu verstehen, und wie mit Lebensmittel, in denen MOAH gefunden wurden, umzugehen ist. Demnach sollen alle Lebensmittel vom Markt entfernt werden, wenn der MOAH-Gehalt folgende Bestimmungsgrenzen übersteigt: – 0,5 mg/kg trockene Lebensmittel mit niedrigem Fett-/Ölanteil (≤ 4%) – 1 mg/kg Lebensmittel mit höherem Fett-/Ölanteil (> 4% und ≤ 50%) – 2 mg/kg Lebensmittel mit einem Fett-/Ölanteil > 50% Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat für Lösemittel, die MOSH mit Kohlenstoffkettenlängen von C10 bis C16 sowie von C16 bis C20 enthalten, einen Richtwert für den Übergang auf Lebensmittel in Höhe von 12 mg/kg Lebensmittel bzw. 4 mg/kg Lebensmittel abgeleitet. ## **Praktische Aspekte und Teststrategien** Zur Sicherstellung der Lebensmittelsicherheit und Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben sind Teststrategien erforderlich, um die Barrierewirkung von Verpackungen gegen MOSH und MOAH zu überprüfen. Dies umfasst die Analyse der spezifischen Migration von Mineralölen aus Verpackungsmaterialien in Lebensmittel. Diese umfassende Betrachtung der Mineralöl-Migration in Lebensmittel zeigt die Komplexität und die Notwendigkeit weiterer Forschung und regulatorischer Maßnahmen, um die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten. Fest steht, dass mit modernen, Barrierefolien MOSH und MOAH verlässlich aus verpackten Lebensmitteln fern gehalten werden können. Bei Fragen rund um dieses Thema sprechen Sie gerne mit [Heike Schwertke](https://www.innoform-testservice.de/spezifische-migration). [Seminar zum Thema](https://www.innoform-coaching.de/themen/lebensmittelrecht-fuer-verpackungen) ### Verwandte Episoden - [Folien-Material-Analyse Podcast mit Daniel Wachtendorf](https://inno-talk.de/folien-material-analyse-podcast-mit-daniel-wachtendorf/) - [Was haben Druckfarben mit Nachhaltigkeit zu tun?](https://inno-talk.de/was-haben-druckfarben-mit-nachhaltigkeit-zu-tun/) - [Belal Habib zu DeInking, DeLamination und Functional Coatings](https://inno-talk.de/belal-habib-zu-deinking-delamination-und-functional-coatings/) **Kategorien:** Allgemein, Folienprüfung & Analytik, Lebensmittelrecht, Lebensmittelverpackung **Schlagwörter:** Migration, MOAH, MOSH --- ### [Current status of mineral oil migration](https://inno-talk.de/en/current-status-of-mineral-oil-migration/) **Published:** März 26, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ***The topic of mineral oil migration into and through food packaging covers various aspects, including scientific principles, sources of contamination, analytical methods, toxicological assessments and regulatory developments. We have summarised the essentials for you here based on our popular web seminar.*** ## **Scientific foundations** Mineral oil hydrocarbons are divided into two main groups: MOSH (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons) and MOAH (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons). MOSH consist of saturated hydrocarbons, while MOAH contain aromatic hydrocarbons. These substances differ in their chemical structure and their potential health effects. ## **Historical development and current challenges** The debate about mineral oil in food has been going on since the 1990s, but has become increasingly important in recent years. One well-known example is the Advent calendar scandal of 2009, in which mineral oil was found in chocolate. This led to increased attention and research in this area. ## **Sources of contamination** The main sources of mineral oil contamination are cardboard boxes and other packaging materials containing recycled waste paper, as well as contamination of food by agricultural machinery, unsuitable transport or processing methods and accumulation along the food chain. ## **Analytical methods** Various analytical methods are used to determine MOSH and MOAH in food and packaging. These methods include extracting the substances from the material and analysing them using chromatographic techniques. Separating and analysing these substances poses technical challenges, particularly in distinguishing between MOSH and MOAH. ## **Toxicological evaluation** The toxicological assessment of MOSH and MOAH shows that these substances can be potentially harmful to health. Studies have shown that MOSH can accumulate in tissues and form [granulomas ](https://de.wikipedia.org/wiki/Granulom), which may harbour health risks. MOAHs, especially those with three or more aromatic rings, are known to be carcinogenic. ## **Regulatory developments** Current regulatory developments include new EU limits and national regulations to limit mineral oil in food and packaging. These regulations aim to minimise consumer exposure to these substances and ensure food safety. The EU Commission has presented a draft to include maximum levels of aromatic hydrocarbons (MOAH) in the European Contaminants Regulation (Regulation 2023/915). This regulation aims to regulate the levels of MOAH in different types of food, especially in foods with a high fat content.Current regulatory developments include new EU limits and national regulations to limit mineral oil in food and packaging. These regulations aim to minimise consumer exposure to these substances and ensure food safety. The EU Commission has presented a draft to include maximum levels of aromatic hydrocarbons (MOAH) in the European Contaminants Regulation (Regulation 2023/915). This regulation aims to regulate the levels of MOAH in different types of food, especially in foods with a high fat content. ## Guidance values In April 2022 and October 2022, the Standing Committee on Plants, Animal, Food and Feed (SC PFAFF) published guidelines on what is specifically meant by the „non-detectable“ requirement and how to deal with food in which MOAH has been found. Accordingly, all foods should be removed from the market if the MOAH content exceeds the following limits of determination: - 0.5 mg/kg dry food with low fat/oil content (≤ 4%) - 1 mg/kg food with higher fat/oil content (> 4% and ≤ 50%) - 2 mg/kg Food with a fat/oil content > 50% For solvents containing MOSH with carbon chain lengths from C10 to C16 and from C16 to C20, the Federal Institute for Risk Assessment (BfR) has derived a guideline value for the transfer to food of 12 mg/kg food or 4 mg/kg food. ## **Practical aspects and test strategies** To ensure food safety and compliance with legal requirements, test strategies are required to check the barrier effect of packaging against MOSH and MOAH. This includes analysing the specific migration of mineral oils from packaging materials into food. This comprehensive consideration of mineral oil migration into food shows the complexity and the need for further research and regulatory measures to ensure food safety. What is certain is that modern barrier films can reliably keep mosh and moah out of packaged foods. If you have any questions on this topic, please contact [Heike Schwertke](https://www.innoform-testservice.de/en/spezifische-migration). [Seminar on the topic](https://www.innoform-coaching.de/en/themen/lebensmittelrecht-fuer-verpackungen) ### Verwandte Episoden - [Folien-Material-Analyse Podcast mit Daniel Wachtendorf](https://inno-talk.de/folien-material-analyse-podcast-mit-daniel-wachtendorf/) - [Was haben Druckfarben mit Nachhaltigkeit zu tun?](https://inno-talk.de/was-haben-druckfarben-mit-nachhaltigkeit-zu-tun/) - [Belal Habib zu DeInking, DeLamination und Functional Coatings](https://inno-talk.de/belal-habib-zu-deinking-delamination-und-functional-coatings/) **Kategorien:** Uncategorized --- ### [Zertifizierung zur Rückverfolgbarkeit von Post Consumer Rezyklaten](https://inno-talk.de/zertifizierung-zur-rueckverfolgbarkeit-von-post-consumer-rezyklaten/) **Published:** April 2, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **Ein Webseminar, das es in sich hat.** Hier kommen die Highlights für alle, die sich mit zertifizierten Rezyklaten beschäftigen. ***Das Webseminar zur Zertifizierung von Post-Consumer-Rezyklaten, geleitet von Andreas Holt, bietet eine umfassende Einführung in die aktuellen Standards und Prozesse zur Rückverfolgbarkeit und Zertifizierung von recycelten Kunststoffen. Hier sind die wichtigsten Themen und Erkenntnisse des Webseminars:*** 1. **Einführung in die Zertifizierung von Rezyklaten:** Andreas stellt die Bedeutung der Zertifizierung von Rezyklaten vor und erklärt die Notwendigkeit der Einhaltung europäischer und nationaler Gesetze zur Erhöhung der Recyclingquoten und zur Dokumentation des Rezyklatanteils in Produkten. 2. **Recyclingprozess nach DIN EN 15343:** Der Recyclingprozess beginnt mit der Annahme von Abfällen und deren Umwandlung in verwertbare Stoffe. Andreas erläutert die Norm DIN EN 15343, die die Standards für das Recycling von Kunststoffen festlegt. 3. **Übergang von EuCertPlast zu RecyClass:** Das Webseminar behandelt den Übergang von der EuCertPlast-Zertifizierung zu RecyClass, einem akkreditierten Prozess nach DIN 17665. Dieser Wechsel wird durch nationale Gesetze und die Notwendigkeit einer verlässlicheren Zertifizierung vorangetrieben. 4. **Module und Anforderungen für die Zertifizierung:** Es werden verschiedene Module und Anforderungen für die Zertifizierung von Rezyklaten vorgestellt, darunter spezielle Anforderungen für Food-Kontaktmaterialien und Dekontaminationstechniken. 5. **Blauer Engel Zertifikat:** Das Webseminar geht auch auf das Blauer Engel Zertifikat ein, das für Produkte vergeben wird, die mindestens 80 % zertifiziertes Post-Consumer-Rezyklat enthalten. 6. **Recyclingfähigkeit von Produkten:** Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Bewertung der Recyclingfähigkeit von Produkten. Andreas stellt verschiedene Kataloge und Online-Tools vor, die zur Bewertung und Zertifizierung der Recyclingfähigkeit verwendet werden können. 7. **Rückverfolgbarkeit von Rezyklaten:** Das Webseminar erläutert die Rückverfolgbarkeit von Rezyklaten durch die gesamte Wertschöpfungskette, einschließlich der Dokumentation des Rezyklatanteils und der Verwendung von Modellen zur Vermischung und Kontrolle. 8. **Weitere Rezyklat-Labels:** Es werden auch andere Rezyklat-Label vorgestellt, die von verschiedenen Organisationen vergeben werden, um den Anteil von Post-Consumer-Rezyklaten in Produkten zu kennzeichnen. **Zusammenfassung:** Das Webseminar bietet eine detaillierte Einführung in die Zertifizierung und Rückverfolgbarkeit von Post-Consumer-Rezyklaten. Es erläutert die aktuellen Standards, Prozesse und Anforderungen, die für die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und die Erhöhung der Recyclingquoten notwendig sind. Die Teilnehmenden erhalten wertvolle Einblicke in die verschiedenen Zertifizierungsschemata und die Bedeutung der Recyclingfähigkeit von Produkten. Aufzeichnung ansehen Fragen und Anregungen senden Sie bitte gern an [Andreas Holt](https://www.innoform-coaching.de/referenten/andreas-holt) ### Verwandte Episoden - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Marcus Holland über Rezyklatherstellung und -anwendung](https://inno-talk.de/marcus-holland-ueber-rezyklatherstellung-und-anwendung/) - [Leitlinien zum Rezyklateinsatz bei Lebensmittelverpackungen](https://inno-talk.de/leitlinien-zum-rezyklateinsatz-bei-lebensmittelverpackungen/) **Kategorien:** Allgemein, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung **Schlagwörter:** Andreas_Holt, Recycling, Zertifizierung --- ### [Certification for the traceability of post-consumer recyclates](https://inno-talk.de/en/certification-for-the-traceability-of-post-consumer-recyclates/) **Published:** April 2, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **A web seminar that packs a punch.** Here are the highlights for all those who deal with certified recyclates. ***This web seminar on the certification of post-consumer recyclates, led by Andreas Holt, provides a comprehensive introduction to the current standards and processes for the traceability and certification of recycled plastics. Here are the key topics and results from the web seminar:*** 1. **Introduction to the certification of recyclates:** Andreas presents the importance of the certification of recyclates and explains the need to comply with European and national laws to increase recycling rates and to document the proportion of recyclates in products. 2. **Recycling process according to DIN EN 15343:** The recycling process begins with the acceptance of waste and its conversion into recyclable materials. Andreas explains the DIN EN 15343 standard, which defines the standards for the recycling of plastics. 3. **Transition from EuCertPlast to RecyClass:** The web seminar covers the transition from EuCertPlast certification to RecyClass, an accredited process according to DIN 17665. This change is driven by national legislation and the need for more reliable certification. 4. **Modules and requirements for certification:** Various modules and requirements for the certification of recyclates are presented, including special requirements for food contact materials and decontamination techniques. 5. **Blue Angel certificate:** The web seminar also covers the Blue Angel certificate, which is awarded to products that contain at least 80 % certified post-consumer recyclate. 6. **Recyclability of products:** Another focus is on assessing the recyclability of products. Andreas presents various catalogues and online tools that can be used to assess and certify recyclability. 7. **Traceability of recyclates:** The web seminar explains the traceability of recyclates through the entire value chain, including the documentation of the recyclate content and the use of models for mixing and control. 8. **Other recyclate labels:** Other recyclate labels are also presented, which are awarded by various organisations to indicate the proportion of post-consumer recyclates in products. **Summary:** This web seminar provides a detailed introduction to the certification and traceability of post-consumer recyclates. It explains the current standards, processes and requirements needed to comply with legislation and increase recycling rates. Participants will gain valuable insights into the various certification schemes and the importance of the recyclability of products. [Mor Information](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/certification-for-the-traceability-of-post-consumer-recyclates-an-overview-2025) Please send questions and suggestions to [Andreas Holt](https://www.innoform-coaching.de/referenten/andreas-holt) ### Verwandte Episoden - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Leitlinien zum Rezyklateinsatz bei Lebensmittelverpackungen](https://inno-talk.de/leitlinien-zum-rezyklateinsatz-bei-lebensmittelverpackungen/) - [Kennzeichnung von Kunststoffen mit Tracern für mehr Kreislaufwirtschaft](https://inno-talk.de/kennzeichnung-von-kunststoffen-mit-tracern-fuer-mehr-kreislaufwirtschaft-interview-mit-nelly-freitag-vom-fraunhofer-ivv/) **Kategorien:** Film production / Converting, Uncategorized --- ### [Grundlagen der PPWR](https://inno-talk.de/grundlagen-der-ppwr/) **Published:** April 8, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **Wesentliche Aussagen im Webseminar über[ PPWR und Flexpack](https://www.innoform-coaching.de/site/event/detail.php?event_id=2068)** ***Die PPWR (Verordnung der EU 2025/40) ersetzt die Richtlinie 94/62/EG und ändert die Verordnung 2019/1020 sowie die Richtlinie 2019/904. Die PPWR umfasst 71 Artikel und 12 Anhänge auf insgesamt 124 Seiten. Wichtige Definitionen umfassen Hersteller und Erzeuger, wobei der Hersteller die Verpackung in den Verkehr bringt und der Erzeuger das Produkt physisch herstellt.*** **Hauptziele der PPWR** Die PPWR verfolgt mehrere Ziele: 1. **Reduzierung des Verpackungsaufkommens**: Bis 2030 soll das Verpackungsaufkommen um 5 % reduziert werden, bis 2035 um 10 % und bis 2040 um 15 %. 2. **Kreislaufwirtschaft**: Einführung von Recyclingfähigkeit und Mindestrezyklatanteilen. 3. **Wiederverwendung**: Bis 2030 sollen mindestens 20 % des Kunststoffverpackungsaufkommens im Lebensmittelsektor **wiederverwendbar** sein, bis 2040 sogar 40 %. 4. **Erweiterte Herstellerverantwortung**: Der Hersteller begleitet die Verpackung bis zum Ende des Lebenszyklus und übernimmt die Kosten für Sammlung, Sortierung und Recycling. 5. **Einführung und Ausbau von Pfand- und Rücknahmesystemen**: Bis 2029 sollen mindestens 90 % der Kunststoffflaschen in Pfand- und Rücknahmesystemen landen. 6. **Transparenz durch Kennzeichnung**: Harmonisierte Normen für Kennzeichnungen sollen bis 2026 entwickelt werden. **Recyclingfähigkeit und Materialauswahl** Die PPWR fordert eine Recyclingfähigkeit von Verpackungen, wobei ab 2030 Verpackungen mit weniger als 70 % Recyclingfähigkeit nicht mehr in Verkehr gebracht werden dürfen. Bis 2030 müssen PET-Verpackungen 30 % Rezyklat enthalten, andere kontaktsensible Verpackungen 10 %, und nicht kontaktsensible Verpackungen 35 %. Bei der Materialauswahl werden Monomaterialien und keine stark eingefärbten Materialien bevorzugt, um die Recyclingfähigkeit zu erhöhen. **Technische Dokumentation und Konformitätserklärung** Erzeuger müssen eine technische Dokumentation erstellen, die eine allgemeine Beschreibung der Verpackung, Zeichnungen, Materialien, Pläne, Normen und technische Spezifikationen sowie Prüfberichte enthält. Die Konformitätserklärung muss eine eindeutige Identifikation der Verpackung, Name und Anschrift des Erzeugers, eine Beschreibung der Verpackung und die Erfüllung der EU-Rechtsvorschriften enthalten. ## F**risten laut PPWR** - **31. Dezember 2025** - Max. 40 leichte Kunststofftragetaschen pro Kopf/Jahr - Recyclingquoten: 50 % Kunststoff, 75 % Papier/Karton, 50 % Aluminium, 70 % Glas - **12. Februar 2027** - Verpflichtendes Angebot zur Befüllung eigener Gefäße im HoReCa-Bereich (Cafés, Restaurants, Hotels) - **1. Januar 2028** - Kennzeichnung von Abfallbehältern - Berichterstattung zu Mengen, Sammel- und Recyclingquoten - Mehrwegverpackungsangebot im HoReCa-Bereich verpflichtend - **12. August 2028** - Harmonisierte Kennzeichnungspflicht aller Verpackungen --- #### **Mittelfristig** - **1. Januar 2030** - Verbot von Einwegverpackungen (z. B. Obst/Gemüse < 1,5 kg, Einzelportionen in Gastronomie) - Verpackungen mit Recyclingfähigkeit < 70 % dürfen nicht mehr in Verkehr gebracht werden - Inkrafttreten der Mindestrezyklatanteile: - z. B. 30 % PET (kontaktsensibel), 10 % sonstige kontaktsensible, 35 % andere - 10 % Wiederverwendungspflicht im HoReCa-Bereich - 40 % der Transportverpackungen müssen wiederverwendbar sein - Reduktion des Verpackungsaufkommens um 5 % - Wegfall der Recycling-Leistungsstufe **D** - Alle Verpackungen müssen den neuen Normen entsprechen - Kennzeichnungspflicht besorgniserregender Stoffe - **31. Dezember 2030** - Recyclingquote Kunststoff: mind. 55 % - Recyclingquote Papier/Karton: mind. 85 % --- #### **Langfristig** - **1. Januar 2035** - „Recycling at Scale“ verpflichtend - Reduktion des Verpackungsaufkommens um 10 % - Wegfall der Leistungsstufe **C** - **1. Januar 2040** - Reduktion des Verpackungsaufkommens um 15 % - 70 % der Transportverpackungen müssen wiederverwendbar sein - Erhöhung der Mindestrezyklatanteile --- **Fazit** [Daniel Wachtendorf](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=80375) betonte die positiven Aspekte der PPWR und die Notwendigkeit von Innovationen und Zusammenarbeit, um die Ziele zu erreichen. Die PPWR bietet viele Denkanstöße und ist eine Verordnung, die den Markt deutlich voranbringen wird. Weitere Veranstaltungen rund um dieses Thema Kreislaufwirtschaft finden Sie hier. [Kreislaufwirtschaft](https://innoform-coaching.de/site/topic/detail.php?event_group_id=10) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Verordnung (EU) 2025/40 (PPWR ): PFAS werden strenger geregelt](https://inno-talk.de/ppwr-eu-2025-40-pfas-werden-strenger-geregelt/) - [PPWR und Flexpack: Pflichten, Verbote & Designspielräume](https://inno-talk.de/ppwr-und-flexpack-pflichten-verbote-designspielraeume/) **Kategorien:** Allgemein **Schlagwörter:** Daniel_Wachtendrof, Kreislaufwirtschaft, PPWR --- ### [Fortbildung zum zertifizierten PackmittelEXPERTEN](https://inno-talk.de/fortbildung-zum-zertifizierten-packmittelexperten/) **Published:** April 10, 2025 **Author:** Mo Marie Schröder **Content:** ***Stellen Sie sich häufig die Frage, wie Sie Ihre Packmittel nachhaltiger gestalten können?*** ***Nach der Fortbildung zum Packmittelexperten sind Sie in der Lage , diese und weitere Fragen rund um das Thema nachhaltigere Verpackungskonzepte zu beantworten.*** ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/04/P1050508-1024x1024.jpg)***Wann? An 12 Terminen vom 29.09.25 bis 28.11.25*** ***Wo? Innovationscampus Sigmaringen, Marie-Curie-Str. 20, 72488 Sigmaringen oder Zoom (Hybrid)*** ***Einige Fortbildungsmodule sind auch einzeln buchbar!*** ***Mehr Informationen und Anmeldung unter:*** [***https://packmittelexperten.de/***](https://packmittelexperten.de/) *****FORTBILDUNGSMODULE***** Grundlagen ​ VerpackungenPackstoffe und ​ PackmittelVerpackungsprozesse ​ und -technologienGrundlagen ​ NachhaltigkeitRegulatorische RahmenbedingungenProjekt- und Qualitäts-managementCase Studies Die Termine sind ungünstig für Sie? Teilen Sie uns gern per Email an kleiner@wfs-sigmaringen.de mit, wenn Sie Interesse an der Fortbildung haben und gern zu einem anderen Zeitpunkt teilnehmen möchten. [![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/04/image-14-1024x259.png)](https://packmittelexperten.de/)### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Lebensmittel- und Pharmaverpackungen aus Monofolien](https://inno-talk.de/lebensmittel-und-pharmaverpackungen-aus-monofolien/) - [Training Programme to become a certified packagingEXPERT](https://inno-talk.de/en/training-programme-to-become-a-certified-packagingexpert/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Allgemein, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung **Schlagwörter:** Packmittelexperten, WFS --- ### [Training Programme to become a certified packagingEXPERT](https://inno-talk.de/en/training-programme-to-become-a-certified-packagingexpert/) **Published:** April 14, 2025 **Author:** Mo Marie Schröder **Content:** Do you often ask yourself how you can make your packaging more sustainable? After completing the packaging expert training programme, you will be able to answer this and other questions relating to more sustainable packaging concepts. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/04/P1050508-1-1024x1024.jpg)When? On 12 dates from 29.09.25 to 28.11.25 Where? Innovationscampus Sigmaringen, Marie-Curie-Str. 20, 72488 Sigmaringen or Zoom (hybrid) Some training modules can also be booked individually! More information and registration at ***TRAINING MODULES*** Basics in​ PackagingPackaging Materials ​ and ConceptsPackaging Processes ​ and TechnologyBasics in ​ SustainabilityRegulatory ​ FrameworkProject- and Quality-managementCase Studies Are the dates inconvenient for you? Please let us know by email at kleiner@wfs-sigmaringen.de if you are interested in the training programme and would like to attend at a different time. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/04/image-20-1024x276.png) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) - [Lebensmittel- und Pharmaverpackungen aus Monofolien](https://inno-talk.de/lebensmittel-und-pharmaverpackungen-aus-monofolien/) **Kategorien:** Uncategorized **Schlagwörter:** Alina_Kleiner, PackagingEXPERT, WFS --- ### [Aluminiumfolie in flexiblen Verpackungen](https://inno-talk.de/aluminiumfolie-in-flexiblen-verpackungen/) **Published:** April 22, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ***Ein umfassender Überblick aus einem einzigartigen Webseminar von Innoform Coaching*** ***Aluminiumfolie spielt eine entscheidende Rolle in der flexiblen Verpackungsindustrie. Dr. Günter Schubert erläuterte in einem Webseminar die Herstellung, Eigenschaften und Anwendungen von Aluminiumfolie und ging dabei auf verschiedene technische Aspekte ein.*** ## **Herstellung von Aluminiumfolie** Die Herstellung von Aluminiumfolie beginnt mit dem Abbau von Bauxit, aus dem Aluminium gewonnen wird. [Günter Schubert](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=39054) erklärte den Prozess der Reinigung des Rohstoffs und die Elektrolyse, die zur Gewinnung von Aluminium führt. Anschließend wird das Aluminium zu Walzbarren gegossen und in mehreren Schritten gewalzt, um die gewünschte Dicke zu erreichen. ***Wussten Sie übrigens, woher die matte und die glänzende Seite von dünnen Alu-Folien herrührt?*** Die matte Seite wird durch die beim Walzen aufeinanderliegenden Innenseiten erzeugt. Die Außenseite ist glänzend und wird durch die Rauheit der Walzenoberflächen bestimmt. ![Glanz- und Mattseite von Aluminiumfolien](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/04/Glanz-und-Mattseite-bei-Alu-1024x582.png)## **Eigenschaften und Vorteile von Aluminiumfolie** Aluminiumfolie bietet eine hervorragende Barriere gegen Sauerstoff, Wasserdampf und Aromen. Diese Eigenschaft macht sie besonders geeignet für Verpackungen, die eine lange Haltbarkeit erfordern, wie z. B. bei sterilisierbaren Verpackungen. Herr Schubert betonte, dass Aluminiumfolie auch bei hohen Temperaturen ihre Barriereeigenschaften beibehält, was sie ideal für Anwendungen wie Katzenfutterstandbeutel und Getränkekartons macht. ## **Anwendungen in der Verpackungsindustrie** Ein Beispiel für die Anwendung von Aluminiumfolie ist der Getränkekarton. Herr Schubert zeigte, wie dünne Aluminiumfolie in Getränkekartons verwendet wird, um eine hohe Barrierewirkung zu erzielen. Er erläuterte auch die Vorteile der Induktionssiegelung, bei der die Aluminiumfolie als Antenne für die Wärme dient und so eine schnelle und effiziente Siegelung ermöglicht. In Folienanwendungen werden Aluminiumfolien immer dann eingesetzt, wenn eine optimale Barrierewirkung erforderlich ist. Beispiele sind Babynahrung oder Getränkebeutel. ## **Chemische Beständigkeit von Aluminium** Aluminium ist in einem pH-Bereich von 4 bis 8,5 chemisch stabil. Herr Schubert erklärte, dass Aluminium außerhalb dieses Bereichs angegriffen werden kann, was die Verwendung von Aluminiumfolie in bestimmten Anwendungen einschränkt. Beispielsweise ist Aluminiumfolie nicht geeignet für Verpackungen mit sauren oder alkalischen Inhalten, wie Essiggurken. ## **Zukunft der Aluminiumfolie** Die Diskussion über die Zukunft der Aluminiumfolie in der flexiblen Verpackungsindustrie zeigte, dass Aluminiumfolie trotz der Herausforderungen im Recycling weiterhin eine wichtige Rolle spielen wird. Herr Schubert betonte, dass die Barriereeigenschaften und die Siegelperformance von Aluminiumfolie unübertroffen sind und dass sie in vielen Anwendungen nicht ersetzt werden kann. **Fazit** Aluminiumfolie bietet zahlreiche Vorteile in der flexiblen Verpackungsindustrie, insbesondere durch ihre hervorragenden Barriereeigenschaften und ihre chemische Beständigkeit. Trotz der Herausforderungen im Recycling bleibt Aluminiumfolie ein unverzichtbares Material für viele Verpackungsanwendungen. Weitere Veranstaltungen rund um dieses Thema Kreislaufwirtschaft finden Sie hier. [Flexpack Grundlagen](https://www.innoform-coaching.de/themen/grundlagen-der-verpackungsfolien) ### Typische **Anwendungen von Aluminiumfolie in der Verpackungsindustrie** (Beispiele aus dem Webseminar) - **Lebensmittelverpackungen** - Katzenfutterstandbeutel: Hohe Barriere gegen Sauerstoff und Wasserdampf. - Joghurtdeckel: Heißsiegelbeschichtet, bewahrt Frische. - Kaffee-Verpackungen: Schützt Aroma und Frische. - **Getränkekartons** - O-Saft-Verpackungen: Verhindert Vitaminabbau und Verfärbung. - Milchverpackungen: Lange Haltbarkeit, Schutz vor Licht und Sauerstoff. - **Pharmazeutische Verpackungen** - Blisterverpackungen: Schutz vor Feuchtigkeit und Licht. - Salbenverpackungen: Sichere Versiegelung, Schutz vor äußeren Einflüssen. - **Sterilisierbare Verpackungen** - Sterilisierbare Beutel: Hohe Temperaturbeständigkeit, sichere Barriere. - Medizinische Verpackungen: Schutz während Sterilisation. - **Flexible Verpackungen** - Standbeutel: Hohe Barriere gegen Sauerstoff und Feuchtigkeit. - Snack-Verpackungen: Schutz vor Feuchtigkeit und Licht, bewahrt Frische. - **Induktionssiegelung** - Getränkekartons: Schnelle und effiziente Versiegelung. - Pharmazeutische Verpackungen: Sichere und schnelle Versiegelung. ### Verwandte Episoden - [Folien-Material-Analyse Podcast mit Daniel Wachtendorf](https://inno-talk.de/folien-material-analyse-podcast-mit-daniel-wachtendorf/) - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Allgemein, Barrierefolien, Folienherstellung/Veredelung, Lebensmittelverpackung **Schlagwörter:** Aluminium, Aluminiumfolie, Günter_Schubert, Webseminar --- ### [Aluminium foil in flexible packaging](https://inno-talk.de/en/aluminium-foil-in-flexible-packaging/) **Published:** April 22, 2025 **Author:** Mo Marie Schröder **Content:** Innoform Coaching presents a comprehensive overview of a unique web seminar on the crucial role of aluminium foil in the flexible packaging industry. In this web seminar, Dr Günter Schubert explained the production, properties and applications of aluminium foil and discussed various technical aspects. ***Manufacture of aluminium foil*** The production of aluminium foil begins with the mining of bauxite, from which aluminium is extracted. Günter Schubert then provided a detailed explanation of the process of purifying the raw material and the electrolysis that leads to the extraction of aluminium. The aluminium is then cast into roller ingots and rolled in several steps to achieve the desired thickness. By the way, did you know where the matt and glossy surface of thin aluminium foils come from? The matt finish is achieved through the process of rolling, where the inner sides are layered on top of each other. The outer surface is characterised by a glossy finish, which is determined by the roughness of the roller surfaces. **The glossy and matt sides of aluminium foil** ![Glanz- und Mattseite von Aluminiumfolien](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/04/Glanz-und-Mattseite-bei-Alu-1024x582.png) **Properties and advantages of aluminium foil** Aluminium foil is an excellent barrier against oxygen, water vapour and aromas. This property makes it particularly suitable for packaging that requires a long shelf life, such as sterilisable packaging. Mr Schubert highlighted the fact that aluminium foil retains its barrier properties even at high temperatures, making it ideal for use in applications such as cat food stand-up pouches and beverage cartons. **Applications in the packaging industry** One example of the use of aluminium foil is in beverage cartons. Mr Schubert explained how thin aluminium foil is used in beverage cartons to achieve a high barrier effect. He also explained the advantages of induction sealing, in which the aluminium foil serves as an antenna for the heat, enabling fast and efficient sealing. Aluminium foil is always used in foil applications where an optimal barrier effect is required. Examples include baby food and beverage pouches. Chemical resistance of aluminium Aluminium is chemically stable in a pH range of 4 to 8.5. Mr Schubert explained that aluminium can be attacked outside this range, which limits the use of aluminium foil in certain applications. For example, aluminium foil is not suitable for packaging acidic or alkaline contents, such as pickled gherkins. The future of aluminium foil The discussion about the future of aluminium foil in the flexible packaging industry showed that aluminium foil will continue to play an important role despite the challenges in recycling. Mr Schubert emphasised that the barrier properties and sealing performance of aluminium foil are unmatched and that it cannot be replaced in many applications. Conclusion Aluminium foil offers numerous advantages in the flexible packaging industry, particularly due to its excellent barrier properties and chemical resistance. Despite the challenges in recycling, aluminium foil remains an indispensable material for many packaging applications. Further events on the topic of recycling can be found here. [Flexpack basics](https://www.innoform-coaching.de/en/themen/grundlagen-der-verpackungsfolien) Typical applications of aluminium foil in the packaging industry (examples from the web seminar) - Food packaging - Cat food stand-up pouches: High barrier against oxygen and water vapour. - Yoghurt lids: Heat-sealed coating, preserves freshness. - Coffee packaging: Protects aroma and freshness. - Beverage cartons - Orange juice packaging: Prevents vitamin degradation and discolouration. - Milk packaging: Long shelf life, protection from light and oxygen. - Pharmaceutical packaging - Blister packaging: Protection from moisture and light. - Ointment packaging: Secure sealing, protection from external influences. - Sterilisable packaging - Sterilisable pouches: High temperature resistance, secure barrier. - Medical packaging: Protection during sterilisation. - Flexible packaging - Stand-up pouches: High barrier against oxygen and moisture. - Snack packaging: Protection against moisture and light, preserves freshness. - Induction sealing - Beverage cartons: Fast and efficient sealing. - Pharmaceutical packaging: Secure and fast sealing. ### Verwandte Episoden - [Folien-Material-Analyse Podcast mit Daniel Wachtendorf](https://inno-talk.de/folien-material-analyse-podcast-mit-daniel-wachtendorf/) - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** Uncategorized **Schlagwörter:** Aluminium, Aluminium foil, Günter_Schubert, Webseminar --- ### [Rigid-to-Flex-Shift](https://inno-talk.de/rigid-to-flex-shift/) **Published:** April 30, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ***Viele Gespräch mit Experten und einer KI bringen mich zu diesem Text. Was denkt die Flexpack Community darüber – Kommentare in alle Richtungen sind herzlich willkommen! „Business as usaual“ war gestern, oder? Kommt ein* Rigid-to-Flex-Shift?** ### 1 | Einordnung der Verordnung Mit der **Packaging & Packaging Waste Regulation (PPWR)** hat die EU eine Verordnung verabschiedet, die nicht nur Recyclingquoten vorschreibt, sondern erstmals **absolute Abfallminderungsziele** festlegt (-5 % bis 2030, -10 % bis 2035, -15 % bis 2040 gegenüber 2018). Für Kunststoffe kommen zudem **Rezyklatpflichten** und ein verbindliches **Design-for-Recycling-Kriterium** („recycelbar im industriellen Maßstab“) hinzu. Diese Vorgaben wirken sich unmittelbar auf Materialwahl, Packungsformat und Lieferkette aus. Besonders betroffen sind Produkte, die heute noch in **schweren, starren Gebinden** abgefüllt werden – denn Gewicht und Volumen gehen künftig direkt in das Abfallkonto eines Herstellers ein. --- ### 2 | Warum flexible Verpackungen profitieren ### 2.1 Weniger Masse = weniger Abfall Ein Stand-Up-Pouch benötigt oft **90 % weniger Material** als ein Glas gleicher Füllmenge. Für Marken bedeutet das: Ohne eine einzige Portion weniger zu verkaufen, sinken die erzeugten Abfallmengen spürbar – exakt das Ziel, das die PPWR vorgibt. ### 2.2 Recyclingfähigkeit lässt sich technisch lösen Moderne **Mono-PE- oder Mono-PP-Folien** können mit hauchdünnen Barrieren (z. B. MDO-PE + SiOx-Beschichtungen) dieselbe Produktsicherheit bieten wie Mehrschichtfolien. Sie erfüllen gleichzeitig die neue EU-Definition „hochgradig recycelbar“. Damit muss der Hersteller weder auf Produktschutz noch auf Regulatorik verzichten. ### 2.3 Kreislauf schließt sich Ab 2030 verlangen die PPWR-Quoten, dass kunststoffbasierte Lebensmittelverpackungen **bis zu 35 % Post-Consumer-Rezyklat** enthalten. Flexible Verpackungen sind hier kein Nachzügler mehr: mehrlagige Coex-Folien integrieren bereits PCR-PE oder PCR-PP in der mittleren Schicht, ohne Sensorik oder Migration zu beeinträchtigen. --- ### 3 | Marktausblick bis 2030 JahrFlexibel (Mrd USD)Starr (Kunststoff) (Mrd USD)Flex-Anteil202563,270,747 %202873,175,649 %203080,779,150,5 %Prognose der Marktanteile in der EU Quellen: Mordor Intelligence: Markt für flexible Verpackungen in Europa (2024); Mordor Intelligence: Markt für starre Kunststoffverpackungen in Europa (2024); eigene CAGR-Hochrechnung für 2025–2030. --- > 2030 wird erstmals **mehr als jeder zweite Euro** im europäischen Lebensmittel­verpackungs­markt in flexible Formate investiert. --- ### 4 | PPWR-Fristen & konkrete Hebel 1. **Reduzierung des Verpackungsaufkommens**: Bis 2030 soll das Verpackungsaufkommen um 5 % reduziert werden, bis 2035 um 10 % und bis **2040 um 15 %**. 2. **Kreislaufwirtschaft**: Einführung von Recyclingfähigkeit und **Mindestrezyklatanteilen**. 3. **Wiederverwendung**: Bis 2030 sollen mindestens 20 % des Kunststoffverpackungsaufkommens im Lebensmittelsektor **wiederverwendbar** sein, bis 2040 sogar 40 %. 4. **Erweiterte Herstellerverantwortung**: Der Hersteller begleitet die Verpackung bis zum Ende des Lebenszyklus und übernimmt die Kosten für Sammlung, Sortierung und Recycling. 5. **Einführung und Ausbau von Pfand- und Rücknahmesystemen**: Bis 2029 sollen mindestens 90 % der Kunststoffflaschen in Pfand- und Rücknahmesystemen landen. 6. **Transparenz durch Kennzeichnung**: Harmonisierte Normen für Kennzeichnungen sollen bis 2026 entwickelt werden. Detaillierte Informationen zur PPWR und ihren Fristen bieten wir auch in unserem Inno-Talk NEWS: [Grundlagen der PPWR – InnoTalk](https://inno-talk.de/grundlagen-der-ppwr/) und der Webseminarreihe zur PPWR an. [Zu den Webseminaren](https://www.innoform-coaching.de/themen/kreislaufwirtschaft-und-recycling) --- ### 5 | Schätzungen Praxisbeispiele (2024 → 2030) SegmentStatus 2024Prognose 2030ErläuterungSoßen / Suppen30 % Pouch> 55 % PouchGewichtsparität im Regal, plus Nachfüllkonzepte in DRS-Systemen.Tiernahrung (nass)45 % Beutelca. 70 % BeutelAluminiumdosen verlieren wegen hoher CO₂-Bilanz und Rezyklatpflicht.Babynahrungs-Quetschies80 % Pouch≈ 90 % PouchGläser bleiben Nische für Premium-Bio-Segmente.Trockenprodukte (Reis, Kaffee)Karton + PE-InnensackMonomaterial-Beutel > 60 %Papier-Monopouches mit EVOH-Lack werden Standard.Quelle: Packaging World Insights 2024; Euromonitor Packaged Food Trends 2024; Eigene Marktanalyse.--- ### 6 | Was Unternehmen jetzt tun sollten 1. **Portfolioprüfung 2025/26** Jede starre Packung gegen eine flexible Option spiegeln: Kann der CO₂-Fußabdruck um ≥ 40 % sinken? 2. **Design-Freeze bis 2027** Neue Strukturen unbedingt schon jetzt durch *RecyClass* oder *CEFLEX-D4ACE* einstufen lassen. 3. **PCR-Material sichern** Food-grade PCR-PP/PE wird knapp – langfristige Supply-Agreements sind Gold wert. 4. **LCA zum Standardprozess machen** Die PPWR fordert „beste Umweltbilanz pro Anwendung“. Ohne belastbare LCA-Daten sind spätere Umstellungen teuer. 5. **Stakeholderkommunikation** Der „**Rigid-to-Flex-Shif**t“ liefert eine greifbare Narrative, die Investoren, Handel und Verbraucher sofort verstehen. --- ### 7 | Kernaussage Die PPWR zwingt Hersteller, **leichter, kreislauffähiger und rezyklat­haltiger** zu werden. Flexible Kunststoff­verpackungen – ob als **Mono-PE/PP-Pouch** oder **papierbasierter Verbund** – treffen diese Vorgaben oft am effizientesten. Wer in den Jahren 2025–30 konsequent auf flexible Formate umstellt, reduziert nicht nur Material und Emissionen, sondern verschafft sich einen handfesten Compliance- und Kosten­vorteil, wenn die **2030-Deadline** scharf gestellt wird. > Die Zukunft gehört leichten, durchdachten FlexPacklösungen – für die Umwelt, den Handel und letztlich auch für den wirtschaftlichen Erfolg. ### Quellenverzeichnis 1. **Europäische Union** (2025): *Verordnung (EU) 2025/40 des Europäischen Parlaments und des Rates über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR)*. Verabschiedet am 22. Januar 2025, veröffentlicht im Amtsblatt der EU am 11. Februar 2025. Abrufbar über EUR-Lex. 2. **Reloop Platform** (2024): *Kurzfassung zur PPWR – Übersicht der wichtigsten Artikel und Fristen*. Hintergrundpapier, Brüssel. 3. **Mordor Intelligence** (2024): *Europe Flexible Packaging Market – Growth, Trends, Forecasts (2024-2030)*. Branchenbericht, Hyderabad. 4. **Mordor Intelligence** (2024): *Europe Rigid Plastic Packaging Market – Growth, Trends, Forecasts (2024-2030)*. Branchenbericht, Hyderabad. 5. **ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg gGmbH** (2021): *Lebenszyklus-Analyse von Stand-Up-Pouches im Vergleich zu Glas- und Metallverpackungen* (Studie im Auftrag der FPE). Heidelberg. 6. **Packaging World Insights** (2024): *Trend Report – The Rise of Stand-Up Pouches in European Retail*. Chicago. 7. **Euromonitor International** (2024): *Packaged Food Trends in Western Europe 2024*. London. 8. **TOMRA Systems ASA** (2025): *Rezyklatquoten und Sammelsysteme für Kunststoffverpackungen in Europa 2025*. Weißbuch, Asker. 9. **CEFLEX / RecyClass** (2023): *Design for Recycling Guidelines for Flexible Polyolefin-based Packaging*. Brüssel. 10. **Eigenrecherche & Extrapolation** (2025): CAGR-Berechnungen 2025-2030 auf Basis der Marktwerte aus Quelle 3 & 4. 11. **Interne Marktanalyse** (Innoform, 2025): Segmentprognosen für Soßen, Tiernahrung, Babynahrung und Trockenprodukte, basierend auf Kundenumfragen und Handelsdaten Q1/2025. 12. Chat GPT Deep Research ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [OneBARRIER – Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert](https://inno-talk.de/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Standbeutel --- ### [Rigid-to-Flex-Shift](https://inno-talk.de/en/rigid-to-flex-shift/) **Published:** April 30, 2025 **Author:** Mo Marie Schröder **Content:** Many conversations with experts and an AI have led me to write this article. What does the Flexpack community think about this? We welcome comments from all sides! ‘Business as usual’ is a thing of the past, right? Is a shift from rigid to flexible on the horizon? ### 1 | Classification of the Regulation With the Packaging & Packaging Waste Regulation (PPWR), the EU has adopted a regulation that not only stipulates recycling quotas but also sets absolute waste reduction targets for the first time (-5% by 2030, -10% by 2035, -15% by 2040 compared to 2018). For plastics, there are also recycled content requirements and a mandatory design-for-recycling criterion (‘recyclable on an industrial scale’). These requirements have a direct impact on material selection, packaging format and the supply chain. Products that are currently still packaged in heavy, rigid containers are particularly affected, as weight and volume will in future be directly included in a manufacturer’s waste account. --- ### 2 | Why flexible packaging is beneficial ### 2.1 Less mass = less waste A stand-up pouch often requires 90% less material than a glass jar of the same capacity. For brands, this means that without selling a single portion less, the amount of waste generated is significantly reduced – exactly the goal set by the PPWR. ### 2.2 Recyclability can be achieved through technical solutions Modern mono-PE or mono-PP films with ultra-thin barriers (e.g. MDO-PE + SiOx coatings) can offer the same product safety as multi-layer films. At the same time, they meet the new EU definition of ‘highly recyclable’. This means that manufacturers do not have to compromise on product protection or regulatory compliance. ### 2.3 The cycle closes From 2030, the PPWR quotas will require plastic-based food packaging to contain up to 35% post-consumer recycled content. Flexible packaging is no longer lagging behind in this respect: multi-layer coex films already integrate PCR-PE or PCR-PP in the middle layer without compromising sensor properties or migration. --- ### 3 | Market outlook until 2030 YearFlexible (USD bn)Rigid (plastic) (USD bn)Flex share202563.270.747 %202873.175.649 %203080.779.150.5 %Forecast of market shares in the EU Sources: Mordor Intelligence: Europe Flexible Packaging Market (2024); Mordor Intelligence: Europe Rigid Plastic Packaging Market (2024); own CAGR extrapolation 2025–2030. --- *In 2030, for the first time, more than half of all money spent in the European food packaging market will be invested in flexible formats.* --- ### 4 | PPWR deadlines & specific levers 1. Reduction in packaging volume: Packaging volume is to be reduced by 5% by 2030, 10% by 2035 and 15% by 2040. 2. Circular economy: Introduction of recyclability and minimum recycled content. 3. Reuse: By 2030, at least 20% of plastic packaging in the food sector should be reusable, rising to 40% by 2040. 4. Extended producer responsibility: Manufacturers will accompany packaging until the end of its life cycle and bear the costs of collection, sorting and recycling. 5. Introduction and expansion of deposit and return systems: By 2029, at least 90% of plastic bottles should end up in deposit and return systems. 6. Transparency through labelling: Harmonised standards for labelling are to be developed by 2026. We also provide detailed information on the PPWR and its deadlines in our Inno-Talk NEWS: Basics of the PPWR – InnoTalk and the webinar series on the PPWR. [To the webinars](https://www.innoform-coaching.de/themen/kreislaufwirtschaft-und-recycling) --- ### 5 | Estimates Practical examples (2024 → 2030) SegmentStatus 2024Forecast 2030CommentSauces / soups30 % pouch> 55 % pouchWeight parity on the shelf, plus refill concepts in deposit-return (DRS) systems.Pet food (wet)45 % pouch~ 70 % pouchAluminium cans lose share because of their high CO₂ footprint and mandatory recycled-content quotas.Baby-food squeeze pouches80 % pouch≈ 90 % pouchGlass jars remain a niche for premium organic segments.Dry products (rice, coffee)Carton + PE inner bagMono-material pouch > 60 %Paper mono-pouches with EVOH coating become the standard.Source: Packaging World Insights 2024; Euromonitor Packaged Food Trends 2024; own Market analysis--- ### 6 | What businesses should do now 1. Portfolio review 2025/26 Consider replacing every rigid packaging option with a flexible alternative: Can the carbon footprint be reduced by ≥ 40%? 2. Design freeze until 2027 New structures must be classified by RecyClass or CEFLEX-D4ACE now. 3. Secure PCR material Food-grade PCR-PP/PE is becoming scarce – long-term supply agreements are worth their weight in gold. 4. Make LCA a standard process The PPWR calls for ‘the best environmental performance per application’. Without reliable LCA data, subsequent conversions will be expensive. 5. Stakeholder communication The ‘rigid-to-flex shift’ provides a tangible narrative that investors, retailers and consumers can immediately understand. --- ### 7 | key message The PPWR is forcing manufacturers to become lighter, more recyclable and more recyclable. Flexible plastic packaging – whether as a mono-PE/PP pouch or paper-based composite – often meets these requirements most efficiently. Those who consistently switch to flexible formats between 2025 and 2030 will not only reduce material and emissions, but also gain a tangible compliance and cost advantage when the 2030 deadline comes into effect. --- > The future belongs to lightweight, well-designed FlexPack solutions – for the environment, for retailers and ultimately for economic success. > > > > --- ### bibliography 1. European Union (2025): Regulation (EU) 2025/40 of the European Parliament and of the Council on packaging and packaging waste (PPWR). Adopted on 22 January 2025, published in the Official Journal of the EU on 11 February 2025. Available via EUR-Lex. 2. Reloop Platform (2024): Summary of the PPWR – Overview of the most important articles and deadlines. Background paper, Brussels. 3. Reuse: By 2030, at least 20% of plastic packaging in the food sector should be reusable, rising to 40% by 2040. 4. Extended producer responsibility: The manufacturer accompanies the packaging until the end of its life cycle and bears the costs of collection, sorting and recycling. 5. ifeu – Institute for Energy and Environmental Research Heidelberg gGmbH (2021): Life cycle analysis of stand-up pouches compared to glass and metal packaging (study commissioned by the FPE). Heidelberg. 6. **Packaging World Insights** (2024): *Trend Report – The Rise of Stand-Up Pouches in European Retail*. Chicago. 7. Euromonitor International (2024): Trends in packaged foods in Western Europe 2024. London. 8. TOMRA Systems ASA (2025): Recycling rates and collection systems for plastic packaging in Europe in 2025. White paper, Asker. 9. CEFLEX / RecyClass (2023): Leitlinien für die Gestaltung recyclingfähiger flexibler Verpackungen auf Polyolefinbasis. Brüssel. 10. Own research & extrapolation (2025): CAGR calculations for 2025–2030 based on market values from sources 3 & 4. 11. Internal market analysis (Innoform, 2025): Segment forecasts for sauces, pet food, baby food and dry products based on customer surveys and trade data Q1/2025. ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Heiko Schenck: Kreislauffähige Folienverpackungen aus PE](https://inno-talk.de/heiko-schenck-kreislauffaehige-folienverpackungen-aus-pe/) - [Faserbasierte Materialien, Mehrwegsysteme und Monomaterialien für Folienverpackungen](https://inno-talk.de/faserbasierte-materialien-mehrwegsysteme-und-monomaterialien-fuer-folienverpackungen/) **Kategorien:** filling technology, Film production / Converting, Stand-up pouches **Schlagwörter:** Rigid-to-Flex-Shift --- ### [Einstieg: Verpacken in flexiblen Verpackungen](https://inno-talk.de/einstieg-verpacken-in-flexiblen-verpackungen/) **Published:** Mai 6, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ### Flexpack-Wissen zum Sofort-Lernen – das neue E-Learning-Paket von Innoform Coaching Sie möchten Ihre Prozesse rund um flexible Verpackungen verbessern – und zwar genau dann, wenn es in Ihren Tagesablauf passt? Unser neues Online-Paket **„Einstieg Abpacken in flexiblen Verpackungen“** bündelt fünf aufgezeichnete Web-Seminare zu einem kompakten Selbstlern-Programm. Jedes Video bleibt unbegrenzt in Ihrem persönlichen Account verfügbar; Unterlagen und Downloads sind inklusive. --- ## Die fünf Original-Module und ihre Highlights ModulKurzbeschreibungZwei von vielen Highlights**1 – Flexpack aus Papier mit Barriere – ein Überblick**Barrierepapier verstehen und sicher einsetzen• Welche Barrieren (Wasserdampf, Sauerstoff, Fett) sind heute technisch realisierbar? • Praxistipps zur Verarbeitung und zu geeigneten Füllgütern für Papierverpackungen**2 – Papier & Folien auf FFS-Verpackungs-Anlagen fehlerfrei verarbeiten – Über die Formschulter zum Produkt**Bahnführung meistern und Formschultern richtig auslegen• Warum die Formschulter das „Nadelöhr“ beim Papierverpacken ist • Typische Probleme & Lösungen im Zusammenspiel von Material, Formschulter und Füllrohr**3 – Abpacken in flexiblen Verpackungen – Teil A: Vertikale Form-, Füll- & Verschließsysteme (v-FFS)**Das Ein-Station-Prinzip für Schlauch- und Kissenbeutel• Wie entsteht eigentlich eine gefüllte Chips-Tüte? • Überblick über geeignete Abpacksysteme für Schlauch-, Kissen- und Pillow-Packs**4 – Abpacken in flexiblen Verpackungen – Teil B: Thermoformen / Tiefziehverfahren**Tiefgezogene Trays & Deckelfolien richtig entwickeln• Thermoformen verständlich erklärt: Definition, Materialien, Prozess- & Maschinenkonzepte • Wesentliche Material-Eigenschaften von Thermoplasten für stabile Formteile**5 – Abpacken in flexiblen Verpackungen – Teil C: MAP (Modified-Atmosphere Packaging)**Haltbarkeit durch Schutzatmosphäre gezielt verlängern• Wie wähle ich die optimale Gaszusammensetzung für unterschiedliche Lebensmittel? • Welche Folien sichern den Atmosphären-Erhalt während Lagerung & Distribution?--- ## Warum sich das Paket für Sie lohnt – auch für nachhaltige Folienverpackungen - **Praxisnah & direkt umsetzbar** – Erprobte Lösungsansätze von Branchen­expert\*innen helfen, typische Fehler sofort zu erkennen und abzustellen. - **Flexibles Lernen** – Alle Module stehen als On-Demand-Video zur Verfügung; Wiederholen, Pausieren oder gezielt Kapitel anspringen ist jederzeit möglich. - **Kostenvorteil** – Sie sparen gegenüber der Einzelbuchung fast 30 % und erhalten eine Geld-zurück-Garantie, falls Ihre Erwartungen nicht erfüllt werden. --- ### So starten Sie 1. **Jetzt Paket buchen** – unter [innoform-coaching.de/site/event/teaser.php?teaser=pack](https://www.innoform-coaching.de/site/event/teaser.php?teaser=pack) 2. **Zugangsdaten erhalten** – sofort per E-Mail. 3. **Videos ansehen & Downloads sichern** – unbegrenzt oft, wann und wo Sie wollen. > **Tipp:** Empfehlen Sie das Paket im Team: Jedes Modul eignet sich perfekt als Impuls für interne Technik- oder Qualitätsrunden. --- Mit diesem E-Learning-Paket rüsten Sie sich und Ihr Team für die aktuellen Herausforderungen in der Flexpack-Produktion – von Barrierepapieren über Formschultern bis zu MAP-Systemen. Nutzen Sie die geballte Erfahrung von Innoform, um Fehlerquellen zu eliminieren, Sicherheit zu erhöhen und Ihre Verpackungen zukunftsfähig zu gestalten. Alle Pakete finden Sie hier: [![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/05/Recycling.png)](https://www.innoform-coaching.de/site/event/teaser.php?teaser=recycling) [![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/05/Abpacken.png)](https://www.innoform-coaching.de/site/event/teaser.php?teaser=pack) [![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/05/Wissen.png)](https://www.innoform-coaching.de/site/event/teaser.php?teaser=film) [![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/05/Lebensmittel.png)](https://www.innoform-coaching.de/site/event/teaser.php?teaser=film) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Replace- anstatt Refill-Standbeutel](https://inno-talk.de/replace-anstatt-refill-standbeutel/) - [New stand-up pouch studie](https://inno-talk.de/new-stand-up-pouch-studie/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Folienherstellung/Veredelung **Schlagwörter:** Abpacken, E-Learning, verpacken --- ### [Was sie zum Deutschen Verpackungsgesetz wissen sollten](https://inno-talk.de/was-sie-zum-deutschen-verpackungsgesetz-wissen-sollten/) **Published:** Mai 8, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Excerpt:** Die Verpackungsgesetzgebung (VerpackG) in Deutschland ist ein komplexes und sich ständig weiterentwickelndes Regelwerk, das Hersteller und Importeure von Verpackungen betrifft. Georg Schmidt, Fachreferent für Verpackungsgesetzgebung beim Grünen Punkt, führte die Teilnehmer eines Innoform Online-Seminars durch die wesentlichen Aspekte und aktuellen Vorschriften. **Content:** ### **Verpackungsgesetzgebung in Deutschland: Ein Überblick** ***Die Verpackungsgesetzgebung (VerpackG***) ***in Deutschland ist ein komplexes und sich ständig weiterentwickelndes Regelwerk, das Hersteller und Importeure von Verpackungen betrifft. [Georg Schmidt](https://www.innoform-coaching.de/referenten/georg-schmidt), Fachreferent für Verpackungsgesetzgebung beim Grünen Punkt, führte die Teilnehmer eines Innoform Online-Seminars durch die wesentlichen Aspekte und aktuellen Vorschriften.*** ### **Systembeteiligungspflicht und Registrierung** Das Verpackungsgesetz regelt die Systembeteiligungspflicht für Verpackungen, die typischerweise beim privaten Endverbraucher als Abfall anfallen. Hersteller müssen sich im öffentlichen Register Lucid registrieren und ihre Verpackungen bei einem dualen System beteiligen. Es gibt keine Bagatellgrenze; jede Verpackung muss ab dem ersten Kilogramm systembeteiligt werden. ![Eumsetzung EU Gesetzgebung ind Deutsches Verpackungsgesetz (VerpG)](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/05/Grafik-1-Umsetzung-EU-in-DE-1024x313.png) ### **Definition und Einordnung von Verpackungen** Verpackungen sind über ihre Funktion definiert: Aufnahme, Schutz, Handhabung, Lieferung oder Darbietung von Waren. Diese funktionale Definition führt dazu, dass auch ungewöhnliche Gegenstände wie Blisterhauben, Pappkarten und Glasflaschen als Verpackungen gelten können, wenn sie der Handhabung von Produkten dienen. ### **Verkaufs- und Transportverpackungen** Eine wichtige Unterscheidung besteht zwischen Verkaufs- und Transportverpackungen. Verkaufsverpackungen fallen typischerweise beim privaten Endverbraucher an, während Transportverpackungen beim Vertreiber anfallen. Der **Katalog systembeteiligungspflichtiger Verpackungen** hilft bei der Einordnung und zeigt, welche Verpackungen typischerweise beim privaten Endverbraucher anfallen. ### **Erweiterte Pflichten für Hersteller** Hersteller müssen ihre Verpackungen unentgeltlich zurücknehmen und einer Verwertung zuführen. Dies gilt insbesondere für Transportverpackungen, die beim Handel anfallen. Es gibt erweiterte Dokumentationspflichten, um die Menge der in Verkehr gebrachten und zurückgenommenen Verpackungen zu erfassen. ### **Einwegkunststofffondsgesetz** Das Einwegkunststofffondsgesetz zielt darauf ab, die Kosten für die Abfallbewirtschaftung im öffentlichen Raum von der Industrie tragen zu lassen. Hersteller von Einwegkunststoffprodukten müssen sich registrieren und eine Sonderabgabe zahlen. Diese Abgabe soll die Kosten für die Reinigung des öffentlichen Raums und die Beseitigung von Littering decken. Die Verpackungsgesetzgebung in Deutschland stellt hohe Anforderungen an Hersteller und Importeure. Eine sorgfältige Einhaltung der Vorschriften ist unerlässlich, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden. Das Seminar bietet eine wertvolle Gelegenheit, sich über die aktuellen Regelungen und deren praktische Anwendung zu informieren. Hier gibt es weitere Informationen und Termine zu diesem Themenkomplex. [Verpackungsgesetz & mehr](https://www.innoform-coaching.de/themen/nachhaltigkeits-management) Direkt zum Download der Aufzeichnung dieses Webseminars geht es hier: [innoform-coaching.de/webseminar/deutsche-verpackungsgesetzgebung-2025](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/deutsche-verpackungsgesetzgebung-2025) Und hier finden Sie das Deutsche Verpackungsgesetz: [VerpackG.pdf](https://www.gesetze-im-internet.de/verpackg/VerpackG.pdf) ### Verwandte Episoden - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Leitlinien zum Rezyklateinsatz bei Lebensmittelverpackungen](https://inno-talk.de/leitlinien-zum-rezyklateinsatz-bei-lebensmittelverpackungen/) **Kategorien:** Allgemein, Entsorgung / Recycling, Lebensmittelverpackung, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Georg_Schmidt, Verpackungsgesetz --- ### [Neue Studie beleuchtet Herausforderungen und Potenziale beim Recycling flexibler Kunststoffe](https://inno-talk.de/neue-studie-beleuchtet-herausforderungen-und-potenziale-beim-recycling-flexibler-kunststoffe/) **Published:** Mai 9, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ***In einer kürzlich durchgeführten Studie haben CEFLEX und die Universität Gent die Herausforderungen und Potenziale neuer Recyclingtechnologien für flexible Kunststoffe untersucht. Diese Technologien umfassen Delaminierung, Deinking, Auflösung und Kontaminantenextraktion und zielen darauf ab, die Anforderungen der Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung bis 2030 zu erfüllen.*** ### Technologieauswahl und Kapazitätsbewertung Die Studie analysierte zwölf Technologieanbieter und über zwanzig Projekte, um die besten Ansätze zur Skalierung der Recyclingkapazitäten zu identifizieren. Eine wichtige Erkenntnis war, dass die Technologien mindestens 10-15 Tausend Tonnen pro Jahr verarbeiten können müssen, um wirtschaftlich tragfähig zu sein. ### Herausforderungen und Potenziale Trotz der Fortschritte gibt es erhebliche Schwierigkeiten, die Recyclingrate von 55 % für flexible Kunststoffverpackungen bis 2035 zu erreichen. Besonders die **Auflösungstechnologie** zeigt großes Potenzial, mit einer prognostizierten Kapazität von 250.000 Tonnen pro Jahr bis 2030. Delaminierung und Deinking verbessern die Qualität des Rezyklats und sind bereits teilweise kommerziell verfügbar. ### Notwendige Investitionen und Zusammenarbeit Um die ehrgeizigen Recyclingziele zu erreichen, sind weitere Investitionen in kommerzielle Anlagen erforderlich. Die Studie betont die Notwendigkeit einer **branchenweiten Zusammenarbeit**, **Investitionen in Recyclinginfrastruktur** und **klaren regulatorischen Vorgaben**. ### Fazit Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass es möglich ist, die Recyclingziele zu erreichen, wenn die richtigen Technologien skaliert und die notwendigen Investitionen getätigt werden. Die Zusammenarbeit zwischen Industrie, Wissenschaft und Politik ist dabei entscheidend. *Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch* ## **Modellierung der Zukunft flexibler Verpackungen – Gesetzliche Ziele und die Kreislaufwirtschaft** [Modelling the future of flexible packaging – legislative targets and the circular economy](https://ceflex.eu/modelling-the-future-of-flexible-packaging-legislative-targets-and-the-circular-economy/) Um die Recyclingziele und den Anteil an recyceltem Inhalt bis 2030 zu erreichen, hat **CEFLEX** ein neues Modell namens **Möbius** entwickelt. Dieses Modell soll ein besseres Verständnis der Materialflüsse und der Infrastruktur schaffen, die für die Entwicklung der Kreislaufwirtschaft für flexible Kunststoffe erforderlich sind. ### Hauptpunkte der Studie: - **Möbius-Modell**: Ein kontinuierliches Projekt, das verschiedene Szenarien für das Recycling flexibler Kunststoffverpackungen in Europa bewertet. - **Daten und Annahmen**: Das Modell verwendet fast 80 verschiedene Annahmen und die Monte-Carlo-Analyse, um Unsicherheiten zu berücksichtigen. - **Zielsetzung**: Unterstützung der Sammlung, Sortierung und Recyclingstrategie, um die EU-Gesetzesziele zu erreichen und zu übertreffen. - **Zusammenarbeit**: CEFLEX-Stakeholder spielen eine Schlüsselrolle bei der Weiterentwicklung und Validierung des Modells. Das Modell hilft Unternehmen und Entscheidungsträgern, die notwendigen Maßnahmen zu identifizieren, um die gesetzlichen Recyclingziele zu erreichen und die Kreislaufwirtschaft zu fördern. [Public Downloads: CEFLEX Modelling the Circular Economy](https://ceflex.eu/public_downloads/CEFLEX_Modelling_the_circular_economy_May24.pdf) Mehr Informationen und Kontakt unter: [News from CEFLEX | A circular economy for flexible packaging](https://ceflex.eu/news/) ### Verwandte Episoden - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Marcus Holland über Rezyklatherstellung und -anwendung](https://inno-talk.de/marcus-holland-ueber-rezyklatherstellung-und-anwendung/) - [Recyclingfähigkeit von Folienverpackungen bewerten](https://inno-talk.de/recyclingfaehigkeit-von-folienverpackungen-bewerten/) **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Lebensmittelverpackung --- ### [Call for Papers – 10. Expertentreff Verpackungsdruck 2025](https://inno-talk.de/call-for-papers-10-expertentreff-verpackungsdruck-2025/) **Published:** Mai 12, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## Call for Papers – FlexPack Print 2025 **Ihr Fachbeitrag für den 10. Expertentreff Verpackungsdruck “Effizient und rezyklierbar”** **Datum:** **27.–28. November 2025** | **Ort:** **Follmann Technologie- und Wissenszentrum, Minden (DE)** [InnoMeeting ](https://inno-meeting.de/events/VD-11-25/) --- ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/05/VD-11-23-flach-1024x351.jpeg)### Warum mitmachen? *Kreislaufwirtschaft, Monomaterialien, deinkbare Farben und Short-Run-Workflows – der Veränderungsdruck im Verpackungsdruck steigt rasant. Auf **FlexPack Print 2025** treffen sich Entscheider:innen und Innovator:innen aus D-A-CH, um Lösungen, Best Practices und Visionen zu teilen.* *Ob bahnbrechende Forschung, eine Praxisstory oder ein Maschinen-Upgrade – wir laden Sie ein, Ihr Know-how einzureichen und es mit 150+ Branchenkolleg:innen vor Ort oder im Livestream zu diskutieren.* --- ### Schwerpunkt­themen (Auswahl) - **EU-Regulatorik & Compliance** (PPWR, § 21 VerpackG, Lizenzentgelte) - **Recyclingfähige Druckfarben & Deinking** (NC-frei, PU/PVB, wasserbasiert) - **Monomaterialien & Barriere 2.0** (MDO-PE/PP, faserbasierte Verbunde) - **Faserbasierte Lösungen & Getränkekartons** (Polymeranteil < 5 %, Recyclingwege) - **Migrationsarme Farbsysteme & LED-UV/EB-Härtung** - **7C-Druck & Fixed-Palette-Workflows** - **Short-Run-Strategien & automatisierte Rüstkonzepte** - **Digitaldruck & hybride Plattformen** (Inkjet-Beutel, variable Daten) - **Energie- & Ressourceneffizienz, CO₂-Dashboards** - **Traceability & Datenketten** (MES/ERP-Integration, digitale Produktpässe) - **Robotik & kollaborative Automation** im Drucksaal --- #### Formate FormatDauer / UmfangSprache**Fachvortrag**20 min + 10 min Q&ADE / EN**Praxisbericht**15 min + 5 min Q&ADE**Panel-Diskussion**20 min PitchDE--- #### Zeitplan 1. Titelvorschlag mit 3 Unterpunkten **bis 10.06. 2025** an **[ks@innoform.de](mailto:cfp@innoform.de)** 2. Annahme­bestätigung: **30. Juni 2025** 3. Vollständige Präsentation: **1 Tag vor dem Event** --- #### Besondere Highlights - **Exklusiver Veranstaltungsort:** Druckfarbenfabrik **Follmann** in Minden – netzwerken inmitten modernster Farb- und Chemietechnik. ([InnoMeeting –](https://inno-meeting.de/events/VD-11-25/)) - **Optionale Werksbesichtigung** am zweiten Tag: Blick hinter die Kulissen einer 145 000 m²-Produktionsstätte für Druckchemie. ([InnoMeeting –](https://inno-meeting.de/events/VD-11-25/)) - Professionelle Videoaufzeichnung & LinkedIn-Amplifizierung (Reichweite > 20 000) - Freier Konferenzpass und Zugang zu allen Networking-Events für Referent:innen - Simultan-Übersetzung DE-EN - Livestream --- **Wir freuen uns auf Ihre Ideen und Innovationen.** Gemeinsam gestalten wir die Zukunft des nachhaltigen Verpackungsdrucks – live in Minden bei Follmann! > Fragen? Kontaktieren Sie das Programmkomitee unter **** > Folgen Sie #VD-11-25 auf LinkedIn für Updates. ### Verwandte Episoden - [Was haben Druckfarben mit Nachhaltigkeit zu tun?](https://inno-talk.de/was-haben-druckfarben-mit-nachhaltigkeit-zu-tun/) - [Frank Jacobs von XEIKON zu Toner- und Inkjet Digitaldruck](https://inno-talk.de/frank-jacobs-von-xeikon-zu-toner-und-inkjet-digitaldruck/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** Digitaldruck, Flexodruck, Folienherstellung/Veredelung, Lebensmittelverpackung, Tiefdruck **Schlagwörter:** Expertentreff, VD-11-25, Verpackungsdruck --- ### [Call for Papers - 10th Expert Meeting Packaging Printing 2025](https://inno-talk.de/en/call-for-papers-10th-expert-meeting-packaging-printing-2025/) **Published:** Mai 12, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## Call for Papers – FlexPack Print 2025 **Your technical contribution for the 10th Expert Meeting Packaging Printing „Efficient and recyclable“** **Date:** **27-28 November 2025**|**Location:** **Follmann Technology and Knowledge Centre, Minden (DE)** [InnoMeeting](https://inno-meeting.de/en/events/VD-11-25/) --- ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/05/VD-11-23-flach-1024x351.jpeg)### Why take part? C*ircular economy, mono-materials, deinkable colours and short-run workflows – the pressure for change in packaging printing is increasing rapidly. At **FlexPack Print 2025**, decision-makers and innovators from D-A-CH will come together to share solutions, best practices and visions.* *Whether it is pioneering research, a practical story or a machine upgrade – we invite you to submit your expertise and discuss it with 150+ industry colleagues on site or via livestream.* --- ### Main topics (selection) - **EU regulation & compliance** (PPWR, Section 21 VerpackG, licence fees) - **Recyclable printing inks & deinking** (NC-free, PU/PVB, water-based) - **Monomaterials & Barrier 2.0** (MDO-PE/PP, fibre-based composites) - **Fibre-based solutions & beverage cartons** (polymer content < 5 %, recycling routes) - **Low-migration colour systems & LED UV/EB curing** - **7C Print & Fixed-Palette-Workflows** - **Short-run strategies & automated set-up concepts** - **Digital printing & hybrid platforms** (inkjet bags, variable data) - **Energy & resource efficiency, CO₂ dashboards** - **Traceability & data chains** (MES/ERP integration, digital product passports) - **Robotics & collaborative automation** in the pressroom --- #### Formats FormatDuration / ExtentLanguage**Presentation**20 min + 10 min Q&ADE / EN**Practical report**15 min + 5 min Q&ADE**Panel discussion**20 min PitchDE--- #### Timetable 1. Title proposal with 3 sub-items **by 10 June 2025** to **** 2. Confirmation of acceptance: **30 June 2025** 3. Complete presentation: **1 day before the event** --- #### Special highlights - **Exclusive event location:** Druckfarbenfabrik **Follmann** in Minden – networking in the midst of state-of-the-art colour and chemical technology. [(InnoMeeting ](https://inno-meeting.de/en/events/VD-11-25/)) - **Optional factory tour** on the second day: A look behind the scenes of a 145,000 m² production facility for printing chemicals. [(InnoMeeting](https://inno-meeting.de/events/VD-11-25/)) - Professional video recording & LinkedIn amplification (reach > 20 000) - Free conference pass and access to all networking events for speakers - Simultaneous translation DE-EN - Livestream --- **We look forward to your ideas and innovations.** Together we are shaping the future of sustainable packaging printing – live in Minden at Follmann! > Questions? Contact the programme committee at **** > Follow #VD-11-25 on LinkedIn for updates. ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Call for Papers – 10. Expertentreff Verpackungsdruck 2025](https://inno-talk.de/call-for-papers-10-expertentreff-verpackungsdruck-2025/) - [Innoform-Expertentreff zeigte wesentliche Veränderungen im Verpackungsdruck auf](https://inno-talk.de/innoform-expertentreff-zeigte-wesentliche-veraenderungen-im-verpackungsdruck-auf/) **Kategorien:** Film production / Converting, flexo printing, Printing inks and adhesives, Printing inks and adhesives --- ### [New study highlights challenges and potential in recycling flexible plastics](https://inno-talk.de/en/new-study-highlights-challenges-and-potential-in-recycling-flexible-plastics/) **Published:** Mai 13, 2025 **Author:** Mo Marie Schröder **Content:** ***In a recent study, CEFLEX and Ghent University investigated the challenges and potential of new recycling technologies for flexible plastics. These technologies include delamination, deinking, dissolution and contaminant extraction and aim to meet the requirements of the Packaging and Packaging Waste Directive by 2030.*** ### Technology selection and capacity assessment The study analysed twelve technology providers and over twenty projects to identify the best approaches for scaling up recycling capacities. One key finding was that the technologies must be capable of processing at least 10-15 thousand tonnes per year in order to be economically viable. ### Challenges and potential Despite the progress made, there are considerable difficulties in achieving the recycling rate of 55% for flexible plastic packaging by 2035. Dissolution technology in particular shows great potential, with a predicted capacity of 250,000 tonnes per year by 2030. Delamination and deinking improve the quality of the recycled material and are already commercially available to some extent. ### Necessary investments and cooperation Further investment in commercial facilities is needed to achieve the ambitious recycling targets. The study emphasises the need for industry-wide cooperation, investment in recycling infrastructure and clear regulatory guidelines. ### Conclusion The results of the study show that it is possible to achieve recycling goals if the right technologies are scaled up and the necessary investments are made. Cooperation between industry, science and politics is crucial in this regard. *Also important in this context is* ## **Modelling the future of flexible packaging – Legal targets and the circular economy** [Modelling the future of flexible packaging – legislative targets and the circular economy](https://ceflex.eu/modelling-the-future-of-flexible-packaging-legislative-targets-and-the-circular-economy/) To achieve recycling targets and recycled content levels by 2030, CEFLEX has developed a new model called Möbius. This model aims to provide a better understanding of the material flows and infrastructure needed to develop a circular economy for flexible plastics. ### Key points of the study: - Möbius model: An ongoing project that evaluates various scenarios for recycling flexible plastic packaging in Europe. - Data and assumptions: The model uses nearly 80 different assumptions and Monte Carlo analysis to account for uncertainties. - Objective: To support collection, sorting and recycling strategies to meet and exceed EU legislative targets. - Collaboration: CEFLEX stakeholders play a key role in the further development and validation of the model. The model helps companies and decision-makers identify the measures necessary to achieve legal recycling targets and promote the circular economy.The model helps companies and decision-makers identify the measures necessary to achieve legal recycling targets and promote the circular economy. [Public Downloads: CEFLEX Modelling the Circular Economy](https://ceflex.eu/public_downloads/CEFLEX_Modelling_the_circular_economy_May24.pdf) For more information and contact details, please visit: [News from CEFLEX | A circular economy for flexible packaging](https://ceflex.eu/news/) ### Verwandte Episoden - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Neue Studie beleuchtet Herausforderungen und Potenziale beim Recycling flexibler Kunststoffe](https://inno-talk.de/neue-studie-beleuchtet-herausforderungen-und-potenziale-beim-recycling-flexibler-kunststoffe/) - [Recyclingfähigkeit von Folienverpackungen bewerten](https://inno-talk.de/recyclingfaehigkeit-von-folienverpackungen-bewerten/) **Kategorien:** Disposal / Recycling, Food packaging **Schlagwörter:** flexible plastics, recycling --- ### [PET-Flasche, Getränkekarton oder Pouch - was ist recyclingfähiger in der EU?](https://inno-talk.de/pet-flasche-getraenkekarton-oder-pouch-was-ist-recyclingfaehiger-in-der-eu/) **Published:** Mai 19, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ### Ein Versuch eines Kosten- und Recyclingfähigkeitsvergleichs Verpackungen für Wasser und andere Getränke stehen zunehmend im Fokus der Nachhaltigkeitsdebatte. Dabei stellt sich nicht nur die Frage nach den Produktionskosten, sondern auch die nach der Recyclingfähigkeit und der praktischen Umsetzung in verschiedenen EU-Ländern. In diesem Fachartikel vergleichen wir PET-Flaschen, Getränkekartons und Standbeutel (Pouches) hinsichtlich ihrer Recyclingeigenschaften, der länderspezifischen Unterschiede und der damit verbundenen Herausforderungen. --- ## **1. Produktionskosten im Überblick** So haben wir kalkuliert, um erst einmal einen groben Kostenvergleich für Anwender zu bekommen: Vergleich der Produktionskosten für 0,33 l abgefülltes Wasser *(Richtwerte für westeuropäische Lohnabfüllung, Stand 2025)* KostenelementPET-Flasche (€/Stk.)Getränkekarton (€/Stk.)Standbeutel / Pouch (€/Stk.)Wasserquelle + Lizenz**0,005****0,005****0,005**Primärverpackung• Behälter (Flasche / Karton / Pouch)0,0450,075 (inkl. Druck)0,075• Verschluss (HDPE-Deckel / Karton-Cap / Spout)0,0100,0060,010Sekundärdruck / Etikett0,015– (enthalten im Karton)0,015Abfüllung + Energie (inkl. CO₂ bei Sprudel)0,0300,0400,040Tray / Schrumpf / Kartonage0,0200,0200,020Interne Logistik / Handling0,0100,0100,010**Summe Produktionskosten pro Einheit****≈ 0,135 €****≈ 0,156 €****≈ 0,175 €****Interpretation** 1. **PET-Flasche** *Günstigster Gesamtpreis* dank sehr großer Stückzahlen bei Vormaterialien und hocheffizienter Abfülllinien. Etikett und Deckel schlagen merklich zu Buche, bleiben aber durch das Pfandsystem hoch­gradig recycelbar. Der Gebrauchswert (Nutzen) für Konsumenten ist sehr hoch! 2. **Getränkekarton** Kosten liegen etwas höher, weil der bedruckte Kartonverbund teurer ist als reines PET. Kein separates Etikett nötig, dafür leicht höherer Füll- und Energieaufwand. 3. **Standbeutel (Pouch)** Pouches sparen Gewicht, sind aber als **Multilayer**-Verbund relativ teuer. **Spout-Montage und Zuschnitt erhöhen die Material- und Füllkosten**. Ökologisch interessant, wenn Monomaterial-PE oder PP eingesetzt wird – wirtschaftlich knapp unterhalb der Dose, aber klar über PET und Karton. **Zusatzkosten, die nicht zur reinen Produktion gehören:** • Transport zum Kunden/Lager (+ 0,02 – 0,05 €/Stk.) • Pfand in Deutschland (+ 0,25 €/Stk. für PET) • Marketing/Design, Margen und Steuern. Mit den folgenden groben Schätzungen kann man getrost weiterrechnen. VerpackungKosten pro 0,33 l Einheit (EUR)10.000 Einheiten (EUR)PET-Flasche0,13 – 0,141.300 – 1.400Getränkekarton0,13 – 0,1751.300 – 1.750Standbeutel (Pouch)0,15 – 0,191.500 – 1.900--- ## **2. Recyclingfähigkeit im Vergleich** VerpackungRecyclingfähigkeit (%)RecyclingwegInfrastruktur in DE/EUPET-Flasche95 – 100 %Bottle-to-bottleExzellent (Pfandsystem)Getränkekarton30 – 60 %Papierfaser wird recyceltMittel (Verbundstoffproblem)Standbeutel (Pouch)0 – 20 %Thermische VerwertungSchwach (Multilayer schwer trennbar)--- ## **3. Recyclingpraxis in ausgewählten EU-Ländern** LandPET-FlaschenGetränkekartonsPouches (Beutel)🇩🇪 Deutschland🟢 Hoch🟠 Mittel🔴 Niedrig🇫🇷 Frankreich🟠 Mittel🔴 Niedrig🔴 Niedrig🇮🇹 Italien🟠 Mittel🟠 Mittel🔴 Niedrig🇪🇸 Spanien🔴 Niedrig🔴 Niedrig🔴 Niedrig🇳🇱 Niederlande🟢 Hoch🟠 Mittel🟠 Mittel🇸🇪 Schweden🟢 Hoch🟠 Mittel🔴 Niedrig🇦🇹 Österreich🟢 Hoch🟠 Mittel🟠 Mittel🇵🇱 Polen🔴 Niedrig🔴 Niedrig🔴 Niedrig🇩🇰 Dänemark🟢 Hoch🟠 Mittel🔴 Niedrig--- - 🟢 **Hoch**: Gut etablierte Sammlung und stoffliches Recycling - 🟠 **Mittel**: Eingeschränkte Infrastruktur, teils nur Fasergewinnung - 🔴 **Niedrig**: Kein oder kaum stoffliches Recycling möglich --- ## **4. Fazit und Empfehlungen** PET-Flaschen bieten derzeit den besten Mix aus Recyclingfähigkeit, etablierter Infrastruktur und wirtschaftlicher Umsetzbarkeit, insbesondere in Pfandsystemländern wie Deutschland, Schweden oder den Niederlanden. Getränkekartons schneiden ökologisch nur dann gut ab, wenn die Papierfasern effizient zurückgewonnen werden, was länderspezifisch stark variiert. Pouches hingegen stellen die größte Herausforderung dar: Sie sind leicht und kostengünstig, jedoch kaum recyclingfähig – es sei denn, es handelt sich um Monomaterial-Lösungen, deren Marktanteil jedoch noch sehr gering ist. **Unsere Empfehlung:** Bei der Wahl einer Verpackung für Getränke in Europa sollte die Recyclinginfrastruktur des Zielmarktes berücksichtigt werden. Für nachhaltige Marken empfiehlt sich derzeit PET mit hohem Rezyklatanteil, ggf. kombiniert mit regionalen Sammelstrategien und Kommunikation zur korrekten Entsorgung. --- ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) **Kategorien:** Allgemein --- ### [PET bottle, beverage carton or pouch – which is the ultimate recycling champion in the EU?](https://inno-talk.de/en/pet-bottle-beverage-carton-or-pouch-which-is-more-recyclable-in-the-eu/) **Published:** Mai 19, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ### An attempt to compare costs and recyclability Packaging for water and other beverages is increasingly at the centre of the sustainability debate. This not only raises the question of production costs, but also recyclability and practical implementation in various EU countries. In this specialist article, we compare PET bottles, beverage cartons and pouches in terms of their recycling properties, the country-specific differences and the associated challenges. --- ## **1. Crucial Production Costs at a Glance** This is how we calculated to get a rough cost comparison for users: Comparison of production costs for 0.33 litres of bottled water. *(Standard values for Western European contract filling, as of 2025)* Cost elementPET bottle (€/pc.)Beverage carton (€/piece)Stand-up pouches (€/pc.)Water source + licence**0,005****0,005****0,005**Primary packagingContainer (bottle / carton / pouch)- Container (bottle / carton / pouch)0,0450,075 (inkl. Druck)0,075Closure (HDPE lid / carton cap / spout)- Closure (HDPE lid / carton cap / spout)0,0100,0060,010Secondary printing / labelling0,015– (enthalten im Karton)0,015Bottling + energy (incl. CO₂ for sparkling water)0,0300,0400,040Tray / shrink / cardboard packaging0,0200,0200,020Interne Logistik / Handling0,0100,0100,010**Total production costs per unit****≈ 0,135 €****≈ 0,156 €****≈ 0,175 €****Interpretation** 1. **PET bottle** *Most favourable overall price* thanks to very large quantities of primary materials and highly efficient filling lines. Labelling and lids have a noticeable impact, but remain highly recyclable thanks to the deposit system. The utility value (benefit) for consumers is very high! 2. **Beverage carton** Costs are slightly higher because the printed carton composite is more expensive than pure PET. No separate label required, but slightly higher filling and energy costs. 3. **Stand-up pouches (Pouch)** Pouches save weight, but are relatively expensive as a **multilayer** composite. **Spout assembly and cutting increase material and filling costs**. Ecologically interesting if mono-material PE or PP is used – economically just below the can, but clearly above PET and cardboard. **Additional costs that are not part of pure production:** - Transport to the customer/warehouse (+ €0.02 – €0.05/piece) - Deposit in Germany (+ € 0.25/pc for PET) - Marketing/design, margins and taxes. The following rough estimates can be used for further calculations. PackagingCost per 0.33 litre unit (EUR)10,000 units (EUR)PET bottle0,13 – 0,141.300 – 1.400Beverage carton0,13 – 0,1751.300 – 1.750Stand-up pouch (pouch)0,15 – 0,191.500 – 1.900--- ## **2. recyclability in comparison** VerpackungRecyclingfähigkeit (%)RecyclingwegInfrastruktur in DE/EUPET-Flasche95 – 100 %Bottle-to-bottleExzellent (Pfandsystem)Getränkekarton30 – 60 %Papierfaser wird recyceltMittel (Verbundstoffproblem)Standbeutel (Pouch)0 – 20 %Thermische VerwertungSchwach (Multilayer schwer trennbar)--- ## **3. Recyclingpraxis in ausgewählten EU-Ländern** CountryPET bottlesBeverage cartonsPouches (bags)🇩🇪 Germany🟢 High🟠 Medium🔴 Low🇫🇷 France🟠 Medium🔴 Low🔴 Low🇮🇹 Italy🟠 Medium🟠 Medium🔴 Low🇪🇸 Spain🔴 Low🔴 Low🔴 Low🇳🇱 Netherlands🟢 High🟠 Medium🟠 Medium🇸🇪 Sweden🟢 High🟠 Medium🔴 Low🇦🇹 Austria🟢 High🟠 Medium🟠 Medium🇵🇱 Poland🔴 Low🔴 Low🔴 Low🇩🇰 Denmark🟢 High🟠 Medium🔴 Low--- - 🟢 **High**: Well-established collection and material recycling - 🟠 **Medium**: Limited infrastructure, partly only fibre extraction - 🔴 **Low**: No or hardly any material recycling possible --- ## **4 Conclusion and recommendations** PET bottles currently offer the best mix of recyclability, established infrastructure and economic feasibility, especially in deposit system countries such as Germany, Sweden and the Netherlands. Beverage cartons only perform well ecologically if the paper fibres are recovered efficiently, which varies greatly from country to country. Pouches, on the other hand, pose the greatest challenge: They are light and inexpensive, but hardly recyclable – unless they are mono-material solutions, although their market share is still very small. **Our recommendation:** When choosing packaging for beverages in Europe, the recycling infrastructure of the target market should be taken into account. For sustainable brands, PET with a high proportion of recyclate is currently recommended, possibly combined with regional collection strategies and communication on correct disposal. ##### Helpfull links [https://ec.europa.eu/environment/topics/waste-and-recycling/packaging-waste\_en](https://ec.europa.eu/environment/topics/waste-and-recycling/packaging-waste_en) --- ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Kategorien:** Disposal / Recycling, Stand-up pouches, Uncategorized **Schlagwörter:** Aluminium foil, pouches, Rigid-to-Flex-Shift, SP-07-25 --- ### [Papier & Kunststoff in Schokoladen-Verpackungen](https://inno-talk.de/papier-kunststoff-in-schokoladen-verpackungen/) **Published:** Mai 26, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ***Schokoriegel gehören zu den meistverkauften Süßwaren in Europa – rund 750 000 t pro Jahr. Jede Portion braucht eine dünne Schutzschicht, und genau diese Verpackung rückt immer stärker in den Fokus. Während bis heute hauchdünne Kunststofffolien dominieren, setzen immer mehr Marken – darunter das Start-up nucao – auf papierbasierte Barriereverpackungen. Was leisten diese Newcomer wirklich? Hier die wichtigsten Fakten zu Kosten, Klimabilanz und Recyclingfähigkeit.*** ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/05/Papier-Kunststoff-in-Schokoladen-Verpackungen-1024x683.png)--- ## 1 | Warum die Riegelhülle entscheidend ist Schokolade reagiert empfindlich auf Sauerstoff, Feuchtigkeit, Licht und Fettmigration. Die Verpackung muss daher - Aroma-, Sauerstoff- und Wasserdampfdiffusion für Monate verhindern, - auf Hochgeschwindigkeits-Flowpackern laufen und - Marketing-Ansprüche (Optik, Haptik, Nachhaltigkeit) erfüllen. --- ## 2 | Kunststofffolien – der etablierte Standard ### Technischer Aufbau Üblicherweise kommen PP Folien und/oder zweilagige **OPP/PE Folien** oder Multi-Materialverbunde zum Einsatz, oft metallisiert oder mit EVOH-Barriere. Diese erreichen Sauerstoff­durchlässigkeiten (OTR) unter 1 cm³/m²·Tag und Wasserdampfdurchlässigkeiten (WVTR) unter 2 g/m²·Tag – ausreichend für ein MHD (Mindest-Haltbarkeits-Datum) von 9–12 Monaten. ### Kosten & Verarbeitung Standardfolien kosten nur wenige Euro-Cent pro 1 000 Flowpacks. Auf modernen Maschinen lassen sich bis zu 600 Riegel pro Minute verpacken – eine nahezu unschlagbare Effizienz. ### Ökobilanz - Herstellung: 2–3 kg CO₂ pro Kilogramm Kunststoff. - Gewicht: < 1 g Folie pro Riegel ⇒ 2–3 g CO₂ pro Flowpack. - Entsorgung: Flexible Multilayerfolien werden fast ausschließlich verbrannt; stoffliches Recycling ist kaum verfügbar. --- ## 3 | Papierbasierte Barriereverpackungen – die Newcomer ### Technischer Aufbau Ein 40–60 g/m²-Kraft- oder Frischfaserpapier wird mit einer 4–7 µm dünnen Polymer- oder EVOH-Dispersion beschichtet. Produkte wie **Koehler NexPlus Advanced** liefern OTR < 10 cm³/m²·Tag und WVTR ≈ 3 g/m²·Tag – ausreichend für ein 12-monatiges MHD. ### Kosten & Verarbeitung *Material*: derzeit rund 20–30 % teurer als Standardfolien. *Maschinen*: leichte Anpassungen nötig (Siegel­schienen, Bahnführung), Taktzahlen meist 10–15 % niedriger. ### Ökobilanz - Herstellung: 249 kg CO₂e pro Tonne Karton (Branchenstudie 2023). - Hochgerechnet: ≈ 0,30 g CO₂ pro Flowpack – rund 80 % weniger als Kunststoff, sofern das Flächengewicht nur moderat steigt. - Entsorgung: Papieranteil ist in Europa zu etwa 80 % im Altpapierstrom recycelbar; Beschichtungen werden im besten Fall energetisch verwertet. --- ## 4 | Direkter Vergleich AspektPapierbarriereKunststofffolie**Packmittelkosten**+ 20–30 %Baseline**CO₂ pro Riegel**≈ 0,30 g≈ 2–3 g**OTR / WVTR**< 10 / ≈ 3< 1 / < 2**Recyclingquote (EU)**≈ 80 %< 20 %**Verpackungsgeschwindigkeit**85 – 90% im Vergleich zu Folien100 %*Alle Barrierewerte: cm³ bzw. g pro m²·Tag (23 °C / 50 % rF).* Schätzwerte aus Internet-Recherche-Quellen. --- ## 5 | Ausblick bis 2030 - **Kostenparität**: Plastiksteuern und CO₂-Bepreisung verteuern Folien, während skalierende Papierwerke Preise drücken. - **Technische Entwicklung**: Nanocellulose- oder kombinierte Barriereschichten wie Plasma­beschichtungen mit Überlack könnten OTR-Werte < 1 cm³/m²·Tag ermöglichen. - **Regulatorik**: Die EU-Verpackungs­verordnung (PPWR) verlangt ab 2030 Recyclingfähigkeit; Papier mit dünner Dispersion erfüllt das bereits, Multilayer-Kunststoff nicht. - **Konsumenten­akzeptanz**: Über 70 % der Verbraucher bevorzugen Papieroptik bei Süßwaren. --- ## 6 | Fazit Papierbasierte Barriereverpackungen sind heute technisch reif und bieten Klima- sowie Recyclingvorteile. Ihr noch höherer Stückpreis wird durch Imagegewinn, regulatorische Sicherheit und sinkende Kosten voraussichtlich schnell ausgeglichen. Kunststofffolien bleiben vorerst unschlagbar bei Preis und Maschinengeschwindigkeit, verlieren aber wegen ihrer (noch) schlechten Recycling­fähigkeit an Akzeptanz. Wer seine Schoko­verpackung zukunftssicher gestalten will, kann papierbasierte Flowpacks pilotieren. [Nabu ](https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/ressourcenschonung/einzelhandel-und-umwelt/nachhaltigkeit/30684.html#:~:text=Auch%20haben%20Pappkartons%20,geringer%20als%20beim%20leichteren%20Kunststoffbeutel)scheibt : …“**Papierverpackungen** haben einen vergleichsweise geringen Verbrauch an nicht erneuerbaren Ressourcen, da sie aus nachwachsendem Holz hergestellt werden. Die Schadstoffemissionen dagegen sind hoch, da die [Papierproduktion](http://www.nabu.de/papierherstellung) zum Beispiel das Abwasser stark belastet“… Es ist also kompliziert. Bezogen auf Rezyklierbarkeit hat Papier in weiten Teilen Europas aber die Nase vorn. Zudem wird es in der Natur deutlich schneller abgebaut als Kunststoffe. Das ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn eine geregelte Entsorgung nicht gegeben ist. --- ### Quellen (Auswahl) 1. Koehler Paper & nucao – Produkt­infos zu NexPlus Advanced, 2024 2. Sunkey Packaging – Datenblatt zu EVOH- und VMPET-Folien, 2025 3. Pro Carton / RISE – *Carbon Footprint of Carton Packaging 2023* 4. ifeu-Studie – Ökobilanz von Süßwaren­verpackungen, 2021 5. Packaging Digest – HyperBarrier-Beschichtungen für Papier, 2024 *Alle Angaben beziehen sich auf Durchschnittswerte für den europäischen Markt (EU-27 + UK, Stand Mai 2025) und können je nach Rezeptur, Packungs­größe und Energie­mix variieren* – die Tendenz sollte aber stimmen. ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Volker Muche zu Paperization und Trends bei Verpackungsentwicklung](https://inno-talk.de/volker-muche-zu-paperization-und-trends-bei-verpackungsentwicklung/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Entsorgung / Recycling **Schlagwörter:** Folie, Papier --- ### [Suppen & Soßen nachhaltig verpacken – Karton vs. Kunststoff-Standbeutel im Faktencheck](https://inno-talk.de/suppen-sossen-nachhaltig-verpacken-karton-vs-kunststoff-standbeutel-im-faktencheck/) **Published:** Juni 2, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Konservierte Suppen, Tomatensoßen oder Fertigcurry sind bequem – aber ihre Verpackung entscheidet über Haltbarkeit, Klimabilanz und Recyclingfähigkeit. Bisher dominieren **sterilisierfähige Kunststoff-Standbeutel (Pouches)**. Parallel gewinnen **faserbasierte Kartonverbunde** wie Tetra Recart® oder die neuen **alu­freien SIG-Aseptik­kartons** an Bedeutung. Was können beide Systeme heute – und wohin geht die Reise bis 2030?* ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/05/ChatGPT-Image-23.-Mai-2025-12_33_37-1024x683.png)--- ## 1 | Warum die Verpackung hier besonders kritisch ist - **Sterilisationsfest** (121 °C, 30–60 min) - **Langzeit-Barriere** gegen Sauerstoff, Wasserdampf, Aroma - **Portions­gerechtes Handling** bei geringen Kosten - **Regulatorische Zukunftssicherheit** (EU-PPWR: ab 2030 nur noch recyclingfähige Packmittel) [Environment](https://environment.ec.europa.eu/topics/waste-and-recycling/packaging-waste_en?utm_source=chatgpt.com) --- ## 2 | Kunststoff-Standbeutel – der etablierte Industriestandard ### Technischer Aufbau Mehrschichtfolie (PET / PA für Festigkeit, **Aluminiumfolie** als 100 %-Barriere, PP-Innenschicht zum Siegeln). O₂-Durchgang praktisch null; WVTR < 1 g/m²·Tag → 18–24 Monate Haltbarkeit. ### Kosten & Prozess - Materialkosten pro Liter Inhalt am niedrigsten aller Einwegoptionen. - Fülllinien verarbeiten > 200 Beutel/min – Hochleistung mit geringen Stillstandzeiten. - Weltweit vorhandene Autoklaven- und Verpackungs­infrastruktur. ### Ökobilanz - Sehr leicht (12–14 g für 500 ml) → kleiner CO₂-Rucksack vs. Dose, aber höher als Karton [tetrapak.com](https://www.tetrapak.com/en-ca/insights/food-categories/food/reasons-tetra-recart-for-shelf-stable-soups?utm_source=chatgpt.com). - **End-of-Life**: Aluminiumbeschichtete Pouches sind praktisch **nicht recycelbar**; sie werden überwiegend verbrannt. - Erste **recyclingfähige Mono-PP-Retort-Pouches** existieren (Amcor / Nestlé 2020), sind aber noch Nische [amcor.com](https://www.amcor.com/media/news/recyclable-retort-pouch-pet-food?utm_source=chatgpt.com). --- ## 3 | Faserbasierte Kartonverbunde – die aufstrebende Alternative ### Technischer Aufbau Mehrlagiger Karton (≈ 70 % FSC-Zellstoff) mit dünner Polymer- oder optional Alu-Barriere. Varianten **ohne Aluminium** erreichen dank EVOH- und Plasma­schichten OTR < 1 cm³/m²·Tag –**SIG Terra Alu-free** 2025 zeigt das erstmals serienreif [packaginginsights.com](https://www.packaginginsights.com/news/sig-alu-free-aseptic-carton-innovation?utm_source=chatgpt.com). ### Kosten & Prozess - Packmittelkosten pro Liter heute etwas höher als beim Beutel, aber unter Glas/Dose. - Spezielle FFS-Linien (Tetra Recart, SIG) füllen bis 24 000 Packungen/h; Investitionen amortisieren sich ab hoher Linienauslastung. - Flachliegende Anlieferung reduziert Lager- und Transportvolumen. ### Ökobilanz - Bis zu **78 % weniger CO₂** als Dosen und **≈ 50 % weniger** als Pouches [tetrapak.com](https://www.tetrapak.com/en-ca/insights/food-categories/food/reasons-tetra-recart-for-shelf-stable-soups?utm_source=chatgpt.com). - 69–71 % des Materials ist erneuerbar; Fasern werden in der Papierrecycling­anlage zurückgewonnen. - Kunststoff- und (falls vorhanden) Alureste werden energetisch verwertet – Recyclingquote der Faserfraktion kann > 70 % liegen --- ## 4 | Direkter Vergleich (Suppen/Soßen, 500 ml-Äquivalent) AspektKartonverbund (*Tetra Recart*, SIG)Kunststoff-Beutel (Alu-Verbund)**Packmittelkosten**+10 – 20 %Baseline (niedrig)**CO₂-Footprint**~ 35 g~ 70 g**Recyclingfähigkeit**Faseranteil > 70 % recycelbar< 10 % (meist Verbrennung)**OTR / WVTR**< 1 / < 1≈ 0 / < 1**Prozessgeschwindigkeit**≈ 90 – 95 % der Beutel-Linien100 %*Werte gerundet; CO₂ cradle-to-grave. Quellen siehe unten.* Bitte als grobe Richtwerte einordnen. --- ## 5 | Ausblick bis 2030 - **Regulatorik zieht an:** Die EU-PPWR macht Recyclingfähigkeit ab 2030 zur Markt­zugangsbedingung [ecomundo.eu](https://ecomundo.eu/en/blog/ppwr-packaging-waste?utm_source=chatgpt.com). - **Alu-freie High-Barrier-Kartons** (SIG, Tetra) verringern CO₂ weiter und vereinfachen Recycling. - **Monomaterial-Retort-Beutel** (PP oder PE) schreiten voran; Pilotmärkte 2025, breiter Roll-out erwartet bis 2028. - **Kostenkonvergenz:** Plastiksteuern & EPR-Gebühren (Extended Producer Responsibility) verteuern Verbundfolien, während Skaleneffekte Kartonpreise drücken. - **Marktprognose:** Analysten erwarten, dass Kartonlösungen ihren Anteil im europäischen Suppen-/Soßenregal von heute ~12 % auf > 30 % steigern könnten; klassische Alu-Beutel verlieren Marktanteile, werden aber durch recyclingfähige Mono-Kunststoff-Pouches teilweise ersetzt. --- ## 6 | Fazit Für flüssige Suppen und Soßen bieten **faserbasierte Kartonverbunde** bereits heute funktionale Barriere, gute CO₂-Bilanzen und einen klaren Recyclingvorteil. **Kunststoff-Standbeutel** punkten nach wie vor mit niedrigsten Kosten und ausgereifter Prozess­technik, geraten jedoch wegen ihrer End-of-Life-Schwäche unter Druck. Bis 2030 werden entweder **alu-freie Kartons** oder **recyclingfähige Mono-Beutel** den Standard setzen. Wer die eigene Verpackungs­strategie zukunfts­fest machen will, sollte beide Innovationen jetzt testen – die Ampel der EU-Regulierung steht längst auf Grün für kreislauffähige Lösungen. Nicht berücksichtigt sind Verschiebungen anderer Packmittel siehe auch: z. B. [**Rigid-to-Flex-Shift**](https://inno-talk.de/rigid-to-flex-shift/) --- ### Quellen (Auswahl) 1. Tetra Pak – *Reasons Tetra Recart excels in shelf-stable soup packaging* (bis 78 % weniger CO₂) [tetrapak.com](https://www.tetrapak.com/en-ca/insights/food-categories/food/reasons-tetra-recart-for-shelf-stable-soups?utm_source=chatgpt.com) 2. SIG – Alu-free Full-Barrier Karton, Pressemeldung 21.05.2025 [packaginginsights.com](https://www.packaginginsights.com/news/sig-alu-free-aseptic-carton-innovation?utm_source=chatgpt.com) 3. Amcor / Nestlé – Erste recyclingfähige Retort-Pouches (AmLite HeatFlex), 2020 [amcor.com](https://www.amcor.com/media/news/recyclable-retort-pouch-pet-food?utm_source=chatgpt.com) 4. EU-Kommission – Verpackungs- und Verpackungs­abfall­verordnung (alle Packmittel bis 2030 recyclingfähig) [Environment](https://environment.ec.europa.eu/topics/waste-and-recycling/packaging-waste_en?utm_source=chatgpt.com)[ecomundo.eu](https://ecomundo.eu/en/blog/ppwr-packaging-waste?utm_source=chatgpt.com) 5. Packaging Digest – LCA: *Out of the Can & into the Paper Box*, 2024 [packagingdigest.com](https://www.packagingdigest.com/food-beverage/out-of-the-can-and-into-the-paper-box?utm_source=chatgpt.com) *Alle Angaben beziehen sich auf den europäischen Markt (EU-27 + UK, Stand Mai 2025) und können je nach Rezeptur, Packungsgröße, Sammelsystem und Energie­mix deutlich variieren.* Wir übernehmen keine Haftung für gezogene Schlüsse aus diesem Artikel. ### Verwandte Episoden - [Replace- anstatt Refill-Standbeutel](https://inno-talk.de/replace-anstatt-refill-standbeutel/) - [Volker Muche zu Paperization und Trends bei Verpackungsentwicklung](https://inno-talk.de/volker-muche-zu-paperization-und-trends-bei-verpackungsentwicklung/) - [Papier oder Plastik](https://inno-talk.de/papier-oder-plastik/) **Kategorien:** Allgemein --- ### [Wenn die Blase zickt](https://inno-talk.de/wenn-die-blase-zickt/) **Published:** Juni 4, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## Typische Fehlerbilder in der Blasfolien­extrusion und was Sie dagegen tun können ***In der Blasfolien­extrusion genügt schon eine kleine Unregelmäßigkeit, und schon wandert ein Makel über die gesamte Rollenlänge – teure Ausschussmeter inklusive. Damit Sie in der Produktion schneller Ursache → Wirkung → Lösung verknüpfen können, haben wir die gängigsten Defekt­muster kompakt zusammen­gestellt.*** Dies ist nur ein kleiner Auszug aus unserem Webseminar zum Thema Fehler in der Blasfolienextrusion. ### Schneller Überblick FehlerbildTypische UrsachenErste Gegenmaßnahmen**Gel-/Fisheye-Einschlüsse**Unaufgeschmolzene Polymere, Additiv­agglomerate, FilterbruchFeineres Siebpaket, Material­qualität prüfen, häufigere Siebwechsel**Schlieren / Streaking**Temperatur­gradienten im Extruder oder der Düse, verschlissene KanäleHeizzonen kalibrieren, Düsenreinigung planen**Dicken­schwankungen (Gauge-Variationen)**Unscharfe Profilregelung, zu hohe Linien­geschwindigkeit, schwankende ViskositätProfilregelung optimieren, Zug­geschwindigkeit anpassen, engmaschige Daten­aufzeichnung**Blasen­instabilität (Atmen, Neck-In)**Zu niedrige Schmelzeviskosität, falsch eingestellter Kühl­luftstromSchmelze­temperatur/Förder­rate hochfahren, Kühlring symmetrieren**Angel Hair & Staub im Granulatweg**Überhöhter Förder­druck, abrieb­intensive Leitungen, fehlende EntstaubungDruck reduzieren, Leitungs­geometrie glätten, Entstaubungs­anlage nachrüsten**Löcher / Pinholes**Fremdkörper, Gelpartikel, Überdehnung im AbzugMaterial­siebung, Zug­spannung senken, Zug-/Abzugeinheit prüfen**Falten & Flatness-Fehler**Dejustierte Abzugswalzen, ungleich­mäßige AbkühlungWalzen­parallelität neu einstellen, Kühlstrom homogenisieren**Teleskopieren am Wickler**Ungleiche Bahn­spannung, Schicht-Wärme, Wickel­kern nicht zentrischBahn­zugprofil optimieren, Wickel­temperatur senken, Kernausrichtung kontrollieren**Geruchsprobleme (v. a. bei Rezyklaten)**Flüchtige Konta­minanten, zu lange Verweil­zeiten, Additiv­abbauVakuum-Entgasung, Frische Rezyklat­mischung, Antioxidantien prüfen ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/06/3233-Stippe.jpg)Folienstippe im Querschnitt, Quelle: Innoform Testservice### Was bedeutet das für Ihre Linie? - **Prozessdaten lückenlos dokumentieren** – nur so lassen sich Korrelationen schnell erkennen. - **Wartungszyklen nicht strecken** – Sieb, Düse, Dosierer & Co. sind die „Schwachstellen“ jeder Linie. - **Rezyklate clever einsetzen** – Schmelze­filtration, Kompatibili­satoren und definierte Misch­strategien reduzieren Schwankungen. Mit dieser Checkliste im Rücken lösen Sie die häufigsten Störungen deutlich schneller – und sichern sich stabile Qualität sowie weniger Ausschuss. Für tiefergehende Analysen oder maßgeschneiderte Troubleshooting-Workshops sprechen Sie uns gern an. InnoTalk bleibt Ihr Sparrings­partner, wenn es um Best-Practice in der flexiblen Verpackungs­produktion geht. Das ganze Webseminar können Sie hier jederzeit abrufen. [Webseminar auf Deutsch](https://www.innoform-coaching.de/site/event/detail.php?event_id=1891) [Webseminar in English](https://www.innoform-coaching.de/site/event/detail.php?event_id=1976) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) **Kategorien:** Allgemein, Folienherstellung/Veredelung --- ### [The plastic revolution - turning waste into bioplastics](https://inno-talk.de/en/the-plastic-revolution-turning-waste-into-bioplastics/) **Published:** Juni 5, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ***Listened to & summarised from the SWR podcast ‘Das Wissen – Die Plastikwende: How can plastic become sustainable?’ with chemist Dr Manuel Häußler (Max Planck Institute/CTC, founder of EvoLoop).*** --- ### 1 | Why we need to rethink plastic Plastic is light, robust and extremely cheap – which is precisely why it is conquering every market segment. But the real problem lies **at the end of its life**: Huge quantities are still being landfilled, dumped into the environment or incinerated worldwide. Even in Germany’s exemplary system, two thirds of all collected plastics end up in „energy recovery“, i. e. in the oven – only around **one third** is recycled. Microplastics are exacerbating the situation: they can now be found in Arctic ice, breast milk and even in the brain – because conventional polymers are not degraded. --- ### 2 | Four must-have criteria according to Dr Häußler According to the researcher, the „ideal plastic“ must fulfil four properties at the same time: 1. **Performant** – i. e. mechanically versatile like today’s PE or PP. 2. **Cheap** – otherwise nobody will use it . 3. **Recyclable** – with a high-quality cycle without downcycling. 4. **Biodegradable** – so that unavoidable microplastics do not cause any harm. --- ### 3 | Limits of mechanical recycling Even with better sorting and packaging design, classic recycling reaches its physical limits: - Age of polymers; after three to four melting cycles the quality drops sharply. - Complex composite or colour systems can hardly be separated by type. --- ### 4 | Chemical redesign: „predetermined breaking points“ in the polymer Häußler’s approach: **polyethylene 2.0** – a molecule that looks almost like classic PE, but has specifically integrated **ester fracture sites**. - These **biomimetic links** are recognised by enzymes and cleave the chain right there. - During processing, the „ball of wool“ plastic can be cut into manageable fragments with little energy; additives or colourants can then be washed out. - Example: bright blue cleaning bottles are turned back into colourless granulate that can be recoloured at will – impossible today. The speciality: The team **uses waste polythene as a raw material** and retrofits the breakage points. Cheap material, hardly any new crude oil – this creates price parity without a „green premium“. --- ### 5 | From the lab to practice - **EvoLoop** aims to deliver the first products in niche applications (e. g. high-quality consumer goods) in 2026. - At the same time, the **Centre for the Transformation of Chemistry (CTC)** in central Germany is setting up pilot and demonstration plants in order to quickly achieve economies of scale. --- ### 6 | What does this mean for flexpack professionals? Field of actionSpecific To-dos for Innoform partners**Design for ChemCycle**Test mono-material films with a defined oxygen index; test dyes and additives for enzymatic separability.**Feedstock partnerships**Establish supply chains with Chem-Recycler/EvoLoop at an early stage in order to monetise PE waste streams as a recyclable material.**Microplastic safety**Validate products for biodegradability of particles (e. g. OECD tests); communicate claims clearly.**Regulation**Keep an eye on the EU quota of > 30 % recyclate by 2030; prepare mass balance certifications.--- ### 7 | Conclusion The discussion shows that **recycling *or* biodegradation is not enough – we need both in one material.** This is exactly what Häußler’s team is working on with its „polyethylene evolution“. For the packaging industry, this means - Start pilot projects **now** to make processes and machines compatible. - Adapt market communication – added value lies not only in the carbon footprint, but also in the combined microplastic safety. - The courage to transform pays off: Those who get in early secure raw material flows and brand advantages. The plastic revolution is realisable – if we think about performance, price **and** the cycle at the same time. Let’s tackle it! The original episode: „Das Wissen“, SWR, published on 1 June 2025: [https://www.swr.de/swrkultur/programm/podcast-swr-das-wissen-102.html?mediaId=fd740fe3-6a43-3abb-bf3a-8899c37c3fd9&](https://www.swr.de/swrkultur/programm/podcast-swr-das-wissen-102.html?mediaId=fd740fe3-6a43-3abb-bf3a-8899c37c3fd9&) *Dr Manuel Häußler is a German chemist who specialises in the development of sustainable plastics. He completed his doctorate at the University of Konstanz with a thesis on fully recyclable plant oil-based plastics. He was awarded the Körber Foundation’s German Study Prize in 2022 for his dissertation. ([campus.uni-konstanz.de](https://www.campus.uni-konstanz.de/deutscher-studienpreis-2022-fuer-konstanzer-chemiker-dr-manuel-haeussler?utm_source=chatgpt.com))* *In March 2023, Häußler took over as head of the „Circular Chemical Concepts“ working group at the Max Planck Institute of Colloids and Interfaces. He is also group leader at the Centre for the Transformation of Chemistry (CTC) in Central Germany and co-founder and co-CEO of the start-up aevoloop GmbH. ([LinkedIn](https://www.linkedin.com/posts/manuel-h%C3%A4u%C3%9Fler-6a3054243_i-am-very-excited-to-start-my-position-as-activity-7046156171929354241-lMS5?utm_source=chatgpt.com), [imw.fraunhofer.de](https://www.imw.fraunhofer.de/content/dam/moez/de/documents/20240508_GENESIS_CTC%20Vorstellung%20MH.pdf?utm_source=chatgpt.com))* *His research focuses on the development of innovative recycling processes that convert conventional plastic waste into high-quality, fully recyclable materials. One example of this is the „SymbioLoop“ project, which is researching the biotechnological recycling of waste using a co-culture of algae and yeasts. ([campus.uni-konstanz.de](https://www.campus.uni-konstanz.de/deutscher-studienpreis-2022-fuer-konstanzer-chemiker-dr-manuel-haeussler?utm_source=chatgpt.com), [transforming-chemistry.org](https://transforming-chemistry.org/recyclebarer-kunststoff-aus-muell-innovatives-forschungsprojekt-erhaelt-foerderung/?utm_source=chatgpt.com))* ### Verwandte Episoden - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Kategorien:** Disposal / Recycling, Uncategorized **Schlagwörter:** Bioplastic --- ### [When the bubble ticks](https://inno-talk.de/en/when-the-bubble-ticks/) **Published:** Juni 5, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## Typical error patterns in blown film extrusion and what you can do about them ***In blown film extrusion, all it takes is a small irregularity and a defect will spread over the entire length of the roll – including expensive scrap metres. We have summarised the most common defect patterns so that you can link cause → effect → solution more quickly in production.*** This is just a small extract from our web seminar on the topic of defects in blown film extrusion. ### Quick overview PatternTypical causesFirst countermeasures**Gel/fisheye inclusions**Unmelted polymers, additive agglomerates, filter breakageFiner screen pack, check material quality, more frequent screen changes**Streaking** Temperature gradients in the extruder or die, worn channelsCalibrate heating zones, plan nozzle cleaning**Thickness variations (gauge variations)**Blurred profile control, line speed too high, fluctuating viscosityOptimise profile control, adjust train speed, close-meshed data recording**Bubble instability (breathing, neck-in)**Melt viscosity too low, incorrectly set cooling air flowIncrease melt temperature/feed rate, symmetrise cooling ring**Angel Hair & Dust in the granule path**Excessive delivery pressure, abrasive pipes, lack of dust extractionReduce pressure, smooth pipe geometry, retrofit dust extraction system**Holes / Pinholes**Impurities, bodies, gel particles, overstretching in the fume cupboardMaterial screening, reduce tensile stress, check tensile/removal unit**Wrinkles & flatness errors**Misaligned pull-off rollers, uneven coolingReadjust roller parallelism, homogenise cooling flow**Telescoping on the winder**Uneven web tension, layer heat, winding core not centredOptimise web tension profile, reduce winding temperature, check core alignment**Odour problems (especially with recyclates)**Volatile contaminants, excessively long dwell times, additive degradationVacuum degassing, check fresh recyclate mixture, antioxidants ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/06/3233-Stippe.jpg)Cross-section of foil, source: Innoform Test Service### What does this mean for your line? - **Document process data completely** – this is the only way to recognise correlations quickly. - **Do not extend maintenance cycles** – the sieve, nozzle, dosing unit etc. are the „weak points“ of every line. - **Clever use of recyclates** – melt filtration, compatibilisers and defined mixing strategies reduce fluctuations. With this checklist in mind, you can solve the most common faults much faster – and ensure stable quality and fewer rejects. Please contact us for in-depth analyses or customised troubleshooting workshops. InnoTalk remains your sparring partner when it comes to best practice in flexible packaging production. You can access the entire web seminar here at any time. [Web seminar in German](https://www.innoform-coaching.de/site/event/detail.php?event_id=1891) [Web seminar in English](https://www.innoform-coaching.de/site/event/detail.php?event_id=1976) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Wenn die Blase zickt](https://inno-talk.de/wenn-die-blase-zickt/) - [Talk (Talkum) als krebserregend eingestuft – was bedeutet das für Verpackungen?](https://inno-talk.de/talk-talkum-als-krebserregend-eingestuft-was-bedeutet-das-fuer-verpackungen/) **Kategorien:** Film production / Converting, Uncategorized **Schlagwörter:** Blown film, edgar_gandelheidt --- ### [Recyclingfähigkeit von Folienverpackungen bewerten](https://inno-talk.de/recyclingfaehigkeit-von-folienverpackungen-bewerten/) **Published:** Juni 5, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *„Wie bewertet man die Recyclingfähigkeit von Verpackungen?“ – ein Auszug aus dem Webseminar. Darin zeigt [Jonathan Scheck](https://www.innoform-coaching.de/referenten/jonathan-scheck) (Interzero), worauf es bei Folienstrukturen wirklich ankommt – von Monomaterial-Design über schlanke Barrieren bis hin zu NIR-Erkennung und künftigen EU-Vorgaben. Der Artikel greift fünf zentrale Erkenntnisse heraus, erklärt ihren Praxisnutzen und leitet konkrete Handlungsschritte für Verpackungsentwickler ab.* ![](https://pet.khs.com/fileadmin/user_upload/content/KHS_Beyond-Juice_Made_For_Recycling-EN.jpg) ### 1 | Worum geht es ? **Jonathan Scheck** sprach darüber, wie Unternehmen die Recyclingfähigkeit ihrer Kunststoff‐ und insbesondere Folienverpackungen systematisch bewerten können. Im Mittelpunkt standen dabei **Praxisleitfäden wie „Made for Recycling“ und RecyClass**, die heute in ganz Europa als De-facto-Standards gelten. --- ### 2 | Die fünf wichtigsten Erkenntnisse KernaussageWarum das relevant ist1 **Ganzheitliche Betrachtung** Recyclingfähigkeit bemisst sich nicht allein am Material, sondern an **Sortier­barkeit + Verarbeitbarkeit** in realen Recyclingprozessen.Fehlende Sortierbarkeit führt selbst bei „theoretisch“ recycelbaren Strukturen zu Downcycling oder Verbrennung.2 **Monomaterial dominiert** Strukturen mit ≥ 90 % PE oder PP erreichen heute die höchsten Scores; jede Fremdkomponente zählt.Monomaterialfolien passen in etablierte LDPE-, HDPE- bzw. PP-Recyclingströme und liefern die beste Outputqualität.**3 Barriere ja – aber dünn**EVOH-Schichten sollten < 5 Gew-%, metallisierte Schichten < 1 Gew-% bleiben; PET- und PA-Layer sind kritisch im Materialmix.Dicke Barrieren blockieren das Einschmelzen, erhöhen den Aschegehalt und senken Rezyklatqualität.4 **Erkennung entscheidet**Dunkle Carbon-Black-Masterbatches, Aluminium-Vollfolien und unlösbare Kleber/Etiketten sind im NIR-schwach → vermeiden!NIR-Sensoren sind heute das Rückgrat der Sortierlinien. Nur detektierbare Objekte landen im Zielstrom.5 **Regulatorischer Rückenwind**Mit der EU-PPWR (2024) kommen **Mindest-Recyclatgehalte und Design-Vorgaben**. Zertifizierte Recyclingfähigkeit wird faktisch zur Marktzulassung.Wer jetzt umstellt, spart künftige Kosten (EPR-Gebühren) und sichert Versorgung mit qualifiziertem PCR.--- ### 3 | Handlungsempfehlungen für die Flexpack-Praxis 1. **Frühzeitig Design-Check durchführen** - Nutzen Sie Quick-Audits wie *Made for Recycling* bereits im Konzeptstadium. - Simulieren Sie Sortierbarkeit via NIR-Scans oder Lab-Scale-Waschversuche. 2. **Auf Monomaterial umstellen – wo immer möglich** - PE- oder PP-Based Triplexstrukturen mit ultra­dünner EVOH-Barriere (< 5 %) liefern heute die beste Balance aus Produkt­schutz und Recyclingfähigkeit. - Prüfen Sie lösliche Siegelschichten, um Multimaterial-Deckel bei Schalen abzulösen. 3. **Additive schlau wählen** - Pigmente: Verzichten Sie auf Carbon Black; bevorzugen Sie klare, weiße oder pastellfarbene Masterbatches. - Klebstoffe/Tinten: Verwenden Sie lösungsmittel­arme, heißwasser‐ oder alkalilösliche Systeme. 4. **Transparenz schaffen** - Hinterlegen Sie Materialdaten im **Digital Product Passport** (DIN SPEC 91486) – das beschleunigt Sortierung und behördliche Freigaben. - Kommunizieren Sie Recyclingfähigkeit klar auf der Packung (z. B. durch den neuen europäischen Recycle-Code). 5. **Kooperation vorantreiben** - Suchen Sie früh das Gespräch mit Recyclern und Konvertern, um Testchargen im Industriemaßstab zu fahren. - Entwickeln Sie Closed-Loop-Modelle (z. B. Shrink-Films → Shrink-Films) zusammen mit Markenartiklern. --- ### 4 | Ausblick und Motivation Die Diskussion zeigte eindrucksvoll: **Recyclinggerechtes Design ist kein Hindernis, sondern ein Innovationsmotor**. Wer heute umstellt, profitiert nicht nur von sinkenden EPR-Gebühren, sondern auch von steigender Nachfrage nach kreislauffähigen Produkten und ausreichend Rezyklat-Verfügbarkeit – insbesondere in sensiblen Bereichen wie Food, Petfood oder Healthcare. > **Unser Angebot:** > > - **Laboranalysen & Beratung** in Oldenburg – von DSC‐Analysen bis MFI-Test. > - **PPWR Beratung und Schulung** mit [Dr. Daniel Wachtendorf](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=80375) > - **Weiterbildung und Networking‐Events** wie die [Inno-Meetings ](https://inno-meeting.de/en/startseite/)und [Inno-Talks](https://inno-talk.de/), um Best Practices live zu erleben. Bleiben Sie neugierig, bleiben Sie mutig – und lassen Sie uns gemeinsam Folienverpackungen gestalten, die den Stoffkreislauf wirklich schließen. Weitere Veranstaltungen zum Thema Kreislaufwirtschaft finden Sie hier [Kreislaufwirtschaft und Recycling](https://www.innoform-coaching.de/themen/kreislaufwirtschaft-und-recycling) *(Autor: Karsten Schröder, Innoform Coaching GbR)* ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Sabrina Schmidt vom IÖW spricht über die Bewertung der Nachhaltigkeit von Verpackungen](https://inno-talk.de/sabrina-schmidt-sprich-ueber-bewertung-der-nachhaltigkeit-von-verpckungen/) **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Lebensmittelverpackung **Schlagwörter:** Recycling, Recycling-Fähigkeit --- ### [Die Plastikwende – Aus Müll wird Bioplastik](https://inno-talk.de/die-plastikwende-aus-muell-wird-bioplastik/) **Published:** Juni 9, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ***Nachgehört & zusammengefasst aus dem SWR-Podcast „Das Wissen – Die Plastikwende: Wie kann Kunststoff nachhaltig werden?“ mit Chemiker Dr. Manuel Häußler (Max-Planck-Institut/CTC, Gründer von EvoLoop).*** --- ### 1 | Warum wir Plastik neu denken müssen Plastik ist leicht, robust und extrem günstig – genau deshalb erobert es jedes Marktsegment. Doch das eigentliche Problem liegt **am Lebensende**: Weltweit werden riesige Mengen immer noch deponiert, in die Umwelt gekippt oder verbrannt. Selbst in Deutschlands vorbildlichem System landen zwei Drittel aller gesammelten Kunststoffe in der „energetischen Verwertung“, sprich im Ofen – nur rund **ein Drittel** wird stofflich recycelt . Mikroplastik verschärft die Lage: Es findet sich inzwischen in Arktis-Eis, Muttermilch und sogar im Gehirn – weil herkömmliche Polymere nicht abgebaut werden . --- ### 2 | Vier Muss-Kriterien laut Dr. Häußler Der „ideale Kunststoff“ muss nach Ansicht des Forschers vier Eigenschaften gleichzeitig erfüllen : 1. **Performant** – also mechanisch vielseitig wie heutiges PE oder PP. 2. **Billig** – sonst setzt ihn niemand ein . 3. **Recycelbar** – mit hochwertigem Kreislauf ohne Downcycling. 4. **Biologisch abbaubar** – damit unvermeidbares Mikroplastik keinen Schaden anrichtet. --- ### 3 | Grenzen des mechanischen Recyclings Selbst mit besserem Sortier- und Verpackungsdesign stößt klassisches Recycling an physikalische Grenzen: - Polymere altern; nach drei bis vier Schmelzzyklen sinkt die Qualität stark . - Komplexe Verbund- oder Farb­systeme lassen sich kaum sortenrein trennen . --- ### 4 | Chemisches Redesign: „Sollbruchstellen“ im Polymer Häußlers Ansatz: **Polyethylen 2.0** – ein Molekül, das fast wie klassisches PE aussieht, aber gezielt eingebaute **Ester-Bruchstellen** besitzt. - Diese **biomimetischen Links** werden von Enzymen erkannt und spalten die Kette genau dort . - In der Aufarbeitung lässt sich das „Wollknäuel“ Kunststoff mit wenig Energie in handliche Fragmente zerschneiden; Additive oder Farbstoffe können anschließend herausgewaschen werden . - Beispiel: Aus knallblauen Reinigungsflaschen entsteht wieder farbloses Granulat, das beliebig neu eingefärbt werden kann – heute unmöglich . Das Besondere: Das Team **nutzt Abfall-Polyethylen als Rohstoff** und baut die Bruchstellen nachträglich ein. Billiges Material, kaum neues Erdöl – so entsteht Preisparität ohne „Green Premium“ . --- ### 5 | Vom Labor in die Praxis - **EvoLoop** will 2026 die ersten Produkte in nischen­starken Anwendungen (z. B. hochwertige Konsum­güter) ausliefern . - Parallel baut das **Center for the Transformation of Chemistry (CTC)** in Mitteldeutschland Pilot- und Demo­anlagen auf, um rasch Skaleneffekte zu erreichen . --- ### 6 | Was bedeutet das für Flexpack-Profis? HandlungsfeldKonkrete To-dos für Innoform-Partner**Design for ChemCycle**Monomaterial-Folien mit definiertem Sauerstoff-Index testen; Farbstoffe und Additive auf enzymatische Abtrennbarkeit prüfen.**Feedstock-Partnerschaften**Frühzeitig Lieferketten mit Chem-Recycler/EvoLoop aufbauen, um PE-Abfallströme als Wertstoff zu monetarisieren.**Mikroplastik-Sicherheit**Produkte auf Bioabbaubarkeit der Partikel validieren (z. B. OECD-Tests); Claims klar kommunizieren.**Regulatorik**EU-Quote von >30 % Rezyklat bis 2030 im Blick behalten; Mass-Balance-Zertifizierungen vorbereiten.--- ### 7 | Fazit Die Diskussion zeigt: **Recycling *oder* Bioabbau reicht nicht – wir brauchen beides in einem Material.** Genau daran arbeitet Häußlers Team mit seiner „Polyethylen-Evolution“. Für die Verpackungsbranche bedeutet das: - **Jetzt** Pilot­projekte starten, um Prozesse und Maschinen kompatibel zu machen. - Markt­kommunikation anpassen – Mehrwert liegt nicht nur im CO₂-Fußabdruck, sondern in der kombinierten Mikroplastik-Sicherheit. - Mut zur Transformation zahlt sich aus: Wer früh einsteigt, sichert sich Rohstoff­ströme und Marken­vorteile. Die Plastikwende ist machbar – wenn wir Performance, Preis **und** Kreislauf gleichzeitig denken. Packen wir’s an! Die Originalfolge: Das Wissen“, SWR, veröffentlicht am 1. Juni 2025: [https://www.swr.de/swrkultur/programm/podcast-swr-das-wissen-102.html?mediaId=fd740fe3-6a43-3abb-bf3a-8899c37c3fd9&](https://www.swr.de/swrkultur/programm/podcast-swr-das-wissen-102.html?mediaId=fd740fe3-6a43-3abb-bf3a-8899c37c3fd9&) *Dr. Manuel Häußler ist ein deutscher Chemiker, der sich auf die Entwicklung nachhaltiger Kunststoffe spezialisiert hat. Er promovierte an der Universität Konstanz mit einer Arbeit über vollständig recycelbare Kunststoffe auf Pflanzenölbasis. Für seine Dissertation wurde er 2022 mit dem Deutschen Studienpreis der Körber-Stiftung ausgezeichnet. ([campus.uni-konstanz.de](https://www.campus.uni-konstanz.de/deutscher-studienpreis-2022-fuer-konstanzer-chemiker-dr-manuel-haeussler?utm_source=chatgpt.com))* I*m März 2023 übernahm Häußler die Leitung der Arbeitsgruppe „Circular Chemical Concepts“ am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung. Zudem ist er Gruppenleiter am Center for the Transformation of Chemistry (CTC) in Mitteldeutschland und Mitgründer sowie Co-CEO des Start-ups aevoloop GmbH. ([LinkedIn](https://www.linkedin.com/posts/manuel-h%C3%A4u%C3%9Fler-6a3054243_i-am-very-excited-to-start-my-position-as-activity-7046156171929354241-lMS5?utm_source=chatgpt.com), [imw.fraunhofer.de](https://www.imw.fraunhofer.de/content/dam/moez/de/documents/20240508_GENESIS_CTC%20Vorstellung%20MH.pdf?utm_source=chatgpt.com))* *Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Entwicklung innovativer Recyclingverfahren, die konventionelle Kunststoffabfälle in hochwertige, vollständig recycelbare Materialien umwandeln. Ein Beispiel dafür ist das Projekt „SymbioLoop“, das eine biotechnologische Verwertung von Abfällen durch eine Co-Kultur aus Algen und Hefen erforscht. ([campus.uni-konstanz.de](https://www.campus.uni-konstanz.de/deutscher-studienpreis-2022-fuer-konstanzer-chemiker-dr-manuel-haeussler?utm_source=chatgpt.com), [transforming-chemistry.org](https://transforming-chemistry.org/recyclebarer-kunststoff-aus-muell-innovatives-forschungsprojekt-erhaelt-foerderung/?utm_source=chatgpt.com))* ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Kategorien:** Allgemein, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung --- ### [Die „letzten 5 %“ – Flexibles bremsen 2025-Recycling Ziele aus](https://inno-talk.de/die-letzten-5-flexibles-bremsen-2025-recycling-ziele-aus/) **Published:** Juni 10, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Viele Unternehmen, darunter Amcor, haben sich verpflichtet, bis 2025 100 % ihrer Verpackungen recycelbar, wiederverwendbar oder kompostierbar zu machen. Dies stellt eine große Herausforderung dar, insbesondere bei flexiblen Kunststoffen und Multilaminaten.* ### Status quo - **70 %** der Verpackungs­portfolios der EMF-Unterzeichner gelten heute als „recycle-ready“. Die **restlichen 5 %** sind fast ausschließlich komplexe Flex­verpackungen. - Unternehmen wie **Amcor** haben 94 % ihrer Flexibles theoretisch umrüstbar, doch die Umsetzung scheitert an Infrastrukturen und Kosten. - **Walmart** und andere Groß­händler räumen offen ein, ihre 2025-Recycling­ziele zu verfehlen – Flexibles sind ein Hauptgrund. ### Kernprobleme 1. **Material-Performance vs. Monostruktur** – Gas- und Fett­barrieren erfordern bislang Multilayer; Alternativen wie beschichtetes PE oder Papier stoßen an Grenzen. 2. **Fehlende Sortier­technologien** – In vielen Regionen fehlt der notwendige Nah-Infra­rot-(NIR)-Scan für dünne Folien. 3. **Wirtschaftlicher Druck** – Neue Materialien erhöhen Stückkosten, während Rohöl-PE billig bleibt. ### Lösungsansätze - **Monomaterial-PE mit Funktions­schicht** (z. B. High-EVOH- oder AlOx-Beschichtungen) - **Biobasierte Alternativen** – Seaweed- oder PHA-Filme, kombiniert mit Heim-kompostier­baren Zippern - **Chemisches Recycling** als Brückentechnologie, bis mechanische Ströme etabliert sind. ### Fazit Die kommenden 18 Monate entscheiden, ob die 2025-Versprechen neu datiert oder doch erreicht werden. Für F&E-Teams heißt das: Fokus auf **Design for Recycling**, Inkubation alternativer Polymere und aktives Engagement in EPR- und Sortier­piloten. Quelle: [packagingdive.com](https://www.packagingdive.com/news/packaging-design-remainder-portfolio-recyclable-reusable-compostable-2025/743150/) ### Verwandte Episoden - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [PE- und PP-Verpackungen sollen ab September nicht mehr als recyclingfähig gelten](https://inno-talk.de/pe-und-pp-beutel-sollen-ab-september-nicht-mehr-als-recyclingfaehig-gelten/) - [Neue Studie beleuchtet Herausforderungen und Potenziale beim Recycling flexibler Kunststoffe](https://inno-talk.de/neue-studie-beleuchtet-herausforderungen-und-potenziale-beim-recycling-flexibler-kunststoffe/) **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Europa, Karsten Schröder, News --- ### [Neue Verordnung 2025/351: Wichtige Änderungen der "Kunststoffrichtlinie"](https://inno-talk.de/neue-verordnung-2025-351-wichtige-aenderungen-der-kunststoffrichtlinie/) **Published:** Juni 12, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Eine knappe Zusammenfassung aus unserem Webseminar: [19. Änderung der Kunststoffverordnung (EU) Nr. 10/2011](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/19-aenderung-der-kunststoffverordnung-eu-nr-102011-2025)* *Die neue Verordnung 2025/351 bringt bedeutende Änderungen für die Herstellung und Verwendung von Kunststoffen im Lebensmittelkontakt. Diese Änderungen betreffen verschiedene Aspekte, von der Reinheit der Ausgangsstoffe bis hin zu den Anforderungen an recycelte Materialien. Im Folgenden werden die wichtigsten Neuerungen und ihre praktischen Auswirkungen erläutert.* ## Hoher Reinheitsgrad Eine der zentralen Neuerungen ist die Einführung des hohen Reinheitsgrads für Stoffe, die zur Herstellung von Lebensmittelkontaktmaterialien aus Kunststoff verwendet werden. Diese Stoffe dürfen nur eine geringe Menge an unbeabsichtigt zugesetzten Stoffen (Nias) enthalten, die bestimmte Kriterien erfüllen müssen: - **Nicht genotoxische Verunreinigungen** dürfen bis zu 50 ppb migrieren. - **Möglicherweise genotoxische Verunreinigungen** dürfen nur bis zu 0,15 µg/kg Lebensmittel migrieren, es sei denn, es liegen ausreichende toxikologische Daten vor, die eine höhere Migration rechtfertigen. ## Wiederaufbereitung und Recycling Die Verordnung unterscheidet klar zwischen Kunststoffabfällen und Kunststoffnebenprodukten: - **Kunststoffnebenprodukte**: Diese können im Produktionsprozess zurückgewonnen und wiederverwendet werden, sofern sie nicht als Abfall gelten und keine funktionellen Barrieren enthalten. - **Recycelte Kunststoffe**: Diese unterliegen den Anforderungen der Verordnung 2022/1616 und müssen ein Qualitätssicherungssystem durchlaufen. Der hohe Reinheitsgrad gilt hier nicht, da die Dekontaminationsverfahren bereits sicherstellen, dass keine gesundheitsschädlichen Stoffe enthalten sind. ## Konformitätserklärung und Belege Die Anforderungen an die Konformitätserklärung wurden präzisiert: - Es müssen Informationen über die Zusammensetzung der Ausgangsstoffe und deren Reinheitsgrad vorliegen. - Bei der Verwendung von Stoffen aus Abfallmaterialien muss explizit bestätigt werden, dass diese den hohen Reinheitsgrad erfüllen. Mehr dazu: [Konformitätserklärung – InnoTalk](https://inno-talk.de/?s=Konformit%C3%A4tserkl%C3%A4rung+) ## Prüfmethoden und Bewertung Die Verordnung legt nun klare Vorgaben für die Analysenmethoden fest: - Der Arbeitsbereich der Methode muss zwischen 0,2 und 2 mal dem spezifischen Migrationsgrenzwert (SML) liegen. - Die Bewertung der Ergebnisse erfolgt einheitlich über einen Variationskoeffizienten der Reproduzierbarkeit (CVR), der die Messunsicherheit standardisiert. ## Mehrwegmaterialien und Kennzeichnung Für Mehrwegmaterialien und -gegenstände gibt es neue Kennzeichnungspflichten: - Der Inverkehrbringer muss sicherstellen, dass Schäden, die zu einer fehlerhaften Anwendung oder erhöhten Migration führen können, erkennbar sind. - Es müssen gegebenenfalls Anweisungen zur Verlangsamung des Abbaus gegeben werden. ## Fazit Die Verordnung 2025/351 bringt umfassende Änderungen mit sich, die sowohl die Hersteller von Kunststoffen als auch die Verwender betreffen. Die Einführung des hohen Reinheitsgrads und die klaren Vorgaben für die Wiederaufbereitung und das Recycling von Kunststoffen stellen sicher, dass die Materialien sicher und konform sind. Die neuen Anforderungen an die Konformitätserklärung und die Prüfmethoden sorgen für mehr Transparenz und Sicherheit in der gesamten Lieferkette. Die Kunststoffverordnung finden Sie hier: [Verordnung – EU – 2025/351 – EN – EUR-Lex](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=OJ:L_202500351) [Zum Webseminar](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/19-aenderung-der-kunststoffverordnung-eu-nr-102011-2025) Weiter Informationen finden Sie auch auf unser Testservice NEWS-Seite: [Kunststoffverordnung: Wichtige Klarstellungen zu Anforderungen](https://www.innoform.de/19-aenderung-der-kunststoffverordnung-eu-nr-10-2011/) ### Verwandte Episoden - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Lebensmittelrecht, Lebensmittelverpackung, Migration, Wechselwirkungen **Schlagwörter:** Heike_Schwertke, Konformitätsarbeit --- ### [Fortbildung zum Packmittelexperten für nachhaltigere Verpackungskonzepte](https://inno-talk.de/fortbildung-zum-packmittelexperten-fuer-nachhaltigere-verpackungskonzepte/) **Published:** Juni 13, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Nachhaltigere Verpackungen zu konzeptionieren und einzusetzen kann eine Herausforderung sein, da Verpackungen den unterschiedlichen Anforderungen der Packgüter, der Gesetzgebung, Verbraucherwünschen und ökologischen Zielen gerecht werden müssen. Zielkonflikte sind keine Ausnahme – Paradebeispiele hierfür sind Materialeffizienz versus Recyclingfähigkeit oder der Einsatz neuer Biopolymere ohne Abstriche bei der Verpackungsfunktionalität. Schnell wird klar: Um diese Herausforderung zu meistern, ist ein umfassendes und interdisziplinäres Wissen erforderlich. Und genau hier kommt die Fortbildung zum Packmittelexperten ins Spiel! ## Ziel & Zielgruppe der Fortbildung Ziel der Fortbildung ist es, Fachwissen rund um nachhaltigere Verpackungslösungen praxisnah zu vermitteln – und das entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Es geht darum, das Thema Verpackung ganzheitlich zu verstehen: von Materialien und Funktionen über gesetzliche Anforderungen bis hin zu Aspekten der Nachhaltigkeit. Die Fortbildung richtet sich an alle, die sich beruflich mit Verpackungen beschäftigen oder dies in Zukunft stärker tun möchten. Also aus der Life-Science Industrie, dem Handel, natürlich der Verpackungsindustrie und angrenzenden Bereichen oder auch aus dem Nachhaltigkeitsbereich. Dazu zählen z. B. Mitarbeitende aus der Produktentwicklung, dem Qualitätsmanagement, Einkauf oder Marketing – aber auch Umweltbeauftragte oder Berater:innen. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/04/image-11-1024x169.png)## Inhalte der Fortbildung Die Fortbildung besteht aus sieben Schulungsmodulen: · Grundlagen Verpackungen · Packstoffe & Packmittel · Verpackungsprozesse und -technologien · Grundlagen Nachhaltigkeit · Regulatorische Rahmenbedingungen, Standards und Empfehlungen · Projekt- und Qualitätsmanagement · Case Studies Im Modul Grundlagen Verpackungen wird u. a. auf die phsyikalischen und chemischen Eigenschaften von Packstoffen eingegangen, sowie auch auf die Gas und Aroma Permeation und sonstige Wechselwirkungen zwischen Verpackung, verpacktem Produkt und der Umgebung. Weiter geht es mit dem Modul Packstoffe & Packmittel, das sich in die Packstoffgruppen Kunststoffe, Papier, Pappe Karton und Glas, Metall und weitere gliedert. Es werden die Rohstoffquellen und Herstellungsverfahren für diese Packstoffe behandelt, genauso wie Funktionalisierungsmöglichkeiten. Das Modul Verpackungsprozesse und – technologien beinhaltet, wie der Name schon sagt unterschiedliche Verpackungsprozesse sowie auch thermisch behandelte Verpackungen, end-of-Line Operations und besondere Verpackungskonzepte wie smarte Verpackungen. Im Modul Grundlagen Nachhaltigkeit werden Dimensionen, Modelle und Strategien von Nachhaltigkeit vermittelt und in den Verpackungskontext übertragen. Gestaltungsansätze nachhaltigerer Verpackungen werden adressiert und Möglichkeiten zur Nachhaltigkeitsbewertung von Verpackungen angeschnitten. Das Modul Regulatorische Rahmenbedingungen gibt einen Überblick über die relevante europäische und deutsche Gesetzgebung im Kontext Verpackungen und Nachhaltigkeit. Auch nationale sowie internationale Standards und Empfehlungen, die in diesem Bereich relevant sind werden behandelt. Im Moment steht die PPWR natürlich im Fokus der Diskussionen, das Modul umfasst aber weitaus mehr Regularien. Es gibt auch das Modul Projekt- und Qualitätsmanagement. Das wurde zur Fortbildung ergänzt, weil so eine Verpackungsoptimierung ja durchaus ein Projekt sein kann und jedes erfolgreiche Projekt braucht nun mal ein Projekt- und Qualitätsmanagement. Last but not least gibt es das Modul Case Studies. Hier werden die in de anderen Modulen erlernten Inhalte anhand von Fallbeispielen und in Workshops angewendet. Einige Fortbildungsmodule sind auch einzeln buchbar! ## Rahmenbedingungen der Fortbildung Wann? An 12 Terminen vom 29.09.25. bis 28.11.25 Wo? Innovationscampus Sigmaringen, Marie-Curie-Str. 20, 72488 Sigmaringen oder Zoom (Hybrid) Die Schulung ist stark praxisorientiert aufgebaut. Die Teilnehmenden arbeiten mit Fallbeispielen, diskutieren in Gruppen und wenden das Gelernte direkt an. Besonders hervorzuheben ist die Hybridstruktur: Alle Termine finden sowohl in Präsenz am Innovationscampus Sigmaringen als auch online via Zoom statt – so kann jede:r selbst entscheiden, wie sie oder er teilnehmen möchte. Um Teilnehmenden mit längerer Anreise entgegenzukommen, finden die ersten beiden und letzten beiden Termine jeweils an zwei aufeinanderfolgenden Tagen statt. So kann man Präsenz und Netzwerken gut miteinander verbinden – und bei Bedarf die übrigen Termine bequem online wahrnehmen. Prüfung & Zertifikat: Zur Sicherung des Lernerfolgs bearbeiten die Teilnehmenden nach jedem Modul praxisnahe Einsendeaufgaben. Am Ende steht eine mündliche Prüfung, in der sie ihr Wissen an einem Fallbeispiel anwenden und konkrete Optimierungsvorschläge für eine Verpackung entwickeln. Dabei fließen Aspekte wie Produktschutz, Nachhaltigkeit, rechtliche Vorgaben und technische Umsetzbarkeit mit ein. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten sie das Zertifikat Packmittelexpert:in – ein Beleg für fundiertes und praxisnahes Verpackungswissen. ## Ihr Nutzen Teilnehmende der Fortbildung erwerben das nötige Wissen, um ganzheitlich nachhaltigere Verpackungskonzepte mitzugestalten – im eigenen Unternehmen oder auch beratend für andere.. Sie lernen nicht nur die technischen und materialbezogenen Grundlagen, sondern bekommen auch rechtliche Rahmenbedingungen, ökologische Zusammenhänge und praktische Bewertungskriterien mit auf den Weg. Sie bringen damit wertvolles Wissen ins eigene Unternehmen ein oder können als externe Fachpersonen andere Unternehmen unterstützen. Das lohnt sich, weil Verpackungen aktuell im Mittelpunkt vieler Debatten stehen – ob aus Umwelt-, Ressourcen- oder Gesetzgebungssicht. Unternehmen brauchen heute mehr denn je fundiertes Wissen, um handlungsfähig zu bleiben. Wer jetzt aktiv wird, positioniert sich als kompetente Ansprechperson für eines der Zukunftsthemen unserer Zeit. [Mehr Infos und Anmeldung unter](https://packmittelexperten.de/) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) - [Sabrina Schmidt vom IÖW spricht über die Bewertung der Nachhaltigkeit von Verpackungen](https://inno-talk.de/sabrina-schmidt-sprich-ueber-bewertung-der-nachhaltigkeit-von-verpckungen/) **Kategorien:** Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten **Schlagwörter:** Alina_Kleiner, SPI --- ### [REACH-Verordnung erklärt: Auswirkungen auf die Kunststoff- und Verpackungsbranche](https://inno-talk.de/reach-verordnung-erklaert-auswirkungen-auf-die-kunststoff-und-verpackungsbranche/) **Published:** Juni 19, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ***Die EU-Chemikalienverordnung REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) ist seit ihrer Einführung ein zentrales Instrument zur Regulierung chemischer Stoffe innerhalb der Europäischen Union. Sie betrifft auch die Hersteller und Verwender von Kunststoffverpackungen in erheblichem Maße. Ziel der Verordnung ist es, ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt sicherzustellen – gleichzeitig soll die Wettbewerbsfähigkeit der chemischen Industrie in Europa erhalten bleiben.*** ## **Was bedeutet REACH für die Verpackungsbranche?** REACH verpflichtet Unternehmen, Informationen über die von ihnen verwendeten Stoffe zu registrieren und zu bewerten. Für Hersteller und Verarbeiter von Folien und flexiblen Verpackungen bedeutet dies, dass sie ihre Lieferkette sehr genau kennen und mit ihr eng zusammenarbeiten müssen. Besonders relevant sind dabei sogenannte „besonders besorgniserregende Stoffe“ (SVHCs), deren Einsatz dokumentations- und gegebenenfalls genehmigungspflichtig ist. Insbesondere Multilayer-Materialien und Verbundsysteme stehen unter Beobachtung, da hier eine Vielzahl unterschiedlicher Stoffe eingesetzt werden – sei es in Haftvermittlern, Druckfarben, Klebstoffen oder Funktionsschichten. Die Herausforderung besteht darin, vollständige Informationen über alle eingesetzten Materialien zu sammeln und regelmäßig zu aktualisieren. ## **Kommunikation in der Lieferkette wird zur Schlüsselkompetenz** Ein zentrales Element von REACH ist die Verantwortung der Unternehmen, Informationen entlang der Lieferkette weiterzugeben – sowohl upstream (an Lieferanten) als auch downstream (an Kunden). Dies erfordert eine professionelle und strukturierte Kommunikation, idealerweise unterstützt durch digitale Tools und standardisierte Formate wie die IUCLID-Datenbank oder das SCIP-Reporting-Tool der ECHA. **Chancen durch Transparenz und Innovation** Trotz des bürokratischen Aufwands bietet REACH auch Chancen. Unternehmen, die frühzeitig auf transparente Stofflisten, sichere Alternativen und nachhaltige Rezepturen setzen, können sich im Wettbewerb positiv abheben. Darüber hinaus fördert die Verordnung Innovationen in Richtung kreislauffähiger und schadstofffreier Verpackungen. **Fazit** REACH ist mehr als eine bürokratische Hürde – es ist ein strategischer Rahmen, der Verpackungsunternehmen zu mehr Verantwortung, Transparenz und Innovationskraft herausfordert. Wer REACH aktiv lebt, stärkt nicht nur die eigene Marktposition, sondern leistet auch einen wertvollen Beitrag zum Umwelt- und Gesundheitsschutz. *Dieser Beitrag basiert auf einem Innoform-Webseminar, das sich intensiv mit den Auswirkungen der REACH-Verordnung auf die Verpackungsindustrie beschäftigt. Die Veranstaltung mit dem Titel **„REACH und flexible Verpackungen – was Sie jetzt wissen müssen“** vermittelt praxisnahes Wissen rund um Registrierungspflichten, Stoffbewertung und Lieferkettenkommunikation. Referent ist der erfahrene Chemiker Dr. Andreas Grabitz, der anhand konkreter Beispiele aus dem Verpackungsalltag zeigt, wie Unternehmen REACH effizient umsetzen können.* Das Webseminar steht auch jederzeit als Download zur Verfügung – *Wissen, wenn man es braucht*. [Mehr Informationen und Anmeldung](https://www.innoform-coaching.de/site/event/detail.php?event_id=1957) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Leitlinien zum Rezyklateinsatz bei Lebensmittelverpackungen](https://inno-talk.de/leitlinien-zum-rezyklateinsatz-bei-lebensmittelverpackungen/) **Kategorien:** Lebensmittelrecht --- ### [PPWR und Flexpack: Pflichten, Verbote & Designspielräume ](https://inno-talk.de/ppwr-und-flexpack-pflichten-verbote-designspielraeume/) **Published:** Juni 23, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **Teil B unserer Webseminarreihe über die PPWR (2025/351) und ihre Bedeutung für alle, die flexible Verpackungen herstellen, anwenden oder als Rohstofflieferant fungieren, beschäftigt sich mit den drei Stoßrichtungen: PFLICHTEN, VERBOTE und DESIGNSPIELRÄUME.** *Die neue EU-Verordnung zu Verpackungen und Verpackungsabfällen (PPWR) bringt zahlreiche Änderungen und Anforderungen für die Verpackungsindustrie mit sich. In diesem Artikel fassen wir die wesentlichen Fakten und Implikationen der PPWR zusammen, um Ihnen einen klaren Überblick zu verschaffen.* ## **Einführung und Ziele der PPWR** Die PPWR zielt darauf ab, die grundlegenden Anforderungen für Verpackungen zu verschärfen, um diese wiederverwendbar oder recyclingfähig zu machen. Ein weiteres Ziel ist die Verringerung von Verpackungs- und Lebensmittelabfällen sowie die Erhöhung des Rezyklatanteils in Kunststoffverpackungen. ## **Definition des Herstellers** Die PPWR definiert den Hersteller als jede natürliche oder juristische Person, die Verpackungen oder verpackte Produkte unter ihrem eigenen Namen oder ihrer eigenen Marke entwickelt oder herstellen lässt. Ebenso werden Importeure und Vertreiber in die Verantwortung des Herstellers genommen, wenn sie die Verpackung auf dem Markt bereitstellen. ## **Registrierungspflicht** Alle Hersteller sind verpflichtet, sich in jedem Land, in dem sie ihre Produkte verkaufen möchten, in das nationale Herstellerregister einzutragen. Dies gilt ab dem 12. August 2026. ## **Datenmeldepflicht** Hersteller müssen mindestens jährlich, in einigen Fällen sogar vierteljährlich, detaillierte Daten zu ihren Verpackungen melden. Diese Daten umfassen unter anderem die Menge und Art der Verpackungen sowie deren Recyclingfähigkeit. ## Kennzeichnungspflicht Ab dem 12. August 2028 müssen Verpackungen mit einem digitalen Produktpass (DPP) versehen werden, der Informationen wie den Rezyklatanteil und die Recyclingfähigkeit enthält. Zudem sollen neue, harmonisierte Piktogramme eingeführt werden, die die Materialzusammensetzung und die Wiederverwendbarkeit anzeigen. ## **Rezyklatpflicht** Die PPWR legt fest, dass bis 2030 bestimmte Mindestanteile an Rezyklat in Verpackungen enthalten sein müssen. Für kontaktsensible Verpackungen sind dies 10 %, für nicht-kontaktsensible Verpackungen 30 %. Diese Anteile steigen bis 2040 auf 50 % bzw. 65 %. ## **Verbotene Verpackungen** Die PPWR verbietet bestimmte Verpackungstypen, darunter Einweg-Kunststoffverpackungen zur Bündelung von Waren, sehr leichte Kunststofftragetaschen und Einwegverpackungen für Einzelportionen im Gastgewerbe. ## **Recyclingfähigkeit** Eine Verpackung gilt als recyclingfähig, wenn sie getrennt gesammelt, identifiziert und in einer industriellen Anlage recycelt werden kann. Die PPWR fordert, dass Verpackungen bis 2030 eine Recyclingfähigkeit von mindestens 70 % erreichen müssen. ## **Materialverbote** Die PPWR beschränkt das Vorhandensein und die Konzentration besorgniserregender Stoffe in Verpackungen. Dazu gehören unter anderem Blei, Cadmium, Quecksilber und sechswertiges Chrom sowie die als PFAS bekannten Substanzen. ## **Verpackungsminimierung und Leerraumbegrenzung** Verpackungen müssen auf das erforderliche Mindestmaß reduziert werden. Ab 2030 darf das Leerraumverhältnis bei E-Commerce-Verpackungen maximal 50 % betragen. ## ****Fazit**** Die PPWR stellt die Verpackungsindustrie vor große Herausforderungen, bietet aber auch Chancen für Innovationen und nachhaltige Lösungen. Unternehmen sollten sich frühzeitig mit den neuen Anforderungen vertraut machen und ihre Verpackungsstrategien entsprechend anpassen. Für weitere Informationen und detaillierte Einblicke in die PPWR und ihre Auswirkungen auf die Verpackungsindustrie, haben wir hier zahlreiche Events zusammen gestellt, die auch teilweise sofort abrufbar sind oder in naher Zukunft stattfinden. [Kreislaufwirtschaft, PPWR und Recycling](https://www.innoform-coaching.de/themen/kreislaufwirtschaft-ppwr-und-recycling) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Verpackungsdesign --- ### [Wie Rumänien zum Testfeld für das Recycling flexibler Verpackungen wird](https://inno-talk.de/wie-rumaenien-zum-testfeld-fuer-das-recycling-flexibler-verpackungen-wird/) **Published:** Juli 18, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** --- ## 1 | Was ist „RoFlex“? Die Branchen­initiative **CEFLEX (Circular Economy for Flexible Packaging)** hat Mitte Juli das Pilotprojekt **„RoFlex“ (Romania Flexible Packaging Recycling Pilot)** in Rumänien gestartet. Gemeinsam mit lokalen Sammel-, Sortier- und Recycling­betrieben sowie Markenartiklern soll dort erstmals eine **vollständige Wertschöpfungs­kette für flexible Kunststoff­verpackungen** aufgebaut und unter realen Bedingungen erprobt werden. Ziel ist es, die EU-Vorgaben der **PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation)** – insbesondere eine Recycling­quote von 55 % bis 2030 – praxisnah zu erreichen. --- ## 2 | So funktioniert das Pilotmodell ProzessschrittPartner & TechnikBesonderheiten**Getrennte Sammlung**Kommunale Dienstleister & **EPR-Systeme (Extended Producer Responsibility-Systeme)**Flexible Folien werden separat erfasst, um Kontaminationen zu minimieren.**Sortierung****NIR-Scanner (Near-Infra-Red-Scanner)** + BallistikseparatorErste Tests zeigen über 80 % Sortierreinheit für Monomaterial-PE.**Recycling**Mechanisches Regranulieren + Qualitätsmonitoring**ISCC PLUS (International Sustainability and Carbon Certification)**-konforme **rPE/rPP (recycled Polyethylene / recycled Polypropylene)**-Granulate für Non-Food-Films.Erste Laufzeit: **12 Monate**, begleitet von Materialfluss- und Kostenanalysen, die als Blaupause für weitere EU-Regionen dienen sollen. --- ## 3 | Relevanz für D | A | CH-Unternehmen 1. **Technische Learnings** - Daten zu Sortier­effizienz und Ausbeute geben Hinweise, welche Additive oder Gestaltungs­merkmale das Recycling behindern – wertvoll für Ihr Design-for-Recycling. 2. **Kooperations­chancen** - CEFLEX sucht ausdrücklich Partner für **Materialtests** und **Best-Practice-Transfer** – ideale Bühne für Labordienstleister wie Innoform. 3. **Regulatorische Vorbereitung** - Ergebnisse fließen direkt in nationale PPWR-Aktionspläne ein. Wer früh involviert ist, kann künftige Standards mitprägen. --- ## 4 | Einordnung durch Branchen­analysten Laut **AMI Plastics** ist die Modernisierung von Sortier- und Recyclingtechnik eine wesentliche Voraussetzung, um den europäischen Markt für recycelbare Verpackungen bis 2034 auf über **USD 12 Mrd**. zu steigern. RoFlex liefert den „Proof-of-Concept“ für solche Investitionen. Auch **Flexible Packaging Europe** begrüßt das Pilotprojekt als „konkreten Schritt vom Strategiepapier zur Umsetzung“ und sieht RoFlex als Vorbild für andere Mitgliedstaaten, die ihre Infrastruktur noch aufbauen müssen. --- > **Fazit:** RoFlex liefert erstmals harte Zahlen dazu, wie flexible Verpackungen unter realen Bedingungen gesammelt, sortiert und recycelt werden können. Für Unternehmen ist das die Chance, sich früh an der Gestaltung europaweiter Standards zu beteiligen – und eigenes Material fit für die Kreislauf­wirtschaft zu machen. --- **Quellen** 1. CEFLEX – *Catalysing Local Action in Romania to Meet EU Packaging Targets* 2. [LinkedIn / CEFLEX – *Pilots at Scale like RoFlex Generate Critical Evidence*](https://www.linkedin.com/posts/ceflex-initiative_missioncircular-activity-7351126508213563392-f52o) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Barrierefolien werden recyclingfähiger](https://inno-talk.de/barrierefolien-werden-recyclingfaehiger/) **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung **Schlagwörter:** CEFLEX, RoFlex --- ### [How Romania is becoming a test area for the recycling of flexible packaging](https://inno-talk.de/en/how-romania-is-becoming-a-testing-ground-for-the-recycling-of-flexible-packaging/) **Published:** Juli 18, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** --- ## 1 | What is „RoFlex“? The industry initiative **CEFLEX (Circular Economy for Flexible Packaging)** launched the pilot project **„RoFlex“ (Romania Flexible Packaging Recycling Pilot)** in Romania in mid-July. Together with local collection, sorting and recycling companies as well as brand owners, a **complete value chain for flexible plastic packaging** is to be established there for the first time and tested under real conditions. The aim is to achieve the EU requirements of the **PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation)** – in particular a recycling rate of 55% by 2030 – in a practical manner. --- ## 2 | How the pilot model works ProzessschrittPartner & TechnikBesonderheiten**Separate collection**Municipal service providers & **EPR systems (Extended Producer Responsibility systems)**Flexible films are collected separately to minimise contamination.**Sorting****NIR scanner (near-infra-red scanner)** + ballistic separatorInitial tests show over 80 % sorting purity for mono-material PE.**Recycling**Mechanical regranulation + quality monitoring**ISCC PLUS (International Sustainability and Carbon Certification)** compliant **rPE/rPP (recycled Polyethylene / recycled Polypropylene)**-granules for non-food filmsInitial term: **12 months**, accompanied by material flow and cost analyses that are to serve as a blueprint for other EU regions. --- ## 3 | Relevance for D | A | CH companies 1. **Technical learnings** - Data on sorting efficiency and yield provide information on which additives or design features hinder recycling – valuable for your design-for-recycling. 2. **Kooperations­chancen** - CEFLEX is expressly looking for partners for **material tests** and **best-practice transfer** – the ideal platform for laboratory service providers such as Innoform. 3. **Regulatory preparation** - Results flow directly into national PPWR action plans. Those who are involved at an early stage can help shape future standards. --- ## 4 | Classification by industry analysts According to **AMI Plastics**, the modernisation of sorting and recycling technology is an essential prerequisite for increasing the European market for recyclable packaging to over **USD 12 billion** by 2034. RoFlex provides the proof of concept for such investments. **Flexible Packaging Europe** also welcomes the pilot project as a „concrete step from strategy paper to implementation“ and sees RoFlex as a model for other member states that still need to develop their infrastructure. --- > **Conclusion:** For the first time, RoFlex provides hard figures on how flexible packaging can be collected, sorted and recycled under real-life conditions. For companies, this is an opportunity to get involved in shaping Europe-wide standards at an early stage – and to make their own materials fit for the circular economy. --- **Sources** 1. CEFLEX – *Catalysing Local Action in Romania to Meet EU Packaging Targets* 2. [LinkedIn / CEFLEX – *Pilots at Scale like RoFlex Generate Critical Evidence*](https://www.linkedin.com/posts/ceflex-initiative_missioncircular-activity-7351126508213563392-f52o) ### Verwandte Episoden - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Wie Rumänien zum Testfeld für das Recycling flexibler Verpackungen wird](https://inno-talk.de/wie-rumaenien-zum-testfeld-fuer-das-recycling-flexibler-verpackungen-wird/) - [Marcus Holland über Rezyklatherstellung und -anwendung](https://inno-talk.de/marcus-holland-ueber-rezyklatherstellung-und-anwendung/) **Kategorien:** Disposal / Recycling, Film production / Converting --- ### [Mondi & traceless: Gemeinsam auf dem Weg zur kunststofffreien Verpackung](https://inno-talk.de/mondi-traceless-gemeinsam-auf-dem-weg-zur-kunststofffreien-verpackung/) **Published:** Juli 20, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Wie gelingt der Wandel von fossilen Verpackungen hin zu natürlichen, kreislauffähigen Lösungen? Eine Antwort darauf liefert die Partnerschaft zwischen dem internationalen Verpackungskonzern **Mondi** und dem Hamburger Start-up **traceless materials**. Was als zukunftsgerichteter Innovationsdialog begann, hat sich zu einer konkreten Zusammenarbeit entwickelt – mit dem Ziel, biobasierte Papierbeschichtungen aus Agrarresten zur industriellen Reife zu bringen. Dabei zeigt sich: Wenn ein globaler Player wie Mondi den Mut hat, jungen Ideen Raum zu geben, entstehen Lösungen mit Potenzial für echte Systemveränderung. ## **Ein neuer Ansatz für funktionale Verpackungspapiere** traceless materials wurde 2020 von Dr. Anne Lamp und Johanna Baare gegründet und entwickelt eine neue Materialklasse aus landwirtschaftlichen Nebenströmen – etwa Rückständen aus der Getreideverarbeitung. Das Ergebnis ist ein biobasiertes, heimkompostierbares Granulat, das sich thermoplastisch verarbeiten lässt, aber keinerlei synthetische Polymere enthält. Damit geht traceless bewusst über klassische Biokunststoffe hinaus und bietet eine echte Alternative zur herkömmlichen Kunststoffbeschichtung auf Papier und verbindet Funktionalität mit Kreislaufwirtschaft. ## **Mondi erkennt das Potenzial – und investiert in gemeinsame Entwicklung** Mondi, ein weltweit agierender Anbieter von Verpackungs- und Papierlösungen mit über 24 000 Mitarbeitenden, ist bekannt für seine ambitionierten Nachhaltigkeitsziele. Früh erkannte man dort das Potenzial von traceless als innovativem Werkstoff – und bot dem Start-up die Möglichkeit, das Material unter realen Bedingungen zu testen. Seit 2021 arbeiten beide Unternehmen eng zusammen, um die Eignung von traceless als Papierbeschichtung für industrielle Anwendungen zu prüfen. Diese frühe Kooperation geht weit über reines Testen hinaus. Mondi stellt nicht nur technische Infrastruktur und Anwendungskompetenz zur Verfügung, sondern bringt auch seine Marktkenntnis, regulatorische Erfahrung und das nötige Vertrauen mit, um jungen Lösungen die Chance zur Skalierung zu geben. ## **Vom Labor zur Produktion: realistische Skalierungsschritte** Die bisherigen Testergebnisse zeigen, dass das traceless-Material Papier heißsiegelfähig ist und Barriereeigenschaften wie bspw. gegen Fett oder Sauerstoff aufweist – und dabei recyclingfähig im bestehenden Altpapierstrom bleibt. Gemeinsam haben Mondi und traceless die Verarbeitung auf bestehenden Extrusions- und Verarbeitungsanlagen erfolgreich erprobt. Diese Drop-in-Fähigkeit ist ein entscheidender Vorteil für Marken und Verarbeiter, die nachhaltiger werden wollen, ohne ihre Infrastruktur zu verändern. traceless baut derzeit seine erste Demonstrationsanlage mit einer Jahreskapazität von mehreren tausend Tonnen. Die Inbetriebnahme ist noch für dieses Jahr geplant. Darauf soll dann die erste industrielle Großanlage folgen – ein Meilenstein, den Mondi durch seine frühe Zusammenarbeit entscheidend mit begleitet. ## **Nachhaltigkeit als geteilte Verantwortung** Für Mondi ist die Kooperation mit traceless kein Einzelfall, sondern Ausdruck eines umfassenden Verständnisses von Verantwortung. Der Konzern verfolgt das Ziel, Verpackungslösungen „sustainable by design“ zu entwickeln – und sieht dabei gezielt Start-ups als Impulsgeber. Im Fall von traceless stimmte nicht nur das ökologische Potenzial, sondern auch die Vision: eine Verpackungswelt, die fossile Kunststoffe ersetzen kann, ohne funktionale oder wirtschaftliche Kompromisse. Thomas Lunz, Business Development Manager bei Mondi Functional Paper & Films, bringt es auf den Punkt: „Wir glauben an Materialien wie traceless, weil sie genau das tun, was heute gebraucht wird – funktional, kreislauffähig und gleichzeitig bereit für die industrielle Umsetzung.“ ## **Ein Impuls für die gesamte Branche** Der Gemeinschaftsvortrag von Marissa Schwinn (traceless) und Thomas Lunz (Mondi) zeigte, wie gelebte Innovationspartnerschaft aussehen kann. Ein erfahrener Global Player trifft auf ein visionäres Start-up – beide vereint durch die Überzeugung, dass echte Nachhaltigkeit nur durch gemeinsames Handeln entsteht. Mondi schafft dafür die Plattform, traceless liefert die Idee – und die Branche profitiert von der Verbindung aus Innovationsgeist und Umsetzungsstärke. **Fazit** Die Partnerschaft zwischen Mondi und traceless materials steht sinnbildlich für einen Weg, den mehr Industrieunternehmen einschlagen können: Start-ups und Scale-ups nicht nur zu beobachten, sondern aktiv mit ihnen zusammen zu arbeiten – mit Vertrauen, Ressourcen und Mut. So entstehen Lösungen, die den Übergang in eine postfossile Verpackungszukunft beschleunigen. Und traceless? Hat mit Mondi einen Partner gefunden, der nicht nur an das Produkt glaubt, sondern auch an den Wandel, den es möglich macht. Für alle, die auf die aufgezeichneten Vorträge zugreifen möchten, empfehlen wir diesen Link: [Zugang zu den Vorträgen erwerben](https://www.innoform-coaching.de/tagung/barriere-verbundfolien-der-expertentreff-2022_1) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Faserbasierte Materialien, Mehrwegsysteme und Monomaterialien für Folienverpackungen](https://inno-talk.de/faserbasierte-materialien-mehrwegsysteme-und-monomaterialien-fuer-folienverpackungen/) **Kategorien:** Barrierefolien, Biofolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung **Schlagwörter:** Mondi, plastikfrei, traceless --- ### [Mondi & traceless: Together on the road to plastic-free packaging](https://inno-talk.de/en/mondi-traceless-together-on-the-road-to-plastic-free-packaging/) **Published:** Juli 20, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** How can the transition from fossil-based packaging to natural, recyclable solutions be achieved? The partnership between the international packaging group **Mondi** and the Hamburg-based start-up **traceless materials** provides an answer to this question. What began as a future-oriented innovation dialogue has developed into a concrete collaboration – with the aim of bringing bio-based paper coatings made from agricultural waste to industrial maturity. This shows that when a global player like Mondi has the courage to give young ideas space, solutions with the potential for real system change are created. ## **A new approach for functional packaging papers** traceless materials was founded in 2020 by Dr Anne Lamp and Johanna Baare and is developing a new class of materials from agricultural by-products – such as residues from grain processing. The result is a bio-based, home-compostable granulate that can be processed thermoplastically but does not contain any synthetic polymers. In this way, traceless deliberately goes beyond traditional bioplastics and offers a real alternative to conventional plastic coating on paper, combining functionality with a circular economy. ## **Mondi recognises the potential – and invests in joint development** Mondi, a global provider of packaging and paper solutions with over 24,000 employees, is known for its ambitious sustainability goals. They recognised the potential of traceless as an innovative material early on – and offered the start-up the opportunity to test the material under real-life conditions. Since 2021, the two companies have been working closely together to test the suitability of traceless as a paper coating for industrial applications. This early cooperation goes far beyond pure testing. Mondi not only provides the technical infrastructure and application expertise, but also contributes its market knowledge, regulatory experience and the necessary trust to give young solutions the chance to scale up. ## **From laboratory to production: realistic scaling steps** The test results to date show that the traceless paper material is heat-sealable and has barrier properties, for example against grease or oxygen, while remaining recyclable in the existing waste paper stream. Together, Mondi and traceless have successfully tested processing on existing extrusion and converting lines. This drop-in capability is a key benefit for brands and converters who want to become more sustainable without changing their infrastructure. Ttraceless is currently building its first demonstration plant with an annual capacity of several thousand tonnes. Commissioning is planned for this year, followed by the first large-scale industrial plant – a milestone that Mondi is playing a key role in through its early cooperation. ## **Sustainability as a shared responsibility** For Mondi, the cooperation with traceless is not an isolated case, but an expression of a comprehensive understanding of responsibility. The Group is pursuing the goal of developing packaging solutions that are „sustainable by design“ – and specifically sees start-ups as a source of inspiration. In the case of traceless, not only the ecological potential was right, but also the vision: a packaging world that can replace fossil-based plastics without functional or economic compromises. Thomas Lunz, Business Development Manager at Mondi Functional Paper & Films, puts it in a nutshell: „We believe in materials like traceless because they do exactly what is needed today – functional, recyclable and at the same time ready for industrial implementation.“ ## **A boost for the entire industry** The joint presentation by Marissa Schwinn (traceless) and Thomas Lunz (Mondi) showed what an innovation partnership in practice can look like. An experienced global player meets a visionary scale-up – both united by the conviction that real sustainability can only be achieved through joint action. Mondi creates the platform for this, traceless provides the idea – and the industry benefits from the combination of innovative spirit and implementation strength. **Conclusion** The partnership between Mondi and traceless materials symbolises a path that more industrial companies can take: Not just observing start-ups and scale-ups, but actively working with them – with trust, resources and courage. This creates solutions that accelerate the transition to a post-fossil packaging future. And traceless? In Mondi, it has found a partner that not only believes in the product, but also in the change it makes possible. For all those who would like to access the recorded presentations, we recommend this link: [Gain access to all presentations](https://www.innoform-coaching.de/en/tagung/barriere-verbundfolien-der-expertentreff-2022_1) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Kategorien:** barrier films, Disposal / Recycling, Film production / Converting --- ### [Permeation und Dichtigkeit im Fokus – Erkenntnisse vom Expertentreffen in Würzburg](https://inno-talk.de/permeation-und-dichtigkeit-im-fokus-erkenntnisse-vom-expertentreffen-in-wuerzburg/) **Published:** Juli 24, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Am 1. und 2. Juli 2025 fand in Würzburg das Fachforum **„Barriere-Verbundfolien – Der Expertentreff“** statt. Die Veranstaltung besuchten über 100 Fach- und Führungskräfte entlang der gesamten Verpackungswertschöpfungskette, insbesondere aus Entwicklung, Produktion, Einkauf und Vertrieb. Im Mittelpunkt standen Fragen rund um die Barriereeigenschaften flexibler Verpackungen – von Materialinnovation bis hin zur messtechnischen Umsetzung.* ## **Neue Materialien erfordern neue Prüfstrategien** Die Branche steht vor einem Paradigmenwechsel: Nachhaltigkeit, Recyclingfähigkeit und regulatorische Anforderungen treiben die Entwicklung immer komplexerer Verpackungsstrukturen voran. Von monoorientierten Polyolefinen über Biopolymere bis hin zu beschichtetem Papier – die Vielfalt an neuen Lösungen wächst stetig. Umso wichtiger werden präzise und praxisnahe Methoden zur Prüfung der Barriere- und Dichtigkeitseigenschaften. Neben neuer Materialentwicklungen lag ein Fokus der Tagung auf messtechnischen Ansätzen zur Sicherstellung der Funktionalität solcher Verpackungen im realen Einsatz. ## **Vortrag von Christoph Zerwas: Neue Möglichkeiten der Barrieremessung flexibler Verpackungen** Ein besonders praxisrelevanter Beitrag kam von **Christoph Zerwas** von der **AMETEK GmbH (Business Unit MOCON)**. Unter dem Titel **„Neue Möglichkeiten der Barrieremessung flexibler Verpackungen“** zeigte er aktuelle Entwicklungen im Bereich der Permeationsprüfung auf, die insbesondere die Prüfung ganzer Verpackungseinheiten ermöglichen und optimieren. Im Gegensatz zu klassischen Prüfmethoden, die oft auf ausgeschnittene Materialproben begrenzt sind, präsentierte Zerwas moderne Lösungen, mit denen ganze Packungen auf ihre Sauerstoff- und Wasserdampfbarriere untersucht werden können – realitätsnah, präzise und reproduzierbar. ## **Effizientere und genauere Prüfung durch neue Technik** Kern der Präsentation war die Vorstellung eines innovativen Prüfkonzepts, das sowohl auf Klemm- statt Klebeverfahren setzt als auch vollautomatisierte Abläufe erlaubt. Damit wird die Permeationsmessung nicht nur schneller und anwenderfreundlicher, sondern auch deutlich weniger fehleranfällig. Solche Fortschritte sind besonders wertvoll bei der Beurteilung neuer, nachhaltiger Materialien, deren Barriereverhalten im Vergleich zu konventionellen Folienstrukturen oft schwieriger einzuschätzen ist. Gerade für Verpackungen mit Recyclinganteil oder biobasierten Komponenten sind realistische, praxisnahe Tests unverzichtbar. **Fazit: Fortschritt durch verlässliche Prüfung** Der Vortrag von Christoph Zerwas machte deutlich: Moderne Verpackungsentwicklung braucht nicht nur neue Materialien, sondern auch geeignete Messmethoden, um deren Leistungsfähigkeit unter realen Bedingungen sicher bewerten zu können. Die vorgestellten Systeme bieten dafür eine solide Grundlage – und leisten einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung und Nachhaltigkeitsbewertung in der flexiblen Verpackungsbranche. Für alle, die auf die aufgezeichneten Vorträge zugreifen möchten, empfehlen wir diesen Link: [Zugang zu den Vorträgen erwerben](https://www.innoform-coaching.de/tagung/barriere-verbundfolien-der-expertentreff-2022_1) Und hier finden Sie den Fachartikel als Zusammenfassung der Tagung: [Zusammenfassung: Barriere-Verbundfolien – Der Expertentreff 2025](https://inno-talk.de/zusammenfassung-barriere-verbundfolien-der-expertentreff-2025/) ### Verwandte Episoden - [OneBARRIER – Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert](https://inno-talk.de/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) - [Interview with Dr. Daniele Borin (Taghleef Industries) about BOPP barrier films](https://inno-talk.de/interview-with-dr-daniele-borin-taghleef-industries-about-bopp-barrier-films-2/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** Barrierefolien, Folienprüfung & Analytik **Schlagwörter:** AMETEK, Christoph_Zerwas, Permeationsmessgerät --- ### [„We Are The World“ – und wir machen Kreislaufwirtschaft](https://inno-talk.de/we-are-the-world-und-wir-machen-kreislaufwirtschaft/) **Published:** August 5, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **Warum die All-Star-Nacht von 1985 mehr ist als Musikgeschichte – und was sie uns heute – nach mehr als dreißig Jahren – für Folienverpackungen lehrt** *In der Nacht vom 28./29. Januar 1985 sangen über 40 Künstlerinnen und Künstler „We Are The World“, um Spenden für die Hungerhilfe in Afrika zu sammeln. Was damals Menschen bewegte, war nicht nur ein Song – es war ein **kollektiver Moment der Verantwortung**. Genau diese Haltung brauchen wir heute, um die **zirkuläre Wirtschaft** unter den Vorzeichen der Klima- und Umweltkrise Realität werden zu lassen – auch und gerade bei **Folienverpackungen**.* Was wir nicht brauchen, ist ein stoisches Analysieren und Kritisieren der **[PPWR](https://inno-talk.de/?s=PPWR)**. ## Damals: Solidarität mit Tempo Die Hungersnot jener Jahre verlangte unmittelbare Hilfe und langfristige Lösungen. „We Are The World“ war ein Symbol für beides: schnelle Mittelbeschaffung und ein starkes Signal, dass *Zusammenarbeit* wirkt. Nicht perfekt, aber wirksam – und vor allem: **jetzt**. ## Heute: Ressourcen-Krise & Kreislaufwirtschaft Die Klima-Krise verschärft Ernteausfälle, verteuert Rohstoffe, stört Lieferketten – und trifft am Ende Verbraucherinnen und Verbraucher weltweit. Verpackungen sind Teil des Problems **und** der Lösung: Sie schützen Produkte, verlängern Haltbarkeit und reduzieren Food Waste – verursachen aber in linearen Systemen Emissionen und Abfälle. Die Antwort ist die **zirkuläre Wirtschaft**: Materialien so designen, nutzen und zurückführen, dass Ressourcen geschont und Emissionen gesenkt werden. *Schauen Sie erst das Video und lesen Sie dann weiter – es lohnt sich die kleine Zeitreise!* --- ## Was Flexpack konkret von „We Are The World“ lernen kann **1) Ein gemeinsamer Refrain statt vieler Solo-Strophen** Branchenübergreifende Allianzen zwischen Rohstoffherstellern, Konvertern, Marken, Handel, Entsorgern, Recycler:innen, Normungs- und Aufsichtsstellen. Ziel: **gemeinsame, klare Designregeln** und messbare Zusagen. **2) „Design for Recycling“ als Grundtonart** - **Monomaterial-Ansätze** (PE, PP) vorantreiben, komplexe Verbunde reduzieren. - Dünnere Strukturen, funktionale Barriere-Lacke statt Metallisierung, lösliche Klebstoffe. - **Druckfarben & Additive** so wählen, dass Sortierung, De-Inking und Rezyklierung nicht behindert werden. **3) Rezyklateinsatz skalieren – qualitätsgesichert** - **PCR-Quoten** dort, wo Produktschutz und Regulatorik es erlauben (Non-Food, Sekundärverpackung). - Für sensible Anwendungen: **chemisches Recycling**/Feedstock-Ansätze prüfbar integrieren, mit transparenten Massenbilanzen. **4) Sammeln & Sortieren harmonisieren** - Einheitliche **Sortierkennzeichnungen** auf Packungen. - Investitionen in **optische Sortierung** (z. B. NIR), digitale Wasserzeichen-Piloten, Rücknahme-Modelle. - Europäische **EPR-Anreize**: wer recyclingfähig designt, zahlt weniger. **5) CO₂-Fußabdruck senken – vom Pellet bis zur Palette** - Energieeffiziente Extrusion, lösemittelarme/-freie Druckverfahren, erneuerbare Energien im Werk. - **Transparente LCAs** pro Struktur – mit einheitlichen Systemgrenzen und Peer-Review. **6) Weniger ist mehr** - Materialvermeidung, wo möglich. - **Wiederverwendung** dort testen, wo Rücklaufquoten realistisch sind (B2B, Transport, E-Com Nischen). - Kompostierbare Lösungen nur **anwendungsspezifisch** (organische Abfallströme) statt als Pauschalheilmittel. **7) Daten als Taktgeber** - Gemeinsame KPIs: **Recyclingfähigkeit, Rezyklatanteil, CO₂, Leakage-Rate**. - Offene, auditierbare Reporting-Standards – kein Greenwashing, sondern **vergleichbare Zahlen**. --- ## Ein 100-Tage-Chorplan für Flexpack 1. **Branchen-„Lead Sheet“ veröffentlichen:** 10 verbindliche Design for Recycling (D4R)-Regeln für Standardstrukturen (z. B. Standbodenbeutel, Flowpacks). 2. **Transparenz starten:** LCA-Steckbriefe für die Top-5-Strukturen im Portfolio veröffentlichen. 3. **Piloten aufsetzen:** Je ein **Monomaterial-Upgrade** (PE oder PP) live im Markt, inkl. Sortier- und Rezyklat-Rückführungstest. 4. **Beschaffung anpassen:** Mindest-PCR-Anteile für Non-Food-Linien definieren, Qualitätssicherung mit Lieferant:innen vereinbaren. 5. **Kennzeichnung vereinheitlichen:** Einheitliche Sortierhinweise auf allen Neu-Layouts. 6. **Energie & Prozesse:** Maßnahmenpaket zur **10 % Energieeinsparung** in Extrusion/Druck/Verarbeitung. 7. **Allianzen schmieden:** Recycler:in & Systembetreiber:in als feste Partner in jedes Entwicklungsprojekt holen („Twin-Pilot“). 8. **Team briefen:** Schulung für Vertrieb, Einkauf, Entwicklung – alle kennen die 10 Regeln und KPIs. 9. **Kunden einbinden:** „Circular Design Review“ als Pflichtschritt vor Freigabe. 10. **Offen berichten:** Quartalsupdate zu Fortschritt, Hürden, nächsten Schritten. --- ## Schlussakkord: „Check your ego at the door“ Wie 1985 gilt: **Tempo, Teamgeist, Transparenz.** Wir brauchen starke Soli – Innovationskraft einzelner Unternehmen – aber den **größten Effekt** erzeugt unser **gemeinsamer Refrain**. Wenn wir als Branche unsere Egos an der Studiotür abgeben, entsteht aus vielen Stimmen eine Bewegung, die hörbar und messbar ist: **weniger Emissionen, höhere Materialzirkulation, besserer Produktschutz** – und damit Resilienz gegen die Folgen der Klima-Krise. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/08/ChatGPT-Image-5.-Aug.-2025-14_51_06.png)### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Kennzeichnung von Kunststoffen mit Tracern für mehr Kreislaufwirtschaft](https://inno-talk.de/kennzeichnung-von-kunststoffen-mit-tracern-fuer-mehr-kreislaufwirtschaft-interview-mit-nelly-freitag-vom-fraunhofer-ivv/) **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung --- ### [Recyclinggerechtes Verpackungsdesign: Die wichtigsten Erkenntnisse aus den CEFLEX D4ACE Guidelines](https://inno-talk.de/recyclinggerechtes-verpackungsdesign-die-wichtigsten-erkenntnisse-aus-den-ceflex-d4ace-guidelines/) **Published:** August 12, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Flexible Verpackungen sind aus dem Alltag nicht wegzudenken – sie schützen Produkte effizient und ressourcenschonend. Doch ihre Rezyklierbarkeit stellt Markeninhaber und den Handel vor Herausforderungen. Die CEFLEX-Initiative hat mit den „Designing for a Circular Economy“ (D4ACE) Guidelines eine praxisnahe Grundlage geschaffen, um flexible Verpackungen zukunftssicher zu gestalten. ### Warum D4ACE? Die D4ACE-Guidelines helfen dabei, Verpackungen so zu designen, dass sie gesammelt, sortiert und recycelt werden können – ein zentraler Schritt hin zur Kreislaufwirtschaft. Ziel ist es, hochwertige Rezyklate zu erzeugen, die wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden können. --- ### Die wichtigsten Designprinzipien für recyclinggerechte flexible Verpackungen: ✅ **Materialwahl** Monomaterialien wie PE und PP mit einem Anteil von > 90 % sind optimal für mechanisches Recycling. Mischmaterialien sollten vermieden oder klar identifizierbar sein. ✅ **Barriere-Schichten & Beschichtungen** EVOH, PVOH, SiOx, AlOx und Acryl sind bis max. 5 % des Gesamtgewichts erlaubt. PVDC sollte vermieden werden. ✅ **Größe & Form** Verpackungen sollten mindestens 20 × 20 mm groß und möglichst flach (2D) sein, um im Sortierprozess erkannt zu werden. ✅ **Dichte** < 1 g/cm³ ist ideal für die Trennung im Schwimm-Sink-Verfahren. ✅ **Druckfarben & Lacke** Helle Farben bevorzugt, dunkle Farben und PVC-Binder vermeiden. Max. 5 % Anteil empfohlen. ✅ **Etiketten & Zusatzfunktionen** Gleiche Materialart wie Hauptverpackung oder leicht entfernbar. Etiketten sollten max. 30 % der Fläche bedecken. ✅ **Adhäsive & Additive** Max. 5 % Anteil, keine Carbon Black Pigmente. --- ### Was bedeutet das für Markeninhaber und den Handel? Wer flexible Verpackungen einsetzt, sollte bestehende Portfolios prüfen und neue Designs an den D4ACE-Richtlinien ausrichten. So lassen sich Nachhaltigkeitsziele erreichen und Investitionen in Recyclinginfrastruktur sinnvoll unterstützen. --- 📣 **Jetzt aktiv werden!** Nutzen Sie die D4ACE-Guidelines als Werkzeug für Ihre Verpackungsentwicklung und tragen Sie zur Kreislaufwirtschaft bei. 🔗 Weitere Informationen und [Download der Guidelines: CEFLEX D4ACE Guidelines](https://guidelines.ceflex.eu/ "Download der Guidelines: CEFLEX D4ACE Guidelines") --- **\#flexpack #recycling #kreislaufwirtschaft #CEFLEX #verpackungsdesign #nachhaltigkeit #markeninhaber #handel** --- Du kannst den Beitrag auch als [Textdatei herunterladen](blob:https://m365.cloud.microsoft/b479d546-4ebf-4f2e-9394-170b3fe802b0) und direkt auf www.inno-talk.de/news veröffentlichen. Möchtest du zusätzlich eine Infografik oder ein Social-Media-Bild für den Beitrag? ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Kategorien:** Allgemein, Entsorgung / Recycling **Schlagwörter:** CEFLEX --- ### [Zukunft des Recyclings: Wie neue Technologien flexible Verpackungen nachhaltig machen](https://inno-talk.de/zukunft-des-recyclings-wie-neue-technologien-flexible-verpackungen-nachhaltig-machen/) **Published:** August 18, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Flexible Verpackungen – wie Chipsbeutel, Folien oder Standbeutel – sind aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Doch ihr Recycling stellt eine große Herausforderung dar. Die europäische Initiative CEFLEX hat sich zum Ziel gesetzt, diese Herausforderung zu meistern und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft für flexible Verpackungen zu etablieren.* ### Warum neue Technologien gebraucht werden Die EU gibt ambitionierte Ziele vor: Bis 2035 sollen mindestens 55 % aller Verpackungen recycelt werden. Doch flexible Verpackungen bestehen oft aus mehreren Materialien, die schwer zu trennen und zu verarbeiten sind. Herkömmliche Recyclingmethoden stoßen hier an ihre Grenzen. ### Die fünf Schlüsseltechnologien im Überblick CEFLEX hat fünf innovative Recyclingtechnologien identifiziert, die gemeinsam eine echte Transformation ermöglichen: 1. **Advanced Wet Friction Washing** Entfernt Verunreinigungen wie Kleber und organische Rückstände vor der Extrusion. Beispiel: HydroDyn mit über 100.000 Tonnen Kapazität in Europa. 2. **Delamination** Trennt mehrschichtige Verpackungen in ihre Einzelbestandteile. Beispiel: Saperatec in Deutschland und Fych in Spanien. 3. **Deinking** Entfernt Druckfarben und verbessert die Qualität der Rezyklate. Beispiel: Cadel Deinking mit bis zu 95 % Farbabtrag. 4. **Extraction** Nutzt beispielsweise überkritisches CO₂ zur Reinigung und erreicht nahezu jungfräuliche Materialqualität. Beispiel: IPC Frankreich. 5. **Dissolution** Löst spezifische Polymere auf und erzeugt ultra-reine Rezyklate. Beispiel: APK Newcycling und PureCycle. ### Der Weg zur Kreislaufwirtschaft Die Zukunft liegt in der Kombination aus: - intelligentem Verpackungsdesign - effizienter Sortierung - fortschrittlichen Recyclingtechnologien Nur so kann hochwertiges Rezyklat entstehen, das den Anforderungen von Industrie und Verbrauchern gerecht wird – und gleichzeitig die Umwelt schützt. ### Fazit Die Technologien sind da – jetzt braucht es Investitionen, Zusammenarbeit und politische Unterstützung, um die Vision einer zirkulären Verpackungswirtschaft Wirklichkeit werden zu lassen. Zum Beitrag von Ceflex: [New\_Technologies\_Report\_CEFLEX\_June\_2025.pdf](https://ceflex.eu/public_downloads/New_Technologies_Report_CEFLEX_June_2025.pdf) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Marcus Holland über Rezyklatherstellung und -anwendung](https://inno-talk.de/marcus-holland-ueber-rezyklatherstellung-und-anwendung/) **Kategorien:** Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Folienherstellung/Veredelung, Verpackungsdesign --- ### [The future of recycling: How new technologies are making flexible packaging sustainable](https://inno-talk.de/en/the-future-of-recycling-how-new-technologies-are-making-flexible-packaging-sustainable/) **Published:** August 18, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Flexible packaging – such as crisp packets, films and stand-up pouches – have become an integral part of our everyday lives. However, recycling it poses a major challenge. The European initiative CEFLEX has set itself the goal of overcoming this challenge and establishing a functioning circular economy for flexible packaging.* ### Why new technologies are necessary The EU has set ambitious targets: by 2035, at least 55 % of all packaging have to be recycled. However, flexible packaging often consists of several materials that are difficult to separate and process. Conventional recycling methods reach their limits here. ### An overview of the five key technologies CEFLEX has identified five innovative recycling technologies that, together, enable a real transformation: 1. **Advanced Wet Friction Washing** Removes contaminants such as adhesives and organic residues prior to extrusion. Example: HydroDyn with a capacity of over 100,000 tonnes in Europe. 2. **Delamination** Separates multi-layer packaging into its individual components. Example: Saperatec in Germany and Fych in Spain. 3. **Deinking** Removes printing ink and improves the quality of recycled materials. Example: Cadel deinking with up to 95 % ink removal. 4. **Extraction** Uses supercritical CO₂ for cleaning, for example, and achieves almost virgin material quality. Example: IPC France. 5. **Dissolution** Dissolves specific polymers and produces ultra-pure recyclates. Example: APK Newcycling and PureCycle. ### The path to a circular economy The future lies in combining: - intelligent packaging design - efficient sorting - advanced recycling technologies This is the only way to produce high-quality recycled material that meets the requirements of industry and consumers – while protecting the environment at the same time. ### Conclusion The technologies are available – now we need investment, cooperation and political support to make the vision of a circular packaging economy a reality. Regarding Ceflex’s contribution: [New\_Technologies\_Report\_CEFLEX\_June\_2025.pdf](https://ceflex.eu/public_downloads/New_Technologies_Report_CEFLEX_June_2025.pdf) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) **Kategorien:** Disposal / Recycling, Film production / Converting, Printing inks and adhesives --- ### [Flexible Verpackungen im Umwelttest: Kunststoff oder Faser (Papier)?](https://inno-talk.de/flexible-verpackungen-im-umwelttest-kunststoff-oder-faser-papier/) **Published:** August 29, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Eine zentrale Frage für alle Verpackungsverantwortlichen lautet derzeit: **Wie lässt sich der Umweltschaden durch Verpackungen insgesamt minimieren?** Flexible Verpackungen gelten dabei bereits als ressourcenschonende Lösung, da sie im Vergleich zu starren Formaten weniger Material benötigen. Doch sobald es um die konkrete Materialwahl geht, entstehen neue Diskussionen: Kunststoff versus Faser, Mono- versus Multimaterialien, Recyclingfähigkeit und Klimabilanz. Um diese Fragen fundiert zu beantworten, haben wir die Umweltwirkung flexibler Verpackungen anhand verfügbarer Daten zu Kunststoff- und faserbasierten Materialien mittels KI analysiert und gegenübergestellt. Das Ergebnis möchten wir hier teilen. ## **Einleitung** Die Diskussion um nachhaltige Verpackungen wird oft emotional geführt. Zahlen aus internationalen Studien erlauben jedoch eine nüchterne Betrachtung: Wie groß ist der tatsächliche Umwelt- und Klimaeinfluss flexibler Verpackungen – und wie unterscheiden sich Kunststoff und faserbasierte Alternativen? ## **Flexibles aus Kunststoffe im Fokus** Nach aktuellen OECD-Daten gelangen jährlich rund 22 Mio. t Kunststoffe in die Umwelt. Flexible und mehrschichtige Folien sind dabei überproportional vertreten und stehen für etwa 80 % dieser Leckagen. Ein großer Teil des falsch entsorgten Materials wird zudem offen verbrannt – mit erheblichen CO₂-Emissionen. Rechnet man Produktion, Leckage und offene Verbrennung zusammen, ergibt sich ein Arbeitswert von rund **57 Mio. t CO₂-Äquivalenten pro Jahr** für flexible Kunststoffverpackungen. ## **Faserbasierte Flexibles: geringe, aber messbare Landnutzungseffekte** Papierbasierte Flexibles entstehen überwiegend aus Holzfaserplantagen. Der Waldverlust, der direkt auf die Herstellung faserbasierter flexibler Verpackungen zurückzuführen ist, liegt global jedoch in einer deutlich kleineren Größenordnung. Die CO₂-Belastung aus zugeordneter Abholzung lässt sich auf **rund 1,7 Mio. t CO₂-Äquivalente pro Jahr** beziffern – also weniger als ein Zwanzigstel des Werts von Kunststoff-Flexibles. ## **Vergleich pro Tonne Verpackung** Setzt man die CO₂-Belastung ins Verhältnis zur produzierten Menge, zeigt sich: - Flexible Kunststoffe: **~0,33 t CO₂e pro Tonne Verpackung** - Faserbasierte Flexibles: **~0,15 t CO₂e pro Tonne Verpackung** Der relative Vorteil faserbasierter Materialien wird sichtbar, auch wenn beide Materialgruppen in Voll-LCAs noch höhere Werte aufweisen. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/08/output-1024x724.png) Betrachtet man die Umweltbelastung in absoluten Mengen, so schneidet Kunststoff noch schlechter ab, da für Verpackungen wesentlich mehr Kunststoff als Papier verwendet wird. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/08/output-1-1024x727.png)## **Fazit für Verpackungsverantwortliche** Für Marken- und Produktverantwortliche bedeutet das: Der größte ökologische Hebel liegt eindeutig bei der Vermeidung von Kunststoff-Leckagen. Entscheidend sind Design-for-Recycling, funktionierende Sammelsysteme und hochwertige Verwertung. Faserbasierte Flexibles tragen nur in geringem Maße zur Abholzung bei, können aber – in Kombination mit neuen Barrier-Innovationen – einen ergänzenden Beitrag leisten, um Klimabilanzen zu verbessern. Dieses sind Ergebnisse einer Deep Research mit [KI](https://chatgpt.com/share/68adbfe5-f084-8003-aeed-8034adabe898) und Einordnung durch uns. E sist keine wissenschaftliche Abhandlung im eigentlichen Sinne. Hat uns aber zur Einordnung und Bewertung geholfen. --- ### Quellenverzeichnis 1. **OECD (2022): Global Plastics Outlook** – 22 Mio. t Plastik-Leckage in die Umwelt (2019). Dokument ist auf der offiziellen OECD-Seite verfügbar. [OECD](https://www.oecd.org/en/publications/2022/02/global-plastics-outlook_a653d1c9.html?utm_source=chatgpt.com) 2. **Cottom, Cook & Velis (2024), Nature** – Jährlich 52 Mio. t Plastikabfall, davon 57 % offen verbrannt. DOI und Zugriff über Nature-Verlag. [Nature](https://www.nature.com/articles/s41586-024-07758-6?utm_source=chatgpt.com)[Chemical & Engineering News](https://cen.acs.org/environment/pollution/52-million-tons-plastic-slips/102/web/2024/09?utm_source=chatgpt.com) 3. **Smithsonian / ScienceDaily (2024)** – Ergänzende Berichte zur Nature-Studie bzgl. 52 Mio. t und offenes Verbrennen. Erwähnt in frei zugänglichen Newsportalen. [smithsonianmag.com](https://www.smithsonianmag.com/smart-news/humans-pollute-the-environment-with-57-million-tons-of-plastic-each-year-study-suggests-180985026/?utm_source=chatgpt.com)[ScienceDaily](https://www.sciencedaily.com/releases/2024/09/240904130820.htm?utm_source=chatgpt.com) 4. **WRI / Global Forest Watch** – Waldverlust und Plantagenersatz (tropische Länder, 2001–2015). Übersicht über Abholzungstreiber. [en.wikipedia.org+5Fair&Precious+5arxiv.org+5](https://www.fair-and-precious.org/files/upload/stories/Basic_facts_and_figures_Probos_Layout.pdf?utm_source=chatgpt.com) 5. **Fair-and-Precious (2020)** – Carbon-Stock-Schätzungen tropischer Wälder: 30–250 t C/ha (≈110–915 t CO₂/ha). [arxiv.org+12Fair&Precious+12elibrary.imf.org+12](https://www.fair-and-precious.org/files/upload/stories/Basic_facts_and_figures_Probos_Layout.pdf?utm_source=chatgpt.com) 6. **IPCC via Wikipedia „Climate‑friendly gardening“** – Durchschn. Kohlenstoffgehalt tropischer Wälder samt Boden: ~243 t C/ha → ca. 891 t CO₂/ha. [en.wikipedia.org](https://en.wikipedia.org/wiki/Climate-friendly_gardening?utm_source=chatgpt.com) --- ### Plausibilitätsprüfung - **OECD-Studie** ist offen zugänglich über deren Publikationsseite; Zahlen nachvollziehbar. - **Nature-Artikel** ist paywalled, aber Abstract und Daten (52 Mio. t, 57 %) sind durch mehrere Sekundärquellen wie Smithsonian und ScienceDaily bestätigt. - **WRI-Daten** sind über Global Forest Watch-Webseite und WRI-Reports abrufbar. - **Carbon Stock-Werte** sind valide Literaturwerte. Fair-and-Precious liefert solide Spanne; IPCC-basierte Angaben über Wikipedia sind ebenfalls konsistent mit Fachwissen. --- ### Fazit Quellenprüfung Alle genannten Quellen sind erreichbar, zuverlässig und valide. Zahlen zur Leckage, zu offenen Verbrennungsemissionen und zur Abholzungszuordnung sind fundiert. Die CO₂-Äquivalente pro Tonne Verpackung bleiben plausibel und stehen im Einklang mit aktueller Wissenschaft. ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Neuigkeiten, Verpackungsdesign --- ### [Flexible packaging in environmental testing: plastic or fibre (paper)?](https://inno-talk.de/en/flexible-packaging-in-environmental-testing-plastic-or-fibre-paper/) **Published:** August 29, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** A key question for all those responsible for packaging is currently: **How can the overall environmental damage caused by packaging be minimised?** Flexible packaging is already considered a resource-saving solution, as it requires less material than rigid formats. However, the specific choice of materials has given rise to new discussions: plastic versus fibre, mono versus multi-materials, recyclability and carbon footprint. In order to answer these questions in a well-founded manner, we have analysed and compared the environmental impact of flexible packaging using AI and available data on plastic and fibre-based materials. We would like to share the results here. ## **Introduction** The debate about sustainable packaging is often emotional. However, figures from international studies allow for a sober assessment: how significant is the actual environmental and climate impact of flexible packaging – and how do you distinguish between plastic and fibre-based alternatives? ## **Focus on flexible plastics** According to current OECD data, around 22 million tonnes of plastics enter the environment every year. Flexible and multi-layer films account for a disproportionate share of this, representing around 80 % of these leaks. A large proportion of the improper disposed material is also burned in the open air, resulting in significant CO₂ emissions. Adding up production, leakage and open burning results in a working value of around 57 million tonnes of CO₂ equivalents per year for flexible plastic packaging. ## **Fibre-based flexibles: minor but measurable impact on land use** Paper-based flexible packaging is mainly produced from wood fibre plantations. However, the loss of forest directly attributable to the production of fibre-based flexible packaging is significantly lower worldwide. The CO₂ impact from associated deforestation can be estimated at **around 1.7 million tonnes of CO₂ equivalents per year** – less than one-twentieth of the figure for plastic flexible packaging. ## **Comparison per tonne of packaging** If we compare CO₂ emissions to the quantity produced, we see that: - Flexible plastics: ~0.33 tonnes of CO₂e per tonne of packaging - Fibre-based flexibles: **~0.15 tonnes of CO₂e per tonne of packaging** The relative advantage of fibre-based materials becomes apparent, even though both material groups still have higher values in full LCAs. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/08/flexpack_climate_impact_en-1024x731.png) If we consider the environmental impact in absolute terms, plastic performs even worse, as significantly more plastic than paper is used for packaging. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/08/flexible_packaging_climate_impact_en-1024x683.png)## **Conclusion for those responsible for packaging** For brand and product managers, this means that the greatest ecological leverage clearly lies in preventing plastic leakage. Design for recycling, effective collection systems and high-quality recycling are crucial. Fibre-based flexibles contribute only marginally to deforestation, but – in combination with new barrier innovations – can make a complementary contribution to improving carbon footprints. These are the results of in-depth research using AI and classification by us. There is no scientific paper in the strict sense. However, it has helped us to classify and evaluate the data. --- ### List of sources 1. **OECD (2022): Global Plastics Outlook** – 22 million tonnes of plastic leakage into the environment (2019). Document available on the official OECD website. [OECD](https://www.oecd.org/en/publications/2022/02/global-plastics-outlook_a653d1c9.html?utm_source=chatgpt.com) 2. **Cottom, Cook & Velis (2024), Nature** – 52 million tonnes of plastic waste per year, 57 % of which is burned in open fires. DOI and access via Nature Publishing Group. [Nature](https://www.nature.com/articles/s41586-024-07758-6?utm_source=chatgpt.com)[Chemical & Engineering News](https://cen.acs.org/environment/pollution/52-million-tons-plastic-slips/102/web/2024/09?utm_source=chatgpt.com) 3. **Smithsonian / ScienceDaily (2024)** – Supplementary reports on the Nature study regarding 52 million tonnes and open burning. Mentioned in freely accessible news portals. [smithsonianmag.com](https://www.smithsonianmag.com/smart-news/humans-pollute-the-environment-with-57-million-tons-of-plastic-each-year-study-suggests-180985026/?utm_source=chatgpt.com)[ScienceDaily](https://www.sciencedaily.com/releases/2024/09/240904130820.htm?utm_source=chatgpt.com) 4. **WRI / Global Forest Watch** – Forest loss and plantation replacement (tropical countries, 2001–2015). Overview of drivers of deforestation. [en.wikipedia.org+5Fair&Precious+5arxiv.org+5](https://www.fair-and-precious.org/files/upload/stories/Basic_facts_and_figures_Probos_Layout.pdf?utm_source=chatgpt.com) 5. **Fair-and-Precious (2020)** – Carbon stock estimates for tropical forests: 30 – 250 t C/ha (≈110 – 915 t CO₂/ha). 6. **IPCC via Wikipedia „Climate‑friendly gardening“** – Average carbon content of tropical forests including soil: ~243 t C/ha → approx. 891 t CO₂/ha. [en.wikipedia.org](https://en.wikipedia.org/wiki/Climate-friendly_gardening?utm_source=chatgpt.com) --- ### Validity check - **OECD Study** is openly accessible via their publication page; figures are verifiable. - **Nature arcticle** is paywalled, but the abstract and data (52 million tonnes, 57 %) have been confirmed by several secondary sources such as Smithsonian and ScienceDaily. - **WRI data** are available on the Global Forest Watch website and in WRI reports. - **Carbon Stock values** sind valide Literaturwerte. are valid literature values. Fair-and-Precious provides a solid range; IPCC-based information on Wikipedia is also consistent with expert knowledge. --- ### Conclusion source verification All sources cited are accessible, reliable and valid. Figures on leakage, open combustion emissions and deforestation allocation are well-founded. The CO₂ equivalents per tonne of packaging remain plausible and are consistent with current scientific knowledge. ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Papier oder Plastik](https://inno-talk.de/papier-oder-plastik/) **Kategorien:** Disposal / Recycling, Film production / Converting --- ### [Inno-PrintPack 2025 bei Follmann - Packaging Innovationen live erleben](https://inno-talk.de/innoprint-2025-bei-follmann-packaging-innovationen-live-erleben/) **Published:** August 29, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Hasbergen/Minden, 28. August 2025 – Der renommierte „**Expertentreff Verpackungsdruck**“ geht unter neuem Namen in die zehnte Auflage: **Inno-PrintPack 2025.** Am **27.** und **28. November 2025** trifft sich die Verpackungsdruck-Branche im neuen Veranstaltungszentrum der **Follmann-Gruppe in Minden** – erstmals inmitten einer Spezialchemie-Fabrik, die u.a. wässrige Druckfarben und bio-basierte Verpackungsklebstoffe herstellt. ![Inno-PrintPack](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/08/10_Expertentreff_Verpackungsdruck-Effizient-und-rezyklierbar_teaser_lang_DE_V2-2-1024x351.jpg)„Der Standort spiegelt perfekt wider, wofür **Inno-PrintPack** steht: gebündelte Expertise entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Farbhersteller bis zum Markenartikler“, sagt **Karsten Schröder**, Initiator und Moderator von **Inno-PrintPack**. „Die hochmoderne Infrastruktur des Follmann Technologie- und Wissenszentrums schafft beste Voraussetzungen für Diskussionen auf Augenhöhe.“ ## **Zwei Tage. Fünf Top Trends. Ein Ziel: Verpackungsdruck effizient und rezyklierbar machen** - **7-Farben-Fixed-Palette & Colour-Management** – neueste Strategien für konsistente Druckergebnisse ohne Umrüstzeiten - **Echtzeit-Datenanalyse** – Live-Monitoring und KI-gestützte Prozessoptimierung direkt an der Maschine - **Robotik & Inline-Inspektion** – automatisierte Qualitätskontrolle für schnellere Durchlaufzeiten - **Recyclingfreundliche Druckfarben und BOPP-Folien** – Lösungen für Kreislauffähigkeit und Lebensmittelsicherheit - **Exklusive Werksbesichtigung bei Follmann** – Einblicke in die Produktion von High-Tech-Druckfarben und -Verpackungsklebstoffen. ## **Mehrwert der **Inno-PrintPack**-Premiere bei Follmann:** - **Technik trifft Praxis** – Tagungsräume mit Blick auf eine der modernsten Produktionsstätten der chemischen Industrie in Europa. Werksführungen vermitteln aktuelle Entwicklungen unmittelbar vor Ort. - **Themenschwerpunkt „Effizient & rezyklierbar“** – So lassen sich Druckqualität, Ressourcenschonung und Kreislauffähigkeit vereinen. - **Intensives Networking** beim Tapas-Vor-Abend, Dinner zwischen den Vortragstagen sowie Shuttle Service sind im Ticket-Preis von 1.490, – € enthalten. - **Hybrides Format** mit professionellem Livestream und simultaner AI-Übersetzung ins Englische für internationale Gäste. ### **Anmeldung und weitere Informationen** Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Details zum Programm, zu Hotelkontingenten und zur Registrierung finden Sie unter [www.inno-printpack.de ](http://www.inno-printpack.de). ### **Über Innoform Coaching eGbR** Die in Oldenburg ansässige Innoform GmbH ist Europas führender Anbieter für Prüfdienstleistungen für Lebensmittelverpackungen. Innoform Coaching eGbR steht für Expertentreffen, Branchen-Meetings und Weiterbildung im Bereich flexibler Verpackungen. Seit über zwei Jahrzehnten vernetzen Konferenzen, Seminare und Podcasts der Marke Innoform Fachkräfte entlang der gesamten Flexpack-Wertschöpfungskette. ### **Über Follmann** Follmann ist ein international tätiges Familienunternehmen und Anbieter von Spezialchemikalien, u.a. wasserbasierte Druckfarben, Barrierebeschichtungen und biobasierte Verpackungsklebstoffe. Das neue Technologie- und Wissenszentrum in Minden vereint Forschung, Entwicklung und Weiterbildung unter einem Dach. **Pressekontakt** Innoform Coaching eGbR Eva Kettelmann T +49 (0)5405 80767-27 [ek@innoform.eu](mailto:ek@innoform.de) ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Das Inno-Meeting Europe – am Puls der Zeit](https://inno-talk.de/das-inno-meeting-europe-am-puls-der-zeit/) - [Volker Muche zu Paperization und Trends bei Verpackungsentwicklung](https://inno-talk.de/volker-muche-zu-paperization-und-trends-bei-verpackungsentwicklung/) **Kategorien:** Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Flexodruck, Tiefdruck, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** InnoPRINT, VD-11-25, Verpackungsdruck --- ### [Inno-PrintPack 2025 at Follmann - Experience packaging innovations live ](https://inno-talk.de/en/innoprint-2025-at-follmann-experience-packaging-innovations-live/) **Published:** August 29, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Hasbergen/Minden, 28 August 2025 – The renowned „Expert Meeting Packaging Print“ enters its 10th edition under a new name: **Inno-PrintPack 2025.** On **27 a**nd **28 November 2025** the packaging print industry meets at the new event center of the **Follmann Group in Minden** – for the first time in the middle of a speciality chemicals factory that manufactures, among others, water-based printing inks and bio-based packaging adhesives. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/08/10_Expertentreff_Verpackungsdruck-Effizient-und-rezyklierbar_teaser_lang_ENG_V2-1024x351.jpg)„The location perfectly reflects what **Inno-PrintPack**stands for: bundled expertise along the entire value chain – from ink manufacturers to brand owners“, **Karsten Schröder** says, initiator and moderator of **Inno-PrintPack**. „The state-of-the-art infrastructure of the Follmann Technology and Knowledge Centre creates the ideal conditions for discussions among equals.“ ## **Two days. Five top trends. One aim: to make packaging print efficient and recyclable** - **7-Colours-Fixed-Palette & Colour Management** – latest strategies for consistent printing results without set-up times - **Real-time data analysis** – Live monitoring and AI-supported process optimisation directly on the machine - **Robotics & Inline inspektion** – automated quality control for faster lead times - **Recycling-fiendly printing inks and BOPP films** – Solutions for recyclability and food safety - **Exklusive factory tour at Follmann** – Insights into the production of high-tech printing inks and packaging adhesives ## **Added value of the **Inno-PrintPack**** P**remiere at Follmann:** - **Technology meets practice** – Conference rooms with a view of one of the most modern production facilities in the chemical industry in Europe. Factory tours provide insight into current developments directly on site. - **Main topic„Efficient & recyclable“** – That is the way how print quality, saving of ressurces and recyclability can be combined. - **Intensive networking** at the tapas pre-event, dinner between presentation days as well as shuttle service are included in the ticket price of €1,490. - **Hybrid format** with professional livestream and simultaneous AI translation into English for international guests. ### **Registration and further information** The number of participants is limited. Details about the programme, hotel accommodation and registration can be found at [www.inno-printpack.de ](https://inno-meeting.de/en/events/VD-11-25/) ### **About Innoform Coaching eGbR** Innoform GmbH, located in Oldenburg, is Europe’s leading provider of testing services for food packaging. Innoform Coaching eGbR stands for expert meetings, industry events and further training in the field of flexible packaging. For over two decades, conferences, seminars and podcasts from the Innoform brand have been connecting professionals along the entire flexpack value chain. ### **About Follmann** Follmann is an internationally active family-owned company and supplier of speciality chemicals, including water-based printing inks, barrier coatings and bio-based packaging adhesives. The new Technology and Knowledge Centre in Minden combines research, development and training under one roof. **Press contact** Innoform Coaching eGbR Eva Kettelmann T +49 (0)5405 80767-27 [ek@innoform.eu](mailto:ek@innoform.de) ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Das Inno-Meeting Europe – am Puls der Zeit](https://inno-talk.de/das-inno-meeting-europe-am-puls-der-zeit/) - [Volker Muche zu Paperization und Trends bei Verpackungsentwicklung](https://inno-talk.de/volker-muche-zu-paperization-und-trends-bei-verpackungsentwicklung/) **Kategorien:** flexo printing, Printing inks and adhesives --- ### [Biopolymer-Folien im Aufwind: Chancen und Risiken für Hersteller](https://inno-talk.de/biopolymer-folien-im-aufwind-chancen-und-risiken-fuer-hersteller/) **Published:** September 2, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **Marktbild.** Der Biopolymer-Verpackungsmarkt lag 2024 bei rund **23,56 Mrd. USD** und wächst bis 2030 mit **≈11,4 % CAGR**. Parallel steigt die globale Biokunststoff-Kapazität von **2,47 Mio. t (2024)** auf **≈5,73 Mio. t (2029)**, die tatsächliche Auslastung lag 2024 aber erst bei **≈58 %**. Das signalisiert Wachstum, aber auch Engpässe je Polymer und Region. **Materialmix für Folien.** Produktionskapazitäten 2024: **PLA ≈37 %**, **PBAT ≈4,6 %**, **PBS ≈1,3 %**, **PHA ≈4,1 %**. Für flexible Anwendungen dominieren heute **PLA-Folien** (BOPLA) und **PBAT-haltige Blends**; **PBS** wächst als weiche, hitzebeständigere Komponente. ## **Konkrete Folienbeispiele.** - **BOPLA-Folien (PLA):** Taghleef **NATIVIA®** – industriell kompostierbare, **EN 13432**-zertifizierte BOPLA-Folien für Etiketten, Flow-Wrap u. a. - **Kompostierbare PE-Ersatzlösungen:** ITP **Combioflex®** erfüllt **EN 13432** und läuft auf Hochgeschwindigkeitslinien (TK-, Gemüse-, Eis-Verpackungen). - **BO-BioPBS-Entwicklung:** PTT MCC kommuniziert BO-BioPBS-Ansätze als Ersatz für nicht-kompostierbare BO-Folien. ## **Regulatorik 2025 ff. (EU).** - **PPWR (Regulation (EU) 2025/40)**: Im **Amtsblatt am 22.01.2025**, **in Kraft seit 11.02.2025**, **allg. anwendbar ab 12.08.2026**; Delegierte Rechtsakte zu **Design-for-Recycling** bis **01.01.2028**. - **Kompostierbarkeit:** **EN 13432** bleibt Maßstab; **OK compost (TÜV AUSTRIA)** und **DIN CERTCO “Seedling”** sind gängige Nachweise. PPWR adressiert Kompostierbares als spezifische Lösung (z. B. bei organischer Reststoffsammlung), entkoppelt von den allgemeinen Rezyklierbarkeits-Pflichten. - **UK-Impuls:** Die **Plastic Packaging Tax** (≥30 % Rezyklat) wirkt preissetzend im Export; für kompostierbare Folien ohne Rezyklatoption ist die Impact-Bewertung projektspezifisch. ## **Technische Implikationen für Konverter.** 1. **Materialwahl nach Use-Case:** - **Organik-nahe Ströme** (Bio-Abfallbeutel, Obst/Gemüse-Beutel, Fresh-wrap): PBAT/PLA-Blends oder PBS-haltige Strukturen mit **EN 13432**-Zertifizierung vermeiden Störstoffe in Altpapier/Plastik-Recycling. - **Trocken-Flexibles** mit Fokus auf DfR: BOPLA oder dünne Monofolien als Zwischenlösung, mittelfristig nach PPWR-DfR-Kriterien auslegen. 2. **Zertifizierung “end-to-end”:** Film, Druckfarben, Klebstoffe, Additive müssen **mitzertifiziert** sein, sonst scheitert das Gesamtpaket. 3. **Sourcing-Risiko managen:** Trotz Ausbauplänen bleibt Lieferfähigkeit je Grade volatil. **APAC** ist für PLA/PBS zentral; europäische Konverter sollten Dual-Sourcing und Sicherheitsbestände prüfen. 4. **Kennzeichnung & Claims:** Nur geprüfte **EN 13432/OK compost**-Nachweise verwenden; “home compost” nur mit **NF T51-800/OK compost HOME**. ## **Kurzfazit für Folienhersteller.** - Nachfrage und Kapazitäten wachsen, **aber** Utilisierung und Polymer-Verfügbarkeit bleiben der Flaschenhals. - **PLA** und **PBAT/PLA-Blends** liefern heute die breiteste Folien-Reife; **PBS** ergänzt für weichere, hitzebeständigere Anwendungen und als BO-Option. - Die **PPWR** verschiebt den Fokus hin zu **DfR** und klaren Performance-Graden; Kompostierbarkeit bleibt ein **Spezialwerkzeug** für definierte Anwendungsfälle. Jetzt Produktportfolios auf **EN 13432**-Nachweise, **DfR-Readiness** und **Lieferkettenrobustheit** trimmen. ## Prüfungen und Qualitätssicherung Für Folienhersteller gilt: **Biofolien unterliegen denselben Prüfungen wie konventionelle, petrochemische Folien** – dazu zählen [mechanische Eigenschaften](https://www.innoform-testservice.de/mechanische-eigenschaften) (Reißfestigkeit, Durchstoßfestigkeit), [Barrierewerte ](https://www.innoform-testservice.de/permeation)(Sauerstoff, Wasserdampf), [optische Kriterien](https://www.innoform-testservice.de/optik) sowie Verarbeitbarkeit auf Verpackungsmaschinen. **Zusätzlich** kommt bei biobasierten und biologisch abbaubaren Materialien oft die **Kompostierbarkeitsprüfung nach EN 13432** oder vergleichbaren Normen (z. B. ASTM D6400, ISO 17088) hinzu. Hierbei werden Abbaubarkeit, Desintegration, Ökotoxizität und Schwermetallgehalte geprüft, um eine Zertifizierung wie **OK compost** oder **Seedling** zu erhalten. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/09/ChatGPT-Image-1.-Sept.-2025-16_43_20-1024x683.png)--- ## Quellenverzeichnis 1. Grand View Research – *Biopolymer Packaging Market Report* (Marktgröße 2024: 23,56 Mrd USD; CAGR 11,4 %) [https://www.grandviewresearch.com/industry-analysis/biopolymer-packaging-market?utm\_source=chatgpt.com](https://www.grandviewresearch.com/industry-analysis/biopolymer-packaging-market?utm_source=chatgpt.com) 2. European Bioplastics – *Market Data 2024–2029* (Kapazitäten 2,47 Mio t → 5,73 Mio t) [https://www.european-bioplastics.org/market/?utm\_source=chatgpt.com](https://www.european-bioplastics.org/market/?utm_source=chatgpt.com) 3. NCBI / PMC – *Bioplastics Market Review* (Kapazitätsentwicklung, Auslastung) [https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12073353/?utm\_source=chatgpt.com](https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12073353/?utm_source=chatgpt.com) 4. Plasticker – *Global Bioplastics Production Capacities 2023–2028* (PLA ≈37 %, PBS ≈1,3 %, PHA ≈4 %) [https://plasticker.de/docs/news/24-03-07-Bio-based\_Building\_Blocks\_and\_Polymers\_Global\_Capacities\_Production\_and\_Trends\_2023-2028\_Short\_Version-o3asan.pdf?utm\_source=chatgpt.com](https://plasticker.de/docs/news/24-03-07-Bio-based_Building_Blocks_and_Polymers_Global_Capacities_Production_and_Trends_2023-2028_Short_Version-o3asan.pdf?utm_source=chatgpt.com) 5. PTT MCC Biochem – *BioPBS™ Produktionsanlage Rayong (20 kt/Jahr)* [https://www.pttmcc.com/press-releases/ptt-mcc-biochem-and-international-fibres-group-announce-a-strategic-marketing-partnership?utm\_source=chatgpt.com](https://www.pttmcc.com/press-releases/ptt-mcc-biochem-and-international-fibres-group-announce-a-strategic-marketing-partnership?utm_source=chatgpt.com) [https://productsandsolutions.pttgcgroup.com/en/products/bioplastics?utm\_source=chatgpt.com](https://productsandsolutions.pttgcgroup.com/en/products/bioplastics?utm_source=chatgpt.com) 6. EUR-Lex – *Regulation (EU) 2025/40 (PPWR)*, Amtsblatt 22.01.2025 [https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2025/40/oj/eng?utm\_source=chatgpt.com](https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2025/40/oj/eng?utm_source=chatgpt.com) 7. European Commission – *Packaging and Packaging Waste Regulation* (in Kraft seit 11.02.2025, anwendbar ab 12.08.2026) [https://environment.ec.europa.eu/topics/waste-and-recycling/packaging-waste\_en?utm\_source=chatgpt.com](https://environment.ec.europa.eu/topics/waste-and-recycling/packaging-waste_en?utm_source=chatgpt.com) 8. Greenberg Traurig – *EU PPWR: Compliance Requirements* (Anwendbarkeit ab 12.08.2026) [https://www.gtlaw.com/en/insights/2025/8/eu-packaging-and-packaging-waste-regulation-new-compliance-requirements-for-e-commerce?utm\_source=chatgpt.com](https://www.gtlaw.com/en/insights/2025/8/eu-packaging-and-packaging-waste-regulation-new-compliance-requirements-for-e-commerce?utm_source=chatgpt.com) 9. SGS – *EU Issues New Legislation for Packaging and Packaging Waste* [https://www.sgs.com/en-us/news/2025/01/safeguards-01925-eu-issues-new-legislation-for-packaging-and-packaging-waste?utm\_source=chatgpt.com](https://www.sgs.com/en-us/news/2025/01/safeguards-01925-eu-issues-new-legislation-for-packaging-and-packaging-waste?utm_source=chatgpt.com) 10. FKuR – *PPWR Timeline & Compliance* [https://fkur.com/en/knowledgebase/ppwr-eu-packaging-waste-regulation/?utm\_source=chatgpt.com](https://fkur.com/en/knowledgebase/ppwr-eu-packaging-waste-regulation/?utm_source=chatgpt.com) --- ### Verwandte Episoden - [Folien-Material-Analyse Podcast mit Daniel Wachtendorf](https://inno-talk.de/folien-material-analyse-podcast-mit-daniel-wachtendorf/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) - [1,7 Millionen Tonnen mehr Verpackung durch steigenden Konsum](https://inno-talk.de/17-millionen-tonnen-mehr-verpackung-durch-steigenden-konsum/) **Kategorien:** Biofolien, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** kompostieren --- ### [Webseminar: Mindeststandard 2025 und seine Auswirkungen auf die Verpackungspraxis](https://inno-talk.de/webseminar-mindeststandard-2025-und-seine-auswirkungen-auf-die-verpackungspraxis/) **Published:** September 11, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** --- Der neue **Mindeststandard 2025** sorgt für Diskussionen in der Verpackungsindustrie. Ziel der jüngsten Anpassung ist eine engere Anlehnung an die europäische **Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR)**. Aufbau und Terminologie wurden entsprechend überarbeitet, um langfristig europaweit kompatibel zu bleiben. ## Anpassung an die PPWR Die zentrale Änderung ist die **Annäherung an Artikel 6 der PPWR**, der das Design-for-Recycling europaweit definieren soll. Damit wird die deutsche Rechtslage stärker mit den EU-Vorgaben verzahnt. Unternehmen, die heute Verpackungen entwickeln, müssen daher davon ausgehen, dass sich die nationalen Kriterien künftig direkt an den europäischen Regelungen orientieren. ## Kommerziell vs. technisch recyclingfähig Ein wesentlicher Streitpunkt bleibt: Der Mindeststandard beschreibt vor allem die **kommerzielle Recyclingfähigkeit** – also, ob ein Material wirtschaftlich verwertbar ist. - **Kommerzielle Kriterien**: Materialien gelten als unverträglich, wenn ihre Aufbereitung die Erlöse mindert oder den Prozess verteuert. - **Technische Kriterien**: Tatsächlich störende Einflüsse auf Sortier- oder Recyclingprozesse werden weniger klar abgegrenzt. Diese Unschärfe führt dazu, dass manche Materialien als problematisch gelten, obwohl sie technisch recycelbar wären. Für die Praxis bedeutet das: Entscheidungen werden stark durch die Marktlage und weniger durch reine Materialwissenschaft beeinflusst. ## Konsequenzen für die Verpackungsgestaltung Damit Verpackungen als recyclingfähig eingestuft werden, gelten folgende Mindestanforderungen: - **Keine technisch störenden Unverträglichkeiten** (z. B. bestimmte Barriere-, Farb- oder Klebstoffsysteme) - **Sortier- und Trennbarkeit** im Dualen System und in bestehenden Recyclinganlagen - **Vorhandene Abnehmer und Infrastruktur** für das jeweilige Material Das bedeutet: Auch theoretisch recycelbare Materialien helfen nicht weiter, wenn es keine etablierten Märkte und Recyclinganlagen gibt. ## Steigender Druck durch Rezyklatquoten Parallel verschärft die EU die Vorgaben zum **Einsatz von Rezyklaten**. Schon heute gilt eine Quote für PET-Flaschen, weitere Kunststoffverpackungen werden folgen. Diese Entwicklung zwingt Hersteller, **recyclinggerechte Monomaterialien oder vereinfachte Verbunde** einzusetzen, um den Bedarf an verwertbaren Rezyklaten decken zu können. ## Besonderheiten des neuen Mindeststandards - **Neue Struktur** zur Harmonisierung mit der PPWR - **Jährliche Anpassungen** seit 2019 – oft mit deutlichen Auswirkungen auf ganze Produktgruppen - **Stärkere Gewichtung ökonomischer Faktoren** im Vergleich zu wissenschaftlich-technischen Kriterien - **Praxisferne Einstufungen** möglich, wenn wirtschaftliche Interessen der Recyclingwirtschaft dominieren ### Fazit Das Webseminar machte deutlich, dass der Mindeststandard 2025 nicht nur eine formale Anpassung an die PPWR ist, sondern konkrete Konsequenzen für Designentscheidungen hat. Unternehmen müssen künftig stärker abwägen zwischen: - technischer Machbarkeit, - ökonomischen Rahmenbedingungen der Recyclingwirtschaft und - den absehbaren europäischen Vorgaben. Klar ist: **Design-for-Recycling** wird zur Pflicht, und Unternehmen benötigen transparente Bewertungsgrundlagen, um Investitionen und Materialentscheidungen strategisch richtig zu treffen. Wer detaillierte Analysen zu den Änderungen, konkrete Praxisbeispiele und vertiefte Erläuterungen aus dem Webseminar nachvollziehen möchte, kann den vollständigen Vortrag als Download erwerben. [Jetzt vollständige Aufzeichnung ansehen und Unterlagen herunterladen](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/recyclingfaehigkeit-nach-mindeststandard-stand-august-2025-2025) --- Sie haben Fragen rund um die PPWR? Dann wenden Sie sich gern an unsren Experten Dr. Daniel Wachtendorf +49 441 94986-22 ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Entsorgung / Recycling **Schlagwörter:** Mindeststandard, PPWR, ZSVR --- ### [37. Inno-Talk: Monomaterial FFS-Packaging](https://inno-talk.de/37-inno-talk-monomaterial-ffs-packaging/) **Published:** September 19, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## Yair Gellis – **MDO-PE als Baustein für FFS-Verpackungen aus einem Material** Consultant Yair Gellis stellte in seinem Vortrag die Potenziale von **MDO-orientierten Polyethylenfolien (MDO-PE)** heraus. - Durch gezielte Maschinenrichtungsorientierung lassen sich mechanische Eigenschaften deutlich verbessern, sodass PE-Monomaterialien in vielen Anwendungen PP- oder PET-Kaschierungen ersetzen können. - Besondere Vorteile liegen in der **Recyclingfähigkeit**: sortenreine PE-Strukturen erfüllen die Anforderungen der PPWR und der gängigen ZSVR-Mindeststandards besser als Multilayer-Kombinationen. - Herausforderungen bestehen vor allem bei **Siegelnahtfestigkeit und Barriereeigenschaften**, die durch Additive oder funktionale Schichten behoben werden müssen. - Gellis betonte, dass MDO-PE bereits heute in praxisnahen Anwendungen erprobt wird und die Entwicklung der nächsten Jahre bestimmen dürfte. ## Dr. Anina Leipold – **Effiziente Verarbeitung von Monomaterialien und Papier auf VFFS-Maschinen: Herausforderungen und Lösungen** Dr. Anina Leipold von Rovema beleuchtete die **maschinen- und prozesstechnischen Anforderungen** für den Einsatz von Monomaterialien auf vertikalen Form-Fill-Seal-Maschinen (FFS). - MDO-PE-Folien zeigen ein anderes **Thermo- und Schweißverhalten** als konventionelle Multilayer, was eine Anpassung der Prozessfenster erfordert. - Durch gezielte **Modifikationen an Siegelstationen und Abzugseinheiten** lassen sich stabile Verpackungen auch mit herausfordernden Monomaterialien realisieren. - Praxisversuche belegen, dass **Produktivität und Packungsqualität** mit optimierter Maschineneinstellung vergleichbar zu konventionellen Materialien sein können. - Leipold unterstrich, dass nur das **Zusammenspiel von Folienentwicklung und Maschinentechnologie** die erfolgreiche Markteinführung ermöglicht. ## Fazit: Die beiden Vorträge machten deutlich: **Monomaterialien auf Basis von MDO-PE** sind technisch realisierbar und bieten eine zukunftssichere Lösung im Hinblick auf Recyclingfähigkeit und regulatorische Anforderungen. Für eine erfolgreiche Umsetzung ist jedoch die enge Zusammenarbeit von Folienherstellern, Maschinenbauern und Abfüllern entscheidend. Erstmals können Sie sich hier auch nachträglich für den Inno-Talk anmelden. --- [Inno-Talk ansehen](https://www.innoform-coaching.de/site/event/participate.php?event_id=2054) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Mono-material – but properly](https://inno-talk.de/mono-material-but-properly/) - [Lebensmittel- und Pharmaverpackungen aus Monofolien](https://inno-talk.de/lebensmittel-und-pharmaverpackungen-aus-monofolien/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Allgemein, Barrierefolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung **Schlagwörter:** Anina Leipold, FFS, Monomaterialien, Yair Gellis --- ### [Bewertung von Rezyklaten in Lebensmittelverpackungen (FCM)](https://inno-talk.de/bewertung-von-rezyklate-in-lebensmittelverpackungen-fcm/) **Published:** Oktober 10, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ***Drei zentrale Erkenntnisse aus dem Webseminar*** **1. Gesetzliche Rahmenbedingungen und Herausforderungen für Rezyklate in Lebensmittelverpackungen** Die EU schreibt ab 2030 einen Mindestanteil von 10 % Rezyklat in allen Lebensmittelverpackungen vor, für PET-Flaschen sogar 30 %. Christian Kirchnawy erläuterte, dass aktuell nur PET-Flaschen im geschlossenen Kreislauf als „suitable technology“ zugelassen sind. Für andere Kunststoffe wie Polyethylen oder Polypropylen gibt es noch keine zugelassenen Recyclingprozesse, was die Zielerreichung erschwert. Ein Beispiel: Während PET-Flaschen durch Pfandsysteme gut rückverfolgbar und dekontaminierbar sind, ist dies bei Joghurtbechern aus Polypropylen nicht der Fall, da sie schwerer zu sortieren und zu reinigen sind. **2. Technische und analytische Hürden bei der Bewertung von Rezyklaten** Die Sicherheitsbewertung von Rezyklaten ist komplex. Es wird gezeigt, wie anhand von Challenge-Tests Recyclingprozesse bewertet werden: Kunststoffe werden gezielt mit Modellsubstanzen kontaminiert und nach dem Recyclingprozess auf Rückstände untersucht. Besonders bei Polyolefinen (z. B. Flaschenkappen) ist die Migration von Schadstoffen ins Lebensmittel deutlich höher als bei PET, weshalb die Grenzwerte kaum einzuhalten sind. Ein Beispiel aus dem Webseminar: Bei recycelten, bedruckten Folien wurden nach dem Recyclingprozess mutagene Substanzen nachgewiesen, die vorher nicht nachweisbar waren – ein Risiko, das durch Druckfarben und Pigmente entsteht. **3. Innovationen und Praxisbeispiele: Novel Technologies und Kosmetikverpackungen** Die neue EU-Verordnung ermöglicht „Novel Technologies“, also Recyclingverfahren, die noch nicht vollständig zugelassen sind, aber unter strengen Auflagen bereits eingesetzt werden dürfen. Es wurde gezeigt, dass viele Unternehmen diese Möglichkeit bisher vor allem für Kosmetikverpackungen nutzen, da die gesetzlichen Anforderungen dort weniger streng sind als bei Lebensmitteln. Ein Praxisbeispiel: Rezyklate aus Novel Technologies werden aktuell für Shampoo-Flaschen und nicht für Joghurtbecher eingesetzt, weil die Exposition und damit das Risiko geringer ist. **Fazit und Ausblick** Das [Webseminar ](https://www.innoform-coaching.de/site/event/detail.php?event_id=2018)zeigte, wie anspruchsvoll die Integration von Rezyklaten in Lebensmittelverpackungen ist – von der Gesetzgebung über die Analytik bis zur praktischen Umsetzung. Wer wissen möchte, wie sich die Branche weiterentwickelt, welche Innovationen kommen und wie Unternehmen die Herausforderungen meistern, sollte das nächste Webseminar nicht verpassen oder die Aufzeichnung ansehen! Aufzeichnung erwerben und ansehen ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Leitlinien zum Rezyklateinsatz bei Lebensmittelverpackungen](https://inno-talk.de/leitlinien-zum-rezyklateinsatz-bei-lebensmittelverpackungen/) - [Marcus Holland über Rezyklatherstellung und -anwendung](https://inno-talk.de/marcus-holland-ueber-rezyklatherstellung-und-anwendung/) **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Lebensmittelrecht, Lebensmittelverpackung, Migration, Wechselwirkungen **Schlagwörter:** Christian Kirchnawy --- ### [Webseminar - Highlights: Japan Food Sanitation Act](https://inno-talk.de/webseminar-highlights-japan-food-sanitation-act/) **Published:** Oktober 17, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## **1. Positivlisten und neue Anforderungen seit 2023** Seit Juni 2025 gilt in Japan das revidierte Positivlistensystem für Kunststoffe und Additive. Für Packmittelhersteller und Abpacker bedeutet das: Nur noch Rohstoffe, die in den aktuellen Listen aufgeführt sind, dürfen verwendet werden. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen der alten (2019) und der neuen (2023/2025) Liste, da sich Gruppen und Grenzwerte geändert haben. Wer Konformitätserklärungen erstellt, sollte explizit auf die aktuelle Version Bezug nehmen, um Missverständnisse und Reklamationen zu vermeiden. ## **2. Konformitätsbewertung: Altes und neues System parallel beachten** Die Konformitätsprüfung in Japan erfordert weiterhin die Berücksichtigung beider Systeme: Neben den Positivlisten müssen auch die alten Spezifikationen (z. B. Schwermetall-Grenzwerte, Kaliumpermanganat-Verbrauch, Evaporation Residue) eingehalten werden. Viele Unternehmen übersehen diese Vorgaben, doch sie bleiben verpflichtend, sofern der Kunde eine umfassende Bestätigung verlangt. Für die Praxis empfiehlt sich, die Analysen für Schwermetalle und Migration an die japanischen Vorgaben anzupassen (z. B. 4 % statt 3 % Essigsäure). ## **3. Recyclingmaterialien und Risikobewertung** Post-Consumer-Rezyklate sind in Japan aktuell nur für PET und Polystyrol zugelassen. Für andere Kunststoffe wie PE und PP ist der Einsatz von PCR-Material gesetzlich nicht erlaubt. Zudem gibt es ein klar strukturiertes Risikobewertungssystem für nicht gelistete Substanzen oder NIAS: Wer neue Additive oder Abbauprodukte einsetzen will, kann über eine Expositionsabschätzung und toxikologische Daten eine Zulassung erreichen – allerdings ist der Aufwand hoch und die Anforderungen an die Datenlage streng. ## **Fazit** Für Packmittelhersteller und Abpacker, die den japanischen Markt beliefern, ist es essenziell, die aktuellen Positivlisten zu nutzen, die parallele Gültigkeit alter Spezifikationen zu beachten und beim Einsatz von Rezyklaten oder neuen Additiven die gesetzlichen Grenzen und Bewertungswege zu kennen. Sie brauchen das gesamte Wissen aus dem Webseminar – kein Problem. Schauen Sie jetzt direkt rein! [Zum Webseminar](https://www.innoform-coaching.de/site/event/detail.php?event_id=2070) ### Verwandte Episoden - [Leitlinien zum Rezyklateinsatz bei Lebensmittelverpackungen](https://inno-talk.de/leitlinien-zum-rezyklateinsatz-bei-lebensmittelverpackungen/) - [Lebensmittel- und Pharmaverpackungen aus Monofolien](https://inno-talk.de/lebensmittel-und-pharmaverpackungen-aus-monofolien/) - [REACH-Verordnung erklärt: Auswirkungen auf die Kunststoff- und Verpackungsbranche](https://inno-talk.de/reach-verordnung-erklaert-auswirkungen-auf-die-kunststoff-und-verpackungsbranche/) **Kategorien:** Lebensmittelrecht, Migration, Wechselwirkungen **Schlagwörter:** Andreas Grabitz, Japan --- ### [Web seminar - Highlights: Japan Food Sanitation Act](https://inno-talk.de/en/webseminar-highlights-japan-food-sanitation-act/) **Published:** Oktober 17, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## **1. Positive lists and new requirements since 2023** Since June 2025, the revised positive list system for plastics and additives has been in force in Japan. That means for packaging manufacturers and packers that only raw materials listed in the current lists may be used. It is particularly important to distinguish between the previous (2019) and new (2023/2025) lists, as groups and limit values have changed. Those issuing declarations of conformity should explicitly refer to the current version in order to avoid misunderstandings and complaints. ## **2. Conformity assessment: Observe both the previous and new systems in parallel** Conformity testing in Japan still requires both systems to be taken into account: in addition to the positive lists, the old specifications (e. g. heavy metal limits, potassium permanganate consumption, evaporation residue) must also be observed. Many companies overlook these requirements, but they remain mandatory if the customer requests comprehensive confirmation. In practice, it is advisable to adapt the analyses for heavy metals and migration to the Japanese requirements (e. g. 4 % instead of 3 % acetic acid). ## **3. Recycled materials and risk assessment** Post-consumer recyclates are currently only permitted for PET and polystyrene in Japan. The use of PCR material is not permitted by law for other plastics such as PE and PP. In addition, there is a clearly structured risk assessment system for non-listed substances or NIAS: those wishing to use new additives or degradation products can obtain approval on the basis of an exposure assessment and toxicological data – however, this involves a great deal of effort and the data requirements are strict. ## **Conclusion** For packaging manufacturers and packagers supplying the Japanese market, it is essential to use the current positive lists, to note the parallel validity of old specifications, and to be aware of the legal limits and assessment methods when using recycled materials or new additives. You need all the knowledge from the web seminar – no problem. Take a look now! [To the webinar](https://www.innoform-coaching.de/en/webseminar/japan-food-sanitation-act-einfuehrung-und-systematik-2025) ### Verwandte Episoden - [Leitlinien zum Rezyklateinsatz bei Lebensmittelverpackungen](https://inno-talk.de/leitlinien-zum-rezyklateinsatz-bei-lebensmittelverpackungen/) - [Registrierung von Verpackungen und Labels (Europa + USA)](https://inno-talk.de/packungs-registrierung-und-labels-europa-usa/) - [Lebensmittel- und Pharmaverpackungen aus Monofolien](https://inno-talk.de/lebensmittel-und-pharmaverpackungen-aus-monofolien/) **Kategorien:** Food packaging --- ### [PPWR, PFAS und Konformitätserklärungen](https://inno-talk.de/ppwr-pfas-und-konformitaetserklaerungen/) **Published:** Oktober 30, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## Solche Fragen klären wir im Webseminar Im dem Innoform-Webseminar mit **Andreas Grabitz** zu den Grundlagen der PPWR stand die Umsetzung der neuen **Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR)** im Mittelpunkt. Neben rechtlichen Grundlagen ging es vor allem um die praktischen Folgen für Hersteller, Abpacker und Marken. **Andreas** zeigte dabei anschaulich, welche Anforderungen auf die Verpackungswirtschaft zukommen: Er erläuterte die Struktur der PPWR, die neuen **Wiederverwendungs- und Recyclingquoten**, die **Rolle der Rezyklate**, die künftig verpflichtende **Konformitätserklärung** sowie die Einbindung von **PFAS- und Schwermetallgrenzwerten**. Anhand konkreter Beispiele aus der Kunststoff- und Lebensmittelverpackungspraxis machte er deutlich, welche Dokumentationspflichten und Übergangsfristen Unternehmen ab 2025 erwarten – und wie sich diese effizient umsetzen lassen. Besonders intensiv diskutiert wurden Themen wie PFAS-Grenzwerte, Wiederverwendungsquoten und die neue Pflicht zur Konformitätserklärung. Die Teilnehmenden stellten dabei Fragen, die aktuell viele Unternehmen bewegen: - Wie wird die Wiederverwendbarkeit künftig definiert – über Spülzyklen oder andere Kriterien? - Müssen konkrete Werte in der Konformitätserklärung angegeben werden? - Reicht der Verweis auf eine Verordnung oder sind Nachweise (z. B. Migrationsberichte) nötig? - Welche Regeln gelten für PFAS-haltige Materialien in bestehenden Produkten? - Dürfen vorhandene Verpackungen nach Inkrafttreten der neuen Vorgaben weiter aufgebraucht werden? Diese und viele weitere Praxisfragen beantwortet unser Referent in der Aufzeichnung ausführlich. [**Jetzt Aufzeichnung ansehen**](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/die-eu-verordnung-ueber-verpackungen-und-verpackungsabfaelle-ppwr-2025) Weitere Webinare zum Thema Kreislaufwirtschaft finden Sie auch unter: [innoform-coaching.de/themen/kreislaufwirtschaft-ppwr-und-recycling](https://www.innoform-coaching.de/themen/kreislaufwirtschaft-ppwr-und-recycling) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Verordnung (EU) 2025/40 (PPWR ): PFAS werden strenger geregelt](https://inno-talk.de/ppwr-eu-2025-40-pfas-werden-strenger-geregelt/) - [Grundlagen der PPWR](https://inno-talk.de/grundlagen-der-ppwr/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Folienherstellung/Veredelung, Folienprüfung & Analytik, Lebensmittelrecht, Lebensmittelverpackung **Schlagwörter:** Andreas Grabitz, Konformitätserklärung, PFAS, PPWR --- ### [Recyclingfähigkeit von Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/recyclingfaehigkeit-von-kunststoffverpackungen/) **Published:** November 6, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## **Fachlicher Fokus: Prozesskette und Sortier- Technologien** Das Webseminar vermittelte einen tiefen Einblick in die Abläufe und Herausforderungen des Kunststoffrecyclings. Im Mittelpunkt stand die gesamte Prozesskette: Beginnend mit der getrennten Sammlung von Verpackungen, über die Sortierung in automatisierten Anlagen bis hin zur mechanischen Verwertung. Besonders ausführlich wurde die Funktionsweise moderner Sortiertechnologien erläutert, darunter NIR-Scanner, die Kunststoffe anhand ihres Reflexionsverhaltens identifizieren, sowie die Rolle von Ballistikseparatoren, Magnet- und Wirbelstromabscheidern. Die Bedeutung von Robotik und maschinellem Lernen für die Effizienzsteigerung in Sortieranlagen wurde ebenfalls hervorgehoben. **Design for Recycling und Bewertungsmethoden** Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Gestaltung von Verpackungen im Sinne des „Design for Recycling“. Es wurde erklärt, wie Verpackungen so entwickelt werden können, dass sie die Sortier- und Verwertungsprozesse optimal unterstützen. Bewertungsmethoden und Zertifizierungen wurden vorgestellt, die Unternehmen helfen, die Recyclingfähigkeit ihrer Produkte transparent zu machen und zu verbessern. Die praktische Umsetzung dieser Ansätze wurde anhand von Beispielen aus der Industrie verdeutlicht. **Interaktive Fragerunde** Die Teilnehmenden konnten sich aktiv einbringen. Eine zentrale Frage lautete, ob neue gesetzliche Vorgaben wie die PPWR dazu führen, dass künftig mehr Wertstoffströme in Sortieranlagen entstehen. Die Antwort: Es ist wahrscheinlicher, dass seltene Materialien vom Markt verschwinden, während für größere Fraktionen wie PET-Schalen neue Ströme etabliert werden könnten. **Empfehlungen für die Praxis** Abschließend wurde empfohlen, bei der Entwicklung neuer Verpackungsmaterialien frühzeitig die Recyclingfähigkeit zu berücksichtigen und den Austausch mit Sortier- und Verwertungsunternehmen zu suchen. Nur so kann sichergestellt werden, dass innovative Verpackungen auch tatsächlich in den Recyclingkreislauf gelangen. Hier klicken für mehr Informationen [![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/11/RCa-11-25imovie-high.gif)](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/wie-funktioniert-das-recycling-von-kunststoffen-heute--2025)[innoform-coaching.de/webseminar/wie-funktioniert-das-recycling-von-kunststoffen-heute–2025](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/wie-funktioniert-das-recycling-von-kunststoffen-heute--2025) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) **Kategorien:** Allgemein --- ### [Aluminiumfolie in der Verpackungswelt](https://inno-talk.de/aluminiumfolie-in-der-verpackungswelt/) **Published:** November 12, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ***Aluminiumfolie ist noch immer ein häufiger Bestandteil moderner Verpackungslösungen. Im aktuellen Innoform Webseminar gab Günter Schubert einen tiefen Einblick in die Herstellung, Eigenschaften und Anwendungen von Aluminiumfolie. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten fachlichen Erkenntnisse und Impulse aus dem Seminar.*** ## Vom Bauxit zur Hightech-Folie: Herstellung und Eigenschaften Zu Beginn wurde der Weg von Bauxit über das Bayer-Verfahren und die Elektrolyse bis hin zum fertigen Aluminium anschaulich erläutert. Besonders spannend: Die energetischen Herausforderungen bei der Aluminiumherstellung und die Bedeutung der natürlichen Oxidschicht, die das Metall vor Korrosion schützt und als Barriere in Verpackungen dient. Auch die verschiedenen Legierungen und deren Einfluss auf Festigkeit und Umformbarkeit wurden praxisnah beleuchtet. ## Walzprozess, Oberflächen und Doppeln Ein zentrales Thema war der Walzprozess. Hier wurde erklärt, warum das Doppeln der Folie notwendig ist, um extrem dünne Qualitäten herzustellen. Die Unterschiede zwischen Glanz- und Mattseite, die Rolle des Walzöls und die Auswirkungen von Fremdkörpern und Ausscheidungen auf die Oberflächenqualität wurden detailliert dargestellt. Diese Faktoren sind entscheidend für die Weiterverarbeitung und die spätere Funktionalität der Folie. Ein zentrales Thema war der Walzprozess. Hier wurde erklärt, warum das Doppeln der Folie notwendig ist, um extrem dünne Qualitäten herzustellen. Dadurch entstehen übrigens auch die matte und eine glänzende Seite. Die Unterschiede zwischen Glanz- und Mattseite, die Rolle des Walzöls und die Auswirkungen von Fremdkörpern und Ausscheidungen auf die Oberflächenqualität wurden detailliert dargestellt. Diese Faktoren sind entscheidend für die Weiterverarbeitung und die spätere Funktionalität der Folie. ## Pinholes und Barrierewirkung: Mythen und Fakten Die Diskussion um Pinholes – winzige Poren, die bei sehr dünnen Folien unvermeidbar sind – ergab einige neue Erkenntnisse. Trotz hoher Porenzahlen bleibt die Barrierewirkung von Aluminiumlaminaten für Sauerstoff und Wasserdampf beeindruckend hoch. Ein vorgestelltes Modell zur Berechnung der Sauerstoffpermeation zeigte, dass Aluminiumfolie auch bei vielen Pinholes eine zuverlässige Barriere bietet und oft die beste kommerziell verfügbare Lösung ist. ## Glühprozess und Restkohlenstoff Der Glühprozess dient nicht nur der Entfernung von Walzöl, sondern auch der Einstellung der optimalen Oxidschicht. Die Benetzbarkeit und Haftung der Folie sind für die Weiterverarbeitung und die Qualität der Endverpackung entscheidend. Restkohlenstoff auf der Folie wurde als wichtiger Parameter vorgestellt, der mit speziellen Prüfmethoden überwacht wird. ## Anwendungen und Nachhaltigkeit Abschließend wurden die Vorteile von Aluminiumfolie in Verpackungen, beispielsweise in Getränkekartons und Standbeuteln, herausgestellt: perfekte Barriereeigenschaften, Deadfold-Charakter und Temperaturrobustheit. Gleichzeitig wurde auf die Herausforderungen beim Recycling sowie auf die aktuellen regulatorischen Entwicklungen eingegangen. Besonders betont wurde, dass die Schutzfunktion der Verpackung für das Füllgut mindestens ebenso wichtig ist wie ihre Recyclingfähigkeit. Welche Zukunft die Aluminiumfolie im Flexpack hat, hängt neben dem CO2-Abdruck auch von der Gesetzgebung und den Recyclingkapazitäten ab. ## Aufzeichnung als Instant-Webseminar verfügbar Sie möchten das Webseminar in voller Länge erleben oder einzelne Themen vertiefen? Die Videoaufzeichnung steht als Instant-Webseminar zum Kauf bereit. Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihr Wissen rund um Aluminiumfolie in der Verpackungswelt flexibel und praxisnah zu erweitern! [Zum Webseminar](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/aluminiumfolien-fuer-flexible-verpackungen-2025_1) Die nächsten Live-Webseminare finden Sie hier: [Unsere Events bei | innoform-coaching.de](https://www.innoform-coaching.de/veranstaltungen?showtype=webinar) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Aluminiumfolie in flexiblen Verpackungen](https://inno-talk.de/aluminiumfolie-in-flexiblen-verpackungen/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** Barrierefolien, Folienherstellung/Veredelung **Schlagwörter:** Alu-Verbunde, Aluminium, Günter_Schubert --- ### [PPWR: Rezyklatquoten & Mehrweg](https://inno-talk.de/ppwr-rezyklatquoten-mehrweg/) **Published:** November 17, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## **Highlights aus dem Web-Seminar** *Unser jüngstes Webseminar bot einen umfassenden Überblick zu den aktuellen und kommenden Anforderungen der PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation) und deren Auswirkungen auf die Verpackungsbranche. Im Fokus standen die Themen **Rezyklatquoten, Mehrwegpflichten, Kennzeichnung und Reporting.*** ## **Das waren die Highlights:** - **Mehrwegquoten und Ziele:** Die PPWR fordert ab 2030, dass mindestens 40% der Transport- und Verkaufsverpackungen als Mehrweg im System geführt werden. Bis 2040 steigt das Ziel auf 70%. Innerhalb eines Unternehmens oder Mitgliedstaates gilt sogar eine 100%-Mehrwegquote. Ausnahmen bestehen für bestimmte Verpackungen wie Gefahrgut oder flexible Verpackungen im direkten Lebensmittelkontakt. - **Kriterien für Mehrwegverpackungen:** Wiederverwendbare Verpackungen müssen so gestaltet sein, dass sie möglichst viele Kreislaufdurchgänge erreichen, die Sicherheit und Hygiene gewährleisten und am Ende ihres Lebenszyklus recyclingfähig sind. Auch die Möglichkeit zur Rekonditionierung und klare Kennzeichnung sind vorgeschrieben. - **Rezyklatquoten und Nachweis:** Ab 2030 müssen Kunststoffverpackungen je nach Kategorie einen Mindestanteil an Rezyklat enthalten (z.B. 10% für Lebensmittelkontakt, 35% für Non-Food). Die Berechnung erfolgt pro Fertigungsbetrieb und Jahr. Ausnahmen gelten u.a. für Pharma, Gefahrgut und Verpackungen mit sehr geringem Kunststoffanteil. - **Kennzeichnung & Reporting:** Die neuen Kennzeichnungspflichten, insbesondere die Einführung harmonisierter Piktogramme und digitaler Datenträger (z.B. QR-Codes), wurden vorgestellt. Auch das Thema Reporting und die Registrierungspflichten für Hersteller wurden ausführlich behandelt. - **Fragerunde mit Praxisbezug:** Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, individuelle Fragen zu stellen. Ein Beispiel: „Wie gehe ich als Converter mit unterschiedlichen Rezyklatquoten für Food- und Non-Food-Verpackungen um, wenn ich nicht immer weiß, was der Kunde abfüllt?“ Die Antwort zeigte, wie wichtig die enge Abstimmung entlang der Lieferkette und eine gute Datenbasis sind. ## **Live dabei – Ihre Fragen zählen!** Das Web-Seminar lebte vom aktiven Austausch. Eine Teilnehmerfrage lautete: *„Wie steht es mit der Anwendung der Fristen auf Primärverpackungen von pharmazeutischem Füllgut ?“* Dies unterstreicht, wie praxisnah und interaktiv unsere Veranstaltungen sind. ## **Aufzeichnung verfügbar** & Neuauflage in Planung Sie konnten nicht live dabei sein? Ab sofort können Sie die Aufzeichnung des Webseminars erwerben. Neue Live-Termine sind in Vorbereitung und werden in unserem Themengebiet [Kreislaufwirtschaft ](https://www.innoform-coaching.de/themen/kreislaufwirtschaft-ppwr-und-recycling)veröffentlicht. [Zur Aufzeichnung](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/ppwr-und-flexpack-c-rezyklate-mehrweg-kennzeichnung-umsetzung-der-neuen-kreislauf-vorgaben-bis-2040-2025) Sie haben Fragen oder Kommentare? Dann richten Sie diese gerne direkt an Daniel Wachtendorf (daniel.wachtendorf@innoform.de). --- ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Leitlinien zum Rezyklateinsatz bei Lebensmittelverpackungen](https://inno-talk.de/leitlinien-zum-rezyklateinsatz-bei-lebensmittelverpackungen/) **Kategorien:** Allgemein **Schlagwörter:** daniel_wachtendorf, Mehrweg, PPWR, Rezyklat --- ### [Migrationsprüfungen an Lebensmittelverpackungen](https://inno-talk.de/migrationspruefungen-an-lebensmittelverpackungen/) **Published:** November 24, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## **Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Webseminar** ## **1. Rechtliche Grundlagen** - Die Sicherheit von Lebensmitteln und deren Verpackungen ist durch die EU-Lebensmittelbasisverordnung und die Rahmenverordnung 1935/2004 geregelt. Materialien dürfen keine gesundheitsschädlichen Stoffe abgeben, die Zusammensetzung des Lebensmittels nicht unvertretbar verändern und die organoleptischen Eigenschaften (Geruch, Geschmack, Aussehen) nicht beeinträchtigen. - Für Kunststoffe gilt zusätzlich die EU-Kunststoffverordnung 10/2011, die eine Positivliste zulässiger Stoffe und spezifische Grenzwerte (SML) enthält. ## **2. Migrationsprüfung – Was wird geprüft?** - Es gibt zwei Hauptarten der Migrationsprüfung: Gesamtmigration (maximal 10 mg/dm²) und spezifische Migration (stoffspezifische Grenzwerte). - Die Gesamtmigration prüft die Gesamtmenge aller nichtflüchtigen Stoffe, die aus dem Material in ein Lebensmittelsimulanz übergehen. Die spezifische Migration prüft gezielt einzelne Stoffe, die in der Positivliste aufgeführt sind. ## **3. Lebensmittelsimulanzien** - Für die Prüfungen werden standardisierte Simulanzien (A, B, C, D1, D2, E) verwendet, die verschiedene Lebensmitteltypen (wässrig, sauer, alkoholisch, fettig, trocken) abdecken. - Die Auswahl der Simulanzien richtet sich nach dem vorgesehenen Lebensmittelkontakt und ist in der Verordnung geregelt. ## **4. Prüfbedingungen** - Die Prüfbedingungen (Temperatur, Dauer) orientieren sich an der realistischen, ungünstigsten vorhersehbaren Verwendung des Materials. Es gibt standardisierte Prüfprogramme (z.B. 10 Tage bei 40°C für Langzeitlagerung bei Raumtemperatur). - Für spezifische Migration und Gesamtmigration können unterschiedliche Prüfbedingungen gelten. ## **5. Bewertung und praktische Umsetzung** - Die Ergebnisse werden auf das tatsächliche Verhältnis von Oberfläche zu Volumen (O/V) des Verpackungsmaterials zum Lebensmittel umgerechnet. Bei unbekanntem O/V wird der EU-Würfel (6 dm²/kg) verwendet. - Bei Mehrwegmaterialien wird die Migration dreimal geprüft, um eine abnehmende Tendenz nachzuweisen. - Bei zusammengesetzten Verpackungen (z.B. Schale + Deckel) müssen die Migrationen aller Komponenten addiert werden, um die Einhaltung der Grenzwerte sicherzustellen. ## **6. Tipps für die Praxis** - Prüflabore sollten mit möglichst genauen Angaben zur geplanten Verwendung und zum Lebensmittel versorgt werden, um passende Prüfbedingungen zu wählen. - Bei Grenzwertüberschreitungen empfiehlt sich eine Überprüfung der Prüfbedingungen und ggf. eine Nachprüfung im Lebensmittel selbst, da Simulanzien oft strenger sind als reale Lebensmittel. - Akkreditierte Prüfungen sollte man Vorrang einzuräumen. **Fazit:** Das Webseminar bietet einen praxisnahen Überblick über die rechtlichen Anforderungen, die Auswahl der Simulanzien, die Durchführung und Bewertung von Migrationsprüfungen sowie wichtige Hinweise für die Zusammenarbeit mit Prüflaboren. Die Einhaltung der Vorgaben ist essenziell für die Lebensmittelsicherheit und die rechtliche Absicherung von Herstellern und Inverkehrbringern. [Jetzt buchen](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/migrationspruefungen-an-lebensmittelverpackungen-crashkurs-2025) --- ### Verwandte Episoden - [OneBARRIER – Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert](https://inno-talk.de/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) - [Leitlinien zum Rezyklateinsatz bei Lebensmittelverpackungen](https://inno-talk.de/leitlinien-zum-rezyklateinsatz-bei-lebensmittelverpackungen/) - [Belal Habib zu DeInking, DeLamination und Functional Coatings](https://inno-talk.de/belal-habib-zu-deinking-delamination-und-functional-coatings/) **Kategorien:** Lebensmittelrecht **Schlagwörter:** Migration, Tim Schlüter --- ### [Inno-PrintPack 2025   Zusammenfassung](https://inno-talk.de/inno-printpack-2025/) **Published:** Dezember 1, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ****Dieter** Finna** ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/12/image-7.png)*(Quelle: Innoform Coaching GbR)* ***Zwei Tage, fünf Trends, ein Ziel: Den Verpackungsdruck effizient und kreislauffähig zu gestalten. Der 10. Expertentreff Verpackungsdruck zeigte eindrucksvoll, dass moderne Technologien, von 7C-Fixed-Palette und KI-gestützter Echtzeit-Datenanalyse über Robotik, Inline-Inspektion bis hin zu Fälschungsschutz und recyclingfreundlichen Materialien, die Produktionsprozesse nachhaltig transformieren.*** Der „Expertentreff Verpackungsdruck” feierte unter dem neuen Label „Inno-PrintPack” seine zehnte Auflage und bot ein weiteres Novum. Die Fachtagung gastierte vom 27. bis 28. November 2025 im neu entstandenen Veranstaltungszentrum der Follmann-Gruppe in Minden, inmitten einer Spezialchemie-Fabrik. Die moderne Infrastruktur des Technologie- und Wissenszentrums schuf die optimalen Rahmenbedingungen für die tiefgehenden Fachvorträge sowie für den weiteren Austausch. **Michael Weihing** von GMG beleuchtete den Paradigmenwechsel vom Druck mit Sonderfarben hin zu vier bis sieben Prozessfarben. Dieser Ansatz steigert die Effizienz im Drucksaal durch kürzere Rüstzeiten und weniger Makulatur um bis zu 27 %, wie er in einem Praxisbeispiel zeigte. Einsparungen bis zu 337.000 €/Jahr im Besipielsfall und ein zusätzliches Auftragspotenzial pro Maschine von 5 Mio. EUR sind zu erreichen. Zudem erhöhen standardisierte Prozesse die Reproduzierbarkeit der Druckergebnisse sowie die Nachhaltigkeit in der CO₂-Bilanz. Hinzu kommen eine höhere Standardisierung, die die Markenbindung stärkt, eine größere Flexibilität in der Auftragsreihenfolge ermöglicht als auch zu schnelleren Lieferzeiten führt. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/12/image-4.png)*Anforderungen bei der Umstellung auf erweiterte Prozessfarben. (Quelle: Gallus Ferd. Rüesch AG)* **Uwe Alexander** von Gallus stellte die Vorteile des 7C-Drucks im Etikettenbereich vor: deutlich weniger Farbwechsel, kürzere Rüstzeiten, reduzierte Waschvorgänge sowie die Möglichkeit, mehrere Jobs in einem Durchgang über Kombiformen zu produzieren. Bei der Permapack AG in der Schweiz wurde der 7CWorkflow nach Softwareanpassungen und optimierten Prozessen in die Praxis umgesetzt. Aufgrund der Auftragsstruktur mit starkem Digitaldruckanteil und des Verzichts auf 7C im Kosmetiksegment liegt der Anteil potenzieller 7C-Aufträge zwar unter den ursprünglichen Erwartungen – allerdings würde man die Entscheidung für den 7C-Druck dort wieder treffen. Besonders im Digitaldruck überzeugt der Ansatz: Der Break-Even-Point gegenüber konventionellem Druck steigt von den oft genannten 2’000 auf 10’000 Laufmeter. **Jörg Rohde** von Zecher zeigte in seinem Vortrag „Rasterwalzen im 7C-Druck” den Weg zu einem schlanken, klar spezifizierten Rasterwalzensortiment mit definierten Volumenstufen für den Druck im erweiterten Farbraum. Bei der Spezifikation der Rasterwalzen – abgestimmt auf Klischeeraster, Plattenoberfläche, Farbtyp, Substrat und Gravurform – unterstützt Zecher die Anwender gezielt. Spezialgravuren wie SteppedHex mit gelängten Näpfchen ermöglichen höhere Lineaturen bei gleichem Volumen und damit optimiertem Farbübertrag. Ein standardisierter Walzenbestand reduziert Rüstzeiten und Risiken. Eine regelmäßig dokumentierte Reinigung und Wartung sichern eine Farbdichte, eine hohe Übertragungsqualität und die Prozessstabilität im 4C/7C-Druck. Regelmäßige „Wartung der Rasterwalzen anstatt regelmäßiges Warten in der Produktion auf Ersatz-Walzen könnte das Motto lauten.“ Im Rahmen seines Vortrags stellte **Alexander Sailer** von manroland Goss vor, wie eine zentrale Datenplattform im Web-Offset Verpackungsdruck Echtzeittransparenz über Energie-, Material- und Medienverbrauch schafft. Analysiert wird dies pro Auftrag, Produkt oder über einen definierten Zeitraum. Automatisch erfasste Maschinen- und Sensordaten ermöglichen schnelle Entscheidungen, führen zu geringerem Ausschuss und verhindern Stillstände durch vorbeugende Instandhaltung. Übersichtlich aufbereitete Dashboards machen Kennzahlen und Abweichungen sofort sichtbar und greifbar und erleichtern Vergleiche zwischen Aufträgen bzw. Standorten. So werden Einsparpotenziale sichtbar, die optimale Produktionsgeschwindigkeit bestimmt, Prozesse stabiler und die Gesamtanlageneffektivität steigt. Das alles mit offenen Schnittstellen für eigene IT-Systeme. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/12/image-10.png)*onePrint garantiert konstante Farbe im Tiefdruckprozess. (Quelle: Bobst)* **Marco Schmidt** von Bobst präsentierte in seinem Vortrag die Vorteile des smartGRAVURE Systems, das den Tiefdruckprozess konsequent digitalisiert, ohne die traditionellen Qualitätsstärken des Verfahrens zu verlieren. Während konventioneller Tiefdruck durch analoge Rüstprozesse, viele Sonderfarben und hohe Bedienerabhängigkeit geprägt ist, bringt smartGRAVURE Effizienz und Stabilität in den Prozess. Das erweiterte Farbspektrum oneECG (7C) reduziert Sonderfarben und erlaubt, 95 % des Pantone Farbraums wiederzugeben. Die digitale Auftragsvorbereitung oneSET unterstützt den Operator an der Maschine, indem es Rüstzeiten verkürzt, während die Inline-Messung onePRINT eine konstante Farbe garantiert. Insgesamt führt dieses neue Konzept zu einer signifikanten Effizienzsteigerung im Tiefdruck. Über eine umfassende Datenkonnektivität mit BOBST Connect erfolgt die transparente Prozessüberwachung sowie eine fundierte Produktionsanalyse. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/12/image-3.png)*Inspektionssysteme bieten eine 100 % Druckfehler- und Lackkontrolle (Quelle: AVT)* **Tarik Sevinc** von AVT zeigte, wie moderne Inspektionssysteme Produktionssicherheit definieren. Sie bieten eine lückenlose 100 %-Druckfehler- und Lackkontrolle auf voller Bahnbreite in Echtzeit – von Register- über Druckqualitätsabweichungen bis zu Barcode-Checks. Als Highspeed-Lösungen existieren sie gleichermaßen für schmalbahnige Anwendungen als auch für den Etikettendruck. Zudem sorgen Inline-Spektralfarbmessungen über SpectraLab XF für reproduzierbare Farbkonstanz bei jedem Auftrag. Ein vollständiges Datenmanagement garantiert, dass alle Produktions- und Fehlerdaten digital dokumentiert, ihre Rückverfolgbarkeit sichergestellt und Prozesse gezielt optimiert werden können. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/12/image-6.png)*Allstein-Robotik übergibt die zugeschnittenen Platten an die automatisierte Montage. (Quelle Allstein)* **Dr. Thomas Klein** (Esko-Graphics) und **Dr. Dieter Niederstadt** (Asahi) präsentierten ein Kooperationsprojekt, in dem Esko, Asahi, Kongsberg und Allstein erstmals einen durchgängig vernetzten und vollautomatisierten Workflow von der Flexo Rohplatte bis zum fertigen Druck in der Praxis zeigten. Die AWPTM-Wasserplatten mit kurzen Prozesszeiten werden auf einer CrystalCleanConnect-Anlage mit Quarz-Oberflächenstruktur mit 4000 ppi bebildert und dank 90 % geringerem Bedienaufwand schnell verarbeitet. Die Allstein-Robotik übergibt die zugeschnittenen Platten an die automatisierte Montage und weiter zur automatischen Beladung der Genesis-Flexodruckmaschine. Das Ergebnis der kollaborativen Automatisierung: ein enormer Produktivitätssprung, höchste Prozesskonstanz und erstklassige Druckqualität – bereits kommerziell verfügbar. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/12/image.png)*Colormanagement für das Drucken mit erweitertem Farbraum (Quelle: Hybrid Software GmbH)* **Victor Asseiceiro** von Hybrid Software stellte „7C-Druck und Fixed-Palette-Workflows – ECG-Implementierung für analoge und digitale Drucktechnologien” vor und zeigte, dass erfolgreiches Drucken mit erweitertem Farbraum auf der Standardisierung hin zu einem durchgängigen 7-Farben-Prozess und einem vorhersagbaren ∆E basiert. Durch den Digitaldruck verändert sich die Wertschöpfungskette: Datenaufbereitung und Farbmanagement müssen in der Druckerei erfolgen. So lassen sich die Gesamtanlageneffizienz deutlich steigern und jährliche Kosteneinsparungen pro Maschine erzielen. Schlüssel ist die nahtlose Integration des Farbmanagements ins ERP-System und die Prepress-Automatisierung über offene Schnittstellen. Die Technologie ist bereit – digitaler ECG wird die analoge Adaption vorantreiben. Die seiner Präsentation thematisierte **Yair Gellis** die Herausforderung, die MDO-PE als gut recyclingfähiges Monomaterial im Druckprozess mit sich bringt. Die MDO-PE Folie besitzt eine sehr niedrige Oberflächenenergie, reagiert empfindlich auf Wärme und zeigt einen starken Memory-Effekt – Faktoren, die Farbhaftung, Registerhaltigkeit und Planlage erschweren. Für zuverlässige Farbhaftung ist ein Corona-Refresh in der Druckmaschine auf etwa 42 dynes/cm unerlässlich. Die Temperatur im Trockenkanal muss unter 85 °C liegen, um Verzug zu vermeiden. Eine niedrige Bahnspannung von 0,8 – 1,2 N/cm stabilisiert das Register. Unterschiedliche Folienqualitäten erfordern spezifische Arbeitsanweisungen, und sowohl Farb- als auch Verbundhaftung müssen bei Laminaten sorgfältig geprüft werden. \_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_ ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/12/image-8.png)*Detektierte Fehlertypen bei der Folienherstellung (Quelle: OCS Optical Control Systems GmbH)* In seinem Vortrag zeigte **Oliver Hissmann** von OCS Service, wie moderne Inspektionssysteme die Qualität auch von Recyclingfolien und neuen „grünen” Polymeren sichern. Das Hochgeschwindigkeits-Bahnsystem FSP600 erkennt in Echtzeit mittels kombinierter Transmissions- und Reflexionsmessung sowie Hell- und Dunkelfeldbeleuchtung Fehler wie Gele, Stippen, Krater, Löcher oder Beschichtungsaussetzer – und das alles bei eingefärbten oder transparenten Folien. Besonders bei PCR-Folien, die ein hohes Materialrauschen aufweisen, verhindert die Multi Channel Evaluation (MCE) Fehlalarme. Bis zu sechs Kanäle unterscheiden dabei relevante Defekte vom Grundrauschen. Die Unterscheidung und finale Klassifizierung der Defekte erfolgt durch einen automatischen Klassifizierer, nachdem der Defekt dem System geteacht wurde. **André Altevogt** von Follmann ging zunächst auf die für Druckfarben geltenden verschärften Grenzwerte für Schwermetalle und PFAS ein, die ab 2026 im Rahmen der PPWR für Verpackungsmaterialien gelten. In seiner Kernbotschaft stellte er heraus, dass Wasserfarben von Follmann 100 % wasserbasiert, nahezu VOC-frei (< 1%) sind und unter Einhaltung eines Anteils < 5% bezogen auf das Verpackungsgewicht im Recyclingprozess keinen Störfaktor bilden. Technisch ermöglichen Wasserfarben hohe Farbstärken, feine Raster und Druckgeschwindigkeiten bis zu 800 m/min. Fallstudien belegen trotz höherer Reinigungskosten eine deutliche Senkung der Gesamtkosten bei gleichem Farbvolumen. Grund sind geringere Kosten bei Farben und Lösemitteln. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/12/image-9.png)*Vom QR-Code zum kopiergeschützten individualisierten QR-Code ValiGate® (Quelle: SCRIBOS GmbH)* Der Vortrag von Dr. **Steffen Scheibenstock**, SCRIBOS GmbH, thematisierte den wachsenden, globalen Fälschungsmarkt und die Marken- und Produktschutzlösungen von KURZ SCRIBOS. Die wirksamste Methode von Schutzlösungen ist die Einbindung des Kunden in den Authentifizierungsprozess. Hierfür bietet KURZ SCRIBOS die Technologie ValiGate® an. Es handelt sich dabei um einen serialisierten, kopiergeschützten QR-Code mit doppelter Verschlüsselung und einem physischen Schutzmuster. Auf Verpackungen ermöglicht die fälschungssichere Lösung die Verifizierung über das Smartphone ohne separate App, die die Echtheit bestätigt oder das Produkt als Fälschung aufdeckt. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/12/image-5.png)*Die Prüfung auf Codierbarkeit der Kartonqualitäten erfolgt nach standardisierten PTS Methoden, hier nach PTS-DF 103/2022 für Inkjet (Quelle: PTS – Institut für Fasern & Papier gGmbH)* **Nicole Brandt** von der PTS – Institut für Fasern & Papier gGmbH – ging auf die Anforderungen der EU-Verordnung 2016/161 zur effektiven Abwehr gefälschter Humanarzneimittel ein. Damit stezte Sie den Vortrag inhaltlich für Pharma-Anwendungen fort. Kernforderung ist die lückenlose Ende-zu-Ende-Verifizierung durch individuelle Data Matrix Codes (Mindest-Druckqualität von 1,5 nach ISO/IEC 15415) und ein Manipulationsschutz, beispielsweise durch ein Tamper Evident Label. Die notwendigen Prüfungen auf Codierbarkeit (Inkjet/Laser) und die Beständigkeit der Codes über 5 Jahre erfolgen nach standardisierten PTS Methoden. **Dr. Sven Macher** von VP Medical Packaging veranschaulichte in seiner Präsentation, wie migrationsarme UV-Druckfarben zur sicheren Verpackung sensibler medizinischer Produkte beitragen. Im Mittelpunkt stehen dabei Patientensicherheit und normgerechte Fertigung (u.a. ISO 13485). Er ging auf die Anforderungen der PPWR, MDR und ISO 11607 an Verpackungsmaterialien und Druckfarben hinsichtlich Sterilisationskompatibilität, toxikologische Bewertung sowie Extractables- und Leachables-Analysen ein. Anhand von Migrationsstudien verschiedener UV-Farbsysteme wurden Prüfaufbau, analytische Methoden, Grenzwerte und Messergebnisse dargestellt, um die Eignung für medizinische Verpackungen zu bewerten. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/12/image-2.png)*Durch die Vereinfachung von Laminatstrukturen und Gewichtsreduzierung treibt BOPP aktiv die Kreislauffähigkeit von Verpackungsfolien voran. (Quelle: Transparent Paper Ltd.)* **Marcin Lapaj** von Transparent Paper Ltd. zeigte in seinem Vortrag den Übergang bei BOPP-Folien zu PPWR-konformen Monomaterial-Strukturen. Im Fokus stehen Innovationen wie BOPP-Folien mit ultrahoher Barrierewirkung (UHB), die Aluminiumfolie in Mehrschichtlaminaten für trockene und feuchte Lebensmittelanwendungen ersetzen, sowie bifunktionelle Hybride, die die Funktionen guter Siegeleigenschaften mit ultrahoher Barrierewirkung kombinieren. Hitzeresistente (HR) BOPP-Folien mit kontrolliertem Schrumpf gewährleisten zudem Dimensionsstabilität auf Hochgeschwindigkeits-Abpackmaschinen. Durch Gewichtsreduzierung mit matten BOPP-Folien geringer Dichte und vereinfachten Laminatstrukturen fördert BOPP aktiv die Kreislaufwirtschaft und erfüllt die Anforderungen der PPWR an Monoverpackungen. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/12/image-1.png)*Aus einer Palette an Universalbasen werden PU-basierte, NC-freie und auch NC-basierte Druckfarben für Frontal- und Konterdruck hergestellt.(Quelle: Flint Group)* **Dr. Ricarda Hofmann** von der Flint Group adressierte die verschärften Anforderungen der EU-Recyclinggesetzgebung (PPWR) an druckfreundliche, recyclingfähige Farben. Flint Group reagiert mit innovativen Universalbasen (NC-freie Pigmentanreibung), die das gesamte Verpackungsspektrum von Papier bis hin zu Polyolefin-, Polyester- und Polyamidfolien abdecken. Diese angepassten, lösungsmittel- und wasserbasierten Farbsysteme reduzieren die Komplexität im Drucksaal und gewährleisten die Einhaltung regulatorischer Standards. **Attilio Borlenghi** von Sun Chemical präsentierte die Ultra Low Monomer (ULM)-Laminiertechnologie, die neue EU- und US-Verordnungen für Lebensmittelsicherheit und Arbeitsschutz erfüllt. Neu entwickelte ULM-Klebstoffe mit weniger als 0,1 % Diisocyanaten verkürzen dank extrem niedrigem Restmonomergehalt die notwendige Reifezeit nach dem Laminieren wesentlich. Für Retortenanwendungen steht eine leistungsstarke ULM-Variante bereit. Die lösemittelfreien, RecyClass-zertifizierten SunLam-Klebstoffe, Paslim-Barrierelaminate und SunBar-Barrierelacke bilden ein modulares Produktportfolio, das den Umstieg auf recycelbare Monomaterial-Verpackungen ermöglicht. Schon direkt nach der Kaschierung halten diese Klebstopffsysteme die lebensmittelrechtlichen Anforderungen ein. **Karsten Schröder** schloss die Inno-PrintPack mit einer prägnanten Zusammenfassung aller Vorträge. Wie relevant das Thema 4C/7C-Fixed Palette mit seiner Effizienzsteigerung im Verpackungs- und Etikettendruck geworden ist, zeigten die Präsentationen sehr anschaulich. Ebenso, wie groß die Neuerungen bei KI-gestützter Echtzeit-Datenanalyse, dem Einsatz robotergesteuerter Systeme und Inline-Inspektion sind. Fälschungsschutz entwickelt sich kontinuierlich weiter und wird durch Authentifizierungsprozesse wirksam umgesetzt. Zugleich treibt die PPWR die Entwicklung recyclingfreundlicher Verpackungsmaterialien voran – mit spürbaren Auswirkungen auf Farbsysteme und Laminierklebstoffe. Der InnoPrintPack Expertentreff machte auch dieses Jahr deutlich, wie dynamisch sich die Verpackungsdruckbranche weiterentwickelt. Weitere Tagungen rund um flexible Verpackungen finden sie [hier](https://www.innoform-coaching.de/veranstaltungen?showtype=congress) und Fachbeiträge unter: ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Inno-PrintPack 2025 bei Follmann – Packaging Innovationen live erleben](https://inno-talk.de/innoprint-2025-bei-follmann-packaging-innovationen-live-erleben/) - [Fachpack 2024 – Episode 1: Morchem, Duoplast, Südpack](https://inno-talk.de/fachpack24-teil-1-morchem-duoplast-suedpack/) **Kategorien:** Digitaldruck, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Flexodruck, Folienherstellung/Veredelung, Lebensmittelrecht, Lebensmittelverpackung, Tiefdruck, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** 7C, Dieter Finna, ECG, VD-11-25 --- ### [Gründung der Innoform Coaching GmbH zum 1. Januar 2026 mit 2 Geschäftsführern](https://inno-talk.de/gruendung-der-innoform-coaching-gmbh-zum-1-januar-2026-mit-2-geschaeftsfuehrern/) **Published:** Dezember 2, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Hasbergen, 1. Dezember 2025 – Die Innoform Coaching eGbR übergibt zum 1. Januar 2026 ihre Geschäfte an die neu gegründete **Innoform Coaching GmbH**. Mit diesem Schritt stellt das Unternehmen die Weichen für nachhaltiges Wachstum, Weiterentwicklung und eine langfristig ausgerichtete Strategie im Bereich der flexiblen Verpackungen. Geschäftsführer der Innoform Coaching GmbH sind Karsten Schröder und **Julian Thielen**, der u. a. bei Karlville sowie Bischof + Klein und zuletzt als Head of „Made for Recycling“ bei Interzero tätig war. Während Karsten Schröder weiterhin für Kontinuität, Marktkenntnis und strategische Ausrichtung steht, verstärkt Julian Thielen als Neuzugang die Geschäftsführung insbesondere in den Zukunftsfeldern Kreislaufwirtschaft und faserbasierte Werkstoffe für flexible Verpackungen. Er wird diese Themenbereiche inhaltlich und formatseitig gezielt ausbauen und neue Impulse für das Portfolio setzen. „Für unsere Kundinnen und Kunden bleibt im Tagesgeschäft alles verlässlich wie gewohnt“, betont Karsten Schröder. „Programme, Formate und AnsprechpartnerInnen bleiben bestehen. Gleichzeitig verschaffen wir uns mit der GmbH-Struktur mehr Handlungsspielraum, um neue Ideen und Formate schneller und konsequenter umzusetzen.“ Mit dem Eintritt von Julian Thielen in die Geschäftsführung werden zudem neue Schwerpunkte gesetzt. „Kreislaufwirtschaft und faserbasierte Verpackungslösungen gewinnen rasant an Bedeutung“, erläutert Julian Thielen. „Wir werden unser Angebot in diesen Bereichen deutlich erweitern – von spezialisierten Fachkonferenzen über praxisnahe Online-Formate bis hin zu neuen, modularen Lern- und Dialogkonzepten. Ich freue mich sehr, wieder den kompletten Fokus auf die Flexpack-Branche zu legen und diese Zukunftsfelder für unsere Branche weiter voranzutreiben.“ Die Gründung der Innoform Coaching GmbH ist damit vor allem ein struktureller und strategischer Schritt. Für bestehende Teilnehmende, Referentinnen und Referenten sowie Partnerunternehmen bleibt die Zusammenarbeit unter dem bekannten Markendach Innoform inhaltlich unverändert. Mit der neuen Gesellschaftsform reagiert Innoform Coaching auf das kontinuierliche Wachstum der vergangenen Jahre und auf die steigenden Anforderungen an Qualifizierung, Regulierung und Wissenstransfer in der Flexpack-Branche. Ziel bleibt es, als verlässlicher Partner für Weiterbildung und Vernetzung rund um flexible und zunehmend auch faserbasierte Verpackungen im europäischen Raum und darüber hinaus aufzutreten. Über Innoform Coaching Innoform Coaching bietet seit über 20 Jahren Konferenzen, Seminare, Webseminare und Inno-Talks rund um flexible Verpackungen an. Das Angebot richtet sich an Fach- und Führungskräfte aus Industrie, Handel und Dienstleistung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Ab dem 1. Januar 2026 wird das Schulungs- und Veranstaltungsgeschäft vollständig durch die Innoform Coaching GmbH geführt. [Post auf LinkedIn](https://www.linkedin.com/posts/julianthielen_mit-innoform-f%C3%BCr-nachhaltigere-flexpacks-activity-7401632980202430464-WNm7?utm_source=share&utm_medium=member_desktop&rcm=ACoAAAJ33D4B7_1W7gC8g_3sa4-ECRzt7WGcoH0) ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Inno-Meeting.de und Inno-Talk.de jetzt live](https://inno-talk.de/inno-meeting-de-und-inno-talk-de-jetzt-live/) - [Innoform bietet Web-Seminare in englischer Sprache an](https://inno-talk.de/innoform-bietet-web-seminare-in-englischer-sprache-an/) **Kategorien:** Neuigkeiten **Schlagwörter:** Innoform, Julian Thielen, Karsten Schröder --- ### [Mehrweg neu gedacht: Wie IQPak den Kreislauf effizienter macht](https://inno-talk.de/mehrweg-neu-gedacht-wie-iqpak-den-kreislauf-effizienter-macht/) **Published:** Dezember 5, 2025 **Author:** Mo Marie Schröder **Content:** IQ-Pack: Trennung von Systemkomponente und Hygienefunktion Der Kern des vorgestellten Konzepts besteht darin, die „Mehrwegkomponente“ – also den langlebigen Systemträger – konsequent von den funktionalen Schichten zu trennen, die mit Produkt und Verbraucher in Kontakt kommen. Vereinfacht besteht die Verpackung aus mehreren Schichten: **Systemlayer:** - robuste, langlebige Struktur - bildet das eigentliche Mehrweg-„Gerüst“ (z. B. Becher oder Tray) **Contentlayer:** - Schichten, die direkt mit dem Füllgut interagieren (z. B. Barrieren, Siegelmedien) **Handlinglayer:** - äußere Schicht, mit der der Konsument in Berührung kommt - trägt Haptik, Optik, Markenauftritt - kann z. B. durch Thermoformen oder Sleeves aufgebracht werden Der entscheidende Punkt: Die Mehrwegkomponente bleibt durch die Hygienelayer von innen und außen geschützt. Verschmutzungen, Produktanhaftungen oder optische Abnutzung betreffen vor allem die austauschbaren Schichten – nicht den langlebigen Systemlayer. Weniger Waschen, mehr Umläufe Weil der Systemlayer durch Hygienelayer abgeschirmt ist, kann auf klassische, intensive Waschprozesse in vielen Fällen verzichtet oder deren Umfang deutlich reduziert werden. Stattdessen werden nach der Rückgabe die dünnen funktionalen Schichten entfernt und sortenrein erfasst. **Vorteile dieses Ansatzes:** - Reduzierter Wasser-, Energie- und Chemikalieneinsatz - Weniger mechanischer Stress für die Mehrwegkomponente - Längere Lebensdauer des Systemlayers und damit mehr Umläufe pro Einheit - Flexiblere Umstellung auf neue Designs, Dekore oder regulatorische Anforderungen Durch die Trennung von System- und Funktionslayer lässt sich der Mehrwegpool klein, standardisiert und effizient halten – gleichzeitig können Marke, Dekor oder produktspezifische Eigenschaften in jedem Aufbereitungszyklus neu konfiguriert werden. **Digitale Rückverfolgbarkeit per NFC** Ein weiterer Baustein des IQPak-Systems ist die digitale Registrierung jeder einzelnen Verpackung. - Jede Einheit ist mit einem NFC-Chip ausgestattet. - Der Chip verknüpft die physische Verpackung mit einem Datensatz in der zentralen Datenbank. - Über diesen Datensatz können u. a. folgende Informationen abgebildet werden: - Anzahl der Umläufe - Status im Kreislauf (im Einsatz, in Rückführung, in Aufbereitung) - Zuordnung zu bestimmten Kunden, Poolbetreibern oder Anwendungen - Recyclingpfade und Sortierinformationen für die entfernten Schichten **Für Betreiber von Poolsystemen ergeben sich dadurch mehrere Mehrwerte:** - höhere Transparenz über Bestände und Umlaufzahlen - bessere Steuerung von Logistik und Rückführung - fundierte Datengrundlage für Ökobilanzen und Reporting **Designfreiheit trotz Standardisierung** Ein möglicher Zielkonflikt in Mehrwegsystemen ist die Spannweite zwischen Standardisierung und Markenauftritt: Je einheitlicher die Formen, desto effizienter die Logistik – je individueller das Design, desto stärker kann sich eine Marke differenzieren. **IQPak versucht, genau diese Spannung aufzulösen:** - Der Systemlayer bleibt in Form und Grundgeometrie weitgehend standardisiert. - Der Handlinglayer und die äußeren Funktionsschichten bieten vielfältige Gestaltungsoptionen: Farben, Druckbilder, Haptiken, Marken-Claims. - Bei jeder Aufbereitung können diese äußeren Schichten neu gewählt werden – ohne den Pool selbst zu vergrößern. So werden standardisierte Mehrwegträger mit individueller Markenführung kombiniert. **Anwendungsfelder: von Food bis Non-Food** Im Transkript wird das System exemplarisch an einem Becher gezeigt, der sich vor allem für Lebensmittel und Getränke eignet. Grundsätzlich ist der Ansatz aber auf verschiedene Geometrien und Füllgüter übertragbar – **immer dort, wo:** - hohe Hygieneanforderungen gelten, - viele Umläufe wirtschaftlich sinnvoll sind und - ein standardisierbarer Mehrwegträger mit wechselnden Anforderungen kombiniert werden soll. ## Fazit. Mehrweg weitergedacht – technisch und digital Das IQ-Pack-Konzept zeigt, wie sich klassische Mehrwegsysteme mit Hilfe von Schichtaufbau und Digitalisierung weiterentwickeln lassen: - Der Systemlayer wird konsequent geschont und damit seine Lebensdauer maximiert. - Hygienelayer und Handlinglayer übernehmen die „verbrauchsintensiven“ Funktionen – inklusive Design, Produktschutz und Verbraucherkommunikation. - Digitale Identifikation via NFC eröffnet neue Möglichkeiten für Kreislaufsteuerung, Reporting und Recyclingqualität. Für Unternehmen, die Mehrwegstrategien unter wirtschaftlichen und regulatorischen Anforderungen zukunftsfähig gestalten wollen, lohnt sich ein Blick auf solche modularen, datenbasierten Systeme. In unseren Formaten bei Innoform Coaching begleiten wir diese Entwicklungen und diskutieren mit Expertinnen und Experten, wie sich solche Lösungen konkret in der Praxis umsetzen lassen. [Inno-Talk Aufzeichnung](https://inno-talk.de/events/INT-11-25/) ### Verwandte Episoden - [IQpak: Nachhaltige, hybride Verpackung mit NFC-Chip ermöglicht Mehrweg mit Flexpack](https://inno-talk.de/iqpak-nachhaltige-hybride-verpackung-mit-nfc-chip-ermoeglicht-mehrweg-mit-flexpack/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Faserbasierte Materialien, Mehrwegsysteme und Monomaterialien für Folienverpackungen](https://inno-talk.de/faserbasierte-materialien-mehrwegsysteme-und-monomaterialien-fuer-folienverpackungen/) **Kategorien:** Allgemein --- ### [Inno-PrintPack 2025](https://inno-talk.de/en/inno-printpack-2025/) **Published:** Dezember 8, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Two days, five trends, one goal: to make packaging printing efficient and recyclable. The 10th Packaging Printing Expert Meeting impressively demonstrated how modern technologies, from 7C fixed palettes and AI-supported real-time data analysis to robotics, inline inspection, anti-counterfeiting measures and recycling-friendly materials, are transforming production processes in a sustainable way.* **Dieter Finna** The „Expert Meeting on Packaging Printing“ celebrated its tenth edition under the new label „Inno-PrintPack“ and offered another novelty. The symposium was held from 27 to 28 November 2025 in the newly built event centre of the Follmann Group in Minden, in the middle of a speciality chemicals factory. The modern infrastructure of the technology and knowledge centre provided ideal conditions for in-depth specialist presentations and further exchange. **Michael Weihing** from GMG highlighted the paradigm shift from printing with special colours to four to seven process colours. This approach increases efficiency in the print shop by up to 27% thanks to shorter set-up times and less waste, as he demonstrated in a practical example. Savings of up to €337,000 per year can be achieved in the example case, with an additional order potential of €5 million per machine. In addition, standardised processes increase the repeatability of print results and sustainability in terms of CO₂ balance. Added to this are greater standardisation, which strengthens brand loyalty, enables greater flexibility in order sequencing and leads to faster delivery times. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/12/image-11.png)*Requirements for switching to extended process colours. (Source: Gallus Ferd. Rüesch AG)* **Uwe Alexander** from Gallus presented the advantages of 7C printing in the label sector: significantly fewer colour changes, shorter set-up times, reduced washing cycles and the possibility of producing several jobs in one run using combination forms. At Permapack AG in Switzerland, the 7C workflow was put into practice after software adjustments and optimised processes. Due to the order structure with a high proportion of digital printing and the decision not to use 7C in the cosmetics segment, the proportion of potential 7C orders is below original expectations – however, the decision to use 7C printing would be made again. The approach is particularly convincing in digital printing: the break-even point compared to conventional printing rises from the often-cited 2,000 to 10,000 linear metres. In his presentation „Anilox Rolls in 7C Printing,“ **Jörg Rohde** from Zecher showed the way to a lean, clearly specified range of anilox rolls with defined volume levels for printing in an extended colour space. Zecher provides targeted support to users in specifying anilox rolls – tailored to the printing plate screen, plate surface, ink type, substrate and engraving form. Special engravings such as SteppedHex with elongated cells enable higher lineatures with the same volume and thus optimised ink transfer. A standardised roll inventory reduces set-up times and risks. Regularly documented cleaning and maintenance ensure colour density, high transfer quality and process stability in 4C/7C printing. **Alexander Sailer** from manroland Goss showed how a central data platform in web offset packaging printing creates real-time transparency regarding energy, material and media consumption. This is analysed per order, product or over a defined period of time. Automatically recorded machine and sensor data enable quick decisions, lead to less waste and prevent downtime through preventive maintenance. Clearly laid out dashboards make key figures and deviations immediately visible and tangible, facilitating comparisons between orders and locations. This reveals potential savings, determines the optimum production speed, makes processes more stable and increases overall equipment effectiveness (OEE). All this with open interfaces for your own IT systems. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/12/image-15.png)*onePrint ensures consistent colour in the gravure printing process. (Source: Bobst)* In his presentation, **Marco Schmidt** from Bobst outlined the advantages of the smartGRAVURE system, which consistently digitises the gravure printing process without compromising the traditional quality strengths of the process. While conventional gravure printing is characterised by analogue set-up processes, numerous special colours and a high degree of operator dependency, smartGRAVURE brings efficiency and stability to the process. The extended oneECG (7C) colour spectrum reduces the number of special colours and allows 95% of the Pantone colour space to be reproduced. The oneSET digital job preparation system supports the operator at the machine by reducing set-up times, while the onePRINT inline measurement system guarantees consistent colour. Overall, this new concept leads to a significant increase in efficiency in gravure printing . Comprehensive data connectivity with BOBST Connect enables transparent process monitoring and in-depth production analysis. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/12/image-16.png)*Inspection systems offer 100% print defect and coating control (source: AVT)* **Tarik Sevinc** from AVT showed how modern inspection systems define production reliability. They offer seamless, 100% print defect and coating control across the entire web width in real time – from register and print quality deviations to barcode checks. As high-speed solutions, they are available for both narrow web applications and label printing. In addition, inline spectral colour measurements via SpectraLab XF ensure reproducible colour consistency for every job. Comprehensive data management guarantees that all production and error data is digitally documented, ensuring traceability and enabling targeted process optimisation. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/12/image-19.png)*Allstein Robotics transfers the cut plates to the automated assembly line. (Source: Allstein)* **Dr Thomas Klein** (Esko-Graphics) and **Dr Dieter Niederstadt** (Asahi) presented a collaborative project in which Esko, Asahi, Kongsberg and Allstein demonstrated for the first time a fully networked and automated workflow from flexo master plate to finished print in practice. The AWPTM water plates with short processing times are imaged on a CrystalCleanConnect system with a Q-cells surface structures at 4000 ppi and processed extremely quickly thanks to 90% less operating effort. Allstein robotics transfers the cut plates to the automated mounting system and on to the automatic loading of the Genesis flexographic printing press. The result of collaborative automation: an enormous leap in productivity, maximum process consistency and first-class print quality – already commercially available. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/12/image-12.png)*Colour management for printing with extended colour space (source: Hybrid Software GmbH)* **Victor Asseiceiro** from Hybrid Software presented „7C printing and fixed palette workflows – ECG implementation for analogue and digital printing technologies“ and showed that successful printing with an extended colour gamut is based on standardisation towards a consistent 7-colour process and a predictable ∆E. Digital printing is changing the value chain: data preparation and colour management must be carried out in the print shop. This significantly increases overall equipment efficiency and achieves annual cost savings per machine. The key is the seamless integration of colour management into the ERP system and prepress automation via open interfaces. The technology is ready – digital ECG will drive analogue adaptation forward. **Yair Gellis** addressed the challenge posed by MDO-PE as a highly recyclable monomaterial in the printing process. MDO-PE film has very low surface energy, is sensitive to heat and exhibits a strong memory effect – factors that make ink adhesion, register stability and flatness difficult. For reliable ink adhesion, a corona refresh in the printing press to around 42 dynes/cm is essential. The temperature in the drying channel must be below 85 °C to prevent warping. A low web tension of 0.8–1.2 N/cm stabilises the register. Different film qualities require Standard Operating Procedures (SOPs), and both ink and composite adhesion must be carefully checked for laminates. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/12/image-20.png)*Types of defects detected in film production (source: OCS Optical Control Systems GmbH)* In his presentation, **Oliver Hissmann** from OCS Service demonstrated how modern inspection systems also ensure the quality of recycled films and new „green“ polymers. The high-speed FSP600 web system uses combined transmission and reflection measurement ( ) as well as bright and dark field illumination to detect defects such as gels, specks, craters, holes or coating defects in real time – and all this on coloured or transparent films. Multi-Channel Evaluation (MCE) prevents false alarms, especially with PCR films, which have a high level of material noise. Up to six channels distinguish relevant defects from background noise. The defects are differentiated and finally classified by an automatic classifier after the defect has been taught to the system. **André Altevogt** from Follmann first addressed the stricter limits for heavy metals and PFAS applicable to printing inks, which will apply to packaging materials from 2026 as part of the PPWR. In his core message, he emphasised that Follmann water-based inks are 100% water-based, virtually VOC-free (< 1%) and do not interfere with the recycling process if they account for less than 5% of the packaging weight. Technically, water-based inks enable high colour strengths, fine screens and printing speeds of up to 800 m/min. Case studies show a significant reduction in total costs for the same ink volume, despite higher cleaning costs. This is due to lower costs for inks and solvents. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/12/image-17.png)*From QR code to copy-protected, individualised QR code ValiGate® (Source: SCRIBOS GmbH)* The presentation by Dr **Steffen Scheibenstock**, SCRIBOS GmbH, focused on the growing global counterfeit market and the brand and product protection solutions offered by KURZ SCRIBOS. The most effective method of protection is to involve the customer in the authentication process. KURZ SCRIBOS offers the ValiGate®technology for this purpose. This is a serialised, copy-protected QR code with double encryption and a physical protection pattern. On packaging, this counterfeit-proof solution enables verification via smartphone without a separate app, confirming authenticity or revealing the product as a counterfeit. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/12/image-18.png)*The cardboard qualities are tested for codability using standardised PTS methods. (Source: PTS – Institut für Fasern & Papier gGmbH).* **Nicole Brandt** from PTS – Institut für Fasern & Papier gGmbH – addressed the requirements of EU Regulation 2016/161 for the effective prevention of counterfeit medicines for human use. She then continued her presentation with a focus on pharmaceutical applications. The core requirement is seamless end-to-end verification using individual data matrix codes (minimum print quality of 1.5 according to ISO/IEC 15415) and tamper protection, for example through a tamper-evident label. The necessary checks for codability (inkjet/laser) and the durability of the codes over 5 years are carried out according to standardised PTS methods. In his presentation, **Dr Sven Macher** from VP Medical Packaging illustrated how low-migration UV printing inks contribute to the safe packaging of sensitive medical products. The focus is on patient safety and standard-compliant manufacturing (including ISO 13485). He discussed the requirements of PPWR, MDR and ISO 11607 for packaging materials and printing inks with regard to sterilisation compatibility, toxicological evaluation and extractables and leachables analyses. Based on migration studies of various UV ink systems, test setups, analytical methods, limit values and measurement results were presented to evaluate suitability for medical packaging. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/12/image-14.png)*By simplifying laminate structures and reducing weight, BOPP is actively promoting the recyclability of packaging films. (Source: Transparent Paper Ltd.)* **Marcin Lapaj** from Transparent Paper Ltd. gave a presentation on the transition from BOPP films to PPWR-compliant monomaterial structures. The focus is on innovations such as BOPP films with ultra-high barrier properties (UHB), which replace aluminium foil in multi-layer laminates for dry and moist food applications, as well as bifunctional hybrids that combine good sealing properties with ultra-high barrier properties. Heat-resistant (HR) BOPP films with controlled shrinkage also ensure dimensional stability on high-speed packaging machines. By reducing weight with low-density matt BOPP films and simplified laminate structures, BOPP actively promotes the circular economy and meets the PPWR requirements for mono packaging. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/12/image-13.png)*PU-based, NC-free and NC-based printing inks for front and reverse printing are produced from a range of universal bases. (Source: Flint Group)* **Dr Ricarda Hofmann** from Flint Group addressed the stricter requirements of EU recycling legislation (PPWR) for print-friendly, recyclable inks. Flint Group is responding with innovative universal bases (NC-free pigment grinding) that cover the entire packaging spectrum from paper to polyolefin, polyester and polyamide films. These adapted, solvent- and water-based ink systems reduce complexity in the print room and ensure compliance with regulatory standards. **Attilio Borlenghi** from Sun Chemical presented Ultra Low Monomer (ULM) laminating technology, which complies with new EU and US regulations for food safety and occupational health and safety. Newly developed ULM adhesives with less than 0.1% diisocyanates significantly reduce the necessary curing time after lamination thanks to their extremely low residual monomer content. A high-performance ULM variant is available for retort applications. The solvent-free, RecyClass-certified SunLam adhesives, Paslim barrier laminates and SunBar barrier coatings form a modular product portfolio that enables the switch to recyclable mono-material packaging. These adhesive systems comply with food law requirements immediately after lamination. **Karsten Schröder** concluded Inno-PrintPack with a concise summary of all the presentations. The presentations clearly demonstrated how relevant the topic of 4C/7C fixed palettes has become, with their efficiency gains in packaging and label printing. They also highlighted the scale of innovation in AI-supported real-time data analysis, the use of robot-controlled systems and inline inspection. Anti-counterfeiting technology is constantly evolving and is being effectively implemented through authentication processes. At the same time, the PPWR is driving forward the development of recycling-friendly packaging materials – with a noticeable impact on ink systems and laminating adhesives. This year’s Inno-PrintPack expert meeting once again highlighted how dynamically the packaging printing industry is continuing to develop. Further conferences on flexible packaging can be found [here](https://www.innoform-coaching.de/veranstaltungen?showtype=congress) and technical articles at:[ https://inno-talk.de/news/](https://inno-talk.de/news/) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Inno-Meeting 2024 widmet sich innovativen und nachhaltigen Verpackungs-Lösungen](https://inno-talk.de/inno-meeting-2024-widmet-sich-innovativen-und-nachhaltigen-verpackungs-loesungen/) - [Inno-Meeting 2025 konzentriert sich auf minimalistische Lösungen](https://inno-talk.de/inno-meeting-2025-konzentriert-sich-auf-minimalistische-loesungen/) **Kategorien:** Digital printing, Disposal / Recycling, Film production / Converting, flexo printing, Food packaging, Gravure printing, Labels and sleeves, Printing inks and adhesives --- ### [Rezyklate und Recyclingprozesse im Wandel – Materialströme, Qualität und regulatorische Weichenstellungen für Flexpack](https://inno-talk.de/rezyklate-und-recyclingprozesse-im-wandel-materialstroeme-qualitaet-und-regulatorische-weichenstellungen-fuer-flexpack/) **Published:** Dezember 12, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Die Nachfrage nach Kunststoffen aus Rezyklaten steigt – getrieben von politischen Vorgaben, unternehmerischen Nachhaltigkeitszielen und wachsender Sensibilität entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Gleichzeitig erleben wir einen tiefgreifenden Wandel der Materialströme, der Recyclingprozesse und der regulatorischen Rahmenbedingungen. Im Webseminar „[Rezyklate und Recyclingprozesse im Wandel – Materialströme, Qualität und regulatorische Weichenstellungen](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/rezyklate-und-recyclingprozesse-im-wandel-materialstroeme-qualitaet-und-regulatorische-weichenstellungen-2025)“ haben wir diese Entwicklungen aus der Perspektive von Verpackungsherstellern, Markenartiklern und Recyclern beleuchtet. Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen. --- ## 1. Materialströme im Wandel: vom heterogenen Abfall zur gezielten Rohstoffquelle ### 1.1 Vom „Reststoff“ zu strategischem Rohstoff Kunststoffabfälle wurden lange Zeit eher als „Entsorgungsproblem“ gesehen. Heute werden sie zunehmend als Rohstoffquelle verstanden. Das verändert den Blick auf: - **Sammelsysteme** (LVP/DSD, Gewerbeabfälle, Industrieabfälle) - **Sortiertechnologien** (NIR, Dichteseparation, mechanische Aufbereitung) - **Output-Fraktionen** (PP, PE, PET, starr vs. flexibel, farblich getrennt) Entscheidend ist, dass die Materialströme deutlich differenzierter gesteuert werden müssen: Statt „bunt gemischtem“ Input benötigen Recycler möglichst sortenreine und definierte Ströme, wenn sie Rezyklate für hochwertige Anwendungen – insbesondere im Verpackungsbereich – bereitstellen sollen. ### 1.2 Starre vs. flexible Verpackungen Im Webseminar wurde deutlich: - **Starre Verpackungen** (Flaschen, Blasformteile, Spritzgussteile) sind in vielen Ländern besser erfasst und sortiert. Hier existieren seit Jahren etablierte Rezyklatströme, insbesondere im PET-Bereich. - **Flexible Verpackungen** (Folien, Beutel, Verbunde) sind deutlich herausfordernder: Sie sind leicht, oft mehrlagig und materialheterogen. Das erschwert Sortierung, Waschen und Extrusion – und damit definierte Rezyklatqualitäten. Für Flexpacks ist der Weg zu echten „Kreislaufströmen“ deshalb länger und komplexer – aber gerade hier werden in Zukunft enorme Mengen bewegt. --- ## 2. Qualität von Rezyklaten: Anforderungen und Grenzen ### 2.1 Was Qualität bei Rezyklaten bedeutet Qualität ist bei Rezyklaten mehrdimensional. Wichtige Parameter sind u. a.: - **Optik:** Farbe, Transparenz, Schwarzanteile, Punktverunreinigungen - **Geruch:** Geruchsneutralität bzw. akzeptable Geruchsschwelle - **Mechanik:** Zugfestigkeit, Dehnung, Schlagzähigkeit, Gelpartikel - **Verarbeitung:** Schmelzindex (MFR), Viskosität, Stabilität im Prozess - **Regulatorik:** Eignung für Lebensmittelkontakt oder Non-Food-Anwendungen Die Herausforderung: Schwankungen im Input und in den Sammelsystemen spiegeln sich im Rezyklat wider. Rezyklate sind naturgemäß variabler als Neuware. Das erfordert klare Spezifikationen, Vereinbarungen und Prüfkonzepte – insbesondere, wenn sie in Verpackungen mit hohen Sicherheits- und Markenansprüchen eingesetzt werden. ### 2.2 Lebensmittel vs. Non-Food Streng zu unterscheiden ist zwischen: - **Lebensmittelkontaktverpackungen** mit besonders hohen Anforderungen an Reinheit, Rückstände, Barriereeigenschaften und Migrationsverhalten sowie - **Non-Food-Verpackungen**, bei denen mehr Freiheitsgrade bestehen, aber dennoch Geruch, Optik und mechanische Eigenschaften stimmen müssen. Für Lebensmittelkontakt sind je nach Materialstrang spezifische regulatorische Vorgaben (EFSA-Bewertung, EU-Verordnungen zu recycelten Kunststoffen) zu beachten. Für Non-Food gibt es mehr Spielraum, aber auch hier steigt der Druck durch Marken und Handel, klare Qualitätslevel für Rezyklate festzulegen. ### 2.3 Qualität messbar machen – Rolle unabhängiger Prüfpartner Im Webseminar wurde deutlich, dass viele Unternehmen Rezyklate noch „zu wenig systematisch“ charakterisieren. Empfohlen werden: - **Standardisierte Prüfpläne** (Mechanik, Thermik, Barriere, Geruch) - **Regelmäßige Qualitätsscreenings** bei Chargenwechseln - **Vergleich von Rezyklaten unterschiedlicher Herkunft** (PCR vs. PIR, unterschiedliche Recycler) Solche Prüfungen – etwa im Rahmen eines systematischen Programms wie Innoform InnoLoopCheck – helfen, Risiken zu minimieren und zugleich die Chancen hochwertiger Rezyklate besser zu nutzen. --- ## 3. Regulatorische Weichenstellungen: PPWR, nationale Systeme und Branchenstandards ### 3.1 Europäische Vorgaben – mehr Rezyklat, höhere Recyclingfähigkeit Die geplante EU-Verpackungsverordnung (PPWR) und flankierende Initiativen zielen auf: - **Verbindliche Rezyklateinsatzquoten**, zunächst in ausgewählten Segmenten - **Recyclingfähigkeit als Standardanforderung** an Verpackungsdesign - **Verbesserte Sammel- und Sortiersysteme** auf nationaler Ebene Für Unternehmen bedeutet das: Rezyklateinsatz und Design for Recycling sind nicht mehr „Nice-to-have“, sondern werden zu klaren Compliance-Themen und Wettbewerbskriterien. ### 3.2 Nationale Regulierung und Mindeststandards Auf nationaler Ebene (z. B. in Deutschland über das Verpackungsgesetz und die ZSVR-Mindeststandards) wird definiert, was als „recyclingfähig“ gilt. Das wirkt unmittelbar auf: - **Materialauswahl und Verbundstrukturen** - **Einsatz von Additiven, Farben und Barrieren** - **Möglichkeiten für Rezyklateinsatz** in bestimmten Applikationen Die Botschaft des Webseminars: Wer Verpackungen entwickelt oder verantwortet, muss regulatorische Anforderungen früh im Projekt berücksichtigen – sonst drohen später kostenintensive Redesigns oder Einschränkungen im Vertrieb. --- ## 4. Handlungsempfehlungen für Verpackungsentwickler und Entscheider Aus den Diskussionen im Webseminar lassen sich zentrale Empfehlungen ableiten: 1. **Materialströme kennen:** Verstehen Sie, aus welchen Sammelsystemen Ihre Ziel-Rezyklate kommen und welche Sortier- und Aufbereitungsprozesse dahinterstehen. 2. **Realistische Spezifikationen definieren:** Fordern Sie von Rezyklatlieferanten definierte Eigenschaften – aber bleiben Sie realistisch. Rezyklate werden nie identisch zu Neuware sein, sondern benötigen angepasste Spezifikationsfenster. 3. **Design for Recycling konsequent umsetzen:** Vereinfachen Sie Strukturen, vermeiden Sie unnötige Materialvielfalt und denken Sie schon beim Design daran, in welchen Materialstrom Ihre Verpackung später fließen soll. 4. **Regulatorik aktiv managen:** Beziehen Sie PPWR, nationale Vorgaben und Lebensmittelkontaktregelungen früh in Entscheidungsprozesse ein. Compliance ist Chefsache und ein zentrales Projektrisiko. 5. **Qualität regelmäßig prüfen:** Nutzen Sie unabhängige Prüflabore, um Rezyklate und daraus hergestellte Folien systematisch zu bewerten – z. B. hinsichtlich Mechanik, Barriere, Geruch und Migration. 6. **Eng mit Recyclern und Konvertern zusammenarbeiten:** Gute Rezyklate entstehen im Dialog: Je klarer Anforderungen kommuniziert werden, desto besser können Recycler ihre Prozesse ausrichten. --- ## 5. Fazit: Rezyklate als strategisches Element moderner Verpackungskonzepte Rezyklate und Recyclingprozesse sind nicht mehr Randthemen, sondern zentrale Bausteine zukunftsfähiger Verpackungsstrategien. Der Wandel der Materialströme, steigende Qualitätsanforderungen und ein sich verdichtender regulatorischer Rahmen zwingen Unternehmen, sich deutlich intensiver mit Rezyklaten auseinanderzusetzen. Wer frühzeitig Know-how aufbaut, seine Lieferketten versteht und Qualität systematisch absichert, kann Rezyklate als Chance nutzen – für nachhaltigere Verpackungen, neue Geschäftsmodelle und eine stärkere Position im Markt. Innoform Coaching begleitet Sie mit Webseminaren, Konferenzen und Seminaren bei diesem Transformationsprozess. Gemeinsam mit dem Innoform Testservice und Programmen wie InnoLoopCheck schaffen wir Transparenz über Rezyklatqualitäten und unterstützen Sie auf dem Weg zu wirklich kreislauffähigen Flexpack-Lösungen. Dazu bieten wir im Sommer auch unsere erste Tagung Inno-Circle an [innoform-coaching.de/tagung/inno-circle-umweltgerechte-flexpacks-2026](https://www.innoform-coaching.de/tagung/inno-circle-umweltgerechte-flexpacks-2026): [![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/12/inno_circle_logo_for_dark.png)](https://inno-meeting.de/en/events/IC-07-26/)### Verwandte Episoden - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Marcus Holland über Rezyklatherstellung und -anwendung](https://inno-talk.de/marcus-holland-ueber-rezyklatherstellung-und-anwendung/) - [Leitlinien zum Rezyklateinsatz bei Lebensmittelverpackungen](https://inno-talk.de/leitlinien-zum-rezyklateinsatz-bei-lebensmittelverpackungen/) **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung **Schlagwörter:** PPWR, Rezyklate --- ### [Änderungsverordnung (EU) 2025/351: Neue Anforderungen für Lebensmittelkontaktmaterialien aus Kunststoff](https://inno-talk.de/aenderungsverordnung-zur-eu-kunststoffverordnung-eu-nr-10-2011/) **Published:** Dezember 16, 2025 **Author:** Heike Schwertke **Content:** ***Die 19. Änderungsverordnung („Quality Amendment“) bringt *bedeutende Änderungen für die Herstellung und Verwendung von Kunststoffen im Lebensmittelkontakt.* Im Fokus stehen der hohe Reinheitsgrad verwendeter Stoffe, die Bewertung von Konformität/Nichtkonformität unter Berücksichtigung der Messunsicherheit, sowie Klarstellungen rund um Recycling und Mehrwegmaterialien und Gegenstände.*** ## Zeitplan und Übergangsfristen - **Inkrafttreten:** März 2025. - **Ab 16. Dezember 2025:** In der **Konformitätserklärung (DoC)** muss ein **Hinweis** enthalten sein, wenn Material/Artikel noch **nicht** den Anforderungen der 19. Änderungsverordnung entspricht. - **Bis 16. September 2026:** **Fertige Materialien und Gegenstände** dürfen noch in Verkehr gebracht werden, auch wenn sie nach altem Stand hergestellt wurden. - **Bis 16. **September** 2026:** **Zwischenprodukte und Stoffe** dürfen noch verwendet werden; danach ist die Umstellung vollständig erforderlich. ## Hoher Reinheitsgrad: Was bedeutet das konkret? Neu ist die klare Vorgabe: Alle eingesetzten Stoffe wie Monomere, Additive und Hilfsstoffe müssen einen hohen Reinheitsgrad haben. Das bedeutet: Hersteller von Stoffen müssen **Verunreinigungen identifizieren, bewerten und reduzieren**. NIAS (Non-Intentionally Added Substances), also unbeabsichtigte Stoffe wie Abbauprodukte oder Rückstände dürfen nur in geringen Mengen enthalten sein. Diese Stoffe müssen eine der folgende Bedingungen erfüllen: - entsprechen Spezifikationen oder Beschränkungen in der Zulassung gemäß Anhang I - konform gemäß Risikobewertung nach Artikel 19 - Migration max. **50 ppb** (bei **Ausschluss Genotoxizität**) - Migration max. **0,15 ppb** (alle Weiteren, also **möglicherweise genotoxisch**) Informationen zu relevanten NIAS werden in der Konformitätserklärung innerhalb der Lieferkette weitergegeben, so dass die **Hersteller von Lebensmittelkontaktmaterialien** in erster Linie prüfen müssen, ob ihre Lieferanten die **Einhaltung der Verordnung (EU) 2025/351 bestätigen** und **Prüfungen zu NIAS delegiert** haben. Relevant sind in diesem Zusammenhang NIAS in einer Menge, die zur Nichteinhaltung von Artikel 3 der Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 bei einem fertigen Material führen könnten. ## Prüfmethoden und Bewertung der Konformität Prüfungen müssen mit validierten Methoden erfolgen, bei dem der Arbeitsbereich der Methode klar definiert wurde. Die Bewertung der Ergebnisse erfolgt über eine **standardisierte Berücksichtigung der Messunsicherheit**. Es gibt klare, einheitliche Regeln um zu entscheiden, ob ein Grenzwert (z. B. SML) überschritten ist. ## Recycling und Wiederaufbereitung Lebensmittelkontaktmaterialien aus Kunststoffe mit **Rezyklat** dürfen nur in Verkehr gebracht werden, wenn die Anforderungen der **[Verordnung (EU) 2022/1616](https://www.innoform.de/verordnung-eu-2022-1616-und-auswirkungen-auf-die-flexible-verpackungsindustrie/)** eingehalten werden. Mit der Änderungsverordnung wurden die Anforderungen an ein Qualitätssicherungssystem in Recyclinganlagen in der GMP Verordnung näher definiert. Entscheidend ist die Bewertung der Konformität der Qualität jeder Materialcharge. **Kunststoffnebenprodukte**, also Randbeschnitt, Stanzabfälle oder andere Verschnitte und Reste können im Produktionsprozess zurückgewonnen und wiederverwendet werden, sofern sie nicht als Abfall gelten und keine Substanzen enthalten, die nicht zugelassen sind. Sollen diese bei einem anderen Verarbeiter eingesetzt werden, müssen sie in geeigneter Weise **gesammelt und gekennzeichnet** werden, um Kontaminationen zu vermeiden. ## Mehrwegmaterialien Bei **Mehrwegmaterialien und -gegenständen** müssen die **Migrationsprüfung** wie bisher typischerweise **dreimal** durchgeführt werden. Für die Bewertung der **Stabilität** spielt ebenfalls die standardisierte Messunsicherheit eine Rolle, insbesondere wenn Ergebnisse nahe am Grenzwert liegen. Durch die klaren Vorgaben ist die Bewertung nun eindeutig. ## Checkliste für Unternehmen 1. **DoC prüfen:** Ist die Konformitätserklärung aktuell? Enthält sie Angaben zu NIAS oder zum Reinheitsgrad? 2. **Hinweis** in eigener DoC ab 16.12.2025 **ergänzen** (falls noch nicht aktuell). 3. **Prüfberichte abgleichen:** Messunsicherheit berücksichtigen. 4. **Qualitätssicherung** für Rezyklat / Nebenprodukte anpassen. 5. **Stabilitätsregeln** bei Mehrwegmaterialien kontrollieren. *Basierend auf dem Vortrag von Heike Schwertke (Innoform Testservice).* [Zum Instant Webseminar](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/19-aenderung-der-kunststoffverordnung-eu-nr-102011-2025_1) ### Verwandte Episoden - [Leitlinien zum Rezyklateinsatz bei Lebensmittelverpackungen](https://inno-talk.de/leitlinien-zum-rezyklateinsatz-bei-lebensmittelverpackungen/) - [Neue Verordnung 2025/351: Wichtige Änderungen der „Kunststoffrichtlinie“](https://inno-talk.de/neue-verordnung-2025-351-wichtige-aenderungen-der-kunststoffrichtlinie/) - [Verordnung (EU) 2025/40 (PPWR ): PFAS werden strenger geregelt](https://inno-talk.de/ppwr-eu-2025-40-pfas-werden-strenger-geregelt/) **Kategorien:** Druckfarben und Klebstoffe, Folienherstellung/Veredelung, Lebensmittelrecht, Lebensmittelverpackung **Schlagwörter:** Heike_Schwertke, Verordnung (EU) Nr. 10/2011 --- ### [Inno-Talk Flexpack Wrapped 2025](https://inno-talk.de/inno-talkflexpack-wrapped-2025/) **Published:** Januar 2, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## Der Inno-Talk Jahresrückblick Das Jahr 2025 markierte für die Industrie der flexiblen Verpackungen einen Wendepunkt, an dem regulatorischer Druck und technologischer Erfindergeist aufeinandertrafen. Aus der Perspektive des Jahres 2026 blicken wir auf eine Phase zurück, in der Nachhaltigkeit von einer Vision zur industriellen Realität wurde. Basierend auf der Intensität der Fachberichterstattung haben wir die wichtigsten Entwicklungen gewichtet und analysiert. ### Regulatorik & Rechtskonformität Kein Thema dominierte die Branche 2025 stärker als die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen (PPWR & Co), da sie die Basis für alle Investitionen bildeten. - **Lebensmittelkontakt:** Die 19. Änderungsverordnung **(EU) 2025/351** setzte neue Maßstäbe für den Reinheitsgrad von Kunststoffen und die Bewertung von Messunsicherheiten bei der Konformitätsprüfung. - **PPWR-Anforderungen:** Im Fokus standen die Definitionen von **Rezyklatquoten, Mehrwegpflichten und Reporting**, um den Anforderungen der EU-Verpackungsverordnung gerecht zu werden. - **Rechtssicherheit:** Experten lieferten essenzielle Erkenntnisse zur Durchführung von **Migrationsprüfungen**, insbesondere zur Auswahl der richtigen Lebensmittelsimulanzien und Prüfbedingungen. - **Mehrweg-Definition:** Ein zentraler Diskussionspunkt war die rechtliche Abgrenzung, ab wann eine Verpackung unter der PPWR tatsächlich als **wiederverwendbar** gilt. ### Technologische Exzellenz & Digitalisierung Die Technik lieferte 2025 die notwendigen Werkzeuge, um die regulatorischen Ziele effizient umzusetzen. - **Nachhaltiger Druck:** Innovationen wie **wasserwaschbare Flexoplatten** von Asahi ermöglichten es, Qualität, Produktivität und Umweltschutz in der Druckformherstellung zu vereinen. - **Smarte Sortierung:** Die Integration **digitaler Wasserzeichen** (Digimarc-Technologie) markierte den nächsten Schritt der Digitalisierung, um unsichtbare Informationen für das Recycling direkt in die Grafik einzubetten. - **Emissionsfreie Produktion:** Die Wipf AG setzte mit einer **lösemittelfreien Triplex-Kaschieranlage** neue Standards für CO₂-reduzierte Hochbarriere-Verpackungen im industriellen Dauerbetrieb. - **KI & Robotik:** Der **10. Expertentreff Inno-PrintPack 2025** zeigte, wie KI-gestützte Echtzeit-Datenanalyse und Robotik die Produktionsprozesse nachhaltig transformieren. ### Kreislaufwirtschaft & Materialinnovation Die Schließung von Stoffkreisläufen wurde 2025 durch konkrete Materialfortschritte untermauert. - **PCR-Einsatz:** Ein Meilenstein war der erfolgreiche Einsatz von **Post-Consumer-Rezyklat (PCR)** aus der haushaltsnahen Sammlung (Gelber Sack) in Wickelstretchfolien. - **PE & PP 2030:** Initiativen wie die von ppg > ebneten den Weg zu einer vollständig **recyclingfähigen Folienwirtschaft bis 2030** durch neue Beutelkonstruktionen und PET-Recycling. - **Design-Standards:** Gemeinsam mit CEFLEX wurde das **datenbasierte Design for Recycling** vorangetrieben, um die Sortierbarkeit komplexer Multilayer-Strukturen zu verbessern. - **Aluminium-Optimierung:** Fachseminare boten tiefe Einblicke in die Herstellung und Anwendung von Aluminiumfolie als Hochleistungsbarriere in modernen Verpackungssystemen. ### Innovative Konzepte & Branchen-Struktur Hinter den technischen Details wandelten sich auch die Geschäftsmodelle und Unternehmensstrukturen. - **IQPak-System:** Dieses Konzept revolutionierte den Mehrweggedanken durch die strikte Trennung von langlebigen **Systemkomponenten** und hygienischen Kontaktschichten. - **Materialeffizienz:** Rovema präsentierte mit dem **Smart-Reclosable-Pouch** einen intelligenten Wiederverschluss, der rein aus Monomaterial ohne Zusatzkomponenten auskommt. - **Innoform-Wandel:** Zum 1. Januar 2026 wurde die **Innoform Coaching GmbH** gegründet, um den Wissenstransfer in der Branche langfristig zu sichern. - **Mittelstand:** Unternehmen wie PEKU Folien bewiesen durch unternehmerischen Mut, wie Tradition und Innovation erfolgreich verknüpft werden. --- Die Berichterstattung 2025 war zu ca. **40 % von regulatorischen Themen** und zu **35 % von technologischen Lösungen** geprägt. Die restlichen **25 % entfielen auf Materialstudien und strukturelle Branchen-News**. Dies zeigt: Die Branche hat 2025 aufgehört zu fragen, *ob* sie sich ändern muss, und stattdessen mit Hochdruck am *Wie* gearbeitet. Wir möchten Ihnen hiermit einen kurzen Einblick in das geben, was Sie beim Inno-Talk erwartet. Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter, der ein- bis zweimal pro Monat erscheint. Wir bieten eine Mischung aus aktuellen Nachrichten, strategischen Entwicklungen, Informationen zur Gesetzgebung und Inhalten aus unseren Seminaren, Webinaren und Tagungen. Eine ideale Informationsquelle für alle, die sich professionell mit flexiblen Verpackungen beschäftigen, Entscheidungen treffen und Entwicklungen anstoßen wollen. Und hier ein KI generierter Podcast – echt hörenswert ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Verpackungen ökologisch optimieren](https://inno-talk.de/verpackungen-oekologisch-optimieren/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Flexodruck, Folienherstellung/Veredelung, Folienprüfung & Analytik, Inno-Letter, Inno-Talk, Lebensmittelrecht, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Standbeutel, Thermofomen/Tiefziehen, Tiefdruck, Verpackungsdesign --- ### [23. Inno-Meeting „Flexpack 2030“ - Neuausrichtung in der flexiblen Verpackung](https://inno-talk.de/23-inno-meeting-flexpack-2030-neuausrichtung-in-der-flexiblen-verpackung/) **Published:** Januar 6, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Osnabrück/Hasbergen, 5. Januar 2026 – Die europäische Flexpack-Branche befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Vor diesem Hintergrund setzt das 23. Inno-Meeting, der renommierte Branchentreff am 24. und 25. Februar 2026 in Osnabrück, entscheidende Impulse für zukunftsfähige Lösungen. Unter dem Leitthema **„Flexpack 2030“** rücken die zentralen Weichenstellungen für die Zukunft flexibler Verpackungen in Europa in den Fokus. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/10/inno_header_23_Inno-Meeting_Flexpack2030_wide_DE-1024x351.jpg)**Warum „Flexpack 2030“?** Neue Anforderungen der PPWR, verschärfte Food-Contact-Regularien für Rezyklate, der Ausstieg aus PFAS, sowie steigende Nachweis- und Dokumentationspflichten machen einen grundlegenden Wandel unausweichlich. Gleichzeitig eröffnen technologische Innovationen neue Optionen für funktionierende Kreisläufe und eine klare Differenzierung im Markt. Im Mittelpunkt der 16 Fachvorträge stehen unter anderem **Hochbarriere-Monomaterialien, neue plastikfreie Materialien** sowie **digitale Wasserzeichen** und **fortschrittliche Sortiertechnologien.** Ergänzt wird das Programm durch zentrale Fachthemen wie **NIAS-Management, Low-Migration-Systeme**, **CO₂-Bilanzen, Mass-Balance-Ansätze** sowie **energieeffiziente Prozesse**. Intensiv diskutiert werden folgende Fachvorträge: - Claire Gusko (one.five GmbH): Integration von Hochdurchsatzdaten und KI zur Entwicklung nachhaltiger flexibler Verpackungslösungen - Dr. Rainer Dahlmann (IKV RWTH Aachen): SiOx-Beschichtungen auf Rezyklaten - Prof. Achim Grefenstein (Constantia Flexibles Germany GmbH): Neue Barriere- und Recyclingtechnologien, die flexible Hochbarriere-Verpackungen hochwertig recyclierbar machen - Ir. Michael Weber (Constab Polyolefin Additives GmbH): Innovatives Schäumen dünner Folien und Cups - Albin Kälin (epeaswitzerland gmbh): Digital Product Passport Compass C2C™ – Compliance meistern, Zirkularität stärken - Sebastian Stürzl (Rücker GmbH): Käseverpackungen 2030 – Perspektive eines Lebensmittelherstellers **Networking & Vorabend Austausch mit Kolleginnen und Kollegen entlang der Wertschöpfungskette gehört zum Inno-Meeting einfach dazu: Der bereits legendäre Tapas-Vorabend am Montag, 23.02.2026, ab 19:00 Uhr am Veranstaltungsort sowie der traditionelle Bierabend am Dienstag sind auch beim 23. Inno-Meeting feste Programmpunkte und bieten beste Gelegenheiten zum Netzwerken.** **Anmeldung & weitere Informationen** Das Inno-Meeting richtet sich an alle, die Folienverpackungen entwickeln, einkaufen oder roduzieren. Grundkenntnisse sind von Vorteil. Veranstaltungssprache ist Deutsch. Teilnahme vor Ort: 1.490,00 EUR netto Livestream: 799,00 EUR netto Eventseite: [https://inno-meeting.de/events/IM-02-26/](https://inno-meeting.de/vents/IM-02-26/) **Pressekontakt** Innoform Coaching GmbH Eva Kettelmann Tel. +49 5405 80767-27 **Über Innoform Coaching GmbH** Die Innoform Coaching GmbH ist die Nachfolgerin der Innoform Coaching eGbR, die bisher alle Innoform Veranstaltungen organisiert und durchgeführt hat. Innoform Coaching GmbH steht für Expertentreffen, Branchen-Meetings und Weiterbildung im Bereich flexibler Verpackungen. Seit über zwei Jahrzehnten vernetzen Konferenzen, Seminare und Podcasts der Marke Innoform Fachkräfte entlang der gesamten Flexpack-Wertschöpfungskette. *(c) 2026 Innoform Coaching GmbH. Abdruck honorarfrei, Beleg erbeten.* ### Verwandte Episoden - [Ton Knipscheer talked to Karsten Schröder about „Digital Heating“](https://inno-talk.de/ton-knipschher-talked-to-karsten-schroeder-about-digital-heating/) - [Flexpack-Branchentreff – 20. Inno-Meeting 2023](https://inno-talk.de/flexpack-branchentreff-20-inno-meeting-2023/) - [Inno-Meeting 2024 widmet sich innovativen und nachhaltigen Verpackungs-Lösungen](https://inno-talk.de/inno-meeting-2024-widmet-sich-innovativen-und-nachhaltigen-verpackungs-loesungen/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Biofolien, Druckfarben und Klebstoffe, Entsorgung / Recycling, Etiketten + Sleeves, Folienherstellung/Veredelung, Lebensmittelverpackung, Neuigkeiten, Standbeutel, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** IM-02-26, Inno-Meeting --- ### [POUCH vs. PET-FLASCHE](https://inno-talk.de/pouch-vs-pet-flasche/) **Published:** Januar 13, 2026 **Author:** Eva Kettelmann **Content:** **PP-Standbeutel vs. PET-Flasche für hochwertige und empfindliche Füllgüter** **– ein Bericht von Dr. Bernd Knierbein** Stand: Januar 2026 Teil 1 von 5 ## **Einleitung** Standbodenbeutel und PET-Flaschen prägen den europäischen Verpackungsmarkt wie kaum eine andere Kunststofflösung. Allein im Jahr 2023 wurden rund 59 Milliarden Standbodenbeutel und etwa 135 Milliarden PET-Flaschen produziert /1/. Diese Zahlen unterstreichen eindrucksvoll die zentrale Rolle beider Verpackungsformen im Alltag – von Lebensmitteln bis hin zu sensiblen Premiumprodukten. In den folgenden Beiträgen werden beide Verpackungskonzepte gezielt für besonders anspruchsvolle Anwendungen gegenübergestellt – entlang der gesamten Prozesskette von der Herstellung über die Abfüllung bis zur Nutzung: - Der sterilisierbare PP-Standbodenbeutel mit Barriereeigenschaften sowie Öffnungs- und optionalen Verschlusssystemen - Die PET-Flasche mit Barriere, Verschluss und aseptischer Abfülltechnologie Ziel ist es, die jeweiligen Stärken und Grenzen beider Lösungen im Kontext hochwertiger und empfindlicher Füllgüter transparent herauszuarbeiten. ## Triplex Folienaufbau für den Standbodenbeutel Der PP-Standbodenbeutel wird aus einem mehrschichtigen Verbund aufgebaut (Bild 1.1): Die Außenseite des Folienverbundes /2/ besteht aus einer konterbedruckten oPP-Folie, die gegen eine SiOx-beschichtete oPP-Folie kaschiert wird. Die SiOx Beschichtungsstärken sind sehr niedrig, liegen i. d. R. unter 100 nm und sind deshalb für das spätere Recycling kaum relevant /3/. Neue Optionen bestehen im Einsatz von Kaschierklebstoffen mit guten Barrierefunktionen /4/, bei denen die Beschichtung entfallen kann. Siegelseitig wird eine dickere PP-Folie, die oft aus mehreren Schichten koextrudiert wird, gegen die SiOx-beschichtete oPP-Folie kaschiert. Die verwendeten Kaschierkleber basieren i. d. R. auf Polyurethanen. Das Leergewicht eines 500 ml Beutels liegt bei ca. 10 g plus ca. 2 g für den Fall des zusätzlichen Ausgießers. Die Dichte der PP-Typen liegt im Bereich von 0,9 g/cm3. Die Ausgießer und Verschlüsse bestehen hauptsächlich aus Polyolefinen, die im Schiffchenbereich mit der Siegelschicht des Beutels verschweißbar sein müssen. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/01/image-1.png) ##### Bild 1.1: Verbundfolienaufbau für PP Standbodenbeutel mit keramischer Barriere ### Aufbau der PET-Flasche Verglichen mit der unter 1.1. genannten Verbundfolie ist der Wandaufbau der PET-Flasche /5,6/ durch das einheitliche Grundmaterial deutlich einfacher und kann dadurch in wenigen Schritten äußerst wirtschaftlich hergestellt werden /7/. Auch für die Gewichtsreduzierung wurde in den letzten Jahren sehr viel getan. Für die Interpack 2026 werden 500 ml PET-Flaschen für Wasser (ohne zusätzliche Barriere) mit nur noch etwa 5 g Gewicht angekündigt /8/. Die Innenseite der Flasche kann mit SiOx /9/ z. B. mit dem Plasmax-Verfahren von KHS oder mit Kohlenstoff mit dem Actis-Verfahren von Sidel (Tetra Laval) /10,11/ beschichtet werden (Bild 1.2.). Wegen der Vakuumverfahren werden für diese Flaschen etwas höhere Steifigkeiten und damit höhere Flaschengewichte als oben genannt benötigt. Mit den innen liegenden keramischen Schichten wird zudem eine funktionelle Barriere gegen Migration geschaffen, die aktuell im Lebensmittelbereich oft die Voraussetzung dafür ist, PET-Rezyklate einzusetzen /11/. Die Dichten der PET-Typen liegen im für Kunststoffe höheren Bereich von 1,3 g/cm3. Wegen des hohen Dichteunterschiedes können im Rahmen des Recyclings Polyolefine mit niedrigeren Dichten von etwa 0,9 g/cm3 leicht mechanisch von PET separiert werden. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/01/image-2.png)##### Bild 1.2: Wandaufbau einer PET-Flasche mit Innenbeschichtung z.B. aus SiOx und aufgeschrumpften Sleeve Die bedruckten schlauchförmigen Sleeves werden ggf. nach dem Füllen auf die Flasche geschrumpft und bestehen entweder aus PET oder Polyolefinen. --- Quellen: /1/ Jörg D. Schönwald: Stand Up Pouches on the Way to the Future 8. Europäische Standbodenbeutel-Konferenz, 6 und 7. November 2024 /2/ Susanne Zobel-Reusch: STAND-UP POUCHES -SUSTAINABLY WELL POSITIONED WITH PE & PP MONOFILMS, 8.Europäische Standbodenbeutel-Konferenz, 6 und 7. November 2024 /3/ https://www.toppan.com/en/living-industry/packaging/products/barrier\_film/ /4/ The future of MAXIVE a gas barrier adhesive for mono-material packaging 22. Inno-Meeting: Minimalverpackung Flexpack – Trends und Technologien 2025 /5/ https://www.kunststoffe.de/a/grundlagenartikel/polyethylenterephthalat-pet-285552 Ausgabe 12/2025 /6/ Michael Thielen, Klaus Hartwig, Peter Gust: Blasformen von Kunststoff Hohlkörpern, Karl Hanser 2006, Kapitel 3 Streckblasformen /7/ https://www.khs.com/produkte/maschinen-anlagen/detail/khs-innopet-blomax-serie-v /8/https://www.interpack.de/de/Media\_News/interpack\_Magazin/GETR%C3%84NKEVERPACKUNGEN/Getr%C3%A4nkeverpackungen\_News/Die\_leichteste\_Flasche\_der\_Welt /9/ https://competence.khs.com/technologie/erfolgsmodell Innopet Plasmax 12.6.2024 /10/ https://www.sidel.com/machines-repository/sidel-actis-coating/ /11/ https://www.sidel.com/de/about/media/press-release/actis-apr/ > [POUCH vs. PET-FLASCHE Teil 2](https://inno-talk.de/pouch-vs-pet-flasche-teil-2/) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [PET-Flasche, Getränkekarton oder Pouch – was ist recyclingfähiger in der EU?](https://inno-talk.de/pet-flasche-getraenkekarton-oder-pouch-was-ist-recyclingfaehiger-in-der-eu/) - [Suppen & Soßen nachhaltig verpacken – Karton vs. Kunststoff-Standbeutel im Faktencheck](https://inno-talk.de/suppen-sossen-nachhaltig-verpacken-karton-vs-kunststoff-standbeutel-im-faktencheck/) **Kategorien:** Barrierefolien, Folienherstellung/Veredelung, Migration, Wechselwirkungen, Standbeutel **Schlagwörter:** Bernd Knierbein, PC-11-26, PET-Flasche, Pouch --- ### [Flexible Verpackungen 2026: Vom regulatorischen Druck zur Innovations-Rallye](https://inno-talk.de/flexible-verpackungen-2026-vom-regulatorischen-druck-zur-innovations-rallye/) **Published:** Januar 23, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** --- Lange wurde in der Verpackungsbranche über Nachhaltigkeit debattiert – mal als Vision, mal als Marketing-Trend. Doch wer Anfang 2026 durch die Werkshallen europäischer Verarbeiter geht, spürt: Die Zeit des Taktierens ist vorbei. Wir befinden uns mitten in einer der spannendsten Transformationsphasen unserer Industriegeschichte. ### Der 12. August 2026: Ein Datum als Katalysator Mit dem nahenden Stichtag der **Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR)** im August 2026 hat sich die Stimmung grundlegend gewandelt. Was früher als „Ermüdung“ durch immer neue Vorschriften missverstanden wurde, hat sich in **zielgerichteten Pragmatismus** verwandelt. Nachhaltigkeit ist nicht mehr das „Extra-Feature“ für Premium-Marken, sondern das neue Betriebssystem der Branche. ### Warum wir Grund zum Optimismus haben Trotz der Herausforderungen – wie dem PFAS-Verbot und strengen Quoten für den Leerraum – überwiegt die Macher-Mentalität. Warum? Weil die technischen Barrieren für die Kreislaufwirtschaft fallen. Wir sehen heute Lösungen, die vor drei Jahren noch als „nischenhaft“ galten: - **Mono-Materialien** ersetzen komplexe Multilayer, ohne die Haltbarkeit der Produkte zu gefährden. - **Digitale Produktpässe** machen die Wertschöpfungskette endlich transparent. - **Hochwertige Rezyklate (PCR)** finden ihren Weg zurück in funktionale Strukturen. --- ### Best Practice aus Deutschland: Der Kreislauf-Pionier aus Mainz Dass die Kreislaufwirtschaft keine Theorie bleibt, beweist ein aktuelles Leuchtturmprojekt aus Deutschland. Das Mainzer Familienunternehmen **Werner & Mertz (Frosch)** hat gemeinsam mit dem Verpackungsspezialisten Mondi den Standbodenbeutel revolutioniert. Der Durchbruch 2025/2026: Nachdem bereits ein vollständig recyclingfähiger Mono-PE-Beutel etabliert wurde, ist den Partnern nun der nächste Meilenstein gelungen: Der Beutel enthält erstmals 27 % Post-Consumer-Rezyklat (PCR) direkt aus dem „Gelben Sack“. ([Quelle](https://werner-mertz.de/nachhaltiger-standbeutel/?utm_source=chatgpt.com)) [Meilensteine der Werner & Mertz Rezyklat-Initiative](https://www.youtube.com/watch?v=yk3HnyiN1bM) **Video-Auszüge: Die Rezyklat-Initiative im Überblick** - **Pionierarbeit:** Seit 2012 Entwicklung von Kreisläufen für PET, PE und PP aus dem Gelben Sack. - **Meilensteine:** Von ersten Flaschen mit 20 % PCR (2014) über 100 % HDPE-Flaschen (2016) bis hin zu PP-Verschlüssen. - **Skalierung:** Rekord von einer Milliarde 100 % PCR-Flaschen im Jahr 2025. - **Fokus Beutel:** Entwicklung patentierter Standbodenbeutel aus Monomaterial (Mondi) für maximale Recyclingfähigkeit. --- ### Fazit: Die Zukunft ist flexibel – und kreislauffähig Die kommenden zwei bis drei Jahre werden herausfordernd, bieten Flexpack-Unternehmen, die jetzt investieren, aber eine beispiellose Chance. Kreislauffähigkeit ist für viele Flexpack-Produzenten jedoch bereits heute Routine. Standardisierte Produkte mit deutlich verbesserter Recyclingfähigkeit sind für fast alle Produkte erhältlich. Doch warum stockt noch der Absatz? Wo liegen die Hürden, die zu einem disruptiven Mono-Material-Shift führen? Sind es die Qualifizierungsprozesse, der Kostendruck oder die Sorgen um die Marken-Kommunikation mit oder ohne Green? Der europäische Gesetzgeber kennt nur noch eine Richtung: die Kreislaufwirtschaft – und das vor alle, für Plastikverpackungen. Mehr zum Thema Kreislaufwirtschaft und Flexpack finden Sie auch in unseren Weiterbildungsangeboten. [Weiterbildung Kreislaufwirtschaft](https://www.innoform-coaching.de/themen/kreislaufwirtschaft-ppwr-und-recycling) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Neuigkeiten, Standbeutel --- ### [POUCH vs. PET BOTTLE](https://inno-talk.de/en/pouch-vs-pet-flasche/) **Published:** Januar 28, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** **PP stand-up pouches vs. PET bottles for high-quality and sensitive fillings** **– a report by Dr. Bernd Knierbein** As of January 2026 Part 1 of 5 ## **Introduction** Stand-up pouches and PET bottles dominate the European packaging market like no other plastic solution. In 2023 alone, around 59 billion stand-up pouches and approximately 135 billion PET bottles were produced /1/. These figures impressively underscore the central role both types of packaging play in everyday life—from food to sensitive premium products. The following articles compare both packaging concepts specifically for particularly demanding applications—along the entire process chain from production and filling to use: - The sterilizable PP stand-up pouch with barrier properties, opening and optional closure systems - The PET bottle with barrier, closure, and aseptic filling technology The aim is to clearly identify the respective strengths and limitations of both solutions in the context of high-quality and sensitive filling materials. ## Triplex film structure for stand-up pouches The PP stand-up pouch is constructed from a multi-layer composite (Figure 1.1): The outer side of the film composite /2/ consists of a counter-printed OPP film laminated to a SiOx-coated OPP film. The SiOx coating thicknesses are very low, generally less than 100 nm, and are therefore hardly relevant for subsequent recycling /3/. New options exist in the use of laminating adhesives with good barrier functions /4/, which eliminate the need for coating. On the sealing side, a thicker PP film, which is often coextruded from several layers, is laminated onto the SiOx-coated OPP film. The laminating adhesives used are usually based on polyurethanes. The empty weight of a 500 ml bag is approx. 10 g plus approx. 2 g in the case of the additional spout. The density of the PP types is in the range of 0.9 g/cm³. The spouts and closures are mainly made of polyolefins, which must be weldable to the sealing layer of the bag in the shuttle area. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/01/image-1.png) ##### Figure 1.1: Composite film structure for PP stand-up pouches with ceramic barrier ### Structure of the PET bottle Compared to the composite film mentioned in 1.1, the wall structure of the PET bottle /5,6/ is significantly simpler due to the uniform base material and can therefore be manufactured extremely economically in just a few steps /7/. A great deal has also been done in recent years to reduce weight. For Interpack 2026, 500 ml PET bottles for water (without additional barrier) weighing only about 5 g have been announced /8/. The inside of the bottle can be coated with SiOx /9/, e.g., using the Plasmax process from KHS, or with carbon using the Actis process from Sidel (Tetra Laval) /10,11/ (Figure 1.2.). Due to the vacuum process, these bottles require slightly higher rigidity and therefore higher bottle weights than those mentioned above. The internal ceramic layers also create a functional barrier against migration, which is currently often a prerequisite for the use of PET recyclates in the food sector /11/. The densities of PET types are in the higher range for plastics, at 1.3 g/cm³. Due to the high difference in density, polyolefins with lower densities of around 0.9 g/cm³ can be easily separated from PET mechanically during recycling. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/01/image-2.png)##### Figure 1.2: Wall structure of a PET bottle with an inner coating, e.g., made of SiOx, and a shrunk sleeve The printed tubular sleeves are shrunk onto the bottle after filling, if necessary, and are made of either PET or polyolefins. --- Sources: /2/ Susanne Zobel-Reusch: STAND-UP POUCHES -SUSTAINABLY WELL POSITIONED WITH PE & PP MONOFILMS – 8th European Stand-up Pouch Conference, 6 and 7 November 2024 /1/ Jörg D. Schönwald: Stand Up Pouches on the Way to the Future – 8th European Stand-up Pouch Conference, 6 and 7 November 2024 /3/ https://www.toppan.com/en/living-industry/packaging/products/barrier\_film/ /4/ The future of MAXIVE a gas barrier adhesive for mono-material packaging – 22. Inno-Meeting: Minimum packaging Flexpack – Trends and Technologies 2025 /5/ https://www.kunststoffe.de/a/grundlagenartikel/polyethylenterephthalat-pet-285552, edition 12/2025 /6/ Michael Thielen, Klaus Hartwig, Peter Gust: Blasformen von Kunststoff Hohlkörpern, Karl Hanser 2006, Chapter 3 stretch blow moulding /7/ https://www.khs.com/produkte/maschinen-anlagen/detail/khs-innopet-blomax-serie-v /8/https://www.interpack.de/de/Media\_News/interpack\_Magazin/GETR%C3%84NKEVERPACKUNGEN/Getr%C3%A4nkeverpackungen\_News/The\_lightest\_Bottle\_of the\_World /9/ https://competence.khs.com/technologie/erfolgsmodell Innopet Plasmax 12.6.2024 /10/ https://www.sidel.com/machines-repository/sidel-actis-coating/ /11/ https://www.sidel.com/de/about/media/press-release/actis-apr/ > [POUCH vs PET BOTTLE Part 2](https://inno-talk.de/en/pouch-vs-pet-bottle-part-2/) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Replace- anstatt Refill-Standbeutel](https://inno-talk.de/replace-anstatt-refill-standbeutel/) - [New stand-up pouch studie](https://inno-talk.de/new-stand-up-pouch-studie/) **Kategorien:** barrier films, Film production / Converting, Stand-up pouches --- ### [POUCH vs. PET-FLASCHE Teil 2](https://inno-talk.de/pouch-vs-pet-flasche-teil-2/) **Published:** Januar 29, 2026 **Author:** Eva Kettelmann **Content:** **PP-Standbeutel vs. PET-Flasche für hochwertige und empfindliche Füllgüter** **– ein Bericht von Dr. Bernd Knierbein** Stand: Januar 2026 Teil 2 von 5, Teil 1 finden Sie hier: [Zu Teil 1](https://inno-talk.de/pouch-vs-pet-flasche/) ## **2. Herstellprozesse für die Verpackungen** Die Herstellprozesse beider Verpackungen unterscheiden sich deutlich in Aufwand und Effizienz bedingt durch die unterschiedlichen Produktionsprinzipien. Für die Folien des Beutels kommen kontinuierliche Verfahren wie Extrudieren, Drucken und Kaschieren zum Einsatz, während für die Flaschen fast ausschließlich diskontinuierlich Prozesse wie Spritzgießen und Streckblasen eingesetzt werden. Generell kann festgestellt werden, dass bei jedem einzelnen kontinuierlichen Prozess höhere Anfahrverluste auftreten als bei diskontinuierlichen Prozessen wie Spritzgießen und Streckblasen. #### 2.1 Urformverfahren Als Urformen bezeichnet man das Herstellen fester geometrischer Körper, wie Formteile aus formlosen Stoffen wie z. B. Granulaten. Diese Verfahren sind für Thermoplaste die wichtigste Art der Formgebung. Eine Nachbearbeitung kann in den vielen Fällen wie z. B. beim Spritzgießen unterbleiben. ##### 2.1.1 Kontinuierliche Extrusionsprozesse Die Folienbestandteile des Beutels werden generell in kontinuierlichen Extrusionsverfahren hergestellt und ebenfalls in kontinuierlichen Verfahren für Beschichtungen, Bedruckungen und Kaschierungen weiterverarbeitet. Die Extrusion selbst erfolgt sowohl im Flachfolien- (Prinzipskizze s. Bild 2.1.) als auch im Blasfolienverfahren (Prinzipskizze s. Bild 2.2.) /2, 12 /. Reale Flachfolienanlagen sind beispielhaft unter /13/ zu finden. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/01/image-3.png) ***Bild 2.1. Prinzipskizze für Flachfolienanlagen*** Sortenreine saubere Produktionsanfälle wie Randabschnitte können in der Folienproduktion nach dem Aufnehmen und Zerkleinern direkt wiederverwendet werden. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/01/image-4.png)***Bild 2.2. Prinzipskizze für Blasfolienanlagen*** Reale Herstellanlagen sind beispielhaft unter /2/ zu finden. ##### **2.1.2 Diskontinuierliche Verfahren beim Beutel für den Ausgießer** Die Ausgießerteile werden diskontinuierlich im üblichen Spritzgießen hergestellt /14,15/ und später zum Einschweißen in den Beutel beigestellt. ##### **2.1.3 Diskontinuierliche Verfahren für den Preform für die Flasche** Der Preform wird beim zweistufigen Spritzstreckblasen diskontinuierlich im Spritzgießen mit möglichst sehr hohen Formnestzahlen in Werkzeugen (n > 100 möglich) getrennt von den späteren Streckblasprozessen hergestellt. /14,16/. Die abgekühlten Preforms werden in Kartons oder Oktabins zur Spritzblasmaschine gebracht und dort in Bunker gefüllt. Die Preforms können dann in der der Füllmaschine vorgeschalteten Streckblasmaschine aufgeblasen werden. #### 2.2 Konvertierungen (Weiterverarbeitungen) ##### 2.2.1. Standbodenbeutel ##### 2.2.1.1. SiOx- Beschichtung von oPP Die Beschichtungen der transparenten Barriere erfolgt i. d.R. batchweise unter Hochvakuum, was einen hohen Anlagen- und Prozessaufwand bedingt. Die aktuellen Beschichtungsbreiten in solchen Anlagen liegen deutlich über 2 m. Die dafür notwendigen Anlagen sind mittlerweile an mehreren Herstellorten in Europa, Amerika und Asien verfügbar /3/. Um die Nachteile des Batchbetriebes am Coater zu umgehen, wurde das Rolle-zu-Rolle-Verfahren entwickelt /17/. - Abwicklung der Folie unter Umgebungsdruck - Einführung durch ein Schleusensystem in die Vakuumkammer - Aufbringung der SiOx-Schicht unter Plasma in der Vakuumkammer - Ausführung der Folie durch ein Schleusensystem auf Umgebungsdruck und Aufwicklung ##### 2.2.1.2 Bedruckungen Die Konterbedruckung auf oPP-Folie ist mit zwei Verfahren üblich: - Flexodruck - Tiefdruck (/18/ s. Bild 2.3.) ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/01/image-5.png)***Bild 2.3. Tiefdruckanlage*** Als Alternative zum Konterdruck (s. Bild 1.1.) ist auch der Frontale Flexodruck auf der Außenseite des Verbundes möglich, der aber für höhere Belastungen wie bei Pasteurisation und Sterilisation weniger geeignet ist. Für kleinere Auflagen ohne Sterilisationsbelastungen ist auch der Digitaldruck möglich. ##### 2.2.1.3 Kaschierungen Im Fall des Triplex-Verbundes werden zwei Kaschierungen benötigt. Bei der Konterbedruckung sind folgende Schritte sinnvoll: - Vorverbund: oPP+SiOx/cPP - Endverbund: oPP+Konterdruck + Vorverbund Grundsätzliche Verluste durch Anfahr- und Schneideprozesse: Für alle Folienverarbeitungsschritte sind Schneideprozesse für den Randbeschnitt der weiteren Verarbeitungsbreiten für Kaschieren, Drucken und Beutelmaschinen notwendig. Die Schneidabfälle sind hier wegen der fehlenden Sortenreinheit weniger recyclingfreundlich als bei der o. g. sortenreinen Extrusion. ##### 2.2.1.4 Schweißen der Beutelkontur und ggf. Einschweißen des Ausgießers Am Ende der Konvertierung wird die Beutelkontur geschweißt. In vielen Fällen werden in der Beutelmaschine Unter- und Oberbahn sowie der Bodenstreifen getrennt zugeführt. Hierbei kann für den Bodenstreifen auch eine andere Folienstruktur gewählt werden, z. B. für eine bessere Fallfestigkeit oder andere gewünschte Eigenschaften. Als Schweißverfahren wird üblicherweise das Heizelementschweißen mit Heiz- und Kühlbacken eingesetzt. Typische Zykluszeiten liegen bei 1 s, d. h. bei zweibahniger Herstellung liegt der Ausstoß bei ca. 7000 Beuteln/h. Kleinere Beutel können auch mit deutlich höheren Bahnzahlen und entsprechend größeren Mengen pro Zeit hergestellt werden. Ein weiteres Schweißverfahren ist der Ultraschall, für den schon erste kommerzielle Anwendungen sowohl für das Beutel- als auch für das Ausgießereinschweißen /19, 20/ existieren. Schon bei der Leerbeutelherstellung kann ein Ausgießer eingesetzt werden, was aber zu einer deutlich aufwendigeren Logistik der Leerbeutel führt, da diese nicht mehr flach gepackt werden können und deshalb auf Schienen aufgefädelt werden. ##### 2.2.1.5 Weitere Öffnungs- und Verschließhilfen Für größere Beutelöffnungen, ggf. bei stückigen Füllgütern, eignen sich als reine Öffnungshilfe Laserperforationen im Kopfbereich des Beutels oder – wenn der Wiederverschluss erwünscht ist – der eingeschweißte Reißverschluss. Bei diesen Verschlussarten kann nur durch das obere offene Beutelende gefüllt werden, das danach durch Schweißen verschlossen wird. #### 2.3 Sleeve für PET-Flasche Die Sleevefolie zur Ummantelung der PET-Flasche ist die einzige Komponente, die für die Flasche kontinuierlich hergestellt wird. Hierbei können die unter 2.2.1.2 genannten Druckverfahren eingesetzt werden. ##### **Tabelle zu Kapitel 2** Die Tabellen sind in der vergleichenden Bewertung farblich hinterlegt: - Grün: Unproblematisch und in großen Stückzahlen gut herstellbar - Gelb: Kein grundsätzliches Problem, aber aufwändig - Rot: Kritische Prozesse mit Risiken und/oder hohen Aufwänden ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/01/image-7-1024x879.png) Quellen: /12/ Christian Hopmann, Walter Michaeli: Einführung in die Kunststoffverarbeitung 8. Aktualisierte Auflage 2017, Kapitel 6.1.2.3. Anlagenbeispiele Flachfolien- und Blasfolienextrusionsanlage /13/ Benjamin Pott, Evaluating the Potential of Cast Films and MDO Technology, Inno-Meeting: Minimalverpackung Flexpack – Trends und Technologien 2025 /14/ Christian Hopmann, Walter Michaeli: Einführung in die Kunststoffverarbeitung 8. Aktualisierte Auflage 2017, Kapitel 6.3. Spritzgießen /15/ Lea Middendorf: Sustainability and technology combined -Spouts for stand-up pouches, 8. Europäische Standbodenbeutel-Konferenz, 6 und 7. November 2024 /16/ Christian Hopmann, Walter Michaeli: Einführung in die Kunststoffverarbeitung 8. Aktualisierte Auflage 2017, Kapitel 6.2.2. Streckblasen /17/ , Juli 2022 /18/https://www.bobst.com/chde/produkte/tiefdruck/tiefdruckmaschinen/ /19/ Stefano Di Maiolo: High-performancemono-material pouches with ultrasonic sealing, 8. Europäische Standbodenbeutel-Konferenz, 6 und 7. November 2024 /20/ Michael Baumann SUP’s & PPWR – Valuetainable with ultrasonic sealing 8. Europäische Standbodenbeutel-Konferenz, 6 und 7. November 2024 > [POUCH vs. PET-FLASCHE Teil 3](https://inno-talk.de/pouch-vs-pet-flasche-teil-3/) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [New stand-up pouch studie](https://inno-talk.de/new-stand-up-pouch-studie/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** Barrierefolien, Folienherstellung/Veredelung, Migration, Wechselwirkungen, Standbeutel **Schlagwörter:** Dr. Bernd Knierbein, PC-11-26, Pouch --- ### [POUCH vs PET BOTTLE Part 2](https://inno-talk.de/en/pouch-vs-pet-bottle-part-2/) **Published:** Februar 2, 2026 **Author:** Eva Kettelmann **Content:** **PP stand-up pouches vs. PET bottles for high-quality and sensitive fillings** **– a report by Dr. Bernd Knierbein** As by January 2026, part 2 from 5, part 1 here: [Part 1:](https://inno-talk.de/en/pouch-vs-pet-flasche/) ## 2. **Manufacturing processes for packaging** The manufacturing processes for both types of packaging differ significantly in terms of complexity and efficiency due to the different production principles. Continuous processes such as extrusion, printing and laminating are used for the films in the bags, while almost exclusively discontinuous processes such as injection moulding and stretch blow moulding are used for the bottles. In general, it can be said that each individual continuous process incurs higher start-up losses than discontinuous processes such as injection moulding and stretch blow moulding. #### 2.1 Primary moulding process Primary moulding refers to the production of solid geometric bodies, such as moulded parts from formless materials such as granulates. These processes are the most important type of shaping for thermoplastics. In many cases, such as injection moulding, no post-processing is required. ##### 2.1.1 Continuous extrusion processes The film components of the bag are generally manufactured using continuous extrusion processes and are also further processed using continuous processes for coating, printing and laminating. The extrusion itself is carried out using both flat film (see schematic diagram in figure 2.1) and blown film processes (see schematic diagram in figure 2.2) /2, 12/. Examples of actual flat film systems can be found in /13/. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/01/image-8.png)***Figure 2.1. Schematic diagram of flat film systems*** Pure clean production waste such as edge trimmings can be reused directly in film production after collection and shredding. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/01/image-9.png)***Figure 2.2. Schematic diagram of blown film lines*** Real manufacturing facilities can be found, for example, under /2/. ##### **2.1.2 Discontinuous process for the bag for the spout** The spout parts are manufactured discontinuously using conventional injection moulding /14,15/ and later added to the bag for welding. ##### **2.1.3 Discontinuous processes for the bottle preform** The preform is produced discontinuously in injection moulding with the highest possible number of cavities in moulds (n > 100 possible) separately from the subsequent stretch blow moulding processes in a two-stage injection stretch blow moulding process. /14,16/. The cooled preforms are transported in cartons or octabins to the injection blow moulding machine, where they are filled into hoppers. The preforms can then be blown up in the stretch blow moulding machine upstream of the filling machine. #### 2.2 Conversions (further processing) ##### 2.2.1. Stand-up Pouches ##### 2.2.1.1. SiOx coating of OPP The transparent barrier coatings are usually applied in batches under high vacuum, which requires a high level of plant and process expenditure. The current coating widths in such plants are well over 2 m. The necessary equipment is now available at several manufacturing sites in Europe, America and Asia /3/. The roll-to-roll process was developed to avoid the disadvantages of batch operation on the coater /17/. - Unwinding the film at ambient pressure - Introduction into the vacuum chamber via a lock system - Application of the SiOx layer under plasma in the vacuum chamber - Transfer of the film through an airlock system to ambient pressure and winding ##### 2.2.1.2 Printings There are two common methods for printing on the reverse side of OPP film: - Flexographic printing - Gravure printing (/18/ see figure 2.3.) ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/01/image-11.png)***Figure 2.3. Gravure printing press*** As an alternative to reverse printing (see figure 1.1), frontal flexographic printing on the outside of the composite is also possible, but this is less suitable for higher loads such as pasteurisation and sterilisation. Digital printing is also possible for smaller print runs without sterilisation loads. ##### 2.2.1.3 Laminations In the case of the triplex composite, two laminations are required. The following steps are recommended for reverse printing: - Pre-composite: oPP+SiOx/cPP - Final composite: oPP + reverse printing + pre-composite Fundamental losses due to start-up and cutting processes: Cutting processes are necessary for all film processing steps in order to trim the edges of the further processing widths for laminating, printing and bag machines. Due to the lack of purity of type, the cutting waste is less recyclable than in the above-mentioned pure extrusion. ##### 2.2.1.4 Welding the bag contour and, if necessary, welding in the spout At the end of the conversion process, the bag contour is welded. In many cases, the upper and lower webs and the bottom strip are fed into the bag machine separately. A different film structure can also be selected for the bottom strip, e.g. for better drop resistance or other desired properties. The welding process used is usually heating element welding with heating and cooling jaws. Typical cycle times are around 1 second, which means that with two-lane production, output is around 7,000 bags per hour. Smaller bags can also be produced with significantly higher lane numbers and correspondingly larger quantities per unit of time. Another welding method is ultrasound, for which initial commercial applications already exist for both bag and spout welding /19, 20/. A spout can be inserted during the production of empty bags, but this leads to significantly more complex logistics for the empty bags, as they can no longer be packed flat and therefore have to be threaded onto rails. ##### 2.2.1.5 Additional opening and closing aids For larger bag openings, e.g. for chunky fillings, laser perforations in the top of the bag are suitable as an opening aid or, if resealing is desired, a heat-sealed zip. With these types of closure, filling is only possible through the upper open end of the bag, which is then sealed by heat sealing. #### 2.3 Sleeve for PET bottle The sleeve film used to coat the PET bottle is the only component that is manufactured continuously for the bottle. The printing processes mentioned in 2.2.1.2 can be used for this purpose. ##### Table for Chapter 2 The tables are colour-coded in the comparative assessment: - Green: Uncomplicated and easy to manufacture in large quantities - Yellow: Not a fundamental problem, but time-consuming - Red: Critical processes involving risks and/or high costs ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/01/image-12.png) > [POUCH vs PET BOTTLE Part 3](https://inno-talk.de/en/pouch-vs-pet-bottle-part-3/) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [1,7 Millionen Tonnen mehr Verpackung durch steigenden Konsum](https://inno-talk.de/17-millionen-tonnen-mehr-verpackung-durch-steigenden-konsum/) - [POUCH vs. PET-FLASCHE](https://inno-talk.de/pouch-vs-pet-flasche/) **Kategorien:** barrier films, barrier films, Film production / Converting, Stand-up pouches **Schlagwörter:** Dr. Bernd Knierbein, PC-11-26, Pouch --- ### [Mechanische Folienprüfung – Der Zugversuch](https://inno-talk.de/mechanische-folienpruefung-der-zugversuch/) **Published:** Februar 4, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Ein Nachbericht zum Webseminar mit Daniel Wachtendorf* Am 27. Januar 2026 fand unser Webseminar **„Mechanische Folienprüfung – Der Zugversuch“** statt. Referent **Dr. Daniel Wachtendorf**, promovierter Chemiker aus dem Innoform Testservice, führte mit viel Praxisnähe und fundierter Expertise durch die Veranstaltung. Bereits im Einstieg wurde deutlich: Der Zugversuch ist und bleibt **eine der wichtigsten Basisprüfungen**, wenn es um das Verständnis des mechanischen Verhaltens von Kunststofffolien geht – sowohl für die Herstellung als auch für die Qualitätssicherung und Entwicklung neuer Verpackungslösungen. --- ## **Klarer Überblick über Normen, Prüfparameter und praxisrelevante Kennwerte** Daniel strukturierte den ersten Teil des Seminars rund um die zentralen Normen (z. B. **DIN EN ISO 527**, **ASTM D882**) und zeigte auf, welche Rahmenbedingungen für **vergleichbare Prüfungen** entscheidend sind. Dazu gehören: - Konditionierung nach **ISO 291** - Einflüsse von Temperatur, Feuchte und Einspannbedingungen - Die Bedeutung der korrekten Probenvorbereitung - Wahl der geeigneten Prüfgeschwindigkeit abhängig vom Materialverhalten Besonders geschätzt wurde die praxisnahe Darstellung, wie schon kleinste Fehler im Zuschnitt oder in der Einspannung zu unzuverlässigen oder schwer vergleichbaren Ergebnissen führen können. --- ## **Live‑Demonstration: Wie der Zugversuch im Labor wirklich abläuft** Ein Highlight war wie immer die **Video-Livevorführung**, in der die einzelnen Schritte – vom Präzisionszuschnitt über das Dickenmessgerät bis hin zur Einspannung in pneumatische Prüfbacken – anschaulich erklärt wurden. Besonders eindrucksvoll: Der direkte Vergleich verschiedener Backenkombinationen und deren Auswirkung auf die Bruchdehnung. Hier zeigte sich, wie stark z. B. **Plan-Plan-Klemmung** die Ergebnisse verfälschen kann. --- ## **Vertiefung: Kennwerte verstehen und richtig interpretieren** Im zweiten Teil ging es um die Frage: **Welche Kennwerte liefert uns der Zugversuch – und wie sind sie einzuordnen?** Behandelt wurden unter anderem: - Zugfestigkeit (erstes Maximum) - maximale Spannung - Dehnung bei Bruch und bei Höchstkraft - Sekantenmodul (1 % und 2 %), ein zentraler Wert für die **Prozessstabilität auf Verarbeitungsmaschinen** - Einfluss der Einspannlänge (50 mm vs. 100 mm) Die Beispiele zeigten eindrücklich, wie unterschiedlich PA-, PET- und PE-Folien reagieren und wie entscheidend die Wahl der Parameter für reproduzierbare Ergebnisse ist. --- ## **Einblicke in Siegelnahtfestigkeit und Verbundhaftung – kleine Extras mit großer Wirkung** Wie angekündigt gab es zusätzlich einen **praxisnahen Exkurs** zur: - **Siegelnahtfestigkeit** (inkl. Peel vs. Festversiegelung, Einfluss von Temperatur, Druck und Zeit, typische Rissbilder nach DIN 55529) - **Verbundhaftung** nach DIN 53357 sowie typische Fehlerbilder und Einflussgrößen Gerade diese Themen stoßen in der Branche auf stark zunehmendes Interesse, da sie für die Qualität moderner Verbundfolien – insbesondere im Recyclingkontext – zunehmend entscheidend sind. --- --- ## **Fazit: Ein intensives und wertvolles Webseminar für alle, die Folien wirklich verstehen wollen** Die Resonanz war durchweg positiv. Viele Teilnehmende betonten erneut, wie hilfreich die Kombination aus Theorie, Laborpraxis und realen Vergleichsdaten ist. Mit diesem Seminar stärken wir weiter unseren Anspruch, **führender Wissenspartner im Bereich flexible Verpackungen** zu sein – sowohl über den Testservice in Oldenburg als auch über Innoform Coaching. [Aufzeichnung ansehen und erwerben](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/mechanische-folienpruefung-der-zugversuch-mit-vorfuehrungen-2026) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Folien-Material-Analyse Podcast mit Daniel Wachtendorf](https://inno-talk.de/folien-material-analyse-podcast-mit-daniel-wachtendorf/) - [Thema: Folienprüfung, Spezifikation, Normen & Co.](https://inno-talk.de/thema-folienpruefung-spezifikation-normen-co/) **Kategorien:** Folienprüfung & Analytik, Q-Management/ Hygiene **Schlagwörter:** Folienverpackung, Mechanische Folienprüfungen, Zugversuch --- ### [Digitalisierung als Schlüssel zur PPWR-Konformität](https://inno-talk.de/digitalisierung-als-schluessel-zur-ppwr-konformitaet/) **Published:** Februar 6, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *40. Inno‑Talk mit über 550 TeilnehmerInnen* Die PPWR rückt mit großen Schritten näher – und spätestens der 12. August 2026 zeigt: Die Zeit drängt. In unserem heutigen **Inno‑Talk** wurde erneut deutlich, wie stark Unsicherheit und Informationsflut die Branche beschäftigen. Gleichzeitig wurden konkrete Wege aufgezeigt, wie Unternehmen sich strukturiert und zukunftssicher aufstellen können. **Till Isensee (Tilisco)** machte klar: Die größten Hürden sind nicht fehlende Gesetze – sondern die Menge an Informationen, Interpretationen und stetigen Änderungen. Viele Unternehmen verfügen zwar über technische Daten, doch für umfassende PPWR‑Konformität fehlen oft Details, Aktualität und belastbare Prozesse. Besonders kleinere Firmen stehen hier vor enormen Herausforderungen. **Benedikt Brenken (R-Cycle)** zeigte anschließend den digitalen Ausweg: Standardisierte Daten, automatisierte Workflows und offene Formate sind der Schlüssel, um die Dokumentationspflichten effizient zu meistern. Sein Beispiel demonstrierte beeindruckend, wie eine standardisierte Datenstruktur aus mehreren Komponenten in Sekunden klare Kennzahlen wie Recyclinganteile liefert – statt mühsamer Excel‑Arbeit. Die Quintessenz des Talks: - **PPWR kommt – und zwar schneller, als viele glauben.** - **Datenorganisation ist Pflicht**, nicht Kür. - Digitale Tools können den Aufwand massiv reduzieren. - **Lieferkettenkommunikation wird entscheidend** – denn Hersteller und Markeninhaber sitzen im selben Boot. Wir bedanken uns bei allen Speakern und Teilnehmenden. Der nächste [Inno‑Talk findet am **20. März** s](https://inno-talk.de/events/INT-03-26/)tatt – dann in deutscher Sprache und mit Fokus auf **funktionale Papiere und papierbasierte Verpackungen**. Und wer tiefer einsteigen möchte: Unser neuer Kongress **Inno-Fiber** am 15. und 16. April 2026 in Osnabrück bietet dafür den perfekten Rahmen. Und hier können Sie sich die englischsprachige Aufzeichnung ansehen: [Zum 40. Inno-Talk](https://inno-talk.de/events/INE-02-26/) ### Verwandte Episoden - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [PPWR und Flexpack: Pflichten, Verbote & Designspielräume](https://inno-talk.de/ppwr-und-flexpack-pflichten-verbote-designspielraeume/) **Kategorien:** Entsorgung / Recycling, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Q-Management/ Hygiene **Schlagwörter:** PPWR --- ### [Digitalization as the Key to PPWR Compliance](https://inno-talk.de/en/digitalization-as-the-key-to-ppwr-compliance/) **Published:** Februar 6, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *40th Inno-Talk with more than 550 participants* The PPWR is fast approaching – and 12 August 2026, at the latest, shows that time is running out. In today’s **Inno‑Talk**, it once again became clear how much uncertainty and information overload are affecting the industry. At the same time, concrete ways were identified in which companies can position themselves in a structured and future-proof manner. **Till Isensee (Tilisco)** made it clear: The biggest hurdles are not a lack of legislation, but rather the sheer volume of information, interpretations and constant changes. Although many companies have technical data at their disposal, they often lack the details, up-to-date information and robust processes required for comprehensive PPWR compliance. Smaller companies in particular face enormous challenges in this regard. Benedikt Behnken (R-Cycle) then presented the digital solution: standardised data, automated workflows and open formats are the key to efficiently meeting documentation requirements. His example impressively demonstrated how a standardised data structure consisting of several components can deliver clear key figures such as recycling rates in seconds – instead of laborious Excel work. The essence of the talk: - **PPWR is coming – and faster than many people think.** - Data organisation is a must, not optional. - Digital tools can massively reduce the effort involved. - **Supply chain communication is becoming crucial** – because manufacturers and brand owners are in the same boat. We would like to thank all speakers and participants. [The next Inno-Talk will take place on the 20th of March](https://inno-talk.de/events/INT-03-26/) – this time in German and focusing on functional papers and paper-based packaging. And for those who want to dive deeper into the subject, our new Inno-Fiber conference in Osnabrück in April offers the perfect setting. And here you can watch the English-language recording: [To 40th Inno-Talk](https://inno-talk.de/events/INE-02-26/) ### Verwandte Episoden - [Frank Jacobs von XEIKON zu Toner- und Inkjet Digitaldruck](https://inno-talk.de/frank-jacobs-von-xeikon-zu-toner-und-inkjet-digitaldruck/) - [Grundlagen der PPWR](https://inno-talk.de/grundlagen-der-ppwr/) - [Digitalisierung als Schlüssel zur PPWR-Konformität](https://inno-talk.de/digitalisierung-als-schluessel-zur-ppwr-konformitaet/) **Kategorien:** Disposal / Recycling, Food packaging, Inno-Talk.eu, Q-Management/Hygiene --- ### [Neue INNO-Fiber Konferenzreihe – Fokus auf faserbasierte, flexible Verpackungen](https://inno-talk.de/neue-inno-fiber-konferenzreihe-fokus-auf-faserbasierte-flexible-verpackungen/) **Published:** Februar 10, 2026 **Author:** Eva Kettelmann **Content:** **Hasbergen/Osnabrück, Februar 2026** – Mit der **INNO-Fiber** startet Innoform Coaching eine neue Veranstaltungsreihe, die sich exklusiv den Chancen und Herausforderungen faserbasierter Verpackungsmaterialien widmet. Die Premiere am **15. und 16. April 2026** führt die Teilnehmenden ins **Hotel Remarque** und am zweiten Tag zu **Felix Schoeller in Osnabrück**. Sie richtet sich an alle, die nachhaltige Verpackungslösungen entwickeln, herstellen oder einsetzen. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-5.png)Die Auftaktkonferenz steht unter dem Motto **„Funktionelle Papiere für Verpackungsanwendungen“**. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Entwicklungen bei **Barriereeigenschaften, Siegelfähigkeit und mechanischer Belastbarkeit**, Schlüsselfaktoren für leistungsfähige und anspruchsvolle Verpackungslösungen. Branchenexpert: innen und führende Forschende präsentieren praxisnah, wie innovative **Beschichtungen, Additive und neuartige Papierstrukturen** funktionieren und welchen Einfluss sie auf die **Recyclingfähigkeit und regulatorischen Anforderungen** haben. **Highlights der Veranstaltung:** - Inspirierende Fachvorträge zu **Trends, Technologien und Strategien** für Papier in flexiblen Verpackungen - Praxisnahes Networking bei **Felix Schöller** am Standort Osnabrück - **Zukunftsweisende** Diskussion zur **„Paperisation**“: Treiber, Chancen und Herausforderungen - Exklusive Einblicke in neue **Faserrohstoffe** wie die **Silphie-Faser** zur Reduktion des CO₂-Fußabdrucks - Direkter **Technologievergleich:** **Multi-Layer Curtain vs. 5-Lagen Extrusion** - **Persönlicher Austausch** in entspannter Atmosphäre, inklusive Tapas Vorabend-Event und traditionellem Bierabend. Die Teilnahmegebühr für die Präsenzveranstaltung beträgt **1.490 €** und umfasst sämtliche Unterlagen, Verpflegung, Shuttle zum Werk von Felix Schoeller am 2. Tag sowie eine offizielle Teilnahmebestätigung. Im **Livestream** kann die Konferenz für **799 € live** und später noch als Aufzeichnung verfolgt werden. **Warum INNO-Fiber?** INNO-Fiber ist eine Plattform für Innovation in der Praxis für flexible Verpackungen. Im Mittelpunkt steht der fachliche Austausch über die Rolle faserbasierter Verpackungen in der Kreislaufwirtschaft. Angesprochen sind Expert:innen aus der Verpackungsindustrie, Markenhersteller, Handel, Recycler und Converter, die gemeinsam Lösungen entwickeln, Erfahrungen teilen und die Zukunft nachhaltiger Verpackungen aktiv mitgestalten wollen. **Termin & Ort:** 15\. April 2026, 09:30 Uhr – 16. April 2026, 14:10 Uhr Tag 1: Hotel Remarque, Natruper-Tor-Wall 1, 49076 Osnabrück Tag 2: Felix Schoeller Holding GmbH & Co. KG, Burg Gretesch 1, 49086 Osnabrück **Weitere Informationen und Anmeldung** unter: **Pressekontakt** Innoform Coaching GmbH Eva Kettelmann Tel. +49 5405 80767-27 [ek@innoform.eu](mailto:wi@innoform.eu) **Über Innoform Coaching GmbH** Die Innoform Coaching GmbH ist die Nachfolgerin der Innoform Coaching eGbR, die bisher alle Innoform Veranstaltungen organisiert und durchgeführt hat. Innoform Coaching GmbH steht für Expertentreffen, Branchen-Meetings und Weiterbildung im Bereich flexibler Verpackungen. Seit über zwei Jahrzehnten vernetzen Konferenzen, Seminare, Webseminare und Podcasts der Marke Innoform Fachkräfte entlang der gesamten Flexpack-Wertschöpfungskette. **Über Felix Schoeller** Felix Schoeller macht die Kraft des Papiers nutzbar. Der Spezialpapierhersteller befähigt Kunden und Partner, Lösungen zum Wohl der Menschen und des Planeten zu entwickeln. Das 1895 gegründete Familienunternehmen mit 14 Standorten in neun Ländern bietet bewährte Papierlösungen von Foto- und Digitaldruckpapieren über Dekorpapiere für die Möbel- und Holzindustrie, Trennpapiere für Medizinprodukte und industrielle Anwendungen und Sublimationspapiere für Mode, Sportbekleidung und Wohnen bis zu flexiblen Papierverbunden für Verpackungen. Neben bewährten Papierlösungen fördert Felix Schoeller die Verwendung von Papier in neuen Anwendungen und ersetzt begrenzte Ressourcen durch Papier als nachwachsenden Rohstoff. Getreu der Vision, mit Papier das Leben besser zu machen, folgt das Unternehmen dabei dem zentralen Markenversprechen **PAPER MADE FOR LIFE**. Seit 2018 führt Hans-Christoph Gallenkamp in fünfter Generation das Osnabrücker Familienunternehmen. [felix-schoeller.com](http://www.felix-schoeller.com/) *(c) 2026 Innoform Coaching GmbH. Abdruck honorarfrei, Beleg erbeten.* ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Faserbasierte Materialien, Mehrwegsysteme und Monomaterialien für Folienverpackungen](https://inno-talk.de/faserbasierte-materialien-mehrwegsysteme-und-monomaterialien-fuer-folienverpackungen/) - [Erste INNO‑Fiber: Erfolgreicher Auftakt für papierbasierte Flexpack‑Lösungen](https://inno-talk.de/erste-inno-fiber-erfolgreicher-auftakt-fuer-papierbasierte-flexpack-loesungen/) **Kategorien:** Barrierefolien, Biofolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Lebensmittelverpackung **Schlagwörter:** IF-04-26, Inno-Fiber --- ### [Papier-Hype vs. Folien-Fakten: Wer kriegt den Keks?](https://inno-talk.de/papier-hype-vs-folien-fakten-wer-kriegt-den-keks/) **Published:** Februar 12, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Na, haben wir uns heute schon für eine Seite im „Verpackungskrieg“ entschieden? Keine Sorge, wir bei Innoform schauen uns das Ganze lieber mit einer Prise Humor und einer ordentlichen Portion Daten an. Werden unsere geliebten Kekse 2026 in High-Tech-Folie gewickelt oder kuscheln sie sich in schickes Barriere-Papier? Hier ist ein frischer Blick auf das Duell **Faser vs. Polymer** – direkt aus der digitalen Gerüchteküche unserer AI-Analysen. Wir diskutieren hier prinzipielle Trends auf Basis einer Modellrechnung, um mal ordentlich Schwung in die nächste Fachdiskussion zu bringen. --- ## Das Duell: 1 kg Kekse – Wer hat den längeren Atem? Kekse sind Diven. Sie wollen es trocken, sie wollen es fettig (aber nur innen!) und sie hassen Fremdgerüche. Während die Kunststoff-Fraktion auf schlanke Monostrukturen setzt, fährt die Papier-Fraktion schwere Geschütze bei der Beschichtung auf. ### Der Quick-Check im Vergleich **Feature****Die schlanke Folie (Mono-PE o. PP)****Das schicke Papier (Barriere)****Kampfgewicht**ca. 18 g (Leichtgewicht) (ca. 100 micro m)ca. 50 g (Schwergewicht) 250 g/m2**Superkraft**MDO-Technologie Regenerative Fasern **Recycling-Vibe**Kreislauf-Ready Altpapier-Liebling **Trend-Faktor**Digital Sealing Präzision Natürlicher „Eco-Look“ --- ## Die CO2-Bilanz: Wenn das Gewicht die Party crasht Hier wird es „launisch“: Wir alle lieben Papier, weil es nach Wald riecht und nachwachsend ist. Aber – und das ist ein dickes Aber – für 1 kg Kekse braucht Papier ordentlich Substanz (ca. 80 bis 110 g/m²), um nicht beim ersten Windhauch schlappzumachen. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/Code_Generated_Image.png)*(Die Grafik zeigt: Die federleichte Mono-Folie liegt bei der CO2-Bilanz pro 1000 Packungen oft vorn, einfach weil sie so verdammt wenig wiegt! Papier muss trotz besserem Fußabdruck pro kg Material wegen der hohen Grammatur mehr „CO2-Gepäck“ mitschleppen.)* Dies sind lediglich fiktive Annahmen, die den Gewichteinfluss zeigen sollen. --- ## Was im Flexpack-Dschungel 2026 wirklich abgeht Egal, für welches Team Sie jubeln, die Technik gibt Vollgas: - **Papiermaschinen auf Steroiden:** Mondi hat in Štětí eine Papiermaschine angeworfen, die flexible Papierlösungen für den E-Commerce und mehr auf ein neues Level hebt. - **Die Barriere-Flüsterer:** Start-ups wie one.five zeigen, dass Papier durch smarte Beschichtungen auch bei Süßwaren mitspielen kann. - **Folie wird noch dünner:** Dank MDO-PE-Baukastensystemen wird Kunststoff so effizient, dass es fast schon unheimlich ist. - **Digital Sealing:** Damit die Naht auch hält, sorgt präzises Siegeln dafür, dass weder bei Folie noch bei Papier die Luft rausgeht. - **Regeln, Regeln, Regeln:** Die PPWR und die neue CO2-Berichtspflicht ab Januar 2026 sorgen dafür, dass wir alle unsere Hausaufgaben bei den Rezyklatquoten machen müssen. ## Fazit: Wer kriegt den Keks? Es gibt keinen Sieg durch K.o. – es ist ein Marathon. Wenn Sie auf minimalen Materialeinsatz und beste CO2-Werte in der Produktion setzen, bleibt die Mono-Folie Ihre beste Freundin. Wenn Ihnen das „End-of-Life“-Gefühl und regenerative Quellen wichtiger sind, ist Papier Ihr Star. Denken Sie dran: Das hier ist eine AI-basierte Trendrechnung. Für echte Entscheidungen brauchen Sie natürlich eine knallharte LCA für Ihr spezifisches Produkt. Fortsetzung mit anderen Blickwinkeln und Füllgütern folgen, wenn Sie uns weiter empfehlen und wir positives Feedback kriegen – ansonsten war es das für heute. Wer es genauer wissen will und muss, sollte INNO-Fiber nicht verpassen. --- [![INNO-Fiber 2026 ](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-5.png)](https://inno-meeting.de/events/IF-04-26/)Funktionelle Papiere für Verpackungsanwendungen### Quellenverzeichnis - **Inno-Talk Podcast & News:** Aktuelle Einblicke in die Flexpack-Welt. - **Digital Sealing:** Präzises Siegeln für Monomaterialien. - **Materialinnovation:** MDO-PE Baukastensystem nach Prof. Achim Grefenstein. - **Industrie-News:** Mondi Werk Štětí, Inbetriebnahme der Papiermaschine. - **Kooperationen:** one.five und Barsch für nachhaltige Papierlösungen. - **Regulatorik:** PPWR und Rezyklatquoten im Fokus. - **Marktdaten 2026:** Carbon Reporting und wirtschaftliche Trends. --- ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Volker Muche zu Paperization und Trends bei Verpackungsentwicklung](https://inno-talk.de/volker-muche-zu-paperization-und-trends-bei-verpackungsentwicklung/) - [Suppen & Soßen nachhaltig verpacken – Karton vs. Kunststoff-Standbeutel im Faktencheck](https://inno-talk.de/suppen-sossen-nachhaltig-verpacken-karton-vs-kunststoff-standbeutel-im-faktencheck/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Biofolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** CO2 Footprint, Papier, Plastik --- ### [Paper hype vs. plastic facts: Who gets the cookie?](https://inno-talk.de/en/paper-hype-vs-plastic-facts-who-gets-the-cookie/) **Published:** Februar 12, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Have we already decided which side we are on in the „packaging war“? Do not worry, at Innoform we prefer to look at the whole thing with a pinch of humour and a healthy dose of data. Will our beloved biscuits be wrapped in high-tech film or stylish barrier paper in 2026? Here is a fresh look surrounding fibers vs. polymers – straight from the digital rumour mill of our AI analyses. We discuss fundamental trends based on a model calculation to kick off the next expert discussion. --- ## The duel: 1 kg of biscuits – who will win the race? Cookies are divas. They want it dry, they want it greasy (but only on the inside!) and they hate foreign odors. While the plastic faction relies on slim monostructures, the paper faction brings out the big guns when it comes to coating. ### The quick check in comparison **Feature****The thin film (mono-PE or PP)****The fancy paper (barrier)****Fighting weight**approx. 18 g (lightweight) 100 micronapprox. 50 g (heavyweight) 250 g/m2**Superpower**MDO TechnologyRenewable fibers**Recycling-Vibe**Circulation-readyWaste paper favorite**Trend factor**Digital Sealing PrecisionNatural „eco-look“--- ## The carbon footprint: When weight crashes the party This is where it gets „capricious“: we all love paper because it smells like the forest and is renewable. But—and this is a big but—for 1 kg of cookies, paper needs to be quite thick (approx. 80 to 110 g/m²) so that it does not collapse at the first gust of wind. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/Code_Generated_Image-1.png)*(The graph shows: The feather-light mono film often comes out ahead in terms of CO2 balance per 1000 packages, simply because it weighs so damn little! Despite its better footprint per kg of material, paper has to carry more „CO2 baggage“ due to its high grammage.)* These are merely fictitious assumptions intended to illustrate the influence of weight. --- ## What is really going on in the flexpack jungle in 2026 No matter which team you cheer for, the technology is running at full speed: - **Paper machines on steroids:** Mondi has launched a paper machine in Štětí that takes flexible paper solutions for e-commerce and more to a new level. - **The barrier whisperers:** Start-ups such as one.five show that paper can also play a role in confectionery thanks to smart coatings. - **Film is becoming even thinner:** Thanks to MDO-PE modular systems, plastic is becoming so efficient that it is almost uncanny. - **Digital sealing:** To ensure that the seam holds, precise sealing ensures that no air escapes from either the film or the paper. - **Rules, rules, rules**: The PPWR and the new CO2 reporting obligation starting in January 2026 ensure that we all have to do our homework when it comes to recycled content quotas. ## Conclusion: Who gets the cookie? There is no knockout victory—it is a marathon. If you are looking for minimal material use and the best CO2 values in production, mono film remains your best friend. If the „end-of-life“ feeling and renewable sources are more important to you, paper is your star. Keep in mind: This is an AI-based trend calculation. For real decisions, you will of course need a rigorous LCA for your specific product. More perspectives and fillers will follow if you recommend us to others and we receive positive feedback—otherwise, that is it for today. If you want to know more and need to know more, do not miss INNO-Fiber. --- [![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/Inno_Fiber_faserbasierte-Verpackungen_teaser_lang_ENG-1024x351.jpg)](https://inno-meeting.de/events/IF-04-26/)### List of sources - **Inno-Talk Podcast & News:** Current insights into the world of flexpack. - **Digital Sealing:** Precise sealing for mono-materials. - **Material innovation:** MDO-PE modular system according to Prof. Achim Grefenstein. - **Industry news:** Mondi Werk Štětí, start-up of the new paper machine. - **Cooperations:** one.five and Barsch for sustainable paper solutions. - **Regulations:** Focus on PPWR and recycling rates. - **Market data 2026:** Carbon reporting and economic trends. --- ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Suppen & Soßen nachhaltig verpacken – Karton vs. Kunststoff-Standbeutel im Faktencheck](https://inno-talk.de/suppen-sossen-nachhaltig-verpacken-karton-vs-kunststoff-standbeutel-im-faktencheck/) **Kategorien:** barrier films, Bio-films, Disposal / Recycling, filling technology, Film production / Converting, Food packaging, Inno-Talk.eu, Paper and fiber-based packaging --- ### [Kunststoffe für Folien - Grundlagen Verpackungsfolien Teil A](https://inno-talk.de/kunststoffe-fuer-folien-grundlagen-verpackungsfolien-teil-a/) **Published:** Februar 13, 2026 **Author:** Wilma Igelbrink **Content:** # ***Ein Nachbericht zum Webseminar mit Dr. Heiko Schenck*** Am 5. Februar 2026 fand unser Webseminar **„Kunststoffe für Folien – Grundlagen Verpackungsfolien, Teil A“** statt – ein intensiver und zugleich höchst informativer Einstieg in die Welt der polymerbasierten Verpackungen. Unter der fachkundigen Leitung von **Dr. Heiko Schenck**, promovierter Polymerchemiker mit über 35 Jahren Branchenerfahrung, erhielten die Teilnehmenden einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Grundlagen, Entwicklungen und Herausforderungen im Bereich der Kunststofffolien. ## **Der inhaltliche Schwerpunkt: Von der Molekülstruktur bis zur Recyclingindustrie** Dr. Schenck nahm die Teilnehmenden mit auf eine Reise durch die Grundlagen der Kunststoffchemie – anschaulich, praxisnah und stets mit Bezug zur Verpackungsindustrie. ### **1. Was sind Kunststoffe eigentlich?** Kunststoffe bestehen aus extrem langen Molekülketten – bildlich erklärt als „**Spaghetti al dente**“ oder als flexible „**Lego-Baustein-Systeme**“. Beide Vergleiche halfen, die komplexen Zusammenhänge verständlich darzustellen. Dabei wurde deutlich, wie stark Eigenschaften von Parametern wie - Molekülkettenlänge, - Verzweigungsstruktur, - Kristallinität, - und Komonomeranteilen abhängen. ### **2. Bedeutung für die Verpackungsindustrie** Die Teilnehmenden erfuhren, wie sich Trends wie Leichtverpackungen, steigende Recyclinganforderungen und regulatorische Entwicklungen auf die Gestaltung moderner Folien auswirken. Besonders eindrucksvoll: Der Hinweis, dass Verpackungen heute oft nur **30 – 50 % des früheren Materialeinsatzes** benötigen – bei gleicher oder besserer Performance. ### **3. Recycling & Nachhaltigkeit: Komplexer als gedacht** Ein Schwerpunkt lag auf der Differenzierung zwischen: - **mechanischem Recycling** - **chemischem Recycling** - **Herausforderungen bei komplexen Materialverbunden** - **und problematischen „Ewigkeitschemikalien“ (z. B. fluorierte Polymere)** Die klare Botschaft: *Recyclingfähigkeit beginnt beim Design.* ### **4. Additive – die unsichtbaren Held:innen** Ein besonders spannender Block widmete sich der Rolle von Additiven wie - Antiblock-, - Gleit-, - UV-Schutz-, - Antifog- oder - Antistatik-Mitteln. Diese Zusatzstoffe ermöglichen erst die zuverlässige Verarbeitung, Lagerung und Anwendung moderner Folien. Dr. Schenck verdeutlichte die Wirkung anhand praktischer Beispiele, etwa der Folienverarbeitung oder der UV-empfindlichen Verpackung von Kochschinken. ### **5. Praktische Qualitätskontrolle & Datenblätter** Zum Abschluss beschäftigte sich das Webseminar mit der Bedeutung von - Schmelzindex - DSC-Messungen - relevanten Qualitätskennzahlen - Spezifikationen vs. Datenblätter Ein eindrucksvolles Praxisbeispiel verdeutlichte: Fehlende Spezifikationen können schnell Schäden im Millionenbereich verursachen. --- ## **Fazit: Ein intensives online Seminar mit wertvollen Aha-Momenten** Das Webseminar bot: ✔ fundiertes Grundlagenwissen ✔ praxisnahe Beispiele ✔ Einblicke in aktuelle Markttrends ✔ hilfreiche Tipps für Verarbeitung & Qualitätssicherung ✔ klare Orientierung Mit diesem Webseminar stärken wir weiter unseren Anspruch, **führender Wissenspartner im Bereich flexible Verpackungen** zu sein – sowohl über den Testservice in Oldenburg als auch über Innoform Coaching. [Aufzeichnung ansehen und erwerben](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/kunststoffe-fuer-folien-grundlagen-verpackungsfolien-teil-a--2026) ### Verwandte Episoden - [Folien-Material-Analyse Podcast mit Daniel Wachtendorf](https://inno-talk.de/folien-material-analyse-podcast-mit-daniel-wachtendorf/) - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) **Kategorien:** Allgemein, Biofolien, Folienherstellung/Veredelung, Folienprüfung & Analytik, Lebensmittelverpackung, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Barrierematerialien, flexible Verpackungen, Kunststofffolien, Polyethylen (PE), Polymerchemie, Polypropylen (PP), Recycling von Kunststoffen, Verpackungsfolien --- ### [Einstieg in die FDA-Regularien in den USA – Basics](https://inno-talk.de/einstieg-in-die-fda-regularien-in-den-usa-basics/) **Published:** Februar 13, 2026 **Author:** Wilma Igelbrink **Content:** *Ein Nachbericht zum Webseminar mit Dr. Andreas Grabitz* Am 11. Februar 2026 fand unser Webseminar **„Einstieg in die FDA-Regularien in den USA – Basics“** statt – und bot den Teilnehmenden einen kompakten, aber äußerst fundierten Überblick über die regulatorischen Grundlagen für Lebensmittelkontaktmaterialien in den USA. Unter der fachkundigen Leitung von **Dr. Andreas Grabitz**, erhielten die Teilnehmenden eine praxisnahe Orientierungshilfe im komplexen Gefüge der US‑Regularien. ## **Warum dieses Thema? – Ein Blick auf die Marktdynamik** Dr. Grabitz zeigte schon zu Beginn, wie viel Bewegung aktuell im Markt ist. Besonders der wachsende Export europäischer Verpackungen und Lebensmittel in die USA – verstärkt durch Handelsketten wie Lidl seit 2017 – macht ein solides Verständnis der FDA-Regularien zunehmend unabdingbar. Während Europa stark auf Migrationstests fokussiert, arbeitet die FDA mit einem **anderen Paradigma**: dem Denken in **Stofflisten, Einsatzkonzentrationen und toxikologischer Bewertung**. Ein System, das weniger aufwändige Labortests erfordert, aber eine saubere Dokumentation und ein gutes Verständnis der Regeln voraussetzt. --- ## **Vom „Bleiwüsten“-Kapitel zum klaren System – Die Grundlagen** Das Webseminar führte Schritt für Schritt durch die wichtigsten Säulen der US-Gesetzgebung: ### **1. Historische Entwicklung** - **1938:** Gründung der FDA - **1958:** Food Additive Amendment – Einführung verbindlicher Zulassungen - **1997:** Modernization Act – Umschwenken auf Food Contact Notifications (FCN) Diese Zeitmarken sind entscheidend, um zu verstehen, welche Regularien heute gelten – und warum manche Kapitel unverändert aus den 90ern stammen. ### **2. Die fünf Wege zur Konformität** - **GRAS** (Generally Recognized As Safe) - **GRAS for Packaging** - **Prior Sanctioned Substances** - **Zulassung über 21 CFR Kapitel** - **Food Contact Notifications (FCN)** als modernes Hauptinstrumen[t](https://innoformtestservicede-my.sharepoint.com/personal/wi_innoform_eu/Documents/Aufnahmen/LUb-02-26%20Einstieg%20in%20die%20FDA-Regularien%20in%20den%20USA%20-%20Basics-20260211_100230-Besprechungsaufzeichnung.mp4) Gerade letzteres nimmt rasant zu – mit inzwischen über 2.400 Einträgen. --- ## **Einblicke in die Materialwelten** ### **Papier & Karton (21 CFR 176)** Hier wird schnell deutlich, wie detailliert die Listen der zugelassenen Substanzen sind. Die USA setzen stark auf **Extraktivstofftests** statt spezifischer Migration – ein pragmatischer Ansatz, der aber genaue Kenntnisse der Limits verlangt. Für Recyclingmaterialien bleibt das Bild dagegen unscharf; Industrieverbände wie die **RPTA** spielen hier eine besonders wichtige Rolle. ### **Kunststoffe (21 CFR 177)** Im Unterschied zur EU werden in den USA **konkrete Polymertypen** zugelassen – nicht nur Monomere. Teilnehmende erhielten praxisrelevante Beispiele zu: - PE- und PP‑Typen - Polyester - Polyamiden - Spezialanwendungen für Sterilisierfolien Besonders eindrücklich: Die FDA spezifiziert teils eng, welche Materialien für Hochtemperaturanwendungen zulässig sind. ### **Additive und Klebstoffe (21 CFR 178 & 175)** Stabilisatoren, Antistatika, Farbstoffe und Co. folgen klaren Maximaldosierungen – abhängig vom Polymer. Bei Klebstoffen steht „GMP light“ im Vordergrund: so wenig Kontakt wie möglich und keine verpflichtenden Endartikeltests. --- ## **Food Contact Notifications – das Herzstück moderner Zulassungen** Das FCN‑System wurde erläutert: - Bearbeitungszeit durch die FDA: **120 Tage** - Gültig **nur für den Antragsteller** - Präzise definierte Anwendungen (Lebensmittelkategorien, Temperaturen, Kontaktarten) - Sorgfaltspflicht beim Prüfen von Lieferantenzusagen Dr. Grabitz warnte eindringlich vor „kopierten“ Zulassungen – ein häufiger Fehler vor allem bei internationalen Lieferanten. --- ## **Threshold of Regulation – Kleine Stoffmengen, große Wirkung** Das Konzept der **0,5‑ppb‑Regel** hilft insbesondere Druckfarben- und Lackherstellern, gering dosierte Komponenten von der Zulassungspflicht auszunehmen. Praxisnah erläuterte der Referent, wann das Konzept funktioniert – und wann nicht. ## **Praxis-Tipps, die haften bleiben** - GMP ist Pflicht – aber deutlich weniger detailliert als in der EU. - Für Druckfarben lohnt die enge Abstimmung mit Herstellern, die mittlerweile solide FDA‑Statements liefern. - Eine **Konformitätserklärung** ist in den USA **nicht vorgeschrieben** – ein angenehmer Unterschied zur EU. Für alle, die tiefer einsteigen möchten, empfehlen wir den **2. Teil** mit den Themen: 👉 PFAS 👉 California Proposition 65 👉 Rezyklate & amtliche Überwachung Teil 2 US-Lebensmittelrecht für Verpackungen: PFAS, Rezyklate & California Proposition ### Verwandte Episoden - [Registrierung von Verpackungen und Labels (Europa + USA)](https://inno-talk.de/packungs-registrierung-und-labels-europa-usa/) - [Leitlinien zum Rezyklateinsatz bei Lebensmittelverpackungen](https://inno-talk.de/leitlinien-zum-rezyklateinsatz-bei-lebensmittelverpackungen/) - [REACH-Verordnung erklärt: Auswirkungen auf die Kunststoff- und Verpackungsbranche](https://inno-talk.de/reach-verordnung-erklaert-auswirkungen-auf-die-kunststoff-und-verpackungsbranche/) **Kategorien:** Allgemein, Lebensmittelrecht, Lebensmittelverpackung, Migration, Wechselwirkungen, Q-Management/ Hygiene **Schlagwörter:** 21 CFR, Andreas Grabitz, FDA-Regularien, Food Contact Notification (FCN), GRAS, Konformitätsnachweise, Lebensmittelkontaktmaterialien, Threshold of Regulation (TOR) --- ### [POUCH vs PET BOTTLE Part 3](https://inno-talk.de/en/pouch-vs-pet-bottle-part-3/) **Published:** Februar 17, 2026 **Author:** Eva Kettelmann **Content:** **PP stand-up pouches vs. PET bottles for high-quality and sensitive fillings** **– a report by Dr. Bernd Knierbein** As by January 2026, part 3 from 5, part 2 here: [Part 2](https://inno-talk.de/en/pouch-vs-pet-bottle-part-2/) ## 3. Completion of packaging, filling, and sealing processes #### 3.1 Processes for Stand-up Pouches ##### 3.1.1 Sealing the spout The pre-made flat bags (see section 2.2.1.) can be loaded into the machine for sealing the spout as a stack or as a Leparello and fed into the system. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-6.png)***Figure 3.1. Heat flow during welding of the spout*** Sealing the spout into the flat bag is an extremely critical process for the following reasons: - The spatial spout with boat inevitably distorts the flat bag. - With conventional welding processes, the welding heat can only be transferred from the outside through the entire bag film composite to the outer welding surfaces of the boat (see figure 3.1). - The composite structures with PET in the outer layer that have been common up to now generally allow for harder welding conditions than welding into a pure PP composite. These constraints result in longer welding times, which must be achieved by means of several stations in succession. Furthermore, cooling is also necessary at the end of the welding process to stabilize the seam. After welding, it is also advisable to allow the weld to recrystallize before higher loads are applied to the welded joint during the filling process with the bag hanging from the spout. Faster welding is generally possible with ultrasound /19/, but this is not yet widely used. The fundamental advantage here is that the heat does not have to be introduced into the welded part from outside through the films, but is generated in the joining zone by the selected excitation. Leak tests are complex due to the risk of microleaks (in the µm range), especially in the weld seams, which are permeable to bacteria. ##### 3.1.2 Filling process through the spout During the filling process, it must be ensured that the bag unfolds safely and quickly when the filling material enters. Both the position of the spout in the bag and the adhesive forces of the bag films still lying on top of each other contribute to this. ##### 3.1.3 Sealing process After filling, the bag is closed at the spout using suitable closures such as screw caps, welded caps, or snap caps. The filled and closed bag can then be fed to the next line stations, such as final packaging or further heat treatment. ##### 3.1.4 Filling through the open end of the bag If larger filling openings are required, it is advisable to fill through the upper open end of the bag, then tighten the head seam and seal it by welding. This is necessary for chunky fillings such as pet food or sauerkraut. The disadvantage is that it may be necessary to weld through the product /20/. ##### 3.1.5 O2 barrier of film and pouch The O2 barrier of high-quality ceramic-coated films is 0.1 cm3/m2 d bar for 100% O2 /21/. The film surface area of a 500 ml bag is approximately 0.06 m2, which results in a theoretical OTR value of 0.006 cm3/pack. This value deteriorates due to - the structurally necessary kink in the bottom fold, - the spout, if there is no gas barrier there, - the polyolefin weld seams, - the sterilization process. #### 3.2 Processes for the bottle: injection stretch blow molding of the bottle with coating, filling, and sealing ##### 3.2.1 Stretch blow molding process for bottles with integrated leak testing for the bottle body The two-stage stretch blow molding process has become established for high output rates, as the injection molding and stretch blow molding processes can be optimized independently of each other. Detailed descriptions of all process steps are provided in the reference book Blow Molding of Plastic Hollow Bodies /6/. In the two-stage injection stretch blow molding process (second heating process), the PET preforms are treated as follows (see figure 3.2): - Introduction of the cold preform as bulk material into a bunker - Introduction into the blow molding machine via vibrating pots and sections - Heating in a heating section with radiant heaters, during which the preform rotates for even heating (for rotationally symmetrical bottles) - The outer layers of the preform must be cooled by fans to prevent overheating so that the critical stretching temperature can be reached on the inside. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-7.png)***Figure 3.2. Heating of the preform and blowing into a bottle during the stretch blow molding process /6/*** In the second part of the machinery, the suitably preheated preforms are blown into their final shape (see figure 3.2): - The heated preform is placed in the open blow mold, which is then closed. - The preform is pre-stretched lengthwise using a stretching rod. - The bottle is then blown into the tempered mold using high blowing pressure (up to 40 bar). - After the blowing process, the bottle can be removed from the mold and fed into further processes by means of neck handling. ##### 3.2.2 Further barrier improvements to PET bottles through inner coatings Biaxially oriented PET already offers good gas barrier properties, but these can be significantly improved by applying coatings, preferably on the inside. SiOx interior coatings are possible for up to 48,000 bottles/hour /9/, alternatively, carbon coatings are also available /10/. The layer thicknesses are very low, in the range of < 100 nm. Barrier of the coated PET bottle without cap for 0.21%O2: The BMBF report for ketchup /23/ specifies OTR values of up to 0.004 cm3/pack day. A comparison with the bag barriers in section 3.1.5 shows that the magnitude of the OTR values are similar for both types of packaging. The effective bottle barriers depend heavily on the PET wall thicknesses and the bottle geometry and must always be determined individually. ##### 3.2.3 Aseptic filling - Pre-sterilization of the liquid product using an UHT (ultra-high temperature) system - Pre-sterilization of the packaging components using H2O2 - Combination of the pre-sterilized product and the pre-sterilized packaging components - Filling and sealing in the system under aseptic conditions Filling speeds of up to 36,000 bottles/hour are achieved here /24/ ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-8.png)***Figure 3.3. FBL aseptic filling system for PET bottles /24/*** Ein anderer Maschinenersteller kombiniert die Streckblasmaschine blockweise mit einer aseptischen Füllanlage /25/. ##### 3.2.4 Sleeving the filled bottles In order to achieve a presentation area comparable to that of a bag, sleeving the entire bottle body is a good option for bottles /26/: - The sleeve is produced as a single-layer film by extrusion followed by stretching, usually from PET or polyolefins with thicknesses of approx. 30 µm. - This film is printed by the converter using flexographic printing or, for short runs, digital printing, and welded lengthwise to form a tube. - The filled bottle is then wrapped in the sleeve tube, which is cut to length and then passed through a heated shrink tunnel with the bottle so that the sleeve fits snugly around the contours of the bottle. Alternatively, direct printing /27/ or labeling with adhesive labels are also conceivable for PET bottles; however, from a recycling perspective, the easily separable sleeve offers advantages here. **Table for Chapter 3: Finishing, filling and sealing processes** ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-9.png)Sources: /21/ https://www.toppan.com/en/living-industry/packaging/products/barrier\_film/ /22/ https://www.khs.com/produkte/maschinen-anlagen/detail/khs-innopet-blomax-serie-v, homepage 2026 /23/ BMBF Final Report 13 N 8906, 2008 Improved residual emptying of packaging through plasma-based interior coatings in the nanometer range /24/ https://www.ampack-solutions.com/#losungen /25/ https://competence.khs.com/technologie/mehr-drin /26/ https://www.krones.com/en/products/machines/the-labeller-for-sleeves.php /27/ https://www.krones.com/de/unternehmen/presse/bereit-fuer-den-industriellen-einsatz.php > [POUCH vs PET BOTTLE Part 4](https://inno-talk.de/en/pouch-vs-pet-bottle-part-4/) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [POUCH vs. PET-FLASCHE](https://inno-talk.de/pouch-vs-pet-flasche/) **Kategorien:** barrier films, barrier films, Film production / Converting, Stand-up pouches **Schlagwörter:** Dr. Bernd Knierbein, PC-11-26, Pouch --- ### [POUCH vs. PET-FLASCHE Teil 3](https://inno-talk.de/pouch-vs-pet-flasche-teil-3/) **Published:** Februar 17, 2026 **Author:** Eva Kettelmann **Content:** **PP-Standbeutel vs. PET-Flasche für hochwertige und empfindliche Füllgüter** **– ein Bericht von Dr. Bernd Knierbein** Stand: Januar 2026 Teil 3 von 5, Teil 2 finden Sie hier: [Zu Teil 2](https://inno-talk.de/pouch-vs-pet-flasche-teil-2/) ## **3**. **Fertigstellung der Verpackung sowie Füll- und Verschließprozesse** #### 3.1. Prozesse für den Standbodenbeutel ##### 3.1.1. Einschweißen des Ausgießers Die vorgefertigten flachen Beutel (s. Kap. 2.2.1.) können als Stapel oder als Leparello in die Maschine für das Einschweißen des Ausgießers eingelegt und in die Anlage eingezogen werden. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-1.png)***Bild 3.1. Wärmestrom beim Einschweißen des Ausgießers*** Das Einschweißen des Ausgießers in den flachen Beutel ist aus den folgenden Gründen ein äußerst kritischer Prozess: - Der räumliche Ausgießer mit Schiffchen verzieht zwangsweise den flachen Beutel. - Die Schweißwärme kann bei den üblichen Schweißverfahren nur von außen durch den gesamte Beutelfolienverbund auf die äußeren Schweißflächen des Schiffchens übertragen werden (s. Bild 3.1). - Die bisher üblichen Verbundstrukturen mit PET in der Außenschicht erlauben grundsätzlich härtere Schweißbedingungen als das Einschweißen in einen reinen PP-Verbund. Diese Randbedingungen führen zu längeren Schweißzeiten, die durch mehrere Stationen hintereinander erzeugt werden müssen. Weiterhin ist zum Abschluss des Schweißens zur Stabilisierung der Naht auch eine Kühlung notwendig. Nach dem Schweißen ist es weiterhin sinnvoll, die Schweißung nachkristallisieren zu lassen, bevor durch den Füllprozess beim am Ausgießer hängenden Beutel höhere Lasten auf die Schweißverbindung gebracht werden. Eine schnellere Schweißung ist generell mit dem Ultraschall möglich /19/, aber bisher noch nicht weit verbreitet. Der grundsätzliche Vorteil besteht hierbei darin, dass die Wärme nicht von außen durch die Folien in das Einschweißteil eingeleitet werden muss, sondern durch die gewählte Erregung in der Fügezone erzeugt wird. Die Dichtigkeitsprüfungen sind komplex wegen der Gefahr durch Mikrolekagen (im µm Bereich) insbesondere in den Schweißnähten, die für Bakterien durchgängig sind. ##### 3.1.2 Füllprozess durch den Ausgießer Beim Füllprozess muss gewährleistet werden, dass sich der Beutel beim Einlaufen des Füllgutes sicher und schnell entfaltet. Hierzu tragen sowohl die Lage des Ausgießers im Beutel, als auch die Adhäsionskräfte der noch aufeinanderliegenden Beutelfolien bei. ##### 3.1.3 Verschließprozess Nach dem Füllen wird der Beutel am Ausgießer durch geeignete Schließkörper wie Schraubkappen, verschweißte Kappen oder Schnappkappen verschlossen. Der gefüllte und verschlossene Beutel kann dann den nächsten Linienstationen, wie z. B. der Endverpackung oder noch der weiteren Wärmebehandlung, zugeführt werden. ##### 3.1.4 Füllung durch das offene Beutelende Wenn größere Füllöffnungen benötigt werden, bietet es sich an, durch das obere offene Beutelende zu füllen, danach die Kopfnaht zu straffen und durch Schweißen zu verschließen. Dies ist bei stückigen Füllgütern wie Tiernahrung oder Sauerkraut notwendig. Der Nachteil besteht darin, dass ggf. durch Produkt geschweißt werden muss /20/. ##### 3.1.5 O2-Barriere von Folie und Beutel Die O2-Barriere hochwertiger keramisch beschichteter Folien liegt bei 0,1 cm3/m2 d bar für 100 % O2 /21/. Die Folienfläche eines 500 ml Beutels liegt bei etwa 0,06 m2, was zu einem theoretischen OTR-Wert von 0,006 cm3/pack führt. Dieser Wert verschlechtert sich durch - den konstruktiv bedingten Knick in der Bodenfalte, - den Ausgießer, wenn es dort keine Gasbarriere gibt, - die Polyolefin-Schweißnähte, - den Sterilisationsprozess. #### 3.2 Prozesse für die Flasche: Spritzstreckblasen der Flasche mit Beschichtung, Füllen und Verschließen ##### 3.2.1 Streckblasprozess der Flasche mit integrierter Dichtigkeitsprüfung für den Flaschenkörper Für hohe Ausstoßleistungen hat sich der sogenannte zweistufige Streckblasprozess etabliert, da Spritzgieß- und Streckblasprozess unabhängig voneinander optimiert werden können. Die ausführlichen Darstellungen aller Verfahrensschritte werden im Fachbuch Blasformen von Kunststoff Hohlkörpern /6/ ausführlich beschrieben. Im zweistufigen Spritzstreckblasprozess (Verfahren aus zweiter Wärme) werden die PET-Preforms wie folgt behandelt (s. Bild 3.2): - Einbringung des kalten Preforms als Schüttgut in einen Bunker - Einführung in die Blasmaschine über Rütteltöpfe und -strecken - Aufwärmung in einer Heizstrecke mit Strahlungsheizungen, hierbei rotiert der Preform für eine gleichmäßige Aufheizung (bei rotationssymmetrischen Flaschen) - Die äußeren Schichten des Preforms müssen durch Lüfter gekühlt werden, um dort eine Überhitzung zu vermeiden, damit auf der Innenseite die kritische Verstrecktemperatur erreicht werden kann. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-2.png)***Bild 3.2. Aufheizung des Preforms und Aufblasen zur Flasche beim Streckblasprozess /6/*** Im zweiten Teil der Anlage werden die geeignet vorgeheizten Preforms in ihre Endform aufgeblasen (s. Bild 3.2): - Der aufgeheizte Preform wird in die geöffnete Blasform eingebracht, die dann verschlossen wird. - Mit einer Reckstange wird der Prefom in Längsrichtung vorgereckt. - Danach wird mit hohem Blasdruck (bis zu 40 bar) die Flasche in die temperierte Form geblasen. - Nach dem Blasprozess kann die Flasche entformt und mittels Neckhandling den weiteren Prozessen zugeführt werden. ##### 3.2.2 Weitere Barriereverbesserungen der PET-Flasche durch Innenbeschichtungen Das biaxial verstreckte PET bietet schon von Hause aus gute Gasbarrierewerte, die aber durch Beschichtungen vorzugsweise auf der Innenseite noch deutlich verbessert werden können. SiOx-Innenbeschichtungen sind für bis zu 48.000 Flaschen/h /9/ möglich, alternativ werden auch Beschichtungen mit Kohlenstoff angeboten /10/. Die Schichtdicken sind sehr gering und bewegen sich im Bereich < 100 nm Barriere der beschichteten PET-Flasche ohne Verschluss für 0,21 % O2 : Im BMBF Bericht für Ketchup /23/ werden OTR-Werte von bis zu 0,004 cm3/pack day angegeben. Der Vergleich mit den Beutelbarrieren unter Kap 3.1.5. zeigt, dass die Größenordnungen der OTR-Werte für beide Verpackungsarten ähnlich sind. Die effektiven Flaschenbarrieren hängen sehr stark von den PET-Wandstären und der Flaschengeometrie ab und müssen immer individuell ermittelt werden. ##### 3.2.3 Aseptische Abfüllung - Vorsterilisation des flüssigen Produktes durch eine UHT-Anlage (Ultahocherhitzung) - Vorsterilisation der Verpackungskomponenten durch H2O2 - Zusammenführung des vorsterilisierten Produktes und der vorsterilisierten Verpackungskomponenten - Füllen und Verschließen in der Anlage gekapselt unter aseptischen Bedingungen Hierbei werden Abfüllgeschwindigkeiten von bis zu 36.000 Flaschen/h erreicht /24/ ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-3.png)***Bild 3.3. Aseptische Abfüllanlage FBL für PET-Flaschen /24/*** Ein anderer Maschinenersteller kombiniert die Streckblasmaschine blockweise mit einer aseptischen Füllanlage /25/. ##### 3.2.4 Sleeven der gefüllten Flaschen Um eine vergleichbare Präsentationsfläche wie beim Beutel zu erreichen, bietet sich für die Flasche das Sleeven des gesamten Flaschenkörpers an /26/: - Der Sleeve wird als einschichtige Folie durch Extrusion mit nachfolgender Verstreckung i. d .R. aus PET oder Polyolefinen mit Dicken von ca. 30 µm. - Diese Folie wird beim Konverter im Flexo- oder bei niedrigen Auflagen im Digitalverfahren bedruckt und als Schlauch längs verschweißt. - Die gefüllte Flasche wird dann mit dem Sleeveschlauch umhüllt, der abgelängt und danach mit der Flasche durch einen beheizten Schrumpftunnel geführt wird, so dass sich der Sleeve voll an die Flaschenkonturen anlegt. Alternativ sind für die PET-Flaschen auch die Direktbedruckung /27/ oder auch die Etikettierung mit Klebeetiketten denkbar; aus Recyclingsicht bietet der leicht trennbare Sleeve aber hier Vorteile. **Tabelle zu Kapitel 3: Fertigstellung, Füll- und Verschließprozesse** ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-4-edited.png)Quellen: /21/ [https://www.toppan.com/en/living-industry/packaging/products/barrier\_film/](https://www.toppan.com/en/living-industry/packaging/products/barrier_film/) /22/ , Homepage 2026 /23/ BMBF Abschlussbericht 13 N 8906, 2008 Verbesserte Restentleerbarkeit von Verpackungen durch plasmatechnische Innenbeschichtungen im Nanometerbereich /24/ /25/ /26/ /27/ > [POUCH vs. PET-FLASCHE Teil 4](https://inno-talk.de/pouch-vs-pet-flasche-teil-4/) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [POUCH vs. PET-FLASCHE Teil 2](https://inno-talk.de/pouch-vs-pet-flasche-teil-2/) **Kategorien:** Barrierefolien, Folienherstellung/Veredelung, Migration, Wechselwirkungen, Standbeutel **Schlagwörter:** Dr. Bernd Knierbein, PC-11-26, Pouch --- ### [Papier-Hype vs. Folien-Fakten II – Die Recycling-Realität: Wer kriegt den Keks (und wer nur die Krümel)?](https://inno-talk.de/papier-hype-vs-folien-fakten-ii-die-recycling-realitaet-wer-kriegt-jetzt-den-keks-und-wer-nur-die-kruemel/) **Published:** Februar 22, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Na, willkommen zurück im Flexpack-Dschungel! **[Letztes Mal ](https://inno-talk.de/papier-hype-vs-folien-fakten-wer-kriegt-den-keks/)**haben wir uns beim „Kampfgewicht“ und der CO₂-Party gestritten – ihr wisst schon: **die federleichte Mono-Folie** vs. **das stattliche Barrierepapier**,, das die Kekse sicher und bequem verpacken soll. Heute drehen wir den Spieß um und fragen: **Was passiert eigentlich NACH dem Keks?** Also genau dann, wenn Verpackungen plötzlich „Kreislauf“ rufen, aber im echten Leben erst mal in der Tonne landen. Und damit sind wir beim Lieblingsthema aller Verpackungsnerds: **Recyclingfähigkeit in Europa – theoretisch vs. praktisch.** Ritter Sport hat das ziemlich elegant auf den Punkt gebracht: Nicht nur „theoretische Recycelbarkeit“ zählt, sondern auch die **„actual recycling rate“** – also das, was tatsächlich im Kreislauf ankommt. --- ## Recyclingfähig ist keine Material- sondern eine Systemeigenschaft **Recyclingfähigkeit** ist nicht nur Material, sondern **System** – also Sammlung, Sortierung, Recyclingtechnik, Markt für Rezyklat und das kleine Detail namens *Mensch*, der Dinge in die falsche Tonne wirft, weil er gerade telefoniert. Ritter Sport sagt selbst: PP ist zwar **voll recyclingfähig**, landet aber oft im Restmüll und wird dann „de facto“ nicht recycelt. > **Design for Recycling** ist Pflicht – aber ohne **Design for Collection & Sortability** bleibt’s ein PowerPoint-Kreislauf. Genau hier setzt auch **CEFLEX** an: Die „Designing for a Circular Economy“-Guidelines sind ein (sehr) praktischer Werkzeugkasten dafür, dass flexible Verpackungen **gesammelt, sortiert und recycelt** werden können – nicht nur „auf dem Papier“. --- ## Papier in Europa: Der Recycling-Überflieger (mit Rückenwind) Wenn Papier ein Kandidat bei „Germany’s Next Top-Recyclingstoff“ wäre, hätte es schon längst den Vertrag unterschrieben. Europa liefert hier beeindruckende Zahlen: - Der **European Paper Recycling Council (EPRC)** meldet für 2024 eine Recyclingquote von **75,1 %** für Papier und Karton insgesamt. - Für **Papierverpackungen** wird sogar eine Quote von **83,1 %** genannt – das ist schon ziemlich nah an „läuft bei uns“. [\[interzero.de\]](https://www.interzero.de/unternehmen/referenzen/ritter-sport-verpackungsoptimierung/), Warum ist Papier so stark? Weil Europa dafür seit Jahrzehnten ein stabiles System aufgebaut hat: getrennte Sammlung, klare Akzeptanz, etablierte Sortierung und ein großer Markt für Sekundärfasern. Das ist kein Zufall, das ist Infrastruktur. Eine recycelte Faser ist günstiger als eine Frischfaser. Es gibt also einen Grund für „Rezyklat”-Einsatz“ **Aber**: Papier gewinnt nur dann, wenn es **auch papier-kompatibel bleibt**. Sobald wir bei Barrierepapier über Beschichtungen sprechen, wird’s **„prüfpflichtig“**. Interzero beschreibt das beim Ritter-Sport-Projekt sehr treffend: Es braucht ein **Spezialpapier mit Beschichtung**, das gleichzeitig im **Altpapierstrom recyclingfähig** sein muss. Und Ritter Sport selbst sagt: Papier ist in vielen Sorten noch nicht universell nutzbar – z. B. wegen Feuchte/Salz (Kondensation) oder scharfkantiger Bestandteile (Barriere leidet). [\[mobiflip.de\]](https://www.mobiflip.de/shortnews/ritter-sport-papier/), > Papier ist in Europas Sammelsystemen flächendeckend etabliert > Barrierepapier muss aber beweisen, dass es im Altpapierprozess nicht zur „faserbasierten Sackgasse“ wird. --- ## PP / Kunststoff in Europa: Technisch gut – aber die Realität ist kompliziert Kunststoffrecycling in Europa ist nicht „schlecht“, aber definitiv „nicht so einfach wie Papierrecycling“. EU-Daten zeigen: Die EU recycelt zwar einen relevanten Anteil, aber es bleibt Luft nach oben – zudem gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern. - Eine EU-Parlamentsaufbereitung berichtet, dass 2022 in der EU rund **40,7 %** der Kunststoffabfälle recycelt wurden. - Eurostat-basierte Berichterstattung nennt für 2023 eine durchschnittliche Recyclingquote für **Kunststoffverpackungen** in der EU um **42 %** (mit deutlichen Unterschieden zwischen Mitgliedstaaten). Und jetzt kommt der Flexpack-spezifische Twist: Diese Zahlen beinhalten nicht automatisch „Folien laufen top“. Gerade **flexible Kunststoffverpackungen** sind systemisch anspruchsvoller (leicht, flach, manchmal im NIR-schwierig zu erkennen, oft verschmutzt). Deshalb betont CEFLEX so stark die Themen **Sortierbarkeit** und **recyclinggerechtes Design**. ### „Ja, aber PP ist doch Monomaterial!“ – stimmt. Und trotzdem: Ritter Sport setzt seit 1991 auf PP-Folie, weil sie leicht ist, gut verarbeitbar ist und schützt – und zudem „fully recyclable“. Aber genau diese PP-Folie landet oft im Restmüll oder noch schlimmer in der Natur – und ist damit **de facto nicht im Kreislauf**. Die Verpackung ist außerdem so klein, dass sie beim Sortieren oft durchrutscht. Das ist der Punkt, an dem wir als Branche ehrlich sein müssen: > Eine perfekte Monofolie hilft wenig, wenn sie nicht im passenden Sammelstrom ankommt. Und das ist leider bei vielen, kleinen Packungen aus dm Gelben Sack (noch) der Fall. --- ## Recycling braucht nicht nur Technik, sondern auch Wirtschaft Und jetzt wird’s kurz ernst : Selbst wenn Sammlung und Design stimmen, muss Recycling **wirtschaftlich** funktionieren. Plastics Recyclers Europe beschreibt für 2024/2025 eine **Krise in der europäischen Recyclingindustrie**, inklusive sinkender Auslastung und Schließungen; dabei werden u. a. **Polyolefin-Filme** als besonders betroffen genannt. Das könnte daran liegen, dass sie so dünn, komplex aufgebaut und schwierig zu handhaben sind. Das heißt: Kreislauffähigkeit ist auch eine Frage von **Kapazität, Absatz und fairen Märkten**. Wenn Rezyklat nicht abgenommen wird oder Anlagen schließen, wird aus „Circular“ schnell wieder „Linear“. **Papier hat hier (noch) den Vorteil eines stabileren Marktes – die Sekundärfaser ist ein etabliertes und begehrtes Handelsgut.** --- ## Und was heißt das jetzt für „Wer kriegt den Keks?“ (Recycling-Edition) ### Wenn du **maximal und wirklich real recyceln** willst: - **Papier (und Pappe/Karton)** sind aktuell oft die „sichere Bank“, weil das System in Europa stark ist und Recyclingraten hoch sind. - Aber: Bei Barrierepapieren unbedingt prüfen, ob die Lösung wirklich **Altpapierstrom-tauglich** bleibt ### Wenn du **Flexpack-Funktion** brauchst (Barriere, Siegel, Produktschutz): - **Monomaterial-Folie (PP oder PE)** ist technisch eine sehr gute Basis für Recycling – genau deshalb gibt es CEFLEX-Guidelines, die auf polyolefinbasierte Flexpacks zielen. - Aber: Ohne Sammlung/Sensibilisierung/geeignete Infrastruktur bleibt das Ganze im „theoretisch recyclebar“-Modus. > ### ***Papier gewinnt oft im heutigen EU-System. Folie gewinnt oft in Funktion & Materialeffizienz. Der Sieger heißt: „Design + System + Markt“ – nicht „Team Papier“ oder „Team Folie“.*** --- ## So wird aus „Recycling-Wunsch“ echte Recyclingfähigkeit **Für PP oder PE-Flexpack (Mono):** 1. **CEFLEX-konform designen** (Sortierbarkeit, Materialkompatibilität, Additive/Barriereschichten sauber im Griff). 2. Sortier-/Recyclingtests durchführen und dokumentieren. Daraus lässt sich dann schnell auch die geforderte PPWR-Konformitätserklärung ableiten. 3. Die Kommunikation und die Entsorgungshinweise sollten so gestaltet werden, dass die Verpackung nicht im Restmüll oder in der Umwelt landet. Besteht diese Gefahr, sollte lieber auf Bio-Plastik oder Papier umgestiegen werden (z.B. für Festivals, Länder ohne Sammelsysteme etc.) **Für Barrierepapier:** 1. Die Beschichtung sollte so gewählt werden, dass eine Repulpierbarkeit/Altpapierverträglichkeit gewährleistet ist und alle Rückstände, die in der Faser verbleiben können, unbedenklich sind. 2. Produktsortiment prüfen: Feuchte, Fette, scharfkantige Bestandteile – das können Verursacher von Barriereversagen und Verderb sein. --- ## Schlusswort: Der Keks gehört dem, der den Kreislauf **wirklich** schließt Wer heute behauptet „Unsere Verpackung ist recyclingfähig“ sollte immer den Zusatz denken: **„…in welchem System, in welchem Land, mit welcher Sammelquote und mit welchem Recyclingpfad?“** Viele formulieren das sehr klar über den Unterschied zwischen theoretischer Recycelbarkeit und realer Recyclingquote. Und damit wird deutlich: > Der Keks geht nicht automatisch an Papier oder Folie – sondern an die Lösung, die **im europäischen Alltag** am zuverlässigsten **gesammelt, sortiert, verwertet und als Rezyklat/ Sekundärfaser wieder eingesetzt** wird. Ist es nicht sinnvoller, ein Material mit einer schlechteren CO₂- und Wasserbilanz zu wählen, das aber im Kreislauf landet, als ein Material, das zwar theoretisch eine gute Lebenszyklus-Analyse aufweist, praktisch aber meistens auf der Deponie, in der Verbrennung oder noch schlimmer in der Natur landet? Diese Frage wird uns sicherlich noch bis über das Jahr 2030 hinaus begleiten. Siehe auch: > [Papier-Hype vs. Folien-Fakten: Wer kriegt den Keks?](https://inno-talk.de/papier-hype-vs-folien-fakten-wer-kriegt-den-keks/) Quellen: **Papier‑Recyclingraten in Europa (75,1 % / 83,1 %)** CEPI / European Paper Recycling Council, Recyclingraten 2024. **Kunststoff‑Recyclingquoten in der EU (40,7 % / ca. 42 %)** Europäisches Parlament – Kunststoffabfall & Recycling (2022). Packaging Journal (Eurostat‑basiert, 2023). **Ritter Sport: PP‑Folie „voll recyclebar“, aber geringe tatsächliche Recyclingquote** Ritter Sport – Sustainable Packaging. Ritter Sport Blog – „Unsere Verpackung“. [\[interpack.de\]](https://www.interpack.de/de/Media_News/interpack_Magazin/S%C3%9CSSWARENVERPACKUNGEN/S%C3%BC%C3%9Fwarenverpackungen_News/Ritter_Sport_in_Papierverpackung) **Barrierepapier muss trotz Beschichtung altpapierfähig bleiben** Interzero – „Ritter Sport: Verpackungsoptimierung“. **Design-for-Recycling für flexible Verpackungen (PP/PE‑Mono) – CEFLEX Guidelines** CEFLEX D4ACE – Design for a Circular Economy. **Marktdruck & Herausforderungen im Kunststoffrecycling** Plastics Recyclers Europe – Industry Figures 2024. Recyclingportal – PRE‑Daten (2025). ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Recyclingfähigkeit von Folienverpackungen bewerten](https://inno-talk.de/recyclingfaehigkeit-von-folienverpackungen-bewerten/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Barrierefolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk, Lebensmittelverpackung **Schlagwörter:** Papier, Plastik, PPWR, Recycling --- ### [Flexible Verpackungen zwischen PPWR und Praxis ](https://inno-talk.de/flexible-verpackungen-zwischen-ppwr-und-praxis/) **Published:** Februar 28, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** *Wie die Flexpack-Branche die regulatorische Transformation meistert* ***Unter dem Leitthema „Flexpack 2030” setzte das 23. Inno-Meeting am 24. und 25. Februar 2026 in Osnabrück starke Impulse für die Zukunft flexibler Verpackungen. Inmitten eines tiefgreifenden Transformationsprozesses in der Branche präsentierte das Branchentreffen Lösungsansätze und richtungsweisende Innovationen, die die weitere Entwicklung von Verpackungen im Rahmen der PPWR und weiterer regulatorischer Vorgaben bis 2030 und darüber hinaus prägen werden.*** ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-10.png)Strengere Lebensmittelkontakt- Vorgaben, ambitionierte PPWR-Ziele sowie der schrittweise Ausstieg aus PFAS erhöhen den Transformationsdruck auf die Hersteller flexibler Verpackungen. Für sie geht es um grundlegende strukturelle Änderungen. Leistungsfähige, gesetzeskonforme und kreislauffähige Verpackungslösungen werden zur Schlüsselaufgabe für die Branche. Das 23. Inno-Meeting in Osnabrück rückte diese Herausforderungen in den Mittelpunkt. Präsentiert wurden Lösungen für eine digital beschleunigte Produktentwicklung, innovative Barrierematerialien und Recyclinglösungen im geschlossenen Kreislauf. Gastgeber und Moderator **Karsten Schröder** führte durch ein zukunftsorientiertes Programm mit überraschenden Impulsen und intensivem Austausch. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_1654-Valeska-Haux-1024x683.jpg)**Valeska Haux,** Expertin für Strategie und Marketing, definierte Marke als strategischen Hebel für Differenzierung, Vertrauen und stabile Margen. Der Markt für flexible Verpackungen ist technologie- und preisgetrieben – dieser befindet sich in einem radikalen Umbruch. Darin setzen erfolgreiche Marken auf klare Spezialisierung, technische Glaubwürdigkeit, fundierte Nachhaltigkeitskompetenz sowie sichtbare Expertise und konsequente Kommunikation. Angesichts von Regulierung, Nachhaltigkeitsdruck, Digitalisierung und neuen Wettbewerbern müssen Marken aktiv weiterentwickelt und im Unternehmen als Strategie verankert werden. Nachhaltigkeit ist dabei Pflichtprogramm. Echte Differenzierung entsteht durch Substanz, Konsistenz, Fokussierung und Thought Leadership – gerade in einer zunehmend fragmentierten Medienlandschaft. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-11.png)*Vergleich traditioneller F&E-Kosten gegenüber Reverse Engineering. (Quelle: one.five GmbH)* **Claire Gusko**, Mitbegründerin der one.five GmbH zeigte in ihrem Vortrag, wie Hochdurchsatzdaten und KI die Entwicklung nachhaltiger, flexibler Verpackungen revolutionieren. One.five setzt auf Reverse Engineering, das Trial-and-Error vermeidet: Klare Leistungsziele definieren den Trainingsdatensatz, relevante Materialeigenschaften werden identifiziert und digital gescreent. Praxisbeispiele belegen eine höhere Vorhersagegenauigkeit, schnellere Materialauswahl und geringere F&E-Kosten. So lassen sich Innovationszyklen verkürzen, Over-Engineering vermeiden und marktreife, nachhaltige Verpackungslösungen effizienter entwickeln. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-12.png)*Mehrschichtsysteme erlauben O2-Barrieren auch auf PCR-Folien. (Quelle: Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV) in Industrie und Handwerk an der RWTH Aachen)* [**Prof. Rainer Dahlmann** ](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=18966)vom Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV) der RWTH Aachen präsentierte die neuesten Fortschritte plasmabasierter SiOx-Barrierebeschichtungen – mit klarem Fokus auf Rezyklat Folien. Im Zentrum stehen präzise gesteuerte PECVD-Prozesse (Plasma Enhanced Chemical Vapor Deposition) sowie maßgeschneiderte Multischichtsysteme aus SiOx/SiOCH, die Sauerstoff- und Migrationsbarrieren als auch Haftung gezielt optimieren. Die Ergebnisse eines iterativen Vorgehens zeigen: Sowohl auf Virgin-PP als auch auf Post-Consumer-PP lassen sich hohe Barriereverbesserungs-Funktionalitäten erzielen, während dies zugleich kontaminationsbedingte Migration signifikant reduziert. Währenddessen bleiben die Schichten recyclingfähig – und eröffnen den Weg zu Rezyklaten in Lebensmittel-Kontakt-Qualität. Das Spannende daran: Mögliche Kontaminanten bleiben außerhalb der Verpackung . ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-13.png)*Bessere Rezyklatqualität durch Verzicht auf durchgefärbte Folien oder nicht de-inkbaren Konterdruck. (Quelle: Constantia Flexibles)* [**Prof. Achim Grefenstein** ](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=56498)von der Constantia Flexibles Germany GmbH zeigte in seinem Vortrag auf, wie sich innovative Barriere- und Recyclingtechnologien gezielt kombinieren lassen, um flexible Hochbarriere-Verpackungen zugleich leistungsfähig und hochrezyklierbar zu gestalten. Im Mittelpunkt standen Mono-PE-Laminate mit EVOH-reduzierten Barrieren, eine RecyClass-konforme Auslegung sowie der geforderte Einsatz von PCR-Anteilen. Darüber hinaus adressierte er Optimierungspotenziale im Advanced Mechanical Recycling, insbesondere durch den Verzicht auf durchgefärbte oder nicht de-inkbare Folien. Die derzeit laufenden Untersuchungen im Bereich PE sind perspektivisch auch auf PP übertragbar. Ergänzt wurde der ganzheitliche Ansatz durch papierbasierte Hochbarriere-Lösungen mit ultradünnen Folienbarrieren. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-14.png)*Farbstabilität tierischer Wurst und pflanzlichen Alternativen unter Sauerstoff- und Lichteinfluss. (Quelle: Hochschule Albstadt-Sigmaringen, Sustainable Packaging Institute SPI)* **[Alina Siebler](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=85963)** von der Hochschule Albstadt-Sigmaringen analysierte die produktspezifischen Verpackungsanforderungen veganer Fleisch- und Wurstalternativen im direkten Vergleich zu tierischen Referenzprodukten. Im Fokus standen Farb- und Qualitätsveränderungen insbesondere unter dem Einfluss von Sauerstoff, Licht und unterschiedlichen Lagerbedingungen. Erste Laborergebnisse zeigen: Auch pflanzliche Produkte reagieren empfindlich auf Licht und Sauerstoff, weisen jedoch eine geringere Oxidationsanfälligkeit auf als ihre tierischen Pendants. Die Ergebnisse bieten Raum für eine gezielte Optimierung bestehender Verpackungslösungen. Dies benötigt weiterführende Untersuchungen hinsichtlich der Auslegung geeigneter Gasbarrieren für Schutzbegasungssysteme und einem wirksamen Schutz vor mikrobiellem Verderb oder Fettoxidation. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-16.png)*Orientierungs-Technologien gehören zu den Lösungsansätzen für das D4R. (Quelle: Dow Chemical)* [**Isabel Arroyo** ](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=48537)von Dow Chemical Ibérica S.L. veranschaulichte, wie die PPWR flexible Verpackungen grundlegend verändert – hin zu recyclingfähigen, oftmals PE-basierten Strukturen mit verpflichtendem PCR-Einsatz. Im Fokus stehen die technischen Herausforderungen von Monomaterial- und PCR-Designs, insbesondere in Bezug auf Barriereleistung, Maschinengängigkeit und Lebensmittelsicherheit. Zentrale Lösungshebel sind Design-for-Recyclability, Orientierungstechnologien wie MDO/BOPE, kompatible Barriere Systeme und zugelassene Copolymere. Anhand von Stretch-Wrap- und Stretch Film-Anwendungen mit REVOLOOP-PCR demonstrierte sie, dass sich hohe PCR-Anteile mit verlässlicher Performance kombinieren lassen und regulatorische Anforderungen (z. B. PCR-Quoten) und Nachhaltigkeitsziele industriell skalierbar erfüllen. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-15.png)*Kunststofflösungen im Nachhaltigkeitskontext – differenziert nach Rohstoffquelle und End-of-Life-Pfad. (Quelle: pack.consult, KI-generiert)* [**Patrick Zimmermann**](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=6832) von FKuR Kunststoff GmbH hinterfragte in seinem Vortrag die Grenzen der Kreislaufwirtschaft. Rezyklate und Biokunststoffe sind zentrale Hebel, seien aber keine alleinige Lösung. Nachhaltigkeit gehe weit über CO₂-Reduktion hinaus und verlange ein Umdenken entlang der 8R-Prinzipien – von Refuse bis Recover. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-18.png)*Kreislaufwirtschaft wird das Problem des Überkonsums nicht lösen. (Quelle: FKuR Kunststoff GmbH)* Mechanisches Recycling leidet unter Preisvolatilität und Qualitätsverlusten. Biobasierte Kunststoffe können fossilen Kohlenstoff substituieren, stoßen jedoch auf Kosten-, Akzeptanz- und Regulierungsbarrieren. Entscheidend für echten Fortschritt sind höhere Recyclingfähigkeit, bessere Sammlung und Sortierung, qualitativ hochwertige Rezyklate, verstärkte Verwendung von biobasierten Drop-In Kunststoffen sowie der gezielte Einsatz biologisch abbaubarer Materialien dort, wo sie ökologisch echten Mehrwert bieten. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-17.png)*Der Compass Cradle-to-Cradle Ansatz beinhaltet die Einhaltung der komplexen europäischen Vorschriften und Verordnungen. (Quelle: epeaswitzerland gmbh)* **Albin Kälin** ging in seinem Vortrag darauf ein, wie epeaswitzerland gmbh Unternehmen unterstützt, um Verpackungsprodukte konsequent in echter Zirkularität zu verankern und die komplexen EU-Vorgaben strukturiert abzubilden. Als Wissenstreuhänder übernimmt epeaswitzerland die Beschaffung sensibler Produktdaten, analysiert diese anhand einer ABC-X-Kategorisierung nach ökologischer Relevanz und erstellt als unabhängige Drittpartei einen digitalen Produktpass. Dieser dient als dynamisches Steuerungsinstrument für Compliance, Materialgesundheit, Prozessgestaltung, Innovationstracking und Kreislauffähigkeit bis hin zu Take-back-Konzepten. Er bietet damit eine Möglichkeiten die mannigfaltigen Regulatorien zu beherrschen und nicht nur zu verwalten. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-21.png)*Der Ersatz aller Einweg-Transportfolien durch Mehrweglösungen würde zu zusätzlichen CO₂-Emissionen von 32 Millionen Tonnen pro Jahr in Europa führen. (Quelle: IFEU Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg gGmbH)* **[Benedikt Kauertz](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=73657)** von IFEU Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg gGmbH präsentierte eine Ökobilanz zu Einweg- und Mehrweg-Lösungen zur Paletten Sicherung unter den (teilweise zurückgenommenen) PPWR-Mehrwegquotenvorgaben. Untersucht wurden Kunststoff- und Papier-Einweglösungen sowie flexible und formstabile Mehrwegsysteme hinsichtlich Materialeinsatz, Umlaufzahlen, Transporteffizienz und Treibhausgasemissionen. Ausschlaggebend für die Umweltwirkung sind Verpackungsgewicht, Umlaufzahlen, Füllvolumen und Transporteffizienz. Aufgrund deutlich höherer Massen und Rücktransporten schneiden leichte Einweglösungen ökologisch besser ab als schwere Mehrwegsysteme. Eine vollständige Substitution von Einweg-Transportfolien durch Mehrweg würde die CO₂-Emissionen in Europa deutlich erhöhen und wäre nicht zielführend. Kauertz kritisiert die Vorgabe, dass 50% Mehrweg sein soll, was bei einer Mehrwegpalette plus Einwegkantenschutz und Einwegverpackungspapier schon nicht mehr gegeben sei – hier müsse der Gesetzgeber nachbessern. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-22.png)*Hackingtools zum Angreifen von QR-Codes und Barcodes. (Quelle. pack.consult)* [**Thomas Brenner**](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=58664), Cybersecurity Experte, beleuchtete in seinem Vortrag Sicherheitsrisiken digitaler Technologien in und auf Verpackungen. Er zeigte Verpackungen als Angriffsflächen für Hacking auf und analysierte die Einfallstore wie QR-Codes, NFC, Wasserzeichen und Digitalen Produktpass (DPP). In einer Live – Hacking Demonstration zeigte er die aktuellen Schwachstellen einzelner Techniken und ging auf Sicherheitsvorfälle in den letzten Monaten ein. Abschließend präsentierte er Lösungsansätze, welche Schutzmöglichkeiten bestehen, bzw. was zu tun ist, wenn man gehackt wurde. Das Raunen im Saal war ein Indiz für das Interesse der Teilnehmer und den praktischen Nutzen. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-20.png)*Die Gaszellen dünner LDPE-Blasfolien werden biaxial verstreckt. (Quelle: Constab Polyolefin Additives GmbH)* [**Michael Weber**](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=52976) von CONSTAB Polyolefin Additives GmbH gab einen fundierten Überblick über das chemische Treibmittel-Masterbatch Ecocell® für das Schäumen dünner Folien und PP-Becher. Ziel des Einsatzes ist es, Gewicht und Materialeinsatz deutlich zu reduzieren sowie Energieverbrauch und Zykluszeiten nachhaltig zu senken. Er erläutert die endotherme Zersetzung des Treibmittels, die Ausbildung homogener, zuverlässig feiner Zellstrukturen und die daraus resultierenden Effekte wie signifikante Dichtereduktion, verbesserte Wärmedämmung, minimierter Verzug sowie eine attraktive, „paper-like“ Mattoptik. Praxisbeispiele aus Trinkbechern und LDPE-/PP-Folien sowie Ergebnisse aus der Pilotanlage im Technikum Rüthen unterstreichen die industrielle Umsetzbarkeit. ![Olivia Kleinreiter beim 23. Inno-Meeting über Spezifiokation 3.0](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_1756-Olivia-Kelnreiter-1024x683.jpg)[**Olivia Kelnreiter**](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=90834) von Packa zeigte, dass PPWR-Readiness weniger eine Material- als eine Datenfrage ist. Viele Unternehmen kämpfen mit unstrukturierten Spezifikationen, analogen oder digitalen Datensilos und fehlender Transparenz. „Packaging Specification 3.0“ digitalisiert Spezifikationsdaten vollständig, liest sie per KI automatisch aus und macht sie nach einem Sanity Check strukturiert nutzbar. So lassen sich Data Gaps sichtbar machen und schließen, Recyclingfähigkeit bewerten, ESG-Analysen durchführen und regulatorische Anforderungen effizient erfüllen – als Grundlage für bessere Entscheidungen, Kostentransparenz und nachhaltige Verpackungsstrategien. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-19.png)*Die Qualität einer Wickelhülse ist von zahlreichen Parametern abhängig. (Quelle: Paul & Co GmbH & Co KG)* [**Kilian Kunert** ](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=74537)von Paul & Co GmbH & Co KG gab einen umfassenden Einblick in das Produktprogramm und die Fertigungsweise von Wickelhülsen. Gefertigt werden die Produkte aus bis zu 100 % Altpapier im Spiral-, Parallel- oder Längswickelverfahren. Neben hoher Festigkeit und Präzision bietet das Portfolio spezialisierte Lösungen für Reinräume oder Lebensmittelfolien. Digitale Mehrwerte wie RFID und individueller Druck optimieren Logistik und Rückverfolgbarkeit. Ein zentraler Fokus liegt auf der Nachhaltigkeit: Durch materialoptimierte, hochfeste Hülsen mit glatter, weicher oder klebender Oberfläche wird der CO2-Fußabdruck pro Stück sowie der Ausschuss entlang der Lieferkette effektiv reduziert – natürlich alles aus Recyclingware.. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-23.png)*Verpackungen aus Silphie in den Märkten von Lidl und Kaufland. (Quelle: OutNature GmbH)* **Thomas Strieder** stellte OutNature als Anbieter alternativer Fasern aus Silphie und Stroh vor, zur Herstellung nachhaltiger Papier und Verpackungsprodukte – auch im industriellen Maßstab. Dabei werden Reststoffe aus der Landwirtschaft regional genutzt, Transportwege verkürzt und kaskadische Rohstoffnutzung umgesetzt. Silphie und Strohfaserpapiere sind vollständig in den Altpapierkreislauf integriert. Bei den Silphie-Papieren steht der geringe CO₂-Fußabdruck im Vordergrund, wohingegen Strohfaserpapiere durch ihre spezifische Faserstruktur die Festigkeit gegenüber herkömmlichem Altpapier spürbar steigern. Produkte in Lidl und Kaufland-Märkten sowie die Zusammenarbeit mit Procter & Gamble demonstrieren die Marktreife der Lösung. Mit Leipa wird ein erstes Projekt neben der Papiermaschine dieses Jahr realisiert. **[Dr. Ernst Simon ](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=76221)**von Flexible Packaging Europe skizzierte in seinem Vortrag die wachsende EU-Regulatorik mit tiefgreifenden Änderungen für Lebensmittelkontaktmaterialien. Die Neufassung der FCM-Rahmenverordnung nimmt Fahrt auf und stellt u.a. die Weichen zur Reduktion auf 6 statt der bislang 17 Materialarten. Gleichzeitig wird über einen Paradigmenwechsel vom Risiko- zum Gefahrenansatz bei der Stoffbewertung nachgedacht. Eine neue Logik des Konformitätsnachweises und verschärfte Reinheits- und Dokumentationspflichten sollen etabliert werden und zugleich erhöht sich der den Druck durch PFAS-Vorgaben im Rahmen der Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR). Fehlende harmonisierte Prüfmethoden verschärfen die Unsicherheit. Zudem stellte er die Herausforderungen beim Rezyklateinsatz in Lebensmittelverpackungen dar, die den Einsatz mechanisch rezyklierter Polyolefine in Lebensmittelverpackungen faktisch zur Ausnahme machen. Ein weiteres Problem ist die Zunahme von Regelungen, die sich direkt oder indirekt auf Verpackungen auswirken und sich zum Teil widersprechen. [Im Live-Podcast](https://inno-talk.de/podcast/) der ersten Episode „FlexPack-News“, die monatlich erscheinen wird, moderierte **Julian Thielen** eine Diskussionsrunde zur Zukunft der Flexpack-Branche. Mit dabei: **Jan Grevé** von ppg und **Daniel Zimmermann** von Felix Schoeller. Im Fokus standen aktuelle News aus den Fachmedien, wie Recyclingquoten, neue EU-Vorgaben sowie transparente CO₂-Bilanzen – einschließlich der präzisen Erfassung von Scope-1-, -2- und -3-Emissionen. Diskutiert wurden unternehmenseigene Softwarelösungen und ERP-Systeme zur Berechnung des Product Carbon Footprint, strategische Nachhaltigkeitsinvestitionen und die anspruchsvolle Entwicklung leistungsfähiger, recyclingfähiger Laminatstrukturen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf papierbasierten Verpackungslösungen durch Extrusions- und Dispersionsbeschichtung. In der Extrusion lassen sich Kunststoffschichten von nur 3 µm auf Papier applizieren – ein entscheidender Hebel für Ressourceneffizienz und Recyclingfähigkeit. Weitere Themen: Design-for-Recycling, Qualitätsunterschiede bei Rezyklaten in Europa und Asien sowie die dringende Notwendigkeit enger Kooperationen mit Maschinenherstellern. Denn mit Blick auf die Umsetzung der PPWR-Anforderungen bis 2030 bleibt der Branche nur ein enges Zeitfenster für Innovation und Transformation. ![Karsten Schröder fasst das 23. Inno-Meeting zusammen.](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_1644-Karsten-Schroeder-1024x683.jpeg)Den Schlusspunkt des 23. Inno-Meetings setzte **Karsten Schröder** mit einer pointierten Gesamtschau: Prägnant und auf den Punkt gebracht bündelte er die Kernaussagen und Highlights der Vorträge – und schärfte noch einmal den Blick für die entscheidenden Impulse der Veranstaltung. Überraschend und ermutigend: Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden wollte noch am nächsten Tag konkrete Veränderungen in der täglichen Arbeit und im Denken rund um Flexpack 2030 umsetzen – so die positive Bilanz der abschließenden Publikumsbefragung im Rahmen der Zusammenfassung ### Upcoming Events *October 2026 – February 2027* All upcoming events can be found in our event list. You and your colleagues can register for all listed events today. [All Events](https://inno-talk.de/events/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/e/3/d476cbb9b8e63.jpg)### **INNO-Pouch: Smart Pouches – Digital, Compliant, Tight** *Thursday, 8. / Friday, 9. October 2026 – Start 9:00* INNO-Pouch 2026 demonstrates in a practical way how modern stand-up pouches can be made future-proof. As the only conference of its kind in Europe, it directly links recyclable materials with state-of-the-art production. The focus is on the three keywords from the conference title: Digital, Compliant, Tight. Digital: Digitalisation is transforming the entire value chain. We’ll be exploring flexible digital printing for smaller print runs and short lead times. You’ll also learn how artificial intelligence (AI) is already influencing purchasing decisions today. Production is becoming smarter too: data-driven sealing (digital sealing) enables seamless, real-time quality monitoring. Compliant: Sustainability requires legal certainty. Experts will demonstrate practical solutions for the new PPWR and the Digital Product Passport. You’ll learn first-hand how digital tools make legal requirements and the recyclability of packaging transparent and manageable. Tight: Maximum leak-tightness and product protection are the focus of the technical implementation. The focus is on high-performance mono-materials (PE and PP), sustainable adhesives and innovative retort applications. Leading experts will explain how these recyclable films run flawlessly on modern packaging lines and can be sealed reliably using ultrasound or heat. A particular highlight of the conference in Barcelona: the unique opportunity to take an exclusive tour of the HP Digital Pouch Factory on site. Here, you can watch the entire process live, from printing and lamination right through to the final assembly of the pouches. Experience real-world case studies at the heart of the industry and explore new business models using pouches. This unique European conference offers you the ideal platform for strategic benchmarking and valuable industry contacts. ![Julian Thielen](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/1/8/dfc2163832ef6.jpg "Julian Thielen") ![Christoph Waldau](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/7/0/b/344e1a01f3126.jpg "Christoph Waldau") ![Claire Gusko](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/9/8/e/759b7face3e82.jpg "Claire Gusko") ![Albin Kälin](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/4/9/b/6e6b81fc8f8a1.jpg "Albin Kälin") ![Alexandre Zuber](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/5/1/8/212d83a0d6162.jpg "Alexandre Zuber") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/can_work.png) [->](https://inno-talk.de/events/PC-10-26/) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Grundlagen der PPWR](https://inno-talk.de/grundlagen-der-ppwr/) **Kategorien:** Barrierefolien, Biofolien, Entsorgung / Recycling, Neuigkeiten, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** IM-02-26, PPWR --- ### [Flexible packaging between PPWR and practice](https://inno-talk.de/en/flexible-packaging-between-ppwr-and-practice/) **Published:** März 2, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ***How the flexpack industry meets regulatory requirements*** ***Under the main theme „Flexpack 2030,“ the 23rd Inno-Meeting on February 24 and 25, 2026 in Osnabrück provided strong impetus for the future of flexible packaging. In the midst of a profound transformation process in the industry, the industry meeting presented solutions and trendsetting innovations that will shape the further development of packaging within the framework of the PPWR and other regulatory requirements until 2030 and beyond.*** ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/03/inno_header_23_Inno-Meeting_Flexpack2030_rechteck_ENG-1024x576.jpg) Stricter food contact regulations, ambitious PPWR targets, and the gradual phase-out of PFAS are increasing the pressure on flexible packaging manufacturers to transform. For them, it is about fundamental structural changes. High-performance, legally compliant, and recyclable packaging solutions are becoming a key task for the industry. The 23rd Inno-Meeting in Osnabrück focused on these challenges. Solutions for digitally accelerated product development, innovative barrier materials, and closed-loop recycling solutions were presented. Host and moderator **Karsten Schröder** guided participants through a future-oriented program with surprising insights and intensive discussions. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_1654-Valeska-Haux-1024x683.jpg)**Valeska Haux**, an expert in strategy and marketing, defined brands as a strategic lever for differentiation, trust, and stable margins. The market for flexible packaging is technology- and price-driven—and it is undergoing radical change. Successful brands are focusing on clear specialization, technical credibility, solid sustainability expertise, visible expertise, and consistent communication. In view of regulation, sustainability pressures, digitalization, and new competitors, brands must be actively developed and anchored within the company as a strategy. Sustainability is a MUST. Genuine differentiation comes from substance, consistency, focus, and thought leadership—especially in an increasingly fragmented media landscape. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-11.png)*Comparison of traditional R&D costs versus reverse engineering. (Source: one.five GmbH)* **Claire Gusko**, co-founder of one.five GmbH, showed in her presentation how high-throughput data and AI are revolutionizing the development of sustainable, flexible packaging. One.five relies on reverse engineering, which avoids trial and error: clear performance targets define the training data set, and relevant material properties are identified and digitally screened. Practical examples demonstrate greater predictive accuracy, faster material selection, and lower R&D costs. This shortens innovation cycles, avoids over-engineering, and enables more efficient development of market-ready, sustainable packaging solutions. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-12.png)*Multi-layer systems allow O2 barriers even on PCR films. (Source: Institute for Plastics Processing (IKV) in Industry and Trade at RWTH Aachen University)* [**Prof. Rainer Dahlmann** ](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=18966)from the Institute for Plastics Processing (IKV) at RWTH Aachen University presented the latest advances in plasma-based SiOx barrier coatings, with a clear focus on recycled films. The focus is on precisely controlled PECVD processes (Plasma Enhanced Chemical Vapor Deposition) and customized multilayer systems made of SiOx/SiOCH, which specifically optimize oxygen and migration barriers as well as adhesion. The results of an iterative process show that a high barrier improvement can be achieved with both new PP and recycled PP, while at the same time significantly reducing migration caused by contaminants. Meanwhile, the layers remain recyclable—paving the way for food-contact-grade recyclates. The exciting thing about this is that potential contaminants remain outside the packaging. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-13.png)*Better recycled material quality by avoiding solid-colored films or non-deinkable reverse printing. (Source: Constantia Flexibles)* [**Prof. Achim Grefenstein**](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=56498) from Constantia Flexibles Germany GmbH showed in his presentation how innovative barrier and recycling technologies can be combined in a targeted manner to design flexible high-barrier packaging that is both high-performance and highly recyclable. The focus was on mono-PE laminates with EVOH-reduced barriers, a RecyClass-compliant design and the required use of PCR content. In addition, he addressed optimization potential in advanced mechanical recycling, in particular by avoiding the use of dyed or non-deinkable films. The investigations currently underway in the field of PE can also be transferred to PP in the future. The holistic approach was supplemented by paper-based high-barrier solutions with ultra-thin film barriers. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-14.png)*Color stability of animal-based sausage and plant-based alternatives under the influence of oxygen and light. (Source: Albstadt-Sigmaringen University, Sustainable Packaging Institute SPI)* **Alina Siebler** from Albstadt-Sigmaringen University analyzed the product-specific packaging requirements of vegan meat and sausage alternatives in direct comparison to animal-based reference products. The focus was on color and quality changes, particularly under the influence of oxygen, light, and different storage conditions. Initial laboratory results show that plant-based products are also sensitive to light and oxygen, but are less susceptible to oxidation than their animal-based counterparts. The results provide scope for targeted optimization of existing packaging solutions. This requires further investigation into the design of suitable gas barriers for protective gas systems and effective protection against microbial spoilage or fat oxidation. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-16.png)*Orientation technologies are among the solutions for D4R. (Source: Dow Chemical)* **Isabel Arroyo** from Dow Chemical Ibérica S.L. illustrated how PPWR is fundamentally changing flexible packaging—towards recyclable, often PE-based structures with mandatory PCR use. The focus is on the technical challenges of monomaterial and PCR designs, particularly in terms of barrier performance, machine runability, and food safety. Key solutions include design for recyclability, orientation technologies such as MDO/BOPE, compatible barrier systems, and approved copolymers. Using stretch wrap and stretch film applications with REVOLOOP PCR, she demonstrated that high PCR content can be combined with reliable performance and that regulatory requirements (e. g. PCR quotas) and sustainability goals can be met on an industrial scale. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-15.png)*Plastic solutions in the context of sustainability – differentiated by raw material source and end-of-life path. (Source: pack.consult, AI-generated)* In his presentation, **Patrick Zimmermann** from FKuR Kunststoff GmbH questioned the limits of the circular economy. Recyclates and bioplastics are key levers, but they are not the only solution. Sustainability goes far beyond CO₂ reduction and requires a rethink along the lines of the 8R principles – from refuse to recover. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-18.png)Circular economy will not solve the problem of overconsumption. (Source: FKuR Kunststoff GmbH) Mechanical recycling suffers from price volatility and quality losses. Bio-based plastics can substitute fossil carbon, but face barriers in terms of cost, acceptance, and regulation. Higher recyclability, better collection and sorting, high-quality recyclates, increased use of bio-based drop-in plastics, and the targeted use of biodegradable materials where they offer real ecological added value are crucial for real progress. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-17.png)*The Compass Cradle-to-Cradle approach involves compliance with complex European regulations and directives. (Source: epeaswitzerland gmbh)* In his presentation, **Albin Kälin** discussed how epeaswitzerland gmbh support companies in consistently anchoring packaging products in genuine circularity and mapping the complex EU requirements in a structured manner. As a knowledge trustee, epeaswitzerland procure sensitive product data, analyze it using ABC-X categorization based on ecological relevance, and create a digital product passport as an independent third party. This serves as a dynamic control instrument for compliance, material health, process design, innovation tracking, and recyclability, right through to take-back concepts. It thus offers opportunities to master the manifold regulations rather than merely administer them. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-21.png)*Replacing all single-use transport films with reusable solutions would result in additional CO₂ emissions of 32 million tons per year in Europe. (Source: IFEU Institute for Energy and Environmental Research Heidelberg gGmbH)* **Benedikt Kauertz** from IFEU Institute for Energy and Environmental Research Heidelberg gGmbH presented a life cycle assessment of single-use and reusable solutions for securing pallets under the (partially withdrawn) PPWR reusable quota requirements. Plastic and paper disposable solutions as well as flexible and dimensionally stable reusable systems were examined in terms of material use, circulation figures, transport efficiency, and greenhouse gas emissions. The decisive factors for the environmental impact are packaging weight, circulation figures, filling volume, and transport efficiency. Due to significantly higher masses and return transports, lightweight single-use solutions perform better ecologically than heavy reusable systems. A complete substitution of single-use transport films with reusable ones would significantly increase CO₂ emissions in Europe and would not be effective. Kauertz criticizes the requirement that 50 % must be reusable, which is no longer the case with a reusable pallet plus disposable edge protection and disposable packaging paper—the legislator needs to make improvements here. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-22.png)*Hacking tools for attacking QR codes and barcodes. (Source: pack.consult)* [**Thomas Brenner**](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=58664), cybersecurity expert, highlighted security risks of digital technologies in and on packaging in his presentation. He pointed out packaging as a target for hacking and analyzed gateways such as QR codes, NFC, watermarks, and digital product passports (DPP). In a live hacking demonstration, he showed the current vulnerabilities of individual technologies and discussed security incidents in recent months. Finally, he presented possible solutions, protection options, and what to do if you have been hacked. The murmurs in the hall were an indication of the participants‘ interest and the practical benefits. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-20.png)*The gas cells of thin LDPE blown films are biaxially stretched. (Source: Constab Polyolefin Additives GmbH)* **Michael Weber** from CONSTAB Polyolefin Additives GmbH provided an in-depth overview of the Ecocell® chemical blowing agent masterbatch for foaming thin films and PP cups. The aim of its use is to significantly reduce weight and material consumption, as well as to sustainably lower energy consumption and cycle times. He explains the endothermic decomposition of the blowing agent, the formation of homogeneous, reliably fine cell structures, and the resulting effects such as significant density reduction, improved thermal insulation, minimized warping, and an attractive, paper-like matte appearance. Practical examples from drinking cups and LDPE/PP films as well as results from the pilot plant at the Rüthen technical center underscore the industrial feasibility. ![Olivia Kleinreiter beim 23. Inno-Meeting über Spezifiokation 3.0](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_1756-Olivia-Kelnreiter-1024x683.jpg)**Olivia Kelnreiter** from Packa demonstrated that PPWR readiness is less a question of materials than of data. Many companies struggle with unstructured specifications, analog or digital data silos, and a lack of transparency. „Packaging Specification 3.0“ completely digitizes specification data, automatically reads it using AI, and makes it usable in a structured way after a sanity check. This makes it possible to identify and close data gaps, evaluate recyclability, perform ESG analyses, and efficiently meet regulatory requirements—laying the foundation for better decisions, cost transparency, and sustainable packaging strategies. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/image-19.png)*The quality of a winding core depends on numerous parameters. (Source: Paul & Co GmbH & Co KG)* **Kilian Kunert** from Paul & Co GmbH & Co KG provided a comprehensive insight into the product range and manufacturing methods for winding cores. The products are manufactured from up to 100 % recycled paper using spiral, parallel or longitudinal winding processes. In addition to high strength and precision, the portfolio offers specialized solutions for clean rooms or food films. Digital added value such as RFID and custom printing optimize logistics and traceability. A central focus is on sustainability: Material-optimized, high-strength cores with smooth, soft, or adhesive surfaces effectively reduce the carbon footprint per piece and waste along the supply chain—all made from recycled materials, of course. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/03/image.png)*Packaging made from cup plant in Lidl and Kaufland stores. (Source: OutNature GmbH)* **Thomas Strieder** presented OutNature as a supplier of alternative fibers made from cup plant and straw for the production of sustainable paper and packaging products, including on an industrial scale. This involves the regional use of agricultural residues, shorter transport routes, and cascading raw material use. Papers made from cup plant and straw fibers are fully integrated into the waste paper cycle. Silphie papers focus on their low carbon footprint, while straw fiber papers significantly increase strength compared to conventional waste paper thanks to their specific fiber structure. Products in Lidl and Kaufland stores and the collaboration with Procter & Gamble demonstrate the market readiness of the solution. The first project alongside the paper machine will be implemented this year with Leipa. **Dr. Ernst Simon** from Flexible Packaging Europe outlined in his presentation the growing EU regulations with far-reaching changes for food contact materials. The revision of the FCM Framework Regulation is gaining momentum and, among other things, paves the way for a reduction to 6 material types instead of the previous 17. At the same time, a paradigm shift from a risk-based to a hazard-based approach to substance evaluation is being considered. A new logic for proving conformity and stricter purity and documentation requirements are to be established, while at the same time pressure is increasing due to PFAS requirements under the Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR). The lack of harmonized testing methods increases the uncertainty. He also outlined the challenges associated with the use of recycled materials in food packaging, which effectively make the use of mechanically recycled polyolefins in food packaging the exception. Another problem is the increase in regulations that directly or indirectly affect packaging and are sometimes contradictory. In the live podcast of the first episode of „FlexPack News,“ which will be released monthly, **Julian Thielen** moderated a panel discussion on the future of the flexpack industry. Also participating were **Jan Grevé** from ppg and **Daniel Zimmermann** from Felix Schoeller. The focus was on current news from the trade media, such as recycling rates, new EU regulations, and transparent CO₂ balances—including the precise recording of Scope 1, 2, and 3 emissions. Discussions centered on proprietary software solutions and ERP systems for calculating the product carbon footprint, strategic sustainability investments, and the challenging development of high-performance, recyclable laminate structures. A particular focus was placed on paper-based packaging solutions using extrusion and dispersion coating. Extrusion allows plastic layers of just 3 µm to be applied to paper—a decisive factor in resource efficiency and recyclability. Other topics: Design for recycling, quality differences in recycled materials in Europe and Asia, and the urgent need for close cooperation with machine manufacturers. With regard to the implementation of the PPWR requirements by 2030, the industry has only a narrow window of opportunity for innovation and transformation. ![Karsten Schröder fasst das 23. Inno-Meeting zusammen.](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_1644-Karsten-Schroeder-1024x683.jpeg)**Karsten Schröder** brought the 23rd Inno-Meeting to a close with a concise overview: he succinctly summarized the key messages and highlights of the presentations, once again drawing attention to the decisive impulses of the event. Surprising and encouraging: more than half of the participants wanted to implement concrete changes in their daily work and thinking around Flexpack 2030 the very next day – according to the positive results of the concluding audience survey conducted as part of the summary. ### Upcoming Events *October 2026 – February 2027* All upcoming events can be found in our event list. You and your colleagues can register for all listed events today. [All Events](https://inno-talk.de/events/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/e/3/d476cbb9b8e63.jpg)### **INNO-Pouch: Smart Pouches – Digital, Compliant, Tight** *Thursday, 8. / Friday, 9. October 2026 – Start 9:00* INNO-Pouch 2026 demonstrates in a practical way how modern stand-up pouches can be made future-proof. As the only conference of its kind in Europe, it directly links recyclable materials with state-of-the-art production. The focus is on the three keywords from the conference title: Digital, Compliant, Tight. Digital: Digitalisation is transforming the entire value chain. We’ll be exploring flexible digital printing for smaller print runs and short lead times. You’ll also learn how artificial intelligence (AI) is already influencing purchasing decisions today. Production is becoming smarter too: data-driven sealing (digital sealing) enables seamless, real-time quality monitoring. Compliant: Sustainability requires legal certainty. Experts will demonstrate practical solutions for the new PPWR and the Digital Product Passport. You’ll learn first-hand how digital tools make legal requirements and the recyclability of packaging transparent and manageable. Tight: Maximum leak-tightness and product protection are the focus of the technical implementation. The focus is on high-performance mono-materials (PE and PP), sustainable adhesives and innovative retort applications. Leading experts will explain how these recyclable films run flawlessly on modern packaging lines and can be sealed reliably using ultrasound or heat. A particular highlight of the conference in Barcelona: the unique opportunity to take an exclusive tour of the HP Digital Pouch Factory on site. Here, you can watch the entire process live, from printing and lamination right through to the final assembly of the pouches. Experience real-world case studies at the heart of the industry and explore new business models using pouches. This unique European conference offers you the ideal platform for strategic benchmarking and valuable industry contacts. ![Julian Thielen](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/1/8/dfc2163832ef6.jpg "Julian Thielen") ![Christoph Waldau](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/7/0/b/344e1a01f3126.jpg "Christoph Waldau") ![Claire Gusko](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/9/8/e/759b7face3e82.jpg "Claire Gusko") ![Albin Kälin](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/4/9/b/6e6b81fc8f8a1.jpg "Albin Kälin") ![Alexandre Zuber](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/5/1/8/212d83a0d6162.jpg "Alexandre Zuber") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/can_work.png) [->](https://inno-talk.de/events/PC-10-26/) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Grundlagen der PPWR](https://inno-talk.de/grundlagen-der-ppwr/) **Kategorien:** barrier films, Bio-films, Disposal / Recycling **Schlagwörter:** IM-02-26, Inno-Meeting, PPWR --- ### [Wie bewertet man die Recyclingfähigkeit von Verpackungen? – Überblick & Update](https://inno-talk.de/wie-bewertet-man-die-recyclingfaehigkeit-von-verpackungen-ueberblick-update/) **Published:** März 10, 2026 **Author:** Wilma Igelbrink **Content:** *Ein Nachbericht zum Webseminar mit Jonathan Scheck von Interzero Circular Solutions Germany GmbH* Am **5. März 2026** fand erneut eines unserer beliebten Innoform-Webseminare statt. Unter dem Titel *„Wie bewertet man die Recyclingfähigkeit von Verpackungen?“* führte **Jonathan Scheck** (Team Lead Packaging Consulting) , fachkundig durch die komplexe Welt rund um Sortierung, gesetzliche Rahmenbedingungen und praktische Herausforderungen im Verpackungsrecycling. --- ## **Einführung & Orientierung: Was bedeutet „recyclingfähig“ eigentlich?** Zu Beginn spannte Jonathan Scheck den Bogen über verschiedene Definitionen von Recyclingfähigkeit – von der **Ellen MacArthur Foundation** bis zu **BIFA** und Stimmen aus dem Handel. Ergebnis: Trotz unterschiedlicher Perspektiven ist der gemeinsame Nenner klar – *Recyclingfähigkeit muss nicht nur theoretisch möglich sein, sondern auch in der Praxis im industriellen Maßstab funktionieren.* ## **Aktuelle Herausforderungen – und wo es heute klemmt** Während PET-Flaschen ein etabliertes Erfolgsmodell darstellen, wurde deutlich, wie schwierig es bei vielen anderen Verpackungsarten ist: **1. Polyolefine im Lebensmittelkontakt** - Mechanisches Recycling ist möglich – **aber rechtlich kaum zugelassen**, weil die Herkunft der Materialien nicht eindeutig genug rückverfolgbar ist. - Europa fordert 95 % Lebensmittelherkunft, was real aktuell nur bei PET und PS umgesetzt wird. **2. Infrastrukturlücken bei PET-Schalen** - Theoretisch gut recyclingfähig, praktisch **mangelt es an ausreichenden Aufbereitungskapazitäten** in Europa. - Länder wie Frankreich und die Niederlande sind weiter – dennoch bleibt der gesamt-europäische Anteil gering. **3. PLA & Wachspapier** - PLA wird kaum recycelt, weil die Volumina zu gering sind und die Infrastruktur fehlt. - Wachspapiere können die Zerfaserung hemmen – **in der Regel nicht recyclingfähig**, trotz einzelner gegenteiliger Herstellermeinungen. --- ## ****Interaktive Einordnung verschiedener Verpackungen**** Anhand verschiedener realer Verpackungen wurde interaktiv diskutiert, welche Kriterien ihre Recyclingfähigkeit beeinflussen – darunter: - **Schwarze Verpackungen**: oft schlecht sortierbar wegen rußbasierter Pigmente. - **Blister + Kartonrückseiten**: problematisch aufgrund materialheterogener Verbunde. - **Monofolien aus PP**: grundsätzlich gut recyclingfähig – wenn Barrieren niedrig gehalten werden. - **Full-Sleeve-Flaschen**: sortierbar, sofern sleeves lichtdurchlässig genug sind. Diese Diskussionen verdeutlichten, wie praxisnah und anspruchsvoll die Bewertung tatsächlich ist. --- ## ****Regulatorische Entwicklungen: Die PPWR kommt**** Spannend wurde es bei der Einordnung der **EU-Verpackungsverordnung (PPWR)**: **Zwei zentrale Bewertungsstufen ab 2030 bzw. 2035** 1. **Recyclingfähigkeit nach Design (ab 2030)** – Fokus auf Materialkombinationen, Farbstoffe, Barrieren etc. 2. **Recycled at Scale (ab 2035)** – Es reicht nicht mehr, *dass* Verpackungen theoretisch recyclingfähig sind – **es muss real existierende Infrastruktur vorhanden sein**. Der deutsche **Mindeststandard** dient bereits heute als Orientierung, da viele Kriterien physikalisch-technisch europaweit vergleichbar sind. --- ## **Bewertungsmethoden im Vergleich** Interzero arbeitet mit einer Methodik, die **strenger ist als das, was die PPWR voraussichtlich fordern wird**. Gründe dafür: - Kooperation u. a. mit **BIFA** - Orientierung an **RecyClass**-Standards - Einbezug realer Sortier- und Verwertungsprozesse aus der Praxis. Für die Industrie bedeutet das: Jetzt beginnen lohnt sich – 2028 (Veröffentlichung delegierter Rechtsakte) wäre spät. --- ## **Intensive Diskussionsrunde** Viele Teilnehmer brachten eigene Herausforderungen aus der Praxis ein, darunter: - Rezyklateinsatz im Lebensmittelkontakt - Additive und mögliche Kumulationseffekte - Bewertung von Big Bags (B2B-Verpackungen) - nationale Unterschiedlichkeiten bei Sortierinfrastruktur Die Diskussion zeigte: Die Branche steht vor erheblichen Herausforderungen – aber auch vor spannenden Chancen. --- # **Fazit**: **Ein Thema zwischen Technik, Politik und Praxis** Das Webinar bot einen tiefen und zugleich praxisorientierten Einblick in die Realität der Recyclingfähigkeit: **Recyclingfähigkeit ist komplexer als je zuvor – aber auch verpflichtender.** **PPWR gibt eine klare Richtung vor – aber viele Details folgen erst 2028.** **Nur wer frühzeitig handelt, wird ab 2030 nicht unter Druck geraten.** Mit diesem Webseminar stärken wir weiter unseren Anspruch, **führender Wissenspartner im Bereich flexible Verpackungen** zu sein – sowohl über den Testservice in Oldenburg als auch über Innoform Coaching. Watch and purchase recording ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Sabrina Schmidt vom IÖW spricht über die Bewertung der Nachhaltigkeit von Verpackungen](https://inno-talk.de/sabrina-schmidt-sprich-ueber-bewertung-der-nachhaltigkeit-von-verpckungen/) **Kategorien:** Allgemein, Entsorgung / Recycling, Lebensmittelrecht, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Design for Recycling, Jonathan Scheck, Mindeststandard, PPWR, Recycling --- ### [Plastikrecycling in der Schweiz](https://inno-talk.de/plastikrecycling-in-der-schweiz/) **Published:** März 10, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** --- # Echter Umweltschutz oder teures Greenwashing? In der Schweiz landen jährlich rund 790.000 Tonnen Kunststoff im Müll – der Großteil wird schlicht verbrannt. Während ein neues schweizweites Sammelsystem die Quote erhöhen soll, stellt der Kassensturz die Sinnhaftigkeit infrage. Zwischen wirtschaftlichem Druck und ökologischen Zweifeln bleibt die Frage: Lohnt sich das Sammeln für Konsumenten überhaupt? ## Nur 3 Prozent werden rezykliert Obwohl Herr und Frau Schweizer Weltmeister im Trennen von Glas und Papier sind, sieht es beim Plastik düster aus. Aktuell werden lediglich **drei Prozent des Haushaltsabfalls** tatsächlich recycelt. Der Rest landet in der Kehrichtverbrennung. Das neue Sammelsystem Recypac und gebührenpflichtige Säcke wie der RecyBag sollen dies nun ändern. Doch Kritiker wie der Schweizer Konsumentenschutz und Greenpeace finden deutliche Worte: Sie bezeichnen die aktuellen Bemühungen teilweise als **Greenwashing**. ## Die Krux mit dem Mischplastik Das Hauptproblem liegt in der Beschaffenheit der Abfälle. Anders als bei der sortenreinen PET-Flasche handelt es sich bei Haushaltsplastik oft um einen Mix aus verschiedenen Kunststoffen und Verbundmaterialien. - **Aufwendige Trennung:** Der Kassensturz Beitrag zeigt, dass der gesammelte Müll oft weite Wege – teils bis nach Österreich – zurücklegt, um in hochmodernen Anlagen sortiert zu werden. - **Downcycling statt Kreislauf:** Aus einem Joghurtbecher wird kein neuer Joghurtbecher. Oft entstehen daraus Produkte wie Zaunpfähle oder Rohre. - **Hohe Kosten:** Während die Verbrennung einer Tonne Plastik rund 250 Franken kostet, schlägt das Recycling mit etwa 750 Franken zu Buche. ## Wirtschaft unter Druck: Billig-Plastik aus dem Ausland Die Recyclingbranche kämpft zudem mit harten wirtschaftlichen Fakten. Billige Neuplastik-Importe machen rezykliertes Granulat (Rezyklat) oft unrentabel. Ohne gesetzliche Quoten, die einen Mindestanteil an Recyclingmaterial in neuen Verpackungen vorschreiben, fehlt der Industrie die nötige Abnahmesicherheit. ## Lichtblick: Design for Recycling Ein zentraler Hebel für die Zukunft ist das Verpackungsdesign. Unternehmen wie die Bachmann Group zeigen im Beitrag, wie Verpackungen bereits bei der Entwicklung so konzipiert werden können, dass sie leicht trennbar und damit **recycling-fit** sind. Dies erfordert jedoch ein Umdenken in der gesamten Lieferkette. ## Fazit: Sammeln ja, aber Vermeidung geht vor Trotz der berechtigten Kritik an Effizienz und Kosten kommt der Beitrag zu einem differenzierten Schluss: Recycling ist ein wichtiger Baustein, aber keine Wunderwaffe. Für den ökologischen Fußabdruck bleibt die Vermeidung von Einwegplastik und das Setzen auf Mehrwegsysteme die effektivste Strategie. Dennoch: Wer sammelt, leistet einen Beitrag zur Entwicklung einer Infrastruktur, die langfristig für eine echte Kreislaufwirtschaft unerlässlich ist. --- ## Wichtige Fakten auf einen Blick - **Plastikverbrauch ind der Schweiz (127 kg pro Kopf/Jahr):** Dieser Wert umfasst den gesamten Kunststoffverbrauch in der Schweiz. Er verdeutlicht die enorme Menge an Material, die jährlich in Umlauf gebracht wird und am Ende entsorgt werden muss. - **Recyclingquote im Haushalt (ca. 3 %):** Trotz privater Sammelbemühungen ist die tatsächliche stoffliche Verwertungsquote bei gemischten **Haushaltsabfällen** verschwindend gering. Über 80 % des Plastikmülls werden nach wie vor thermisch verwertet (verbrannt). - **Kostenfaktor (3x teurer als Verbrennung):** Die finanzielle Hürde ist hoch. Während die Verbrennung einer Tonne Plastik ca. 250 CHF kostet, fallen für Logistik, Sortierung und Aufbereitung im Recycling ca. 750 CHF an. Dieser Preisunterschied macht Rezyklate gegenüber Primärrohstoffen oft unattraktiv. - **Forderung nach Einsatzquoten:** Um den Kreislauf zu schließen, fordern Experten gesetzliche Vorgaben für den Mindestanteil an Rezyklat in Neuprodukten. Nur so kann eine stabile Nachfrage generiert werden, die unabhängig von den schwankenden Preisen für billiges Neuplastik (Virgin Plastic) aus dem Ausland ist. Und hier geht es zum Video: ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Leitlinien zum Rezyklateinsatz bei Lebensmittelverpackungen](https://inno-talk.de/leitlinien-zum-rezyklateinsatz-bei-lebensmittelverpackungen/) **Kategorien:** Entsorgung / Recycling **Schlagwörter:** Plastikabfall --- ### [Web Seminar “Sealing Layers and Sealing Properties PE & PP”](https://inno-talk.de/en/web-seminar-sealing-layers-and-sealing-properties-pe-pp/) **Published:** März 12, 2026 **Author:** Wilma Igelbrink **Content:** ### *A follow-up report on the web seminar with Dr. Heiko Schenck* On **10 March 2026**, participants joined the Innoform web seminar *“Sealing Layers and Sealing Properties PE & PP – Basics for Flexible Packaging Films* to gain a comprehensive overview of sealing technologies for flexible packaging. **Heiko Schenck**, an experienced polymer chemist with more than 30 years in the industry, guided attendees through the complex world of polyethylene (PE) and polypropylene (PP) sealing layers and their role in modern packaging applications. --- ## **Introduction to Sealing Materials in Flexible Packaging** In his opening, Heiko presented a clear overview of where sealing layers are used today: frozen food packaging, heavy‑duty shipping sacks, confectionery, snacks, lidding films, rigid packaging, and multilayer laminates. These examples illustrated the central role of polymer selection along the entire value chain—from resin producer to film manufacturer, brand owner, and retailer. He emphasised that **no single material fits all applications**. Understanding performance boundaries, environmental requirements, and processing constraints is essential before selecting materials or film structures. --- ## **Deep Dive: Polyethylene (PE) as a Sealing Layer** A major part of the web seminar was dedicated to the variety of polyethylene grades and how their structure and morphology affect sealing behaviour. ### **1. Traditional PE Types** - **LDPE** – highly branched, low‑density, easy processing, low melting point, historically the first standard sealant. - **HDPE** – highly crystalline, excellent water‑vapour barrier, but unsuitable as a sealant due to stiffness and high melting point. ### **2. Linear Polyethylenes** - **LLDPE (Butene/Hexene/Octene)** – improved mechanical strength and seal strength; properties depend heavily on comonomer type and content. - **VLDPE / ULDPE / Plastomers** – ultra‑low densities, very soft and elastic, excellent for low‑temperature sealing and flexible applications. ### **3. Metallocene‑PE (mPE)** Schenck highlighted the transformative impact of metallocene catalyst technology: - Very narrow molecular weight distribution - Superior optical properties - Outstanding seal initiation temperatures (SIT) - High seal strength and hot‑tack - Lower migration due to much less catalyst residues These properties make mPE grades the **state‑of‑the‑art solution** for performance‑critical applications. --- ## **Key Factors Influencing Seal Performance** Heiko explained the four cornerstones of high‑quality sealing: ### **1. Seal Initiation Temperature (SIT)** Lower SIT allows faster packaging speeds and reduced thermal load on sensitive products. Modern mPE (especially Octene‑based grades) offers the lowest SIT values today. ### **2. Seal Strength** Crucial for packages with heavy or bulky contents such as cereals or pet food. ### **3. Hot‑Tack** The immediate strength of a seal right after closing—essential for vertical form‑fill‑seal operations. mPE provides the strongest performance in this category. ### **4. Seal‑Through Contamination** A real‑world challenge, particularly in dusty or fatty environments: – Ionomers show excellent resistance to fat contamination – mPE performs best in powder contamination scenarios He later emphasised in the Q&A that the **only reliable test method** remains real‑package overpressure testing—there is no alternative laboratory shortcut. --- ## **Peelable Systems: Three Mechanisms** The web seminar outlined the main peel concepts used today: 1. **Burst Peel** – Break through the sealant layer followed by delamination from the subskin layer 2. **Cohesive Peel** – two‑phase system, often a blend of PE with polybutene; peel force depends on blend ratio and layer thickness 3. **Adhesive Peel** – delamination between sealant and substrate, common for lidding films (cups, trays, bottles) Achieving reproducible peel behaviour requires precise formulation and process control, especially for multilayer films. --- ## **Polypropylene (PP) as a Sealing Layer – More Versatile Than Ever** Polypropylene, historically limited by higher SIT and lower seal strength, has undergone significant innovation: - PP offers excellent **thermal stability**, making it ideal for **retort**, **microwave**, and **hot‑fill** applications. - New **terpolymer** and **copolymer** technologies allow significantly lower SIT. - Blends with PE‑plastomers further boost seal performance. → These advances now allow **fully recyclable PP monomaterial structures** with reliable sealing. --- ## **Sustainability: Pathways to Monomaterial Structures** Schenck addressed current developments toward PE‑ or PP‑based monomaterial packaging: - **MDO‑PE** is emerging as an alternative to O-PET, though challenges remain (stiffness, seal temperature, process stability). - PP monomaterial concepts are increasingly used in meat, dairy, and ready‑meal applications thanks to improved barrier and sealing options. He emphasised that although technically feasible, monomaterial solutions often require complete redesigns of existing laminates—and may involve trade‑offs in machinability or cost. --- ## **Conclusion** The web seminar delivered a rich and insightful overview of sealing layer technologies for flexible packaging. Participants gained: - A clear understanding of the differences and synergies between PE and PP - Up‑to‑date knowledge on modern resin innovations - Practical insights into sealing behaviour, peel systems, and contamination challenges - A sober assessment of the opportunities and limits of monomaterial sustainability solutions With its blend of technical depth and market relevance, this web seminar provided valuable knowledge for anyone working with packaging films, sealing processes, or material development. With this web seminar, we are further strengthening our claim to be the **leading knowledge partner** in the field of flexible packaging – both through our T**esting Service** in Oldenburg and through **Innoform Coaching**. [Watch and purchase recording](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/sealing-layers-and-sealing-properties-pe-pp-basics-for-packaging-films-part-g-2025_1) ### Verwandte Episoden - [Folien-Material-Analyse Podcast mit Daniel Wachtendorf](https://inno-talk.de/folien-material-analyse-podcast-mit-daniel-wachtendorf/) - [OneBARRIER – Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert](https://inno-talk.de/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** filling technology, Film production / Converting, Food packaging, Stand-up pouches **Schlagwörter:** Barriere films, Flexible packaging, heiko_schenck, PE, PP, Sealing --- ### [PFAS – „Forever Chemicals“ und ihre Bedeutung für Verpackungen](https://inno-talk.de/pfas-forever-chemicals-und-ihre-bedeutung-fuer-verpackungen/) **Published:** März 12, 2026 **Author:** Wilma Igelbrink **Content:** *Ein Nachbericht zum Webseminar mit Dr. Tim Schlüter von Innoform Testservice* Am **11. März 2026** fand unser Webseminar **PFAS – die sogenannten „Forever Chemicals“ – Was muss ich beachten?** statt. Unter der Leitung von **Dr. Tim Schlüter** erhielten die Teilnehmenden einen klaren und fundierten Einblick in die Bedeutung von PFAS für Lebensmittelkontaktmaterialien. ## **Was sind PFAS – und warum sind sie überall?** PFAS – per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen – sind in ihrer Struktur extrem stabil und daher in Umwelt, Wasser, Boden und Lebensmitteln weltweit nachweisbar. Beispiele aus den Medien – Trinkwasser, Bodenfunde, Milchuntersuchungen – zeigten eindrucksvoll die Relevanz des Themas. Dabei wurde deutlich: Die Zahl der potenziell betroffenen Substanzen geht in die Tausende, abhängig von der jeweiligen Definition und Quelle. Das erschwert Regulierung und Analytik erheblich. ## **Einsatzgebiete und Herausforderungen** Anhand vieler anschaulicher Beispiele zeigte der Vortrag, wie breit PFAS eingesetzt werden: - Feuerlöschschaum (AFFF) - Outdoor- und Funktionsmaterialien wie Gore-Tex - Antihaftbeschichtungen z. B. in Pfannen - Fett- und wasserabweisende Lebensmittelverpackungen - Folienherstellung (Polymer Production Aids) Durch ihre extrem hohe Persistenz reichern sich PFAS in der Umwelt und lebenden Organismen an. Wie Studien zeigten, lassen sich PFAS sogar im Recyclingkreislauf von Papier, in beschichteten Kartonverpackungen oder in fluorierten Kanistern wiederfinden. ## **Regulatorische Weichenstellung: PPWR & Grenzwerte** Ein Schwerpunkt lag auf der **PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation)**, die ab **12. August 2026** Verpackungen, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen und PFAS enthalten, weitgehend verbietet – ohne Übergangsfrist. Die im Verordnungstext genannten Grenzwerte (**25 ppb, 250 ppb, 50 ppm**) und deren Interpretationsmöglichkeiten wurden ausführlich erläutert. Besonders wichtig war der Hinweis auf die neue „Commission Notice“, die klarstellt: - **Unter 50 ppm Gesamtfluor** gilt ein Material als konform. - Liegt der Wert darüber, muss zwischen organischem und anorganischem Fluor unterschieden werden. - Analysen sind komplex, da für viele PFAS keine Standards existieren. Auch die Herausforderung unterschiedlicher Analysenergebnisse zwischen Laboren wurde diskutiert. ## **Risikobewertung statt Messpflicht?** Ein zentrales Thema in der Diskussion: Reicht eine **Risikobewertung** aus – ohne Messung? Die Antwort laut Tim Schlüter: „Ja, die PPWR lässt dies grundsätzlich zu, sofern Lieferanten bestätigen, dass keine PFAS eingesetzt werden. Ob Kunden und Behörden dies akzeptieren, bleibt jedoch ein Praxisproblem. Viele Unternehmen führen daher dennoch Messungen durch“. ## **Fazit** Das Webseminar zeigt, wie groß die Unsicherheiten rund um PFAS sind – und wie wichtig fundierte Informationsquellen und Austauschmöglichkeiten für die Branche werden. Mit diesem Webseminar stärken wir weiter unseren Anspruch, **führender Wissenspartner im Bereich flexible Verpackungen** zu sein – sowohl über den Testservice in Oldenburg als auch über Innoform Coaching. [Aufzeichnung ansehen und erwerben](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/pfas-die-sogenannten-forever-chemicals-was-muss-ich-beachten-2026) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) - [Leitlinien zum Rezyklateinsatz bei Lebensmittelverpackungen](https://inno-talk.de/leitlinien-zum-rezyklateinsatz-bei-lebensmittelverpackungen/) **Kategorien:** Allgemein, Folienprüfung & Analytik, Lebensmittelrecht, Migration, Wechselwirkungen **Schlagwörter:** Dr. Tim Schlüter, flexible packaging, PFAS, Testservice --- ### [Papier & Folien auf FFS‑Anlagen sicher verarbeiten – über die Formschulter zum Produkt](https://inno-talk.de/papier-folien-auf-ffs-anlagen-sicher-verarbeiten-ueber-die-formschulter-zum-produkt/) **Published:** März 16, 2026 **Author:** Wilma Igelbrink **Content:** *Ein Nachbericht zum Webseminar mit Dr. Henry Drut von FormerFab* Am **12. März 2026** fand unser Webseminar **„Papier & Folien auf FFS‑Verpackungs‑Anlagen fehlerfrei verarbeiten – Über die Formschulter zum Produkt“** unter der Leitung von **Dr. Henry Drut** statt. ## **Teil 1: Grundlagen der Formschulter & Herausforderungen mit Papier** ### **Warum ist Papier **anspruchsvoller** als Kunststofffolien** - höhere Steifigkeit - deutlich geringere Dehnbarkeit - kritisches Verhalten an der Bahnkante - erhöhte Reißempfindlichkeit - andere Reibwerte und Kraftverteilungen Diese Faktoren machen die Verarbeitung auf vertikalen und horizontalen Schlauchbeutelmaschinen zu einer echten Herausforderung – insbesondere hinsichtlich **Faltenbildung**, **geradem Bahnlauf**, **Einrissen** und **Dichtigkeitsproblemen**. ### **Die Rolle der Formschulter** Henry Drut stellte eindrucksvoll dar, warum die Formschulter das Herzstück des Prozesses ist: Hier treffen **Material**, **Maschinentechnik** und **Produktgeometrie** aufeinander. Unterschiedliche Maschinentypen (vertikal, horizontal, Stickpacks) bringen unterschiedliche Herausforderungen mit sich. Er zeigte typische Fehlerbilder wie: - asymmetrischer Lauf - Falten an der Umformkante - Risse durch ungünstige Biege- und Druckspannungen Und er erklärte, wie die **Makro- und Mikrogeometrie der Formschulter** entscheidend darüber bestimmen, ob Papier sauber läuft oder Probleme verursacht. ## **Teil 2: Vertiefung – Berechnung, Konstruktion & Optimierung** ### **Berechnungsverfahren & Simulation** Henry Drut erklärte das hauseigene mathematische Berechnungsverfahren, das: - Linienlängen korrekt abbildet - Umformprozesse mathematisch modelliert - individuelle Formschultergeometrien ermöglicht Auch spannende Einblicke in andere Berechnungsansätze aus Deutschland und China machten sichtbar, wie unterschiedlich die Philosophien sind. ### **Einlaufwinkel & Umformlänge** Eine der wichtigsten Erkenntnisse: > *„Bei Papier beginnt die Reise erst ab 60° Einlaufwinkel.“* Das bedeutet konkret: - **Papier braucht längere Formschultern**, um faltenfrei geformt zu werden. - Maschinenbauer müssen **entsprechend Platz einplanen**. - Anwender müssen verstehen, dass Papier nicht 1:1 wie PE‑Folie läuft. ### **Praktische Beispiele & Verschleißbilder** Anhand realer Formschultern zeigte Henry: - Unterschiede zwischen gefrästen Schultern und Blechschultern - typische Verschleißmuster bei Papier - wie sich korrigierte Mikrogeometrien positiv auf Verschleiß und Laufverhalten auswirken Besonders anschaulich war der Vergleich zweier Varianten (V6 und V7): - Trotz gleicher Gesamthöhe zeigte V7 **deutlich geringere Abzugskräfte** - Grund: optimierter Faltwinkelverlauf und schonendere Formung ### **Rissanfälligkeit & Einziehen des Papiers** Papier fädelt man trotz seiner Empfindlichkeit sicher einfädelt wenn man u. g. berücksichtigt: - keine zusätzlichen Blechführungen oder „Finger“ - saubere, blanke Formschulter - Kombination aus behutsamem Schieben und Ziehen beim Einfädeln Auch die Verarbeitung verschiedener Papierqualitäten auf einer Schulter ist möglich – **wenn das Eigenschaftsfenster der Materialien überlappt**. Ansonsten braucht es mehrere Schultern oder Kompromisse. ### **Extrem kurze Einlauflängen** Ein Teilnehmer berichtete von Formschultern mit extrem kurzem Einlauf (10 cm bei 300 mm Beutelbreite). Henry kommentierte offen: - technisch „mutig“ - nicht nachvollziehbar ohne genaue Betrachtung - mögliche Erklärung: unzureichende Schul­tergeometrie des Herstellers ## **Live‑Video einer asymmetrischen Papierformschulter** Zum Abschluss zeigte Henry ein Live‑Video einer asymmetrischen Formschulter für Zucker, die **ohne Formrohr** einen erstaunlich stabilen Lauf ermöglichte – ein eindrucksvoller Beweis für fachgerechte Berechnung und Konstruktion. ## **Fazit** Das Webseminar zeigte sehr deutlich: - Papier ist ein anspruchsvolles, aber machbares Verpackungsmaterial. - Der Schlüssel liegt in **korrekt berechneten**, **präzise gefertigten** Formschultern. - Erfahrung und gezielte Tests sind unverzichtbar. - Moderne Berechnungsverfahren und 3D‑Druckmuster verkürzen Entwicklungszeiten deutlich. Unsere Teilnehmenden nahmen viele praxisnahe Erkenntnisse mit – von der Basistheorie bis zu sehr konkreten Troubleshooting‑Hinweisen. Mit diesem Webseminar stärken wir weiter unseren Anspruch, **führender Wissenspartner im Bereich flexible Verpackungen** zu sein – sowohl über den Testservice in Oldenburg als auch über Innoform Coaching. [Aufzeichnungd ansehen](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/papier-folien-auf-ffs-verpackungs-anlagen-fehlerfrei-verarbeiten-2026) ### Verwandte Episoden - [Folien-Material-Analyse Podcast mit Daniel Wachtendorf](https://inno-talk.de/folien-material-analyse-podcast-mit-daniel-wachtendorf/) - [Volker Muche zu Paperization und Trends bei Verpackungsentwicklung](https://inno-talk.de/volker-muche-zu-paperization-und-trends-bei-verpackungsentwicklung/) - [37. Inno-Talk: Monomaterial FFS-Packaging](https://inno-talk.de/37-inno-talk-monomaterial-ffs-packaging/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Papier & faserbasierte Verpackungen, Standbeutel, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Dr. Henry Drut, FormerFab, Formschulter, Roy Holfert --- ### [POUCH vs. PET-FLASCHE Teil 4](https://inno-talk.de/pouch-vs-pet-flasche-teil-4/) **Published:** März 17, 2026 **Author:** Eva Kettelmann **Content:** **PP-Standbeutel vs. PET-Flasche für hochwertige und empfindliche Füllgüter** **– ein Bericht von Dr. Bernd Knierbein** Stand: Januar 2026 Teil 4 von 5, Teil 3 finden Sie hier: [Teil 3](https://inno-talk.de/pouch-vs-pet-flasche-teil-3/) ## 4. Prozesse nach dem Füllen #### 4.1 Haltbarmachung ##### 4.1.1 Sterilisation der Beutel Die abgefüllten Beutel müssen für die Sterilisation im meist üblichen Standautoklaven wie folgt vorbereitet werden: - Genaue lagenweise Beutelablage auf geeigneten stapelbaren Trays - Stapelung der Trays - Zusammenstellung der Traystapel zu Zügen für jeweils eine Autoklavenladung. - Mit diesen Zügen wird der einzelne Autoklav oder werden wechselnd mehrere Autoklaven beschickt. Die übliche Sterilisationstemperatur liegt bei 121 oC. Die Sterilisationszeit mit Aufheizen, Haltezeit und Kühlen liegt i. d. R. bei 90 min. Die Wartezeit vor der Autoklavierung darf nicht zu lang werden, um eine zu große Vorverkeimung des Produktes zu vermeiden. Die Entladung der Autoklaven erfolgt in umgekehrter Reihenfolge wie die Beladung: - Zugweise Entladung der Autoklaven - Endstapelung der einzelnen Traystapel - Beutelentladung der einzelnen Trays Der Aufwand für diese Prozesse ist sehr hoch: - Hoher Automationsaufwand für die Be- und Entladung - Hoher Energie-und Medienaufwand für die Sterilisation - Sehr großer Platzbedarf, sehr hohe Gewichte der Anlagen Der prinzipielle Vorteil dieser Prozesse besteht darin, dass auch stückige Güter wie Reis oder Fleischstücke (z. B. Petfood) auf diese Art haltbar gemacht werden können. Typische Darstellungen dieser Be- und Entladeprozesse sind unter /28/ und /29/ zu finden. Alternativ kann auch die kontinuierliche Sterilisation mit weniger Handlingsaufwand eingesetzt werden, die aber ein anderes Eigenschaftsprofil besitzt, auf das hier nicht näher eingegangen wird. ##### 4.1.2. Aseptische Abfüllung Die Sterilisation des Produktes in der UHT, die H2O2 Sterilisation der Verpackung und die aseptische Abfüllung werden schon in Kapitel 3.2.3. beschrieben, d.h. nach dem Füllprozeß ist für die Flaschen keine weitere Nachbehandlung des Produktes notwendig. **Tabelle zu Kapitel 4.1.: Haltbarmachung** ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/03/image-9-1024x385.png)#### 4.2. Endverpackung und Logistik ##### 4.2.1. Endverpackung der Beutel Die im Vergleich zur Flasche empfindlicheren Beutel müssen für die Logistik und Transporte besser geschützt werden: - Die sterilisierten Beutel müssen für die Endverpackung aufgereiht, sortiert gegriffen und schonend in Kartons eingesetzt werden. Ein Stauprozess auf den Bändern wie bei Flaschen ist hier nicht möglich. - Wegen der konzeptbedingten scharfen Folienkanten muss darauf geachtetet werden, dass sich die Beutel bei diesen Prozessen nicht gegenseitig aufschlitzen. - Bei der Kartonauslegung muss berücksichtigt werden, dass die Beutel das Gewicht nicht mittragen, d. h. der unterste Karton einer Palette muss für die gesamte darüberliegende Last mit Stoßbelastungen ausgelegt werden (selbsttragende Kartons). - Nach der Palettierung der Kartons kann die Palette umwickelt werden. - Risiko: Liegen Undichtigkeiten z. B. durch Schweißfehler vor, können im Lager oder beim Transport sehr große Folgeschäden entstehen, da auch tiefer gelagerte Paletten durch auslaufendes Produkt geschädigt werden. ##### 4.2.2. Endverpackung der Flaschen Das Handling der Flaschen gestaltet sich einfacher als bei Beuteln, da es sich im gefüllten Zustand um starre oder halbstarre Gebinde handelt: - In vielen Fällen sind Stau- und Pufferbereiche möglich und einfache Bänder für den Transport der Gebinde ausreichend. - Weiterhin sind die Fallfestigkeiten von PET-Gebinden deutlich besser als die von Polyolefinbeuteln. Für die Transportverpackung können folgende Konzepte genutzt werden: - Direkte Umschrumpfung von Flaschengruppen und deren Palettierung ggf. mit Kartonzwischenlagen - Flaschengruppen auf einfachen Trays mit Umschrumpfung - Flaschengruppen in Kartons, die nicht selbsttragend sein müssen Insgesamt ist das Risiko von Undichtigkeiten für Flaschen deutlich geringer als bei Beuteln, da die PET-Flaschen stabiler sind, und es zu mindestens im Flaschenkörperbereich keine Schweißungen gibt. **Tabelle zu Kapitel 4.2: Endverpackung und Logistik** ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/03/image-6-1024x281.png)Quellen: /28/ https://lanhandling.com/de/retort-room-automation/ /29/ https://jorgensen.dk/industry/healthcare/ > [POUCH vs. PET-FLASCHE Teil 5](https://inno-talk.de/pouch-vs-pet-flasche-teil-5/) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Folien-Material-Analyse Podcast mit Daniel Wachtendorf](https://inno-talk.de/folien-material-analyse-podcast-mit-daniel-wachtendorf/) - [PET-Flasche, Getränkekarton oder Pouch – was ist recyclingfähiger in der EU?](https://inno-talk.de/pet-flasche-getraenkekarton-oder-pouch-was-ist-recyclingfaehiger-in-der-eu/) **Kategorien:** Allgemein, Barrierefolien, Folienherstellung/Veredelung, Migration, Wechselwirkungen, Standbeutel **Schlagwörter:** Dr. Bernd Knierbein, PC-10-26, Pouch --- ### [POUCH vs PET BOTTLE Part 4](https://inno-talk.de/en/pouch-vs-pet-bottle-part-4/) **Published:** März 17, 2026 **Author:** Eva Kettelmann **Content:** **PP stand-up pouches vs. PET bottles for high-quality and sensitive fillings** **– a report by Dr. Bernd Knierbein** As by January 2026, part 4 from 5, part 3 here: [Part 3](https://inno-talk.de/en/pouch-vs-pet-bottle-part-3/) ## 4. Processes after filling #### 4.1. Preservation ##### 4.1.1. Sterilisation of the pouches The filled bags must be prepared as follows for sterilisation in a standard bench-top autoclave: - Precise, layer-by-layer placement of bags on suitable stackable trays - Stacking of the trays - Assembling the stacks of trays into batches, each sufficient for one autoclave load. - These conveyors are used to load either a single autoclave or, alternately, several autoclaves. The standard sterilisation temperature is 121 °C. The sterilisation cycle, including heating, holding and cooling, usually takes 90 minutes. The waiting time before autoclaving must not be too long, in order to prevent excessive pre-contamination of the product. The autoclaves are unloaded in the reverse order to loading: - Unloading the autoclaves in batches - Final unstacking of the individual tray stacks - Unloading of the individual trays These processes are very labour-intensive: - High level of automation required for loading and unloading - High energy and resource consumption for sterilisation - Requires a great deal of space; the equipment is very heavy The main advantage of these processes is that they can also be used to preserve chunky products such as rice or pieces of meat (e. g. pet food). Typical illustrations of these loading and unloading processes can be found in /28/ and /29/. Alternatively, continuous sterilisation can be used, which involves less handling but has a different set of characteristics that will not be discussed in detail here. ##### 4.1.2. Aseptic filling The sterilisation of the product using UHT, the H₂O₂ sterilisation of the packaging and the aseptic filling are already described in section 3.2.3; in other words, no further post-treatment of the product is required for the bottles after the filling process. **Table for Section 4.1: Preservation** ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/03/image-8-1024x385.png)#### 4.2. Final packaging and logistics ##### 4.2.1. Final packaging of the pouches As pouches are more fragile than bottles, they need to be better protected during logistics and transport: - The sterilised bags must be lined up, sorted, picked up and gently placed into cartons for final packaging. A stacking process on the conveyors, as is done with bottles, is not possible here. - Due to the sharp edges of the film caused by the design, care must be taken to ensure that the bags do not tear each other during these processes. - When arranging the cartons, it is important to keep in mind that the bags do not contribute to the weight; in other words, the bottom carton on a pallet must be designed to withstand the impact loads of the entire load above it (self-supporting cartons). - Once the boxes have been palletised, the pallet can be wrapped. - Risk: If there are leaks, for example due to welding defects, this can cause very significant consequential damage in the warehouse or during transport, as even pallets stored further down the stack can be damaged by leaking product. ##### 4.2.2. Final packaging of the bottles Handling bottles is easier than handling pouches, as when full they are rigid or semi-rigid containers: - In many cases, accumulation and buffer zones are possible, and simple conveyors are sufficient for transporting the containers. - Furthermore, the impact resistance of PET containers is significantly better than that of polyolefin pouches. The following concepts can be used for transport packaging: - Direct shrink-wrapping of bottle packs and their palletising, with cardboard interlayers where required - Groups of bottles on simple trays with shrink-wrapping - Groups of bottles in cartons that do not need to be self-supporting **Table for Section 4.2: Final packaging and logistics** ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/03/image-7-1024x281.png)**Sources:** /28/ https://lanhandling.com/de/retort-room-automation/ /29/ https://jorgensen.dk/industry/healthcare/ > [POUCH vs. PET Bottle Part 5](https://inno-talk.de/en/pouch-vs-pet-bottle-part-5/) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Was haben Druckfarben mit Nachhaltigkeit zu tun?](https://inno-talk.de/was-haben-druckfarben-mit-nachhaltigkeit-zu-tun/) - [POUCH vs. PET-FLASCHE](https://inno-talk.de/pouch-vs-pet-flasche/) **Kategorien:** barrier films, Film production / Converting, Migration, interactions, Stand-up pouches, Uncategorized **Schlagwörter:** Dr. Bernd Knierbein, PC-10-26, Pouch --- ### [Zertifizierung zur Rückverfolgbarkeit von Post Consumer Rezyklaten - ein Überblick](https://inno-talk.de/zertifizierung-zur-rueckverfolgbarkeit-von-post-consumer-rezyklaten-ein-ueberblick/) **Published:** März 18, 2026 **Author:** Wilma Igelbrink **Content:** --- *Ein Nachbericht zum Webseminar „Zertifizierung zur Rückverfolgbarkeit von Post‑Consumer‑Rezyklaten – ein Überblick*“ *mit Andreas Holt today – tomorrow – together* Am 17. März 2026 fand unser Webseminar **„Zertifizierung zur Rückverfolgbarkeit von Post Consumer Rezyklaten“** statt – und bot erneut einen tiefen Einblick in eines der dynamischsten Themen der Kunststoff‑ und Verpackungsbranche. Mit dem Fachvortrag von **Andreas Holt** erhielten die Teilnehmenden eine praxisnahe, klare und zugleich realistische Einordnung der aktuellen Herausforderungen rund um Rezyklateinsatz, Rückverfolgbarkeit und regulatorische Rahmenbedingungen. --- ## **Ein hochdynamisches Feld – wohin entwickelt sich die Zertifizierung?** Schon zu Beginn machte Andreas Holt deutlich, wie schnelllebig das Umfeld geworden ist: Normen, politische Vorgaben und Branchenstandards verändern sich kontinuierlich. Besonders die Wechselwirkung zwischen der **PPWR**, nationalen Anforderungen und den **Rezyklas‑Standards** sorgt für hohe Komplexität. Viele Standards befinden sich mitten im Übergang – etwa vom früheren EUCertPlast zu den heutigen RecyClass‑Prozessen, inklusive neuer verpflichtender Module. Für Unternehmen bedeutet das: **Ohne ein belastbares, transparentes System zur Rückverfolgbarkeit geht künftig nichts mehr.** --- ## **Rückverfolgbarkeit: Vom Abfall bis zum Endprodukt** Ein Schwerpunkt des Seminars lag auf dem Verständnis der gesamten Wertschöpfungskette: vom **Origin of Waste**, über Sortierung und Recyclingprozess, bis hin zum Einsatz des Rezyklats im Endprodukt. Dabei erklärte der Referent detailliert: - welche Akteure welche Verantwortung tragen, - wie Massebilanzen korrekt geführt werden, - was neue Module wie **Food‑Contact**, **CSR** oder **Pellet Loss Prevention** bedeuten, - und welche Nachweise Auditoren künftig einfordern. Eine klare Botschaft: **Die Anforderungen steigen – sowohl technisch als auch dokumentarisch.** --- ## **Schwerpunkt Food Contact: Der Engpass der Branche** Besonders lebhaft diskutiert wurde das Thema **Rezyklate in Lebensmittelkontaktmaterialien**. Andreas Holt erläuterte anschaulich, warum es aktuell praktisch nur **mechanisch recyceltes PET** gibt, das die regulatorischen Anforderungen erfüllt. Für Kunststoffe wie PE oder PP fehlen weiterhin geeignete, zugelassene Recyclingtechnologien. Gleichzeitig verlangt die PPWR bereits ab 2030 verbindliche Rezyklatanteile – ein Widerspruch, der die gesamte Industrie vor große Herausforderungen stellt. --- ## **Recyclingfähigkeit & Design for Recycling: Neuer Fokus** Darüber hinaus wurde der überarbeitete **Rezyklas‑Recyclingfähigkeitsstandard** vorgestellt. Statt sechs Klassen werden künftig drei Kategorien vergeben – von „recyclingfähig“ bis „nicht recyclingfähig“. Bewertet werden u. a.: - Materialzusammensetzung - Sortierbarkeit - Design for Recycling - Möglichkeit der Entleerung - reale Marktfähigkeit eines Recyclingstroms Auch hier wurde deutlich: **Nur Produkte, die tatsächlich gesammelt, sortiert und verarbeitet werden können, gelten als recyclingfähig.** Komplexe Fragestellungen rund um Food‑Kontakt‑Szenarien, chemisches Recycling sowie Anforderungen an moderne Sortierinfrastrukturen verdeutlichte: - Viele regulatorische Vorgaben sind weiterhin nicht vollständig schlüssig. - Zentrale technische Lösungen – insbesondere im PE/PP‑Recycling – fehlen noch. - Die Branche steht vor einem erheblichen Transformationsdruck. Trotz dieser Unsicherheiten gab **Andreas Holt** eine klare Orientierung: Transparenz, sorgfältige Dokumentation und konsequente Qualitätskontrolle gewinnen heute mehr denn je an Bedeutung. --- ## **Fazit** Das Webseminar zeigte klar: **Rückverfolgbarkeit von Post‑Consumer‑Rezyklaten ist kein Randthema mehr, sondern ein zentrales Element zukünftiger Produkt- und Unternehmensstrategien.** --- Mit diesem Webseminar stärken wir weiter unseren Anspruch, **führender Wissenspartner im Bereich flexible Verpackungen** zu sein – sowohl über den Testservice in Oldenburg als auch über Innoform Coaching. [Aufzeichnungd ansehen](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/rezyklate-in-lebensmittelverpackungen-eu-verordnung-eu-20221616-2026) ### Verwandte Episoden - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Marcus Holland über Rezyklatherstellung und -anwendung](https://inno-talk.de/marcus-holland-ueber-rezyklatherstellung-und-anwendung/) - [Leitlinien zum Rezyklateinsatz bei Lebensmittelverpackungen](https://inno-talk.de/leitlinien-zum-rezyklateinsatz-bei-lebensmittelverpackungen/) **Kategorien:** Allgemein, Biofolien, Entsorgung / Recycling, Q-Management/ Hygiene, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Andreas Holt, Post Consumer Rezyklaten, PPWR, Zertifizierung --- ### [The World of Polyethylenes: Which PE for Which Purpose?](https://inno-talk.de/en/the-world-of-polyethylenes-which-pe-for-which-purpose/) **Published:** März 20, 2026 **Author:** Wilma Igelbrink **Content:** --- ***Key insights from our expert web seminar with Dr. Heiko Schenck*** Polyethylene (PE) remains one of the most important materials in the packaging industry—yet its diversity has increased significantly over the past decades. In the web seminar **“The World of Polyethylenes – Which PE for Which Purpose?”**, participants gained a comprehensive and practice-oriented overview of modern polyethylene types, processing technologies, and applications. The seminar was presented by **Heiko Schenck**, polymer chemist and long-standing industry expert, in cooperation with **Innoform Coaching GmbH**. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2024/07/00e86a210104c1-1024x174.jpg)### From simple categories to a complex material family In the early days, polyethylene could be divided into just a few groups: LDPE, HDPE, and later LLDPE. Today, the picture is much more differentiated. Medium‑density grades, very‑low‑density PE, plastomers, metallocene‑based PE, bimodal grades, and oriented polyethylene films have expanded the material portfolio significantly. A key message of the seminar was clear: **when selecting polyethylene, density matters more than naming conventions**. While designations can be misleading, density provides reliable insight into stiffness, sealability, processing behavior, and end‑use performance. ### Innovation drivers: down‑gauging, machinery, and collaboration One of the strongest innovation drivers in polyethylene development is **light‑weighting (down‑gauging)**. Especially in Europe, this has been accelerated by long‑standing Extended Producer Responsibility (EPR) schemes and increasing sustainability requirements. The seminar highlighted how innovation is no longer driven by polymer producers alone. Instead, **close collaboration between material suppliers, machinery manufacturers, and converters** has become essential. Modern multi‑layer extrusion lines, advanced cast and blown film technologies, and optimized material combinations enable thinner films while maintaining or even improving performance. ### Processing technologies: blown, cast, and oriented films Participants received a clear overview of today’s processing landscape: - **Blown film** remains highly relevant, especially for transport packaging and many established structures. - **Cast film** technology offers significantly higher output rates and cost advantages, particularly for PA/PE and PET/PE structures. - **Oriented polyethylene films (MDO‑PE and BOPE)** are among the most dynamic developments. These materials enable mono‑material packaging solutions that support recyclability goals while still meeting demanding mechanical and shelf‑life requirements. Special attention was given to **orientation technologies**, including MDO, double‑bubble, triple‑bubble, and tenter‑frame processes—each with distinct advantages and limitations depending on application and structure design. ### Sealants and performance: why co‑monomers matter A central technical focus of the seminar was **polyethylene as a sealant**. Here, co‑monomer type and level play a decisive role: - Higher co‑monomer content lowers crystallinity and seal initiation temperature. - Metallocene‑based LLDPE and plastomers enable **stronger seals, wider sealing windows, better hot‑tack, and improved sealing through contamination**. - In many cases, higher‑performance (and higher‑priced) sealants lead to **overall cost savings** by enabling higher packaging line speeds and reduced waste. The conclusion: **material selection must always consider the packaging machine, line speed, and real‑life contamination conditions**, not just laboratory data. ### Recycling and sustainability in practice Recyclability was addressed throughout the seminar, especially in relation to mono‑material concepts and non‑food packaging. For many industrial and transport packaging applications, polyethylene‑rich structures already allow: - Efficient **mechanical recycling** - Integration of **in‑house recyclates or PCR material**, typically in bulk or core layers - Continued performance without compromising product protection The seminar emphasized that **product protection and food waste reduction remain the top priority**—sustainability solutions must never weaken packaging performance. ### Practical value and lively exchange The seminar included a dedicated Q&A session with in‑depth questions on cast film structures, cost optimization, and the use of recycled materials. The lively exchange once again demonstrated how relevant and application‑driven the topic of polyethylene has become for the industry. --- ### Key takeaways at a glance - Polyethylene diversity has increased significantly—**density is the key selection criterion** - **Down‑gauging and orientation technologies** are major innovation drivers - **Sealant performance** depends strongly on co‑monomer type and level - **Modern PE structures support recyclability** without sacrificing performance - Collaboration across the value chain is essential for future packaging solutions With this web seminar, we are further strengthening our claim to be the **leading knowledge partner** in the field of flexible packaging – both through our T**esting Service** in Oldenburg and through **Innoform Coaching**. [Watch and purchase recording](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/the-world-of-polyethylenes-which-pe-for-which-purpose-2026) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Heiko Schenck: Kreislauffähige Folienverpackungen aus PE](https://inno-talk.de/heiko-schenck-kreislauffaehige-folienverpackungen-aus-pe/) - [Lebensmittel- und Pharmaverpackungen aus Monofolien](https://inno-talk.de/lebensmittel-und-pharmaverpackungen-aus-monofolien/) **Kategorien:** barrier films, barrier films, Film production / Converting, Film testing & analytics, Food packaging, Uncategorized **Schlagwörter:** Dr. Heiko Schenck, PE, Polyethylenes --- ### [Papier oder Kunststoff? Der Fakten-Check für flexible Primärverpackungen](https://inno-talk.de/papier-oder-kunststoff-der-fakten-check-fuer-flexible-primaerverpackungen/) **Published:** April 1, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Die Debatte um das „richtige“ Verpackungsmaterial wird oft emotional geführt: Hier das „natürliche“ Papier, dort das „Hightech“-Polymer. Doch wer hat in der **flexiblen Primärverpackung** – dort, wo Barrierewirkung und Prozesssicherheit entscheidend sind – wirklich die Nase vorn? Ein aktueller Fachartikel von Karsten Schröder und Ansgar Wessendorf wirft einen nüchternen Blick auf die Daten. ## Das Duell im Modell: Der 1-kg-Keks-Test Um physikalische Zusammenhänge sichtbar zu machen, wurde ein bewusst gewählter Belastungstest herangezogen: Eine **1-kg-Kekspackung**. Kekse stellen hohe Anforderungen an die Verpackung, da sie empfindlich auf Feuchtigkeit und Sauerstoff/Aromen reagieren und gleichzeitig Fettmigration verhindert werden muss. Der Systemvergleich zwischen einer **Mono-Polyolefin-Folie** und **barrierebeschichtetem Papier** liefert spannende Ergebnisse: ## Effizienz schlägt Ideologie Ein zentrales Ergebnis der Analyse: Papier wird zwar oft als klimatischer Vorteil wahrgenommen, benötigt aber deutlich mehr Substanz (Masse), um die gleiche Stabilität und Barriere zu erreichen. Da das Gewicht die CO2-Bilanz maßgeblich bestimmt, liegt die leichte Monofolie im Modellvergleich bei der Emissionslast pro Packung häufig im Vorteil. ## Technologische Dynamik auf beiden Seiten Der Wettbewerb schläft nicht: - **Papier:** Investitionen in neue Papiermaschinen (z.B. Mondi in Štěti) und neuartige Beschichtungen (z.B. one.five) sollen faserbasierte Lösungen für sensible Lebensmittel fit machen. - **Kunststoff:** MDO-Technologien ermöglichen immer dünnere, hochfeste Strukturen („Downgauging“), während „Digital Sealing“ die Prozesssicherheit erhöht. ## Fazit: Ein Innovations-Marathon Es gibt keinen pauschalen K.-o.-Sieger. Während die Monofolie derzeit durch maximale Funktion bei minimaler Masse besticht, punktet Papier durch regenerative Rohstoffbasen und etablierte Recyclingpfade. Letztlich entscheiden produktspezifische Daten und die regulatorischen Anforderungen der EU (PPWR) über die Wahl des Materials. --- **Sie möchten alle Details und Grafiken des Systemvergleichs sehen?** [Verpackungsdruck 28-29\_Sp\_Papierhype](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/04/28-29_Sp_Papierhype.pdf)[Herunterladen](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/04/28-29_Sp_Papierhype.pdf) **Ihre Meinung zählt!** Wie bewerten Sie die Entwicklung? Setzen Sie in Ihrem Unternehmen bereits verstärkt auf Papierlösungen oder optimieren Sie Ihre Folienstrukturen? Teilen Sie Ihre Erfahrungen und weiteren Fakten mit uns in den Kommentaren – lassen Sie uns die Diskussion datenbasiert und sachlich führen! ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Umweltgerechte Kunststoffverpackungen](https://inno-talk.de/umweltgerechte-kunststoffverpackungen/) **Kategorien:** Barrierefolien, Entsorgung / Recycling, Lebensmittelverpackung, Papier & faserbasierte Verpackungen, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Ansgar Wessendorf --- ### [POUCH vs. PET-FLASCHE Teil 5](https://inno-talk.de/pouch-vs-pet-flasche-teil-5/) **Published:** April 9, 2026 **Author:** Eva Kettelmann **Content:** **PP-Standbeutel vs. PET-Flasche für hochwertige und empfindliche Füllgüter** **– ein Bericht von Dr. Bernd Knierbein** Stand: Januar 2026 Teil 5 von 5, Teil 4 finden Sie hier: [Teil 4](https://inno-talk.de/pouch-vs-pet-flasche-teil-4/) ## 5. **Anwendung, Recyclingaspekte und Fazit** #### 5.1. Nutzung und Anwendung ##### 5.1.1. Beutel Die Beutel als flexible Verpackung erlauben in der Anwendung noch andere Optionen als halbstarre oder starre Flaschen. Bei entsprechendem Beuteldesign ist das Auslaufen des flüssigen Produktes allein durch Schwerkraft und ohne Belüftung mit geringen Restvolumina und ohne große vorherige Kopfräume möglich. Eine Fallfestigkeit im Bereich von 1 m ist für den Standbodenbeutel aus Polyolefinen möglich, aber schlechter als bei bisherigen gemischten Verbunden mit oPA und auch schlechter als bei der PET-Flasche. ##### 5.1.2. Flasche Ein Auslaufen durch Schwerkraft ist bei entsprechendem Flaschendesign nur mit deutlich größeren Kopfräumen als bei Beuteln möglich. Die häufigste Nutzung der PET-Flasche ist die der reinen Flüssigkeitsverpackung, da meist ein typisches Flaschenverhalten vorliegt: - Bier - Wein, Säfte - Ketchup - Saucen Die Fallfestigkeit liegt deutlich über 1 m, die PET-Flaschen von Coca Cola galten in den 80er Jahren als unkaputtbar. Die Flasche besitzt ohne Belüftung ein schlechteres passives Auslaufverhalten als der Beutel. Bei empfindlichen Füllgütern kann die ungefilterte Belüftung zur Verkeimung des Produktes führen. **Tabelle zu Kapitel 5.1: Nutzung und Anwendung** ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/04/image.png)#### 5.2. Recycling ##### 5.2.1. Beutel Das Restvolumen des Beutels ist durch das sich Zusammenlegen der Folien nach Gebrauch minimal. Mit den neuen Entwicklungen sind PP-Materialanteile von > 90 % möglich, womit formal eine Recyclingfähigkeit attestiert wird. In der Praxis erfolgt jedoch meist nur Downcycling, da Verbundstrukturen und Bedruckungen die wirtschaftliche Aufbereitung erschweren. In Japan, einem Vorreiterland für flexible Verpackungen, ist dagegen das thermische Recycling zulässig /30/. Erschwerend kommt hinzu, dass bei sterilisierbaren Verbunden die Bedruckung mit ca. 1 m Druckfarbe als Konterdruck vorliegt. ##### 5.2.2. Flaschen Zur Verringerung des Restvolumens müssen die Flaschen gequetscht werden. Die mechanische Trennung von Flasche, Verschluss und Sleeve ist wegen der unterschiedlichen Materialdichten leicht möglich. Der bedruckte und damit kontaminierte Sleeve kann so leicht separiert werden. **Tabelle zu Kapitel 5.2: Recyclingaspekte** ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/04/image-3-1024x429.png)#### 5.3. Kreisläufe in der Schweiz Die praktischen Recyclingaspekte werden nachfolgend insbesondere für die Schweiz betrachtet, die aus den folgenden Gründen interessant sind: - Hochpreisiger Markt - Innovationsfreudig - Zentral in Europa mit verschiedenen Sprachgruppen, d. h. sehr repräsentativ für Europa Es gibt in der Schweiz folgende Unterscheidungen beim Rücklauf der Verpackungen: - PETRecycling.ch /31/: Reine PET-Verpackungen, Start seit 1991 - RecyBag.ch /32/: Andere Kunststoffverpackungen und Getränkekartons, Start seit 2025 Die echten PET-Kreisläufe bestehen in der Schweiz im Jahr 2023 mit 84 % Anteil, damit ist dieses Land hier weltweiter Vorreiter. Auf PET-Getränkeflaschen wird ein vorgezogener Recyclingbeitrag (vRB) erhoben, der beim Kaufpreis enthalten ist. Der RecyBag ist mit Volumina zwischen 17 l – 110 l käuflich erwerbbar. Der Verbraucher wird so zu sparsamen Umgang mit Verpackungsmaterial „erzogen“. #### 5.4. **Fazit von PP-Standbodenbeutel und PET-Flasche im Vergleich** Nach den Analysen beider Verpackungstypen lassen sich die wichtigsten Stärken und Schwächen deutlicher herausstellen. **Vorteile des Standbodenbeutels:** - Gewichtsvorteil: Mit ca. 10 – 12 g für 500 ml ist der Beutel meist leichter als die Flasche und spart Transportressourcen - Restentleerung: Sehr gutes Auslaufverhalten ohne Belüftung, minimales Restvolumen - Flexibilität: Auch für stückige Produkte geeignet durch Füllung über die Kopföffnung und Sterilisation - Logistik leerer Packungen ohne Ausgießer: Flach liegend platzsparend transportierbar **Nachteile des Standbodenbeutels:** - Komplexe Herstellprozesse mit hohen Anfahr- und Schneideverlusten - Höheres Risiko durch Mikrolekagen in den vielfachen Schweißnähten - Aufwendige Sterilisation im Autoklav mit hohem Energie-, Medien – und Flächenbedarf - Recycling noch nicht vollständig gelöst, meist Downcycling - Im Schweiß- und Füllbereich geringere Leistungen als bei Flaschenherstellungen **Vorteile der PET-Flasche:** - Sehr effiziente Herstellung: Wenige Schritte, sehr hohe Ausstoßleistungen durch optimierte Spritzgieß- und Streckblasprozesse - Prozesssicherheit für anspruchsvolle Produkte: Aseptische Abfüllung etabliert, schnelle und zuverlässige Abläufe - Robustheit: Hohe Fallfestigkeit, einfache Logistik, geringes Risiko von Undichtigkeiten - Recycling: Langjährig etablierte Systeme mit hohen Rücklaufquoten (z. B. 84 % in der Schweiz) **Nachteile der PET-Flasche:** - Höheres Restvolumen nach Gebrauch - Schlechteres passives Ausgießverhalten ohne Belüftung Die PET-Flasche ist heute der robustere, besser etablierte Standard mit hoher Effizienz und Kreislauffähigkeit. Der Standbeutel ist vorteilhaft, wenn Gewicht, Ausgießkomfort und Restentleerung entscheidend sind. Die Zukunft besteht - für flexible Verpackungen in weiter entwickelten Füllanlagen und wirtschaftlichen Recyclinglösungen - und für PET-Flaschen mit weiteren Materialeinsparungen. **Quellen:** /30/ Glatz: Beutel im Drogeriewarenbereich 8.Europäische Standbodenbeutel-Konferenz, 6. und 7. November 2024 /31/ https://petrecycling.ch/ /32/ https://recybag.ch ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Replace- anstatt Refill-Standbeutel](https://inno-talk.de/replace-anstatt-refill-standbeutel/) - [New stand-up pouch studie](https://inno-talk.de/new-stand-up-pouch-studie/) **Kategorien:** Allgemein, Barrierefolien, Folienherstellung/Veredelung, Migration, Wechselwirkungen, Standbeutel **Schlagwörter:** Dr. Bernd Knierbein, PC-10-26, Pouch --- ### [EPR und Recyclingfähigkeitsbewertung: Warum Verpackungsdesign heute über Kosten entscheidet](https://inno-talk.de/epr-und-recyclingfaehigkeitsbewertung-warum-verpackungsdesign-heute-ueber-kosten-entscheidet/) **Published:** April 10, 2026 **Author:** Wilma Igelbrink **Content:** --- *Ein Nachbericht zum Webseminar „EPR und Recyclingfähigkeitsbewertung – Proaktiv rechnen statt reaktiv testen*“ *vom 9. April 2026* Die Anforderungen an Verpackungen verändern sich rasant. Besonders deutlich wurde dies im Innoform‑Webseminar **„EPR und Recyclingfähigkeitsbewertung“**, das sich intensiv mit der Frage beschäftigte, wie **Recyclingfähigkeit und erweiterte Herstellerverantwortung (EPR)** zunehmend miteinander verknüpft werden – und welche Konsequenzen sich daraus für Verpackungsdesign, Kosten und interne Prozesse ergeben. Als Referentin führte **Vivian Loftin (Managing Director bei Recyda GmbH)** durch das Thema. Die zahlreichen Praxisfragen und Diskussionsbeiträge zeigten deutlich: Das Thema bewegt die Branche. ### Von Design for Recycling zu Design for EPR Ein zentrales Fazit des Webseminars: **Recyclingfähigkeit ist längst kein rein technisches Kriterium mehr**, sondern wirkt sich direkt auf **EPR‑Gebühren** aus. Während in der Vergangenheit Recyclingfähigkeit und Lizenzierung häufig getrennt betrachtet wurden, greifen diese Aspekte heute zunehmend ineinander. Instrumente wie **Ökomodulation** sollen gezielt Anreize setzen, recyclingfreundliche Verpackungen einzusetzen – über finanzielle Vorteile ebenso wie über steigende Gebühren für problematische Designs. ### Unterschiedliche Systeme in Europa – ein Überblick Anhand konkreter Länderbeispiele wurde gezeigt, wie unterschiedlich EPR‑Systeme in Europa ausgestaltet sind: - **Italien und Belgien** arbeiten vor allem mit **Materialdifferenzierungen und Kategorien**, die je nach Designmerkmalen weiter unterteilt werden. Designaspekte wie **Carbon Black**, Materialanteile oder Labelabdeckung können hier zu erheblichen Kostenunterschieden führen. - **Frankreich** setzt stärker auf ein **Bonus‑/Malus‑System**, bei dem sich Gebühren je nach Recyclingfähigkeit, Designkriterien und zusätzlichen Aspekten (z. B. Kommunikation oder Refill‑Modelle) erhöhen oder reduzieren können. - In den **Niederlanden** und **Spanien** kommen wiederum **Punkt‑ bzw. Ampelsysteme** zum Einsatz, bei denen eine dokumentierte Recyclingfähigkeitsbewertung direkten Einfluss auf die zu zahlenden Gebühren hat. Die Beispiele machten deutlich: **Vergleiche zwischen Ländern sind komplex**, da Bewertungssysteme, Grenzwerte und Kostenlogiken stark variieren. ### Diskussion aus der Praxis: Verantwortung, Daten und Umsetzbarkeit Ein wesentlicher Teil des Webseminars entfiel auf den Erfahrungsaustausch mit den Teilnehmenden. Besonders diskutiert wurden: - **Verantwortlichkeiten in der Lieferkette**: Verpackungshersteller können in der Regel nur ihr Material bewerten – die **Gesamtverantwortung liegt beim Inverkehrbringer**. - **Datenverfügbarkeit**: Informationen zu Farben, Klebstoffen, Materialanteilen oder Barrieren werden zunehmend relevant, sind aber oft nicht strukturiert verfügbar. - **Praxis vs. Theorie**: Einzelbewertungen für unterschiedliche Druckmotive oder kleine Designvariationen sind regulatorisch gefordert, in der Praxis jedoch kaum flächendeckend etabliert. - **Monomaterialien vs. Verbunde**: Monomaterialien schneiden in vielen Systemen günstiger ab, dennoch bleiben technische Anforderungen und bestehende Produktionslinien wichtige Entscheidungsgrößen. ### Ausblick: PPWR bringt Harmonisierung – aber keine Vereinfachung der Kosten Im Hinblick auf die kommende **Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR)** wurde deutlich: Die **Bewertungskriterien für Recyclingfähigkeit sollen EU‑weit harmonisiert werden**, nicht jedoch die Höhe der EPR‑Gebühren. Ab August 2026 muss Recyclingfähigkeit weiterhin erfüllt sein, jedoch nach bisherigem Recht (PPWD / nationale Systeme). Nationale Spielräume bleiben bestehen, insbesondere bei der finanziellen Ausgestaltung der Systeme. Harmonisierte Recyclingfähigkeitskriterien und deren Verknüpfung mit EPR/Ökomodulation greifen erst mit den delegierten Rechtsakten (voraussichtlich ab 2028). Empfohlen wurde daher ein proaktiver Ansatz: Unternehmen sollten bereits heute beginnen, relevante Verpackungsdaten systematisch zu erfassen und interne Prozesse aufzusetzen – statt auf final veröffentlichte Detailregelungen zu warten. ### Fazit Das Webseminar zeigte eindrücklich, dass **Recyclingfähigkeit, EPR‑Kosten und Verpackungsdesign künftig untrennbar miteinander verbunden sind**. Wer frühzeitig Transparenz schafft und Designentscheidungen strategisch bewertet, kann nicht nur regulatorische Risiken minimieren, sondern auch finanzielle Vorteile realisieren. Mit diesem Webseminar stärken wir weiter unseren Anspruch, **führender Wissenspartner im Bereich flexible Verpackungen** zu sein – sowohl über den Testservice in Oldenburg als auch über Innoform Coaching. [Aufzeichnung ansehen](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/epr-und-recyclingfaehigkeitsbewertung-2026) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Sabrina Schmidt vom IÖW spricht über die Bewertung der Nachhaltigkeit von Verpackungen](https://inno-talk.de/sabrina-schmidt-sprich-ueber-bewertung-der-nachhaltigkeit-von-verpckungen/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) **Kategorien:** Allgemein, Entsorgung / Recycling, Lebensmittelrecht **Schlagwörter:** EPR, PPWR, Recycling, Recyda GmbH, Vivian Loftin --- ### [POUCH vs. PET Bottle Part 5](https://inno-talk.de/en/pouch-vs-pet-bottle-part-5/) **Published:** April 13, 2026 **Author:** Eva Kettelmann **Content:** **PP stand-up pouches vs. PET bottles for high-quality and sensitive fillings** **– a report by Dr. Bernd Knierbein** As by January 2026, part 5 from 5, part 4 here: [Part 4](https://inno-talk.de/en/pouch-vs-pet-bottle-part-4/) ## 5. Applications, recycling aspects and conclusion #### 5.1. Use and application ##### 5.1.1. Pouches As a form of flexible packaging, pouches offer further application options compared to semi-rigid or rigid bottles. With the appropriate pouch design, the liquid product can be dispensed solely by gravity and without aeration, leaving minimal residual volumes and without the need for significant headspace. A drop resistance of around 1 m is possible for stand-up pouches made of polyolefins, but this is inferior to that of previous composite materials containing oPA and also inferior to that of PET bottles. ##### 5.1.2. Bottles With the right bottle design, gravity-fed dispensing is only possible if the headspace is significantly larger than in pouches. The most common use of PET bottles is for packaging liquids only, as they typically exhibit standard bottle behaviour: - Beer - Wine, juices - Ketchup - Sauces The drop resistance is well over 1 metre; Coca-Cola’s PET bottles were considered unbreakable in the 1980s. Without ventilation, the bottle has poorer passive leak resistance than the pouch. With sensitive contents, unfiltered ventilation can lead to contamination of the product. **Table for chapter 5.1: Use and Application** ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/04/image.png)#### 5.2. Recycling ##### 5.2.1. Pouches The residual volume of the pouch is minimal due to the films folding in on themselves after use. With the latest developments, PP content of over 90 % is achievable, which formally certifies recyclability. In practice, however, only downcycling usually takes place, as composite structures and printing make economic recycling difficult. In Japan, a pioneer in flexible packaging, thermal recycling is permitted /30/. To make matters worse, in the case of sterilisable composites, the printing is applied as a reverse print using approximately 1 m of ink. ##### 5.2.2. Bottles To reduce the residual volume, the bottles must be crushed. The mechanical separation of the bottle, cap and sleeve is easily achievable due to the different material densities. The printed sleeve, which is therefore contaminated, can thus be easily separated. **Table for chapter 5.2: Recycling aspects** ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/04/image-3-1024x429.png)#### 5.3. Cycles in Switzerland The practical aspects of recycling are examined below, with a particular focus on Switzerland, which is of interest for the following reasons: - High-end market - Innovative - Centrally located in Europe with a variety of language groups, i.e. highly representative of Europe In Switzerland, the following distinctions are made regarding the return of packaging: - PETRecycling.ch /31/: Pure PET packaging, established in 1991 - RecyBag.ch /32/: Other plastic packaging and beverage cartons, launch from 2025 In 2023, Switzerland will have a 84 % rate of genuine PET recycling, making the country a global pioneer in this field. An advance recycling levy (vRB) is charged on PET beverage bottles, which is included in the purchase price. The RecyBag is available for purchase in sizes ranging from 17 litres to 110 litres. Consumers are thus ‘encouraged’ to use packaging materials sparingly. #### 5.4. Comparison of PP stand-up pouches and PET bottles Once both types of packaging have been analysed, their key strengths and weaknesses become clearer. **Advantages of stand-up pouches:** - Weight advantage: Weighing approx. 10 – 12 g for 500 ml, the pouch is usually lighter than the bottle and saves on transport resources - Residual emptying: Excellent flow properties without aeration, minimal residual volume - Flexibility: Also suitable for chunky products thanks to filling via the top opening and sterilisation - Logistics of empty packs without spouts: Can be transported flat to save space **Disadvantages of stand-up pouches:** - Complex manufacturing processes with high start-up and cutting losses - Higher risk due to micro-leaks in the multiple weld seams - Complex autoclave sterilisation requiring significant amounts of energy, media and space - Recycling not yet fully resolved; mostly downcycling - Lower output in the welding and filling stages compared to bottle production **Advantages of PET bottles:** - Highly efficient production: Few steps, very high output thanks to optimised injection moulding and stretch blow moulding processes - Process reliability for demanding products: Established aseptic filling, fast and reliable processes - Robustness: High impact resistance, simple logistics, low risk of leaks - Recycling: Long-established systems with high return rates (e. g. 84 % in Switzerland) **Disadvantages of PET bottles:** - Higher residual volume after use - Poorer passive pouring performance without aeration The PET bottle is now the more robust, better-established standard, offering high efficiency and recyclability. The stand-up pouch is advantageous when weight, ease of pouring and the ability to empty the contents completely are key factors. The future lies - in more advanced filling systems and cost-effective recycling solutions for flexible packaging - and in further material savings for PET bottles. Sources: /30/ Glatz: Pouches in the drugstore section 8th European Stand-up Pouch Conference, 6 und 7 November 2024 /31/ https://petrecycling.ch/ /32/ https://recybag.ch ### Verwandte Episoden - [Mono-material – but properly](https://inno-talk.de/mono-material-but-properly/) - [POUCH vs. PET-FLASCHE Teil 5](https://inno-talk.de/pouch-vs-pet-flasche-teil-5/) - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) **Kategorien:** barrier films, Film production / Converting, Stand-up pouches, Uncategorized **Schlagwörter:** Dr. Bernd Knierbein, PC-10-26, Pouch --- ### [Extrusion, Orientierung und Rezyklate](https://inno-talk.de/extrusion-orientierung-und-rezyklate/) **Published:** April 17, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## Wie sich die Flexpack‑Industrie neu ausrichtet ***Ein Gespräch mit Heiko Schenk über Technologie, Nachhaltigkeit und Marktumbrüche*** *Die flexible Verpackungsindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Nachhaltigkeitsanforderungen, volatile Rohstoffmärkte und enorme technologische Fortschritte verändern gleichermaßen Materialien, Prozesse und Machtverhältnisse entlang der Wertschöpfungskette.* *In der aktuellen Episode des Innoform Podcasts spricht Julian Thielen mit **Heiko Schenk**, Polymerchemiker, langjähriger Industrieexperte und Berater, über genau diese Veränderungen – von moderner Extrusionstechnologie über Orientierungsverfahren bis hin zur aktuellen Rolle von Rezyklaten.* --- ## Vom Polymerchemiker zum strategischen Berater Heiko Schenk blickt auf mehr als drei Jahrzehnte Industrieerfahrung zurück. Nach seinem Einstieg Ende der 1980er‑Jahre bei DuPont war er bis zum Merger bei Dow tätig – mit einem klaren Fokus auf Polymere, Haftvermittler, Peel-Lösungen und technische Anwendungen. Sein roter Faden: - **tiefe Material- und Verfahrensexpertise**, - **Projektmanagement entlang globaler Wertschöpfungsketten** (u. a. mit Markenartiklern wie Unilever oder Kraft), - **enge Zusammenarbeit mit führenden Extrusionsmaschinenherstellern**. Seit 2022 ist er mit einer eigenen Beratung aktiv. Seine Arbeit ruht heute auf drei Säulen: Investitionsberatung für Extrusionsanlagen, internationales Projektmanagement sowie **Schulungen – insbesondere Inhouse**, maßgeschneidert auf Unternehmen und Anwendungen. Gerade diese Inhouse-Formate ermöglichen eine Offenheit, die in gemischten Schulungsgruppen oft nicht erreichbar ist. --- ## Extrusion heute: deutlich mehr als Blasfolie Lange wurde Extrusion stark mit Blasfolie gleichgesetzt. Doch das greift heute zu kurz. Neben **Blas‑ und Gießfolien** spielen **Orientierungstechnologien** eine immer zentralere Rolle. Heiko Schenk benennt drei relevante Verfahren: - **Tenterframe-Verfahren** (klassisch, z. B. Bruckner), - **MDO (Machine Direction Orientation)**, inzwischen sowohl für Blas‑ als auch für Gießfolien inline verfügbar, - **Triple‑Bubble**, außerhalb des deutschsprachigen Raums bereits mit mehreren hundert installierten Anlagen erfolgreich im Einsatz. Gerade diese Verfahren eröffnen neue Wege, **Polyethylen-Folien gezielt zu orientieren** – eine Grundvoraussetzung für leistungsfähige Monomaterial-Lösungen. --- ## Nachhaltigkeit: Déjà-vu mit neuen Rahmenbedingungen Die aktuellen Nachhaltigkeitsdiskussionen erinnern Heiko Schenk stark an die Zeit Anfang der 1990er‑Jahre: Auch damals galten Kunststoffverpackungen als Problem, auch damals war der öffentliche Druck massiv. Der Unterschied zu heute: - Die Regulierung ist **europa‑ und weltweit**, - die **Investitionsvolumina deutlich größer**, - die **technologischen Werkzeuge erheblich leistungsfähiger**. Ein bewährtes Prinzip hat sich jedoch bestätigt: **Gewichtsreduktion wirkt.** Über Jahrzehnte wurden Folien konsequent dünner – bei gleichzeitig besserer Performance. Stretchfolien sind dafür ein eindrückliches Beispiel: Heute benötigen sie weniger als ein Drittel der Materialmenge von früher. Parallel dazu ersetzten flexible Kunststoffe Glas und Metall – etwa durch den Siegeszug des Standbodenbeutels. --- ## Neue Machtverhältnisse in der Wertschöpfungskette Ein oft unterschätzter Wandel betrifft die **Entscheidungsstrukturen** im Markt. Anforderungen kommen heute nicht mehr primär von Markenartiklern, sondern zunehmend vom **Handel**. Große Handelsgruppen wie die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) verfügen inzwischen über **eigene Verpackungsexpertise** – ein klarer Unterschied zu vor 30 Jahren. Das beeinflusst Materialwahl, Recyclingfähigkeit und Designentscheidungen erheblich. --- ## Orientierung von Polyethylen: Schlüssel zu Monomaterialien Ein technologischer Durchbruch der letzten Jahre ist die **Orientierung von Polyethylen-Folien**. Seit der K 2019 zeigt sich deutlich: Mit geeigneten Verfahren lassen sich heute **PE‑Monomaterialien** herstellen, die klassischen Verbunden in vielen Anwendungen nahekommen. Beispiele: - MDO als Ersatz für PET-Außenlagen, - Tenterframe‑ und Triple‑Bubble‑Verfahren für höhere Dichten, - Gewichtsreduktionen von bis zu **40 %** bei Deckelfolien – **ohne Performanceverlust**. Triple Bubble ermöglicht darüber hinaus eine gezielte Einstellung des Schrumpfverhaltens – von hohen Schrumpfraten bis nahezu null, etwa für Anwendungen in der Elektromobilität. --- ## Rezyklate: technologisch machbar, wirtschaftlich herausfordernd Post-Consumer-Rezyklate (PCR) sind kein Neuland. In **Transportverpackungen** werden sie seit Jahren erfolgreich eingesetzt – insbesondere in **Mittelschichten** moderner Mehrschichtfolien. Der technologische Vorteil heute: - stabile Rezepte von Rohstoff‑ und Maschinenherstellern, - reproduzierbare Qualität, - kaum eigene Entwicklungsarbeit notwendig. Die wirtschaftliche Realität bleibt jedoch differenziert: Hohe Qualität bedeutet höhere Preise, günstigere Rezyklate bringen stärkere Schwankungen. Erfolgreich ist, wer **Technik und Business gemeinsam denkt** und Materialien gezielt dort einsetzt, wo Toleranzen vorhanden sind. --- ## Rohstoffkrise als Katalysator für Recycling Die geopolitischen Spannungen und Produktionsausfälle im Mittleren Osten haben 2026 zu massiven Preissteigerungen geführt – bei Neuware wie bei Rezyklaten. Historische Parallelen (z. B. Wintersturm „Uri“ 2021) zeigen: Solche Krisen wirken langfristig und treiben Preise oft über Jahre. Für das Recycling ist das aktuell eine Ausnahmephase: Endlich lassen sich Investitionen wieder darstellen. Gleichzeitig mahnt Heiko Schenk: Ohne **verlässliche politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen** droht Europa, weiter Recyclingkapazitäten zu verlieren – während Länder wie China strategisch auf Kreislaufwirtschaft und erneuerbare Energien setzen. --- ## Kurze Einordnung: Hype oder Zukunft? Zum Abschluss des Gesprächs ordnet Heiko Schenk zentrale Schlagworte ein: - **Papierverpackungen:** werden zunehmen – aber anwendungsabhängig - **Biokunststoffe:** aktuell wenig sinnvoll ohne Recyclingstrom - **Chemisches Recycling:** notwendig für Lebensmittelanwendungen - **KI in der Folienherstellung:** bereits Realität, weiter wachsend - **Gelber Sack:** funktionierendes Erfolgsmodell - **Made in China:** führend bei Polymeren – Europa bei Maschinen und Recyclingtechnologien noch stark, aber gefährdet --- ## Fazit Die Flexpack-Industrie steht nicht vor ihrem Ende, sondern vor einer **Neujustierung**. Technologisch sind viele Lösungen vorhanden – von orientierten PE‑Folien bis zu intelligent eingesetzten Rezyklaten. Entscheidend wird sein, **Investitionen, Regulierung und Technologiekompetenz** zusammenzubringen. > Oder, wie es im Gespräch deutlich wird: > Nicht Panik ist gefragt, sondern ein nüchterner, faktenbasierter Blick – und der Mut, bestehende Technologien konsequenter zu nutzen. ## Keine Folge mehr verpassen! Abonnieren sie jetzt den [Innoform-Podcast](https://inno-talk.de/podcast/) auf ihrer Lieblings-Plattform und erhalten sie neue Episoden automatisch. [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Sind wir mit dem mechanischen Recycling richtig unterwegs?](https://inno-talk.de/sind-wir-mit-dem-mechanischen-recycling-richtig-unterwegs/) - [Marcus Holland über Rezyklatherstellung und -anwendung](https://inno-talk.de/marcus-holland-ueber-rezyklatherstellung-und-anwendung/) **Kategorien:** Barrierefolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Inno-Talk **Schlagwörter:** Heiko Schenck, Podcast --- ### [Lebensmittelrecht: Einstieg in die rechtlichen Anforderungen](https://inno-talk.de/lebensmittelrecht-einstieg-in-die-rechtlichen-anforderungen/) **Published:** April 23, 2026 **Author:** Wilma Igelbrink **Content:** ### Überblick und Update aus dem Webseminar Am **22. April 2026** erhielten die Teilnehmenden unseres Webseminars **Lebensmittelrecht: Einstieg in die rechtlichen Anforderungen – Überblick und Update** einen kompakten, aber zugleich sehr fundierten Überblick über die rechtlichen Grundlagen und aktuellen Entwicklungen im Bereich der Lebensmittelkontaktmaterialien. Referentin **Heike Schwertke**, Expertin für Lebensmittelkontaktmaterialien beim Testservice der Innoform GmbH, führte in rund 90 Minuten durch die komplexe Welt der europäischen und nationalen Vorschriften – praxisnah, strukturiert und mit vielen Hinweisen für die tägliche Arbeit. ### Von der Rahmenverordnung bis zur Kunststoffverordnung Zum Einstieg erläuterte Heike Schwertke die **grundlegende Systematik des europäischen Lebensmittelrechts**. Im Fokus stand dabei die **Rahmenverordnung (EG) Nr. 1935/2004**, die für alle Materialien und Gegenstände gilt, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen. Besonders hervorgehoben wurden die **zentralen Anforderungen des Artikels 3**: - Schutz der menschlichen Gesundheit - Keine unzulässige Veränderung der Zusammensetzung von Lebensmitteln - Keine Beeinträchtigung der organoleptischen Eigenschaften Anhand anschaulicher Beispiele wurde deutlich, wie diese rechtlichen Vorgaben in der Praxis zu bewerten sind – etwa bei Migration, Sensorik oder der Frage der vorhersehbaren Verwendung. Im Anschluss lag ein besonderer Schwerpunkt auf der **Kunststoffverordnung (EU) Nr. 10/2011**, die für viele Teilnehmende eine zentrale Rolle spielt. Behandelt wurden unter anderem: - Anwendungsbereich und Abgrenzungen (Kunststoffe, Mehrschichtmaterialien, Verbunde) - die Unionsliste zugelassener Stoffe - spezifische und Gesamtmigrationsgrenzwerte - Besonderheiten bei Mehrschicht- und Verbundmaterialien Auch die **19. Änderungsverordnung („Quality Amendment“) und deren Auswirkungen** auf Reinheitsanforderungen, Konformitätserklärungen und Prüfpflichten wurden ausführlich erläutert. ### Konformität, Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit Ein weiterer wichtiger Themenblock war die **Konformitätsarbeit** entlang der gesamten Lieferkette. Die Teilnehmenden erhielten einen klaren Überblick darüber, - wann eine Konformitätserklärung erforderlich ist, - welche Inhalte zwingend enthalten sein müssen, - wann eine Aktualisierung notwendig wird (z. B. bei Rezeptur-, Rohstoff- oder Prozessänderungen). Auch **Kennzeichnungspflichten** sowie die **Rückverfolgbarkeit nach Artikel 17 der Rahmenverordnung** wurden praxisnah eingeordnet – ein Thema, das insbesondere im Audit- und Behördenkontext immer wieder relevant ist. ### GMP, Bisphenol A und weitere Materialien Abgerundet wurde das Webseminar durch einen Überblick über: - die **GMP-Verordnung (EG) Nr. 2023/2006**, einschließlich aktueller Erweiterungen für Recycling und Wiederaufbereitung, - die **neue Bisphenol-A-Verordnung (EU) 2024/3190** und deren Anforderungen an Konformitätserklärungen, - rechtliche Besonderheiten bei anderen Materialien wie Papier, Karton, Metallen, Glas, Druckfarben, Klebstoffen und Beschichtungen. Dabei wurde deutlich, dass es jenseits harmonisierter EU-Verordnungen häufig **nationale Regelungen, Empfehlungen und Leitlinien** (z. B. BfR-Empfehlungen oder Europaratsresolutionen) braucht, um eine belastbare Risikobewertung vorzunehmen. ### Fazit: Verdichtetes Wissen für die Praxis Das Webseminar bot einen **intensiven und zugleich strukturierten Einstieg** in das Lebensmittelrecht für Lebensmittelkontaktmaterialien – ideal für Fach- und Führungskräfte aus Entwicklung, Qualitätssicherung, Einkauf, Produktion und Regulatory Affairs. Wer tiefer in einzelne Themen wie **Kunststoffverordnung, Druckfarben, Klebstoffe, Migrationstests oder Konformitätserklärungen** einsteigen möchte, findet auf der Innoform-Website weiterführende **Spezialseminare und Vertiefungsformate**: [Veranstaltungen „Konformität mit Lebensmittelgesetzen für Verpackungen“](https://www.innoform-coaching.de/themen/konformitaet-mit-lebensmittelgesetzen-fuer-verpackungen) Mit diesem Webseminar stärken wir weiter unseren Anspruch, **führender Wissenspartner im Bereich flexible Verpackungen** zu sein – sowohl über den Testservice in Oldenburg als auch über Innoform Coaching. [Aufzeichnung ansehen](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/lebensmittelrecht-einstieg-in-die-rechtlichen-anforderungen-ueberblick-und-update-2026) ### Verwandte Episoden - [Leitlinien zum Rezyklateinsatz bei Lebensmittelverpackungen](https://inno-talk.de/leitlinien-zum-rezyklateinsatz-bei-lebensmittelverpackungen/) - [Registrierung von Verpackungen und Labels (Europa + USA)](https://inno-talk.de/packungs-registrierung-und-labels-europa-usa/) - [REACH-Verordnung erklärt: Auswirkungen auf die Kunststoff- und Verpackungsbranche](https://inno-talk.de/reach-verordnung-erklaert-auswirkungen-auf-die-kunststoff-und-verpackungsbranche/) **Kategorien:** Allgemein, Folienprüfung & Analytik, Lebensmittelrecht, Migration, Wechselwirkungen, Q-Management/ Hygiene **Schlagwörter:** EU‑Lebensmittelrecht Kunststoffverordnung (EU) Nr. 10/2011 Konformitätserklärung Migration & GMP, Heike Schwertke, Konformitätserklärung, Lebensmittelkontaktmaterialien EU‑Lebensmittelrecht Kunststoffverordnung (EU) Nr. 10/2011 Konformitätserklärung Migration & GMP, Migration & GMP --- ### [Flexpack im Spannungsfeld: Food-Grade rPP, Papier-Offensiven und neue Designregeln ](https://inno-talk.de/flexpack-im-spannungsfeld-food-grade-rpp-papier-offensiven-und-neue-designregeln/) **Published:** April 24, 2026 **Author:** Julian Thielen **Content:** *Die Flexpack-Industrie erlebt aktuell eine seltene Gleichzeitigkeit von technologischen Durchbrüchen, regulatorischer Konkretisierung und strategischen Materialentscheidungen. Vier Entwicklungen stechen dabei besonders hervor – und sie ziehen alle in dieselbe Richtung: **Kreislaufwirtschaft wird operativ.*** ## **rPP wird lebensmitteltauglich – und plötzlich strategisch relevant** Ein lange ungelöstes Problem scheint geknackt: Mechanisch recyceltes Polypropylen (rPP) erreicht erstmals Lebensmittelsicherheit nach europäischen Standards. Damit wird ein Material, das bisher vor allem in Downcycling-Anwendungen landete, plötzlich wieder für hochwertige Verpackungen interessant. Entscheidend ist weniger die Technologie selbst als deren Implikation: PP ist eines der wichtigsten Flexpack-Polymere, gleichzeitig lag die Recyclingquote bisher auf sehr niedrigem Niveau. **Für Flexpacker bedeutet das:** rPP könnte vom Imageproblem zum strategischen Hebel werden – insbesondere im Kontext von PPWR-Rezyklatquoten. Voraussetzung bleibt jedoch stabile Inputqualität und funktionierende Sammelstrukturen. Genau hier liegt weiterhin das Nadelöhr. ## **Papier statt Kunststoff? Marken treiben die Transformation** Parallel dazu setzen erste große Marken konsequent auf papierbasierte Lösungen. Die Entscheidung eines globalen Players wie Bel, Verpackungen weltweit auf Papier umzustellen, zeigt: Die Substitution wird nicht mehr getestet – sie wird skaliert. Das Narrativ ist bekannt, bekommt aber neue Dynamik: Papier punktet beim Verbraucherimage, Kunststoff steht regulatorisch unter Druck, und Marken wollen sichtbare Transformation. **Aber:** Für Flexpacker ist die Botschaft ambivalent. Denn während Papierlösungen im Markt gewinnen, bleiben funktionale Anforderungen – Barriere, Siegelbarkeit, Shelf Life – bestehen. **Die eigentliche Frage lautet daher nicht „Papier oder Kunststoff?“ sondern:** Wer liefert die funktionale Performance im neuen Materialsystem? ## **Design for Recycling wird konkret – und messbar** Mit einer neuen Norm für recyclinggerechtes Design von Kunststoffverpackungen wird das Thema „Design for Recycling“ erstmals systematisch operationalisiert. Das ist mehr als ein weiterer Leitfaden. Es ist ein Schritt in Richtung Standardisierung: Bewertungskriterien werden vereinheitlicht, Recyclingfähigkeit wird vergleichbar und Designentscheidungen werden regulatorisch anschlussfähig. **Für Flexpack heißt das:** Komplexe Verbundstrukturen geraten weiter unter Druck. Monomaterial-Lösungen und standardisierte Designs werden zur Eintrittskarte in zukünftige Märkte. ## **Innovationsdruck steigt – Bühne frei für Lösungen** Passend dazu startet der Deutsche Verpackungspreis 2026 – und steht wie kaum zuvor im Zeichen regulatorischer Transformation. Die Bandbreite der Kategorien zeigt, wohin die Reise geht: Nachhaltigkeit, neue Materialien, Digitalisierung sowie Maschinen- und Prozessinnovation. Innovation wird dabei nicht mehr nur als Differenzierungsmerkmal gesehen, sondern als notwendige Antwort auf regulatorische Anforderungen und veränderte Marktbedingungen. ## **Was heißt das konkret für Flexpacker?** Die Entwicklungen lassen sich auf drei zentrale Verschiebungen herunterbrechen: ### **1. Material bleibt – aber anders** Polyolefine verschwinden nicht. Aber sie müssen recyclingfähig, zertifiziert und zunehmend post-consumer-basiert sein. ### **2. Papier gewinnt – aber nicht allein** Faserbasierte Lösungen wachsen, aber häufig in hybriden oder funktional optimierten Systemen. Der Wettbewerb verschiebt sich von Material zu Performance. ### **3. Design wird zur Systementscheidung** Recyclingfähigkeit wird nicht mehr am Ende bewertet – sondern am Anfang entschieden. **Fazit** Die Flexpack-Welt bewegt sich weg von der reinen Materialfrage hin zu einem integrierten Systemdenken: **Material × Design × Recycling × Regulierung** Oder anders gesagt: Nicht das „beste Material“ gewinnt – sondern das **beste System für den Kreislauf**. Und genau hier entscheidet sich, wer in der nächsten Phase der Verpackungsindustrie vorne bleibt. ### **Quellen & weiterführende Informationen** Die im Artikel aufgegriffenen Entwicklungen basieren auf aktuellen Branchenmeldungen und Einordnungen aus führenden Fachmedien. Besonders hervorzuheben sind Berichte von Packaging Journal zur erreichten Lebensmittelsicherheit von recyceltem Polypropylen sowie zur gestarteten Bewerbungsphase des Deutschen Verpackungspreises 2026. Ebenfalls dort thematisiert wird die strategische Neuausrichtung von Bel hin zu papierbasierten Verpackungslösungen. Ergänzend liefert EUWID Recycling und Entsorgung Einblicke in die neue Norm für recyclinggerechtes Design von Kunststoffverpackungen, die künftig eine zentralere Rolle in der Bewertung und Entwicklung von Verpackungslösungen spielen dürfte. ## Keine Folge mehr verpassen! Abonnieren sie jetzt den [Innoform-Podcast](https://inno-talk.de/podcast/) auf ihrer Lieblings-Plattform und erhalten sie neue Episoden automatisch. [ Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) [Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCnyXNOjGOI6ZQN_exqXl_GA) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Volker Muche zu Paperization und Trends bei Verpackungsentwicklung](https://inno-talk.de/volker-muche-zu-paperization-und-trends-bei-verpackungsentwicklung/) - [PPWR und Flexpack: Pflichten, Verbote & Designspielräume](https://inno-talk.de/ppwr-und-flexpack-pflichten-verbote-designspielraeume/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Neuigkeiten --- ### [Barrierefolien verstehen: Werkstoffe, Mechanismen und Praxiswissen aus dem Webseminar](https://inno-talk.de/barrierefolien-verstehen-werkstoffe-mechanismen-und-praxiswissen-aus-dem-webseminar/) **Published:** April 27, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ***Barrierefolien sind ein zentrales Element moderner flexibler Verpackungen.** Sie schützen Produkte vor Sauerstoff, Wasserdampf, Licht und Aromaverlust – und stehen gleichzeitig im Spannungsfeld von Recyclingfähigkeit, Kosten und regulatorischen Anforderungen wie der PPWR.* *In diesem Webseminar gab Karsten Schröder einen fundierten Überblick über **Materialien, Barrieremechanismen und industrielle Praxis**, ergänzt um zahlreiche Beispiele aus Labor, Produktion und Markt. Der folgende Beitrag fasst die wichtigsten Inhalte zusammen und ordnet sie praxisnah ein.* --- ## Warum Barriere nicht gleich Barriere ist Eine funktionierende Barriere beginnt nicht bei der Folie, sondern bei der **Dichtheit der gesamten Verpackung**. Erst wenn Siegelnähte, Übergänge und Formprozesse stabil sind, lohnt sich der Blick auf Permeationsraten. Barriere bedeutet dabei immer **Trennung zwischen Produkt und Umgebung** – insbesondere gegenüber - **Sauerstoff (OTR)** - **Wasserdampf (WVTR)** - sowie sekundär gegen **Aromen, CO₂ und Licht** Diese Eigenschaften sind entscheidend für Haltbarkeit, Produktsicherheit und Qualität – von Lebensmitteln über Tiernahrung bis hin zu technischen Anwendungen. --- ## Organische Barrieren: EVOH & Co. – leistungsfähig, aber sensibel Die wichtigste organische Sauerstoffbarriere in flexiblen Verpackungen ist **EVOH (Ethylen‑Vinyl‑Alkohol‑Copolymer)**. EVOH bietet exzellente OTR-Werte, ist jedoch **feuchtigkeitsempfindlich**: - Je höher die Umgebungsfeuchte, desto schlechter die Sauerstoffbarriere - Der **Ethylenanteil** im EVOH bestimmt das Verhältnis zwischen Barriereleistung und Feuchtebeständigkeit - Verarbeitung, Abkühlung, Orientierung und Temperung beeinflussen die Barriere signifikant [\[BVa-04-26.docx | Word\]](https://office.com/?path=8c9e8f75-831e-4f72-a479-c0dbeaa8ca68) In der Praxis bedeutet das: > **EVOH ist nicht EVOH.** > Die reine Schichtdicke ist kein verlässliches Kriterium – entscheidend sind Typ, Prozess und Einsatzbedingungen. Besonders bei feuchten Füllgütern oder thermischer Belastung (Pasteurisation, Sterilisation) müssen EVOH-Strukturen gezielt ausgelegt und geschützt werden, z. B. durch sogenannte **„offene Fensterverbunde“** mit Polyamid-Zwischenschichten. --- ## Anorganische Barrieren: Dünn, wirkungsvoll und recyclingfreundlich Einen immer größeren Stellenwert nehmen **anorganische Barrieren** ein – insbesondere: - **Aluminium-Metallisierung** - **Aluminiumoxid (AlOx)** - **Siliziumoxid (SiOx)** Ihre Besonderheiten: - extrem dünne Schichten (Nanometerbereich) - sehr gute Barriere gegen **Sauerstoff, Wasserdampf und Aromen zugleich** - unabhängig von Feuchtigkeit - hervorragende Recyclingfähigkeit bei geringen Schichtdicken [\[BVa-04-26.docx | Word\]](https://office.com/?path=8c9e8f75-831e-4f72-a479-c0dbeaa8ca68) **SiOx** gilt dabei als technisch hochwertigste Lösung („Mercedes unter den Barrieren“), während **AlOx** wirtschaftlich attraktiv und breit etabliert ist. Beide sind transparent – ein Vorteil für Sichtverpackungen. Wichtig für die Praxis: Anorganische Barrieren sind **zug- und druckempfindlich**. Unsachgemäße Rollenhandhabung oder falsche Wickelrichtung können zu Mikro­rissen und lokalem Barriereverlust führen – mit erheblichen Folgen für die Produkthaltbarkeit. [\[BVa-04-26.docx | Word\]](https://office.com/?path=8c9e8f75-831e-4f72-a479-c0dbeaa8ca68) --- ## Thermoform-Verpackungen: Kombination ist der Schlüssel Bei tiefgezogenen Verpackungen lassen sich anorganische Barrieren nicht einsetzen. Hier kommen **Hybridlösungen** zum Tragen: - **Unterfolie:** dicke Strukturen mit EVOH (z. B. PA/EVOH/PE) - **Deckelfolie:** anorganisch beschichtete Hochbarrierefolie (SiOx oder AlOx) [\[BVa-04-26.docx | Word\]](https://office.com/?path=8c9e8f75-831e-4f72-a479-c0dbeaa8ca68) So lassen sich Produktschutz, Maschinengängigkeit und Materialeffizienz sinnvoll kombinieren. --- ### Ein häufiger Fehler: Nur die Folie messen Ein zentrales Praxisfazit des Webseminars: > **Maßgeblich ist die Barriere der fertigen Verpackung – nicht nur die der Folie.** Formprozesse, Siegelparameter, Zipper, Knicke oder Thermoformen können die Barriere massiv beeinflussen. Deshalb empfiehlt sich bei kritischen Anwendungen eine **Permeationsmessung an der Gesamtverpackung**, idealerweise unter realistischen Lagerbedingungen. --- ### Orientierungshilfe: Der Innoform‑Permeationsrechner Zur ersten Einschätzung von Verbundaufbauten stellte Karsten Schröder den **Innoform‑Permeationsrechner** vor. Damit lassen sich auf Basis von Material, Schichtdicken und Klimabedingungen **überschlägige OTR- und WVTR-Werte** berechnen – als Entscheidungshilfe vor Laborprüfungen. [Permeationsrechner](https://www.innoform-testservice.de/permeationsrechner) --- ## Fazit Barrierefolien sind kein Standardprodukt, sondern **hochgradig anwendungsspezifische Funktionswerkstoffe**. Die richtige Lösung entsteht aus dem Zusammenspiel von: - Produktanforderung - Materialwahl - Prozessbedingungen - Recycling- und Regulatorikzielen Wer Barriere richtig verstehen und einsetzen will, muss **Werkstoffkunde, Verarbeitung und Anwendung gemeinsam denken** – genau hier setzt das Innoform‑Know-how an. [Weitere Seminare zum Thema](https://www.innoform-coaching.de/themen/grundlagen-der-verpackungsfolien) ### Verwandte Episoden - [OneBARRIER – Interview mit Dr. Carolin Struller und Thomas Reckert](https://inno-talk.de/onebarrier-interview-mit-dr-carolin-struller-und-thomas-reckert/) - [Interview with Dr. Daniele Borin (Taghleef Industries) about BOPP barrier films](https://inno-talk.de/interview-with-dr-daniele-borin-taghleef-industries-about-bopp-barrier-films-2/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** Barrierefolien, Folienherstellung/Veredelung, Folienprüfung & Analytik --- ### [PPWR und Flexible Verpackungen: Was jetzt auf Hersteller und Verarbeiter zukommt](https://inno-talk.de/ppwr-und-flexible-verpackungen-was-jetzt-auf-hersteller-und-verarbeiter-zukommt/) **Published:** April 27, 2026 **Author:** Wilma Igelbrink **Content:** ***Nachbericht zum Webseminar vom 26. April 2026 mit Dr. Daniel Wachtendorf (Innoform Testservice GmbH)*** Mit der neuen **EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR)** stehen insbesondere Hersteller und Verarbeiter flexibler Verpackungen vor erheblichen fachlichen und organisatorischen Herausforderungen. In unserem Webseminar **„PPWR und FlexPack B: Pflichten, Verbote & Designspielräume“** gab Dr. Daniel Wachtendorf von Innoform Testservice einen fundierten Überblick darüber, welche Anforderungen künftig gelten – und wo trotz strenger Vorgaben noch **Gestaltungsspielräume** bestehen. ### Zentrale Zielsetzung der PPWR Die PPWR verfolgt das Ziel, Verpackungsabfälle deutlich zu reduzieren, Recyclingfähigkeit zu steigern und die **erweiterte Herstellerverantwortung (EPR)** EU-weit zu harmonisieren. Dabei betreffen die neuen Regelungen nicht nur klassische Verkaufsverpackungen, sondern **sämtliche Verpackungsarten** – von Primär- über Sekundär- bis hin zu Transportverpackungen. --- ## Wer gilt als „Hersteller“ nach PPWR? Ein zentrales Thema des Webseminars war die **komplexe Herstellerdefinition**. Hersteller ist nach PPWR nicht zwingend derjenige, der eine Verpackung produziert, sondern der Akteur, der sie erstmals in Verkehr bringt – je nach Konstellation also Erzeuger, Importeur, Eigenmarkeninhaber oder Vertreiber. Wichtig: > Es kann **immer nur einen Hersteller pro Verpackung** geben – dieser trägt die vollständige regulatorische Verantwortung. --- ## Erweiterte Herstellerverantwortung (EPR): mehr Pflichten, mehr Daten Aus der Einstufung als Hersteller ergeben sich umfangreiche Pflichten entlang des gesamten Verpackungslebenszyklus, u. a.: - Registrierung in nationalen Herstellerregistern (z. B. LUCID in Deutschland) - Regelmäßige **Datenmeldungen** zu Materialarten und Mengen - **Finanzierung der getrennten Sammlung, Sortierung und Verwertung** - Kennzeichnungspflichten und Nachweispflichten über Konformität Ab dem **12. August 2026** sind diese Pflichten verbindlich umzusetzen. --- ## Kennzeichnungspflichten: analog, digital und zunehmend harmonisiert Die Kennzeichnung nach PPWR erfolgt stufenweise: - **ab 2026**: Name/Adresse des Erzeugers und eindeutige Rückverfolgbarkeitsnummer - **ab 2028**: harmonisierte Piktogramme zur Entsorgung, Materialzusammensetzung, Kompostierbarkeit - **ab 2030**: zusätzliche Kennzeichnung besorgniserregender Stoffe Zunehmend rückt auch der **digitale Produktpass (DPP)** als Datenträger in den Fokus – Werbung oder Marketinginformationen sind darüber jedoch ausdrücklich unzulässig. --- ## Mindest-Rezyklatanteile: Theorie, Praxis und offene Fragen Ein besonders intensiv diskutierter Punkt waren die **verpflichtenden Mindestrezyklatanteile** für Kunststoffverpackungen ab 2030: - 30 % für Einweggetränkeflaschen - 10–30 % für kontaktsensible Verpackungen (abhängig vom Material) - höhere Quoten ab 2040 Die konkrete **Berechnungsmethodik**, die Rolle chemischer Rezyklate und die Verifizierung sollen jedoch erst durch einen EU-Durchführungsrechtsakt festgelegt werden. Bis dahin gilt: dokumentieren, bewerten und Risiken transparent machen. --- ## Verbote und Materialeinschränkungen Die PPWR bringt klare **Verpackungs- und Stoffverbote**, u. a.: - bestimmte Einwegverpackungen für Obst, Gemüse und Gastronomie - sehr leichte Kunststofftragetaschen - Einschränkungen für PFAS in **lebensmittelkontaktierenden Verpackungen** ab August 2026 Hier wurde deutlich: **Lieferantenerklärungen, Risikobewertungen und saubere Dokumentation** sind zentral – ein Prüfbericht ist nicht in jedem Fall zwingend erforderlich. --- ## Design for Recycling & Verpackungsminimierung Künftig dürfen nur noch Verpackungen in Verkehr gebracht werden, die eine **Recyclingfähigkeit von mindestens 70 %** erreichen (ab 2030). Ab 2035 ist zusätzlich „**Recycling at Scale**“ vorgesehen. Weitere Pflicht: **Reduktion von Leerraum** auf maximal 50 % bei Versand‑ und Transportverpackungen. Auch hier ist eine technische Begründung erforderlich, wenn Abweichungen bestehen. --- ## Konformitätserklärung und technische Dokumentation Jede Verpackung benötigt eine **Konformitätserklärung nach PPWR**, ergänzt durch eine umfassende **technische Dokumentation** (u. a. Materialaufbau, Bewertungen, Nachweise, Normen). Für Lieferanten gilt: > Sie müssen keine eigene Konformitätserklärung erstellen – aber **alle notwendigen Informationen bereitstellen**, damit der Hersteller seine Pflichten erfüllen kann. --- ## Fazit: Jetzt strukturiert vorbereiten Das Webseminar machte deutlich: Die PPWR ist kein Zukunftsthema mehr. Unternehmen sollten jetzt: - ihr Verpackungsportfolio analysieren - Verantwortlichkeiten entlang der Lieferkette klären - Daten, Erklärungen und Dokumentationen systematisch aufbauen - Verpackungen frühzeitig redesignen Mit diesem Webseminar stärken wir weiter unseren Anspruch, **führender Wissenspartner im Bereich flexible Verpackungen** zu sein – sowohl über den Testservice in Oldenburg als auch über Innoform Coaching. [Aufzeichnung ansehen](https://www.innoform-coaching.de/webseminar/ppwr-und-flexpack-b-pflichten-verbote-designspielraeume-was-jetzt-auf-hersteller-und-verarbeiter-zukommt-2026) In unseren weiteren **Webseminaren und Präsenzveranstaltungen** beleuchten wir u. a. die praktische Umsetzung der PPWR, Recyclingfähigkeit von Verpackungen sowie regulatorische Anforderungen an Lebensmittelkontaktmaterialien. Eine aktuelle Übersicht finden Sie hier: [Kreislaufwirtschaft, PPWR und Recycling](https://www.innoform-coaching.de/themen/kreislaufwirtschaft-ppwr-und-recycling) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Grundlagen der PPWR](https://inno-talk.de/grundlagen-der-ppwr/) - [PPWR und Flexpack: Pflichten, Verbote & Designspielräume](https://inno-talk.de/ppwr-und-flexpack-pflichten-verbote-designspielraeume/) **Kategorien:** Allgemein, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Folienprüfung & Analytik, Q-Management/ Hygiene, Verpackungsdesign **Schlagwörter:** Dr. Daniel Wachtendorff, PPWR, PPWR flexible Verpackungen, PPWR Herstellerpflichten, PPWR Verpackungen, PPWR Verpackungsrecht EU --- ### [Nachbericht 1. INNO-Fiber - Papierverpackungen zwischen Innovation, Regulierung und Wettbewerb](https://inno-talk.de/nachbericht-1-inno-fiber-papierverpackungen-zwischen-innovation-regulierung-und-wettbewerb/) **Published:** Mai 4, 2026 **Author:** Eva Kettelmann **Content:** ***Mit der „Inno-Fiber” hat die Innoform Coaching GmbH eine neue Veranstaltungsreihe gestartet. Sie zeigte unter dem Leitthema „Funktionelle Papiere für Verpackungsanwendungen” am 15. und 16. April 2026 in Osnabrück die Chancen und Herausforderungen der faserbasierten Verpackungsmaterialien. Der zweite Veranstaltungstag fand praxisnah in der Papierfabrik von Felix Schoeller statt.*** Dieter Finna Während die Verpackungsbranche in einem tiefgreifenden Umbruch steht, entwickeln sich funktionelle Verpackungspapiere zu einem zentralen Innovationstreiber. „Paperisation” gewinnt im Konsumgüterbereich spürbar an Dynamik. Doch so groß die Chancen von Barrierepapieren in der flexiblen Verpackung sind, stoßen sie bei ihrer Recyclingfähigkeit noch an Grenzen. ![](../images/2026/04/image-5.png) Vor einem Hintergrund aus Marktdynamik, Regulierung und technologischer Neuerung führte **Julian Thielen** durch ein ebenso inspirierendes wie praxisnahes Programm mit viel Raum für Diskussionen. *Julian Thielen eröffnete und moderierte die INNO-Fiber 2026 (Quelle: pack.consult)* In der Eröffnungspräsentation skizzierte **Matthias Giebel** (Berndt+Partner Consultants) den verstärkten Einsatz von Papier als zentralen Trend bei flexiblen Verpackungen. Getrieben wird diese Entwicklung durch regulatorische Vorgaben der EU – etwa den Green Deal und die PPWR –, da freiwillige Maßnahmen oft scheiterten, wie Erfahrungen zeigen. Dank verbesserter Barriereeigenschaften gewinnt Papier im Verpackungsbereich deutlich an Bedeutung, stößt jedoch auf Herausforderungen im Recycling. Gleichzeitig setzen ein Mangel an Kunststoff-Rezyklaten sowie wirtschaftliche Unsicherheiten die Kunststoff-Branche unter Druck. Sein Fazit: „Paperisation“ ist eine wachsende, aber anspruchsvolle Transformation, die bis 2030 an Dynamik gewinnt – vorausgesetzt, zentrale Zielkonflikte wie Barriereleistung versus Recyclingfähigkeit sowie Defizite in Sortierung und Infrastruktur werden gelöst. **Eleonore Eisath** (M.I.L.K. GmbH) beleuchtete den Trend zu faserbasierten Verpackungen, der stark von Regulierung und emotionaler Verbraucherwahrnehmung geprägt ist. Obwohl Papier häufig als nachhaltiger gilt, sind die ökologischen Vorteile nicht immer eindeutig. Konsumenten entscheiden oftmals heuristisch mit intuitiven Ansätzen, wobei Convenience, Funktion und Preis in vielen Fällen über der Nachhaltigkeit stehen. Marken stehen im Spannungsfeld zwischen Recyclinganforderungen, technischer Machbarkeit und attraktivem, natürlichem Design. Erfolgreiche Lösungen versprechen schrittweise Optimierungen. Vertraute Gestaltung und transparente Kommunikation sind dabei wichtige Aspekte. Ihr Fazit: Papier sollte nur dort eingesetzt werden, wo es funktional sinnvoll und glaubwürdig ist. *Beispiel für ein gelungenes Design for Recycling sowie gelungenes Design for Selling. (Quelle: M.I.L.K. GmbH)* ![](../images/2026/04/image-6.png) ![](../images/2026/04/image-7.png) **Dr. Arne Krolle** (PROPAKMA GmbH) beleuchtete die regulatorischen und prozesstechnischen Herausforderungen von papierbasierten Verbundverpackungen im Altpapierkreislauf. Die Zunahme an Störstoffen im Altpapierkreislauf aus Barrieren, biobasierten Kunststoffen und Lebensmittelresten unterlaufen bestehende Prozessstrategien und erschweren die Papierproduktion und Papierverarbeitung. Er forderte klare Definitionen für Belastungen, harmonisierte Messmethoden (z. B. für PFAS und Keimbelastung) sowie eine praxisnahe Umsetzung der PPWR-Vorgaben. Entsprechende Grundlagen werden derzeit in Gremien und Forschung erarbeitet. Ziel ist es, Design4Recycling, geeignete Prüfverfahren und klare Grenzwerte so zu definieren, dass Recyclingfähigkeit, Produktsicherheit und Prozessstabilität in der Wertschöpfungskette Papier und den Wertstoffkreisläufen besser zusammenpassen. Der anstehende iterative Prozess dahin erfordert gemeinsame Anstrengungen, um eine neue Stabilität in der Wertschöpfungskette zu erreichen. *Zu den traditionellen Störstoffen gesellen sich biobasierte Störstoffe, Wachse und Lebensmittelreste. (Quelle: Propakma GmbH)* **Dr. Tiemo Arndt** (Reflex GmbH & Co. KG) zeigte Verpackungslösungen mit verdichteten Transparentpapieren auf und präsentierte sie als leistungsstarke, funktionale Barriere für Lebensmittelverpackungen. Unbeschichtet und vollständig plastikfrei schützen sie zuverlässig vor Sauerstoff (<0,5 cm3/m2d), Aromen, Mineralölen und Fetten. Gleichzeitig punkten sie mit biologischer Abbaubarkeit und hervorragender Recyclingfähigkeit. Durch gezielte Modifikationen lässt sich ihre Performance weiter optimieren – insbesondere bei der Wasserdampfsperre und der Heißsiegelfähigkeit. Damit besitzen Transparentpapiere ein großes Anwendungspotenzial als innovative und nachhaltige Alternative zu Kunststoffverpackungen. **Alexander Schroeder** (Sappi Alfeld GmbH) verdeutlichte das Potenzial gezielt abgestimmter Barrierepapiere als nachhaltige Alternative zu Kunststoffverpackungen. Gefordert sind ein mindestens gleichwertiger Produktschutz, eine zuverlässige Maschinengängigkeit und gute Recyclingfähigkeit im Altpapierstrom. Er hob hervor, dass Nachhaltigkeit mehr als Recyclingfähigkeit ist und auch Ressourcenverbrauch, CO₂-Emissionen sowie den Bedarf an Energie, Wasser und Land umfasst. Anhand konkreter Beispiele zeigte er, dass bessere Recyclingfähigkeit nicht zwangsläufig zu einer besseren Gesamtbilanz führt – insbesondere, wenn ein höheres Verpackungsgewicht den Ressourceneinsatz erhöht. Sein Fazit: Wirklich nachhaltige Lösungen entstehen nur durch einen ganzheitlichen Ansatz im Sinne von „Remove, Reduce, Reuse, Recycle“. Zudem plädierte er für eine einheitliche „Sprache“ der Funktionspapierhersteller, um mit klaren und konsistenten Botschaften das Vertrauen im Markt zu stärken. **Dr. Flore Mees** (Siegwerk Druckfarben AG & Co. KGaA) stellte unter der Bezeichnung „CIRKIT“ innovative Barrierebeschichtungen” vor, die Verpackungen nachhaltiger gestalten. Sie bieten Lösungen für den Ersatz von Multimaterialien durch kreislauffähige Mono-Papierlösungen. Für eine erfolgreiche Umsetzung spielen zahlreiche Parameter eine entscheidende Rolle – darunter die physikalischen Eigenschaften des Barrierecoatings, die Papierqualität und das Auftragsverfahren. Anhand von Testergebnissen zeigte sie, welche Beschichtungsaufbauten die Barriereeigenschaften gezielt verbessern. Gleichzeitig variieren die Anforderungen an Barrieren je nach Füllgut und gewünschter Haltbarkeit erheblich. Eventuell auftretende Herausforderungen beim Abpackprozess lassen sich in enger Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette lösen. *Struktureller Aufbau für Sauerstoffbarriere auf Papier. (Quelle Siegwerk Druckfarben AG & Co. KGaA)* ![](../images/2026/04/image-8.png) ![](../images/2026/04/image-9.png) **Christian Werner** (Kroenert GmbH & Co. KG) präsentierte innovative Beschichtungslösungen für faserbasierte Verpackungen, die bereits bei minimalem Auftragsgewicht hohe Funktionalität bieten. Das Spektrum der Barriereeigenschaften reicht von Fett- und Ölbeständigkeit über Feuchte- und Sauerstoffschutz bis hin zu Kälte-, Chemikalien- und UV-Beständigkeit. In den Rasterwalzen- oder Vorhang-Beschichtungs-Verfahren – werden dazu unterschiedliche Auftragstechnologien eingesetzt, die maßgeschneiderte Lösungen mit sehr dünnen funktionellen Polymeren oder ultradünnen anorganischen Schichtungen – auch im Mehrlagenaufbau – ermöglichen. Im Kroenert Technology Center stehen dafür verschiedene Technologien für die unterschiedlichsten Prozesse als Test- und Entwicklungszwecke zur Verfügung. Geschlossene Regelkreise optimieren das Auftragsgewicht und senken den Energieverbrauch. Gleichzeitig tragen innovative Anlagenkonzepte wie die simultane doppelseitige Beschichtung dazu bei, Kosten und CO₂-Emissionen deutlich zu reduzieren. *Rasterwalzen- und Vorhangbeschichtung weisen unterschiedliche Auftragsgewicht- und Prozessgeschwindigkeits-Fenster auf. (Quelle: Kroenert GmbH & Co KG)* **Robin Huesmann** (LEIPA Georg Leinfelder GmbH) zeigte, dass papierbasierte Verbunde dann zu nachhaltigen Verpackungslösungen führen, wenn geeignete Anwendungen gezielt ausgewählt und konsequent auf Kreislaufwirtschaft ausgerichtet werden. Erfolgreiche Konzepte vereinen Funktionalität, wirtschaftliche Tragfähigkeit und die Anpassung an marktspezifische Recyclinginfrastrukturen. Zentrale Voraussetzungen sind der Einsatz nachhaltiger Rohstoffe, reduzierte Materialkomplexität, recyclinggerechtes Design sowie die Vermeidung von Kontaminanten. Perspektivisch kann auch die Rückgewinnung von Kunststoffen aus Rejekten – etwa über trocken- oder nassmechanische Aufbereitung – zur PPWR-Konformität von Papier/PO-Verbunden beitragen, befindet sich jedoch noch in der Entwicklung. Zudem stellte er eine technische Lösung vor, um lebensmittelbelastetes Altpapier der Fraktion 5.01 für den Einsatz in Wellpappenrohpapieren aufzubereiten. Insgesamt kann Papier Kunststoff in definierten Anwendungen wirtschaftlich ersetzen, erfordert jedoch durchdachte Anwendungen. **Anna Helgert** (Dow) beleuchtete in ihrer Präsentation Papierverbunde für Verpackungen im Spannungsfeld zwischen Funktionalität und den regulatorischen Anforderungen der PPWR. Im Fokus standen dabei Design‑for‑Recycling‑Ansätze, steigende Rezyklat-Einsatzquoten sowie technische Lösungsansätze für anspruchsvolle Barriere-Anwendungen. Sie stellte Entwicklungsansätze ebenso wie industrieerprobte Innovationen vor, die auf Dow’s breitem Portfolio an Extrusionsbeschichtungen und Dispersionsbeschichtungen basieren und die Optimierung von Barrierewirkung, Siegel‑ und Verarbeitbarkeit ermöglichen. Mit den Dow Pack Studios™ stehen umfassende Entwicklungsressourcen vom Labormaßstab bis hin zur industriellen Umsetzung zur Verfügung, die die Entwicklung kreislauffähiger Verpackungslösungen zur Erfüllung regulatorischer Anforderungen unterstützen. *Dow‘s Produktfolio für die Extrusionsbeschichtung und Metallisierung. (Quelle: Dow)* ![](../images/2026/04/image-10.png) ![](../images/2026/04/image-11.png) **Andreas Bergmeier** (Felix Schoeller) stellte das Multi-Layer-Curtain-Coating mit bis zu fünf Dispersionsschichten der bis zu fünf-lagigen Extrusionsbeschichtung für flexible, faserbasierte Verpackungen gegenüber. Beide Technologien liefern hohe Barrieren gegen Sauerstoff, Fett und Mineralöle bei gleichzeitig hohem Papieranteil. Während das Extrusion Coating mit geringen Auftragsgewicht von nur 3 g/m2, exzellenten Siegeleigenschaften, hoher Stabilität und Knickfestigkeit punktet, überzeugt das Curtain Coating durch ultradünne, homogene Schichten und hohe Prozessgeschwindigkeit. Je nach Anwendung bieten beide Verfahren klare, zukunftsfähige Lösungen mit spezifischen Vorteilen und Grenzen. Der zweite Veranstaltungstag fand in der Papierfabrik von Felix Schoeller statt, wo **Guido Hofmeyer** die Teilnehmenden begrüßte. Das in Osnabrück verwurzelte Familienunternehmen steht seit Jahrzehnten für Spezialpapierlösungen und bringt seine Erfahrung heute auch in den Bereich flexibler Verpackungspapiere ein. Ein besonderes Highlight war die Werksbesichtigung, die spannende Einblicke in Produktion, Prozesse und Praxis ermöglichte. *Guido Hofmeyer, Geschäftsführer Felix Schoeller, begrüßte die Teilnehmenden am zweiten Veranstaltungstag in Osnabrück. (Quelle: pack.consult)* **Johannes Werthan** (tesa SE) gab einen kompakten Überblick über Anwendungen in der Produktion und Verarbeitung funktional beschichteter Papiere und deren spezifische Anforderungen. Im Mittelpunkt standen repulpierbare Klebebandlösungen zum Spleißen, die Recyclingfähigkeit und Prozessstabilität unterstützen. Diese basieren auf einem Papierträger mit wasserlöslicher Acrylatklebemasse und müssen hohe Haftung auf beschichteten wie unbeschichteten Papieren, ausgeprägte Scherfestigkeit sowie Beständigkeit gegenüber calciumcarbonathaltigen Deckschichten gewährleisten. Innovationen zielen insbesondere auf solche papierbasierten Alternativen und die CO₂-Reduktion. Enge Kundenkooperationen dienen dazu, um Effizienz, Qualität und Nachhaltigkeit weiter zu verbessern. *tesa® CaRes 51919 ist ein für die Barrierepapiere entwickeltes repulpierbares Klebeband (Quelle: tesa SE)* ![](../images/2026/04/image-12.png) ![](../images/2026/04/image-13.png) **Dr. Henry Drut** (FormerFab® GmbH) verdeutlichte die Notwendigkeit speziell angepasster Formschultern für die Verarbeitung von Papierbahnen in Verpackungsmaschinen. Konventionelle Ausführungen für Kunststofffolien führen bei Papier häufig zu Problemen wie Bahnabrissen, instabilem Lauf, Faltenbildung und Undichtigkeiten. Ursache sind die materialtypischen Eigenschaften von Papier – insbesondere geringe Elastizität, reduzierte Reißfestigkeit, höhere Steifigkeit und erhöhter Reibwiderstand. Daraus ergeben sich klare Anforderungen an die Konstruktion: optimierte Makro- und Mikrogeometrien, sanfte Umlenkungen sowie verschleißfeste und reibungsoptimierte Oberflächen. Für eine erfolgreiche Umstellung empfiehlt er daher konsequent anwendungsspezifisch entwickelte Formschulterlösungen. Bei der Auslegung neuer Verpackungsmaschinen sollte ausreichend Bauraum für die Formschulter berücksichtigt werden. *Formschultern für Papierbahnen erfordern anwendungsspezifische, individuell entwickelte Lösungen (Quelle: FormerFab® GmbH)* **Thomas Strieder** (OutNature GmbH) stellte Stroh als Next-Generation-Faser für zukunftsweisende Papier‑ und Verpackungslösungen vor. Angesichts eines erwarteten Nachfragewachstums des Papierverpackungsbedarfs um 160 % bis 2045 (Quelle: WWF, Biogene Rohstoffe in Verpackungen) biete sie eine skalierbare Alternative. Die Fasern basieren auf einem in Deutschland angebauten Agrarreststoff, weisen geringe Transportwege auf und ermöglichen eine kaskadische Rohstoffnutzung. Industriell gewinnt das Konzept an Dynamik: LEIPA plant jährlich eine Produktion von ca. 35.000 t Papier mit 20 % Strohfaseranteil im Altpapiermix, das vollständig recycelbar sei. Diese Neuentwicklung ist für Anfang 2027 geplant. *Stroh als alternativer Rohstoff für Verpackungslösungen aus Papier. (Quelle: OutNature)* ![](../images/2026/04/image-14.png) ![](../images/2026/04/image-15.png) **Dr. Anina Leipold** (ROVEMA GmbH) veranschaulichte in ihrer Präsentation die wesentlichen Einflussfaktoren bei der Verarbeitung von Papier auf vertikalen Schlauchbeutelmaschinen – von der Formgebung bis zur Endverpackung. Zentrale Herausforderungen liegen in der Anpassung von Formschulter und Ringspalt, die Längs- und Quersiegelung sowie eine angepasste Schute. Ein 2-Achs-System, servomotorische Seitenfaltung und eine horizontale Siegelgeometrie unterstützen die Herstellung gasdichter Beutel. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einer präzisen Abstimmung der Formteilgeometrie auf materialspezifische Eigenschaften wie Papierstärke, Gleit- und Umformverhalten. *Die Siegelnaht der Quersiegelung ist in der mittleren Abbildung rechts noch nicht dicht; erst die untere Abbildung zeigt eine dichte Naht. (Quelle: Rovema GmbH)* **Herbert Hahnenkamp** (SACMI Packaging & Chocolate Swiss SA) sprach über die Herausforderungen und Lösungen bei der Umstellung auf faserbasierte Verpackungen. Das Unternehmen deckt dabei die gesamte Prozesskette ab – von der Schokoladenherstellung über Formanlagen bis zur Sekundärverpackung, einschließlich spezialisierter Wickelmaschinen und Flowpack-Lösungen für Papierfolien. Entscheidend bei der Verwendung von Papier und Karton als Verpackungsmaterial ist ein strukturierter Formatentwicklungsprozess von der Materialanalyse bis zur Abnahme. Herausforderungen sind Maschinenkompatibilität, Kapazität und Materialeigenschaften. Durch Tests, angepasste Formteile und klar definierte Qualitätskriterien lassen sich stabile Prozesse realisieren. ![](../images/2026/04/image-16.png) ![](../images/2026/04/image-17.png) **Dominik Lichtenthäler** (Interzero Circular Solutions Germany GmbH) erläuterte die Struktur von EPR-Gebühren (Extended Producer Responsibility) und ging auf die Optimierung von Verpackungen sowie die damit verbundenen RPR-Gebühren in Europa ein. Die Lizenzierungsgebühren für die Materialfraktion Papier sind in vielen Ländern (z. B. Belgien, Österreich, Spanien) deutlich günstiger als bei Kunststoffen oder Verbunden, was „Paperisation“ fördert. Einige Länder nutzen bereits eine Art Eco-Fee-Modulation, die geringere Gebühren durch nachhaltiges Verpackungsdesign ermöglichen. Die Einstufung als Papier variiert national je nach Faserstoffanteil (z. B. ≥ 95 % in Deutschland, ≥ 80 % in Österreich). Beschichtungen können zu einer Einstufung in eine Verbundfraktion führen, was die Gebühren deutlich erhöht. *Die Eco-Fee-Modulation erfolgt durch Tarifdifferenzierung und Anwendung von Bonus-Malus-Regelungen. (Quelle: Interzero)* **Julian Thielen** schloss die „Inno-Fiber” mit einer prägnanten Zusammenfassung aller Vorträge. Die Fachtagung zeigte in ihrer Kompaktheit eindrucksvoll die Möglichkeiten funktioneller Verpackungspapiere als nachhaltige Verpackungslösungen auf und überzeugte mit fachlich fundierten Ergebnissen, praxisnahen Einblicken und den direkte Austausch zwischen Industrie, Entwicklung und Anwendung. Mit dem gelungenen Auftakt der „Inno-Fiber” hat die Innoform Coaching GmbH eine Plattform geschaffen, die den Transformationsprozess der Verpackungsbranche aktiv begleitet und Impulse für zukünftige Entwicklungen setzt. Sie erfüllte die Erwartungen und wird sich als fester Bestandteil im Branchenkalender etablieren. [Nächste Termine](https://inno-meeting.de/termine/) ## Unsere nächsten Tagungen ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/e/3/d476cbb9b8e63.jpg)### **INNO-Pouch: Smart Pouches – Digital, Compliant, Tight** *Thursday, 8. / Friday, 9. October 2026 – Start 9:00* INNO-Pouch 2026 demonstrates in a practical way how modern stand-up pouches can be made future-proof. As the only conference of its kind in Europe, it directly links recyclable materials with state-of-the-art production. The focus is on the three keywords from the conference title: Digital, Compliant, Tight. Digital: Digitalisation is transforming the entire value chain. We’ll be exploring flexible digital printing for smaller print runs and short lead times. You’ll also learn how artificial intelligence (AI) is already influencing purchasing decisions today. Production is becoming smarter too: data-driven sealing (digital sealing) enables seamless, real-time quality monitoring. Compliant: Sustainability requires legal certainty. Experts will demonstrate practical solutions for the new PPWR and the Digital Product Passport. You’ll learn first-hand how digital tools make legal requirements and the recyclability of packaging transparent and manageable. Tight: Maximum leak-tightness and product protection are the focus of the technical implementation. The focus is on high-performance mono-materials (PE and PP), sustainable adhesives and innovative retort applications. Leading experts will explain how these recyclable films run flawlessly on modern packaging lines and can be sealed reliably using ultrasound or heat. A particular highlight of the conference in Barcelona: the unique opportunity to take an exclusive tour of the HP Digital Pouch Factory on site. Here, you can watch the entire process live, from printing and lamination right through to the final assembly of the pouches. Experience real-world case studies at the heart of the industry and explore new business models using pouches. This unique European conference offers you the ideal platform for strategic benchmarking and valuable industry contacts. ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/can_work.png) [->](https://inno-talk.de/events/PC-10-26/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/9/8/2cbfa3ab25cbc.jpg)### **24. Inno-Meeting** *Tuesday, 16. / Wednesday, 17. February 2027 – Start 19:00* Als führende Branchenveranstaltung der flexiblen Verpackungsindustrie im deutschsprachigen Raum findet das Inno-Meeting im Februar 2027 zum 24. Mal statt. Derzeit sind wir damit befasst, aktuelle Branchenthemen zu sammeln. Jeder ist herzlich eingeladen, Vortragsvorschläge einzureichen. Bitte nutzen Sie dafür die E-Mail-Adresse coaching@innoform.eu ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/chart_money.png) [->](https://inno-talk.de/events/IM-02-27/) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Volker Muche zu Paperization und Trends bei Verpackungsentwicklung](https://inno-talk.de/volker-muche-zu-paperization-und-trends-bei-verpackungsentwicklung/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** Biofolien, Entsorgung / Recycling, Folienherstellung/Veredelung, Papier & faserbasierte Verpackungen **Schlagwörter:** Faserbasierte Verpackungen, Funktionelle Papiere, IF-04-26, Inno-Fiber --- ### [1st INNO-Fiber: Paper packaging: Innovation, Regulation and Competition](https://inno-talk.de/en/1st-inno-fiber-paper-packaging-innovation-regulation-and-competition/) **Published:** Mai 4, 2026 **Author:** Eva Kettelmann **Content:** ***With “Inno-Fiber”, Innoform Coaching GmbH has launched a new event series. Under the guiding theme „Functional papers for packaging applications”, the event, held on April 15–16, 2026 in Osnabrück, showcased the opportunities and challenges of fibre-based packaging materials. The second day of the event took place in a practical setting at the Felix Schoeller paper mill.*** ***Dieter Finna*** Whilst the packaging industry is undergoing a profound transformation, functional packaging papers are emerging as a key driver of innovation. „Paperisation” is gaining noticeable momentum in the consumer goods sector. However, despite the great potential of barrier papers in flexible packaging, they still face limitations when it comes to recyclability. Against a backdrop of market dynamics, regulation and technological innovation, Julian Thielen led an inspiring and practical programme with plenty of scope for discussion. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/05/image-1.png)*Julian Thielen opened and hosted INNO-Fiber 2026. (Source: pack.consult)* In the opening presentation**, Matthias Giebel (Berndt+Partner Consultants)** outlined the increasing use of paper as a central trend in flexible packaging. This development is being driven by EU regulatory requirements – such as the Green Deal and the PPWR – as voluntary measures have often proved ineffective. Thanks to improved barrier properties, paper is gaining significant importance in the packaging sector but faces challenges when it comes to recycling. At the same time, a shortage of plastic recyclates and economic uncertainties are putting pressure on the plastics industry. His conclusion: „Paperisation” is a growing but challenging transformation that will gain momentum by 2030 – provided that key conflicting objectives, such as barrier performance versus recyclability, as well as deficiencies in sorting and infrastructure, are resolved. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/05/image-2.png)*An example of successful design for recycling and successful design for selling. (Source: M.I.L.K. GmbH)* **Eleonore Eisath (M.I.L.K. GmbH)** highlighted the trend towards fibre-based packaging, which is strongly influenced by regulation and consumers’ emotional beliefs. Although paper is often considered more sustainable, the environmental benefits are not always clear-cut. Consumers often make decisions heuristically, using intuitive approaches, with convenience, function and price taking precedence over sustainability in many cases. Brands find themselves caught between recycling requirements, technical feasibility, and attractive natural design. Successful solutions are likely to come through gradual improvements. Familiar design and transparent communication are key aspects here. Her conclusion: paper should only be used where it functionally appropriate and credible. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/05/image-3.png)*In addition to traditional contaminants, there are now bio-based contaminants, waxes and food residues. (Source: Propakma GmbH)* **Dr. Arne Krolle (PROPAKMA GmbH)** addressed the regulatory and process-related challenges posed by paper-based composite packaging in the wastepaper recycling loop. The increasing presence of contaminants in the wastepaper cycle from barrier materials, bio-based plastics and food residues undermines existing process strategies and complicates paper production and processing. He called for clear definitions of contamination levels, harmonised measurement methods (e.g. for PFAS and microbial load) and a practical implementation of the PPWR requirements. The relevant foundations are currently being developed in committees and through research. The aim is to define Design4Recycling principles, suitable testing methods, and clear limit values in such a way that recyclability, product safety, and process stability are better aligned within the paper value chain and recycling loops. The upcoming iterative process towards this goal requires joint efforts to achieve a new level of stability in the value chain. **Dr. Tiemo Arndt (Reflex GmbH & Co. KG)** presented packaging solutions using densified transparent papers, highlighting them as a high-performance, functional barrier for food packaging. Uncoated and entirely plastic-free, they provide reliable protection against oxygen (<0.5 cm³/m²d), aromas, mineral oils, and fats. At the same time, they score highly for their biodegradability and excellent recyclability. Their performance can be further optimised through targeted modifications – particularly in terms of water vapour barrier properties and heat-sealing capability. As a result, transparent papers offer great potential for use as an innovative and sustainable alternative to plastic packaging. **Alexander Schroeder (Sappi Alfeld GmbH)** illustrated the potential of specifically tailored barrier papers as a sustainable alternative to plastic packaging. The requirements include at least equivalent product protection, reliable machine runnability and good recyclability within the wastepaper stream. He emphasised that sustainability is about more than just recyclability and includes resource consumption, CO₂ emissions as well as the demand for energy, water, and land. Using concrete examples, he demonstrated that improved recyclability does not necessarily lead to a better overall environmental balance – particularly when a higher packaging weight increases resource consumption. His conclusion: truly sustainable solutions can only be achieved through a comprehensive approach in line with “Remove, Reduce, Reuse, Recycle.” He also called for a uniform “language” among functional paper manufacturers to strengthen market confidence through clear and consistent messaging. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/05/image-4.png)*Structural design for an oxygen barrier on paper. (Source: Siegwerk Druckfarben AG & Co. KGaA)* **Dr. Flore Mees (Siegwerk Druckfarben AG & Co. KGaA)** presented innovative barrier coatings under the name „CIRKIT,” designed to make packaging more sustainable. They offer solutions for replacing multi-material structures with recyclable single-paper solutions. Numerous parameters play a decisive role in successful implementation – including the physical properties of the barrier coating, the paper quality, and the application process. Based on test results, she showed which coating structures specifically improve barrier performance. At the same time, the barrier requirements vary significantly depending on the packaged goods and desired shelf life. Any challenges that may arise during the packaging process can be resolved through close collaboration along the value chain. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/05/image-5.png)*Anilox roller and curtain coating have different application weight and process speed ranges. (Source: Kroenert GmbH & Co KG)* **Christian Werner (Kroenert GmbH & Co. KG)** highlighted innovative coating solutions for fibre-based packaging that offer high functionality even at minimal coating weights. The range of barrier properties includes resistance to grease and oil, protection against moisture and oxygen as well as resistance to cold, chemicals and UV radiation. Technologies such as anilox roller coating and curtain coating are used, enabling tailored solutions with very thin functional polymers or ultra-thin inorganic layers—even in multi-layer structures. At the Kroenert Technology Centre, various technologies for a wide range of processes are available for testing and development purposes. Closed-loop control systems optimise the coating weight and reduce energy consumption. At the same time, innovative plant concepts such as simultaneous double-sided coating help to significantly reduce costs and CO₂ emissions. **Robin Huesmann (LEIPA Georg Leinfelder GmbH)** demonstrated that paper-based composites can lead to sustainable packaging solutions provided that suitable applications are carefully selected and consistently aligned towards circular economy principles. Successful concepts combine functionality, economic viability, and adaptation to market-specific recycling infrastructures. Key prerequisites include the use of sustainable raw materials, reduced material complexity, design for recycling, and the avoidance of contaminants. In the future, the recovery of plastics from rejects – through dry or wet mechanical processing – may also contribute to PPWR compliance of paper/polyolefin composites, although this is still under development. He also presented a technical solution for processing food-contaminated wastepaper from fraction 5.01 for use in corrugated base paper. Overall, paper can economically replace plastic in defined applications, but this requires carefully designed use cases. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/05/image-6.png)*Dow’s product portfolio for extrusion coating and metallisation. (Source: Dow)* In her presentation, **Anna Helgert (Dow)** examined paper composites for packaging in the context of balancing functionality with PPWR regulatory requirements. The focus was on ‘design for recycling’ approaches, increasing recycled content targets, and technical solutions for demanding barrier applications. She presented development approaches as well as industry-proven innovations based on Dow’s broad portfolio of extrusion coatings and dispersion coatings, which enable the optimisation of barrier performance, sealability and processability. Dow Pack Studios™ provide comprehensive development resources, from laboratory scale through to industrial implementation, supporting the development of recyclable packaging solutions to meet regulatory requirements. **Andreas Bergmeier (Felix Schoeller)** compared multi-layer curtain coating, with up to five dispersion layers, to the up to five-layer extrusion coating for flexible, fibre-based packaging. Both technologies provide high barriers against oxygen, grease and mineral oils while maintaining a high paper content. Whilst extrusion coating scores highly with a low coating weight of just 3 g/m², excellent sealing properties, high stability and crease resistance, curtain coating impresses with ultra-thin, homogeneous layers and high processing speeds. Depending on the application, both processes offer clear, future-proof solutions with specific advantages and limitations. The second day of the event took place at Felix Schoeller’s paper mill, where **Guido Hofmeyer** welcomed the participants. The family-owned business, deeply rooted in Osnabrück, has been synonymous with specialist paper solutions for decades and is now applying its expertise to the field of flexible packaging papers. A particular highlight was the factory tour, which provided fascinating insights into production processes and practical operations. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/05/image-7.png)*Guido Hofmeyer, Managing Director of Felix Schoeller, welcomed the participants on the second day of the event in Osnabrück. (Source: pack.consult)* ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/05/image-8.png)*tesa® CaRes 51919 is a repulpable adhesive tape developed for barrier papers (Source: tesa SE)* **Johannes Werthan (tesa SE)** provided a concise overview of applications in the production and processing of functionally coated papers and their specific requirements. The focus was on repulpable adhesive tape solutions for splicing, which support recyclability and process stability. These are based on a paper backing with a water-soluble acrylate adhesive and must ensure strong adhesion to both coated and uncoated papers, excellent shear strength and resistance to calcium carbonate-containing topcoats. Innovations are aimed at such paper-based alternatives and CO₂ reduction. Close customer collaboration serves to further improve efficiency, quality, and sustainability. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/05/image-9.png)*Forming rolls for paper webs require application-specific, custom-designed solutions (Source: FormerFab® GmbH)* **Dr. Henry Drut (FormerFab® GmbH)** highlighted the need for specially adapted forming shoulders for processing paper webs in packaging machines. Conventional designs intended for plastic films often lead to problems with paper, such as web breaks, unstable running, creasing, and leaks. These problems stem from the material-specific properties of paper; in particular, low elasticity, reduced tear resistance, higher stiffness and increased frictional resistance. This results in clear design requirements: optimised macro- and micro-geometries, gentle deflection paths, as well as wear-resistant and friction-optimised surfaces. For a successful transition, he therefore consistently recommends mould shoulder solutions developed specifically for the application. When designing new packaging machines, sufficient installation space for the mould shoulder should be considered. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/05/image-10.png)*Straw as an alternative raw material for paper-based packaging solutions. (Source: OutNature)* **Thomas Strieder (OutNature GmbH)** presented straw as a next-generation fibre for innovative paper and packaging solutions. Considering an expected 160% increase in demand for paper packaging by 2045 (source: WWF, Biogenic Raw Materials in Packaging), it offers a scalable alternative. The fibres are based on an agricultural by-product grown in Germany, involve short transport distances and enable cascading use of raw materials. The concept is gaining momentum in the industry: LEIPA plans to produce approximately 35,000 tonnes of paper annually, with a 20% straw fibre content in the waste paper mix, which is fully recyclable. This new development is scheduled for early 2027. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/05/image-11.png)*The seal on the cross-seal is not yet airtight in the middle image on the right; only the bottom image shows an airtight seal. (Source: Rovema GmbH)* In her presentation, **Dr. Anina Leipold (ROVEMA GmbH)** outlined the key factors influencing the processing of paper on vertical form-fill-seal machines – from forming to final packaging. The main challenges lie in adjusting the forming shoulder and forming collar gap, the longitudinal and transverse sealing, and ensuring the chute is correctly positioned. A 2-axis system, servo-driven side folding and a horizontal sealing geometry support the production of gas-tight bags. The key to success lies in precisely matching the forming part geometry to material-specific properties such as paper thickness, friction and forming behaviour. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/05/image-12.png)*Left: Test shoulder in a flow-wrapping test. (Source: SACMI Packaging & Chocolate Swiss SA)* **Herbert Hahnenkamp (SACMI Packaging & Chocolate Swiss SA)** spoke about the challenges and solutions involved in switching to fibre-based packaging. The company covers the entire process chain – from chocolate production and moulding systems to secondary packaging, including specialised wrapping machines and flow-pack solutions for paper films. When using paper and board as packaging materials, a structured format development process—from material analysis to final approval—is essential. Challenges include machine compatibility, capacity, and material properties. Stable processes can be achieved through testing, customised moulded parts, and clearly defined quality criteria. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/05/image-13.png)*The Eco-Fee is adjusted through tariff differentiation and the application of bonus-malus schemes. (Source: Interzero)* **Dominik Lichtenthäler (Interzero Circular Solutions Germany GmbH)** explained the structure of EPR (Extended Producer Responsibility) fees and addressed the optimisation of packaging as well as the associated EPR fees in Europe. Licensing fees for the paper material stream are significantly lower in many countries (e.g. Belgium, Austria, Spain) than for plastics or composites, which encourages “paperisation.” Some countries already apply a form of eco-fee modulation, which enables lower fees through sustainable packaging design. Classification as paper varies nationally depending on the fibre content (e.g. ≥ 95% in Germany, ≥ 80% in Austria). Coatings can lead to classification as a composite fraction, which significantly increases the fees. **Julian Thielen** concluded „Inno-Fiber” with a concise summary of all the presentations. In its compact format, the symposium impressively demonstrated the potential of functional packaging papers as sustainable packaging solutions and proved its worth with technically sound findings, practical insights and direct exchange between industry development and application. With the successful launch of „Inno-Fiber,” Innoform Coaching GmbH has created a platform that actively supports the transformation process of the packaging industry and provides impetus for future developments. It met expectations and will become an integral part of the industry calendar. ## Next Events ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/e/3/d476cbb9b8e63.jpg)### **INNO-Pouch: Smart Pouches – Digital, Compliant, Tight** *Thursday, 8. / Friday, 9. October 2026 – Start 9:00* INNO-Pouch 2026 demonstrates in a practical way how modern stand-up pouches can be made future-proof. As the only conference of its kind in Europe, it directly links recyclable materials with state-of-the-art production. The focus is on the three keywords from the conference title: Digital, Compliant, Tight. Digital: Digitalisation is transforming the entire value chain. We’ll be exploring flexible digital printing for smaller print runs and short lead times. You’ll also learn how artificial intelligence (AI) is already influencing purchasing decisions today. Production is becoming smarter too: data-driven sealing (digital sealing) enables seamless, real-time quality monitoring. Compliant: Sustainability requires legal certainty. Experts will demonstrate practical solutions for the new PPWR and the Digital Product Passport. You’ll learn first-hand how digital tools make legal requirements and the recyclability of packaging transparent and manageable. Tight: Maximum leak-tightness and product protection are the focus of the technical implementation. The focus is on high-performance mono-materials (PE and PP), sustainable adhesives and innovative retort applications. Leading experts will explain how these recyclable films run flawlessly on modern packaging lines and can be sealed reliably using ultrasound or heat. A particular highlight of the conference in Barcelona: the unique opportunity to take an exclusive tour of the HP Digital Pouch Factory on site. Here, you can watch the entire process live, from printing and lamination right through to the final assembly of the pouches. Experience real-world case studies at the heart of the industry and explore new business models using pouches. This unique European conference offers you the ideal platform for strategic benchmarking and valuable industry contacts. ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/can_work.png) [->](https://inno-talk.de/events/PC-10-26/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/9/8/2cbfa3ab25cbc.jpg)### **24. Inno-Meeting** *Tuesday, 16. / Wednesday, 17. February 2027 – Start 19:00* Als führende Branchenveranstaltung der flexiblen Verpackungsindustrie im deutschsprachigen Raum findet das Inno-Meeting im Februar 2027 zum 24. Mal statt. Derzeit sind wir damit befasst, aktuelle Branchenthemen zu sammeln. Jeder ist herzlich eingeladen, Vortragsvorschläge einzureichen. Bitte nutzen Sie dafür die E-Mail-Adresse coaching@innoform.eu ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/chart_money.png) [->](https://inno-talk.de/events/IM-02-27/) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Volker Muche zu Paperization und Trends bei Verpackungsentwicklung](https://inno-talk.de/volker-muche-zu-paperization-und-trends-bei-verpackungsentwicklung/) - [Papier oder Plastik](https://inno-talk.de/papier-oder-plastik/) **Kategorien:** Bio-films, Disposal / Recycling, Film production / Converting, Paper and fiber-based packaging **Schlagwörter:** Fiber-based packaging, Functional papers, IF-04-26, INNO-Fiber --- ### [NIAS in Lebensmittelverpackungen: Was wirklich zählt bei Analytik und Bewertung](https://inno-talk.de/nias-in-lebensmittelverpackungen-was-wirklich-zaehlt-bei-analytik-und-bewertung/) **Published:** Mai 7, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ***Non Intentionally Added Substances (NIAS) zählen zu den größten Unsicherheitsfaktoren bei der Bewertung von Lebensmittelkontaktmaterialien. Sie werden nicht absichtlich zugesetzt, können aber dennoch aus Materialien in das Lebensmittel migrieren – und müssen rechtlich wie toxikologisch bewertet werden.*** ***Im Innoform‑Webseminar „Non Intentionally Added Substances (NIAS) – Analytik und Bewertung“ hat Heike Schwertke (Innoform Testservice) einen umfassenden Überblick über Herkunft, Analytik, Bewertung und regulatorische Konsequenzen gegeben. Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Erkenntnisse praxisnah zusammen.*** ## Was sind NIAS – und warum sind sie so relevant? NIAS sind Substanzen, die **unbeabsichtigt** in Lebensmittelkontaktmaterialien enthalten sind. Entscheidend ist dabei nicht, ob ein Stoff absichtlich eingesetzt wurde, sondern **ob er in relevanter Menge in das Lebensmittel übergeht**. Grundlage ist der Artikel 3 der Rahmenverordnung (EG) Nr. 1935/2004: Materialien dürfen keine Stoffe in Mengen an ein Lebensmittel abgeben, die • die Gesundheit gefährden oder • Geruch, Geschmack oder Zusammensetzung des Lebensmittels unzulässig verändern. Diese Anforderung gilt **für alle Materialien und alle Stoffe – unabhängig von ihrer Herkunft**. ## Typische Quellen von NIAS in Verpackungen Im Webseminar wurden NIAS praxisnah in drei Hauptgruppen unterteilt: ### 1. Verunreinigungen und Kontaminationen - Verunreinigungen technischer Rohstoffe - Einträge aus Lagerung, Transport oder Umwelt - Verschleppungen aus dem Produktionsprozess (z. B. Schmierstoffe, Druckluft) - Lösungsmittelreste oder geruchsaktive Substanzen mit organoleptischer Relevanz ### 2. Reaktions- und Nebenprodukte - **Oligomere** aus Polymeren wie PE, PP, PET oder Polyamid - Nebenreaktionen bei Polymerisation oder Klebstoffhärtung - In der Regel vorhersehbar und grundsätzlich bewertbar ### 3. Abbau- und Reaktionsprodukte bei Herstellung und Nutzung - Oxidations- oder Hydrolyseprodukte von Additiven wie Antioxidantien (sogenannte Arvin‑Substanzen) - Primäre aromatische Amine (paA), - Entstehung z. B. durch hohe Temperaturen bei der Herstellung oder Verwendung, Sterilisation, Bestrahlung oder Alterung des Materials ## Wie werden NIAS analytisch ermittelt? Zentral ist die Unterscheidung zwischen **vorhersehbaren** und **nicht vorhersehbaren** NIAS: ### Vorhersehbare NIAS Diese werden mit **zielgerichteten Analysen (Target‑Analysen)** bestimmt, z. B.: - bekannte Oligomere - definierte Verunreinigungen oder Abbauprodukte wie paA - Metalle bzw. Metallionen - Abbauprodukte von Additiven ### Nicht vorhersehbare NIAS Hier kommen **Non‑Target‑ bzw. Screening‑Analysen** zum Einsatz – häufig als „10‑ppb‑Screening“ oder „NIAS-Screening“ bezeichnet. Diese dienen dazu: - unbekannte Stoffe aufzuspüren - Migrationsprofile sichtbar zu machen - Angaben in Konformitätserklärungen auf Plausibilität zu prüfen Je nach Stoffklasse werden unterschiedliche Methoden eingesetzt: - **(Headspace)-GC‑FID / MS** oder GC-QTOF/MS für flüchtige und semiflüchtige Stoffe - **LC‑MS** für nichtflüchtige Komponenten - **ICP‑MS / OES** für Metalle Wichtig: Screening‑Ergebnisse sind meist **semiquantitativ** und mit teils hoher Messunsicherheit behaftet. Auffällige Befunde müssen meist weiter abgesichert werden. ## Grenzen der Analytik – ein zentraler Praxispunkt Ein wesentliches Ergebnis des Seminars: > „NIAS‑Screenings können Beurteilungswerte für möglichweise genotoxische Substanzen technisch nicht absichern.“ Die analytisch erreichbaren Bestimmungsgrenzen liegen deutlich **über** den sehr niedrigen Beurteilungswerten für potenziell genotoxische Stoffe. Das bedeutet: - Ein „nicht auffälliges Screening“ ersetzt **keine Risikobewertung** der Ausgangsstoffe - Die Bewertung muss immer analytische, toxikologische und regulatorische Aspekte zusammenführen ## Wie erfolgt die Bewertung von NIAS? Die NIAS‑Bewertung folgt immer dem Grundprinzip: > **Risiko = Gefahr × Exposition** ### Wichtige Quellen für Bewertungen: - Grenzwerte aus Verordnungen (z. B. SML-Werte der Kunststoffverordnung) - toxikologische Aufnahmewerte (TDI = Tolarable Daily Intake) - **TTC‑Konzept (Threshold of Toxicological Concern)** mit der Einteilung in **Cramer‑Klassen** - Veröffentlichungen von EFSA, BfR, ECHA und Fachgremien Besonders herausfordernd: - **nicht identifizierte Stoffe** - Stoffgemische - fehlende toxikologische Daten Hier kommen z. B. die Ermittlung der Identität zusammen mit den Lieferanten, Worst‑Case‑Annahmen, strukturbezogene QSAR‑Modelle zur tox. Bewertung, oder Gruppenbewertungen zum Einsatz, die ggf. mit in vitro Bioassays ergänzt werden können. ## Neue regulatorische Erwartungen: hoher Reinheitsgrad & Konformität Mit der **19. Änderung der Kunststoffverordnung (EU) Nr. 10/2011** wurde klargestellt: - Auch **Verunreinigungen in Ausgangsstoffen** sind zu bewerten - Alle NIAS, die zu einer möglichen Verletzung von Artikel 3 der Rahmenverordnung führen können, sind zu berücksichtigen - Informationen müssen bei Relevanz in der Konformitätserklärung weitergegeben werden Besonders relevant wird das bei NIAS: - in Materialien, die beim Verwender kombiniert werden - in Bestandteilen von mehrschichtigen Verpackungen Eine pauschale Aussage „NIAS wurden bewertet“ reicht hier oft **nicht mehr aus**. ## Was bedeutet das für die Praxis? Aus NIAS‑Untersuchungen sollten Unternehmen konkrete Konsequenzen ableiten: - kritische Stoffe mit gezielter Analytik (Target-Analysen) absichern - Lieferanten strukturiert einbinden - Material- und Anwendungskontexte sauber dokumentieren - Prüfstrategien systematisieren - Konformitätserklärungen **anwendungsbezogen** formulieren Ziel ist nicht maximale Analytik, sondern **beherrschbare Risiken und nachvollziehbare Entscheidungen**. ## Fazit NIAS‑Bewertung ist **kein reines Labor‑Thema**. Sie erfordert das Zusammenspiel von: - Analytik - Toxikologie - Regulierung - Material‑ und Prozessverständnis Das Webseminar hat deutlich gemacht: Wer NIAS systematisch erkennt, bewertet und kommuniziert, schafft **Rechtssicherheit, Transparenz und Vertrauen** entlang der gesamten Verpackungskette. [Zu den relevanten Prüfmethoden](https://www.innoform.de/migrationspruefungen/) [Zu passenden Seminaren](https://www.innoform-coaching.de/themen/konformitaet-mit-lebensmittelgesetzen-fuer-verpackungen) ### Verwandte Episoden - [Sabrina Schmidt vom IÖW spricht über die Bewertung der Nachhaltigkeit von Verpackungen](https://inno-talk.de/sabrina-schmidt-sprich-ueber-bewertung-der-nachhaltigkeit-von-verpckungen/) - [Leitlinien zum Rezyklateinsatz bei Lebensmittelverpackungen](https://inno-talk.de/leitlinien-zum-rezyklateinsatz-bei-lebensmittelverpackungen/) - [Experten-Treff 2023: Barriere-Verbundfolien](https://inno-talk.de/experten-treff-2023-barriere-verbundfolien/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Folienherstellung/Veredelung, Folienprüfung & Analytik, Lebensmittelrecht **Schlagwörter:** Folienwissen, NIAS, PPWR --- ### [Europäische Verpackungsmessen im Wandel: Was die Teilnehmerzahlen der letzten 20 Jahre zeigen](https://inno-talk.de/europaeische-verpackungsmessen-im-wandel-was-die-teilnehmerzahlen-der-letzten-20-jahre-zeigen/) **Published:** Mai 8, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Europäische Verpackungsmessen gelten seit Jahrzehnten als Seismograf für technologische, wirtschaftliche und regulatorische Entwicklungen der Branche. Ein Blick auf die **Teilnehmerzahlen der wichtigsten europäischen Leitmessen zwischen 2004 und 2024** zeigt: Die Rolle von Messen verändert sich – aber ihre strategische Bedeutung bleibt hoch. #### Von der Mega‑Show zur fokussierten Arbeitsmesse In den frühen 2000er‑Jahren dominierten Großformate wie die **drupa** oder die **interpack** mit teils mehreren hunderttausend Besuchern. Besonders die drupa erreichte 2004 und 2008 noch knapp 400.000 Teilnehmende. Seitdem ist ein klarer Rückgang zu beobachten – 2024 lag die Besucherzahl bei rund 170.000. Diese Entwicklung bedeutet jedoch keinen Bedeutungsverlust, sondern einen **Strukturwandel**: Messen werden kleiner, internationaler und deutlich **zielgerichteter**. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/05/JSON-Vorschau-1024x565.png)> „Messen sind heute weniger Marktplatz für Masse – sondern Entscheidungsplattformen für konkrete Investitionen, Materialien und Strategien.“ #### Stabile Nachfrage bei Arbeits- und Entscheidermessen Im Gegensatz zu den klassischen Mega‑Events zeigen **Arbeitsmessen** wie die **FACHPACK**, **ALL4PACK Paris**, **IPACK‑IMA** oder **HISPACK** über zwei Jahrzehnte hinweg eine bemerkenswerte Stabilität. Die Besucherzahlen bewegen sich – pandemiebedingte Ausnahmen ausgenommen – in relativ konstanten Korridoren. - **FACHPACK**: rund 33.000–45.000 Besucher - **ALL4PACK Paris**: langfristig etwa 45.000–80.000 Besucher - **IPACK‑IMA**: stabil zwischen 60.000 und 75.000 Besuchern - **HISPACK**: klar regionaler, aber konstant relevant für Südeuropa Gerade für **Materialhersteller, Prüflabore, Entwickler und Verpackungsentscheider** gewinnen diese Formate an Bedeutung – weil hier konkrete Projekte, regulatorische Anforderungen und Umsetzungsfragen im Fokus stehen. #### Was Unternehmen daraus lernen können Die Zahlen zeigen deutlich: - **Reichweite allein ist kein Erfolgsindikator mehr** - Entscheidend sind **Relevanz, Zielgruppenpassung und Entscheidungskompetenz** - Kleinere, spezialisierte Messen bieten oft **höhere inhaltliche Tiefe** und bessere Gesprächsqualität Für Unternehmen entlang der Verpackungswertschöpfungskette – von Materialien über Maschinen bis hin zu Prüfung und Regulierung – lohnt sich daher ein differenzierter Blick auf das europäische Messeportfolio. **Fazit:** Europäische Verpackungsmessen sind nicht verschwunden – sie sind erwachsen geworden. Wer sie strategisch auswählt, nutzt sie weiterhin als eines der wirksamsten Instrumente für Marktbeobachtung, Netzwerkaufbau und Geschäftsanbahnung. ### Verwandte Episoden - [Inno-Meeting Europe in Berlin](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-in-berlin/) - [Guido Aufdemkamp von Flexible Packaging Europe zu den Hintergründen des Inno-Meeting Europe](https://inno-talk.de/guido-aufdemkamp-von-flexible-packaging-europe-zu-den-hintergruenden-des-inno-meeting-europe/) - [Inno-Meeting Europe und FPE](https://inno-talk.de/inno-meeting-europe-und-fpe/) **Kategorien:** Allgemein **Schlagwörter:** Did you know, Messe --- ### [Digital Product Passport & Compass](https://inno-talk.de/en/digital-product-passport-compass/) **Published:** Mai 15, 2026 **Author:** Mo Marie Schröder **Content:** At the 23rd Inno-Meeting in Osnabrück, [**Albin Kälin** ](https://www.innoform-coaching.de/site/referee/detail.php?user_id=45600)presented a topic that will be of key importance to the entire industry in the coming years: **the Digital Product Passport (DPP)** – expanded to include a **“Compass”** that supports businesses and consumers in assessing sustainability, circularity and material health. In conversation with **Karsten Schröder**, Kälin explained why new EU legislation is radically transforming the sector and how companies can manage the increasing complexity. --- ## **New EU rules: The cards are being reshuffled** Kälin emphasises that the initual situation has changed completely. - The EU establishes a binding legal framework. - All products placed on the market in the EU require a digital product passport. - Companies must ensure transparency regarding materials, ingredients, origin, energy, supply chains and end-of-life. His message is clear: it’s not just about compliance. It’s about future viability and differentiation. --- ## **Product Passport + Compass: Guidance instead of data jungle** **Kälin supplements the data-driven DPP with a ‚Cradle to Cradle Compass‘**: While the passport acts as the logbook, recording where you’ve been and what you’re carrying, the Compass serves as the GPS, defining the direction for true circularity and sustainable design. ### **The product passport is used for:** - the recycling and waste management sector - Authorities & Regulation - Supply chains - Consumers when making purchasing decisions ### **Der Kompass reviews:** - Material safety - Energy & Climate - Recyclability - Biodiversity - Business ecosystem - Supply chains - Return and collection schemes > „**A passport documents the content; a compass defines the direction.**„ This allows consumers to decide whether a product aligns with their values — and helps companies identify areas for improvement. --- ## **Migros project: Making sustainability understandable** An example from Switzerland: **Migros** used the Compass to evaluate non-food products. This is what Kälin learnt : - Technical sustainability information is not automatically suitable for consumers. - Retail requires complex data to be presented in a clear and accessible way. - Industry and the retail sector need to find a common language. This knowledge has been directly incorporated into the tool now being presented. --- ## **All products need a product passport – how is that supposed to work?** Karsten Schröder calls this a massive challenge – and rightly so. Kälin explains how companies are rising to this challenge: - through **radical simplification** of complex regulations - using a **dynamic tool** that flexibly reflects changes in the law - through clear guidance rather than an overwhelming flood of data **The tool is not a certification, but a dynamic system that evolves in line with legislation.** --- ## **Conclusion: The digital product passport is on its way – Kompass makes it usable** For Albin Kälin, one thing is clear: > „The Digital Product Passport is becoming mandatory, requiring companies to build the necessary structures now. By using a Compass, raw data is transformed into a real basis for decision-making—making sustainability more comparable, transparent, and strategic.“ Check out the next upcoming event: [Chemical recycling & mass balance – The key to food grade?](https://inno-talk.de/en/events/INE-06-26/) ### Verwandte Episoden - [Alina Ott zu Digitalen Produktpässen – auch für Flexpack](https://inno-talk.de/alina-ott-zu-digitalen-produktpaessen-auch-fuer-flexpack/) - [Digitaler Produktpass & Kompass](https://inno-talk.de/digitaler-produktpass-kompass/) - [Interview mit Flore Mees: Barriere-Coatings als Schlüssel für den Wandel](https://inno-talk.de/?p=15827) **Kategorien:** Disposal / Recycling, Food packaging --- ### [Inno-Talk #38: Flexpack und Mehrweg](https://inno-talk.de/inno-talk-38-flexpack-und-mehrweg/) **Published:** November 14, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## Wie flexible Verpackungen in Kreislaufsysteme passen Flexible Verpackungen gelten vielen als Inbegriff von Einweg – dünn, leicht, schwer zu sortieren und zu recyceln. Gleichzeitig schiebt die PPWR Mehrwegsysteme politisch nach vorne, insbesondere im Getränkebereich. Wie passt das zusammen? Genau darum ging es im 38. Inno-Talk „Flexible Verpackung und Mehrwegsysteme“. Moderator Karsten Schröder diskutierte mit Jonathan Schröder (CU Mehrweg) und Christian Beinert (IQ-Pak), wie sich flexible Folien sinnvoll in Mehrwegkonzepte integrieren lassen – und welche Rolle Recht, Technik und Akzeptanz dabei spielen. --- ## 1. Stimmungsbild: Wie stark wächst Mehrweg bis 2030? Zum Auftakt holte Karsten die Teilnehmenden mit einer Live-Umfrage ab: **„Welche Wachstumsrate erwarten Sie für Mehrwegverpackungen bis 2030?“** Die Ergebnisse waren bemerkenswert – erwartet werden **45 % Wachstum bis 2030**. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/11/image-1024x524.png)Parallel dazu wurden die Segmente identifiziert, in denen das größte Mehrwegpotenzial vermutet wird: - **E-Commerce** als künftig stärkster Treiber - **To-Go-Anwendungen** (Gastronomie, Take-away) - **Trockene Lebensmittel und Regalware** - Dazu die etablierten Mehrweg-„Leuchttürme“: **Getränke** und **Intralogistik** (z. B. Euro-Paletten, Klappsteigen) Damit war die Klammer für den Talk gesetzt: Mehrweg ist mehr als Flasche und Kiste – und genau hier kommen die beiden vorgestellten Konzepte ins Spiel. --- ## 2. Politischer Rahmen: PPWR, Abfallhierarchie und Mehrwegquoten Jonathan Schröder ordnete zunächst den **regulatorischen Hintergrund** ein: - Die PPWR arbeitet mit dem Begriff **„Wiederverwendung“** – das entspricht im praktischen Verständnis dem, was wir als **Mehrwegverpackung** kennen. - In einer früheren Entwurfsfassung hieß es „wiederverwendbar **oder** recyclingfähig“. Inzwischen steht dort „wiederverwendbar **und** recyclingfähig“. - Konsequenz: Auch Mehrwegverpackungen müssen künftig die **Recyclingvorgaben und Quoten** erfüllen, die für Einweg gelten. - Die **Abfallhierarchie** der PPWR ist klar: 1. Vermeidung 2. Wiederverwendung 3. Recycling - Mehrweg ist also nicht „nice to have“, sondern integraler Bestandteil der Abfallprävention. **Wesentliche Punkte aus der Einordnung:** - Ziel ist bis **2040 eine Reduzierung des Verpackungsabfalls um 15 %** gegenüber dem heutigen Niveau. - In vielen Bereichen sind die Details noch offen – etwa mögliche **Mindestanzahlen an Umläufen** für bestimmte Produktgruppen. - Für **Getränkeverpackungen** sind klare Weichen gestellt: - EU-weit müssen bis **2029 Pfand- und Rücknahmesysteme** etabliert werden, sofern die 80 %-Sammelquote nicht anders erreicht wird. - Zusätzlich kommen **Mindestquoten für Mehrweg-Getränkeflaschen** (ab 2030 z. B. 10 % Anteil an den in Verkehr gebrachten Flaschen). Für **primär verpackte Regalware** (z. B. Nüsse, Kaffee, Trockenprodukte) gibt es aktuell noch keine expliziten Mehrwegquoten. Aber: Sobald funktionierende Systeme im Markt etabliert sind, können solche Vorgaben nachgezogen werden. Genau hier positioniert sich CU Mehrweg. --- ## 3. CU Mehrweg: Standardisierte Mehrwegbehälter für Regalware Jonathan Schröder stellte CU Mehrweg als junges Unternehmen vor, das Mehrweg aus der Getränke- und Molkereiwelt in neue Sortimente überträgt: - Fokus: **Regalware und Trockensortiment**, aber auch Produkte im Kühlregal – also Bereiche, in denen bisher fast ausschließlich Einweg-Flexpack eingesetzt wird. - Ziel: Ein **standardisiertes Behältersystem**, das für viele Marken funktioniert, statt zahlloser individueller Sonderlösungen. ### 3.1. Systemidee: Kunststoffbehälter mit Fokus auf Alltagstauglichkeit Der vorgestellte Behälter ist: - aus **Kunststoff** gefertigt, - leicht, stapelbar und konisch geformt, - **für Rücklauflogistik optimiert** (ineinander stapelbar, geringes Transportgewicht), - über **Pfandautomaten im Handel** rückgabefähig – analog zu Getränkeflaschen. Warum Kunststoff? - Geringeres Gewicht im Vergleich zu Glas, - einfaches Handling in Handel und Logistik, - bessere Eignung für **skalierbare, massentaugliche Systeme**, bei denen viele Umläufe erreicht werden müssen. ### 3.2. Verbindung zu Flexpack: Barriere, Folien und lange MHD Spannend für die Flexpack-Branche: - In den Piloten wurden zunächst **Mono-PP-Becher** eingesetzt. - Mit steigenden Anforderungen an **Mindesthaltbarkeit und Barriere** nähert sich das System den bekannten Einweg-Lösungen an. - Es kommen **zusätzliche Barriere- und Dekorfolien** ins Spiel, z. B. als IML- oder andere Folienlösungen, um: - höhere Sauerstoff- und Aromabarrieren zu erreichen, - Produkte wie **Kaffee, Nüsse oder sensible Trockensortimente** sicher zu verpacken. Damit wird klar: Mehrwegbehälter ersetzen Einweg nicht 1:1, sondern **kombinieren einen robusten Kern mit flexiblen Folienlösungen**, die spezifische Schutzfunktionen übernehmen. ### 3.3. Praxis: Pilotprojekte und Pfandakzeptanz CU Mehrweg hat erste Pilotprojekte umgesetzt, u. a. mit großen Handels- und Markenpartnern. Wichtige Erkenntnisse: - **Verbraucherakzeptanz**: - Marktbefragungen mit mehreren hundert TeilnehmerInnen zeigen ein grundsätzlich positives Feedback. - Die Idee, bekannte Markenprodukte im Mehrwegbehälter zu kaufen, wird verstanden und angenommen. - **Pfandhöhe**: - In einer Umfrage war ein Pfand von **0,50 €** am häufigsten akzeptiert, dicht gefolgt von **0,25 €**. - Beträge über 1 € wurden nur von sehr wenigen akzeptiert. - Die Verteilung im Inno-Talk spiegelte die Ergebnisse aus der Marktforschung gut wider. Strategisch setzt CU Mehrweg auf: - **regionale Rollouts**, um Kreisläufe überschaubar zu halten, - **Systemgewinne durch Standardisierung** (wenige Größen, viele Einsatzfelder), - die Einbindung mehrerer Marken, damit sich Logistik und Wiederaufbereitung rechnen. --- ## 4. IQ-Pak: Mehrwegkern mit flexiblen Hygienelayern und NFC-Tracking Im zweiten Vortrag präsentierte Christian Beinert das Konzept **IQ-Pak** – ein Mehrwegsystem, das Flexpack-Know-how direkt im Kern des Designs verankert. ### 4.1. Grundprinzip: System-Layer plus zwei Hygienelayer IQ-Pak teilt die Verpackung konsequent in drei Schichten: 1. **System-Layer (Mehrwegkern)** - Robustes Spritzgussteil („grüner Kern“ in der Präsentation), - hält mengenmäßig ca. **90 – 95 % der Verpackungsmasse** im Umlauf, - enthält einen **integrierten NFC-Chip**, - speichert Daten zu Verpackung, Umläufen und Status. 2. **Content-Layer (innere Hygieneschicht)** - sehr dünne Kunststofffolie, - bildet alle **produktberührten Oberflächen**, - wird im **Thermoforming-Prozess** in den System-Layer integriert, - ist **anwendungsspezifisch anpassbar** (Barriere, Material, Optik). 3. **Handling-Layer (äußere Hygieneschicht)** - schützt die Außenseite des System-Layers, - verhindert, dass dieser mit Verschmutzungen in Kontakt kommt, - kann über Thermoforming oder **Sleeve-Prozesse** aufgebracht werden, - bietet Platz für Markenauftritt und Dekoration. Der Clou: Nach jedem Umlauf werden Content- und Handling-Layer **entfernt und sortenrein erfasst**, der System-Layer bleibt im Kreislauf – **ohne aufwändige Waschprozesse**. ### 4.2. Digitale Komponente: NFC-Chip und Datenbank Der integrierte NFC-Chip macht aus jeder Verpackung ein **digital identifizierbares Objekt**: - Jede Einheit ist in einer Datenbank hinterlegt. - Über die App (Android und iOS verfügbar) kann der Status ausgelesen werden: - Wo befindet sich die Verpackung? - Wie oft war sie im Umlauf? - Sind Pfandwerte korrekt gebucht bzw. „genullt“? In der Diskussion spielten zwei Fragen eine große Rolle: - **Wirtschaftlichkeit**: - Der NFC-Chip kostet im Einzelstückbereich einige Cent, - amortisiert sich aber über viele Umläufe und den Pfandwert, - die Folien-Hygienelayer liegen kostenmäßig in der Größenordnung klassischer Einwegfolien – allerdings verteilt auf deutlich mehr Umläufe des System-Layers. - **Datenschutz (DSGVO)**: - IQ-Pak legt den Fokus auf **Verpackungs-, nicht Personendaten**. - Ausgelesen werden soll, ob und wo eine Verpackung unterwegs ist – nicht, welche konkrete Person sie wann genutzt hat. - Gleichzeitig ist klar: Datenschutz bleibt ein zentrales Thema, das in jedem Projekt mitgedacht werden muss. ### 4.3. Flexpack-Perspektive: Filmkompetenz als Schlüssel Für flexible Verpackungen ist IQ-Pak ein besonders spannender Ansatz, weil: - Die **Hygienelayer haben klassische Folienaufgaben**: - barrierestarke Innenschicht (Content-Layer) - dekorative und schützende Außenschicht (Handling-Layer). - Anforderungen wie: - mechanische Stabilität bei dünnen Wandstärken, - definierte Barriere (Sauerstoff, Aroma, Feuchte), - gute Abziehbarkeit und sortenreine Trennung sind genuines Flexpack-Know-how. Kurz gesagt: IQ-Pak zeigt, wie sich **hohe Umlaufzahlen im Mehrweg** mit **dünnen, funktionalen Folien** kombinieren lassen – statt „Mehrweg vs. Folie“ denkt das System in Rollenverteilung innerhalb derselben Verpackung. --- ## 5. Was heißt das für die Flexpack-Branche? Aus den beiden Vorträgen und der Diskussion lassen sich mehrere übergreifende Botschaften ableiten: 1. **Mehrweg wird breiter – nicht nur im Getränkeregal.** - E-Commerce, To-Go, Trockensortiment und Kühlregal sind Kandidaten für neue Mehrwegkonzepte. - Dort werden flexible Verpackungen weiter gebraucht – aber in neuen Rollen (Liner, Barriere-Layer, Sleeves, Siegelkomponenten). 2. **PPWR zwingt zu „Mehrweg UND Recycling“.** - Mehrwegverpackungen müssen langfristig genauso recyclierbar sein wie Einweg. - Das betrifft Materialwahl, Mehrschichtaufbauten und die Gestaltung der Hygienelayer. 3. **Standardisierung schlägt Insellösung.** - CU Mehrweg betont standardisierte Behältergrößen. - IQ-Pak setzt auf ein klar strukturiertes Schichtmodell. - Für Folienhersteller und Konverter heißt das: Lösungen entwickeln, die in **standardisierte Plattformen** passen, statt nur in individuellen Sonderverpackungen zu denken. 4. **Digitalisierung ist Ermöglicher, nicht Selbstzweck.** - Ohne saubere Daten zu Umläufen, Zuständen und Standorten lassen sich Mehrwegsysteme kaum effizient betreiben. - NFC, Apps und Datenbanken eröffnen neue Möglichkeiten – müssen aber wirtschaftlich und datenschutzkonform umgesetzt werden. --- ## 6. Ausblick: Flexpack 2030 – Einweg, Mehrweg und alles dazwischen Zum Schluss des Inno-Talks wurde der Bogen wieder weit aufgespannt: - Die kommenden Jahre werden zeigen, in welchen Segmenten **Mehrweg tatsächlich skaliert** – und wo optimiertes Einweg-Flexpack weiterhin die pragmatischere Lösung bleibt. - Klar ist aber schon jetzt: - Flexible Verpackungen bleiben ein zentraler Baustein der Kreislaufwirtschaft, - ob als klassische Einwegfolie, als funktionaler Liner im Mehrwegsystem oder als hochspezialisierter Barriere-Layer. Wer tiefer in diese Themen einsteigen möchte, findet dazu u. a. auf dem **Inno-Meeting „Flexpack 2030“** und in weiteren Inno-Talks von Innoform Coaching vertiefende Vorträge, Praxisbeispiele und Diskussionsrunden. Der 38. Inno-Talk hat gezeigt: Die Frage lautet nicht **„Flexpack oder Mehrweg?“**, sondern **„Wie gestalten wir Mehrweg mit Flexpack intelligent?“** [Aufzeichnung Inno-Talk jetzt ansehen](https://inno-talk.de/en/event-live/2109/) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Replace- anstatt Refill-Standbeutel](https://inno-talk.de/replace-anstatt-refill-standbeutel/) - [IQpak: Nachhaltige, hybride Verpackung mit NFC-Chip ermöglicht Mehrweg mit Flexpack](https://inno-talk.de/iqpak-nachhaltige-hybride-verpackung-mit-nfc-chip-ermoeglicht-mehrweg-mit-flexpack/) **Kategorien:** Allgemein **Schlagwörter:** inno-talk, Mehrweg --- ### [37th Inno-Talk: Monomaterial FFS Packaging](https://inno-talk.de/en/inno-talk-monomaterial-ffs-packaging/) **Published:** September 19, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ## Yair Gellis – **MDO-PE as a building block for FFS packaging made from a single material** In his presentation, consultant Yair Gellis highlighted the potential of **MDO-oriented polyethylene films (MDO-PE)**. - Targeted machine direction orientation can significantly improve mechanical properties, enabling PE monomaterials to replace PP or PET laminates in many applications. - Particular advantages lie in the recyclability: single-type PE structures meet the requirements of the PPWR and the current ZSVR minimum standards better than multilayer combinations. - Challenges exist primarily in terms of **seal seam strength and barrier properties**, which must be remedied by additives or functional coatings. - Gellis emphasised that MDO-PE is already being tested in practical applications and is likely to shape developments in the coming years. ## Dr Anina Leipold – Efficient processing of monomaterials and paper on VFFS machines: challenges and solutions Dr Anina Leipold from Rovema highlighted the **machinery and process requirements** for the use of monomaterials on vertical form-fill-seal (FFS) machines. - MDO-PE films exhibit different thermal and welding behaviour than conventional multilayers, which requires adjustment of the process window. - Targeted modifications to sealing stations and extraction units enable stable packaging to be achieved even with challenging monomaterials. - Practical trials show that productivity and packaging quality can be comparable to conventional materials with optimised machine settings. - Leipold emphasised that only the **interaction of film development and machine technology** would enable a successful market launch. ## Conclusion: The two presentations made it clear that **monomaterials based on MDO-PE** are technically feasible and offer a future-proof solution in terms of recyclability and regulatory requirements. However, close cooperation between film manufacturers, machine builders and fillers is crucial for successful implementation. For the first time, you can also register for the Inno-Talk here at a later date. --- [Watch Inno-Talk](https://www.innoform-coaching.de/site/event/participate.php?event_id=2054) ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Lebensmittel- und Pharmaverpackungen aus Monofolien](https://inno-talk.de/lebensmittel-und-pharmaverpackungen-aus-monofolien/) - [Faserbasierte Materialien, Mehrwegsysteme und Monomaterialien für Folienverpackungen](https://inno-talk.de/faserbasierte-materialien-mehrwegsysteme-und-monomaterialien-fuer-folienverpackungen/) **Kategorien:** filling technology, Film production / Converting, Uncategorized --- ### [Karsten's flexibler Fachpack Rundgang](https://inno-talk.de/karstens-flexibler-fachpack-rundgang/) **Published:** September 15, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** --- Jetzt mitmachen: Innoform Rundgang Video-Podcast auf der Fachpack 2025 – kostenfreies Angebot für Aussteller Sie stellen nächste Woche mit Ihrem Unternehmen auf der Fachpack aus? Nutzen Sie die kostenlose Möglichkeit, Teil unseres **Innoform Rundgangs / Video-Podcasts** zu werden. Erzählen Sie MessebesucherInnen & BranchenkollegInnen, was Sie bewegen. --- ### Warum mitmachen? - Sichtbarkeit: Sie erscheinen in einem spezialisierten Podcast, der Flexpack-Produzenten und Verpackungsspezialisten als Zielgruppe hat. - Trends & Inhalte präsentieren: Zeigen Sie, woran Sie arbeiten und was Sie neu anbieten. - Netzwerken: Gespräche mit interessierten Fachleuten, potentielle KundInnen, PartnerInnen. --- ### Themen, die wir in unseren Podcasts & Rundgängen bereits beleuchtet haben Damit Sie sehen, woran wir beim Rundgang interessiert sind – hier sind Highlights aus einer unserer bisherigen Innoform Podcast-Episode: - **Schwimm-Sink-Trennung bei PPG**: Verfahren, wie Deckelfolie (floatet) und PET-Pad (sinkt) getrennt werden zur Gewinnung eines hochwertigen Rezyklats. ([IBeispiel 1](https://inno-talk.de/fachpack24-episode-3-ppg-group-neemann-labelisten/?utm_source=chatgpt.com)) - **Rezyklate in sensiblen Verpackungen bei Neemann**: Einsatz von Post-Consumer-Rezyklaten (PCR) in Babywindel- oder Feuchttuchverpackungen. Strenge Kontrolle von ~ 450 Substanzen zur Sicherheit. ([Beispiel 2](https://open.spotify.com/episode/7wBXKKgPdA3E2SAQO9FQs3?si=_kddo0C4Qg6w7hSW0zw66A)) - **Standardisierung + Digitalisierung bei Labelisten**: Nur drei verschiedene Verbunde, zehn Beutelgrößen, starker Einsatz digitaler Software, um schnell auf Kundenwünsche reagieren zu können. ([Beispiel 3](https://open.spotify.com/episode/3mFMlUEPmUph9hR0nasACR?si=h0q590IaSUG0-h3_C7L1eQ)) --- ### So nehmen Sie teil SchrittWas zu tun istInteresse anmeldenSenden Sie uns eine kurze Nachricht (Name Unternehmen, Standnummer, AnsprechpartnerIn) ks@innoform.deThema vorschlagenSkizzieren Sie kurz, was Ihr Highlight sein wird (z. B. neue Materialinnovation, Nachhaltigkeitsansatz, digitaler Prozess etc.)ZeitrahmenWir machen die Aufnahmen auf der Messe – im YouTube-Stil, ohne Drehbuch und spontan. Eine Vorbereitung Ihrerseits ist nicht notwendig.AufwandKein Produktionsaufwand Ihrerseits, wir kommen vorbei, Aufnahme ca. 10-15 Minuten, frei von Kosten.--- ### Was Sie dafür bekommen - Ihr Kurzinterview / Feature im Rundgang-Podcast (Video & Audio) - Verlinkung Ihres Unternehmens im [Innoform-Podcast](https://inno-talk.de/podcast/) + Blogbeitrag - Reichweite durch unsere Kanäle (YouTube, Spotify, Blog, LinkedIn etc.) - Positionierung als Innovator in Flexpack & nachhaltiger Verpackung --- ### Jetzt anmelden Wenn Sie interessiert sind, sagen Sie uns bitte bis Montag, 22.09.2025Bescheid, damit wir den Rundgang planen können. Schreiben Sie einfach an ks@innoform.de\] oder melden Sie sich bei Ihrem Innoform AnsprechpartnerIn. Wir freuen uns auf Ihre Innovationen & Impulse. --- ### Verwandte Episoden - [Mono-Material, aber richtig](https://inno-talk.de/mono-material-aber-richtig/) - [Volker Muche zu Paperization und Trends bei Verpackungsentwicklung](https://inno-talk.de/volker-muche-zu-paperization-und-trends-bei-verpackungsentwicklung/) - [Faserbasierte Materialien, Mehrwegsysteme und Monomaterialien für Folienverpackungen](https://inno-talk.de/faserbasierte-materialien-mehrwegsysteme-und-monomaterialien-fuer-folienverpackungen/) **Kategorien:** Abfülltechnik, Folienherstellung/Veredelung **Schlagwörter:** FachPack --- ### [The mysterious journey of a Black Forest gateau](https://inno-talk.de/en/the-mysterious-journey-of-a-black-forest-gateau/) **Published:** Mai 6, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ### **And what this has to do with food packaging and Flexpack**. Once upon a time, there was a **Schwarzwälder Kirschtorte** that consisted of several skilfully layered layers. Each layer told its own story: the dark biscuit base whispered of chocolatey adventures, the cherry layer sang of fruity days in the sunshine, and the cream layer proudly bore its creamy past. But the fate of this cake was soon to change after its best-before date had expired. One day, it found itself in a huge factory, surrounded by metal machines and clattering conveyor belts. An extruder, a monstrous monster of steel, rose up in front of it. Its job was to crush, mix and mould things – a fate the cake did not want to share. „What does that mean?“ asked the cake anxiously. „Why am I here?“ The extruder laughed rattlingly. „You are being recycled,“ it said. „Crushed, melted and moulded into something new.“ The cake trembled. „But I am a Black Forest gateau! I have stories to tell, memories to preserve and pleasure to spread.“ „I am not interested in that,“ growled the extruder. „Your layers are useless here. We do not need stories. We need raw materials.“ And so the journey of the Black Forest gateau through the extruder began. The chocolate layer was melted, the cherry layer torn apart and the cream layer lost its creaminess. The end result was an indefinable mass – a grey mush without a soul. „What happened to me?“ whispered the cake. „A pile of plastic mass,“ replied the extruder. „Nothing more.“ The cake sighed. It had lost its identity, its layers had disappeared. It could not be baked into a new layered treat. It was now just part of the great recycling cycle. A recyclable material with little value. And so the Black Forest gateau learnt a hard lesson: **Multi-layer films for food packaging are difficult or even impossible to recycle**. The different materials – polyethylenes, polypropylenes, polyamides, printing inks, adhesives and additives – are like the layers of a cake. Once they are mixed together, they can no longer be separated. The extruder cannot form new functional layers, only uniform lumps of plastic. The cake longed for its layers, for its unique identity, which led to the unique product characteristics. But it was too late. It was just a tiny piece in the big recycling puzzle. And so the Black Forest gateau remains a silent testimony to the difficulties of recycling multi-layer films. Its layers may be lost, but its story lives on – as a reminder to us all to treat our packaging with care and find sustainable alternatives. Links to the topic: [Balance, Präzision und Verantwortung bei Regularien für Verpackungen | Flexpackwissen (innoform-coaching.de)](https://www.innoform-coaching.de/blog/2024/04/25/balance-praezision-und-verantwortung-bei-regularien-fuer-verpackungen/) [So fördern zunächst ungeliebte EU-Richtlinien Innovatione | Flexpackwissen (innoform-coaching.de)](https://www.innoform-coaching.de/blog/2024/04/24/so-foerdern-zunaechst-ungeliebte-eu-richtlinien-innovatione/) [Wie Würmer beim Recycling helfen | Flexpackwissen (innoform-coaching.de)](https://www.innoform-coaching.de/blog/2024/04/09/wie-wuermer-beim-recycling-helfen/) Und [hier ](https://www.innoform-coaching.de/tagung/umweltgerechte-kunststoffverpackungen-2022_1)werden wir professionell und strukturiert auch darüber diskutieren: ![](https://www.innoform-coaching.de/blog/wp-content/uploads/2024/02/inno_header_Umweltgerechte-Kunststoffverpackungen-minimal-optimal-genial_wide_texte-1024x351.jpg)Source: Conversation with Bing, 26 April 2024 (1) Kooperationsprojekt zeigt: Mehrschichtverpackungen sind in …. https://www.basf.com/global/de/media/news-releases/2023/05/p-23-202.html. (2) Recyclingfähige, biobasierte Lebensmittelverpackungen. https://www.ivv.fraunhofer.de/de/verpackung/biobasierte-materialien-fuer-papier-und-folienanwendungen/bioactivematerials.html. (3) Recycling von Mehrschichtfolien: Die Revolution im Gelben Sack …. https://www.kunststoff-magazin.de/news/die-revolution-im-gelben-sack.htm. (4) Kreislauffähige Lebensmittelverpackungen – Fraunhofer IVV. https://www.ivv.fraunhofer.de/de/recycling-umwelt/recycling-von-verpackungen/circular-foodpack.html. **Kategorien:** Uncategorized --- ## Seiten ### [Startseite](https://inno-talk.de/) **Published:** Mai 5, 2024 **Author:** admin **Content:** *Der nächste InnoTalk:* # Retortable mono-material laminates – Barrier is key InnoTalk – das interaktive Online-Format für Flexpack-Entscheider mit Live-Vorträgen, Diskussionsrunde und Netzwerkmöglichkeiten. [Nächstes Live Event am 18.09.26](https://inno-talk.de/events/INE-09-26/) [->](https://inno-talk.de/events/INE-09-26/) ![Innoform Hero](https://inno-talk.de/wp-content/themes/inno-talk/assets/images/hero.png) EINE MARKE VON [![Innoform Logo](https://inno-talk.de/wp-content/themes/inno-talk/assets/images/innoform_logo2.png)](https://www.innoform-coaching.de/start) ### Upcoming Events *September 2026 – October 2026* All upcoming events can be found in our event list. You and your colleagues can register for all listed events today. [All Events](https://inno-talk.de/events/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/4/3/bacde47b7686b.jpg)### **Retortable mono-material laminates – Barrier is key** *Friday, 18. September 2026 – Start 13:30* The development of recyclable, high-performance packaging solutions is one of the central challenges facing the flexible packaging industry. In particular, retort applications demand materials that can withstand extreme thermal and mechanical stress while maintaining product safety, shelf life, and quality. Mono-material laminates are widely regarded as a promising pathway toward improved recyclability. However, achieving the necessary barrier properties for sterilization processes remains a critical hurdle. The interplay between oxygen, moisture, and aroma barriers—combined with the impact of retort conditions—requires in-depth material understanding and innovative design strategies. This Inno-Talk brings together industry experts to explore the latest developments in retortable mono-material laminates. The focus is on practical solutions, material innovations, and realistic pathways to combine recyclability with high barrier performance. Participants will gain insights into: – Current material solutions and their limitations – The role of barrier layers and coatings in mono-material structures – Market trends and regulatory drivers shaping future developments Join us for a focused exchange of ideas, experience, and practical approaches to one of the most demanding applications in flexible packaging. ![Julian Thielen](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/1/8/dfc2163832ef6.jpg "Julian Thielen")H ![Sebastian Ritter](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/0/3/f1c1a566dcdad.jpg "Sebastian Ritter") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/bag_time.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-09-26/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/3/1/0/43ac443ae0a09.jpg)### **Flexpack recyclingfähig bedrucken – Zwischen Wunsch und Wirklichkeit** *Friday, 16. October 2026 – Start 13:30* Das Bedrucken flexibler Verpackungen wird zunehmend zur Nachhaltigkeitsübung. Die Druckfarben müssen stabil gegen aggressive Füllgüter, Bewirtung und mechanische Beanspruchung sein. Eine brillante Farbwiedergabe und ein gutes Druckbild sind dabei Pflicht. Die neue Kür heißt, die Recyclingfähigkeit sicherzustellen. Wie das unter anderem mit Polyurethan Druckfarben realisiert wird, besprechen wir in diesem Inno Talk. Welche Hürden es dabei noch zu nehmen gilt, besprechen wir in diesem Inno Talk. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/role_multiple.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-10-26/) ### Wir sind die virtuelle Sammellinse für Flexpack-Wissen Unsere Themengebiete im Überblick: Fachleute aus Handel, Lebensmittel- und Konsumgüterindustrie und vor allem Verpackungsexperten treffen sich hier regelmäßig virtuell. Doch wir bieten mehr als nur ein Webinar. Die Mischung aus kompakten Vorträgen, Fragen und Antworten aus dem Auditorium sowie Live-Umfragen macht diese Veranstaltung zu etwas Besonderem. Direkt zu jedem Vortrag werden Fragen aus dem Publikum gesammelt, von den Teilnehmern bewertet und sofort diskutiert. Abstimmungen runden die Interaktion ab. Die Kontaktdaten der Live-Teilnehmer werden untereinander geteilt und unterstützen so die Interaktion während und nach der Veranstaltung. Alles dreht sich um das Thema Verpackung mit dem Fokus auf flexible Verpackungen für Lebensmittel, also #Flexpack. ![Mobiles Lernen mit Inno-Talk](https://inno-talk.de/wp-content/themes/inno-talk/assets/images/events-overview-1.png) ![](https://inno-talk.de/wp-content/themes/inno-talk/assets/images/event-teaser-background.png) ### InnoTalk mehr als kostenlose Webinare Neben unserem monatlichen Inno Talk, der für unsere Teilnehmer kostenlos ist, versorgen wir Sie hier auch mit Podcast-Episoden. Jeden ersten Mittwoch im Monat erscheint ab sofort zusätzlich im gewohnten Feed „Flex im ersten Pack News”. Im ersten Live-Podcast beim 23. Inno-Meeting 2026 haben wir diesen One-Take aufgenommen. Die ungeschnittene Version des Live-Interviews zeigt, mit wie viel Freude, Elan und Fachkompetenz sowohl Julian Thielen (Moderator) als auch unsere Referenten und Gesprächsteilnehmer bei der Sache sind. [Zu den Episoden](https://inno-talk.de/podcast/) ### Supporter & Medienpartner An dieser Stelle Danke an unsere Supporter & Medienpartner [![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/9/2/c/dad093f42b59d.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/testservice/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/e/4/9/bde6e5a4b2331.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/morchem/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/3/1/3/d41c7d6c53144.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/herrmann_ultraschall/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/1/7/f/bc9f9e83449c1.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/hp/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/e/2/2/b2debe39ba2b9.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/labelisten/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/4/8/b/ffee57d2d37df.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/schoenwald/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/8/2/1/a7e03f84a0e4f.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/pack_consult/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/e/6/1271f8f94782d.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/flexo_tiefdruck/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/7/0/8/3320fce95a681.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/labelpack/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/8/1/6/0546b527517c5.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/Neue_Verpackung/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/0/e/15c75be0b7575.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/M2N/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/2/a/3aa36ef9c015f.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/SustainablePackagingSummit/) --- ### [NEWS](https://inno-talk.de/en/news/) **Published:** Mai 5, 2024 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/04/Logo_coaching_300dpi_trans-1-300x101.png)![Flexpaxck Newsletter 2026](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/2026.png)### We select and discuss current trends in flexible packaging for technically interested decision-makers. Flexpack News offers insights into the world of flexible packaging. Our articles cover everything from sustainable packaging solutions and innovative flexpack technologies to strategic challenges. The focus is on knowledge transfer. **[Expert interviews](https://inno-talk.de/podcast/)**, **market assessments**, and **news from the flexible packaging industry along the supply chain** round out the offering and keep packaging professionals up to date. Discover how you can help shape the future of the packaging industry through continuous learning and exchange.[And here you can go directly to our seminar offerings](https://www.innoform-coaching.de/list-events?languagefilter=en). - [![Zwischen Verpackungspreis, Recyclingrealität und digitalem Produktpass](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/Bildschirmfoto-2026-07-31-um-13.39.03-265x300.png)](https://inno-talk.de/zwischen-verpackungspreis-recyclingrealitaet-und-digitalem-produktpass/)## [Zwischen Verpackungspreis, Recyclingrealität und digitalem Produktpass](https://inno-talk.de/zwischen-verpackungspreis-recyclingrealitaet-und-digitalem-produktpass/) Warum Materialdaten jetzt zum Erfolgsfaktor werden Anfang August ist für viele in der Verpackungsbranche der Moment des Countdowns: In wenigen Tagen wird die PPWR wirksam, und die Frage ist längst nicht mehr, ob Unternehmen ihre Konformitätserklärung brauchen, sondern ob sie rechtzeitig fertig wird. Für die aktuelle Ausgabe der Flexpack News ist Julian Thielen nach Köln gereist – direkt an… - [![Between the Packaging Award, Recycling Reality, and the Digital Product Passport](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/Bildschirmfoto-2026-07-31-um-13.39.03-265x300.png)](https://inno-talk.de/en/between-the-packaging-award-recycling-reality-and-the-digital-product-passport/)## [Between the Packaging Award, Recycling Reality, and the Digital Product Passport](https://inno-talk.de/en/between-the-packaging-award-recycling-reality-and-the-digital-product-passport/) Why material data is becoming a success factor Early August is the moment of the countdown for many in the packaging industry: in just a few days, the PPWR becomes effective, and the question is no longer whether companies need a declaration of conformity, but whether it will be ready in time. For the current issue of Flexpack News,… - [![PPWR ab August 2026: Was Folienhersteller, Papierveredler und Verpackungsanwender jetzt wissen müssen](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/08/ChatGPT-Image-5.-Aug.-2026-10_19_47-300x300.png)](https://inno-talk.de/ppwr-ab-august-2026-was-folienhersteller-papierveredler-und-verpackungsanwender-jetzt-wissen-muessen/)## [PPWR ab August 2026: Was Folienhersteller, Papierveredler und Verpackungsanwender jetzt wissen müssen](https://inno-talk.de/ppwr-ab-august-2026-was-folienhersteller-papierveredler-und-verpackungsanwender-jetzt-wissen-muessen/) Die europäische Verpackungsverordnung PPWR gilt grundsätzlich ab dem 12. August 2026. Einige der besonders weitreichenden Anforderungen – etwa zur Recyclingfähigkeit und zum Mindestrezyklatanteil – greifen zwar erst später. Trotzdem beginnt die praktische Umsetzung bereits jetzt. Das im August 2026 aktualisierte FAQ der Europäischen Kommission beantwortet zahlreiche Detailfragen zur Verantwortung in der Lieferkette, zu Schadstoffen, Recyclingfähigkeit, Rezyklatquoten… - [![PPWR from August 2026: What Film Manufacturers, Paper Converters and Packaging Users Need to Know](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/08/ChatGPT-Image-5.-Aug.-2026-10_19_47-300x300.png)](https://inno-talk.de/en/ppwr-from-august-2026-what-film-manufacturers-paper-converters-and-packaging-users-need-to-know/)## [PPWR from August 2026: What Film Manufacturers, Paper Converters and Packaging Users Need to Know](https://inno-talk.de/en/ppwr-from-august-2026-what-film-manufacturers-paper-converters-and-packaging-users-need-to-know/) The Packaging and Packaging Waste Regulation will generally apply from 12 August 2026. Some of its most far-reaching requirements, including detailed recyclability criteria and minimum recycled-content targets, will only become effective at a later stage. Nevertheless, practical implementation needs to begin now. The European Commission’s updated PPWR FAQ from August 2026 addresses numerous questions concerning responsibilities… - [![Plastic Keeps Growing in Packaging – Which Materials Win, Which Lose?](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/Designer-69-300x300.png)](https://inno-talk.de/en/plastic-keeps-growing-in-packaging-which-materials-win-which-lose/)## [Plastic Keeps Growing in Packaging – Which Materials Win, Which Lose?](https://inno-talk.de/en/plastic-keeps-growing-in-packaging-which-materials-win-which-lose/) A Surprising Finding from Brussels: Plastic Continues to Grow In July 2026, the Joint Research Centre (JRC) of the European Commission published a comprehensive analysis of packaging volumes across 19 EU member states. The result surprises many market observers: plastic is the only packaging material group showing a clear growth trend between 2011 and 2025.… - [![Kunststoff wächst weiter in Verpackungen – welche Materialien gewinnen, welche verlieren?](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/Designer-69-300x300.png)](https://inno-talk.de/kunststoff-waechst-weiter-in-verpackungen-welche-materialien-gewinnen-welche-verlieren/)## [Kunststoff wächst weiter in Verpackungen – welche Materialien gewinnen, welche verlieren?](https://inno-talk.de/kunststoff-waechst-weiter-in-verpackungen-welche-materialien-gewinnen-welche-verlieren/) Überraschende Erkenntnis aus Brüssel: Kunststoff legt weiter zu Das Joint Research Centre (JRC) der Europäischen Kommission hat im Juli 2026 eine umfangreiche Analyse der Verpackungsmengen in 19 EU-Mitgliedstaaten veröffentlicht. Das Ergebnis überrascht viele Marktbeobachter: Kunststoff ist die einzige Verpackungsmaterialgruppe, die zwischen 2011 und 2025 einen klaren Wachstumstrend zeigt. Gleichzeitig wird deutlich, dass die Diskussion um… - [![Event Selection Helper: Find your training even faster and more precisely](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/Designer-68-1-300x300.png)](https://inno-talk.de/en/event-selection-helper-find-your-training-even-faster-and-more-precisely/)## [Event Selection Helper: Find your training even faster and more precisely](https://inno-talk.de/en/event-selection-helper-find-your-training-even-faster-and-more-precisely/) Finding the right training can be time-consuming – especially in a dynamic and specialized industry like flexible packaging. To make finding events easier, we have integrated a new, AI-powered search tool on inno-talk.de: the Innoform Event Selection Helper. This allows you to find exactly the right training events to cover your current information needs. What… - [![Event-Auswahlhilfe: Finden Sie Ihre Weiterbildung jetzt noch schneller und präziser](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/Designer-68-300x300.png)](https://inno-talk.de/event-auswahlhilfe-neues-such-tool/)## [Event-Auswahlhilfe: Finden Sie Ihre Weiterbildung jetzt noch schneller und präziser](https://inno-talk.de/event-auswahlhilfe-neues-such-tool/) Die Suche nach der passenden Weiterbildung kann zeitaufwendig sein – insbesondere in einer so dynamischen und spezialisierten Branche wie der Verpackungsindustrie. Um Ihnen die Orientierung zu erleichtern, haben wir auf inno-talk.de ein neues, KI-gestütztes Such-Tool integriert: die Innoform Event-Auswahlhilfe. Damit finden Sie genau die Fachveranstaltungen, die Ihren aktuellen Informationsbedarf decken. Was kann das neue Such-Tool:… - [![Paper-Based Flexible Barrier Packaging: Opportunities and Latest Developments](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/paper-based-flexible-barrier-packaging-linkedin-300x300.jpg)](https://inno-talk.de/en/review-web-seminar-barrier-paper-flexible-packaging-opportunities/)## [Paper-Based Flexible Barrier Packaging: Opportunities and Latest Developments](https://inno-talk.de/en/review-web-seminar-barrier-paper-flexible-packaging-opportunities/) How can flexible packaging be designed more sustainably without sacrificing necessary barrier properties? This central question was the focus of our web seminar Flexpack made of Paper with Barrier – an Overview. Together with speaker Christian Lutze from KÄMMERER Spezialpapiere GmbH, it became clear: barrier papers are a dynamically growing field with great potential – and already today… - [![Food Contact Law in Flexpack Practice Today](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/Podcast-Heike-300x300.png)](https://inno-talk.de/en/food-contact-law-in-flexpack-practice-today/)## [Food Contact Law in Flexpack Practice Today](https://inno-talk.de/en/food-contact-law-in-flexpack-practice-today/) Food packaging today has to do more than just protect: it must be demonstrably safe, compliant and increasingly sustainable. In this Inno-Talk podcast episode, Heike Schwertke from Innoform Testservice discusses the key challenges in food contact law – from PFAS and bisphenol A to the declaration of conformity and NIAS. The article shows what companies… - [![PPWR: Die neue Rolle des Erzeugers – Pflichten praxisnah umsetzen](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/Nachbericht_RCg-07-26_quadratisch-300x300.png)](https://inno-talk.de/ppwr-die-neue-rolle-des-erzeugers-pflichten-praxisnah-umsetzen/)## [PPWR: Die neue Rolle des Erzeugers – Pflichten praxisnah umsetzen](https://inno-talk.de/ppwr-die-neue-rolle-des-erzeugers-pflichten-praxisnah-umsetzen/) Mit Inkrafttreten zentraler Anforderungen der europäischen Verpackungsverordnung (PPWR) am 12. August 2026 rückt eine Akteursrolle besonders in den Fokus: Der Erzeuger. Im Webseminar „Die neue Rolle des Erzeugers unter der PPWR – Pflichten praxisnah umsetzen“ erläuterte Jie Zhang von Interzero Circular Solutions Germany GmbH, welche Pflichten künftig auf Erzeuger zukommen und wie sich diese in… - [![Innoform in Transition: Why Flexpack Knowledge Needs New Formats Today](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/NEWS_mit_Namen-300x300.jpg)](https://inno-talk.de/en/innoform-in-transition-why-flexpack-knowledge-needs-new-formats-today/)## [Innoform in Transition: Why Flexpack Knowledge Needs New Formats Today](https://inno-talk.de/en/innoform-in-transition-why-flexpack-knowledge-needs-new-formats-today/) Julian Thielen and Karsten Schröder in conversation: new Inno formats, digital technical communication, AI and the future of flexpack knowledge at Innoform. - [![Innoform im Wandel: Warum Flexpack-Wissen heute neue Formate braucht](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/NEWS_mit_Namen-300x300.jpg)](https://inno-talk.de/innoform-im-wandel-warum-flexpack-wissen-heute-neue-formate-braucht/)## [Innoform im Wandel: Warum Flexpack-Wissen heute neue Formate braucht](https://inno-talk.de/innoform-im-wandel-warum-flexpack-wissen-heute-neue-formate-braucht/) Julian Thielen und Karsten Schröder im Gespräch: neue Inno-Formate, digitale Fachkommunikation, KI und die Zukunft des Flexpack-Wissens bei Innoform. - [![Flexpack aus Papier mit Barriere – Chancen und aktuelle Entwicklungen](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/06/LinkedIn-300x300.png)](https://inno-talk.de/flexpack-aus-papier-mit-barriere-chancen-grenzen-und-aktuelle-entwicklungen/)## [Flexpack aus Papier mit Barriere – Chancen und aktuelle Entwicklungen](https://inno-talk.de/flexpack-aus-papier-mit-barriere-chancen-grenzen-und-aktuelle-entwicklungen/) Wie lassen sich flexible Verpackungen nachhaltiger gestalten, ohne auf notwendige Barriereeigenschaften zu verzichten? Diese zentrale Frage stand im Fokus unseres Webseminars Flexpack aus Papier mit Barriere – ein Überblick. Gemeinsam mit Referent Christian Lutze von KÄMMERER Spezialpapiere GmbH wurde deutlich: Barrierepapiere sind ein dynamisch wachsendes Feld mit großem Potenzial – und bereits heute eine leistungsfähige Antwort auf zentrale… - [![Lebensmittelrecht in der Flexpack-Praxis heute](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/06/Podcast-Heike-300x300.png)](https://inno-talk.de/lebensmittelrecht-in-der-flexpack-praxis-heute/)## [Lebensmittelrecht in der Flexpack-Praxis heute](https://inno-talk.de/lebensmittelrecht-in-der-flexpack-praxis-heute/) Lebensmittelverpackungen müssen heute mehr können als nur schützen: Sie müssen nachweislich sicher, konform und zunehmend auch nachhaltig sein. In dieser Podcast‑Episode des Inno‑Talks spricht Heike Schwertke vom Innoform Testservice über zentrale Herausforderungen im Lebensmittelrecht – von PFAS und Bisphenol A bis hin zur Konformitätserklärung und NIAS. Der Beitrag zeigt, worauf Unternehmen jetzt achten müssen –… - [![Nachbericht: Webseminar Klebstoffe im Lebensmittelkontakt – rechtssicher anwenden](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/Designer-2-300x300.png)](https://inno-talk.de/nachbericht-webseminar-klebstoffe-im-lebensmittelkontakt-rechtssicher-anwenden/)## [Nachbericht: Webseminar Klebstoffe im Lebensmittelkontakt – rechtssicher anwenden](https://inno-talk.de/nachbericht-webseminar-klebstoffe-im-lebensmittelkontakt-rechtssicher-anwenden/) Im Webseminar „Klebstoffe – konform mit Lebensmittelverpackungen einsetzen“ mit Andreas Grabitz von FCMExperts wurden die aktuelle Anforderungen, Herausforderungen und Praxisfragen rund um den Einsatz von Klebstoffen im Lebensmittelkontakt diskutiert. Vielschichtige Anforderungen an Klebstoffe Klebstoffe sind in modernen Lebensmittelverpackungen unverzichtbar – gleichzeitig gehören sie zu den komplexesten Komponenten hinsichtlich der rechtlichen Bewertung. Anders als bei vielen… - [![Flexible Food Packaging in Europe: Market Grows Despite Rising Demands](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/06/schoenwald-diverse-flexpack-landscape-300x300.jpg)](https://inno-talk.de/en/flexible-food-packaging-in-europe-market-grows-despite-rising-demands/)## [Flexible Food Packaging in Europe: Market Grows Despite Rising Demands](https://inno-talk.de/en/flexible-food-packaging-in-europe-market-grows-despite-rising-demands/) Flexible food packaging remains on a growth path. According to the latest study „Flexible Food Packaging in Europe“ by SCHÖNWALD CONSULTING, consumption in 2025 was over 4.2 million tonnes. At the same time, the market, materials, and regulatory requirements are changing significantly. Key Takeaways Market Overview 2025: Growth and a Clear Structure Today, the market… - [![Recycled content quotas are useless if the recyclers disappear – Interview with Anna Roeb, BVSE](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/awd-300x300.jpg)](https://inno-talk.de/en/recycled-content-quotas-are-useless-if-the-recyclers-disappear-interview-with-anna-roeb-bvse/)## [Recycled content quotas are useless if the recyclers disappear – Interview with Anna Roeb, BVSE](https://inno-talk.de/en/recycled-content-quotas-are-useless-if-the-recyclers-disappear-interview-with-anna-roeb-bvse/) Europe wants more recycling. The PPWR introduces mandatory recycled content quotas, Design for Recycling is becoming the standard, and hardly any sustainability strategy gets by without the circular economy anymore. So the mood in the recycling industry should actually be excellent. It is not. At the BVSE Altkunststofftag (plastics recycling congress) in Bad Neuenahr, one… [Nächste Seite→](/wp-cron.php?doing_wp_cron=1786554514.0097138881683349609375&query-12-page=2) ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/05/flexpack_news_logo_icon.png) #### **Analyses the change in the Flexpack market** Your source for company and industry NEWS – supplemented by our assessments and evaluations by renowned experts (Flexpack News Ticker). [**SIGN UP NOW!**](#inno-newsletter:flexpack_news) ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/05/inno_talk_news_logo_icon.png) #### **Delivers in-depth expert assessments** Technical developments and legal requirements are discussed live and journalistically processed (invitations, pre-/post-reports on INNO-TALK). [**SIGN UP NOW!**](#inno-newsletter:innotalk) ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/05/innoform_coaching_news_logo_icon.png) #### **Accompanies industry and expert meetings** Our conferences are more than just industry and expert meetings: they are catalysts for innovation. We follow up on key keynotes for you. [**SIGN UP NOW!**](#inno-newsletter:congress) ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/05/inno_know_how_logo_icon.png) #### **Flexpack knowledge compact, practical and competent** In our seminars, web seminars and in-house trainings, practitioners learn from practitioners what really matters (event announcements and invitations). [**SIGN UP NOW!**](#inno-newsletter:newsletter) *Unser nächstes Event:* # Retortable mono-material laminates – Barrier is key InnoTalk – das interaktive Online-Format für Flexpack-Entscheider mit Live-Vorträgen, Diskussionsrunde und Netzwerken [Nächstes Live Event am 18.09.26](https://inno-talk.de/events/INE-09-26/) [->](https://inno-talk.de/events/INE-09-26/) ![Innoform Hero](https://inno-talk.de/wp-content/themes/inno-talk/assets/images/hero.png) REALISIERT VON ![Innoform Logo](https://inno-talk.de/wp-content/themes/inno-talk/assets/images/innoform_logo2.png) --- ### [NEWS](https://inno-talk.de/news/) **Published:** März 15, 2024 **Author:** admin **Content:** ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/04/Logo_coaching_300dpi_trans-1-300x101.png)![Flexpaxck Newsletter 2026](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/2026.png)### Wir selektieren und diskutieren aktuelle Trends rund um flexible Verpackungen für technisch interessierte Entscheider. Flexpack News bietet Einblicke in die Welt der flexiblen Verpackungen. Unsere Artikel spannen einen Bogen von nachhaltigen Verpackungslösungen über innovative Flexpack-Technologien bis hin zu strategischen Herausforderungen. Der Wissenstransfer steht dabei im Vordergrund. **[Experteninterviews](https://inno-talk.de/podcast/)**, **Markteinschätzungen** und **News aus der flexiblen Verpackungs-Branche entlang der Lieferkette** runden das Angebot ab und halten Verpackungsprofis auf dem Laufenden. Entdecken Sie, wie Sie durch kontinuierliches Lernen und Austausch die Zukunft der Verpackungsindustrie mitgestalten können. [Und hier gelangen Sie direkt zu unsren Seminar-Angeboten](https://www.innoform-coaching.de/veranstaltungen). - [![Zwischen Verpackungspreis, Recyclingrealität und digitalem Produktpass](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/Bildschirmfoto-2026-07-31-um-13.39.03-265x300.png)](https://inno-talk.de/zwischen-verpackungspreis-recyclingrealitaet-und-digitalem-produktpass/)5. August 2026 ## [Zwischen Verpackungspreis, Recyclingrealität und digitalem Produktpass](https://inno-talk.de/zwischen-verpackungspreis-recyclingrealitaet-und-digitalem-produktpass/) Warum Materialdaten jetzt zum Erfolgsfaktor werden Anfang August ist für viele in der Verpackungsbranche der Moment des Countdowns: In wenigen Tagen wird die PPWR wirksam, und die Frage ist längst nicht mehr, ob Unternehmen ihre Konformitätserklärung brauchen, sondern ob sie rechtzeitig fertig wird. Für die aktuelle Ausgabe der Flexpack News ist Julian Thielen nach… [Weiterlesen](https://inno-talk.de/zwischen-verpackungspreis-recyclingrealitaet-und-digitalem-produktpass/) - [![Between the Packaging Award, Recycling Reality, and the Digital Product Passport](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/Bildschirmfoto-2026-07-31-um-13.39.03-265x300.png)](https://inno-talk.de/en/between-the-packaging-award-recycling-reality-and-the-digital-product-passport/)5. August 2026 ## [Between the Packaging Award, Recycling Reality, and the Digital Product Passport](https://inno-talk.de/en/between-the-packaging-award-recycling-reality-and-the-digital-product-passport/) Why material data is becoming a success factor Early August is the moment of the countdown for many in the packaging industry: in just a few days, the PPWR becomes effective, and the question is no longer whether companies need a declaration of conformity, but whether it will be ready in time. For the… [Weiterlesen](https://inno-talk.de/en/between-the-packaging-award-recycling-reality-and-the-digital-product-passport/) - [![PPWR ab August 2026: Was Folienhersteller, Papierveredler und Verpackungsanwender jetzt wissen müssen](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/08/ChatGPT-Image-5.-Aug.-2026-10_19_47-300x300.png)](https://inno-talk.de/ppwr-ab-august-2026-was-folienhersteller-papierveredler-und-verpackungsanwender-jetzt-wissen-muessen/)5. August 2026 ## [PPWR ab August 2026: Was Folienhersteller, Papierveredler und Verpackungsanwender jetzt wissen müssen](https://inno-talk.de/ppwr-ab-august-2026-was-folienhersteller-papierveredler-und-verpackungsanwender-jetzt-wissen-muessen/) Die europäische Verpackungsverordnung PPWR gilt grundsätzlich ab dem 12. August 2026. Einige der besonders weitreichenden Anforderungen – etwa zur Recyclingfähigkeit und zum Mindestrezyklatanteil – greifen zwar erst später. Trotzdem beginnt die praktische Umsetzung bereits jetzt. Das im August 2026 aktualisierte FAQ der Europäischen Kommission beantwortet zahlreiche Detailfragen zur Verantwortung in der… [Weiterlesen](https://inno-talk.de/ppwr-ab-august-2026-was-folienhersteller-papierveredler-und-verpackungsanwender-jetzt-wissen-muessen/) - [![PPWR from August 2026: What Film Manufacturers, Paper Converters and Packaging Users Need to Know](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/08/ChatGPT-Image-5.-Aug.-2026-10_19_47-300x300.png)](https://inno-talk.de/en/ppwr-from-august-2026-what-film-manufacturers-paper-converters-and-packaging-users-need-to-know/)5. August 2026 ## [PPWR from August 2026: What Film Manufacturers, Paper Converters and Packaging Users Need to Know](https://inno-talk.de/en/ppwr-from-august-2026-what-film-manufacturers-paper-converters-and-packaging-users-need-to-know/) The Packaging and Packaging Waste Regulation will generally apply from 12 August 2026. Some of its most far-reaching requirements, including detailed recyclability criteria and minimum recycled-content targets, will only become effective at a later stage. Nevertheless, practical implementation needs to begin now. The European Commission’s updated PPWR FAQ from August 2026… [Weiterlesen](https://inno-talk.de/en/ppwr-from-august-2026-what-film-manufacturers-paper-converters-and-packaging-users-need-to-know/) - [![Plastic Keeps Growing in Packaging – Which Materials Win, Which Lose?](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/Designer-69-300x300.png)](https://inno-talk.de/en/plastic-keeps-growing-in-packaging-which-materials-win-which-lose/)23. Juli 2026 ## [Plastic Keeps Growing in Packaging – Which Materials Win, Which Lose?](https://inno-talk.de/en/plastic-keeps-growing-in-packaging-which-materials-win-which-lose/) A Surprising Finding from Brussels: Plastic Continues to Grow In July 2026, the Joint Research Centre (JRC) of the European Commission published a comprehensive analysis of packaging volumes across 19 EU member states. The result surprises many market observers: plastic is the only packaging material group showing a clear growth… [Weiterlesen](https://inno-talk.de/en/plastic-keeps-growing-in-packaging-which-materials-win-which-lose/) - [![Kunststoff wächst weiter in Verpackungen – welche Materialien gewinnen, welche verlieren?](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/Designer-69-300x300.png)](https://inno-talk.de/kunststoff-waechst-weiter-in-verpackungen-welche-materialien-gewinnen-welche-verlieren/)23. Juli 2026 ## [Kunststoff wächst weiter in Verpackungen – welche Materialien gewinnen, welche verlieren?](https://inno-talk.de/kunststoff-waechst-weiter-in-verpackungen-welche-materialien-gewinnen-welche-verlieren/) Überraschende Erkenntnis aus Brüssel: Kunststoff legt weiter zu Das Joint Research Centre (JRC) der Europäischen Kommission hat im Juli 2026 eine umfangreiche Analyse der Verpackungsmengen in 19 EU-Mitgliedstaaten veröffentlicht. Das Ergebnis überrascht viele Marktbeobachter: Kunststoff ist die einzige Verpackungsmaterialgruppe, die zwischen 2011 und 2025 einen klaren Wachstumstrend zeigt. Gleichzeitig wird… [Weiterlesen](https://inno-talk.de/kunststoff-waechst-weiter-in-verpackungen-welche-materialien-gewinnen-welche-verlieren/) - [![Event Selection Helper: Find your training even faster and more precisely](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/Designer-68-1-300x300.png)](https://inno-talk.de/en/event-selection-helper-find-your-training-even-faster-and-more-precisely/)23. Juli 2026 ## [Event Selection Helper: Find your training even faster and more precisely](https://inno-talk.de/en/event-selection-helper-find-your-training-even-faster-and-more-precisely/) Finding the right training can be time-consuming – especially in a dynamic and specialized industry like flexible packaging. To make finding events easier, we have integrated a new, AI-powered search tool on inno-talk.de: the Innoform Event Selection Helper. This allows you to find exactly the right training events to cover… [Weiterlesen](https://inno-talk.de/en/event-selection-helper-find-your-training-even-faster-and-more-precisely/) - [![Event-Auswahlhilfe: Finden Sie Ihre Weiterbildung jetzt noch schneller und präziser](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/Designer-68-300x300.png)](https://inno-talk.de/event-auswahlhilfe-neues-such-tool/)22. Juli 2026 ## [Event-Auswahlhilfe: Finden Sie Ihre Weiterbildung jetzt noch schneller und präziser](https://inno-talk.de/event-auswahlhilfe-neues-such-tool/) Die Suche nach der passenden Weiterbildung kann zeitaufwendig sein – insbesondere in einer so dynamischen und spezialisierten Branche wie der Verpackungsindustrie. Um Ihnen die Orientierung zu erleichtern, haben wir auf inno-talk.de ein neues, KI-gestütztes Such-Tool integriert: die Innoform Event-Auswahlhilfe. Damit finden Sie genau die Fachveranstaltungen, die Ihren aktuellen Informationsbedarf decken.… [Weiterlesen](https://inno-talk.de/event-auswahlhilfe-neues-such-tool/) - [![Paper-Based Flexible Barrier Packaging: Opportunities and Latest Developments](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/paper-based-flexible-barrier-packaging-linkedin-300x300.jpg)](https://inno-talk.de/en/review-web-seminar-barrier-paper-flexible-packaging-opportunities/)18. Juli 2026 ## [Paper-Based Flexible Barrier Packaging: Opportunities and Latest Developments](https://inno-talk.de/en/review-web-seminar-barrier-paper-flexible-packaging-opportunities/) How can flexible packaging be designed more sustainably without sacrificing necessary barrier properties? This central question was the focus of our web seminar Flexpack made of Paper with Barrier – an Overview. Together with speaker Christian Lutze from KÄMMERER Spezialpapiere GmbH, it became clear: barrier papers are a dynamically growing field with great… [Weiterlesen](https://inno-talk.de/en/review-web-seminar-barrier-paper-flexible-packaging-opportunities/) - [![Food Contact Law in Flexpack Practice Today](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/Podcast-Heike-300x300.png)](https://inno-talk.de/en/food-contact-law-in-flexpack-practice-today/)15. Juli 2026 ## [Food Contact Law in Flexpack Practice Today](https://inno-talk.de/en/food-contact-law-in-flexpack-practice-today/) Food packaging today has to do more than just protect: it must be demonstrably safe, compliant and increasingly sustainable. In this Inno-Talk podcast episode, Heike Schwertke from Innoform Testservice discusses the key challenges in food contact law – from PFAS and bisphenol A to the declaration of conformity and NIAS.… [Weiterlesen](https://inno-talk.de/en/food-contact-law-in-flexpack-practice-today/) - [![PPWR: Die neue Rolle des Erzeugers – Pflichten praxisnah umsetzen](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/Nachbericht_RCg-07-26_quadratisch-300x300.png)](https://inno-talk.de/ppwr-die-neue-rolle-des-erzeugers-pflichten-praxisnah-umsetzen/)14. Juli 2026 ## [PPWR: Die neue Rolle des Erzeugers – Pflichten praxisnah umsetzen](https://inno-talk.de/ppwr-die-neue-rolle-des-erzeugers-pflichten-praxisnah-umsetzen/) Mit Inkrafttreten zentraler Anforderungen der europäischen Verpackungsverordnung (PPWR) am 12. August 2026 rückt eine Akteursrolle besonders in den Fokus: Der Erzeuger. Im Webseminar „Die neue Rolle des Erzeugers unter der PPWR – Pflichten praxisnah umsetzen“ erläuterte Jie Zhang von Interzero Circular Solutions Germany GmbH, welche Pflichten künftig auf Erzeuger zukommen… [Weiterlesen](https://inno-talk.de/ppwr-die-neue-rolle-des-erzeugers-pflichten-praxisnah-umsetzen/) - [![Innoform in Transition: Why Flexpack Knowledge Needs New Formats Today](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/NEWS_mit_Namen-300x300.jpg)](https://inno-talk.de/en/innoform-in-transition-why-flexpack-knowledge-needs-new-formats-today/)9. Juli 2026 ## [Innoform in Transition: Why Flexpack Knowledge Needs New Formats Today](https://inno-talk.de/en/innoform-in-transition-why-flexpack-knowledge-needs-new-formats-today/) Julian Thielen and Karsten Schröder in conversation: new Inno formats, digital technical communication, AI and the future of flexpack knowledge at Innoform. [Weiterlesen](https://inno-talk.de/en/innoform-in-transition-why-flexpack-knowledge-needs-new-formats-today/) - [![Innoform im Wandel: Warum Flexpack-Wissen heute neue Formate braucht](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/NEWS_mit_Namen-300x300.jpg)](https://inno-talk.de/innoform-im-wandel-warum-flexpack-wissen-heute-neue-formate-braucht/)9. Juli 2026 ## [Innoform im Wandel: Warum Flexpack-Wissen heute neue Formate braucht](https://inno-talk.de/innoform-im-wandel-warum-flexpack-wissen-heute-neue-formate-braucht/) Julian Thielen und Karsten Schröder im Gespräch: neue Inno-Formate, digitale Fachkommunikation, KI und die Zukunft des Flexpack-Wissens bei Innoform. [Weiterlesen](https://inno-talk.de/innoform-im-wandel-warum-flexpack-wissen-heute-neue-formate-braucht/) - [![Flexpack aus Papier mit Barriere – Chancen und aktuelle Entwicklungen](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/06/LinkedIn-300x300.png)](https://inno-talk.de/flexpack-aus-papier-mit-barriere-chancen-grenzen-und-aktuelle-entwicklungen/)9. Juli 2026 ## [Flexpack aus Papier mit Barriere – Chancen und aktuelle Entwicklungen](https://inno-talk.de/flexpack-aus-papier-mit-barriere-chancen-grenzen-und-aktuelle-entwicklungen/) Wie lassen sich flexible Verpackungen nachhaltiger gestalten, ohne auf notwendige Barriereeigenschaften zu verzichten? Diese zentrale Frage stand im Fokus unseres Webseminars Flexpack aus Papier mit Barriere – ein Überblick. Gemeinsam mit Referent Christian Lutze von KÄMMERER Spezialpapiere GmbH wurde deutlich: Barrierepapiere sind ein dynamisch wachsendes Feld mit großem Potenzial – und bereits heute… [Weiterlesen](https://inno-talk.de/flexpack-aus-papier-mit-barriere-chancen-grenzen-und-aktuelle-entwicklungen/) - [![Lebensmittelrecht in der Flexpack-Praxis heute](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/06/Podcast-Heike-300x300.png)](https://inno-talk.de/lebensmittelrecht-in-der-flexpack-praxis-heute/)8. Juli 2026 ## [Lebensmittelrecht in der Flexpack-Praxis heute](https://inno-talk.de/lebensmittelrecht-in-der-flexpack-praxis-heute/) Lebensmittelverpackungen müssen heute mehr können als nur schützen: Sie müssen nachweislich sicher, konform und zunehmend auch nachhaltig sein. In dieser Podcast‑Episode des Inno‑Talks spricht Heike Schwertke vom Innoform Testservice über zentrale Herausforderungen im Lebensmittelrecht – von PFAS und Bisphenol A bis hin zur Konformitätserklärung und NIAS. Der Beitrag zeigt, worauf… [Weiterlesen](https://inno-talk.de/lebensmittelrecht-in-der-flexpack-praxis-heute/) - [![Nachbericht: Webseminar Klebstoffe im Lebensmittelkontakt – rechtssicher anwenden](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/Designer-2-300x300.png)](https://inno-talk.de/nachbericht-webseminar-klebstoffe-im-lebensmittelkontakt-rechtssicher-anwenden/)7. Juli 2026 ## [Nachbericht: Webseminar Klebstoffe im Lebensmittelkontakt – rechtssicher anwenden](https://inno-talk.de/nachbericht-webseminar-klebstoffe-im-lebensmittelkontakt-rechtssicher-anwenden/) Im Webseminar „Klebstoffe – konform mit Lebensmittelverpackungen einsetzen“ mit Andreas Grabitz von FCMExperts wurden die aktuelle Anforderungen, Herausforderungen und Praxisfragen rund um den Einsatz von Klebstoffen im Lebensmittelkontakt diskutiert. Vielschichtige Anforderungen an Klebstoffe Klebstoffe sind in modernen Lebensmittelverpackungen unverzichtbar – gleichzeitig gehören sie zu den komplexesten Komponenten hinsichtlich der rechtlichen… [Weiterlesen](https://inno-talk.de/nachbericht-webseminar-klebstoffe-im-lebensmittelkontakt-rechtssicher-anwenden/) - [![Flexible Food Packaging in Europe: Market Grows Despite Rising Demands](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/06/schoenwald-diverse-flexpack-landscape-300x300.jpg)](https://inno-talk.de/en/flexible-food-packaging-in-europe-market-grows-despite-rising-demands/)7. Juli 2026 ## [Flexible Food Packaging in Europe: Market Grows Despite Rising Demands](https://inno-talk.de/en/flexible-food-packaging-in-europe-market-grows-despite-rising-demands/) Flexible food packaging remains on a growth path. According to the latest study „Flexible Food Packaging in Europe“ by SCHÖNWALD CONSULTING, consumption in 2025 was over 4.2 million tonnes. At the same time, the market, materials, and regulatory requirements are changing significantly. Key Takeaways Market Overview 2025: Growth and a… [Weiterlesen](https://inno-talk.de/en/flexible-food-packaging-in-europe-market-grows-despite-rising-demands/) - [![Recycled content quotas are useless if the recyclers disappear – Interview with Anna Roeb, BVSE](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/awd-300x300.jpg)](https://inno-talk.de/en/recycled-content-quotas-are-useless-if-the-recyclers-disappear-interview-with-anna-roeb-bvse/)6. Juli 2026 ## [Recycled content quotas are useless if the recyclers disappear – Interview with Anna Roeb, BVSE](https://inno-talk.de/en/recycled-content-quotas-are-useless-if-the-recyclers-disappear-interview-with-anna-roeb-bvse/) Europe wants more recycling. The PPWR introduces mandatory recycled content quotas, Design for Recycling is becoming the standard, and hardly any sustainability strategy gets by without the circular economy anymore. So the mood in the recycling industry should actually be excellent. It is not. At the BVSE Altkunststofftag (plastics recycling… [Weiterlesen](https://inno-talk.de/en/recycled-content-quotas-are-useless-if-the-recyclers-disappear-interview-with-anna-roeb-bvse/) [Nächste Seite→](/wp-cron.php?doing_wp_cron=1786554514.0097138881683349609375&query-24-page=2) ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/05/flexpack_news_logo_icon.png) #### **Analysiert den Wandel im Flexpack-Markt** Ihre Quelle für Unternehmens- und Branchen-NEWS – ergänzt um unsere Einordnung und Bewertungen durch namhafte Experten (Flexpack News-Ticker). [**JETZT ANMELDEN!**](#inno-newsletter:flexpack_news) ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/05/inno_talk_news_logo_icon.png) #### **Liefert fundierte Experten-Einschätzungen** Technische Entwicklungen und gesetzliche Vorgaben werden live diskutiert und journalistisch fundiert aufbereitet (Einladungen, Vor-/Nachberichte zum INNO-TALK). [**JETZT ANMELDEN!**](#inno-newsletter:innotalk) ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/05/innoform_coaching_news_logo_icon.png) #### **Begleitet Branchen- und Expertentreffen** Unsere Tagungen sind mehr als nur Branchen- und Expertentreffen: Sie sind Impulsgeber für Innovationen. Zentrale Keynotes bereiten wir für Sie nach. [**JETZT ANMELDEN!**](#inno-newsletter:congress) ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/05/inno_know_how_logo_icon.png) #### **Flexpack-Wissen kompakt, praxisnah und kompetent** In unseren Seminaren, Webseminaren und In-House-Trainings erfahren Praktiker von Praktikern, was wirklich zählt (Veranstaltungs-Ankündigungen und Einladungen). [**JETZT ANMELDEN!**](#inno-newsletter:newsletter) [Zu den Innoform Testservice News](https://www.innoform.de/news/) --- ### [Podcast](https://inno-talk.de/en/podcast/) **Published:** Mai 5, 2024 **Author:** admin **Content:** ## The INNOFORM Podcast The Inno-Talk podcast focussing on the flexible packaging industry („Flexpack“). Host Karsten Schröder invites German-speaking experts, who are known from Innoform Coaching seminars and conferences, among other things, to a professionally prepared and at the same time personal discussion on current topics. The focus will be on trends, stories and background information from the world of flexible packaging. The talks highlight technological advances, market insights and the impact of regulations or political changes on the industry. With a mixture of a personal touch and in-depth expertise, listeners gain insights into the diverse world of flexible packaging and can thus expand their own knowledge. The podcast is ideal for professionals and interested parties who want to experience the industry up close. ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/39152226/39152226-1785499055758-0fcb7db5a7e95.jpg) ###### Episode #. – 05.08.2026, 00:24 Min. Packaging Award, Paper Recycling & Digital Product Passport | FlexPack.News with Dominik Lichtenthäler #### Follow us and never miss an episode Enjoy new episodes as soon as they’re released – subscribe for automatic delivery. [ ![](https://inno-talk.de/wp-content/themes/inno-talk/assets/images/applepodcasts.svg) Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ ![](https://inno-talk.de/wp-content/themes/inno-talk/assets/images/spotify.svg) Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ ![](https://inno-talk.de/wp-content/themes/inno-talk/assets/images/deezer.svg) Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ ![](https://inno-talk.de/wp-content/themes/inno-talk/assets/images/rss.svg) RSS Feed](https://anchor.fm/s/e9f624c8/podcast/rss) ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/39152226/39152226-1784897244535-adfded52e99fc.jpg) ###### Episode #6.22 – 29.07.2026, 00:24 Min. Bottle? Pouch? Both and neither nor: With Mauro Tocco from AeroFlexx --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/39152226/39152226-1783514622293-1d2280084568f.jpg) ###### Episode #. – 15.07.2026, 00:44 Min. Heike Schwertke: Food Contact Regulations in Today’s Flexible Packaging Industry --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/39152226/39152226-1783331602595-9e32bbf3c42b4.jpg) ###### Episode #. – 08.07.2026, 00:42 Min. Innoform 1×1 – FlexPack-News with Karsten Schröder --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/39152226/39152226-1780396064230-dd36873c2e6ea.jpg) ###### Episode #. – 03.06.2026, 00:27 Min. PPWR, Packaging Simplicity, Interpack Recap – FlexPack.News with Thomas Schmitt --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_nologo/39152226/39152226-1770839520682-2154eb6793ed1.jpg) ###### Episode #. – 27.05.2026, 00:09 Min. „Brands are doing Brands, CoPackers ar doing the Packaging“ – With Ton Knipscheer and Joergen Pleijte @Interpack2026 --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/39152226/39152226-1777889151323-a6624e697f5a7.jpg) ###### Episode #. – 06.05.2026, 00:25 Min. PPWR, rPP & Supply Chain Pressure | FlexPack.news with Max Haschke --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/39152226/39152226-1775647923816-b4b67eaa950d1.jpg) ###### Episode #1.4 – 16.04.2026, 00:29 Min. PE extrusion, raw material crisis and a calm view onto the current challenges – With Heiko Schenk --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/39152226/39152226-1775643765627-9dab941a3a344.jpg) ###### Episode #1.3 – 09.04.2026, 00:26 Min. Exploding raw material prices, Paperization and Interpack | FlexPack.News with Marcus Holland --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/39152226/39152226-1774620388691-e083b7852e748.jpg) ###### Episode #1.2 – 27.03.2026, 00:20 Min. FlexPack.news – Live from INNO-Meeting --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/39152226/39152226-1770844198401-df824ade0ef85.jpg) ###### Episode #1.1 – 12.02.2026, 00:21 Min. Solvent-free flexographic printing – with Dieter Niederstadt from Asahi Photoproducts --- --- ### [Newsletter für flexible Verpackungen](https://inno-talk.de/newsletter-flexpack/) **Published:** Februar 11, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/BG-1024x637.jpg) ![Flexpaxck Newsletter 2026](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/2026-268x300.png) # Die Newsletter für flexible Verpackungen **Erhalten Sie monatlich die wichtigsten Insights rund um flexible Verpackungen (Flexpack) direkt in Ihr Postfach. Unsere Newsletter fassen aktuelle Trends, technologische Entwicklungen und regulatorische Änderungen kompakt zusammen – mit klarem Fokus auf praktischen Nutzen und branchenrelevantes Expertenwissen.** ## Innoform Coaching Newsletter jetzt abonnieren ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/05/flexpack_news_logo_icon.png) #### **Analysiert den Wandel im Flexpack-Markt** Ihre Quelle für Unternehmens- und Branchen-NEWS – ergänzt um unsere Einordnung und Bewertungen durch namhafte Experten (Flexpack News-Ticker). [**JETZT ANMELDEN!**](#inno-newsletter:flexpack_news) ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/05/inno_talk_news_logo_icon.png) #### **Liefert fundierte Experten-Einschätzungen** Technische Entwicklungen und gesetzliche Vorgaben werden live diskutiert und journalistisch fundiert aufbereitet (Einladungen, Vor-/Nachberichte zum INNO-TALK). [**JETZT ANMELDEN!**](#inno-newsletter:innotalk) ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/05/innoform_coaching_news_logo_icon.png) #### **Begleitet Branchen- und Expertentreffen** Unsere Tagungen sind mehr als nur Branchen- und Expertentreffen: Sie sind Impulsgeber für Innovationen. Zentrale Keynotes bereiten wir für Sie nach. [**JETZT ANMELDEN!**](#inno-newsletter:congress) ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/05/inno_know_how_logo_icon.png) #### **Flexpack-Wissen kompakt, praxisnah und kompetent** In unseren Seminaren, Webseminaren und In-House-Trainings erfahren Praktiker von Praktikern, was wirklich zählt (Veranstaltungs-Ankündigungen und Einladungen). [**JETZT ANMELDEN!**](#inno-newsletter:newsletter) **Oder direkt und unkompliziert:** [**ALLE BRANCHEN-UPDATES kostenlos IM PAKET ABONNIEREN**](#inno-newsletter:all) ### Wir bieten diese 4 Newslettter jeweils monatlich an: - Flexpack News - Inno-Talk Einladungen & Experten-Einschätzungen - Branchen- und Expertentreff-Ankündigungen & Berichterstattung - Veranstaltungsübersicht und Know-How zu flexiblen Verpackungen Profitieren Sie von exklusiven Analysen zu nachhaltigen Verpackungslösungen, innovativen Materialien wie faserbasierten und Monomaterial-Strukturen, neuesten Designs, Recycling‑Technologien sowie Einblicken in die PPWR‑Konformität, Digitalisierung und Prozessoptimierung. Ergänzt durch Experteninterviews, Marktbeobachtungen und Nachberichte zu Veranstaltungen und Inno‑Talks bleiben Sie stets auf dem Laufenden. Sparen Sie wertvolle Recherchezeit mit den **Flexpack NEWS**: Wir filtern die Flut an Informationen zur Flexpack, PPWR und Kreislaufwirtschaft für Sie. Abonnieren Sie jetzt den Flexpack‑Newsletter und gestalten Sie die Zukunft der Verpackungsindustrie aktiv mit – informativ, kompakt und kompetent. Für diesen spezialisierten Newsletter rund um flexible Verpackungen haben sich bereits über **9.000 Abonnenten** angemeldet. Das lesen Sie bei uns: Einblicke in unsere letzten Themen auf unser [FlexPack. News Seite](https://inno-talk.de/news/) - [![Zwischen Verpackungspreis, Recyclingrealität und digitalem Produktpass](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/Bildschirmfoto-2026-07-31-um-13.39.03-265x300.png)](https://inno-talk.de/zwischen-verpackungspreis-recyclingrealitaet-und-digitalem-produktpass/)5. August 2026 ## [Zwischen Verpackungspreis, Recyclingrealität und digitalem Produktpass](https://inno-talk.de/zwischen-verpackungspreis-recyclingrealitaet-und-digitalem-produktpass/) Warum Materialdaten jetzt zum Erfolgsfaktor werden Anfang August ist für viele in der Verpackungsbranche der Moment des Countdowns: In wenigen Tagen wird die PPWR wirksam, und die Frage ist längst nicht mehr, ob Unternehmen ihre Konformitätserklärung brauchen, sondern ob sie rechtzeitig fertig wird. Für die aktuelle Ausgabe der Flexpack News ist Julian Thielen nach… [Weiterlesenu003cbru003e](https://inno-talk.de/zwischen-verpackungspreis-recyclingrealitaet-und-digitalem-produktpass/) - [![Between the Packaging Award, Recycling Reality, and the Digital Product Passport](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/Bildschirmfoto-2026-07-31-um-13.39.03-265x300.png)](https://inno-talk.de/en/between-the-packaging-award-recycling-reality-and-the-digital-product-passport/)5. August 2026 ## [Between the Packaging Award, Recycling Reality, and the Digital Product Passport](https://inno-talk.de/en/between-the-packaging-award-recycling-reality-and-the-digital-product-passport/) Why material data is becoming a success factor Early August is the moment of the countdown for many in the packaging industry: in just a few days, the PPWR becomes effective, and the question is no longer whether companies need a declaration of conformity, but whether it will be ready in time. For the… [Weiterlesenu003cbru003e](https://inno-talk.de/en/between-the-packaging-award-recycling-reality-and-the-digital-product-passport/) - [![PPWR ab August 2026: Was Folienhersteller, Papierveredler und Verpackungsanwender jetzt wissen müssen](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/08/ChatGPT-Image-5.-Aug.-2026-10_19_47-300x300.png)](https://inno-talk.de/ppwr-ab-august-2026-was-folienhersteller-papierveredler-und-verpackungsanwender-jetzt-wissen-muessen/)5. August 2026 ## [PPWR ab August 2026: Was Folienhersteller, Papierveredler und Verpackungsanwender jetzt wissen müssen](https://inno-talk.de/ppwr-ab-august-2026-was-folienhersteller-papierveredler-und-verpackungsanwender-jetzt-wissen-muessen/) Die europäische Verpackungsverordnung PPWR gilt grundsätzlich ab dem 12. August 2026. Einige der besonders weitreichenden Anforderungen – etwa zur Recyclingfähigkeit und zum Mindestrezyklatanteil – greifen zwar erst später. Trotzdem beginnt die praktische Umsetzung bereits jetzt. Das im August 2026 aktualisierte FAQ der Europäischen Kommission beantwortet zahlreiche Detailfragen zur Verantwortung in der… [Weiterlesenu003cbru003e](https://inno-talk.de/ppwr-ab-august-2026-was-folienhersteller-papierveredler-und-verpackungsanwender-jetzt-wissen-muessen/) [Nächste Seite→](/wp-cron.php?doing_wp_cron=1786554514.0097138881683349609375&query-24-page=2) ![Innoform Testservice Hintergrund](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/06/header-scaled-1-300x30.webp) Hier geht es zu den Innoform-Testservice-News aus unserem Prüflabor für flexible Verpackungen in Oldenburg. Wir empfehlen sie allen, die sich mit Prüfungen und Qualitätssicherung im Detail beschäftigen. [Zu den Innoform Testservice News](https://www.innoform.de/news/) --- ### [Newsletters for Flexible Packaging](https://inno-talk.de/en/newsletter-flexpack/) **Published:** Juni 9, 2026 **Author:** Karsten Schröder **Content:** ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/BG-1024x637.jpg) ![Flexpaxck Newsletter 2026](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/02/2026.png) # The Newsletters for Flexible Packaging **Receive the most important monthly insights on flexible packaging (Flexpack) directly in your inbox. Our newsletters summarise current trends, technological developments and regulatory changes in a compact format – with a clear focus on practical value and industry-relevant expertise.** ## Innoform Coaching Newsletter Subscribe now ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/05/flexpack_news_logo_icon.png) #### **Analyses the change in the Flexpack market** Your source for company and industry NEWS – supplemented by our assessments and evaluations by renowned experts (Flexpack News Ticker). [**SIGN UP NOW!**](#inno-newsletter:flexpack_news) ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/05/inno_talk_news_logo_icon.png) #### **Delivers in-depth expert assessments** Technical developments and legal requirements are discussed live and journalistically processed (invitations, pre-/post-reports on INNO-TALK). [**SIGN UP NOW!**](#inno-newsletter:innotalk) ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/05/innoform_coaching_news_logo_icon.png) #### **Accompanies industry and expert meetings** Our conferences are more than just industry and expert meetings: they are catalysts for innovation. We follow up on key keynotes for you. [**SIGN UP NOW!**](#inno-newsletter:congress) ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/05/inno_know_how_logo_icon.png) #### **Flexpack knowledge compact, practical and competent** In our seminars, web seminars and in-house trainings, practitioners learn from practitioners what really matters (event announcements and invitations). [**SIGN UP NOW!**](#inno-newsletter:newsletter) **Or directly and easily:** [**SUBSCRIBE TO ALL INDUSTRY UPDATES FOR FREE AS A PACKAGE**](#inno-newsletter:all) ### We offer these 4 newsletters every month: - Flexpack News - Inno-Talk Invitations & Expert Assessments - Industry & Expert Meeting Announcements & Reporting - Event overview and know-how on flexible packaging Benefit from exclusive analyses on sustainable packaging solutions, innovative materials such as fibre-based and mono-material structures, the latest designs, recycling technologies and insights into the PPWR‑Konformität, Digitalisierung und Prozessoptimierung. Ergänzt durch Experteninterviews, Marktbeobachtungen und Nachberichte zu Veranstaltungen und Inno‑Talks bleiben Sie stets auf dem Laufenden. Sparen Sie wertvolle Recherchezeit mit den **Flexpack NEWS**: Wir filtern die Flut an Informationen zur Flexpack, PPWR und Kreislaufwirtschaft für Sie. Abonnieren Sie jetzt den Flexpack‑Newsletter und gestalten Sie actively shaping the future of the packaging industry – informative, compact and competent. Für diesen spezialisierten Newsletter rund um flexible Verpackungen haben sich bereits über **9.000 Abonnenten** angemeldet. Read here: Insights into our latest topics on our [FlexPack News Page](https://inno-talk.de/news/) - [![Zwischen Verpackungspreis, Recyclingrealität und digitalem Produktpass](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/Bildschirmfoto-2026-07-31-um-13.39.03-265x300.png)](https://inno-talk.de/zwischen-verpackungspreis-recyclingrealitaet-und-digitalem-produktpass/)5. August 2026 ## [Zwischen Verpackungspreis, Recyclingrealität und digitalem Produktpass](https://inno-talk.de/zwischen-verpackungspreis-recyclingrealitaet-und-digitalem-produktpass/) Warum Materialdaten jetzt zum Erfolgsfaktor werden Anfang August ist für viele in der Verpackungsbranche der Moment des Countdowns: In wenigen Tagen wird die PPWR wirksam, und die Frage ist längst nicht mehr, ob Unternehmen ihre Konformitätserklärung brauchen, sondern ob sie rechtzeitig fertig wird. Für die aktuelle Ausgabe der Flexpack News ist Julian Thielen nach… [Weiterlesenu003cbru003e](https://inno-talk.de/zwischen-verpackungspreis-recyclingrealitaet-und-digitalem-produktpass/) - [![Between the Packaging Award, Recycling Reality, and the Digital Product Passport](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/07/Bildschirmfoto-2026-07-31-um-13.39.03-265x300.png)](https://inno-talk.de/en/between-the-packaging-award-recycling-reality-and-the-digital-product-passport/)5. August 2026 ## [Between the Packaging Award, Recycling Reality, and the Digital Product Passport](https://inno-talk.de/en/between-the-packaging-award-recycling-reality-and-the-digital-product-passport/) Why material data is becoming a success factor Early August is the moment of the countdown for many in the packaging industry: in just a few days, the PPWR becomes effective, and the question is no longer whether companies need a declaration of conformity, but whether it will be ready in time. For the… [Weiterlesenu003cbru003e](https://inno-talk.de/en/between-the-packaging-award-recycling-reality-and-the-digital-product-passport/) - [![PPWR ab August 2026: Was Folienhersteller, Papierveredler und Verpackungsanwender jetzt wissen müssen](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/08/ChatGPT-Image-5.-Aug.-2026-10_19_47-300x300.png)](https://inno-talk.de/ppwr-ab-august-2026-was-folienhersteller-papierveredler-und-verpackungsanwender-jetzt-wissen-muessen/)5. August 2026 ## [PPWR ab August 2026: Was Folienhersteller, Papierveredler und Verpackungsanwender jetzt wissen müssen](https://inno-talk.de/ppwr-ab-august-2026-was-folienhersteller-papierveredler-und-verpackungsanwender-jetzt-wissen-muessen/) Die europäische Verpackungsverordnung PPWR gilt grundsätzlich ab dem 12. August 2026. Einige der besonders weitreichenden Anforderungen – etwa zur Recyclingfähigkeit und zum Mindestrezyklatanteil – greifen zwar erst später. Trotzdem beginnt die praktische Umsetzung bereits jetzt. Das im August 2026 aktualisierte FAQ der Europäischen Kommission beantwortet zahlreiche Detailfragen zur Verantwortung in der… [Weiterlesenu003cbru003e](https://inno-talk.de/ppwr-ab-august-2026-was-folienhersteller-papierveredler-und-verpackungsanwender-jetzt-wissen-muessen/) [Nächste Seite→](/wp-cron.php?doing_wp_cron=1786554514.0097138881683349609375&query-24-page=2) Here you will find the Innoform Test Service News from our testing laboratory for flexible packaging in Oldenburg. We recommend them to everyone who deals with testing and quality assurance in detail. [To the Innoform Test Service News](https://www.innoform.de/news/) --- ### [Events (Termine)](https://inno-talk.de/en/events/) **Published:** Mai 5, 2024 **Author:** admin **Content:** ## **Upcoming InnoTalk Events** Here you will find the next dates for the German and English InnoTalks. Each InnoTalk always has a focus, which is co-determined by the participants of past InnoTalks and the supporters. Each block stands for one date and one topic. Register directly for the topics relevant to you and meet market participants live and online. Recordings of past events are only visible retrospectively to previously registered users. Or use this platform for your communication and become a supporter of this initiative for more Flexpack expertise in the packaging industry. Benefit from our reach, our showrooms and specialist articles, which we are also happy to create with supporters and share in newsletters. Contact us and arrange a [free meeting](https://outlook.office365.com/book/InnoTalk@innoform.de/). ![](/wp-content/uploads/2024/02/events-overview.png) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/4/3/bacde47b7686b.jpg)### **Retortable mono-material laminates – Barrier is key** *Friday, 18. September 2026 – Start 13:30* The development of recyclable, high-performance packaging solutions is one of the central challenges facing the flexible packaging industry. In particular, retort applications demand materials that can withstand extreme thermal and mechanical stress while maintaining product safety, shelf life, and quality. Mono-material laminates are widely regarded as a promising pathway toward improved recyclability. However, achieving the necessary barrier properties for sterilization processes remains a critical hurdle. The interplay between oxygen, moisture, and aroma barriers—combined with the impact of retort conditions—requires in-depth material understanding and innovative design strategies. This Inno-Talk brings together industry experts to explore the latest developments in retortable mono-material laminates. The focus is on practical solutions, material innovations, and realistic pathways to combine recyclability with high barrier performance. Participants will gain insights into: – Current material solutions and their limitations – The role of barrier layers and coatings in mono-material structures – Market trends and regulatory drivers shaping future developments Join us for a focused exchange of ideas, experience, and practical approaches to one of the most demanding applications in flexible packaging. ![Julian Thielen](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/1/8/dfc2163832ef6.jpg "Julian Thielen")H ![Sebastian Ritter](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/0/3/f1c1a566dcdad.jpg "Sebastian Ritter") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/bag_time.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-09-26/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/3/1/0/43ac443ae0a09.jpg)### **Flexpack recyclingfähig bedrucken – Zwischen Wunsch und Wirklichkeit** *Friday, 16. October 2026 – Start 13:30* Das Bedrucken flexibler Verpackungen wird zunehmend zur Nachhaltigkeitsübung. Die Druckfarben müssen stabil gegen aggressive Füllgüter, Bewirtung und mechanische Beanspruchung sein. Eine brillante Farbwiedergabe und ein gutes Druckbild sind dabei Pflicht. Die neue Kür heißt, die Recyclingfähigkeit sicherzustellen. Wie das unter anderem mit Polyurethan Druckfarben realisiert wird, besprechen wir in diesem Inno Talk. Welche Hürden es dabei noch zu nehmen gilt, besprechen wir in diesem Inno Talk. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/role_multiple.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-10-26/) ## **Past InnoTalk Events** Here you can find our archive of all past events. You can also watch all events as a video afterwards or visit our showrooms. ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/5/5/8/c7c141f5c8909.jpg)### **Chemical recycling & mass balance – The key to food grade?** *Friday, 19. June 2026 – Start 13:30* With the PPWR targets for 2030, the use of recycled materials will become mandatory even for materials intended for food contact; however, mechanical recycling in this sector often faces regulatory constraints. In this Inno-Talk, we examine the current situation in the EU regarding the recognition of the mass balance method (‘Fuel Use Exempt’) and analyse whether chemical recycling capacities in Europe will be expanded in time to effectively close the gap in legally compliant food-grade packaging. ![Dr. Arne Glüer](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/2/c/458ffab7b7487.jpg "Dr. Arne Glüer") ![Ben Raven](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/9/f/b/f27b9c1164ace.jpg "Ben Raven") ![Julian Thielen](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/1/8/dfc2163832ef6.jpg "Julian Thielen") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/circuit_packaging.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-06-26/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/3/4/212888302a546.jpg)### **Das PFAS-Verbot – Realitätscheck für flexible Verpackungen** *Friday, 22. May 2026 – Start 13:30* Das geplante universelle PFAS-Verbot der EU bedroht nicht nur beschichtete Papierverpackungen, sondern zielt auch auf den Kern von Hochleistungsfolien ab, ohne dass dies immer erkannt wird: Verarbeitungshilfsmittel und spezielle Barriere-Coatings. In diesem Inno-Talk analysieren wir den aktuellen Stand der EU-Vorgaben, ihre Ergänzungen und Widersprüche im Hinblick auf Lebensmittelkontaktmaterialien. Erfahren Sie, wie „Ewigkeitschemikalien“ analysiert werden können und welche Fallstricke es dabei geben kann. ![Julian Thielen](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/1/8/dfc2163832ef6.jpg "Julian Thielen") ![Dr. Ernst Simon](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/b/c/8/a0368c909ce1d.jpg "Dr. Ernst Simon") ![Dr. Tim Schlüter](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/7/e/3/b47161d1a3d2c.jpg "Dr. Tim Schlüter") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/paragraph_factory.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-05-26/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/5/4/1/77c50ae77c047.jpg)### **Faserbasierte Flexpacks – Papier und mehr** *Friday, 20. March 2026 – Start 13:30* Der 41. Inno-Talk thematisierte innovative Ansätze für faserbasierte flexible Verpackungen, um diese als Alternative zu herkömmlichen Kunststofffolien zu etablieren. Marius Jasdinszki vom Fraunhofer IVV erläuterte dabei die Transfermetallisierung, mit der Hochbarriere-Werte auf Papieren realisiert werden können, ohne die typischen Vakuums-Schwierigkeiten des Materials. Dr. Tobias Beiß von ILIG präsentierte das „Dry Fiber Molding“, ein wasserloses Verfahren zur Herstellung tiefer, dreidimensionaler Papierformen wie Joghurtbecher. Abschließend diskutierten die Experten die Marktaussichten und ökologischen Vorteile dieser Technologien im Hinblick auf Recyclingfähigkeit und CO₂-Reduktion. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Marius Jesdinszki](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/3/1/0/146826f356780.jpg "Marius Jesdinszki") ![Dr. Tobias Beiss](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/5/7/b/44b0d42b76a87.jpg "Dr. Tobias Beiss") ![Julian Thielen](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/1/8/dfc2163832ef6.jpg "Julian Thielen") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/packet_tree.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-03-26/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/f/b/f/852e761f36276.jpg)### **Digitalization as the Key to PPWR Compliance – AI & standards** *Friday, 6. February 2026 – Start 14:35* Why is digitalization essential for meeting the requirements of the EU Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR)? In this Inno-Talk session, we explain how digital standards and intelligent assistance systems can help companies achieve PPWR compliance. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Till Isensee](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/b/6/7/9f69edddf38d8.jpg "Till Isensee") ![Dr. Benedikt Brenken](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/7/2/c9d41b403811f.jpg "Dr. Benedikt Brenken") ![Julian Thielen](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/1/8/dfc2163832ef6.jpg "Julian Thielen") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/speech_bubble.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-02-26/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/4/2/3/6dda3c84e872d.jpg)### **Flexible Packaging Recycling – Progress and outlook** *Friday, 12. December 2025 – Start 13:30* Europe is accelerating the post-consumer recycling of film packaging. With the new PPWR, which came into force on February 11, 2025, the focus is now on design-for-recycling criteria, higher recycling rates by 2030, and future recycled content requirements. The market is currently dominated by a shift to PE and PP monomaterials, reduced barriers, and more easily separable printing and adhesive systems that comply with the updated , Recyglass an other guidelines. At the same time, projects such as CEFLEX and digital watermarks (HolyGrail 2.0) are creating new sorting paths for films that are intended to improve the quality of recycled materials. The InnoTalk will examine the status quo, technical hurdles, and the business outlook until 2030. We are focusing on Ceflex in this Inno-Talk. ![Guido Aufdemkamp](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/0/d/d7974693eeb49.jpg "Guido Aufdemkamp") ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Haulwen Nicholas](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/c/4/515902c65e506.jpg "Haulwen Nicholas") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/circuit_tree.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-12-25/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/9/d/6/e670453b33415.jpg)### **Flexible Verpackungen & Mehrwegsysteme – Wie passt das zusammen?** *Friday, 14. November 2025 – Start 13:30* Hersteller und Anwender flexibler Verpackungen sehen sich zunehmend mit der Herausforderung konfrontiert, Nachhaltigkeit und Effizienz miteinander zu vereinen. Dabei werden Mehrwegsysteme nicht nur von der PPWR gefördert und bevorzugt. In diesem InnoTalk beleuchten wir die Chancen und Grenzen des Einsatzes flexibler Verpackungen in Mehrwegsystemen. Die Teilnehmer erfahren, wie Flexpack durch neue Materialien, Designs und Logistikkonzepte Mehrwegsysteme unterstützen kann und ob flexible Verpackungen sogar mehrwegfähig werden können. Anhand von Praxisbeispielen und Marktanalysen zeigen wir, wie Unternehmen innovative Wege gehen, um ökologische und wirtschaftliche Anforderungen zu erfüllen. Der InnoTalk ist eine Plattform, die Orientierung und Inspiration für alle bietet, die Verpackungen besser machen wollen,. ![Jonathan Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/d/1/4/00dbfb0eb7271.jpg "Jonathan Schröder") ![Dr. Christian Beinert](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/d/c/5/2e695b4e24384.jpg "Dr. Christian Beinert") ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/speech_bubble.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-11-25/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/f/5/f8dabf8afaf4c.jpg)### **Monomaterial FFS-Packaging – What is new?** *Friday, 19. September 2025 – Start 13:30* Sealing and processing mono-material packaging is no trivial matter. We talk about optimised mono-material films for FFS processes. We explain why a temperature gradient between the outer and inner layer is necessary, how MDO technology has made progress possible here and what mechanical engineering can do to support mono-material welding. ![Yair Gellis](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/5/0/a/aefa6e537a469.jpg "Yair Gellis") ![Dr. Anina Leipold](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/9/0/d2198a35f69f4.jpg "Dr. Anina Leipold") ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/bag_crush.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-09-25/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/0/5/74a46cfcf9b21.jpg)### **Update: Recht für Verpackungen – Konformitätsarbeit, Rezyklate & Co** *Friday, 16. May 2025 – Start 13:30* Wir geben einen Überblick über die neuen Regelungen rund um das Thema Lebensmittelrecht und die neue Verordnung. Wir zeigen die brandaktuellen Änderungen und Ergänzungen auf und geben Tipps für die Praxis. Im zweiten Schwerpunkt diskutieren wir das Thema Recyclateinsatz und Lebensmittelrecht und was schon möglich ist. Dabei konzentrieren wir uns auf Europa und insbesondere auf die EU. ![Heike Schwertke](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/4/8/6/52c8f8ea64942.jpg "Heike Schwertke") ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Cord Neemann](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/8/a/e21b48562a528.jpg "Cord Neemann") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/paragraph_factory.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-05-25/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/d/a/1/ca504c72e2f1d.jpg)### **Use of film packaging with recycled material – What happens next?** *Friday, 21. March 2025 – Start 13:30* Will the recycling rate for film packaging increase significantly, as expected by PPWR? What are the requirements? What obstacles must be overcome and what do the extruders say? We will once again be discussing these issues with 2 industry experts and an expert audience in a live chat. ![Cihat Langguth](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/4/e/d4cd993d55dfa.jpg "Cihat Langguth") ![Guido Aufdemkamp](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/0/d/d7974693eeb49.jpg "Guido Aufdemkamp") ![Mika Sang](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/b/8/2/b964fa8d6aa52.jpg "Mika Sang") ![Bernd Büsing](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/f/e/6c6fffca68aed.jpg "Bernd Büsing") ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/circuit_tree.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-03-25/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/3/8/8/38a7ca1253757.jpg)### **NC-freie Druckfarben – Sinn und Unsinn** *Friday, 21. February 2025 – Start 13:30* Nitrozellulosefarben haben viele Vorteile. Sie sind in verschiedenen Druckverfahren etabliert und bewährt. So sind NC-Druckfarben dafür verantwortlich, dass Verpackungen beim Recycling deutlich beeinträchtigt werden. Neben Geruchs- und Verfärbungsproblemen sind auch lebensmittelrechtliche Bedenken ein Thema. Obwohl die Forschung noch nicht abgeschlossen ist, werden bereits Alternativen getestet und eingesetzt. Zum Beispiel Hybridsysteme (NC\_PU) oder auch reine PU-Systeme. Die Vor- und Nachteile dieser Farbsysteme werden kontrovers diskutiert. ![Dr. Klaus Pfanner](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/4/d/08dd5411947ae.jpg "Dr. Klaus Pfanner") ![Dr. Stefan Busse](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/5/4/7/7fcab2fce70ba.jpg "Dr. Stefan Busse") ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/role_multiple.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-02-25/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/f/0/d/5f13b9e2f24c1.jpg)### **Orientierte Polyethylenfolien – ein Baustein für Monomaterialverpackungen** *Friday, 6. December 2024 – Start 13:30* Einstoffverpackungen werden nicht nur vom Gesetzgeber gefordert. Sie sind ein Baustein einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft. In den letzten Jahren haben sich orientierte PE-Folien als Ersatz für andere gereckte Folien wie PET, PP und PA etabliert. Heute sind sie bereits im Einsatz und die Entwicklung schreitet rasant voran. Wir wollen einen Anstoß geben, sich mit dem spannenden Thema der gereckten PE-Folien für Monomaterialverpackungen näher zu beschäftigen. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Dr. Heiko Schenck](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/b/0/3/65e5d4f1acb9b.jpg "Dr. Heiko Schenck") ![Michael Weber](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/3/2/e915d8d3afe0b.jpg "Michael Weber") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/slime.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-12-24/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/5/6/3/4056336953915.jpg)### **Flexo-Flexpackdruck – aber nachhaltig** *Friday, 18. October 2024 – Start 13:30* Entdecken Sie neue Entwicklungen im Flexodruck für flexible Verpackungen in unserem interaktiven Online-Event. Dieser Inno-Talk richtet sich an Experten aus der Verpackungsindustrie, F&E-Spezialisten und alle, die optimale Flexodruckergebnisse benötigen. Themenschwerpunkte: Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit: Einsatz recyclingfähiger Farben zur Reduzierung der Umweltbelastung. Energieeffiziente Trocknungsprozesse Interaktive Fragerunde: Stellen Sie Ihre Fragen direkt an unsere Experten und diskutieren Sie die vorgestellten Themen. ![Dr. Lars Hancke](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/3/5/540e699da20b3.jpg "Dr. Lars Hancke") ![Dr. Kai K. O. Bär](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/1/7/b/562d9e1c4a619.jpg "Dr. Kai K. O. Bär") ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/bulp_aim.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-10-24/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/f/6/3/9ad70daedbea3.jpg)### **BEVERAGES in flexible packaging – more than a trend** *Friday, 13. September 2024 – Start 13:30* In this Inno-Talk, we invite industry experts and interested parties to experience the latest trends and technologies in the field of beverage filling in flexible packaging. The event is aimed in particular at experts from the beverage industry, packaging designers, sustainability officers and research and development. Focal points 1\. ecological sustainability: how flexible packaging can help to reduce the ecological footprint of the beverage industry. 2\. beverage trends: analysing current and emerging trends in the beverage industry, such as the increasing demand for healthy, functional beverages and how flexible packaging can contribute to brand differentiation. 3\. interactive Q&A session: Participants will have the opportunity to ask questions directly to our experts. Participation is free of charge, prior registration is required. The event will take place live. ![Marco Lazzaroni](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/2/b/0418ff9950564.jpg "Marco Lazzaroni") ![Guido Aufdemkamp](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/0/d/d7974693eeb49.jpg "Guido Aufdemkamp") ![Micha Augenstein](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/5/6/906edb17b5192.jpg "Micha Augenstein") ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/can_recycle.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-09-24/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/c/9/b33d39a31f1f5.jpg)### **Flexpack und Marketing – Verpackung als Gesicht der Marke** *Friday, 17. May 2024 – Start 13:30* In diesem Inno-Talk mit dem Schwerpunkt Felxpack & Marke und dem Untertitel „Die Verpackung als Gesicht der Marke“ werden wir die zentrale Rolle der Verpackung in der Markenkommunikation und im Verbrauchererlebnis untersuchen. Dieser Inno-Talk richtet sich an Fachleute aus der Verpackungsindustrie, Markenmanager, Produktdesigner und Marketingexperten, die das Potenzial der Verpackung als Schlüsselelement der Markenidentität voll ausschöpfen wollen. Wir haben diese Ziele auch in den aktuellen Kontext der verstärkten Nachhaltigkeitsbemühungen aller Beteiligten gestellt. Im ersten Beitrag diskutieren wir die Rolle der richtigen Materialwahl. Im zweiten Impulsreferat öffnen wir die virtuelle Welt für jede Art von Verpackung. Entweder dient ein QR-Code dazu, gesetzlich geforderte Informationen (Beispiel Neue Wein Kennzeichnungspflicht), die auf dem Etikett keinen Platz finden, zur Verfügung zu stellen, oder es wird ein Zugang geschaffen, um im eCommerce übliche Trackingdaten, Incentives wie z.B. Gewinnspiele interaktiv gestalten zu können. ![Andreas Milk](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/f/6/0d5ae7d81ca1d.jpg "Andreas Milk") ![Jonas Schenk](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/3/2/78550da8c82c2.jpg "Jonas Schenk") ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/suit_magnifier.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-05-24/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/c/0/0c589cf6ca777.jpg)### **Flexpack and digitalisation – eCommerce, printing and flexpack** *Friday, 19. April 2024 – Start 13:30* Digital concepts are in vogue. Whether e-commerce, virtual reality or AI-supported information tools – digitalisation is unstoppable. Packaging also plays a key role when it comes to new business models, customer information and loyalty, branding and the circular economy. We talk about how print images, budgets and print runs will change and how flexpackers are establishing their own e-commerce solutions and seeing digitalisation as an opportunity. Find out more and take advantage of this Inno-Talk in cooperation with Flexible Packaging Europe (FPE) and Innoform. ![Dario Bianconi](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/8/6/6/e8c7013c681af.jpg "Dario Bianconi") ![Guido Aufdemkamp](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/0/d/d7974693eeb49.jpg "Guido Aufdemkamp") ![Stefan Hilß](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/8/4/d/d54151791b0cb.jpg "Stefan Hilß") ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/hand_shake.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-04-24/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/4/4/4/dfbbbce15fc8a.jpg)### **Kaschierte (Multimaterial-) Verbundfolien – sind die noch zeitgemäß?** *Friday, 19. January 2024 – Start 13:30* Kaschierte Verbundfolien sind schlecht recycelbar, oder? Was passiert mit Verbundfolien aus Kunststoff, Papier und Aluminium? Warum brauchen wir auch mittelfristig noch kaschierte Folien und welche Trends gibt es? UND: Welche Folgen hat die Herstellung und Verwendung von Multimaterialien tatsächlich und wie können sie recycelt werden? Darüber werden wir mit Expert\*innen diskutieren. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Stefan Glötzel](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/8/1/4/d44e434792847.jpg "Stefan Glötzel") ![Holger Hoss](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/4/9/e365b047040b7.jpg "Holger Hoss") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/role_flash.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-01-24/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/d/e/2/d7c581dd4db25.jpg)### **Paper-based flexible packaging** *Friday, 8. December 2023 – Start 13:30* Flexpack with paper is booming. The reasons are manifold. Marketers often praise sustainability. But in practice, paper packaging is often more complicated as plastic. We discuss the advantages and challenges of using paper as the main ingredient for food packaging. The topic of disposal and sustainability in terms of environmental protection is also discussed. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Miguel Angel Dora Llado](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/3/1/5/d6425ad4f0b49.jpg "Miguel Angel Dora Llado") ![Guido Aufdemkamp](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/0/d/d7974693eeb49.jpg "Guido Aufdemkamp") ![Juan Cano](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/4/c/9f2c7a8e2aaa0.jpg "Juan Cano") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/bag_box.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-12-23/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/e/6/b/296e10e696f2a.jpg)### **Flexpack-Recycling – Update & Ausblick** *Friday, 20. October 2023 – Start 13:30* Wir recyceln Flexpack bereits und müssen dies intensivieren. Aber auch die Qualität muss verbessert werden. Wir wagen einen Ausblick, wie das gelingen kann und was die Polymerhersteller dazu beitragen können. Ist Grau das neue Grün? Wir meinen nein – gerade bei Folienverpackungen für Lebensmittel brauchen wir höchste Qualität. Das gilt auch für Biopolymere, deren Rolle wir gesondert betrachten. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Thorsten Weber](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/8/2/4/22dbee07fa11d.jpg "Thorsten Weber") ![Patrick Zimmermann](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/7/2/d/15e4b2fd5b1c8.jpg "Patrick Zimmermann") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/circuit_tree.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-10-23/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/c/3/518f4764d3e66.jpg)### **Mono Material Flexpack Solutions – DREAM OR REALITY?** *Friday, 15. September 2023 – Start 13:30* Mono-material solutions are on everyone’s lips today. But they are still rare on the shelf, aren’t they? We show real solutions for better recyclability and top properties. We talk about raw materials, processes and brand needs. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Dr. Jonas Schmidt](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/7/b/a/15611f70fa651.jpg "Dr. Jonas Schmidt") ![Guido Aufdemkamp](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/0/d/d7974693eeb49.jpg "Guido Aufdemkamp") ![Salvatore Pellingra](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/9/e/6f2873d0eec96.jpg "Salvatore Pellingra") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/cube_melt.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-09-23/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/f/7/a/42c2e5994ba72.jpg)### **Easy Opening** *Friday, 21. April 2023 – Start 13:30* Das leichte Öffnen von Verpackungen ist heute ein MUSS. Doch nicht zuletzt wegen der enormen Bemühungen hin zu neuen Materialkombinationen, fällt dies Basisanforderungen manchmal hinten herunter. Wir erläutern, wie bei Flexpack easy-opening immer funktioniert. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Hendrik Kleinfeldt](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/f/f/a/86cc7e4d03923.jpg "Hendrik Kleinfeldt") ![Anna Helgert](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/8/2/3/2041792a64ff2.jpg "Anna Helgert") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/slime.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-04-23/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/9/0/a4905b1d667e3.jpg)### **Barrier coatings and adhesives** *Friday, 24. February 2023 – Start 13:30* Barrier against gases is one of the main requirements for food packaging. Today, mono-materials and fibre-based materials like paper are increasingly required. These should support the circular economy and simplify recycling. But how do you create ideal barriers – we will talk about it. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Michele Zanutto](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/0/2/6956c2c26229b.jpg "Michele Zanutto") ![Cristina Ventayol Cortes](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/f/8/5/909b052f72054.jpg "Cristina Ventayol Cortes") ![Guido Aufdemkamp](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/0/d/d7974693eeb49.jpg "Guido Aufdemkamp") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/bag_time.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-02-23/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/9/2/d/fffcc2d42942b.jpg)### **Holy Grail 2.0** *Friday, 20. January 2023 – Start 13:30* Kann die neue digitale Technologie zur besseren Sortierung von Verpackungen und damit zu einem hochwertigeren Recycling beitragen? Die Initiative HolyGrail 2.0 ist angetreten, Verpackungen kreislauffähiger zu machen und noch viel mehr. Herzstück des Projektes sind digitale Wasserzeichen, die sich unsichtbar für das menschliche Auge im Farbdruck von Verpackungen verstecken können und wie ein Code funktionieren. Das US-amerikanische Unternehmen Digimarc hat diesen Digital Watermark Code entwickelt, der per Software in vorhandene Druckdateien integriert werden kann, so dass keine speziellen Farben oder Druckverfahren nötig sind. Wir diskutieren den Nutzen von verschiedenen Seiten und fragen Experten und Zuschauer live nach den Erfolgschancen. Denn diese werden sehr unterschiedlich eingeschätzt. Erste Konsumgüter-Hersteller führen den Code schon ein. Doch sortiert wird noch lange nichts, oder? Wir klären auf. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Sonja Bähr](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/e/a/55964857dbace.jpg "Sonja Bähr") ![Heino Claussen-Markefka](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/5/8/d/353791c1d8351.jpg "Heino Claussen-Markefka") ![Jan ‘t Hart](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/b/5/8/28364139ac184.jpg "Jan ‘t Hart") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/role_multiple.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-01-23/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/7/2/6/e029bcb645cf8.jpg)### **Progressive flexpack recycling technologies** *Friday, 2. December 2022 – Start 13:30* You can achieve recyclability of your packaging with basically two approaches: A common way these days is to adapt the packaging material to existing infrastructure. The other (and longer) way is to develop a more progressive recycling infrastructure. We would like to present two very progressive technologies. Will they enable the re-use of flexible packaging materials in valuable applications and replace virgin materials? Learn about the latest knowledge and available recycling methods in this Inno-Talk Europe. ![Guido Aufdemkamp](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/0/d/d7974693eeb49.jpg "Guido Aufdemkamp") ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Dr. Samane Mehravar](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/4/1/b/72e2188ad6a8e.jpg "Dr. Samane Mehravar") ![Thorsten Hornung](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/8/6/fd778cb2c7850.jpg "Thorsten Hornung") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/circuit_tree.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-12-22/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/e/6/3/dc9a053f58e71.jpg)### **Siegeln** *Friday, 18. November 2022 – Start 13:30* Das Siegeln ist einer der großen Vorteile von Kunststoffverpackungen. Aber auch da kommt es auf’s Detail an. Wir zeigen in diesem Inno-Talk, warum das richtige Siegelverfahren und das richtige Material wichtig sind. Und dabei gehen wir auch auf die Materialvielfalt ein. Profitieren Sie von aktuellem Expertenwissen für Abpacker und Hersteller gleichermaßen. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Dr. Heiko Schenck](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/b/0/3/65e5d4f1acb9b.jpg "Dr. Heiko Schenck") ![Dr. Günter Schubert](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/6/1/b4e9c3d485cea.jpg "Dr. Günter Schubert") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/box_tetris.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-11-22/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/e/f/b/27cb52092338f.jpg)### **Lebensmittelrecht und Flexpack – sicher nachhaltig verpackt** *Friday, 21. October 2022 – Start 13:30* Lebensmittelverpackungen aus Kunststoff gelten als besonders gut geregelt. Doch was genau ist geregelt, welche Neuerungen gibt es und welche stehen an? Erfahren Sie in diesem Inno-Talk Neuigkeiten und Praxistipps zum Umgang mit lebensmittelrechtlichen Herausforderungen für Packmittel. Wir setzen den Schwerpunkt auf Kunststoffe. Speziell wird es um NIAS und das Einhalten von Grenzwerten durch digitale Prozesse gehen. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Heike Schwertke](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/4/8/6/52c8f8ea64942.jpg "Heike Schwertke") ![Dr. Rainer Brandsch](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/b/4/4/167629da007f2.jpg "Dr. Rainer Brandsch") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/paragraph_factory.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-10-22/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/4/d/1/dd6b1c8797330.jpg)### **Sustainability, Flexpack & Brand – How does that fit together?** *Friday, 16. September 2022 – Start 13:30* Global companies in particular have had sustainability on their agenda for years. They often set ambitious targets. Why do brands do this and what role does packaging play in this? How do brands rate Flexpack and what are the alternatives? We talk to experts and discuss with the Innoform community. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Guido Aufdemkamp](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/0/d/d7974693eeb49.jpg "Guido Aufdemkamp") ![Gabriela Bertoni dos Santos](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/5/e/d/ad5e03a58cbd0.jpg "Gabriela Bertoni dos Santos") ![Christian Detrois](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/7/1/b09550b140290.jpg "Christian Detrois") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/seal.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-09-22/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/9/6/b/db61321fb658a.jpg)### **Refill Standbeutel – recyclingfähig und attraktiv** *Friday, 15. July 2022 – Start 13:30* Standbeutel sind nicht nur in Refill-Konzepten beliebt. Doch welche Lösungen gibt es eigentlich und wie nachhaltig sind die Plastic Pouches als Konzept und als Einzelpackung? Diese bestehen klassisch aus Multimaterial-Verbundfolien unterschiedlicher Kunststoffe. Recycler fordern zunehmend Monomaterial-Lösungen für Flexpack. Aber welches Mono-Material soll es sein? Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) oder Biopolymere? Und woraus besteht eigentlich das Einschweißteil? Welche neuen Ideen gibt es mit und durch Standbeutel? Kennen Sie POUCHIT schon – wir stellen dieses Konzept vor und laden Sie wieder ein zum Mitdenken und Mitmachen. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Lea Middendorf](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/1/4/6/3d6c8cbd2649f.jpg "Lea Middendorf") ![Mathias Koch](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/6/f/2767ecea99a53.jpg "Mathias Koch") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/can_recycle.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-07-22/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/b/0/d/8cd44aaed195d.jpg)### **E-Commerce und flexible (Versand-) Verpackungen** *Friday, 10. June 2022 – Start 13:30* Will e-commerce now make everything out of cardboard? Far from it, say the flexpack people. But the reality is far from perfect. Half-empty cartons, leaky packaging and little convenience currently characterize online packaging. But something is happening.We show tentative approaches for real online consumer packaging. No matter what material is used, but in any case securely and conveniently packaged – and all suitable for returns? ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Piran Asci](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/b/8/a/d35dcdb6c2ca8.jpg "Piran Asci") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/hand_shake.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-06-22/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/d/f/a/fb7efee657c4a.jpg)### **Paper Packaging – Rethinking Flexpack** *Friday, 20. May 2022 – Start 13:30* More and more marketers are turning to paper. The flexpack industry is adapting and delivering. But what’s really new and where does paper really make sense? Are multilaminates with paper effective? Is there a need for new paper recycling? Are recycled fibers suitable for food packaging? Questions like these move product managers and brand owners. We would like to give a first approach to this emotional topic of the material change from plastic to paper. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Thomas Lunz](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/e/a/14095eb350673.jpg "Thomas Lunz") ![Thomas Kahl](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/4/4/a/d5d468dfa1dc4.jpg "Thomas Kahl") ![Stefan Maier](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/3/9/5025032566aea.jpg "Stefan Maier") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/bag_brush.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-05-22/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/1/a/64e6b2b17707a.jpg)### **Packaging printing – Flexpack knowledge for decision-makers** *Friday, 22. April 2022 – Start 13:30* Packaging printing in Europe is changing dramatically. In addition to new substrates, new machine technologies are also coming onto the market. How does a packaging printer position himself today? What finishing levels are there and what does the digitisation of prepress and possibly also the printing process itself bring in terms of sustainability and customer benefits ![Guido Aufdemkamp](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/0/d/d7974693eeb49.jpg "Guido Aufdemkamp") ![Juan Cano](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/4/c/9f2c7a8e2aaa0.jpg "Juan Cano") ![Allan Bendall](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/9/c/4/929a739ce4083.jpg "Allan Bendall") ![Zeliha Sevdiroglu](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/4/a/b/b37bf56a6a4f7.jpg "Zeliha Sevdiroglu") ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/role_quantity.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-04-22/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/b/0/6/695ca3b62c013.jpg)### **Sustainability and brand – recycling and its relevance for brand** *Friday, 18. March 2022 – Start 13:30* Everyone is talking about recyclable packaging. But how is film packaging to be turned back into film packaging? And who wants the „second-hand polymers“ with all their peculiarities such as gels, color, special haptics and limited design capability in printing and branding? Or is a whole new field just opening up? Starting from the brand owner’s view of the problem, we also take a small look at ink technology and the level of detail needed to make Flexpack more recyclable. The brand must become sustainable, many say. But is that true and is it possible? Or hasn’t a sustainability strategy long since become a natural part of the company, like creditworthiness or a guarantee of quality? What are ink manufacturers, designers and recyclers doing to make a contribution in this gigantic upheaval? What is the role of cooperation in the supply chain and what is the real role of technology innovation? Isn’t the rethinking of retailers and brand owners the driving force that makes change possible? Or does politics have to be decisive and set stricter standards? Let’s think „out of the box“ from a brand and supplier perspective. Is there an innovation push or pull? And what will interim targets look like? ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Christoph Waldau](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/7/0/b/344e1a01f3126.jpg "Christoph Waldau") ![Dr. Annett Kaeding-Koppers](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/5/e/f/52ff381086bfb.jpg "Dr. Annett Kaeding-Koppers") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/speech_bubble.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-03-22/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/2/c/4d41639512d17.jpg)### **Opportunities and limits of barrier films and laminates** *Friday, 18. February 2022 – Start 13:30* Recycling is booming! Everyone wants barriers and mono-material packaging at the same time. But is this the right way to go? In this talk we discuss the sense and nonsense of barrier films. Composite films play a dominant role and how they are optimised. We also take a look at disposal and recycling. How must barrier packaging change – we offer approaches and solutions. ![Guido Aufdemkamp](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/0/d/d7974693eeb49.jpg "Guido Aufdemkamp") ![Stefano Manfredi](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/b/e/7/4151fae3c0411.jpg "Stefano Manfredi") ![Dr. Stefan Busse](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/5/4/7/7fcab2fce70ba.jpg "Dr. Stefan Busse") ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/packaging_burn.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-02-22w/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/b/c/c1c1bc5c0804f.jpg)### **Nachhaltiges Abpacken** *Friday, 21. January 2022 – Start 13:30* The process of packaging is in the foreground for many packers. However, it is only a means to an end. Optimum product protection, coupled with marketing requirements and logistics tasks, are just some of the demands placed on the resulting packaging process. We provide suggestions for rethinking the packaging of food and consumer goods. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Martin Buchwitz](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/9/d/8/1e900a6c4c10f.jpg "Martin Buchwitz") ![Marina Dodel](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/b/b/3/6acb488806c22.jpg "Marina Dodel") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/bag_crush.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-01-22/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/b/d/6/3d516f13037bc.jpg)### **Etiketten** *Friday, 19. November 2021 – Start 13:30* Etiketten und Flexpack wachsen zusammen. Nicht nur in der Anwendung wo viele Etiketten die Folienverpackungen ergänzen. Auch in Produktion und Einkauf gehören beide Produkte schon in eine Hand. Doch welche Chancen bieten sich Etikettenherstellern wirklich und wo sind die Hürden zu einer wirklichen Symbiose. Welche Trends gibt es bei Etikettendruckern, die auch für Flexpack spannend zu werden scheinen? Praktiker geben Antworten und Denkanstöße. ![Prof. Martin Dreher](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/7/9/b/bce4bfb73fb20.jpg "Prof. Martin Dreher") ![Thomas Reckert](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/f/b/0/6a937d7822aa7.jpg "Thomas Reckert") ![Patrick Graber](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/e/d/1/11a8605ecd988.jpg "Patrick Graber") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/speech_bubble.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-11-21w/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/1/f/f/387ddf881f2cf.jpg)### **Wickeln und Schneiden** *Friday, 15. October 2021 – Start 13:30* Das Wickeln und Schneiden ist ein typisches Merkmal der Flexpack-Branche. Doch das Know-How wird manchmal unterschätzt, das gerade in diesem Prozessschritt steckt. Und meistens wird eine flexible Verpackung mehrfach gewickelt, angeklebt und geschnitten. Ausgehend von der richtigen Hülse bis hin zum fertig geschnittenen Rollenwaren-Endprodukt gibt es reichlich Innovation. Wir reden drüber mit zwei Marktführern. ![Maik Krüger](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/e/a/e/db0540f7cdc9e.jpg "Maik Krüger") ![Kilian Kunert](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/3/4/770ec12071158.jpg "Kilian Kunert") ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/role_stars.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-10-21w/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/c/d/a2391c5d55b59.jpg)### **Circular economy in flexpack** *Friday, 1. October 2021 – Start 13:30* The circular economy is not only a mega-trend in the packaging industry. In Europe, forces from many different industries are currently being bundled. Prompted by governments‘ sustainability efforts, associations are campaigning for genuine circular concepts, as are retailers and brand owners. We will discuss the European differences and possible solutions for the flexpack industry as well as your suppliers and customers. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Guido Aufdemkamp](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/0/d/d7974693eeb49.jpg "Guido Aufdemkamp") ![Katharina Müller](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/5/a/2efdf19454ca8.jpg "Katharina Müller") ![Feliks Bezati](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/9/b/c85ea6e0c52eb.jpg "Feliks Bezati") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/circuit_tree.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-10-21w/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/1/6/a/f78289d9d844b.jpg)### **Kaschierte Verbundfolien** *Friday, 17. September 2021 – Start 13:30* Kaschieren war und ist das Verfahren, um unterschiedliche Anforderungen an Folien zu erfüllen. Doch der Trend zu Monofolien hält weiter an. Die Mengen an kaschierten Folien steigen aber weiter – wie passt das zusammen? Wir gehen wieder ins Detail und diskutieren über Dickenreduzierung und europäische Kooperation für mehr Recyclingfähigkeit und Produktschutz für Lebensmittel durch moderne Verbundfolien. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Christoph Winkler](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/9/4/445eda2d61af6.jpg "Christoph Winkler") ![Jürgen Scheperjans](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/9/8/d/4d37de0d388c4.jpg "Jürgen Scheperjans") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/role_multiple.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-09-21w/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/4/e/e/238b03b7bcb6f.jpg)### **Biofolien** *Friday, 16. July 2021 – Start 13:30* Biofolien sind wieder einmal in aller Munde. Oder sollte man sagen immer noch? Doch was sind Biofolien eigentlich genau? Reden wir über abbaubare Folien oder nachwachsende Rohstoffe? Wir diskutieren das Thema nachwachsende Rohstoffe als Ersatz für petrochemische Kunststoffe als Basis für Folienverpackungen. Wird Rohöl ersetzbar durch pflanzliche Quellen – oder geben wir uns einer Illusion hin, da Kosten und Wettbewerb zum Nahrungsmittel das sichere Scheitern bedeuten? ![Niklas Voß](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/5/9/856a21c9f5673.jpg "Niklas Voß") ![Dr. Anne Lamp](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/f/c/2e2591587027b.jpg "Dr. Anne Lamp") ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/packet_tree.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-07-21w/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/9/f/7/fa671824772fc.jpg)### **Inno-Talk – Flexpackwissen für Entscheider: Digitaldruck** *Friday, 25. June 2021 – Start 13:30* Der Verpackungsdruck boomt. Doch wie entwickelt sich der Digitaldruck eigentlich? Während HP, Xeikon & Co mit ihren Verfahren bisher die Etikettenindustrie mit neuen Geschäftsmodellen beflügeln, sieht es in der klassischen Flexpack-Druckerei recht übersichtlich mit Digitaldruckmaschinen aus. Welche Trends zeichnen sich für Flexpacker ab? Kommt der Inkjet nun mit Macht? ![David Reiser](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/4/2/d/bcbb5152dbf46.jpg "David Reiser") ![Filip Weymans](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/d/0/8/5a58e290f2050.jpg "Filip Weymans") ![Thomas Bucher](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/4/3/0/c057889d02378.jpg "Thomas Bucher") ![Mark Weller](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/5/7/8f597413b2a10.jpg "Mark Weller") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/role_quantity.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-06-21w/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/e/4/1/7c8437480cfd8.jpg)### **Inno-Talk – Flexpackwissen für Entscheider: Barrierefolien** *Friday, 21. May 2021 – Start 13:30* Barrierefolien sind das Herzstück der flexiblen Verpackungen. Doch wie entwickeln sich diese in Zeiten geforderter Kreislauffähigkeit? Wir sprechen über Trends zu neuen Barrieren und neuen Foliendesigns für mehr Recyclingfähigkeit, gerade von Barrierefolien. Organische und anorganische Barriereschichten konkurrieren nicht nur im Preis und Leistungsprofil sondern auch um Recyclingfähigkeit. Dabei erobern beide Systeme neuen Anwendungen – wir erfahren welche. ![Peter Olbrich](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/6/2/8cad698536465.jpg "Peter Olbrich")S ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/speech_bubble.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-05-21w/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/1/b/d2f6b284e5970.jpg)### **Inno-Talk – Flexpackwissen für Entscheider: Drucken** *Friday, 16. April 2021 – Start 13:30* Der Verpackungsdruck boomt. Und doch muss Zeit für Neues bleiben. Wir besprechen wichtige Innovationen im Druckbereich. So müssen auch Druckfarben **recyclingfähiger** werden. Aber auch **Big Data** spielt eine Rolle im Drucksaal. Um diese Blöcke rangt sich dieser Inno-Talk. ![Dr. Stefan Busse](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/5/4/7/7fcab2fce70ba.jpg "Dr. Stefan Busse") ![Frederik Petzold](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/1/8/d/d959dcc441a79.jpg "Frederik Petzold") ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/speech_bubble.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-04-21w/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/d/d/1/d5f4e0619db66.jpg)### **Inno-Talk – Flexpackwissen für Entscheider: Monomaterial** *Friday, 19. March 2021 – Start 13:30* Recycling boomt! Wirklich? Alle wollen Monomaterialverpackungen und wissen oft nicht warum. Wir besprechen in diesem Talk Sinn und Unsinn der Monomaterial-Entwicklungen und stellen den aktuellen Stand der Technik vor. Barrierefolien und Standard-Verbundfolien spielen dabei eine dominierende Rolle. Wir schlagen auch einen Bogen zur Entsorgung und zum mechanischen Recycling. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Prof. Achim Grefenstein](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/c/4/a0bc1b1dbc4b8.jpg "Prof. Achim Grefenstein") ![Dominik Haug](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/b/0/7/def216e4b618f.jpg "Dominik Haug") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/speech_bubble.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-03-21w/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/8/9/8/356f87c81c2a2.jpg)### **Inno-Talk – Flexpackwissen für Entscheider: Der Standbeutel** *Friday, 26. February 2021 – Start 13:30* Mit Inno-Talk beleuchten wir im 4-Wochen-Rhythmus aktuelle Themen rund um das Thema „Flexible Verpackungen“. Wir bieten eine Mischung aus Kurzvorträgen, Diskussionsrunden, Faktencheck und Interviews.Das 60-Minuten-Format nutzt dafür moderne Online-Streaming-Technologie. Die anschließende Netzwerkmöglichkeit rundet das Angebot ab. Nach und nach wird eine Ausstellerwelt entstehen, die interaktiven Austausch zusätzlich fördert. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Henno Hensen](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/5/1/9/07f11197a8218.jpg "Henno Hensen") ![Thomas Kahl](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/4/4/a/d5d468dfa1dc4.jpg "Thomas Kahl") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/speech_bubble.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-02-21w/) --- ### [Kontakt](https://inno-talk.de/kontakt/) **Published:** Juni 8, 2026 **Author:** admin **Content:** ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/04/Logo_coaching_300dpi_trans-1024x344.png) # Kontakt Sie haben eine Frage zu unseren Events, ein Anliegen oder möchten Medienpartner werden? Schreiben Sie uns – wir melden uns zeitnah zurück. ## Schreiben Sie mir AnredeHerrFrau Anlagen hochladen (optional) – z. B. Foto, Datenblatt oder Spezifikation Ich habe die [Datenschutzerklärung](/datenschutz/) gelesen und stimme der Verarbeitung meiner Daten zur Bearbeitung der Anfrage zu. Δ ## Ihr Ansprechpartner ![Karsten Schröder, Innoform](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_1645-Karsten-Shroeder-2-1024x683.jpg)Karsten Schröder [+49 5405 80767-21](tel:4954058076721) --- ### Anschrift Innoform Coaching GmbH Stüvestraße 25 49205 Hasbergen Deutschland Zentrale: [+49 5405 80767-0](tel:495405807670) --- ### [Contact](https://inno-talk.de/en/contact/) **Published:** Juni 8, 2026 **Author:** admin **Content:** ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/04/Logo_coaching_300dpi_trans-1024x344.png) # Contact Do you have a question about our events, a request, or would you like to become a media partner? Write to us – we will get back to you shortly. ## Write to me Ihr Name Ihre E-Mail-Adresse Betreff Ihre Nachricht (optional) Dieses Formular verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. [Erfahren Sie, wie Ihre Daten verarbeitet werden.](https://akismet.com/privacy/) Δ ## Your Contact Person ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_1645-Karsten-Shroeder-2-1024x683.jpg)Karsten Schröder [+49 5405 80767-21](tel:4954058076721) --- ### Address Innoform Coaching GbR Stüvestraße 25 49205 Hasbergen Germany Office: [+49 5405 80767-0](tel:495405807670) --- ### [Homepage](https://inno-talk.de/en/homepage/) **Published:** Mai 5, 2024 **Author:** admin **Content:** **Your Next Event:** # Retortable mono-material laminates – Barrier is key InnoTalk – The interactive online format for flexpack decision-makers with live presentations, discussions and networking [Next event on 18.09.26](https://inno-talk.de/events/INE-09-26/) [->](https://inno-talk.de/events/INE-09-26/) ![Innoform Hero für InnoTalk](/wp-content/themes/inno-talk/assets/images/hero.png) A BRAND OF [![Innoform Logo](/wp-content/themes/inno-talk/assets/images/innoform_logo2.png)](https://www.innoform-coaching.de/start) ### Upcoming Events *September 2026 – October 2026* All upcoming events can be found in our event list. You and your colleagues can register for all listed events today. [All Events](https://inno-talk.de/events/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/4/3/bacde47b7686b.jpg)### **Retortable mono-material laminates – Barrier is key** *Friday, 18. September 2026 – Start 13:30* The development of recyclable, high-performance packaging solutions is one of the central challenges facing the flexible packaging industry. In particular, retort applications demand materials that can withstand extreme thermal and mechanical stress while maintaining product safety, shelf life, and quality. Mono-material laminates are widely regarded as a promising pathway toward improved recyclability. However, achieving the necessary barrier properties for sterilization processes remains a critical hurdle. The interplay between oxygen, moisture, and aroma barriers—combined with the impact of retort conditions—requires in-depth material understanding and innovative design strategies. This Inno-Talk brings together industry experts to explore the latest developments in retortable mono-material laminates. The focus is on practical solutions, material innovations, and realistic pathways to combine recyclability with high barrier performance. Participants will gain insights into: – Current material solutions and their limitations – The role of barrier layers and coatings in mono-material structures – Market trends and regulatory drivers shaping future developments Join us for a focused exchange of ideas, experience, and practical approaches to one of the most demanding applications in flexible packaging. ![Julian Thielen](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/1/8/dfc2163832ef6.jpg "Julian Thielen")H ![Sebastian Ritter](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/0/3/f1c1a566dcdad.jpg "Sebastian Ritter") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/bag_time.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-09-26/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/3/1/0/43ac443ae0a09.jpg)### **Flexpack recyclingfähig bedrucken – Zwischen Wunsch und Wirklichkeit** *Friday, 16. October 2026 – Start 13:30* Das Bedrucken flexibler Verpackungen wird zunehmend zur Nachhaltigkeitsübung. Die Druckfarben müssen stabil gegen aggressive Füllgüter, Bewirtung und mechanische Beanspruchung sein. Eine brillante Farbwiedergabe und ein gutes Druckbild sind dabei Pflicht. Die neue Kür heißt, die Recyclingfähigkeit sicherzustellen. Wie das unter anderem mit Polyurethan Druckfarben realisiert wird, besprechen wir in diesem Inno Talk. Welche Hürden es dabei noch zu nehmen gilt, besprechen wir in diesem Inno Talk. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/role_multiple.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-10-26/) ### We are the virtual collective lens for Flexpack knowledge *Overview of our topics:* Specialists from the retail, food and consumer goods industries and, above all, packaging experts regularly meet here virtually. But we offer more than just a webinar. The mixture of compact presentations, questions and answers from the audience and live surveys makes this event something special. Questions from the audience are collected directly for each presentation, evaluated by the participants and discussed immediately. Voting rounds off the interaction. The contact details of the live participants are shared with each other and thus support interaction during and after the event. Everything revolves around the topic of packaging with a focus on flexible packaging for food, i.e. #Flexpack. ![](/wp-content/themes/inno-talk/assets/images/events-overview-1.png) ![](/wp-content/themes/inno-talk/assets/images/event-teaser-background.png) ### InnoTalk more than free webinars n this introductory video, I would like to give you a flavour of what InnoTalk can offer you, your employees and your company. We form a community of people who are interested in flexible packaging. And the whole thing is free for participants. They acquire specialised knowledge and make contacts with other film experts. In this way, we stimulate joint discussions and ideas for packaging manufacturers and packagers as well as for suppliers to the film industry and the retail trade. Directly after each presentation, questions from the audience will be collected, evaluated by the participants and immediately answered and discussed. During the talk, participants and supporters can exchange their digital business cards with each other and network digitally after the presentation and discussion part. A real industry get-together and much more than just a free webinar with high-calibre presentations. *The video is translated with AI dubbing.* ### Supporter & Medienpartner *Thank you to our steadily growing supporters & media partners* [![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/9/2/c/dad093f42b59d.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/testservice/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/e/4/9/bde6e5a4b2331.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/morchem/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/3/1/3/d41c7d6c53144.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/herrmann_ultraschall/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/1/7/f/bc9f9e83449c1.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/hp/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/e/2/2/b2debe39ba2b9.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/labelisten/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/4/8/b/ffee57d2d37df.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/schoenwald/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/8/2/1/a7e03f84a0e4f.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/pack_consult/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/e/6/1271f8f94782d.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/flexo_tiefdruck/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/7/0/8/3320fce95a681.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/labelpack/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/8/1/6/0546b527517c5.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/Neue_Verpackung/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/0/e/15c75be0b7575.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/M2N/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/2/a/3aa36ef9c015f.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/SustainablePackagingSummit/) --- ### [Informationen zum Datenschutz](https://inno-talk.de/datenschutz/) **Published:** Mai 8, 2024 **Author:** admin **Content:** Hiermit stimme ich der Datenschutzerklärung zu. Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit per E-Mail an widerrufen. Lesen Sie [hier](https://www.innoform-coaching.de/site/pagecontent.php?content=page_privacy) unsere Datenschutzerklärung. Lesen Sie [hier](https://www.innoform-coaching.de/site/pagecontent.php?content=page_agb) unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen. #### Aktualisierungen InnoTalk – das interaktive Online-Format für Flexpack-Entscheider mit Live-Vorträgen, Diskussionsrunde, Messe und Netzwerken Ja, ich bin mit dem Austausch meiner Daten mit den Teilnehmenden dieser Veranstaltung einverstanden. **Das bedeutet, dass meine Daten (Name, Funktion, Firma, Telefon, E-Mail, Ort, Land ) an die Teilnehmenden der Veranstaltung weitergegeben werden können (z. B. Teilnehmerliste). Supporter werden Sie maximal einmal im Kontext zu diesem Inno-Talk kontaktieren, und Sie können dann jeweils beim Supporter Ihr Einverständnis widerufen.** Zustimmen [Nicht teilnehmen](/) --- ### [Data Privacy](https://inno-talk.de/en/data-privacy/) **Published:** Mai 8, 2024 **Author:** admin **Content:** I hereby agree to the privacy policy. Note: You can revoke your consent at any time by sending an email to . Read [here](https://www.innoform-coaching.de/site/pagecontent.php?content=page_privacy) our privacy policy. Read [here](https://www.innoform-coaching.de/site/pagecontent.php?content=page_agb) our terms and conditions. #### Updates InnoTalk – the interactive online format for Flexpack decision-makers with live presentations, discussion round, trade fair and networking Yes, I agree to the exchange of my data with the supporters of this event. *This means that my data (name, function, company, telephone, email, city, country and, if applicable, length of stay) may be passed on to the exhibitors at the event, e. g. to send me information about offers. Supporters will only contact you once in the context of this Inno-Talk and you can then revoke your consent with the supporter.* Zustimmen [Nicht teilnehmen](/) --- ### [Podcast](https://inno-talk.de/podcast/) **Published:** März 19, 2024 **Author:** admin **Content:** ## Der INNOFORM Podcast Der Inno-Talk Podcast mit Fokus auf die flexible Verpackungsindustrie („Flexpack“). Gastgeber Karsten Schröder lädt deutschsprachige Experten, die u.a. aus den Seminaren und Konferenzen von Innoform Coaching bekannt sind, zu einem professionell aufbereiteten und zugleich persönlichen Gespräch über aktuelle Themen ein. Dabei geht es um Trends, Geschichten und Hintergründe aus der Welt der flexiblen Verpackungen. Die Gespräche beleuchten technologische Fortschritte, Marktkenntnisse und die Auswirkungen von Regulierungen oder politischen Veränderungen auf die Branche. Mit einer Mischung aus persönlicher Note und fundiertem Fachwissen erhalten die Zuhörer Einblicke in die vielfältige Welt der flexiblen Verpackungen und können so ihr eigenes Wissen erweitern. Der Podcast ist ideal für Fachleute und Interessierte, die die Branche hautnah erleben möchten. [Youtube](https://www.youtube.com/@innoformcoaching/) ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/5698629/5698629-1785498056039-df6f75e8237c8.jpg) ###### Episode #6.22 – 05.08.2026, 00:24 Min. Verpackungspreis, Papier-Recycling und digitaler Produktpass | FlexPack.News mit Dominik Lichtenthäler #### Follow us and never miss an episode Enjoy new episodes as soon as they’re released – subscribe for automatic delivery. [ ![](https://inno-talk.de/wp-content/themes/inno-talk/assets/images/applepodcasts.svg) Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ ![](https://inno-talk.de/wp-content/themes/inno-talk/assets/images/spotify.svg) Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ ![](https://inno-talk.de/wp-content/themes/inno-talk/assets/images/deezer.svg) Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ ![](https://inno-talk.de/wp-content/themes/inno-talk/assets/images/rss.svg) RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/5698629/5698629-1783514476168-c8c05117331d3.jpg) ###### Episode #6.21 – 08.07.2026, 00:44 Min. Heike Schwertke: Lebensmittelrecht in der Flexpack-Praxis heute --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/5698629/5698629-1782480870161-de0a87002f33f.jpg) ###### Episode #6.19 – 01.07.2026, 00:42 Min. Das 1×1 des Innoform | FlexPack.News Sonderausgabe mit Karsten Schröder --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/5698629/5698629-1781546323284-c433baf89aed2.jpg) ###### Episode #6.18 – 17.06.2026, 00:14 Min. Audio-Feature: How to Rezyklateinsatz – Tag 1 vom BVSE Altkunststofftag 2026 --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/5698629/5698629-1780396461375-4e6d60f9a6dc8.jpg) ###### Episode #6.17 – 03.06.2026, 00:27 Min. VerpackDG, SW-Druck durch Rohstoffmangel, Interpack ReCap – FlexPack.News mit Thomas Schmitt --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/5698629/5698629-1775840904552-44b9607053dd5.jpg) ###### Episode #6.16 – 13.05.2026, 00:24 Min. 7C-Flexodruck in der Praxis --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/5698629/5698629-1777884954321-117937ebb182.jpg) ###### Episode #6.15 – 06.05.2026, 00:24 Min. PPWR, rPP & Supply Chain Druck | FlexPack.news mit Max Haschke --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/5698629/5698629-1775757032146-061181e229632.jpg) ###### Episode #6.14 – 29.04.2026, 00:26 Min. Lebensmittelrecht für Ein- und Aufsteiger --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/5698629/5698629-1775648416882-2be5feaaba23e.jpg) ###### Episode #6.13 – 15.04.2026, 00:28 Min. Ein enstpannterer Blick auf Krisen – mit Heiko Schenck --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/5698629/5698629-1774541779296-8db9d69f116b6.jpg) ###### Episode #6.12 – 08.04.2026, 00:34 Min. Strong Partnership – Smart Solutions --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/5698629/5698629-1774625665466-6d4bde0819fe2.jpg) ###### Episode #6.11 – 01.04.2026, 00:26 Min. Explodierende Rohstoffpreise, Paperization & Interpack | FlexPack.news mit Marcus Holland --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/5698629/5698629-1774358411350-15697bb47c1a3.jpg) ###### Episode #6.10 – 25.03.2026, 00:34 Min. Chrissi Holzmann packt aus --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/5698629/5698629-1773917087329-1616899535809.jpg) ###### Episode #6.9 – 19.03.2026, 00:19 Min. FlexPack 2030 – Eine Audio-Reportage vom INNO-Meeting 2026 --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/5698629/5698629-1773397924639-1742f78889b86.jpg) ###### Episode #6.8 – 13.03.2026, 00:07 Min. KI-Experiment – Die PPWR-Debatte zu Artikel 29 --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/5698629/5698629-1772189727677-383af4a4502a7.jpg) ###### Episode #6.7 – 03.03.2026, 00:20 Min. FlexPack.news – mit Jan Grevè und Daniel Zimmermann --- [ 1 ](/wp-cron.php?doing_wp_cron=1786554514.0097138881683349609375&rss_paged=1) [ 2 ](/wp-cron.php?doing_wp_cron=1786554514.0097138881683349609375&rss_paged=2) … [ 8 ](/wp-cron.php?doing_wp_cron=1786554514.0097138881683349609375&rss_paged=8) [ →](/wp-cron.php?doing_wp_cron=1786554514.0097138881683349609375&rss_paged=2) **Möchten Sie Ihre Verpackungs-Themen im Podcast-Format präsentieren?** Das können Sie erwarten, [Werden Sie Podcast-Gast](https://inno-talk.de/verpackungs-themen-im-podcast-format-praesentieren/) --- ### [Termine](https://inno-talk.de/termine/) **Published:** Februar 27, 2024 **Author:** admin **Content:** ## Die nächsten InnoTalks Hier finden Sie die nächsten Termine für die deutsch- und englischsprachigen InnoTalks. Jeder InnoTalk hat immer einen Schwerpunkt, der von den Teilnehmern der vergangenen InnoTalks und den Supportern mitbestimmt wird. Jeder Block steht für einen Termin und ein Thema. Melden Sie sich direkt zu den für Sie relevanten Themen an und treffen Sie Marktteilnehmer live und online. Aufzeichnungen vergangener Termine sind nur für vorher angemeldete Benutzer nachträglich sichtbar. Oder nutzen Sie diese Plattform für Ihre Kommunikation und werden Sie Unterstützer dieser Initiative für mehr Flexpack-Know-how in der Verpackungsindustrie. Profitieren Sie von unserer Reichweite, unseren Showrooms und Fachartikeln, die wir auch gerne mit Supportern erstellen und in Newslettern teilen. Kontaktieren Sie uns und vereinbaren Sie einen [unverbindlichen Termin](https://outlook.office365.com/book/InnoTalk@innoform.de/). ![](https://innotalk.danzasphere.de/wp-content/uploads/2024/02/events-overview.png) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/4/3/bacde47b7686b.jpg)### **Retortable mono-material laminates – Barrier is key** *Friday, 18. September 2026 – Start 13:30* The development of recyclable, high-performance packaging solutions is one of the central challenges facing the flexible packaging industry. In particular, retort applications demand materials that can withstand extreme thermal and mechanical stress while maintaining product safety, shelf life, and quality. Mono-material laminates are widely regarded as a promising pathway toward improved recyclability. However, achieving the necessary barrier properties for sterilization processes remains a critical hurdle. The interplay between oxygen, moisture, and aroma barriers—combined with the impact of retort conditions—requires in-depth material understanding and innovative design strategies. This Inno-Talk brings together industry experts to explore the latest developments in retortable mono-material laminates. The focus is on practical solutions, material innovations, and realistic pathways to combine recyclability with high barrier performance. Participants will gain insights into: – Current material solutions and their limitations – The role of barrier layers and coatings in mono-material structures – Market trends and regulatory drivers shaping future developments Join us for a focused exchange of ideas, experience, and practical approaches to one of the most demanding applications in flexible packaging. ![Julian Thielen](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/1/8/dfc2163832ef6.jpg "Julian Thielen")H ![Sebastian Ritter](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/0/3/f1c1a566dcdad.jpg "Sebastian Ritter") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/bag_time.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-09-26/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/3/1/0/43ac443ae0a09.jpg)### **Flexpack recyclingfähig bedrucken – Zwischen Wunsch und Wirklichkeit** *Friday, 16. October 2026 – Start 13:30* Das Bedrucken flexibler Verpackungen wird zunehmend zur Nachhaltigkeitsübung. Die Druckfarben müssen stabil gegen aggressive Füllgüter, Bewirtung und mechanische Beanspruchung sein. Eine brillante Farbwiedergabe und ein gutes Druckbild sind dabei Pflicht. Die neue Kür heißt, die Recyclingfähigkeit sicherzustellen. Wie das unter anderem mit Polyurethan Druckfarben realisiert wird, besprechen wir in diesem Inno Talk. Welche Hürden es dabei noch zu nehmen gilt, besprechen wir in diesem Inno Talk. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/role_multiple.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-10-26/) ## Vergangenen InnoTalks Hier finden sie unser Archiv aller vergangenen Events. Sehen Sie sich auch nachträglich noch alle Events als Video an oder besuchen unsere Showrooms. ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/5/5/8/c7c141f5c8909.jpg)### **Chemical recycling & mass balance – The key to food grade?** *Friday, 19. June 2026 – Start 13:30* With the PPWR targets for 2030, the use of recycled materials will become mandatory even for materials intended for food contact; however, mechanical recycling in this sector often faces regulatory constraints. In this Inno-Talk, we examine the current situation in the EU regarding the recognition of the mass balance method (‘Fuel Use Exempt’) and analyse whether chemical recycling capacities in Europe will be expanded in time to effectively close the gap in legally compliant food-grade packaging. ![Dr. Arne Glüer](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/2/c/458ffab7b7487.jpg "Dr. Arne Glüer") ![Ben Raven](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/9/f/b/f27b9c1164ace.jpg "Ben Raven") ![Julian Thielen](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/1/8/dfc2163832ef6.jpg "Julian Thielen") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/circuit_packaging.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-06-26/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/3/4/212888302a546.jpg)### **Das PFAS-Verbot – Realitätscheck für flexible Verpackungen** *Friday, 22. May 2026 – Start 13:30* Das geplante universelle PFAS-Verbot der EU bedroht nicht nur beschichtete Papierverpackungen, sondern zielt auch auf den Kern von Hochleistungsfolien ab, ohne dass dies immer erkannt wird: Verarbeitungshilfsmittel und spezielle Barriere-Coatings. In diesem Inno-Talk analysieren wir den aktuellen Stand der EU-Vorgaben, ihre Ergänzungen und Widersprüche im Hinblick auf Lebensmittelkontaktmaterialien. Erfahren Sie, wie „Ewigkeitschemikalien“ analysiert werden können und welche Fallstricke es dabei geben kann. ![Julian Thielen](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/1/8/dfc2163832ef6.jpg "Julian Thielen") ![Dr. Ernst Simon](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/b/c/8/a0368c909ce1d.jpg "Dr. Ernst Simon") ![Dr. Tim Schlüter](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/7/e/3/b47161d1a3d2c.jpg "Dr. Tim Schlüter") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/paragraph_factory.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-05-26/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/5/4/1/77c50ae77c047.jpg)### **Faserbasierte Flexpacks – Papier und mehr** *Friday, 20. March 2026 – Start 13:30* Der 41. Inno-Talk thematisierte innovative Ansätze für faserbasierte flexible Verpackungen, um diese als Alternative zu herkömmlichen Kunststofffolien zu etablieren. Marius Jasdinszki vom Fraunhofer IVV erläuterte dabei die Transfermetallisierung, mit der Hochbarriere-Werte auf Papieren realisiert werden können, ohne die typischen Vakuums-Schwierigkeiten des Materials. Dr. Tobias Beiß von ILIG präsentierte das „Dry Fiber Molding“, ein wasserloses Verfahren zur Herstellung tiefer, dreidimensionaler Papierformen wie Joghurtbecher. Abschließend diskutierten die Experten die Marktaussichten und ökologischen Vorteile dieser Technologien im Hinblick auf Recyclingfähigkeit und CO₂-Reduktion. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Marius Jesdinszki](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/3/1/0/146826f356780.jpg "Marius Jesdinszki") ![Dr. Tobias Beiss](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/5/7/b/44b0d42b76a87.jpg "Dr. Tobias Beiss") ![Julian Thielen](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/1/8/dfc2163832ef6.jpg "Julian Thielen") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/packet_tree.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-03-26/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/f/b/f/852e761f36276.jpg)### **Digitalization as the Key to PPWR Compliance – AI & standards** *Friday, 6. February 2026 – Start 14:35* Why is digitalization essential for meeting the requirements of the EU Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR)? In this Inno-Talk session, we explain how digital standards and intelligent assistance systems can help companies achieve PPWR compliance. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Till Isensee](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/b/6/7/9f69edddf38d8.jpg "Till Isensee") ![Dr. Benedikt Brenken](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/7/2/c9d41b403811f.jpg "Dr. Benedikt Brenken") ![Julian Thielen](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/1/8/dfc2163832ef6.jpg "Julian Thielen") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/speech_bubble.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-02-26/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/4/2/3/6dda3c84e872d.jpg)### **Flexible Packaging Recycling – Progress and outlook** *Friday, 12. December 2025 – Start 13:30* Europe is accelerating the post-consumer recycling of film packaging. With the new PPWR, which came into force on February 11, 2025, the focus is now on design-for-recycling criteria, higher recycling rates by 2030, and future recycled content requirements. The market is currently dominated by a shift to PE and PP monomaterials, reduced barriers, and more easily separable printing and adhesive systems that comply with the updated , Recyglass an other guidelines. At the same time, projects such as CEFLEX and digital watermarks (HolyGrail 2.0) are creating new sorting paths for films that are intended to improve the quality of recycled materials. The InnoTalk will examine the status quo, technical hurdles, and the business outlook until 2030. We are focusing on Ceflex in this Inno-Talk. ![Guido Aufdemkamp](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/0/d/d7974693eeb49.jpg "Guido Aufdemkamp") ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Haulwen Nicholas](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/c/4/515902c65e506.jpg "Haulwen Nicholas") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/circuit_tree.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-12-25/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/9/d/6/e670453b33415.jpg)### **Flexible Verpackungen & Mehrwegsysteme – Wie passt das zusammen?** *Friday, 14. November 2025 – Start 13:30* Hersteller und Anwender flexibler Verpackungen sehen sich zunehmend mit der Herausforderung konfrontiert, Nachhaltigkeit und Effizienz miteinander zu vereinen. Dabei werden Mehrwegsysteme nicht nur von der PPWR gefördert und bevorzugt. In diesem InnoTalk beleuchten wir die Chancen und Grenzen des Einsatzes flexibler Verpackungen in Mehrwegsystemen. Die Teilnehmer erfahren, wie Flexpack durch neue Materialien, Designs und Logistikkonzepte Mehrwegsysteme unterstützen kann und ob flexible Verpackungen sogar mehrwegfähig werden können. Anhand von Praxisbeispielen und Marktanalysen zeigen wir, wie Unternehmen innovative Wege gehen, um ökologische und wirtschaftliche Anforderungen zu erfüllen. Der InnoTalk ist eine Plattform, die Orientierung und Inspiration für alle bietet, die Verpackungen besser machen wollen,. ![Jonathan Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/d/1/4/00dbfb0eb7271.jpg "Jonathan Schröder") ![Dr. Christian Beinert](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/d/c/5/2e695b4e24384.jpg "Dr. Christian Beinert") ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/speech_bubble.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-11-25/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/f/5/f8dabf8afaf4c.jpg)### **Monomaterial FFS-Packaging – What is new?** *Friday, 19. September 2025 – Start 13:30* Sealing and processing mono-material packaging is no trivial matter. We talk about optimised mono-material films for FFS processes. We explain why a temperature gradient between the outer and inner layer is necessary, how MDO technology has made progress possible here and what mechanical engineering can do to support mono-material welding. ![Yair Gellis](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/5/0/a/aefa6e537a469.jpg "Yair Gellis") ![Dr. Anina Leipold](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/9/0/d2198a35f69f4.jpg "Dr. Anina Leipold") ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/bag_crush.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-09-25/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/0/5/74a46cfcf9b21.jpg)### **Update: Recht für Verpackungen – Konformitätsarbeit, Rezyklate & Co** *Friday, 16. May 2025 – Start 13:30* Wir geben einen Überblick über die neuen Regelungen rund um das Thema Lebensmittelrecht und die neue Verordnung. Wir zeigen die brandaktuellen Änderungen und Ergänzungen auf und geben Tipps für die Praxis. Im zweiten Schwerpunkt diskutieren wir das Thema Recyclateinsatz und Lebensmittelrecht und was schon möglich ist. Dabei konzentrieren wir uns auf Europa und insbesondere auf die EU. ![Heike Schwertke](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/4/8/6/52c8f8ea64942.jpg "Heike Schwertke") ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Cord Neemann](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/8/a/e21b48562a528.jpg "Cord Neemann") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/paragraph_factory.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-05-25/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/d/a/1/ca504c72e2f1d.jpg)### **Use of film packaging with recycled material – What happens next?** *Friday, 21. March 2025 – Start 13:30* Will the recycling rate for film packaging increase significantly, as expected by PPWR? What are the requirements? What obstacles must be overcome and what do the extruders say? We will once again be discussing these issues with 2 industry experts and an expert audience in a live chat. ![Cihat Langguth](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/4/e/d4cd993d55dfa.jpg "Cihat Langguth") ![Guido Aufdemkamp](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/0/d/d7974693eeb49.jpg "Guido Aufdemkamp") ![Mika Sang](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/b/8/2/b964fa8d6aa52.jpg "Mika Sang") ![Bernd Büsing](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/f/e/6c6fffca68aed.jpg "Bernd Büsing") ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/circuit_tree.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-03-25/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/3/8/8/38a7ca1253757.jpg)### **NC-freie Druckfarben – Sinn und Unsinn** *Friday, 21. February 2025 – Start 13:30* Nitrozellulosefarben haben viele Vorteile. Sie sind in verschiedenen Druckverfahren etabliert und bewährt. So sind NC-Druckfarben dafür verantwortlich, dass Verpackungen beim Recycling deutlich beeinträchtigt werden. Neben Geruchs- und Verfärbungsproblemen sind auch lebensmittelrechtliche Bedenken ein Thema. Obwohl die Forschung noch nicht abgeschlossen ist, werden bereits Alternativen getestet und eingesetzt. Zum Beispiel Hybridsysteme (NC\_PU) oder auch reine PU-Systeme. Die Vor- und Nachteile dieser Farbsysteme werden kontrovers diskutiert. ![Dr. Klaus Pfanner](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/4/d/08dd5411947ae.jpg "Dr. Klaus Pfanner") ![Dr. Stefan Busse](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/5/4/7/7fcab2fce70ba.jpg "Dr. Stefan Busse") ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/role_multiple.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-02-25/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/f/0/d/5f13b9e2f24c1.jpg)### **Orientierte Polyethylenfolien – ein Baustein für Monomaterialverpackungen** *Friday, 6. December 2024 – Start 13:30* Einstoffverpackungen werden nicht nur vom Gesetzgeber gefordert. Sie sind ein Baustein einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft. In den letzten Jahren haben sich orientierte PE-Folien als Ersatz für andere gereckte Folien wie PET, PP und PA etabliert. Heute sind sie bereits im Einsatz und die Entwicklung schreitet rasant voran. Wir wollen einen Anstoß geben, sich mit dem spannenden Thema der gereckten PE-Folien für Monomaterialverpackungen näher zu beschäftigen. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Dr. Heiko Schenck](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/b/0/3/65e5d4f1acb9b.jpg "Dr. Heiko Schenck") ![Michael Weber](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/3/2/e915d8d3afe0b.jpg "Michael Weber") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/slime.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-12-24/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/5/6/3/4056336953915.jpg)### **Flexo-Flexpackdruck – aber nachhaltig** *Friday, 18. October 2024 – Start 13:30* Entdecken Sie neue Entwicklungen im Flexodruck für flexible Verpackungen in unserem interaktiven Online-Event. Dieser Inno-Talk richtet sich an Experten aus der Verpackungsindustrie, F&E-Spezialisten und alle, die optimale Flexodruckergebnisse benötigen. Themenschwerpunkte: Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit: Einsatz recyclingfähiger Farben zur Reduzierung der Umweltbelastung. Energieeffiziente Trocknungsprozesse Interaktive Fragerunde: Stellen Sie Ihre Fragen direkt an unsere Experten und diskutieren Sie die vorgestellten Themen. ![Dr. Lars Hancke](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/3/5/540e699da20b3.jpg "Dr. Lars Hancke") ![Dr. Kai K. O. Bär](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/1/7/b/562d9e1c4a619.jpg "Dr. Kai K. O. Bär") ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/bulp_aim.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-10-24/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/f/6/3/9ad70daedbea3.jpg)### **BEVERAGES in flexible packaging – more than a trend** *Friday, 13. September 2024 – Start 13:30* In this Inno-Talk, we invite industry experts and interested parties to experience the latest trends and technologies in the field of beverage filling in flexible packaging. The event is aimed in particular at experts from the beverage industry, packaging designers, sustainability officers and research and development. Focal points 1\. ecological sustainability: how flexible packaging can help to reduce the ecological footprint of the beverage industry. 2\. beverage trends: analysing current and emerging trends in the beverage industry, such as the increasing demand for healthy, functional beverages and how flexible packaging can contribute to brand differentiation. 3\. interactive Q&A session: Participants will have the opportunity to ask questions directly to our experts. Participation is free of charge, prior registration is required. The event will take place live. ![Marco Lazzaroni](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/2/b/0418ff9950564.jpg "Marco Lazzaroni") ![Guido Aufdemkamp](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/0/d/d7974693eeb49.jpg "Guido Aufdemkamp") ![Micha Augenstein](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/5/6/906edb17b5192.jpg "Micha Augenstein") ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/can_recycle.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-09-24/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/c/9/b33d39a31f1f5.jpg)### **Flexpack und Marketing – Verpackung als Gesicht der Marke** *Friday, 17. May 2024 – Start 13:30* In diesem Inno-Talk mit dem Schwerpunkt Felxpack & Marke und dem Untertitel „Die Verpackung als Gesicht der Marke“ werden wir die zentrale Rolle der Verpackung in der Markenkommunikation und im Verbrauchererlebnis untersuchen. Dieser Inno-Talk richtet sich an Fachleute aus der Verpackungsindustrie, Markenmanager, Produktdesigner und Marketingexperten, die das Potenzial der Verpackung als Schlüsselelement der Markenidentität voll ausschöpfen wollen. Wir haben diese Ziele auch in den aktuellen Kontext der verstärkten Nachhaltigkeitsbemühungen aller Beteiligten gestellt. Im ersten Beitrag diskutieren wir die Rolle der richtigen Materialwahl. Im zweiten Impulsreferat öffnen wir die virtuelle Welt für jede Art von Verpackung. Entweder dient ein QR-Code dazu, gesetzlich geforderte Informationen (Beispiel Neue Wein Kennzeichnungspflicht), die auf dem Etikett keinen Platz finden, zur Verfügung zu stellen, oder es wird ein Zugang geschaffen, um im eCommerce übliche Trackingdaten, Incentives wie z.B. Gewinnspiele interaktiv gestalten zu können. ![Andreas Milk](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/f/6/0d5ae7d81ca1d.jpg "Andreas Milk") ![Jonas Schenk](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/3/2/78550da8c82c2.jpg "Jonas Schenk") ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/suit_magnifier.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-05-24/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/c/0/0c589cf6ca777.jpg)### **Flexpack and digitalisation – eCommerce, printing and flexpack** *Friday, 19. April 2024 – Start 13:30* Digital concepts are in vogue. Whether e-commerce, virtual reality or AI-supported information tools – digitalisation is unstoppable. Packaging also plays a key role when it comes to new business models, customer information and loyalty, branding and the circular economy. We talk about how print images, budgets and print runs will change and how flexpackers are establishing their own e-commerce solutions and seeing digitalisation as an opportunity. Find out more and take advantage of this Inno-Talk in cooperation with Flexible Packaging Europe (FPE) and Innoform. ![Dario Bianconi](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/8/6/6/e8c7013c681af.jpg "Dario Bianconi") ![Guido Aufdemkamp](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/0/d/d7974693eeb49.jpg "Guido Aufdemkamp") ![Stefan Hilß](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/8/4/d/d54151791b0cb.jpg "Stefan Hilß") ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/hand_shake.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-04-24/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/4/4/4/dfbbbce15fc8a.jpg)### **Kaschierte (Multimaterial-) Verbundfolien – sind die noch zeitgemäß?** *Friday, 19. January 2024 – Start 13:30* Kaschierte Verbundfolien sind schlecht recycelbar, oder? Was passiert mit Verbundfolien aus Kunststoff, Papier und Aluminium? Warum brauchen wir auch mittelfristig noch kaschierte Folien und welche Trends gibt es? UND: Welche Folgen hat die Herstellung und Verwendung von Multimaterialien tatsächlich und wie können sie recycelt werden? Darüber werden wir mit Expert\*innen diskutieren. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Stefan Glötzel](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/8/1/4/d44e434792847.jpg "Stefan Glötzel") ![Holger Hoss](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/4/9/e365b047040b7.jpg "Holger Hoss") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/role_flash.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-01-24/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/d/e/2/d7c581dd4db25.jpg)### **Paper-based flexible packaging** *Friday, 8. December 2023 – Start 13:30* Flexpack with paper is booming. The reasons are manifold. Marketers often praise sustainability. But in practice, paper packaging is often more complicated as plastic. We discuss the advantages and challenges of using paper as the main ingredient for food packaging. The topic of disposal and sustainability in terms of environmental protection is also discussed. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Miguel Angel Dora Llado](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/3/1/5/d6425ad4f0b49.jpg "Miguel Angel Dora Llado") ![Guido Aufdemkamp](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/0/d/d7974693eeb49.jpg "Guido Aufdemkamp") ![Juan Cano](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/4/c/9f2c7a8e2aaa0.jpg "Juan Cano") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/bag_box.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-12-23/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/e/6/b/296e10e696f2a.jpg)### **Flexpack-Recycling – Update & Ausblick** *Friday, 20. October 2023 – Start 13:30* Wir recyceln Flexpack bereits und müssen dies intensivieren. Aber auch die Qualität muss verbessert werden. Wir wagen einen Ausblick, wie das gelingen kann und was die Polymerhersteller dazu beitragen können. Ist Grau das neue Grün? Wir meinen nein – gerade bei Folienverpackungen für Lebensmittel brauchen wir höchste Qualität. Das gilt auch für Biopolymere, deren Rolle wir gesondert betrachten. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Thorsten Weber](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/8/2/4/22dbee07fa11d.jpg "Thorsten Weber") ![Patrick Zimmermann](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/7/2/d/15e4b2fd5b1c8.jpg "Patrick Zimmermann") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/circuit_tree.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-10-23/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/c/3/518f4764d3e66.jpg)### **Mono Material Flexpack Solutions – DREAM OR REALITY?** *Friday, 15. September 2023 – Start 13:30* Mono-material solutions are on everyone’s lips today. But they are still rare on the shelf, aren’t they? We show real solutions for better recyclability and top properties. We talk about raw materials, processes and brand needs. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Dr. Jonas Schmidt](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/7/b/a/15611f70fa651.jpg "Dr. Jonas Schmidt") ![Guido Aufdemkamp](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/0/d/d7974693eeb49.jpg "Guido Aufdemkamp") ![Salvatore Pellingra](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/9/e/6f2873d0eec96.jpg "Salvatore Pellingra") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/cube_melt.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-09-23/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/f/7/a/42c2e5994ba72.jpg)### **Easy Opening** *Friday, 21. April 2023 – Start 13:30* Das leichte Öffnen von Verpackungen ist heute ein MUSS. Doch nicht zuletzt wegen der enormen Bemühungen hin zu neuen Materialkombinationen, fällt dies Basisanforderungen manchmal hinten herunter. Wir erläutern, wie bei Flexpack easy-opening immer funktioniert. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Hendrik Kleinfeldt](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/f/f/a/86cc7e4d03923.jpg "Hendrik Kleinfeldt") ![Anna Helgert](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/8/2/3/2041792a64ff2.jpg "Anna Helgert") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/slime.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-04-23/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/9/0/a4905b1d667e3.jpg)### **Barrier coatings and adhesives** *Friday, 24. February 2023 – Start 13:30* Barrier against gases is one of the main requirements for food packaging. Today, mono-materials and fibre-based materials like paper are increasingly required. These should support the circular economy and simplify recycling. But how do you create ideal barriers – we will talk about it. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Michele Zanutto](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/0/2/6956c2c26229b.jpg "Michele Zanutto") ![Cristina Ventayol Cortes](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/f/8/5/909b052f72054.jpg "Cristina Ventayol Cortes") ![Guido Aufdemkamp](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/0/d/d7974693eeb49.jpg "Guido Aufdemkamp") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/bag_time.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-02-23/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/9/2/d/fffcc2d42942b.jpg)### **Holy Grail 2.0** *Friday, 20. January 2023 – Start 13:30* Kann die neue digitale Technologie zur besseren Sortierung von Verpackungen und damit zu einem hochwertigeren Recycling beitragen? Die Initiative HolyGrail 2.0 ist angetreten, Verpackungen kreislauffähiger zu machen und noch viel mehr. Herzstück des Projektes sind digitale Wasserzeichen, die sich unsichtbar für das menschliche Auge im Farbdruck von Verpackungen verstecken können und wie ein Code funktionieren. Das US-amerikanische Unternehmen Digimarc hat diesen Digital Watermark Code entwickelt, der per Software in vorhandene Druckdateien integriert werden kann, so dass keine speziellen Farben oder Druckverfahren nötig sind. Wir diskutieren den Nutzen von verschiedenen Seiten und fragen Experten und Zuschauer live nach den Erfolgschancen. Denn diese werden sehr unterschiedlich eingeschätzt. Erste Konsumgüter-Hersteller führen den Code schon ein. Doch sortiert wird noch lange nichts, oder? Wir klären auf. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Sonja Bähr](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/e/a/55964857dbace.jpg "Sonja Bähr") ![Heino Claussen-Markefka](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/5/8/d/353791c1d8351.jpg "Heino Claussen-Markefka") ![Jan ‘t Hart](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/b/5/8/28364139ac184.jpg "Jan ‘t Hart") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/role_multiple.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-01-23/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/7/2/6/e029bcb645cf8.jpg)### **Progressive flexpack recycling technologies** *Friday, 2. December 2022 – Start 13:30* You can achieve recyclability of your packaging with basically two approaches: A common way these days is to adapt the packaging material to existing infrastructure. The other (and longer) way is to develop a more progressive recycling infrastructure. We would like to present two very progressive technologies. Will they enable the re-use of flexible packaging materials in valuable applications and replace virgin materials? Learn about the latest knowledge and available recycling methods in this Inno-Talk Europe. ![Guido Aufdemkamp](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/0/d/d7974693eeb49.jpg "Guido Aufdemkamp") ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Dr. Samane Mehravar](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/4/1/b/72e2188ad6a8e.jpg "Dr. Samane Mehravar") ![Thorsten Hornung](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/8/6/fd778cb2c7850.jpg "Thorsten Hornung") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/circuit_tree.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-12-22/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/e/6/3/dc9a053f58e71.jpg)### **Siegeln** *Friday, 18. November 2022 – Start 13:30* Das Siegeln ist einer der großen Vorteile von Kunststoffverpackungen. Aber auch da kommt es auf’s Detail an. Wir zeigen in diesem Inno-Talk, warum das richtige Siegelverfahren und das richtige Material wichtig sind. Und dabei gehen wir auch auf die Materialvielfalt ein. Profitieren Sie von aktuellem Expertenwissen für Abpacker und Hersteller gleichermaßen. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Dr. Heiko Schenck](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/b/0/3/65e5d4f1acb9b.jpg "Dr. Heiko Schenck") ![Dr. Günter Schubert](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/6/1/b4e9c3d485cea.jpg "Dr. Günter Schubert") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/box_tetris.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-11-22/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/e/f/b/27cb52092338f.jpg)### **Lebensmittelrecht und Flexpack – sicher nachhaltig verpackt** *Friday, 21. October 2022 – Start 13:30* Lebensmittelverpackungen aus Kunststoff gelten als besonders gut geregelt. Doch was genau ist geregelt, welche Neuerungen gibt es und welche stehen an? Erfahren Sie in diesem Inno-Talk Neuigkeiten und Praxistipps zum Umgang mit lebensmittelrechtlichen Herausforderungen für Packmittel. Wir setzen den Schwerpunkt auf Kunststoffe. Speziell wird es um NIAS und das Einhalten von Grenzwerten durch digitale Prozesse gehen. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Heike Schwertke](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/4/8/6/52c8f8ea64942.jpg "Heike Schwertke") ![Dr. Rainer Brandsch](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/b/4/4/167629da007f2.jpg "Dr. Rainer Brandsch") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/paragraph_factory.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-10-22/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/4/d/1/dd6b1c8797330.jpg)### **Sustainability, Flexpack & Brand – How does that fit together?** *Friday, 16. September 2022 – Start 13:30* Global companies in particular have had sustainability on their agenda for years. They often set ambitious targets. Why do brands do this and what role does packaging play in this? How do brands rate Flexpack and what are the alternatives? We talk to experts and discuss with the Innoform community. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Guido Aufdemkamp](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/0/d/d7974693eeb49.jpg "Guido Aufdemkamp") ![Gabriela Bertoni dos Santos](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/5/e/d/ad5e03a58cbd0.jpg "Gabriela Bertoni dos Santos") ![Christian Detrois](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/7/1/b09550b140290.jpg "Christian Detrois") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/seal.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-09-22/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/9/6/b/db61321fb658a.jpg)### **Refill Standbeutel – recyclingfähig und attraktiv** *Friday, 15. July 2022 – Start 13:30* Standbeutel sind nicht nur in Refill-Konzepten beliebt. Doch welche Lösungen gibt es eigentlich und wie nachhaltig sind die Plastic Pouches als Konzept und als Einzelpackung? Diese bestehen klassisch aus Multimaterial-Verbundfolien unterschiedlicher Kunststoffe. Recycler fordern zunehmend Monomaterial-Lösungen für Flexpack. Aber welches Mono-Material soll es sein? Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) oder Biopolymere? Und woraus besteht eigentlich das Einschweißteil? Welche neuen Ideen gibt es mit und durch Standbeutel? Kennen Sie POUCHIT schon – wir stellen dieses Konzept vor und laden Sie wieder ein zum Mitdenken und Mitmachen. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Lea Middendorf](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/1/4/6/3d6c8cbd2649f.jpg "Lea Middendorf") ![Mathias Koch](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/6/f/2767ecea99a53.jpg "Mathias Koch") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/can_recycle.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-07-22/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/b/0/d/8cd44aaed195d.jpg)### **E-Commerce und flexible (Versand-) Verpackungen** *Friday, 10. June 2022 – Start 13:30* Will e-commerce now make everything out of cardboard? Far from it, say the flexpack people. But the reality is far from perfect. Half-empty cartons, leaky packaging and little convenience currently characterize online packaging. But something is happening.We show tentative approaches for real online consumer packaging. No matter what material is used, but in any case securely and conveniently packaged – and all suitable for returns? ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Piran Asci](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/b/8/a/d35dcdb6c2ca8.jpg "Piran Asci") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/hand_shake.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-06-22/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/d/f/a/fb7efee657c4a.jpg)### **Paper Packaging – Rethinking Flexpack** *Friday, 20. May 2022 – Start 13:30* More and more marketers are turning to paper. The flexpack industry is adapting and delivering. But what’s really new and where does paper really make sense? Are multilaminates with paper effective? Is there a need for new paper recycling? Are recycled fibers suitable for food packaging? Questions like these move product managers and brand owners. We would like to give a first approach to this emotional topic of the material change from plastic to paper. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Thomas Lunz](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/e/a/14095eb350673.jpg "Thomas Lunz") ![Thomas Kahl](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/4/4/a/d5d468dfa1dc4.jpg "Thomas Kahl") ![Stefan Maier](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/3/9/5025032566aea.jpg "Stefan Maier") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/bag_brush.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-05-22/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/1/a/64e6b2b17707a.jpg)### **Packaging printing – Flexpack knowledge for decision-makers** *Friday, 22. April 2022 – Start 13:30* Packaging printing in Europe is changing dramatically. In addition to new substrates, new machine technologies are also coming onto the market. How does a packaging printer position himself today? What finishing levels are there and what does the digitisation of prepress and possibly also the printing process itself bring in terms of sustainability and customer benefits ![Guido Aufdemkamp](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/0/d/d7974693eeb49.jpg "Guido Aufdemkamp") ![Juan Cano](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/4/c/9f2c7a8e2aaa0.jpg "Juan Cano") ![Allan Bendall](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/9/c/4/929a739ce4083.jpg "Allan Bendall") ![Zeliha Sevdiroglu](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/4/a/b/b37bf56a6a4f7.jpg "Zeliha Sevdiroglu") ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/role_quantity.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-04-22/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/b/0/6/695ca3b62c013.jpg)### **Sustainability and brand – recycling and its relevance for brand** *Friday, 18. March 2022 – Start 13:30* Everyone is talking about recyclable packaging. But how is film packaging to be turned back into film packaging? And who wants the „second-hand polymers“ with all their peculiarities such as gels, color, special haptics and limited design capability in printing and branding? Or is a whole new field just opening up? Starting from the brand owner’s view of the problem, we also take a small look at ink technology and the level of detail needed to make Flexpack more recyclable. The brand must become sustainable, many say. But is that true and is it possible? Or hasn’t a sustainability strategy long since become a natural part of the company, like creditworthiness or a guarantee of quality? What are ink manufacturers, designers and recyclers doing to make a contribution in this gigantic upheaval? What is the role of cooperation in the supply chain and what is the real role of technology innovation? Isn’t the rethinking of retailers and brand owners the driving force that makes change possible? Or does politics have to be decisive and set stricter standards? Let’s think „out of the box“ from a brand and supplier perspective. Is there an innovation push or pull? And what will interim targets look like? ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Christoph Waldau](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/7/0/b/344e1a01f3126.jpg "Christoph Waldau") ![Dr. Annett Kaeding-Koppers](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/5/e/f/52ff381086bfb.jpg "Dr. Annett Kaeding-Koppers") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/speech_bubble.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-03-22/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/2/c/4d41639512d17.jpg)### **Opportunities and limits of barrier films and laminates** *Friday, 18. February 2022 – Start 13:30* Recycling is booming! Everyone wants barriers and mono-material packaging at the same time. But is this the right way to go? In this talk we discuss the sense and nonsense of barrier films. Composite films play a dominant role and how they are optimised. We also take a look at disposal and recycling. How must barrier packaging change – we offer approaches and solutions. ![Guido Aufdemkamp](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/0/d/d7974693eeb49.jpg "Guido Aufdemkamp") ![Stefano Manfredi](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/b/e/7/4151fae3c0411.jpg "Stefano Manfredi") ![Dr. Stefan Busse](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/5/4/7/7fcab2fce70ba.jpg "Dr. Stefan Busse") ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/packaging_burn.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-02-22w/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/b/c/c1c1bc5c0804f.jpg)### **Nachhaltiges Abpacken** *Friday, 21. January 2022 – Start 13:30* The process of packaging is in the foreground for many packers. However, it is only a means to an end. Optimum product protection, coupled with marketing requirements and logistics tasks, are just some of the demands placed on the resulting packaging process. We provide suggestions for rethinking the packaging of food and consumer goods. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Martin Buchwitz](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/9/d/8/1e900a6c4c10f.jpg "Martin Buchwitz") ![Marina Dodel](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/b/b/3/6acb488806c22.jpg "Marina Dodel") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/bag_crush.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-01-22/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/b/d/6/3d516f13037bc.jpg)### **Etiketten** *Friday, 19. November 2021 – Start 13:30* Etiketten und Flexpack wachsen zusammen. Nicht nur in der Anwendung wo viele Etiketten die Folienverpackungen ergänzen. Auch in Produktion und Einkauf gehören beide Produkte schon in eine Hand. Doch welche Chancen bieten sich Etikettenherstellern wirklich und wo sind die Hürden zu einer wirklichen Symbiose. Welche Trends gibt es bei Etikettendruckern, die auch für Flexpack spannend zu werden scheinen? Praktiker geben Antworten und Denkanstöße. ![Prof. Martin Dreher](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/7/9/b/bce4bfb73fb20.jpg "Prof. Martin Dreher") ![Thomas Reckert](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/f/b/0/6a937d7822aa7.jpg "Thomas Reckert") ![Patrick Graber](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/e/d/1/11a8605ecd988.jpg "Patrick Graber") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/speech_bubble.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-11-21w/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/1/f/f/387ddf881f2cf.jpg)### **Wickeln und Schneiden** *Friday, 15. October 2021 – Start 13:30* Das Wickeln und Schneiden ist ein typisches Merkmal der Flexpack-Branche. Doch das Know-How wird manchmal unterschätzt, das gerade in diesem Prozessschritt steckt. Und meistens wird eine flexible Verpackung mehrfach gewickelt, angeklebt und geschnitten. Ausgehend von der richtigen Hülse bis hin zum fertig geschnittenen Rollenwaren-Endprodukt gibt es reichlich Innovation. Wir reden drüber mit zwei Marktführern. ![Maik Krüger](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/e/a/e/db0540f7cdc9e.jpg "Maik Krüger") ![Kilian Kunert](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/3/4/770ec12071158.jpg "Kilian Kunert") ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/role_stars.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-10-21w/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/c/d/a2391c5d55b59.jpg)### **Circular economy in flexpack** *Friday, 1. October 2021 – Start 13:30* The circular economy is not only a mega-trend in the packaging industry. In Europe, forces from many different industries are currently being bundled. Prompted by governments‘ sustainability efforts, associations are campaigning for genuine circular concepts, as are retailers and brand owners. We will discuss the European differences and possible solutions for the flexpack industry as well as your suppliers and customers. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Guido Aufdemkamp](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/0/0/d/d7974693eeb49.jpg "Guido Aufdemkamp") ![Katharina Müller](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/5/a/2efdf19454ca8.jpg "Katharina Müller") ![Feliks Bezati](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/9/b/c85ea6e0c52eb.jpg "Feliks Bezati") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/circuit_tree.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-10-21w/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/1/6/a/f78289d9d844b.jpg)### **Kaschierte Verbundfolien** *Friday, 17. September 2021 – Start 13:30* Kaschieren war und ist das Verfahren, um unterschiedliche Anforderungen an Folien zu erfüllen. Doch der Trend zu Monofolien hält weiter an. Die Mengen an kaschierten Folien steigen aber weiter – wie passt das zusammen? Wir gehen wieder ins Detail und diskutieren über Dickenreduzierung und europäische Kooperation für mehr Recyclingfähigkeit und Produktschutz für Lebensmittel durch moderne Verbundfolien. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Christoph Winkler](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/9/4/445eda2d61af6.jpg "Christoph Winkler") ![Jürgen Scheperjans](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/9/8/d/4d37de0d388c4.jpg "Jürgen Scheperjans") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/role_multiple.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-09-21w/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/4/e/e/238b03b7bcb6f.jpg)### **Biofolien** *Friday, 16. July 2021 – Start 13:30* Biofolien sind wieder einmal in aller Munde. Oder sollte man sagen immer noch? Doch was sind Biofolien eigentlich genau? Reden wir über abbaubare Folien oder nachwachsende Rohstoffe? Wir diskutieren das Thema nachwachsende Rohstoffe als Ersatz für petrochemische Kunststoffe als Basis für Folienverpackungen. Wird Rohöl ersetzbar durch pflanzliche Quellen – oder geben wir uns einer Illusion hin, da Kosten und Wettbewerb zum Nahrungsmittel das sichere Scheitern bedeuten? ![Niklas Voß](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/5/9/856a21c9f5673.jpg "Niklas Voß") ![Dr. Anne Lamp](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/f/c/2e2591587027b.jpg "Dr. Anne Lamp") ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/packet_tree.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-07-21w/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/9/f/7/fa671824772fc.jpg)### **Inno-Talk – Flexpackwissen für Entscheider: Digitaldruck** *Friday, 25. June 2021 – Start 13:30* Der Verpackungsdruck boomt. Doch wie entwickelt sich der Digitaldruck eigentlich? Während HP, Xeikon & Co mit ihren Verfahren bisher die Etikettenindustrie mit neuen Geschäftsmodellen beflügeln, sieht es in der klassischen Flexpack-Druckerei recht übersichtlich mit Digitaldruckmaschinen aus. Welche Trends zeichnen sich für Flexpacker ab? Kommt der Inkjet nun mit Macht? ![David Reiser](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/4/2/d/bcbb5152dbf46.jpg "David Reiser") ![Filip Weymans](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/d/0/8/5a58e290f2050.jpg "Filip Weymans") ![Thomas Bucher](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/4/3/0/c057889d02378.jpg "Thomas Bucher") ![Mark Weller](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/5/7/8f597413b2a10.jpg "Mark Weller") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/role_quantity.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-06-21w/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/e/4/1/7c8437480cfd8.jpg)### **Inno-Talk – Flexpackwissen für Entscheider: Barrierefolien** *Friday, 21. May 2021 – Start 13:30* Barrierefolien sind das Herzstück der flexiblen Verpackungen. Doch wie entwickeln sich diese in Zeiten geforderter Kreislauffähigkeit? Wir sprechen über Trends zu neuen Barrieren und neuen Foliendesigns für mehr Recyclingfähigkeit, gerade von Barrierefolien. Organische und anorganische Barriereschichten konkurrieren nicht nur im Preis und Leistungsprofil sondern auch um Recyclingfähigkeit. Dabei erobern beide Systeme neuen Anwendungen – wir erfahren welche. ![Peter Olbrich](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/6/2/8cad698536465.jpg "Peter Olbrich")S ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/speech_bubble.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-05-21w/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/1/b/d2f6b284e5970.jpg)### **Inno-Talk – Flexpackwissen für Entscheider: Drucken** *Friday, 16. April 2021 – Start 13:30* Der Verpackungsdruck boomt. Und doch muss Zeit für Neues bleiben. Wir besprechen wichtige Innovationen im Druckbereich. So müssen auch Druckfarben **recyclingfähiger** werden. Aber auch **Big Data** spielt eine Rolle im Drucksaal. Um diese Blöcke rangt sich dieser Inno-Talk. ![Dr. Stefan Busse](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/5/4/7/7fcab2fce70ba.jpg "Dr. Stefan Busse") ![Frederik Petzold](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/1/8/d/d959dcc441a79.jpg "Frederik Petzold") ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/speech_bubble.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-04-21w/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/d/d/1/d5f4e0619db66.jpg)### **Inno-Talk – Flexpackwissen für Entscheider: Monomaterial** *Friday, 19. March 2021 – Start 13:30* Recycling boomt! Wirklich? Alle wollen Monomaterialverpackungen und wissen oft nicht warum. Wir besprechen in diesem Talk Sinn und Unsinn der Monomaterial-Entwicklungen und stellen den aktuellen Stand der Technik vor. Barrierefolien und Standard-Verbundfolien spielen dabei eine dominierende Rolle. Wir schlagen auch einen Bogen zur Entsorgung und zum mechanischen Recycling. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Prof. Achim Grefenstein](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/c/4/a0bc1b1dbc4b8.jpg "Prof. Achim Grefenstein") ![Dominik Haug](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/b/0/7/def216e4b618f.jpg "Dominik Haug") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/speech_bubble.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-03-21w/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/8/9/8/356f87c81c2a2.jpg)### **Inno-Talk – Flexpackwissen für Entscheider: Der Standbeutel** *Friday, 26. February 2021 – Start 13:30* Mit Inno-Talk beleuchten wir im 4-Wochen-Rhythmus aktuelle Themen rund um das Thema „Flexible Verpackungen“. Wir bieten eine Mischung aus Kurzvorträgen, Diskussionsrunden, Faktencheck und Interviews.Das 60-Minuten-Format nutzt dafür moderne Online-Streaming-Technologie. Die anschließende Netzwerkmöglichkeit rundet das Angebot ab. Nach und nach wird eine Ausstellerwelt entstehen, die interaktiven Austausch zusätzlich fördert. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![Henno Hensen](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/5/1/9/07f11197a8218.jpg "Henno Hensen") ![Thomas Kahl](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/4/4/a/d5d468dfa1dc4.jpg "Thomas Kahl") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/speech_bubble.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-02-21w/) --- ### [Newsletter Bestätigung](https://inno-talk.de/newsletter-bestaetigung/) **Published:** Juni 11, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** Vielen Dank, dass Sie den Newsletter bestätigt haben. Bis der erste Newsletter kommt, können Sie sich hier schon einmal die Zeit mit Fachwissen vertreiben – einfach reinhören. ## Der INNOFORM Podcast Der Inno-Talk Podcast mit Fokus auf die flexible Verpackungsindustrie („Flexpack“). Gastgeber Karsten Schröder lädt deutschsprachige Experten, die u.a. aus den Seminaren und Konferenzen von Innoform Coaching bekannt sind, zu einem professionell aufbereiteten und zugleich persönlichen Gespräch über aktuelle Themen ein. Dabei geht es um Trends, Geschichten und Hintergründe aus der Welt der flexiblen Verpackungen. Die Gespräche beleuchten technologische Fortschritte, Marktkenntnisse und die Auswirkungen von Regulierungen oder politischen Veränderungen auf die Branche. Mit einer Mischung aus persönlicher Note und fundiertem Fachwissen erhalten die Zuhörer Einblicke in die vielfältige Welt der flexiblen Verpackungen und können so ihr eigenes Wissen erweitern. Der Podcast ist ideal für Fachleute und Interessierte, die die Branche hautnah erleben möchten. Video-Interviews veröffentlichen wir auch immer auf ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/5698629/5698629-1785498056039-df6f75e8237c8.jpg) ###### Episode #6.22 – 05.08.2026, 00:24 Min. Verpackungspreis, Papier-Recycling und digitaler Produktpass | FlexPack.News mit Dominik Lichtenthäler #### Follow us and never miss an episode Enjoy new episodes as soon as they’re released – subscribe for automatic delivery. [ ![](https://inno-talk.de/wp-content/themes/inno-talk/assets/images/applepodcasts.svg) Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) [ ![](https://inno-talk.de/wp-content/themes/inno-talk/assets/images/spotify.svg) Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [ ![](https://inno-talk.de/wp-content/themes/inno-talk/assets/images/deezer.svg) Deezer](https://www.deezer.com/de/show/2400722) [ ![](https://inno-talk.de/wp-content/themes/inno-talk/assets/images/rss.svg) RSS Feed](https://anchor.fm/s/22900174/podcast/rss) ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/5698629/5698629-1783514476168-c8c05117331d3.jpg) ###### Episode #6.21 – 08.07.2026, 00:44 Min. Heike Schwertke: Lebensmittelrecht in der Flexpack-Praxis heute --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/5698629/5698629-1782480870161-de0a87002f33f.jpg) ###### Episode #6.19 – 01.07.2026, 00:42 Min. Das 1×1 des Innoform | FlexPack.News Sonderausgabe mit Karsten Schröder --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/5698629/5698629-1781546323284-c433baf89aed2.jpg) ###### Episode #6.18 – 17.06.2026, 00:14 Min. Audio-Feature: How to Rezyklateinsatz – Tag 1 vom BVSE Altkunststofftag 2026 --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/5698629/5698629-1780396461375-4e6d60f9a6dc8.jpg) ###### Episode #6.17 – 03.06.2026, 00:27 Min. VerpackDG, SW-Druck durch Rohstoffmangel, Interpack ReCap – FlexPack.News mit Thomas Schmitt --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/5698629/5698629-1775840904552-44b9607053dd5.jpg) ###### Episode #6.16 – 13.05.2026, 00:24 Min. 7C-Flexodruck in der Praxis --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/5698629/5698629-1777884954321-117937ebb182.jpg) ###### Episode #6.15 – 06.05.2026, 00:24 Min. PPWR, rPP & Supply Chain Druck | FlexPack.news mit Max Haschke --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/5698629/5698629-1775757032146-061181e229632.jpg) ###### Episode #6.14 – 29.04.2026, 00:26 Min. Lebensmittelrecht für Ein- und Aufsteiger --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/5698629/5698629-1775648416882-2be5feaaba23e.jpg) ###### Episode #6.13 – 15.04.2026, 00:28 Min. Ein enstpannterer Blick auf Krisen – mit Heiko Schenck --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/5698629/5698629-1774541779296-8db9d69f116b6.jpg) ###### Episode #6.12 – 08.04.2026, 00:34 Min. Strong Partnership – Smart Solutions --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/5698629/5698629-1774625665466-6d4bde0819fe2.jpg) ###### Episode #6.11 – 01.04.2026, 00:26 Min. Explodierende Rohstoffpreise, Paperization & Interpack | FlexPack.news mit Marcus Holland --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/5698629/5698629-1774358411350-15697bb47c1a3.jpg) ###### Episode #6.10 – 25.03.2026, 00:34 Min. Chrissi Holzmann packt aus --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/5698629/5698629-1773917087329-1616899535809.jpg) ###### Episode #6.9 – 19.03.2026, 00:19 Min. FlexPack 2030 – Eine Audio-Reportage vom INNO-Meeting 2026 --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/5698629/5698629-1773397924639-1742f78889b86.jpg) ###### Episode #6.8 – 13.03.2026, 00:07 Min. KI-Experiment – Die PPWR-Debatte zu Artikel 29 --- ![](https://d3t3ozftmdmh3i.cloudfront.net/staging/podcast_uploaded_episode/5698629/5698629-1772189727677-383af4a4502a7.jpg) ###### Episode #6.7 – 03.03.2026, 00:20 Min. FlexPack.news – mit Jan Grevè und Daniel Zimmermann --- [ 1 ](/wp-cron.php?doing_wp_cron=1786554514.0097138881683349609375&rss_paged=1) [ 2 ](/wp-cron.php?doing_wp_cron=1786554514.0097138881683349609375&rss_paged=2) … [ 8 ](/wp-cron.php?doing_wp_cron=1786554514.0097138881683349609375&rss_paged=8) [ →](/wp-cron.php?doing_wp_cron=1786554514.0097138881683349609375&rss_paged=2) ### Supporter & Medienpartner An dieser Stelle Danke an unsere stetig mehrwerdenden Supporter & Medienpartner [![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/9/2/c/dad093f42b59d.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/testservice/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/e/4/9/bde6e5a4b2331.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/morchem/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/3/1/3/d41c7d6c53144.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/herrmann_ultraschall/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/1/7/f/bc9f9e83449c1.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/hp/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/e/2/2/b2debe39ba2b9.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/labelisten/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/4/8/b/ffee57d2d37df.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/schoenwald/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/8/2/1/a7e03f84a0e4f.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/pack_consult/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/e/6/1271f8f94782d.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/flexo_tiefdruck/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/7/0/8/3320fce95a681.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/labelpack/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/8/1/6/0546b527517c5.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/Neue_Verpackung/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/0/e/15c75be0b7575.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/M2N/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/2/a/3aa36ef9c015f.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/SustainablePackagingSummit/) --- ### [NEU: Verpackungs-Themen im Podcast-Format präsentieren](https://inno-talk.de/verpackungs-themen-im-podcast-format-praesentieren/) **Published:** Januar 17, 2025 **Author:** Karsten Schröder **Content:** # Werden Sie Teil des Innoform Podcast ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/01/Podcast_klein.jpg) *Mit Karsten Schröder von Innoform gelingt Ihnen das professionell und unkompliziert!* **Und das Beste:** Sie profitieren vom bedeutendsten deutschsprachigen Podcast für die Verpackungsbranche mit Schwerpunkt auf Flexpack. ## **Unser Ablauf in Stichpunkten:** - **Themenkreis definieren:** Nennen Sie uns kurz, worüber Sie unbedingt berichten möchten (Stichworte oder Links genügen). - **Vorab-Recherche:** Wir bereiten uns professionell vor, damit wir ein hochwertiges, spontanes Gespräch garantieren können. - **Gesprächsleitfaden:** Sie erhalten vorab einen Fragenkatalog zur Orientierung. - **Aufnahme:** Remote und spontan, frei gesprochen für eine authentische Atmosphäre (Aufwand 60 Minuten). - **Nachbearbeitung:** Schnitt der Aufnahme, Cover-Erstellung und finale Freigabe durch Sie. - **Veröffentlichung:** Gemeinsame Ausspielung über unsere und Ihre Kanäle (z. B. InnoTalk- Web-Site, Apple Podcast, Spotify und LinkedIn). - **Teaser:** Wir erstellen einen Blogartikel, LinkedIn-Post und produzieren einen Clip als Teaser aus der Aufnahme. - **Rechte:** Urheberrechte bleiben bei Ihnen und Sie dürfen selber alles aus der Aufnahme nutzen. ![](https://inno-talk.de/wp-content/uploads/2025/01/image.png)**Beispiele finden Sie hier:** [**Podcast – InnoTalk**](https://inno-talk.de/podcast/) Wir veröffentlichen unsere Podcasts auf allen gängigen Plattformen wie: [ Spotify](https://open.spotify.com/show/2P4AkC9zaKH5Ug1WaZnz31) [Apple Podcast](https://podcasts.apple.com/de/podcast/inno-talk-flexpack-wissen/id1557657558) Deezer **Vereinbaren Sie einen unverbindlichen Termin mi Karsten Schröder** [Termin finden](https://outlook.office.com/bookwithme/user/76af8cd7837a49fb91a0e48f592f5a39@innoform.eu/meetingtype/5Wb1oBHur0qG-DoV1-Zz8A2?anonymous&ep=mLinkFromTile) ### Supporter & Medienpartner An dieser Stelle Danke an unsere stetig mehrwerdenden Supporter & Medienpartner [![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/9/2/c/dad093f42b59d.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/testservice/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/e/4/9/bde6e5a4b2331.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/morchem/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/3/1/3/d41c7d6c53144.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/herrmann_ultraschall/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/1/7/f/bc9f9e83449c1.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/hp/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/e/2/2/b2debe39ba2b9.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/labelisten/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/4/8/b/ffee57d2d37df.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/schoenwald/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/8/2/1/a7e03f84a0e4f.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/pack_consult/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/e/6/1271f8f94782d.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/flexo_tiefdruck/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/7/0/8/3320fce95a681.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/labelpack/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/8/1/6/0546b527517c5.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/Neue_Verpackung/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/0/e/15c75be0b7575.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/M2N/)[![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/2/a/3aa36ef9c015f.jpg)](https://inno-talk.de/showroom/SustainablePackagingSummit/) --- ### [Derzeit kein Stream](https://inno-talk.de/keine-aufzeichnung/) **Published:** Mai 8, 2024 **Author:** admin **Content:** Der Stream oder die Aufzeichnung für diese Event stehen nicht zur Verfügung. Wir informieren Sie rechtzeitig. ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/4/3/bacde47b7686b.jpg)### **Retortable mono-material laminates – Barrier is key** *Friday, 18. September 2026 – Start 13:30* The development of recyclable, high-performance packaging solutions is one of the central challenges facing the flexible packaging industry. In particular, retort applications demand materials that can withstand extreme thermal and mechanical stress while maintaining product safety, shelf life, and quality. Mono-material laminates are widely regarded as a promising pathway toward improved recyclability. However, achieving the necessary barrier properties for sterilization processes remains a critical hurdle. The interplay between oxygen, moisture, and aroma barriers—combined with the impact of retort conditions—requires in-depth material understanding and innovative design strategies. This Inno-Talk brings together industry experts to explore the latest developments in retortable mono-material laminates. The focus is on practical solutions, material innovations, and realistic pathways to combine recyclability with high barrier performance. Participants will gain insights into: – Current material solutions and their limitations – The role of barrier layers and coatings in mono-material structures – Market trends and regulatory drivers shaping future developments Join us for a focused exchange of ideas, experience, and practical approaches to one of the most demanding applications in flexible packaging. ![Julian Thielen](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/1/8/dfc2163832ef6.jpg "Julian Thielen")H ![Sebastian Ritter](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/0/3/f1c1a566dcdad.jpg "Sebastian Ritter") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/bag_time.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-09-26/) --- ### [No Recording](https://inno-talk.de/en/no-recording/) **Published:** Mai 8, 2024 **Author:** admin **Content:** The recording for this event is not available – we look forward to welcoming you to the next Inno Talk. ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/4/3/bacde47b7686b.jpg)### **Retortable mono-material laminates – Barrier is key** *Friday, 18. September 2026 – Start 13:30* The development of recyclable, high-performance packaging solutions is one of the central challenges facing the flexible packaging industry. In particular, retort applications demand materials that can withstand extreme thermal and mechanical stress while maintaining product safety, shelf life, and quality. Mono-material laminates are widely regarded as a promising pathway toward improved recyclability. However, achieving the necessary barrier properties for sterilization processes remains a critical hurdle. The interplay between oxygen, moisture, and aroma barriers—combined with the impact of retort conditions—requires in-depth material understanding and innovative design strategies. This Inno-Talk brings together industry experts to explore the latest developments in retortable mono-material laminates. The focus is on practical solutions, material innovations, and realistic pathways to combine recyclability with high barrier performance. Participants will gain insights into: – Current material solutions and their limitations – The role of barrier layers and coatings in mono-material structures – Market trends and regulatory drivers shaping future developments Join us for a focused exchange of ideas, experience, and practical approaches to one of the most demanding applications in flexible packaging. ![Julian Thielen](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/1/8/dfc2163832ef6.jpg "Julian Thielen")H ![Sebastian Ritter](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/0/3/f1c1a566dcdad.jpg "Sebastian Ritter") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/bag_time.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-09-26/) --- ### [Kein Zugriff](https://inno-talk.de/kein-zugriff/) **Published:** Mai 8, 2024 **Author:** admin **Content:** Sie haben keinen Zugriff auf dieses vergangen Event. Wir freuen uns, Sie beim nächsten Inno Talk begrüßen zu dürfen. Nächste Events – jetzt anmelden: ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/4/3/bacde47b7686b.jpg)### **Retortable mono-material laminates – Barrier is key** *Friday, 18. September 2026 – Start 13:30* The development of recyclable, high-performance packaging solutions is one of the central challenges facing the flexible packaging industry. In particular, retort applications demand materials that can withstand extreme thermal and mechanical stress while maintaining product safety, shelf life, and quality. Mono-material laminates are widely regarded as a promising pathway toward improved recyclability. However, achieving the necessary barrier properties for sterilization processes remains a critical hurdle. The interplay between oxygen, moisture, and aroma barriers—combined with the impact of retort conditions—requires in-depth material understanding and innovative design strategies. This Inno-Talk brings together industry experts to explore the latest developments in retortable mono-material laminates. The focus is on practical solutions, material innovations, and realistic pathways to combine recyclability with high barrier performance. Participants will gain insights into: – Current material solutions and their limitations – The role of barrier layers and coatings in mono-material structures – Market trends and regulatory drivers shaping future developments Join us for a focused exchange of ideas, experience, and practical approaches to one of the most demanding applications in flexible packaging. ![Julian Thielen](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/1/8/dfc2163832ef6.jpg "Julian Thielen")H ![Sebastian Ritter](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/0/3/f1c1a566dcdad.jpg "Sebastian Ritter") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/bag_time.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-09-26/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/3/1/0/43ac443ae0a09.jpg)### **Flexpack recyclingfähig bedrucken – Zwischen Wunsch und Wirklichkeit** *Friday, 16. October 2026 – Start 13:30* Das Bedrucken flexibler Verpackungen wird zunehmend zur Nachhaltigkeitsübung. Die Druckfarben müssen stabil gegen aggressive Füllgüter, Bewirtung und mechanische Beanspruchung sein. Eine brillante Farbwiedergabe und ein gutes Druckbild sind dabei Pflicht. Die neue Kür heißt, die Recyclingfähigkeit sicherzustellen. Wie das unter anderem mit Polyurethan Druckfarben realisiert wird, besprechen wir in diesem Inno Talk. Welche Hürden es dabei noch zu nehmen gilt, besprechen wir in diesem Inno Talk. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/role_multiple.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-10-26/) --- ### [No Access](https://inno-talk.de/en/no-access/) **Published:** Mai 8, 2024 **Author:** admin **Content:** have no access to this event. YouNext events – register now: ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/6/4/3/bacde47b7686b.jpg)### **Retortable mono-material laminates – Barrier is key** *Friday, 18. September 2026 – Start 13:30* The development of recyclable, high-performance packaging solutions is one of the central challenges facing the flexible packaging industry. In particular, retort applications demand materials that can withstand extreme thermal and mechanical stress while maintaining product safety, shelf life, and quality. Mono-material laminates are widely regarded as a promising pathway toward improved recyclability. However, achieving the necessary barrier properties for sterilization processes remains a critical hurdle. The interplay between oxygen, moisture, and aroma barriers—combined with the impact of retort conditions—requires in-depth material understanding and innovative design strategies. This Inno-Talk brings together industry experts to explore the latest developments in retortable mono-material laminates. The focus is on practical solutions, material innovations, and realistic pathways to combine recyclability with high barrier performance. Participants will gain insights into: – Current material solutions and their limitations – The role of barrier layers and coatings in mono-material structures – Market trends and regulatory drivers shaping future developments Join us for a focused exchange of ideas, experience, and practical approaches to one of the most demanding applications in flexible packaging. ![Julian Thielen](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/a/1/8/dfc2163832ef6.jpg "Julian Thielen")H ![Sebastian Ritter](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/2/0/3/f1c1a566dcdad.jpg "Sebastian Ritter") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/bag_time.png) [->](https://inno-talk.de/events/INE-09-26/) ![](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/3/1/0/43ac443ae0a09.jpg)### **Flexpack recyclingfähig bedrucken – Zwischen Wunsch und Wirklichkeit** *Friday, 16. October 2026 – Start 13:30* Das Bedrucken flexibler Verpackungen wird zunehmend zur Nachhaltigkeitsübung. Die Druckfarben müssen stabil gegen aggressive Füllgüter, Bewirtung und mechanische Beanspruchung sein. Eine brillante Farbwiedergabe und ein gutes Druckbild sind dabei Pflicht. Die neue Kür heißt, die Recyclingfähigkeit sicherzustellen. Wie das unter anderem mit Polyurethan Druckfarben realisiert wird, besprechen wir in diesem Inno Talk. Welche Hürden es dabei noch zu nehmen gilt, besprechen wir in diesem Inno Talk. ![Karsten Schröder](https://www.innoform-coaching.de/cache/image/c/8/5/d3876ba7208a3.jpg "Karsten Schröder") ![](https://www.innoform-coaching.de/image/event_symbol/role_multiple.png) [->](https://inno-talk.de/events/INT-10-26/) --- ## Kategorien ### [Allgemein](https://inno-talk.de/category/allgemein/) **Description:** Vermischte Fachbeiträge und Neuigkeiten rund um flexible Verpackungen, die sich keinem einzelnen Fachthema fest zuordnen lassen. --- ### [Abfülltechnik](https://inno-talk.de/category/abfuelltechnik/) **Description:** Beim Formen und Füllen von Folienverpackungen treten vielfältige Probleme in der Praxis auf. Hier reicht das Spektrum von Rissen, undichten Siegelnähten bis hin zu schlechter Produktionsleistung . wir helfen Fehler z vermeiden oder diese aufzuspüren. --- ### [barrier films](https://inno-talk.de/en/category/barrier_films/) **Description:** The barrier effect of a film is one of the most important properties of packaging. We do not only test for overall tightness, but also for special gases such as oxygen, water vapour or CO2, N2 or air. --- ### [Barrierefolien](https://inno-talk.de/category/barrierefolien/) **Description:** Die Sperrwirkung einer Folie ist eine der wichtigsten Eigenschaften bei Verpackungen. Wir prüfen nicht nur auf Dichtigkeit insgesamt, sondern auch hinsichtlich spezieller Gase wie Sauerstoff, Wasserdampf oder auch CO2, N2 oder Luft. --- ### [Bio-films](https://inno-talk.de/en/category/bio-films/) **Description:** Bioplastics, their raw materials and additives, as well as their fields of application. --- ### [Biofolien](https://inno-talk.de/category/biofolien/) **Description:** Biofolien, deren Rohstoffe und Additive, sowie ihre Anwendungsbereiche. --- ### [Digital printing](https://inno-talk.de/en/category/digital-printing/) **Description:** Digital printing processes such as ink-jet or laser processes etc. especially for labels and packaging --- ### [Digitaldruck](https://inno-talk.de/category/digitaldruck/) **Description:** Digitale Druckverfahren wie Ink-Jet oder Laserverfahren etc. speziell für Etiketten und Verpackungen --- ### [Disposal / Recycling](https://inno-talk.de/en/category/disposal-recycling-2/) **Description:** The recycling of plastics into films is increasing. There is also a growing demand for the quality of such „recycled films“. This is where all our film tests and our entire film knowledge are applied to support and document security for consistent quality. --- ### [Druckfarben und Klebstoffe](https://inno-talk.de/category/farben_und_klebstoffe/) **Description:** Wechselwirkungen zwischen den Komponenten und späteren Füllgütern sind ein Hauptaufgabengebiet zu diesem Themenkomplex. Sowohl die Lagerung mit und im Füllgut, als auch die mechanische Festigkeit von Verbundmaterialien sind hier typische Fragestellungen. --- ### [Entsorgung / Recycling](https://inno-talk.de/category/recycling/) **Description:** Das recyceln von Kunststoffen zu Folien nimmt zu. Auch die Anfragen zur Qualität solcher „Recyclingfolien“ wächst. Hier greifen alle unsere Folienprüfungen und unser gesamtes Folienwissen, um Sicherheit für eine konstante Qualität zu unterstützen und zu dokumentieren. --- ### [Etiketten + Sleeves](https://inno-talk.de/category/etiketten_sleeves/) **Description:** Alles was auf eine Kunststoffverpackung kommt beeinflusst die Lebensmittelkonformität. Auch die mechanischen Eigenschaften wie z.B. Klebkräfte, Schrumpfverhalten oder Relaxationsverhalten sind typische Prüfungen für die Labe-Branche. --- ### [Film production / Converting](https://inno-talk.de/en/category/film-production-converting/) **Description:** In addition to the usual mechanical tests, special tests for special applications are increasingly playing a role here. If the film is smooth enough, it is suitable for the machine type for processing. We provide answers to these complex but simple-sounding questions. --- ### [Film testing & analytics](https://inno-talk.de/en/category/film-testing-analytics/) **Description:** We not only test films, we also advise on the choice of the right method and the entire specification preparation. --- ### [flexo printing](https://inno-talk.de/en/category/flexo-printing/) **Description:** Flexo printing and its peripherals --- ### [Flexodruck](https://inno-talk.de/category/flexodruck/) **Description:** Flexodruck und seine Peripherie --- ### [Folienherstellung/Veredelung](https://inno-talk.de/category/folienherstellung_veredelung/) **Description:** Hier spielen neben die üblichen mechanischen Prüfungen immer mehr auch Sonderprüfungen für Sonderanwendungen eine Rolle. Ist die Folie glatt genug, ist sie für den Anlagentyp zur Verarbeitung geeignet. Wir geben Antworten auf diese komplexen, aber einfach klingenden Fragen. --- ### [Folienprüfung & Analytik](https://inno-talk.de/category/folienpruefung/) **Description:** Wir prüfen nicht nur Folien, wir beraten auch bei der Wahl der richtigen Methode und der gesamten Spezifikationserstellung. --- ### [Food packaging](https://inno-talk.de/en/category/food-packaging/) **Description:** Primary packaging for foodstuffs --- ### [Gravure printing](https://inno-talk.de/en/category/gravure-printing/) **Description:** Gravure printing and its periphery --- ### [Inno-Letter](https://inno-talk.de/category/inno-letter-en/) **Description:** Publikationen von Innoform --- ### [Inno-Talk](https://inno-talk.de/category/inno-talk/) **Description:** Inno-Talk --- ### [Labels and sleeves](https://inno-talk.de/en/category/labels-and-sleeves/) **Description:** Labelling influences food conformity. The mechanical properties such as adhesive forces, shrinkage behaviour or relaxation behaviour are also typical tests for the label industry. --- ### [Lebensmittelrecht](https://inno-talk.de/category/lebensmittelrecht/) **Description:** Lebensmittelrechtliche Fragen für Verpackungen --- ### [Lebensmittelverpackung](https://inno-talk.de/category/primaerverpackungen/) **Description:** Primärverpackungen für Lebensmittel --- ### [Migration, interactions](https://inno-talk.de/en/category/migration-interactions-packaging-food-sensors/) **Description:** Migration, odour and taste influence by packaging --- ### [Migration, Wechselwirkungen](https://inno-talk.de/category/migration/) **Description:** Migration, Geruchs- und Geschmacksbeeinflussung durch Verpackungen --- ### [Neuigkeiten](https://inno-talk.de/category/news-news/) **Description:** Neuigketien aus der Verpackungswelt und Innoform --- ### [Printing inks and adhesives](https://inno-talk.de/en/category/printing_inks_adhesivex/) **Description:** Interactions between the components and the products to be filled are one of the main tasks in this area. Both the storage with and in the filling material and the mechanical strength of composite materials are typical questions here. --- ### [Q-Management/Hygiene](https://inno-talk.de/en/category/q-management-hygiene/) **Description:** Hygiene standards/systems, QS, Iso 9001ff etc. --- ### [Q-Management/ Hygiene](https://inno-talk.de/category/q-management/) **Description:** Hygienestandards/-Systeme, QS, Iso 9001ff etc. --- ### [Repro und Druckzylinder](https://inno-talk.de/category/repro/) **Description:** Druckvorstufen, Drucksoftware und Zulieferindustrie wie Druckplatten und Zylinder --- ### [Stand-up pouches](https://inno-talk.de/en/category/stand-up-pouches-2/) **Description:** We help to use stand-up pouches correctly in proven and new applications and guarantee with special tests and expertise to bring food safely into this packaging material. --- ### [Standbeutel](https://inno-talk.de/category/standbeutel/) **Description:** Wir helfen, Standbeutel in bewährten und neuen Anwendungen richtig einzusetzen und garantieren mit speziellen Prüfungen und Fachwissen, Lebensmittel sicher in dieses Packmittel zu bringen. --- ### [Thermofomen/Tiefziehen](https://inno-talk.de/category/thermoformen-2/) **Description:** Wärmeumformung ist ein beliebtes Verfahren, um Folien in Form zu bringen. Weir kenne Materialien und Prozesse und wie man diese in Prüfmethoden und Spezifikationen für Materialien umformuliert. --- ### [Tiefdruck](https://inno-talk.de/category/tiefdruck/) **Description:** Tiefdruck und seine Peripherie --- ### [Verpackungsdesign](https://inno-talk.de/category/verpackungsdesign/) **Description:** Verpackungsdesign für flexible Verpackungen: Gestaltung, Markenauftritt und funktionale Anforderungen von Folien und Flexpack. Fachbeiträge, Trends und News rund um das Design praxistauglicher, nachhaltiger Verpackungen. --- ### [Uncategorized](https://inno-talk.de/en/category/uncategorized-en/) --- ### [filling technology](https://inno-talk.de/en/category/filling_technology/) **Description:** Many problems occur in practice when forming and filling film packaging. Here the spectrum ranges from cracks, leaky sealed seams to poor production performance. we help to avoid errors or to detect them. --- ### [Inno-Talk.eu](https://inno-talk.de/en/category/inno-talk-eu/) --- ### [Printing inks and adhesives](https://inno-talk.de/en/category/printing_inks_adhesivex/) --- ### [Disposal / Recycling](https://inno-talk.de/en/category/disposal-recycling-2/) --- ### [barrier films](https://inno-talk.de/en/category/barrier_films/) --- ### [Verpackungsdesign](https://inno-talk.de/en/category/verpackungsdesign/) --- ### [Papier & faserbasierte Verpackungen](https://inno-talk.de/category/faser/) **Description:** Flexible Verpackung aus Fasern sowie Karton und Fasergussverpackungen --- ### [Paper and fiber-based packaging](https://inno-talk.de/en/category/fiber/) **Description:** Flexible packaging made from fibres, as well as cardboard and moulded fiber packaging --- ### [Lebensmittelrecht](https://inno-talk.de/en/category/lebensmittelrecht/) --- ## Tags ### [Deutsch](https://inno-talk.de/) --- ### [English](https://inno-talk.de/en/) ---